Schuljahr 1961 - 62  Zeitraum Januar - März 1962

 

Dienstag, 2. Januar 1962

Nachruf

Unser allseitig beliebter Lehrer Herr Studienrat Dr. phil. Hans Kahl verstarb am 29. Dezember 1961.

In Dankbarkeit werden wir seiner gedenken. Der Vorstand des Vesdoro: Hans Werner Meyer, Willi Wigger.

Trauerfeier am Mittwoch, dem 3. Januar 1962, in der Peter-Pauls-Kirche.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.1.1962

 

Mittwoch, 3. Januar 1962

Wieder Radfahrprüfungen

st. – In Zusammenarbeit mit der Polizei und den Schulen will die Stormarner Kreisverkehrswacht in diesem Jahr wieder verstärkt Radfahrprüfungen für Schüler veranstalten. Dabei müssen die Kinder theoretisch und praktisch beweisen, daß sie als Radfahrer absolut verkehrssicher sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.1.1962

 

Donnerstag, 4. Januar 1962

Nachruf

Am 29. Dezember 1961 verstarb Herr Studienrat a.D. Dr. Hans Kahl.

Lehrer- und Schülerschaft der Theodor-Mommsen-Schule haben gestern von ihm, der 30 Jahre lang unermüdlich und erfolgreich an unserem Gymnasium gewirkt hat, Abschied genommen. Wir werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.

Für die Theodor-Mommsen-Schule: Dr. Tiedemann, Oberstudiendirektor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.1.1962

 

Sonnabend, 6. Januar 1962

Zweite Prüfung bestanden

n. – Gestern vormittag bestand Frau Lorenz von der Königin-Luise-Schule ihre zweite Mittelschullehrerprüfung mit „gut“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1962

 

Sonnabend, 6. Januar 1962

Rohrbruch in der Mittelschule

n. – In den Umkleideräumen der Mittelschulturnhalle verursachte ein Rohrbruch Decken- und Wandschäden. Im Januar vorigen Jahres war fast an der gleichen Stelle durch Muffenbruch ein ähnlicher Schaden entstanden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1962

 

Sonnabend, 13. Januar 1962

Kapitäne dankten Oldesloer Mittelschülern

Echo auf Weihnachtsgrüße an Rettungsstationen – Ansporn für Dienst am Nächsten

n. – Der weihnachtliche Aufruf des Kreisjugendpflegers Bendrien, die einsamen Menschen am Heiligen Abend nicht zu vergessen, fand bei den Schülern der Oldesloer Mittelschule Widerhall. In einer Diskussionsstunde beschlossen die Schüler einer Abschlußklasse, Männern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger Dank zu sagen und eine frohe Weihnacht zu wünschen. Sie schrieben die verschiedenen Rettungsstationen an der Nord- und der Ostseeküste an, das Echo blieb nicht aus.

So beantwortete ein Funker der Seenotwache Westerland den Brief des Schülers Rolf Molinski:

„… Auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank für die Weihnachtsgrüße und die Glückwünsche zum neuen Jahr. Es hat mich sehr gefreut, daß auch fremde Menschen an uns Angehörige der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gerade in dieser doch eigentlich sehr lieblosen Zeit gedacht haben. Für mich persönlich ist es ganz besonders erfreulich, daß es gerade die Jugend ist. Ich sage mir, daß wir, wenn es eine solche Jugend gibt, keine Angst um die Zukunft unseres Vaterlandes zu haben brauchen. … Vergiß nicht, für den Frieden zu arbeiten, für einen Frieden in Freiheit für ganz Deutschland und für die Welt. …“

Ein Kapitän schrieb an Hannelore Wollendorf:

„Du hast an den Vormann unserer Rettungsstation in Grömitz kurz vor Weihnachten einen sehr lieben Brief geschrieben und ihm damit eine große Freude bereitet. Wir haben daraus gespürt, mit welch warmherzige Anteilnahme Ihr unsere Arbeit verfolgt, dafür danken wir Dir, Deinen Mitschülern und Deinem Klassenlehrer Hafemann, daß Ihr Euch hinter die Rettungsgesellschaft stellt, helfend oder mit guten Gedanken ist uns Freude und Ansporn.“

Ein weiterer Brief kam aus dem Bezirk Unterelbe:

„Liebe Renate! Unsere Rettungsmänner sind mit ihrem Rettungskreuzer „H.H. Meyer“ auf See und können Dir heute für Deinen lieben Brief nicht danken. So wenn ich Dir sagen, daß Du ihnen mit Deinem Schreiben wirklich eine Freude bereitet hast. Ihr selbstloser Dienst an dem Werk der Menschlichkeit ist ihnen selbstverständlich, aber eine Anerkennung vom Binnenlande macht den Rettungsbesatzungen eine besondere Freude. …“

Der Schreiber, Kapitän Dembski, hatte ein Foto des Kreuzes und Schriften über das Rettungswesen beigelegt.

Was haben diese jungen Menschen neben Vokabeln und Formeln gelernt? Daß ein gutes Wort zur rechten Zeit viel Freude schenken kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.1.1962

 

Freitag, 19. Januar 1962

Noch kein Schüleraustausch mit England

st. – Der geplante Schüleraustausch zwischen dem Theodor-Mommsen-Gymnasium und der Grammar School in Rye an der Südostspitze Englands wird in diesem Jahr noch nicht durchgeführt. Entgegen den Erwartungen des englischen Schulleiters ist die Neigung der angesprochenen Familien in Rye, einen Jungen oder ein Mädchen während der großen Ferien auf drei Wochen nach Bad Oldesloe zu schicken, sehr gering. Den Eltern ist die gegenwärtige politische Lage zu ungewiß. Nur acht fanden sich bereit. Da eine Reisegruppe 15 Mitglieder haben muß, wenn sie Fahrpreisermäßigung in Anspruch nehmen möchte, kommt der Austausch nicht zustande. Es war geplant, daß 15 Oldesloer Oberschüler Ende April auf drei Wochen nach Rye fahren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.1.1962

 

Freitag, 19. Januar 1962

Mündliches Abitur am 12. Februar

st. – Die 41 Oberprimaner der Theodor-Mommsen-Schule absolvierten vom 8. bis 11. Januar den schriftlichen Teil der Reifeprüfung. Das mündliche Abitur wird voraussichtlich am 12. Februar beginnen und zwei bis drei Tage dauern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.1.1962

 

Sonnabend, 20. Januar 1962

Frohe Stimmung auf Vesdoro-Abend

st. – Sein traditionelles Grünkohlessen feierte der Vesdoro im Gasthof Wigger. Vorsitzender Hans Werner Meyer begrüßte unter den zahlreich versammelten Senioren besonders die ehemaligen Lehrer der Oldesloer Oberschule, an der Spitze der pensionierte Oberstudiendirektor Staberock sowie den jetzigen Direktor Dr. Tiedemann und als jüngeren Vertreter des Kollegiums Oberstudienrat Dr. Marquardt. Der Hamburger Freundeskreis ehemaliger Oldesloer Oberschüler übermittelte Grüße. Gäste des Grünkohlessens waren ferner der Vorsitzende der Vereinigung ehemaliger Stormarnschüler aus Ahrensburg, Gerret Zielke, und einer der Senioren dieser noch jungen Vereinigung, Wilfried Krull, der in einer Ansprache auf die vielfältigen Verbindungen zwischen diesen beiden Ehemaligen-Vereine hinwies.

Der Abend verging mit besinnlichen und lustigen Vorträgen. Besonders die Senioren schwelgten in Erinnerungen, in denen tote Experimentiermäuse der Schule, „Exzesse“ der Schüler und der Schulkarzer eine Rolle spielten. Aber auch die nicht so zahlreich erschienenen jüngeren Ehemaligen trugen mit Vorträgen zum Gelingen des Abends bei. Der „Auftritt“ der drei Fußballfans Dr. Marquardt, Rechtsanwalt Kuhlmann und Busch (vom Kreisschulamt) und eine Wiedergabe ihres Kampfgesanges für den VfL machten große Freude. Recht originell trug Anders Stüwe jun. mehrere Gedichte vor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.1.1962

 

Sonntag, 21. Januar 1962

Lehrer i.R. Adolf Kühl im 90. Lebensjahr gestorben.

 

Mittwoch, 24. Januar 1962

Abschied von Lehrer Kühl

st. – Eine große Trauergemeinde gab dem im 90. Lebensjahr verstorbenen ehemaligen Lehrer Adolf Kühl auf dem Neuen Friedhof das letzte Geleit. In seiner Traueransprache in der voll besetzten Kapelle würdigte Pastor Stoltenberg das Leben und Wirken des Verstorbenen.

Er war als junger Lehrer um die Jahrhundertwende in Nahe, dann in Loop bei Nortorf tätig. Von 1908 bis 1934 unterrichtete er in Rethwisch. Gleichzeitig war er dort Organist, und über zehn Jahre stand er dem früheren Amtsbezirk in Rethwisch vor. Nach seiner Übersiedlung nach Bad Oldesloe im Jahr 1934 half er, obwohl er im Ruhestand lebte, an der Stadtschule und an der Berufsschule aus. Von 1936 bis 1947 war er außerdem Mitglied des Oldesloer Kirchenvorstandes. Es war ihm vergönnt, im Jahre 1950 im Kreise seiner vier Kinder und zahlreicher Enkel goldene Hochzeit mit seiner Frau zu feiern. 1954 starb sie.

Bei der Kranzniederlegung an der Gruft sprachen Hauptinspektor Leinius für das Amt Oldesloe-Land, Pastor Tolkiehn für die Kirchengemeinde Rethwisch, Lehrer i.R. Lüth (früher Meddewade) für den plattdeutschen Kring und als Kollege und der Vorsitzende der Kyffhäuserkameradschaft Westphal als Kamerad und Nachbar herzliche Worte des Abschieds.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1962

 

Freitag, 26. Januar 1962

Mittelschulen im sportlichen Kampf

st. – Am Sonnabend erwartet die Königin-Luise-Schule eine Gruppe von Schülern und Schülerinnen der Aumühler Mittelschule unter Führung von Rektor Hormann (früher an der Königin-Luise-Schule) zu einem sportlichen Vergleichskampf. Je sechs Jungen und Mädchen sollen einen Gerätewettkampf auf der Grundlage der Bundesjugendspiele austragen. Den Abschluß des Sportprogramms bilden Basketballspiele der Jungen und Mädchen. Am Abend findet ein geselliges Beisammensein statt. Für den Sonntagvormittag sind zwei Handballspiele vorgesehen. Im Februar wollen die Oldesloer Mittelschüler den Aumühlern einen Gegenbesuch abstatten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.1.1962

 

Sonnabend, 27. Januar 1962

Aumühler Mittelschüler zu Gast

Königin-Luise-Schüler gewannen Vergleichswettkampf

n. – Die Turnhalle der Königin-Luise-Schule war festlich geschmückt worden für den Besuch einer Gruppe von Schülern der Fürstin-Ann-Marie-von-Bismarck-Schule Aumühle, die mit ihrem Schulleiter Hormann (früher an der Königin-Luise-Schule) und den Turnlehrkräften in die Stormarner Kreisstadt gekommen war, um einen Turnvergleichskampf mit ihren Oldesloer Kameraden auszutragen.

Nach dem Einzug der Mannschaften sprach Rektor Harry Hiller Begrüßungsworte, die auch dem Vorsitzenden des Ortsausschusses für Leibesübungen, Studienrat a.D. Christian Ohrt, und dem Vorsitzenden des VfL, Walter Busch, galten. Anschließend gab Schulrat Heinrich Lüth eine Sinndeutung des Schulturnens.

Die Teilnehmer hatten je zwei Übungen an vier Geräten zu turnen, und mancher Schüler wuchs über sich hinaus, um am Sieg seiner Schule beteiligt zu sein. Nach dem zweiten Durchgang am Reck führten die Oldesloer Jungen mit 14 Punkten, die Mädchen erhöhten den Vorsprung um weitere 10,5 Punkte und lagen bis zum Schluß in Führung.

Mit 354,5 Punkten gewannen die Jungen das Turnen vor Aumühle (312). Die Mädchen siegten mit 349 Punkten vor der Aumühler Vertretung (316,5), so daß der Mannschaftssieg der Oldesloer Mittelschüler mit 75 Punkten wider Erwarten ziemlich hoch ausfiel (703,5:628,5).

Einzelsieger beim Vierkampf wurde Uwe Müller (61 Punkte) vor Peter Reimers (60) und Rainer Bruhns (59), alle Oldesloe. Bei den Mädchen siegte Henrike Göttsch (60), den zweiten Platz teilten sich Karola Vandeck (Oldesloe) und Angelika Ludwig (Aumühle) mit 59 Punkten.

Ein schnelles und technisch reifes Basketballspiel gewannen die Oldesloer Jungen mit 19:10 Körben, mit 15:5 Körben bezwangen die Mädchen ihre Gegner aus Aumühle. Nur im Hallenhandball schlugen die Aumühler Jungen die Gastgeber mit 19:16 durch ihr taktisch kluges Spiel, die Mädchen aber überließen den Oldesloerinnen den Sieg (8:5).

Mit einem gemeinsamen Essen begann in Anwesenheit des Oldesloer Kollegiums der gesellige Teil des Vergleichskampfes. Mit Labskaus und Vanilleäpfeln bewiesen die Mädchen ihre Kochkunst. Rektor Hiller begrüßte als Gast dabei Schulrat Rickert aus Lauenburg, der früher die Oldesloer Volksschule leitete.

Der Rückkampf in Aumühle findet am 17. Februar statt; im Sommer sind leichtathletische Wettkämpfe vorgesehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.1.1962

 

Donnerstag, 8. Februar 1962

Lehrer i.R. Heinrich Lemburg im 88. Lebensjahr gestorben.

 

Freitag, 9. Februar 1962

Heinrich Lemburg gestorben

FOTO!!!!!

st. – Sechs Tage nach seinem 87. Geburtstag starb Lehrer i.R. Heinrich Lemburg. Ein gütiges Geschick ersparte diesem bis zum Schluß arbeitsfreudigen Manne, der bis zu seinem 67. Lebensjahr als Lehrer tätig gewesen war und sich um die Imkerei in Stormarn sehr verdient gemacht hat, ein langes Krankenlager.

Der Deutsche Imkerbund verliert in ihm einen Ehrenmeister. Zugleich war Heinrich Lemburg Ehrenvorsitzender, des Oldesloer Geflügelzuchtvereins und Ehrenmitglied des Kleingartenvereins Hohenkamp, den er 18 Jahre lang geleitet hatte. In der Bürgerschützengilde war er das älteste Mitglied. Über 50 Jahre gehörte er dem Kyffhäuserbund an.

Von 1895 bis 1937 wirkte Heinrich Lemburg als Lehrer in Elrnenhorst, Sühlen, Vinzier und Rethwischdorf. Neben der Liebe zur Jugend erfüllte ihn die Liebe zur Natur. Sie bewog ihn, sich mit der Bienenzucht, der Hühnerzucht und dem Gartenbau zu beschäftigen. Bis zum Schluß versorgte er seinen Bienenstand im Garten hinter seiner Wohnung in der Bahnhofstraße selbst.

Es war ihm vergönnt, im Juni vorigen Jahres mit seiner Frau Alwine im Kreise seiner fünf Kinder, acht Enkel und fünf Urenkel diamantene Hochzeit zu feiern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1962

 

Donnerstag, 15. Februar 1962

Vierzig Abiturienten bestanden

st. – Vierzig Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule bestanden die in den letzten drei Tagen abgehaltene Reifeprüfung. Den Vorsitz führte am ersten Tage Oberschulrat Professor Holm und am zweiten und dritten Tage Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann.

Die Namen der Abiturienten:

Klasse OIs1:

Ulrike Alshuth (Studienrätin); Hans-Georg Feddern (Wirtschaftsjurist); Ingrid Folkens (Apothekerin); Dagmar Heyn (Verwaltungsinspektorin); Heide-Rose Hoellger (Kreisinspektorin); Jürgen Knels (Studienrat); Frank Mebes, Eichede (Arzt); Harald Renner, Reinfeld (Getreidekaufmann); Helmut Riedell (Arzt); Helga Schuppenhauer (Volksschullehrerin); Hans-Ulrich Strehlow (Studienrat); Renate Weckwerth, Reinfeld (Volksschullehrerin).

Klasse OIs2:

Renate Beslack (Mittelschullehrerin); Bärbel Burmester, Tangstedt (Volksschullehrerin); Frauke Fischer, Reinfeld (Volksschullehrerin); Elke Frahm, Sprenge (Bibliothekarin); Frauke Gewecke (Dolmetscherin); Kunje Ketelsen, Hamburg-Hummelsbüttel (Volksschullehrer); Marlene Kröger, Kisdorf (Volksschullehrerin); Harald Rickers, Reinfeld (Bankkaufmann); Gustav Roden, Bad Oldesloe-Poggensee (Volkswirt); Bärbel Schulze, Nahe (Volksschullehrerin); Gudrun Spitzki. Grabau (Dolmetscherin); Jochim Stoltenberg (Exportkaufmann); Annelie Templin, Eichede (Volksschullehrerin).

Klasse OIm:

Klaus-Hermann Arps, Itzstedt (Flugleiter); Heino Bartholl (Offizier); Falko Becker (Lehrer); Jürgen Burandt (Dipl.-Ingenieur); Hans-Holger Dreckmann, Rohlfshagen (Dipl.-Landwirt); Ute Harders, Trittau (Apothekerin); Wilhelm Harm, Henstedt (Dipl.-Ingenieur); Jürgen Jellmann, Stubben (Offizier); Gisela Johannsson-Ling, Tangstedt (Volksschullehrerin); Jürgen-Heinz Klöckner (Dipl.-Bauingenieur); Armin Koppetsch (Architekt); Peter Meyer (Journalist); Heinz-Rüdiger Möller, Trittau (Dipl.-Volkswirt); Klaus-Peter Schmidt-Kufeke, Rethwischdorf (Dipl.-Ingenieur); Rolf-Dieter Schreiber, Möhnsen (Dipl.-Kaufmann).

Von der mündlichen Prüfung befreit wurden Ingrid Folkens, Elke Frahm, Gustav Roden, Bärbel Schulze und Gisela Johannsson-Ling.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.2.1962

 

Dienstag, 20. Februar 1962

Ausstellung In der Klaus-Groth-Schule

st. – Am kommenden Wochenende veranstaltet die Klaus-Groth-Schule in ihren Räumen eine Ausstellung von Hand-, Werk- und Zeichenarbeiten der Schüler.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1962

 

Mittwoch, 21. Februar 1962

Eltern wollen mehr Einfluß auf die Schule

Beiräte von 42 Volksschulen beschlossen Gründung einer Kreiselternschaft

w. – Die Elternvorsteher von 42 Volksschulen des Kreises trafen sich im „Oldesloer Hof“ zu einer eingehenden Aussprache über die Möglichkeiten einer stärkeren Wahrnehmung und Vertretung ihrer Interessen auf Kreis- und Landesebene.

Wirtschaftsjournalist C.H. Maass (Pinneberg), Mitglied des Landesschulbeirates, zeigte die verschiedenen Organisationsvarianten einer solchen Vertretung und ihre vielfältigen Einwirkungsmöglichkeiten auf. Es war dabei für die Elternvorsteher aufschlußreich zu hören, wie unterschiedlich Behörden des Landes teilweise zu Fragen der Elternvertretung und ihrer Rechte stehen.

Nach einer lebhaften, sachlichen Diskussion beschlossen die Elternvertreter einstimmig die Gründung einer Kreiselternschaft.

Ein konstituierender Ausschuß, in den K. Wingenfelder (Lütjensee), Dr. Schirren (Harksheide), E. Schröder (Bad Oldesloe), Dr. Unglaube (Reinbek) und H. Hädel (Stemwarcle) gewählt wurden, erhielt Vollmacht, mit allen in Frage kommenden Behörden und Dienststellen Verbindung aufzunehmen und die Voraussetzungen für eine gute und vor allem erfolgreiche Zusammenarbeit mit diesen zu schaffen, ferner die Organisationsform festzulegen, Satzungen auszuarbeiten und mit Behörden abzustimmen und die erste ordentliche Hauptversammlung vorzubereiten und einzuberufen.

Es soll versucht werden, diese Kreiselternvertretung noch vor Beginn der großen Ferien voll aktionsfähig werden zu lassen.

Im Laufe der abendlichen Aussprache wurde auch angeregt, einen Zusammenschluß der Elternvertretungen aller Schulgattungen des Kreises anzustreben. Die Stimme einer solchen Kreiselternschaft könnte wohl nirgends überhört werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1962

 

Mittwoch, 21. Februar 1962

Entlassungsfeier für Abiturienten

st. – Am kommenden Sonnabend um 11 Uhr veranstaltet die Theodor-Mommsen-Schule die Entlassungsfeier für ihre Abiturienten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1962

 

Donnerstag, 22. Februar 1962

Abiturientenball fällt aus

st. – Mit Rücksicht auf die Opfer der Flutkatastrophe haben die Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule ihren Abschiedsball, der am Sonnabend stattfinden sollte, abgesagt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.2.1962

 

Freitag, 23. Februar 1962

Regierungschef kam im Hubschrauber

Ministerpräsident Kai Uwe von Hassel kam mittags im Hubschrauber von Friedrichskoog, wo er Besprechungen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe geführt hatte nach Bad Oldesloe zu dem angekündigten Besuch in Stormarn. Auf dem Exer begrüßte Bürgermeister Barth den schleswig-holsteinischen Regierungschef. … Der Ministerpräsident begab sich vom Landeplatz direkt zur Theodor-Mommsen-Schule, wo er ein Gespräch mit Schülern führte. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1962

 

Freitag, 23. Februar 1962

Mittelschüler sammelten über 1000 DM

n. – Der Anregung einiger Mittelschüler, sich an der Hilfsaktion für die Sturmflutkatastrophe zu beteiligen, kam Schulleiter Hiller gern nach. Lehrer und Schülerschaft sammelten 1038 DM, die der Rektor heute zur Linderung der ersten Not auf ein Sammelkonto einzahlte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.2.1962

 

Sonnabend, 24. Februar 1962

Jubiläumsjahrgang verabschiedet

„Goldener“ Abiturient in der Theodor-Mommsen-Schule

st. – Ihren 50. Abiturientenjahrgang entließ die Theodor-Mommsen-Schule in einer Feierstunde, an der zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und Eltern teilnahmen. Oberstudiendirektor Dr. Tiedemann begrüßte besonders Rechtsanwalt Dr. Harders (Trittau) als, wie er lächelnd sagte, goldenen Abiturienten des Jahrgangs 1912 und zugleich als Vater der „grünen“ Abiturientin Ute des Jubiläumsjahrgangs 1962.

Mit Musik von Händel leitete das Schulorchester unter seinem Dirigenten, Studienrat Alshuth, die Feier ein. Der Bach-Choral „Ich will den Namen Gottes loben“ leitete zur Abschiedsrede des Direktors über. Er ermahnte die scheidenden Schüler, Leistung und Lohn nicht zu überschätzen. Täten sie es, dann wären sie schon dem Selbstnutz und der Eigensucht der Erwachsenenwelt verteilen. „Das Leben verlangt mehr als solide Leistungen. Worauf es ankommt, hat Matthias Claudius so ausgedrückt: Auf eine gewisse Gestalt des inwendigen Menschen.“

Dr. Tiedemann knüpfte hieran eine weitgespannte Definition, der er eine Auslegung des Goethe-Wortes vom Gesetz, nach dem wir angetreten, hinzufügte. Wenn die Schule dazu beigetragen habe, daß ihre Schüler ihre Anlagen zu erkennen und zu entwickeln vermögen, so wiege dies mehr als die Vermittlung von Wissen. Der Direktor wünschte den Abiturienten den Glauben an die von Schiller hervorgehobenen drei Werte: Freiheit, Sittlichkeit und Gott. Dieser Glaube möge sie zu einer Haltung der Demut und des Stolzes führen. An das Ende seiner Ansprache setzte Dr. Tiedemann das Kant-Wort: Bestimme dich aus dir selbst.

Jürgen Burandt dankte im Namen der 40 Abiturienten Lehrern und Eltern für die Ausbildung, die sie ihnen vermittelt haben. Er leitete daraus die Erkenntnis der Verpflichtung, das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.

Einleitend hatte er über den Begriff der Freiheit gesprochen. „Es verging kaum eine Stunde, in der nicht von Freiheit gesprochen wurde. Dann kam der 13. August. Er hat uns die Unbefangenheit im Reden über die Freiheit genommen. Seitdem standen Berlin und die Zone im Mittelpunkt unserer Diskussion.“

Bei der Zeugnisüberreichung drückte der Direktor jedem Abiturienten noch einmal die Hand. Zwei Quintaner überreichten Renate Weckwerth als Dank für die Betreuung ihrer Klasse ein Buch. Dann erklang als wehmütiger Abschiedsgruß das Chorwerk „Zum letztenmal“ von Gluck.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1962

 

Montag, 26. Februar 1962

Schülerarbeiten viel bewundert

st. – Viele Eltern besuchten am Sonnabend und Sonntag die Schülerausstellung in der Klaus-Groth-Schule und bewunderten die Zeichen-, Hand- und Werkarbeiten. Die älteren Mädchen stellten selbstgefertigte Röcke, Pullower und Schürzen aus, darunter niedliche Cocktailschürzchen. Aber auch bunte Strümpfe, Handschuhe und Topflappen ließen viel Fingerfertigkeit, Fleiß und Geschmack erkennen. Anerkennung fanden Holz- und Bastelarbeiten sowie Einlegearbeiten. Ferner waren hübsche Fotomappen und ausdrucksvolle Zeichnungen und Porträts zu sehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1962

 

Montag, 26. Februar 1962

Dem Ministerpräsidenten überreicht

st. – Die Schülermitverantwortung der Theodor-Mommsen-Schule überreichte Ministerpräsident von Hassel am Schluß der Aussprachestunde In der Aula einen Scheck von 1560 Mark, die Lehrer und Schüler für die Opfer der Sturmflutkatastrophe gesammelt hatten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1962

 

Montag, 5. März 1962

Stadtschule spendete 1020 Mark

st. – Lehrer und Kinder der Stadtschule spendeten für die Opfer der Flutkatastrophe 1020 Mark. Der Betrag wird auf das Hamburger Spendenkonto überwiesen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1962

 

Montag, 5. März 1962

Schülervater erzählte über Ekuador

st. – Einen fesselnden Erlebnisbericht von einer Geschäftsreise nach Ekuador, illustriert durch 180 ausgezeichnete Farbdias, gab Kaufmann Suhrmann (Bad Oldesloe), Vater eines Quartaners, in der voll besetzten Aula der Theodor-Mommsen-Schule vor Schülern und Schülerinnen (Untertertia bis Unterprima). Er ist erst kürzlich von einer mehrmonatigen Reise nach Südamerika zurückgekehrt und hat als bleibende Erinnerung an seine vielfältigen Eindrücke 600 Diapositive mitgebracht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1962

 

Dienstag, 6. März 1962

Lübke-Urkunden für drei Schüler

st. – In der letzten Woche führte die Klaus-Groth-Schule erstmalig die Bundesjugendspiele im Winterturnen durch. Daran nahmen 162 Schüler und Schülerinnen der Klassen 6 bis 9 teil. Die Jungen hatten je eine Übung am Reck, am Barren, auf der Matte und am Pferd oder Kasten zu turnen, während für die Mädchen Seilgymnastik, Stufenbarren, Bodenübung oder Bocksprung vorgeschrieben waren. Aus den Wettkämpfen gingen 49 Jungen und Mädchen als Sieger hervor. Ronald Busch, Reinhard Henseler und Dieter Tabbert zeichneten sich besonders aus und erhielten die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.3.1962

 

Dienstag, 13. März 1962

„Schaufenster der Mittelschule“

st. – Die Königin-Luise-Schule eröffnete ihre nun schon traditionelle Ausstellung von Arbeiten der Abgangsschüler, die sie als Jahresarbeit oder innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft angefertigt haben. Eine Augenweide sind die vielen handgewebten Teppiche, Kleider, Blusen, Wäschestücke und Pullover der Mädchen. Viel Geschick verraten Holzplastiken und Möbelstücke der Jungen. Vom ferngelenkten Motorboot über Flugzeugmodelle bis zur selbst hergestellten Kunstseide, zum Geigerzähler und zum geschmackvoll gedeckten Tisch zeigt dieses „Schaufenster der Mittelschule“, daß die Pädagogen die Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen erkannt und gefördert haben. Dies gilt auch für die schriftlichen Jahresarbeiten und den von der Filmarbeitsgemeinschaft gedrehten zeitkritischen Film „Rollkragen und Selbstbinder“. Die Ausstellung ist noch morgen und über morgen geöffnet. In einer Milchbar können sich die Besucher von den künftigen Hausfrauen bewirten lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1962

 

Mittwoch, 14. März 1962

Ausstellung in der Sonderschule

st. – Am kommenden Sonnabend und Sonntag stellt die Sonderschule in ihren Räumen in der Königstraße Schülerarbeiten aus ihrem Werk- und ihrem Handarbeitsunterricht aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1962

 

Donnerstag, 15. März 1962

Zum Schluß gab es einen Cocktail

Mittlere Reife für 69 Oldesloer Mittelschüler

n. – Bei der Abschlußbesichtigung, die in Anwesenheit des Schulrats Lüth und des gesamten Kollegiums der Königin-Luise-Schule stattfand, wurde 69 Schülern der Mittelschule die Mittlere Reife zugesprochen.

Beweisführung und Definition für den Inhalt der Kugel, halb- und vollsynthetische Kunstfaserherstellung, Fragen zum politischen Geschehen aus der Gegenwartskunde waren u.a. Prüfungsthemen.

Nach einer Kurzkonferenz teilte Mittelschulrektor Hiller den Prüflingen das Ergebnis mit und sprach ihnen seine Glückwünsche aus.

Im Erfrischungsraum wurde ein kleines Essen gereicht, das als Ergebnis der Hauswirtschaftsprüfung recht gut mundete. Es gab gemischten Salat, Reis mit Ragout, Schinken- und Käsetoast; als Nachtisch einen Rumtopfcocktail.

Rektor Hiller dankte dem Schulrat für sein Interesse an seiner alten Schule. Der Dank galt auch dem Vorsitzenden des Elternbeirates Koch, der nun ausscheiden wird. Anschließend besichtigten die Gäste die Ausstellungsräume, die nur noch heute für das Publikum geöffnet bleiben. In weiteren Räumen läuft ein Krimi-Hörspiel, eine Marionettenvorführung und ein „Halbstarken“-Film.

Liste der Abgänger:

Klasse 10 a (Lehrer Oehmke):

Rainer Bruhns, Joachim Busch, Manfred Hoffmann, Michael Koch, Uwe Pophal, Dieter Ramm, Wolfgang Schöttler, Günter Skoda, Michael Volmer, Renate Bartholl, Friedburg Böge, Heidi Dechow, Mareile Eggers, Konstanze Fenger, Karin Hiller, Ulla Hinrichs, Bärbel Nowak, Karin Plischke, Ilse Reichardt, Karin Schulze, Bärbel Zuchowski.

Klasse 10 b (Lehrer Hafemann):

Wolfgang Busch, Michael Dettmann, Gert Girschkowski, Jürgen Gülck, Jörg-Peter Hartkopf, Gert-Peter Kiesel, Hans-Peter Moll, Jens Möller, Rolf Molinski, Jürgen Pfeuffer, Peter Scharrel, Alfons Schulz, Michael Schweinheim, Dieter Wolf, Klaus-Martin Zettler, Egbert Porps, Christine Bendixen, Karin Habermann, Renate Höfner, Almut Hecker, Marianne Kilimann, Christel Manns, Kirsten Piening, Inge Schwarz, Editha Sonntag, Marion Stratmann, Hannelore Wollenberg.

Klasse 10c (Lehrer Lorenz):

Udo Balfanz, Rüdiger Belau, Hans-Otto Homfeldt, Christian Jürgens, Hermann Kohnke, Detlef Kruse, Walter Rieken, Gerd-Wilhelm Scherrer, Martin Soldat, Reinhard Schwark, Ilona Ahrens, Monika Funk, Eva-Maria Gehrmann, Ingeborg Martens, Helga Rieken, Erika Schröder, Gerhild Schuh, Edda Stolz, Barbara Valentin, Hannelore Walter, Allmuth Wonerow.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1962

 

Freitag, 16. März 1962

Mittlere Reife

st. – In der Liste der Königin-Luise-Schüler, die die Abschlußprüfung bestanden haben, fehlte gestern infolge eines Versehens Margit Hesse (10 a).

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1962

 

Freitag, 16. März 1962

Abschied von der Mittelschule

n. – Zu der Abschlußfeier in der Königin-Luise-Schule hatten sich in der Aula viele Eltern und Freunde der Schule und das Kollegium versammelt.

Klassenlehrer Lorenz mahnte die scheidenden Schüler in seiner Ansprache, von dem Albrecht Dürer-Bild „Ritter, Tod und Teufel“ ausgehend, den Weg der Freiheit, der Zucht und der Tat einzuschlagen.

Musikdarbietungen unter Leitung der Musiklehrerin Thekla Lorenz leiteten über zu der Verabschiedung des Mittelschullehrers Richard Niedzwetzki, der aus der Tilsiter Elchniederung stammt und elf Jahre an der hiesigen Königin-Luise-Schule tätig war. Mittelschullehrer Hiller überreichte ihm die Pensionsurkunde des Kultusministeriums und unterstrich den Dank für die mühevolle Arbeit an der Schule durch Überreichung eines Nelkenstraußes.

In seinen Abschiedsworten richtete der Schulleiter u.a. die Mahnung an die Abgänger, die Gefahren und die Sucht der Zerstreuung zu erkennen und eine wertbeständige Freizeitgestaltung zu wählen.

Mittelschullehrer Niedzwetzki hatte warme Worte des Dankes für die Möglichkeit des Wirkens an dieser Schule. Elternbeiratstvorsitzender Koch sprach ihm den herzlichen Dank der Elternschaft aus.

Für die Abgänger fand Michael Dettmann recht humorvolle Worte des Dankes für die Lehrerschaft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1962

 

Freitag, 16. März 1962

Buchprämien für die vier Besten

st. – 30 abgehenden Jungen und 29 Mädchen der Stadtschule gab Frau Rektorin Mohr in der Entlassungsfeier die letzten Ratschläge auf den Weg ins Berufsleben mit. Klassenlehrer Kühne fiel der Abschied von seiner Klasse, die er neun Jahre hindurch vorn ersten bis zum letzten Schultag geführt und unterrichtet hatte, besonders schwer. Für Fleiß, gute Leistungen und vorbildliche Haltung erhielten Birgit Laube, Annelise Blome, Monika Möck (Rethwischfeld) und Udo Schweiger Buchprämien. Chorgesang umrahmt die schöne Feierstunde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1962

 

Sonnabend, 17. März 1962

Konrektor der Stadtschule feierlich verabschiedet

st. – Viele Beweise der Anerkennung und des Dankes erhielt Konrektor Kurt Storeck heute vormittag bei seiner Verabschiedung aus dem Schuldienst. Seit 1948 hat der aus Guben stammende Pädagoge an der Stadtschule unterrichtet.

Schulrat Lüth überreichte ihm mit herzlichen Wortes des Dankes die Abschiedsurkunde der Landesregierung. Nach der Ausbildung auf dem Seminar Neuzelle absolvierte Konrektor Storeck 1920 die erste Lehrerprüfung. Sieben Jahre war er darin Landschullehrer, anschließend bis zum zweiten Weltkrieg unterrichtete er in Guben. An beiden Weltkriegen nahm er aktiv teil. Aus gesundheitlichen Gründen tritt er vorzeitig in den Ruhestand.

Wie Frau Rektorin Mohr in ihrer Ansprache betonte, sei Konrektor Storeck durch seine strenge Pflichtauffassung Vorbild und Säule im Leben der Schule gewesen. Als Klassenlehrer und als Zeichen- und Werklehrer habe er auch so manche schwierige Klasse ins Leben hinübergeführt. Besonders im Zeichnen und Werken habe er die Kinder gefördert, die es in den anderen Schulfächern nur zu geringen Leistungen zu bringen vermochten.

Ihrem Dank schloß sich 1. Stadtrat Mahrdt im Namen der Stadt an. Stadtamtmann Schneuer überreichte eine Federzeichnung vom alten Schulhaus. Das Kollegium schenkte dem passionierten Bergsteiger ein Buch über die Berge und seiner an der Feierstunde teilnehmenden Frau eine Vase. Die Erinnerungsgabe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ebenfalls ein Bergbuch, überreichte der GEW-Vorsitzende Lehrer Kühne.

Musikdarbietungen unter Leitung von Lehrer Erich Klimitz umrahmten die Feierstunde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1962

 

Montag, 19. März 1962

Konrektor Kröger verabschiedet

st. – Mit Abschluß des Schuljahres tritt Konrektor Kröger von der Klaus-Groth-Schule in den Ruhestand. Er besuchte als geborener Schleswig-Holsteiner das Lehrerseminar in Uetersen, war viele Jahre in Rethwischfeld tätig, bis er 1948 an der Neuen Stadtschule (jetzt Klaus-Groth-Schule) seinen Dienst aufnahm. Als verständnisvoller Freund der Jugend hat er vielen Schülern den Übergang von der Schule ins Berufsleben erleichtert und ihrem weiteren Lebensweg Richtung und Ziel gegeben. Jahrelang wirkte er bei der Vorbereitung und Durchführung des Kindervogelschießens an entscheidender Stelle mit. Aus seiner genauen Kenntnis heimatlichen Brauchtums und lebendiger Heimatverbundenheit heraus gelang es ihm, dieses Fest der Jugend in seiner Echtheit zu erhalten.

Konrektor Kröger wurde am letzten Schultag von Schulrat Lüth verabschiedet, der die Urkunde der Landesregierung überreichte. Dabei fand er warmherzige Worte der Anerkennung für einen Lehrer, der nicht nur Unterrichtender, sondern seinen Schülern als Partner Helfer und Ratgeber sein wollte. Die Stadt wurde bei der Verabschiedung durch den 1. Stadtrat Mahrdt, Stadtrat Schröder und Amtmann Schneuer vertreten. Willy Mahrdt dankte dem Pensionär für seine verdienstvolle Arbeit zum Wohle der Jugend und überreichte ihm ein Bild der alten Schule und ein Blumengebinde.

Rektor Volkmann hob das herzliche Einvernehmen zum Kollegium hervor und übergab ein Bild von der alten Travebrücke, den Band „Vertelln“ von Klaus Groth und einen Blumenstrauß, den er an die Gattin des Scheidenden weiterzureichen bat; denn sie habe sein Lehrerleben mitgetragen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1962

 

Dienstag, 20. März 1962

Ehemalige feierten silbernes Abitur

st. – Nach 25 Jahren genau am Tage ihres Abiturs an der Oberrealschule (heute Theodor-Mommsen-Schule) trafen sich ehemalige Klassenkameradinnen und -kameraden sowie deren Angehörige zu einer Wiedersehensfeier in Wiggers Gasthof. Eine stattliche Zahl ehemaliger Lehrer gehörte zu den Ehrengästen. Nach einer Kaffeetafel wurde ein gemeinsamer Rundgang durch die alte Schule unternommen. Noch einmal drückten die Ehemaligen für kurze Zeit die Schulbänke, aber diesmal nur, um ein Erinnerungsfoto aufzunehmen. Nach einem Festessen spielte die schon während der Schulzeit bekannte und beliebte Kapelle Arno Hopf zum Tanz auf. Erst in den frühen Morgenstunden konnte sich die frohe Gesellschaft zum Nachhausewege entschließen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1962

 

Mittwoch, 21. März 1962

Geschickte Sonderschüler

st. – Auch die Sonderschule stellte am Ende des Schuljahres Schülerarbeiten aus dem Zeichen-, Handarbeits- und Werkunterricht aus. Sie zeigten einen Querschnitt durch die Leistungen aller Klassen. Man konnte verfolgen, wie die Lehrer die Fähigkeiten der einzelnen Schüler systematisch fördern und beachtliche Leistungssteigerungen von Klasse zu Klasse erzielen. Die Ausstellung war ein Beweis dafür, daß die Sonderschüler handwerklich durchaus begabt sind. Die Mädchen hatten u.a. geschmackvolle Pullover und handgeknüpfte Brücken angefertigt, die jungen zeigten hübsche Werkarbeiten bis zum Hocker, Rauchtisch und Blumenständer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1962

 

Donnerstag, 22. März 1962

Schülerfragen fesselten Minister Schwarz

Oldesloer Klasse im Bundeshaus – Nach Straßburg und Luxemburg eingeladen

st. – Die Klasse 9a der Königin-Luise-Schule unternahm mit ihrem Klassenlehrer Heinz Timmermann eine Fahrt nach Bonn, um dort auf Einladung des Bundestages einer Plenarsitzung beizuwohnen.

Die Mittelschüler hörten Ausführungen des Finanzministers Starke. In der Regierungsloge entdeckten sie den Bundeskanzler und mehrere Mitglieder des Kabinetts.

Nach der Sitzung folgte in einem Ausschußsaal eine Diskussion mit je einem Abgeordneten der CDU und der SPD. Die Mädchen und Jungen fragten ohne Scheu und sehr präzise. Sie faßten auch nach, wenn ihnen eine Antwort nicht ausreichte.

Als Beispiele seien hervorgehoben:

  • Warum wurde die fallgemeine Wehrpflicht in Deutschland verlängert, England dagegen völlig abgeschafft?
  • Die Teilnahme an Sportveranstaltungen in Mitteldeutschland ist verboten, warum ist aber die Teilnahme an der Leipziger Messe erlaubt?
  • Früher sagte man, der Bundestag müsse regelmäßig in Berlin tagen, um die Verbundenheit mit der deutschen Hauptstadt zu dokumentieren, warum tut der Bundestag das heute nicht mehr?
  • Es ist so viel von Milliardenbeträgen die Rede, maß da wirklich in Schleswig-Holstein der Straßenbau gestoppt werden, um die Deiche zu reparieren?
  • Muß ein Abgeordneter sein Wahlversprechen halten?

Als dann die Rede auf den Fraktionszwang kam, erläuterten beide Abgeordnete, daß sie schon mehrfach gegen ihre Fraktion gestimmt hatten.

Während der Diskussion kam Bundesminister Schwarz herein. Ursprünglich hatte er nur eine kurze Begrüßung angekündigt. Er setzte sich dann aber mit an den Tisch. Etwa zwei Stunden dauerte die angeregte Unterhaltung. Minister Schwarz äußerte sich sehr anerkennend über die Aufgeschlossenheit der Jungen und Mädchen.

Die Klasse, die im Juni vorigen Jahres bereits Berlin besuchte, hat nun auch Einladungen zum Europa-Rat nach Straßburg und zur Montan-Union nach Luxemburg erhalten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1962

 

Donnerstag, 22. März 1962

Lehrer Larsen verabschiedet

st. – In seiner Wohnung im Kreise seiner Familie empfing Lehrer Rudolf Larsen aus der Hand des Schulrats Heinrich Lüth die Pensionierungsurkunde. Der Schulrat dankte ihm zugleich für seine jahrzehntelange Tätigkeit im Schuldienst.

Der 57jährige gebürtige Oranienburger, der wegen Krankheit vorzeitig in den Ruhestand tritt, hat bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stets an einklassigen Schulen in der Mark Brandenburg unterrichtet und in seiner Schulgemeinde zugleich das Amt des Organisten ausgeübt. Nach der Rückkehr aus dem Felde kam er über Meddewade an die Stadtschule, wo er elf Jahre tätig war.

Wie Frau Rektorin Emma Mohr bei der Verabschiedung hervorhob, erwarb sich Lehrer Larsen durch seine warmherzige, humorvolle Art die Zuneigung seiner Schüler. Ihren Dankesworten schloß sich Lehrer Erich Klimitz an. Das Kollegium hat als Erinnerungsgabe eine Reproduktion eines Gemäldes von Dufy ausgewählt.

Im Namen der Stadt überreichte Stadtverordneter Georg Schömer dem Scheidenden eine Federzeichnung der Alten Stadtschule. Frau Larsen erfreute er mit einem Blumenstrauß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1962

 

Donnerstag, 22. März 1962

Zum Konrektor ernannt

st. – Als Nachfolger für den in den Ruhestand getretenen Konrektor Kurt Storeck wurde Lehrer Erich Klimitz zum Konrektor der Stadtschule ernannt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1962

 

Freitag, 23. März 1962

Rudolf Greve gestorben

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C.N. – Heute morgen erlag Rudolf Greve, der Oldesloer Maler und Kunstpädagoge, im 80. Lebensjahr einem Herzleiden. Mit ihm verliert Schleswig-Holstein einen Künstler, der die Fähigkeit besaß, Menschen und Landschaft unserer Heimat charakteristisch und in durchsichtiger Klarheit darzustellen.

Greve stammte aus dem Norden Schleswig-Holsteins, von der Ostküste nahe Flensburg, und die lebhafte, geistig aufgeschlossene Art, die dort zu Hause ist, hatte er mitbekommen. Immer, wieder hat es ihn an die Flensburger Förde und in das nahe Dänemark zum Schauen und Malen gezogen Wie so manchen Künstler unseres Landes trieb es auch ihn in seiner Jugend in den Süden Deutschlands, in die Kunststadt München, wo er bei den Professoren P.P. Müller und Julius Exter studierte. Er kam zu der Zeit, als das Studium im Atelier abgelöst wurde durch die sogenannte Freilichtmalerei. Das war etwas für Greve, aber er wäre auch ohne seine Lehrer ein Freilichtmaler geworden.

Bald überwand er den Impressionismus. Er schmolz ihn ein in seine eigene Art, die sich immer mehr entfaltete, und zwar in der Landschaft Stormarns, wohin ein günstiges Geschick ihn führte. Die Felder und Wiesen, die von Knicks durchzogen werden, die Redder, durch die Schafherden wandern, während die grünen Weiden von schwarz-weißen Rindern belebt sind; Windmühlen setzen Akzente in das leicht gewellte Land. Fern am Horizont dämmert ein Kranz von Wäldern, schmale Flüsse ziehen in eigenwilligen Kurven durch das Land.

Das alles ist in Greves Bildern gestaltet, im Sonnenlicht oder nebelverhangen. Der Maler war aber nicht das, was man etwas abschätzig einen Heimatkünstler nennt. Er verschloß sich nicht vor der Welt. Er war in Frankreich und Belgien und hat die dortiger Meister studiert. Aber das Gesehene und Aufgenommene bestärkte und festigte seine eigene Art. Seinen Bildern eignet etwas Leichtes, Schwebendes und Müheloses an, auch seinen Porträts, die den dargestellten Menschen bis auf den Grund erfassen. Eine ganz eigene Technik, die er sich besonders für das großformatige Aquarell geschaffen hat, ermöglichte ihm die lichte Leichtigkeit des Vortrags.

Als Kunstpädagoge an der Oberschule, der heutigen Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe, hat er Generationen den Blick für die Heimat und zugleich für die Kunst erschlossen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1962

 

Mittwoch, 28. März 1962

Zum Konrektor ernannt

st. – Lehrer Walter Zachen wird mit Wirkung ab 1. April an der Klaus-Groth-Schule als Konrektor tätig sein. Er ist damit Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Konrektor August Kröger.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.3.1962

 

Mittwoch, 28. März 1962

Einschulung am 9. und 10. April

st. – Die Stadtschule und die Klaus-Groth-Schule schulen … Die Anfänger am 9. und 10. April ein. Die Eltern erhalten von den Schulen direkt genaue Nachricht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.3.1962

 

Donnerstag, 29. März 1962

Studienrat a.D. Dr. Adolf Bullerdieck gestorben.

 

Sonnabend, 31. März 1962

Dr. Adolf Bullerdieck gestorben

st. – Im Alter von 83 Jahren verstarb Studienrat a.D. Dr. Adolf Bullerdieck. Er hat im öffentlichen Leben unserer Stadt vor Jahrzehnten eine bedeutende Rolle gespielt.

Von 1919 bis 1924 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung und auch dem Magistrat an. Zeitweise fungierte er als kommissarischer Bürgermeister. Nach dem zweiten Weltkrieg stellte er sich erneut der Sozialdemokratischen Partei zur Verfügung. Von 1946 bis 1948 war er Vorsitzender der Stadtvertretung und zeitweilig ehrenamtlicher Bürgermeister. Von 1907 bis zu seiner Pensionierung Im Jahre 1938 unterrichtete er an der Oberschule.

Die Stadt erkannte seine Verdienste dadurch an, daß sie einer Eiche am Kneeden seinen Namen gab und sie durch eine Gedenktafel kennzeichnete. Der Baum steht am Fußweg durch den Altbuchenbestand auf der Grenze nach Steinfeld.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.3.1962

 

Sonnabend, 31. März 1962

Nachruf

Am 29. März 1962 verstarb Herr Adolf Bullerdieck im 83. Lebensjahr.

Der Verstorbene war nicht nur durch seine jahrzehntelange Lehrtätigkeit an der hiesigen Oberschule eng mit der Stadt verbunden. Insbesondere in der Not- und Krisenzeit der zwanziger Jahre hat er lange als Stadtverordneter, Stadtrat und zeitweise sogar als kommissarischer Bürgermeister wesentlichen Anteil am Geschick der Stadt gehabt. Auch nach dem letzten Weltkrieg, in den Jahren 1946 bis 1948, stellte er als Vorsitzender der Stadtvertretung wieder seine reichen kommunalpolitischen Erfahrungen und die Kraft seiner Persönlichkeit in das Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung. Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Willy Rosch, Bürgerworthalter; Willy Mahrdt, 1. Stadtrat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.3.1962

 

Bis zum Jahr 1970