Kreissportverband Stormarn

Das Jahr 1960

Montag, 8. Februar 1960
Wie sieht es in unseren Vereinen aus?

703 Mitglieder mehr als im Vorjahr. Zu wenig Sportstätten. Der 1. Februar eines jeden Jahres ist für den Kreissportverband Stormarn ein bedeutender Tag, denn mit diesem Datum wird die Bestandserhebung in den Vereinen abgeschlossen. Sie dient nicht nur als Unterlage für die Versicherung und die Beiträge, sondern gibt einen allgemeinen Überblick über die augenblickliche Lage des Vereinssports im Kreisgebiet.

Allerdings wird nicht der gesamte Kreis erfaßt, da die dem Hamburger Verband angeschlossenen Vereine dem Kreissportverband nicht zu melden brauchen. Somit gehören dem Stormarner Verband zur Zeit 35 Vereine mit 6313 Mitgliedern an, die sich in 16 verschiedenen Sportarten betätigen. Das bedeutet einen Zuwachs von 703 Sportlern gegenüber von 1958.

Stärkster Verein bleibt weiterhin der VfL Oldesloe mit 1214 Mitgliedern. Nur neun Vereine melden Rückgänge, wobei der TSV Trittau mit 70 Abgängen bei 154 Gesamtabgängen in den Vereinen weit an der Spitze liegt. Demgegenüber hat der Nachbarverein TSV Lütjensee einen Zuwachs von 82 Neuanmeldungen zu verzeichnen, Grund hierfür ist sicher die neue Turnhalle. Weiter melden der VfL (91), Barsbüttel (72) und der TuS Hoisdorf (42) starke Zugänge. Der Schachverein Delingsdorf hat sich mit zwei weiteren Vereinen zum Schachclub Südstormarn zusammengeschlossen, um so stärkere Mannschaften zu bilden, und der SSV Pölitz besteht zur Zeit nur aus 29 passiven Mitgliedern, denn der Sportbetrieb ruht hier völlig.

Bei der Aufteilung der Mitglieder ergibt sich, daß 1472 zum zarten Geschlecht gehören, während 1461 passiv eingetragen sind. 30 Vereine haben eine Fußballabteilung, so daß die Fußballer über die Hälfte aller Mitglieder ausmachen. Nur in den Vereinen THC Ahrensburg, THC Bad Oldesloe, Schachclub Südstormarn, SV Barkhorst und SC Stellau wird nicht gekickt.

An zweiter Stelle stehen die Turner mit ihren Hochburgen Bargteheide,, Bad Oldesloe, Lütjensee und Trittau, was auf das Vorhandensein von Turnhallen zurückzuführen ist. Es folgen die Leichtathleten (8 Vereine), Tischtennisleute (15), Handballer (7) und Gymnastikabteilungen (4). An anderen Sportarten wird betrieben: Schwimmen (3), Tennis (2), Schach (2), Wintersport (2), Kegeln, Reiten, Boxen, Faustball und Wandern (1).

Eigene Frauenabteilungen unterhalten die Vereine THC Ahrensburg, TSV Bargteheide, TuS Hoisdorf, VfL Oldesloe, THC Bad Oldesloe, TSV Oldesloe 07, TSV Lütjensee, Preußen Reinfeld, SV Barkhorst, SV Siek und TSV Trittau, wobei im TuS Hoisdorf über die Hälfte der Mitglieder weiblichen Geschlechtes ist.

Unterschiedlich ist es um die Jugendabteilungen bestellt. Viele Vereine haben keine weibliche Jugend, während der FC Ahrensburg, TSV Grabau, die Sportfreunde Grande und SV Wilstedt keine Schüler gemeldet haben. Die Vereine Hammoor und Rehhorst besitzen keine Jugendlichen. Andere Vereine haben so wenig Nachwuchs, daß die Vorstände sich einmal darüber Gedanken machen müßten, wer einst das Erbe der aktiven Sportler antreten soll.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich das sportliche Leben in unserem Kreisgebiet weiterhin verstärkt hat und daß es noch größer wäre, wenn mehr geeignete Sportstätten zur Verfügung ständen. Aber auch auf diesem Gebiet sammelt der Kreissportverband eingehendes Material, um mit diesen Unterlagen an die zuständigen Stellen herantreten zu können.

ST

Freitag, 11. März 1960
Ländliche Sportvereine ohne Sportplätze.

Kreissportverband eingeschaltet. Pioniere wollen mit Planierraupen helfen. Mehrere Sportvereine in Südstormarn sind in Sportplatznöte gekommen. Der Landmangel macht es den Vorständen der Vereine nahezu unmöglich, aus eigener Initiative den Mannschaften die notwendigen Spielfelder zur Verfügung zu stellen. Aber auch mit Unterstützung der Gemeindevertretungen ist es schwer, die Probleme zu lösen. Der Kreissportverband Stormarn hat sich dieser ungünstigen Entwicklung angenommen. Aber auch seine Möglichkeiten sind nur beschränkt.

In Grande hat der Sportverein keinen Spielplatz mehr. Nachbarliche Hilfe hat die Gemeinde Trittau angeboten und den Grandern Sportlern die Benutzung der Schützenwiese in Trittau gestattet. Auf Dauer ist das natürlich keine Lösung. Im Grander Gemeindeparlament wird deshalb bereits ein Aufbauwirtschaftsplan vorbereitet, in dem auch ein Sportplatz vorgesehen sein soll.

Der Sportverein in Willinghusen steht demnächst vor ähnlichen Schwierigkeiten. Er muß seinen Platz aufgeben und hat noch keinen geeigneten Ersatz. Besonders für die sehr gute erste Fußballmannschaft wäre das ein harter Schlag. Sie hat sich in der Hamburger Kreisklasse einen guten Spitzenplatz erobert und kann sich durchaus Hoffnungen auf einen Aufstieg in die höhere Klasse machen.

In Siek ist dem Sportverein ebenfalls der Pachtvertrag für den Platz gekündigt worden. Diese Serie kann noch zu Ende gespielt werden. Der Kirchengemeinde verdankt der SV, daß seine Platzsorgen nur gering zu sein brauchen. Für die Anlage eines neuen Sportplatzes wurde Kirchenland in günstiger Ortslage zur Verfügung gestellt.

Auch Hoisdorf hat Sportplatzsorgen. Die Hauskoppel des Bürgermeisters Niemeier, die bisher bespielt wurde, hat zwar eine gute Verkehrslage, ist aber im übrigen nicht sehr geeignet. Als Ersatz böte sich der kleine Schulplatz an, doch müßte er zunächst erweitert werden, aber auch danach würde er nicht ganz die erforderliche Größe eines Sportfeldes erhalten. Die Gemeinde unterstützt den Sportverein bei seiner Suche nach einem anderen Platz, konnte aber bisher nur ein Feld anbieten, das vier Kilometer außerhalb des Dorfzentrums an der Autobahn liegt. Vorerst haben Hoisdorfer Sportler das Gastrecht auf dem Lütjenseer Sportplatz erhalten.

Der Kreissportverband hat sich mit einer Pioniereinheit der Bundeswehr in Verbindung gesetzt und sich der Hilfe der Soldaten und ihrer großen Planierraupen versichert, die bei den eventuell notwendigen Einebnungsarbeiten bei der Anlage neuer Sportplätze erforderlich wird.

ST

Sonntag, 24. April 1960
Sportärztliche Untersuchung setzt sich durch.

Kreissportverband wählte Berg erneut zum 1. Vorsitzenden. Der Kreissportverband Stormarn hielt in Bargteheide in der „Sportklause“ seine Jahreshauptversammlung ab. Bürgermeister Dr. Wilcken begrüßte die Vertreter der angeschlossenen 41 Vereine und der Fachverbände und würdigte die Arbeit des Verbandes. Verbandsvorsitzender Hansjoachim Berg (Hoisdorf) überreichte Otto Jarchow (TSV Trittau) und Hans Martens (VfR Todendorf) Ehrenurkunden unter Würdigung ihrer Verdienste.

Den Vereinsvertretern lag ein schriftlicher Jahresbericht mit den Ergebnissen der Fachverbände vor, zu denen der Vorsitzende und die Leiter der Fachverbände Erläuterungen gaben. Der 2. Vorsitzende Erwin Gesche (Reinfeld) betonte, daß auf dem Gebiete der sportärztlichen Untersuchung gegenüber den anderen Kreisen ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen sei.

Sportabzeichenobmann Mallien (Lokfeld) gab eine statistische Übersicht über die Sportabzeichenverleihungen im letzten Jahr. Mit 56 Abzeichen steht der TuS Hoisdorf an der Spitze aller Vereine des Kreises vor Preußen Reinfeld und dem VfL Oldesloe. Im Land Schleswig-Holstein nimmt der Hoisdorfer Sportverein einen beachtlichen sechsten Platz ein.

Den Kassenbericht bezeichnete Heinz Peters (Bad Oldesloe) als recht günstig. In der Hauptsache wurde das Augenmerk (mit fast 5000 DM) auf die Jugendarbeit gelegt. Der Vorstand dankte Fräulein Else Wolgast (Bad Oldesloe) für die ordnungsgemäße Kassenführung.

Dann erfolgte die Entlastung des Vorstandes. Hansjoachim Berg, der wegen beruflicher Überlastung nicht kandidieren wollte, erhielt die Zustimmung des Vorstandes, ihm volle Unterstützung zukommen zu lassen. Er wurde einstimmig darauf zum Vorsitzenden wiedergewählt. Wiederwahl folgte auch bei der Besetzung des Kassiererpostens.

Da das Amt des Sportwartes nicht zu besetzen war, bildete die Versammlung einen Sportausschuß, dem Christian Ohrt, Hans-Joachim Goldbeck und XY????? Brandstätter (alle Bad Oldesloe) angehören. In den Beirat wählte man Kurt Meinsen (Hoisbüttel) und Ernst Otto (Bad Oldesloe), der als Kreisgeschäftsführer fungiert und den Posten des Protokollführers und Schriftwarts inne hat. Feddern (Bargteheide) und Fischer (Reinfeld) wurden für das Geschäftsjahr als Kassenprüfer eingesetzt. Der Jugendausschuß besteht aus Heinz Peters, Karl-Heinz Schmidt und Albrecht Hennings. Eine Mädelwartin soll vom Vorstand benannt werden.

Bei dem Diskussionspunkt „Kirche und Sport“ kam die Versammlung überein, den Wünschen der kirchlichen Behörden zu entsprechen und nach Möglichkeit Spiele außerhalb der Gottesdienstzeiten auszutragen.

ST

Sonntag, 4. September 1960
600 Aktive auf Bargteheides Jahnplatz.

17 Vereine kamen zum Kreisturnfest. Im Vordergrund die Mehrkämpfe. Wenn das Kreisturnfest auch nicht sonderlich vom Wetter begünstigt war, so wurde es doch wieder zu einer eindrucksvollen Kundgebung der Leibesübungen. 600 Teilnehmer aus 17 Vereinen waren zu den Wettkämpfen auf dem Bargteheider Jahnplatz erschienen, bei denen es kraftvolle Kämpfe und häufig sehr knappe Entscheidungen gab.

Nachdem am Vormittag die Mehrkämpfe stattgefunden hatten, versammelten sich die Turner und Sportler mittags am Voßkuhlenweg zum großen Festumzug. Am Nachmittag wurden die Einzelwettbewerbe ausgetragen. Das Fußballspiel des TSV Bargteheide gegen die Kreisauswahl Stormarn und des Handballspiel des TSV Bargteheide gegen den VfL Oldesloe bereicherten das Programm. Am Abend trafen sich die Wettkämpfer zum Sportlerball im „Schützenhof“.

ST

Die Ergebnisse der Sportler des VfL:

Einzelwettbewerbe, 100 Meter Männer: 3. Reinhold Fritsche 12,1 Sekunden. 4 mal 100-Meter Männer: VfL 46,9 Sekunden; Leichtathletischer Fünfkampf Männer: 1. Reinhold Fritsche 553 Punkte, 6. Helge Schmacka 485. Jugend A: 3. Diethard Reichardt 428; Leichtathletischer Dreikampf Jugend A: 3. Hans-Georg Feddern 236 Punkte. Schüler B: 4. Uwe Peters 48,5, 7. Wolf-Rüdiger Damski 46,0; Gemischter Siebenkampf: 1. Horst Liedtke 67,65 Punkte, 2. Rolf Meinel 67,05; Gemischter Sechskampf: 2. Eggert Schiele 53,2, 4. Jürgen Dölling 49,25, 5. Rolf Virus 49,25.

Frauen: 5. Ingrid Peters 204. Schülerinnen A: 7. Heidemarie Nowak 53,0. Schülerinnen B: 2. Hannelore Schröder 58,0, 4. Heidrun Busch 51,5; Gerätevierkampf: 2. Gundula Karstens 33,35 Punkte.

 

Sonntag, 11. September 1960
Bommes lobte Oldesloer Stadion.

Ohrt geehrt. Eine eindrucksvolle Leistungsschau der Stormarner Leibesübungen bot bei herrlichstem Spätsommerwetter das Kreissportfest in Bad Oldesloe. Es wurde im Stadion von dem Vorsitzenden des Kreisleichtathletikverbandes Gustav Rausch (Reinfeld) eröffnet. Die Organisatoren und die Teilnehmer des Festes hatten die Freude, den Vorsitzenden des Landessportverbandes Schleswig-Holstein Karl Bommes (Kiel) begrüßen zu können, der in einer Ansprache seiner Freude über die schöne Anlage Ausdruck gab.

Sein Hauptanliegen war aber die Ehrung des 76jährigen Ehrenvorsitzenden des Kreissportverbandes Stormarn, Christian Ohrt (Bad Oldesloe). Ein Leben lang habe sich Ohrt, so sagte Bommes, um die Förderung der Leibesübungen bemüht. Er zeichnete ihn dafür mit der goldenen Ehrennadel des Landessportverbandes aus.

Die Staffeln, die Vorführungen der Boxer und Turner und die Spiele, die zum Teil auf dem Exer ausgetragen wurden, fanden besonderes Interesse. Die Zuschauerzahl hätte allerdings größer sein können. Im Dreikampf der Männer siegte Jürgen Fröhlich vom VfL, der die 100 Meter in 11,3 Sekunden und die 200 Meter in 22,9 Sekunden lief und 6,36 Meter weit sprang. Er erreichte 2169 Punkte und blieb deutlich vor seinem Vereinskameraden Wilhelm Brüggemann, der 1945 Punkte erzielte. Brüggemann zeigte seine läuferische Stärke über 200 Meter in 23,3 Sekunden und über 1500 Meter in 4:06,1 Minuten. Das Faustballspiel um die Kreismeisterschaft gewann der VfL gegen den Ahrensburger TSV mit 46:30.

Um die Durchführung des Kreissportfestes machten sich besonders verdient der Vorsitzende der Leichtathletiksparte des VfL, Ernst Otto, und die beiden Sportlehrer Bernhard Nowak und Hans-Joachim Goldbeck.

ST

Die Sieger des VfL: Jürgen Fröhlich (Dreikampf Männer 2169 Punkte), Helge Schmacka (Dreikampf Junioren 1937 Punkte), Diethard Reichardt (Dreikampf Männliche Jugend A 1885 Punkte), Hannelore Schröder (Dreikampf Schülerinnen B 1237 Punkte).

 

 

Bis zum Jahr 1970