VfL Oldesloe - 2. Vierteljahr 1960 - 1961 

 

Samstag, 1. Okt. 1960
VfL reist nach Flensburg.

Umbesetzte Mannschaft soll zwei Punkte holen. Der VfL Oldesloe hat morgen um 15 Uhr nach Phönix und Friedrichsort in Flensburg einen weiteren schweren Gegner. Der SV Flensburg 08 war bisher auf seinem Platz an der Mürwikstraße für den VfL unbesiegbar. Aber die 08er kamen umgekehrt auch in Oldesloe noch zu keinem Sieg. Diesmal will der VfL das ihm gestellte Problem mit einer umbesetzten Mannschaft lösen. Vielleicht glückt es ihm.

Friedrichsort, dem der VfL am Vorsonntag 1:5 unterlag, wurde zu hause von Flensburg 3:2 geschlagen, und Phönix, der dem VfL auf eigenem Platz 1:3 unterlag, bezwang wiederum die Flensburger zu Hause 4:0. Kopfstände also am laufenden Band. Wenn auch die 08-Elf danach zwei eindeutige Heimsiege gegen TuS Lübeck (4:1) und TSV Siems (8:2) errang, dürfte sie in ihrer derzeitigen Form nicht stärker einzuschätzen sein als die VfL-Elf von morgen.

Das Rückgrat der Flensburger Elf bildet Stopper Müller. Im Sturm dürften besonders Flanz, Christiansen und Gronkowski hervorzuheben sein. Im Tor hat sich bisher gegenüber dem Nachwuchstorwart Lück Stammtorwart Neukirchen als der bessere erwiesen.

Der VfL hat den Anschluß an die Spitzengruppe noch nicht verloren (6. Platz) und könnte die Flensburger (9:5 Punkte) durch einen Sieg von ihrem fünften Tabellenplatz verdrängen, was nicht unmöglich ist. Während der Halbzeitpause führt die Leichtathletikabteilung des SV Flensburg 08 einen 1000-Meter-Lauf durch, an dem vom VfL die Läufer Ruhser, Teschendorff und Hafemann teilnehmen.
ST 

Sonntag, 2. Okt. 1960 - 8. Punktspiel
Flensburg 08 - VfL Oldesloe 1:1 (0:0)

In letzter Minute glich 08 aus. Gut gefallende Oldesloer sahen schon wie der sichere Sieger aus. 15 Sekunden vor dem Abpfiff fiel im Flensburger Stadion das 1:1-Unentschieden, das sich Flensburg 08 nach einem dramatischen Endspurt doch noch erkämpfte, obwohl man auf den Zuschauertribünen die Hoffnungen längst aufgegeben hatte. Flensburg hatte in den letzten 20 Minuten verschiedene Möglichkeiten, setzte jedoch mehrere Bälle gegen Pfosten und Querlatte, so daß den Gastgebern neben einer zunächst schwachen Leistung auch das Glück nicht zur Seite stand.

Dabei hat der VfL Oldesloe in Flensburg eine hervorragende Gesamtleistung geboten! Die Mannschaft verfügt über recht gute Techniker und hatte auch in kämpferischer Hinsicht klare Vorteile gegenüber den Flensburgern, die überhaupt nicht zu gefallen wußten. Beim Gast reagierte Torhüter Buls ausgesprochen sicher, wenn man auch von Lindemann als Mittelläufer wesentlich mehr erwartet hätte. Im Angriff gefielen die Gebrüder Liedtke, wobei Alfred Liedtke, der Halbrechte, dem schleswig-holsteinischen Verbandstrainer ins Stammbuch geschrieben werden könnte. Die Oldesloer boten alles in allem eine geschlossene Mannschaftsleistung und dürften in dieser Verfassung zu den stärksten Vereinen der Amateurliga gehören.

Flensburg 08 hat 60 Minuten ausgesprochen schwach gespielt. Die Mannschaft war unkonzentriert, sie besaß nicht die notwendige Durchschlagskraft und ließ nicht den Nachweis dafür erblicken, daß sie mit 24 Treffern über den stärksten Angriff in der Amateurliga verfügt. Der Sturm war ausgesprochen harmlos und besaß erst in den letzten 20 Minuten, als Müller mit noch vorn ging, einigermaßen Format. Müller war dann auch der entscheidende Mann im Flensburger Sturm, als er in den letzten Minuten das Spiel ankurbelte und damit die Voraussetzung für das 1:1 schuf. Neben Müller, der als Mittelläufer allerdings einige Schwächen zeigte, konnte Rechtsaußen Flanz gefallen, auch Braun zeigte sich verbessert, während in der Läuferreihe Petersen zu gefallen wußte, dagegen hatte Büge einige Schwächen. Auch Schimmings Einsatz ist lobend zu erwähnen.

Während der Fußballpause wurde ein 1000-Meter-Lauf der B-Jugend durchgeführt, an dem Läufer der Vereine Flensburg 08, Rot-Weiß Moisling und VfL Oldesloe teilnahmen. Henning Ruhser vom VfL OLdesloe führte von Beginn an und sicherte sich den ersten Platz.
SPM/ST

Flensburg 08: Neukirchen - Schimming, Heel - Büge, Müller, Petersen - Flanz, Braun, Christiansen, Gronkowski, Hinrichsen.

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Wolf-Dieter Bliebenich, Jürgen Peters - Karl-August Wilkens, Wilhelm Lindemann, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Horst Liedtke, Manfred Dau, Heinz Schulz.

Tore: 0:1 Alfred Liedtke (53.), 1:1 Petersen (90.). - Schiedsrichter: Müller (Kiel). - Zuschauer: 2000.

 

Samstag, 8. Okt. 1960
VfL mit Swenzitzki im Sturm.

Oldesloer ersetzen Linksaußen König durch Alfred Liedtke. Der VfL Oldesloe muß morgen um 15 Uhr auf dem Sportplatz an der Lehmwoldstraße in Itzehoe gegen den Tabellenvierzehnten SV Itzehoe 09 antreten. Nach seinem ersten Erfolg in Flensburg (1:1) hofft der VfL, nun auch in Itzehoe zum ersten Punkterfolg zu kommen. Vielleicht schafft er es diesmal, nachdem er zu Hause bereits zweimal erfolgreich gegen den ISV gespielt hat (1:1, 1:0).

Der Abgang der Stürmer Schröter und Burchardt (jetzt Vertragsspieler) mußte sich auf die Fünferreihe der 09er natürlich nachteilig auswirken. Auch der Ausfall von Spielern infolge Verletzungen mag dazu beigetragen haben, das die ISV-Elf bisher harmloser denn je spielte. Fest steht jedoch, daß am Vorsonntag gegen Friedrichsort (0:3) in der Itzehoer Elf Spieler wie Nickeleit, Koppen, Lipp, Priebe, Drews und Lohse dabei waren, die im Vorjahr großen Anteil an dem 3:1-Sieg ihrer Elf über den VfL hatten.

Die am Vorsonntag nicht eingesetzten Spieler von Nagaschewski, Fuchs, Dähne und Biso werden morgen wahrscheinlich wieder dabei sein, so daß lediglich die alten Stammspieler Neumann und Teßmann (Beinbruch) ausfallen.

Der VfL hat keinen Grund, die Itzehoer zu unterschätzen, zumal er mit umgestelltem Sturm spielen will Swenzitzki (bisher Hamburger SV) wird erstmalig in der Ligamannschaft mitwirken, und Alfred Liedtke ersetzt König als Linksaußen. Man darf gespannt sein, ob die VfL-Elf morgen aus Itzehoe erfolgreich nach Bad Oldesloe zurückkehrt.
ST 

Sonntag, 9. Okt. 1960 - 9. Punktspiel
Itzehoer SV - VfL Oldesloe 0:0

Die Stürmer versagten kläglich. Keine Tore in Itzehoe. Nicht einmal vorm leeren Tor... Als der Oldesloer Schlußmann Buls Sekunden vor dem Abpfiff einen Eckball überaus sicher abfing, ging an der Lehmwoldstraße ein Spiel torlos zu Ende, daß viele Wünsche unerfüllt gelassen hatte und einen gerechten Ausgang nahm. An dieser Feststellung vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, daß der VfL-Angriff vor dem Seitenwechsel und die Itzehoer Stürmer im zweiten Durchgang wiederholt Möglichkeiten hatten, Treffer zu erzielen. Sie wurden samt und sonders durch unkonzentriertes Schießen vergeben. Selbst das leere Tor wurde aus kürzester Entfernung nicht getroffen ...

In der Itzehoer Fünferreihe erwies sich die Nominierung von Ohlsen und Hansen als eine Fehldisposition. Letzterer kam erst stark heraus, als er mit Priebe den Platz getauscht hatte. Enttäuschend war aber auch Koppen. Die einzigen Lichtblicke in diesem Torso blieben Lohse und Priebe sowie mit einigen Abstrichen der kraftvolle Drews. Gewiß hatte der Angriff nur wenig Unterstützung durch die Außenläufer, die ihre Abwehraufgabe zwar gut lösten, ansonsten aber Fehlpässe am laufenden Band fabrizierten. Ruhender Pol in der Deckung war der überaus schlagsichere Nickeleit, an dem sich nach unsicherem Beginn vor allem Lipp aufrichtete. Dagegen blieb der erstmalig eingesetzte Nachwuchsmann Rüge - verständlicherweise - nicht frei von Schwächen. Überaus gut machte Rahn seine Sache, wobei besonders Fangsicherheit und geschicktes Stellungsspiel angenehm auffielen.

Das Oldesloer Angriffsquintett unterschied sich von dem der Itzehoer nur dadurch, daß es im Zusammenspiel Vorteile hatte. Dies nicht zuletzt durch die geschickte Regie von Dau. Vom Schießen verstand es aber ebensowenig wie ihre Kameraden auf der Gegenseite! Das war überraschend, weil Wilkens und Erbs die Zentralfiguren im Mittelfeld waren und streckenweise mitstürmten. Liedtke übertrieb wiederholt das Offensivspiel, so daß der überaus resolute Peters und der Repräsentative Lindemann, dem gegen Spielende allerdings einige „Luschen“ unterliefen, wiederholt rettend eingreifen mußten. Buls wurde nur relativ wenig geprüft, verriet in diesen Situationen aber große Zuverlässigkeit. Wird von dem Versagen des Angriffs abgesehen, spielte Oldesloe die Rolle, die erwartet worden war. Angenehm berührte dabei, daß die VfL-Elf bei allem kämpferischen Einsatz sich mit Erfolg bemühte, die Grenze der Fairneß zu wahren.

Beste Spieler: Nickeleit, Lohse (Itzehoe); Peters, Erbs, Dau (Oldesloe). Trainer Nowakowski (VfL) nach dem Grund der recht zahlreichen Auswärtserfolge seiner Mannschaft befragt, meinte, daß die junge Mannschaft bei Heimspielen unter gewissen Hemmungen leide, die auf die oft zu harte hörbare Kritik seines eigenen Anhangs während des Spiels zurückzuführen sei. Erst wenn sie sich darüber hinwegsetzen kann, werde der Erfolg auch zu Hause nicht ausbleiben.
SPM/ST

Itzehoer SV: Rahn - Nickeleit, Rüge - Priebe, Lipp, Schulze - Ohlsen, Hansen, Drews, Lohse, Koppen.

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Horst Liedtke, Jürgen Peters - Karl-August Wilkens, Wilhelm Lindemann, Roland Erbs - Herbert Meins, Udo Swenzitzki, Egon Lütge, Manfred Dau, Alfred Liedtke.

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Weiß (Rendsburg). - Zuschauer: 800. 

Montag, 10. Okt. 1960
Lindemann und Liedtke.

Als Vorbereitung für die Spiele um den Amateur-Länderpokal hat der Verbandstrainer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Klaus-Peter Kirchrath, Vorbereitungsspiele gegen Phönix Lübeck (18. Okt.) und Holstein Kiel (8. Nov.) vorgesehen. In einem zusätzlichen Lehrgang in Malente sollen die in Frage kommenden Spieler weiter vorbereitet werden für die im November beginnenden Länderpokalspiele (Anm.: Zu dem Aufgebot zählen die VfL-Spieler Wilhelm Lindemann und Alfred Liedtke.)
ST

 

Samstag, 15. Okt. 1960
Alter Bekannter im Stadion: TuS Lübeck.

Stärkster Mannschaftsteil: die Deckung. VfL will in Stammbesetzung antreten. Der VfL Oldesloe hat morgen um 15 Uhr in seinem zehnten Punktspiel dieser Serie TuS Lübeck zum Gegner. Nach ihren beiden unentschiedenen Auswärtsspielen (Flensburg 1:1 und Itzehoe 0:0) wollen die Oldesloer nun in Stammbesetzung durch einen Heimsieg über ihren alten Rivalen den siebenten Tabellenplatz verbessern. Die Vorjahrskämpfe endeten mit je einem Sieg des Gastgebers (Anm.: 3:1, 1:2).

TuS Lübeck, Tabellendreizehnter, hat in seinen bisherigen drei Auswärtsspielen zwar zwei Unentschieden, aber noch keinen Sieg erzielen können. Sein Sturmtank Bibow wechselte zum VfB Lübeck über, dafür kamen Kramer, Witt, Tank und Schwarz vom VfB zum TuS. Sie alle wurden schon neben den altbekannten Stegmann (Tor), Bracker, Ohlsen, Köpcke, Kulling und Nachwuchsspielern eingesetzt. Stärkster Mannschaftsteil bei TuS ist die Hintermannschaft, während sein Sturm nach Abgang von Bibow noch nicht ganz überzeugte. In seinen bisher neun Spielen holten die Lübecker nur zwei Siege heraus.
ST 

Sonntag, 16. Okt. 1960 - 10. Punktspiel
VfL Oldesloe - TuS Lübeck 93 2:3 (1:3)

Oldesloe wachte zu spät auf. TuS Lübeck gewann verdient 3:2. VfL vor der Pause gar nicht da. Der erste und verdiente Sieg der TuS-Elf in Oldesloe - über eine VfL-Elf allerdings, die erst aufwachte und zu kämpfen begann, als das Spiel für sie schon verloren war. Eine gute Gesamtleistung der TuS-Elf entschied in den ersten 45 Minuten das Spiel für sich.

Der VfL spielte vor der Pause ohne Saft und Kraft. Fehlpässe am laufenden Band! Die Deckung zu unentschlossen (man schob sich den Ball sogar noch im eigenen Strafraum zu). Im Sturm konnte allein König, mit Abstand dann noch Alfred Liedtke überzeugen. Dau wie Lütge kraftlos und den Zweikampf meidend. Von beiden Außenläufern lieferte Erbs die bessere Partie, während Wilkens recht umständlich wirkte. In der Abwehr hat allein Peters das Prädikat gut verdient. Buls erreichte nicht seine sonstige Form, obgleich er mehrmals großartige Paraden zeigte.

TuS hatte sich etwas vorgenommen, wollte seinen schlechten Tabellenplatz und sein Prestige verbessern. Das ist ihm gelungen. Fast jeder Spieler war seinem Gegenspieler an Schnelligkeit überlegen. im Sturm wirbelten Köpcke, Wiesniewski und Kulling immer wieder die unsichere VfL-Deckung durcheinander. Nachwuchsspieler Scharnweber gab sein Bestes, großartig Schwarz, der immer mit Erfolg störte und offensiv mitmischte. Ebenso Grimm, der gemeinsam mit Ohlsen, Möller und Bracker vor allem nach der Pause, als der VfL aufkam (10:1 Ecken für den VfL), einen stabilen Abwehrblock bildeten. Stegmann hatte es nicht allzu schwer, hat aber dennoch großen Anteil an dem Sieg seiner Elf.
SPM

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Horst Liedtke, Jürgen Peters - Karl-August Wilkens, Wilhelm Lindemann, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Egon Lütge, Manfred Dau, Dieter König.

TuS Lübeck 93: Stegmann - Bracker, Möller - Schwarz, Ohlsen, Grimm - Scharnweber, Witt, Kulling, Köpcke, Wiesniewski.

Tore: 0:1 Schwarz (10.), 1:1 König (35.), 1:2 Wiesniewski (41.), 1:3 Kulling (44.), 2:3 Alfred Liedtke (73.). - Schiedsrichter: Puck (Neumünster). - Zuschauer: 1000.

 

Samstag, 22. Okt. 1960
VfL will die „Störche“ stoppen.

Auch auf eigenem Platz eine sehr schwer Aufgabe. Im vorletzten Heimspiel der Herbstserie trifft der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr im Stadion auf den Tabellendritten Holstein Kiel. Eine schwer umschiffbare Klippe für den VfL, doppelt schwierig, weil die „Störche“ durch einen Sieg den spielfreien Spitzenreiter Schleswig 06 verdrängen könnten. Der VfL will, in etwas anderer Aufstellung als am Vorsonntag gegen TuS Lübeck, sich bei den „Störchen“ für die beiden im Vorjahr erlittenen Niederlagen (Anm.: 1:3 und 1:2) revanchieren.

Wenn man Holstein Kiel schon zu Beginn der Saison stark favorisierte, dann hatte man sich nicht geirrt. In ihren bisherigen neun Spielen unterlagen die „Störche“ nur einmal, und zwar zu Hause gegen Kilia Kiel 0:1. In Lempfert, Lankeit und Krafczyk besitzt die Elf einen schußgewaltigen Innensturm (23:8 Tore), und in Rautenberg, Berscuck?????, Bischof????? und Ladehoff Spieler in der Hintermannschaft, die zum Teil Oberligaerfahrungen haben. Die Kieler gehen somit als klare Favoriten in diesen Kampf.

Man ist gespannt, wie die VfL-Elf, die in dieser Saison ausgerechnet zu Hause wenig Erfolg hatte, diesmal abschneidet. Nach den Auswärtserfolgen gegen VfR Neumünster Amateure, LBV Phönix, Flensburg und Itzehoe hofft man, daß für den VfL zumindest ein Teilerfolg auf eigenem Platz herausspringen wird.
ST 

Sonntag, 23. Okt. 1960 - 11. Punktspiel
VfL Oldesloe - Holstein Kiel Am. 0:4 (0:2)

Holstein zauberte in Oldesloe. 4:0 - wer hätte das getippt? Oldesloe ließ nach gutem Start stark nach. Erbs verschoß Foulelfmeter. Eindeutiger als erwartet, ziffernmäßig vielleicht etwas zu hoch, gewann Holstein Kiel verdient mit 4:0 und übernahm damit die Tabellenspitze. Etwa 30 Minuten mischte der VfL gleichwertig mit, vergab abermals klare Führungschancen, um dann sang- und klanglos einzugehen, nachdem Torwart Buls zwei haltbare Tore auf dem Gewissen hatte. Verblüffend die Beständigkeit der Kieler „Störche“. Es war ein ausgezeichnetes Kampfspiel über die vollen 90 Minuten, in dem sich die weit reifere Spielweise der Holsteiner überlegen durchsetzte. Für den VfL war es die vierte Heimniederlage, die er auch mit umgestellter Mannschaft nicht verhindern konnte. Erbs verschoß in der 85. Minute (nach einem Handspiel von Lankeit) sogar einen Handelfmeter!

Die VfL-Elf hat wieder einmal enttäuscht! Dabei lief das Spiel bei ihr in den ersten 30 Minuten wie am Schnürchen! Ihr Sturmspiel verlor aber nach und nach an Kraft, und in der Hintermannschaft gab es Schnitzer über Schnitzer. Buls hat mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Tore auf dem Gewissen, und Stopper Korn, wieder einmal dabei, zeigte nicht das von ihm Erwartete. Wenn auch Lindemann und Peters sich die größte Mühe gaben, so war es aber Bliebenich, diesmal als Außenläufer, der restlos in der Abwehr und im Aufbau versagte. Erbs tat sein Möglichstes, seine Vorlagen und Weitschüsse brachten mehrmals Gefahr für das Kieler Tor. Wenn der VfL-Sturm seine in den ersten 30 Minuten gezeigte Leistung beibehalten hätte, wäre es keine so eindeutige Niederlage geworden. Großartig Schulz und Alfred Liedtke, die recht gefährlich waren. Auch Wilkens und Horst Liedtke gefielen vor der Pause, ließen dann aber auffällig nach und spielten nur noch aus dem Stand. Herbert Meins paßte sich der Spielweise nicht an, hielt zu lange den Ball und vergab so manche Chance.

Die Holsteiner zogen ein kluges Spiel auf, das großen Anklang fand. Alle Spieler kämpften mit großem Einsatz und Eifer und waren in Technik und Kondition den Oldesloern überlegen. Überhaupt waren sie in ihrer Gesamtspielweise besser und dazu noch taktisch gut beraten, was den Oldesloer fehlte. Praktisch gab es in der Elf keine schwache Stelle. Im Sturm waren es vor allem Krafczyk, Podlich und Evers, die herausragten, aber auch Lankeit und Löhrer waren nicht weniger gefährlich. Großartig der junge Broszat, der seinen Sturm geradezu mit Vorlagen überfütterte. Rautenberg sehr sicher. Beide Verteidiger, vor allem Ladehoff, verstanden es geschickt, die Oldesloer Angriffe abzufangen. Wenn nach der Pause die Elf auch verhaltener spielte, so blieb sie doch tonangebend. Zu keiner Zeit war ihr Sieg nach der Pause gefährdet. Torwart Wittmaack hatte dazu einen großen Tag. Alles in allem ein glänzender Erfolg für den neuen Spitzenreiter!
SPM

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Wilhelm Lindemann, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Korn, Roland Erbs - Herbert Meins, Horst Liedtke, Heinz Schulz, Alfred Liedtke, Karl-August Wilkens.

Holstein Kiel Am.: Wittmaack - Ladehoff, Nitschmann - Broszat, Rautenberg, Bischof - Podlich, Evers, Krafczyk, Lankeit, Löhrer.

Tore: 0:1 Krafczyk (34.), 0:2 Evers (45.), 0:3 Krafczyk (46.), 0:4 Podlich (90.). - Schiedsrichter: Piethe (Dänischburg). - Zuschauer: 650.

 

Samstag, 29. Okt. 1960
VfL experimentiert weiter.

Mannschaftsumstellung auch gegen Schleswig 06. Nach zwei Heimniederlagen muß der VfL Oldesloe morgen um 15 Uhr auf dem Dr.-Alslev-Platz in Schleswig antreten. Die 06er wurden am Vorsonntag (spielfrei) von Holstein Kiel von der Tabellenspitze verdrängt und werden den Anschluß nicht verlieren wollen. Bleibt der VfL auf der Verliererstraße oder erzielt er auch morgen wie in fünf von sechs Auswärtsspielen einen Erfolg? Das ist hier die Frage.

Im Februar spielte der VfL gegen den damaligen Spitzenreiter 0:0. Eigentlich müßten die Oldesloer, ihren Auswärtserfolgen nach zu urteilen, auch diesmal zumindest einen Teilerfolg in Schleswig erreichen. In beiden Mannschaften hat sich die Besetzung seit Februar nur mit je zwei Spielern geändert. Beim VfL waren damals Bliebenich und Schulz und bei den 06ern Kähler II (Verteidiger) und Sylvester (Rechtsaußen) nicht dabei. Auf beiden Seiten sollten diese Spieler nicht ausschlaggebend sein. Schleswig 06 sollte eher durch den Ausfall seines Halbklinken Stelzner (gesperrt) gehandikapt sein.

Trainer Paul Nowakowski hat in letzter Zeit recht viel an der VfL-Aufstellung herumexperimentiert. Es wurden Nachwuchsspieler und Neuzugänge ausprobiert. Auch diesmal macht er einen Versuch: Lütge spielt Verteidiger und Wilkens Halbstürmer. Während Wilkens als Allroundspieler angesprochen werden kann, verteidigt Lütge erstmalig.
ST

 

Sonntag, 30. Okt. 1960 - 12. Punktspiel
Schleswig 06 - VfL Oldesloe 3:1 (2:1)

Nach vier Minuten 1:0 für den VfL. Aber dann Schleswig ganz groß! Selbst ohne Wulf und Stelzner sicherer 3:1-Sieger. Mit einem schnellen und in der ersten Halbzeit spielerisch hochstehenden Punktkampf gewann die Mannschaft, die es besser verstand, die Chancen zu wahren und die besseren Nerven behielt. Diesmal ließ sich Schleswig 06 durch die frühe Führung (4. Minute) des Gegners nicht schockieren und konterte mit Elan. Der VfL Oldesloe fand nach dem Anschlußtreffer der Schleswiger die ganze erste Halbzeit hindurch nicht mehr den Faden und verstand es erst im zweiten Durchgang, über gewisse Zeitabstände das Heft in die Hand zu nehmen und den Gastgebern gefährlich zu werden. Als aber aus einer Oldesloer Drangperiode heraus das dritte Tor für Schleswig 06 fiel, war der Faden endgültig gerissen.

Nach dem dritten Treffer ließ es Schleswig 06 aber unverständlicherweise auch recht langsam angehen. Dadurch vergab die Mannschaft manch reelle Chance. In der ersten Halbzeit aber stürmte die Fünferreihe der Schleswiger, in der Dörbaum ein feines Mittelstürmerspiel lieferte und Thomas in seiner Spielfreudigkeit einfach nicht zu halten war. Durch sein Ungestüm rief er manch eine brenzlige Situation vor dem gegnerischen Heiligtum hervor. Das Eckenverhältnis von 12:3 kennzeichnet eindeutig die Überlegenheit der Platzherren. Die beiden Ersatzspieler Mischke und Jürgensen erfüllten ihre Aufgabe sehr gut, obwohl beide eine gewisse Anlaufzeit benötigten, ehe sie im Bilde waren. Nach der Pause wurde durch Lässigkeit vieles vergeben und damit dem Spiel auch der entsprechende Stempel aufgedrückt.

Der VfL Oldesloe enttäuschte in Schleswig insofern, als die Mannschaft auf dem Dr.-Alslev-Platz schon bessere Spiele geliefert hat. Man vermißte die gefährlichen und schnellen Aktionen des Sturms, der sich zeitweise recht mühsam tat und in dem lediglich Dau wirklich überzeugen konnte. Ein Glück für die Oldesloer, daß Lütge seiner Aufgabe gerecht wurde und Peters, der 24 Stunden vorher in den Ehestand getreten war, sowie Stopper Lindemann zufriedenstellende Abwehrleistungen zeigten. Mit einer guten Leistung, trotz der drei Tore, wartete Torwart Buls auf. Auch muß Außenläufer Bliebenich erwähnt werden, der sich in die Abwehr mit Bravour einschaltete.

Der schwere Boden und das Tempo der ersten Halbzeit hatte an die Akteure große konditionsmäßige Anforderungen gestellt. Der schwere Ball wurde in den letzten Minuten bei Eckbällen kaum bis vor das Tor gebracht. Alles in allem gesehen ein der Klasse würdiges Spiel und ein verdienter Sieg von Schleswig 06. Wenn der VfL trotz der Niederlage seinen zehnten Tabellenplatz auch halten konnte, so ziehen sich doch langsam Gewitterwolken über ihm zusammen. Es ist jetzt an der Zeit, an den Klassenerhalt zu denken.
SPM/ST

Schleswig 06: Klimmeck - Kähler II, Ohlsen - Mischke, Kähler I, Nanz - Jürgensen, Thomas, Dörbaum, Sylvester, Pax.

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Egon Lütge, Jürgen Peters - Roland Erbs, Wilhelm Lindemann, Wolf-Dieter Bliebenich - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Heinz Schulz, Karl-August Wilkens, Manfred Dau.

Tore: 0:1 Dau (4.), 1:1 Dörbaum (17.), 2:1 Thomas (25.), 3:1 Pax (55.). - Schiedsrichter: Kruse (Neumünster). - Zuschauer: 1300.

 

Samstag, 5. Nov. 1960
Schwartau kommt mit Clasen.

In Oldesloe waren die Gäste immer sehr stark. Im letzten Heimspiel der Herbstserie hat der VfL Oldesloe morgen um 14.30 Uhr den VfL Schwartau als Gegner. Die Schwartauer haben seit dem Aufstieg der Kreisstädter stets die Punkte aus Bad Oldesloe mit nach Hause genommen. Bei dem zuletzt recht gut herausgekommenen Gast wirken die Neuzugänge Friedrich (Wilhelmshaven) und Clasen (VfL Oldesloe) mit. Der VfL spielt in gleicher Besetzung wie am Vorsonntag gegen Schleswig (1:3). Kommen die Oldesloer endlich mal wieder zu einem Sieg?

Beide Vereine erlaubten sich in ihren vorangegangenen Begegnungen zu Hause stets Niederlagen. Die Oldesloer unterlagen den Schwartauern im Stadion 1:2, 0:1 und die Schwartauer im Riesebusch den Oldesloern 1:4, 0:3. Dabei verschenkten sie nicht etwa die Punkte, sondern kämpften erbittert um sie. Die Schwartauer, jetzt auf dem 14. Tabellenplatz, bekamen durch Friedrichs und Clasen eine Sturmverstärkung, was sich in den beiden vorangegangenen Spielen (TuS Lübeck 2:1 und Itzehoe 1:1) abzeichnete. Von sechs Auswärtsspielen gewannen sie bisher das gegen TuS Lübeck. Man wird gespannt sein, wie Clasen gegen seine frühere Elf stürmen wird.

Ob die VfL-Aufstellung die richtige ist, darüber läßt sich streiten. Eines steht aber fest, daß sie mehr verspricht als die von Ostern 1960, die Schwartau 0:1 unterlag.
ST

 

Sonntag, 6. Nov. 1960 - 13. Punktspiel
VfL Oldesloe - VfL Schwartau 2:1 (1:0)

Verdient 2:1 für Oldesloe. Aber das Siegtor fiel erst in der 79. Minute. Nach sechs Spielen schafften die Oldesloer endlich wieder einen Sieg, der auf Grund einer guten Gesamtleistung vor der Pause verdient ist. Ein Spiel auf keinem allzu großen Niveau, aber mit viel Härte! Nach einem überlegenen ersten Durchgang der Oldesloer, die 3:0 hätten führen können, versuchten die Schwartauer es mit Kraft. Unzulängliche Sturmleistungen ließen sie jedoch scheitern. Schulz mußte in der 85. Minute verletzt vom Platz.

Lange nicht mehr sah man den Oldesloer Sturm so selbstlos und zweckmäßig spielen wie in den ersten 45 Minuten. Schnell und gefährlich Schulz und Alfred Liedtke, die wohl die größte Gefahr für Brandt darstellten. Aber auch die beiden Außenläufer imponierten durch ihre maßgerechten Flanken. Wilkens besser als zuletzt gegen Schleswig, aber noch etwas zu unbeholfen. In der Hintermannschaft gab es keine Schwächen. Auch Lütge überzeugte auf seinem neuen Posten. Ganz groß diesmal Lindemann wieder, der zusammen mit Peters die schlagsichersten Abwehrspieler auf dem Platz waren. Recht offensiv und dennoch stets abwehrbereit und geschickt im Aufbau Bliebenich und Erbs. Torwart Buls trifft keine Schuld an dem Gegentreffer, er war jederzeit Herr der Lage.

Vom Schwartauer Sturm hätte man eigentlich mehr erwartet. Clasen und Friedrich hatten nicht viel zu bestellen, obgleich sie noch die besten Spieler im Sturm waren. Recht gut auch Schäfer, während Friedländer und Vogt durch ihr langes Ballhalten viele Chancen vergaben. Von beiden Außenläufern konnte Voß gefallen, während Sebelefski oft über den Ball säbelte. Jahnke war unsicher, mußte mehrmals Liedtke und Schulz davonziehen lassen, so daß Leonhardt meistens rettend eingreifen mußte. Während Ratke durch große Härte auffiel und mehrmals ermahnt werden mußte, war Leonhardt rein spielerisch besser. Brandt begann recht nervös, verhinderte aber dennoch eine höhere Niederlage.

Allgemein ein klassearmes Spiel, das dem derzeitigen Tabellenstand beider Mannschaften entsprach.
SPM

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Egon Lütge, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Wilhelm Lindemann, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Liedtke, Heinz Schulz, Karl-August Wilkens, Manfred Dau.

VfL Schwartau: Brandt - Loenhardt, Ratke - Voß, Janke, Sebelefski - Friedländer, Friedrichs, Clasen, Voigt, Schäfer.

Tore: 1:0 Dau (15.), 1:1 Schäfer (66.), 2:1 Schulz (79.). - Schiedsrichter: Jensen (Lütjenburg). - Zuschauer: 850.

 

Samstag, 26. Nov. 1960
Schwere Aufgabe für den VfL.

Gut Heil Neumünster verlor zu Hause noch kein Spiel. Nach zwei Ruhesonntagen muß der VfL Oldesloe morgen um 11 Uhr auf dem Gut-Heil-Platz an der Tungendorfer Straße in Neumünster gegen den zu Hause noch ungeschlagenen Aufsteiger ETSV Gut Heil Neumünster antreten. Der VfL will unbedingt durch einen Sieg sein Punktekonto aufbessern, weil seine nächsten Gegner höchstwahrscheinlich der Spitzenreiter Holstein Kiel und der Tabellendritte Schleswig 06 sein werden.

Die Neumünsteraner, nach dem Kriege zum dritten mal in die Landesklasse aufgestiegen, erreichten in den 14 Spielen der laufenden Saison den vierten Tabellenplatz und werden morgen ihren Heimnimbus wahren und den Anschluß an die Spitze halten wollen. In ihren beiden vorangegangenen Auswärtsspielen - gegen VfL Schwartau 1:1 und VfB Kiel 1:3 - mußten sie drei Punkte abgeben.

Nachdem der VfL in seinem vorangegangenen Heimspiel Schwartau besiegt hat, ist man geneigt, ihm in Neumünster eine Chance einzuräumen. Technisch ist die VfL-Elf ebenbürtig. Die Platzherren, recht stark in ihren Schlüsselpositionen (Stopper Kaack, Torwart Ziemus, Mittelstürmer Godtknecht) werden dem VfL das Siegen aber recht schwer machen. Unbändiger Kampfgeist beseelt diese Elf, die von ihrem Angang laut angefeuert wird. Aus diesen Gründen dürfte dem VfL das Vorhaben nur gelingen, wenn er gute Kondition aufzuweisen hat und sein Sturm taktisch richtiger und schußfreudiger als bisher spielen sollte.
ST

 

Sonntag, 27. Nov. 1960 - 14. Punktspiel
Gut Heil Neumünster - VfL Oldesloe 4:2 (3:0)

Wieder imponierte Gut Heil! Feine Szenen der Neumünsteraner beim 4:2 über Oldesloe. Darüber besteht kein Zweifel: Mit Gut Heil Neumünster gewann die Mannschaft, die nicht nur reifer in der Spielauffassung war, sondern auch die bessere Kondition hatte. Auch als die Oldesloer in der 63. Minute auf 2:3 herankamen, bestand keineswegs die Gefahr, etwa einen Punkt verlieren zu können. Gut Heil nutzte die herausgearbeiteten Chancen sehr gut aus und spielte weiträumiger als die Oldesloer.

Von dem Fehler, der ihnen schon manche Niederlage gebracht hat, nämlich im Sturm zu engmaschig zu spielen, ließen die Oldesloer auch in Neumünster nicht ab, obgleich er beizeiten hätte erkennen müssen, daß damit gegen die schlagsichere Gut Heil-Abwehr nichts auszurichten sei. Die größte Gefahr ging im VfL-Sturm von Lütge aus, obgleich er mit Duggen Neumünsters routiniertesten Gegenspieler gegen sich hatte. Alfred Liedtke spielte zu eigensinnig, so schön seine Dribblings auch aussahen. Bliebenich in der zweiten Halbzeit im Sturm bot ebenso als Läufer wie auch als Stürmer eine recht gute Leistung. Sehr schwach dagegen Linksaußen Dau. Erbs als Außenläufer wie auch Alfred Liedtke gehörten zu den zuverlässigsten Oldesloer Spielern. Lindemann merkte man seine Verletzung noch an, die er sich im Länderpokalspiel der Amateure gegen Berlin zugezogen hatte.

Daß die guten Ergebnisse des Aufsteigers Gut Heil kein Zufall sind, unterstrich die Mannschaft auch gegen Oldesloe. Die spielerische Wandlung, die diese junge Mannschaft durchgemacht hat, ist erstaunlich. Das direkte, nahtlose Zusammenspiel ohne weitere Kunstpausen, ohne größere Zeitverluste, erfreut immer wieder. Wie die Elf innerhalb von 13 Minuten den Oldesloern den k.o. versetzte, das war schon imponierend. Die Erfolge der letzten Wochen sind aber im wesentlichen auch darauf zurückzuführen, daß mit Ziemus ein Mann im Tor steht, auf den sich die Abwehr verlassen kann. Gerade die Besetzung dieses wichtigen Postens hat den Neumünsteranern in den letzten Jahren ganz erhebliche Sorgen bereitet. Obgleich der Angriff durch den verletzten May seiner stärksten Kraft beraubt war, hat der Sturm sehr viele schöne Szenen gehabt. Die kleinen Außenläufer Widorski und Asmuß klebten wie Kletten an den Oldesloer Halbstürmern, während Kaack (einer der Jüngsten der Mannschaft) als Stopper Ruhe und Sicherheit ausstrahlte. Auch nach dem Spiel gegen Oldesloe sind wir davon überzeugt, daß die Elf auch in kommenden Punktauseinandersetzungen eine gute Figur abgeben wird!
SPM

Gut Heil Neumünster: Ziemus - Pahl, Duggen - Asmuß, Kaack, Widorski - Schulz, Helmers, Hein, Rehmke, Godknecht.

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Horst Liedtke, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Wilhelm Lindemann, Roland Erbs - Egon Lütge, Alfred Liedtke, Dieter König, Karl-August Wilkens, Manfred Dau.

Tore: 1:0 Schulz (25.), 2:0 Hein (28.), 3:0 Schulz (38.), 3:1 König (59.), 3:2 Erbs (63., Handelfmeter), 4:2 Schulz (80.). - Schiedsrichter: NN. - Zuschauer: NN.

 

Samstag, 3. Dez. 1960
Alter Bekannter aus der Bezirksliga.

TSV Schlutup in Oldesloe. Schwalke spielt zum ersten Mal beim VfL. In der ersten Runde der diesjährigen Vereinspokalspiele auf Landesebene haben die ersten Amateure des VfL Oldesloe morgen um 13.45 Uhr im Stadion die zweiten Amateure des TSV Schlutup zu Gast, der den letzten Teilnehmer des Kreises Stormarn auf Bezirksebene, TSV Trittau, mit 2:1 ausbootete. Man darf gespannt sein, wie der VfL in diesem klassenunterschiedlichen Kräftevergleich abschneiden wird.

In den beiden Herbstmeisterduellen Nordstaffel gegen Südstaffel im Winter 1957/58 (Bezirksklasse) trennten sich der VfL und der TSV bei gleichwertigen Leistungen 3:3 und 0:0. Während der VfL dann den Aufsteig schaffte, zählte der TSV in den nachfolgenden Jahren weiterhin zu den Titelanwärtern seiner Staffel. Er gehört auch zur zeit als Tabellenvierter zur Spitzengruppe, obgleich er infolge Besetzungsschwierigkeiten mehrmals Pech hatte. Der TSV besitzt eine für seine Klasse technisch gut durchgebildete kampfkräftige Mannschaft, die dem VfL alles abverlangen wird. Polizei Eutin unterlag zu Hause am Vorsonntag der TSV-Elf 2:0.

In diesem Treffen wird sich herausstellen, ob der VfL zugelernt hat oder nicht. Im Vorjahr konnte er die zweiten Amateure von Preußen Reinfeld 5:0 besiegen. Dem Nachwuchsspieler Schwalke wird erstmalig eine Chance in der Landesliga gegeben; alle anderen Spieler wurden in der laufenden Saison schon eingesetzt.
ST

 

Sonntag, 4. Dez. 1960
Fußball fiel aus.

Wegen des stürmischen und regnerischen Wetters ruhte der gesamte Fußball-Spielbetrieb.
ST

 

Samstag, 10. Dez. 1960
LBV Phönix im Stadion.

Lübecker wollen Revanche für die 1:3-Niederlage in der Herbstserie. Im ersten Spiel der Frühjahrsserie stehen sich um 14 Uhr im Stadion der VfL Oldesloe und der LBV Phönix gegenüber. Die auf den zehnten Platz abgerutschte VfL-Elf wird es gegen die zur Spitzengruppe aufgerückte Phönix-Elf schwerer haben als im Hinspiel.

Phönix, derzeit Tabellenfünfter, unterlag im Hinspiel zu Hause dem VfL 1:3, nachdem er im August 1959 schon einmal als Oberligist im Stadion von der VfL-Elf besiegt worden war. Seit der letzten Niederlage ist der LBV aber bedeutend stärker geworden. Er erreichte mit 13 Spielen 18:8 Punkte und würde das beste Punktergebnis der Herbstserie nachzuweisen haben, wenn er seine beiden Nachholspiele gegen TSV Siems und UT Kiel gewönne, den Spitzenreiter Holstein Kiel Amateure erzielte in seinen 15 Spielen nur 21:9 Punkte. Ohne Zweifel gehen die Phönixer als Favoriten in den bevorstehenden Kampf.

Der VfL konnte in den letzten zehn Spielen nur zwei Siege (gegen Phönix und Schwartau) verzeichnen. Das ist herzlich wenig. Die nächsten Gegner des VfL nach Phönix sind Holstein Kiel und Schleswig 06, die bestimmt keine Punktlieferanten sein werden. Dennoch glaubt Trainer Paul Nowakowski, mit der VfL-Elf einen sicheren Tabellenplatz zu erreichen. Wenn Alfred Liedtkes Verletzung noch nicht ausgeheilt sein sollte, spielt für ihn Swenzitzki.
ST

 

Sonntag, 11. Dez. 1960
LBV Phönix blieb zu Hause.

Schiedsrichter erklärte Stadion für unbespielbar. Nachdem am Vorsonntag schon das Pokalspiel der ersten VfL-Amateure gegen den TSV Schlutup wegen Unbespielbarkeit des Stadionrasens abgesetzt worden war, fiel gestern das Punktspiel gegen den LBV Phönix buchstäblich ins Wasser. Um 11.30 Uhr wurde das Stadion vom Schiedsrichter Saul (Neumünster) für unbespielbar erklärt. Der VfL hatte sein Möglichstes getan, um den Platz bespielbar zu machen. So wurden u.a. beide Tore versetzt, weil die Torräume nur noch Morastlöchern glichen. Die Plätze I bis III auf dem Exer waren bereits am Samstag von der Stadtverwaltung für Spiele gesperrt worden.
ST

 

Samstag, 24. Dez. 1960
VfL gegen TSV Schlutup.

Morgen Pokalspiel im Travestadion. Die wegen schlechten Wetters am 4. Dezember ausgefallenen Spiele der ersten Pokalrunde auf Landesebene werden nun morgen nachgeholt. Im Rahmen dieser Begegnungen empfangen die ersten Amateure des VfL Oldesloe die zweiten Amateure des TSV Schlutup um 13.45 Uhr im Stadion.

Wie schon in den Vorjahren, so spielen auch in der laufenden Saison die Schlutuper in der Nordstaffel des Bezirks Lübeck. Immerhin Tabellenfünfter, stellen sie für die VfL-Elf einen beachtenswerten Gegner dar, der eine enorme Kampfkraft entwickeln kann und im Durchschnitt technisch gut versiert ist.

In diesem Kräftevergleich wird sich herausstellen, ob die in ihren vorangegangenen Punktspielen nicht ganz überzeugenden VfLer diesen klassenniederen Gegner zu halten verstehen und darüber hinaus Tore schießen können, was in den bisherigen Spielen der Saison beim VfL-Sturm zu wünschen übrig ließ.
ST

 

Sonntag, 25. Dez. 1960 - Pokalspiel
VfL Oldesloe - TSV Schlutup 4:1 (1:1)

Sieben Mann Ersatz und dennoch 4:1. Schlutup hielt lange ein 1:1. Durch eine glänzende zweite Halbzeit konnten die Oldesloer das Pokaltreffen gegen den Bezirksligisten Schlutup noch verdient 4:1 für sich entscheiden, obgleich sie auf sieben ihrer Stammspieler verzichteten. Die Kampfkraft der Schlutuper erlahmte nach der Pause, nachdem sie bis dahin gleichwertig gegen den Amateurligisten mitgemischt hatten.

Mittelstürmer spielte nicht König, sondern Rust. Für Herfurt, Schwalke und Jürgensen war es der erste Einsatz in der Amateurliga. Sie zogen sich ebenso wie die Reservespieler Rust, Swenzitzki, Kößling und Wasmund mit den vier Stammspielern Wilkens, Dau, Lütge und Erbs recht gut, jedenfalls besser als erwartet, aus der Affäre. Obgleich der glatte, mit leichter Schneedecke überzogene Rasenplatz im Stadion keine hohen technischen Leistungen zuließ, wurde ein kampffreudiges Spiel gezeigt, das bestimmt mehr als 190 Besucher verdient gehabt hätte. Die VfL-Elf fand sich erst nach 45 Minuten zu einer recht produktiven Spielweise. Ihre Fünferreihe kam durch geschicktes Kombinieren innerhalb von vier Minuten gegen eine recht stabile gegnerische Abwehr zu zwei Toren. In der Hintermannschaft überragte Wilkens als Stopper. Vom Schlußdreieck ist besonders Herfurt zu erwähnen.

Die Schlutuper sahen bis zur Pause nicht wie Verlierer aus, waren im Mittelfeld durchaus gleichwertig, in der Auswertung jedoch harmlos. Gefährlich Sterly und Böttcher, die, gut unterstützt von Steffen, Wasmunds Tor mehrmals in Gefahr brachten. Dagegen vergab Bade mehrmals durch unüberlegtes Handeln Erfolgschancen. Nagrotzki verhinderte im ersten Durchgang eine höhere Niederlage, aber Möller und Müller verloren nach der Pause die Übersicht (durch massierte Ansammlung!) in ihrem Strafraum. Die bis dahin so zielstrebige Spielweise des TSV-Sturms verlor an Druck, obgleich Steffen und Beier im Aufbau unermüdlich waren.

Allgemein ein Spiel, in dem sich der Klassenunterschied nach der Pause erst bemerkbar machte.
SPM/ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Wasmund - Günther Herfurt, Wolfgang Schwalke - Sven Jürgensen, Karl-August Wilkens, Roland Erbs - Egon Lütge, Udo Swenzitzki, Günter Rust, Manfred Dau, Martin Kößling.

TSV Schlutup: Nagrotzki - Möller, Müller - Steffen, Ulrich, Beier - Bohnke, Böttcher, Sterly, Janicki, Bade.

Tore: 1:0 Swenzitzki (26.), 1:1 Steffen (30.), 2:1 Swenzitzki (72.), 3:1 Kößling (76.), 4:1 Lütge (89., Foulelfmeter). - Schiedsrichter: Freiberg (Lübeck). - Zuschauer: 190.

 

 

 

Bis zum Jahr 1970