Schuljahr 1964 - 65  Zeitraum Januar - März

 

Sonnabend, 2. Januar 1965

Keine schulischen Mißstände in Stormarn

Gespräch mit Schulrat Lüth über Elternklagen – Alle Lehrerplanstellen besetzt

prü. – Werden die Junglehrer durch Lehrgänge und Fortbildungskurse zu sehr in Anspruch genommen, so daß darunter der Unterricht leidet? – Droht in Glashütte ab Ostern wieder Schichtunterricht? – Können die Lehrlehrerplanstellen in Stormarn auch sämtlich besetzt werden? – Diese und ähnliche Fragen wurden in der letzten Zeit in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Zu nennen sind dabei die Schulelternbeiräte in Trittau und Bargteheide sowie die Hoisdorfer Gemeindevertretung und der Kreiselternbeirat.

Bemängelt wird in erster Linie, daß die Junglehrer zu häufig an Lehrgängen, Fortbildungskursen, gewerkschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen müßten. Das mache sich, wenn ein oder zwei Lehrer plötzlich auch noch krank würden, besonders an kleineren Schulen bemerkbar. Frido Ollenschläger berichtete vor dem Kreiselternbeirat sogar von einem 50prozentigen Ausfall der Unterrichtsstunden in Trittau. Ihm sei es unverständlich, daß selbst bei Krankheit von drei Lehrkräften zwei noch zu einem Lehrgang abgestellt worden seien.

Der Sport kommt zu kurz

In Bargteheide kritisierten die Eltern ebenfalls die „übermäßig starke Inanspruchnahme“ der Junglehrer. Sie klagten darüber, daß auch der Sport zu kurz käme. Die Hoisdorfer Gemeindevertretung debattierte über einen Bericht des Schul- und Kulturausschußvorsitzenden Groth. Sie fürchtet eine mangelhafte Schulausbildung. Von sechs Lehrern sei nicht weniger als vier Junglehrer. Man will durch Verhandlungen mit dem Schulamt versuchen, dieses Verhältnis zu ändern und mehr Lehrer zu bekommen, deren Ausbildung schon völlig abgeschlossen ist.

Wir fragten Schulrat Lüth, ob man bei solchen kritischen Anmerkungen der einzelnen Gremien nicht von schulischen Mißständen sprechen müsse. In einem Gespräch mit unserem prü-Mitarbeiter nahm er zu den einzelnen Punkten Stellung.

„Nach Möglichkeit wird der Fortbildungsunterricht für Lehrer, der acht- bis zehnmal im Jahr an jeweils einem Tage stattfindet, in längeren Abständen gegeben. Diese Stunden sind ein Teil der Ausbildung. Wir dürfen dabei nicht vergessen, daß die Lehrer praktisch als Referendare ihren Dienst versehen, trotzdem aber vollwertigen Unterricht geben. Sie haben ein Recht darauf – übrigens vom Gesetzgeber vorgeschrieben –, während dieser Zeit die ihnen gemäße Ausbildung zu erfahren. Selbstverständlich wären wir besser daran, wenn wir für eine Stelle zwei Junglehrer zur Verfügung hätten!“

Appell an die Einsicht

Schulrat Lüth erwähnte in diesem Zusammenhang, daß die Fortbildungsarbeitsgemeinschaften wie Werken, Turnen usw. bereits außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt würden. Auf keinen Fall stimme der Vorwurf, es fänden zuviele Tagungen statt. Als er selbst vor kurzem vor der Möglichkeit gestanden habe, auf einen Schlag 18 Kräfte zu Schwimmlehrern ausbilden zu lassen, habe er zugegriffen. Doch auch hier sei die Beanspruchung der Unterrichtszeit auf ein Mindestmaß heruntergedrückt worden, indem man den Sonnabend und Sonntag hinzugenommen habe.

Der Schulrat bittet die Eltern um Einsicht, falls hier und dort einmal ein Notstand oder Engpaß auftauche. Von Mißständen könne aber niemals die Rede sein. Der hohe Prozentsatz (20) an Junglehrern mache sich naturgemäß bemerkbar. Hinzu käme, daß über die Hälfte der in Stormarn tätigen 600 Lehrer weiblichen Geschlechts seien. Krankheiten, wie sie in jedem Betrieb vorkämen, ließen sich nicht vermeiden. Trotzdem werde alles versucht, um durch Sofortmaßnahmen einen relativ erträglichen Zustand herbeizuführen. Bei der Frage, ob dann entweder der Deutsch- oder der Turnunterricht ausfallen solle, liege es wohl im Interesse aller, wenn man sich notgedrungen für das Letztere entscheide.

Planstellen besetzt

„Ich habe leider keine z.bV.-Lehrer (zur besonderen Verwendung) zur Verfügung“, erklärte Schulrat Lüth weiter. „Selbst wenn ich sie hätte, wüßte ich kaum, wie ich sie einsetzen sollte. Besser ist es dann schon, wenn ein Kollege die betroffene Klasse in den wichtigsten Fächern mitunterrichtet.“

Seinem Herzen Luft machte Schulrat Lüth, als wir auf die „außerschulischen Veranstaltungen“ zu sprechen kamen. Hier sollte nach seiner Ansicht auch einmal Askese geübt werden. „Jeder will etwas von der Schule. Von ihr wird erwartet, daß sie Kinder zu Vorträgen und Filmen schickt sowie laufend Sammlungen für alle möglichen Organisationen durchführt. Ich habe in letzter Zeit keine Veranstaltungen mehr genehmigt, um die teilweise aufgetretene Unterrichtsmisere nicht noch zu verschlimmern!“

Über die Besetzung der Lehrerplanstellen äußerte sich der Schulrat befriedigt. Dieses Problem sei für Stormarn nicht akut. Dabei hätten Ostern keine neuen Kräfte zur Verfügung gestanden, weil sich hier zum ersten Male die Verlängerung des Studiums von vier auf sechs Semester auswirkte. Im Kreis gebe es trotzdem keine unbesetzte Stelle. Außerdem würden noch etwa 25 pensionierte Lehrer jeweils zwölf bis fünfzehn Stunden in der Woche geben.

Schulrat Lüth ist fest davon überzeugt, daß es in Glashütte ab Ostern 1965 zu keinem Schichtunterricht kommen wird.

Kinder überbeansprucht

Lehrer und Eltern müßten vielmehr, so Schulrat Lüth, am gleichen Strang ziehen. Schließlich arbeiten alle an derselben Aufgabe. Der Schulrat hob hervor, daß in vielen Gemeinden die Lehrer im kulturellen Bereich an entscheidender Stelle mitarbeiten. Man solle nicht durch gegenseitiges Beschimpfen die Kräfte aufreiben, sondern mit Verständnis für die echten Anliegen eine Lösung suchen.

Im Hinblick auf die in einigen Bundesländern durchgeführten Versuche mit einer Fünf-Tage-Schule vertritt Schulrat Lüth die Ansicht, daß man bei einer Verkleinerung der Klassenfrequenz den Unterricht um einige Stunden verkürzen könnte. Er begründete diese Einstellung mit der Notwendigkeit einer intensiveren Ausnutzung der Freizeit. „Die Schüler müßten Gelegenheit haben, ihren Neigungen nachzugehen. Wenn auf der letzten Kreiselternbeiratssitzung von einigen Teilnehmern die Meinung vertreten wurde, die Stunden zahlreiche nicht aus, dann sei ihm dies unverständlich. Auf der einen Seite wollen die Erwachsenen nur 40 Stunden in der Woche arbeiten, auf der anderen wird aber von den Kindern verlangt, sich der Schule über 50 Stunden zu widmen.“

Schulrat Lüth glaubt, daß man in der Oberstufe mit 30 (bisher 34) Stunden auskommt. Sonnabends sollte der Unterricht höchstens bis 11 Uhr gehen, damit die Familien das Wochenende gemeinsam ausnutzen können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.1.1965

 

Dienstag, 5. Januar 1965

Schon 2000 geprüfte Radfahrer

Die Stormarner Verkehrswacht hat im letzten Jahr weitere 402 Radfahrerführerscheine an Schüler ausgegeben, die freiwillig an einer praktischen und theoretischen Prüfung teilgenommen haben. Damit gibt es in Stormarn 2000 geprüfte Radfahrer. Auch in diesem Jahr sollen an den Schulen solche Prüfungen in Zusammenarbeit mit der Polizei abgenommen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.1.1965

 

Mittwoch, 6. Januar 1965

Kapitäne antworten Mittelschulklasse

Eine gute Idee hatte die 9. Mittelschulklasse. Auf Anregung von Lehrer Gustav Hafemann schickten die Jungen und Mädchen zu Weihnachten Briefe an die Männer auf den 22 Seenotrettungskreuzern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Das sollte ein Dank für die harte, zum Teil lebensgefährliche Arbeit sein. Allein 1963 konnten 1058 Menschen gerettet werden. Über die Aufmerksamkeit der Klasse zeigten sich Gesellschaft und Kapitäne sehr erfreut. Kein Schreiben blieb unbeantwortet. Außerdem hatten die Schüler noch einen größeren Betrag gespendet, der im Laufe des Jahres in einem Sammelschiffchen gespart worden war. Das Rettungswerk ist auf Spenden angewiesen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1965

 

Mittwoch, 6. Januar 1965

Eltern erhalten Auskunft

Am kommenden Freitag findet um 16.30 Uhr in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule eine Beratungsstunde für Eltern statt, die ihre Kinder ab Ostern auf eine weiterführende Schule umschulen wollen. Nach Einführungsvorträgen von Oberstudiendirektor Siepermann und Mittelschullehrer Bahnsen können die Eltern Fragen stellen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dr. Reppich, wird über den technischen Ablauf der für die Umschulung notwendigen Prüfung berichten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1965

 

Sonnabend, 16. Januar 1965

Genug Lehrernachwuchs für Gymnasien

Kultusminister von Heydebreck: Herbstbeginn des Schuljahres vorteilhaft

Schleswig. Es sei noch niemals soviel Nachwuchs an Lehrkräften für die Gymnasien Schleswig-Holsteins vorhanden gewesen wie heute, sagte Kultusminister Claus-Joachim von Heydebreck auf einer kulturpolitischen Tagung des Schleswiger CDU-Kreisverbandes. Es fehle jedoch an Lehrkräften speziell für mathematische und physikalische Fächer.

Zur Ausbildung des Lehrernachwuchses für Volks- und Mittelschulen äußerte von Heydebreck die Auffassung, daß die Studenten an den Pädagogischen Hochschulen verbleiben und nicht auf die Universitäten übergehen sollten. Die Pädagogischen Hochschulen des Landes sollten jedoch zu wissenschaftlichen Instituten erhoben werden, die in enger Zusammenarbeit mit der Landesuniversität stehen müßten,

Zur Verlegung des Schuljahresbeginns von Ostern auf den Herbst sagte von Heydebreck, allein politische Notwendigkeiten wie zum Beispiel im Zusammenhang mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und die Forderung zur Angleichung unter den Ländern der Bundesrepublik hätten den Ausschlag gegeben, zum Herbst 1967 den Schuljahresbeginn zu ändern. Das werde nichtversetzten Schülern und Schülerinnen der höheren Schulen insofern noch einen besonderen Vorteil bringen, als sie nach den Sommerferien und am Ende des Schuljahres Gelegenheit erhalten würden, in einer Nachprüfung in ihren schwachen Fächern doch noch die Versetzung in die höhere Klasse zu erlangen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.1.1965

 

Montag, 18. Januar 1965

Erinnerungen an die Schulzeit

Fröhliche Stunden erlebten rund 40 Mitglieder und Gäste des Vereins ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe (Vesdoro) beim traditionellen Grünkohlessen in Wiggers Gasthof. Vorsitzender Hans Werner Meyer begrüßte die Ehrenmitglieder Paul Wiemer (Hamburg) und Hans Rickert, ferner eine Reihe ehemaliger Lehrer, Freunde aus Hamburg und Vertreter des Vereins der ehemaligen Stormarnschüler aus Ahrensburg. Der Leiter des Theodor-Mommsen-Gymnasiums, Oberstudiendirektor Siepermann, stellte sich mit einem Bericht über sein bisheriges Wirken vor und ging dann u.a. auf schulische Fragen ein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.1.1965

 

Dienstag, 19. Januar 1965

Landtagsabgeordnete diskutieren mit Schülern

Die Landtagsabgeordneten Konrad Meyer (CDU), Otto Gramcko (SPD) und Heinrich Wolgast (FDP) waren bei der Geschichts-Arbeitsgemeinschaft der Mittelschule zu Gast. Da den Abgeordneten die Fragen bereits vorlagen und die Schüler und Schülerinnen sehr gut vorbereitet waren, entspann sich eine rege Diskussion. In deren Verlauf ging es unter anderem um Probleme des Grünen Planes, des Deichbaus, der Flurbereinigung, des Sportstättenbaus und der Mittelpunktschulen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1965

 

Dienstag, 19. Januar 1965

Mittelschule Ahrensburg Kreishandballmeister

Zur Ermittlung des Hallenhandballsiegers hatte der Fachberater für Leibeserziehung, Mittelschullehrer Bernhard Nowak, die Aufbauzüge und Mittelschulen des Kreises zu einem Termin eingeladen. Das Fehlen einer Großhalle veranlaßte die Teilnehmer, den Wettkampf in der Holstenhalle Neumünster durchzuführen. Sie trugen die Kosten für Fahrt und Hallenbenutzung.

Die Jungen der Mittelschule Ahrensburg siegten mit 14:13 Toren über die Oldesloe Mittelschüler. Sie werden den Kreis Stormarn am 5. Februar bei dem Einladungsturnier für Mittelschulen des Landes Schleswig-Holstein in Neumünster vertreten. Sieger wurden auch die Mädchen der Mittelschule Ahrensburg über die Vertretung der Königin-Luise-Schule Bad Oldesloe mit 7:6 Toren. Die technische Leitung hatte Mittelschullehrer Hans-Joachim Goldbeck.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.1.1965

 

Donnerstag, 21. Januar 1965

Dörfergemeinschaftsschule wird gefördert

Die Kostenverteilung ist noch strittig – Was geschieht mit den Schulkindergärten?

Kiel. Dem Landtag liegen nunmehr zwei Gesetzentwürfe zur Änderung des Schul-Unterhaltungs- und -Verwaltungsgesetzes vor. In zwei wesentlichen Anliegen verfolgen sie das gleiche Ziel. Sowohl die Landesregierung wie auch die Opposition erstreben eine verstärkte Förderung der Dörfergemeinschaftsschule, die sich in den vergangenen Jahren als der zur Heranbildung der Landjugend geeignetste moderne Schultyp herausgestellt hat. Erhöhte Aufmerksamkeit soll ferner dem Schulkindergarten zuteil werden. dessen Einrichtung in der Regel allerdings nur in Städten von über 10.000 Einwohnern in Frage kommt.

Trotz dieser gemeinsamen Anliegen weichen die von der Landesregierung und von der Opposition dem Landtag vorgelegten Gesetzentwürfe in verschiedenen Einzelfragen erheblich voneinander ab. Im Plenum und in den zuständigen Ausschüssen ist daher eine kritische Auseinandersetzung zu erwarten.

Das Landesgesetz zur Unterhaltung und Verwaltung der öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein, das jetzt geändert werden soll, stammt aus dem Jahre 1957. Es regelt die Rechtsverhältnisse und die Finanzierung der allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen. Bis dahin hatte es nur eine gesetzliche Regelung für die Volksschulen und die Berufsschulen sowie für Teilfragen der Mittelschulen und der höheren Schulen gegeben.

Das Gesetz bedeutete eine beträchtliche finanzielle Entlastung der Kommunen auf dem Schulsektor durch den darin aufgestellten Grundsatz, daß die sächlichen Kosten den Gemeinden, den Schulverbänden oder den Kreisen obliegen, während das Land von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Personalkosten übernahm. Damit wurde zugleich eine gute Grundlage für die stete Weiterentwicklung des schleswig-holsteinischen Schulwesens geschaffen.

Dennoch bedarf das Gesetz auf Grund der Erfahrungen der vergangenen Jahre gewisser Ergänzungen, die indessen die Grundordnung des Gesetzes von 1957 in keiner Weise antasten.

Der Landesregierung geht esdarum, die Entwicklung der Dörfergemeinschaftsschule noch stärker zu fördern. Diesem Anliegen dient in ihrem Gesetzentwurf die vorgeschlagene neue gesetzliche Regelung zur Finanzierung des notwendigen Zubringerdienstes zur Dörfergemeinschaftsschule. Darunter werden die Kosten für die Beförderungsmittel der Schuljugend verstanden, wie die Schulbusse.

Diese Kosten sollen nach dem Vorschlag der Landesregierung grundsätzlich vom Schulträger unter Mithilfe des Kreises und des Landes aufgebracht werden. Das Land verpflichtet sich, einen gleich hohen Zuschuß wie der Kreis zu gewähren. Im Regelfall wird jeder der Beteiligten ein Drittel der Kosten tragen. Abweichungen sind durchaus möglich, denn der Einzelfall soll der Finanzkraft des Schulträgers angepaßt sein.

Demgegenüber schlägt die SPD vor, die gesamten Beförderungskosten dem Lande aufzubürden. Eine solche Belastung hält die Landesregierung nicht für gerechtfertigt. Und zwar einmal im Hinblick auf die kürzlich erfolgte wesentliche Verbesserung des kommunalen Finanzausgleichs. Zum anderen aus der Erwägung, daß der Schulträger auch finanziell für die Einrichtung des Beförderungsdienstes mit verantwortlich sein sollte. Das gilt aber auch für die Kreise entsprechend ihrer überörtlichen Verantwortung.

Eine andere die Dörfergemeinschaftsschule betreffende Bestimmung im Regierungsentwurf beabsichtigt eine verbesserte Verteilung der Lasten innerhalb des Schulverbandes der Träger der Dörfergemeinschaftsschule ist. Während bisher die Lasten auf Grund der Schülerzahl der einzelnen Mitgliedsgemeinden aufgeteilt werden, empfiehlt die Regierung für die Aufbringung der Baulasten eine abweichende Regelung, die eine bessere Berücksichtigung der Finanzkraft der Gemeinden ermöglicht.

Zu den übrigen wichtigen Anliegen des Gesetzentwurfs der Landesregierung gehört die rechtliche Einordnung des Schulkindergartens in die Grundschule. Als Folge ergibt sich die Möglichkeit, die Finanzierung der für den Schulkindergarten benötigten Räume in die allgemeine Schulbaufinanzierung einzubeziehen. Diese Möglichkeit fehlt gegenwärtig.

Pädagogisch bedeutet die neue Vorschrift, daß eine enge Verbindung zwischen Schulkindergarten und Schule und damit eine Unterstellung des Schulkindergartens unter die Schulaufsicht erreicht wird. Im Gegensatz zu den Vorschlägen der Opposition sieht der Regierungsentwurf keine Beteiligung des Landes an den Personalkosten der Schulkindergärten vor. Von der Zahl der Kinder her gesehen kommt eine solche Einrichtung nur in Städten von über 10.000 Einwohnern in Frage. Diesen Vorteil für ihre Kinder sollten sich die Städte auch etwas kosten lassen.

Carl Wolfgang Wünn.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1965

 

Sonnabend, 23. Januar 1965

Fünf-Tage-Woche auch in den Schulen?

Tageblatt-Rundfrage zu einem aktuellen Thema – Lehrstoffkürzung wünschenswert

Viele berufstätige Erwachsene erfreuen sich einer fortschreitenden Arbeitszeitverkürzung und der Fünf-Tage-Woche. Die Schulkinder sind davon ausgenommen. Läßt sich das ändern? Schulrat Lüth setzte sich kürzlich in einem Gespräch mit dem Stormarner Tageblatt für eine Verkürzung der Stundenzahl in der Oberstufe der Schulen ein. Wir haben dies zum Anlaß für eine Rundfrage genommen. Im folgenden kommen zu Wort die Leiter eines Gymnasiums, einer Mittelschule und einer Volksschule, eine kinderreiche Mutter, der Vorsitzende des Kreiselternbeirats, ein Bürgermeister und ein Schüler. Ist eine Arbeitszeitverkürzung auch in den Schulen möglich?

Frau Marianne Ahrens in Trittau, Ortsvorsitzende im Bunde der Kinderreichen:

„Ich kenne die englischen Schulverhältnisse und finde sie mit ihrer Ganztagsschule ideal. Sonnabends und sonntags hat man dann Zeit, sich eingehend mit den Kindern zu befassen. Das tut, meine ich, dem Familiensinn gut. Vielleicht käme man aber auch ohne Nachmittagsunterricht aus, wenn man den Unterricht etwas entrümpelte und rationeller gestaltete, so daß die Verteilung der Sonnabendsstunden auf die anderen Tage keine Schwierigkeiten machte und die Kinder nicht zu sehr belastete.“

Privatdozent Dr. med. Carl Schirren (Harksheide), Vorsitzender des Stormarner Elternbeirats und des Landeselternbeirats der Volksschulen:

„Unter den gegenwärtigen Umständen lehne ich eine Fünf-Tage-Schulwoche ab, zum Teil zum Teil aus den gleichen Gründen, aus denen ich auch im Berufsleben eine Fünf-Tage-Woche ablehne, da das lange Wochenende nur selten wirklich der Erholung des Berufstätigen dient, meist ihn gar überanstrengt. Von der Befürwortern der Fünf-Tage-Schulwoche wird gern auf die englischen Verhältnisse hingewiesen. Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, wie nachhaltig die Kinder dabei dem Familienleben entfremdet werden? Das wirkt sich doch so aus, daß auch der erwachsene Mann zumeist das Klubleben dem Familienleben vorzieht. Ich habe stärkste Bedenken dagegen; daß man zugunsten der relativ wenigen ausgesprochenen Schlüsselkinder allen Kindern das Familienleben und seine stärkenden und erziehenden Kräfte schmälert."

Oberstudiendirektor Dr. Tiemann, Leiter der Stormarnschule in Ahrensburg:

„Eine Fünf-Tage-Woche wäre eine zusätzliche Belastung für die Kinder. Es müßten dann täglich mindestens sechs Stunden Unterricht gegeben werden. Das ist aber kaum zu verantworten. Eine Entlastung bedeutet das aufgabenfreie Wochenende. Wenn nur noch fünf Tage zur Verfügung stünden, würden auch die freiwilligen Arbeitsgemeinschaften, auf die die Schule aus pädagogischen Gründen besonderen Wert legt, fortfallen. Ich habe im Ausland Gelegenheit gehabt, die Ganztagsschule zu studieren. In Frankreich zum Beispiel wird dadurch das Kind der Familie entfremdet. Diese Entwicklung auch bei uns würde ich bedauern. Eine Umstellung unseres bisherigen Schulsystems brächte unabsehbare Konsequenzen mit sich!"

Konrektor Gehrke, stellvertretender Leiter der Königin-Luise-Schule in Bad Oldesloe:

„Ich halte es grundsätzlich für möglich, daß die Fünf-Tage-Woche für Lehrer und Schüler eingeführt wird, sehe jedoch unlösbar mit der Verwirklichung dieser Idee eine Reihe von Bedingungen verknüpft. Vor allem müßte die Zahl der Schulstunden durch Beschränkung des Stoffes auf das Wesentliche vermindert werden. Nur dann wäre die Möglichkeit des Verzichtes auf den Sonnabend gegeben. Eine Umlegung der Stunden auf die übrigen Tage der Woche ist unmöglich. Denn schon um 7 Uhr bereits erscheinen unsere ersten auswärtigen Schüler. Viele von ihnen sind erst um 15 Uhr wieder zu Hause. Dann aber folgt die Erledigung der Hausaufgaben. Und 50 Prozent der Schüler der Oldesloer Mittelschule kommen von auswärts!"

Rektor Landt, Leiter der neunklassigen Volksschule in Oststeinbek:

„Zunächst möchte ich auf etwas hinweisen, was für mich als Pädagogen gegen das lange Wochenende bei den Unterklassen spricht. Der Normalrhythmus des Lernens wird bei den Kleinen durch das zweitägige Wochenende zu sehr unterbrochen. Würde der Unterricht dem der anderen Tage einfach zugeschlagen, wäre dies eine zu starke Belastung der Kinder. Natürlich ist es verständlich, daß viele Eltern es gern sehen, wenn die Schulwoche ihrer Kinder ihrer eigenen Fünf-Tage-Woche angeglichen würde. Wir haben hier am Rande von Hamburg deshalb am Sonnabend schon allerlei Schwierigkeiten. Es gibt auch viele Mütter, vor allem von kleinen Kindern, die am Sonnabend zum Hausputz gern freie Bahn haben. Als Schulmann habe ich die Befürchtung, daß der freie Sonnabend in vielen Fällen nur zur Verlängerung der Fernsehzeit verwendet werden würde."

Bürgermeister Claussen in Bargteheide:

„Eine Unterrichtsverlängerung in der Woche zugunsten eines freien Sonnabends dergestalt, daß die Kinder nachmittags wiederkommen, dürfte des Schulweges wegen nicht infrage kommen, besonders dort nicht, wo es sich um Dörfergemeinschaftsschulen handelt. Es bliebe also nur die Ganztagsschule, wie sie mir aus England bekannt ist. Das stellt aber an die Schulträger, also an die Stadt- und Landgemeinden und Schulverbände ganz erhebliche Anforderungen. Wir brauchten dann Küchenkräfte, wenn man hier vielleicht auch eine gewisse Entlastung durch sinnvolle Ausnutzung des hauswirtschaftlichen Unterrichts erreichen könnte. Ferner werden Speiseräume; Geschirr benötigt. Allein bei uns in Bargteheide würde das zusätzlich jährlich 25.000 DM Personalausgaben erfordern, von den Verpflegungszuschüssen nicht zu reden.“

Peter Ruß, Unterprimaner und Schulsprecher des Theodor-Mommsen-Gymnasiums in Bad Oldesloe:

„Eine Fünf-Tage-Woche ist zwar verlockend, aber nicht wünschenswert. Der Arbeitsanfall an den Unterrichtstagen würde zu groß sein. Die Schüler müßten damit rechnen, an dem verlängerten Wochenende mit Aufgaben eingedeckt zu werden, die erfahrungsgemäß erst am Sonntagabend gemacht würden. Übermüdung am Montag wäre die Folge. Eine Kürzung der Stundenzahl (35) kommt ebenfalls nicht in Frage. Sie ist schon jetzt sehr knapp bemessen. Man könnte aber Sonnabends nur bis 11 Uhr unterrichten, damit vor allen Dingen die auswärtigen Schüler noch etwas vom Sonnabend haben. Die dann fehlenden Stunden müßten auf die übrigen Tage verteilt werden.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.1.1965

 

Sonnabend, 23. Januar 1965

Nähmaschinen für die Mittelschule

Für den hauswirtschaftlichen Unterricht der Mädchen in der Mittelschule wird die Stadt drei weitere Nähmaschinen ankaufen. Der Magistrat bewilligte dafür 1260 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.1.1965

 

Montag, 25. Januar 1965

Sportabzeichen für 591 Stormarner

Starker Anteil der Schulen

Mit der Zahl von 591 abgelegten Sportabzeichenprüfungen haben wir 1964 im Kreise Stormarn alle bisherigen Ergebnisse weit übertroffen.

Die höchste Zahl hatten wir mit 444 Verleihungen im Jahre 1960. In den Jahren bis 1955 waren es jährlich circa 60 Abzeichen, später steigerten sich die Ergebnisse dann über 200 bis auf circa 350 im Durchschnitt.

Es ist dankbar anzuerkennen, daß sich eine große Zahl von Schulen Jahr für Jahr mit großem Fleiß und vielen Mühen der Vorbereitung und Abnahme der Sportabzeichenprüfungen unterziehen und damit auch sichtbar ein Stück Arbeit zur Gesunderhaltung unserer Jugend tun. Wie schon in früheren Jahren, so hat mit circa 145 Verleihungen die Mittelschule Bad Oldesloe in hervorragender Weise zu dem besonders guten Ergebnis des Jahres 1964 beigetragen. … Emil Mallien

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1965

 

Freitag, 29. Januar 1965

Eine Mannschaft der Theodor-Mommsen-Schule in der Aufstellung Norbert Jürs, Uwe Marwedel, Bernd Krause und Jürgen Elten startet am Sonntag in Bad Schwartau. Es geht um einen Pokal, den die Schülermitverantwortung des Schwartauer Gymnasiums für die beste Gymnasiumsmannschaft Schleswig-Holsteins gestiftet hat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1965

 

Sonnabend, 30. Januar 1965

Die Meinung des Lesers

Leibeserzieher gegen Nordtangente

Wiederholt fragen Politiker aus der Stadtvertretung und einigen Ausschüssen nach der Stellungnahme der Oldesloer Leibeserzieher zum Problem „Nordtangente über den Exer“, was mich nun veranlaßt, die Absicht und das Bemühen der Leibeserzieher an die Presse weiterzuleiten. Der Einspruch, datiert vom 23. Nov. 1964, ist an den Magistrat der Stadt Bad Oldesloe gerichtet und hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Betrachten Sie bitte unser Anliegen als Verpflichtung und Sorge um den Gesundheitszustand unserer Schuljugend und die damit verbundenen Bemühungen zur Erhaltung notwendiger Sportanlagen, die die Voraussetzung für einen guten Sportunterricht bieten.

Unsere Wünsche zur Erhaltung des Exers sind weder von persönlichen Gesichtspunkten noch von parteipolitischen Motiven geleitet, sie entsprechen den langjährigen Erfahrungen der Leibeserzieher auf dem Gebiet des Schulsports.

Gegen den geplanten Bau einer Umgehungsstraße über den Bürgerpark gemäß Bebauungsplan Nr. 23a hatten wir damals fristgerecht Einspruch erhoben und diesen sachlich begründet.

Die Leibeserzieher bringen auch heute mit der Unterzeichnung des Schreibens zum Ausdruck, daß sie den Bau der Tangentenstraße über den Exer als unechte Umgehungsstraße betrachten und befürchten, daß dadurch eine Einengung des Sportverkehrs eintreten wird, zumal bisher keine brauchbare Ausweichstätte zur Verfügung steht. Als Parallelfall könnte man den Ausbau des Freibades am Poggensee anführen, das als Freizeitbad für Jugendliche und Erwachsene bedeutsam ist, für das Schulschwimmen aber weniger attraktiv wurde. Die Zahl der Schwimmer ging stark zurück, das Sportschwimmen kam völlig zum Erliegen.

Wie kaum in einer anderen Stadt kennt man in Bad Oldesloe den Vorteil einer Sportstätte im Stadtzentrum mit grüner Umgebung, was auswärtige Sportler und Gäste stets erfreute und lobend erwähnten.

Bisher konnten alle Schulen auf dem Exer und im Stadion unter leidlichen Verhältnissen ihren Sportunterricht durchführen, weil

  1. durch das Vorhandensein mehrerer Plätze auf dem Exer ein vielseitiger Spielbetrieb mehrerer Klassen und Schulen möglich war,
  2. zu gegebener Zeit Turnierspiele unter Ausnutzung aller Plätze durchführbar waren,
  3. man bei Bundesjugendspielen und Kreisschulsportfesten zur Entlastung des Stadionrasens auf dem Exer zusätzlich acht bis zehn Wurfstände errichten und vier bis sechs Weitsprunganlagen benutzen konnte,
  4. der Exer in seiner heutigen Ausdehnung den 800 bis 1000 Schülern bei den Kreisschulsportfesten in Bad Oldesloe Gelegenheit bot, ihre leichtathletischen Disziplinen und Vorrundenspiele abzuwickeln. Das wird nach dem Straßenbau nicht mehr möglich sein, die Kreisfeste werden dann nicht mehr in der Kreisstadt stattfinden.

Man sollte ferner bedenken, daß das Vogelschießen in seiner traditionellen Art nicht mehr durchführbar ist.

Durch den Fortfall oder die Einengung der Exeranlage verliert Bad Oldesloe, eine über die Grenzen des Kreises bekannte Sportstadt, an Wert in einer Zeit, in der Reinfeld ein neues Stadion mit drei prachtvollen Nebenplätzen, Reinbek ein Stadion mit zwei Nebenplätzen und weiteren Sportanlagen errichteten. Ahrensburg hat ähnliche Bauvorhaben aufzuweisen.

In Bad Oldesloe dagegen beabsichtigt man, die Plätze auseinanderzureißen, die Jugend auf einen Restplatz zu drängen, während man doch bei den Regierungsstellen in Kiel und Bonn bemüht ist, durch großzügige Anlagen das Tun der Jugend in gesunde Bahnen zu lenken. Von keiner Seite sind bisher Bedenken geäußert worden, daß die Oldesloer Jugend bei ihrer sportlichen Betätigung den Auspuffgasen der Kraftfahrzeuge, die die Tangentenstraße passieren, ausgesetzt sein wird. Ein Gutachten eines Arztes oder des Gesundheitsamtes ist sicherlich nie eingeholt worden.

Wir erheben zum Bau der Tangentenstraße erneut unsere Bedenken und sind als Pädagogen dazu verpflichtet.

Die Unterzeichneten sind durch die Artikelserie im „Stormarner Tageblatt“ weder irritiert noch beeindruckt, haben aber auch kein Vertrauen zu den früheren mündlichen Zusicherungen und den Argumentationen eines wenig begründeten Straßenbaues, der nach geraumer Zeit durch die Errichtung von Parkplätzen die geplante, verkleinerte und ungesunde Sportstätte des ehemaligen Exers einengen und schließlich unbrauchbar machen wird.

Laut Planung sollte der Platz an der Papierfabrik 1963 in Angriff genommen und der „Bolzplatz“ neben der Firma Kümmel fertiggestellt sein, der Straßenbau über den Exer erst nach Erstellung der geplanten Plätze und des Restplatzes auf dem Exer begonnen werden, die Ausweichplätze für das Gymnasium und die Mittelschule zur Benutzung bereit sein. Diese erneute Zusicherung hat zur Zeit kein Vertreter der Jugendpflege- und Sportausschusses eingehen können.

Nicht erwähnt wurde bisher der Zugang von den Umkleideräumen zum neuen Restplatz, der eine Über- oder Unterführung notwendig macht und zusätzliche Kosten verursacht.

Nach unserer Meinung müßten Überlegungen angestellt werden, wie man den Exer in Bad Oldesloe erhält, durch weiteren Ausbau für die heranwachsende Jugend verbessert aber nicht zerstört, bzw. ein zuvor ausgebautes Sportgelände mit entsprechenden Anlagen herrichtet, das einer Kreisstadt würdig ist.

Die Leibeserzieher der Oldesloer Schulen bitten den Magistrat, den Beschluß zum Bau einer Tangentenstraße über den Exer nochmals zu überprüfen, im andern Fall rechtzeitig eine neue und würdige Sportstätte der Oldesloer Jugend zur Verfügung zu stellen.

Im Auftrage: Bernhard Nowak. Im Original: 28 Unterschriften von Leibeserziehern, Lehrern, die an Oldesloer Schulen den Turn- und Sportunterricht durchführen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.1.1965

 

Sonntag, 31. Januar 1965

Oberschüler vorzügliche TT-Spieler

Bei dem Pokalturnier der Schülermitverantwortung des Schwartauer Gymnasiums, an dem 18 Mannschaften aus ganz Schleswig-Holstein am Start waren, erzielten die Stormarner Vertreter überraschende Erfolge. Die Ahrensburger Stormarnschule mit dem Trittauer Vize-Kreismeister Seyffert an der Spitze wurde nur von der Holstenschule Neumünster übertroffen. Den dritten Platz errang das Theodor-Mommsen-Gymnasium Bad Oldesloe in der Besetzung Jürs (Kreismeister), Uwe Marwedel, Krause, Elten. Die Ahrensburger Mannschaft verlor lediglich gegen den Sieger Neumünster; die Oldesloer unterlagen nur gegen Neumünster und Ahrensburg. Einzige Spieler ohne Spiel- und Satzabgabe blieben Norbert Jürs (Bad Oldesloe) und Seyffert (Stormarnschule Ahrensburg).

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1965

 

Dienstag, 2. Februar 1965

Zum Scheersberg

Der Kreisfachberater für Verkehrserziehung an den Stormarner Schulen, Mittelschule Lehrer Gerhard Fenner, nimmt gegenwärtig an einem Lehrgang der Landesverkehrswacht zur Lehrerfortbildung auf dem Jugendhof Scheersberg teil. Der Lehrgang dauert bis zum Freitag. Einer der Referenten ist Stormarns Schulrat Heinrich Lüth.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1965

 

Donnerstag, 4. Februar 1965

Pergola und Parkplätze

Die Klaus-Groth-Schule soll durch eine Pergola aus Sichtbeton mit ihrer Turnhalle verbunden werden. Zugleich wird diese Pergola den Schulhof zur Breslauer Straße hin begrenzen. Parallel hierzu will die Stadt an der Breslauer Straße einen Parkstreifen für zehn Autos anlegen lassen, so daß Lehrerkräfte hier ihre Wagen abstellen können. Für die Werkraumeinrichtung im Schulanbau hat die Stadt 12.900 DM bewilligt. Die Lieferaufträge werden in diesen Tagen erteilt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1965

 

Freitag, 5. Februar 1965

Drei Vorschläge für Rektorposten

Für die Besetzung der Rektorstelle an der Mittelschule, die seit Ostern vorigen Jahres kommissarisch von Konrektor Gehrke verwaltet wird, hat das Kultusministerium jetzt endlich der Stadt drei Bewerber zur Auswahl vorgeschlagen. Der Bürgermeister, ferner Mitglieder des Schulausschusses und der Schulpflegschaft besuchten zwei der Kandidaten an ihren Wirkungsorten in Heide und Itzehoe. Sie gehören den Jahrgängen 1922 beziehungsweise 1926 an. Nun wird man zusammen mit dem Magistrat weiter darüber beraten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1965

 

Dienstag, 9. Februar 1965

Neuer Mittelschulrektor in Bad Oldesloe

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Die Entscheidung über die Besetzung des Rektorpostens an der Königin-Luise-Schule ist gefallen. Städtische Gremien wählten unter drei Bewerbern den seit 1952 in Heide tätigen 42jährigen Mittelschullehrer Klaus Petzinna aus.

Zwei der Kandidaten, Lehrer Petzinna und ein Itzehoer Lehrer, stellten sich dem Magistrat, dem Schul- und Kulturausschuß und der Schulpflegschaft der Mittelschule vor. Anschließend trafen die städtischen Gremien ihre Entscheidung.

Der neue Schulleiter stammt aus Ostpreußen. Die Stadt hofft, daß er im April zu Beginn des neuen Schuljahres seinen Dienst in Bad Oldesloe antreten kann. Seit einem Jahr ist der Rektorposten verweist. Der mit der Schulleitung beauftragte Konrektor Gehrke ist erkrankt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.2.1965

 

Dienstag, 9. Februar 1965

Bronzeplastik für Bad Oldesloe

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Eine Bronzeplastik des vor wenigen Jahren verstorbenen Bildhauers Richard Kuöhl hat die Stadt Bad Oldesloe von den Erben des Künstlers für 8000 DM gekauft. Sie stand lange Zeit auf dem Grundstück Richard Kuöhls in Kupfermühle. In Zukunft soll sie einen der Oldesloe Schulhöfe schmücken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1965

 

Mittwoch, 10. Februar 1965

Mündliches Abitur Ende Februar

Die mündliche Reifeprüfung für die Oberprimaner der Theodor-Mommsen-Schule (es sind nicht ganz 20) findet am 26. und 27. Februar statt. Den schriftlichen Teil der Prüfung haben die Abiturienten bereits abgelegt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1965

 

Mittwoch, 10. Februar 1965

Die Meinung des Lesers

Die Ballade von der Schulhofplastik

Als ich in die Zeitung schaute,

Ich meinen Augen kaum noch traute:

Das Bild, dass ich darinnen fand –

Auf Seite drei, am rechten Rand –

Zeigt einen Herrn mit stolzer Haltung

und männlich-schöner Kraftentfaltung.

Er trägt ‘ne kleine, zarte Lilie

(Oder ist es Petersilie?),

Ansonsten geht er, sehr zu loben,

Ohne unten – ohne oben;

Denn Sparsamkeit ist seine Tugend:

Also ein Vorbild für die Jugend.

„So“, folgerte man messerscharf,

„Ist er ein echter Schulbedarf!“

Und für 8000 Mark, bedenkt,

Ist der Adonis fast geschenkt;

Für ihn, den forschen, flotten Hecht,

Hätt‘ mancher gern vielmehr geblecht!

Nun denn, ihr Männer und ihr Frau’n,

Versucht, ihn geistig zu verdau’n;

Laßt nicht durch schnöder Läst‘rer Schwatzen

An eurem edlen Kunstsinn kratzen.

Adonis soll den Schulhof krönen,

Wir werden uns daran gewöhnen.

Die Mägdelein zart und Bübchen fein,

Die sollen täglich um ihn sein.

Wie dieser hehre Kunstgenuß

Den Bildungsdrang beflügeln muß!

Und wer nicht weit ihm seine Gunst,

Der hat von Kunst – keinen Dunst!

Heinz Timmermann, Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1965

 

Sonnabend, 13. Februar 1965

Wieder BOBIBA

Der Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe (Vesdoro) veranstaltet heute im Café Arnold seinen traditionellen Bockbierball.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1965

 

Sonnabend, 13. Februar 1965

Gäste aus Altona und Ahrensburg

Einen netten Empfang bereitete der Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe (Vesdoro) allen Besuchern seines Bockbierballes im Café Arnold: Vorsitzender Hans Werner Meyer ließ jedem ein Glas Sekt kredenzen und stieß mit ihm an. Als Gäste nahmen Mitglieder des Vesta (Verein ehemaliger Schlee-Schüler, Altena) und der Vereinigung ehemaliger Stormarnschüler, Ahrensburg, an der fröhlichen Nacht teil. Festausschußvorsitzender Fritz Guercke hatte sie einfallsreich vorbereitet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.2.1965

 

Donnerstag, 18. Februar 1965

Zum Leitenden Ministerialrat ernannt

Der im Kieler Kultusministerium tätige Ministerialrat Dr. Tiedemann, der bis zum Herbst 1963 die Theodor-Mommsen-Schule leitete, ist zum Leitenden Ministerialrat ernannt worden. Bis vor kurzem wohnte er mit seiner Familie noch in Bad Oldesloe. Sein neuer Wohnsitz ist Preetz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1965

 

Sonnabend, 20. Februar 1965

Bundesjugendspiele als Attraktion

Kein „Mauerblümchen-Dasein“ mehr

Unter Leitung von Monsignore Willy Bokler hat der Arbeitskreis VII im Sportbeirat des Deutschen Sportbundes schon mannigfache Initiative ergriffen. Jetzt steht eine neue Kampagne bevor. Sie befaßt sich mit den Bundesjugendspielen, die zwar als ein Gemeinschaftswerk der Schulen, der Sportorganisationen und der Jugendverbände proklamiert sind, in der Praxis aber fast ausschließlich von den Schulen getragen werden und dadurch trotz der Tatsache, daß sie mit nahezu fünf Millionen Jugendlicher jährlich die größte Sportveranstaltung überhaupt darstellen, in ihrem Ausmaß und in ihrer Bedeutung kaum in die Öffentlichkeit treten.

Für den DSB-Arbeitskreis bedeuten die Bundesjugendspiele das geeignete Mittel, die Jugend zu regelmäßiger sportlicher Betätigung anzuregen und die Freude an der eigenen Leistung zu wecken. Deshalb wird er den Deutschen Sportbund auffordern, die Weiterentwicklung dieser Spiele durch folgende Maßnahmen zu fördern:

  • Während die Durchführung der Bundesjugendspiele für die Schuljugend auch der Schule überlassen bleiben sollte, sollten sich Sportbünde, Verbände und Vereine der Berufsschulen annehmen.
  • Aus organisatorischen Gründen ist es meistens schwierig, von der dem einzelnen Teilnehmer gewährten freien Wahl unter den Übungen für Lauf, Sprung und Wurf Gebrauch zu machen. Diese freie Wahl muß jedoch im Interesse eines erweiterten Starterkreises durchgeführt werden.
  • Viele Jugendliche scheuen die Teilnahme am offiziellen Wettkampf, weil sie nicht die Gelegenheit hatten, auf sportgerechten Anlagen unter fachkundigen Lehrkräften zu üben. Für sie sollte ein zweites Programm geschaffen werden, in dem einfachere Bewegungsformen und Leistungsaufgaben enthalten sind.
  • Letztlich aber müssen die Bundesjugendspiele aus ihrem Mauerblümchen-Dasein heraustreten. Deshalb sollten sie In jedem Jahre mit einer großen Veranstaltung eröffnet werden, an der der Bundespräsident oder andere Repräsentanten des Staates oder des Sportbundes teilnehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1965

 

Montag, 22. Februar 1965

Beifall für „Acis und Galatea“

Kl. – Einem Schulchor kann nichts Geeigneteres geboten werden als Georg Friedrich Händels „Acis und Galatea“. Frische und Unkompliziertheit – die Themen, der übersichtliche harmonische Bau – machen das Werk mit seiner liebenswürdigen, naturschildernden Tonmalerei zu einem idealen Objekt für nicht ausgebildete Sänger. Immerhin steckt so viel drin, daß man von den Ausführenden schon einiges verlangen darf, wenn alle Partien, sowohl die des Chors als auch der Instrumentalisten und Gesangssolisten mit gleich überzeugender Kraft gelingen sollen.

Das Pastoral im ganzen so elastisch zu musizieren, wie es Studienrat Fritz Alshuth mit dem Chor der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe tat, war schon eine anerkennenswerte Leistung. Mit Präzision und Schwung griff er die einleitende Sinfonia an. Gut durchgeschult reagierte im folgenden der Chor. Er war wohl am besten im Anfang, als er die schöne Frühlingszeit besingt. Im übrigen fehlte es ihm manchmal an Biegsamkeit, auch wohl an der Herausarbeitung stärkerer klanglicher Kontraste. Ob sich die guten Bemühungen nicht selbst schmälern dadurch, daß der Chor zu breit auseinandergezogen ist? Bei aller Aufmerksamkeit der Beteiligten führt das doch zu kleinen Schwankungen.

Das kleine Orchester, Hamburger, Lübecker und Oldesloer Instrumentalisten, war auf kammermusikalischen Klang bedacht, doch die Streicher setzen sich etwas zu stark gegen die Bläser durch. Daß sich in dem Ensemble ausgezeichnete Musiker befanden – Oboe, Flöte, Contrabaß – sei für die Qualität des Ganzen erwähnt.

Die Solisten waren mit dem Händel-Stil vertraut. Ingeborg Stumpf, Sopran, und Heiko Wolgast, Tenor, hatten einige herrliche Höhepunkte; aber auch Momente, in denen die tonliche klangliche Intensität wie die musikalische Sicherheit ein wenig zu wünschen übrig ließen. An den rechten Platz war ohne Frage Jörn Winkler, Baß, gestellt. Er war stimmlich großartig disponiert, in jeder Lage überzeugend; er sang seinen Polyphem ganz überlegen und wußte vor allem aus einem gelösten Musiziergefühl heraus zu gestalten. Unter Fritz Alshuths Leitung gelang eine gute Aufführung, vorbildlich in Tempo und Stil, im Rhythmus manchmal etwas starr. Die Zuhörer waren begeistert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.2.1965

 

Mittwoch, 24. Februar 1965

Die Meinung des Lesers

Stadtschule ohne eigene Turnhalle?

Seit 75 Jahren hat die Stadtschule ihre Turnhalle auf eigenem Grund und Boden. Damals hatte die Schule eine viel geringere Kinderzahl als heute. Jetzt sollen wir mit 750 Kindern durch die Stadt zum Turnunterricht ziehen (von 750 Kindern sind etwa 400 Kinder Grundschüler). Jeder Einsichtige wird dem ein energisches Nein entgegensetzen. Nachdem seit 1958 die Turnhalle im Gespräch war, erhielt die Elternschaft im Sept. 1963 endlich den Bescheid, daß der Bau einer neuen Turnhalle für das Jahr 1964/65 vorgesehen sei. Diese Zusicherung erfolgte auf Grund einer Anfrage der Elternschaft an den Magistrat am 30. August 1963.

Im September 1964 wurde mitgeteilt, daß der Bau der Stadtschulturnhalle mit Lehrschwimmbecken auf dem Schulgrundstück beschlossen sei.

Schule und Elternschaft warten darauf, daß mit dem Bau begonnen wird, statt dessen wird der Fragenkomplex immer von neuem aufgerollt. Das ist nicht zumutbar. Seit Jahren liegt die Leibeserziehung der Stadtschule im argen. Nun muß das Ende des Notstandes abzusehen sein. Elternschaft und Kollegium der Stadtschule bestehen darauf, daß, ganz gleich, ob, wann und wo eine Sporthalle gebaut wird, sie ihre eigene Turnhalle auf dem Schulgrundstück erhält.

  1. Die Leibeserziehung ist ein Hauptbestandteil der Schule, daher gehört die Schulturnhalle auf das Schulgrundstück wie die Klassenräume.
  2. Jede Schule unserer Stadt hat die Turnhalle auf eigenem Grund und Boden. Der Stadtschule als größter Schule steht zumindest dasselbe Recht zu.
  3. Das Gymnasium erhält zusätzlich eine Gymnastikhalle auf seinem Schulgrundstück. Das ist gewiß notwendig. Es ist aber unmöglich, daß die Stadtschule, die über 300 Kinder mehr hat, keine Turnhalle auf eigenem Grundstück bekommen soll.
  4. Die Stadtschule kann auf das geplante Lehrschwimmbecken zu Gunsten einer Schwimmhalle verzichten.
  5. Niemals kann die Stadtschule zu Gunsten einer Sporthalle auf eine Turnhalle auf eigenem Grundstück verzichten.

a)   Die Turnstunden sind so knapp bemessen, daß auch nicht eine Minute davon verlorengehen sollte.

b)   Die Gefahren der Straße, die Behinderung durch das Wetter und andere Umstände mehr fallen weiter hemmend ins Gewicht.

c)   Vor allem aber verfügt die Stadtschule über keinen Versammlungsraum. Daher muß die Turnhalle als Mehrzweckraum benutzt werden können (Zusammenfassung der Klassen bei besonderen Gelegenheiten, Elternversammlungen, Schulfesten usw.).

d)   Der ideale Plan des Stadtbauamtes dürfte nicht fallengelassen werden. Es sind zwei Stockwerke geplant. Für 22 Klassen sind wöchentlich 66 Turnstunden vorgesehen. In der Turnhalle wären aber nur die Hälfte der Stunden unterzubringen. Für die restlichen Stunden wäre der Gymnastikraum anstelle des Lehrschwimmbeckens auszubauen.

Es gibt eine Kompromißlösung, mit der auch die Stadtschule einverstanden sein könnte: Der sofortige Bau einer Gymnastikhalle auf dem Schulgrundstück an der Stelle, die vom Stadtbauamt für Turnhalle und Lehrschwimmbecken vorgesehen war. Statt des Lehrschwimmbeckens die Erstellung von dringend benötigten Schulräumen: Physikraum, Werkraum, Handarbeitsraum und Schulküche, eventuell auch Einbau einer Hausmeisterwohnung. Die Erstellung einer Großturnhalle in unmittelbarer Nähe der Schule würde dann auch von uns begrüßt. der einzig geeignete Platz dafür ist aber im Kurpark an der Beste bei den Tennisplätzen. Für die wenigen Oberstufenklassen (8 Oberstufenklassen, 14 Grundschulklassen) wäre der Weg bis dahin zumutbar. (Kein allzu großer Zeitverlust, Geringfügigkeit der Gefahren bei der Straßenüberquerung.)

Die Gymnastikhalle müßte sofort erstellt werden. Erst wenn eine Halle vorhanden ist, kann der Turnunterricht (im Winter und bei schlechtem Wetter) aufgenommen werden.

Elternschaft und Kollegien der Stadtschule Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1965

 

Donnerstag, 25. Februar 1965

Schulen unterstützen Unfallaktion

Lehrer zu einer Arbeitstagung eingeladen

Die „Aktion gegen den Unfall“ hat in Verbindung mit dem Stormarner Schulamt die Lehrer für kommenden Dienstag in das Hotel Wigger zu einer Arbeitstagung eingeladen. Dabei wird der Kreisbeauftragte Hans Koch über die noch bis Juni laufende Aktion sprechen.

Der Kreisfachberater für Verkehrserziehung, Fenner, will seine Kollegen darüber aufklären, wie die Schule die Unfallaktion tatkräftig unterstützen kann. Es sollen auch Filme gezeigt werden.

Im Rahmen der „Aktion gegen den Unfall“ sind in Stormarn bereits zahlreiche Vorträge gehalten worden, u.a. vor den Amtmännern und Bürgermeistern des Kreises, den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses des Arbeitsamtes, den Beamten und Angestellten des Finanzamtes, den Oldesloer Hausfrauen und den Landfrauen.

Der Kreisbeauftragte der „Aktion“, Hans Koch, und sein Stellvertreter Dr. Hucho, stellen kostenlos Filme zur Verfügung, die sich mit Problemen der Arbeit und Verkehrssicherheit, der Sicherheit im Haushalt und in der Freizeit befassen. Auch Filmvorführer werden kostenlos gestellt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1965

 

Donnerstag, 25. Februar 1965

Abschlußfeier

Die Abschlußfeier für die Abiturienten-Entlassung findet am 6. März in der Theodor-Mommsen-Schule statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1965

 

Montag, 1. März 1965

Alle kamen durch das Abitur

Die mündliche Reifeprüfung fand an der Theodor-Mommsen-Schule am letzten Freitag unter Vorsitz von Oberschulrat Professor Holm und am Sonnabend unter Vorsitz von Oberstudiendirektor Siepermann statt. Sämtliche Abiturienten der Klassen OIs und OIs bestanden die Reifeprüfung.

Klasse OIS:

Heidrun Baus (Berufswunsch: Dramaturgin), Wolf Rüdiger Doerth (Volkswirt), Willy Eberhardt (Kaufmann), Karl-Heinz Goldbach (Arzt), Gudrun Hamester (Philologin), Gundula Knobloch (Philologin), Johann-Caspar Lindenberg (Jurist), Uwe Marwedel (Kaufmann), Klaus Nelius (Volkswirt), Eggert Schiele (Arzt), Burghart Tessendorf (Verwaltungsbeamter), Bernd Weber (Offizier).

Klasse OIm:

Wolfgang Carstens (Dipl.-Ingenieur), Rainer Denker (Studienrat), Ferdinand Franck (Chemiker), Hans Meyn (Architekt), Joachim Steinbock (Arzt), Beate Teut (Ärztin), Thyra Vormann (Ärztin).

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1965

 

Montag, 1. März 1965

Noch immer liegt der Schulsport im argen

Bekanntlich bemüht sich nicht nur die deutsche Sportbewegung seit mehr als zehn Jahren intensiv, der Leibeserziehung in der Schule mehr Impulse zu verleihen. Auch aus Kreisen der Bundeswehr kommen vermehrt Klagen, daß die körperliche Verfassung der Wehrpflichtigen sehr zu wünschen übrig lasse. Gleichzeitig wird dabei betont, daß die Sportstunden während des Wehrdienstes selbst das Versäumte nicht mehr aufholen können.

Die Forderung nach der täglichen Turnstunde, die nach dem Ersten Weltkrieg von der Sportbewegung erhoben wurde, ist inzwischen verhallt. Das Verlangen nach zwei Wochenstunden (an Oberschulen drei) bleibt jedoch bestehen, darüber hinaus werden Spielnachmittage von den Fachleuten für dringend erforderlich gehalten. Dabei komme es nicht so sehr darauf an, so meinte der Experte, daß jeder talentlose Junge „um die Reckstange gewickelt“ werde, sondern daß überhaupt in „gezielter Arbeit“ intensiv Körperertüchtigung betrieben werde. Bei dieser Arbeitsmethode seien sogar zwei Wochenstunden ausreichend. Um dieses Ziel zu erreichen, müßte allerdings ein nach modernen Erkenntnissen geschulter Lehrkörper vorhanden sein. Wenn die Zustände im Schulsport an den Volks-, Land- und Berufsschulen nach Willi Daume „katastrophal“ sind, so liegt das primär nicht an fehlenden Sportstätten, sondern vielmehr an der Lehrerschaft.

Nach dem Ersten Weltkrieg sahen die vielfach als Reserveoffiziere zurückgekehrten Lehrer im Schulsport eine Möglichkeit, die durch den Versailler Friedensvertrag verbotene Wehrpflicht durch einen verstärkten Schulsport zu einem gewissen Grade zu kompensieren. So ist auch zu erklären, daß die Forderung nach der täglichen Turnstunde damals in den zwanziger Jahren auf fruchtbaren Boden fiel. Die Generation der heutigen Pädagogen vertritt aber eine andere Auffassung und hat auch eine andere Einstellung zu den Leibesübungen. Die Überbetonung der Körperertüchtigung während der NS-Zeit durch Hitlerjugend und Parteiorganisationen ist dem Gegenteil gewichen.

Die Bundesrepublik ist wahrscheinlich das einzige Land auf dieser Erde, in dem ein angehender Lehrer sein Studium mit Erfolg abschließen kann, ohne sich auch nur eine einzige Stunde an der Universität sportlich betätigt zu haben. Viele Bundesländer verlangen bereits für den Volksschullehrer ein voll akademisches Studium. „Dagegen wird ein Sportstudium immer noch dadurch abqualifiziert, daß über diese Themen keine Doktorarbeit geschrieben werden darf“, sagt Willi Daume. Es kann im Schulsport in den nächsten Jahren nur ein Fortschritt erzielt werden, wenn die Lehrerschaft mitzieht. Der Sportstättenbau wurde inzwischen soweit gefördert, daß auf diesem Sektor kein ausgesprochener Engpaß mehr besteht. Sicher fehlt es an vielen Stellen noch an Schwimmbädern, aber das ist nicht so entscheidend. Wenn innerhalb der Lehrkörper der feste Wille besteht, die Leibeserziehung zu fördern dann, und nur dann, kann es vorwärtsgehen. Dabei ist es nicht allein damit getan, daß die Schulaufsicht (vom Deutschen Sport-Bund angeregt) überwacht, daß die auf dem Stundenplan stehenden Turnstunden auch tatsächlich gegeben werden. Solange einer in Sportzeug versammelten Klasse nur ein Ball zugeworfen wird der Bemerkung: „Spielt ein bißchen!“, solange ist von einer Körperertüchtigung keine Rede.

Es kommt auf die eingangs erwähnte „gezielte intensive Arbeit“ an. Solange aber in der Lehrerschaft Widerstände zu spüren sind, wenn ein Bundesland versucht, musisch-technische Lehrer an besonderen Instituten zu Sportlehrern auf der Grundlage der mittleren Reife auszubilden, solange kann von einer positiven Einstellung zu einer gründlichen Körperertüchtigung an den Schulen keine Rede sein. Wilhelm Kauke.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1965

 

Dienstag, 2. März 1965

Früh an den Verkehr gewöhnen!

Schulkinder lernen Gefahren der Straßen ausweichen!

„Wir sollten endlich aufhören, lediglich Appelle und allgemeine Ermahnungen an unsere Kinder zu richten. Nur gezielte praktische Verkehrsübungen gewöhnen sie an den Ernstfall auf der Straße.“ Dies erklärte der Kreisfachberater für Verkehrserziehung an den Stormarner Volks- und Mittelschulen, Gerhard Fenner, bei einer Pädagogentagung im Rahmen der „Aktion gegen den Unfall“.

Kreisbeauftragter Hans Koch und sein Stellvertreter Rinke erläuterten Ziele und Absichten der Aktion. Gerade der Lehrer habe in jeder kleinen Gemeinde eine „Schlüsselstellung“ und könne auch die Erwachsenen ansprechen. Zum Thema „Gefahr“ wurde darauf hingewiesen, daß die Brandstiftungen durch Jugendliche um 100 Prozent zugenommen haben.

Mittelschullehrer Fenner unterstrich, daß die Schule auf dem Gebiet der Verkehrserziehung und -aufklärung noch aktiver werden könne. Das Gefahrenbewußtsein bei den Kindern müsse schon möglichst früh geweckt werden. Übungen im Verkehrsgarten und in echten Verkehrssituationen sollen die Schüler verkehrstüchtig machen.

Nach einer lebhaften Aussprache wurde der sehr realistische Film „Unser täglicher Weg“ gezeigt.

Im Bundeselternrat – einer Arbeitsgemeinschaft Deutscher Elternvertretungen – wurde kürzlich die fehlende Rechtsstellung des Schülerlotsendienstes im Straßenverkehrsrecht erörtert. Die Schülerlotsen (etwa 46.000 in der Bundesrepublik) betreuen täglich rund 10 Millionen Schüler. Man ist von dem Gedanken, für diese Lotsen besondere gesetzliche Schutzvorschriften zu schaffen, wieder abgekommen. Abgesehen davon, daß die Innen- und Verkehrsministerien der Länder übereinstimmend fetgestellt haben, daß sich (von Ausnahmen abgesehen) die Kraftfahrer den Lotsen gegenüber zuvorkommend verhalten, will man vermeiden, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, die Schülerlotsen hätten halbpolizeiliche Befugnisse. Nicht zu Unrecht fürchtet man auch, die Kinder könnten verleitet werden, auf irgendwelche Rechte zu pochen und dabei die gebotene Vorsicht außer acht lassen. Die Lotsen sind bis zu 100.000 DM unfallversichert, wenn sie bei Ausübung ihres Dienstes einen Schaden erleiden. Das Schild „Schülerlotsen“ soll in der neuen Straßenverkehrsordnung als amtliches Hinweisschild aufgenommen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1965

 

Donnerstag, 4. März 1965

Schulmädchen lernen Kochen

Für die Ausstattung der Lehrküche in der Klaus-Groth-Schule, die sechs Räume umfaßt, wendet die Stadt 19.000 DM auf. Außerdem werden Elektrogeräte für 3000 DM beschafft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1965

 

Sonnabend, 6. März 1965

Hobby-Club zeigte „Skizzen aus Bad Oldesloe“

In einer Filmveranstaltung des Hobby-Clubs im „Hotel zur Krone“ führte Bruno Grunert einen selbstgedrehten Film mit dem Titel „Skizzen aus Bad Oldesloe“ vor. Der Buntfilm zeigte Motive aus der Kreisstadt und Aufnahmen von Veranstaltungen, die Oldesloes Bürger auf die Beine bringen, zum Beispiel Feuerwehrfahnenweihe, Kreisreiterturnier, Erntedank und Schützenfest, Kindervogelschießen sowie sportliche Veranstaltungen. Wolfgang Grunert drehte 1963/64 die Filme „Der klassische Selbstmord“, „Flaschenjagd“und „Achtung, Touristen!“, in denen die Oberschüler Brunhild Brehme, Barbara Nelius, Sabine Folkens, Claus Cummerow, Gerhard Padderatz, Jürgen Elten und Michael Bohnstedt lustige Rollen spielen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.3.1965

 

Sonnabend, 6. März 1965

Moderne Geräte für den Unterricht

Zur Einrichtung des neuen Physikraumes der Oberschule sind 19.000 DM erforderlich. Ferner bewilligte der Magistrat 9000 DM für die Ausstattung des Werkraumes.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.3.1965

 

Sonnabend, 6. März 1965

Oldesloer Abiturienten verabschiedet

Höhepunkt 13jähriger Schulausbildung: Überreichung der Reifezeugnisse. Mit einem festen Händedruck und dem Wunsch, daß Gott mit ihnen sein möge, verabschiedete Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Siepermann die 19 Abiturienten der Theodor-Mommsen-Schule.

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Im Namen der Abiturienten dankte Ferdinand Franck den Lehrern und den Eltern. Seiner Betrachtung der Aufgaben und Pflichten des Bürgers in der Demokratie ließ Oberstudiendirektor Siepermann eine Definition des Begriffes Bildung folgen. An die Abiturienten gewendet, die alle studieren wollen, sagte er: „Wer, wie Sie, einmal eine leitende Stellung einnehmen und wirklich ausfüllen will, muß unabdingbar etwas haben, was wir Bildung nennen. Bildung ist kein Besitz, den man erwirbt und dann für immer hat, sie will und muß gelebt sein.“ Der gebildete Mensch bleibe nicht bei Kenntnissen stehen, sondern verarbeite sie zu Erkenntnissen und Urteilen und unterwerfe diese immer wieder kritischer Prüfung. Er scheue auch nicht davor, seine Ansichten zu ändern. „Das hat nichts mit Wankelmut oder gar Opportunismus zu tun.“ Es gehöre oft mehr Mut zu freimütigem Bekenntnis eines Meinungswandels als starkköpfiges Festhalten an überholten Ansichten.

Zur Bildung gehöre u.a. auch die rechte Art mit menschlichen Verhaltens, diktiert von der Liebe. Sie schließe die Toleranz ein, die Achtung vor der Überzeugung und Meinung des Mitmenschen, die nichts mit Gleichgültigkeit zu tun habe.

Der vortragende fuhr fort: „Unser Gymnasium ist nicht eine Ausbildungsstätte für bestimmte Berufe, sondern eine Stätte der Menschenbildung. Das Ziel ist der freie, seinen mit Menschen innerlich verpflichtete, sittlich gefestigte Mensch, der aus gründlicher Kenntnis der Voraussetzungen mithilfe eines geschulten Denkvermögens den Mut und die Fähigkeit zu einer wohlbegründeten Entscheidung erworben hat. Natürlich wissen wir, daß es nie gelingt, dieses Ziel in vollem Umfange zu erreichen, aber es ist ein unveränderlicher Orientierungspunkt, nach dem man getrost seinen Kurs einstellen kann – trotz aller Schulreform.“

Für den wegen Krankheit nicht anwesenden Abiturienten Joachim Steinbock nahm Oberstudienrätin Gisela Schlett eine Buchpremiere des Vereins ehemaliger Schüler der Oberrealschule (Vesdoro) entgegen. Die zweite Buch Premiere erhielt Johann-Caspar Lindenberg.

Chor und Orchester des Gymnasiums gaben der Feier unter Leitung von Studienrat Fritz Alshuth den musikalischen Auftakt und den Ausklang.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.3.1965

 

Mittwoch, 10. März 1965

Turnwettkämpfe der Klaus-Groth-Schule

Zum Abschluß der Winterarbeit im Turnen wurden wie alljährlich von der Klaus-Groth-Schule die Bundesjugendspiele durchgeführt. Es nahmen an den Wettkämpfen 81 Jungen und 87 Mädchen teil. Davon errangen neun Jungen und sieben Mädchen eine Ehrenurkunde. Eine Siegerurkunde erhielten 27 Jungen und 23 Mädchen. Der Wettkampf bestand aus vier Übungen. Während die Jungen am Reck, am Barren, auf der Matte, am Kasten beziehungsweise am Pferd turnten, waren für die Mädchen Übungen am Stufenbarren, im Bodenturnen und in der Ballgymnastik sowie ein Sprung über den Doppelbock vorgeschrieben. Mit einer Ehrenurkunde wurden ausgezeichnet: 1. Wolfgang Trojahn 84 Punkte, 2. Gerhard Bock 83, 3. Maren Riemke 81, 4. Heidi Körting 79, 5. Annegret Schadwinkel 78, 6. Kurt Kubitzki 76, 7. Doris Behnk 73, 8. Hartmut Herrmann 73, 9. Christian Labenda 73, 10. Ingrid Linsau 73, 11. Ernst-Udo Vagt 73, 12. Heinz Goronzi 72, 13. Hans Hentschel 72, 14. Hiltrud Koschitzki 72, 15. Marion Lierenz 72.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1965

 

Freitag, 12. März 1965

Nur 17 Schüler turnen nicht mit

Oldesloer Mittelschule pflegt die Leibesübungen

In einer schlichten Feierstunde fand in Anwesenheit der vier Sportlehrkräfte in der Aula der Königin-Luise-Schule die Ehrung jener Sportler statt, die sich im Sommerhalbjahr und nun bei den Winterbundesjugendspielen in der Turnhalle durch überdurchschnittliche Leistengen ausgezeichnet haben.

Der stellvertretende Schulleiter Konrektor Bahnsen überreichte 145 Sportabzeichen, 155 Leistungsabzeichen in Gold, Silber und Bronze, darüber hinaus 28 Ehrenurkunden des Bundespräsidenten für gute Turnleistungen. Es sei der Wunsch der Schule, so betonte Konrektor Bahnsen, die Leibesübungen als musisches Fach im Sommer und Winter zu fördern, weil der Sport Freude vermittelt und den Körper der jungen Menschen für das spätere Berufsleben gesund erhält. Durch besondere Anstrengungen der Fachlehrer und andauernden Fleiß der Schüler wurde der Schulgemeinschaft dieser Erfolg zuteil.

In diesem Zusammenhang wurde auf den guten Gesundheitszustand der Schüler hingewiesen. Von 618 Jungen und Mädchen waren im letzten Jahr nur 17 Schüler durch amtsärztliches Attest vom Turnunterricht befreit, das sind 2,75 Prozent.

Beste Leichtathleten im Mehrkampf mit dem Leistungsabzeichen in Gold waren Enno Maack, Helmut Lang, Wilfried Karczewski, Brigitte Pohl und Waltraut Dettke. Von 80 möglichen Punkten erreichten als Schulbeste Brigitte Pohl und Reinhold Heisel 79,5 Punkte bei den Turnwettkämpfen anläßlich der Winterspiele.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1965

 

Sonnabend, 13. März 1965

86 erlangten die Mittlere Reife

Nach Abschlußbesichtigung Kostprobe und Handball

49 Schülerinnen und 37 Schüler aus den drei 10. Klassen der Königin-Luise-Schule erhielten nach der unter Vorsitz von Konrektor Bahnsen erfolgten Abschlußprüfung die Mittlere Reife zugesprochen.

Die Unterrichtsthemen erstreckten sich von der Kunstbetrachtung über Welternährungslage, Notstand und Zivilschutz, Töne im Bild, Plattdeutsch bis zum deutschkundlichen aktuellen Thema „Heute seid ihr die Jugend.“

Noch der Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse in der Aula probierte das Kollegium die Gerichte einer Kochgruppe, die ein schmackhaftes Essen zubereitet hatte. Ein abschließendes Handballspiel der Abgänger gegen die Mittelstufe des Theodor-Mommsen-Gymnasiums endete nach einem 6:9-Halbzeitergebnis mit einem 15:13-Sieg der Oberschule.

Die Prüfung bestanden:

Klasse 10a:

Angelika Andres, Renate Bentien, Annegret Busche, Anne-Kathrin Bruhns, Anke Dölling, Ursula Engel, Elke Fleischhammel, Karin Fröhlich, Ingrid Kersten, Jutta Klinck, Doris Krüger, Rosemarie Looft, Ruth Möller, Inge Olufs, Helga Ückert, Edith Vogler, Karin Wolff, Ursula Zühlke, Peter Desebrock, Erwin Doeubler, Harald Gragen, Klaus-Dieter Haber, Peter-Henry Kohnke, Claus Näveke, Wolfgang Nösel, Peter Peemöller, Uwe Peters, Uwe Schwab.

Klasse 10b:

Helga Bahnsen, Silke Behm, Sigrid Bernotat, Gabriele Brunsberg, Christine Colberg, Rosemarie Lüke, Elke Peters, Ursula Reher, Antje Roes, Erika Rozynski, Ursula Schadach, Birgit Scheibe, Gisela Schneuer, Heidemarie Schnoor, Karin Walter, Elisabeth Wetzel, Roswitha Zötl, Rainer Ebell, Rolf Heitmann, Peter Müller-Eick, Thomas Oellrich, Peter Pabel, Wolfgang Peschel, Konrad Poschmann, Heinz Schnoor, Peter Schülke, Manfred Strunge, Günter Wendlandt, Wolfgang Zander.

Klasse 10c:

Sigrid Bogadtke, Marion Feddern, Gudrun Fischer, Irmgard Geist, Brigitte Hermann, Sabine Motzkus, Marlies Pöhls, Inge Reuter, Ursula Rogge, Wiebke Schneider, Erika Stark, Anke Steenbock, Frauke Stolten, Helga Tidow, Hans-Christian Bielenberg, Ernst Jürgen Ellerbrock, Heinz Groschke, Reinhold Heisel, Karl Otto Hünicke, Wulf Janus, Fred Käckenmeister, Helmut Lang, Klaus Mews, Erhard Niemeyer, Emil Richter, Werner Saddig, Friedrich-Wilhelm Schmidt, Hans-Jürgen Schreiber, Friedrich-Wilhelm Spiering.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1965

 

Montag, 15. März 1965

Das Bildungswesen soll weiter ausgebaut werden

Mehr Absolventen der weiterführenden Schulen – Neue Versuche gefordert – Kulturkongreß des CDU-Landesverbandes

Kiel. Die Überwindung der Bildungsscheu und ein weiterer Ausbau des Bildungswesens werden in Schleswig-Holstein angestrebt. Das erklärte Kultusminister Claus-Joachim von Heydebreck in einem Grundsatzreferat auf einem Kulturkongreß des CDU-Landesverbandes, den Ministerpräsident Dr. Helmut Lemke eröffnete. Unter dem Leitthema „Schleswig Holstein in der geistigen Welt von morgen“befaßten sich danach drei Arbeitskreise mit Einzelthemen.

Schleswig-Holstein wolle sich nicht mit dem bereits gut ausgebauten Netz von Gymnasien, Mittelschulen und Volksschulen begnügen, sagte der Minister, das schon bisher ermöglicht habe, erheblich mehr Schüler in weiterführende Schulen zu entsenden als in anderen Bundesländern. „Unsere Bemühungen werden vielmehr auch in Zukunft einer weiteren Steigerung der Zahl der Absolventen weiterführender Schulen gelten“, betonte er. Mit dem Schulversuch am Gymnasium in Kiel-Wellingdorf, Absolventen der Mittelschule in vier Jahren zum Abitur zu führen, seien gute Erfolge erzielt worden. Bei einem weiteren derartigen Schulversuch werde von Ostern an in Itzehoe begabten Mittelschülern bereits nach dem neunten Schuljahr der Übergang auf das Gymnasium eröffnet werden. Damit biete dieser Versuch den Mittelschülern die Möglichkeit, in der normalen Zeit von 13 Schuljahren zum Abitur zu gelangen.

Heydebreck teilte mit, nach den Erfolgen der ländlichen Oberschulen in Niebüll und Rendsburg könne im kommenden Jahr eine dritte kindliche Oberschule in Schleswig-Holstein gegründet werden. Da sich die Abendgymnasien in Kiel und Lübeck bewährt hätten, werde auch die Bildung von Abendmittelschulen erwogen. Grundlage des gesamten Bildungswesens bleibe jedoch die Volksschule. Ihr diene auch der Ausbau des Sonderschulwesens und die Neuordnung des Unterrichts in der Volksschuloberstufe. Dazu gehöre vor allem die zielstrebige Förderung der Dörfergemeinschaftsschulen.

Als das besondere Ziel der CDU bezeichnete es Heydebreck, die Bildungsscheu zu überwinden, die bei zahlreichen Eltern noch vorhanden sei. Viele begabte Kinder blieben auf der Volksschule, weil Eltern glaubten, für den vorgesehenen Beruf ihrer Kinder sei eine höhere Schule nicht erforderlich.

Neue Schulversuche forderte Landtagsvizepräsident, Oberstudiendirektor Dr. Schwinkowski, als Referent im Arbeitskreis „Schleswig-Holsteins Schulen in einer sich wandelnden Welt“. So sollte eine fünfjährige Gymnasialanschlußklasse geschaffen werden, die begabte Volksschüler nach Abschluß des neunten Schuljahres zum Abitur führe. Ferner sprach er sich dafür aus, die bewährte Dreigliedrigkeit im Schulwesen mit Volks-, Mittel- und Oberschule beizubehalten.

Für Schwerpunktbildung in der Wissenschaftsförderung setzte sich der Kieler Universitätsprofessor Dr. Erdmann im Arbeitskreis „Wissenschaft als Aufgabe der Politik“ ein. Die Forschung müßte systematisch gefördert werden. Gegenwärtig würden in der Bundesrepublik 1,9 Prozent des Sozialprodukts für Förderung der Wissenschaft ausgegeben. Nach dem Bundesforschungsbericht solle dieser Anteil bis 1970 auf mindestens 3 Prozent erhöht werden.

Bedenken gegen ein Volkshochschulgesetz äußerte der Landesbeauftragte für staatsbürgerliche Bildung, Regierungsdirektor Dr. Ernst Hessenauer, im Arbeitskreis „Erwachsenenbildung in der modernen Arbeitswelt“. In der heutigen Industriegesellschaft gebe es keine isolierte „Bildungsschicht“ mehr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1965

 

Montag, 15. März 1965

Zeugnis der Mittleren Reife

Zu den Schülern der Königin-Luise-Schule, die das Zeugnis der Mittleren Rehe erhalten haben, gehören auch Volkhard Chudzinski (Klasse 10a) und Enno Maack (Klasse 10c).

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1965

 

Dienstag, 16. März 1965

Ein Schulwandertag im Jahre 2000

Froher Ausklang der Schulzeit auf dem Abschlußball

„Kinder, wie die Zeit vergeht…“ Unter diesem Motto kamen die Mädchen und Jungen der Abschlußklassen der Königin-Luise-Mittelschule mit ihren Angehörigen und Lehrern zu ihrem diesjährigen Abschlußball im „Oldesloer Hof" zusammen.

Durch Darbietungen in Bild, Wort und Musik wurden Ereignisse aus dem Schulleben in humorvoller Weise glossiert. So wurden die Gäste Zeugen einer Turnstunde um die Jahrhundertwende und einer Musikstunde bei „Herrn Klabuschke", in der der „Schreifritz" (Freischütz) in einer Weise „durchgenommen" wurde, von der Carl Maria von Weber sich sicher nichts hat träumen lassen. Daß die Königin-Luise-Schule zur Zeit die schleswig-holsteinische Schule mit der größten Schülerzahl pro Klasse ist, war Anlaß zu einem optimistischen Ausblick auf einen Wandertag im Jahre 2000. Die Klassenstärke war auf zwei reduziert; und diese beiden hoffnungsfrohen Zöglinge wurden von ihrem geplagten Lehrer auf einem Handkarren spazierengefahren. Von Zeit zu Zeit reichte er ihnen Schnaps und Zigarren, um sie auf dieser anstrengenden Wanderung vor der totalen Erschöpfung zu retten.

Zu den bemerkenswert vielseitigen Rhythmen der „Flamingos" wurde bis in den nächsten Morgen hinein getanzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1965

 

Dienstag, 16. März 1965

Silbernes Bewährungsabzeichen

Bei der feierlichen Entlassung der Schulabgänger in der Stadtschule überreichte heute Frau Rektor Mohr im Auftrage der Bundesverkehrswacht an zwölf Schülerlotsen das Silberne Bewährungsabzeichen. „Als Dank und Anerkennung für die im Interesse der Verkehrssicherheit geleistete freiwillige Mitarbeit“, heißt es auf der Urkunde. Nach zwei- oder einjährigem Dienst wurden folgende abgehende Schülerlotsen ausgezeichnet: Wolfgang Burandt, Karl-Heinz Erdmann, Günter Mallek, Hartmut Scheibel, Wilfried Schulz, Helmut Gebauer, Peter Grewe, Günter Kraiczi, Klaus-Dieter Nowack, Erwin Schlicht, Uwe Eggers und Rainer Fedder.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1965

 

Mittwoch, 17. März 1965

Abschied von der Königin-Luise-Schule

An der Entlassungsfeier für die 86 Abgänger der Königin-Luise-Schule nahmen zahlreiche Gäste teil. Die Festansprache hielt Mittelschullehrerin Wesenberg. Im Namen der Schüler dankte Konrad Poschmann Lehrer und Eltern. Für besondere Leistungen erhielten Dölling (Klasse 10a), Colberg und Poschmann (10b), Feddern und Bielenberg (10c) Buchprämien. Musikalische Darbietungen unter Leitung von Mittelschullehrer Süß umrahmten die schöne Feier.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1965

 

Donnerstag, 18. März 1965

Klaus-Groth-Schüler lernten Erste-Hilfe-Leistung

25 Schüler und Schülerinnen der Klaus-Groth-Schule nahmen an einem Kursus für Erste Hilfe teil. In dem Lehrgang, der außerhalb der Unterrichtszeit stattfand, unterwies die Johanniter-Unfall-Hilfe die Jugendlichen in acht Doppelstunden theoretisch und praktisch. Am letzten Unterricht nahm der Landesgeschäftsführer der Johanniter-Unfallhilfe, von Schipp, teil. In seinem Schlußwort betonte er, daß die Lehrgangsteilnehmer keine weiteren Verpflichtungen übernommen hätten außer der einen Pflicht, im Notfall zu helfen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1965

 

Freitag, 19. März 1965

Das Gymnasium als Arbeitsplatz

Der Ausschuß für Erziehungswesen entwarf ein neues Schulmodell

Das Bild des „Gymnasiums von morgen“ hat der Deutsche Ausschuß für das Erziehungs- und Bildungswesen in einer Empfehlung für die Neuordnung der höheren Schulen gezeichnet. Kern des Gutachtens ist ein Reformvorschlag für die beiden letzten Gymnasialjahre. In ihnen soll der reine Schulunterricht in einzelnen Fächern aufgegeben und durch ein Lehrgangssystem ersetzt werden. Zugleich wird dem elften Schuljahr des Gymnasiums eine neue Aufgabe gestellt: Es soll einen mittleren Abschluß gewähren und als „Lenkungsstufe“ dienen, in der sich der junge Mensch für den Beginn der praktischen Berufsausbildung oder den Besuch der Unter- und Oberprima je nach seinen Fähigkeiten entscheiden kann.

Das neue Lehrgangssystem sieht Kurse für die Religionslehre, die Philosophie, die deutsche Sprache, die politische Weltkunde, die Mathematik und für die Naturwissenschaft vor. Musik, Kunsterziehung und Leibesübungen sollen hinzutreten. Schüler der Oberstufe sollen sich zugleich für ein Wahlleistungsfach als Schwerpunkt der persönlichen Arbeit entscheiden. Künftig sollen nicht mehr alle Fächer gleichzeitig nebeneinander stehen, sondern die jeweiligen Lehrgänge in eine zeitliche Folge gebracht werden.

Das „Gymnasium von morgen“ wird in seiner Oberstufe nicht mehr von einer Fülle verschiedenartiger Fächer bestimmt sein, sondern soll den Gymnasiasten eine Einführung in die geistigen Grundrichtungen geben und ihn mit den Grundformen wissenschaftlichen Erkennens und Denkens vertraut machen. Unter-und Oberprimaner sollen nicht mit einem beschränkten Fachwissen ‚gefüttert“ werden, sondern selbständiges Denken an einem wissenschaftlichen Stoff erlernen.

Die Abkehr vom reinen Fachunterricht und die Hinwendung zum Lehrgangssystem kommt nach Ansicht des Erziehungsausschusses den pädagogischen Absichten der Konzentration und der Intensivierung der Arbeit entgegen. So werden in den Lehrgängen für Naturwissenschaft die einzelnen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer zu einer Einheit zusammengefaßt. In der politischen Weltkunde sollen die Fächer Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde zusammengefaßt werden. Der Sprachunterricht soll jedoch nicht in Lehrgängen erteilt werden, sondern sich weiter Stufe auf Stufe aufbauen.

Der Ausschuß hat sich gegen eine Abschaffung der Reifeprüfung gewandt. Nur diese Prüfung, die künftig auf die neuen Unterrichtsmethoden abgestellt werden müsse, könne ein einheitliches Niveau der Hochschulreife sichern.

Das Gymnasium von morgen wird sich nicht nur im Lehrplan und in den Unterrichtsmethoden von der höheren Schule von heute unterscheiden. So wird sich nach Ansicht des Ausschusses der Unterricht aus den Klassenzimmern in Fachräume und Laboratorien verlagern. Büchereien und Experimentierräume werden dem Schüler Arbeitsgelegenheiten geben.

Der Schüler wird sich nicht mehr in eine häusliche Arbeitsecke zurückziehen, sondern die moderne Schule als seinen Arbeitsplatz betrachten. Mehr als bisher wird das Gymnasium sich in eine Unter- oder Förderstufe, in einen Mittelbau und in die Unter- und Oberprima als Oberstufe gliedern.

Mit diesen Empfehlungen hat der aus unabhängigen Sachverständigen bestehende Ausschuß nach über zehnjähriger Tätigkeit sein vorletztes Gutachten vorgelegt, das an den „Rahmenplan zur Umgestaltung und Vereinheitlichung des allgemein bildenden öffentlichen Schulwesens“ anknüpft. Er wird im Sommer dieses Jahres seine Tätigkeit einstellen. Der noch zu gründende Bildungsrat soll seine Aufgaben auf neuer Grundlage und mit neuen Methoden fortsetzen.

STORJARNER TAGEBLATT vom 19.3.1965

 

Sonnabend, 20. März 1965

Staatsbürgerlicher Unterricht im Gericht

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Im Rahmen des staatsbürgerlichen Unterrichts waren in den letzten Monaten zahlreiche Schulklassen aufmerksame Zuhörer bei den Verhandlungen im Oldesloer Gericht. Richter und Staatsanwalt sprachen in den Verhandlungspausen mit den Jungen und Mädchen über die Verfahrensregeln oder Urteile. Die Jugendlichen hatten viele Fragen. Bei diesem Blick auf die Schattenseite des Lebens wurde den Schülern klar gemacht, welche Pflichten der Staatsbürger als Zeuge vor Gericht hat. Sie erkannten, daß die Justiz bei der Aufklärung von Straftaten auf die Mithilfe des Staatsbürgers angewiesen ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1965

 

Sonnabend, 20. März 1965

Buchprämien für Mittelschüler

Für gute Leistungen erhielten folgende Mädchen und Jungen der Königin-Luise-Mittelschule Buchprämien: Ute Seidensticker (Klasse 5a), Karin Strauß (5c), Angelika Wurch (6a), Rainer Heins (6b), Jürgen Otto (6c), Gisela Stiebert (7a), Angelika Bergmann (7b), Heino Reher (7b), Dieter Jacob (7c), Franziska Grzechza (8a), Gabriele Beyer (8b), Hans-Joachim Steinfatt (8c), Dagmar Siggelkow (9a), Thomas Clausen (9b), Heinrich Petersen (9c) und Hans-Joachim Runge (9a).

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1965

 

Sonnabend, 20. März 1965

Lampen für 18.000 DM

Für die Beleuchtungskörper im Erweiterungsbau der Klaus-Groth-Schule mußte der Magistrat 18.000 DM bewilligen. Weitere 5600 DM kosten die Gardinen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1965

 

Montag, 22. März 1965

Verdienter Pädagoge

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Mit herzlichen Worten des Dankes, mit Erinnerungsgaben und Blumen verabschiedete das Theodor-Mommsen-Gymnasium Studienrat Dr. Hans Reppich, der nach über 40jährigem Schuldienst in den Ruhestand trat. 18 Jahre hatte er in Bad Oldesloe in den Fächern Gemeinschaftskunde, Geschichte, Erdkunde und Deutsch gewirkt.

Oberstudiendirektor             Siepermann gab der am letzten Tag dieses Schuljahres in der Aula versammelten Festgesellschaft am Beispiel des Lebens Dr. Reppichs, den er als einen unermüdlichen Pädagogen aus Passion und Berufung kennzeichnete, eine Lexion in deutscher Geschichte, beginnend mit dem Jahre 1899 im damals deutschen Lothringen. Von dort führte der Lebensweg Hans Reppichs nach Berlin. Dies die weiteren Stationen: mit 17 Jahren Notabitur, dann Kriegsdienst, von 1919 bis 1924 während Revolution und Inflation Studium, trotz der Examensnote „mit Auszeichnung“ erst 1934 feste Anstellung, 1939 wieder Kriegsdienst, 1945 russische Gefangenschaft, Verlust der Existenz und des Heimes, in Sülfeld Feldarbeit, 1947 Lehrauftrag für das Oldesloer Gymnasium, doch erst 1952 wieder festes Anstellungsverhältnis. Deutschlands schwere Jahre waren auch die seinen.

Direktor Siepermann dankte dem Scheidenden im besonderen für die Wahrnehmung mehrerer Ehrenämter. U.a. leitete er die Sextaaufnahmeprüfungen. Der Direktor sprach die Hoffnung aus, daß Dr. Reppich auch künftig, wenn auch in geringerem Umfange, bei Bedarf an der Schule unterrichten werden.

Bürgermeister Barth, der im Namen der Stadt dankte, fügte dem Charakterbild des scheidenden Lehrers als einen hervorstechenden Wesenszug den Humor hinzu. Ebenfalls mit Dankesworten schlossen sich der Schulsprecher Peter Russ, der Elternbeiratsvorsitzende Dr. Clamann und Studienrat Schulte für das Lehrerkollegium an.

Aus übervollem Herzen dankte Dr. Reppich für die Beweine der Anerkennung. Als schmerzlich bezeichnete er den gesetzlichen Zwang, seine geliebte Tätigkeit aufgeben zu müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1965

 

Montag, 22. März 1965

Buchprämien für Schülerlotsen

Als Anerkennung ihres Einsatzes für die Sicherheit der Mitschüler erhielten folgende Mädchen und Jungen der Königin-Luise-Mittelschule das Schülerlotsenbewährungsabzeichen und eine Buchprämie: Hans-Hajo Andreae, Ute Balzer, Holger Benz, Manfred Cebulla, Petra Häring, Jürgen Kohpeiß, Brigitte Pohl, Bärbel Sieden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1965

 

Dienstag, 23. März 1965

Konrektor Zachen verabschiedet

Mit dem Ende dieses Schuljahres trat Konrektor Walter Zachen in den Ruhestand. Der gebürtige Brandenburger wirkte 17 Jahre an der Klaus-Groth-Schule. In den letzten Jahren bekleidete er das Amt des Konrektors. Der beliebte Pädagoge wurde von Schulrat Lüth im Kreis des Lehrerkollegiums mit Worten des Dankes und der Anerkennung verabschiedet. Stadträtin Lisa Hayn übereichte ihm eine Erinnerungsgabe der Stadt. Namens des Kollegiums sprach Rektor Volkmann, für die GEW Lehrer Kühne.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1965

 

Dienstag, 30. März 1965

Schülermitverantwortung – aber wie?

Jahresabschlußfeier in Blumendorfer Internatsschule

„Schülermitverantwortung an sich ist eine Schale ohne Inhalt. Eine bloße Freisetzung von Schülerenergien ist zwecklos. Das Engagement des Lehrers, seine Hilfe mit dem Ziel der Lenkung und Formung der ihm anvertrauten Menschen gewährleisten erst das erfolgreiche Wirken einer Institution wie der Schülermitverantwortung.“ Das sagte der Leiter der Internatsschule Blumendorf, Eberhard-Günther Kern, auf der Schuljahresschluß- und Entlassungsfeier.

Schulleiter Kern sprach vor den zahlreich erschienenen Eltern, Lehrern und Schülern von den Problemen und von der Wesensart der heutigen jungen Generation und von den psychologischen Hintergründen der Schülermitverantwortung.

Er erinnerte daran, daß die Ständige Konferenz der Kultusminister im November 1963 die Schülermitverantwortung als eine nützliche Einrichtung charakterisiert habe. Wenn man die Texte, die sich mit diesem Problemkreis befassen, studiere, komme man zu der Erkenntnis, daß aus ihnen die Meißner Formel der Deutschen Jugendbewegung spreche. Diese Bewegung habe Hilfsbereitschaft, Pflichterfüllung gegenüber der Gemeinschaft, Entwicklung von Eigeninitiative, fortwährendes Streben nach Läuterung und andere Tugenden gepflegt.

Kern stellte dann die gefühlsbetonte Zweierfreundschaft, in der das Du und das Ich auswechselbar seien und das unverbindliche „Übereck-Verhältnis von Kumpel zu Kumpel“ gegenüber. Die zweitgenannte Situation überwiege heute; sie sei von der Scheu zur persönlichen Bindung gekennzeichnet und führe zu einer weitgehenden inneren Verarmung. Während die Jünglinge in der Sturm- und Drangzeit und in der Romantik in überschäumendem Gefühl zueinander gedrängt hätten, um ihre Ideen durchzusetzen, würden heute seht viele Jugendliche lediglich durch die gelegentliche Übereinstimmung von speziellen Interessen, also ohne echte innere Beteiligung, zusammengeführt.

Der Referent wies darauf hin, daß von der Schülermitverantwortung nicht zu viel verlangt und erwartet werden dürfe; insbesondere lebe sie nicht aus eigener Kraft. Ein Schulfest, einmal von Schülern gestaltet, gelingt wohl, beim zweitenmal mache sich Schwunglosigkeit bereits deutlich bemerkbar. Auch der Elan von Schülerzeitungen sei nach einiger Zeit dahin. Und das alles nur, weil der Lehrer zu selten in die Auseinandersetzungen der jungen Leute und in ihre Suche nach Maßstäben und Werten eingreife oder es unterlasse, sie in solche Denkweisen hineinzuzwingen. Der Wertblindheit weiter Teile der heutigen Jugend müsse auch und gerade in der Schule der Kampf angesagt werden. Standpunktlosigkeit werde von den Jungen und Mädchen im Grunde verachtet. Wer ein Urteil wage, finde ihre gespannte Aufmerksamkeit und Zuneigung. Die innere Beteiligung an einer Sache setze allseits Kräfte frei; das gelte auch für die Schülermitverantwortung, die eben nicht, wie vielfach behauptet, in erster Linie eine Frage der technischen Organisation sei.

Schulleiter Kern schloß seine mit viel Beifall bedachten Ausführungen mit der Bemerkung, daß unsere jungen Leute nicht besser und nicht schlechter seien als frühere Generationen, nur anders. Das müßten die Erzieher erkennen, und sie sollten dementsprechend handeln.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1965

 

Bis zum Jahr 1970