SC Union Oldesloe
Spielzeit 1968/69 - Allgemeines

 

Mittwoch, 17. Juli 1968
Pokal für Spielmöpse.

Ein kleines Fest will der Spielmannszug der Sportjugend heute abend in seinem Übungsraum in der Baracke im Kurparkstadion feiern. Der Grund: Er hat am vergangenen Sonntag beim Treffen der schleswig-holsteinischen Spielmannszüge in Kaltenkirchen in der Gruppe für gemischte Spielmannszüge mit Nebeninstrumenten den vierten Platz belegt und einen Pokal mit nach Hause gebracht. Auf diesen Erfolg sind die 48 Mädchen und Jungen und ihr Leiter Paul Fedder mit Recht stolz. Dankbar sind sie den zahlreichen Oldesloern, die als Zuhörer das Musikfest besucht und den jungen Musikanten aus der Kreisstadt Beifall gespendet hatten.
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Samstag, 17. August 1968

Am Samstag kommender Woche will der SC Union seine Sportbaracke im Kurparkstadion offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Baracke diente früher dem evangelischen Kindergarten im Bürgerpark als Unterkunft und wurde dem Sportverein von der Stadt als Ersatz für den festen Bau eines Sport- und Jugendhauses geschenkt. Sie ist von Vereinsmitgliedern abgerissen und wieder neu aufgestellt worden. Kreis und Stadt gaben Zuschüsse. Am 24. August um 15 Uhr soll die Einweihungsfeier beginnen, die von Fußballspielen der Buben- und Alte-Herren-Mannschaft sowie Darbietungen des Union-Spielmannszuges unter Leitung von Paul Fedder umrahmt wird. Um 16 Uhr erfolgt dann der Anstoß zum Punktspiel SC Union Oldesloe gegen Preußen Reinfeld.
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Freitag, 23. August 1968
Morgen will der SC Union das in 3000 freiwilligen Arbeitsstunden in Eigenleistung gebaute Klubheim am Kurparkstadion seiner Bestimmung übergeben.

Es handelt sich bei dem Heim um die alte Kindergartenbaracke, die im Bürgerpark dem Sporthallenbau weichen mußte. Die Mitglieder des SC Union haben sie Stück für Stück demontiert und mit viel Liebe am Kurparkstadion neu aufgestellt. Sie richteten darin auf 200 Quadratmetern drei Umkleideräume, Duschräume, Toiletten, einen Geräteraum und einen großen Aufenthaltsraum ein.

Anläßlich der Übergabe treffen die Bezirksliga-Mannschaften des SC Union und des SV Preußen Reinfeld aufeinander.

Das SC-Klubheim wird allerdings keine Dauerlösung sein. Wenn das geplante feste Haus neben dem Parkplatz fertig sein wird, soll die Baracke wieder abgerissen werden.

Damit hat der auf den Tag genau vor zwei Jahren durch die Fusion der beiden Oldesloer Vereine Post SV und TSV 07 entstandene SC Union nach einer modernen Beleuchtungsanlage aus eigener Initiative eine weitere beachtliche Leistung vollbracht.

Auch auf dem sportlichen Sektor hat der SC mehr erreicht, als vor zwei Jahren zu erwarten war. Die erste Fußballmannschaft wurde Kreisliga-Meister und erkämpfte sich den Aufstieg in die Bezirksliga. Außerdem spielen vier Senioren-, fünf Jugend- und eine Alte-Herren-Mannschaft in dem Verein. Die Spielstärke ist durch das harte Training unter Heinz Mandelkau erheblich verbessert worden. Die Jungmannen- und die Jugendmannschaft erspielten sich unter den Trainern  Fahl und Schulz vordere Tabellenplätze.
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Samstag, 24. August 1968
Nun hat das Kurparkstadion ein Sportlerheim.

Ein Spannung versprechendes Fußballspiel und die Ankündigung, daß die Sportlerbaracke feierlich eingeweiht werde, hatte zahlreiche Zuschauer in das Kurparkstadion gelockt. Die ehemalige Kindergartenbaracke ist seit ihrem Umzug von dem schattigen Bürgerpark zum sonnenüberfluteten Sportplatz am Kurpark kaum wiederzuerkennen. Sie hat dank der fleißigen Hände, die sich für die gute Sache regten, eine sehr vorteilhafte Verjüngungskur durchgemacht. Außer den Sportlern, vornehmlich des SC Union, steht die Baracke dem Jugendspielmannszug als Übungsraum zur Verfügung.

Bürgerworthalter Georg Koch dankte während der Einweihungsfeier dem Vorsitzenden des SC Union, Willi Främke, im Namen der Stadt für die Mühe, die er und seine Vereinskameraden beim Wiederaufbau der Baracke und bei ihrer Ausstattung aufgewendet haben. Zu der kleinen Feier hatten sich die Stadtverordneten Werner Brockmöller, Bernhard Nowak, Frau Elfriede Scherschinski, Ernst Schröder und Konrad Wölk, ferner DGB-Kreisvorsitzender Hermann Bössow, die Kreisfußballverbandsvertreter Erwin Gesche und Franz Bartkowiak und Freunde des SC Union eingefunden. Postsportvereinsvorsitzender Helmut Maack stiftete als Wandschmuck ein Bild der alten Oldesloer Kranbrücke. Die Feier wurde mit einem Imbiß beendet.
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Montag, 6. Januar 1969
SC Union Oldesloe.

Jahreshauptversammlung am Freitag, dem 17. Januar 1969, um 20 Uhr, im Café Vaterland, Hamburger Straße 15. Tagesordnung wird bekanntgegeben. Es ladet ein - Der Vorstand.
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Freitag, 17. Januar 1969
Spielmannszug verließ den SC Union.

Differenzen mit den Fußballspielern. Främke wieder Vorsitzender.

Der Oldesloer Spielmannszug ist aus dem SC Union Oldesloe ausgeschieden. In der Jahreshauptversammlung genehmigten die Mitglieder des Sportvereins einen entsprechenden Antrag des Spielmannszuges, der seinen Wunsch mit den Schwierigkeiten begründet hatte, die bei der Benutzung der Übungsräume in der Baracke am Kurparkstadion aufgetreten waren.

Da selbst nach Einschalten des Vorstandes, wie der Spielmannszugleiter Paul Fedder meinte, keine Lösung gefunden wurde, die „ein vernünftiges Miteinander“ mit den Fußballspielern garantiert hätte, entließ der SC Union die Trommler und Pfeifer mit allen guten Wünschen aus dem Verein.

In seinem Bericht erwähnte Paul Fedder, daß das abgelaufene Jahr für den Spielmannszug recht erfolgreich gewesen sei. Er habe in verschiedenen Orten an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen können. Paul Fedder übte scharfe Kritik an dem „Staat“ im allgemeinen, der zwar Turnhallen und Übungsräume baue, der aber - seiner Meinung nach - „unverständlicherweise“ Benutzungsgebühren erhebe.

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung, an der die große Zahl von 70 stimmberechtigten Mitgliedern teilnahm, erstattete der 1. Vorsitzende Willi Främke seinen Tätigkeitsbericht. Der Verein habe sich in über 1800 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden ein provisorisches Heim am Kurparkstadion geschaffen. Die Aufstellung der ehemaligen Kindergartenbaracke, so betonte er, dürfe aber nur eine Übergangslösung sein.

Fußballobmann Wilhelm Rohde gab bekannt, daß die erste Herrenmannschaft auch nach ihrem Aufstieg in die Bezirksliga nur dann genügend Zuschauer anlocke, wenn die Leistungen ausreichend seien. Erst nach einer Serie gewonnener Spiele habe man einen größeren Zuschauerkreis ansprechen können.

Beim SC Union herrscht ein Mangel an Betreuern und Übungsleitern. Jugendwart Horst Fahl erläuterte der Versammlung, daß deshalb einige Jugendliche den Verein verlassen hätten. Ein kleiner Fußballklub habe es ohnehin schwer, mit den größeren Vereinen zu konkurrieren, die der Jugend einen besonderen Anreiz durch Fahrten und Auslandsreisen bieten könnten.

Nachdem Kassenwart Dietrich Pophal die schlechte finanzielle Lage offenbart hatte, appellierte der Vorsitzende des städtischen Jugend- und Sportausschusses, Stadtverordneter Ernst Schröder (SPD), eindringlich an Vereins- und Beitragstreue der Mitglieder. Er schlug vor, den Monatsbeitrag ab sofort zu verdoppeln. Das sei heute keine ungewöhnliche Maßnahme. Er wisse aus den Unterlagen, daß kaum ein Verein im ganzen Kreise einen so geringen Beitrag fordere wie der SC Union. Wer keine Opfer bringen wolle, der solle gar nicht erst Mitglied werden.

Dieser Vorschlag wurde von mehreren Rednern zurückgewiesen. Allerdings entschloß sich die Versammlung, einen 13. Monatsbeitrag zu erheben.

Die turnusmäßig fälligen Neuwahlen fanden unter der Leitung von Ernst Schröder statt. Der 1. Vorsitzender Willi Främke, sein Stellvertreter Manfred Timm und der Kassenwart Dietrich Pophal wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Zum neuen Schriftführer wählten die Mitglieder Uwe Schmoliner. Weiterhin gehören Werner Tost, Helmut Nossol und Gerhard Schaar als Beisitzer sowie Horst Fahl als Jugendwart und der Fußballobmann Wilhelm Rohde dem Vorstand an. Willi Witten wurde zum Kassenprüfer bestimmt.
ST

 

Samstag, 22. Februar 1969
Spielmannszug jetzt selbständig.

Bürgerschützengilde stellt Übungsraum zur Verfügung.

Die Kreisstadt ist um einen Verein reicher. Oldesloer Spielmannszug e.V. lautet sein Name. Unbekannt ist dieser neue Verein allerdings nicht, denn der Spielmannszug besteht bereits seit vielen Jahren. Doch nun hat er sich nach seiner Trennung vom SC Union selbständig gemacht.

Damit alles seine Ordnung habe, hatte Paul Fedder die 67 aktiven und 19 passiven Mitglieder zu einer Gründungsversammlung in das Café Arnold eingeladen. Rund 25 folgten der Einladung und bekundeten dem langjährigen Leiter des SZ volles Vertrauen: Sie wählten Paul Fedder zum Vorsitzenden auch des neuen Vereins. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind:

2. Vorsitzender Herbert Clasen,
Schriftführer Rainer Fedder,
Kassenwart Erika Rogall,
Werbe- und Pressewart Ingeborg Skroblin,
Jugendwart Heinz Carstensen,
Jugendwartin Meta Fedder,
Gerätewart Uwe Krumbiegel,
1. Stabführer Jochen Skudlarz,
1. Lehrwart Günter Farin,
2. Lehrwart Antje Krumbiegel,
1. Kassenprüfer Frau Carstensen,
2. Kassenprüfer Reinhard Wiek.

Für die Eintragung im Vereinsregister wird Rechtsanwalt Paul Krueger, der an der Versammlung teilnahm, sorgen.

Die leidige Übungsraumfrage, die der Anlaß für die Trennung des Spielmannszuges vom SC Union war, ist bestens gelöst. Die Bürgerschützengilde stellt den jungen Musikanten die rund 100 qm große Schützenhalle an der Sehmsdorfer Straße jeweils freitags zum Üben zur Verfügung, und zwar ab 7. März. Bis dahin pausiert der Spielmannszug. Bis zum 15. Februar durfte er noch die Sportbaracke am Kurparkstadion benutzen.

Der Spielmannszug, der dem Deutschen Turnerbund angeschlossen ist, wird auch künftig bei Sportveranstaltungen zur Verfügung stehen. Seine Musikanten - je zur Hälfte Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und 28 Jahren - tragen weiße Turnerkleidung. Nachwuchs ist immer willkommen. Auch noch mehr erwachsene aktive Mitarbeiter für die dankbare Arbeit mit der Jugend wünscht sich Paul Fedder, der den Spielmannszug seit 1963 leitet.
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