Schuljahr 1959 - 60  Zeitraum April - Juni

Donnerstag, 14. April 1960

Neuer Mittelschulrektor

st. – Schulpflegschaft und Magistrat haben sich bei der Besetzung der Rektorenstelle an der Königin-Luise-Schule unter den vier von der Landesregierung zur Auswahl vorgeschlagenen Bewerbern für den 33jährigen Mittelschullehrer Harry Hiller aus Itzehoe entschieden. Eine Kommission hatte von den Bewerbern in ihren Wirkungsorten persönliche Eindrücke gewonnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.4.1960

 

Donnerstag, 14. April 1960

Sonderschulleiter gesucht

st. – Da der für die Leitung der Sonderschule in Aussicht genommene Sonderschullehrer Ermler seine Bewerbung zurückgezogen hat, muß die Stadt unter den Bewerbern, die das Kultusministerium vorschlagen wird, eine neue Wahl treffen. – An die Sonderschule versetzt worden ist Lehrer Werner Bruß, der bisher an der Schule Reesenbüttel in Ahrensburg tätig war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.4.1960

 

Donnerstag, 14. April 1960

Mittelschüler holten im Turnen auf

n. – Seit den Herbstferien pflegten die Schüler der Mittelschule die Turnübungen im Rahmen der Bundesjugendspiele an Reck, Barren, Kasten und Bock. Vorher hatten die Schüler, da sie auf die Turnhalle der Oberschule angewiesen waren, nur wöchentlich eine Turnstunde erteilt bekommen, was sich natürlich nachteilig auf den Leistungsstand auswirkte.

Diesen Gesichtspunkt ließ Konrektor Gerhard Gehrke bei der Verteilung der Siegerurkunden nicht außer acht. Er stellte vielmehr fest, daß der erstmalige Versuch, sich an den Winterspielen zu beteiligen, eine dankbare Förderung des Turnens bedeutet habe. 219 Jungen und 246 Mädchen nahmen an den Bundesjugendspielen teil. 70 Jungen und 74 Mädchen kamen mit 55 Punkten zur Siegerurkunde, das sind 31 Prozent. Zehn Jungen und sechs Mädchen konnte der stellvertretende Schulleiter die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten überreichen. Mit 7,3 Prozent ist die Zahl der vom Turnunterricht befreiten Kinder recht hoch.

Die Lübke-Urkunde erhielten: Wiebke Schlobohm, Gerd Schmidt, Dörten Ohrt, Jörg Gebert, Henrike Göttsch, Heidemarie Nowak, Diethart Reichardt, Heinz Schnoor, Christel Koch, Ingrid Kindt, Erich Laser, Gesine Ohrt, Edith Wöltje, Barbara Rabe, Hartmut Beulcke, Emil Richter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.4.1960

 

Sonnabend, 16. April 1960

7500 DM für die Aula

st. – Die Empore der Gymnasialaula wird Tribühnenstufen erhalten, damit auch die Hintenstehenden in die Aula blicken können. Dafür hat der Magistrat 5000 DM bewilligt. Weitere 2500 DM sind für die Deckenbeleuchtung der Aula bewilligt worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.4.1960

 

Sonnabend, 16. April 1960

Turnhalle wird gerichtet

st. – Die Richtfeier für die Turnhalle der Klaus-Groth-Schule findet am kommenden Donnerstag statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.4.1960

 

Dienstag, 19. April 1960

Internatsschule in Schloß Blumendorf

st. – Freiherr von Jenisch hat das Schloß Blumendorf, das von Februar 1947 bis März 1959 als städtisches Krankenhaus gedient hatte, an Kerns Internatsschule verpachtet.

Diese staatlich genehmigte allgemeinbildende Schule für Jungen und Mädchen wird mit rund 100 Schülern von Schloß Kaltenhof in Dänischenhagen hierher übersiedeln und am 26. April den Unterricht aufnehmen. Schloß Kaltenhof soll dann als Schullandheim des Internats dienen.

Der Schulbetrieb erfordert Umbauten im Schloß Blumendorf. Die wichtigsten sollen bis zum 26. April erfolgt sein.

Das Institut umfaßt Volksschule, Mittelschule und höhere Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.4.1960

 

Donnerstag, 21. April 1960

Doppeltes Richtfest

Aber nur über der Turnhalle hängt die Richtkrone

st. – „Vollendet sind die stolzen Hallen, zu denen unsere Kinder wallen ...“, rief der Zimmerpolier vom Dachfirst des Turnhallenneubaues der Klaus Groth-Schule in seinem Richtspruch zu den Gästen der Richtfeier herunter. Bürgerworthalter Willy Rosch, Bürgermeister Hermann Barth, zahlreiche Stadtverordnete und nicht zuletzt Rektor Johannes Volkmann freuten sich beim Richtfest über das gelungene Werk, das noch vor dem Winter seiner Bestimmung übergeben werden soll.

Genau vier Monate nach Beginn der Maurerarbeiten steht jetzt die 26 mal 14 Meter große Turnhalle, eine Metallkonstruktion. Stadtbaumeister Walter Heinemann machte auf die Vorzüge des Neubaues aufmerksam. Er enthält je einen Umkleideraum und einen Waschraum für Jungen und Mädchen. Außerdem ist ein Lehrerzimmer vorgesehen. Die Halle bekommt doppelte Schwingfußböden aus Teakholz, Sicherheitsglas für alle Fenster, bis zu vier Meter Höhe schlagfesten Wandbelag, 36 Leuchtstoffröhren und eine Leichtöl-Umluftheizung. Die Kosten sind mit 277.000 DM veranschlagt.

Zum Richtschmaus waren auch die Männer vom Hamburgertorbrückenbau eingeladen, der ebenfalls zur Hauptsache fertig ist. Bürgermeister Barth dankte allen an den beiden Bauwerken in Planung und Ausführung Beteiligten für die zügige Arbeit. Die Turnhalle möge bald der Leibesertüchtigung dienen und die Brücke den Verkehrsengpaß in der Innenstadt beseitigen.

Rektor Volkmann beglückwünschte im Namen seiner 550 Schüler die Stadt und die am Bau Mitwirkenden zu der neuen Turnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1960

 

Freitag, 22. April 1960

Schutzgitter

st. – Vor dem Ausgang der Stadtschule in der Salinenstraße ließ die Stadtverwaltung ein Schutzgitter anbringen. Dadurch soll verhindert werden, daß die aus dem Schulhof stürmenden Kinder auf die Fahrbahn laufen. Wiederholt sind in der Salinenstraße Schüler in Gefahr gekommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1960

 

Sonnabend, 23. April 1960

An allen Schulen weniger Anfänger

st. – Drei Klassen mit rund 110 Anfängern wird die Stadtschule in diesem Jahr einschulen. Im vorigen Jahr waren es 140. Die Klaus-Groth-Schule erwartet 70 Neulinge gegenüber 76 zu Ostern 1959. Die Eltern werden über den Einschulungstermin einzeln benachrichtigt. 110 Kinder werden in die Königin-Luise-Schule hinüberwechseln. Im vorigen Jahr hatte die Mittelschule über 130 Zugänger und mußte vier statt diesmal drei Klassen bilden. Das Theodor-Mommsen-Gymnasium wird 48 Sextaner gegenüber 61 im vorigen Jahr aufnehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.4.1960

 

Sonnabend, 30. April 1960

Stadtschulrenovierung fast beendet

st. – Die Stadtschule in der Königstraße wird sich am Dienstag ihren Anfängern von ihrer schönsten Seite zeigen. Die umfangreichen Rennvierungsarbeiten sind fast beendet Alle Räume erhielten neue Fußböden, eine neue Treppe wurde eingebaut, der größte Teil der Lehmwände und Decken mußte neu verputzt und das Dach ausgebessert werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1960

 

Sonnabend, 30. April 1960

Am Dienstag gibt es Schultüten

st. – Gestern hatten die Sextaner ihren ersten Schultag im Theodor-Mommsen-Gymnasium. Die Neuling der Mittelschule haben bereit ihre erste Woche in der Königin-Luise-Schule hinter sich. Am kommenden Dienstag nun werden rund 180 ABC-Schützen der Stadtschule und der Klaus-Groth-Schule ihren ersten Schulweg antreten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1960

 

Dienstag, 3. Mai 1960

Neuer Mittelschulrektor eingeführt

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st. – Heute vormittag wurde der neue Leiter der Königin-Luise-Schule, Rektor Harry Hiller, durch Schulrat Heinrich Lüth in sein Amt eingeführt.

Schon sein Vater war Leiter von Volks- und Mittelschulen. Harry Hiller holte, nachdem er im Herbst 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, sein Abitur nach und studierte dann an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg.

Nach Ablegung der ersten und zweiten Lehrerprüfung war er bis 1953 an der Volksschule in Wilster und anschließend an der Mittelschule in Itzehoe tätig. Seine Prüfungsfächer bei der 1955 abgelegten Mittelschullehrerprüfung waren Physik/Chemie und Mathematik.

Harry Hiller widmete sich zusätzlich der Lehrerfortbildung. Er wirkte außerdem als Dozent an der Volkshochschule in Itzehoe und ist Begutachter der Landesregierung für Schulbücher.

Der 33jährige Rektor ist seit dem vergangenen Jahr mit einer Lehrerin verheiratet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.5.1960

 

Donnerstag, 19. Mai 1960

Kindervogelschießen naht wieder

st. – Das schönste Fest des Jahres für Kinder und Eltern findet nach altem Brauch am Tage vor den Sommerfreien, also am Dienstag, dem 28. Juni, statt. Damit es in der gewohnten Weise begangen werden kann, bittet der vorbereitende Ausschuß um Spenden, denn die Beiträge der Kinder reichen nicht aus, um neben den Ausgaben für die Gewinne auch noch die Kosten für Musik und Zelte und Anschaffung und Reparatur der Spielgeräte zu decken.

Am kommenden Sonntag um 11 Uhr wird Erwachsenen der Farbschmalfilm vom Kindervogelschießen 1958 unentgeltlich in den Hansa-Lichtspielen gezeigt; Kinder sehen den Film in der Schule. Die Vorführung dauert etwa 15 Minuten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.5.1960

 

Freitag, 20. Mai 1960

Jetzt gehört Schloß Blumendorf der Jugend

In das idyllisch gelegene Schloß Blumendorf ist fröhliche Jugend eingezogen. Mit Kerns Internatsschule, die das Schloß auf zunächst zehn Jahre gepachtet hat, kamen 70 frische Jungen und Mädchen. Ihr munteres Sprechen und unbekümmertes Lachen füllt nun die Räume, die nach der Auflösung des Städtischen Krankenhauses ein Jahr lang leer gestanden hatten.

… Wie uns Schulleiter Kern versicherte, haben sich nicht nur seine Zöglinge in Blumendorf schnell eingelebt, sondern auch er fühlt sich hier sehr wohl dank des Verständnisses, das die Stadt Bad Oldesloe seiner Arbeit entgegenbringt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.5.1960

 

Freitag, 27. Mai 1960

Laufend weniger Schüler

st. – Die Schulen der Kreisstadt verzeichnen einen ständigen Schülerrückgang. Das Gymnasium hat zur Zeit 475 Schüler gegenüber 519 im vorigen Jahre und 678 im Jahre 1953. Vor allem der Anteil der auswärtigen Schüler ist zurückgegangen. Jetzt beträgt er nur noch 41,9 Prozent gegenüber 52,1 Prozent im Jahre 1953. Bei der Mittelschule bietet sich folgendes Bild: 635 Schüler gegenüber 641 im vorigen Jahr und 844 im Jahre 1953. Auch hier trat der Rückgang bei den auswärtigen Schülern stärker ein. Die Stadtschule hat 732 Schüler (im vorigen Jahr 744, 1953 788), die Klaus-Groth-Schule 537 (im vorigen Jahr 547, 1953 Neue Stadtschule 726), und die Seefelder Schule 21 (im vorigen Jahr 27, 1953 noch 74). In der Sonderschule stieg die Schülerzahl von 113 im vorigen Jahr auf 128.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.5.1960

 

Freitag, 27. Mai 1960

Unerfreuliche Form des Wanderns

st. – Auf der Gesamtelternversammlung der Klaus-Groth-Schule wies Rektor Volkmann darauf hin, daß für 15 Klassen nur acht Unterrichtsräume und statt sechs Fachunterrichtsräume nur einer in eigener Schulanlage vorhanden sind. Die Stadtschule mußte deshalb Unterrichtsräume abgeben. Trotzdem sind drei Klassen noch Wanderklassen. „Das Wandern wird überhaupt an unserer Schule groß geschrieben“, bemerkte Rector Volkmann. Die Kinder wandern während der Schulzeit zum Fachunterricht zur Stadtschule von der Königstraße zur Königsberger Straße, zum Turnen zur Stadtschule oder zum Exer. Auch nach Fertigstellung der Turnhalle wird sich daran nichts ändern. Dann werden die Klassen aus der Königstraße zur Königsberger Straße wandern müssen. Dieses Wandern bedeutet Leerlauf und für die Kinder Ermüdung und damit Konzentrationsminderung. Diese Hemmnisse können, wie der Rektor betonte, nur durch den umgehenden Ausbau der Schule beseitigt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.5.1960

 

Montag, 30. Mai 1960

Drei Bewerber vorgeschlagen

st. – Für den Posten des Rektors an der Sonderschule, der zur Zeit unbesetzt ist, hat das Kultusministerium der Stadt drei Bewerber zur Auswahl vorgeschlagen. Nun werden sich Schulpflegschaft, Schulausschuß und Magistrat mit den Bewerbern beschäftigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.5.1960

 

Montag, 30 Mai 1960

Wandschmuck für Turnhalle

st. – Weil sich die Giebelseite der im Bau befindlichen Turnhalle für die Klaus-Groth-Schule zur Breslauer Straße hin für einen künstlerischen Schmuck anbietet, erwägt die Stadt, auf der mittleren Putzfläche eine Metallplastik oder eine Sgraffitoarbeit anbringen zu lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.5.1960

 

Donnerstag, 9. Juni 1960

Verkehrsgarten kommt!

st. – Der von der Landesregierung eingerichtete Verkehrsgarten wird der Polizeiinspektion Bad Oldesloe vom 13. Juni ab für zwei Wochen zur Verkehrserziehung der Schuljugend zur Verfügung stehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.6.1960

 

Freitag, 10. Juni 1960

Wimpel für verkehrssichere junge Radfahrer

Kreisverkehrswacht zeichnete Jungen und Mädel nach bestandener Prüfung aus

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81 Klaus-Groth-Schüler und 35 Königin-Luise-Schüler erwarben Radfahrerpaß. Die Jungen und Mädel wurden von der Verkehrswacht mit einem Wimpel und dem Abzeichen „Geprüfter Radfahrer“ ausgezeichnet.

In einer kleinen Feier auf dem Schulhof der Klaus-Groth-Schule wies Rektor Volkmann auf die Bedeutung der freiwilligen Radfahrprüfung hin und dankte der Polizei und der Verkehrswacht für die Unterstützung. Im Namen der Kreisverkehrswacht überreichte Alfred Max Dörfler dem Sieger der Oldesloer Radfahrprüfung, Klaus-Groth-Schüler Bodo Gloede, eine Collegemappe. Zwölf Jungen und Mädel bestanden mit „sehr gut“ und 52 mit „gut“. 29 der insgesamt 110 Prüflinge fielen durch; größtenteils hatten sie im praktischen Teil eine Stoppstraße überfahren.

In der Königin-Luise-Schule überreichte der Kreisfachberater für Verkehrserziehung, Mittelschullehrer Gerhard Fenner, im Auftrage der Kreisverkehrswacht die Auszeichnungen an die Schüler. 35 Königin-Luise-Schüler erhielten das Prädikat „Geprüfter Radfahrer“, darunter fünf mit „sehr gut“ und 26 mit „gut“. Der beste Prüfling wurde ebenfalls mit einer Collegemappe geehrt.

„Geprüfter Radfahrer – Vorsicht ist keine Feigheit – Leichtsinn ist kein Mut.“ Das steht auf dem Ehrenwimpel der Verkehrswacht, die von den geprüften Radfahrern nun mit Stolz geführt werden dürfen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.6.1960

 

Montag, 13. Juni 1960

Hans-Werner mit 67 Punkten

st. – Bei der Radfahrprüfung in der Mittelschule war Hans-Werner Riecken mit 67 Punkten von 68 erreichbaren der verkehrssicherste der 35 Prüflinge. Damit hat die Mittelschule jetzt schon 115 geprüfte Radfahrer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.6.1960

 

Donnerstag, 16. Juni 1960

Neuer Sonderschulleiter

st. – Magistrat, Schul- und Kulturausschuß und Schulpflegschaft entschieden sich unter drei von der Regierung vorgeschlagenen Bewerbern einstimmig für den 45jährigen Sonderschullehrer Gerhard Hartmut aus Heide. Er wird in Kürze die Leitung der Oldesloer Sonderschule übernehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1960

 

Sonnabend, 21. Juni 1960

Vier Jahrzehnte im Dienste der Jugend

Schulrat Rudolf Heitmann feiert Jubiläum

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st. – Im Sitzungssaal des Kreishauses empfing heute vormittag Schulrat Rudolf Heitmann aus Anlaß seines 40jährigen Dienstjubiläums zahlreiche Beweise der Anerkennung und Wertschätzung, vor allem für sein nunmehr 15jähriges Wirken für die Stormarner Volks- und Mittelschulen.

Im Namen der schleswig-holsteinischen Landesregierung überreichte Schul- und Regierungsrat Gröll, Kiel, dem Jubilar eine vom Ministerpräsidenten von Hassel unterzeichnete Urkunde. Landrat Dr. Haarmann sprach die Glückwünsche des Kreises aus und verband damit die Überreichung des Ehrentellers und eines Nelkenstraußes. Viele andere Gratulanten schlossen sich an.

Der 60jährige Jubilar besuchte in seiner Vaterstadt Kiel das Lehrerseminar. Nach seiner Anstellung studierte er an der Universität Kiel. Er nahm an beiden Weltkriegen teil.

Seit 1945 ist er Schulrat in Stormarn. Damals fand er angesichts der durch den Flüchtlingsstrom überfüllten Schulen eine sehr schwere Aufgabe vor, an deren Lösung er mit großer Hingabe gearbeitet hat. Vor allem lag ihm die Förderung von Schulbauten am Herzen. Mit sichtbarem Erfolg, wie die zahlreichen neuen Schulgebäude im Kreise beweisen.

Als einstiger Hilfsschullehrer hat sich Schulrat Heitmann stets ein besonderes Interesse für die Heilpädagogik bewahrt, wie er denn überhaupt der Lehrerschaft durch seine Aufgeschlossenheit für alle Geistesfragen ein von dieser anerkanntes Beispiel gegeben hat und gibt.

Der Jubilar ist ein großer Freund der Leibesübungen. Auf seine Anregung sind die Kreisschulsportfeste und die Schwimmlehrgänge eingeführt worden.

Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Schulräte in Schleswig-Holstein in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft setzt er sich für die Belange seiner Berufskollegen ein. Verdienste erwarb er sich weiter als Wohnungsbeauftragter für Landesbedienstete in Stormarn. Ihm ist die Schaffung von Wohnungen in Bad Oldesloe, Ahrensburg, Bargteheide, Trittau und Reinbek mit zu verdanken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.6.1960

 

Sonnabend, 25. Juni 1960

Schülerspielmöpse danken mit Ständchen

2100 Oldesloer Kinder rüsten sich zum Vogelschießen – Weg des Festzuges

st. – Über 2100 Oldesloer Schulkinder freuen sich auf Dienstag, den Tag ihres Vogelschießens, der ihnen zugleich auch den Beginn der Sommerfreien bescheren wird. Seit gestern ziehen die Spielmannszüge der Schulen durch die Stadt, um allen Spendern durch Ständchen zu danken.

Am häufigsten erklang das Schleswig-Holstein-Lied. Trotz der Sommerhitze bliesen und trommelten die Jungen unermüdlich. Daß sie dann und wann zu einem erfrischenden Trunk eingeladen wurden, erleichterte ihnen ihre Aufgabe etwas. Bis zum Montag wird dieser Ständchen-Umzug durch die Stadt dauern.

Am Montag wird auch, wie es Tradition ist, das Laub für die Girlanden und Blumenbügel aus dem Kneeden eingebracht und zwar zwischen 10 und 11 Uhr.

Der festliche Dienstag beginnt mit dem Wecken durch den Spielmannszug des Gymnasiums um 6 Uhr. Schon um 7 Uhr werden das Königspaar des Vorjahres und der Vogel abgeholt. Um 8 Uhr erfolgt das Abholen der Ehrengäste vom Markt, und um 8.30 Uhr beginnt der Umzug. Sein Weg: Hamburger Straße, Königstraße, Kurparkallee (nicht Fahrbahn, sondern über Parkplatz), Bergstraße, Mommsenstraße, Kurze Straße, Bahnhofstraße, Besttorstraße, Mühlenstraße, Hindenburgstraße, um den Markt, Hindenburgstraße, Hamburger Straße, Exer. Die Schleife Lübecker Straße, Pferdemarkt entfällt wegen der Sperrung der Lübeckertorbrücke.

Der Umzug ist in diesem Jahre durch die Kanalisationsarbeiten, durch die die Bundesstraße 75 ausfällt, besonders erschwert. Es wird an der Einmündung an der Königsstraße in die Kurparkallee eine Verkehrsstauung befürchtet. Alle Oldesloer werden vom Ausschuß für das Vogelschießen gebeten, in der Zeit von 8.30 bis 10 Uhr nicht den Umzugsweg mit Fahrzeugen zu befahren oder ihn zu überqueren. Weiter wird gebeten, den Parkplatz an der Kurparkallee zwischen 8.30 und 9.30 Uhr nicht zu benutzen.

Um 10 Uhr beginnen die Spiele auf dem Exer und das Vogelschießen und Vogelpicken im Naturtheater. Die 2100 teilnehmenden Kinder sind in 58 Spielgruppen aufgeteilt.

Ab 15 Uhr ist Kindertanz in drei Zelten auf dem Exer, in der Turnhalle der Stadtschule und in neun Gaststätten. Er endet gegen 19.30 Uhr.

Der Abendumzug um 20 Uhr setzt sich vom Exer aus in Bewegung und endet auf dem Marktplatz. Sein Weg: Exer, Lorentzenstraße, Grabauer Straße, Hamburger Straße, Königstraße, Kurparkallee, Brunnenstraße, Besttorstraße, Mühlenstraße, Hindenburgstraße, Markt. Dort wird Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann die Abschlußrede halten.

Das Königspaar wird nicht, wie bisher, zu den Schulen, sondern auf den Rasen gegenüber der Bismarck-Eiche gebracht.

Zur Verstärkung der Musik hat der Ausschuß eine Kapelle der Polizeidirektion Lübeck verpflichtet. Sie wird in den Umzügen mitmarschieren und Platzkonzert auf dem Exer veranstalten.

Folgende Bitte richtet die Schuljugend an alle Oldesloer: Schmückt die Häuser mit Laub und Fahnen und nehmt teil am schönsten Sommerfest der Jugend!

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.6.1960

 

Montag, 27. Juni 1960

Laub für das Vogelschießen

st. – Rund 100 Schüler der beiden Volksschulen, unter ihnen etwa 60 Spielleute, holten heute vormittag das Eichenlaub für die Girlanden und Blumenbögen zum morgigen Vogelschießen aus dem Kneeden. Auf mehreren Pferdegespannen und rund 15 Handwagen hatten sie das Laub verstaut. Vornweg marschierte der Spielmannszug und gab das Marschtempo an. Wegen der Sperrung der Lübeckertorbrücke konnte der Zug zum ersten Mal nicht den Weg durch die Innenstadt nehmen, sondern mußte am Berliner Ring abschwenken. Heute wird der gesamte Spielmannszug der Volksschulen in großer Besetzung (mit Schellenbaum, Lyren, Pauke und Becken) die sogenannten großen Ständchen bringen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1960

 

Dienstag, 28. Juni 1960

Unter dem Blumenbaldachin

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… Zum letzten Male genießt das Hauptkönigspaar des Kindervogelschießens 1959 unter dem Blumenbaldachin seine Würde. Rolf Helbert und Sabine Gehring schreiten stolz vor den nach Schulen und Klassen geordneten Oldesloer Kindergruppen.

Das Wetter hatte sich von einem Tag zum anderen gewandelt. Die Sonne schien und warf ihren Glanz auf das gewohnt festliche Bild, auf das sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Vatis und Muttis ein ganzes Jahr lang gefreut haben.

Zwei Polizeireiter bildeten die Spitze des fröhlichen Festzuges, in dem zwei Musikkapellen, die Spielmannszüge, der Fanfarenzug der Deutschen Jugend des Ostens, zum ersten Male ein Fahnenblock der Landsmannschaften der Vertriebenen und natürlich die Stadtvertretung mit Bürgerworthalter Rosch und Bürgermeister Barth mitmarschierten.

Über 2100 Kinder trugen Blumenbögen, Fähnchen, Kränze und Stecken. Die Kleinsten schrien fleißig hurra. Die Feuerwehr hatte am Morgen die Straßen gesprengt, damit die Kinder nicht unter Staub zu leiden hatten. Kurz nach Beginn der Spiele im Bürgerpark gab es einen kräftigen Schauer, doch kurz darauf schien wieder die Sonne.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.1960

 

Dienstag, 28. Juni 1960

Die Sieger des Theodor-Mommsen-Gymnasiums im Vogelschießen

st. – Klasse VIa: Martin Schulz, Gabriele Haarmann; Vb: Rainer Goldboom, Christel Raibe; Va/b: Lutz Benter, Ilse Kann; IVa/b: Detlev Hansen, Ricarda Rickert; UIIIa/b: Rudolf Tyrell, Mechthild Gellinski.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.1960

 

Dienstag, 28. Juni 1960

Vogelschießen mit besinnlichem Ausklang

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Mit einer besinnlichen Kundgebung auf dem dichtgefüllten Marktplatz endete der fröhliche Tag des Oldesloer Vogelschießens, der nicht allein für die 2100 teilnehmenden Schulkinder ein Festtag war, sondern die ganze Kreisstadt in Feststimmung versetzt hatte. Im Angesicht der Fahnen der Landsmannschaften gedachte Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann der Brüder und Schwestern in der Zone und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es nicht mehr allzulange dauern möge, bis alle Deutschen in einem geeinten Vaterland in Frieden und Freiheit zusammenleben können.

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Zuvor hatte Dr. Tiedemann den Tausenden von Versammelten das neue Königspaar Jochen Michalowski (Stadtschule) – Der Forsche – und Gisela Kohse (Königin-Luise-Schule) – Die Liebliche – vorgestellt. Im Namen der Kinder dankte er allen Spendern und all denen, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Vogelschießens mitgeholfen hatten. „Sie alle haben gewiß ihren Lohn gefunden in dem Bewußtsein, ein Fest der Freude, ein wahres Volksfest, gestaltet zu haben.“

Daß es sein Volksfest war, bewies u.a. das große Interesse, das die Kreisstädter an den beiden Umzügen der Kinder am Vormittag und am Abend zeigten. Beide Male marschierten die geschmückten Jungen und Mädchen durch ein dichtes Spalier von Zuschauern. Die Häuser waren mit Laub geschmückt, die Straßen mit Fähnchengirlanden überspannt.

Auch bei den Spielen am Vormittag gab es viele Zuschauer. Die Wettkämpfe brachten nicht allein den Besten die Freude am Sieg, sondern allen teilnehmenden Kindern wertvolle Geschenke. Beim Königsschießen auf der Bühne des Naturtheaters gab es großes Hallo, als der 100. Schütze beim insgesamt 413. Schuß, der 14jährige Jochen Michalowski aus der achten Klasse der Stadtschule, den hölzernen Vogel herunterholte. Beim Vogelpicken war die 14jährige Mittelschülerin Gisela Kohse aus der Klasse 8c mit 29 Ringen am erfolgreichsten. Rektor Volkmann, in dessen Händen die Leitung des Festes lag, beglückwünschte die beiden zur Erlangung der Königswürde und überreichte ihnen wertvolle Preise.

Während sich beim Kindertanz am Nachmittag in den drei großen Zelten auf dem Exer und in neun Gasthöfen Mädchen und Jungen im Kreise drehten, wobei viele ihre ersten Schritte auf dem Parkett machten, tranken Muttis, Tanten, Väter und Onkel Kaffee und amüsierten sich, wenn bei Damenwahl ein resolutes Mädchen von einem schüchternen Jungen einen Korb bekam, wie es häufig der Fall war.

Der Hinweis Dr. Tiedemanns bei der Schlußkundgebung, daß Oldesloes Schutzpatron Petrus trotz schlechtesten Barometerstandes den Kindern eigens für ihr Fest Sonnenschein beschert habe, um sie nicht zu enttäuschen, erhält angesichts des heutigen Dauerregens volle Bestätigung.

Die Spielgruppensieger (Anm.: Ergänzung vgl. am 30. Juni 1960):

Königin-Luise-Schule:

Klasse 5a: Sabine Tietjens, Holger Benz; Klasse 5b: Doris Krotsch, Dietrich Müller; Klasse 6a: Inge Olufs, Peter Spieler; Klasse 6b: Ursula Reher, Felix Bartholl; Klasse 6c: Elke Pershon, Emil Richter; Klasse 6d: Ursel-Ute Moritz, Harald Gragen; Klasse 7a: Jürgen Reese; Klasse 7b: Birgit Hansen; Klasse 7c: Gisela Groth; Klasse 8c: Frauke Piechota, Uwe Borstelmann.

Klaus-Groth-Schule:

Spielgruppe 1a: Ruth Heibutzki, Udo Wiethölter; Spielgruppe 2a: Helga Nowack, Wilhelm Luck; Spielgruppe 3a: Gisela Klünder, Hans-Joachim Wahlen; Spielgruppe 4a: Christa Knels, Hartmut Sprung; Spielgruppe 5a: Gudrun Heer, Gerhard Bock; Spielgruppe 6: Ingrid Heer, Peter Wenzel und Spielgruppe 7, 8a/b Mädchen Bärbel Ladwig.

Stadtschule:

Klasse 1a: Dieter Pommerening, Christel Finnern; Klasse 1b: Gerd Timmermann, Monika Röpke; Klasse 1c: Rainer Colo, Rosemarie Walter; Klasse 2a: Klaus-Günter Kornel, Marita Schoer; Klasse 2b: Olaf Claussen, Marion Mallek; Klasse 2c: Uwe Böck, Angela Schütt; Klasse 2d: Ralf Nadolny, Margrit Böttcher; Klasse 3a: Burkhard Buchsteiner, Bärbel Barg; Klasse 3b: Hartmut Feddern, Monika Glass; Klasse 3c: Hans-Werner Lüke, Magdalene Schölermann; Klasse 4a: Bernd Hoos, Rosi Steen; Klasse 4b: Bernd Schröder, Gisela Rohwedder; Klasse 4c: Hubert Gröger, Franziska Grzechza, Klasse 5a: Karl-Heinz Erdmann, Dorothea Bernaisch, Klasse 5b: Rainer Sewe, Sylke Dose; Klasse 6: Wolfgang Kröger, Sylvia Grehm; Klasse 7: Horst Schlüter, Ursula Posselt; Klasse 8: Lothar Hahn, Ute Grebe.

Sonderschule:

Unterstufe: Christel Schöttler, Karl-Heinz Schmidt; Oberstufe: Wolfgang Ragowski, Gisela Galonska und Jürgen Wrana.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1960

 

Mittwoch, 29. Juni 1960

Es fiel uns auf…

… daß es für manche Leute nicht mehr selbstverständlich ist, beim Absingen des Deutschlandliedes den Hut vom Kopf zu nehmen. Diese traurige Feststellung war gestern beim Oldesloer Kindervogelschießen zu machen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1960

 

Mittwoch, 29. Juni 1960

Erinnerungsblatt

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Seit mehreren Jahren wird das Erinnerungsblatt, das jedem Teilnehmer an dem Oldesloer Kindervogelschießen zugleich mit dem Geschenk in die Hand gedrückt wird, von Schülern entworfen. Diesmal stammt es von Claus Goerke, Quintaner der Theodor-Mommsen-Schule. Während in den letzten beiden Jahren stilisierte Fahnenträger und Kinder mit Blumenbögen dargestellt waren, wählte er sich als Vorlage einen Vogel, dem er auf dem Heftdeckel mit Rechtecken und Dreiecken Gestalt gab. Als Claus hörte, daß sein Entwurf angenommen worden war, formte er sich in drolligem Übermut aus einem Stückchen Draht eine Brille und steckte sich dazu eine Papierzigarre in den Mund. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1960

 

Mittwoch, 29. Juni 1960

KLS-Stander

st. – Mit Wohlgefallen wurden gestern bei den Umzügen die neuen Stander der Königin-Luise-Schule beachtet. Sie zeigen auf weiß-blauem Grund die Buchstaben KLS und sind mit Wimpeln geschmückt Jede Klasse führte solch einen Stander mit sich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1960

 

Mittwoch, 29. Juni 1960

Alte Lehrer im Festumzug

st. – Ein kurzes Wiedersehen mit vier pensionierten Lehrkräften bot gestern der Festumzug der Schulkinder. In einer pferdebespannten Kutsche nahmen Fräulein Föcker, Heinrich Lemburg, Adolf Kühl und Paul Daden am Umzug teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1960

 

Donnerstag, 30. Juni 1960

Auch sie siegten beim Vogelschießen

st. – Ergänzend zu den gestern veröffentlichten Listen der Spielgruppensieger beim Vogelschießen gab uns die Mittelschule auf, daß in der Gruppe 5c Magda Barg und Uwe Niemeyer Königspaar wurden. Weitere Königspaare der Klaus-Groth-Schule sind: Gruppe 1b Knut Augustin, Renate Spies; 2b Heinrich Harms, Gabriele Lübcke; 3b Thomas Stäcker, Regina Gröger; 4b Hannelore Ramm, Hartmuth Hermann; 5b Wolfgang Hegewald, Marion Lierenz; 7, 8a/b Jungen Bodo Gloede.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.6.1960

 

Bis zum Jahr 1970