Kreissportverband Stormarn

Das Jahr 1962

 

Montag, 12. Februar 1962
Nur jeder Zehnte Mitglied eines Sportvereins.

Trotzdem zufriedenstellende KSV-Statistik. Nur sieben Vereine ohne Sportlerinnen. Jedes Jahr zum 1. Februar müssen die Sportvereine dem Kreissportverband Stormarn ihre Bestandsmeldungen aufgeben, die Aufschluß geben über Mitgliederbewegung, altersmäßige Zusammensetzung und über den Sportbetrieb. Zur Zeit gehören dem Kreissportverband 38 Vereine an. Zwei Neuaufnahmen sind beantragt, so daß 1962 die Zahl 40 erreicht ist. Das sind fünf Vereine mehr als 1961, und auch die Mitgliederzahl stieg erheblich an. Mit 6748 gegenüber 6345 nähert sie sich der 7000-Grenze. Löwenanteil bei der Mitgliederwerbung hatten Preußen Reinfeld mit 166 und TSV Bargteheide mit 61 Neuaufnahmen; ein klares Beispiel, daß durch den Zuwachs an Turnhallen auch der Sportbetrieb wächst.

Die Kreisstadt Bad Oldesloe ist mit sechs Vereinen stark vertreten, von denen allein der VfL Oldesloe mit 1204 Mitgliedern der größte Verein im Kreise ist. Der kleinste ist der 1909 gegründete Lehrerkegelklub Bargteheide mit zehn Herren und fünf Damen, der aber trotz seiner geringen Mitgliederzahl jede Woche einmal seinen Übungsbetrieb durchführt. Der THC Blau-Weiß Bad Oldesloe wiederum besitzt mehr weibliche als männliche Mitglieder in seinen Reihen. Hohe Mitgliederzahlen haben ebenfalls TSV Bargteheide, Preußen Reinfeld, TSV Trittau, TSV Oldesloe 07 und THC Ahrensburg. Die meisten passiven Mitglieder hat die Bürgerschützengilde Bad Oldesloe mit fast 50 Prozent der Mitgliederzahl.

Die Vereine betreiben vielseitigen Sport. Zwar gibt es 14 „reine“ Fußballvereine und die Spezialsparten Tennis, Schach (je 2), Schießen, Fechten und Kegeln (je 1), aber das Gros hat zumindest eine zweite Sportart dabei. Unter Berücksichtigung der genannten Zahlen sind die Sparten wie folgt vertreten: Fußball (26), Tischtennis (14), Leichtathletik und Turnen (je 10), Handball (6), Schwimmen (4), Tennis, Schießsport, Versehrtensport, Wintersport, Kegeln, Schach, Wandern, Laienspiel (je 2), Federball, Boxen, Tanz, Reiten, Fechten (je 1).

Von den 6748 Mitgliedern sind 4993 männlichen und 1755 weiblichen Geschlechts. 1590 gelten als passiv. Nur sieben Vereine haben keine weiblichen Sportlerinnen, sieben besitzen keinen Schülernachwuchs und sechs sind ohne Jugend zwischen 15 und 18 Jahren.

Im allgemeinen sind die Mitgliederzahlen konstant geblieben, nur zwölf melden mehr Abgänge als Zugänge. Werden diese Zahlen allerdings mit der Einwohnerzahl der Städte beziehungsweise Gemeinden verglichen, so kommt doch klar zum Ausdruck, daß nur jeder Zehnte Mitglied deines Sportvereins ist.

Hervorzuheben ist, daß einige Vereine, und zwar Landvereine, sich nicht nur sportlich, sondern auch kulturell betätigen. Darüber hinaus herrscht bei mehreren eine starke Wanderlust, und jedes Jahr wird ein Teil der Sportjugend auf Fahrt geschickt.

Der Landessportverband bemüht sich, die Dinge zu forcieren und wird einen Wettbewerb für den zweiten Weg ausschreiben. Den Vereinen winken dabei wertvolle Geldpreise.

Ein wesentliches Hindernis der freiwilligen Sportbetätigung ist seit dem 1. Januar aus dem Wege geräumt, denn alle sich beim Verein betätigenden Sportler sind auch als Nichtmitglied gegen Unfall versichert.

Auch das Alter der Vereine ist interessant. Veteran ist die Bürgerschützengilde von 1627 Bad Oldesloe. Es folgen das Geburtstagskind VfL (1862), TSV Bargteheide (1868) und TSV Trittau (1899). Vier weitere Vereine wurden vor dem ersten Weltkrieg, sieben danach gegründet. Zwischen 1933 und 1945 geschah in dieser Hinsicht nichts und erst 1947 und 1949 entstanden zwölf Vereine. Die restlichen 13 sind jünger als zehn Jahre. Benjamin ist Jugend und Sport (JuS) Fischbek.

Leider kann sich diese statistische Erhebung nur auf einen Teil der Vereine beziehen, denn die im Hamburger Randgebiet liegenden gehören auch dem Hamburger Verband an. Aber auch sie pflegen sportlichen Kontakt mit ihren Stormarner Kameraden und der Kreissportverband hat sie wiederum bei den Ausschüssen des Kreises zu vertreten.

Abschließend kann gesagt werden, daß der Stormarner Sportbetrieb seit Ende des Krieges ständig gewachsen ist; mit Spannung wird das 7000. Mitglied erwartet.

ST

 

Samstag, 10. März 1962
Übungsleitermangel ist zu überwinden.

Auf dem Verbandstag des Kreissportverbandes Stormarn in „Wiggers Gasthof“ wies der Vorsitzende des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Karl Bommes (Kiel), einen Weg, wie dem Mangel an Übungsleitern abgeholfen werden kann. Der Landessportverband will künftig die Hälfte des Gehalts für einen Sportlehrer tragen. Wenn sich mehrere Vereine zusammenschließen, um einen Übungsleiter hauptamtlich einzustellen, dann brauchen sie nur noch die Hälfte des Gehalts aufzubringen. Der Übungsleiter könnte dann bei beispielsweise drei Vereinen zweimal in der Woche an einem Ort das Training durchführen.

Wie Karl Bommes weiter mitteilte, sollen besonders begabten jungen Sportlern und Sportlerinnen Stipendien für ein Sportstudium gewährt werden, wenn sie sich verpflichten, anschließend fünf Jahre als Lehrkräfte in Schleswig-Holstein zu bleiben. Die Beihilfen sollen 120 DM im Monat betragen und auch in den Semesterferien gezahlt werden.

Den Delegierten lagen die Jahresberichte der einzelnen Sparten schriftlich vor. Dem Kreissportverband gehören, wie der 1. Vorsitzende Hansjoachim Berg (Hoisdorf) erläuterte, zur Zeit 39 Sportvereine an. Weitere Vereine bemühen sich um die Aufnahme. Besonders stark hat sich der Vorstand mit der Förderung des Übungsstättenbaues beschäftigt. Vorstellungen beim politischen Kreis Stormarn hatten den Erfolg, daß die Etatmittel für den Bau von Sportstätten verdreifacht wurden.

Der Vorsitzende kritisierte die teilweise mangelhafte Disziplin der Sportler bei der sportärztlichen Untersuchung und dankte den Sportärzten. Der besondere Dank des Vorsitzenden galt den Vereinen, die ihre Mitglieder nicht nur sportlich, sondern auch kulturell betreuen, sei es durch Tonfilmvorführungen oder die Einrichtung von Tanzkreisen, durch Laienspiel, Basteln, Werken und Wanderfahrten. Hier eröffne sich allen Vereinen ein großes Betätigungsfeld.

  • Der Kreissportjugendausschuß wies in seinem Jahresbericht besonders darauf hin, daß er auch 1961 den Jugendgruppen bei der Finanzierung ihrer verschiedenen Vorhaben geholfen hat. Er plant für 1962 verschiedene Lehrgänge.
  • Der Kreisfußballverband bedauert das Absinken des Leistungsniveaus. „Spieler und technische Führungskräfte müssen endlich erkennen, daß ohne ernstes und planmäßiges Üben heute keine Erfolge mehr zu erringen sind.“ Der Kreisfußballverbandstag wird am Schlußtage der Sportwoche stattfinden, die der VfL Oldesloe anläßlich seines 100jährigen Vereinsjubiläums im Mai veranstaltet. Nachmittags soll ein Fußballspiel gegen einen großen Gegner stattfinden.
  • Sehr zufrieden äußert sich der Kreishandballverband über das abgelaufene Spieljahr. Die Leistungen hätten, wie einzelne Vereine durch ihr erfolgreiches Abschneiden bei auswärtigen Turnieren bewiesen, einen beachtlichen Grad erreicht.
  • Der Kreisleichtathletikverband führte 1961 14 Veranstaltungen durch. Es gab in der Spitze einige Höchstleistungen, aber auch in der Breite waren die Ergebnisse gut.
  • Die Sportschützen wandten ihre besondere Aufmerksamkeit der Förderung des Nachwuchses zu.
  • Von der Sparte Tennis ist besonders erwähnenswert, daß die ersten Herren des THC Blau-Weiß Oldesloe nach dem Sieg im Aufstiegsspiel gegen Lauenburg nach sechs Jahren wieder in die B-Klasse zurückgekehrten.
  • Der Tischtenniskreisverband bezeichnete 1961 als das bisher erfolgreichste Jahre seines Bestehens. Gegenwärtig spielen 30 Mannschaften.
  • Der Höhepunkt im Leistungsturnen war der Sieg der Stormarner Turner und Turnerinnen im Drei-Kreise-Vergleichskampf gegen Segeberg und Lauenburg.

Auf Antrag von Kickbusch (Elmenhorst?????) erteilten die Delegierten dem Gesamtvorstand Entlastung. Der 2. Vorsitzende des Kreissportverbandes, Erwin Gesche (Reinfeld), leitete dann die Neuwahlen. Sie hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Hansjoachim Berg (Hoisdorf), Kassenwartin Else Wolgast (Bad Oldesloe), Beisitzer Ernst Otto (Bad Oldesloe) und Kurt Meinssen (Hoisbüttel), Kassenprüfer Franz Bartkowiak (Bad Oldesloe) und Arnold Fröhlich (Rethwisch). Die Posten des Sportwarts und der Mädelwartin bleiben vorerst unbesetzt.

ST

 

Mittwoch, 16. Mai 1962
Jugend erlebte „Ewiges Olympia“.

In der Aula der Mittelschule sahen 60 Jugendliche eine Farbbildreihe über die Ausgrabungsarbeiten der Olympischen Gesellschaft in Griechenland. Beeindruckt waren die Jugendlichen bei dem Anblick der Straße in Olympia, die zur Antiken Kultstätte führte. Am Eingang zu diesem Heiligtum sah man den Marmorblock, in welchem das Herz des Begründers der modernen olympischen Spiele, des Franzosen Coubertin, ruht. Vor nicht langer Zeit lag das Stadion von Olympia noch unter einer sieben Meter hohen Lehmschicht verborgen, nun sah man die in Stein gehauenen Startschwellen. Dieser Vortrag war eine Vertiefung der olympischen Idee und paßte in den Rahmen der ersten Jugendsportwoche.

ST

 

Sonntag, 9. September 1962
Kreisturn- und Sportfest im Sonnenschein.

Schönes Spätsommerwetter begünstigte den Verlauf des Kreisturn- und Sportfestes auf dem Bargteheider Jahnplatz, dessen Laufbahn leider in schlechtem Zustand war. Weil die Lübecker Vereine fehlten und zahlreiche junge Sportler bei der Ernte halfen, war das Teilnehmerfeld nicht ganz so groß wie in den Vorjahren. Die besten Leistungen gab es bei der männlichen Jugend B durch Henning Witt (VfL) 5,90 Meter weit, Wolfgang Klippel (VfL) 11,8 Sekunden über 100 Meter und Hartmut Assmy (TSV Bargteheide) 12,35 Meter im Kugelstoßen. Bei den Männern ragen die 6,65 Meter im Weitsprung von Hilmann (VfL) heraus.

ST

Ergebnisse der Teilnehmer des VfL - Männer, 100 Meter: 1. Diethard Reichardt 11,5 Sekunden, 2. Siegfried Horn 11,6; 400 Meter: 1. Diethard Reichardt 57,0 Sekunden, 2. Siegfried Horn 58,2; 800 Meter: 1. Siegfried Horn 2:15,9 Minuten, 2. Klaus Zeising 2:19,3, 3. Hans-Georg Zeising 2:23,9; 1500 Meter: 2. Klaus Zeising 4:42,9 Minuten, 3. Hans-Georg Zeising 4:48,9; 3000 Meter: 2. Hans-Georg Zeising 10:25,5 Minuten; Weitsprung: 1. Uwe Hilmann 6,65 Meter, 2. Diethard Reichardt 6,22, 3. Siegfried Horn 6,14; Hochsprung: 1. Uwe Hilmann 1,68 Meter, 3. Peter Dahms 1,54; Kugelstoßen: 2. Siegfried Horn 10,51 Meter, 3. Dankwart Behnke 10,44; Männliche Jugend A, Hochsprung: 3. Gerhard Padderatz 1,48 Meter; Männliche Jugend B, 100 Meter: 1. Wolfgang Klippel 11,8 Sekunden, 2. Henning Witt 12,4, 3. Manfred Bannas 12,4; 800 Meter: 1. Henning Witt 2:28,8 Minuten; Weitsprung: 1. Henning Witt 5,90 Meter, 2. Manfred Bannas 5,79; Schlagballwurf: 2. Wolfgang Röhrs 70,5 Meter, 3. Wolfgang Klippel 65 Meter; Weibliche Jugend B, 100 Meter: 3. Jutta Ebel 14,4 Sekunden; Schleuderballwurf: 3. Heidemarie Nowak 30 Meter; Schlagballwurf: 1. Heidemarie Nowak 49 Meter, 3. Hanna Becker 39 Meter; Kugelstoßen: 3. Jutta Ebel 7,70 Meter.

Turner - Gemischter Siebenkampf: 1. Rolf Meinel 54,85 Punkte; Turnerinnen - Gemischter Sechskampf: 3. Ursula Reichardt 37,70, 4. Kerstin Bruder 32,40; Jugendturner A - Gemischter Sechskampf: 1. Eggert Schiele 47,78, 2. Otto Dittmann 44,30; Jugendturnerinnen B - Gemischter Vierkampf: 1. Karola Vandeck 30,30.

 

 

Bis zum Jahr 1970