VfL Oldesloe - 1. Vierteljahr 1964 - 1965

  

Samstag, 2. Jan. 1965
Deutscher Ex-Meister im Travestadion.

Holstein-Amateure morgen Gegner des VfL. Die Holstein-Amateure aus Kiel sind ein gern gesehener Gast im Oldesloer Stadion. Sie gehören zur Spitzengruppe (Anm.: Tabellenfünfter, 20:14 Punkte) und waren schon einmal Deutscher Amateurmeister. Alle Begegnungen mit dem VfL (Anm.. Tabellendritter, 20:12) zeigten recht knappe Ergebnisse. In der Herbstserie kamen die Oldesloer in Kiel über ein 3:3 nicht hinaus. Allerdings hatten sie damals die Chance, beide Punkte mit in die Kreisstadt zu bringen. Wir dürfen also morgen mit einer interessanten Begegnung rechnen. Wenn der VfL denselben Einsatz zeigt wie in Segeberg, dürfte es für den Gast nicht einfach sein, die Punkte nach Kiel zu entführen. Spielbeginn 14 Uhr.
ST

 

Sonntag, 3. Jan. 1965 - 17. Punktspiel
VfL Oldesloe - Holstein Kiel Am. 2:2 (1:1)

Holstein Amateure trotzten Oldesloe einen Punkt ab. Wolters Bombenschuß traf den Pfosten. Der VfL Oldesloe mußte sich gegen den Aufsteiger Holstein Kiel Amateure wieder mit einem Unentschieden begnügen! Das 2:2 stand schon kurz nach dem Seitenwechsel fest, als Bernd für die Holsteiner gleichzog. Bald wäre es in der 80. Minute noch zum Sieg für die „Störche“ gekommen - aber Wolters Bombenschuß krachte an den Pfosten. Alles in allem entspricht die Punkteteilung aber dem Spielablauf. Die Kieler haben erneut große Stärke bewiesen - die Oldesloer, die schließlich ihren Titel zu verteidigen haben, aber verloren einen kostbaren Punkt.

Die Gäste haben in Bad Oldesloe leider nicht den besten Eindruck hinterlassen. Selten sah man hier eine Mannschaft, die derartig foul spielte. Sowohl Batzlaff als auch Hoffmann hätten des Feldes verwiesen werden müssen. So fand die Begegnung in einer hektischen Atmosphäre statt, die beiden Mannschaften nur schadete. Ein Lob aber der gesamten Oldesloer Mannschaft, die weiterhin fair spielte und sich auch ansonsten sportlich verhielt.

Wer den VfL am Vorsonntag in Bad Segeberg erlebte, erkannte die Mannschaft nicht wieder. In der ersten Halbzeit ging nahezu alles daneben, hatte die Abwehr einen sehr schweren Stand gegen den schnellen Sturm der Gäste. Hier erreichte nur Alfred Liedtke seine gewohnt gute Form. Auch der Sturm brauchte 45 Minuten, bis er sich auf den Boden eingestellt hatte, war aber in der zweiten Hälfte sehr gefährlich und hätte das Spiel entscheiden können. Holger Dau und Uwe Westphal verdienten sich die besten Noten. Auch Goronzi und Bieschke konnten überzeugen.

Die Kieler begannen sehr gefährlich, gingen auch verdient in Führung, ließen aber später stark nach. Ihre besten Kräfte standen in der äußerst cleveren Abwehr mit Kößling, Hansen und Ladehoff. In der Fünferreihe sehr gefährlich Hoffmann, der sich aber durch seine Fouls sämtliche Sympathien verscherzte. Bernd erzielte zwar mit Torwart Girschkowskis Hilfe den Ausgleich, blieb aber sonst etwas farblos. Pech hatten die Kieler in der 80. Minute mit einem Pfostenschuß von Wolters. SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Horst Bieschke, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Holstein Kiel Am.: Rupprecht - Gräf, Hansen - Broszat, Kößling, Ladehoff - Mertens, Batzlaff, Bernd, Wolter, Hoffmann.

Tore: 0:1 Mertens (16.), 1:1 Dau (36.), 2:1 Heitmann (48.), 2:2 Gräf (49.). - Schiedsrichter: Ahrend (Meldorf). - Zuschauer: 1000.

 

Montag, 4. Jan. 1965
Schiedsrichter beleidigt.

Wegen mangelnder Platzaufsicht wurde dem Lübecker Amateurliga-Verein Phönix Lübeck eine Geldstrafe von 100 DM auferlegt. Der Verbandsspielausschuß des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes erteilte gestern auf seiner Sitzung in Bad Segeberg dem Repräsentativspieler Baberske wegen der Vorfälle am 13. Dez. 1964 beim Punktspiel gegen Holstein Kiel Amateure eine Verwarnung und belegte den wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz gestellten Sebelefsky mit einer Spielsperre bis zum 2. Jan. 1965. Im Dezember war der Oldesloer Schiedsrichter Teja Herzog (VfL), nachdem er in der 85. Minute der Begegnung ein Phönix-Tor wegen Abseitsstellung nicht gegeben hatte, nach dem Schlußpfiff bedroht, beleidigt und durch einen Tritt gegen den Oberschenkel verletzt worden.
ST

 

Samstag, 9. Jan. 1965
Schlager des Sonntags: Phönix gegen VfL.

Nur wenn der VfL Oldesloe morgen in Lübeck (Beginn 14 Uhr) gegen Phönix gewinnt, kann er sich noch eine Chance auf den zweiten Tabellenplatz und damit auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga ausrechnen. Es steht also viel auf dem Spiel. Wenn der VfL auch zur Zeit bedingt durch Verletzungen nicht in stärkster Aufstellung antreten kann, so hofft man doch im Oldesloer Lager auf ein gutes Abschneiden. Entscheidend dürfte wohl der Einsatzwille aller Spieler sein. Das Verletzungspech scheint dem VfL in dieser Spielserie geradezu an den Füßen zu kleben. Er muß aus diesem Grunde morgen auf Stolp, Holger Dau und Goronzi verzichten. Als Ersatz ist Jürgensen vorgesehen.
ST

 

Sonntag, 10. Jan. 1965 - 18. Punktspiel
Phönix Lübeck - VfL Oldesloe 1:0 (0:0)

In letzter Sekunde 1:0 für den Phönix. Ein packendes Finale! Beyer der glückliche Torschütze. Die Torhüter waren großartig. War das ein Finale! Hunderte hatten sich schon auf den Heimweg gemacht, mit dem 0:0 abgefunden, weil beide Angriffsreihen bis dahin ihre vielen (oft wunderhübsch herausgespielten!) Chancen leichtfertig vergaben, weil vor allem die Phönix-Stürmer die sichersten Gelegenheiten ausgelassen hatten. Schiedsrichter Thamm aus Neumünster hatte gerade seinen Linienrichtern angezeigt, daß noch eine Minute zu spielen sei. Da ging der großartige Oldesloer Außenläufer „Ala“ Liedtke auf und davon, zog allein dem Phönix-Tor entgegen, das 1:0 für den Titelverteidiger schien sicher, aber im letzten Moment konnte er von Baberske doch noch gestoppt werden. Der Ball wurde weit in die Oldesloer Hälfte geschlagen, wo Beyer endlich einmal schaltete, sich „durchtankte“ und das Leder dann flach und unhaltbar für das großartige, erst 19 Jahre alte Oldesloer Torwarttalent Girschkowski in die lange Ecke zog. Vom Innenpfosten sprang der Ball ins Netz - und „ganz Phönix“ lag sich jubelnd in den Armen. Die Spieler vollzogen auf dem Rasen wahre Purzelbäume und Kopfstände, während die Oldesloer wie versteinert dastanden. Mit dem Wiederanpfiff erfolgte auch sofort der Abpfiff - der Phönix hatte also 1:0 gewonnen! Verdient, möchten wir sagen, denn die Lübecker hatten die zahlreicheren Chancen, dazu ein Eckenverhältnis von 11:5 herausgespielt. Am Ende hätten es aber beinahe auch die Oldesloer, die konditionell etwas stärker gewesen zu sein schienen, geschafft, ihnen boten sich in den letzten 15 Minuten drei hundertprozentige Chancen, die jedoch ungenutzt blieben. Der Phönix wahrte mit diesem 1:0 seine kleine Chance, doch noch mit in den Kampf um den zweiten Platz eingreifen zu können. Für den Titelverteidiger aber, der in Lübeck nach großem Kampf mit fliegenden Fahnen unterging, dürfte die Teilnahme an der Regionalliga-Aufstiegsrunde jetzt in weite Ferne gerückt sein!

So gut, wie er für die Zuschauer aussah, war der Rasen des Phönix-Platzes gar nicht! Er war schlammig und schwer, die 22 Spieler waren am Ende fertig mit Jack und Büx. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache muß man einfach staunen, welches Tempo beide Mannschaften vorlegten und auch durchhielten! Dabei litt jedoch die Genauigkeit im Spiel, es gab hüben wie drüben zu viele Fehlpässe, zu viele Versager im Angriff. Insgesamt gesehen aber war es nicht nur ein unterhaltsames, sondern auch ein inhaltsreiches Spiel. Wie wären die Zuschauer mitgegangen, wenn es am Ende statt 1:0 etwa 5:3 gestanden hätte. Chancen für ein solches Ergebnis waren auf jeden Fall vorhanden!

Der Phönix mußte zur Pause mindestens 3:0 vorn liegen! Die größte Chance des ganzen Spiels vergab Linksaußen Fritsche, als er in der 38. Minute frei vor dem leeren Oldesloer Tor stand, aber das Kunststück fertigbrachte, trotzdem vorbeizuschießen! Kurz vorher hatte Rainer Westphal einen Schuß von Kabelitz mit dem Kopf von der Linie geholt, als Girschkowski schon geschlagen war. Ansonsten zeigte sich der Oldesloer Schlußmann (mit einer idealen Torwartfigur ausgestattet!) in bester Form, er war einfach nicht zu schlagen! Glück hatten die Adlerträger jedoch, als Bendig in der 42. Minute ausrutschte, als er freistehend ein Zuspiel von Bieschke annehmen wollte.

Auch nach der Pause bestimmte der Phönix vorerst das Spielgeschehen. In der 53. Minute stand Kabelitz nach einer feinen Kombination plötzlich frei vor dem Oldesloer Tor, aber Girschkowski meisterte den Bombenschuß großartig. In den letzten 20 Minuten schien sich dann das Blatt wenden zu wollen. Die Oldesloer stürmten druckvoller. Heitmann setzte Bieschke großartig ein, dessen Schuß strich jedoch über die Latte. Einen 17-Meter-Freistoß, von Söchtig durch zu weites Herauslaufen mit dem Ball in der Hand verursacht, zirkelte Heitmann raffiniert über die Phönix-Mauer, aber Söchtig reagierte prachtvoll, lenkte das Leder im Sprung zur Ecke. Die größte Gelegenheit bot sich dann Bendig in der 78. Minute, der genau in eine Heitmann-Flanke hineinlief, den Ball aber knapp neben das Tor lenkte.

„Dicke Luft“ herrschte vor dem Oldesloer Tor besonders in der 86. Minute, als sich Girschkowski bei einer tollkühnen Abwehr verletzte und liegen blieb, so daß der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen und dann mit einem Niederwurf vor dem VfL-Tor fortsetzen mußte. Aber auch diese Situation überstand der Meister! Zum Glück konnte der VfL-Torwart gleich weiterspielen. Die Partie wurde immer spannender und fand dann ein Ende, an das man noch lange zurückdenken wird - beim Phönix, aber auch bei den Oldesloern!

Die besten Noten des Spiels verdienten sich die beiden Torhüter Girschkowski (der am Anfang einer großartigen Karriere zu stehen scheint!) und Söchtig, die mit einigen wirklich sehenswerten Paraden aufwarteten. Aber dennoch hätten sie eigentlich mehrere Male überwunden werden müssen, doch die Stürmer versagten auf der ganzen Linie. Nicht spielerisch, sondern im Auswerten der Chancen! Beste Kräfte beim Sieger: neben Söchtig die Abwehrspieler Loll und Baberske, dann Wilkens und Iden. Im Angriff hielt Jahnke den Ball viel zu lange, war Kabelitz (ein guter Techniker) ebenfalls zu langsam. Auch beim VfL gefielen die Abwehrspieler am besten, allen voran die beiden Liedtkes, Bliebenich und Peters. Im Sturm ging die größte Gefahr von Linksaußen Uwe Westphal aus. Heitmann besitzt immer noch eine glänzende Übersicht, aber er ist langsam geworden, auf diesem Boden wurde es besonders deutlich!

Ein Spiel mit viel Schatten, zugegeben, aber auch mit packenden Szenen, die versöhnten und ankamen. Ich meine, man braucht es nicht zu bereuen, auch der Amateurliga einmal wieder einen Besuch abgestattet zu haben! SPM

Phönix Lübeck: Söchtig - Sebelefsky, Loll - Iden, Baberske, Wilkens - Kabelitz, Jahnke, Beyer, Winkel, Fritsche.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Horst Bieschke, Rudi Bendig, Ludwig Weisbach, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Tor: 1:0 Beyer (90.). - Schiedsrichter: Thamm (Neumünster). - Zuschauer: 1300.

 

Samstag, 16. Jan. 1965
Spielstarker Neuling im Travestadion.

VfL darf DGF Flensburg nicht unterschätzen. Dansk Gymnastikforening Flensborg (DGF), das ist die offizielle Bezeichnung für den Gegner, der sich morgen den Oldesloer Zuschauern vorstellen wird. Die im letzten Tabellendrittel stehenden ersten Amateure dieses Klubs haben schon wiederholt für saftige Überraschungen gesorgt. Der VfL hatte es im Herbst nicht leicht, in Flensburg 2:1 zu gewinnen. Die schockierende Niederlage vom letzten Sonntag haben die Männer um Gerd Heitmann überwunden. Sorgen machen nur noch die in diesem Spiel eingehandelten Verletzungen. Der VfL wird trotzdem versuchen, eine leistungsstarke Mannschaft auf das Spielfeld zu schicken.
ST

 

Sonntag, 17. Jan. 1965 - 19. Punktspiel

VfL Oldesloe - DGF Flensburg 4:1 (1:0)

Entscheidung in den letzten Minuten. Lange mußte Oldesloe um den Sieg bangen. DGF unter Wert geschlagen. Um es gleich zu sagen, das Ergebnis täuscht gewaltig und wird der Leistung von DGF Flensburg nicht gerecht. Zwar ist der Sieg des VfL Oldesloe verdient, aber um die beiden Tore zu hoch, die in den letzten Minuten überraschend fielen. Von der 80. Minute an war die Hintermannschaft der Gastgeber stark unter Druck gesetzt worden, und das 2:2 lag förmlich in der Luft. Da machte sich der Sturm noch einmal frei und Stolp beseitigte mit seinem dritten Treffer alle Zweifel. Trotz der klaren Niederlage den Gästen ein Kompliment. Sie haben gut gespielt und waren dem VfL ein gleichwertiger Gegner.

Bei den Oldesloern wurde erstmals wieder Stolp nach seiner Erkrankung eingesetzt, und er war es auch, der durch großartigen Einsatz seine Mannschaft auf die Siegerstraße brachte. Erneut bot die Abwehr eine solide Leistung: herausragend Horst Liedtke, der sich von Spiel zu Spiel zu steigern scheint. Girschkowski war zwar am Anschlußtreffer nicht ganz unschuldig, machte seine Sache aber sonst gut, und wir können in Zukunft von diesem jungen Mann noch einiges erwarten. Etwas zu offensiv beide Außenläufer, sie brachten dadurch zwar etwas mehr Schwung in den Angriff, vernachlässigten aber die Deckungsarbeit. Im Sturm überragte der dreifache Torschütze Stolp, ihm am nächsten kam noch Holger Dau, der seine Verletzung immer noch nicht ganz auskuriert zu haben scheint. Schwächer diesmal Heitmann und auch Bieschke.

Die Gäste verfügen über eine schnelle und kampffreudige Elf, die ihren Weg sicherlich machen wird. Torhüter Paasch zeigte einige Unsicherheiten, vor allem beim zweiten Treffer. Putzer erzielte zwar den Anschlußtreffer, war ansonsten die schwache Stelle der Abwehr. Ausgezeichnet M????? Petersen, gegen den Dau schweres Spiel hatte, und der linke Läufer Clausen, der oft im Sturm auftauchte. Gefährlichster Stürmer war Hinz, der in der 50. Minute mit einem Pfostenschuß Pech hatte. Gefallen konnte auch noch Rogall und der kleine, flinke Schubert. Klinkhardt war dagegen schwach, gegen Peters vermochte er sich nicht durchzusetzen, und auch  Petersen hatte gegen Horst Liedtke nie eine Chance. SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Horst Bieschke, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Egon Lütge.

DGF Flensburg: Paasch - Wriedt, Putzer - Parzentny, Petersen, Clausen - Klinkhardt, Rogall, Petersen, Hinz, Schubert.

Tore: 1:0 Stolp (20.), 2:0 Stolp (61.), 2:1 Putzer (80.), 3:1 Stolp (89.), 4:1 Heitmann (90.). - Schiedsrichter: Saul (Neumünster). - Zuschauer: 600.

 

Montag, 18. Jan. 1965
Auch Platz drei wichtig!

Wenn auch das Meisterschaftsrennen in der schleswig-holsteinischen Amateurliga schon für den Itzehoer SV gelaufen zu sein scheint und einiges dafür spricht, daß der Heider SV der zweite Vertreter Schleswig-Holsteins in der Regionalliga-Aufstiegsrunde sein wird - auch der Kampf um den dritten Platz ist noch von erheblicher Bedeutung! Denn die Deutsche Amateurmeisterschaft wird jetzt nach einem neuen Plan ausgetragen: nicht mehr jeder Regionalverband stellt einen Vertreter, sondern jeder Landesverband! Und die erste Runde wird in Hin- und Rückspiel ausgetragen!

Es lohnt sich also, Dritter zu werden! Und TSV Lägerdorf, Phönix Lübeck, VfL Oldesloe und die Holstein-Amateure, die als erste Anwärter zu gelten haben, werden schon dafür sorgen, daß auch dieser Kampf (genau wie der gegen den Abstieg!) noch viel Leben und Spannung in die noch ausstehenden Amateurligawochen bringen wird! Sollte übrigens der Meister (oder Zweite) lieber an der Deutschen Amateurmeisterschaft (statt an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga) teilnehmen, dann würde der Tabellendritte zur Aufstiegsrunde gemeldet werden. Aber wenn Itzehoe und Heide auf den beiden ersten Plätzen landen sollten, dann werden sie sich für die Aufstiegsrunde entscheiden!
SPM

 

Samstag, 23. Jan. 1965
Der VfL weiß, um was es geht.

Gegen Comet Kiel. Schwerer Gang für die Oldesloer. Morgen um 14 Uhr müssen die ersten Amateure des VfL Oldesloe in Kiel-Wellingdorf auf dem Platz des SV Ellerbek gegen Comet Kiel antreten zum Kampf um die Punkte, in dem der VfL durchaus nicht Favorit ist. Das nächste Spiel ist grundsätzlich der schwerste. Dieses Wort hat auch für den VfL Gültigkeit. Durch den Ausfall der Begegnung zwischen Kilia Kiel und Comet Kiel am letzten Sonntag können die Gastgeber ausgeruht in die Begegnung gehen. Das Pausieren an einem Sonntag hat unter Umständen aber auch Nachteile. Wie es auch sei, der VfL ist vorbereitet und gut trainiert. Wir sind der Meinung, daß es zu einem hochdramatischen Treffen kommen wird und geben der Mannschaft die größte Siegeschance, die bereit ist, konsequent um die Punkte zu kämpfen. Der VfL hat die Chance, bei doppelten Punktgewinn noch ein ernstes Wort um den dritten Platz mitzureden. Nachdem bekannt geworden ist, daß man in dieser Position an der Deutschen Amateurmeisterschaft teilnehmen kann, ein lohnendes Ziel für die Oldesloer!
ST

 

Sonntag, 24. Jan. 1965 - 20. Punktspiel
Comet Kiel - VfL Oldesloe 1:3 (0:3)

Heitmann schoß einen Hattrick. Oldesloe genügte eine Halbzeit. Comet fand nicht zu seiner gewohnten Form. Eine Halbzeit lang stürmte der VfL Oldesloe mit ganzer Kraft. In dieser Zeit besaß die Elf eine Fülle guter Szenen und die 3:0-Pausenführung war durchaus verdient. Vor allem der schußfreudige Heitmann war einfach nicht zu bremsen. Weder Karrock, noch nach der Pause Reimann konnten den VfL-Halblinken halten. Das war in erster Linie spielentscheidend. Hinzu kam, daß die Oldesloer mit einer taktischen Maßnahme Glück hatten, so beschattete der Halbrechte Stolp nach dem Wiederanpfiff Comets Torjäger Kowalski. Pech für den Letztgenannten war jedoch, daß in der 62. und 81. Minute zwei wuchtige Schüsse nur an den Pfosten beziehungsweise an die Latte knallten.

Alles in allem geht der Erfolg des VfL Oldesloe, der einen guten Gesamteindruck hinterließ, in Ordnung. Für Comet war der Ausfall beider Außenläufer einfach zu viel. So fand die Mannschaft nie zu ihrem Spiel. Auch im Angriff wollte es bei den Platzherren nicht klappen. Groß blieb sehr blaß und Küper scheiterte bei seinen Flankenläufen meistens an seinem Gegenspieler Rainer Westphal. Auch Dobratz konnte gegen Horst Liedtke kaum etwas ausrichten. Lediglich Reimers und Kowalski (allerdings erst nach der Pause) brachten ihre Normalform. Das war bei weitem zu wenig, um die sichere und clevere VfL-Deckung erfolgreich aufzureißen.

Bei den Gästen gefiel neben dem spielerischen Können der enorme Kampfgeist. Nach einigen Mißerfolgen scheint sich die Mannschaft wieder gefangen zu haben. Am besten gefallen haben Girschkowski, Horst Liedtke, Rainer Westphal sowie Heitmann und Uwe Westphal, der schon nach wenigen Minuten seinen Platz mit Holger Dau tauschte.
SPM

Comet Kiel: Nasarow - Hinz, Uslar - Karrock, Lorke, Reimann - Reimers, Kowalski, Dobratz, Groß, Küper.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Egon Lütge, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Tore: 0:1 Heitmann (21.), 0:2 Heitmann (34.), 0:3 Heitmann (44.), 1:3 Reimers (77.). - Schiedsrichter: Sell (Tungendorf). - Zuschauer: 600.

 

Samstag, 30. Jan. 1965
Büdelsdorfer nicht leicht nehmen.

VfL gegen Abstiegskandidaten. Die ersten Amateure des VfL Oldesloe müssen sich auf einen harten Gang gegen den Büdelsdorfer TSV einstellen, der morgen im Travestadion zu Gast ist. Die Büdelsdorfer liegen auf dem drittletzten Tabellenplatz und schweben in großer Abstiegsgefahr, Grund genug für sie, verbissen um jeden Punkt zu kämpfen. Am letzten Sonntag trotzten sie Schleswig 06, das an der Spitze des Mittelfeldes liegt, ein beachtliches 2:2 ab. Vorsicht ist geboten!

Die Büdelsdorfer haben durch die Hereinnahme von Lubbe einen Sturmführer erhalten, der Regie führen und Tore schießen kann. Der VfL wird also alles daran setzen müssen, um sich nicht überrennen zu lassen, zumal die Platzverhältnisse kaum ein technisch gutes Spiel gestatten werden. Es wird entscheidend sein, in welcher Konditionsstärke sich die Gegner treffen und ob die Oldesloer mit der Härte, die Büdelsdorf eigen ist, und die auch im Spiel gegen Schleswig zum Ausdruck kam, fertig wird. Sollte der VfL so einsatzfreudig und kämpferisch eingestellt sein wie am letzten Sonntag in Kiel, dürfen wir doch dem VfL, wenn auch nicht die Favoritenrolle, immerhin ein Plus einräumen.
ST

 

Sonntag, 31. Jan. 1965 - 21. Punktspiel
VfL Oldesloe - Büdelsdorfer TSV 3:0 (1:0)

Oldesloe kämpfte wie selten. In dieser Form muß mit dem Vorjahrsmeister wieder gerechnet werden. Bei klarem Frostwetter erlebten die Zuschauer ein für die Bodenverhältnisse ausgezeichnetes Spiel, das der VfL aufgrund seiner Schnelligkeit und technischen Überlegenheit nach Verdienst gewann. Der Sieg wäre sicherlich höher ausgefallen, wenn nicht Heitmann die klarsten Tormöglichkeiten ausgelassen hätte. In der ersten Halbzeit konnten die Gäste ausgezeichnet mithalten, sahen da keineswegs wie ein Abstiegskandidat aus, hatten aber nicht die Kondition für 90 Minuten.

Der VfL bot eine geschlossene Mannschaftsleistung, und man sah ihn kämpfen wie selten. Besonders gefiel das Sturmspiel, in dem Uwe Westphal und Dau überragten. Leider wurde Westphal zum Schluß verletzt. Heitmann konnte nicht ganz an die Leistung vom Vorsonntag anknüpfen, es fehlte ihm in einigen Situationen einfach das Glück. Die Abwehr hatte vor der Pause einige Belastungsproben zu überstehen, ließ sich aber nie aus der Ruhe bringen, auch hier gab es keinen schwachen Punkt. Besonders gefallen konnte Rainer Westphal, der Jastremski nicht zum Zuge kommen ließ. Kein Zweifel, mit den Oldesloern geht es wieder steil bergauf, und man muß mit ihnen rechnen.

Die Büdelsdorfer erwarben sich die Sympathien der Zuschauer, und so mancher wird sich gefragt haben, wieso diese Mannschaft so schlecht dasteht. Erst nach dem Wechsel wurde dieses klar, als man sah, daß Konzentration und Kondition nicht über die ganze Distanz ausreichen. Der sonst so gute Schnoor war an den Treffern nicht ganz schuldlos, vor allem das erste Tor hätte er verhindern müssen. Aus der Hintermannschaft ragte Stopper Jöhnk mit solider Arbeit hervor, gut auch Hennings im Aufbau. Hinrichsen und Picht fielen dagegen etwas ab. Scheller begann ganz ausgezeichnet, aber schon nach einer Viertelstunde hatte Peters ihm den Schneid abgekauft, so daß die beste Leistung von Lubbe und Harbs geboten wurde.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Büdelsdorfer TSV: Schnoor - Gauda, Hinrichsen - Hennings, Jöhnk, Picht - Scheller, Harbs, Lubbe, Neumann, Jastremski.

Tore: 1:0 Dau (35.), 2:0 Dau (52.), 3:0 Stolp (62.). - Schiedsrichter: Müller (Kiel). - Zuschauer: 700.

 

Samstag, 6. Feb. 1965
TuS Holtenau wird sich verbissen wehren.

VfL muß vor dem Tabellenletzten auf der Hut sein. Die ersten Amateure des VfL Oldesloe werden in Holtenau einen Gegner vorfinden, mit dem schlecht Kirschen essen ist, denn der TuS will unter allen Umständen die rote Laterne abgeben. Er wird keinen Versuch unterlassen, gegen den VfL vor heimischem Publikum zu zwei Punkten zu kommen.

Der VfL tut gut daran, den Gegner ernst zu nehmen. Schon einmal (Anm.: wann?????) brachten es die Holtenauer fertig, dem Gast eine Granate ins Tor zu jagen und anschließend den Laden zu schließen, so daß alle Mühen ohne Erfolg blieben. Hinzu kommt, daß die Platzverhältnisse schlecht sein werden. Die Oldesloer dürfen sich nicht im ersten Moment überrumpeln lassen. Sie müssen jede Chance nutzen, um den Gegner fest in die Hand zu bekommen. Die Chancen, zwei wichtige Punkte nach Oldesloe zu entführen, sind vorhanden, wenn sie nicht leichtsinnig oder aus Überheblichkeit vergeben werden. Immerhin fertigten die Holtenauer die Segeberger 5:2 ab. Dies sollte zur Warnung dienen. Das Spiel beginnt um 14.30 Uhr.
ST

 

Sonntag, 7. Feb. 1965 - 22. Punktspiel
TuS Holtenau - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)

Holtenau kämpfte prächtig. Defensivtaktik ging nicht auf. Uwe Westphal schoß das VfL-Siegtor. Das Rezept der Gastgeber, mit verstärkter Deckung zumindest einen Punkt aus dieser Begegnung zu retten, ging nicht auf. Uwe Westphal gelang gegen die massive Abwehr der Holtenauer der verdiente Führungstreffer, mit dem das Spiel praktisch entschieden war. Ein Unentschieden hätten die Platzherren mit ihrer Spieltaktik vielleicht schaffen können, ein Sieg lag für sie jedoch kaum im Bereich des Möglichen; denn dafür war ihr Drei-Mann-Sturm nicht gefährlich genug. Bruschkeit konnte sich nur selten gegen Rainer Westphal behaupten und fiel fast ganz aus. Birnitzer hatte es gegen Alfred Liedtke auch sehr schwer, so daß nur Klein als Gefahrenpunkt blieb, der Peters mehr als einmal überlaufen konnte, ohne daraus jedoch Nutzen zu ziehen.

Die Gäste stellten sich zwar schnell auf die Defensivtaktik ihres Gegners ein und beorderten Bliebenich und häufig auch Alfred Liedtke mit in den Angriff, doch schafften sie es zunächst nicht, den Abwehrriegel der Holtenauer zu knacken. Abgesehen von einem Kopfball an die Querlatte nach einer Ecke (32. Minute), mußten sich die Oldesloer auf Weitschüsse beschränken, da der Strafraum zu stark abgeschirmt wurde.

Als die Holtenauer nach dem Torrückstand sofort Fiebrandt in den Angriff nahmen und auch Reimer mitstürmte, zeigte die Oldesloer Fünferreihe trotz der schlechten Bodenverhältnisse verschiedene gute Angriffsaktionen. Daß sie in dieser Phase zu einem nicht noch klareren Erfolg kamen, war teils Pech (Goronzi traf in der 79. Minute mit einem Volleyschuß die Latte), teils aber auch Nervosität, denn drei Minuten vor Schluß hätten drei Stürmer gegen einen Holtenauer Deckungsspieler und den Holtenauer Torwart unbedingt zum Torschuß kommen müssen.

Die Holtenauer zeigten eine anerkennenswerte kämpferische Leistung, wenn auch nicht zu übersehen war, daß die Kräfte am Schluß nachließen. Aus der Abwehr, die ihre Aufgabe zufriedenstellend löste, ragten Morio und Fiebrandt heraus. Auch Birnitzer und Reimer zeigten eine überdurchschnittliche Leistung. Die Oldesloer hatten ihre besten Kräfte in den Gebrüdern Liedtke; neben ihnen gefiel in der Deckung noch Rainer Westphal. Im Angriffsquintett hinterließen Uwe Westphal und Dau den besten Eindruck.
SPM

TuS Holtenau: Eichhorn - Piepjunge, Hansen - Fiebrandt, Morio, Friedmann - Deutner, Klein, Birnitzer, Reimer, Bruschkeit.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Tor: 0:1 Uwe Westphal (62.). - Schiedsrichter: Carsten (Itzehoe). - Zuschauer: 150.

 

Montag, 8. Feb. 1965
Beifall für VfL Oldesloe.

Es gibt doch noch Nachbarschaftshilfe im Sport! Daß dieser Begriff durchaus keine leere Phrase ist, bewies in den letzten Tagen die Fußballabteilung des VfL Oldesloe. Die Oldesloer Fußball-Amateurliga war am 15. Nov. bei Borussia Möhnsen - einem kleinen Verein im Kreis Lauenburg - zu Gast. Durch einen überraschenden Vorstoß in die erste Runde auf Landesebene des DFB-Vereinspokals-Wettbewerbs hatten sich die Borussen den Besuch des Amateurliga-Meisters verdient! Ungünstige Witterungsverhältnisse beeinflußten den Besuch, so daß der erwartete „warme Regen“ für die Möhnsener Vereinskasse ausblieb.

Diese Tatsache nahm der VfL Oldesloe zum Anlaß, der Borussia einen Fußball zu stiften, der - wie aus dem herzlich gehaltenen Begleitscheiben zu lesen war - Ansporn sein und zu weiteren Erfolgen führen möge. Ein wirklich lobenswertes Beispiel, das recht oft Nachahmung finden sollte.
SPM

 

Samstag, 13. Feb. 1965
Kilia war immer ein schwerer Gegner.

Wie wird der VfL diesmal mit den Kielern fertig? Auf eigenem Platz will der VfL Oldesloe morgen um 14.30 Uhr seine Chance nutzen, den zweiten Tabellenplatz einzunehmen. Kilia Kiel ist der Gegner. Die Kieler stellten sich hier zum letzten Male vor fast 18 Monaten (Anm.: am 17. Nov. 1963) vor. Damals schlugen sie den VfL 3:1. Wie wird es morgen aussehen?

In der vorjährigen Frühjahrsserie revanchierten sich die Oldesloer auf Gegners Platz (3:1), und im letzten Herbst war wieder Kilia (in Kiel), wenn auch nur mit 1:0, Sieger. Ähnlich gleichwertig dürften sich die Mannschaften auch morgen im Travestadion sein. Beide waren am letzten Sonntag erfolgreich, der VfL gegen Holtenau, und Kilia gegen Flensburg 08.

Wer wird nun seine Siegesserie fortsetzen können? Auf dem zu erwartenden schweren Boden sicher die Elf mit der besseren Kondition. Der VfL muß weiträumig spielen und darf die Flügel nicht vernachlässigen. Nur so ist die Kilia-Deckung aufzureißen.
ST

 

Sonntag, 14. Feb. 1965 - 23. Punktspiel
VfL Oldesloe - Kilia Kiel 3:1 (2:0)

Wichtige Punkte für VfL - k.o. für Kilia. Jetzt schon auf dem zweiten Platz. Fünfter Oldesloer Sieg in ununterbrochener Folge. Der VfL Oldesloe will es wissen! Mit einem 3:1 über Kilia Kiel schafften die Oldesloer nun schon den fünften Sieg in ununterbrochener Folge, der sie auf den zweiten Tabellenplatz brachte. In der temporeichen Auseinandersetzung haben die Kieler ausgezeichnet gefallen, die die Gastgeber im ersten Drittel nach dem Seitenwechsel sogar erheblich in Bedrängnis brachten. Erst in einem hervorragenden Endspurt steigerte sich der Vorjahrsmeister und beherrschte die Kilianer klar, so daß der Sieg auch der Höhe nach als verdient angesprochen werden muß, noch dazu Goronzi und Bliebenich nur Latte und Pfosten trafen. Es waren überaus wichtige Punkte für den VfL, mit denen er seine Chancen für den zweiten oder dritten Platz wahrte. Kilia Kiel dagegen muß seine Hoffnungen endgültig begraben.

Für die Oldesloer begann es keineswegs verheißungsvoll, denn bereits in der 10. Minute verletzte sich Bliebenich, so daß eine Umstellung notwendig wurde. Stolp wechselte in die Außenläuferposition und bot eine ganz ausgezeichnete Leistung. Nicht so stark wie sonst Girschkowski, auf dessen Konto auch der Anschlußtreffer der Kieler ging. Rainer Westphal hatte es sehr schwer gegen den ebenfalls hart spielenden Skobyrla, steigerte sich aber im Verlauf des Spiels. Packende Zweikämpfe hab es auch zwischen Peters und Bygand, die der Oldesloer zumeist für sich entschied. Die Läuferreihe hatte ihre große Stütze in Stolp. Die Gebrüder Liedtke begannen etwas schwächer, vermochten sich aber gerade zu dem Zeitpunkt, da die Kieler zum Generalangriff bliesen, zu einer fehlerlosen Abwehrleistung zu steigern. Im Sturm lief der Ball streckenweise wie am Schnürchen. In der ersten Halbzeit mußten einfach mehr Treffer fallen, aber Heitmann vergab wiederum die besten Gelegenheiten. Beide Außen erfüllten ihr Arbeitspensum voll und ganz.

Die Kieler haben trotz der Niederlage nicht enttäuscht. Sie spielten einen sehr schnellen und zweckmäßigen Fußball, mußten sich aber der besseren Mannschaftsleistung beugen. Die Abwehr organisierte Zühlke ausgezeichnet und mit großer Ruhe. Pech für ihn, daß der entscheidende Treffer durch Heitmann aufgrund seiner zu kurzen Abwehr entstand. Von den Verteidigern war Schwerdtfeger der bessere. Beide Außenläufer kamen nicht wie gewohnt zum Spiel, da sie zu sehr mit Abwehraufgaben beschäftigt waren. Im Angriff waren die blitzgefährlichen Wilke und Siek die stärksten Spieler. Sehr schnell und technisch perfekt in der Ballbehandlung auch Stoltenberg, der allerdings in Horst Liedtke im direkten Zweikampf einen Meister fand.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Kilia Kiel: von der Heydt - Schwerdtfeger, Jacksch - Rüsing, Zühlke, Städtecke - Bygand, Siek, Stoltenberg, Wilke, Skobyrla.

Tore: 1:0 Goronzi (33.), 2:0 Uwe Westphal (39.), 2:1 Wilke (55.), 3:1 Heitmann (86.). - Schiedsrichter: Thamm (Neumünster). - Zuschauer: 900.

 

Samstag, 20. Feb. 1965
VfL in der Vorsonntagsbesetzung.

Morgen in Neumünster gegen Gut Heil. Geradezu im Sturmlauf ist der VfL Oldesloe, Meister des Vorjahres in der 1. Amateurliga, auf den zweiten Tabellenplatz vorgerückt. Will er ihn und die Anwartschaft auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde behaupten, so muß er morgen in Neumünster gegen Gut Heil beide Punkte erobern. Eine schwere Aufgabe, denn die Gastgeber stellen eine Mannschaft mit großartigem Kampfgeist.

Am letzten Sonntag brachten sie gegen Borussia Kiel das Kunststück fertig, aus einem 1:3-Rückstand einen 4:3-Sieg zu machen und dadurch Anschluß an das Mittelfeld der Tabelle zu gewinnen. Namen wie Godknecht, Duggen und Trapp sollten der Oldesloer Hintermannschaft zu denken geben. Diese Spieler holten auch am letzten Sonntag für Gut Heil das Eisen aus dem Feuer.

Doch wenn der VfL genau so flott und weiträumig wie in der ersten Halbzeit des letzten Sonntags spielt, müßte er beide Punkte mit an die Trave nehmen können. Einsatz der Außenstürmer, konsequente Abwehr und Konzentration des Torstehers - werden diese Voraussetzungen erfüllt, dann dürfte die Mannschaft, übrigens in der gleichen Aufstellung wie am Vorsonntag, so abschneiden, wie sie es sich erhofft. ST

 

Sonntag, 21. Feb. 1965 - 24. Punktspiel
Gut Heil Neumünster - VfL Oldesloe 0:5 (0:3)

Oldesloe präsentierte sich in einer hervorragenden Form! Mit dem Titelverteidiger muß wieder gerechnet werden. Mit einem - zumindest in dieser Höhe - nicht erwarteten 5:0-Erfolg nahm der VfL Oldesloe die schwere Hürde bei Gut Heil Neumünster. Die VfLer waren glänzend aufgelegt, diktierten ganz eindeutig den Spielablauf und haben vollauf verdient gewonnen. Die Oldesloer setzten damit ihre Erfolgsserie fort, die ihnen in den letzten sechs Spielen 12:0 Punkte (bei 19:3 Toren) einbrachte. Sie scheinen zum richtigen Zeitpunkt ihre Formkrise überwunden zu haben, denn nun haben sie wieder die besten Aussichten, bei der Vergabe des zweiten beziehungsweise dritten Platzes ein gewichtiges Wort mitzusprechen.

Mit über hundert Schlachtenbummlern erschien der Tabellenzweite aus Oldesloe in Neumünster, die ihrer Mannschaft von Beginn an stimmkräftig Unterstützung gaben, während der Gut-Heil-Anhang es größtenteils vorzog, im Vereinsheim sich aufzuwärmen. Eingeheizt hingegen bekam Gut Heil Neumünster. Die Gäste zeigten auf dem glatt gefrorenen Boden das größere Stehvermögen und spielten die Gastgeber in Grund und Boden, die nicht nur die höchste Niederlage der Saison hinnehmen mußten, sondern auch das bisher schwächste Spiel zeigten. Wenn auch Trainer Wilhelm nicht die beste Mannschaft zu Stelle hatte (Günter Pahl wurde in der vergangenen Woche am Meniskus operiert und Innenstürmer Hein ist vereinsintern gesperrt), zeigte der Tabellenzweite aus Oldesloe, der in bester Formation antrat, daß seine bisherige Leistungssteigerung anhält.

Im Sturm war Holger Dau nicht nur der agilste und erfolgreichste Mann, der seinem Gegenspieler W????? Duggen meistens nur die Hacken zeigte, er zog seine Mannschaft auch in einen Spielrausch, der durch Bliebenich aus der Abwehr noch gesteigert wurde.

Gut Heils Abwehr hingegen stand während des gesamten Spielverlaufs vor einer nicht zu lösenden Aufgabe, denn mit Ausnahme von Torsteher Ziemus und Jogschies spielte die Hintermannschaft weit unter Normalform und stand den ständig angreifenden Oldesloern kopflos gegenüber. Ein Aufbauspiel aus der Läuferreihe kam nicht zustande, da die wenigen Angriffe der Gastgeber meist von der Fünferreihe vom eigenen zum gegnerischen Strafraum vorgetragen werden mußten. Im Angriff boten Schildt und Godknecht die schwächste Partie. Sie blieben stets in der Oldesloer Abwehr hängen, die bei dem glatten Boden mit weiten Schlägen ihren eigenen Sturm ständig fütterte.
SPM

Gut Heil Neumünster: Ziemus - Pries, Pahl - Jogschies,  Duggen, Wydorski - Trapp, Troczinski, Godknecht, Schildt, Evers.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Tore: 0:1 Dau (15.), 0:2 Dau (32.), 0:3 Goronzi (34.), 0:4 Stolp (61.), 0:5 Heitmann (80.). - Schiedsrichter: Thede (Eckernförde). - Zuschauer: 280.

 

Samstag, 6. März 1965
Schleswig 06 morgen im Travestadion.

VfL verspricht schneefreie Zuschauerränge. Der Tabellenzweite VfL Oldesloe steht morgen um 15 Uhr im Travestadion vor keiner leichten Aufgabe. Schleswig 06 hat seit Wochen gute Leistungen gezeigt und sich dadurch immer mehr nach vorn gebracht. Im Herbst trennten sich beide Mannschaften 0:0. Die Platzherren haben sich aber gut vorbereitet und wollen den Vorteil, vor eigenem Publikum spielen zu können, unbedingt zum Gewinn beider Punkte ausnutzen.

Stärksten Widerstand wird der VfL in der Deckung des Gastes finden, die als der beste Mannschaftsteil der Schleswiger gilt. Schlußmann Cassel, der frühere Torwart von Büdelsdorf, ist den Oldesloern kein Unbekannter. Sie wissen, wie scher es ist, ihn zu überwinden. Hoffentlich nimmt das Spiel trotz der ungünstigen Platzverhältnisse einen regulären Verlauf. Der VfL unternimmt alles, um das Feld bespielbar zu machen. Auch die Anmarschwege für die Zuschauer werden freigeschaufelt, ebenso die Zuschauerränge. Niemand braucht also zu befürchten, daß er auf dem Weg zum Stadion oder auch dortselbst steckenbleibt.
ST

 

Sonntag, 7. März 1965 - 25. Punktspiel
VfL Oldesloe - Schleswig 06 0:2 (0:0)

Schleswig 06 konterte eiskalt. Späte Oldesloer Offensive von Gäste-Abwehr gestoppt. Um dieses Spiel überhaupt stattfinden lassen zu können, hatte der VfL den Platz von den Schneemassen befreien müssen, und den Akteuren bot sich ein zwar glatter, aber gut bespielbarer Platz. Beide Mannschaften hatten einen schwachen Start und mußten sich erst auf die Bodenverhältnisse einstellen. Zu einem Zeitpunkt, als der VfL bereits mit etwas mehr Glück 3:0 hätte führen können, fiel der Treffer zum 1:0 für die Gäste. Alles Aufbäumen der Oldesloer nützte nichts mehr. Sie mußten sogar noch das 2:0 hinnehmen, hätten aber mindestens ein Unentschieden verdient gehabt. Damit hat der VfL etwas an Boden verloren, kann aber durchaus noch im Kampf um den zweiten Platz mitreden.

Dieses Spiel hätte der VfL (ohne den am Samstag bei einem Autounfall verunglückten Bliebenich) nicht zu verlieren brauchen. Daß es doch zu einer Niederlage kam, hat er sich selbst zuzuschreiben, wenngleich auch ein wenig Pech dabei war. So traf Stolp in der 48. Minute nur die Latte, verpaßte Alfred Liedtke das Tor aus drei Metern. Als Cassel in der 50. Minute endlich einmal geschlagen war, rettete für ihn Hansen auf der Linie einen Schuß von Dau. Bei etwas mehr Entschlossenheit wären die Punkte in Bad Oldesloe geblieben. Nachher, als es bereits 0:2 stand, da nützte kein Kämpfen mehr, da verteidigten die Gäste geschickt ihren Vorsprung über die Zeit.

Besonders schwach in der ersten Hälfte die Abwehr, in der Peters keinen guten Tag erwischte, aber auch Rainer Westphal haben wir schon besser spielen sehen. Dafür gefiel die Läuferreihe, besonders tat sich Alfred Liedtke hervor, der später als sechster Stürmer allerdings vom Pech verfolgt war. Im Sturm gab es mehr Schatten als Licht. Durch die Umstellung, die in letzter Minute vorgenommen werden mußte, gab es etwas Unsicherheit im Abspiel, zum Teil aber auch bedingt durch den glatten Boden. So konnte Bieschke den in die Läuferreihe versetzten Stolp nicht ersetzen, kam auch Dau nicht wie gewohnt zum Zuge.

Die Schleswiger sind wahrhaftig eine unberechenbare Mannschaft. Wenn sie auch sehr glücklich zum Siege kamen, kann man ihnen den Verdienst doch nicht ganz absprechen. Sie spielten geschickt aus der Tiefe heraus, hatten meist nur drei Stürmer vorn und waren trotzdem immer gefährlich. In der Abwehr glänzte der sehr sichere Cassel mit guten Paraden. Aufopfernd gekämpft hat die gesamte Mannschaft. So warf sich Frahm immer wieder in die Schußbahn der Oldesloer, so daß mancher Ball gar nicht in Richtung Tor kam. Sicher Mittelläufer Kähler, gegen den Dau nichts zu bestellen hatte. Im Sturm brachten die meiste Gefahr die beiden Halbstürmer Tönnies und Kähler II, Kandler fand sich auf dem Rechtsaußenposten nicht zurecht. Er hatte aber auch einen schweren Stand gegen den zuletzt besser werdenden Peters.

In der ersten Halbzeit gedachte der VfL durch eine Gedenkminute seines plötzlich verstorbenen langjährigen Mitarbeiters und Sportkameraden Gerhard Rath.
SPM/ST

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Günter Stolp, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Horst Bieschke, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Schleswig 06: Cassel - Brey, Hansen - Nanz, Kähler I, Frahm - Kandler, Kähler II, Presuhn, Tönnies, Busch.

Tore: 0:1 Busch (58.), 0:2 Kähler II (79.). - Schiedsrichter: Kiesewetter (Wahlstedt). - Zuschauer: 750.

 

Samstag, 13. März 1965
Lütge statt Bliebenich.

VfL bei Borussia Kiel. In der Herbstserie fertigte der VfL Oldesloe auf eigenem Platz Borussia Kiel klar 6:2 ab. Wie aber wird das Punktspiel der 1. Amateurliga morgen ausgehen? Die Kieler stehen auf dem vorletzten Tabellenplatz, obwohl sie wiederholt für Überraschungen gesorgt und Favoriten geschlagen haben. Sie wehren sich mit aller Kraft gegen den Abstieg, und deshalb wird es der VfL nicht leicht haben, morgen beide Punkte mit nach Bad Oldesloe zu nehmen.

Die letzte unnötige Niederlage sollte den Travestädtern eine Warnung sein, das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Der Platz in Kiel-Gaarden ist schwer bespielbar. Dazu kommt noch der Schneeboden. Wenn der VfL konsequent spielt, sollte er es schaffen. Die Oldesloer müssen noch auf Bliebenich verzichten und haben Egon Lütge eine Chance eingeräumt. Die Mannschaft wird also in derselben Aufstellung wie am letzten Sonntag antreten, allerdings ohne Bieschke.
ST

 

Montag, 15. März 1965
VfL ohne Spiel auf Platz drei.

Am kommenden Sonntag Schlager im Travestadion. Da der VfL Oldesloe gestern wegen der Bodenverhältnisse gegen Borussia Kiel nicht zum Spiel kam, konnte ihn der Heider SV vom zweiten Tabellenplatz verdrängen. Der „kleine HSV“ kam durch einen 6:0-Sieg über DGF Flensburg auf 34 Pluspunkte und liegt mit 14 Minuspunkten sowieso gegenüber dem VfL Oldesloe (33:17) in einer günstigeren Position. Einsam führt die Tabelle der Itzehoer SV an, der Holstein Kiel Amateure 7:2 besiegte und sein Punktekonto auf 41:7 verbesserte. Durch die Niederlage gegen Itzehoe verlor Holstein (32:22) als Verfolger des VfL erheblich an Boden, zumal es bereits 27 Spiele gegenüber 25 des VfL ausgetragen hat. Ein Schlagerspiel erwarten die Oldesloer Fußballanhänger am kommenden Sonntag: Im Travestadion empfängt der VfL den Spitzenreiter Heider SV!
ST

 

Samstag, 20. März 1965
Schlagerspiel im Travestadion.

Kann der VfL den Heider SV wieder vom zweiten Tabellenplatz verdrängen? Im Mittelpunkt des Interesses für die Amateurliga steht morgen die Begegnung des Tabellenzweiten Heider SV (34:14 Punkte) mit dem Vorjahrsmeister VfL Oldesloe (33:17) im Travestadion. Die Platzherren müssen gewinnen, wenn sie im Rennen um den zweiten Platz bleiben wollen. Ein großer Kampf ist zu erwarten!

In der Herbstrunde verlor der VfL recht unglücklich in Heide. Bis zur Pause hatten die Oldesloer 2:0 geführt! Aber eine unkluge Spielweise brachte sie auf die Verliererstraße. Morgen wird der VfL hoffentlich vorsichtiger zu Werke gehen. Vor allem muß sich die Deckung vor leichtsinnigen Ausflügen nach vorn hüten.

Während der Gastgeber am vorletzten Sonntag gegen Schleswig 06 auf eigenem Platz - vor allem durch den eben gerügten Fehler der Abwehr - seine Anhänger enttäuschte, kommt der Heider SV mit der Empfehlung eines 6:0-Sieges über DGF Flensburg in die Kreisstadt. Dieter Reh ist ein großartiger Regisseur und dürfte morgen wieder der Spielmacher Heides sein. Sehr zu beachten ist der Rechtsaußen Meinke. Aber auch Namen wie Eichler und Peleikies haben in der Amateurliga Klang.

Der VfL steht vor einer schweren Aufgabe, die er nur lösen kann, wenn seine Spieler ihre beste Kondition auf den Platz bringen. Voraussichtlich wird fast die gleiche Elf antreten, die gegen Schleswig spielte. Wenn sie aus der unnötigen Niederlage die richtigen Lehren gezogen hat, dürfte die Frage nach dem Sieger trotz der großen Form des Heider SV völlig offen sein.
ST

 

Sonntag, 21. März 1965 - 26. Punktspiel
VfL Oldesloe - Heider SV 1:0 (1:0)

Goronzi schoß das „goldene Tor“. Oldesloe hätte klarer gewinnen müssen. Die Heider Defensivtaktik ging nicht auf. Im Schlagerspiel der Amateurliga war der VfL Oldesloe dem Heider SV weit deutlicher überlegen, als das Ergebnis es auszudrücken vermag. Die Oldesloer hatten die bessere Einstellung zum Spiel und erkämpften sich auch die klareren Möglichkeiten, von denen aber nur von Goronzi die eine zum „goldenen Tor“ ausgenutzt werden konnte. Damit wahrte der VfL seine Anwartschaft auf den zweiten Tabellenplatz, aber auch für die Heider ist noch nichts verloren, da sie noch einen Minuspunkt weniger als die Oldesloer aufzuweisen haben.

Diesmal klappte es ganz ausgezeichnet beim VfL. In einem guten und bis zum Schluß sehr schnellen Spiel bestimmte überwiegend der Gastgeber das Geschehen und hätte bei mehr Konzentration und Schußglück die Niederlage für die Gäste aus Heide empfindlicher gestalten können. Der Schlüssel zum Sieg war die Läuferreihe. Wie schon so oft war sie wieder der beste Mannschaftsteil. Horst Liedtke knüpfte an die guten Spiele der ersten Serie an. Er legte den gefährlichen Mittelstürmer Reh an die Kette und nahm dem Heider Sturm die gefährlichste Waffe. Beide Außenläufer schalteten sich klug in das Sturmspiel ein, waren aber immer wieder zur Stelle, wenn es galt, einen Heider Angriff abzublocken. Pech hatte Bliebenich mit einem Pfostenschuß in der 31. Minute. Girschkowski hatte einige schwierige Bälle zu halten, erledigte das aber mit großer Sicherheit. Peters hatte es schwer gegen den Routinier Meinke, konnte aber überzeugen. Rainer Westphal kaufte Patzer gleich zu Beginn en Schneid ab, so daß ihm immer noch Zeit blieb, sich ins eigene Sturmspiel einzuschalten. Die Abwehr fing auch die Schlußoffensive der Heider gekonnt ab, in der durchaus noch hätte ein Tor fallen können, aber Reh verfehlte das Tor aus guter Schußposition.

Mehr Arbeit dürfte Trainer Artur Jantz aber künftig noch am Sturm haben. Neben dem guten rechten Flügel, in dem Goronzi und Stolp immer wieder gefährlich durchbrachen, blieben Uwe Westphal und Heitmann merkwürdig blaß. Westphal hatte in Eichler den besten Verteidiger gegen sich, der ihn einige Male auch sehr unsanft vom Ball trennte, aber gerade er vergab aus bester Position die größten Tormöglichkeiten. Holger Dau setzte sich zwar immer wieder gut in Szene, aber wenn man das ganze Spiel zum Vergleich nimmt, so gewann Peleikies doch diesen Zweikampf.

Die Heider haben zweifellos etwas enttäuscht. Das mag aber auch daran gelegen haben, daß sie sich den VfL nicht so stark vorgestellt hatten. Sie ließen die Oldesloer erst einmal kommen, hielten die Halbstürmer zurückgezogen und gaben zu erkennen, daß ihnen mit einem Unentschieden gedient sei. Dieser Plan konnte aber nicht aufgehen, weil die Deckung zu große Schwächen aufwies. Die Achillesferse war Torwart Jacobsen, der die Bälle selten festhielt und sehr nervös war. Immer wieder mußte ein Abwehrspieler für ihn rettend eingreifen. Daß die Oldesloer daraus nicht mehr Kapital zu schlagen verstanden, ist unverständlich. Von den Verteidigern war Eichler der bessere. Pulter sah des öfteren nur die Hacken von Stolp. Eine gute und solide Leistung bot Peleikies, bei dem nur schwer vorbeizukommen war. Sowohl Schuhmacher als auch Lukowski haben schon besser gespielt. Bester Stürmer wurde Feddrau, der von Bliebenich vielleicht etwas zu viel Raum bekam. Pech hatte er in der 33. Minute mit einem Lattenschuß, gegen den Girschkowski nichts hätte ausrichten können. Enttäuschend diesmal Reh. Von den Außen zog sich Meinke noch am besten aus der Affäre.
SPM

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Horst Liedtke, Alfred Liedtke - Uwe Goronzi, Günter Stolp, Holger Dau, Gerd Heitmann, Uwe Westphal.

Heider SV: Jacobsen - Eichler, Pulter - Lukowski, Peleikies, Schuhmacher - Meinke, Wiechmann, Reh, Feddrau, Patzer.

Tor: 1:0 Goronzi (21.). - Schiedsrichter: Saul (Neumünster). - Zuschauer: 1500.

 

Samstag, 27. März 1965
Ein schwerer Gang für den VfL Oldesloe.

Der Meister beim künftigen Titelträger Itzehoe. Nach dem schwer erkämpften Sieg am letzten Sonntag gegen den Heider SV steht der VfL Oldesloe (35:17 Punkte) morgen in der Amateurliga erneut vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Gegner ist der Spitzenreiter Itzehoer SV (41:9), der praktisch den Meistertitel schon in der Tasche hat, sich vor eigenem Publikum aber bestimmt nicht schlagen lassen will.

Die Oldesloer haben zwar am letzten Sonntag Heide vom zweiten Tabellenplatz verdrängt, da aber Heides Konto (34:16) mit einem Minuspunkt weniger belastet ist, kann der jetzigen Tabellendritte den VfL durchaus noch überflügeln. Die Oldesloer brauchen also morgen unbedingt beide Punkte, um im Kampf um den zweiten Platz sicherzugehen. Leider ist die Mannschaft wegen Verletzung und Erkrankung nicht in der Lage gewesen, sich so auf das Spiel vorzubereiten, wie dies wünschenswert gewesen wäre. Trotzdem ist man im VfL-Lager nicht pessimistisch.

Man wird sich wohl darauf einstellen, den Gegner zu keinen klaren Torchancen kommen zu lassen. Dies ist nur bei einer tief gestaffelten Abwehr möglich. Sollte Girschkowski zu der gleichen vorzüglichen Leistung auflaufen wie am vorigen Sonntag, so könnte die Rechnung aufgehen. Sache eines geschickt operierenden Sturms wäre es dann, Itzehoes Deckung zu überraschen und zu bezwingen.

Die Itzehoer leisteten sich am letzten Sonntag gegen Büdelsdorf mit einer 1:3-Niederlage einen Ausrutscher. Sie sind also zu schlagen, wenn auch die Sache auf Itzehoes Platz ganz anders aussieht. Aber wenn die Oldesloer Schlachtenbummler ihre Mannschaft moralisch unterstützen, dann ist Itzehoes Sieg noch lange nicht perfekt. Bangemachen gilt nicht! Das ist die Devise des VfL für das bedeutungsvolle Spiel. Beginn um 15 Uhr. ST

 

Sonntag, 28. März 1965 - 27. Punktspiel
Itzehoer SV - VfL Oldesloe 1:1 (1:0)

Oldesloer Ausgleich durch Westphal in der 88. Minute. Bei dem Itzehoer SV „läuft“ es im Augenblick einfach nicht. Dabei mußte Oldesloe auf die Gebrüder Liedtke verzichten! Beide Mannschaften boten (für zwei Anwärter, die demnächst in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord wollen!) eine enttäuschende Partie. Wüßte man nicht, daß die Itzehoer und auch die Oldesloer, die in dieser Begegnung auf die für sie fast unersetzlichen Brüder Horst (erkrankt) und Alfred Liedtke (verletzt) verzichten mußten, weitaus mehr können, so dürfte man nach dieser ungenügenden spielerischen Vorstellung beiden Mannschaften kaum eine Chance einräumen, in den Aufstiegsspielen überhaupt eine Rolle zu spielen. Die Itzehoer begannen gegen die zunächst ganz auf Abwehr eingestellten Oldesloer zwar vielversprechend, verloren aber immer mehr und mehr an spielerischer Linie, so daß es sich in der zweiten Halbzeit bald abzuzeichnen begann, daß die von Krogh in der 30. Minute erzielte 1:0-Führung nicht ausreichen würde, um beide Punkte in Itzehoe zu lassen. Das Ausgleichstor von Uwe Westphal zum 1:1 in der 88. Minute war auf jeden Fall der verdiente Lohn für eine kämpferisch niemals aufsteckende VfL-Elf, die damit auch weiterhin die besten Chancen besitzen sollte, um in den noch ausstehenden drei Spielen den augenblicklichen zweiten Platz zu halten.

Insgesamt konnten nur die ersten 30 Minuten gefallen, da es in diesem Zeitraum wenigstens einige Torraumszenen gab, die die 2500 Zuschauer zu Beifall herausforderten. Vor allem Girschkowski offenbarte dabei viel Talent. Ganz hervorragend meisterte er in der 5. Minute einen unhaltbar scheinenden Kopfball von Krogh, und auch ein Lempfert-Geschoß aus gut 25 Metern führte bei ihm nicht zum Erfolg. Um so bedauerlicher, als ihm in der 30. Minute ein Schnitzer unterlief, der zu diesem Zeitpunkt allerdings zum verdienten 1:0 für die Itzehoer führte. Beyer im ISV-Tor hatte dagegen zunächst ein geruhsames Dasein, denn zu sehr hing der Oldesloer Angriff in der Luft. Die beste Chance besaß Goronzi in der 10. Minute, die aber vom Itzehoer Schlußmann mit Glanz und Geschick geklärt werden konnte.

Der VfL ließ Heitmann bis zum 1:0-Rückstand aus dem Hintergrund dirigieren, um sich in der Abwehr auf keinen Fall eine Blöße zu geben. Da außerdem Nachwuchsspieler Fischer in seinem ersten Ligaspiel nicht die Erwartungen erfüllen konnte, hatte es der Oldesloer Angriff sehr schwer, sich entscheidend in Szene zu setzen. Eine gute Leistung sahen wir beim VfL von Uwe Westphal als Vertreter des erkrankten Horst Liedtke sowie bei Peters, der Bornholdt und später Detlef Dähne kaum einen Stich ließ und sich in der Schlußphase sogar als Stürmer versuchte. Aber auch die übrigen Abwehrspieler gaben kämpferisch jederzeit ihr Bestes. Bliebenich tauchte wiederholt im Angriff auf und versuchte Heitmann in der Mittelfeldregie zu unterstützen.

Beim Tabellenführer blieb fast alles Stückwerk. Es gab nur wenige Akteure, die Sinn für gute und schnelle Kombinationen hatten. Es ist offensichtlich, daß die Itzehoer im Augenblick weit von ihrer Bestform entfernt sind, die sie in den letzten Monaten auszeichnete. Vor allem der Angriff hat keine Harmonie mehr. Krogh steht hier allein auf weiter Flur, denn Bornholdt, Michael Dähne und besonders Detlef Dähne wirken verkrampft und körperlich im Moment überfordert. Dazu zeigte Detlef Dähne auch kämpferisch eine so ungenügende Leistung, daß die Mißfallensäußerungen der Zuschauer in diesem Fall durchaus berechtigt waren. Die Hintermannschaft geriet gegen Spielende ebenfalls ins Schwimmen, als der VfL alles auf eine Karte setzte. Verloren hat aber der Angriff den zweiten Punkt, darüber dürfte es keine Zweifel geben. Für die ersatzgeschwächten Oldesloer ist dieses 1:1 ein ganz großer Erfolg!
SPM

Itzehoer SV: Beyer - Peters, Jürgensen - Ahrens, Hansen, Drews - Bornholdt, Lempfert, Detlef Dähne, Michael Dähne, Krogh.

VfL Oldesloe: Gert Girschkowski - Rainer Westphal, Jürgen Peters - Wolf-Dieter Bliebenich, Uwe Westphal, Günter Stolp - Uwe Goronzi, Runald Fischer, Holger Dau, Gerd Heitmann, Egon Lütge.

Tore: 1:0 Krogh (30.), 1:1 Uwe Westphal (88.). - Schiedsrichter: Stancu (Neustadt). - Zuschauer: 2500.

 

Bis zum Jahr 1970