Sportstätten in Bad Oldesloe
Das Jahr 1961

 

Donnerstag, 26. Januar 1961

Noch kein Termin für Turnhalleneinweihung

st. – Wann die Turnhalle der Klaus-Groth-Schule benutzbar sein wird, ist noch unbekannt. Gegenwärtig sind die Fußbodenleger bei der Arbeit. Der Magistrat beschloß, den Platz vor der Turnhalle befestigen zu lassen. Der angrenzende Schulhof hat bereits eine feste Decke.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.1.1961

 

Mittwoch, 1. Februar 1961

Rohrbruch in der Turnhalle

st. – In den Vorräumen zur Turnhalle der Mittelschule entstand ein Rohrbruch, der glücklicherweise schnell bemerkt wurde. Wegen der Reparatur mußte das Turnen in der Halle bis Mitte dieser Woche gesperrt werden.

STOIRMARNER TAGEBLATT vom 1.2.1961

 

Montag, 13. Februar 1961

Turnhalle wird Sonnabend eingeweiht

st. – Am kommenden Sonnabendvormittag wird die Stadt die nunmehr fertiggestellte Turnhalle der Klaus-Groth-Schule einweihen. Den Ansprachen von Bürgermeister Barth, vom Schul- und Kulturausschußvorsitzenden Georg Schömer und von Schulrat Heitmann wird ein Schauturnen der Oberstufe folgen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1962

 

Sonnabend, 18. Februar 1961

Neue Turnhalle für Bad Oldesloe

vH. – An der Ecke Königsberger Straße/Feldstraße ist für 250.000 DM eine 26 mal 14 Meter große Turnhalle der Klaus-Groth-Schule entstanden, die nach neuesten Gesichtspunkten gebaut und mit einem Aufwand von 22.100 DM gut eingerichtet worden ist.

Sie hat einen dunkelbraunen, spielblanken doppelten Schwingboden aus Teakholz-Parkett erhalten. Auf ihm sind in verschiedenen Farben die Felder für Hand- und Korbballspiele gemalt. Die blauen Handballtore, über den die Korbballvorrichtungen angebracht sind, stehen vor gelben Stirnwänden. Die Seitenwände haben einen hellgrünen Anstrich erhalten. Alle Wände sind bis zu einer Höhe von vier Metern mit einem schlagfesten Wandbelag gestrichen, der auch größeren Beanspruchungen gewachsen ist. Die hellbraune Decke ist mit schallschluckendem Belag versehen. 36 in die Decke eingelassene Leuchtstoffröhren sorgen für eine blendungsfreie Beleuchtung. Tagsüber läßt jedoch eine großflächige, fast 20 Meter breite Fensterfront aus hochwertigem Sicherheitsglas ausreichend Tageslicht einfallen.

Die 367 Quadratmeter große Halle wird durch eine mit Leichtöl befeuerte Umlaufheizung ausreichend erwärmt. Sie kann im Sommer auch zur Kaltluftzufuhr eingesetzt werden. Eine Thermostatanlage sorgt für leichte Regulierung der Temperatur.

Die Turnhalle ist mit Kletterstangen und -tauen, Leitern und Ringen ausgestattet. Die Turngeräte wie Barren, Pferde, Böcke, Schwebebalken und Bodenturnmatten sind in einer geräumigen Seitenniesche untergebracht. Im Gerätezimmer liegt, übersichtlich angeordnet, eine große Anzahl von Bällen, Keulen und so weiter bereit.

Der Turnhallenneubau hat je einen Umkleide- und Waschraum mit Duschen für Jungen und Mädchen und hygienische Toilettenanlagen. Sämtliche sanitäre Räume haben Fliesenfußboden und 1,50 Meter beziehungsweise 2 Meter hohe Verfliesungen erhalten. Auch ein freundliches Lehrerzimmer ist eingerichtet worden. Die Nebenräume werden durch eine ND-Dampfheizung beheizt.

Die am Bau beteiligten Firmen haben mit ihrer soliden Arbeit für die Sportjugend der Kreisstadt eine vorbildliche Übungsstätte geschaffen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1961

 

Sonnabend, 18. Februar 1961

Stormarn ist führend im Turnhallenbau

Hiobsbotschaft bei der Oldesloer Einweihung: Landeszuschüsse gestoppt!

st. – „Mit herzlichem Dank übernehme ich diese schöne Turnhalle. Lehrer, Schüler und Eltern sind mit Stolz erfüllt, und den Stadtvätern sehr dankbar.“ Dies sagte Rektor Johannes Volkmann bei der feierlichen Einweihung der neuen Turnhalle in der Klaus-Groth-Schule.

Unter den vielen Ehrengästen sah man auch Landrat Dr. Wennemar Haarmann, Bürgerworthalter Willy Rosch, Schulleiter, Vertreter der Sportvereine und fast alle Stadtverordneten.

„Die Stadt hat mit diesem Turnhallenbau wieder einmal ihre Schulfreudigkeit bewiesen und zugleich den Willen zur Förderung der Leibesübungen gezeigt“, sagte Bürgermeister Hermann Barth. Er dankte dem Stadtbauamt für die Planung und Bauleitung.

Der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Georg Schömer, hob hervor, daß die Stadtvertretung und ihre Ausschüsse bei diesem Turnhallenprojekt ein Beispiel dafür gegeben hätten, wie einem solchen dringlichen Anliegen schnellstens, ohne bürokratische Hemmnisse entsprochen werden kann. „Also 1:0 für das Parlament. Aber leider sind wir noch nicht am Ende. Auf dem Schulsektor liegen uns noch am Herzen: der zweite Bauabschnitt für die Klaus-Groth-Schule, eine neue Turnhalle für die Stadtschule, eine neue Sonderschule, ein Werkraum für das Gymnasium, und die Mittelschulgebäude reichen auch nicht mehr aus.“

Schulrat Rudolf Heitmann überbrachte die Glückwünsche des Kultusministers Edo Osterloh und dankte der Stadt Bad Oldesloe für diesen Bau. Er teilte mit, daß der Kreis Stormarn vorerst keine Landeszuschüsse für den Turnhallenbau mehr bekomme. Sie seien für zwei Jahre gesperrt worden. „In Kiel ist aufgefallen, daß wir in Stormarn im Turnhallenbau gegenüber anderen Kreisen weitaus an der Spitze liegen.“

Bei einem Schauturnen zeigten dann die Jungen und Mädel, daß es eine wahre Freude ist, in dieser schönen Halle zu turnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1961

 

Dienstag, 21. Februar 1961

Es fiel uns auf

… daß mehrere Jungen und Mädel der Klaus-Groth-Schule beim Schauturnen anläßlich der Einweihung der neuen Turnhalle Armbanduhren oder sogar Ringe trugen. Nach einem ungeschriebenen Sportgesetz sollten beim Turnen Uhren und Ringe abgelegt werden, weil durch sie böse Verletzungen hervorgerufen werden können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1961

 

Dienstag, 21. Februar 1961

Noch keine Handballspiele in der neuen Turnhalle

rw. – Für alle Handballspieler gab es eine Enttäuschung, als bekannt wurde, daß man noch immer nicht in der neuen Halle der Oldesloer Klaus-Groth-Schule spielen darf. Da dem Bezirke gegenüber die einzelnen Meister für den Beginn der Aufstiegsspiele gemeldet werden müssen, andererseits aber noch kein Spiel der Rückrunde ausgetragen worden ist, bleibt dem Kreishandballverband Stormarn nichts anderes übrig, als alle Rundenspiele abzusetzen. Leider muß man nun dazu übergehen, die Meister in Form von Turnieren auszuspielen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1961

 

Freitag, 24. Februar 1961

Jugend wollte zuviel wissen

Stadtväter konnten 24 Fragen an einem einzigen Abend nicht beantworten

st. – Weitgespannt war der Bogen der Fragen, die auf dem von etwa 40 Jugendlichen besuchten Ausspracheabend des Arbeitskreises der Jugend im Festsaal der Kreisberufsschule den Oldesloern Stadtvätern gestellt wurden. Sie reichten vom Problem des Travegestankes und der Kritik an der Bezeichnung „Bad“ über den Wunsch nach einem in der Stadt liegenden Freibad bis zu Fragen wie: „warum sind die City-Busse aufgehoben worden?“ oder „was tut bald Oldesloe für den Ausbau zur Trabantenstadt?“.

Bürgerworthalter Willy Rosch, Bürgermeister Hermann Barth, die Stadträte Gustav Bomann, Carl Hoffmann, Bruno Rickert, Willy Mahrdt und Ernst Schröder und der Stadtverordnete Karl Gerlach standen, soweit es die Zeit erlaubte, Rede und Antwort. Der Bürgerworthalter gab seiner Freude über die Vielseitigkeit der Fragen Ausdruck. Lächelnd fügte er hinzu, daß er aus der Liste der 24 schriftlich formulierten Fragen den Eindruck gewonnen habe, die Jugend überschätze die Finanzkraft ihrer Stadt. Bad Oldesloe sei nicht reich.

Ein Vorstoß der VfL-Fußballjugend, vorgetragen vom Übungsleiter Wilhelm Stäcker, gegen das Verbot des Trainings mit dem Fußball in den Turnhallen war erfolgversprechend. Auf den Hinweis, daß in Hamburg kein solches Verbot bestünde und daß bei dem paarweisen Üben mit dem Ball unter Aufsicht erwachsener Leiter weder Fenster noch Wände in Mitleidenschaft gezogen würden, bat der Bürgermeister, ihm eine Hamburger Benutzungsordnung zukommen zu lassen. Er wolle dann die Wünsche der Fußballjugend beim Kultusministerium in Kiel vortragen.

Für die Instandsetzung der Spielfelder auf dem Exer wird die Stadt, wie Abgeordneter Gerlach zusagte, Geräte zur Verfügung stellen.

Kurz nach 22 Uhr brachen Diskussionsleiter Timmermann und OJR-Vorsitzender Stegert die Diskussion ab, damit „die Kinder“ rechtzeitig ins Bett kämen. Ein zweiter Ausspracheabend soll folgen. Das Thema „Trabantenstadt“ erfordert allein einen Abend. Nützlich wäre auch eine Führung zu den Sole- und Schwefelquellen, deren Vorhandensein den Jugendlichen weitgehend unbekannt war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1961

 

Freitag, 24. Februar 1961

Die Meinung des Lesers

War eine „graue Eminenz“ im Spiel?

Ein kluger Namenloser monierte in der Dienstag-Ausgabe unter „Es fiel mir auf …“ das Tragen von Uhren und Ringen bei einzelnen Teilnehmern eines Schauturnens. Er beruft sich auf ein ungeschriebenes Gesetz.

Diese Haltung ist typisch für den homo novus unserer Tage, ein Schreiber, der gerne zum Ausdruck bringt, was er alles weiß, jedoch nicht nach dem ungeschriebenen Gesetz handelt, auf das er sich beruft, lieber als graue Eminenz kritiksüchtig in der Masse untertaucht.

Er hätte den im Turnhallenbetrieb noch unerfahrenen Sportkollegen einen besseren Dienst erwiesen, wenn er sein Anliegen sachlich vorgetragen, bei seinem Geltungsbedürfnis dem Schulleiter davon Mitteilung gemacht hätte. Dieses Tun aber zeugt von Kritiksucht aus dem Hinterhalt und entbehrt jeglicher Fairness, wenn man bedenkt, daß der anonyme Schreiber geladener Gast war.

Ich verwende mich für die angegriffenen Kollegen, weil ich die Schwierigkeiten in der Ausbildung der Leibeserzieher, aber auch die Sorge um die Zusammenarbeit zwischen Schulsport und außerschulischer Sportarbeit kenne, die durch ein derartiges Verhalten keine Förderung erfährt, weil in Fällen unsportlicher Angriffslust die Fachlehrer sich auf ihre Schularbeit beschränken; Ähnliche „graue Eminenzen“ erschwerten bisher die Vereinsarbeit.

Wir nehmen zur Kenntnis, daß der Schreiber des Artikels in der Dienstag-Ausgabe nicht nur unfair. sondern auch unklug gehandelt und der gesamten Sportarbeit schadete.

Sollte es einer sein, bei dem es zum Sportpädagogen nicht gereicht hat?

Bernhard Nowak, Kreissportlehrer.

Herr Nowak irrt. Eine „graue Eminenz“ war bei unserer Veröffentlichung nicht im Spiel. Wir hielten es für unsere Pflicht, auf die Unfallgefahr hinzuweisen, die durch das Tragen von Uhren und Ringen beim Turnen entsteht. Da auch Herr Nowak diese Gefahr nicht bestreitet, können wir beim besten Willen nicht einsehen, wieso wir durch unseren warnenden Hinweis der Sportarbeit geschadet haben sollen. Die Redaktion.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1961

 

Sonnabend, 25 Februar 1961

Rowdys im Strandbad

st. – Jugendlich richteten in den letzten Tagen im Freibad am Poggensee nicht nur Unfug, sondern auch beträchtlichen Schaden an. Sie warfen Sitzbretter in den See, brachen Garderobenhaken ab und beschädigten Boote des Sportanglervereins.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1961

 

Montag, 27. Februar 1961

Fußballjugend harkte den Exer

st. – 40 Jugendliche des VfL traten am Sonnabendnachmittag, mit Harken versehen, auf dem Exer zu einem freiwilligen Arbeitsdienst an. Unter der Leitung des Fußballobmanns Herzog harkten sie von der Hälfte des Platzes 2 die Steine herunter und beseitigten kleine Unebenheiten. Gestern morgen konnten bereits die zweite Knaben und die erste Knaben auf dem Platz spielen. Am kommenden Mittwoch wird eine zweite Gruppe (Schüler und Knaben) unter Aufsicht von Übungsleiter Wilhelm Stäcker das Harken fortsetzen. Schieber und Walze will die Stadt zur Verfügung stellen. Dann hat der VfL noch zwei Wünsche: Die Stadt möge recht bald den Jägerzaunring um den Exer schließen, und die Jugend des TSV und des Post SV möge sich des dritten Platzes annehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.2.1961

 

Dienstag, 28. Februar 1961

Handball in der neuen Turnhalle

Am Wochenende spielten erstmalig alle Mannschaften des Kreishandballverbandes Stormarn in der neu erbauten Turnhalle der Oldesloer Klaus-Groth-Schule. Spielerinnen und Spieler waren begeistert von dieser schmucken Sportstätte, die die Stadt Bad Oldesloe der Jugend zur Leibeserziehung geschenkt hat. Erinnern wir uns, daß im Verlauf der letzten Jahre Turnhallen in Bargteheide, Lütjensee, Trittau und anderen Orten mehr erbaut wurden. In keiner dieser Hallen wird Hallenhandball gespielt. Warum eigentlich nicht?

Zwar konnte man den siebenten Spieler leider noch nicht einsetzen, aber nun braucht man nicht mehr zu improvisieren, sondern kann das Hallenhandballspiel in all seiner Schönheit vorführen. Deshalb sei der Stadt Bad Oldesloe und dem Rektor der Klaus-Groth-Schule gedankt für die Erlaubnis, daß in dieser Turnhalle auch Hallenhandball gespielt werden darf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1961

 

Donnerstag, 2. März 1961

An Schwimmbassin vorläufig nicht zu denken

st. – Als gute Idee bezeichnete Bürgermeister Barth auf dem Ausspracheabend des Arbeitskreises der Jugend die Anlage des Strandbades am Poggensee. „Wie hätten die 2000 Besucher, die das Strandbad an heißen Tagen hat, in der alten Flußbadeanstalt an der Trave untergebracht werden sollen?“ Leider sei es nicht möglich, die Flußbadeanstalt nebenbei offen zu halten, weil die Trave mehr und mehr verschlamme. „Selbstverständlich hat die Stadt vor, näher dem Zentrum ein Schwimmbassin zu bauen, und zwar hinter dem Planschbecken an der Trave flußaufwärts. Doch die Kosten hierfür sind enorm.“ Zudem gehöre nicht der ganze Grund und Boden dort der Stadt. Im gegenwärtigen Zeitpunkt sei an die Verwirklichung dieses Wunsches nicht zu denken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1961

 

Freitag, 3. März 1961

Naturtheater für jeden zu haben

st. – „Warum nicht mehr Veranstaltungen im Naturtheater?“ lautete eine der Fragen, die die Jugend auf ihrem Ausspracheabend mit Stadtvätern stellte. Stadtrat Mahrdt entgegnete, daß jeder Verein das Naturtheater haben könne. Es können dort beliebig viel Veranstaltungen – Konzerte, Boxen, Turnen oder andere sportliche Vorführungen – stattfinden. Die Stadt könne nur nicht mehr zu Veranstaltungen im Naturtheater jährlich 3000 bis 4000 Mark zuschießen. Operettenaufführungen mit großem Aufwand übersteigen wegen der hohen Kosten den Rahmen des Möglichen, zumal das Wetter jederzeit die Planung zunichte machen könne. Selbstverständlich werde die Stadt die Anlage weiterhin in Ordnung halten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1961

 

Dienstag, 25. April 1961

Die Meinung des Lesers

Was hat man mit unserem Exer vor?

Im Rahmen der Stadtplanung soll, wie man hört, die neue Umgehungsstraße vom Berliner Ring zum Pferdemarkt und von dort über den Exer und die Lorentzenstraße zur Hamburger Straße führen. Der Exer – das grüne Herz der Stadt –, der Turnplatz der Schulen und der Sportplatz vieler Mannschaften, würde somit den Verkehrsanforderungen zum Opfer fallen. Kann das die Absicht unserer Stadtväter sein?

Der Name des Einsenders ist der Redaktion bekannt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.4.1961

 

Mittwoch, 26. April 1961

Noch keine Beschlüsse

Antwort auf einen Leserbrief

st. – „Was hat man mit unserem Exer vor?“ auf diese in unserer Dienstagausgabe veröffentlichte Frage eines Lesers gab Bürgermeister Hermann Barth gestern Antwort.

Die Planungsgemeinschaft „Neue Stadt“ mit Professor Wortmann von der Technischen Hochschule Hannover an der Spitze hat auf Grund eines Planungsauftrages der Stadt Vorschläge ausgearbeitet, die sie kürzlich dem städtischen Planungsausschuß und dem Magistrat unterbreitete. Danach soll vom Pferdemarkt aus eine Entlastungsstraße für den innerörtlichen Verkehr am Nordrand des Exers vorbeiführen. „Dies ist ein Vorschlag. Es ist noch nicht untersucht, ob eine solche Trasse möglich wäre und wo sie gegebenenfalls entlangführen müßte. Hierüber sind auch keinerlei Beschlüsse gefaßt.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.4.1961

 

Donnerstag, 27. April 1961

Leider kein Bus zum Strandbad Poggensee

st. – Die Ostsee-GmbH hat der Stadt den Fahrplan für ihren demnächst beginnenden Stadtverkehr vorgelegt. Wie Bürgermeister Barth dazu mitteilt, erfüllt er nicht alle Wünsche des Magistrats, doch es wird sich erst zeigen müssen, wie die Bevölkerung den Stadtverkehr benutzen wird. Leider fehlen Fahrten nach dem Strandbad Poggensee. Die Stadt will versuchen, hier noch Abhilfe zu erwirken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1961

 

Freitag, 28. April 1961

Sorge um den Bürgerpark

st. – Auf seiner Sitzung im Theodor-Mommsen-Gymnasium äußerte der Elternbeirat der Schule ernste Bedenken gegen die Vorschläge der Planungsgemeinschaft „Neue Stadt“, Hannover, die im Auftrage der Stadt Pläne für das künftige Bad Oldesloe ausgearbeitet hat. Danach soll vom Pferdemarkt aus eine Entlastungsstraße für den innerörtlichen Verkehr am Nordrand des Exers vorbeiführen. Die Eltern sprachen sich entschieden gegen eine Preisgabe des Exers und die Durchquerung des Bürgerparks aus, weil diese als Sportplatz und grüne Lunge der Stadt unentbehrlich seien. Versammlungsteilnehmer sprachen die Hoffnung aus, daß die Stadtväter derartige Pläne in aller Öffentlichkeit diskutieren und hierzu die Meinung der Bürger hören mögen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1961

 

Sonnabend, 13. Mai 1961

Unterstützung für den Bademeister

st. – Auch in diesem Jahr will der Magistrat für das Strandbad Poggensee zur Unterstützung des Bademeisters eine Hilfskraft einstellen, damit die Aufsicht vor allem über die jugendlichen Badegäste sichergestellt ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.5.1961

 

Montag, 15. Mai 1961

Neues Wiederbelebungsgerät

st. – Für das Strandbad Poggensee wird die Stadt ein neues Beatmungsgerät zum Preis von 1330 DM erwerben. Das bisher von der DLRG benutzte Gerät stammt noch aus der alten Wehrmacht und kann nicht repariert werden, weil keine Ersatzteile mehr zu beschaffen sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.5.1961

 

Dienstag, 23. Mai 1961

16 Grad Wassertemperatur

st. – Infolge des kühlen Wetters war es während der Pfingstfeiertage im Strandbad Poggensee, das seit kurzem geöffnet ist, sehr still. 22 Besucher zählte Bademeister Hommes gestern; alle wagten sich ins Wasser. Es hat trotz der kalten Nächte immerhin schon 16 Grad Wärme.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.5.1961

 

Mittwoch, 24. Mai 1961

Bürgerpark-Straßenprojekt auf Eis gelegt

Gute Nachricht im Bürger- und Verkehrsverein – Vorsitzender Nickel wiedergewählt

st. – Erst kurz vor Mitternacht endete die Generalversammlung des Bürger- und Verkehrsvereins in „Wiggers Gasthof“. Nahezu drei Stunden nahm allein die Beratung der Satzungen in Anspruch, nachdem bei elf zu zehn mit nur einer Stimme Mehrheit die Eintragung ins Vereinsregister beschlossen worden war. Einmütig wählte die Versammlung den bisherigen Vorsitzenden Kaufmann Gerhard Nickel wieder. …

Das bedeutendste Ereignis im Jahre 1960 war der Saalneubau im „Oldesloer Hof“. Durch seine Vorarbeit hat der Bürger- und Verkehrsverein erheblichen Anteil daran, daß die Kreisstadt endlich einen modernen großen Saal bekommen hat. …

Zum Schluß gab Vorsitzender Gerhard Nickel der Besorgnis weiter Kreise Ausdruck, daß eine 16 Meter breite Straße durch den Bürgerpark gelegt werden könnte. Er wolle die Nachrichten darüber gern als Gerüchte betrachten und hoffe, daß die anwesenden Mitglieder des Stadtparlaments die Sorgen zerstreuen würden.

Stellvertretender Bürgerworthalter Paul Stein (SPD) bestätigte die Meldungen über den Plan. Die von der Stadt beauftragte Planungsgesellschaft „Neue Stadt“ aus Hannover habe einen solchen Vorschlag gemacht, und der Gedanke gewinne immer mehr an Gewicht. Man könne diese Dinge nicht vom Gefühl her sehen. Den Schulen und den Eltern dürfe er aber versichern, daß neue Sportplätze geplant werden müßten, ehe der Straßenbauplan weiterverfolgt werden könne.

Stadtrat Carl Hoffmann (CDU) erklärte als Vorsitzender des städtischen Planungsausschusses im Gegenteil zu seinem Vorredner: „Der Plan ist auf Eis gelegt!“ Er habe an der letzten Besprechung in Kiel teilgenommen und könne sagen, daß das Projekt, eine Straße durch den Bürgerpark an der Jugendheimseite zu führen, in den Hintergrund getreten sei.

Es könnte sich hier nur um eine Tangentenstraße handeln; als Umgehungsstraße der Bundesstraße 75 würde sie von Kiel nicht betrachtet, so daß mit Bundeszuschüssen nicht zu rechnen sei. „Die Kosten für eine neue Travebrücke schrecken ab!“ Dagegen sei die südliche Umgehungsstraße der Bundesstraße 75 in den Vordergrund gerückt.

Diese Feststellungen waren ein guter Ausklang der Versammlung; denn die Oldesloer wollen ihren Bürgerpark nicht für den Straßenbau anknabbern lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.5.1961

 

Donnerstag, 1. Juni 1961

Scharfe Kritik an der Stadtschulturnhalle

Eltern drängen auf Neubau – Protest gegen Straße über den Exer

st. – Auf einer Elternversammlung in der Stadtschule wurde Stadtrat Ernst Schröder zum Vorsitzenden des Elternbeirates und des Schulvereins gewählt. Zu Stellvertretern wählte die Versammlung außer Frau Rektorin Mohr die Elternvertreter Neitzel, Pohl und Frau Heinze. Die Schulleiterin dankte dem scheidenden langjährigen Vorsitzenden Dr. Clamann sehr herzlich und verwies darauf, daß die gründliche Renovierung der Schule mit auf seine Initiative zurückzuführen sei.

Eindringlich wies sie Raumnot der Schule hin. Weil die Klaus-Groth-Schule noch immer vier Klassenräume benutzen muß, ist die Stadtschule weiterhin zu Schichtunterricht gezwungen.

Als ganz besonders unwürdig und völlig unzureichend wurde der Zustand der alten Turnhalle bezeichnet. Der alte Bau verdiene bald nur noch die Bezeichnung Stall. Es könnte kaum verantwortet werden, die Kinder dort turnen zu lassen. Der Plan eines Turnhallenneubaues dürfe nicht weiter auf Eis liegen bleiben.

Besorgt wurde auch der nicht ganz aus der Welt geschaffte Plan, über den Exer eine Verkehrsstraße zu führen, diskutiert. Während in anderen Städten unter Aufwendung erheblicher Geldmittel Versuche unternommen werden, Grünflächen und Spielplätze im Stadtzentrum als Oasen des Friedens zu schaffen, scheinen in Bad Oldesloe unverständlicherweise die Bestrebungen in entgegengesetzter Richtung zu gehen. Der Elternbeiratsvorsitzende Schröder hatte volles Verständnis für die zum Ausdruck gebrachte Sorge um die Erhaltung des Exers. Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung wolle er bei Beratungen auf die in der Elternversammlung vorgebrachten erheblichen Bedenken hinweisen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.6.1961

 

Montag, 5. Juni 1961

Badesaison eröffnet

st. – Einen Rekordbesuch verzeichnete das Strandbad am Poggensee bei hochsommerlichem Wetter am Wochenende. Am Sonnabend tummelten sich 700 Badelustige in den noch etwas kühlen Fluten. Am Sonntag waren es sogar 1050. Heute früh hat Bademeister Hommes eine Wassertemperatur von 20,5 Grad gemessen. Leider nutzten auch sofort Diebe den Andrang aus. Es wurden sechs Geldbörsen gestohlen. Bademeister Hommes ist den Tätern schon auf der Spur.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1961

 

Dienstag, 6. Juni 1961

Strandbad mit kleinen Fehlern

Massenansturm erfordert einige Verbesserungen

st. – Das Strandbad Poggensee hat Hochsaison. Gestern zählte Bademeister Hommes 1144 Besucher. Leider sind die Einrichtungen des Bades, wie wir gestern feststellten, noch nicht saisonmäßig hergerichtet.

Auf einem Teil der Standes fehlt noch die Sandauflage. Wer hier ins Wasser hineingeht, nimmt unfreiwillig ein Moorbad. Sprungbretter sind noch gar nicht ausgelegt. Zumindest das Ein-Meter-Brett sollte angebracht werden; denn hierfür ist die Messung der Wassertiefe nicht notwendig.

Dringend erforderlich ist die Beseitigung von Unebenheiten auf der Liegewiese. Dort stürzte am Sonntag ein 13jähriger Junge beim Laufen, als er in eine kleine Vertiefung trat, und erlitt einen Armbruch.

Notwendig ist ferner die Erweiterung des Fahrradstandes, der in keiner Weise dem Massenansturm an warmen Tagen gewachsen ist.

Heute Vormittag betrug die Wassertemperatur bereits 21,5 Grad.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.6.1961

 

Sonnabend, 1. Juli 1961

1400 Besucher im Strandbad

st. – 1400 Oldesloer suchten gestern im Strandbad Poggensee Abkühlung von der sommerlichen Hitze. Heute Vormittag hatte das Wasser bereits 22 Grad.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.7.1961

 

Montag, 3. Juli 1961

Besucherrekord im Strandbad Poggensee

FOTO!!!!!

Das heiße Wochenende brachte dem städtischen Strandbad einen neuen Besucherrekord. Nachdem am Sonnabend bereits 1800 Badelustige gezählt worden waren, passierten am Sonntag genau 2104 Besucher die Sperre. Damit wurden alle bisherigen Rekorde geschlagen. Bemerkenswerter Weise überwog der Anteil der Erwachsenen am Sonntag zum ersten Male bei so hohen Besucherzahlen den der Jugendlichen. Auch Dänen und Holländer waren unter den Badegästen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.7.1961

 

Dienstag, 4. Juli 1961

DRK hilft dem Schwimmeister

st. – Das Deutsche Rote Kreuz hat zugesagt, in das Strandbad Poggensee an Tagen mit ungewöhnlich starkem Besuch Helfer abzuordnen. Sie können den Schwimmmeister entlasten, der am letzten Wochenende verschiedentlich bei leichteren Unfällen Verbände anlegen mußte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.7.1961

 

Sonnabend, 29. Juli 1961

Nur 20 Unentwegte

st. – Infolge des nassen und kalten Wetters ist trotz der Ferien seit Wochen stille Zeit im Strandbad am Poggensee. Nur etwa 20 Unentwegte – überwiegend Kinder – finden sich täglich zum Baden ein. Die Wassertemperatur beträgt gegenwärtig 17 Grad.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.7.1961

 

Montag, 21. August 1961

Darüber spricht man in Schleswig-Holstein…

Alarmmeldung aus Bad Oldesloe: Der in der Jugendarbeit seit Jahren vorbildliche Arbeit leistende VfL sieht sich möglicherweise gezwungen, den gesamten Jugendbetrieb einzustellen!

Weil keine Plätze mehr zur Verfügung stehen. Genauer gesagt: weil der Verein es nicht länger verantworten kann, daß die Jugend weiterhin auf den drei städtischen Plätzen auf dem „Exer“ spielt!

Denn das einzige, was diese sogenannten Plätze als Fußballspielstätten kenntlich macht, sind die Tore. Die Spielflächen befinden sich in einem unmöglichen Zustand. Reitturniere, Schützenfeste, Ausstellungen, Jahrmärkte, Zirkusse – alles geht auf diesen Plätzen über die Bühne. Von den Trampelpfaden quer über die „Plätze“ gar nicht zu reden. Bei Regenwetter finden die Jugendlichen einen Morast vor, bei Sonnenschein eine bessere Sandwüste.

Nun wollen auswärtige Mannschaften auf diesen „Stätten“ nicht mehr gegen den VfL antreten. „Das können wir unseren Jungen doch nicht zumuten! Die Gesundheit geht vor!“, so lauten die Kommentare. Und auf dem gleichen Standpunkt steht jetzt auch der VfL. Er wird seinen Sportbetrieb einstellen, wenn die Stadt sich nicht endlich rührt!

Schriftlich und mündlich ist der VfL bei der Stadt vorstellig geworden. Aber bisher hat sich nichts getan!

Unverständlich! Kann sich eine Stadt wie Oldesloe so etwas erlauben? Ist sie nicht verpflichtet, etwas für die erfreulich rege Oldesloer Sportjugend zu tun? Da kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln...

Das „Sport-Megaphon“ wird sich in den nächsten Tagen selbst einmal in Bad Oldesloe umsehen. Und dann weiter berichten.

SPORT-MEGAPHON vom 21.8.1961

 

Montag, 21. August 1961

Bad Oldesloe braucht bessere Sportplätze.

Exer in schlechtem Zustand – Keine Laufbahnen, keine Sprunggruben! Sportzeitung kritisiert

st. – Die Sportplatznot in der Kreisstadt beleuchtete Stadtrat Ernst Schröder (SPD) im Stadtparlament unter Hinweis auf kritische Auslassungen einer auswärtigen Sportzeitung. Der Exer befinde sich in einem derart schlechten Zustand, daß man es kaum noch jemand zumuten könne, dort Sport zu treiben.

In Bad Oldesloe spielen elf Herren- und 14 Jugendmannschaften Fußball; außerdem gibt es fünf Handballmannschaften. Dazu kommen 2000 Schulkinder, die zur Abhaltung der Sportstunden auf den Exer angewiesen sind. Dort gibt heute keine benutzbaren 50- oder 100-Meter-Laufbahnen und keine Sprunggruben. Die drei Spielfelder sind löchrig und steinig.

Das Stadion ist an den VfL verpachtet und dient vornehmlich dem Leistungssport.

„Bad Oldesloe ist im Begriff“, so meinte Stadtrat Schröder, „seinen Ruf als Sportstadt zu verlieren. Wir brauchen einen Ausweichplatz für Wochenmarkt, Zirkusgastspiele und Kreisturniere. Sie gehören nicht auf den Sportplatz! Wozu haben wir die schönen Umkleideräume gebaut, wozu haben wir das Jugendheim, wenn die Sportanlagen fehlen?“

Die Stadt hat, wie der Redner sagte, viel für die Jugend getan. Sie hat drei Turnhallen errichtet, fünf Spielplätze für die Kleinsten geschaffen und das Strandbad ausgebaut. „Nun ist es an der Zeit, für anständige Sportplätze zu sorgen!“ Zwischenruf von Bürgerworthalter Willy Rosch: „Also auf keinen Fall eine neue Verkehrsstraße durch den Exer, solange keine neuen Plätze zur Verfügung stehen!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.8.1961

 

Montag, 21. August 1961

Nicht durch die Schule beschädigt

st. – Im Stadtparlament fragte Stadtrat Rickert, wie es möglich sei, daß schon jetzt Reparaturen am Fußboden der erst im Februar ihrer Bestimmung übergebenen Klaus-Groth-Turnhalle nötig seien. Wie aus der Antwort hervorging, ist nicht die Schule daran schuld. In der Halle sind von anderer Seite offenbar Übungen durchgeführt worden, die zu den Beschädigungen führten und in Zukunft vermieden werden müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.8.1961

 

Mittwoch, 30. August 1961

Großer Badebetrieb

st. – Nach vielen Wochen zum ersten Mal wieder herrschte gestern nachmittag im Strandbad Poggensee Hochbetrieb. Etwa 1000 Badelustige tummelten sich im Wasser und am Strand. Heute morgen betrug die Wassertemperatur 19,5 Grad.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.8.1961

 

Donnerstag, 31. August 1961

Doch noch 30.000 Badegäste

st. – Gestern hat die Zahl der Besucher im Strandbad Poggensee mehr als tausend betragen. Infolge des guten Wetters während der letzten Tage ist die Gesamtzahl der Badegäste während dieses Sommers nun doch auf nahezu 30.000 gestiegen. Aber sie liegt noch immer niedriger als im Vorjahr. Heute vormittag betrug die Wassertemperatur 20 Grad.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.8.1961

 

Freitag, 22. September 1961

Vorarbeiten für Sportplatz

st. – Die Stadt plant seit langem die Anlegung eines Sportplatzes am Wendum. Er soll von der Klaus-Groth-Schule und einem der Oldesloer Sportvereine benutzt werden. Allerdings sind die Grundstücksverhandlungen noch nicht abgeschlossen. Um das Projekt zu fördern, hat der Magistrat jetzt einen Auftrag zur Bodenuntersuchung vergeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1961

 

Montag, 2. Oktober 1961

Darüber spricht man in Schleswig-Holstein…

In Oldesloe kann Fußball bald nur noch an der Theke gespielt werden...

Unsere Leser wissen, daß das „Sport-Megaphon“ vor Wochen schon einmal auf die unmöglichen Verhältnisse in Bad Oldesloe hingewiesen hat (auswärtige Vereine lehnen es ab, auf dem „Acker“ des Exer zu spielen!). Was ist inzwischen geschehen? Nichts!

Oder doch: der VfL Oldesloe hat schon verschiedene Spiele seiner elf Jugendmannschaften ausfallen lassen müssen, weil die beiden Plätze 2 und 3 auf dem Exer vom Kreisfußballverband Stormarn wegen ihres unmöglichen Zustandes gesperrt wurden. Jetzt wird der VfL sogar einige seiner Jugendmannschaften zurückziehen müssen! Und die Jugend wird – anstatt Sport zu treiben – auf den Straßen herumlungern und die Spielhallen bevölkern...

Der Magistrat der Stadt hat sich zwar mit dem Problem befaßt, aber sofortige Hilfe wurde nicht geleistet! Man will zur Ausbesserung dieser beiden Plätze gewisse Geldmittel zur Verfügung stellen, aber in Eigenarbeit soll der VfL dann alles selbst in Ordnung bringen. Man will außerdem später einmal in unmittelbarer Nähe der Klaus-Groth-Schule einen neuen Sportplatz anlegen!

Aber wann wird das sein? Was geschieht, wenn nun der einzige Spielplatz, der außer dem Travestadion noch zur Verfügung steht (für alle Mannschaften des VfL, Post SV und TSV 07!), der Exer-Platz 1, im Winter oder bei Regen verschlammt ist? Der ganze Fußballsport wird in Oldesloe dann nur noch an der Theke ausgetragen werden können!

Und die Stadt sieht tatenlos zu! Dabei sollte es doch eines der wichtigsten Anliegen der gewählten Magistratsmitglieder sein, etwas für den Sport, für die Jugend, also für die Gesundheit der Bürger, zu tun!

Der VfL Oldesloe macht für die Stadt durch das großartige Abschneiden seiner Amateurliga-Elf in ganz Norddeutschland Reklame. Der Magistrat aber spielt dem Oldesloer Sport einen bitterbösen Streich.

Oldesloe steht mit diesem schlechten Beispiel einmalig in der ganzen Bundesrepublik da. Sollte es wirklich keine Möglichkeit geben, alles in Vernunft, mit einer gewissen Aufgeschlossenheit der Jugend und dem Sport gegenüber zu regeln?

Will der Magistrat sich wirklich auslachen, durch die gesamte norddeutsche Presse ziehen lassen? Will er sich tatsächlich nachsagen lassen, unfähig zu sein?

SPORT-MEGAPHON vom 2.10.1961

 

Donnerstag, 5. Oktober 1961

Sportplatz am Kurpark

st. – Unmittelbar am Rande des Kurparks auf dem jetzigen Müllgelände an der Papierfabrik will die Stadt vordringlich einen Sportplatz anlegen. Wie Bürgermeister Hermann Barth mitteilte, soll es in erster Linie ein Sportplatz für die Stadtschule werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.10.1961

 

Mittwoch, 6. Oktober 1961

Kegelbahn im Bürgerpark?

Der Besitzer der Gaststätte „Am Bürgerpark“ hat bei der Stadt einen Bauantrag für eine vollautomatische Kegelbahn eingereicht. Wie Bürgermeister Barth dazu erklärte, müsse das Stadtparlament über diesen Antrag entscheiden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1961

 

Mittwoch, 6. Oktober 1961

Neue Tennisplätze

st. – Für die Anlage von zwei weiteren Tennisplätzen stellte die Stadt dem Tennis- und Hockey-Club Blau-Weiß ein Geländestück im Kurpark als langjähriges Pachtland zur Verfügung. Ein Teil des Geländes muß noch aufgeschüttet werden. Bisher verfügt der THC über vier Plätze.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1961

 

Donnerstag, 19. Oktober 1961

Sportplatzproblem beschäftigt die Stadt

st. – In der letzten Zeit ist an der Stadt wegen der Sportplatzverhältnisse zum Teil heftige Kritik geübt worden. Die Beanstandungen beziehen sich vor allem auf den Zustand des Exers. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat der Magistrat einen Betrag von mehreren hundert Mark für Planierungsarbeiten zur Verfügung gestellt. Seit langem erwägt die Stadt den Bau eines neuen Sportplatzes nicht nur für Vereinssportler, sondern auch für die Schulen. Der Verwirklichung stellen sich aber noch erhebliche Schwierigkeiten in den Weg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.10.1961

 

Montag, 30. Oktober 1961

Darüber spricht man in Schleswig-Holstein…

Oldesloer Stadtväter wollen den „Exer“ in Ordnung bringen!

In Bad Oldesloe hat man sich endlich gerührt.

Vertreter der Stadt haben sich jetzt von den unmöglichen Zuständen auf den Plätzen auf dem „Exer“ überzeugt und Sofortmaßnahmen beschlossen!

Diese Plätze sollen umgehend von der Stadt (und unter fachlicher Mitarbeit des VfL!) soweit in Ordnung gebracht werden, daß Jugendmannschaften auf zwei Grandplätzen wieder spielen können!

Es hat zwar reichlich lange gedauert, bis die Oldesloer Stadtväter sich zur Hilfestellung entschließen konnten, aber die Oldesloer Jugend ist froh, daß überhaupt etwas geschehen ist! Denn wie oft mußte sie in den letzten Wochen zu Hause bleiben, weil auf dem „Exer“ nicht gespielt werden konnte und der VfL deshalb die Punktspiele einfach absagen mußte!

Aber man muß es den Oldesloer Stadtvätern noch einmal ganz klar sagen: dieser Beschluß kann nur als „Hilfsmaßnahme“, als „Tropfen auf den heißen Stein“, gewertet werden! Die berechtigten Wünsche der Oldesloer Sportler sind damit noch längst nicht erfüllt!

Die Oldesloer Stadtväter sollten sich einmal umschauen, was in anderen Städten gleicher Größenordnung für den Sport getan wird! Oldesloe hinkt auf diesem Gebiet ganz weit hinterher!

Aber vielleicht wird die Stadt Bad Oldesloe jetzt, wo die Ligamannschaft des VfL so großartig herausgekommen ist und den Oldesloer Namen Sonntag für Sonntag weit über Schleswig-Holsteins Grenzen hinausträgt, ein wenig sportfreundlicher eingestellt...

SORT-MEGAPHON vom 30.10.1961

 

Donnerstag, 2. November 1961

1000 Mark für die Exer-Fußballplätze

st. – Für die Ausbesserung der Spielfelder auf dem Exer stellte der Magistrat 1000 Mark zur Verfügung. Wie Bürgermeister Hermann Barth erklärte, wird von der Stadt Kies angefahren. Die Sportler richten die Fußballplätze in Selbsthilfe her. In den letzten Tagen seien 30 Jugendliche bei der Arbeit gewesen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.11.1961

 

Montag, 6. November 1961

Fußballdebatte im Stadtparlament

Stadtverordnete gratulierte – Soll der Spitzenreiter in der Halle trainieren?

st. – Die CDU-Stadtverordnete Lisa Hayn lenkte im Stadtparlament die Aufmerksamkeit ihrer Kollegen auf die Erfolge der Amateurliga-Mannschaft des VfL. Sie sei, so sagte die Stadtverordnete, keine Fußballexpertin, aber eine Lokalpatriotin. Deshalb freue sie sich über den großen Sieg des VfL am letzten Sonntag. Es sei sehr zu begrüßen, daß die Mannschaft durch ihr gutes Abschneiden die Jugend für den Sport begeistere und sie dadurch von zweifelhaften Vergnügungen ablenke.

Es entspann sich dann eine regelrechte Fußballdebatte, die jedoch einen unerwarteten Verlauf vernahm. Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Stadtverordneter Georg Schömer (SPD), nahm nämlich die Gelegenheit wahr, sich mit Vorwürfen zu beschäftigen, die eine Lübecker Sportzeitung gegen die städtischen Körperschaften erhoben hatte. In dieser Zeitung war erklärt worden, daß die Oldesloer Stadtväter nur sehr geringes Interesse für den Sport zeigten. Der Stadtverordnete erklärte, daß sich am letzten Sonntag 4500 Zuschauer davon hätten überzeugen können, welch eine herrliche Sportanlage die Stadt in ihrem Stadion besitze. Die Stadt habe laufend erhebliche Aufwendungen für die Leibesübungen gemacht und tue dieses auch heute noch. In der von ihm genannten Sportzeitung sei rühmend verzeichnet worden, daß sich die Lübecker Stadtverwaltung dazu entschlossen habe, ihre Hallen den Vereinen kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Das tun wir seit Jahr und Tag, wir sprechen erst gar nicht davon.“ Statt unbegründete Anwürfe gegen die Stadt zu erheben, solle die Zeitung sich lieber richtig unterrichten.

Stadtverordneter Karl Gerlach (SPD) bedauerte, daß der Kulturausschuß der von Frau Hayn gerühmten Fußballelf die Benutzung einer Turnhalle zum Training verweigert habe. Der Ausschuß habe nicht einmal ein Probetraining zugelassen, das den Ausschußmitgliedern beweisen sollte, wie wenig eine Beschädigung der Halle zu fürchten sei.

Demgegenüber stellte sich Stadtverordneter Schömer auf den Standpunkt, daß die Turnhalle auch für Konditionstraining nicht geeignet sei. Es würde einen vorzeitigen Verschleiß der Halle mit sich bringen. Ein Probetraining sei überflüssig. „Wenn wir dabeistehen, passiert natürlich nichts. Dann wird kein Fußball getreten, das kommt aber später ganz von selbst.“ Es wäre ja auch erstaunlich bei jungen Leuten mit Temperament, wenn es anders wäre.

Stadtrat Ernst Schröder (SPD) hielt die Gummi- und Plastikbälle, die die Fußballmannschaft bei ihrem Training in der Halle verwenden wolle, für völlig ungefährlich. Wenn man in diesem Falle die Halle verweigere, so könne man sie auch nicht den Handball- und Tischtennisspielern zur Verfügung stellen. Der Stadtrat beklagte sich in diesem Zusammenhang über die Verständnislosigkeit der Schulleiter.

Der letzte Vorwurf wurde vom CDU-Stadtverordneten Studienrat Johannes Ludwig mit Nachdruck zurückgewiesen. Die Schulleiter hätten nicht nur großes Verständnis für die Leibesübungen bewiesen, sondern sie hätten sich auch in diesem Fall völlig korrekt verhalten. STORMARNER TAGEBLATT vom 7.11.1961

 

Montag, 6. November 1961

Bauplan für Sportplatzgebiet…

st. – Einstimmig genehmigte das Stadtparlament den Bebauungsplan für das Wendum-Gebiet. Es handelt sich um das Gelände im Anschluß an den geplanten Sportplatz, der zugleich als Vereins- und Schulsportplatz dienen soll. Das Bauamt wurde beauftragt, den Bauplan vorzubereiten. In drei- bis achtgeschossiger Bebauung sollen hier 160 Wohnungen entstehen. Umschlossen wird das Gelände im Süden von der Straße Wendum, im Westen von der rückwärtigen Seite der Grundstücke der Segeberger Straße, im Norden von der Breslauer Straße und im Osten von dem Grundstück Howe. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.11.1961

 

Montag, 6. November 1961

Kegelbahn gebilligt

st. – In nichtöffentlicher Sitzung genehmigte das Stadtparlament den Bau einer Kegelbahn im Bürgerpark. Diese Kegelbahn will der Besitzer der Gaststätte „Am Bürgerpark“ vollautomatisch errichten lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1961

 

Freitag, 10. November 1961

Die Meinung des Lesers

Fußballdebatte im Stadtparlament

Wir finden es recht sonderbar, wenn im Stadtparlament ausgerechnet vom Vorsitzenden des Kulturausschusses, Herrn Schömer, die von der Stadtverordneten Frau Hayn zum Ausdruck gebrachte Freude über die Erfolge der 1. Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe dazu genutzt wurde, sich anschließend mit den gegen die Stadtväter gerichteten Vorwürfen seitens einer Lübecker Sportzeitung zu beschäftigen. Diese Vorwürfe betrafen die Platzmisere auf dem Exer.

Eigentlich hätte man von Kultur- und Sportausschuß erwartet, daß dieser ein Wort der Anerkennung für die durch jahrelange, mühsame Arbeit erreichten Leistungen des jetzigen Tabellenführers gefunden hätte. Daran hatte Herr Schömer wohl nicht gedacht. Wenn er stattdessen die Vorwürfe der Sportpresse nun damit abtun will, daß sich beim Spiel gegen den Heider SV 4500 Zuschauer davon hätten überzeugen können, welch eine herrliche Sportanlage die Stadt in ihrem Stadion besitze und die Stadt auch laufend erhebliche Aufwendungen für die Leibeserziehung gemacht hätte und es heute noch täte, so sind es Argumente, die wir durchaus anerkennen, aber mit der Platzmisere auf dem Exer nichts zu tun haben.

Wenn Sonntag für Sonntag sich nicht nur die einheimischen, sondern auch zahlreiche auswärtige Gäste von dem vorbildlichen Zustand des Travestadions überzeugen können, ist es in erster Linie dem VfL Oldesloe (Fußballabteilung) zu verdanken, der diese Sportanlage von seinen Geldern unterhält.

Unerklärlich bleibt für uns, daß eine Turnhalle für Konditionstraining der Fußballelf nicht geeignet sein soll. Wird eine Halle durch dieses Training mehr als von dem Herumspielen einer Schulklasse von 40 Kindern beansprucht? Wir sind glücklich, daß die sporttreibende Jugend durch ihr Temperament zum Ausdruck bringt, wie sehr ihr an einer in der Freizeit sinnvoll gelenkten Leibesertüchtigung gelegen ist.

Der VfL-Vorstand dankt der Stadtverordneten Frau Hayn für ihre sportlichen Worte und begrüßt dankbar, daß die Stadtverordneten Gerlach und Schröder in der Frage der Hallenbenutzung für die Fußballjugend eine freundliche aufgeschlossen Haltung gezeigt haben.

VfL Oldesloe von 1862 e.V., Der Vorstand – Walter Busch.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1961

 

Sonnabend, 11. November 1961

Soll der Bürgerpark angetastet werden?

st. – Der Bürger- und Verkehrsverein plant für Januar einen öffentlichen Ausspracheabend über städtische Probleme. Man denkt an eine Erörterung von Planungskomplexen, wie etwa die projektierte Umgehungsstraße durch den Bürgerpark, und hofft, diese Fragen möchten ein so lebhaftes Echo finden, daß die Veranstaltung im Saal des „Oldesloer Hofs“ stattfinden kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.11.1961

 

Sonnabend, 11. November 1961

Die Meinung des Lesers

Klarstellung zur Fußballdebatte

Der VfL Oldesloe von 1862 e.V. findet es recht sonderbar, daß ich die anerkennenden Worte der Stadtverordneten Frau Hayn über die sportlichen Leistungen der 1. Amateurliga-Elf des VfL Oldesloe zum Anlaß genommen habe, die unberechtigten Vorwürfe einer Lübecker Sportzeitung gegen die Stadtvertretung zurückzuweisen.

Nun – Frau Hayn hat allen Stadtvertretern aus dem Herzen gesprochen, auch mir. Das ging aus der Debatte klar hervor, weiterer Worte bedurfte es nicht.

Herr Busch – Vorsitzender des VfL – hat recht: Die Vorwürfe der Sportzeitung betrafen die Platzmisere auf dem Exer. Darüber hinaus aber wurde zum Ausdruck gebracht, und zwar in sehr heftigen Worten, daß die Stadtvertretung kein Verständnis für die sportlichen Belange der Vereine hätte, daß sie die Jugend geradezu wegen des Fehlens geeigneter Sportanlagen in die Spielhöllen triebe und was der Vorwürfe mehr waren.

Diese Vorwürfe sind im höchsten Maße ungerecht. Die Sportzeitung hat keine anerkennenden Worte gefunden, daß die Stadt ein von ihr geschaffenes vorbildliches Stadion aufzuweisen hat, daß in den letzten Jahren zwei Turnhallen neu erbaut wurden, die auch den Sportvereinen zugutekommen, daß sie sich weiter bemüht, neue Sportanlagen zu schaffen, so in der Nähe der Klaus-Groth-Schule und auf dem Gelände der Papierfabrik. Die Sportzeitung hat in einem anderen Artikel die Stadt Lübeck rühmend erwähnt, daß die dortigen Turnhallen der Schulen nunmehr unentgeltlich auch den Turn- und Sportvereinen zur Verfügung gestellt werden. Sie hat nicht erwähnt, daß die Stadt Bad Oldesloe schon seit vielen Jahren solches tut.

Die anteiligen Kosten, die die Vereine durch kostenlose Überlassung der Turnhallen einschließlich Licht-, Heizungs- und Reinigungskosten der Stadt verursachen, betragen jährlich 10.000 DM. Sie werden von der Stadt getragen.

Weiter: Herr Busch sagt, der vorbildliche Zustand des Travestadions ist in erster Linie dem VfL zu verdanken, der diese Sportanlage von seinen Groschen unterhält. Dem VfL ins Gedächtnis: Die Stadt verzichtet seit mehr als zehn Jahren auf die ihr nach dem Pachtvertrag zustehenden sogenannten „Sportgroschen“. Das macht für die letzten Jahre rund 20.000 DM aus. Die Stadt tut das, um dem VfL die Instandhaltung des Stadions, zu der er vertraglich verpflichtet ist, zu erleichtern.

Dazu kommen die aus dem Etat ersichtlichen Aufwendungen für die Sportförderung: 1961 rund 8800 DM, 1960 knapp 9400 DM. Für 1962 sind erheblich höhere Aufwendungen vorgesehen, allein die Unterhaltung des Sporthauses (Stadion), Unterhaltung der Sportanlagen, Beihilfen zur Förderung des Jugendsports schon mehr als 10.000 DM. Die Kosten für die Schaffung neuer Sportanlagen sind dabei nicht erwähnt (ebensowenig die Kosten der Turnhallen-Neubauten und Instandsetzungen in den vergangenen Jahren).

Wenn bei allen diesen Bemühungen die Fußballplätze auf dem Exer zu kurz gekommen sind, so liegt das nicht an dem guten Willen der Stadtvertretung, sondern die Grenzen liegen in den finanziellen Möglichkeiten.

Und nun noch das Fußballspielen in den Turnhallen. Der Schul- und Kulturausschuß hat im Einvernehmen mit den Schulleitern keine Einwendungen gegen sogenanntes Konditionstraining in den Turnhallen. Unter Konditionstraining seien Bodenübungen, Lockerungsübungen und dergleichen verstanden – aber bitte ohne Ball. Nach den bisher gemachten Erfahrungen lehnen es die Schulleiter, die verantwortlich sind für ihre Turnhallen, strikt ab, irgendein Balltraining zuzulassen, jedenfalls für die Fußballsparten der Vereine. Leider haben die Herren Schulleiter dafür triftige Gründe. Im übrigen befinden wir uns mit dieser Maßnahme im Einvernehmen mit anderen Städten, die ebenfalls das Fußballspielen und Fußballtraining in ihren Schulturnhallen nicht zulassen – einschließlich Hamburg. Aus der Tatsache, daß das Handballspielen in unseren Hallen zugelassen ist, ist zu erkennen, wie weit das Verständnis der Schulleiter und des Schulausschusses für die sporttreibende Jugend geht. Weitere Zugeständnisse können mit dem besten Willen in dieser Richtung nicht gemacht werden.

Zum Schluß möchte ich noch ganz besonders die 1. Amateurliga-Elf des VfL zu den bisherigen Erfolgen beglückwünschen, ich erkenne diese Leistungen besonders hoch an, weil sie auch ohne Training in den Turnhallen erzielt wurden.

Georg Schömer, Stadtverordneter und Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses der Stadt Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.11.1961

 

Donnerstag, 16. November 1961

Die Meinung des Lesers

VfL Oldesloe antwortet der Stadt

Zu den Äußerungen des Stadtverordneten und Vorsitzenden des Schul- und Kulturausschusses der Stadt Bad Oldesloe, Herrn Schömer, in seinem Leserbrief vom 11. Nov. 1961 bedarf es seitens des Vorstandes des VfL Oldesloe einer Klarstellung:

Herr Schömer schreibt u.a.: „Die Stadt verzichtet seit mehr als zehn Jahren auf den sogenannten „Sportgroschen“, was für die letzten Jahre rund 20.000 DM ausmacht. Die Stadt tut das, um dem VfL Oldesloe die Instandhaltung des Stadions, zu der er vertraglich verpflichtet ist, zu erleichtern.“

Fest steht folgendes: Es handelt sich nicht um den „Sportgroschen“, sondern um den „Stadiongroschen“. In dem zwischen der Stadt Bad Oldesloe und dem VfL Oldesloe abgeschlossenen Pachtvertrag wurde festgelegt, daß 70 Prozent des Stadiongroschenaufkommens für die Instandhaltung und Verbesserung des Strohdachhauses aufgewandt werden müssen, aber nur 30 Prozent der Unterhaltung der Sportanlage dienen. Die Höhe dieses Aufkommens ist abhängig von der Zuschauerzahl, das heißt: Je höher der Leistungsstand der 1. Amateurliga ist, desto größer ist das Aufkommen. Wer also trägt den Hauptanteil an der laufenden Unterhaltung und sorgsamen Pflege des Stadions?

Zusätzlich zu diesen 30 Prozent, die der Stadt zur Verfügung gestellt werden, hat der VfL für die vorbildliche Instandhaltung des Travestadions in den letzten Jahren aus den Beiträgen seiner Mitglieder, aus Einnahmen der Ligaspiele und aus Zuschüssen folgende Summen nach Angaben des VfL-Schatzmeisters ausgegeben:

1955/56

765,44 DM

1956/57

2.865,05 DM

1957/58

6.008,11 DM

1958/59

4.196,93 DM

1959/60

8.283,35 DM

bis 31. Okt. 1961

5.938,22 DM

insgesamt:

28.057,10 DM

Demgegenüber weist das Stadiongroschenaufkommen folgende Zahlen aus:

1955/56

737,90 DM

1956/57

538,37 DM

1957/58

1.370,45 DM

1958/59

1.759,25 DM

1959/60

2.042,75 DM

bis 31. Okt. 1961

1.379,25 DM

insgesamt:

7.827,97 DM

Anläßlich einer Aussprache zwischen Herrn Bürgermeister Barth und Vorstandsmitgliedern des VfL Oldesloe (Anfang Okt. 1961) wurde in der Frage der zukünftigen Handhabung des Verteilerschlüssels (30 Prozent Stadionanlage, 70 Prozent Strohdachhaus) durch das Entgegenkommen seitens der Stadt eine für den VfL bessere Lösung gefunden.

Der VfL und seine fast 1300 Mitglieder verkennen nicht, daß die Stadt im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel für die Belange der Jugend neue Turnhallen schuf und für Umkleideräume auf dem Exer sorgte. Hinsichtlich der Plätze auf dem Exer hätte aber sicherlich rechtzeitiger eine zufriedenstellendere Lösung gefunden werden können. Unsere Fußballabteilung hat infolge der schlechten Platzverhältnisse auf dem Exer nicht nur Jugendspiele absagen, sondern auch Jugendmannschaften aus dem Punktspielbetrieb zurückziehen müssen. Auch der Kreisfußballverband Stormarn erklärte die Plätze 2 und 3 auf dem Exer für unbespielbar. Diese Tatsache mußte dann einfach öffentliches Ärgernis erregen.

Der VfL-Vorstand distanziert sich von Äußerungen der Sportpresse, wonach die Fußballjugend durch diese Platzmisere in Spielhöllen getrieben oder nur an der Theke anzutreffen wäre.

Zur Frage der Hallenbenutzung: Dem VfL liegt ein Auszug der Hansestadt Hamburg vom 1. Februar 1958 über die Mitbenutzung von Turnhallen und Gymnastikhallen vor. Darin heißt es unter Ziffer 12: „Fußball-, Handball- und Hockeyspiele sind in den Hallen grundsätzlich verboten. Lediglich balltechnische Übungen sind gestattet.“

Um die Ausübung dieser balltechnischen Übungen ging es dem VfL Oldesloe.

VfL Oldesloe von 1862 e.V., Der Vorstand – Walter Busch.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.11.1961

 

Montag, 27. November 1961

Stadtparlament zieht in die Aula

Planer Professor Wortmann über das Oldesloe der Zukunft

st. – Die nächste Sitzung des Stadtparlaments wird am 18. Dezember in der Aula des Theodor-Mommsen-Gymnasiums stattfinden. Damit soll allen interessierten Bürgern Gelegenheit gegeben werden, die Ausführungen des Leiters der Arbeitsgemeinschaft „Neue Stadt“ Hannover, Professor Wortmann, über die von ihr ausgearbeiteten Stadtplanung zu hören, die u.a. das Durchschneiden des Bürgerparks durch eine Ringstraße vorsieht.

Stadtverordneter Wilhelm Heick (FDP) vertrat den Standpunkt, daß es angebracht wäre, vorher eine öffentliche Bürgerversammlung abzuhalten, um die Stimmung und Meinung zu der Planung zu erfahren.

Bürgerworthalter Willy Rosch widersprach diesem Vorschlag: „Dafür sind wir gewählt, dafür genießen wir das Vertrauen unserer Bürger. Es ist unsere Sache, die Entscheidung zu treffen.“

Stadtbaumeister Walter Heinemann wies darauf hin, daß es sich bei der Feststellung des Flächennutzungsplanes, die für die Sitzung am 18. Dezember vorgesehen sei, nur um einen Vorbeschluß handele. Der Plan müsse dann öffentlich ausgelegt werden, und es könnten Einsprüche erfolgen. In einer neuen Sitzung sei dann ein endgültiger Beschluß zu fassen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.11.1961

 

Mittwoch, 6. Dezember 1961

Die Meinung des Lesers

Erhaltet den Oldesloer Bürgerpark!

In Ihrer Ausgabe vom 28. November lese ich unter der Überschrift „Stadtparlament zieht in die Aula“, dass Herr Professor Wortmann, der die Stadtplanung von Bad Oldesloe vornimmt, eine Durchschneidung des Bürgerparkes durch eine Ringstraße vorsieht. Über diesen Vorschlag war ich als alter Oldesloer, der seine Heimatstadt sehr liebt und immer wieder in sie zurückkehrt, ehrlich entsetzt, bestürzt und erschrocken.

Gewiß, Oldesloe zeigt eine geradezu unwahrscheinliche und stürmische Entwicklung. Ganze Stadtviertel entstehen, der Verkehr in der Innenstadt nimmt beängstigende Formen an, und einer großzügigen Planung muß sicher das Wort geredet werden. In Bürgerpark zu durchschneiden ist aber für meine Begriffe etwas, was die alten Oldesloer ganz entschieden ablehnen sollten.

Wir leben in einer Zeit des ständig gesteigerten Tempos, der Hetze, des maßlos zunehmenden Verkehrs. Als Arzt sehe ich täglich in meiner Sprechstunde, wie die Menschen immer nervöser und gehetzter werden. Da hat nun Oldesloe mit seinem Bürgerpark, der sehr zentral liegt und von allen Stadtteilen gut zu erreichen ist, eine einmalige Chance, eine ruhige Erholungsfläche für seine Bürger und insbesondere auch für seine Kinder zu erhalten. Hinzu kommt noch, daß diese Erholungsfläche rings von Wasser umgeben ist. Ein idealeres Erholungsfeld kann man sich kaum denken. Da die Stadt ja laufend wächst, reichen sicher die Sportplätze, wie sie zur Zeit vorhanden sind, für die Jugendlichen nicht aus, sind auch für meine Begriffe in keinem guten Zustand, wenn man vom Stadion absieht.

Möge man sich doch rechtzeitig besinnen um diesen schönen Bürgerpark zum Teil als Sportstätte ausbauen und den anderen Teil allen Bürgern von Oldesloe als einen ruhigen Zufluchtsort erhalten, in dem sie sich ergehen können, ohne von der Hast und Unrast des Verkehrs gefährdet zu sein.

Legt man eine Straße durch den Bürgerpark, dürfte es für alle Zeiten mit diesem zentral gelegenen Erholungsort der Stadt Bad Oldesloe vorbei sein und vieles Traditionelle, welches die Bürger von Oldesloe mit den Bürgerpark verbindet, endgültig vernichtet sein.

Möge der Stadtparlament dieses recht Bedenken, und mögen die Entschlüsse weitspannend für die Zukunft und das Beste für die Bürger Oldesloes bedeuten. Die Durchschneidung des Bürgerparkes wäre aber sicher nicht die günstigste Lösung.

Ich selber wohne gar nicht mehr in Oldesloe, bin aber nach wie vor mit meiner Heimatstadt aufs engste verbunden und gedenke auch später dahin zurückzuziehen.

Dr. med. Greve, Leitender Arzt der Medizinischen Abteilung am Kreiskrankenhaus Stolzenau/Weser.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1961

 

Sonnabend, 16. Dezember 1961

Muß der Bürgerpark Verkehrsopfer werden?

Für und wider die Tangentenstraße – Professor Wortmann vor dem Stadtparlament

st. – Bei einem Vergleich mit anderen holsteinischen Städten schneidet Stormarns Kreisstadt in einem Punkte nicht sonderlich gut ab. Wenn es um reizvolle Anziehungspunkte geht, die dem vom Alltag ermüdeten Einwohner eine Labsal für Auge und Lungen bieten, so sind unsere Nachbarstädte weit im Vorteil. Müssen wir nicht die in herrliche Seenlandschaften eingebetteten Bad Segeberg, Eutin, Ratzeburg und Mölln beneiden? Bad Oldesloe kann nur auf den Kurpark und den Bürgerpark verweisen. Fast möchte man sagen: wenig aber herzlich. Und nun ist auch noch der Bürgerpark in Gefahr!

In höchster sogar, denn das Stadtparlament ist im Begriff, ihn dem Verkehr zu opfern. Das mag etwas überspitzt formuliert sein, trifft aber den Kern der Sache. Am kommenden Montag wird Professor Wortmann, Leiter der Planungsgesellschaft „Neue Stadt“, Hannover, in einer öffentlichen Stadtverordnetensitzung im Theodor-Mommsen-Gymnasium den Flächennutzungsplan erläutern, der die Bahnen für die Entwicklung Oldesloes vorzeichnet.

Bestandteil dieses Planes ist eine Tangentenstraße, die in Fortsetzung des Berliner Ringes über den Pferdemarkt und eine neue Travebrücke geleitet wird und in die Lorentzenstraße mündet. Das Anschlußstück trifft dann vor dem neuen Friedhof auf die B 75.

Nach allem was man gehört hat, versprechen sich die Planer von dieser neuen Straße eine Entwirrung des innerörtlichen Verkehrs, die dringend zu wünschen ist. Auf Grund der seinerzeit von der Planungsgesellschaft vorgenommenen Verkehrszählung glaubt man annehmen zu können, daß diese Tangentenstraße weit überwiegend von Fahrzeugen mit dem Kennzeichen OD benutzt werden würde. Die Hannoveraner und die Befürworter ihrer Vorschläge meinen, diejenigen Kraftfahrer, die in der „City“ zu tun haben, würden die überfüllten Straßen, in denen sie nur schwer einen Parkplatz finden, meiden und nach der Tangentenstraße ausweichen. Sie könnten dann ihre Wagen im Bürgerpark abstellen und zu Fuß ihre Besorgungen in den Hauptverkehrsstraßen erledigen.

Wir glauben kaum, daß die Tangentenstraße ein Allheilmittel gegen die Überlastung der Innenstadt darstellt, aber der Vorschlag ist ernstzunehmen und würde wahrscheinlich auch von der Einwohnerschaft ohne weiteres akzeptiert werden, wenn nicht der für sie zu zahlende Preis ausgerechnet der Bürgerpark wäre. Viele meinen, daß dieser Preis einfach zu hoch sei.

Die Gegner des Straßenprojektes sagen:

  • Wenn erst der Verkehr über den Exer braust und Lastzüge über ihn hinwegdonnern, ist der Bürgerpark nicht mehr die Oase der Stille, die er trotz Wochenmarkt, Fußballspiel und Parkplätzen heute noch darstellt. Er verliert seinen Charakter als Erholungs- und Sportstätte.
  • Die Anlagen zwischen Schützenstraße und Traveufer bilden eine organische Einheit mit dem Bürgerpark. Sie werden nicht nur erheblich abgewertet, sondern durch die Straßenführung direkt betroffen.
  • Sport auf dem Exer in der unmittelbaren Nachbarschaft der an der Jugendheimseite befindlichen Ringstraße ist nur bei Vorhandensein einer unübersteigbaren Absperrung möglich. Der Weg von den Umkleideräumen, die vor einigen Jahren geschaffen wurden, zum Exer führt über die Straße! Fußballspiel verbietet sich von selbst, da ein auf die Straße fallender Ball ein schweres Unglück verursachen könnte.
  • Ohne untersuchen zu wollen, warum dies so ist, steht fest, daß der Schul- und Vereinssport in Bad Oldesloe stiefmütterlich behandelt wird. Er kann nicht völlig auf die Turnhallen verwiesen werden. Das Travestadion ist mehr oder weniger dem „Zuschauersport“ vorbehalten und fällt deshalb für den Schul- und Vereinssport praktisch fast aus. Zwar ist der Exer kein Sportplatz, sondern höchstens Sportplatzgelände, solange aber keine großzügigere Sportplanung der Stadt als bisher zu erkennen ist, wäre es verständlich, wenn Schulen und Sportvereine gegen das Straßenprojekt protestieren.
  • Es gibt noch andere Einwände, zum Beispiel der Hinweis auf die Häuser, die der Tangentenstraße Platz machen müßten, und auf die schmale Fahrbahn der Lorentzenstraße.
  • Mehr ins Gewicht fallen Ansichten von Leuten mit großer Verkehrserfahrung, die nicht recht daran glauben, daß die Oldesloer Kraftfahrer tatsächlich nach der Tangentenstraße ausweichen würden. Sie sind der Ansicht, man könne die gewünschte Entlastung schon erzielen, erklärte man den Straßenzug Salinenstraße – Kurparkallee – Reimer-Hansen-Straße – Berliner Ring zur B 75 und machte man die Hagenstraße in Richtung Markt und die Hindenburgstraße in Richtung Mühlenstraße zu Einbahnen. Die neue Straße brächte zwar Einfädelungsmöglichkeiten für den Verkehr in die Segeberger Straße, Schützenstraße und Grabauer Straße, zugleich aber an eben diesen Kreuzungen auch neue Gefahrenpunkte ähnlich denen auf der Nordsüdstraße B 404.

Nun, Professor Wortmann hat Gelegenheit, seinen Plan zu begründen und sich mit den vorstehenden Argumenten auseinanderzusetzen. Verkehrsplaner müssen ihrer Zeit voraus sein und haben es deshalb mit ihren Zeitgenossen häufig schwer. Leider stellt es sich erst später heraus, ob sie das richtige Rezept empfahlen. Da auch der Kreis der Tangentenstraße zustimmt, darf man annehmen, daß Professor Wortmann gewichtige Gründe ins Feld führen kann. Was man bisher hörte, war in keiner Weise überzeugend. Eben deshalb ist die interessierte Öffentlichkeit auf des Professors Vortrag so gespannt.

Vielleicht würde schon die nächste Generation über unsere Kurzsichtigkeit spotten, bauten wir die Tangentenstraße nicht. Vielleicht verstünde aber auch eine spätere Zeit nicht, warum die Planer keinen anderen Ausweg wußten, als eine der beiden grünen Lungen „Bad“ Oldesloes zu opfern. Kurpark und Bürgerpark würden selbstverständlich in dem Oldesloe der Zukunft erhalten bleiben, erklärte der Stadtbaumeister in einem Vortrage über die Stadtplanung. Aber das ist schon lange her. Zweieinhalb Jahre. W.M.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.12.1961

 

Montag, 18. Dezember 1961

Oldesloes Stadtparlament sagt ja zum Nordring

Bei fünf Stimmenthaltungen – Professor zeichnete ein Bild der Zukunftsstadt

st. – Das Stadtparlament stimmte in der Aula des Theodor-Mommsen-Gymnasiums dem von der Planungsgesellschaft „Neue Stadt“, Hannover, entworfenen Flächennutzungsplan, der u.a. eine durch den Bürgerpark führende Ringstraße vorsieht, bei fünf Stimmenthaltungen zu. Nach Veröffentlichung dieses Beschlusses wird der Plan vier Wochen öffentlich ausgelegt werden, um den Einwohnern Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Erst dann erfolgt die endgültige Beratung und Beschlußfassung durch das Stadtparlament. Als übergeordnete Instanz muß eventuell das Sozialministerium in Kiel über Einsprüche entscheiden.

Das starke Interesse der Einwohnerschaft an dem Beratungsgegenstand zeigte sich nicht nur an dem guten Besuch der Sitzung, sondern auch in Beifalls- und Mißfallenskundgebungen aus dem Zuhörerraum.

Bürgerworthalter Willy Rosch erteilte zunächst Professor Wortmann das Wort, der den Flächennutzungsplan im Auftrage der Stadt zusammen mit Architekt Hübotter, Bauingenieur Masuch und Architekt Lesniewski aufgestellt und mit allen zuständigen Stellen abgesprochen hat. An Hand von Lichtbildern erläuterte der Referent die Ergebnisse der planerischen Arbeit, bei der auch Untersuchungen von Professor Dr. Wehner, Professor Kehr und Professor Tüxen benutzt wurden.

Der Flächennutzungsplan ist auf eine Erweiterung von mindestens 25.000 Einwohner ausgerichtet, und zwar soll sich die Entwicklung in einem Radius von nicht mehr als zwei bis drei Kilometer um den Stadtkern vollziehen. Das Stadtgebiet soll so übersichtlich bleiben, daß auch dem Fußgänger jedes Ziel erreichbar bleibt.

Professor Wortmann betonte die Absicht, das historische Stadtzentrum in seiner wirtschaftlichen Bedeutung zu erhalten. Die künftige Bebauung wird nach dem Plan durch Abrundung und durch Ausbau in vier zusammenhängenden größeren Wohngebieten im Westen und Norden erfolgen. In den Wohnbereichen sind kleinere Versorgungszentren vorgesehen mit Schulen, Kindergärten, Kirchen, Sportanlagen und Ladengruppen. Um 25.000 Einwohner zu erreichen, wären 4000 neue Wohnungen nötig. Das Verhältnis von Geschoßwohnungen zu Einfamilienhäusern, die sich heute die Waage halten, kann bestehen bleiben.

Dann wandte sich Professor Wortmann dem Punkt zu, auf den sich offensichtlich das Interesse der Zuhörer konzentrierte. Er ging davon aus, daß sich bis 1970 die Zahl der Kraftfahrzeuge verdoppelt haben wird. Wollte man bis dahin warten, so hätte m an in der Innenstadt ein Verkehrschaos. Der Straßenzug Salinenstraße – Kurparkallee – Reimer-Hansen-Straße – Berliner Ring sei nicht imstande, den Verkehr abzuleiten. Zu 15 Prozent handele es sich um Durchgangsverkehr, 50 Prozent bewege sich in der Stadtmitte.

Unter diesen Umständen gelangte die Planungsgesellschaft zu dem Vorschlag einer Gabelung der B 75 mit einem Nordring, der von der Lübecker Straße über Pferdemarkt – Bürgerpark – Lorentzenstraße zur Hamburger Straße führt. Stellt man sich Nord- und Südring (worunter der Straßenzug Salinenstraße – Berliner Ring zu verstehen wäre) geschlossen vor, so hat man nach den Vorstellungen von Professor Wortmann einen Ring, der die strahlenförmig auf Bad Oldesloe zuführenden Verkehrsadern aufnimmt und verteilt, ohne daß bereits heute überfüllte Stadtzentrum zu durchschneiden und zu verstopfen. Die erstrebte wirksame Entlastung kann durch eine relativ kurze Neubaustrecke von 1,3 Kilometer erreicht werden.

Außerordentlich interessant war die Feststellung Professor Wortmanns, daß der Nordring, auch Nordtangente genannt, zum Anlaß genommen werden soll, den Bürgerpark und die Sportanlagen an der Trave (Stadion) zu erweitern und durch Parkflächen zu erschließen. Die notwendig werdende Traveüberbrückung an der Ostseite des Bürgerparks stellt nach den Worten des Referenten eine vom Fahrverkehr ungestörte Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und einem die heutigen Anlagen in der Größe weit übertreffenden Sport- und Erholungsgebiet einschließlich des Bürgerparks dar, der als Sportfläche, Wochenmarktplatz und Grünfläche erhalten bleibt.

Professor Wortmann deutete an, daß es künftig einmal vielleicht nötig sein werde, den Altstadtkern während der Hauptverkehrszeit für Fahrzeuge zu sperren. Er verwies auf die Erfahrungen in Kiel, wo sich die Geschäftsleute anfänglich gegen die Sperrung der Holstenstraße gewehrt hätten, heute wünschten sich die Geschäftsleute anderer Straßen ebenfalls eine solche Sperrung.

Für die Erweiterung von Industrie und Gewerbe sind drei in sich geschlossene Gebiete im Süden und Südwesten der Stadt ausgewiesen.

Der Flächennutzungsplan sieht nicht nur die Erweiterung der jetzigen Sportanlage nördlich der Trave, sondern auch ein vollausgebautes Sportstadion im Westen der Stadt an der B 75 vor. Kleingärten sind im doppelten Umfang als bisher ausgewiesen.

Professor Wortmann bezeichnete den Flächennutzungsplan als einen mutigen Blick in die Zukunft. Ohne den Nordring würde der Stadtkern verkümmern, ersticken, absterben. Dem Vortrag des Professors wurde am Schluß lebhafter Beifall gezollt.

Anschließend zeigte Architekt Hübotter weitere Kartenskizzen der Stadtplanung unter den verschiedensten Gesichtspunkten, wobei der Stauseen, Grünanlagen und Sportplätze der Zukunft behandelte.

Bürgerworthalter Rosch dankte den Referenten und kam dann gleich auf die geplante Nordtangente zu sprechen. Er sei sich bewußt, daß ein Volksentscheid in Oldesloe gestern noch eindeutig gegen die Durchschneidung des Bürgerparks ausgefallen wäre (Zwischenruf: „Auch heute noch!“). Wahrscheinlich würden auch heute noch 75 Prozent der Bevölkerung gegen die Straße sein. (Starker Beifall im Zuhörerraum.) Er selbst, der Bürgerworthalter, habe bei allen Beratungen Bedenken gegen die Straße vorgetragen.

Durch Rückfrage bei Professor Wortmann ließ sich dann der Bürgerworthalter ausdrücklich bestätigen, daß der Nordring erst gebaut werden solle, wenn genügend Ersatz an Sport- und Grünflächen vorhanden sei.

Heute abend handele es sich nur um einen vorläufigen Beschluß. Es sei Zeit genug bis zur endgültigen Entscheidung (Auf die Kommunalwahlen anspielender Zuruf aus dem Zuhörerraum: „Bis zum März!“)

Für die SPD-Fraktion erklärte Stadtrat Willy Mahrdt: „Wenn auch im Gedanken an den Bürgerpark schweren Herzens, so stimmen wir doch dem Plan in allen Einzelheiten zu. Es ist ein guter Plan. Es wird wahrscheinlich so werden, daß man uns später fragt: Fangt ihr denn nicht bald mit der neuen Straße an? Der Stadtkern soll das Wirtschaftszentrum bleiben.“

Für die CDU-Fraktion sagte Stadtrat Bruno Rickert: „Wir müssen das Interesse der Wirtschaft im Auge haben. Wir haben nicht nur den Sport zu berücksichtigen. Ohne Wirtschaft können wir auch keinen Sport treiben. Wir stimmen zu.“

Stadtverordneter Georg Schömer (SPD) kündigte als Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses an: „Wir werden die Sportplätze ausbauen und andere Sportplätze schaffen. Dafür sorgen wir. Bis zum Bau der Straße werden noch einige Jahre vergehen. Inzwischen sollen die Sportplätze entstehen! Oldesloe bleibt eine Stadt im Grünen mit schönen Erholungsgebieten.“

Stadtverordneter Wilhelm Heik (FDP) stellte die Frage, ob es unbedingt notwendig sei, sich schon in diesem Moment zu entscheiden. Er fühle sich überfordert und könne nicht schon heute abend zu dem Plan ja sagen. (Beifall im Zuhörerraum.)

Stadtverordneter Johannes Ludwig (CDU) sagte, daß die große Veränderung des Stadtbildes, die der Bau der Nordtangente mit sich bringen würde, ihn daran hindere, dem Plan zuzustimmen. der Exer sei mehr als ein Sportplatz. Er bedeute für Oldesloe eine Tradition (Beifall im Zuhörerraum.) Gewiß werde der Bau neuer Sportplätze angekündigt. „Was das kostet, wissen wir. Käme die neue Straße, müßte das Jugendheim verlegt werden. Häuser würden fallen. Es würde zerstört werden, was in Jahren gewachsen ist. Ich kann auf keinen Fall jetzt ja sagen.“

Mit der Abstimmung, deren Ergebnis von einem Teil der Zuhörer mit Beifall aufgenommen wurde, fand die etwa zweistündige Stadtverordnetensitzung ihr Ende.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.12.1961

 

Mittwoch, 20. Dezember 1961

Oldesloer Zukunftsmusik

W.M. – Professor Wortmann, der „Konstrukteur“ des zukünftigen Oldesloe, hat sich durch seinen Vortrag im Stadtparlament nicht nur bei den Befürwortern, sondern auch bei den Gegnern seines Nordring-Planes Sympathien erworben. Es war nobel, wie er sein Verständnis für die Anhänglichkeit der alten Oldesloer an ihren Bürgerpark bezeugte. Er war sehr darauf bedacht, seinen Zuhörern klarzumachen, daß eine Stadt, die größer und schöner werden will, grüner werden muß – grün in diesem Fall gleichgesetzt mit Parks und Sportplätzen.

Einige Stadtverordnete eiferten ihm darin nach, und wenn sich ihre Versicherungen bewahrheiten, so dürfen sich die Oldesloer Natur- und Sportfreunde freuen. Wo die Stadt nimmt, nämlich im Bürgerpark, da will sie nicht nur den Kraftfahrern geben; neue Grünanlagen und ein Anschlußsportplatz an das Stadion sollen die Bürger und die Jugend entschädigen.

Das also plant man. Wenn es eine Überraschung für die Öffentlichkeit sein sollte, dann kann man nur sagen, daß sie gelungen ist. Kein Sterbenswörtchen davon drang vorher aus dem Rathaus an die Öffentlichkeit, keine Andeutung, nicht der kleinste Wink. Es war ein tiefes Geheimnis, das zu lüften dem Professor aus Hannover vorbehalten war. Lieber ließ man die Gerüchte wuchern und den Unmut sich ausbreiten, als daß man gesagt hätte, es bestünde eine großzügige Konzeption, und es würde auch weiterhin ein zweite grüne Lunge in Oldesloe geben. Diese Geheimniskrämerei nützt wahrhaftig niemandem; sie schadete nur, wie zu beweisen wäre.

Noch herrscht bei einem teil der Oldesloer Barrikadenstimmung, noch besteht bei manchem die Neigung, es denen, die den Bürgerpark antasten wollen, bei den kommenden Kommunalwahlen heimzuzahlen. Tatsächlich hat Professor Wortmann nicht alle Bedenken ausgeräumt, schon deshalb nicht, weil er sich nicht mit allen auseinandergesetzt hat; auch hörte man von ihm mit einigem Erstaunen, der Nordring werde so angelegt, daß er einmal auf 13 Meter erweitert werden könnte. Was soll dann aus der Lorentzenstraße werden? Aber nach der Abstimmung im Stadtparlament wäre es unrealistisch, an dem Bau der Nordtangente zu zweifeln. Sie wird kommen, und es ist an den Bürgern, zu gegebener Zeit das Beste aus ihrem Mitspracherecht, wie der Bürgerworthalter ihr Einspruchsrecht formulierte, zu machen. Wobei wir, wie die Dinge nun einmal liegen, nur wünschen können, daß es das Beste für die Allgemeinheit sein möge.

Professor Wortmann hat in seinem Vortrag wiederholt betont, niemand könne sagen, ob und wann Oldesloe auf 25.000, 30.000 oder 40.000 Einwohner anwachsen werde. Das heißt, daß seine Planung auf Voraussetzungen basiert, die vielleicht niemals gegeben sein werden. Mit Ausnahme des Nordrings, denn niemand bezweifelt die Verdoppelung der Kraftfahrzeugzahl im nächsten Jahrzehnt. Sie wird eintreten, und deshalb wird die Straße gebaut werden. Ob Oldesloe jemals doppelt so viele Kleingärten wie heute, zwei Stadien und Sportplätze für jede Schule haben wird, steht auf einem anderen Blatt.

Was aber die Erweiterung des Bürgerparks und der Sportanlagen jenseits der Trave anbelangt, so haben sich Professor Wortmann und das Stadtparlament festgelegt. Das ist die Hypothek, mit der der Nordringbau belastet ist. Die Einwohnerschaft darf erwarten, daß hier Zug um Zug verfahren wird, obwohl es keiner prophetischen Gabe bedarf, um vorauszusagen, daß die Verwirklichung dieses vor einer großen Öffentlichkeit geleisteten Versprechens in einem zufriedenstellenden Maße unter Umständen wesentlich schwieriger sein wird als die Realisierung des Straßenprojektes.

Zu dem gesamten Flächennutzungsplan wäre noch manches zu sagen. Begnügen wir uns heute mit der Feststellung, daß vier Professoren an ihm mitgewirkt haben. Nur sie selbst könnten ihre Autorität in Zweifel ziehen. Dies ist allerdings, was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, in der Stadtverordnetensitzung bereits geschehen. Nachdem Professor Wortmann einem seiner Kollegen seinen hohen Ruf bescheinigt hatte, übte er an einem von diesem geschaffenen und inzwischen zu den Akten gelegten Plan herbe Kritik. „Dieser Plan“, so sagte er wörtlich, „ist genau das, was man nicht tun darf.“

Nun wird hoffentlich nicht in zwei, drei Jahren ein anderer Professor kommen und den neuen Plan zerreißen. Hoffentlich nicht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1961

 

Bis zum Jahr 1970