Schuljahr 1964 - 65  Zeitraum April - Juni

 

Freitag, 2. April 1965

Gymnastikhalle aus Fertigteilen

Mit den Bauarbeiten für die neue Gymnastikhalle des Gymnasiums wird in Kürze begonnen. Der Magistrat hat die Aufträge für das Fundament und die Betonteile bereits vergeben. Die Halle wird aus Fertigteilen errichtet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1965

 

Freitag, 2. April 1965

Zaun für Lehrschwimmbecken

Das Lehrschwimmbecken auf dem Hof der Mittelschule soll einen Zaun erhalten. Im letzten Sommer herrschte dort in den Abendstunden oft reger Badebetrieb. Der Zaun soll den unbefugten Zutritt zum Schwimmbecken verhindern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1965

 

Sonnabend, 3. April 1965

Sitzecke für Lehrerzimmer

Das Lehrerzimmer im Neubau der Klaus-Groth-Schule soll eine Sitzecke bekommen. Der Magistrat hat dafür einen Betrag von 1200 DM bewilligt. In dem Schulerweiterungsbau werden gegenwärtig von den Handwerkern die letzten Arbeiten ausgeführt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.4.1965

 

Sonnabend, 3. April 1965

Vesdoro. Ordentliche Generalversammlung am Montag, dem 5. April 1965, bei Wigger, Bad Oldesloe. Tagesordnung wurde versandt. Hans Werner Meyer, 1. Vorsitzender.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.4.1965

 

Montag, 5. April 1965

Mittelschulrektor Petzinna eingeführt

Zur Einführung des neuen Schulleiters Rektor Petzinna hatten sich Bürgermeister Barth, die Stadträte Frau Hayn und Ludwig und Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses in der Königin-Luise-Schule eingefunden.

Schulrat Lüth, der die Einführung vornahm, nannte als Aufgabe eines Schulleiters, Schwerpunkte zu erkennen und Impulse zu setzen, um der Schule ein Gesicht zu geben. Kraft- und Spannungsfelder würden die Bemühungen oft erschweren, aber wertvoll für das besondere Anliegen der Mittelschule sein. Er wünschte Glück und Erfolg zum Gelingen dieser Aufgaben.

Rektor Petzinna dankte für die Worte zu seiner Einführung. Es komme auf den Willen aller an, das gemeinsame Ziel zu erreichen. Es bestehe darin, die der Schule anvertrauten Kinder zu reifen und selbstbewußten Gliedern der Gesellschaft zu formen. Seine erste Amtshandlung war die Begrüßung und Einführung der neuen Kollegin Frau Fiedler, geborene Kähler, die für den nach Büsum versetzten Lehrer Hartmann nunmehr an der Schule tätig ist.

Während einer Kaffeetafel wies Konrektor Bahnsen auf die Schwierigkeiten hin, die in den nächsten Jahren auf die Mittelschule zukommen. Bei dem heutigen Trend der Schulentwicklung werde die Vierzügigkeit den Bau einer zweiten Mittelschule erforderlich machen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1965

 

Montag, 5. April 1965

Vesdoro braucht den Nachwuchs

Vierpunkteprogramm und Stammtisch gebilligt

Die für den Verein lebenswichtige Frage, wie der Vesdoro (Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe) die jüngeren Jahrgänge ehemaliger Gymnasiasten der Theodor-Mommsen-Schule für sich gewinnen könne, stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung in Wiggers Gasthof.

Mitglied Peter Meyer jun. schlug folgendes Vierpunkteprogramm vor: 1. Der Vesdoro soll seine Mitglieder zu allen Schulveranstaltungen einladen und darauf hinwirken, daß sie auch daran teilnehmen. 2. Der Jahresbericht der Theodor-Mommsen-Schule soll jedem Mitglied zugeschickt werden. 3. Der Ball anläßlich des Theodor-Mommsen-Festes soll gemeinsam mit der Schülermitverantwortung veranstaltet werden. 4. Der Verein soll Kontakte mit dem Schulsprecher anknüpfen. Die Versammlung belegte diese Vorschläge.

Keinen Beifall fand die Anregung des 2. Vorsitzenden Wolfgang Dittmer jun, den Vereinsnamen den heutigen Verhältnissen entsprechend zu ändern. Doch für einen Stammtisch, wie ihn der 2. Vorsitzende vorschlug, fanden sich Interessenten. Er soll erstmalig im Mai stattfinden.

Im vergangenen Jahr veranstaltete und besuchte der Vesdoro eine Reihe alt eingeführter Geselligkeit, so das Grünkohlessen, die Maiwanderung und das Vesta-Fest im Hamburger Curio-Haus.

Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender wieder Hans Werner Meyer, der darum bat, daß man ihm nicht wie bisher die Hauptlast der Vereinsarbeit aufbürden möge, 2. Vorsitzender Wolfgang Dittmer jun., 1. Schriftführer Wilhelm Heik, 2. Schriftführer Willi Wigger, 1. Kassenwart Paul Möller, 2. Kassenwart Hermann Schumann. Als Verbindungslehrer der Theodor-Mommsen-Schule wurde Studienrat Dr. Alois Baus gewonnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1965

 

Montag, 5. April 1965

Einbrecher in der Oberschule

Offenbar nur auf Bargeld oder Wertsachen hatte es ein Einbrecher abgesehen, der am Wochenende nachts in das Theodor-Mommsen-Gymnasium eindrang. Er durchsuchte das Zimmer des Direktors, das Lehrerzimmer und Lehrmittelräume. Nach bisherigen Feststellungen hat der Eindringling wahrscheinlich nur eine Schleifmaschine mitgenommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.4.1965

 

Donnerstag, 8. April 1965

Schutzkleidung für ABC-Schützen

FOTO!!!!!

Gelbe Kopftücher und Mützen sollen den ABC-Schützen, die morgen in Bad Oldesloe ihren ersten Schulgangunternehmen, im Straßenverkehr größere Sicherheit verleihen.

Die gelbe Farbe macht die Kraftfahrer als internationales Symbol für die Sicherheit im Straßenverkehr darauf aufmerksam, daß die kleinen Schulanfänger der besonderen Rücksicht und des Schutzes aller Verkehrsteilnehmer bedürfen. Die Stormarner Verkehrswacht hatte in den letzten Jahren in mehreren Gemeinden des Kreises gelbe Mützen kostenlos zur Verfügung gestellt. Da diese nach den Beobachtungen der Verkehrswacht ihre Bewährungsprobe sehr gut bestanden haben, richtet sie nunmehr den Appell an alle Stormarner Eltern von Schulanfängern, eine gelbe Mütze für 3,00 DM bzw. ein gelbes Kopftuch für 1,50 DM zu beschaffen. Diese kleine Ausgabe macht sich durch die größere Sicherheit bezahlt, die das Kind auf dem Schulweg genießt. Bei der Beschaffung der Mützen und Tücher steht die Verkehrswacht den Eltern gern mit Rat und Tat zur Seite.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.4.1965

 

Donnerstag, 8. April 1965

Wieder zwei Schulräte

Der Kultusminister hat mit Wirkung vom 6. April den Rektor Wilhelm Strech mit der kommissarischen Wahrnehmung der Geschäfte eines Schulrats für den Schulaufsichtskreis Stormarn beauftragt. Diese Stelle war seit Versetzung des Schulrates Rudolf Heitmann in den Ruhestand ab 1. Oktober vorigen Jahres unbesetzt. Schulrat Heinrich Lüth nahm seitdem die Geschäfte allein war. Rektor Strech war bisher Leiter der Friedrich-Ebert-Schule in Elmshorn.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.4.1965

 

Freitag, 9. April 1965

82 Sextaner aufgenommen

Gestern begrüßte Oberstudiendirektor Siepermann im Rahmen einer kleinen Feier 82 Schüler, die die Übergangsprüfung bestanden hatten und nun das Gymnasium besuchen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1965

 

Montag, 12. April 1965

In die Mittelschule aufgenommen

Nach bestandener Übergangsprüfung wurden 133 Jungen und Mädchen in die Mittelschule aufgenommen. Wegen der großen Zahl sind vier Klassen gebildet worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.4.1965

 

Donnerstag, 15. April 1965

Neuer Konrektor

Mit Beginn des Schuljahres wurde Lehrer Karl-Heinrich Ahrendt zum Konrektor an der Klaus-Groth-Schule befördert. Er tritt damit an die Stelle des Konrektors Walter Zachen, der Ostern pensioniert wurde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.4.1965

 

Sonnabend, 17. April 1965

Anträge für Doppelturnhalle

Die Stadt hat für den Bau einer Doppelturnhalle Anträge beim Kreis eingereicht. Diese Mitteilung machte Bürgermeister Hermann Barth. Für die geplante Gymnastikhalle an der Stadtschule sei noch keine Finanzierung gegeben. Die Zuschüsse seien zwar vom Land für die ursprünglich vorgesehene Turnhalle mit Lehrschwimmbecken genehmigt worden, doch sei dies durch die neue Lage im Hallenprogramm überholt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.4.1965

 

Mittwoch, 21. April 1965

Wieder Schülervorlesewettbewerb

Beginn am 8. Mai – Kreisentscheid am 22. Juni

Zum fünften Male hat das Kreisjugendamt die Schülerinnen und Schüler des sechsten Schuljahres zur Teilnahme am Jugendvorlesewettbewerb aufgerufen. Im vergangenen Jahr haben sich fast ein Drittel aller Stormarner Schulen an diesem Wettbewerb beteiligt.

In der Einladung wird auf die pädagogische Bedeutung dieses Wettbewerbs hingewiesen und festgestellt, daß das Vorlesen und das damit verbundene aufmerksame Zuhören durch den Jugendvorlesewettbewerb auch in vielen Familien als angenehme und nützliche Form der Unterhaltung wieder entdeckt worden ist. Solche Ausstrahlungen sollten nicht unbeachtet bleiben in einer Zeit, in der man sich anschickt, Freizeitgestaltung zu organisieren, weil es Menschen gibt, die mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen.

Der Wettbewerb wird am 8. Mai in einer Harksheider Schule offiziell für den Kreis Stormarn eröffnet. Am Tage zuvor wird in Flensburg das Startzeichen für den Bundeswettbewerb durch Kultusminister von Heydebreck gegeben. Bis Ende Mai werden die Schulsieger ermittelt, die dem Jugendamt bis zum 3. Juni gemeldet werden sollen. Am 22. Juni werden in Ahrensburg im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung die Kreissieger für die Teilnahme am Landesentscheid in Kiel ermittelt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1965

 

Donnerstag, 22. April 1965

Die Meinung des Lesers

Kein Verzicht auf Stadtschulturnhalle

Doppelturnhalle – Schwimmhalle. Niemand, der für die Sportfreudigkeit der Jugend Verständnis hat, kann auf diese Einrichtungen verzichten wollen.

Aber die Zeitungsnotiz vom Ostersonnabend: „Für die geplante Gymnastikhalle in der Oldesloer Stadtschule ist noch keine Finanzierung gegeben“, mußte bei allen Bestürzung hervorrufen, die mit dem Bau einer schuleigenen Turnhalle auf dem Stadtschulgrundstück gerechnet haben. Sollen wir dieser Zeitungsnotiz entnehmen, daß man die Großturnhalle auf dem Exer auf Kosten der Stadtschule bauen will? Eine Doppelturnhalle wäre auch für uns wünschenswert. Unseren Oberklassen würde sie für Ballspiele am Nachmittag dienen, auch für die fehlenden Turnstunden, die trotz eigener Halle noch unterzubringen wären. Gewiß würden alle Schulen der Stadt diesen Bau für zusätzliche Stunden begrüßen.

Aber zunächst geht es um eine Turnhalle für die Stadtschule. Was für alle Schulen eine Selbstverständlichkeit ist, nämlich eine eigene Turnhalle auf dem eigenen Schulgrundstück, ist auch eine begründete Forderung der Stadtschule. Dadurch würden auch die Vereine eine zusätzliche Halle bekommen, denn selbstverständlich würde auch ihnen dieser Halle zur Verfügung stehen.

Unser Anliegen ist die Gesunderhaltung unserer Kinder, vor allem die Bekämpfung der Haltungsschäden, die besonders in den ersten Schuljahren erschreckend zu nehmen.

Wenn die Turnhalle auf dem Exer gebaut und der Bau unserer Turnhalle zurückgestellt würde, dann wäre die Leibeserziehung in der Stadtschule weiter für lange Zeit illusorisch. Die Zusammenlegung der Turnstunden zu einer wöchentlichen Doppelstunde der Entfernung wegen wäre für die Leibeserziehung völlig ohne Wirkung. Nur häufige Tonstunden, unter Umständen Kurzstunden, können insbesondere für die Grundschule wirklich wirksam werden. (Kürzester Weg zum Exer: 730 Meter, Verzögerung durch den Verkehr über die Bundesstraße 75, Lehrerin mit zum Teil über 40 Kindern).

Zwar wird von den zuständigen Regierungsstellen eine Doppelturnhalle befürwortet, aber es ist eine Bedingung daran geknüpft: wenn Zuschüsse für eine Doppelturnhalle bewilligt werden sollen, muß diese in Pausennähe von zwei Schulen liegen. Ist diese Bedingung in Oldesloe denn überhaupt gegeben? Für die Stadtschule liegt die Turnhalle dann mindestens 730 Meter entfernt. Wenn aber mit der zweiten Schule die Sonderschule gemeint sein soll, dann ist die Pausennähe überhaupt nicht mehr gegeben, denn für die Sonderschule wird für 1966 ein Neubau bei der Papierfabrik geplant. Der Weg von der Sonderschule zur Exerturnhalle würde dann1990 Meter betragen.

Seit sieben Jahren geht es darum, die Voraussetzungen für die Durchführung der Leibeserziehung zu erhalten.

  1. 1958 wurde von der Stadtschule zu Gunsten des Turnhallenbaues der Klaus-Groth-Schule zunächst verzichtet, da ihr fest zugesagt wurde, daß im Anschluß an diesen Neubau der Bau einer Stadtschulturnhalle erfolgen sollte.
  2. Der Antrag auf Renovierung der 75 Jahre alten Halle an der Salinenstraße wurde von den Experten wegen Unrentabilität abgelehnt.
  3. Ein Neubau wurde wieder und wieder fest zugesagt.
  4. Ein Plan für einen Doppelgeschoßbau auf dem Schulgrundstück wurde vom Stadtparlament beschlossen und angeblich schon von der Regierung genehmigt.

Das damit geplante Lehrschwimmbecken erregte später Widerspruch, mit Recht nach unserer Meinung; wir haben ein Lehrschwimmbecken nie gewünscht. (Wir erinnern an den Leserbrief vom vorigen Jahr.) Aber unsere Bedenken, besonders der Einwand, dadurch könne eine Verzögerung des Turnhallenbaues eintreten, wurde in den Wind geschlagen.

Der geplante Doppelbau von überall begeisterte Zustimmung. Aber statt des Lehrschwimmbeckens hätten wir gerne notwendige Sonderräume verwirklicht gesehen (Physik-, Werk- und Handarbeitsraum) und eine Hausmeisterwohnung, da die jetzige menschenunwürdige Verhältnisse aufweist.

  1. Eine schuleigene Turnhalle wurde geplant für den Fall, daß auf dem Exer eine Großturnhalle erstehen würde. Dieser Bau sollte sofort in Angriff genommen werden. Ein Umbauplan der alten Halle wurde uns vor Ostern zur Einsichtnahme zugestellt. Ein durchdachter ausgezeichneter Plan, der unsere volle Zustimmung fand.
  2. Wenn die Zeitungsnotiz vom Ostersonnabend so richtig verstanden wird, dann soll die Stadtschule jetzt auf eine eigene Turnhalle überhaupt verzichten, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, wo einmal die Finanzierung möglich sein würde.

Das schlägt allen Versprechungen ins Gesicht!

Die Betroffenen sind nicht bereit zuzusehen, daß ihre berechtigten Anliegen zum Wohle der Kinder so übergangen werden.

Die Stadtschule fordert eine eigene Turnhalle auf eigenem Grundstück.

Für die Eltern und das Kollegium der Stadtschule Bad Oldesloe: Emma Mohr, Rektorin.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1965

 

Freitag, 30. April 1965

Vesdoro. Statt persönliche Einladung: Maiwanderung zum Kneeden am 1. Mai mit anschließendem Spargelessen in Wiggers Gasthof. Treffpunkt Oldesloer Bahnhof um 10 Uhr. Gäste herzlich willkommen! Der Vorstand.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1965

 

Sonnnabend, 1. Mai 1965

Maipartie des Vesdoro

Herrliches Wetter begleitete 19 Vesdoro-Mitglieder auf einer vergnüglichen Wanderung zum Kneeden. Unter den Ausflüglern befanden sich auch der 83jährige Studienrat a.D. Dr. Vogler und der vom Fernsehen bekannte Dr. Sommerkamp. Im Anschluß an die Wanderung fuhr die unternehmungslustige Gesellschaft nach Kupfermühle. Heute um 20 Uhr findet der neu eingerichtete erste Stammtisch des Vesdoro in der Gaststätte Wigger statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.5.1965

 

Sonnabend, 8. Mai 1965

Die Meinung des Lesers

Guter Bauplatz für die Stadtschulturnhalle

Was wird aus dem Neubau der Turnhalle für die Stadtschule Bad Oldesloe? Dieses Anliegen hat schon 1964 das Oldesloer Stadtparlament beschäftigt. Es wurde mit Mehrheit beschlossen, eine neue Turnhalle mit Lehrschwimmbecken zu errichten. Dieser Beschluß wurde von Organisationen und Verbänden kritisiert. Sie wollten statt des Schwimmbeckens eine Schwimmhalle. Der Beschluß vom 25. Mai 1964 ist immer noch nicht aufgehoben worden, wurde jedoch auf Eis gelegt. Es wurde vorgeschlagen, für die Stadt- und die Sonderschule eine Großturnhalle zu errichten, die auch den Sportverbänden zur Verfügung gestellt werden kann, und zwar mit einem Spielfeld von 21 mal 42 Meter.

Nunmehr ist man bestrebt, ein Kreissportzentrum zu schaffen, und zwar entweder bei der Papierfabrik oder im Bürgerpark. Von seiten der Schulleitung ist darauf hingewiesen worden, daß das Kultusministerium die Finanzierung übernimmt mit der Voraussetzung, daß die Halle auf dem Schulgelände oder in unmittelbarer Nähe errichtet wird. Es ist in Erwägung gezogen, diese Halle im Bürgerpark zu errichten und für die Stadtschule die alte Turnhalle als Gymnastikhalle mit einem Kostenaufwand von circa 280.000 DM auszubauen, wofür allerdings vom Land keine Zuschüsse zu erwarten sind.

Es ist festgestellt worden, daß die Großturnhalle auch auf dem Gelände der Stadtschule errichtet werden kann, wenn der Anlieger Behrens, Königstraße, von seinem Gelände circa 100 Quadratmeter zur Verfügung stellt. Herr Behrens ist nicht abgeneigt, die benötigte Fläche der Stadt auf dem Tauschwege zur Verfügung zu stellen. Da die Stadt Bad Oldesloe eine eigene Bauhoheit besitzt, würde dieser Planung nichts im Wege stehen. Es wäre die günstigste Lage einer Turnhalle für die Stadtschule, die auch von sämtlichen Sportverbänden mit benutzt werden kann.

Sollte es dazu kommen, daß die alte Turnhalle umgebaut wird, die flächenmäßig für 750 Kinder sowieso zu klein ist, die Großturnhalle aber im Bürgerpark errichtet werden soll, werden die Benachteiligten für alle Zeiten ohne Zweifel die Schüler der Stadtschule sein. Hinzu kommt der Kostenaufwand von 280.000 Mark Mehrausgabe.

Wie schon von der Schulleitung erwähnt worden ist, sind es von der Stadtschule bis zum Bürgerpark circa 700 Meter. Außerdem müssen die Schüler täglich zwei verkehrsreiche Straßen überqueren, um die Turnhalle im Bürgerpark zu erreichen, wobei sie den immer größer werdenden Gefahren des starken Verkehrs ausgesetzt sind. Die hohe Verantwortung, die hiermit der Schulleitung und den Lehrern auferlegt wird, braucht wohl nicht besonders erwähnt werden. Somit wäre doch wohl die beste und sicherste Lösung die Errichtung der Turnhalle auf dem Gelände der Stadtschule.

Arthur Behrendt, Bad Oldesloe, Stadtverordneter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.5.1965

 

Donnerstag, 20. Mai 1965

Bad Oldesloe erhält Großturnhalle!

Im Kultusministerium sind die Würfel gefallen!

Die Kreisstadt erhält die große Sporthalle, die sie sich schon lange wünscht. Bereits am kommenden Montag werden die Stadtverordneten ihren Bau beschließen, nachdem es feststeht, daß Land und Kreis weitgehend finanzielle Unterstützung gewähren wollen.

Damit auch die Stadtschule zu ihrem Recht kommt, soll für sie eine Bewegungshalle zusätzlich gebaut werden. Außerdem erhält sie das Hausrecht in der Großturnhalle. Für diese ist als Standort der westliche Rand des Exers ins Auge gefaßt. Bei Verwirklichung dieser Absicht müßten die Kindergartenbaracken beseitigt werden. Da die evangelische Kirchengemeinde sowieso die Verlegung des Kindergartens in weitaus besser geeignete und modern ausgestattete Räume in der Großen Salinenstraße plant, böte der Abriß der Baracken keine Schwierigkeit. Doch die Stadt denkt an einen Architektenwettbewerb für die Großturnhalle, in dem auch nach dem besten Standort gefragt wird.

Die Kosten betragen nach vorläufigen Schätzungen 1,2 Millionen DM. Auf einer Besprechung in Kiel, an der auch Landrat Dr. Haarmann teilnahm, gab das Kultusministerium seine Einwilligung zu diesem Projekt.

Die Bewegungshalle soll auf dem Stadtschulgelände errichtet und vor allem von den jüngsten Jahrgängen benutzt werden. Um die Halle auch mit Straßenschuhen betreten zu können, wird sie einen strapazierfähigen Fußboden erhalten. Sie kann dann auch als Raum für Elternversammlungen und Ausstellungen dienen. Mit diesem Projekt ist Kiel ebenfalls einverstanden.

Die Stadtschule hält heute abend um 20.45 Uhr ihre turnusmäßige Elternversammlung ab. Dabei wird, wie schon seit sieben Jahren, das Turnhallenproblem angesprochen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.5.1965

 

Donnerstag, 20. Mai 1965

Bewegungshalle genügt Eltern nicht

Gegen Großturnhalle auf Kosten der Stadtschule

Die Nachricht, daß Bad Oldesloe eine Großturnhalle erhält, löste auf der Elternversammlung der Stadtschule gemischte Gefühle aus. Die Versammlung faßte nachstehende Resolution:

„Wir protestieren dagegen,

  • daß eine Großturnhalle auf Kosten der Stadtschule gebaut wird,
  • daß die Stadtschule mit einer Bewegungshalle abgespeist werden soll,
  • daß eine Großturnhalle auf dem Exer als Stadtschulturnhalle bezeichnet werden soll,
  • daß immer und immer wieder leere Versprechungen angeboten werden,
  • daß die Stadtschule auch noch für die Großturnhalle verantwortlich sein soll.

Die anwesenden 351 Eltern fordern, daß die Kinder endlich den ihnen gesetzlich zustehenden Turnunterricht regelmäßig erhalten und nicht nur Gymnastikstunden in einer „Bewegungshalle“, daß dieser Unterricht die vorgeschriebenen Turnstunden umfaßt und nicht durch unzumutbare Wege gekürzt wird, daß der Turnunterricht auf dem Gelände der Stadtschule abgehalten wird und den Kindern und Lehrern nicht zugemutet werden darf, daß sie den Ort des Turnunterrichts nur über verkehrsreiche Straßen erreichen können.“

Die Resolution soll den zuständigen Stellen und Behörden umgehend zugeleitet werden. Sie trägt die Unterschrift des Vorstandes, des Elternbeirates Werner Rosch, Friedrich Kamm und Siegfried Heinrich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1965

 

Freitag, 21. Mai 1965

Das Bildungsgut muß durchforstet werden

Gast aus Kiel beleuchtete auf der Kreislehrertagung Probleme der Volksschule

Es bleibe nach wie vor Aufgabe der Volksschule, eine grundlegende Ausbildung zum Abschluß zu bringen, aber sie habe eine weitere Aufgabe, der sie sich verstärkt widmen müsse: in der Endphase der Schulzeit den Übergang zu neuen Denkweisen herzustellen.

Das sagte Oberregierungsschulrat Wriedt (Kiel) in einem grundlegenden Referat über die Volksschuloberstufe auf der Frühjahrstagung des Kreislehrerverbandes im „Oldesloer Hof“. Er diskutierte die vom Kultusminister zur Debatte gestellten Leitlinien, die Versuche der Verbesserung der Volksschulbildung darzustellen.

Oberregierungsschulrat Wriedt vertrat die „eindeutig berufsorientierte Zielsetzung“ der Volksschule, wobei jedoch das vornehmste Ziel sein müsse, den Schüler in die geistige Welt hineinzuführen. Gelinge das nicht, so werde der junge Mensch seinen Lebensauftrag nicht ausführen können. Charakterbildung und Erziehung zu bewußten und kritischen Mitgliedern der Gesellschaft seien Punkte, auf die besonders geachtet werden müsse.

Scharfe Kritik erfuhr die Auffassung, daß die volkstümliche Bildung alten Stils in der Volksschule beibehalten werden könne. Angesichts des Einbruchs der technischen Welt ins tägliche Leben verbiete sich das sowohl für Schüler als auch für Lehrer. Der heutige Volksschüler könne von der neuen, modernen Welt nicht ausgeschlossen werden; und das bedinge eine neue Konzeption für die Volksschuloberstufe.

Einer der Kernpunkte der Darlegungen des Referenten war die Theorie der entschiedenen Integration von Denken und Tun. Es gelte, für alle Bildungsverfahren der Volksschule herauszufinden, wie über eine sorgfältige Verknüpfung von Denken und Tun fruchtbare Lösungen erreicht werden könnten. Aus der Verwirklichung der genannten Integration folgere, daß der Klassenlehrer wirksamer werden müsse; gleichzeitig obliegt ihm, in steigendem Maße mit dem Fachlehrer zusammenzuarbeiten. Das verstärkte Miteinander der beiden lasse sich in Gestalt einer fächerübergreifenden Schau auch trotz der immensen Ausweitung des Stoffgebietes erreichen, doch sei im Interesse dessen eine gründliche Durchforstung unseres gesamten Bildungsgut dringend erforderlich. Was dem Schüler einen Kräftezuwachs bringe, solle in allererster Linie gelehrt werden. Die Gefahr des Versagens in vielen Berufen bestehe, wenn das autodidaktischen Lernen in unseren Volksschulen nicht Grundprinzip werde. Dem Schüler müsse beigebracht werden, daß er auch später ständig zu lernen habe.

Auf das Problem der Sitzenbleiber eingehend, sagte der Referent, daß 35 Prozent der Volksschüler einen Abschluß nicht erreichen. Die Forderung nach der Einführung des zehnten Schuljahres habe keinen Sinn, wenn diesen Jungen und Mädchen nicht geholfen werden könne. Hier sei ein Reformprogramm im Sinne einer Individualisierung nötig.

Oberregierungsschulrat Wriedt setzte sich auch kritisch mit dem, wie er sagte, Schlagwort „Mehr Abiturienten“ auseinander. Wir brauchen aber Bildung nicht nur in einem Mehr an Abiturienten, sondern für alle heranwachsenden und Erwachsenen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1965

 

Sonnabend, 22. Mai 1965

Drei Tage Schulstreik?

Unhaltbare Zustände in Oldesloes ältestem Schulhaus

Eltern der Sonderschüler haben auf einer Versammlung angekündigt, daß sie aus Protest gegen das Hinausschieben des schon lange geplanten Schulneubaus ihre Kinder drei Tage lang nicht zur Schule schicken wollen.

Die Versammlung begann mit einer Besichtigung des ältesten und fast baufälligen Oldesloer Schulhauses. Leider, so gab Rektor Hartmut bekannt, mußte der für 1965 geplante Beginn des Sonderschulneubaues verschoben werden, da das Projekt nicht in die Dringlichkeitsliste 1965 des Kreises Stormarn aufgenommen wurde. Ob der Neubau auf die Liste für 1966 gesetzt wird, soll sich etwa Ende Juni entscheiden.

In der anschließenden Diskussion äußerten Väter und Mütter ihre Empörung darüber, daß trotz der katastrophalen räumlichen und baulichen Verhältnisse die erstmalig 1956 beantragte Schaffung einer gesunden Schulumgebung immer wieder aufgeschoben werde, obwohl sich die Verhältnisse durch Anwachsen der Schülerzahl von Jahr zu Jahr verschlimmert hätten. Eine Schule, die neuen Klassen in fünf Räumen unterrichten muß, dürfte es heute nicht mehr geben. Die Zahl der Schüler beträgt 181.

Für neun Lehrpersonen steht nur ein etwa neun Quadratmeter großes Lehrerzimmer zur Verfügung, in dem auch noch drei Schränke, Schreibtisch, Regale, Garderobe und Bücherei untergebracht sind.

Der vor Jahren eingeführte Schichtunterricht muß jetzt auch auf den Nachmittag ausgedehnt werden. Mehrere Versammlungsteilnehmer nannten dies eine unzumutbare Verschlechterung der an sich schon unhaltbaren Zustände, so Pastor Heilker für das St.-Josef-Stift, das einige seiner Heimkinder auf diese Schule schickt. Der neu gebildete Elternbeirat (1. Vorsitzende Frau Schlicht, Stellvertreterin Frau Behrens, Schriftführerin Frau Mallek, Beisitzer Pastor Heilker, Kollecker, Frau Chylla und Frau Reske) wurde beauftragt, den Kultur- und Schulausschuß des Kreises zu einem Besuch der Schule während des Unterrichtes einzuladen. Er würde dann bestimmt den Eindruck gewinnen, daß das abbruchreife Gebäude nicht länger schulischen Zwecken dienen dürfe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.5.1965

 

Montag, 24. Mai 1965

Oldesloes Mittelschule größte des Landes

Einen guten Besuch hatte am Wochenende die erste Versammlung für die Eltern, deren Kinder seit Ostern die Mittelschule besuchen. Nach der Begrüßung gab Mittelschulrektor Klaus Petzinna ein Bild von dem Verhältnis der Lehrer zur Elternschaft seit Gründung der Schule, die heute mit 658 Schülern die größte Mittelschule des Landes ist.

Mit weiteren Ausführungen über den Leistungsanspruch und die Form der Arbeit erläuterte er das Bildungsziel der Mittelschule und forderte die Eltern auf, die häufigen Reizeinwirkungen der Umwelt von den Kindern möglichst fernzuhalten. Ausgedehntes Fernsehen beispielsweise führe zur Verringerung der Aktivität und Abstumpfung.

Anschließend wählten die Eltern die einzelnen Klassen Elternvertreter und erhielten Gelegenheit, sich über den Leistungsstand ihrer Kinder zu informieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.5.1965

 

Montag, 24. Mai 1965

Grünes Licht für Oldesloes Großturnhalle

Stadtschule soll nicht zu kurz kommen – Wichtige Beschlüsse nach hitziger Debatte

Als Standort für die Großturnhalle, die gleichzeitig als Kreissporthalle dienen soll, wird der westliche Teil des Exers bestimmt. Bei einem Architektenwettbewerb soll aber noch der genaue Platz festgelegt werden. Das Raumprogramm sollen Magistrat und Bauausschuß gemeinsam erarbeiten. Das Stadtbauamt wird mit den Vorarbeiten für die Planung sofort beginnen. Im nächsten Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden. Die Stadtschule erhält eine Gymnastikhalle, die den Wünschen der Schulleitung entsprechen soll. Das Stadtbauamt soll die Entwürfe kurzfristig anfertigen.

Diese weittragenden Beschlüsse faßten die Stadtväter in namentlicher Abstimmung nach einer längeren, teilweise recht hitzigen Debatte im Stadtparlament. Bürgerworthalter Georg Koch konnte diesmal besonders viele interessierte Zuhörer begrüßen.

Zuvor war aus formellen Gründen der am 25. Mai vorigen Jahres gefaßte Beschluß über den Bau einer Turnhalle mit Lehrschwimmbecken für die Stadtschule wieder aufgehoben worden.

Stadtrat Willy Mahrdt ging als Berichterstatter noch einmal auf die lange Vorgeschichte des Turnhallenproblems für die Stadtschule ein. Die Referenten des Kultusministeriums hätten bereits das grundsätzliche Einverständnis für den Bau der Kreissporthalle in Bad Oldesloe in Form einer Turnhalle für zwei Schulen gegeben. Der Kreiskulturausschuß habe das Oldesloer Anliegen mit Empfehlung und Finanzierungsplan schon an den Kreisausschuß zur Entscheidung weitergereicht. Der Zuschuß des Landes werde etwa 35 Prozent betragen. Der Bau einer Bewegungshalle für die Stadtschule sei ebenfalls sichergestellt.

„Es ist nicht entscheidend ob man sie Bewegungshalle oder Gymnastikhalle nennt. Wir haben es in der Hand, daraus eine vernünftige Sportstätte für die unteren Klassen der Stadtschule zu schaffen, mit der Schulleitung und Eltern zufrieden sind. Der Ausdruck Bewegungshalle stammt vom Oberschulrat im Kultusministerium“, betonte Stadtrat Mahrdt.

Die lange Debatte eröffnete der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Georg Schömer, mit der Mitteilung, daß bereits am Abend zusammen mit der Schulleitung auf einer gemeinsamen Sitzung das Raumprogramm für diese Gymnastikhalle beraten werden soll. „Über den Dank des Kuratoriums Kreissportzentrum freuen wir uns. Es hat aber bisher noch keine echte Mitarbeit geleistet oder Gelder aus dem Sportförderungsfonds für den Bau der Sporthalle besorgt.“

Stadtrat Johannes Ludwig betonte: „Wir wünschen eine ausreichende Gymnastikhalle für die Stadtschule, damit der regelmäßige Turnunterricht für die unteren Klassen sichergestellt ist. Zu den Kosten von etwa 280.000 DM bekommt die Stadt nur einen angemessenen Zuschuß vom Kreis. Die Rücklagen für die Turnhalle mit Lehrschwimmbecken werden dafür ausreichen.“

Stadtverordneter Dr. Otto Krämer wollte wissen: „Was ist eigentlich eine Bewegungshalle?“

Stadtverordneter Arthur Behrendt vertrat die Auffassung, daß die Großturnhalle auf dem Exer für die Schule zu weit weg liege. Man habe dem Kultusministerium falsche Angaben darüber gemacht. 400 Meter als so genannte „Pausennähe“ seien nach den Richtlinien zumutbar für Lehrer und Schüler. Der Weg sei aber 560 Meter lang. Er schlug als Standort das an einen Betrieb verpachtete Gelände im Kurpark vor. Dies forderte auch Stadtverordneter Homann. Stadtverordneter Willi Wigger trat für den Bau einer ordnungsgemäßen Turnhalle auf dem Schulhof ein.

Zur Frage der Dringlichkeit der beiden Vorhaben bemerkte Stadtrat Mahrdt noch: „Ich bin davon überzeugt, daß zuerst die Gymnastikhalle fertig wird.“

Dem pflichtete in seinem Schlußwort vor der Abstimmung auch Bürgerworthalter Koch bei: „Die Gymnastikhalle muß zur Befriedigung der Stadtschule sofort gebaut werden. Die Großturnhalle ist noch Zukunft. Jetzt ist der Moment gekommen, wo wir unsere früheren Ansichten und Beschlüsse zur Lösung des Turnhallenproblems revidieren müssen.“

Bei der Abstimmung sprachen sich nur die Stadtverordneten Dr. Krämer und Behrendt gegen den Bau der Großturnhalle auf dem Exer und gegen den Bau einer Gymnastikhalle aus. Wigger lehnte die Gymnastikhalle ab. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.5.1965

 

Mittwoch, 26. Mai 1965

Steigende Schülerzahl am Gymnasium

Theodor-Mommsen-Schule hat interessierte Elternschaft

Die Zahl der Theodor-Mommsen-Schüler steigt zur Zeit wieder und damit taucht, obwohl der Erweiterungsbau noch nicht fertig ist, die Befürchtung auf, daß in absehbarer Zeit einige dank dem Entgegenkommen der Stadt mit viel Sorgfalt eingerichtete Fachräume als Klassenräume benutzt werden müssen, wenn diese Entwicklung anhält.

Mit Besorgnis machte Oberstudiendirektor Siepermann auf einer Gesamtelternversammlung in der überfüllten Aula darauf aufmerksam, daß in dem für 18 Klassen geplanten Schulhaus bereits jetzt 20 Klassen unterrichtet werden. Die Schülerzahl stieg Ostern 1965 von 467 auf 503. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sie weiter steigen wird.

Einleitend hatte der Vorsitzende des Elternbeirates, Dr. Clamann, über das Wirken des Landeselternbeirates berichtet und das Augenmerk seiner Zuhörer auf die Stellung des Studienrates in der Gesellschaft gelenkt.

Bereitwillig ließen sich die Eltern dann nach Paris entführen. Studienassessorin Ahlers, zehn Primanerinnen und zwei Primaner berichteten fesselnd und lebendig in Wort und Bild über ihre Studienfahrt im April nach der Stadt an der Seine, wo sie ein reichhaltiges Pensum mit Theater-, Studio-, Schul-, Universitäts-, Kirchen- und Museumsbesuchern absolvierten und dennoch dann und wann Zeit für einen Café noir und einen Schaufensterbummel fanden.

Der Elternfonds hatte zu den Kosten beigesteuert. Auch die musische Arbeit unterstützte er, Geschäftsführer Horst Nelius u.a. berichtete, und zwar im vergangenen Jahr mit 1800 DM. Für Lehrmittelanschaffungen gab er 2000 DM aus. Oberstudiendirektor Siepermann dankte den Eltern für diese Hilfe und sprach die Hoffnung aus, daß sie der Schule erhalten bleiben möge.

Bei der Vorstandswahl trat keine Änderung ein. Dr. Clamann bleibt Vorsitzender des Elternbeirates und Horst Nelius Schriftführer. Weitere Vorstandsmitglieder sind, wie bisher, Irmgard Haarmann, Heinrich Rickert und Günther Heinze.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.5.1965

 

Sonnabend, 29. Mai 1965

Platz geschaffen für Pausenhalle

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Spitzhacke und Bagger haben das Verbindungsgebäude zwischen dem Oldesloer Gymnasium und seiner Turnhalle auf der Hofseite eingerissen und weggeräumt. Es mußte Platz machen für den Neubau einer Pausenhalle.

In den nächsten Tagen wird eine tiefe Baugrube ausgehoben, denn die Halle wird unterkellert, um Platz für Toiletten zu gewinnen. Hinter dem Baugerüst zwischen dem Klassentrakt und dem Treppenhaus sind drei große Räume im Entstehen.

Diesem zweiten Bauabschnitt folgt ein dritter. Er sieht den Neubau einer Gymnastikhalle mit Nebenräumen und den Neubau von Nebenräumen für die alte Turnhalle, die in dem niedergerissenen Verbindungsgebäude untergebracht waren, vor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.5.1965

 

Sonnabend, 29. Mai 1965

Stadtschule zufriedengestellt

In einer Sitzung des Schul- und Kulturausschusses, an der unter anderem auch Rektorin Mohr und Schulrat Lüth teilnahmen, wurde Übereinstimmung über den Bau einer Gymnastikhalle für die Stadtschule erzielt. Sie wird an der Stelle der alten Turnhalle auf einem völlig neuen Fundament errichtet und mit den erforderlichen Umkleide- und Nebenräumen ausgestattet. Das Bauamt prüft, um den Bau zu beschleunigen, ob die Verwendung von Fertigteilen ratsam und möglich ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.5.1965

 

Mittwoch, 2. Juni 1965

Wanderausstellung hatte regen Zuspruch

Die Wanderausstellung des Kuratoriums Unteilbares Deutschland „Widerstand gegen Teilung, Verantwortung für die Freiheit“ im Jugendheim hatte über 1000 Besucher, darunter die Schüler und Schülerinnen aus 15 Klassen. Es hat sich erwiesen, daß der Ausstellungsraum im Jugendheim für eine Dokumentation diesen Stils und dieser Größe zu klein ist. Wenn 30 bis 40 Schüler gleichzeitig im Raum waren, herrschte Gedränge, so daß die Informationsmöglichkeiten mitunter sehr eingeschränkt waren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.6.1965

 

Freitag, 4. Juni 1965

Vermag ein Schulstreik die Lage zu bessern?

Oldesloes Sonderschulgebäude ist katastrophal – Bange Frage nach Beginn des Neubaus

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Das ist bei schlechten Wetter die Pausenhalle für 184 Oldesloer Sonderschüler. Im ältesten Schulgebäude der Kreisstadt mit der anspruchsvollen Inschrift „Für Volk und Vaterland“ bieten nur die kleinen Flure im Treppenhaus Aufenthaltsmöglichkeit.

Das ist nicht der einzige Mangel. Die Treppe, die einzige im Hause, ist aus Holz. Auch die Deckenträger sind aus Holz. Wehe, wenn hier einmal Feuer ausbricht! Ein Klassenzimmer im Erdgeschoß ist vom Werkraum lediglich durch eine leichte Wand getrennt. Wenn möglich, wird im Klassenraum dann Musikunterricht abgehalten, wenn der Werkraum benutzt wird: also Gesang zur Abwehr der Feil- und Bohrgeräusche.

Gegenüber beiden Räumen ist das Lehrerzimmer, ein winziger Raum für neun Erzieher. Das Rektorzimmer umfaßt acht Quadratmeter, in ihm arbeiten Schulleiter, Konrektor und eine Schreibkraft. Schränke, Schreibtische und ein Regal lassen vier Quadratmeter Bewegungsraum übrig. In Raum drei sind die feuchten Wände durch Platten verkleidet. Für 22 Schüler ist diese Klasse, wie auch andere, zu klein.

Im Obergeschoß sind zwei Klassen durch Teilung eines großen Raumes entstanden. Auch hier bietet die dünne Trennwand kaum einen Geräuschschutz. Ein Abstellraum in der Größe von neun Quadratmetern dient als Lehr- und Lernmittelzimmer, Büchereiraum und zum Abstellen von Handarbeitsmaterial, Geräten, Karten usw. Er ist nur zugänglich durch Klassenraum vier, also nur während der Pausen.

Flur und Treppenhaus haben nur sechs Quadratmeter Wandfläche zur Anbringung von Garderobenhaken für 100 bis 120 Schüler einer Schicht. An Regentagen hängt die nasse Kleidung zwei- und dreifach übereinander. Sämtliche Fußböden sind in einem katastrophalen Zustand. Schließlich seien noch drei alte Waschbecken erwähnt, die die Schule verunzieren.

An vier Tagen in der Woche haben die Schüler nachmittags Unterricht. Der Platzmangel zwingt zum Schichtbetrieb. Seit 1953 hat sich die Schülerzahl fast verdoppelt. Sie stieg von 100 auf 184.

Das alles weiß die Stadt nur zu gut. Sie hat deshalb alle Vorbereitungen für einen großzügigen Neubau getroffen. Im sogenannten Sanierungsgebiet Papierfabrik wird in zentraler Lage ein modernes Schulgebäude mit allen erforderlichen Nebenräumen und einer späteren Erweiterungsmöglichkeit entstehen. Die Kosten sind auf über eine Million DM veranschlagt. Entsprechend dem Raumprogramm des Landes hat das Stadtbauamt den Vorentwurf aufgestellt und mit dem Kreis abgestimmt. Auch der Schulleiter ist gehört worden. In das alte Schulhaus noch Geld zu stecken, lohnt sich nicht mehr.

Die Straße zur Erschließung des Gebietes ist fast fertiggestellt. Mehrere Häuser, die im Wege standen, mußten abgebrochen werden. Als Ersatz hierfür sind vier Doppelhäuser mit acht Wohnungen im Bau. In einem seiner Fertigstellung entgegengehenden Neubau an der Gustav-Frenssen-Straße werden zwölf Wohnungen geschaffen, so daß die Mieter im alten Papierfabrikgebäude umgesetzt werden können. Dann wird auch dieses abgerissen.

Doch nicht allein von der Räumung der Papierfabrik ist der Neubau der Schule abhängig. Wichtiger noch ist die Finanzierung durch Land und Kreis. Die Stadt hofft, daß das Projekt auf die Dringlichkeitsliste für Schulbauten im nächsten Jahre gesetzt wird. Wenn das geschieht, kann 1966 mit dem Bau begonnen werden. Das Stadtbauamt ist hierfür gerüstet. …

Für Eltern, Lehrer und Schüler der Oldesloer Sonderschule aber heißt es, noch etwa zwei Jahre Geduld! Bei einer Bauzeit von schätzungsweise einem Jahr ist kaum mit einer Fertigstellung der neuen Schule in der zweiten Hälfte des Jahres 1967 zu rechnen. Hieran dürfte auch der angedrohte Schulstreik nichts zu ändern vermögen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.6.1965

 

Freitag, 4. Juni 1965

Bereits sechs Schulsieger gemeldet

Am 22. Juni Kreisentscheid im Vorlesewettbewerb

Sechs Schulen haben bereits ihre Schulsieger für den gegenwärtig laufenden Jugendvorlesewettbewerb ermittelt. Für die Mittelschule Harksheide: Ursula Lüden, Mittelschule Ahrensburg: Jens Lübkert, Volksschule Hoisdorf: Sigrid Burmeister, Volksschule Oststeinbek: Hildegard Pankratz, und Volksschule Reinbek: Uwe Gerhardt. Das Oldesloer Gymnasium war die erste Schule, die ihren Sieger ermittelt hatte: Christa Rosenberg.

Obwohl von einigen Schulen noch die Meldungen ausstehen, darf schon jetzt festgestellt werden, daß mehr Kinder als im vergangenen Jahr am Vorlesewettbewerb teilnehmen. Die kleineren Landschulen sind leider nicht mehr in dem Maße beteiligt, wie es im vorigen Jahr der Fall war. Das ist darauf zurückzuführen, daß in den kleinen Schulen das sechste Schuljahr nur von zwei oder drei Schülern besucht wird und es wohl auch nicht immer möglich ist, mit

einer Nachbarschule gemeinsam einen Schulsieger zu ermitteln.

Bisher haben 13 Volksschulen, drei Mittelschulen und die drei Oberschulen des Kreises mit 842 Kindern ihre Teilnahme zugesagt. Mit der geringsten Schülerzahl nimmt die Volksschule Eichede am Wettbewerb teil. Hier wird der Schulsieger aus vier Mädchen und zwei Jungen ermittelt. Gegen die größere Konkurrenz wird sich der Schulsieger der Mittelschule Bad Oldesloe behaupten müssen, der aus 120 Schülern (55 Mädchen und 65 Jungen) ausgesucht werden soll.

Das Kreisjugendamt wird die Schulsieger zum Kreisentscheid am 22. Juni nach Ahrensburg einladen.

Durch eine neue Regelung bei der Wettbewerbsausschreibung ist es bei der hohen Zahl von Schulsiegern, die am Kreisentscheid teilnehmen, möglich, einen Kreissieger für die Mittel- und Oberschulen und einen Kreissieger für die Volksschulen zu ermitteln. Bei entsprechenden Leistungen können u.U. beide Kreissieger am Landesentscheid in Kiel im November teilnehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.6.1965

 

Freitag, 4. Juni 1965

87 Radfahrer geprüft

Als Beitrag zur Aktion gegen den Unfall nahmen 87 Jungen und Mädchen von den siebenten Klassen der Oldesloer Mittelschule an einer freiwilligen Radfahrerprüfung teil. 70 bestanden sie. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Aula übergab ihnen Rektor Klaus Petzinna die Ehrenwimpel und Radfahrpässe der Verkehrswacht. Als beste Radfahrer erhielten Buchprämien: Thomas Sturtz (7b), der zugleich die begehrte Silbernadel für die Höchstpunktzahl bekam, Renate Sals (7a) und Kennrick Willis (7c).

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.6.1965

 

Sonnabend, 5. Juni 1965

Schulsieger im Lesewettbewerb ermittelt

120 Schüler der sechsten Klasse der Königin-Luise-Schule hatten sich auf den Vorlesewettbewerb vorbereitet. Angelika Garske, Ute Seidensticker, Christian Schmidt (alle 6a), Hardo Boschmann, Annegret Paetz, Regine Reschke (alle 6b), Ruth Krasmann, Ingrid Harms und Joachim Hoppe (alle 6c) gelangten in eine Vorentscheidung, die am vorletzten Schultag in der Aula der Mittelschule ausgetragen wurde. Mittelschulrektor Klaus Petzinna wies auf die angenehme und nützliche Form der Unterhaltung durch Vorlesen hin. Als Schiedsrichter standen die Deutschlehrer Walter Busch, Schwen Schönemann und Helmut Stumme zur Seite. Schulsiegerin wurde Ute Seidensticker. Als Anerkennung erhielt Joachim Hoppe für seinen zweiten Platz „Die rote Koppel“, eine Fuchsgeschichte. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch frohe Frühlingslieder, zu denen Lehrer Busch auf dem Akkordeon begleitete.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1965

 

Sonnabend, 5. Juni 1965

Handwerker in der Stadtschule

In einigen Klassenräumen der Stadtschule werden Dämmplatten eingebaut. Sie erfordern einen Kostenaufwand von 1700 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1965

 

Sonnabend, 5. Juni 1965

Lehrer zeigen sich die Fäuste

Kreisschulsportfest mit Einlagen am 18. September

Auf eine Arbeitstagung der Bezirksobleute für die Sommer-Bundesjugendspiele 1965 im Jugendheim in Reinfeld wurden die Wettkämpfe für die Bezirke des Kreises Stormarn und für das gemeinsame Fest aller Schulen festgelegt. Es findet am 18. September in Reinfeld statt.

Dort gestatten die zahlreichen Nebenplätze mit Endspielen im Hand- und im Fußball eine plangerechte Abwicklung. Neben Dreikämpfen aller Jahrgänge enthält das Programm 600- und 800-Meter-Läufe, Pendel- und Rundenstaffeln, Volkstänze moderner Art. Für weitere Abwechslung sorgt ein Faustballspiel der Lehrermannschaften, aus Bezirksobleuten der beiden Schulaufsichtsbezirke der Schulräte Heinrich Lüth und Wilhelm Strech zusammengestellt. Einige Fachverbände haben für Mannschaftsspiele Wanderpreise ausgesetzt.

Obmann Emil Mallien referierte über die Bedingungen zum Erwerb des Sportabzeichen und über die Abnahmeberechtigung. Fachberater für Leibeserziehung Bernhard Nowak dankte dem Rheinfelder Fotofachmann Richter für die Vorführung eines Farbfilm mit Kommentar über die Einweihung des Reinfelder Stadions am 15. August vorigen Jahres.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1965

 

Sonnabend, 5. Juni 1965

Turngeräte frühzeitig bestellt

für das Gestühl im neuen Physikübungsraum der Oberschule hat der Magistrat einen Betrag von 1500 DM bereitgestellt. Ferner hat er die Lieferung von fest einzubauenden Turngeräten für die geplante Gymnastikhalle des Gymnasiums schon jetzt in Auftrag gegeben, weil die für die Geräte notwendige Verankerung beim Bau der Halle gleich mitgeschaffen werden soll. Die Turngeräte kosten 5200 DM. Ferner hat der Magistrat die vorgesehenen Mittel für den Jahresbericht der Oberschule in Höhe von 2400 DM freigegeben, außerdem 600 DM Zuschuß für Schulfahrten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1965

 

Sonnabend, 5. Juni 1965

Ferienschwimmen beginnt nach Pfingsten

Am 2. Juni hat für die Nichtschwimmer der Ober- und der Mittelschule der Unterricht im Lehrbecken begonnen. Vertreter der Gemeinden aus den Kreisen Lauenburg, Segeberg und in der letzten Woche aus Niedersachsen kamen zur Besichtigung des Lehrbeckens, das als Beispielanlage für Schleswig-Holstein gilt. Am 15. Juni beginnt um 14 Uhr der erste Ferienschwimmlehrgang. Anmeldungen erfolgen am Lehrbecken. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1965

 

Sonnabend, 12. Juni 1965

Als Schulleiter nach Südwestafrika

Karibib freut sich auf die Rückkehr Fritz Rehkopfs

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Der Oldesloer Mittelschullehrer Fritz Rehkopf geht wieder nach Afrika, und zwar an die deutsche Privatschule in Karibib, die er bereits von 1956 bis 1960 geleitet und zu einer Mittelschule ausgebaut hat. Diesmal begleitet ihn nicht nur seine Frau, sondern auch der sechs Monate alte Stammhalter Detlef.

Diese Schule im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, das heute der Südafrikanischen Union angeschlossen ist, hatte 1956 rund 70 Schüler. Als Lehrer Rehkopf 1960 an die Oldesloer Mittelschule zurückkehrte, zählte man in Karibib fast 200 Jungen und Mädchen. Inzwischen ist die Schülerzahl auf rund 250 angestiegen, und mit einer weiteren Zunahme ist zu rechnen, so daß Fritz Rehkopf seine Aufbauarbeit mit Hilfe der Eltern und des Auswärtigen Amtes wird fortsetzen können.

Er wird in Karibib nicht nur von Eltern und Schülern freudig erwartet, sondern auch von der ehemaligem Ahrensburger Lehrerin Fräulein Pinhammer, die an der Schloßschule unterrichtete und seit dreieinhalb Jahren in Karibib tätig ist. Ihr Vertrag läuft über fünf Jahre.

Fritz Rehkopf hat sich auf drei Jahre verpflichtet Er tritt zusammen mit seiner Familie den Flug von Hamburg über Johannesburg nach Windhuk am 8. Juli an und wird schon zwei Tage später in Karibib sein. Die klimatische Umstellung wird nicht so schwierig sein, denn in Südafrika ist jetzt Winter mit Temperaturen, wie wir sie hier im Sommer gewöhnt sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.6.1965

 

Montag, 14. Juni 1965

Vier Klassen auf Fahrt

Die beiden Unterprimen und die beiden Untersekunden der Theodor-Mommsen-Schule traten heute morgen ihre Klassenfahrten an. Eine Unterprima reist nach Berchtesgaden, eine Untersekunda nach Bremen. Je eine Unterprima und eine Untersekunda haben den Spessart mit Besuchen Würzburgs und Bambergs als Ziel gewählt. Die Fahrten dauern zwischen acht und zwölf Tagen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.6.1965

 

Montag, 14. Juni 1965

Schwimmunterricht für Schulkinder

Alle schulpflichtigen Kinder Bad Oldesloes und der Umgebung können an dem Schwimmkursus teilnehmen, der morgen um 14 Uhr im Lehrschwimmbecken beginnt. Treffpunkt ist die Turnhalle der Mittelschule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.6.1965

 

Dienstag, 15. Juni 1965

Sonderschule Preisträger im Schülerwettbewerb „Wer hat recht?“

Bei der in Wiesbaden vorgenommenen Auslosung der Sieger des Schülerwettbewerbs „Wer hat recht?“ entfiel der 19. Klassenpreis auf die Klasse 7 der Oldesloer Sonderschule. Der Preis besteht aus einer eintägigen Omnibusfahrt in die Stadt Oldenburg am 22. Juni. In Oldenburg steht auf dem Programm u.a. ein Empfang im Rathaus und eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten dieser Interessanten Stadt. Der für rund 42.000 Schulen in der Bundesrepublik und West-Berlin ausgeschriebene Schülerwettbewerb stand in Verbindung mit der großen Gesundheitsaktion „Haltung und Leistung“ des Bundesministeriums für Gesundheitswesen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gesundheitsmuseum, Köln, und dem Aufklärungsdienst für Jugendschutz, Wiesbaden. Die Aktion hatte mit einem umfangreichen Unterrichtsmaterial das Ziel, die biologischen Kenntnisse zu erweitern und den Willen zu einer guten Haltung und Leistung zu wecken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.6.1965

 

Sonnabend, 19. Juni 1965

Massenansturm auf Lehrschwimmbecken

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Einen regelrechten Ansturm auf das Lehrschwimmbecken der Oldesloer Mittelschule hatte die Ankündigung des ersten Lehrganges ausgelöst. Etwa 250 Kinder, viele in Begleitung von Mutti und Vati, fanden sich ein. Glücklicherweise hatte die kräftig scheinende Sonne das Wasser erwärmt. Manche stürzten gleich mit Wonne in das Naß, andere waren noch etwas scheu, doch gelang es Schwimmlehrer Bernhard Nowak fast wie im Spiel auch sie an das feuchte Element zu gewöhnen. Für alle war der erste Tag ein großes Vergnügen. Hoffentlich ziehen die kalten Regenwolken bald vorüber, damit der Kursus fortgesetzt werden kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.6.1965

 

Dienstag, 22. Juni 1965

19 Schulsieger lesen um die Wette

Kreisentscheid im Ahrensburger Bruno-Bröker-Heim

Ahrensburg. Heute werden sich auf Einladung des Kreisjugendamtes im Bruno-Bröker-Heim 19 Stormarner Schulsieger zur Kreisentscheidung im Jugendvorlesewettbewerb 1965 treffen. Zum fünften Mal wird damit der Wettbewerb in dieser Form in unserem Kreise durchgeführt.

Für die Kreisentscheidung sind in diesem Jahr einige Änderungen vorgesehen. Zum ersten Mal haben die Teilnehmer, bevor sie sich der Jury stellen, einen Fragebogen auszufüllen, auf dem allgemeine Fragen über Jugendliteratur zu beantworten sind.

Nach diesem schriftlichen Test wird in drei Gruppen die Vorentscheidung an Vorlesen getroffen. Aus der Gruppe der weiterführenden Schulen werden die drei besten und aus den beiden Volksschulgruppen jeweils die beiden besten Vorleser ermittelt. Diese sieben Gruppensieger treten dann nach einer stärkenden Kaffeetafel zur eigentlichen Kreisentscheidung an.

Der Wettbewerb um den Kreissieger findet als öffentliche Veranstaltung um 16 Uhr im Saal des Bruno-Bröker-Heimes statt. Am Schluß der Veranstaltung werden die Kreissieger geehrt. Es wird zum ersten Mal in diesem Jahr zwei Kreissieger, einen aus den weiterführenden Schulen und einen aus den Volksschulen geben. Bei entsprechenden Leistungen haben beide die Chance, zum Landesentscheid im Herbst nach Kiel eingeladen zu werden.

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgt diesmal das preisgekrönte Ahrensburger Blockflötenquartett mit Marianne Boldt, Elisabeth Kupfer, Dorothea Winter und Wolf-Dieter Reiche. Damit keine große Pause entsteht, wenn sich die Jury zur Beratung zurückzieht, wird Harro Torneck vom NDR Hamburg wieder einige neue Jugendbücher vorstellen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.6.1965

 

Dienstag, 22. Juni 1965

Die beiden besten Vorleser aus unseren Schulen

Voller Saal beim Kreisentscheid in Ahrensburg

Ahrensburg. Gespannte Minen und fröhliches Kinderlachen gab es im Bruno-Bröker-Heim, wo sich auf Einladung des Kreisjugendamtes 19 Stormarner Schüler, Schulsieger, zur Kreisentscheidung im Jugendvorlesewettbewerb 1965 getroffen hatten. Der Saal des Heims war mit Kindern und deren Eltern sowie Lehrern voll besetzt.

Zunächst fiel in drei Gruppen die Vorentscheidung. Aus der Gruppe der weiterführenden Schulen wurden die drei besten und aus den beiden Volksschulgruppen jeweils die beiden besten Vorleser ermittelt. Diese sieben Gruppensieger traten dann zum eigentlichen Kreisentscheid an und gingen mit Feuereifer, aber auch mit schönem Einfühlungsvermögen ans Werk. Gero von Böhm-Bezing (Reinbek) las aus „Peter Plüsch“ von Manfred Kyber, Ines Hein (Ahrensburg) aus „Pippi Langstrumpf“, Ute Seidensticker (Bad Oldesloe) aus „Der Angeber“ von Horst Lipsch, Sigrid Burmeister (Hoisdorf) aus „Möpschen – vorwiegend heiter“ von Martha Schlinkert, Renate Reimann (Elmenhorst) aus „Bummi und Fiete“ von Martha Schlinkert, Karin Dietrich (Harksheide) aus „Tölpelhans“ von Christian Andersen und Uwe Gerhardt (Reinbek) aus „Klaus fliegt über den Atlantik“.

Als sich die Jury (Dietrich Schmidt, Reinfeld, Kreisjugendringsvorsitzender, die Leiterin der Kreishauptbücherei in Bad Oldesloe, Inge Suhr, der Ahrensburger Buchhändler Otto, die Leiterin des evangelischen Kindergartens in Ahrensburg, Dahmlos, und die Leiterin der Ahrensburger Stadtbücherei, Pietrzick, zusammensetzte und die Leistungen der sieben Jungen und Mädchen aus wertete, stiegen Spannung und freudige Erwartung im Saal spürbar an. Harro Torneck vom NDR Hamburg überbrückt die Zeit bis zur Verkündung der Kreissieger; er las aus neuen Kinderbüchern (Unsere Oma“, „Ille mit der Flunkerbrille“, „Tobias Zaubermaus“, „Aufruhr in Dreiteilen“). Der Gast aus Hamburg hatte schnell die Lacher auf seiner Seite, auch die Erwachsenen sparten nicht mit freundlichem Beifall.

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Das Ahrensburger Flötenquartett (Marianne Boldt, Elisabeth Kupfer, Dorothea Winter, Wolf Dieter Reiche) bereicherte den Vorlesewettbewerb musikalisch.

Dann war es soweit: Kreisjugendpfleger Bendrien betrat die Bühne und proklamierte die Sieger. In der Klasse der Ober- und Mittelschüler gewann Ines Hein den Kreisentscheid und in der Gruppe der Volksschulen Karin Dietrich. Ebenso wie sie erhielten auch die „Verlierer“ Buchgeschenke.

Die Richtlinien für die Bewertung der vorlegenden Schüler waren unter drei Gesichtspunkten aufgestellt worden:

  • Bewertung des Vorlesens: Keinesfalls durfte geziertes, bühnenreifes oder auswendig gelerntes Vorlesen gut bewertet werden. Es kam darauf an, daß das Kind das Lesestück so natürlich, entsprechend dem Inhalt, vorlas, wie es seinen Geschwistern und Eltern am meisten Spannung, Freude und Miterleben vermittelt.
  • Gesamteindruck des Kindes: Hier sollte festgestellt werden, ob das Kind Freude am Lesen hat, wie es zu dem Buch gekommen ist, welche anderen Bücher es besitzt usw.
  • Bewertung des Textes: Zu beurteilen, ob das Kind einen Text gewählt hatte, den es versteht, ob es den Text in seiner Sprache lebendig werden lassen konnte und ob der gewählte Ausschnitt für das Buch typisch war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.6.1965

 

Freitag, 25. Juni 1965

Arbeitgeber und Gewerkschaft fordern gemeinsam:

Ein zehntes Volksschuljahr

Für eine Erweiterung des Unterrichts an Volksschulen auf zehn Jahre hat sich der Hamburger „Arbeitskreis Schule/Wirtschaft“ in einem Erfahrungsbericht ausgesprochen.

Zu dieser Arbeitsgemeinschaft haben sich vor etwa einem Jahr die Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände in Hamburg und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zusammengeschlossen.

Ein zehntes Schuljahr soll den Schulabgängern den Übergang in das Berufsleben erleichtern und vor allem für die Berufswahl die richtigen Hilfen geben, heißt es in dem Bericht. Ferner wird darauf hingewiesen, daß der einschneidende und plötzliche Übergang von der Schulbank in den Beruf zu Schwierigkeiten führt, die am 15. Lebensjahr besonders schwer zu bewältigen seien.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.6.1965

 

Sonnabend, 26. Juni 1965

Stipendium für Oberprimanerin

Die Oberprimanerin Marie-Luise Schwarck, Hamburger Straße 73, hat in einem Wettbewerb im Französisch-Unterricht ein Stipendium für einen vierwöchigen Ferien-Studienkursus in Dijon in Frankreich errungen, der vom 3. bis zum 31. Juli 1965 stattfindet. Sie ist eine unter den vier Gewinnern aus Schleswig-Holstein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.6.1965

 

Sonnabend, 26. Juni 1965

Oldesloes schönstes Fest vor der Tür

Änderung des Umzugsweges in der Innenstadt

Seit Tagen haben die Spielmannszüge mit ihrem klingenden Spiel Oldesloes schönstes Fest angekündigt. Der Tradition entsprechend findet es am vorletzten Schultag vor den Sommerferien statt, und zwar am kommenden Montag. Das Kindervogelschießen wird wie immer getragen von einem Ausschuß, der aus den Schulleitern, einer Reihe von Lehrern aller Schulen und Interessierten Bürgern besieht. Darin drückt sich die Gemeinsamkeit des Festes aller Oldesloer Schulen aus.

Es nehmen 2295 Kinder des Gymnasiums, der Mittelschule, der Stadtschule, der Sonderschule und der Klaus-Groth-Schule daran teil. Außerdem ist eine Berliner Klasse, die zu einem Erholungsaufenthalt in der Jugendherberge weilt, zur Teilnahme am gesamten Fest eingeladen. Die Berliner werden im Festzug an der Spitze aller Schulkinder hinter den Fahnen der Landsmannschaften marschieren, an den Spielen auf dem Exer teilnehmen und zusammen mit gleichaltrigen Schülern der Mittelschule in der Rohlfshagener Kupfermühle tanzen.

Den Auftakt des Festes bildet der Morgenumzug. Infolge der Sperrung eines Teiles der Mühlenstraße muß vom herkömmlichen Umzugsweg abgewichen werden. Der Festumzug und wird sich durch folgende Straßen bewegen: Von der Oberschule Hamburger Straße, Hindenburgstraße, Mühlenstraße, Lübecker Torbrücke, Schleife auf dem Pferdemarkt, Lübecker Straße, Berliner Ring, Bahnhofstraße, Brunnenstraße, Kurparkallee, Königstraße, Schützenstraße, Exer.

Der Umzug wird durch den Festausschuß angeführt. Ihm folgen die Kapelle Kellmann, die Bundesfahne, die Fahne der Stadtschule, der Vogel, die Krone, die Schulleiter und die Ehrengäste. Nach den Berliner Kindern marschieren die Schulen in der Reihenfolge: Gymnasium, Mittelschule, Klaus-Groth-Schule, Sonderschule, Stadtschule. Für die Marschmusik sorgen die Spielmannszüge des Gymnasiums, des TSV, der Volksschulen und als besondere Attraktion der Spielmannszug der Kieler Sprotten. Die von den Kieler Schülern im vorigen Jahr in Oldesloe gezeigten Leistungen haben den Ausschuß für das Kindervogelschießen veranlaßt, die Jungen nach hierher zu verpflichten. Nach dem Umzug werden die Kieler Sprotten auf dem Exer ein Standkonzert geben.

Auf dem Exer wird in 58 Spielgruppen um die Klassen-Königswürde „gekämpft“. Während die Schulanfänger „Blinde Kuh“ spielen, ermitteln die übrigen Grundschüler beim Kegeln, Ring- oder Hakenwerfen ihre Sieger. Vom fünften Schuljahr ist vornehmlich bei den Jungen die Scheibe das Ziel, die durch Hafter, kleine Pfeile oder mit Hilfe der Armbrust getroffen werden muß. Die Mädchen versuchen sich im Federball- oder Korbballzielwurf. Die 13- bis 14jährigen Jungen schießen in Sehmsdorf auf den Schießständen der Bürgerschützengilde mit dem Luftgewehr.

Den Höhepunkt der Spiele bilden das Vogelpicken der Mädchen und das Armbrustschießen der Jungen auf den Vogel im Naturtheater. Besonders viel Anteilnahme hat Jahr für Jahr das Vogelschießen erregt. Es sind außer dem Königspreis 24 Preise abzuschießen. 157 Jungen nehmen am Vogelschießen der Endgruppe und 126 Mädchen am Vogelpicken teil.

Am Nachmittag wird von 15 bis 19.30 Uhr getanzt. Die Schüler des ersten und zweiten Schuljahres tanzen auf dem Exer in den beiden Zelten. Als weitere Tanzlokale sind elf Gaststätten in der Stadt und die auswärtigen Lokale Rohlfshagener Kupfermühle, Mäcki Rethwischfeld, Redderschmiede und Forsthaus Kneeden vorgesehen. Nach außerhalb werden die Jungen und Mädchen mit Bussen gefahren und auch wieder zurückgebracht. Für die Eltern ist ebenfalls Fahrgelegenheit vorgesehen, allerdings gegen die Entrichtung eines Fahrpreises.

Abfahrt der Eltern nach Rethwischfeld von der Wartehalle 15.25 Uhr, nach dem Kneeden von der Post 15.25 Uhr oder 16.20 Uhr mit dem Linienbus, zur Redderschmiede von der Post 15.45 Uhr und nach Kupfermühle von der Wartehalle ebenfalls 15.45 Uhr. Die Eltern können von Rethwischfeld um 18.15 Uhr mit dem Linienbus oder um 19.15 Uhr mit dem Sonderbus zurückfahren, von der Redderschmiede um 18 Uhr und vom Kneeden um 18.22 mit dem Linienbus oder 19.15 Uhr, von Kupfermühle um 18.15 Uhr.

Um 20 Uhr beginnt der Abendumzug vom Exer aus. Anstelle der Kieler Sprotten spielt die Feuerwehrkapelle. Der Einmarsch erfolgt vom Exer durch die Schützenstraße, Lorentzenstraße, Grabauer Straße, Hamburger Straße, Hindenburgstraße, Marktplatz. Dort findet die Schlußkundgebung statt. Die Ansprache hält Oberstudiendirektor Siepermann.

Der Verlauf des Festes

  • 6 Uhr: Wecken, Spielmannszug des Gymnasiums
  • 7.45 Uhr: Abholen des Königspaares und des Vogels
  • 8 Uhr: Abholen der Ehrengäste vom Marktplatz
  • 8.30 Uhr: Beginn des Umzuges
  • 10 Uhr: Beginn der Spiele
  • 15 bis 19.30 Uhr: Kindertanz
  • 20 Uhr: Abendumzug mit anschließender Schlußkundgebung auf dem Marktplatz
  • Ankunft des Abendumzuges etwa um 20.30 Uhr

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.6.1965

 

Sonnabend, 26. Juni 1965

Bitte der Polizei!

Die Oldesloer Polizei bittet die Einwohner dringend, am Montag möglichst keine Fahrzeuge in den Straßen abzustellen, durch die sich der Kinderumzug des Vogelschießens bewegen wird. Parkende Wagen behindern sowohl den Umzug wie den Durchgangsverkehr, mit dessen Lenkung die Polizei ohnehin alle Hände voll zu tun haben wird. Zum Dank für diese Rücksichtnahme stellt die Polizei wieder die beiden berittenen Beamten, die den Festzug hoch zu Roß anführen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.6.1965

 

Montag, 28. Juni 1965

Sonne, Fahnen, Blumen, Marschmusik und strahlende Kindergesichter

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Ein blauer Himmel, an dem weiße Sommerwolken wie große Wattebäuschen segelten – das bedeutete Kindervogelschießen im Sonnenlicht! Als heute morgen die Spielmannszüge zum Wecken durch die Straßen Oldesloes zogen und Kinder und Eltern aus den Fenstern sahen, sah man nur strahlende und zufriedene Gesichter. Wenig später begannen sich die Straßen allmählich zu füllen. Das alte Königspaar wurde abgeholt, und die Schulen zogen zum Sammelplatz. In den Festzug reihten sich die Repräsentanten der Stadt ein. Am stolzesten marschierten die Kleinsten mit. Immer wieder brachen sie in den Ruf „Hurra“ aus. Überall stand die Bevölkerung Spalier. Als der Festzug den Bürgerpark erreicht hatte, begannen traditionsgemäß die Spiele mit dem Kampf um die neuen Würden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.1965

 

Montag, 28. Juni 1965

Lübke eröffnete Bundesjugendspiele

„Deutschland braucht tüchtige und opferbereite Männer und Frauen!“ …

Die Bundesjugendspiele 1965 hat Bundespräsident Lübke im Hamburger Volksparkstadion beim Stadionfest der Hamburger Schulen eröffnet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesjugendspiele, an denen in diesem Jahr rund fünf Millionen Jugendliche teilnehmen, übernahm der Bundespräsident die Eröffnung dieser größten sportlichen Veranstaltung in der Bundesrepublik.

Lübke nannte es ein Symbol, daß das Volksparkstadion aus den Trümmern einer dunklen Vergangenheit, aus dem Schutt des Bombenkrieges gebaut wurde. Er betonte, auf Freiheit und Freude, wie sie in diesem Sportfest zum Ausdruck komme, könne nur in aktiver Einstellung zum Leben gewonnen werden.

Der Bundespräsident hob die hohe erzieherische Bedeutung des sportlichen Wettkampf der Schulen hervor, der ein Beitrag zur Formung der Persönlichkeit sei. Die Bedeutung von Sport und Spiel für die Ausbildung des Charakters und des Körpers sei in der Gegenwart noch gestiegen, da das schnellere Wachstum Schäden und Krankheiten mit sich bringe. Eine vernünftige und regelmäßig körperliche Betätigung könne viele dieser Schäden abwenden.

Der Bundespräsident stellte fest, die charakterliche Einstellung werde bei Sport und Spiel geprägt, in dem sich der Blick ganz von selbst auf den anderen und die Gemeinschaft richte. Er sagte: „Körperliche Disziplin, ein fester Wille, die Bereitschaft, die eigene Leistung einzuordnen in ein Gemeinschaftswerk, faire Gesinnung, Verantwortungsfreude, Hilfsbereitschaft und Treue sind zugleich die Eigenschaften des guten Sportlers, wie unerläßliche Tugenden eines mündigen Staatsbürgers.“

Lübke hob hervor, wenn Deutschland in der Welt von morgen etwas gelten solle, brauche es tüchtige und opferbereite Männer und Frauen. Die deutsche Geschichte sei eine Chronik, in der sich großartige Leistungen mit Schrecklichem und Verhängnisvollem mischten. Die Lebenskraft und der Charakter des einzelnen und eines Volkes bewiesen sich an der Bereitschaft, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und auch am widrigen Schicksal zu reifen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.1965

 

Dienstag, 29. Juni 1965

Das Kindervogelschießen: Ausdruck der Liebe zur Heimat

Feierlicher Ausklang auf dem Oldesloer Marktplatz

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Mit einem dreifachen „Hoch" ließ Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Siepermann gestern abend auf dem Oldesloer Marktplatz bei der Abschlußfeier das Hauptkönigspaar Karsten Elß von der Theodor-Mommsen-Schule und Gabriele Meißel von der Stadtschule durch die über 2000 teilnehmenden Kinder ehren.

„Welch ein herrlicher Tag ist uns heute beschieden gewesen!" rief der Redner Kindern und Erwachsenen zu, die den Marktplatz füllten.

Von einem geschmückten Wagen herab sprechend, wies der Oberstudiendirektor, der erstmals bei der Vorbereitung des Kindervogelschießens mitwirkte, darauf hin, wieviel Mühe, Sorgfalt und Liebe auf dieses Fest verwendet worden seien. Allen Helfern dankte er herzlich, insbesondere dem Festausschuß und den Lehrkräften, die die Spiele geleitet und beaufsichtigt hatten, sowie den Behörden, Körperschaften und Organisationen aller Art, nicht zuletzt allen auf dem Marktplatz Erschienenen, die der Veranstaltung einen weiten, volkstümlichen Rahmen gaben. Auch eine Berliner Klasse war im Zuge mitmarschiert, ebenso erlebte eine Gruppe junger Schweden, die in Bad Oldesloe einen Ferienkurs absolvieren, das Kindervogelschießen.

Es besteht heute die Gefahr des Verlustes der Tradition, bemerkte Oberstudiendirektor Siepermann weiter, und entwickelte einige besinnlich stimmende Gedanken. Tradition könne und werde sich halten und jedem Angriff widerstehen, wenn sie einen echten Inhalt habe und vom Geist geprägt sei. Die alte holsteinische Tradition des Kindervogelschießens sei würdig, gepflegt und fortgesetzt zu werden. Letztlich sei dies Ausdruck der Liebe zur holsteinischen Heimat.

Alle sollten auch daran denken, daß die Menschen nur wenig Kilometer von unserem Städtchen, jenseits der Zonengrenze, ihre Traditionen nicht pflegen dürfen oder verfälscht vorgesetzt bekamen. „Das ganze Deutschland soll es sein, in Einigkeit und Recht und Freiheit!" schloß der Redner.

Nach dem Gesang des Schleswig-Holstein-Liedes und der dritten Strophe des Deutschland-Liedes rief Hans-Jürgen Siepermann den Kindern zu: „Und was ist morgen? – Frei-Tag!“ scholl es ihm aus vielen Mündern entgegen.

Die Königspaare

Theodor-Mommsen-Schule:

Klasse VIa: Rüdiger Knoll, Gabriele Epstein; VIb: Nikolaus Stirnat, Doris Kring; VIc: Michael Harder, Gudrun Stolten. Klasse Va: Wolfgang Fester, Ute Wrobel; Vb: Christoph von Jänichen, Christa Rosenberg; Klassen IVa/b: Ernst Lohse, Margit Meyer; Klassen UIIIa/b: Helmut Jänichen, Renate Schmidt.

Stadtschule:

Klasse 1a: Bernd Rode, Marina Främke; 1b: Jochen Tost, Margot Klaar; 1c: Joachim Berndt, Angelika Schuldt, 1d: Bernd Weisig, Roswitha Niemann; Klasse 2a: Bernd Bobsein, Silke Marzischewski; 2b: Jörg Demmler: Ursula Tietgen; 2c: Henning Lehmkuhl, Christiane Reddig; 2d: Volker Schmack, Doris Krause; Klasse 3a: Werner Voß, Marita Wahl; 3b: Stefan Rath, Angela Neitzke; 3c: Hubert Stobbe, Astrid Ulrich; Klasse 4a: Joachim Strahlendorf, Maren Petersen; 4b: Thomas Eckmann, Rosemarie Schulz; 4c: Torsten Korn, Gudrun David; Klasse 5: Klaus-Dieter Affeld, Marina Harms; Klasse 6a: Holger Sandersen, Margret Cords; 6b: Hans-Werner Hildebrand, Monika Röpke; Klassen 7a, 7b, 8a und 8b: Manfred Schade, Angela Butschkau.

Klaus-Groth-Schule:

Klasse 1a: Dieter Reddel, Ingrid Nagel; 1b: Joachim Gensken, Martina Koch; 1c: Andreas Raddatz, Ellen Borsutzki; Klasse 2a: Hans-Jürgen Petersen, Gisela Schnauer; 2b: Norbert Schäfke, Annemone Linkner; 2c: Manfred Neuhaus, Sabine Kornat; Klasse 3a: Hans-Joachim Fabritz, Angelika Hoffmann; 3b: Edmund Motylski, Antje Bahnsen; Klasse 4a: Jörg Doeubler, Maria Stefanec; 4b: Jens Peter Ruwold, Sylvia Böttcher; Klasse 5: Ulf Diethard Wölms, Bettina Gerik; Klasse 6: Eduard Zowislok, Grazina Jesziorny; Klasse 7a: Ingo Pelican, Dorothea Gladasch; 7b: Jürgen Schulz, Evelyn Gaebler; Klasse 8: Peter Reuter, Annegret Schadwinkel.

Königin-Luise-Schule:

Klasse 5a Walter Janne, Evelyn Wiese; 5b: Werner Brockmöller, Petra Poschmann; 5c: Werner Braker, Helga Sellhorn; 5d: Peter Mamero, Renate Spies; Klasse 6a: Uwe Wolgast, Eva-Marie Schmidt; 6b: Wilfried Tost, Angelika Padderatz; 6c: Heinz Grube, Barbara Deutschen; Klassen 7a/b: Manfred Stockhusen; Klasse 8b: Angelika Bergmann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1965

 

Dienstag, 29. Juni 1965

Seit 40 Jahren dabei

Beim diesjährigen Kindervogelschießen konnte der Hausmeister der Stadtschule, Heinrich Hormann, ein bemerkenswertes Jubiläum feiern. Vier Jahrzehnte durch wirkte er als Organisator des Wettbewerbs, der dem Heimatfest den Namen gegeben hat. 1924 war er als Hausmeister von der Stadt eingestellt worden und in dem folgenden Jahr nahm er beim Kindervogelschießen den Posten ein, den er dann stets mit Umsicht und Liebe ausfüllte. Generationen von Knaben ist er dadurch vertraut geworden. Da Heinrich Hormann im April nächsten Jahres als Beamter pensioniert wird, sorgte er gestern letztmalig in amtlicher Eigenschaft dafür, daß das Schießen auf den Holzvogel ordnungsmäßig und unfallfrei vor sich ging.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1965

 

Mittwoch, 30. Juni 1965

Vom Kollegium verabschiedet

In Anwesenheit des Kollegiums der Königin-Luise-Schule verabschiedete vor Ferienbeginn Rektor Petzinna den nach Afrika ausreisenden Mittelschullehrer Fritz Rehkopf, dankte ihm für die gute Zusammenarbeit und überreichte ihm ein Fachbuch über Laienspiel und einen Blumenstrauß mit den besten Wünschen für seine Tätigkeit als Schulleiter in Karibib.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.6.1965

 

Bis zum Jahr 1970