Kreissportverband Stormarn

Das Jahr 1961

 

Freitag, 10. Februar 1961
Nur jeder Zehnte in einem Sportverein.

Hoffnung auf den Goldenen Plan. Morgen nachmittag findet in „Wiggers Gasthof“ der Kreissportverbandstag 1961 statt, zu dem die Vereinsvertreter und die Vorsitzenden der Fachverbände und -sparten erwartet werden. Neben der satzungsgemäßen Wahl des 2. Vorsitzenden und der Bestätigung des Sportjugendwartes werden vor allen Dingen der „Goldene Plan“ und „Der zweite Weg“ zur Diskussion stehen, wie der 1. Vorsitzende Hansjoachim Berg (Hoisdorf) in seinem Jahresbericht angesprochen hat.

Dem Kreissportverband Stormarn gehören wie im letzten Jahr 35 Vereine an, doch haben sich drei weitere um die Mitgliedschaft beworben, so daß die Mitgliederzahl, die von 6313 auf 6435 gestiegen ist, sich den 7000 nähert. Wären alle Stormarner Sportvereine erfaßt, also auch die in Hamburgs Nachbarschaft, so würden ungefähr 14.000 Sportler gezählt, davon fast die Hälfte Jugendliche. Dies entspricht einer Beteiligungszahl von nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung.

Um weitere Kreise zu mobilisieren, will die Bundesregierung im Goldenen Plan erhebliche Mittel bereitstellen. Dann können mehr Sport- und Übungsstätten geschaffen werden. Bessere Übungsstätten bedeuten erfahrungsgemäß Mitgliederzuwachs in den Sportvereinen.

Nicht weniger als 16 verschiedene Sportarten werden in Stormarn betrieben. Hinzu kommen Laienspiel, Volkstanz und Wandern. Nur zwölf Vereine spielen lediglich Fußball. Die anderen bieten die verschiedensten Betätigungsmöglichkeiten. 26 Vereine widmen sich auch dem Frauensport.

Mit der obligatorischen Einführung der ärztlichen Untersuchung ist der Fußballverband in unserem Kreis bahnbrechend gewesen, denn er läßt nur untersuchte Sportler spielen. Nachdenklich stimmt es, daß sieben Vereine keine Jugendabteilungen aufweisen. Ob es hier an geeigneten Betreuern fehlt? In seinem Jahresbericht hat der 1. Vorsitzende gerade den Männern und Frauen in ehrenamtlichen Funktionen seinen Dank ausgesprochen, ohne die eine Vereinsarbeit nicht möglich ist.

ST

 

Samstag, 11. Februar 1961
Sportorganisationen auf neuen Wegen.

Heraus aus erstarrten Formen! Fruchtbare Diskussion auf dem Kreissportverbandstag. In Anwesenheit aller Vorstandsmitglieder und zahlreicher Vereinsmitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet hielt der Kreissportverband Stormarn seinen diesjährigen Verbandstag in Bad Oldesloe ab.

Die Versammlung sprach dem Vorstand einstimmig ihr Vertrauen aus und wählte Erwin Gesche auf zwei weitere Jahre zum 2. Vorsitzenden. Die Frauenwartin Ilse Cors und Sozialwart Kurt Peter blieben erneut in ihrem Amt bestätigt, ebenfalls die Kreismädelwartin Fräulein ????? Tiede (Hoisdorf) und Kreisjugendsportwart Heinz Peters.

Der Kassenbericht wies ein Guthaben von 451,86 DM auf. Den Einnahmen von 11.091 DM standen 10.639,14 DM an Ausgaben gegenüber. Hiervon entfielen allein auf die Jugendbetreuung 5250 DM. Erfreulich ist auch die Tatsache, daß alle Vereine ihren Verpflichtungen beim Land und beim Kreis pünktlich nachgekommen waren. Der Haushaltsplan 1961 sowie eine Satzungsänderung auf Umstellung des Haushaltsjahres wurden einstimmig verabschiedet.

Ferner wurde beschlossen, den Tag der Leibesübungen, wie er erstmalig geplant ist, auf den 25. Juni nach Bad Oldesloe zu legen. Neben dieser Verbandsarbeit gab es fruchtbringende Diskussionen um den Goldenen Plan und den Zweiten Weg. Stadtrat Ernst Schröder sprach die Hoffnung aus, daß der Kreis Stormarn mehr als bisher mit Geldern aus dem Förderungsfonds bedacht werden möge, denn mehrere Vereine, besonders die in den Städten und größeren Gemeinden, könnten schon heute nicht mehr alle Wünsche ihrer Mitglieder erfüllen, da es an Übungsstätten und an Übungsleitern sowie Betreuern fehle.

Auch für den Zweiten Weg gab es viele Anregungen. Der Sport muß aus der Unbeweglichkeit seiner von ihm selbst entwickelten Formen des Vereins- und Verbandslebens heraus. Der Blick in die Zukunft ist nicht rosig. Wenn einmal die derzeitigen Vertreter und Betreuer nicht mehr tätig sind, werden nur wenige Nachfolger zu finden sein.

Vorstandsmitglied Mücke vom Landessportverband Schleswig-Holstein überreichte vier verdienten Stormarnern die silberne Ehrennadel des Landessportverbandes. Es sind dies Wilhelm Kühl und Otto Jarchow (beide TSV Trittau) und die beiden Vorstandsmitglieder des Kreissportverbandes Hansjoachim Berg (Hoisdorf) und Erwin Gesche (Reinfeld).

ST

 

Sonntag, 25. Juni 1961
Die Jugend dominierte beim Kreissportfest.

Ein erfreuliches Bild bot bei herrlichstem Sommerwetter das Kreissportfest auf dem Exer, als 150 Schüler ihre Dreikämpfe und Staffeln abwickelten. Die Leitung hatte Landesmehrkampfwart Kurt Schulz aus Reinfeld. Die Faustballer gaben den Zuschauern Gelegenheit, ein Turnierspiel in seinem Ablauf zu verfolgen, während auf der Teerplatte des Wochenmarkts der VfL Punkte für die Handball-Kreismeisterschaft sammelte. In der Männerklasse überragten Brüggemann (VfL Oldesloe) und Schenk (TSV Trittau) mit je 737 Punkten, die sie für die 100-Meter-Zeit (11,5 Sekunden) erhielten. An die herausragenden Athleten wurden Bücher als Ehrengaben der Kreissparkasse Stormarn vergeben.

ST

Die Sieger des VfL - Männer: Brüggemann (100 Meter 11,5 Sekunden), Horn (Weitsprung 6,00 Meter, Dreisprung 11,88 Meter), Kamin (Hochsprung 1,50 Meter); Junioren: Reichardt (100 Meter 11,4 Sekunden, 400 Meter 54,1 Sekunden, Dreisprung 12,31 Meter), Kamm (800 Meter 2:15,5 Minuten), Burandt (Weitsprung 6,19 Meter); Männliche Jugend A: Ruhser (800 Meter 2:08,5 Minuten, Weitsprung 6,00 Meter); Männliche Jugend B: Herzog (100 Meter 12,4 Sekunden), Witt (Weitsprung 5,67 Meter, Hochsprung 1,55 Meter).

Frauen: Jürs (Kugelstoßen 8,45 Meter, Schleuderballwurf 38,98 Meter); Weibliche Jugend B: Nowak (Weitsprung 4,35 Meter), Kröpelin (Hochsprung 1,20 Meter), Koch (Kugelstoßen 7,13 Meter, Schleuderballwurf 33,82 Meter).

 

Donnerstag, 13. Juli 1961
Stormarner Jugendzelter am Bodensee.

Strahlenden Sonnenschein meldet die Zeltstadt des Kreisjugendringes und des Kreissportverbandes Stormarn, die auf dem Gelände des Naturfreunde-Hauses Markelfingen am Bodensee errichtet ist. 107 Kinder aus Bad Oldesloe, Reinfeld, Trittau und Hoisdorf verleben unmittelbar am Wasser zusammen mit ihren Betreuern herrliche Ferientage. In zwei Sonderwagen der Bundesbahn verließen die Stormarner am vorvergangenen Dienstag bei strömendem Regen Hamburg und trafen am nächsten Vormittag am Zeltort ein, wo sie von dem derzeitigen Lagerleiter, Rektor Hansjoachim Berg aus Hoisdorf, empfangen wurden. Sie werden sich bis zum 24. Juli bei Sport, Spiel, Musik und Volkstanz erholen und entspannen.

ST

 

Sonntag, 3. September 1961
500 Turner und Sportler in Bargteheide.

Das Bargteheider Turn- und Sportfest war in sportlicher Hinsicht, auch wenn keine Glanzleistungen bei der Hitze erreicht wurden, für den TSV ein Erfolg. Etwa 500 Kämpfer maßen ihre Kräfte auf dem grünen Rasen. Das Vormittagsprogramm sah leichtathletische Sechs-, Fünf- und Dreikämpfe vor, die dank der guten Organisation reibungslos absolviert wurden. Der vom Gasthof „Schleswig-Holsteinische Eiche“ durch den Ort zum Jahnplatz führende Festzug, angeführt von den Spielmannszügen des TSV Dwerkathen-Lütjensee und dem des Gastgebers, fand viele Bewunderer. Der Nachmittag wurde mit Läufen, Staffeln, einem Knabenfußball- (TuS Hoisdorf - TSV Bargteheide 4:4) und einem Herrenhandballspiel (Bargteheide I - Bargteheide II 13:7) angefüllt.

ST

Die Sieger des VfL - Männer: Diethard Reichardt (100 Meter 11,5 Sekunden), Klaus Zeising (3000 Meter 10:23,0 Minuten); Junioren: Peter Dahms (Leichtathletischer Dreikampf 331 Punkte); Männliche Jugend A: Eggert Schiele (Leichtathletischer Sechskampf 53,45 Punkte); Schülerinnen B: Ingeborg Skroblin (Dreikampf 62,50 Punkte); Schüler B: Fred Girschkowski (Leichtathletischer Dreikampf 61,5 Punkte).

 

Dienstag, 10. Oktober 1961
Morgen Farbtonfilm „Olympische Spiele Rom“.

Morgen führt die Olympische Gesellschaft in der Aula der Mittelschule in drei Vorstellungen den Dokumentar-Farbfilm von den ...

 


 

 

Bis zum Jahr 1970