Die Saison 1929 - 30
Teil 1


Samstag, 13. Juli 1929
VfR Lübeck gegen Oldesloer SV.
Heute: Wilhelmshöhe 7.15 Uhr. Ein interessantes Freundschaftsspiel kommt heute abend auf der Wilhelmshöhe zur Durchführung. Der wieder im Kommen befindliche VfR hat sich den in Lübeck gern gesehenen Oldesloer SV verpflichtet, dessen Auftreten diesmal besonders interessant ist, weil inzwischen die Vereinigung aller Oldesloer Turn- und Sportvereine vollzogen worden ist und die Mannschaft dadurch eine wesentliche Verstärkung erfahren hat. Der Spielbeginn ist auf 7.15 Uhr festgesetzt worden.
LGA

Samstag, 13. Juli 1929 - Gesellschaftsspiel
VfR Lübeck - Oldesloer SV 2:5 (0:3)
Bei mäßigem Besuch entwickelte sich ein recht spannendes Spiel, in welchem der Oldesloer Angriff durch ausgezeichnete Leistungen hauptsächlich des linken Flügels Lindemeier-Drews ein klares Plus hatte. Die Oldesloer legten schon in der ersten Halbzeit drei Tore vor und konnten, trotzdem der VfR nach der Pause stark überlegen war, den Vorsprung behaupten. Bei den Oldesloern gefielen außerdem Schacht, der Torwächter Grantz und der Mittelstürmer Grote, während beim VfR Storm und Wendland hervorzuheben sind.
LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Willi Drews I, Höppner - Walter Lindemeier, Grote, Witt, Schlüter, Drews II.
Tore: Lindemeier, Grote, Drews sowie Otto und Wendland für den VfR Lübeck.

Sonntag, 21. Juli 1929 - Gesellschaftsspiel
Oldesloer SV - Wandsbeker FC 2:2
Der Oldesloer Sportverein erzielte ein beachtliches 2:2-Ergebnis gegen den Wandsbeker FC. LGA Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Willi Drews I, Höppner - Walter Lindemeier, Witt, Grote, Drews II, Schlüter.

Mittwoch, 24. Juli 1929
Männerturnverein von 1862 Bad Oldesloe.
Außerordentliche Hauptversammlung am Freitag, dem, 26. Juli, 20 ½ Uhr, im "Tivoli". Tagesordnung: Vereinigung. Zahlreiches Erscheinen dringend erforderlich.
Der Turnrat.
OL

Donnerstag, 25. Juli 1929
Undankbarer Bursche.
Am letzten Sonntagabend fiel auf der Hamburgertorbrücke einem stark angetrunkenen Fußballspieler aus Wandsbek der Hut in die Trave. Kurz entschlossen sprang er über das Geländer ins Wasser, um den Hut zu retten. Natürlich versank er sofort in dem tiefen Schlamm, und da er stark betrunken war, drohte er zu ertrinken. Dies bemerkten die Herren Bern und Kruse und retteten den Betrunkenen. Dieser in dem Glauben, Bern habe ihn ins Wasser gestoßen, fiel diesen an und schlug ihn ins Gesicht. Mit Hilfe anderer gelang es, den Rasenden zu bändigen und dem Polizeigewahrsam zur Ernüchterung zuzuführen.
OL

Donnerstag, 25. Juli 1929
Lübecker SV gegen Oldesloer SV.
Heute abend trifft der LSV in einem Freundschaftsspiel auf den OLdesloer Sportverein. Nach den letzten Erfolgen beider Mannschaften darf man einen interessanten Kampf erwarten, in dem wir den Lübeckern ein kleines Plus geben. Das Spiel gelangt auf der Falkenwiese zum Austrag und nimmt um 7.15 Uhr seinen Anfang.
LGA

Donnerstag, 25. Juli 1929 - Gesellschaftsspiel
Lübecker SV - Oldesloer SV 2:0 (1:0)
Von der Begegnung der beiden Jungmannschaften hatte man sich unbedingt mehr versprochen. Namentlich die Oldesloer enttäuschten diesmal. Beim LSV fehlte der gute Rechtsaußen Schröder. Schumacher, der gleich nach Spielbeginn das erste Tor schoß, mußte infolge einer Verletzung ausscheiden. Darunter litt naturgemäß die Leistung des Lübecker Sturmes, zumal auch Westfehling später ausschied. Der zweite Treffer fiel Mitte der zweiten Halbzeit durch Korff, der einen Strafstoß von Döscher verlängerte. Vorher war der Oldesloer Verteidiger Kindt ebenfalls verletzt ausgeschieden und durch Wigger ersetzt worden. Ohne die glänzenden Leistungen des Oldesloer Torwächters Grantz und des schnellen Verteidigers Schacht wäre das Ergebnis wohl noch höher ausgefallen.
LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Willi Drews, Höppner - Witt, Rieckhoff, Grote, Drews, Walter Lindemeier - Ersatz: Knickrehm, Willi Wigger. Tore: 1:0 Schumacher (.), 2:0 Korff (.).

Freitag, 26. Juli 1929
Oldesloer SV
Nachdem die grundlegenden Satzungen festliegen, findet am Freitag die gemeinsame Versammlung mit dem FC Bölck und MTV Oldesloe statt. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Vor der gemeinsamen Versammlung bittet der Vorstand die Mitglieder zu einer sehr wichtigen Besprechung über das Spielprogramm in der neuen Serie, wozu alle Aktiven anwesend sein müssen. Außerdem wird der Klubwettkampf für den 4. Aug. mit dem Lübecker SV besprochen und die Mannschaft aufgestellt.
OL

Freitag, 26. Juli 1929
Hauptversammlung des MTV im "Tivoli

Samstag, 27. Juli 1929
Fußball auf dem Bürgerpark.
Nach ziemlich langer Ruhepause treten endlich einmal wieder die Arbeitersportler auf den Plan. Sie treffen am Sonntag auf die sehr spielstarke Mannschaft von Stockelsdorf. Um die letzte Niederlage wieder wettzumachen, müssen die Oldesloer alles daran setzen. Also, jeder Sportsfreund, der ein gutes und faires Spiel sehen will, komme am Sonntagnachmittag um 3.30 Uhr nach dem Exer. Keiner wird enttäuscht werden.
OL

Sonntag, 28. Juli 1929
Deutscher Meister wurde die Spielvereinigung Fürth, die im Nürnberger Stadion Hertha BSC Berlin mit 3:2 schlug. Die unerfreulichen Nebenerscheinungen dieses Spiels durch die Zuschauer veranlaßt, führten zu dem Beschluß, fortan die Vorschlußrunde und das Endspiel nur noch an neutralen Orten anzusetzen.
DFB GESCHICHTE

Sonntag, 28. Juli 1929
ATV Einigkeit gegen Stockelsdorf

Sonntag, 28. Juli 1929
Stiftungsfest des FV Preußen Reinfeld.
Auf 20 Jahre der Pflege des Fußballsports und der Leichtathletik können die "Preußen" in diesem Jahr zurückblicken. Die Vereinsleitung des FV Preußen Reinfeld hatte es verstanden, das Jubiläum zu einer erstklassigen Werbeveranstaltung zu gestalten. Eingeleitet wurde das Fest durch einen Herrenabend im Hotel "Stadt Kiel", der von einem Mitbegründer des Vereins, Apotheker Karl Witt (Hamburg), geleitet wurde. Bei Klaviervorträgen, Männerchören des Gesangvereins "Arion" und anderen Darbietungen nahm der Abend einen anregenden Verlauf.
Das Hauptinteresse am Sonntag konzentrierte sich neben Fußball- und Faustballspielen auf den schon traditionellen Lauf "Quer durch Reinfeld". Dieser brachte zunächst eine Langstrecke von ungefähr 2300 Metern, dann eine Schwimmstrecke durch den Herrenteich und zum Schluß 100-Meter-Strecken bis zum Ziel. Die Staffel, die sich aus sechs Läufern und zwei Schwimmern zusammensetzte, wurde von dem Jubilar vor dem LBV Phönix gewonnen. Sofort nach Eintreffen der Schlußläufer formierten die Aktiven sich zu einem Zug und marschierten geschlossen mit Musik nach dem Sportplatz. Dort entwickelte sich ein reges Treiben. Nachdem die Aktiven des FV Preußen eine Reihe von Freiübungen vorgeführt hatten, begannen die leichtathletischen Wettkämpfe. Die erzielten Leistungen waren teilweise sehr gut. Das Fußballspiel Ahrensburg gegen Reinfeld endete 1:1.
LGA

Donnerstag, 1. Aug. 1929
Oldesloer Sportverein.
Der Obmann der Jugendabteilung ruft sämtliche Jugendliche, soweit sie Mitglieder des Vereins gewesen sind oder es werden wollen, zu einer Versammlung nach dem "Deutschen Haus" zusammen. Es sollen grundlegende Fragen: Übungszeiten, Meldung zu der Herbstserie im Fußball und Handball, Teilnahme an den Reichsjugendwettkämpfen am 11. Aug. in Bad Oldesloe usw. besprochen werden. Wer selbst verhindert ist, der melde sich umgehend im Sporthaus Jürgens, um sich in die ausliegenden Listen eintragen zu lasen. Im Anschluß an diese Versammlung werden die Kampfrichter für Sonntag zu dem Klubkampf gegen den Lübecker SV bestimmt und die Staffeln und Mannschaften aufgestellt.
OL

Samstag, 3. Aug. 1929
Klubwettkampf OSV gegen Lübecker SV auf dem Bürgerpark.
Am Sonntag steht uns Oldesloern etwas besonderes bevor. Um für das in diesem Jahre ausfallende Jugendsportfest beim Sportpublikum in Oldesloe Ersatz bieten zu können, ist dieser Kampf mit dem Lübecker Sportverein abgeschlossen worden. Der Wettbewerb beginnt bereits morgens um 9 Uhr und endet erst abends um 6 Uhr. Also Hochbetrieb den ganzen Sonntag. Die Abwechslung ist derart reich, daß keiner versäumen sollte, allen Kämpfen beizuwohnen. Die einzelnen Wettbewerbe sind folgende -


  • Herren: 100 Meter, 800 Meter, 4 mal 100-Meter-Staffel, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen.
  • Damen: 100 Meter, 4 mal 100-Meter-Staffel, Kugelstoßen, Weitsprung
  • Spiele - Fußball: Liga, Reserve, Schüler und Knaben. Faustball: erste Herren, zweite Herren, erste Damen, zweite Damen.

    Nachmittags 2 Uhr beginnen die Kämpfe mit den interessantesten Staffelläufen.

Als Schlußkampf steigt um 4 Uhr das Spiel der beiden Ligamannschaften. Hier hat der OSV eine schwere Aufgabe zu lösen. Der LSV, der seine Mannschaft stark verjüngt hat, wird alles daransetzen, den vor zehn Tagen gegen den OSV in Lübeck errungen Sieg von 2:0 zu behaupten. Andererseits erwarten wir jedoch, daß der OSV gerade dieses Ergebnis revidiert und den Lübeckern zeigt, daß diese Niederlage nicht verdient war.

Und nun noch eine kleine Bitte. Jeder, der am Sonntag diesen Kämpfen beiwohnen wird, vergesse nicht, das äußerst geringe Eintrittsgeld von 50 Pfennig mitzubringen. Helft mit, daß wir unserer Jugend im nächsten Jahre das beliebte Jugendsportfest wieder schenken können. - Der Abend vereinigt die beiden Vereine zu einem Tanzkränzchen im "Tivoli" und erwarten beide Vereine eine zahlreiche Beteiligung seitens der Oldesloer.
OL

Samstag, 3. Aug. 1929
Lübeck schlägt Mecklenburg im Auswahlspiel mit 4:0 (2:0).
Das in Schwerin durchgeführte Auswahlspiel zwischen den Kreismannschaften von Lübeck und Mecklenburg endete mit einem verdienten 4:0-Siege der Lübecker Elf, die ihrem Gegner spielerisch und in der Zusammenarbeit beträchtlich überlegen war. Die Lübecker hatten in der Läuferreihe und im Angriff ein beträchtliches Plus. Clasen, der später durch Arnold ausgetauscht wurde, reichte an diesen nicht heran. Der Angriff war außerordentlich stark. Schaar, Buthmann und Schröder ragten aus diesem Quintett noch besonders hervor. Nach diesem überlegenen Erfolg der Lübecker ist wohl damit zu rechnen, daß die Bezirksmannschaft, die am 18. Aug. gegen den ungarischen Amateurmeister SC Egyesület Budapest antritt, so ausschließlich aus Lübecker Spielern besteht.
LGA

Sonntag, 4. Aug. 1929
OSV gegen Schutzpolizei Wandsbek.
Auch Frandsen am Start! Die Kämpfe, die am Montagabend 6 Uhr zwischen dem OSV und der Schutzpolizei Wandsbek ausgetragen werden, versprechen außerordentlich interessant zu werden. Aus den Kämpfen seien hervorgehoben: 1. Der 800-Meter-Lauf, in dem der OSV Pochat an den Start schickt. 2. Die Staffel, in der Frandsen die 800 Meter, Schlüter die 200 Meter, Schacht 100 Meter, Wigger 400 Meter und Ohrt die letzten 100 Meter übernommen haben. Auch die Faustballspiele dürften großes Interesse erwecken.

Für jeden Sportliebhaber gibt es nur eine Parole: Auf zum Exer am Montagabend 6 Uhr.
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Sonntag, 4. Aug. 1929 - Gesellschaftsspiel
Oldesloer SV - Lübecker SV 1:1 (1:0)
Die Fußballspiele der Liga und der Reserve endeten 1:1 unentschieden, während bei den Knaben der LSV (5:1) und bei den Schülern Oldesloe (2:0) siegreich waren.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Willi Drews I, Höppner - Schlüter, Witt, Grote, Drews II, Walter Lindemeier.

Sonntag, 4. Aug. 1929
Oldesloer SV Reserve gegen Lübecker SV Reserve 1:1.
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Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Knuth - Flindt, E Höppner - Gerken, Port, W Höppner - Knickrehm, Bohnsack, Blunck, Wlli Wigger - Ersatz: Dwenger, Kiefer.

Sonntag, 4. Aug. 1929
Oldesloer SV Schüler gegen Lübecker SV Schüler 2:0.
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Oldesloer SV Schüler (Ankündigung): Greve - Müller, Wyhr - Page, Georg Pochat, Eggert - Riek, Will Drews, Karl Wolherr, Knickrehm, Gustav Krohn - Ersatz:Willi Schweim.

Sonntag, 4. Aug. 1929
Vereinswettkampf Oldesloer SV gegen Lübecker SV.
Oldesloe siegt mit 79:73 Punkten. Der in Oldesloe zwischen obigen Vereinen durchgeführte Klubkampf endete mit einem knappen Punktsiege des Oldesloer Sportvereins. In den Faustballspielen teilte man sich wie in den Fußballspielen die Ehren des Tages. Dagegen gelang es den Oldesloern in den leichtathletischen Wettbewerben, ein kleines Punktplus herauszuholen, das den Ausschlag gab. Von den leichtathletischen Leistungen sind in erster Linie die guten Zeiten von Pochat und dem erstmalig wieder startenden Frandsen zu nennen, wie auch der Speerwurf von Nantrini Beachtung verdient.
LGA

Die Leichtathletikergebnisse

Herren

  • Kugelstoßen: 1. Neustadt (LSV) 9,64 Meter, 2. Schulz (LSV) 9,29, 3. Bohnsack (OSV)
  • 100 Meter: 1. Pochat (OSV) 11,5 Sekunden, 2. Tiedgen (LSV) 11,3, 3. Schacht (OSV)
  • 800 Meter: 1. Pochat (OSV) 2:10,5 (!) Minuten, 2. Frandsen (OSV) 2;12,1, 3. Kohlhoff (LSV)
  • Weitsprung: 1. Wigger (OSV) 6,02 Meter, 2. Timm (LSV) 5,77, 3. Tiedgen (LSV)
  • Hochsprung: 1. Timm (LSV) und Böttcher (OSV) 1,53 Meter, 2. Fick (LSV) und Wigger (OSV) 1,48
  • Speerwurf: 1. Nantrini (LSV) 48,10 Meter, 2. Bohnsack (OSV) 37,92, 3. Witt (OSV)
  • 4 mal 100-Meter-Staffel: 1. OSV 48,0 (!) Sekunden, 2. LSV 49,5.


Damen

  • 100 Meter: 1. Fräulein Beese (LSV) 14,4 Sekunden, 2. Fräulein Goldenbaum (OSV) 14,5, 3. Fräulein Behrens (LSV)
  • Kugelstoßen: 1. Fräulein Felske (LSV) 9,25 Meter, 2. Fräulein Gerstand (OSV) 8,44, 3. Fräulein Lilientahl
  • Weitsprung: 1. Fräulein Miethe (OSV) 4,12 Meter, 2. Fräulein Felske (LSV) 3,90, 3. Fräulein Goldenbaum (OSV)
  • 4 mal 100-Meter-Staffel: 1. OSV 60,1 Sekunden, 2. LSV 60,3.


Montag, 5. Aug. 1929
Unsere Gäste von der Wandsbeker Polizei.
Pünktlich rückte die Hundertschaft der Wandsbeker Polizei auf drei großen Lastautomobilen in Oldesloe an. In entgegenkommdenster Weise waren die erforderlichen Quartiere trotz der Kürze der Zeit zur Verfügung gestellt worden, wodurch die Unterbringungsfrage aufs beste gelöst war. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im "Tivoli", das volles Lob für den Wirt Herrn Willi Franck einbrachte, verteilten sich die Gäste über die ganze Stadt, deren Straßenbild durch die dunkelblauen Uniformen sich außerordentlich belebte. Zweierlei Tuch hat auch heute seine geheimnisvolle Anziehungskraft noch nicht verloren, das konnte man mit Gewißheit feststellen. Gegen 5 Uhr setzte ein wahre Völkerwanderung nach dem Marktplatz ein. Das Polizei-Musikkorps gab ein Platzkonzert von 5 bis 6 Uhr. Flott und sehr exakt gespielte Märsche, einschmeichelnde Potpourris wechselten in rascher Reihenfolge ab, jedesmal von brausendem beifall der zahlreichen Zuhörer gekrönt. Um 6 Uhr war Schluß.

Nun ging es nach dem Exer zu den angekündigten Wettkämpfen zwischen Wandsbeker Polizei und unserem OSV. Dort konnten wir das dem OSV erteilte Lob vom Sonntag zur allgemeinen Freude voll und ganz unterstreichen. Am Montag eine solche Veranstaltung ist in diesem Rahmen wohl noch nicht dagewesen. In dem 800-Meter-Lauf ging unser jugendlicher Pochat den Polizei-Läufern glatt davon und zerriß in ausgezeichnetem Stil mit gut 50 Metern Vorsprung das Zielband. Die erste Faustballmannschaft des OSV spielte so gut wie nie zuvor. Sie fand aber in der Polizei ihren Meister mit 39:30. Der OSV überließ der zweiten Polizeimannschaft den FC Bölck und unterstrich damit seinen Willen zu gemeinsamer Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen in unserer Stadt. In ausgeglichenem Spiel gewann der FC Bölck mit 26:21 Punkten. Als Schlußveranstaltung folgte eine gemischte Staffel 800, 200, 100, 400 und 100 Meter. Wenn man das vorzügliche Material berücksichtigt, aus dem die Polizei ihre Läufer aussucht, so kann jeder sich ein Urteil bilden, was die Unserigen geleistet haben. Beide Läufergruppen stellten Teilnehmer, welche am Sonntag Wettbewerbe bestritten hatten, die Polizei in Kiel, die Unserigen beim Klubwettkampf. Unser Altmeister Frandsen bestritt die 800-Meter-Strecke. Er holte den nötigen Vorsprung in ausgezeichneter Form heraus und gab das Staffelholz an Pochat, der hier noch einmal in echt sportlicher Weise in Vertretung einsprang. Trotz des 800-Meter-Laufes schoß er wie ein Pfeil die 100-Meter-Bahn hinab und gab den Stab an Schacht, für den die 100 Meter in der Kurve wie geschaffen schien. Dieser hielt den Vorsprung gut. Wigger hatte die schwerste Strecke und bergan den schwersten Weg mit Wind von vorn. Trotzdem schaffte auch er es ausgezeichnet. Ein ganz ausgezeichneter Läufer schien der Schlußmann der Polizei für die 100-Meter-Strecke zu sein. Er stieß auf den 16jährigen Ohrt. Fast schien es Sonntag, als wenn er ihn überholen wollte. Aber fünf Meter vor dem Zielband kam der OSVer an.

Wir danken der Polizei, daß sie uns durch diesen kurzen Wettkampf neue Anregung und neue Begeisterung gegeben hat. Hoffentlich kommt sie bald mal auf einen längeren Besuch als Sportgäste. Die zahlreiche Zuschauermenge wird sie davon überzeugt haben, daß unsere Sportstadt ihnen dafür Dank weiß.

Abends fand das im "Tivoli" angekündigte Konzert mit nachfolgendem Ball statt. Immer mehr Einlaßsuchende, besonders die Damenwelt, füllten sehr schnell die beiden Säle; immer und immer wieder mußten noch neue Tische gebracht werden, um den andrängenden Scharen Plätze zu schaffen. Das Konzert war vorzüglich und bald herrschte zwischen Einwohnern und den Gästen die fröhlichste Stimmung. Schnell war die Verbindung hergestellt und leider verrannen die Stunden des Festes allzu schnell, trotzdem die Polizeistunde erheblich verlängert war. Küche und Keller des Herrn Willi Franck, tadellose Bedienung wurden wiederum bestens anerkannt. Aber Schluß mußte doch gemacht werden.
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Dienstag, 6. Aug. 1929
Der OSV hatte nach einer Zeitspanne von zwei Jahren den Lübecker SV am Sonntag für einen Vereinswettkampf gewonnen. Alle Sportzweige kamen zu ihrem Recht. Erfreulicherweise trat auch die Damenabteilung unseres Vereins zu den verschiedensten Wettbewerben an und zeigte sich dem LSV ebenbürtig. Unser OSV brachte erneut den glänzenden Beweis, was für ein vorzügliches Material hier in unseren Mauern heranwächst. Bei fleißigem Training kann manche Leistung heranreifen, welche bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften an erster Stelle mit ihren Platz finden. An alle Mitglieder ergeht erneut der Ruf, kommt fleißig zum üben, dann bleiben die Erfolge nicht aus!

In einigen Wochen beginnen die Bezirksspiele im Fuß-, Hand- und Faustball für alle Gruppen. Für Jugendliche, Jahrgang 1911 bis 1913, sind zwei Faustballmannschaften, eine Fuß- und eine Handballmannschaft gemeldet. Für die Schüler eine Fuß- und eine Handballmannschaft und für die Knaben eine Fußballmannschaft. Die Übungszeiten für Faustball, Handball und Leichtathletik sind Mittwoch von nachmittags 4.15 Uhr an. Fußball wird am Sonntag früh 8 Uhr und am Freitagnachmittag 4.30 Uhr geübt.
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Freitag, 9. Aug. 1929
Lübeck-Mecklenburg gegen Ungarn-Meister.
Zu dem mit großer Spannung erwarteten Fußballkampf des Bezirkes II (Lübeck-Mecklenburg) gegen den ungarischen Amateurmeister Egyesület Budapest, der am 18. Aug. auf dem Flugplatz vor sich geht, hat der Bezirk folgende Mannschaft nominiert:

Köhn (Lübecker SV) - Bohnsack (Phönix Lübeck), Steffen (Polizei SV Lübeck) - Knaup (Schwerin 03), Arnold, Gellert (beide Phönix Lübeck) - Bethge (Polizei SV Lübeck), Schaar, Gareis (beide Phönix Lübeck), Buthmann (Polizei SV Lübeck), Schmidt (Phönix Lübeck).

Diese Elf stellt tatsächlich das Beste dar, was der Bezirk zu stellen vermag. Das ist in Anbetracht des außerordentlichen Könnens der Ungarn aber auch nötig, die bisher sämtliche Punktspiele gewonnen haben und bei Gastspielreisen in Deutschland u.a. folgende Ergebnisse erzielten: gegen Hannover-Brauunschweig 6:0, gegen Ludwigshafen 6:1, gegen Chemnitz 4:0, gegen Karlsruhe 1:1, gegen Schneeberg 10:4.
LGA

Samstag, 10. Aug. 1929
Fußball auf dem Bürgerpark.
Am morgigen Sonntag, 2 ½ Uhr, spielt der hiesige Turn- und Sportverein Einigkeit mit seiner ersten Mannschaft gegen die gleiche vom Sportverein Teutonia Plön. Da beide Mannschaften recht spielstark sind, wird ein spannender Kampf zu erwarten sein. Vor diesem Spiel treffen die zweiten Mannschaften der genannten Vereine zusammen und zwar bereits um 1 Uhr.
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Samstag, 10. Aug. 1929
Der Keglerverband Bad Oldesloe hält heute, Samstag, abends 8 ½ Uhr, im Vereinslokal "Tivoli" eine Versammlung ab, zu der das Erscheinen sämtlicher Kegelbrüder Pflicht ist.
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Samstag, 10. Aug. 1929
Verfassungsfeier und Reichsjugendwettkämpfe der Oberrealschule zu Oldesloe.
Es ist ein glücklicher Gedanke, am Verfassungstage unter den Schülern sportliche Wettkämpfe zu veranstalten; denn mit dem Gedanken an die Tages des Entstehens der Verfassung, an Deutschlands Not und Erniederigung in jener Zeit verbindet sich die Mahnung zur körperlichen Ertüchtigung der Jugend, um Deutschlands Wiederaufstieg zu ermöglichen.

Die Verfassungsfeier begann am Samstagvormittag mit einer Festveranstaltung in dem Hörsaal der Oberrealschule. Nach mehreren dem Charakter der Feier entsprechenden Chorgesängen und Deklamationen ergriff Herr Studienrat Julius Claußen das Wort zur Festansprache. Sie behandelte das Thema "Der sittliche Grundgehalt der Weimarer Verfassung". Einleitend wies er auf das Verdienst der Männer von Weimar hin, die 1918/19 dem steuerlos dahintreibenden Staatsschiff ein neues Steuer zimmerten und es dadurch vor dem Untergang an den Klippen des Bolschewismus und Sevaratismus bewahrten. Jeder Deutsche, möge er politisch rechts oder links stehen, müsse denen dankbar sein, die uns Recht, Sicherheit und Reichseinheit erhalten hätten. Die Verfassung enthalte nicht allein leere Rechtsbestimmungen, sondern in ihr sei besonders der sittliche Grundgedanke des Staatslebens betont. Gerade in der deutschen Verfassung komme in einzigartiger Weise zum Ausdruck, daß der Staat auf sittlicher Grundlage, nicht aber auf der Gewalt aufgebaut werden müsse. Wie kaum eine andere Verfassung berücksichtige sie die sozialen Forderungen, die Idee der Gerechtigkeit, Wohlfahrt und Humanität.

Zu diesen sittlichen Pflichten der Verfassung gehöre vor allem die Achtung der Anschauungen anderer, die Gleichberechtigung der Stände und Berufe. So enthalte die Verfassung viele Bestimmungen zum Schutze der Arbeitnehmer, sie gewährleiste das Recht auf Arbeit, sie schütze weiter das Privateigentum nicht mehr unbedingt, sondern besage, das Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch solle zugleich Dienst sein für das Gemeine Beste. Der Redner führte weiter aus, daß von den Schulen die Ausbildung von sittlichen Kräften bei der Jugend, ihre Erziehung im Geiste wahrer Volksgemeinschaft, im Sinne echter Vaterlandsliebe gefordert würde. Mit einem "Hoch" auf das deutsche Volk schloß der Redner seine Darlegungen.

Im Anschluß überreichte Studiendirektor Dr. Friedrich Michael dem Oberprimaner Klaus Slama aus Reinfeld eine Ehrengabe der Staatsregierung, das Buch "Einheit und Freiheit". Dr. Freidrich Michael knüpfte daran den Wunsch, daß Recht, Einigkeit und Freiheit stets das Leben des deutschen Volkes bestimmen mögen. Es folgten das Chorlied "Das deutsche Lied" und die Deklamationen der deutschen Ode. Das Deutschlandlied beschloß die Feier. In geschlossenem Zuge, unter Vorantritt der Spielmannschaft und der Fahnen, begaben sich die Schüler darauf zum Exer, wo die Turnspiele um 10 Uhr ihren Anfang nahmen. Während des ganzen Vormittags ruhte die Gluthitze der Sonne auf den Turnern; Erfrischungswagen sammelten sich auf dem Exer, Eishändler fanden hier einen Massenabsatz. Unterdessen wurden eifrig die Wettkämpfe ausgetragen. Rasch sammelten sich größere Zuschauermengen bei den 100-Meter-Bahnen, um die "Kanonen" zu bewundern. Bald zollten beim Spielen, bei dem Speerwerfen oder auch beim Kugelstoßen die vielen Zuschauer den Bestleistungen ihre Anerkennung. Erfreulicherweise beteiligte sich in diesem Jahre auch die Königin-Luise-Schule an den Wettkämpfen. Bis auf den Starter und die Zeitnehmer stellten die nichtbeteiligten Schüler der Oberrealschule das Kampfgericht. Als sich die Wettkämpfe der 206 Knaben und 48 Mädchen um 12.30 Uhr pünktlich abgewickelt hatten, hatte das erwähnte Kampfgericht mit den Wettkämpfern den schönen Beweis erbracht, daß durch zielbewußtes einheitliches Streben Großes geleistet werden kann. In der Schlußansprache hob Studiendirektor Dr. Friedrich Michael, zurückblickend auf die Ansprachen am Morgen, die Notwendigkeit der Leibesübungen hervor, damit Recht, Einheit und Freiheit unserem Volke gewährleistet würden.
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Ergebnisse

Gruppe A, Jahrgang 1909/10

  • Dreikampf: 1. Hans Drews 301 Punkte, 2. Alfred Geißler 222 Punkte, 3.Jürgen Lübbe 206 Punkte.


Hans Drews war in allen drei Wettbewerben der Sieger: 100 Meter in 11,4 Sekunden, Kugelstoßen 11,98 Meter, Hochsprung 1,60 Meter.

Gruppe B, Jahrgang 1911/12

  • Dreikampf: 1. Georg Pochat 346 Punkte, 2. Willi Hamann 327 Punkte, 3. Rolf Burmeister 319 Punkte, 4. Erwin Schacht 311 Punkte, 5. Rolf Schmidt 308 Punkte, 6. Hanfried Lampe 304 Punkte. Einzelsieger
  • 100 Meter: 1. Pochat und Hofmann 12,0 Sekunden, 2. Hamann 12,2 Sekunden, 3. Heinz Lampe 12,3 Sekunden
  • Weitsprung: 1. Hamann 6,09 Meter, 2. Heinz Heesch 6,03 Meter, 3. Hofmann 5,92 Meter, 4. Hornung 5,88 Meter, 5. Heinz Lampe 5,55 Meter
  • Gerwerfen 500 Gramm: 1. Hellmuth Koch 39,50 Meter, 2. Burmeister 39,40 Meter, 3. Utpadel 39,00 Meter, 4. Steinecke 38,80 Meter, 5. Johannes Grauerholz 36,80 Meter.

 

Gruppe C, Jahrgang 1913/14


  • Dreikampf: 1. Harry Möller und Theodor Hormann 350 Punkte, 2. Willi Pott 335 Punkte, 3. Erwin Richter und Werner Wilken 328 Punkte, 4. Wilhelm Rottgardt 316 Punkte, 5. Heinz Schweimer 313 Punkte, 6. Klaus Helms 312 Punkte, 7. Kurt Rickert 311 Punkte, 8. Harry Ohrt 308 Punkte, 9. Werner Pagel 282 Punkte, 10. Oswald Hinning 278 Punkte

Einzelsieger,

  • 100 Meter: 1. Schweimer 12,0 Sekunden, 2. Ohrt 12,1 Sekunden, 3. Hinning 12,5 Sekunden
  • Kugelstoßen: 1. Pott 12,26 Meter, 2. Hormann 10,50 Meter, 3. Gustav Hamelt 9,96 Meter
  • Weithochsprung: 1. Richter und Hormann 2,70 Meter weit und 1,35 Meter hoch, 2. Rottgardt 2,60 Meter weit und 1,30 Meter hoch, 3. Möller 2,50 Meter weit und 1,25 Meter hoch.


Gruppe D, Jahrgang 1915/16

  • Dreikampf: 1. Hans Pfeiffer 293 Punkte, 2. Otto Soltau 286 Punkte, 3. Lindemann und Heinz Hormann 282 Punkte, 4. Hengvoß 276 Punkte, 5. Heinz Esrom 274 Punkte.


Einzelwettbewerbe,

  • 75 Meter: 1. Hengvoß 10,6 Sekunden, 2. Nordmann und Lorenz Meyer 10,8 Sekunden, 3. Schellhaus und Pfeiffer 10,9 Sekunden
  • Hochsprung: 1. Hormann 1,30 Meter, 2. Hermann Weber und Hans Langbehn 1,25 Meter
  • Schlagballwerfen: 1. Esrom 64 Meter, 2. Bruhns 62 Meter, 3. Soltau 62 Meter.


Gruppe E, Jahrgang 1917 und später geboren

Einzelwettbewerbe,

  • 75 Meter: 1. Boy Andresen 10,5 Sekunden, 2. Hammerstein 11,0 Sekunden, 3. Kurt Lehrmann 11,2 Sekunden

    Weitsprung mit Anlauf: 1. Gerhard Hormann 4,25 Meter, 2. Boy Andresen 4.10 Meter, 3. Max Purnhagen 3,95 Meter

    Schlagballwerfen: 1. Boy Andresen und Kurt Lehrmann 56 Meter, 2. Hugo Gerken 54 Meter, 3. Bruno Sick 48 Meter

1912 und später geboren

  • 1500-Meter-Lauf: 1. Pochat 4:40,2 Minuten, 2. Steinecke 4:40,6 Minuten, 3. Richmann 4:42,5 Minuten.

Königin-Luise-Schule


Gruppe A, 15 Jahre,

  • Dreikampf: 1. Gertrud Ott 48 Punkte, 2. Gretchen Gerken 36 Punkte, 3. Erika Stucken 33 Punkte, 4. Esther Holbeck 32 Punkte

Einzelwettbewerbe

  • 100 Meter: 1. Holbeck 14,5 Sekunden, 2. Ott 15,0 Sekunden
  • Werfen: 1. Gerken 47 Meter, 2. Ott 40 Meter
  • Weitsprung: 1. Ott 4,15 Meter, 2. Stucken 3,58 Meter.

 

Gruppe B, 14 Jahre,

  • Dreikampf: 1. Magda Feddern 77 Punkte, 2. Paula Bielfeldt 63 Punkte, 3. Else Frederich 53 Punkte, 4. Marga Helms 52 Punkte, 5. Herta Stoltenberg 48 Punkte, 6. Emmi Peemöller 46 Punkte, 7. Gerda Ohrt 44 Punkte

Einzelwettbewerbe

  • 75 Meter: 1. Ohrt 10,4 Sekunden, 2. Stoltenberg 11,2 Sekunden, 3. Feddern und Peemöller 11,3 Sekunden
  • Schlagballwerfen: 1. Feddern 65 Meter, 2. Bielfeldt 50 Meter
  • Weitsprung: 1. Helms 4,14 Meter, 2. Bielfeldt 3,99 Meter, 3. Ohrt 3,95 Meter, 4. Editha Ruge 3,87 Meter.

 

Gruppe C, 12 oder 13 Jahre,

  • Dreikampf: 1. Ilse Vormauer 64 Punkte, 2. Ilse Schümann 61 Punkte, 3. Gertrud Claussen 60 Punkte, 4. Annemarie Höfling 59 Punkte, 5. Ilse Laue 58 Punkte, 6. Lotte Finnern 48 Punkte, 7. Edith Hinzpeter 46 Punkte

Einzelwettbewerbe

  • 75 Meter: 1. Claussen 10,5 Sekunden, 2. Vormauer 11,0 Sekunden, 3. Schümann 11,4 Sekunden, 4. Hinzpeter 11,5 Sekunden
  • Weitsprung: 1. Laue 3,96 Meter, 2. Hinzpeter 3,95 Meter, 3. Höfling 3,92 Meter, 4. Claussen 3,91 Meter
  • Werfen: 1. Vormauer 40 Meter, 2. Schümann 37 Meter.

 

Gruppe D, 11 Jahre


Einzelwettbewerbe

  • 75 Meter: 1. Elfriede Spethmann 12,3 Sekunden, 2. Leni Wolff 12,6 Sekunden
  • Weitsprung: 1. Ilse Benk 3,19 Meter, 2. Leni Wolff 3,05 Meter.


Sonntag, 11. Aug. 1929
Reichsjugendwettkämpfe für den Bezirk I Norden des Kreises Stormarn auf dem Bürgerpark.
Die zum zweiten Male für den genannten Bezirk unseres Kreises ausgeschriebenen Jugendwettkämpfe waren von dem Gedanken getragen, daß alle Deutschen Kinder eines Volkes und Glieder eines Reiches sind, daß das Einigende und Verbindende in den Leibesübungen sieht, wodurch das Trennende ausgezeichnet unterdrückt wird. So hatten sich Wettkämpfer aus allen Verbänden zum fröhlichen Wettkampfe zusammengefunden. 112 jugendliche Dreikämpfer bestritten 361 Einzelwettbewerbe. Diese Wettkämpfe wurden umrahmt von zehn Faustballspielen, einem Handballspiel und Lang- und Mittelstreckenläufen. Wenn auch mancher Jugendverein das Wort Leibesübungen stolz auf sein Arbeitsprogramm gesetzt hat, so fehlten doch noch sehr viele. Die größte Zahl der Wettkämpfe wurde vom FV Preußen Reinfeld, FC Bölck, MTV Bargteheide, MTV von 1862 Oldesloe, Spiel- und Sportverein Pölitz und dem OSV ausgeführt. Erfreulicherweise trat auch die weibliche Jugend bereits mit einem großen Aufgebot an und zeigte beachtenswerte Leistungen.

Nach Beendigung der Wettkämpfe richtete der Vorsitzende des Ortsausschusses für Jugendpflege, Herr Rektor Busemann, zugleich im Namen des Herrn Kreisjugendpflegers Fey herzliche Worte des Dankes an alle Teilnehmer an den Wettkämpfen, wie auch an alle die Damen und Herren, die sich um das Zustandekommen und die Organisation der Wettkämpfe bemüht hatten, insbesondere an Herrn Oberschullehrer Christian Ohrt, welcher die Hauptlast der Arbeit getragen hatte. Letzterer gab sodann die Namen der Sieger in den Einzelwettkämpfen und in den Spielen bekannt. Seinen Schlußworten legte Herr Rektor Busemann den Artikel 163 der Reichsverfassung zu Grunde: "Jeder Deutsche hat, unbeschadet seiner persönlichen Freiheit, die sittliche Pflicht, seine geistigen und körperlichen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der Gemeinschaft erfordert." Er kennzeichnet die Reichsjugendwettkämpfe am Verfassungstage in ihrer Bedeutung: Sie sollen dazu beitragen, die Jugend zu befähigen, daß diese ihre höchste Pflicht gegen Volk und Vaterland erkennt und erfüllt. In einem "Hoch" auf Volk und Vaterland gelobte die Jugend stets in diesem Sinne zu handeln. Damit hatten die diesjährigen Jugendwettkämpfe für Oldesloe ihren Abschluß gefunden.
OL

Ergebnisse - Faustballspiele, Herren:
OSV - FC Bölck 32:25, OSV II - FC Bölck II 37:29; Damen: OSV - FC Bölck 61:35, OSV - Preußen Reinfeld 37:35, FC Bölck - Preußen Reinfeld 49:52; Männliche Jugend: OSV - MTV Oldesloe 32:19, OSV II - MTV Oldesloe II 40:23, OSV - Preußen Reinfeld 42:17, OSV II - Preußen Reinfeld II 42:26, MTV Oldesloe - Preußen Reinfeld 47:36.

Leichtathletische Wettkämpfe
Gruppe A, Jahrgang 1911/12, Dreikampf: 1. Hanfried Lampe (OSV) 306 Punkte, 2. Pochat (OSV) 297 Punkte, 3. Wulff (MTV) 277 Punkte, 4. Hans Eggert (OSV) 240 Punkte, 5. Jensen (OSV) 228 Punkte. Einzelsieger, 100 Meter: Pochat 11,3 Sekunden; Hochsprung: Lampe 1,50 Meter; Kugelstoßen: Lampe 11,24 Meter.

Gruppe B, Jahrgang 1913/14, Dreikampf: 1. Fritz Linau (MTV) 338 Punkte, 2. A Richter (OSV) 324 Punkte, 3. Harry Ohrt (OSV) 296 Punkte, 4. Wagner (Preußen Reinfeld) 276 Punkte, 5. Karl Wolherr (OSV) 275 Punkte, 6. Stäcker (Pölitz) 265 Punkte. Einzelsieger, 100 Meter: Ohrt 12,4 Sekunden; Weitsprung: Richter 5,05 Meter; Kugelstoßen: Linau 10,20 Meter.

Mädchen Gruppe A, Jahrgang 1911/12, Dreikampf: 1. Miethe (OSV) 278 Punkte, 2. Reher (MTV) 266 Punkte, 3. Gerstand (OSV) 241 Punkte, 4. List (OSV) 240 Punkte. Einzelsiegerinnen, 75 Meter: Miethe 10,8 Sekunden; Hochsprung: Miethe und Reher 1,25 Meter; Kugelstoßen: Gerstand 8,63 Meter.

Mädchen Gruppe B, Jahrgang 1913/14, Dreikampf: 1. Funke 308 Punkte, 2. Stüve 266 Punkte, 3. Fock (alle Preußen Reinfeld) 260 Punkte, 4. Gerstand 235 Punkte, 5. Lilienthal (beide OSV) 209 Punkte. Einzelsiegerinnen, 75 Meter: Funke 11,0 Sekunden; Schlagballweitwurf: Krüger (MTV Oldesloe) 50,50 Meter, Weitsprung: Stüve 3,65 Meter. 1500-Meter-Lauf, Jahrgang 1911/12: 1. Pochat (OSV) 4:51,0 Minuten, 2. Löding (MTV Oldesloe) 4:54,0 Minuten, 3. Freitag (Pölitz) 5:18,0 Minuten.

Die drei Erstgenannten lagen bis 200 Meter vor dem Ziel dicht zusammen, dann setzte Pochat zum Endspurt an und lief seinen Gegnern davon. 1000-Meter-Lauf, Jahrgang 1913/14: 1. Borgwaldt (MTV Oldesloe) 3:01,0 Minuten, 2. Curt Meyer (OSV) 3:02,0 Minuten, 3. Hamann (Preußen Reinfeld).

800-Meter-Lauf, Jahrgang 1915 und später geboren: 1. Büning (MTV Oldesloe) 2:29,6 Minuten, 2. Haase (MTV Bargteheide) 2:34,0 Minuten, 3. Krahn (Pölitz) 2:36,0 Minuten.

Sonntag, 11. Aug. 1929
ATV Einigkeit Oldesloe - Teutonia Plön 9:1

Freitag, 16. Aug. 1929
Die Fachpresse über Sport-Egyesület Budapest.
Zum Gastspiel des Ungarnmeisters. Das Gastspiel des ungarischen Fußballmeisters in Lübeck, der bekanntlich am kommenden Sonntag gegen eine Auswahlmannschaft antritt, nimmt das Interesse der Sportwelt völlig gefangen. Tatsächlich steht Lübeck damit ein Ereignis bevor, das an das sensationelle Debüt des Teplitzer FC in Norddeutschland erinnert. Die Ungarn sind wahre Fußballkünstler, so schreibt die deutsche Fachpresse nach den ersten beiden Spielen in Hannover und Braunschweig. Besonders das Ballstoppen steht auf hoher Stufe. Eine geschmeidige Fuß- und Körperbewegung, und schon liegt der Ball verwendungsbereit am Stiefel. Diese Mannschaft in einem Kampf gegen unsere hervorragende Bezirkself zu sehen, muß ein Genuß sein, den sich kein Freund des Fußballsports entgehen lassen sollte. Die Gäste treffen bereits am Samstag in Lübeck ein, um völlig ausgeruht in den Kampf zu gehen. Die Elf wird, da sie den Kampf gegen Lübeck-Mecklenburg als den schwersten ihrer Tournee ansieht, in stärkster Aufstellung antreten. Unser Bezirk muß leider auf den schnellen Schmidt verzichten, doch steht in dem bewährten Schweriner Willi Somann ein vollwertiger Ersatzmann zur Verfügung. Alle Vorbereitungen für ein fesselndes Kampfspiel sind also gegeben.
LGA

Samstag, 17. Aug. 1929
Tennis-Teutonia.
In den Verbandsturnierspielen des Tennisverbandes Schleswig-Holstein haben sich die folgenden zu Staffelmeistern durchgespielt - Nordstaffel: Flensburger Tennisklub, Mittelstaffel: Tennisklub Segeberg, Oststaffel: Tennisgesellschaft Düsternbrook-Kiel, Südstaffel: Tennis-Teutonia Oldesloe. In der Vorschlußrunde treten sich nun am kommenden Sonntag die Segeberger und die Oldesloer Spieler gegenüber. Erfreulicherweise finden die Spiele dieses Mal in Oldesloe auf den Kurhausplätzen statt, so daß wir die Segeberger Freunde auch einmal bei uns sehen können, und vor allen Dingen den hiesigen nicht aktiven Mitgliedern und Freunden des Tennissports Gelegenheit gegeben ist, dem Spiel beizuwohnen. Segeberg gilt als ein starker Gegner.

In der letzten Vorstandssitzung wurde beschlossen, Mitglieder mit ihren Angehörigen und Freunden zu einer gemeinschaftlichen Kaffeetafel bei den Plätzen einzuladen, zu der einige Damen des Vereins sich freundlicherweise bereit erklärt haben, den Kuchen zu liefern. Da es natürlich nicht möglich war, in der kurzen Zeit alle zu erreichen, so bittet der Vorstand, sich zwecks weiterer Lieferungen und eventuelle Hülfe mit Frau Minna Lange, Große Salinenstraße 16, in Verbindung zu setzen. Sollte das Wetter die Veranstaltung im Freien nicht zulassen, so darf jeder seinen Kuchen wieder mitnehmen und auf das Wohl des Tennisvereins zu Hause essen. Auf Wiedersehen am Sonntag bei den Tennisplätzen im Kurgarten!
OL

Samstag, 17. Aug. 1929
Arbeitersport am Gewerkschaftsfest am Sonntag auf dem Bürgerpark.
Der hiesige Turn- und Sportverein Einigkeit sah sich genötigt, auch der ersten von Heimstätten (Siedlung Moisling-Lübeck) gegenüberstellen. Da die Schwarz-Weißen am letzten Sonntag die Plöner Mannschaft mit 9:1 Toren schlugen, werden sie dem Oldesloer Publikum gewiß wieder einen guten Kampf zeigen. Das Spiel beginnt um 4 Uhr. Der Ausgang dieses Kampfes ist ungewiß. - Vorher erfolgt dann der Umzug durch die Stadt, an dem sich alle Turner und Fußballspieler beteiligen müssen.
OL

Samstag, 17. Aug. 1929
Schwimmfest der Königin-Luise-Schule und der Oberrealschule.
Nach langer Pause wurde in diesem Jahre zum ersten Male wieder das Schwimmfest der beiden Schulen abgehalten. Die große Zuschauermenge bewies, wie beliebt derartige Veranstaltungen sind. Von herrlichem Wetter begünstigt, gingen die Wettkämpfe vor sich, die zum Teil recht beachtenswerte Ergebnisse zeigten. In einer kurzen Ansprache würdigte Herr Studienrat Dr. Friedrich Michael die Bedeutung des Schwimmsportes und wies an Hand einer Statistik nach, daß heute nur noch 14,9 Prozent Nichtschwimmer in der Oberrealschule sind. Unter diesem sehr geringen Prozentsatz ist ein Teil, dessen Gesundheit es nicht erlaubt, zu schwimmen und der andere Teil besteht aus Sextanern und Quintanern, die aber das Schwimmen noch lernen werden. Ferner wies Herr Dr. Michael darauf hin, daß noch einige Verbesserungen an der Badeanstalt notwendig seien, wie Ausbaggern des Bassins und Anlage einer Crawling-Schwimmvorrichtung. Hoffentlich gelingt es einmal, für den Zweck einige Mittel freizubekommen. Zum Schluß brachte Herr Dr. Friedrich Michael noch ein "Hoch" auf den Bademeister und die Schwimmerinnen und Schwimmer aus, in das die Zuschauer kräftig einstimmten.


Als humorvoller Abschluß fand ein Entkleidungsschwimmen statt.

1. Duphorn
2. Vogler
3. Brand
Damit hat das diesjährige Schwimmfest der Königin-Luise-Schule und der Oberrealschule seinen Abschluß gefunden. Hoffen wir, daß im nächsten Jahre wieder eine derartige Veranstaltung stattfindet, die sehr dazu beiträgt, den sportlichen Geist an beiden Schulen zu fördern.
OL

Die Siegerinnen und Sieger:

Mädchen, Jahrgang 1915 und später, 50 Meter Brust: Margarete Schulze 49,8 Sekunden, 50 Meter beliebig: Margarete Schulze 51,7 Sekunden, Tellertauchen: Dorothea Fehling 6,7 Sekunden; Jahrgang 1913 und 1914, 50 Meter Rücken: Paula Bielefeld 69,6 Sekunden, 50 Meter Brust: Paula Bielefeld 50,4 Sekunden, Sprünge: Gertrud Ott, Tellertauchen: Gretchen Gerken 8,2 Sekunden.

Knaben, 1915 und später, 50 Meter Brust: Hans Pfeiffer 42,6 Sekunden, 50 Meter Rücken: Helmuth Vogler 49,7 Sekunden, Tellertauchen: Hormann 6,4 Sekunden; Jahrgang 1913 und 1914, 50 Meter beliebig Theodor Hormann 36 Sekunden, 50 Meter Rücken: Schwemer 38,6 Sekunden, Sprünge: Rottgardt; Jahrgang 1911 und 1912, 100 Meter beliebig: Zander 1:30,8 Minuten, 50 Meter Rücken: Zander 42,2 Sekunden, Sprünge: Berkefeld.

Sonntag, 18. Aug. 1929
Kreuz und quer durch die Woche. ...
Wenn man auf die letzte Woche zurückblickt, möchte man fast sagen, Oldesloe hat eine Sportwoche hinter sich. Am letzten Samstag die Jugendwettkämpfe der Oberrealschule, am Sonntag vom frühen Morgen bis in den Abend hinein die Jugendwettkämpfe aus einem Teil des Kreises Stormarn und gestern am Nachmittag die Schwimmwettkämpfe, am Mittwoch die Prüfung für Erlangung des deutschen Sportabzeichens; es war ständig regstes Leben auf unserm Sportplatz. Und nun, was die Hauptsache dabei ist, die Ergebnisse. Diese sind in der Durchschnittsgesamtheit derartig hohe und lassen eine Durchbildung der gesamten Sportler hier erkennen, wie sie in dieser Allgemeinheit wohl nur ganz selten anzusehen sind. Wir wollen nur dankbar sein, daß sich hier in Oldesloe Männer gefunden haben, die neben ihren beruflichen Pflichten ihre ganze freie Zeit und Kraft opfern, um solche hohen Allgemeinresultate in unserer Jugend heranzuziehen. Von allein wird es nicht erreicht, sondern nur eine für die Zukunft unseres Volkes besorgte freiwillige Indienststellung von Führern ermöglicht solches. Und deshalb soll man bei passenden Gelegenheiten nicht noch obendrein nörgeln, sondern Anerkennung zollen. einmal an dem Feste der Arbeit zu spielen. Der Sport dient zur persönlichen Ertüchtigung und damit auch der Erziehung der Heimatliebe und Liebe zum Vaterlande. Das ist die neuzeitliche und durchaus notwendige Einstellung für einen jeden Deutschen. Früher gab es diese Einstellung nicht in dem Maße, weil unsere "Volksschule" für Ertüchtigung unser deutsches Heer bedeutete. ...
OL

Sonntag, 18. Aug. 1929
Die große Enttäuschung!
Sport Egyesület Budapest schlägt Lübeck-Mecklenburg 3:0 (1:0). Wir sind wieder um eine Enttäuschung reicher! Unsere mit so großen Hoffnungen aufgenommene Bezirskelf hat eine glatte Niederlage von dem ungarischen Amateurmeister hinnehmen müssen. Weniger die Niederlage selbst, als die Enttäuschung über die Gesamtleistung unserer Mannschaft, die während des ganzen Spiels sich nie zu einer Einheitlichkeit zusammenfinden konnte, hinterließen einen deprimierenden Eindruck. Das war schon deshalb bedauerlich, weil das große Können der sympathischen Gäste damit in den Zuschauerkreisen nicht die nötige Resonanz fand. Man war zu sehr enttäuscht über die Leistung der eigenen Mannschaft, um noch Begeisterung für das auf hoher Stufe stehende Spiel der Gäste finden zu können.

Es war eine reine Freude, dem Spiel der Gäste zuzuschauen. Aus allen Lagen wurde das runde Leder gestoppt und weitergegeben. das alles geschah mit immenser Schnelligkeit und mit fast übermäßig betonter Uneigennützigkeit. Dabei konnten die Magyaren dribbeln und täuschen, wie man es sonst nur bei Berufsmannschaften sieht. Alle diese Künste konnten freilich über den Mangel an schußgewaltigen Stürmern nicht hinwegtäuschen. Es scheint das Verhängnis aller hochklassigen Mannschaften zu sein, daß mit der technischen und taktischen Vervollkommnung Einzelaktionen und Einzelkönner verschwinden. Die Einheitlichkeit wird über die Individualiät gestellt, das war das Charakteristische für die Spielauffassung der Gäste, die unsere Mannschaft in dieser Hinsicht um eine Klasse überragten. Der weitaus beste Spieler bei den Gästen war der Mittelläufer Prell, der durch seine Kunst in der Ballbeherschung und im Stellungsspiel imponierte.

Das Spiel ging bei strahlendem Sonnenschein vor cirka 1500 Zuschauern vonstatten. Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste, denen ein Blumengebinde in den Nationalfarben überreicht wurde, begann das Spiel unter der Leitung des Herrn Boldt (Helios Hamburg), der mit seinen Entscheidungen mehrfach Widerspruch erregte.

Das Spiel selbst brachte schon zu Beginn temperamentvolle Angriffsaktionen der Gäste, die nach kaum zehn Minuten Spielzeit durche einen hübschen Schuß des Halbrechten - der Ball sprang vom Eckpfosten ins Netz - in Führung gingen. Die Hoffnung, daß die einheimische Elf mit der Leistung des Gegners wachsen würde, ging leider nicht in Erfüllung. Lediglich der linke Flügel leitete einige schöne Angriffe ein und wurde wiederholt sehr gefährlich. Buthmann hatte mit zwei Bomben, die gegen die Latte prallten, sehr viel Pech. Auf Vorlage von Gareis schoß er kurz darauf knapp daneben. Das Pech blieb unserer Mannschaft auch weiterhin treu. Trotz einiger Ecken und zahlreicher Gelegenheiten wollte nichts glücken. Die Gäste beherrschten fast vorwiegend das Feld, ihre Angriffe konnten aber immer wieder gestoppt werden. Beim Stande von 1:0 ging es in die Pause, nachdem hintereinander Arnold und Clasen fast zu Torehren gelangt waren. Man sah der zweiten Halbzeit deshalb durchaus nicht hoffungslos entgegen.

Um so enttäuschter war daher die Feststellung, daß die einheimische Mannschaft immer mehr auseinanderfiel, im Angriff völlig planlos spielte und nur in den ersten zehn Minuten nah dem Wechsel den Ton angab. Diese 45 Minuten waren arm an interessanten Kampfhandlungen und ließen allmählich die Erkenntnis aufkommen, daß mit dem aufgestellten Angriff das Spiel nicht zu gewinnen sei. Zwar wurde das Eckenverhältnis auf 7:7 egalisiert und das 1:0-Ergebnis lange gehalten, doch dann, als Köhn einen Schuß prallen ließ und der Mittelstürmer Novotny den Ball ins leere Tor schob, beherrschten die Ungarn das Spiel vollends. Ein drittes Tor, ebenfalls von Novotny geschossen, kam auch auf das Konto von Köhn, der vorher allerdings eine Reihe von gefährlichen Bällen glänzend gehalten hatte. Resigniert verließen Spieler und Zuschauer das Feld, als der Schlußpfiff ertönte. Die überaus faire Art, in der das Spiel durchgeführt wurde, versöhnte jedoch mit manchem Mangel an Spannung.
LGA

Lübeck-Mecklenburg: Köhn (Lübecker SV) - Bohnsack (Phönix Lübeck), Steffen (Polizei SV Lübeck) - Knaup (Schwerin 03), Arnold, Gellert (beide Phönix Lübeck) - Spahr (), Schaar, Gareis (beide Phönix Lübeck), Buthmann (Polizei SV Lübeck), Clasen (Polizei SV Lübeck).
Egyesület Budapest: Bastyovansky - Scücs I, Soponyat - Rigo, Prell, Schweng - Loczy, Kiß, Novotny, Scücs II, Kunos. Tore: 0:1 Kiß, 0:2 Novotny, 0:3 Novotny. - Schiedsrichter: Boldt (Hamburg). - Zuschauer: 1500.

Sonntag, 18. Aug. 1929
ATV Einigkeit Oldesloe - Heimstätten Moisling 8:4 (3:2)
Aus Anlaß des Gewerkschaftsfestes hatte sich der hiesige ATV die erste Mannschaft Heimstätten Moisling eingeladen. Die Oldesloer hatten hiermit denn auch keinen schlechten Griff getan, denn die Lübecker Gäste zeigten sich als äußerst faire Mannschaft und boten auch im Spiel recht ansprechende Leistungen. Die Oldesloer mußten mit reichlichem Ersatz antreten, konnten aber trotzdem durch ihren großen Eifer und ihre Schußfreudigkeit das Spiel so hoch gewinnen. Bei der Halbzeit stand das Spiel 3:2 für die Hiesigen. Nach der Pause spielten die Lübecker eine Zeit überlegen, konnten ausgleichen und sogar die Führung mit 4:3 an sich reißen. Dann besannen sich jedoch die Hiesigen, stellten wieder den Gleichstand her und erzielten durch vier weitere Tore einen verdienten 8:4-Sieg.
OL

Sonntag, 18. Aug. 1929
Tennis-Teutonia.
Hoch am Maste wehte auf den Spielplätzen im Kurgarten die neue große Fahne unseres Tennisvereins. Es galt, das Vorschlußrundenspiel in den Verbandsspielen des Schleswig-Holsteinischen Tennisverbandes gegen Segeberg, den Sieger der Mittelstaffel, auszutragen. Mit 12:4 Punkten (bei 25:8 Sätzen und 195:124 Spielen) war Tennis-Teutonia erfolgreich und sichert sich so den Platz in der Endmeisterschaft des Verbandes gegen den Sieger zwischen Ost- und Nordstaffel, ein Spiel, das gleichfalls am Sonntag stattfand. Das Endspiel findet voraussichtlich am 1. Sept. in Neumünster statt und zwar gegen den Düsternbrooker Tennisverein Kiel, den spielstärksten Verein von Schleswig-Holstein. Dürfen wir dabei auch nicht auf einen Sieg hoffen, so würde doch jeder Punkt als ein nennenswerter Erfolg der "Provinz" gegen die Hauptstadt zu buchen sein. An Lust und Eifer dieses Ziel zu erreichen, wird es unseren Spielern nicht fehlen.

Abgesehen von einigen regnerischen Stunden über die Mittagszeit war uns das Wetter günstig gestimmt. Die Kämpfe nahmen einen flotten Fortgang. Auch die Kaffeetafel bot in der strahlenden Nachmittagssonne auf dem grünen Rasen ein farbenprächtiges und frohes Bild. Die Damen des Vereins hatten dafür gesorgt, daß durch Menge und Auswahl der Kuchen und Torten auch der verwöhnteste Geschmack zufriedengestellt werden konnte. Am Abend fand noch ein kleiner Tanz in der "Harmonie" statt.

Als Vertreter des Vorstandes konnten wir den Pressewart des Verbandes bei uns begrüßen. Mögen die blau-weißen Fahnen noch recht häufig über eine solch erfolgreiche und fröhliche Veranstaltung wehen.
OL

Sonntag, 18. Aug. 1929
Freundschafts-Übungsspiele in Bargteheide.
Am Sonntagvormittag wurden auf dem Jahnplatz in Bargteheide einige Übungsspiele zwischen den Knabenabteilungen der Männerturnvereine Oldesloe und Bargteheide ausgetragen. Um 9 Uhr wurde mit einem Faustballspiel begonnen. Beide Mannschaften spielten, wenn auch zuerst reichlich nervös, ein ruhiges, ausgeglichenes Spiel. Gewinnen konnten die Bargteheider Knaben mit 54:39. Anschließend folgte ein Schlagballspiel. Beiden Mannschaften waren die neuen Schlagballregeln noch nicht genug bekannt. In der ersten Halbzeit, in der die Bargteheider mit 20:2 führten, wurde nach den neuen Regeln gespielt. Die zweite Halbzeit wurde nach den alten Regeln durchgekämpft. Es gelang den Oldesloern durch gute Läufe, das Ergebnis bis zum Schluß auszugleichen. Mit einem Unentschieden von 34:34 trennten sich die Mannschaften.
OL

Freitag, 23. Aug. 1929
Fußballsport.
Nachdem die Vereine sich eineinhalb Jahre mit Freundschaftsspielen begnügen mußten, kommen am kommenden Sonntag die ersten Punktspiele zur Durchführung. Die Oberliga in Lübeck-Mecklenburg wird durch folgende Mannschaften vertreten: LBV Phönix, Lübecker SV, VfR Lübeck, Oldesloer SV, Germania Wismar, VfL Schwerin, Schwerin 03 und Rostock 95. Als ernstliche Anwärter auf den Meistertitel kommen neben dem LBV Phönix noch VfL Schwerin und die Jungmannschaft des Lübecker SV in Frage.
LGA

Samstag, 24. Aug. 1929
OSV gegen LBV Phönix.
Am kommenden Sonntag beginnen nun endlich die Bezirksspiele wieder, sind dieselben doch 1928/29 durch die Neugestaltung ganz ausgefallen. Die Bezirksspiele rufen ja bekanntlich beim Publikum großes Interesse hervor, da diese doch stets frisch und mit aller Energie durchgeführt werden, so daß gerade in diesen die schönsten Kampfmomente zu erwarten sind.

Der OSV trifft nun am Sonntag gleich auf den Altmeister LBV Phönix, der dem OSV seine stärkste Mannschaft entgegenstellt; der Halbrechte Schaar wirkte bereits für Norddeutschland mit. Der OSV muß leider durch Fortzug und Verletzung auf seine Spieler Peemöller, Witt und Knickrehm verzichten. Wir erwarten jedoch, daß die Mannschaft sich ihrer Aufgabe bewußt ist und daß jeder einzelne sein Bestes hergibt, um die Zugehörigkeit zur Oberliga weiterhin zu bewahren.

Am 1. Jan. 1930 wird aller Voraussicht nach Heino Stamer nach Oldesloe zurückkehren und bedeutet dieses eine wesentliche Verstärkung für den OSV, so daß wir mit aller Zuversicht in die Zukunft blicken dürfen. Wegen des Sängerbundestages beginnt das Spiel bereits um 9 Uhr vormittags.
OL

Samstag, 24. Aug. 1929
Oberrealschule.
34 Schüler fuhren nach Segeberg, um dort an den für den Bezirk Südholstein angesetzten Preußenspielen im Schlagball teilzunehmen. Die A-Mannschaft (1912 und früher geboren) spielte gegen die Aufbauschule 44:70 und gegen das Realgymnasium Reinbek 25:13. Da Segeberg auch gegen Reinbek 47:14 gewann, kommt diese Mannschaft als Vertreter der A-Gruppe zu dem Entscheidungskampf nach Elmshorn. Unsere B-Mannschaft (1913 und später geboren) überspielte Segeberg mit 53:25 und das Realgymnasium Altona 71:13 und vertritt nun Südholstein am 7. Sept. im Entscheidungskampf. Außerdem wurden noch zwei Faustballspiele ausgetragen. Die erste Mannschaft verlor gegen Segeberg 32:48 und die zweite Mannschaft besiegte Segeberg 32:25. Eine 4 mal 100-Meter-Staffel gewann unsere Oberrealschule.
OL

Sonntag, 25. Aug. 1929 - 1. Punktspiel
Oldesloer SV - Phönix Lübeck 1:2 (1:1)
Der knappe 2:1-Sieg des LBV Phönix in Oldesloe war, wie schon das Ergebnis beweist, nicht sonderlich überzeugend. Die Lübecker zeigten zwar die erwartete technische Überlegenheit, konnten sich aber bei der hervorragenden Oldesloer Deckung nicht durchsetzen. Nachdem die Oldesloer durch Lindemeier in Führung gegangen waren, stellte Haack kurz vor der Pause im Anschluß an einen Strafstoß den Ausgleich her. Kurz nach dem Wechsel erzielte Schmidt nach einem famosen Alleingang den siegbringenden Treffer. Trotz starken Drängens gelang es den Lübeckern nicht, das Ergebnis zu erhöhen.
LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Hans Schacht, Schlüter, Drews II, Grote, Ohlrogge, Walter Lindemeier - Ersatz: Rieckhoff. Phönix Lübeck (Ankündigung): Freynhagen - Barg, Bohnsack - Gellert, Ruppelt, Haack - Schmidt, Ahrens, Gareis, Schaar, Schnoor. Tore: 1:0 Lindemeier, 1:1 Haack, 1:2 Schmidt.

Sonntag, 25. Aug. 1929
Knabenabteilung im MTV.
Die Knabenabteilung des Männerturnvereins von 1862 war zu den Turnbrüdern nach Trittau gefahren. Es wurden Handball-, Schlagball- und Faustballspiele ausgetragen. Die Oldesloer Knaben mußten auf einige ihrer besten Spieler, die im Trommler- und Pfeiferkorps anderweitig beschäftigt waren, verzichten. Die Trittauer Knaben stellten eine körperlich sehr große Mannschaft. Schon vor Beginn der Spiele bekamen die Oldesloer Angst vor dem größeren und älteren Gegner; aber die Spiele zeigten, daß diese Angst ganz unberechtigt war. Als erstes wurde ein Handballspiel ausgetragen. Die Oldesloer stellten fOlgende Knaben dem Gegner: Weber - Reimann, Neßler - Bünning, Meyer I, Rosehr - Plath. Reese, Petersen I, Haberland, Walter. Beide Mannschaften führten ein flottes und ruhiges Spiel vor. Die Oldesloer Spieler brauchten sich nicht vor dem älteren Gegner zu schämen. Sie behielten das Spiel vollkommen offen. Das Spiel ging unverdient mit 5:3 (Halbzeit 2:1) verloren.

Als zweites wurde dann ein Faustballspiel ausgetragen. Auch dieses Spiel wurde sehr flott durchgeführt. Bis zur Halbzeit lagen die Oldesloer Knaben mit 27:26 Punkten (Fehlerzählung) in Führung. Lediglich durch die Lustlosigkeit eines Spielers ging das Spiel mit 76:64 am Schluß verloren. - Als letztes wurde dann ein Schlagballspiel ausgetragen. Die Trittauer zeigten im Schlagen wie im Feldspiel gute Leistungen; sie siegten mit 29:2 Punkten. - Am 1. Sept. fahren die Oldesloer Knaben nach Traventhal zu dem Bezirksturnfest des ersten Bezirks im Travegau. Hoffentlich zeigen dort die Oldesloer Turnknaben, daß sie von vornherein keine Angst vor dem Gegner haben, denn mit Angst gewinnt man keinen Wettkampf. Darum zeigt, daß ihr zu kämpfen versteht.
OL

Dienstag, 27. Aug. 1929
Unfälle.
Von besonderem Mißgeschick wurde am 25. Aug. die Ligamannschaft des Oldesloer SV bei ihrem Kampf gegen LBV Phönix verfolgt. Die Mitspieler Willy Schlüter und Willy Höppner, beide aus Oldesloe, erlitten schwere Unfälle. Ersterer brach sich das rechte Handgelenk, der zweite erlitt einen doppelten Schlüsselbeinbruch. Die anwesenden Mitglieder der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz legten sofort die erforderlichen Notverbände an, worauf die Überführung ins Krankenhaus erfolgte.
OL

Samstag, 31. Aug. 1929
Fußballsport am Sonntag.
Die Liga fährt am Sonntag mit dem Omnibus nach Schwerin und spielt dort gegen den VfL im Bezirksspiel. Abfahrt morgens 9 Uhr vom "Deutschen Haus". Beginn des Spiels bereits 2.30 Uhr. - Auf dem Exer spielt um 3 ½ Uhr die Reservemannschaft des OSV gegen den VfL Kücknitz das fällige Bezirksspiel.
OL

Samstag, 31. Aug. 1929
MTV von 1862.
Am morgigen Sonntag fahren etwa 50 Turner und Turnerinnen in Begleitung des Spielmannszuges der hiesigen Stadtschule nach Traventhal, um an dem Bezirksturnfest des ersten Bezirks im Travegau der Deutschen Turnerschaft teilzunehmen. Abfahrt der Teilnehmer morgens 8 Uhr. Wünschen wir den Turnern einen sonnigen Tag und schöne Erfolge.
OL

Samstag, 31. Aug. 1929
Sportfest in Pölitz.
Zum zweiten Male seit seinem Bestehen tritt der Spiel- und Sportverein Pölitz am Sonntag mit einem Sportfest an die Öffentlichkeit. Die vorjährige Veranstaltung dieser Art dürfte noch allgemein in Erinnerung sein. Inzwischen ist in den einzelnen Abteilungen fleißig gearbeitet worden; so konnte z.B. die erste Fußballmannschaft die Meisterschaft ihres Bezirks erringen. Gemeldet haben die Vereine aus Boden, Stubben, Negernbötel und Trittau. Auch der Oldesloer Sportverein wird sich mit namhaften Kräften an den Kämpfen beteiligen. Somit ist die Gewähr für gute sportliche Darbietungen gegeben.
OL

Sonntag, 1. Sept. 1929
2. Punktspiel - VfL Schwerin - Oldesloer SV 3:2 (1:1)
Der zweite Punktspielsonntag in Lübeck-Mecklenburg brachte die erwarteten Siege der Favoriten. In Schwerin wäre es allerdings um ein Haar zu einem Punktverlust des VfL Schwerin gekommen, der nach zweimaliger Führung des Oldesloer SV erst acht Minuten vor Schluß einen 3:2-Sieg sicherstellte.
LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Georg Pochat, Knickrehm - Walter Lindemeier, Drews, Grote, Ohlrogge, Lüders.

Sonntag, 1. Sept. 1929
Sportfest in Pölitz.
Vom schönsten Wetter begünstigt, fand das Sportfest des Spiel- und Sportvereins Pölitz statt. Am Abend versammelten sich die Teilnehmer und Gäste zahlreich im Vereinslokal "Pölitzer Mühle". Nach einer Begrüßungsansprache durch den 1. Vorsitzenden, Lehrer Hillers, in der auf die segensreichen Bestrebungen des Vereins und auf die Notwendigkeit der Leibesübungen hingewiesen wurde, fand die Siegerverkündung statt. Im Anschluß daran zeigten die Turner und Turnerinnen ihr Können am Reck und Barren. Mancher guten Übung folgte der Beifall der Zuschauer. Anerkennenswert ist die Tatsache, daß der Verein gerade auf eine vielseitige Ausbildung des Körpers Wert legt. Alsdann trat der Tanz in seine Rechte. Alles in allem kann der Verein mit diesem Fest, das sich dem vorjährigen würdig anschließt, vollauf zufrieden sein.
OL

Die Ergebnisse - Dreikampf

Männer: Außer Konkurrenz W. Wigger (OSV) 130 Punkte. 1. E. Freitag (Pölitz) 114, 2. O. Wriggers (Pölitz), 3. W. Pöhlsen (Pölitz), 4. H. Heitmann (Pölitz), 5. W. Stäcker (Pölitz).

Knaben: 1. H. Klocke (Pölitz) 256 Punkte, 2. E. Krahn (Pölitz) 232, 3. F. Rathje (Boden), 4. G. Bruhns (Pölitz).

Faustball, Damen:

Mollhagen I - OSV 63:59, Mollhagen I - Pölitz 65:48, OSV - Mollhagen II 63:52, Pölitz - Mollhagen II 57:51. Männer: Mollhagen - Boden 36:34, Pölitz - Mollhagen 56:50. Schüler: Boden - Trittau 28:24, Pölitz - Boden 59:50. Fußball: Boden - Stubben 8:0. Schüler: Pölitz - Boden 2:0, Pölitz - Trittau 1:1, Trittau - Boden 3:2. Pölitz - Trittau 1:0.

Sonntag, 1. Sept. 1929
Fahnenweihe des Turnvereins Traventhal.
In Traventhal herrschte Hochbetrieb und zwar stand es vollständig unter dem Zeichen der Turnerei. Der Turnverein Traventhal konnte eines der schönsten Feste im Vereinsleben, die Fahnenweihe, feiern. Außerdem wurde mit dieser Veranstaltung das Bezirksturnfest des ersten Bezirks im Travegau der Deutschen Turnerschaft verbunden. Der Festort war überaus reichlich beflaggt und mit Girlanden ausgeschmückt. Um 9 Uhr wurde mit den Wettkämpfen begonnen. Über 200 Wettkämpfer waren angetreten, und trotz der großen Hitze wurde heiß um die Siegespalme, den schlichten Eichenkranz, gerungen.
OL

Die Ergebnisse der Turnerinnen und Turner des MTV Oldesloe

  • Männer - Zwölfkampf: 4. Fritz Uplegger 165 Punkte
  • Männer Mittelstufe Stadtvereine, Sechskampf: 3. Johannes Hennschen 71 Punkte
  • Männer Unterstufe, Sechskampf: 2. Werner Wohlers 72 Punkte
  • Dreikampf, männliche Jugend 1913/14: 3. Fritz Linau 61 Punkte, 4. Werner Braker 59, 9. Willi Lehrmann 46, 12. Hans Junge 41
  • Dreikampf, männliche Jugend 1911/12: 5. Ewald Wulf 52 Punkte, 8. Erich Löding 42
  • Knaben 1915/17 Dreikampf: 2. Lorenz Meier 67 Punkte, 3. Hermann Gercken 64, 4. Werner Klueß 63, 5. Hans Petersen 60, 7. Heinz Reese 59, 8. Hans Röschmann 58, 9. Theodor Rosehr 57, 13. Kurt Bunwig 52, 15. Karl Otto Reimann 51, 16. Bernhard Haberland 50
  • Knaben 1918/20, Dreikampf: 1. Gerhard Hormann 55 Punkte;
  • Frauen 1912 und früher geboren, Dreikampf: 3. Erna Hinrichsen 48 Punkte, 4. Mariechen Reher 45, 6. Mariechen Puls 37.


Montag, 2. Sept. 1929
Lüth wieder Obmann!!!

Donnerstag, 5. Sept. 1929
Jugendpflege.
In der Zeit vom 18. bis 21. Sept. 1929 wird auf dem Schersberge im Kreise Flensburg ein Bezirkslehrgang für Leibesübungen stattfinden. Aus dem Kreise Stormarn können zwei in der Jugendpflege tätige Personen an dem Lehrgang teilnehmen. Aus Staatsmitteln werden folgen Beihilfen gewährt: 1. Erstattung der baren Fahrtauslagen 3. Klasse, 2. eine Unterhaltsbeihilfe von 2,00 Mark je Tag. Die Teilnehmer werden in der Jugendherberge auf dem Schersberge untergebracht. Anmeldungen aus den angeschlossenen Vereinen nimmt Rektor Busemann bis zum 6. Sept. entgegen.
OL

Sonntag, 8. Sept. 1929
Gäste in Oldesloe.
Aus Anlaß des in Lübeck abgehaltenen Wandertages des Landesverbandes Nordmark des Bundes Deutscher Radfahrer hatte sich der Gaufahrwart des Gaues 4 Hamburg, Herr Schröder, und sein Stab mit einem sehr starken Anhange schon am Samstag hier eingefunden, um am Sonntag früh die Vorbereitungen für das Eintreffen des Haupttrosses an Ort und Stelle zu regeln. Während die jugendlichen Radsportler vorzügliche Aufnahme in unserem Jugend- und Sportheim fanden, hatte das städtische Verkehrsamt die Unterbringung der Erwachsenen auf besonderen Wunsch der Leitung und nach deren Angaben übernommen. Innerhalb weniger Minuten war die Quartierfrage gelöst. Nachdem die Teilnehmer ihre Quartiere aufgesucht hatten, begab sich jung und alt ins "Tivoli" zu dem gemütlichen Beisammensein. Hier herrschte bei gutem Besuch fröhlichste Stimmung. Hatten die vorhergehenden Stunden dem Radsport gehuldigt werden müssen, so trat nun neben Ansprachen, Vorträgen, Scherzen auch der Tanzsport in seine Rechte.

Irgendwelche Ermüdungserscheinungen konnten nicht festgestellt werden. Soviel läßt sich jedoch sagen, daß die Radler, die bereits einmal im Laufe dieses Jahres bei uns waren, sich sehr wohl gefühlt haben und bestimmt zusagten, im kommenden Jahre mit einer größeren radsportlichen Veranstaltung hier aufwarten zu wollen. Sonntag früh herrschte regster Betrieb vor dem "Tivoli". Immer mehr Radfahrer aus Hamburg fanden sich ein. Der Gauwart hatte alle Hände voll zu tun, um die Pflegebefohlenen abzufertigen und auf die Reise zu schicken nach dem Endziel Lübeck. Allen Teilnehmern ein glückhaftes "All Heil!" und ein fröhliches Wiedersehen im Jahre 1930.
OL

Sonntag, 8. Sept. 1929
Sportfest in Mollhagen.
Vom herrlichen Sonnenschein begünstigt, fand das diesjährige Sportfest des Turn- und Sportvereins Mollhagen statt. Von nah und fern waren die Wettkämpfer und Zuschauer herbeigeeilt. Die Sportvereine Wahlstedt, Trittau, Bünningstedt, Bargteheide, OSV und Mollhagen hatten Fußballmannschaften und eine große Anzahl Leichtathleten gestellt. Die erste Fußballmannschaft des Trittauer Sportklubs errang den Pokal.

Vom Oldesloer Sportverein war es nur eine kleine Gruppe, die sich aufgemacht hatte, bestehend aus sechs Herren und sechs Damen. Den Damen gelang es im Faustball nach hartem Kampfe, den ausgesetzten Pokal mit nach Hause zu nehmen. Sie spielten in folgender Aufstellung: Fräulein Schindler, Miethe, G Gerstand, H Gerstand, Lüß. Im 75-Meter-Lauf errangen Fräulein Miethe, G Gerstand und H Gerstand die ersten drei Preise. Die 4 mal 75-Meter-Staffel wurde infolge Fallenlassens des Staffelholzes verloren. Die Herren nahmen außer Wettbewerb teil. Im 100-Meter-Lauf liefen Georg Pochat in 11,0 Sekunden und Willi Wigger in 11,2 Sekunden feine Zeiten heraus. Lindemeier wurde Vierter in 12,1 Sekunden. Die Ortsstaffette sowie die 4 mal 100-Meter-Stafette wurden überlegen gewonnen. Nachdem die Wettkämpfe beendigt waren und die Wettkämpfer sich ein wenig von den Anstrengungen erholt hatten, begann um 8 Uhr der Festball im Vereinslokal. Der Vorsitzende des gastgebeneden Vereins, Herr Lorenz, begrüßte die Gäste und wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Sports für die deutsche Jugend hin. Nach der Siegerehrung dankten die Herren Vorsitzenden des Trittauer Sportklubs und des Wahlstedter Sportvereins für die gastliche Aufnahme und wünschten dem Fest weiter einen guten Verlauf. Großen Zuspruch hatten die Verlosung und die Fackelpolonaise durch den Garten. Noch lange blieben die Sportskameraden beisammen und schwangen das Tanzbein. Es war dies für die Teilnehmer ein schönes Sportfest. Gern erinnert sich jeder der schön verlebten Stunden. Leider viel zu früh fuhr der Zug, der uns wieder nach Oldesloe brachte.
OL

Mittwoch, 11. Sept. 1929
Tennis-Teutonia.
Die Vereinsmeisterschaften sind beendet. Unser Verein hat sich glänzend geschlagen und nach den Punktspielen den zweiten Platz in der Provinz erkämpft. Das Vereinsturnier läßt die Spielfreudigkeit nach dem wundervollen Tenniswetter noch einmal zur größten Anspannung aufleben. Unser Stiftungsfest bringt das Tennisjahr zum Abschluß. Wir wollen am Donnerstag alle beraten, wann und wo es stattfinden soll; darum darf keiner fehlen.
OL

Sonntag, 15. Sept. 1929
Kreisspielfest.
In Ahrensburg fand auf dem Stormarnplatz das Kreisspielfest der Schulen Stormarns statt. Der Kreisspielleiter, Herr Lehrer Huse-Ahrensburg, begrüßte die gegen 400 erschienenen Kinder und deren Angehörige, worauf für die Knaben der Dreikampf begann, während die Mädchen die Spiele austrugen. Seitens der Gemeinde wurde den Kindern ein warmes Mittagessen geboten. Nachmittags erfolgte die Fortsetzung der Spiele, endigend mit Freiübungen, die von Herrn Lehrer Diekgräf aus Bargteheide geleitet wurden. Mit der Siegerverkündung erreichte das bei schönstem Wetter verlaufene Fest sein Ende.
LGA

Die Ergebnisse Oldesloer Schülerinnen und Schüler


Knaben, Dreikampf

  • Gruppe A: 2. Schumann 55 Punkte;
  • Gruppe B: 1. Gerken 74, 2. Glunz (alle Oberrealschule) 72, 3. Hanelt (Stadtschule) 71, 4. Heer (Oberrealschule) 61, 5. Röschmann (Stadtschule) 61, 6. Petersen (Oberrealschule) 60;
  • Gruppe C: 3. Lindemann (Oberrealschule) 64, 4. Becker (Stadtschule) 62, 5. Hormann 62, 6. Pfeiffer (beide Oberrealschule) 62; Mädchen
  • Gruppe D: 1. Hammerich 67, 11. Schuppenhauer (beide Stadtschule) 56.

 

Mittwoch, 18. Sept. 1929
Tennis-Teutonia.
Auf der letzten Mitgliederversammlung, welche verhältnismäßig gut besucht war, wurde sehr eingehend über das diesjährige Stiftungsfest gesprochen. Es findet am 12. Okt. statt und wird in den Räumen der "Harmonie" gefeiert. Ein Festausschuß hat bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Es ist zu hoffen, daß es wieder das Fest sein wird, das seine Anziehungskraft nicht verfehlt, zumal Klubfreunde aus den benachbarten Städten ihre Zusage gegeben haben.
OL

Samstag, 21. Sept. 1929
Lübeck-Mecklenburg gegen Kiel.
Sonntag 4 Uhr Karlshof. Entgegen den ersten Nachrichten, daß die Kieler eine Kombination aus den beiden Vereinen Kilia und Borussia stellen würden, wird die Kieler Elf nun mit Ausnahme von zwei Spielern - Thormählen (Gaarden) und Drenkhahn (Olympia Neumünster) - ausschließlich aus Kilianern bestehen. Die Einheitlichkeit der Elf verbürgt zwar ein sofortiges Sichverstehen aller Spieler, aber bei vorsichtiger Abwägung aller Chancen muß man unserer Bezirksvertretung doch ein klares Plus einräumen. Wenn das Ansehen des Lübeck-Mecklenburger Bezirks nicht gefährdet werden soll, müssen die Kieler Gäste klar distanziert werden. Hoffentlich sind alle Spieler von der ersten bis zur letzten Minute mit einem Feuereifer bei der Sache, um die Überheblichkeit des Kieler Bezirks, der es scheinbar nicht für nötig hält, uns die erste Garnitur mit den Holstein-Spielern zu schicken, durch einen eindrucksvollen Sieg zu beweisen. Die Kieler Mannschaft spielt in rotem Jersey, weißer Hose, blauen Strümpfen.
LGA

Samstag, 21. Sept. 1929
MTV von 1862.
Am morgigen Sonntag trägt der Männerturnverein von 1862 seine diesjährigen Pokalspiele mit dem Turn- und Sportverein Schlutup aus, und zwar kämpfen die Vereine um den von Herrn Kaffeehausbesitzer Hans Nowoweski gestifteten Pokal, sowie um die von der Spar- und Leihkasse der Stadt Oldesloe gestifteten Wanderplakette.
Es finden folgende Spiele statt: 2.00 Uhr Faustballspiel der ersten Männermannschaft, 2.40 Uhr: Faustballspiel der ersten Jugendmannschaft, 3.15 Uhr 3 mal 1000-Meter-Staffel, 4.30 Uhr Handballspiel der ersten Männermannschaft. Ferner findet noch ein Handballspiel der zweiten Männermannschaft gegen den Schwartauer Männerturnverein statt. Das Spiel beginnt um 1.30 Uhr. Da sich beide Wanderpreise zur zeit in den Händen des MTV befinden, wird derselbe alles daransetzen, auch dieses Jahr dieselben zu erringen. Abends vereinigen sich die Turnbrüder und Gäste im "Stadtcafe" bei Turnbruder Hans Nowoweski zum gemütlichen Beisammensein.
OL

Samstag, 21. Sept. 1929
Sportverein Einigkeit.
Morgen, Sonntag, 2 ½ Uhr, spielt die erste Mannschaft des hiesigen Sportvereins Einigkeit ihr fälliges Punktspiel gegen Ratzeburg. Da Ratzeburg sehr spielstark ist, ist ein harter Kampf zu erwarten.
OL

Samstag, 21. Sept. 1929
Pokalkegeln in Oldesloe.
Der Oldesloer Keglerverband hat nun sein 500-Wurf-Pokalkegeln zum zweiten Mal wieder beendet. Sieger wurde, wie auch schon im Vorjahr, der Kegelklub "Acht um'n König". Der Kegelklub "Beste" hatte bei den letzten 200 Wurf die Führung erlangt, doch im Endkampf konnte "Acht um'n König" ihm diese wieder entreißen und zum zweiten Male den wertvollen Silberpokal gewinnen. Gelingt es diesem Klub im nächsten Jahr, an der Spitze zu sein, so geht der Pokal als Eigentum in den Besitz des Klubs über. In der siegende Mannschaft warf unser 60jähriger Kegelbruder August Schulze die Höchstzahl in 500 Wurf: 3619 Holz. Bester Einzelkegler wurde der Kegelbruder Walter Huth. Ein dreifaches "Gut Holz"!
OL

Sonntag, 22. Sept. 1929
Lübeck-Mecklenburg schlägt Kiel 3:2 (2:1).
Der achte Kampf zwischen den Bezirksmannschaften von Kiel und Lübeck-Mecklenburg sah die einheimische Elf endlich wieder einmal siegreich. Eine höhere Bedeutung ist dem Siege allerdings nicht zuzuschreiben, denn diese Kieler Mannschaft, die mit Ausnahme von zwei Spielern sich lediglich aus Kilia-Spielern rekrutierte, hätte trotz ihrer annehmbaren Leistung auch von den führenden Vereinsmannschaften des Lübeck-Mecklenburger Bezirks eine Niederlage erlitten. Die Vorbedingungen für den Kampf waren, wenn man von dem kalten Nordwestwind absieht, die denkbar günstigsten, als der Schiedsrichter Dr. Waßmund kurz nach 4 Uhr die beiden Spielführer zur Wahl rief.

Der Spielverlauf war durch eine anfänglich sehr schwache Gesamtleistung der Lübecker Elf gekennzeichnet, deren Leistungskurve erst nach dem Wechsel anstieg. Kiel ging in der 37. Minute durch Mittelstürmer Mißfeldt in Führung. Wenige Minute später erzielte Steffens im Anschluß an einen Strafstoß den Ausgleich, und Schmidt stellte kurz vor der Pause eine 2:1-Führung her. Ein Mißverständnis in der Lübecker Hintermannschaft brachte den Gästen unmittelbar nach Wiederanstoß durch Grapengeter den Ausgleich. Dann wurde die Lübecker Elf, in der die Läuferreihe, jetzt mit Ruppelt in der Mitte, immer besser und sicherte sich eine klare Überlegenheit. Die Kieler Deckung konnte das Führungstor aber mit zurückgezogener Läuferreihe solange vermeiden, bis Buthmann einen Elfmeter sicher zum dritten Erfolg einschoß. Trotz beiderseitiger Anstrengungen blieb es bei diesem Ergebnis. Der Sieg der Lübecker war in jeder Hinsicht verdient.
LGA

Lübeck-Mecklenburg: Freynhagen - Bohnsack, Niebuhr - Gellert, Clasen, Knaup - Bethge, Ruppelt, Steffens, Buthmann, Schmidt.
Kiel: Claußen - Thormälen, Petersen - Krönert, Sandau, Busch - Köln, Grapengeter, Mißfeldt, Bock, Drenkhahn. Tore: 0:1 Mißfeldt (37.), 1:1 Steffens, 2:1 Schmidt, 2:2 Grapengeter, 3:2 Buthmann (Elfmeter). - Schiedsrichter: Dr. Waßmund.

Sonntag, 22. Sept. 1929 - 3. Punktspiel
Oldesloer SV - Lübecker SV 3:3 (2:2)
Es entwickelte sich ein frisches Spiel zweier einander ebenbürtiger Mannschaften, bei dem die Einheimischen zunächst noch eine leichte Überlegenheit herausarbeiten können, da die Lübecker sich auf dem kleinen Platz schwerer zusammenfinden. Schon nach fünf Minuten kann Oldesloe durch Grote in seiner Erfassung der Lage vor dem Tor in Führung gehen. Die Lübecker raffen sich unter Leitung ihres alten Führers Schulz jedoch zusammen, und ihm, der in großer Form ist, gelingt nach kurzer Zeit der Ausgleich. Der scharfe Schuß war für Knuth nicht haltbar. Das Spiel geht nun auf und ab, bringt beide Tore in Gefahr, doch keinen Erfolg. Erst bei einem Angriff der Oldesloer Stürmerreihe, bei dem die Lübecker Verteidigung ihrem Torwart die Sicht versperrt, gibt Kuhlmann den Ball zu weit zurück, so daß er fast die Linie berührt. Ohlrogge stößt sicherheitshalber nach und stellt das Ergebnis damit auf 2:1 für die Einheimischen. Schulz wird zu hart im Strafraum gelegt. Elfmeter für Lübeck und damit erneuter Gleichstand 2:2, an dem sich bis zur Pause nichts ändert.

Auch in der zweiten Spielzeit bleibt das Spiel schnell und hart, aber jederzeit fair. Die Anhänger beider Mannschaften feuern an und halten sich hier, da auch die Lübecker mit starkem Aufgebot angetreten sind, die Waage, genau wie die Elf im Innenraum. Wieder kann Oldesloe die Führung durch Ohlrogge an sich reißen. Einsetzen aller Kräfte auf beiden Seiten. "Jule" Schulz wird auf seinem Außenposten zum Sturmführer, einmal nach dem anderen rast er die Linie herunter, gibt feine Flanken zur Mitte, die aber nicht den gewünschten Erfolg bringen dank der vorzüglichen Verteidigung des Gegners. Endlich kann Schulz sich bis kurz vor das Tor durchspielen. Er schießt nun selbst und erzielt den Ausgleich. Zum Siegtor reicht es für keine Seite mehr. Das Ergebnis ist an den beiderseitigen Leistungen gemessen gerecht.
OSV Reserve gegen LSV Reserve 3:1!

OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Georg Pochat, Knickrehm - Bohnsack, Grote, Drews, Ohlrogge, Walter Lindemeier. Tore: 1:0 Grote (5.), 1:1 Schulz, 2:1 Ohlrogge, 2:2 (Elfmeter), 3:2 Ohlrogge, 3:3 Schulz.

Sonntag, 22. Sept. 1929
Aus der Deutschen Turnerschaft.
Schlutup war nach Oldesloe gefahren, um gegen den dortigen MTV einen Vereinskampf um einen Wanderpreis auszutragen. In den beiden Faustballspielen siegte Schlutup, die 3 mal 1000-Meter-Staffel wurde von Oldesloe gewonnen, während das Handballspiel knapp aber verdient 4:3 für die Gäste endete.
LGA

Sonntag, 22. Sept. 1929
Einigkeit - Ratzeburg

Montag, 23. Sept. 1929
MV OSV im "Deutschen Haus"

Mittwoch, 25. Sept. 1929
13 Spieler beim Fußball
In der englischen Presse ist eine interessannte Diskussion über eine Reform des Fußballspiels aufgetaucht. Es wird der Vorschlag gemacht, die Zahl der Spieler von 11 auf 13 zu erhöhen und mit sechs Stürmern zu spielen, denen als Verstärkung der Hintermannschaft ein zwischen den Verteidigern und Läufern spielender vierter Abwehrspieler entgegengestellt werden soll. Das Schicksal dieser Reformvorschläge läßt sich noch nicht absehen. Die Professionalklubs sind Reformen, die das Spiel beleben und interessanter gestalten, im Hinblick auf die Anziehungskraft und die Zuschauer eher zugeneigt als der Amateursport. Man denkt an die Änderung der Abseitsregel, die derzeit eine große Umwälzung bedeutete und heute als selbstverständlich hingenommen wird.
OL

Samstag, 28. Sept. 1929
Fußball
Am Sonntag unternimmt die Jugend des OSV einen kleinen Ausflug nach Rethwischdorf. Die Spieler und Schlachtenbummler treffen sich morgens um 7 ¾ Uhr in der Bahnhofstraße, Ecke Klaus-Groth-Straße. Unter Führung des lustigen "Kalle" geht es dann nach Rethwischdorf. Da die Jugend gern Fußball spielt, wird nach Ankunft ein Freundschaftsspiel gegen den dortigen VfR von 1926 ausgetragen. Da beide Mannschaften recht eifrig sind, dürfte ein interessantes Spiel zu erwarten sein. Darum: "Auf nach Rethwischdorf!"
OL

Sonntag, 29. Sept. 1929 - 4. Punktspiel
Oldesloer SV - VfR Lübeck 2:1 (1:0)
Nachdem die OSV-Mannschaft in den drei ersten Spielen zwei ganz knappe Niederlagen und ein Unentschieden erzielt hatte, gelang es der Mannschaft endlich, einen Sieg und zwei wertvolle Punkte unter Dach und Fach zu bringen. Der Gegner war der VfR Lübeck, eine Mannschaft, die in den bisherigen Spielen schon beachtliche Leistungen gezeigt hat. Der OSV trat in der bekannten Aufstellung an und hielt das Spiel stets offen. Nach interessantem Spiel, in dem beide Torhüter häufig eingreifen mußten, schoß Ohlrogge in der 32. Minute ein hübsches Tor; für den Torwächter war dieses Geschoß unhaltbar. Mit 1:0 für OSV geht es in die Pause.

Auch nach derselben sah man ein schönes Spiel zweier ebenbürtiger Gegner. Lübeck glich bald aus und nun begann der Endkampf. In diesem waren die Blau-Weißen jedoch die besseren. Die Gelegenheit, abermals in Führung zu gehen, gab ein Elfmeter für Oldesloe, der jedoch vom Torhüter der Lübecker gehalten wurde. Schon schien es, als sollte das Spiel 1:1 enden. Da kamen kurz vor Schluß die Blau-Weißen nochmals fein vor, ein kurzes Hin und Her und der Ball zappelte im Netz. 2:1. Bald darauf war Schluß. OSV hat sich gut geschlagen, desgleichen der unterlegene Gegner.
OSV Reserve gegen VfR Lübeck Reserve 2:2.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Hans Schacht, Ernst Kindt - Gustav Lüthje, Georg Pochat, Knickrehm - Bohnsack, Grote, Willi Drews, Ohlrogge, Walter Lindemeier. Tore: 1:0 Ohlrogge (32.), 1:1, 2:1.

Sonntag, 29. Sept. 1929
OSV
Die Jugendabteilung unternahm bei herrlichem Wetter und in bester Stimmung einen Ausflug nach Rethwischdorf, um gegen den dortigen VfR ein Freundschaftsspiel auszutragen. Da die Jugend wie immer mit große Eifer spielte, blieb der Erfolg nicht aus. Der VfR wurde glatt mit 11:1 überspielt.
OL