Spielzeit 1932 - 33
Teil 2

 

Samstag, 1. Okt. 1932
OSV gegen Germania Wismar


Der OSV hat am Sonntag um 2 Uhr auf dem Exer gegen Germania Wismar zu spielen. Die Germanen haben bereits vier Punkte und zeigten auch am letzten Sonntag im Spiel gegen den bisher ungeschlagegen Tabellenführer Schwerin 03, daß man sie nicht unterschätzen darf. Das Spiel endete mit einem knappen 2:1-Siege der Schweriner. Der OSV wird sich also vorsehen müssen, um nicht von den kampfkräftigen Germanen überrannt zu werden. Auf alle Fälle dürfte ein spannendes Spiel zu erwarten sein, da der Sieger noch die Möglichkeit hat, den Anschluß an die Spitzengruppe zu behalten. Vor dem Ligaspiel spielt unsere dritten Herrenmannschaft um 12.30 Uhr gegen Boden.
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Samstag, 1. Okt. 1932
70jährige Jubelfeier des Männerturnvereins von 1862

Der MTV Oldesloe feiert heute in der "Harmonie" seinen 70. Geburtstag. Der Verein hat keine Mühen gescheut und wird den Besuchern auch in diesem Jahre ein erstklassiges und abwechslungsreiches Programm bringen. Neben Aufführungen aus dem Übungsbetrieb, wie Gymnastik, Volkstänze, Keulenschwingen, Geräteturnen u.a. wird der Quartettverein Bölck einige Lieder zu Gehör bringen. In Anbetracht des guten Zwecks und der vom Turnverein verfolgten Ziele ist ihm ein volles Haus zu wünschen, zumal auch der Eintrittspreis mit 1,00 Mark die Möglichkeit zum Besuch der Veranstaltung zuläßt. Die Musik stellt die bekannte Kapelle Hopf. Anfang pünktlich 20 ½ Uhr.
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Samstag, 1. Okt. 1932
MTV von 1862

Der Männerturnverein beging in den festlich geschmückten Räumen der "Harmonie", wo auch die alte Fahne von 1862 Aufstellung gefunden hatte, seine 70jährige Gründungsfeier. Der Besuch war sehr zahlreich und brachte schon dadurch zum Ausdruck, wie stark der MTV mit der Bevölkerung verwachsen ist. Der Quartettverein Bölck hatte sich in den Dienst des Festabends gestellt, wobei gleich im Voraus zu sagen ist, daß er wie stets seine Zuhörer zu begeistertem Beifall hinriß und sich zu Zugaben bereit erklären mußte. Die Kapelle Hopf verdient volle Anerkennung, wobei zwei Solis für Xylophon besonders gefielen.

Nach kurzer Begrüßung durch Herrn Hans Karth stellte sich der Jubelverein in einer außerordentlich eindrucksvollen Massenpyramide der Turner und Turnerinnen den Anwesenden vor. Die Festrede hatte Herr Stadtturnrat Heinz Holst (Lübeck) übernommen. In Anlehnung an das nun ausklingende Goethe-Jahr dankte er dem Jubelverein für die sieben Jahrzehnte lange gemeinsame Arbeit im turnerischen Werden, die heute zur Freude am Erreichten berechtige und auf ein neues mutvolles Vorwärts mit Recht hoffen läßt.

Herr Oberschulrat Prof. Dr. Wolfgang Meyer (Wandsbek) überbrachte in herzlichen Worten die Grüße des Turnkreises Norden und überreichte dem sichtlich überraschten Turnbruder Emil Wohlers in Anerkennung seiner Verdienste um das Wesen des Turnens in Oldesloe den Ehrenbrief des Kreises Norden mit ehrenden Worten. Herr Turnoberlehrer Christian Ohrt als Vorsitzender des Ortsausschusses für Leibesübungen überreichte namens desselben einen Fahnennagel mit den besten Wünschen für die Zukunft.

Der sich nun anschließende bunte Teil des Abends, woran sich die von unseren Turnern nun einmal nicht anders gewohnten exakten Übungen am Barren und am Reck und das Flammen-Keulenschwingen, die Turnerinnen in ihren geschmeidigen Freiübungen und zuletzt der kleine turnerische Nachwuchs, die Mädels und Buben mit ihren humorvollen Tänzen und Spielen reihten, ließen die Stunden wie im Fluge vergehen und unterhielten die Gäste damit aufs beste.
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Sonntag, 2. Okt. 1932 - 5. Punktspiel
Oldesloer SV - Germania Wismar 1:3 (1:1)

Der OSV verstand es nicht, die vorhande technische Überlegenheit auszunutzen. Anstatt den Gegner durch flaches Paßspiel zu zermürben, ließen sich die Oldesloer das Spiel des Gegners aufdrängen. Das Abspiel unserer Hintermannschaft war unter aller Kritik. Mit solchen einfach in die Gegend getretenen Bällen kann kein Sturm etwas anfangen. Nach 20 Minuten geht der OSV in Führung. Schlüter läuft durch und gibt hoch zu Lindemeier und dieser gibt weich nach innen, so daß Stäcker einköpfen kann. Nach zehn Minuten gleicht Wismar aus. Das Spiel wird härter. Schacht wird verschiedentlich sehr unfair angegangen, ohne daß der Schiedsrichter eingreift. Mit 1:1 geht es in die Pause.

Der Beginn ließ auf einen Sieg des OSV hoffen. Nach fünf Minuten erzielt der OSV ein Tor. Der Torwächter der Germanen holte sich den Ball wieder zurück und dehte sich nochmals mit dem Ball über die Torlinie. Der Schiedsrichter pfeift und zeigt zunächst nach der Mittellinie. Nach Rücksprache mit der Wismaraner Hintermannschaft gibt er aber einen Strafstoß gegen den OSV. Man kann ruhig behaupten, daß der OSV durch diese krasse Fehlentscheidung um den Sieg gebracht wurde. Wenig später erzielte Wismar das Führungstor. 2:1. Gleich darauf vergab der OSV die letzte Chance. Schacht wurde wegen unfairen Spiels des Feldes verwiesen. Durch den verhängten Elfmeter baut Wismar die Führung auf 3:1 aus. Was nun folgte, hatte mit Fußball nichts mehr gemein. Es wurde von beiden Seiten lustig darauf los gebolzt, ohne daß der Schiedsrichter energisch durchgriff. Auch ein Spieler der Germanen wurde des Feldes verwiesen. Der OSV drängte jetzt so stark, daß sich die letzten 20 Minuten fast nur in der Hälfte der Mecklenburger abspielt. Wismar hatte zeitweise seine ganze Mannschaft im Strafraum und verteidigte den Vorsprung bis zum Schluß.

Das Spiel war leider nicht dazu angetan, das Interesse für den Fußballsport zu heben. Schiedsrichter, Spieler und leider auch ein Teil des Publikums waren hieran schuld. Wenn ein Spiel schon einmal härtere Formen annimmt, so sollten nicht noch die Zuschauer durch unangebrachte Zwischenrufe und Anpöbeleien der Spieler und des Schiedsrichters die gespannte Stimmung auf dem Spielfelde zum Sieden bringen.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Hans Schacht, Dwenger - Gustav Lüthje, Grote, Kock - Walter Lindemeier, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Fick, Willy Schlüter.
Tore: 1:0 Stäcker (20.), 1:1 (30.), 1:2, 1:3 (Elfmeter)

Sonntag, 2. Okt. 1932
Gute Ergebnisse beim Jubiläumskegeln in Hannover

Anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Norddeutsche Keglerverbandes, das in diesen Tagen zahlreiche Kegler aus allen Gauen Deutschlands in Hannover vereinigt, hatte der Bezirk 5, zu dem auch Oldesloe und Reinfeld gehört, eine Fünfermannschaft der Einzelmeister entsandt, die gegen die großen Verbände anzutreten hatte. Die Mannschaft konnte hervorragend bei diesen Kämpfen abschneiden und zwar wurden von den fünf Teilnehmern folgende Ergebnisse erzielt: Harms (Barmbek-Uhlenhorst) 767 Holz, Heel (Lübeck) 767, Basse (Barmbek) 758, Bertram (Oldesloe) 750, Baumgart (Reinfeld) 741 Holz. Die Mannschaft blieb nur mit wenig Holz hinter den großen Verbänden Hannover, Hamburg-Altona in den Bezirkskämpfen.
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Freitag, 7. Okt. 1932
Oldesloer Sportverein

Am kommenden Sonntag hat der OSV nur ein Fußballspiel zu bestreiten und zwar spielt die Reserve um 2 3/4 Uhr auf unserem Platz gegen Phönix-Jungreserve. Wir halten diese Mannschaft für den stärksten Gegner unserer Mannschaft, zumal Phönix diese Spieler dazu ausersehen hat, später in die Liga aufzurücken. Unsere Reserve wird also ihr ganzes Können aufbieten müssen, um sich die Führung zu erhalten. Die Liga des OSV trainiert am Sonntag morgen auf dem Exer, auch die übrigen spielfreien Mannschaften nehmen hieran teil. - Morgens um 11 Uhr findet seit längerer Zeit hier wieder ein Handballspiel statt. Die erste Handballmannschaft des OSV spielt gegen Ruka II.

Alle Sportinteressenten möchten wir darauf hinweisen, daß am Samstag, Sonntag und Montag in den "Hansa-Lichtspielen" ein Film über den Länderkampf Deutschland gegen Schweiz, in dem unser Mitglied Georg Pochat die deutschen Farben ehrenvoll vertrat, läuft. Gezeigt wird u.a. der 800-Meter-Lauf, in dem Pochat als Zweiter hinter dem Deutschen Engelhardt einkommt, und ein Abschnitt aus der 4 mal 400-Meter-Staffel; auch hier wirkte Pochat mit.
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Freitag, 7. Okt. 1932
30jähriges Stiftungsfest des OSV

Der Oldesloer Sportverein kann in diesem Jahre auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken und zwar wurde im Herbst des Jahres 1902 als erster Fußballverein in unserer Stadt der FC Teutonia gegründet. Der Verein verschmolz sich später mit dem Oldesloer Ballspielclub von 1906 und dem MTV zu dem MTBV. Nach Trennung von Turnen und Sport entstand hieraus der heutige Oldesloer Sportverein, während der MTV seinen alten Namen wieder annahm. Die Vorbereitungen, um diesem Fest einen würdigen Rahmen zu geben, sind bereits seit längerer Zeit im Gange. Das Stiftungsfest findet am Samstag, dem 29. Okt., in der "Harmonie" statt. Die Eintrittspreise sind den heutigen Zeitverhältnissen angepaßt und zwar kostet der Eintritt für Nichtmitglieder 1,00 Mark und für Mitglieder 0,80 Mark.
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Samstag, 8. Okt. 1932
Turn- und Sportverein Einigkeit

Am kommenden Sonntag herrscht auf dem Bürgerpark Hochbetrieb. Alle Mannschaften unseres Vereins werden dann ihr Können zeigen. 9 ½ Uhr: Einigkeit Schüler gegen Mölln Schüler. Hier treffen unsere Schüler auf einen unbekannten Gegner, sie werden aber wohl hier einen weiteren Sieg erringen können. 10 ½ Uhr: Einigkeit dritte Herren gegen Mölln zweite Herren. Unsere dritte Mannschaft tritt zum ersten Male an die Öffentlichkeit; sie stößt hier auf einen ebenfalls neuen Gegner. Wir hoffen und wünschen gutes Abschneiden. 12 Uhr: Einigkeit zweite Herren gegen Mölln erste Herren. Es wird hier einen interessanten Kampf geben, da die Möllner in einigen Klassen über unserer zweiten Mannschaft stehen. Unsere zweite Mannschaft, verstärkt durch einige gute Spieler, wird einen schweren Kampf zu bestehen haben, um ehrenvoll abzuschneiden. 14 ½ Uhr: Einigkeit gegen Stockelsdorf. Wenn unsere erste Mannschaft sich hier nicht energisch ranhält, wird sie von der Spitzengruppe abrücken und keine Aussichten zum Aufrücken mehr haben. Also heißt es am Sonntag: Kämpfen und siegen. Es wird hier ein spannender Kampf zu erwarten sein.
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Sonntag, 9. Okt. 1932
OSV Reserve gegen Phönix Lübeck Jungreserve 4:1 (0:0)

In der ersten Halbzeit konnten beide Mannschaften nicht ins Spiel kommen. Erst in der zweiten Halbzeit setzte sich das reifere Können unserer Elf durch. Ein gegen den OSV verhängter Elfmeter wurde von Grantz gehalten. Die Angriffe des OSV wurden nun gefährlicher. Eine Flanke von Botje köpft der halblinks spielende Paul Drews im Sprung zum 1:0 ein. Das zweite Tor fiel durch Willy Drews. Einen gegen den Phönix verhängten Elfmeter verwandelte Peemöller zum 3:0. Paul Drews war der Schütze des vierten Tores. Durch einen unnötigerweise verwirkten Elfmeter kam Phönix zum Ehrentor. - Handball: OSV gegen Ruka II 10:3.
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Samstag, 15. Okt. 1932
OSV gegen Rostock 95

Der OSV hat am Sonntag sein vorletztes Bezirksspiel der Herbstserie gegen Rostock 95 auszutragen. Das Spiel findet um 2 Uhr auf dem Bürgerpark statt. Rostock nimmt mit zwei Punkten aus fünf Spielen zur Zeit den vorletzten Platz der Tabelle hinter dem OSV ein. Durch einen Sieg der Rostocker würde der OSV also auf den letzten Platz zurückfallen. Wenn der Abschluß an die Spitzengruppe durch das schlechte Spiel gegen Germania verpaßt wurde, so erwarten wir von den OSVern, daß sie den schlechten Eindruck dieses Spiels wieder verwischen und sich wieder auf sich besinnen. Dieses sind die Spieler dem Publikum und ihrem Verein schuldig. An das Publikum möchten wir nochmals die höfliche Bitte richten, Schiedsrichter und Spieler nicht durch Zurufe aus dem Konzept zu bringen. Anschließend an das Ligaspiel spielt die dritte Mannschaft des OSV gegen Rümpel. Die dritte Mannschaft ist jetzt dem Bezirk gemeldet und wird an den Bezirksspielen der Landvereine teilnehmen.
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Sonntag, 16. Okt. 1932
35. Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes in Wiesbaden.


Sonntag, 16. Okt. 1932
6. Punktspiel: Oldesloer SV - Rostock 95 3:1 (3:0)

Der OSV kam gleich gut ins Spiel und die technische Überlegenheit zeigt, daß das jetzt eifrig betriebene Training unter Leitung des bekannten mehrfachen Internationalen Walter Risse nicht vergebens ist. Unsere Stürmer konnten sich aber zunächst gegen die körperlich überlegene Rostocker Hintermannschaft nicht durchsetzen. Erst gegen Mitte der ersten Halbzeit erzielt Wolherr das erste Tor. Der OSV blieb weiterhin leicht überlegen. Zehn Minuten vor der Pause macht ein Rostocker Hand im Strafraum. Den Elfmeter verwandelt Paul Drews sicher zum 2:0. Die Rostocker haben jetzt bange Minuten zu überstehen, ihr guter Torwart verhindert aber zunächst weitere Erfolge der Oldesloer. Erst ein Bombenschuß von Lüthje aus dem Hintergrund ergibt eine 3:0-Führung für den OSV bis zur Halbzeit.

Nach der Pause erwartete man allgemein, daß der OSV seine Führung weiter ausbauen würde. Unser Sturm übertrieb aber das Innenspiel und machte so den Rostockern die Abwehr leicht. Durch einen Schrägschuß des Halbrechten erzielte Rostock nach etwa zehn Minuten das verdiente Ehrentor. Die Rostocker konnten das Spiel nun etwas ausgeglichener gestalten, da der Mittelläufer Grote wegen einer noch nicht ganz ausgeheilten Verletzung etwas nachließ. Tore erzielten beide Parteien bis zum Schluß nicht mehr. Durch diesen Sieg ist der OSV zunächst wieder auf den fünften Platz in der Tabelle gerückt.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Dwenger, Willy Schlüter - Kock, Grote, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Karl Wolherr, Willy Drews, Fick, Paul Drews.
Tore: 1:0 Wolherr, 2:0 Paul Drews (35., Handelfmeter) 3:0 Lüthje, 3:1

Sonntag, 16. Okt. 1932
Selmsdorf gegen OSV Reserve 3:4

Unsere Reserve hatte in Selmsdorf zu kämpfen, um die Selmsdorfer mit 4:3 zu besiegen. OSV III gegen Rümpel 1:4. Ein verdienter Sieg der sehr gut und vor allen Dingen eifrig spielenden Elf der Rümpler.
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Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Georg Grantz - Flindt, Hansen - Knickrehm, Blunk, Prien - Botje, Sommerfeld, Wilhelm Stäcker, Kindt, Peemöller

Sonntag, 16. Okt. 1932
Hockey: OSV Junioren gegen Sportklub Ahrensburg erste Herren 4:5

Der Sportklub Ahrensburg weilte in Oldesloe, um das fällige Rückspiel gegen die Junioren des OSV auszutragen. Der OSV war durch das Fehlen der ganzen Stürmerreihe außerordentlich geschwächt und mußte fünf Ersatzleute einstellen. Infolgedessen war an einen Sieg von vornherein kaum zu denken, aber es gab trotzdem einen ausgeglichenen Kampf, den Ahrensburg mit Glück 5:4 für sich entscheiden konnte. In der ersten Halbzeit hatte Ahrensburg mehr vom Spiel und konnte 4:1 vorlegen, doch nach der Halbzeit kamen die Oldesloer mehr auf und konnten von 5:1 auf 5:4 aufholen. Bei den Gästen waren der Torwart und der Mittelstürmer die besten Spieler, bei den Oldesloern gefielen die Läuferreihe und später auch der Mittelstürmer.
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Sonntag, 16. Okt. 1932
Kegelsport

Der Oldesloer Keglerverband hielt die Fortsetzung des Kegelns um den vom Norddeutschen Gau des Deutschen Keglerbundes gestifteten Pokal ab. In der ersten Gruppe konnte der Klub "Acht um'n König" seinen Vorsprung vor Klub "Trave" vom vergangenen Sonntag von 60 Holz auf 80 Holz erhöhen. Der Klub "Gut Schub" liegt jetzt 90 Holz hinter "Acht um'n König". Naturgemäß läßt sich der Ausgang dieses Kampfes durchaus noch nicht bestimmen, zumal das nächste Treffen am 6. Nov. auf der Bahn Hormann, auf welcher der Klub "Trave" zu Hause ist, stattfindet. In der zweiten Gruppe führt der Klub "He wackelt" mit 125 Holz vor Klub "Petrus".
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Montag, 17. Okt. 1932
OSV

In der im "Deutschen Haus" abgehaltenen Vorstandssitzung wurde die fünf Mann starke Kapelle Hopf für das bekanntlich am Samstag, dem 29. Okt. im Hotel "Harmonie" stattfindende Stiftungsfest des OSV verpflichtet. Sehr begrüßt wurde die Zusage des Quartettvereins Bölck, den Abend durch einige Liedervorträge zu verschönen.
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Freitag, 21. Okt. 1932
Der Keglerverband hielt im "Tivoli" seine Generalversammlung unter dem Vorsitz des Herrn Christian Klaefe ab. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verband Oldesloe 67 aktive und fünf passive Kegler zählt. Den Kassenbericht erstattete in Abwesenheit des Kassierers Herr Revisor Früchtenicht. Es wurde einstimmig Entlastung erteilt. Hierauf erfolgte durch den 1. Sportwart Herrn Ernst Renner ein sehr ausführlicher Bericht über die sportliche Tätigkeit des Verbandes im abgelaufenen Jahr, die ein befriedigendes Ergebnis zeigte und volle Anerkennung fand. Für zehnjährige Zugehörigkeit zum Verbande wurden acht Mitglieder mit der Jubiläumsnadel bedacht. Hierauf schritt man zur Wahl der satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Es wurden gewählt: 2. Vorsitzender Jonny Dührkop, 2. Kassierer Otto Fahl, 2. Schriftführer Heinrich Bertram, 2. Sportwart Paul Drews, 2. Bahnwart Wilhelm Zuchold und Schatzmeister August Seidler.
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Samstag, 22. Okt. 1932
OSV gegen Schwerin 03

Der OSV bestreitet sein letztes Punktspiel der Herbstserie gegen den Tabellenzweiten Schwerin 03 in Schwerin mit derselben Mannschaft. Hoffentlich läuft unsere Mannschaft zu derselben Form auf, wie in der ersten Halbzeit im Spiel gegen Rostock 95, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß Schwerin 03 einen weiteren Punktverlust erleidet; wenn es auch sehr schwer ist, auf eigenem Platz gegen die Schweriner zu bestehen. Der OSV fährt am Sonntag morgen um 8.30 Uhr per Omnibus vom "Deutschen Haus". Plätze sind nicht mehr frei.

Die Reserve fährt nach Lübeck, um gegen Postsportverein das letzten Spiel der Herbstserie auszutragen. Es wird der Reserve schwerster Kampf werden und sie hofft, durch einen Sieg ungeschlagener Herbstmeister zu werden. Wir hoffen, daß recht viele Schlachtenbummler sich auf der Dornbreite einfinden, denn die Reserve hat es verdient, daß sie mehr Beachtung findet. Spielanpfiff 2 Uhr. Abfahrt 12 ¼ Uhr vom "Deutschen Haus". Plätze im Auto sind noch frei. Preis 40 Pfennig. Anmeldung bei Knickrehm. - OSV III hat am Sonntag das erste Spiel auszutragen und zwar um 2 Uhr gegen Tremsbüttel in Tremsbüttel.
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Samstag, 22. Okt. 1932
30jähriges Stiftungsfest des OSV

Am 29. Okt. feiert der OSV in den Räumen der "Harmonie" sein 30jähriges Stiftungsfest. 30 Jahre sind verflossen, seitdem Schüler der hiesigen Oberrealschule die erste Fußballmannschaft in unseren Mauern aufstellten und unter dem Namen FC Teutonia Wettspiele austrugen. Später vereinigte sich Teutonia mit dem OBC. Nach wechselnden Erfolgen steht der OSV heute zum 30jährigen Stiftungsfest fester da denn je zuvor. 14 Mannschaften (4 Herren- und 5 Jugendmannschaften für Fußball, eine Handballmannschaft und vier Hockeymannschaften) vereinigen 154 Aktive um sich, wozu noch stattliche Riegen von Leichtathleten kommen. Der Festausschuß hat keine Mühe gescheut, um diesen Abend würdig auszugestalten.
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Sonntag, 23. Okt. 1932
7. Punktspiel: Schwerin 03 - Oldesloer SV 4:2 (0:2)

Beide Mannschaften beginnen sehr aufgeregt. Der OSV findet sich aber sehr bald und zeigt sich dann den Schwerinern vor der Pause überlegen. Tore fallen aber vorläufig nicht. Erst fünf Minuten vor Halbzeit geht der OSV in Führung. Eine von Paul Drews gut hereingegebene Flanke köpft Wolherr im Sprunge ein. 1:0. Das war das schönste Tor des Tages. Schwerin wird jetzt nervös. Schon wenige Minuten später schießt Fick zum 2:0 ein.

Nach Halbzeit wird das Spiel ausgeglichener und leider auch härter. Schwerin 03, sonst die fairste Mannschaft des Bezirks, hat sich leider zu seinem Nachteil verändert. Rücksichtslos wurde gespielt. Nach 20 Minuten Spielzeit fällt das erste Tor für Schwerin. Grote fällt imer mehr aus, so daß Schwerin jetzt mehr aufkommt. Der OSV hat Pech: einen scharfen Schuß von Drews kann der Schweriner Torwart eben zur Ecke lenken. Fünf Minuten vor Schluß steht das Spiel noch 2:1 für den OSV! Für das, was nun geschah, findet man keine Worte. Die Schweriner holzen jetzt derart, daß innerhalb weniger Minuten drei unserer Spieler vom Platz getragen werden müssen. Zwei weitere Spieler hinken verletzt im Feld umher. Schwerin gleicht aus und geht bald darauf in Führung. Durch einen Elfmeter kommen die Schweriner zu einer dem Spielverlauf nach nicht gerechten 4:2-Führung.

Ein Kapitel für sich war das Schweriner Publikum. Unsere Spieler wurden in der unglaublichsten Weise angepöbelt und sogar mit Dreck beworfen. Ob der Bezirksspielausschuß, der seinen Sitz in Schwerin hat und von dem einige Herren Zeugen dieser Vorfälle waren, etwas hiergegen unternimmt
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Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Dwenger, Willy Schlüter - Kock, Grote, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Karl Wolherr, Willy Drews, Fick, Paul Drews.
Tore: 0:1 Wolherr (40.), 0:2 Fick, 1:2, 2:2, 3:2, 4:2 (Elfmeter)

Sonntag, 23. Okt. 1932
Post Lübeck gegen OSV Reserve 0:3

Durch diesen Sieg ist die Reserve Herbstmeister ihrer Klasse geworden. Wir gratulieren. - Tremsbüttel gegen OSV III 0:5.
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Montag, 24. Okt. 1932
aus Aufz Hoppe!!!!!

Der Fußballausschuß des OSV muß sich noch einmal mit der "Strafsache Schacht" beschäftigen: "Gegen das ergangene Urteil ist Berufung eingelegt worden beim Vorstand. Derselbe hat dieselbe an den Spielausschuß zurückverwiesen. Bei nochmaliger Überprüfung wird folgender Beschluß gefaßt: Das Urteil wird aufgehoben, Schacht erhält einen scharfen Verweis."

Donnerstag, 27. Okt. 1932
Vereinsgerätewettkampf in Segeberg

Bekanntlich tragen der Ahrensburger Turnerbund von 1874, der Männerturnverein von 1860 Bad Segeberg, der Männerturnverein von 1862 Bad Oldesloe und der Bargteheider Männerturnverein von 1868 halbjährlich den schon zur Tradition gewordenen Vereinsgerätewettkampf aus. Am 13. Nov. werden die genannten Vereine in Segeberg wieder um den Sieg und den ausgesetzten Wanderpreis kämpfen. Verteidiger ist der MTV von 1862 Bad Oldesloe. Leider ist die Oldesloer Mannschaft durch den Abgang der besten Kraft stark geschwächt worden. Wer den Oldesloer MTV beim kommenden Wettkampf nun vertreten soll, wird das am heutigen Donnerstag, abends 8 ½ Uhr, in der Turnhalle der Oberrealschule stattfindende Ausscheidungsturnen ergeben.
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Freitag, 28. Okt. 1932
30jähriges Stiftungsfest des OSV

Der Oldesloer Sportverein kann in diesem Jahre auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß findet am Samstag, dem 29. Okt., abends 8 ½ Uhr, in der "Harmonie" eine Feier statt. Die Kapelle Hopf wird für gute Musik sorgen. Aus dem weiteren Programm sei erwähnt, daß der Quartettverein Bölck einige Lieder zu Gehör bringen wird. Gymnastische Übungen werden gezeigt. Eine Negertruppe hat ihr Erscheinen zugesagt und wird es auch sonst an kurzen lustigen Vorträgen nicht fehlen. Ein Ball beschließt das Fest. Man sieht also, daß der OSV bestrebt ist, seinen Gästen etwas zu bieten und kann man ihm nur ein volles Haus wünschen. Auch Nichtmitglieder sind herzlichst willkommen.
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Samstag, 29. Okt. 1932
Oldesloer Sportverein

Von den Herrenmannschaften des OSV hat nur die dritte Mannschaft ein Spiel auszutragen, und zwar nachmittags 2 Uhr auf dem Bürgerpark gegen Rümpel. - Für die Oberliga sind die Bezirksspiele der Frühjahrsserie bereits angesetzt: 13. Nov. in Oldesloe gegen LSV, 20. Nov. in Oldesloe gegen Polizei Lübeck, 27. Nov. in Schwerin gegen VfL Schwerin, 8. Jan. in Oldesloe gegen Schwerin 03, 15. Jan. in Rostock gegen Rostock 95, 22. Jan. in Lübeck gegen LBV Phönix, 12. Feb. in Wismar gegen Germania Wismar. Sämtliche Spiele beginnen um 2 Uhr. Der OSV hat also noch zwei Wochen Zeit, um sich für den zweiten Durchgang zu rüsten. Der gute Besuch der Trainingsabende unter Leitung von Herrn Walter Risse vom Hamburger SV beweist, daß unsere Spieler endlich begriffen haben, daß man nur durch intensives Training gute Leistungen erzielen kann.
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Samstag, 29. Okt. 1932
OSV

Das 30jährige Stiftungsfest des Oldesloer Sportvereins fand in der "Harmonie" statt und nahm bei fast überfülltem Hause einen geradezu glänzenden Verlauf. Die Musik hatte die Kapelle Hopf gestellt. Sie entledigte sich ihrer Aufgabe aufs prächtigste. Herr Oberturnlehrer Christian Ohrt, als 1. Vorsitzender des OSV, begrüßte in seiner ernst-humoristischen Art alle Anwesenden und gab einen kurzen Rückblick über die wechselvollen Schicksale und Erlebnisse des Jubilars. Er konnte dabei mit Recht feststellen, daß der OSV sich in gesunder, also vorwärts schreitender Fortentwicklung befindet. Besondere Freude erweckte es bei den OSVern, als man hörte, daß Uhrmachermeister Schnaars dem Verein einen wertvollen Jubiläumspokal gestiftet hat.

Als "Gesundheitsapostel" bewährte sich dann Herr W Drews. Seine Hauptmedizin war zwerchfellerschütterendes Lachen; er verordnete davon ungeheure Mengen und noch dazu so billig; eine ganz unbekannte Erscheinung der heutigen Zeit. Dann kam die Sensation des Abends: "Südlicher Zauber", eine Neger-Revue. Man glaubte sich wirklich in die heißen Zonen Afrikas versetzt, so täuschend natürlich gaben sich die schwarzen Söhne des heißen Landes. Die sportlichen Kämpfe bei der magischen Beleuchtung fesselten bis zum letzten Augenblick, wobei der Häuptling sich auch des Radios durch Benutzung eines Mikrophons als ein doch von der Kultur beleckter Schwarzer erwies. Die Schwarzen waren aber doch nicht echt, sie entpuppten sich als die Spieler der Jungreserve und Hockeyabteilung des OSV. Wie gesagt, es klappte alles aufs prächtigste.

Daß die Vereinskomiker Flindt und Blunck nicht fehlten, war selbstverständlich. Nun betrat der Quartettverein Bölck die Bühne. Er hatte auch hier zur Vollendung der Festfolge seine Sänger in den Dienst der guten Sache gestellt und der nicht endenwollende Beifall bewies ihm, wie dankbar man seine Mitwirkung anerkannte, was Herr Ohrt noch durch besondere Dankansprache bestätigte. Nach Ablauf der umfangreichen Festfolge trat dann der Tanz in seine Rechte.
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Samstag, 29. Okt. 1932
Der Turn- und Sportverein Einigkeit hielt im Lokale von Heinrich Burmeister seine Monatsversammlung ab. Das Protokoll der letzten Versammlung wurde vom Schriftführer verlesen und von der Versammlung genehmigt. Ein neues Mitglied hatte sich gemeldet, welches einstimmig aufgenommen wurde. Zu Punkt "Eingänge" lagen mehrere Sachen von verschiedenen Firmen und Kreis bzw. Vereinen vor, die zurückgestellt und angenommen wurden.

Unter "Verschiedenes" gab der Vorsitzende bekannt, daß es ihm nicht geglückt sei, den ersten Weihnachtstag zum Abhalten eines Vergnügens freizubekommen, dafür aber den 31. Dez. (Silvester) im "Tivoli" belegt habe. Hierüber entspann sich ein recht rege Debatte. Nach längerer Aussprache wurde es dem Festausschuß überlassen, den Abend in irgendeiner Form auszuschmücken. Auch die Fußballmannschaften regelten ihre Angelegenheit zur Zufriedenheit des Vorstandes. Nach Absingen einiger Bundeslieder und dem Appell des Vorsitzenden an die Mitglieder, recht rege von ihrem Wahlrecht am nächsten Sonntag Gebrauch zu machen, schloß der Vorsitzende die Versammlung.
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Sonntag, 30. Okt. 1932
OSV III gegen Rümpeler SV 3:0

Obige Mannschaften trugen auf dem hiesigen Bürgerpark das fällige Bezirksspiel aus. Die Oldesloer glichen die vor einiger Zeit erlittene 4:1-Niederlage durch einen schönen 3:0-Sieg wieder aus.
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Sonntag, 30. Okt. 1932
Handballabteilung des OSV

Die erste Herren-Handballmannschaft des OSV konnte ihren bisherigen Erfolgen einen weiteren hinzufügen. Die zweite Mannschaft der Polizei Lübeck mußte sich trotz heftiger Gegenwehr eine 6:2-Niederlage gefallen lassen. Bei etwas günstigerem Boden hätte der Sieg leicht höher ausfallen können. Falls die Mannschaft weiter so spielt, werden wir auch in dem für uns neuen Sport uns die Meisterschaft nicht nehmen lassen. Nachstehende Siege konnten wir bisher erringen: OSV gegen Phönix II 5:3, OSV gegen Ruka 10:2. Am nächsten Sonntag spielt unsere Mannschaft gegen Neustadt erste Herren. Wenn wir auch dieses Spiel zum Siege gestalten, sollte die Meisterschaft sicher sein. Die Neustädter stehen bis jetzt ungeschlagen mit uns an der Spitze der Tabelle.
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Montag, 31. Okt. 1932
Oldesloer Sportverein

Das Training des OSV wurde in der Spielausschußssitzung neu geregelt: Mittwochs 7 3/4 Uhr Liga und Reserve; 8 3/4 Uhr Jungreserve und dritte Herren. Pünkliches Erscheinen ist Pflicht. Wer unentschuldigt dem Training fernbleibt, muß damit rechnen, daß er bei der Aufstellung der Mannschaft nicht berücksichtig wird. Am Sonntag morgen 9 ¼ Uhr findet auf dem Exer ein Übungsspiel zwischen Liga und Reserve statt.
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Samstag, 5. Nov. 1932
Oldesloer Sportverein

Es sei nochmals darauf hingwiesen, daß am Sonntag morgen um 9 ¼ Uhr ein Übungsspiel zwichen Reserve und Liga stattfindet, das sicher viel Zuschauer anlocken wird. Voraussichtlich ist Herr Walter Risse zugegen, um sich seine Schützlinge einmal im Spiel anzusehen. In den bereits am 13. Nov. beginnenden Punktspielen wird der OSV sich mächtig zusammennehmen müssen, um möglichst aus der Gefahrzone herauszukommen. Wie der Bezirksspielausschuß mitteilt, muß der Tabellenletzte ohne weiteres absteigen, der Zweitletzte muß Ausscheidungsspiele bestreiten. Die Staffel wird also um einen Verein verringert. OSVer, seid also rechtzeitig auf der Hut!
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Samstag, 5. Nov. 1932
Pokalkegeln des Oldesloer Keglerverbandes

Am morgigen Sonntag findet der Endkampf um den vom Norddeutschen Gau des Seutschen Keglerbundes gestifteten Pokal für 1932 statt. Die beteiligten Klubs haben in den letzten beiden Wochen eifrig trainiert, so daß sich über das Endergebnis nichts voraussagen läßt. Der Pokal wird in zwei Gruppen ausgespielt. In der ersten Gruppe führt der Klub "Acht um'n König" mit 80 Holz vor "Gut Schub" und 90 Holz vor "Trave". Trotzdem sind Überraschungen nicht ausgeschlossen, zumal der Klub "Trave" in diesem Kampf auf der ihm gewohnten Klubbahn kegelt. Auch die zweite Gruppe verspricht einen spannenden Kampf. Hier führt der Klub "He wackelt" mit 125 Holz vor "Petrus". Aber der letztgenannte Klub war in den letzten beiden Wochen nicht müßig. Die besten Einzelkegler jeder Gruppe werden durch die geschmackvolle Bundesplakette ausgezeichnet. Deshalb sind ganz besondere Leistungen zu erwarten.

Das Kegeln beginnt auf der Bahn Hormann, Lange Straße, pünktlich um 3 Uhr nachmittags. Der kostenlose Eintritt zur Kegelbahn kann deshalb jedem Sportfreund nur empfohlen werden, insbesondere aber solchen, die das Kegeln nur von Großvaters und Vaters Zeiten her kennen und nicht in seiner heutigen rein sportlichen Ausführung.
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Sonntag, 6. Nov. 1932
OSV Liga gegen OSV Reserve 3:11 (!!)

Das Resultat spricht Bände. Wenn das Ergebnis auch nicht dem Können der beiden Mannschaften entspricht, so verdankt die Reserve diesen Sieg hauptsächlich ihrem guten Mannschaftsgeist und der besseren Disziplin der Spieler. Was sich einige Spieler der Liga leisteten, war nicht dazu angetan, die unbedingt notwendige Sympathie der Zuschauer zu erwerben. Zu erwarten ist nur, daß die Liga in den Bezirksspielen mit anderen Leistungen aufwartet, sonst sieht es schlecht aus für den OSV. - Hammoor gegen OSV III 2:8.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Dwenger, Willy Schlüter - Kock, Gustav Lüthje, Prien - Walter Lindemeier, Karl Wolherr, Willy Drews, Fick, Paul Drews - Ersatz: Krohn, Stechel.
OSV Reserve (Ankündigung): Georg Grantz - Flindt, Hansen - Blunck, Knickrehm, Grote - Peemöller, Kindt, Wilhelm Stäcker, Sommerfeld, Schacht.

Sonntag, 6. Nov. 1932
Hockey

Unsere ersten Junioren traten mit zwei Ersatzleuten ihre schwere Reise nach Lübeck an, um gegen die spielstarken und schnellen zweiten Herren von LBV Phönix zu spielen. Das sei vorweg gesagt, ein Sieg glückte nicht. Die erste Halbzeit kann man als eine Großleistung unserer Junioren bezeichnen, denn während dieser Zeit spielte sich der Kampf bis auf einzelne Gegenstöße nur vor dem Lübecker Tor ab. Aber entweder waren noch zu viele Beine da oder der Ball ging haarscharf vorbei. Jedenfalls: es gelang nur ein Tor. Als dann zum Schluß zwei unserer Spieler für eine kurze Zeit ausscheiden mußten, fielen drei Tore für die Lübecker. In der zweiten Halbzeit gelang den Oldesloern noch ein zweites Tor, so daß es beim Schlußpfiff 3:2 für Phönix stand.
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Sonntag, 6. Nov. 1932
Pokalkegeln des Oldesloer Keglerverbandes

Der Endkampf um den vom Norddeutschen Gau gestifteten Pokal auf den Bahnen bei Theodor Hormann gestaltete sich zu einem der interessantesten Kämpfe, die in Oldesloe bisher stattfanden. In der ersten Gruppe "Acht um'n König" können die beiden Kegler August Schulze und Alfred Drögemöller nur 696 und 701 Holz erreichen. Auch der nächste Starter für den Klub, Jonny Dührkop, unzweifelhaft einer der besten Kegler von hier, enttäuscht allgemein nur mit 698 Holz. Dagegen erreicht der Verbandsmeister Heinrich Bertram mit 749 Holz wieder eine Glanzleistung. In den 300 Wurf erreichte er 2250 Holz = 150 Holz über die sieben. Jetzt führt "Acht um'n König" noch mit 124 Holz vor "Trave" und 134 Holz vor "Gut Schub".

Von letzterem erreichte Hermann Barkmann 727 Holz. "Gut Schub" bleibt aber, da die anderen drei Klubkameraden versagen, mit 159 Holz hinter "Acht um'n König" zurück. Nun haben die letzten vier Starter von "Trave" die schwere Aufgabe, 124 Holz aufzuholen. Aber "ihre" Bahn kam ihnen hier zustatten. Da Gustav Lüthje und Otto Fahl jeder 750 Holz und Otto Drews und Paul Drews 714 und 729 Holz kegelten, war der Sieg für "Trave" einwandfrei entschieden. "Acht um'n König", seit Bestehen des Verbandes unbeschränkter Sieger, mußte sich mit 19 Holz geschlagen bekennen. In der zweiten Gruppe vergrößerte der jüngste Klub "He wackelt" seinen Vorsprung vor "Petrus" noch um sieben Holz und wurde dadurch zum ersten Mal Pokalsieger. Nach Beendigung des Kegelns gab der Sportwart Ernst Renner die einzelnen Sieger bekannt und überreichte den beiden besten Einzelkeglern in dem Kampfe, Heinrich Bertram von Gruppe 1 und W Paustian von Gruppe 2 die schwerverdiente und geschmackvolle Bundesplakette. Anschließend fand noch ein kurzes aber recht gemütliches Beisammensein statt.
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Mittwoch, 9. Nov. 1932
Das Torwächterspiel

Die schönsten Spielmomente gibt es beim Fußballkampf vor den Toren. Sie sind auch die gefährlichsten. Deshalb soll der Schiedsrichter auf sie ein wachsames Auge haben, aber auch Regelverständnis und einen Blick für richtiges Eingreifen. Somit stört er das Spiel, ja entscheidet es oft. Auch die Spieler sollen wissen, was erlaubt und was verboten ist, von den Zuschauern ganz zu schweigen.

In seinem Torraum, also 5,50 Meter vom Tor entfernt, genießt der Torwächter erhöhten Schutz. Hier darf man ihn nur angreifen, wenn er den Ball hält oder einen Gegner hindert. In diesem Fall kann man ihn rempeln und sperren. Der Torwächter soll den Ball halten, wenn man ihn rempelt, nicht nur berühren. Einen faustenden Torwächter angreifen, heißt ihn unterlaufen, und das ist eine böse Unsitte, die schon manches Unheil gebracht hat.

Doch auch die Torwächter selbst schaffen durch regelwidriges Spiel Unheil. So schön ein kühner Sprung in des anstürmenden, den Ball führenden, Gegners Beine aussieht: meist ist es nur Zu-Fall-bringen eines Gegners und verdient einen Elfmeter. Der Torwächter soll sich nur auf den Ball werfen, wobei er die Hände weit vom Körper zu strecken hätte, aber niemals darf er mit seinem Körper dem Gegner in die Beine fliegen.

Im übrigen möglichst Fußgebrauch beim Herauslaufen. Außerhalb seines Torraumes kann man den Torwart nach Herzenslust sperren, rempeln und regelrecht angreifen, sofern er in Verbindung zu einer Spielhandlung steht. Niemals darf der Torwächter mit dem Fuß angegriffen werden, gleichgültig, ob er liegt oder steht. Das gilt ja auch für jeden Angriff auf den Gegner. Liegt der Torwächter, muß der Gegner warten, bis er aufsteht. Ball schnell weg, ist da die Parole. Zu langes Ballhalten bedingt Verwarnung und Spielfortsetzung mit Schiedsrichterball; das Tragen des Balles über vier Schritte dagegen einen (indirekten) Freistoß.

Spannend sind die Kämpfe um den Torwächter in Toresnähe. Gelten sie dem Ball, so bleiben sie fair; sind sie fair, so sind sie schön. Auch ein ins Netz gerempelter Torwächter nimmt keinen Schaden, wenn der Rempler korrekt war.

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Samstag, 12. Nov. 1932
OSV gegen Lübecker SV

Für den OSV nimmt die Frühjahrsserie am Sonntag mit dem Spiel gegen den Lübecker Sportverein ihren Anfang. Das Spiel beginnt um 2 Uhr auf dem Exer. Nach den letzten Spielen zu urteilen, befindet sich der LSV in großer Form. Die letzten drei Spiele wurden alle gewonnen. Der Tabellenführer Schwerin 03 und der VfL Schwerin verloren gegen den LSV. Der OSV steht daher vor keiner leichten Aufgabe. Beide Gegner haben das Bestreben, Punkte zu sammeln, um nicht an den Abstiegsspielen teilnehmen zu müssen.

Das für den 20. Nov. vorgesehene Spiel OSV-Liga gegen Polizei Lübeck ist vom Bezirk auf den 26. Feb. 1933 verlegt worden. - Die Reserve fährt morgens nach Reinfeld, um gegen Preußen anzutreten. Bei der augenblicklichen Spielstärke unserer Reserve ist damit zu rechnen, daß ein Sieg mit nach Hause gebracht wird, wenn auch Reinfeld den Vorteil des eigenen Platzes für sich hat.
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Samstag, 12. Nov. 1932
OSV-Mitgliederversammlung

Nach dem glänzend verlaufenen Stiftungsfest ruft der Vorstand seine Mitglieder zu Montag nach "Wiggers Gasthof" zusammen. Die Obleute geben ausführliche Berichte über das verflossene Vierteljahr. Den Mitgliedern ist Gelegenheit gegeben, Wünsche zu äußern und Anregung zu geben für den Ausbau des Vereins, der mit seinem vielseitigen Übungsbetrieb bei 14 Spielmannschaften freiwillige Hilfskräfte in Fülle gebraucht. Der Vorstand erwartet ein volles Haus.
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Sonntag, 13. Nov. 1932
8. Punktspiel: Oldesloer SV - Lübecker SV 3:4 (1:2)

Dieses für den OSV so wichtige Spiel ging leider verloren, so daß der OSV vorläufig hinter Germania Wismar auf dem zweitletzten Tabellenplatz bleibt. In der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften einander ebenbürtig. Der LSV ging durch Kopfball des Halblinken in Führung. Schon kurze Zeit darauf konnte Stäcker durch einen scharfen Schrägschuß ausgleichen. Bis zur Pause erzielte der LSV ein zweites Tor, wieder ein Kofball des Halblinken.

Nach der Pause ging der Sturm des OSV vom Anstoß durch die gegnerische Deckung und Fick erzielte das zweite Tor für den OSV. Der OSV ist jetzt überlegen, vermag aber keine Tore zu erzielen. Das Spiel wird ausgeglichener; der Halblinke der Lübecker nutzt einen Deckungsfehler der Hintermannschaft aus und der LSV geht mit 3:2 in Führung. Gleich darauf wieder ein Fehler unserer Deckung und "Jule" Schulz erzielte das vierte Tor für die Lübecker. Der OSV kommt noch durch einen hübschen Schuß von Stäcker auf 3:4 heran, kann aber den Ausgleich nicht mehr erzielen. Am nächsten Sonntag ist der OSV spielfrei.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Dwenger, Willy Schlüter - Kock, Gustav Lüthje, Prien - Walter Lindemeier, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.
Tore: 0:1, 1:1 Stäcker, 1:2, 2:2 Fick, 2:3, 2:4 Schulz, 3:4 Stäcker

Sonntag, 13. Nov. 1932
Preußen Reinfeld gegen OSV Reserve 2:4 (1:3)

Ganz leicht ist den Oldesloern das Siegen nicht geworden. Trotz vielfachen Ersatzes lieferten die Reinfelder dem spielstarken Gegner ein völlig gleichwertiges Spiel. Wider Erwarten gingen die Oldesloer innerhalb zehn Minuten nach Spielbeginn mit 3:0 in Führung. Nachdem die Reinfelder sich aus der Umklammerung freigemacht hatten, gingen auch sie zu forschen Angriffen über und konnten ein Tor aufholen. Bei dem Resultat von 3:1 für den OSV verbleibt es bis zur Pause. Eine schwache Viertelstunde der OSVer nach Wiederbeginn konnten die Preußen nicht ausnutzen. Die Oldesloer konnten vielmehr durch einen Überraschungsschuß die Tordifferenz erweitern. Kurz darauf gelang den Reinfeldern das zweite Tor. Nach diesem Erfolge drängen die Preußen die OSVer stark in die Defensive. Mit Glück verteidigen die Gäste das Ergebnis bis zum Abpfiff. Ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf gerechter gewesen. Schiedsrichter Blomberg (LSV) war gut.
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Sonntag, 13. Nov. 1932
Städtewettkampf im Geräteturnen

In Bad Segeberg fand der Städtewettkampf im Geräteturnen zwischen dem Turnerbund Ahrensburg, Männerturnvereuin Bargteheide, Männerturnverein Bad Oldesloe und dem Männerturnverein Bad Segeberg statt. Der Städtewettkampf wurde 1928 vom Bargteheider Männerturnverein von 1868 zur Hebung des Geräteturnens ins Leben gerufen. Jeder Verein hat eine Mannschaft von vier Männern und zwei Frauen zu stellen, die je eine Kürübung am Reck, Barren und Perd zu turnen haben, außerdem ist eine Freiübung und ein Pferdsprung zu machen. Die Damen turnen die Freiübung, Barrenübung und einen Pferdsprung.

Der erste Wettkampf fand am 3. März 1929 in Bargteheide statt. Segeberg errang einen knappen Sieg über Bargteheide und erhielt den Wanderpreis, eine Plakette. Es beteiligten sich an dem Kampf Bargteheide, Oldesloe, Segeberg, Bramstedt und Kaltenkirchen. In letzterem Ort fand der zweite Kampf am 3. Nov. statt. Hier wie auch im kommenden Jahre in Bad Segeberg konnte der Männerturnverein Bargteheide seine Gegner besiegen und gelangte somit endgültig in den Besitz der schönen Plakette. Bad Oldesloe und Bad Bramstedt waren aus dem Kampf ausgeschieden. Nunmehr begann der Kampf um eine neue Plakette, an welcher sich die heute noch teilnehmenden Vereine beteiligten.

Der neue Gerätewettkampf begann am 3. Mai 1931 in Bargteheide und endete mit einem Siege des Bargteheider Männerturnvereins von 1868 und merkwürdigerweise konnte jedesmal der Verein des Festortes als Sieger hervorgehen, nämlich am 2. Nov. der Turnerbund Ahrensburg und am 8. Mai 1932 der Männerturnverein Bad Oldesloe.

Bei der heutigen Veranstaltung in Bad Segeberg waren sämtliche Vereine durch Wetturner vertreten. Nachdem die Gäste durch den Männerturnverein am Bahnhof empfangen waren, fand eine Sitzung des Kampfgerichtes statt, und pünktlich konnte der spannende Kampf beginnen. Schneidige Turner und Turnerinnen, 32 an der Zahl, marschierten in den Saal. Hier wurden die Wettkämpfer und Gäste von Herrn Oberturnwart Specht (Segeberg) begrüßt und die Wetturner Diecks, Martens, Kastorf, Drenkhahn, Ernst Knodmann (Ersatz), Fräulein Henny Sievers, Erna Paape, Anna Zieranka (Ersatz) für Ahrensburg; Matthees, Möller, Krogmann, Robrahn, Fräulein Timmermann, Fräulein Steffen, Fräulein Ehlert aus Bargteheide; Mostert, Henry Cummerow, Herbert Marotz, Fritz Uplegger, Otto Joost (Ersatz), Fräulein Frieda Hammerich, Marie Ahrens, Elisabeth Schöttler (Ersatz) aus Oldesloe und Walter Klüver, Helmut Dahnke, Wilhelm Ebbeler, Karl Petersen, Willi Zietz (Ersatz), Fräulein Herta Hilbert, Elsa Möller und Martha Wolgast (Ersatz) aus Bad Segeberg den Gästen vorgestellt.

Sodann wurde in den Kampf eingetreten. Es wurde mit den Freiübungen begonnen, wobei Oldesloe die Führung übernahm. Diese wurde ihnen doch gar bald von Bargteheide, obgleich diese Mannschaft mit zwei sehr jungen Turnern antrat, abgenommen. Nach Abschluß des Reckturnens hatte Oldesloe die Führung wieder. Es ging hart auf hart, denn die Ahrensburger und Segeberger waren den beiden Führeren auf den fersen. Es war ein Kampf im wahrsten Sinne des Wortes, ehrenvoll für alle Teilnehmer. Die Pferdsprünge mußten entscheiden. Sie entschieden für Bargteheide. Als Turnbruder Specht das Ergebnis verkündete, hatte Bargteheide 1671, Oldesloe 1658, Ahrensburg 1563 und Segeberg 1529 Punkte. Bargteheide konnte nach hartem Kampf zum zweiten Male die Plakette erringen.

Die besten Turner waren Matthees (Bargteheide) mit 362, Diercks (Ahrensburg) mit 338, Uplegger (Oldesloe) mit 330, Möller (Bargteheide) mit 328, Fräulein Möller (Segeberg) mit 208, Fräulein Hilbert (Segeberg) mit 195 und Fräulein Steffen (Bargteheide) mit 194 Punkten. Es war eine schöne Veranstaltung, ein Ehrentag für unsere Geräteturner, jeder tat seine Pflicht und gab sein bestes.
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Dienstag, 15.11.1932
Am morgigen Bußtag findet auf dem Exer kein Fußballspiel statt, dagegen sind in unseren benachbarten Großstädten in Lübeck und in Hamburg Städtespiele abgeschlossen. Lübecks Städteelf tritt gegen Kiel an.
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Mittwoch, 16. Nov. 1932
Lübeck-Mecklenburg gegen Kiel 3:5 (1:2)

Dieses Spiel, das in Lübeck stattfand, sah die Kieler erwartungsgemäß mit 5:3 in Front. Nach drei Minuten wird ein Kieler Stürmer unterlaufen; Dr. Waßmund entscheidet hart aber gerecht auf Elfmeter. Ritter verwandelt unhaltbar zum ersten Tor für Kiel. Lübeck-Mecklenburgs Vertretung läßt aber nicht locker. Beiderseitige Ecken ergeben zunächst nichts Zählbares. Wunderbare Kombinationsangriffe zeigt der rechte Flügel der Gäste, aber die hiesige Verteidigung steht sicher und wehrt ab. Dann ist Lübecks linker Flügel durch. Guhl ist zur Stelle und stellt nach feiner Einzelleistung den Ausgleich her. Auf die fünfte Ecke der Gäste fällt dann kurz vor der Pause das zweite Tor durch einen Kopfball Widmayers.

Die zweite Halbzeit bietet fast durchweg offenes Feldspiel. Das Eckenverhältnis steht dabei zugunsten der Hiesigen 11:9. Ritter bucht den dritten Erfolg für Kiel. Spahr holt ein Tor auf, wieder auf einen Eckball, den Ors Kramer abprallen läßt. Gleich darauf kann aber Ritter erneut ein Tor vorlegen und wenig später kommt dann Löffler zu Torehren. Das letzte Tor ist wiederum Spahr vorbehalten, der eine Flanke von Jens, die von Mundt verpaßt wird, im Liegen doch noch in das von Kramer verlassene leer Tor einsendet.
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Tore: 0:1 Ritter (Foulelfmeter), 1:1 Guhl, 1:2 Widmayer, 1:3 Ritter, 2:3 Spahr, 2:4 Ritter, 2:5 Löffler, 3:3 Spahr. - Schiedsrichter: Dr. Waßmund

Samstag, 19. Nov. 1932
OSV

Am, Sonntag ist der OSV spielfrei. Dafür findet morgens um 10 Uhr auf dem Bürgerpark ein Training sämtlicher Fußballspieler statt.
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Freitag, 25. Nov. 1932
OSV gegen VfL Schwerin

Der OSV muß am Sonntag nach Schwerin, um sein letztes Punktspiel in diesem Jahre gegen den VfL Schwerin auszutragen. Wenn es auch schwer ist, in Schwerin gegen den VfL zu bestehen, so erwartet das Oldesloer Publikum von den OSVern, daß sie sich ernstlich aufraffen, um nicht in die Abstiegsspiele verwickelt zu werden. Das Spiel der Herbstserie verlor der OSV 4:5. Am Sonntag hat der OSV etwas wieder gut zu machen. Einen Rat möchten wir unserer Mannschaft noch mit auf den Weg geben: Übertreibt nicht das Innenspiel, sondern beschäftigt die Außenstürmer mehr. Abfahrt 8 ½ Uhr vom "Deutschen Haus" per Omnibus. Für einige Schlachtenbummler ist noch Platz. Anmeldung bei Ernst Kindt, Lange Straße.
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Freitag, 25. Nov. 1932
OSV Reserve gegen Post

Unsere Reserve spielt nach längerer Zeit einmal wieder auf dem Exer. Gegner ist der Postsportverein Lübeck. Wenn auch die Reserve mit Ersatz spielt, so halten wir die Mannschaft aber trotzdem für stark genug, um beide Punkte hier zu behalten. Das Spiel beginnt um 2 Uhr auf dem Exer. Um 12 ½ Uhr spielt OSV III auf dem Bürgerpark gegen Todendorf. Die dritte Herrenmannschaft ist bisher ungeschlagen in den Bezirksspielen. OSV Jungreserve fährt nach Bargteheide und spielt um 2 ½ Uhr gegen die erste Mannschaft von der Spielvereinigung Bargteheide-Ahrensburg.
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Samstag, 26. Nov. 1932
OSV-Hockeyabteilung

Am morgigen Sonntag spielt die Hockeyabteilung mit drei Mannschaften gegen LBV Phönix auf dem Exer. Es herrscht also Hochbetrieb im Oldesloer Hockeysport. Unsere Jugend eröffnet um 9 Uhr die Kämpfe. Dann folgt das Spiel unserer ersten Junioren, das wohl das wichtigste ist. Die Mannschaft wird alles einsetzen, um die letzte knappe Niederlage wieder wett zu machen. Dann wird die Damenmannschaft nach längerer Trainingspause sich mit der spielstarken Damenelf von Phönix messen. Alles in allem; ein erfreuliches Zeichen der Tätigkeit in diesem jungen Sportzweig. Ein Besuch ist nur zu empfehlen.
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Samstag, 26. Nov. 1932
Turnverein Einigkeit

Der Turn- und Sportverein Einigkeit hatte seine Mitglieder nach dem Gasthoif "Zum Tunnel" geladen. Der 1. Vorsitzende eröffnete die Versammlung und gedachte des Hinscheidens Karl Fischers. Gleichzeitig wurde das Dankschreiben der Eltern an den Verein verlesen. Vier Sportgenossen wurden einstimmig aufgenommen. Eingegangen waren viele Schreiben, darunter eins vom Vorstand des OSV, welches mit Freude von den Mitgliedern zur Kenntnis genommen wurde und eins vom Reichsbanner, welches zur allgemeinen Weihnachtsfeier am 17. Dez. für alle Kinder der der Eisernen Front angehörenden Eltern einlud.

Der 1. Vorsitzende gab einen kurzen Bericht von der Kreistagung in Hamburg. Unter "Verschiedenes" dankte der Vorsitzende einem Spender der Sportbewegung für die Auffrischung der Kasse und gleichzeitig dem Magistrat für einen Zuschuß zur Turnhallengebühr. Dann gab der Vorsitzende im Auftrage des Vorstandes bekannt, aus welchem Grunde die heutige Versammlung bei Diestelow stattfände. Dieses wurde von der Versammlung gutgeheißen.
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Sonntag, 27. Nov. 1932
9. Punktspiel: VfL Schwerin - Oldesloer SV 7:2

Oldesloer SV (Ankündigung): Knuth - Dwenger, Willy Schlüter - Kock, Gustav Lüthje, Blunck - Walter Lindemeier, Karl Wolherr, Willy Drews, Fick, Paul Drews.


Sonntag, 27. Nov. 1932
OSV Reserve gegen Post Lübeck 1:1 (1:0)

Das Spiel nahm einen unerwarteten Verlauf, da der Postsportverein sich als stärker erwies, wie man nach dem letzten Sieg unserer Reserve gegen denselben Verein annehmen mußte. Hinzu kam noch, daß unsere mit Ersatz antretende Reserve einen sehr schlechten Tag hatte. Es klappte nicht so, wie man es sonst gewohnt ist. Der Sturm brachte kein einziges Tor fertig. Das erzielte Tor resultierte aus einem von Peemöller sicher verwandelten Elfmeter. Trotzdem der OSV in der zweiten Halbzeit mit Hilfe des Windes teilweise stark überlegen spielte, konnte der Sturm kein Tor erzielen. Post machte sich das Aufrücken unserer Verteidigung zunutze und erzielte dadurch den Ausgleich. - OSV III gegen Todendorf 0:2. Dieses Spiel wurde beim Stande von 2:0 für Todendorf abgebrochen.
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Sonntag, 27. Nov. 1932
OSV-Hockeyabteilung

Der Sonntag war für den Hockeysport ein sehr schwarzer Tag. Das Spiel der Jugend ging gegen die technisch besseren Lübecker glatt verloren. Es muß noch eifriger trainiert werden, denn Ansätze zu einem schönen Feldspiel zeigten sich genug. - Das Revanchespiel der Junioren glückte nicht. Die erste Halbzeit zeigte ein schönes und flottes Spiel beider Mannschaften. Lediglich die linke Seite der Oldesloer versagte. In der zweiten Halbzeit hatten die Lübecker mehr vom Spiel und zum Unglück konnte unser Sturm keine Tore machen. 3:1 für Lübeck stand es am Schluß. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen. - Auch unsere Damen verloren und zwar 0:4. Ihre Aufgabe im Training besteht darin, einen kräftigeren Schlag zu erhalten. Die unter dem Training von Fräulein Hargus stehenden Lübecker Damen zeigten ein schönes Spiel, besonders überraschte hier die Mittelläuferin.
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Sonntag, 27. Nov. 1932
Preiskegeln in der "Bierquelle"

Das bei Herrn Theodor Hormann stattgefundene beliebte Karpfen-, Gänse-, Enten- und Hasen-Verkegeln war nicht so gut besucht als in den vorhergehenden Jahren, brachte aber denen, die daran teilnahmen, vergnügte Stunden. Da beide Bahnen zur Zeit in tadelloser Verfassung waren, wurden dann auch gute Ergebnisse erzielt. Preise errangen wie folgt auf der Karpfenbahn: 1. Otto Schüthe, 2. Kegelklub "Petrus", 3. Soltau, 4. Alfred Drögemöller, 5. Otto Drews, 6. Jonny Dührkop, 7. Gustav Lüthje; auf der Gänsebahn: 1. Frau Drews, 2. Klaefe, 3. Werner, 4. Alfred Drögemöller, 5. Jonny Dührkop, 6. Paustian, 7. Dreyer (Pölitz). Der erste Preis auf der Karpfenbahn bestand aus 12 Pfund Karpfen, auf der Gänsebahn erhielt der erste und der zweite Preisträger je eine fette Gans. Die besten Wurf auf der Gänsebahn erzielte Otto Drews mit 43 Holz (8, 9, 8, 9, 9), auf der Karpfenbahn Jonny Dührkop mit 42 Holz (8, 9, 9, 8, 8).
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Samstag, 3. Dez. 1932
OSV

Am morgigen Sonntag finden hier auf dem Exer zwei Gesellschaftspiele statt und zwar empfängt der OSV zwei Mannschaften des Militärsportvereins Lübeck (Reichswehr). Die erste Mannschaft dieses Vereins spielt in der Bezirksliga-Klasse des Kreises Lübeck und nimmt hier in der Tabelle einen guten Mittelplatz ein. Die OSV-Reserve wird es nicht leicht haben, hier günstig abzuschneiden. Das Spiel beginnt um 2 Uhr. Die Jungreserve spielt bereits um 12 ½ Uhr gegen die Reserve des Militärsportvereins. Die dritte Mannschaft fährt zum fälligen Bezirksspiel nach Pölitz. Abfahrt vom "Deutschen Haus" um 1 Uhr.
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Sonntag, 4. Dez. 1932
Oldesloer Sportverein

Das vorgesehene Spiel unserer Reserve gegen den Militärsportverein Lübeck fiel aus, da die Lübecker aus dienstlichen Gründen im letzten Augenblick absagten. Unsere Jungreserve verlor unglücklich 2:3 gegen die Reserve des Militärsportvereins. Zwei Tore fielen auf grobe Fehler unserer Hintermannschaft.
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Sonntag, 4. Dez. 1932
OSV-Hockeyabteilung

Das längst fällige Rückspiel gegen die ersten Herren des Sportklubs Ahrensburg wurde in Ahrensburg ausgetragen. Das war ein Spiel, wie es immer sein muß. Jeder von unseren ersten Junioren konnte gefallen und alle lieferten ein Zusammenspiel, wie man es lange nicht sah. Gleich nach dem Anpfiff mußte man an einen Sieg glauben. Der weiße Ball flog mit einer fabelhaften Schnelligkeit über den grünen Rasen, wurde gestoppt und dann sicher weiter gespielt. Das ist wahre Freude am Sport! Nur das hervorragende Spiel des Mittelstürmers der äußerst hart spielenden Ahrensburger verhinderte eine größere Niederlage. Die Oldesloer siegten 3:1.
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Dienstag, 6. Dez. 1932
Auszeichnung des OSV

In diesen Tagen erschien die von der Deutschen Sportbehörde in München herausgegebene Liste der 30 Besten in den einzelnen Wettbewerben. Obwohl unser Georg Pochat auch schon im Vorjahre in diese Liste aufgenommen wurde, steht er in diesem Jahre bei den 800-Meter-Läufern schon an vierter Stelle mit 1:55,2 Minuten. In der DSB-Vereinsrangliste erscheint der OSV in diesem Jahre zum ersten Mal. Bei den Tausenden von Vereinen der DSB ist diese Einstufung mit Rücksicht auf die Größe des Vereins und unserer Stadt besonders hoch anzurechnen, denn im Bezirk Lübeck-Mecklenburg sind nur vier Vereine eingestuft: 66. Phönix Lübeck, 89. bis 91. Oldesloer SV, 126. bis 127. Polizei Rostock und 141. bis 145. Polizei Schwerin. Die Einstufung zeugt von der Arbeit, die hier an unserer Jugend geleistet wird. Wir gratulieren im 31. Arbeitsjahr dazu.
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Samstag, 10. Dez. 1932
OSV III gegen Boden

Nachdem der OSV am letzten Sonntag in Pölitz nur mit Glück unentschieden 1:1 spielen konnte, findet am Sonntag um 2 Uhr auf dem Exer das letzte Spiel der Herbstserie statt. Es geht um die Herbstmeisterschaft. Boden ist bisher ungeschlagen, während der OSV ein Spiel unentschieden spielte. Allerdings steht die Entscheidung des Bezirks über das Spiel OSV gegen Todendorf, das am 27. Nov. beim Spielstand von 2:0 für Todendorf abgebrochen wurde, noch aus. Auf alle Fälle aber verspricht das Spiel am Sonntag sehr interessant zu werden, da Boden über eine sehr gute Elf verfügt. Der Ausgang des Spiels ist völlig offen. - Die Jungreserve des OSV spielt in Rümpel gegen Rümpel.

Die Trainingsabende haben einen sehr guten Besuch aufzuweisen. Die unteren Mannschaften sind fast immer vollzählig vertreten. Dieses kann man von der Liga leider nicht behaupten. Verschiedene Spieler sind sich scheinbar noch immer über den Ernst der Lage, in der sich der OSV befindet, nicht klar. Ohne eisernes Training wird es kaum möglich sein, die Abstiegsgefahr zu bannen. Auch steht doch am 18. Dez. in Hamburg das Spiel gegen die sich augenblicklich in ausgezeichneter Verfassung befindlichen Kometen bevor. Komet schlug erst vor kurzer Zeit den HSV-Bezwinger FC St. Pauli.
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Sonntag, 11. Dez. 1932
Bezirksvorturnerstunde und Bezirkstagung in Bargteheide

Der erste Bezirk im Travegau der Deutschen Turnerschaft hielt in Bargteheide die letzte diesjährige Vorturnerstunde ab, zu der die Vereine Oldesloe, Traventhal, Fahrenkrug, Zarpen, Segeberg und Bargteheide Vertreter entsandt hatten. Elf Turner, vier Turnerinnen und sechs Knaben nahmen an den Lehrstunden teil und dürften nützlichen Arbeitsstoff erlernt haben, den sie in der weiteren Winterarbeit verwenden können. Die Männer- und Knabenturnwarte turnten in der Halle des Männerturnvereins unter der Leitung des Bezirksmännerturnwarts Matthees. Nach einleitenden Übungen aus allen Zweigen der Körperschule wurden Übungen an alen Geräten geturnt. Die Vorturner und Vorturnerinnen im Frauen- und Mädchenturnen turnten im Saal des Gasthofes "Zur Schleswig-Holsteinischen Eiche", wo ihnen der Bezirksoberturnwart Specht (Segeberg) die grundlegenden Übungen des Chorfesttanzes, der auf dem nächsten deutschen Turnfest in Stuttgart getanzt wird, beibrachte. Auch die Turnerinnen merkten bei der Mittagspause, daß sie harte Arbeit verrichtet hatten.

Um 1 ½ Uhr versammelten sich die Vorstandsmitglieder des Bezirks, um zunächst Stellung zu den Fragen der Turnerei zu nehmen. Um 2 Uhr begann der ordentliche Bezirksturntag. Nach Feststellung der Anwesenheitsliste erfolgten die Berichte der Bezirksfachwarte. Oberturnwart Specht war mit der Arbeit, die im verflossenen Jahre in den Vereinen geleistet war, zufrieden. Er freute sich über die große Teilnahme der Bezirksmitglieder am Gauturnfest und lobte das in Bargteheide stattgefundene Bezirksturnfest in allen Teilen. Männerturnwart Matthees (Bargteheide) war ebenfalls zufrieden. Er wünschte für die kommenden Vorturnerstunden noch mehr Vertreter ländlicher Vereine zu sehen, weil doch gerade für diese das Arbeiten in den Vorturnerstunden den größten Nutzen bringen solle. Spielwart Kock (Segeberg) bat um größere Beteiligung bei allen Spielarten. Die schwache Beteiligung dürfte aber wohl eher bei der schlechten Bahnverbindung und teuren Bahnreisen als einer allgemeinen Laschheit im Spielbetrieb der Vereine zu suchen sein. Kassenwart Schnoor (Oldesloe) erläuterte den Kassenbericht und konnte feststellen, daß es möglich sein werde, ohne Erhöhung der Bezirkssteuer auszukommen, wenn in Zukunft bei den Spielen um die Gaumeisterschaft den Bezirksmeistern keine Fahrkostenzuschüsse gegeben werden. Dies wurde dann beschlossen. Es wird somit im Jahre 1933 eine Bezirkssteuer von zehn Pfennig für jedes steuernde Mitglied gezahlt.

Die Wahlen brachten die Wiederwahl des bisherigen Oberturnwarts und Frauenturnwarts Specht und des Schriftführers Groth (Bargteheide). Als Vertreter der Stadtvereine wurde Uplegger (Oldesloe) wiedergewählt und als Spielwart Ehler (Segberg) neugewählt. Von einer Wahl der Kassenprüfer wurde zunächst Abstand genommen. Beschlossen wurde die Abhaltung eines Bezirksturnfestes, es soll am letzten August- oder ersten September-Sonntag stattfinden. Für die Abhaltung kommt Oldesloe oder Fahrenkrug in Frage. Ein Bezirkskinderturnfest wurde aus Erparnisgründen abgelehnt. Dafür sollen die Kinder ab zehn Jahre wieder mit den Erwerbslosen zusammen zum Bezirksturnfest fahren. Die Vorturnerstunden sollen nun wieder bezirksseitig im bisherigen Umfange aufrecht erhalten werden. Die erste ist am 3. April in Segeberg, die zweite am 25. Juni in Fahrenkrug und die letzte in Verbindung mit dem ordentlichen Bezirksturntag in Oldesloe. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde der Bezirksturntag mit einem flotten Turnlied geschlossen.
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Samstag, 17. Dez. 1932
OSV gegen Komet Hamburg

Der OSV fährt am Sonntag nach Hamburg, um das Rückspiel gegen Komet auszutragen. Das Spiel im Sommer hier gewann der OSV mit 6:4. Während die Spielstärke der Kometen seit dieser Zeit bedeutend zugenommen hat, ist dieses beim OSV leider nicht der Fall. Der OSV wird sich also sehr zusammennehmen müssen, um das verwöhnte Hamburger Publikum nicht zu enttäuschen. Eine schlechte Kritik der Hamburger Zeitungen kann dazu beitragen. daß wir für den nächsten Sommer schwer gute Mannschaften von Hamburg nach hier bekommen. Also, OSVer, vertretet die blau-weißen Farben daher würdig! Abfahrt 11.15 Uhr per Bahn.
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Sonntag, 18. Dez. 1932
Gesellschaftsspiel: Komet Hamburg - Oldesloer SV 6:0

Die Liga des OSV trug das Rückspiel gegen Komet in Hamburg aus. Die Gastgeber revanchierten sich für die hier im Sommer erlittene Niederlage sehr nachdrücklich mmit 6:0. Die Kometen zeigten in technischer und taktischer Hinsicht ein Spiel allererster Klasse, das dem OSV von Anfang an aufgezwungen wurde. So konnten die aufopfernd kämpfenden Oldesloer das Verhängnis einer hohen Niederlage nicht aufhalten.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Witt - Kock, Karl Wolherr, Schweim - Walter Lindemeier, Wilhelm Stäcker, Fick, Drews, Peemöller.

Sonntag, 18. Dez. 1932
ATV Einigkeit

Der Turn- und Sportverein Einigkeit hielt eine gut besuchte Versammlung im Vereinslokal ab. Das Protokoll wurde vom Schriftführer verlesen und genehmigt. Fünf Personen wurden einstimmig aufgenommen. Den Kassenbericht gab Herr Hartmann. Bei dieser schweren Krise und wirtschaftlichen Notlage waren die Mitglieder doch zufrieden, daß noch ein kleiner Kassenbestand vorhanden war; dem Kassierer wurde für die tadellose Führung der Kasse Entlastung erteilt. Unter Punkt "Verschiedenes" wurde die Regelung der Silvesterfeier vorgenommen. Einen Sparklub Einigkeit zu gründen, wurde bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Einige Fußballangelegenheiten wurden zur Zufriedenheit der Mitglieder geregelt. Der Vorsitzende dankte am Schluß der neu ins Leben gerufenen Kapelle, die schon sehr wirksam auftrat, und schloß die Versammlung um 10 Uhr. Dann begann der Tanz.
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Dienstag, 20. Dez. 1932
OSV

Der Spielausschuß weist darauf hin, daß das Training während der Weihnachtsferien fortgesetzt word. Letztmalig werden diejenigen hiermit eingeladen, die bisher fast immer durch Abwesenheit geglänzt haben. Es ist die Pflicht eines jeden Aktiven, daran mitzuarbeiten, daß die Leistungen der Fußballmannschaften wieder gehoben werden.
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Mittwoch, 21. Dez. 1932
MTV von 1862

Eine Weihnachtsfeier hielt die Mädchenabteilung des Männerturnvereins von 1862 im Jugendheim ab. 45 Kinder waren eingeladen. Eingeleitet wurde die Feier durch das Lied "Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen". Darauf hielt der Vorsitzende Hans Karth eine zu Herzen gehende Ansprache an die Kinderschar. Nun folgten Weihnachtsgedichte, aufgesagt von kleinen und größeren Knaben und Mädchen. Die Turnerinnen hatten sich vorgenommen, alle Münder mit Kuchen und Kaffee zu bewirten. Der Turnbruder Hans Petersen hatte den musikalischen Teil übernommen. Nach der Kaffeetafel nahm Herr Schmüser das Wort; er dankte allen Spendern und Helfern. Nun folgten wieder Vorträge und Weihnachtslieder in bunter Reihenfolge und dann gab es noch eine große Überraschung für die Kinder. Die Turnerinnen spendeten für jedes der Kinder einen großen Teller mit Äpfeln, Apfelsinen, Feigen und Pfefferkuchen usw. Darauf nahm das Ehrenmitglied, Herr Schlossermeister Wohlers, das Wort und ermahnte die Kinder fleißig zum Turnen zu kommen. Mit dem Lied "Stille Nacht" hatte die Feier ihr Ende erreicht.
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Donnerstag, 22. Dez. 1932
Im Bürgerpark ist man zur Zeit dabei, die Linden daselbst zu köpfen, um so eine bessere Krone für die Zukunft zu erhalten. Jede zweite Linde der Allee um den Sportplatz selbst wird in die Zwangsform der Verschönerung gebracht.
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Samstag, 24. Dez. 1932
OSV-Hockeyabteilung

Daß im Sport noch immer der Optimismus lebt, zeigt uns wieder einmal die rührige Hockeyabteilung. Es ist ihr gelungen, ein Spiel gegen die ersten Herren vom Lübecker Hockey-Club für den Vormittag des zweiten Festtages abzuschließen. Das in Lübeck stattfindende Spiel wird zeigen, daß es ein gewagtes Experiment unserer ersten Herrenmannschaft ist, aber auch, daß trotz Alters- und Körperunterschied gegenüber dem Gegner im OSV ein vorzüglicher Kampfgeist herrschen kann. Die Oldesloer treten seit langem wieder einmal in folgender stärkster Aufstellung an: Dimpker - Rath, Wolherr - Ohrt, Knuth, Bendixen - Utpadel, Pfeiffer, Pochat, Soltau, Cordua. Trotz alledem glauben wir nicht an einen Sieg, aber an eine ehrenwerte Niederlage, auf die wir stolz sein können als Kleinstadtverein.
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Montag, 26. Dez. 1932
OSV-Hockeyabteilung

Das auf dem Buniamshof in Lübeck stattfindende Spiel der ersten Mannschaft des OSV gegen die erste Herrenmannschaft des Lübecker Hockey-Clubs zeigte einen wenig schönen Sportgeist der Lübecker. Ihre Vorfreude, uns hoch zu schlagen, wurde durch die fair spielenden Oldesloer und durch ihren hervorragenden Kampfgeist schon im Ansatz zerschlagen, so daß die Lübecker, um ihr Ziel zu erreichen, äußerst hart spielten. Hinzu kommt, daß leider nicht nur die Spieler gegeneinander kämpften, sondern auch die Schiedsrichter. So trat dann auch ein, was wir vorausgesagt hatetn, nämlich eine Niederlage, und zwar ging das Spiel 1:4 verloren. Trotzdem ist dies ein gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, daß der OSV in seiner Mannschaft sieben Junioren hatte und daß viele Spieler vom LHC in der Lübecker Städteelf mitspielen.
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Samstag, 31. Dez. 1932
OSV-Hockeyabteilung

Am Sonntag findet um 10 Uhr ein Training der Knaben-, Jugend- und Herrenmannschaft statt. Auch die Damenelf möchten wir besonders bitten, zum Training zu erscheinen, sonst wird es nie etwas.
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Samstag, 31. Dez. 1932 70 Jahre alt
Der Inhaber der Verlagsbuchhandlung Lorenz Heinrich Meyer, geboren in der Moorburger Schaune, Bezirk Hamburg, feiert seinen 70. Geburtstag. Er ist seit 1885 in Oldesloe und Mitglied des Stahlhelms und sonstiger Vereine (MTV, Ehrenmitglied). Wir gratulieren!
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Samstag, 31. Dez. 1932
Preismaskerade

Am Silvester trat der Turn- und Sportverein Einigkeit mit einer großzügigen Preismaskerade auf den Plan. Im "Tivoli" hatte sich eine große Besucherzahl, darunter recht viele Masken eingefunden. In den schön geschmückten Räumen war bei flotter Musik und Tanz ein buntes Treiben. Auch nach der erfolgten Demaskierung herrschte bei allen Teilnehmern ausgelassene Fröhlichkeit und Gemütlichkeit, die alle bis in die späte Nacht hinein in gemütlicher Runde beisammenhielt.
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