Spielzeit 1933 - 34
Teil 1

 

Samstag, 1. Juli 1933
Vorschau für die sportlichen Wettkämpfe der SA und SS am morgigen Sonntag

  • Dreikampf: Gerhard Hormann 565 Punkte
  • Weitsprung: Gerhard Hormann 5,18 Meter
  • Ballwerfen: Werner Jürgens: 73 Meter

Männer

  • Dreikampf: Johannes Pöhls 548 Punkte
  • Speerwerfen: Johannes Pöhls 52,80 Meter
  • Schleuderballwurf: Johannes Pöhls 38 Meter
  • Keulenwurf: Johannes Pöhls 48,70 Meter
  • Weitsprung: Johannes Pöhls 6,35 Meter
  • Staffel "Quer durch Reinfeld": 1. Oldesloer SV 16:31,6 Minuten, 2. Preußen Reinfeld 17:00,9 Minuten, 3. SA Reinfeld 17:28,4 Minuten, 4. MTV Reinfeld 17:34,6 Minuten.


Dienstag, 1. Aug. 1933
Pochat nimmt an "Hamburger Olympiade" teil

Wie wir erfahren, nimmt unser bekannter 800-Meter-Läufer Pochat heute abend an dem internationalen Sportfest des Sportvereins St. Georg teil. Es gehen an den Start von den Deutschen außer Pochat noch Dr. Peltzer, Dahlmann, Danz, denen der international bestens bekannte Amerikaner Cunningham, der am letzten Sonntag bereits in Düsseldorf einen großen Sieg über die deutsche Vertretung (Peltzer, Lefebre, Danz) in der guten Zeit von 1:55,4 Minuten feiern konnte, gegenübersteht. Als ernstlicher Konkurrent tritt also nun unser "Schorsch" hinzu, der hoffentlich den Amerikaner den Sieg nicht so leicht erringen läßt.

Dieser Start wird für Pochat mitbestimmend sein, um festzustellen, ob er am 13. Aug. bei den Deutschen Meisterschaften in Köln Norddeutschland vertreten kann. Weiter starten heute abend bei der sogenannten "Hamburger Olympiade" noch die deutschen Kanonen Jonath, Metzner. Welscher, Sievert, Mölle usw., die sich mit den Amerikanern Metcalfe, Fuqua, Morris, den Weltrekordmann Spitz (Hochsprung), Laborde, Anderson messen werden. Mit besonderem Interesse wird der 100-Meter-Lauf erwartet, wo Jonath auf den Neger Metcalfe und den Holländer Berger trifft.

Falls in Bad Oldesloe noch begeisterte Sportsfreunde vorhanden sind, die diesem gewaltigen sportlichen Auftakt beiwohnen möchten, so ist diesen Gelegenheit gegeben, mit einem Lastwagen, dessen Sitzgelegenheiten gepolstert sind, für den geringen Preis von 1,00 Mark nach Hamburg zu fahren. Die Abfahrt erfolgt heute abend pünktlich ab 5 Uhr ab Bölckstraße (Firma Bölck).
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Mittwoch, 2. Aug. 1933
Cunningham (USA) siegt wieder!

Pochat und Dr. Peltzer im toten Rennen. Der gestern bei der "Hamburger Olympiade" ausgetragene 800-Meter-Lauf sah wieder einmal den Amerikaner Cunningham in der guten Zeit von 1:54,5 Minuten als Sieger. Kurz auf folgten die beiden deutschen Rivalen Dr. Peltzer und Pochat in einem toten Rennen in der Zeit von 1:55,2 Minuten. Diese Zeit ist für Pochat sehr gut und man kann nur das beste für die am 13. Aug. in Köln stattfindenden Deutschen Meisterschaften hoffen.

Wie wir weiter erfahren, nehmen an dem am 20. Aug. in Kopenhagen stattfindenden Länderkampf Dänemark gegen Norddeutschland zwei OSVer teil und zwar wird Pochat die deutschen Farben im 800-Meter-Lauf und Pöhls dieselben im Speerwerfen vertreten.
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Mittwoch, 2. Aug. 1933
Für die Spende "Opfer der Arbeit" veranstaltet der Oldesloer Sportverein am kommenden Sonntag zwei Fußballspiele. Es kommt der Sportverein Eintracht Lokstedt mit insgesamt 40 Personen nach hier, um sich mit dem OSV zu messen. Die Spiele beginnen um 2 ½ Uhr und finden auf der neu angelegten Spielfläche statt. Es spielt erst die Reserve und dann die Oberliga. Das letztere Spiel gewinnt dadurch besonders an Bedeutung, daß bei diesem Spiel drei bekannte Hamburger "Kanonen" mitwirken, und zwar spielt Walter Risse (Hamburger SV) beim OSV als linker Verteidiger und Albert Beier (Hamburger SV) bei den Lokstedtern als rechter Verteidiger. Weiter wirkt bei den Gästen der bekannte Victorianer Schwarz mit. Es kann deshalb allen Sportfreunden nur bestens empfohlen werden, sich am Sonntag dieses interessante Spiel anzusehen und damit gleichzeitig einem guten Zweck dienen: denn der Reinüberschuß aus dieser Veranstaltung kommt der Spende "Opfer der Arbeit" zugute.
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Freitag, 4. Aug. 1933
Pochat fährt nach Luxemburg

Wie wir erfahren, hat der bekannte 800-Meter-Läufer des Oldesloer Sportvereins, Pochat, gestern telegraphisch von der Deutschen Sportbehörde Bescheid bekommen, bei den am kommenden Sonntag in Luxemburg stattfindenen Länderkampf Westdeutschland gegen Luxemburg die deutschen Farben im 800-Meter-Lauf zu vertreten. Wir wünschen Herrn Pochat ein "Glück auf!" und hoffen, daßß er die deutsche Nation siegreich vertritt.
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Samstag, 5. Aug. 1933
OSV

Am morgigen Sonntag eröffnet der OSV die neue Fußballsaison mit zwei Spielen. Die Liga spielt gegen Eintracht Lokstedt um 4 Uhr. Vorher um ½ 3 Uhr spielt die OSV-Reserve gegen die gleiche von Eintracht Lokstedt. Der OSV wird in den kommenden Gesellschaftsspielen im August versuchen, für die Punktspiele die stärkste Vertretung herauszubringen.

Der Reinertrag der Spiele gegen Eintracht Lokstedt wird restlos der Spende "Opfer der Arbeit" zugeführt. Das Ligaspiel gewinnt noch dadurch an Bedeutung, daß die bekannten internationalen Spieler Risse und Beier (HSV) sowie wahrscheinlich auch Schwarz (Victoria Hamburg) mitwirken werden. Allein die Namen dieser Könner dürften schon genügen, um einen Massenbesuch zu erwarten.

Um die Unkosten auf ein Minimum zu beschränken, damit der Spende "Opfer der Arbeit" nach Möglichkeit die gesamte Einnahme zur Verfügung steht, hat sich die Firma Friedrich Bölck bereiterklärt, die Mannschaften des Gegners per Auto ohne Entgelt her und zurück zu befördern. Da der alte Platz den Anforderungen eines Fußballspiels nicht mehr genügt, sieht sich der OSV gezwungen, den vom OSV neu hergerichteten unteren Platz, welcher sich in einer glänzenden Verfassung befindet, zu benutzen.
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Sonntag, 6. Aug. 1933
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - Eintracht Lokstedt 6:2 (2:1)

Auf dem Bürgerpark trat der OSV gegen Eintracht Lokstedt an, bei denen Beier vom Hamburger SV mitwirkte. Die Oldesloer, die mit Risse antraten, gewannen 6:2, Halbzeit 2:1 für Oldesloe. Zehn Minuten vor Schluß stand das Spiel noch 2:2.

Die Reserve des OSV verlor gegen die Reserve von Eintracht mit 1:5.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Ernst Kindt (Walter Risse) - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Drews II.

Sonntag, 6. Aug. 1933
Schöne Erfolge OSVer an auswärtigen leichtathletischen Veranstaltungen
In der Leichtathletik konnte Pochat als Vertreter Deutschlands am Pokalwettkampf der Länder Deutschland, Frankreich, Belgien, Elsaß-Lothringen und Luxemburg teilnehmen. Er mußte sich aber dem Franzosen und Lothringer beugen und konnte nur einen dritten Platz belegen.

Weiter nahm Pöhls als Vertreter des OSV an dem Hanseatischen Sportfest in Hamburg teil. Er konnte dort im Fünfkampf gegen große Hamburger Kanonen den zweiten Platz belegen. Ein schöner Erfolg für Pöhls!

Ebenfalls waren sechs Oldesloer zu einem Spoprtfest nach Bad Segeberg gefahren, von wo sie große Erfolge mit nach Hause bringen konnten. Im 100-Meter-Entscheidungslauf belegte der OSV die ersten vier Plätze. Erster wurde Hans Pfeiffer in der ausgezeichneten Zeit von 11,3 Sekunden, Zweiter Hovorka in 11,4, Dritter Meyer, Vierter Dimpker. In der gemischten Staffel (400, 300, 200, 100 Meter) konnte der OSV einen überlegenen Sieg erringen. Die Mannschaft gewann die Staffel mit einem Vorsprung von etwa 40 Metern. Im 800-Meter-Lauf mußte sich Pfeiffer nach einem schönen Rennen mit Brustbreite gegen einen Neumünsteraner geschlagen bekennen. Im 400-Meter-Lauf belegte Dimpker den zweiten Platz.

Diese außerordentlich guten Erfolge sind die Auswirkung einer vorbildlichen Schulungsarbeit des OSV. Es ist deshalb nur zu wünschen, daß Führer und Mannschaft in unermüdlichem Training weiter arbeiten, damit die junge heranwachsende Generation zu Nutz und Frommen der deutschen Nation körperlich gestählt und ertüchtigt wird. Wir gratulieren dem OSV.
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Sonntag, 6. Aug. 1933
Kegelsport

Die Lübecker Städtemannschaft weilte hier, um das fällige Rückspiel auszutragen. Der Kampfverlauf war im "Tivoli" von Anfang an äußerst spannend. Die Lübecker legten gleich mächtig los und nehmen den beiden ersten Startern von Oldesloe 56 Holz ab. Wilhelm Lehrmann als dritter Starter kann 16 Holz zurückgewinnen und beim fünften Starter ist sogar schon ein Vorsprung von 30 Holz für Oldesloe erreicht. Die Lübecker hatten zwar ihre ganz großen Kanonen noch nicht an den Start gebracht, aber auch die Oldesloer geben nicht nach, sondern jeder einzelnen vergrößert den Vorsprung, so daß sich zum Schluß ein Plus von 124 Holz für Oldesloe ergibt. Die fünf besten Einzelleistungen sind - Lübeck: Lund 734 Holz, Hamarlund 730, W. Frohberg 724, Kinscher 716 und E. Frohberg 712 Holz. Oldesloe: Jonny Dührkop 738, Wilhelm Böhmer 729, Otto Drews 728, Gustav Lüthje 726 und Heinrich Bertram 726 holz. Der Kampf wurde im Gesamtverlauf von Lübeck mit 124 Holz gewonnen. Für die beste Gesamteinzelleistung wurde W. Frohberg (Lübeck, 1456 Holz) und Otto Drews (Oldesloe, 1432 Holz) mit einer silbernen Medaille ausgezeichnet.

Erfreulicherweise hatten sich auch zahlreiche Nichtkegler als Zuschauer eingefunden, die sich hoffentlich davon überzeugt ahben, daß Kegeln in seiner heutigen Form als Leibesübung anzusprechen und mit jeder anderen Sportart ebenbürtig ist. Eine kleine, den heutigen Verhältnissen durchaus angepaßte Siegsfeier ließ den Wettkampf recht harmonisch ausklingen.
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Mittwoch, 9. Aug. 1933
Turn- und Sportwoche

Der Ortsausschuß für Leibesübungen hielt die Schlußsitzung zur Durchführung der diesjährigen 4. Turn- und Sportwoche vom 13. bis 20. Aug. ab. Zugegen waren fast sämtliche Vertreter der daran beteiligten Vereine. Der 1. Vorsitzende, Turnlehrer Christian Ohrt, erstattete zunächst einen allgemeinen Bericht über den Stand der Vorarbeiten und gab sodann das vom Vorstand bis ins einzelne vorbereitete Programm bekannt, daß mit unwesentlichen Änderungen einstimmig Annahme fand. Zur Beteiligung ist zu sagen, daß bereits sehr viele auswärtige Anmeldungen namentlich zum Hauptkampftag abgegeben wurden. Dadurch, daß die sportlichen Übungen im Programm den ihnen zukommenden breiten Rahmen einnehmen und daran in erster Linie die SA, die SS und der Stahlhelm sich stärkstens beteiligen, ist somit endlich auch im Sport schon nach außen hin die in sich geeinte Volksgemeinschaft verkörpert. Zweifellos wird die Pogrammfolge durch derartige Übungen für die Zuschauer noch mehr fesselnder gemacht.

Die Eintrittspreise sind festgesetzt auf 50 Pfennig, Kinder und Erwerbslose (Ausweis vorlegen) 30 Pfenning. Programme sind zugleich Eintrittsausweise und gelten für alle sportlichen Veranstaltungen dieser Woche. Die Unkosten einer solchen Veranstaltung sind beträchtlich, aber die Sportfreudigkeit unserer Bevölkerung hat die Veranstalter hoffen lassen, daß die Unkosten auch in diesem Jahr gedeckt werden können. Sodann erstattete der Kassenführer den Kassenbericht. Nur durch sparsame Wirtschaft war es möglich, mit den zusammengebrachten Mitteln (Ortsausschuß für Leibesübungen erhebt keine Beiträge!) auszukommen und die Rechnung mit einem bescheidenen Bestande abzuschließen. Der Bericht fand die freudige Zustimmung der Vertreter. Nachdem die Revisoren den Prüfungsbereicht erstattet und der Versammlung Entlastung des Kassenführers vorgeschlagen hatten, erfolgte letztere einstimmig. Mit freundlcihen Dankesworten an den langjährigen Kassierer H Richter schloß der Vorsitzende diesen Punkt der Tagesordnung in der Hoffnung, daß auch die diesjährige Sportwoche zum mindesten nicht mit einem Unterschuß abschließen möge. Mit der Ermahnung, daß alle Beteiligten sich voll für diese Veranstaltung einsetzen möchten, wurde die Sitzung geschlossen.
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Freitag, 11. Aug. 1933
Kaufmann Ferdinand Petersen gestorben

Im Alter von nur 52 Jahren ist einer unserer angesehensten Bürger, Herr Ferdinand Petersen, in Hamburg aus dem Leben geschieden. Er war am letzten Sonntag vom Schwarzwald, wo er Erholung suchte, zurückgekommen. Herr Petersen hatte in Zusammenarbeit mit seinem Bruder vor 23 Jahren die Firma Gebrüder Petersen gegründet. Dank der intensiven Arbeitskraft und kaufmännischen Tüchtigkeit war dieses Haus aber bald zu klein. Es wurde das große Kaufhaus an der Hude in seiner jetzigen Gestaltung erbaut und 1913 bezogen. Der Krieg kam und endigte mit seinen unsäglichen schweren wirtschaftlichen und Jahre andauernden Schäden und Nachteilen. Gerade dieser Umstand ließ das kaufmännische Genie, verbunden mit kluger Voraussicht des Verstorbenen, besonders hell aufgehen. In nimmermüder Arbeit wurde geschaffen, immer weiter ausgebaut. Daß natürlich an einer so hervorragenden wirtschaftlichen Persönlichkeit die Allgemeinheit nicht achtlos vorüber gehen konnte, liegt klar auf der Hand. Seit über zehn Jahren war er Vertreter der Oldesloer Handels- und kaufmännischen Wirtschaft in der Handelskammer Altona.

Der Ertüchtigung der Jugend galt sein besonders Streben. Dem MTV und OSV galt seine Aufmerksamkeit und Mitarbeit. Dem Verkehrsverein gehörte er als ein großzügig den Fremdenverkehr förderndes Mitglied an. Weiter gehörte er dem Vorstand der Spar- und Leihkasse an, wo sein treffendes knappes Urteil stets die gebührende Beachtung fand. Die heutige neue Zeit verstand er von Anfang an und betätigte sich so tatkräftig, daß ihn das Vertrauen seiner Mitbürger zum Stadtverordneten wählte. Seiner großen Angestelltenzahl war er ein steter warmherziger Berater bei Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung. Im Kreise von Freunden und bekannten war er der liebenswürdige Gesellschafter; im Kreise seines Heims der treusorgende Gatte.

So ist mit ihm ein echter deutscher Mann dahingegangen, einer von denjenigen, wie sie die heutige Zeit so dringend nötig hat.
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Freitag, 11. Aug. 1933
NSDAP-Arbeitsdienstlager gegen MTV von 1862

Ein friedlicher Wettkampf wird es werden, welcher heute abend ab 7 Uhr auf dem Exer vonstatten gehen wird. Das NSDAP-Arbeitsdienstlager Bad Oldesloe und der Männerturnverein von 1862 werden je zehn ihrer besten Kräfte auf den grünen Rasen schicken, um ihre Kräfte im Volksturnen zu messen. Jeder Teilnehmer hat einen Fünfkampf bestehend aus 100-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, Weitsprung und Keulenwurf zu bestreiten, zu welchem noch eine 4 mal 100-Meter-Staffel mit je zwei Mannschaften hinzutritt. Da beide Mannschaften über nicht unbeachtliche Könner verfügen, verspricht dieser Kampf ein recht interessanter zu werden. Die Oldesloer Bevölkerung ist zu dieser Veranstaltung herzlichst eingeladen.
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Freitag, 11. Aug. 1933
FAD Oldesloe Sieger im Klubkampf gegen den MTV

Zu dem Klubkampf hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge in den Abendstunden auf dem Exer eingefunden. Die beiden Mannschaften waren in stärkster Besetzung zur Stelle, so daß ein vollkommen offener Kampf zu erwarten war. Pünktlich um 19 Uhr wurde mit der ersten Übung des Fünfkampfes, dem 100-Meter-Lauf, begonnen. Schon in dieser ersten Übung sicherte sich der FAD einen Punktgewinn, der aber wieder im Hochsprung ausgeglichen wurde. Die Leistungen im Hochsprung wurden durch die schlechte Absprungmöglichkeit stark beeinträchtigt, und man kann daher mit 1,60 Meter zufrieden sein. Auch nach den nächsten beiden Übungen, dem Kugelstoßen und Weitsprung, wurde der Kampf noch ziemlich offen gehalten, so daß das Keulenwerfen mit der größten Spannung erwartet wurde. Die guten Durchschnittsleistungen der Arbeitsdienstfreiwilligen stellten hier den Sieg endgültig sicher. Nur zwei Mann vom FAD blieben unter der 50-Meter-Grenze. Hierdurch wurde für das Gesamtergebnis ein Vorsprung von 220 Punkten erzielt. Von Anfang an bot sich den Zuschauern ein schöner, friedlicher Wettstreit auf grünem Rasen. Die Leistungen haben gezeigt, daß bei zukünftigen Sportveranstaltungen auch mit dem FAD gerechnet werden muß.
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Siegerliste:

  • Fünfkampf: 1. Bornemann (FAD) 441 Punkte, 2. Schröder (MTV) 421, 3. Krause (FAD) 398, 4. Möllenhoff (FAD) 389, 5. Theodor Hormann (MTV) 387 Punkte
  • Kugelstoßen: 1. Schröder (MTV) 10,63 Meter, 2. Theodor Hormann (MTV) 10,39 Meter
  • Weitsprung: 1. Möllenhoff (FAD) 5,64 Meter, 2. Krause (FAD) 5,58 Meter
  • Hochsprung: 1. Schröder (MTV) 1,60 Meter, 2. Bornemann (FAD), Theodor Hormann (MTV) und H Jenny (MTV) 1,55 Meter.


Samstag, 12. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Sonntag. Schon früh geht es los. Um 7.30 Uhr treten die Teilnehmer am 25-Kilometer-Gepäckmarsch im Hofe des Jugendheims im Bürgerpark an. Belastung 25 Pfund. Nach der Prüfung des Gewichts und Belehrung geht es auf die lange Reise in Richtung Grabau, Klingberg, Neverstaven, Nütschau, Alt-Fresenburg, Pferdemarkt zum Ziel im Bürgerpark, nachdem zuvor noch eineinhalb Runden auf der Laufbahn abzuschreiten sind. Es handelt sich um einen Einzelwettkampf. Wer in mindestens 4:10 Stunden durchs Ziel kommt, hat die Übung erfüllt und wird dieselbe für die Erwerbung des Sportabzeichens gewertet. Starke Beteiligung ist vorhanden. Pünktlich 8 Uhr ist Fahnenhissung beim Jugendheim. 8.45 Uhr beginnt der Feldgottesdienst bei der Abendmahlseiche im Bürgerpark. Predigt: Pastor Kuthe. Anschließend Kranzniederlegung am Gedenkstein für die Gefallenenen des MTV von 1862. Der Gottesdienst in der Kirche fällt an diesem Tage aus.

Um 10 Uhr: Beginn der Faustball- und der Hockeyspiele. Erstere zwischen dem MTV und dem Freiwilligen Arbeitsdienstlager, letztere mit je drei Mannschaften des OSV und Phönix Lübeck. Pünktlich 1 Uhr nachmittags beginnt der Fußballklubwettkampf von je vier Jugendmannschaften der Polizei Lübeck und dem OSV. Für Freunde des Kegelsports bietet sich ab 2 Uhr nachmittags Gelegenheit, dem interessanten 100-Wurfkegeln auf den Bundesbahnen im "Tivoli" beizuwohnen. Ab 4 Uhr kommt der Schießsport auf den Ständen im Bürgerpark zu seinem Recht. Freunde dieses Sports haben dort gegen geringe Gebühr (drei Schuß 10 Pfennig) Gelegenheit, ihr Können zu beweisen. Damit ist wohl jedem Sportfreunde an diesem Tage gedient.
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Samstag, 12. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Montag. Kegeln für Mitglieder des NS-Arbeitsdienstlagers Oldesloe ab 19 Uhr im "Tivoli". Den besten Keglern werden Anerkennungen zuteil.
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Sonntag, 13. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche
Erster Tag


In diesem Jahre findet wiederum eine Turn- und Sportwoche statt. Diese Woche ist die vierte. Es ist die Woche hier ein sportliches Ereignis erster Klasse und hat sich im Laufe der Jahre bereits in der gannzen Provinz und den benachbarten Großstädten immer mehr bekannt gemacht. Die Anmeldungen auswärtiger Teilnehmer sind deshalb auch in diesem Jahre sehr zahlreich.

Bereits 7.30 Uhr früh war der Beginn angesetzt. Es hieß: Antreten zum 25-Kilometer-Gepäckmarsch. Es war eine glänzende Beteiligung von 78 Teilnehmern. Der Gepäckmarsch erfolgte in mehreren Gruppen und Zeitabständen. Die Belastung betrug 25 Pfund. Wetter und Wegeverhältnisse waren vorzüglich, besser aber noch die Leistungen. Die Altersklassen hielten sich zwischen 17 und 55 Jahren. Acht Teilnehmer schieden während des Marsches aus, zum Teil erst in Sichtweite des Zieles. 70 Teilnehmer bestanden die Prüfung für das Wehrsportabzeichen. Bis zum Gute Grabau blieb das Feld gut geschlossen. Die Zeitspanne zwischen dem ersten und letzten Teilnehmer betrug nur eine Stunde und drei Minuten. Im Feldwege zum Klingberg (langer Sandweg) war die Marschkolonne schon weit auseinder gezogen. Hier waren auch die ersten Ausfälle. Die Spitze - erste Gruppe - hatte bis zum Ziel die vom SA-Mann Knuth (zweiter Sieger) geführte Gruppe und bei der SS die Schar unter dem SS-Mann Scharff und erster Sieger Arnold Stoffers. Glänzend marschierten die Gruppen Biß, Sengelmann, Kruse, Schöttler usw., die Gruppe Dr. Vogler und die Schülergruppe Dahl, Vogler usw. In geradezu mörderischem Tempo legte die SS-Gruppe los. Die ersten 15 Kilometer wurden in rund einer Stunde und 15 Minuten (!) zurückgelegt, und zwar geschlossen, obwohl Einzelkampf ausgeschrieben war. Sodann zog der Sieger mit vier Kameraden von der Truppe weg und siegte in der fabelhaften Zeit von 3:05,30 Stunden. Nur eine halbe Minute benötigte SA-Mann Harry Knuth mehr, wobei besonders hervorzuheben ist, daß er als Schrittmacher der gesamten Marschkolonne marschierte, einfach eine glänzende Leistung.

Die Streckenkontrolle hatten die Kameraden der Freiwiliigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz übernommen, gleichzeitig auch den von ihnen ausgezeichnet organisierten Sanitätsdienst unter persönlicher Leitung des Kreisinspekteurs Dr. Werner Möllhausen. Dafür sei allen der besondere Dank ausgesprochen. In den durchschrittenen Dörfern wurden Wasser, Milch und sonstige Erfrischungen gereicht, überhaupt war eine äußerst rege Anteilnahme der Einwohner festzustellen. Ernstere Unfälle sind glücklicherweise nicht vorgekommen. Das Ziel war auf dem Exer. Dort hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, die die eintreffenden Gruppen stürmisch begrüßte. Hierbei soll auch die fabelhafte Leistung des 12jährigen Schülers Hans Schunk (Oldesloe) noch erwähnt werden. Dieser legte die 25 Kilometer bei der Gruppe Biß marschierend in 3:25 Minuten zurück, wobei er zwischendurch wiederholt als freiwilliger Verbindungsmann zur vorher marschierenden Gruppe gelaufen ist.

Während diese sportliche Betätigung vor sich ging, wurde auf dem Exer die Turn- und Sportwoche feierlich eröffnet. An den beiden hohen Flaggenmasten gingen die Fahnen schwarz-weiß-rot und die Fahne mit dem gewaltigen Hakenkreuz hoch. Herr Turnoberlehrer Ohrt führte in packenden Worten die Bedeutung dieser Fahnen, die heute zum ersten Male über der Sportwoche wehten, allen Zuhörern zu Gemüt, insbesondere für das deutsche Sportwesen, worauf gemeinsam das Deutschlandlied über den Platz hinweg erklang.

Punkt 9.45 Uhr begann der Festgottesdienst. Hier hatten sich außer den Sportteilnehmern eine bedeutende Zahl von Bürgern und Bürgerinnen eingefunden, die den eindrucksvollen Worten des Pastors Kuthe andächtig lauschten. Anschließend an diese Feier fand eine kurze Andachtsfeier am Gedenkstein der Gefallenen des MTV von 1862 statt.

Nun ging es an die programmgemäß festgesetzten Wettkämpfe, deren Spielergebnisse wir ganz kurz hier folgen lassen: Beim Hockey mußte der OSV mit Ersatz antreten. Die sieggewohnte erste Hockeymannschaft verlor infolgedessen gegen LBV Phönix II mit 9:5 Toren. Bei den Damen sah man viele neue Gesichter, trotzdem hielten die Oldesloer das Spiel offen und verloren unverdienterweise hoch mit 6:1. Um 10 Uhr begannen die Faustballspiele um die Meisterschaft von Oldesloe. Es meldeten sich sieben Mannschaften. Bis 12.45 Uhr wurden folgende Spiele ausgetragen mit nachstehendem Tabellenstand: OSV II sechs Punkte, OSV I, MTV I, MTV II je vier Punkte, FAD I und MTV III je zwei Punkte, FAD II null Punkte. Die fehlenden zehn Spiele werden am Dientag ab 19 Uhr ausgetragen.

Polizei Lübeck trat um 1 Uhr mit vier Faustball- und vier Fußballmannschaften gegen die gleiche Anzahl vom OSV an. Der OSV gewann drei, die Polizei Lübeck ein Faustballspiel. Das Punktverhältnis stand nach diesen Spielen 6:2 für OSV. Die Fußballspiele hatten nachstehende Ergebnisse: OSV zweite Schüler gegen Polizei 1:1, OSV erste Schüler gegen Polizei 3:1, OSV Jugend gegen Polizei 6:1, OSV Junioren gegen Polizei 3:0. Damit gewann der OSV den Klubwettkampf mit 13:3 Punkten. Den von Herrn Uhrmachermeister Hinrich Schnaars (Oldesloe) gestifteten Pokal überreichte Herr Hans Richter vom Ortsausschuß für Leibesübungen mit einer kurzen Ansprache dem Vorsitzenden des OSV, Herrn Oberturnlehrer Ohrt, der ihn dankend in Empfang nahm. Damit waren die Kämpfe des ersten Tages der Turn- und Sportwoche auf dem Exer erledigt.
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Montag, 14. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Dienstag. 14.00 Uhr: Schwimmfest der Oberrealschule und der Königin-Luise-Schule in der städtischen Badeanstalt im Bürgerpark. Das Schwimmfest beginnt pünktlich um 2 Uhr und ist um 4 Uhr beendet. Es beginnen die Mädchen der Königin-Luise-Schule. Zum Schluß: Staffeln, Entkleidungsschwimmen, Sprünge, Wasserball. Für Erwachsene wird ein Eintritt von 20 Pfennig und für Schüler von 10 Pfennig erhoben.
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Montag, 14. Aug. 1933
Nachruf!

Am 11. Aug. verstarb unser langjähriges Turnratsmitglied, Turnbruder Ferdinand Petersen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Er war unserem Verein und der Deutschen Turnerschaft ein nimmermüder Förderer. Sein echter deutscher Turngeist wird immer unter uns weiterleben.

MTV von 1862 Bad Oldesloe. Hans Karth, 1. Vorsitzender.
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Dienstag, 15. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche
Dritter Tag

Schwimmfest der Oberrealschule und der Königin-Luise-Schule. Wenn auch die Sonne gegen 2 Uhr sich hinter Wolken verborgen hielt, es ab und zu auch etwas naß von oben kam, so war doch die Lufttemperatur recht warm und das Wasser hatte eine Wärme, geradezu geschaffen für die nachfolgenden recht beachtlichen Wettkämpfe in dem nassen Element. Ausgezeichnet war auch der Besuch. In der Zeit von 2 bis 4 ½ Uhr waren alle Kämpfe erledigt, ein Beweis für die tadellos aufgezogene Organsisation für diesen Sportzweig. Den Abschluß des Schwimmfestes bildete ein Wasserballspiel zwischen den Sekunda- und Primaklassen der Oberrealschule. Die Primen gewannen nach gleichwertigem Spiel mit 2:1 Toren.
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Die Siegerinnen und Sieger
Mädchen

50 Meter Beliebigschwimmen

  • Jahrgang 1916: Vehling 45,2 Sekunden
  • Jahrgang 1917 Else Benk 54,9 Sekunden
  • Jahrgang 1918: Eva Hömeier 60,3 Sekunden
  • Jahrgang 1919: Magalene Maas 48,1 Sekunden
  • Jahrgang 1920: Annemarie Toosbuy 44,8 Sekunden
  • Jahrgang 1921 und später: Lore Timmermann 49,6 Sekunden.


Oberrealschule

100 Meter Beliebigschwimmen

  • Christan Meynerts 1:45,2 Minuten


50 Meter Beliebigschwimmen

  • Jahrgang 1914 und früher: Heinrich Tödt 40,6 Sekunden;
  • Jahrgang 1915: Gerhard Busch 37,0 Sekunden
  • Jahrgang 1916: Helmut Vogler 41,0 Sekunden;
  • Jahrgang 1917: Ernst-August Behre 33,7 Sekunden (der damit die Tagesbestzeit erreichte)
  • Jahrgang 1918: Ulrich Rodeck 39,9
  • Jahrgang 1919: Heinz Timmermann 43,7 Sekunden
  • Jahrgang 1920: Werner Scharnberg 46,0 Sekunden; Jahrgang
  • 1921 und später: Kurt Pump 50,0 Sekunden
  • Entkleidungsschwimmen Friedrich-Wilhelm Lindemann
  • Sprünge: Hans Wiggert 51 Punkte.


Dienstag, 15. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Dritter Tag
Faustball. Um 7 Uhr traten die Faustballmannschaften zu den letzten Spielen um die Stadtmeisterschaft an. OSV II belegte mit zwölf Punkten ohne Punktverlust den ersten Platz. Es folgten OSV I mit zwölf Punkten, MTV I und MTV II und FAD mit je sechs Punkten.
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Dienstag, 15. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Mittwoch. 14.00 Uhr: Wettspiele der Oberrealschule um die Meisterschaft der Schule. 16.00 Uhr: Beginn des Kleinkaliberschießens auf den Ständen im Bürgerpark. Offen für alle Interessenten.
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Mittwoch, 16. Aug. 1933
Die Neueinteilung im Fußball

Für den Bezirk 1 (Schleswig-Holstein) wird eine Bezirksklasse zu zwölf Vereinen, für den Bezirk 2 (Lübeck-Mecklenburg) zwei Bezirksklassen von je acht Vereinen und für den Bezirk 3 (Groß-Hamburg) zwei Bezirksklassen von je zwölf Vereinen festgesetzt. Die Bezirksklassen des Bezirks 2 führen die Namen West und Ost. Die Bezirksklasse West besteht aus den folgenden Vereinen: LBV Phönix, Lübecker Sportverein, Oldesloer Sportverein, Eutin 08, Cimbria Neustadt, VfL Schwerin, Germania Wismar, Adlero Neustadt.
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Mittwoch, 16. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vierter Tag.
Um 2 ½ Uhr begann das Faustballspiel um die Meisterschaft der Oberrealschule. Ober- und Unterprima zeigten ein gleich gutes Spiel und spielten 19:19. Nachdem aber die OI mit zwei Punkten von der UII besiegt wurde, gewann die UI die Meisterschaft mit fünf Punkten. - Im Damen-Faustballspiel OSV gegen MTV waren die Turnerinnen ihren Gegnern glatt überlegen. Sie gewannen verdient mit 65:51 Punkten. - Auf den Schießständen herrschte auf den Kleinkaliberständen starker Betrieb. Höchstwahrscheinlich ist am Samstag noch Gelegenheit, diesen Sport im Rahmen der Sportwoche weiter zu pflegen.
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Mittwoch, 16. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Donnerstag. Ab 1 ½ Uhr: Wandertag der Oberrealschule mit anschließendem Geländespiel. 7.00 Uhr: Wettkampf zwischen Sturm 1/213 und 5/213 auf dem Exer.
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Donnerstag, 17. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Fünfter Tag
Bei dem Fünfkampfwettbewerb der Stürme 1 und 4 siegte der Sturm 1 mit 6:4 Punkten. Er zeigte seine Überlegenheit im Weitspringen mit 23,45 zu 22,90 Metern, im Zielwerfen mit 15:11 Treffern, im Keulenschwingen mit 252:245 Metern. Sturm 5 errang den Vorsprung im Hindernislaufen in 90,1 Sekunden gegenüber Sturm 1 in 94,1 Sekunden. Im Kugelstoßen lautete das Resultat 139,18 zu 131,77 Meter. Als Höchstleistungen erzielte Bendixen (Sturm 1) im Weitsprung 5,10 Meter; Hindernislaufen: Lindemann (Sturm 5) 17,1 Sekunden; Keulenwerfen: Stechel (Sturm 1) und Drews (Sturm 5) je 53 Meter; Zielwerfen: Sommer und Kröger (beide Sturm 1) je vier Treffer und Kugelstoßen: Grantz (Sturm 1) 8,82 Meter.
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Donnerstag, 17. Aug. 1933
OSV gegen Wilhelmsburger SV

Im Rahmen der Sportwoche spielt der OSV am Sonntag, den 20. Aug., nachmittags 4 Uhr, gegen die spielstarke Oberliga des Wilhelmsburger SV. Der Gegner ist unbedingt spielstärker als Lokstedt, wie auch die letzten Ergebnisse der Wilhelmsburger zeigen. Die Mannschaft schlug in den letzten Spielen Viktoria Wilhelmsburg 4:2, Wilhelmsburg 09 mit 3:1 und den FC St. Pauli 3:2. Diesen Ergebnissen nach trifft der OSV also am Sonntag auf einen in großer Form befindlichen Gegner, der von dem früheren norddeutschen Torwart "Charly" Pohl trainiert wird. Unsere Blau-Weißen werden also das von Herrn Walter Risse in hartem Training Erlernte zur Geltung bringen können. Herr Risse wird am Sonntag nach hier kommen, um seine Schützlinge im Spiel zu sehen.
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Donnerstag, 17. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Freitag. 14.00 Uhr: Schwimmfest der Stadtschule. 19.00 Uhr: Fußballwettspiel Freiwilliger Arbeitsdienst gegen OSV III.
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Freitag, 18. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Schwimmfest der Stadtschule. Die Stadtschule hatte die Eltern ihrer Kinder und ihre Freunde nach der Badeanstalt eingeladen, um sich das alljährliche Schwimmfest anzusehen. Das Wetter war nicht günstig. Die Beteiligung der Kinder am Schwimmen war sehr rege. Soviel Kinder haben sich noch in keinem Jahre beteiligt, es waren etwa 80 Mädchen und 70 Knaben. Wegen der großen Zahl der Teilnehmer mußte die Schwimmstrecke leider verkürzt werden, sie betrug nur 30 Meter, während sie in den früheren Jahren 50 Meter lang war. Gezeigt wurden: Beliebigschwimmen, Rückenschwimmen, Sprünge, Rettungsschwimmen und Tellertauchen.
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Die Siegerinnen und Sieger

Mädchen

30 Meter Beliebigschwimmen

  • Jahrgang 1919 (14 Teilnehmer): Frieda Martens 23,2 Sekunden
  • Jahrgang 1920 (18 Teilnehmer): Ingrid Karp 23,9 Sekunden
  • Jahrgang 1921 (18 Teilnehmer): Anne Eckmann 26,0 Sekunden
  • Jahrgang 1922 (9 Teilnehmer): Gertrud Bertram 28,4 Sekunden
  • Jahrgang 1923 (7 Teilnehmer): Inge Schlosser 27,9 Sekunden
  • Jahrgang 1924/25 (9 Teilnehmer): Elfriede Fischer 30,0 Sekunden

Knaben

  • Jahrgang 1918 (7 Teilnehmer): Karl-Heinz Arpe 22,1 Sekunden
  • Jahrgang 1919 (14 Teilnehmer): August Henck 24,6 Sekunden
  • Jahrgang 1920 (25 Teilnehmer): Gerbs 26,8 Sekunden
  • Jahrgang 1921 (17 Teilnehmer): Klueß 23,6 Sekunden
  • Jahrgang 1922 (4 Teilnehmer): Bruno Löding 22,0 Sekunden (beste Zeit!)
  • Jahrgang 1923/24 (4 Teilnehmer): Stockhusen 30,5 Sekunden.


Mädchen

30 Meter Rückenschwimmen

  • Jahrgang 1919 (9 Teilnehmer): Frieda Martens 25,2 Sekunden
  • Jahrgang 1920/21 (9 Teilnehmer): Anne Eckmann 26,9 Sekunden
  • Jahrgang 1922/23 (4 Teilnehmer): Elfriede Fischer 34,5 Sekunden


Knaben

  • Jahrgang 1918 (3 Teilnehmer): Nevermann 25,5 Sekunden
  • Jahrgang 1919 (5 Teilnehmer): August Henck 29,3 Sekunden
  • Jahrgang 1920 (7 Teilnehmer): Frahm 32,7 Sekunden
  • Jahrgang 1921 (5 Teilnehmer): Klueß 26,7 Sekunden.

Sprünge (gewertet wurden zwei Pflichtsprünge und ein Kürsprung)

Mädchen

  • Jahrgang 1919 (14 Teilnehmer): Gerda Sternal 19,5 Punkte
  • Jahrgang 1920 (14 Teilnehmer): Chr. Ortmann 22 Punkte
  • Jahrgang 1921 (17 Teilnehmer): David 27 Punkte,
  • Jahrgang 1922 (10 Teilnehmer): Meier 24 Punkte
  • Jahrgang 1923 (7 Teilnehmer): Schlosser 28 Punkte
  • Jahrgang 1924/25 (8 Teilnehmer): Max und Christ je 14 Punkte;

Knaben

  • Jahrgang 1918 (3 Teilnehmer): Nevermann 20 Punkte
  • Jahrgang 1919 (12 Teilnehmer): Voß 21 Punkte
  • Jahrgang 1920 (18 Teilnehmer): Dose und Kurt Löding je 24 Punkte
  • Jahrgang 1921 (9 Teilnehmer): Dose 23 Punkte
  • Jahrgang 1922/24 (8 Teilnehmer): Wiencke 23 Punkte.
  • Tellertauchen (ein Teller mußte nach Zeit geholt werden)
  • Mädchen: Gerda Sternal 7,6 Sekunden
  • Knaben: Nevermann 7,5 Sekunden.

Freitag, 18. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Sechster Tag.
Der Freiwillige Arbeitsdienst trat zum ersten Male mit einer Fußballmannschaft an die Öffentlichkeit, die einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ. Die Jungreserve des OSV siegte durch Elfmeter mit 1:0. Der Freiwillige Arbeitsdienst hatte durch den riesigen Eifer aller Spieler zeitweise etwas mehr vom Spiel. Der 1. Vorsitzende des Ortsausschusses für Leibesübungen überreichte den OSVern den Wanderpokal mit dem Wunsche, daß häufiger zwischen den beiden Gegnern Spiele dieser Art ausgetragen werden möchten, damit der Pokal dann endgültig in den Besitz einer Mannschaft übergehe.
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Freitag, 18. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Vorschau für Samstag. 20 ¼ Uhr: Lampionfahrt auf der Trave. Motorboote sind nicht teilnahmeberechtigt. Die drei besten geschmückten Boote erhalten Anerkennungen. Teilnehmen kann jeder Bootsbesitzer, der die Bedingungen der Sportleitung innehält. Letztere sind in dem amtlichen Programm veröffentlicht. Geschlossene Abfahrt der an der Preisfahrt teilnehmenden Boote an der Pferdemarktbrücke. Das Preisrichterkollegium hält sich in der städtischen Badeanstalt auf. Die Boote fahren vom Start bis zur Glockenkuhle und zurück, soweit sie sich am Wettbewerb beteiligen. Das Preisgericht gibt vor dem Start Startnummern aus; ohne diese keine Startberechtigung. Anschließend: Preisverteilung.
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Freitag, 18. Aug. 1933
Hockey am Sonntag

Die Hockeyabteilung des OSV wird die Abwechslung im Sportprogramm am Schlußtag der Sportwoche durch zwei Spiele mit dem Sportclub Sperber unter Beweis stellen. Es ist das erste Mal, daß eine Hockeymannschaft aus Hamburg zu einem Spiel nach hier kommt. Die Oldesloer Mannschaften werden daher freudig versuchen, den Hamburgern unsere Stadt als Sportstadt bekanntzumachen. Um 11 Uhr spielt unsere erste Dammenmannschaft gegen die gleiche vom SC Sperber. Wir rechnen auf eine knappe Niederlage. Nach dem Sportumzug durch die Stadt findet dann der Kampf der beiden Herrenmannschaften statt. Da die Oldesloer mit einer spielstarken Elf antreten können, möchten wir auf einen Sieg hoffen, trotz der sonst geringen Spielstärke eines Kleinstadtvereins. Der OSV tritt mit folgender Mannschaft an: Dimpker - Wolherr, Knuth - Bendixen, Rath, Ohrt - Pfeiffer, Stechel, Utpadel, Soltau, Vogler.
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Freitag, 18. Aug. 1933
Oldesloer Sportverein

Der OSV veranstaltet am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, als Abschluß der hiesigen Sportwoche zu Ehren der Gäste ein Kränzchen in der "Harmonie". Eintritt 50 Pfennig, Erwerbslose zahlen gegen Ausweis 30 Pfennig.
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Samstag, 19. Aug. 1933
Hitlergruß und Sportgruß

Das Oldesloer Sportpublikum möchten wir mit der folgenden amtlichen Bekanntmachung des Gauführers Nordmark des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Sportbehörde vertraut machen. Es heißt dort im Absatz 9, "Hitlergruß und Sportgruß": Vor Beginn jedes vor Zuschauern ausgetragenen Spiels begibt sich jede Mannschaft nach der Mitte des Spielfeldes und bringt nach beiden Seiten den Hitlergruß dar. Das Publikum erwidert den Gruß. Am Ende des Spiels stellen sich die Mannschaften in der Mitte des Spielfeldes auf. Zum Zeichen der Beendigung des sportlichen Kampfes und als kameradschaftlichen Gruß bringen die Vereine sich gegenseitig den neuen Sportgruß "Sieg Heil" aus. Währenddessen reichen sich die Spielführer die Hände.
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Samstag, 19. Aug. 1933
Der Werbe-Umzug der Wehr-, Turn- und Sportverbände unter Mitführung von Fahnen und Wimpeln am morgigen Sonntag vollzieht sich wie folgt: 1.45 Uhr Antreten in der Mewesstraße in Richtung Bahnhofstraße: Musikkapelle der Freiwilligen Turner-Feuerwehr, Vorstand des Ortsausschusses für Leibesübungen, SA, Stahlhelm, Kegler, MTV von 1862, Spielmannszug der Stadtschule, auswärtige Sportler; Aufstellung in der Reimer-Hansen-Straße: Spielmannszug der Oberrealschule, OSV, SS.

Auf dem Marktplatz stehen die Teilnehmer in Vier-Säulen-Front nach dem Brunnen - 1. Säule: SA und Stahlhelm vor dem Stadthause und Postgebäude (Spitze vor dem Brunnen); 2. Säule: Keglerverband und MTV (links daneben); 3. Säule: auswärtige Gäste und OSV (links daneben); 4. Säule: SS (wieder links daneben). Nach der Ansprache des stellvertretenden Bürgermeisters Abmarsch um den Brunnen nach der unteren Hälfte der Hindenburgstraße, Hamburger Straße, Schützenstraße mit Auflösung vor dem Jugendheim.

Auch an dieser Stelle nochmals die Bitte: "Fahnen heraus!"



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Samstag, 19. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Was ist am Sonntag los Sonntag ist der Haupttag der Turn- und Sportwoche in Oldesloe. Mit 380 Teilnehmern hat das diesjährige Sportfest eine überaus zahlreiche Besetzung gefunden. Zum ersten Male im neuen Deutschland beteiligen sich hier Sportler, Turner, SA, SS und Stahlhelm gemeinsam. 230 Turner und Sportler und 150 SA, SS und Stahlhelmer werden um den Sieg ringen. Von den größeren Vereinen haben gemeldet: Polizei Altona mit Scheele, der auf den Deutschen Meisterschaften in Köln Zweiter über 400 Meter Hürden wurde und hier den Vierkampf bestreitet; Polizei Lübeck mit Paasche, Phönix Lübeck, Sperber Hamburg, Niendorf und andere mehr.

Bereits um 9 Uhr beginnen die Wettkämpfe für die Leichtathleten und Wehrverbände. Letztere starten in voller Uniform. Im Vierkampf der Leistungsklasse I wird es vermutlich einen harten Kampf zwischen Scheele (Polizei Altona), von Thun (Niendorf) und Pöhls (OSV) geben. Eine Voraussage in der Leistungsklasse II und III, die einen Dreikampf bestreiten, ist schwer zu treffen, zumal diese sehr stark besetzt sind. Nicht minder interessant werden die Wettkämpfe der männlichen und weiblichen Jugend sein, die einen Dreikampf durchzuführen haben. Zur gleichen Zeit führen auch die Wehrverbände ihre Wettkämpfe (Kugelstoßen, Weitsprung, Baumstammwerfen, Keulenwerfen und Hindernislauf) durch. Zwischendurch werden die Turner vom MTV ein Werbeturnen am Reck und Barren vorführen. Anschließend folgt der 1500-Meter-Lauf für Herren.

Eigenartigerweise hat für 800 Meter gar keiner gemeldet, während der 1500-Meter-Lauf mit 20 Meldungen überaus stark besetzt ist. Der Start von Pochat steht noch nicht fest, da er sich wahrscheinlich für die 3 mal 1000-Meter-Staffel, die nachmittags gelaufen wird, schonen will. Interessante Kämpfe werden die Staffeln der männlichen und weiblichen Jugend und die Einzelkämpfe der Jugendlichen über 100 Meter bringen. Es würde bei dem reichhaltigen Programm zu weit führen, alle Wettbewerbe hier aufzuführen, aber sicher wird es überall spannende Kämpfe geben, so daß sich ein Besuch durchaus lohnen wird.

Die Spiele beginnen bereits am Vormittag mit dem Hockeyspiel OSV-Damen gegen Sperber Hamburg. Gleichzeitig mit den leichtathletischen Wettbewerben tragen die Kegler ein Pokalkegeln mit den Vereinen Lübeck und Reinfeld aus.

Der Nachmittag wird wie alljährlich um 14 Uhr mit einem Umzug durch die Stadt eingeleitet. Wir bitten deshalb auch an dieser Stelle die Bevölkerung: Flaggen heraus! Auf dem Marktplatz wird der Vertreter der Stadt die Teilnehmer begrüßen. Der Zug löst sich vor dem Jugendheim auf. Die erste Herren-Hockeymannschaft spielt dann gegen die gleiche vom SC Sperber. Bei den Pokalspielen in Ahrensburg mußte unsere Mannschaft eine unverdiente 0:1-Niederlage hinnehmen. Der MTV tritt im Handballspiel gegen den Freiwilligen Arbeitsdienst an. Um 3.15 Uhr beginnen die Staffeln 6 mal 100 Meter und 3 mal 1000 Meter um die gestifteten Wanderpreise. Fünf Mannschaften bewerben sich um diese kostbaren Preise. Im letzten Jahre konnte unsere Mannschaft die 3 mal 1000-Meter-Staffel gewinnen. Ob es auch in diesem Jahre gelingen wird

Um 4 Uhr steigt das Fußballspiel des OSV gegen den Wilhelmsburger SV. Die bekannte Schlußstaffel wird den Abschluß bilden. Mit sechs Mannschaften im Rennen wird es einen harten Kampf geben. Polizei Altona, Polizei Lübeck, Phönix Lübeck, Sperber I und II und Oldesloe sind die Gegner. Anschließend findet die Siegerverkündung vor dem Fußballtor bei den Sprunggruben statt. Besonders weisen wir noch auf das Schießen auf den Ständen im Bürgerpark hin. Hier ist jedem Gelegenheit gegeben, sich zu beteiligen. Nicht unerwähnt soll der Preisflug der Brieftauben-Reisevereinigung ab Neustadt an der Dosse (187 Kilometer) bleiben und das interne Tennisturnier von Tennis-Teutonia am Vor- und Nachmittag auf den Plätzen im Kurgarten. Für alle Tanzlustigen findet abends in der "Harmonie" ein Kränzchen des OSV statt.
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Samstag, 19. Aug. 1933
Kreuz und quer durch die Woche. ...

Die Turn- und Sportwoche beherrscht das Gesamtlebens Oldesloes. Zum vierten Male haben wir die Freude, gern gesehene Gäste bei uns zu sehen. Der Ausschuß für Leibesübungen hat in wirksamer Weise die Vorbereitungsarbeiten leisten müssen, von denen ein Fernstehender sich gar keinen Begriff machen kann. Jeder Tag brachte neue Aufgaben. Morgen ist der letzte, und zwar der Hauptkampftag. Von morgens 8.30 bis 6 Uhr abends werden höchst belangreiche Kämpfe ausgetragen, wozu sehr viele in Sportkreisen bestens bekannte Kämpfer ihr Erscheinen zugesagt haben. Es muß erwartet werden, daß alle Häuser beim Festzuge um 2 Uhr ihre Flaggen zeigen.
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Sonntag, 20. Aug. 1933
4. Turn- und Sportwoche

Schlußtag
Als morgens 8.50 Uhr die Flaggenhissung unter Absingung des Deutschlandliedes vor sich ging, lag lachender Sonnenschein auf der grünen Fläche unseres schönen Sportplatzes. Gleichzeitig wurde auf dem östlichen Teil des Platzes die OSV-Fahne zum ersten Male am neu errichteteten Flaggenmast hochgezogen.

250 Wettkämpfer im Sportanzug sowie 150 SA-, SS- und Stahlhelm-Männer im Dienstanzug gingen an die Wettbewerbe, eine Zahl, wie wir sie so hoch hier noch nicht gehabt haben. Es wurde gleichzeitig auf zwei Bahnen gelaufen, auf zwei Ständen geworfen und in drei Sprunggruben um die Punkte gekämpft. Neu war der Hindernislauf im Dienstanzug. Mit militärischer Pünktlichkeit wickelte sich die große Kampffolge ab. Um 12.30 Uhr waren alle Wettbewerbe erledigt. Besonderen Beifall fand das gegen 10 ½ Uhr stattfindende Schauturnen der Reck- und Barren-Musterriege, deren Leistungen einfach großartig zu nennen waren und den stürmischen Beifall sehr wohl verdienten.

Um 2 Uhr bewegte sich von der Reimer-Hansen-Straße und Mewesstraße aus ein stattlicher Zug zum Werbe-Ummarsch durch die reich beflaggten Straßen der Stadt. In solcher Länge und mannigfachen Zusammensetzung haben wir ihn in den hier bisher stattgefundenen Sportwochen noch nicht erlebt. In sechs Säulen marschierten die Teilnehmer auf dem Marktplatz auf. Dort empfing sie Herr Stadtrat Josef Tondorf als Vertreter der Stadt mit folgender Ansprache:

"Deutsche Volksgenossen! Im Namen des Magistrats der Stadt Bad Oldesloe entbiete ich Ihnen den Willkommensgruß und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Veranstaltung einen für alle Beteiligten erfolgreichen Verlauf nehmen möchte. Gesundheit und Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen sind ein Teil der Gesamtkraft unseres Volkes, die zu erhalten und zu vermehren, ist unsere heiligste Aufgabe! Turnen und Sport sind nicht dazu da, um das persönliche Wohl von Einzelpersonen zu fördern, die Leibesübungen bilden vielmehr einen wichtigen Teil des Volkslebens und sind ein grundlegender Bestandteil der nationalen Volkserziehung! In vorbildlicher Weise sind alle Zweige der Leibesübungen im Rahmen der Oldesloer Turn- und Sportwoche gepflegt worden. SA, SS, Stahlhelm, Turner und Sportler haben einmütig und mustergültig ihre Kräfte an den vergangenen sechs Tagen gemessen. Der heutige Schluß- und Hauptkampftag wird der Öffentlichkeit das gleiche Bild harmonischer Zusammenarbeit zeigen. Alle Beteiligten haben dazu beigetragen, volkstümliches und zugleich öffentliches Leben zur Erscheinung zu bringen! Dafür sei diesen der öffentliche Dank der Behörde ausgesprochen. Nur im Zusammenschluß und in der allgemeinen Zusammenfassung läßt sich ein derartig schöner Erfolg verwirklichen.

In dieser Beziehung wünschen und erwarten Magistrat und Stadtvertretung für die Zukunft, daß dieser richtig beschrittene Weg uneigennnützig weitergegangen wird zunächst in der Form, daß sich die hiesigen beiden Turn- und Sportvereine sobald wie möglich zu einem großen Verein zusammenfinden mögen. Nur so kann es sein! Nur dadurch wird es eine rechte Pflegestätte echter und wahrer deutscher Volksgemeinschaft. Die Behörde wird ihrerseits ein wachsames Auge dafür haben, Störenfriede notfalls rücksichtlos zu beseitigen und auf der anderen Seite eine wohlwollende Förderung der gedachten Volkssportgemeinschaft angedeihen lassen. Und nun hinaus zu frischfröhlichem Kampf auf unseren schönen grünen Sportplatz! Sieg Heil!"

Nun ging es wieder zum Exer, wo sich wiederum, wie am Vormittage, hunderte von interessierten Zuschauern eingefunden hatten, die mit größter Spannung und angebrachten Beifallskundgebungen die einzelnen Sieger begrüßten. Auch hier muß wieder die geradezu präzisionsmäßige Organisation der Sportleitung hervorgehoben werden.

Punkt 6 Uhr erfolgte die Siegerverkündung durch den Vorsitzenden des Ortsausschusses für Leibesübungen, Herrn Oberturnlehrer Christian Ohrt. Er leitete die Siegerverkündung ein mit Worten des herzlichsten Dankes an den Magistrat, die Sanitätskolonne, die Damen und Herren des Kampfrichterausschusses, des Sportbüros, die vielen auswärtigen Gäste, die SA-, SS- und Stahlhelm-Kameraden, die in großzügigster Zusammenarbeit die Durchführung der Turn- und Sportwoche erst ermöglicht haben. Mit der Versicherung, auf dieser volksbewegenden, volksgemeinschaftlicher Grundlage auch in Zukunft weiter zu bauen, erbrauste nach dem begeisterten "Sieg Heil" auf unseren hochverehrten Reichspräsidenten und seinen unermüdlich schaffenden Volkskanzler das Horst-Wessel-Lied über den Platz. Nun folgte die Bekanntgabe der Sieger, die Übergabe der einzelnen Siegerdiplome und die Verteilung der gestifteten Wander- und Ehrenpreise. Mit dem Schlußwort auf einen guten Empfang unserer morgen abend 6.30 Uhr hier eintreffenden Gäste aus Danzig, die mit Flaggen aus allen Häusern zu begrüßen Pflicht eines jeden ist, ging man auseinander.
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Die Ergebnisse der Oldesloer Sportlerinnen und Sportler

 

  • Klasse 1, Vierkampf (100 Meter, Weitsprung, Speerwerfen, Hochsprung):1. Pöhls (Oldesloer SV) 81 Punkte
    100 Meter Entscheidungskampf: 3. Pöhls 11,9 Sekunden
  • Klasse 2, Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen): 2. Karl Schröder (MTV Oldesloe) 50 Punkte, 3. Theodor Hormann (MTV Oldesloe) 48 Punkte
  • Klasse 3, Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Keulenwerfen): 3. Pochat (Oldesloer SV) 52 Punkte; 100 Meter: 1. Pochat 11,5 Sekunden.


Männliche Jugend

  • Jahrgang 1915, Dreikampf (100 Meter, Hochsprung, Keulenwerfen): 3. Bendixen (Oldesloer SV) 62 Punkte, 5. Möller (Oldesloer SV) 50 Punkte, 7. Schaarmann (Oldesloer SV) 46 Punkte
  • Jahrgang 1916, Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen): 3. Vogler (Oldesloer SV) 47 Punkte, 5. Purnhagen (Oldesloer SV) 38 Punkte
  • Jahrgang 1917, Dreikampf (100 Meter, Hochsprung, Werfen): 1. Behre (Oldesloer SV) 64 Punkte
  • Jahrgang 1918, Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Werfen): 1. Gerhard Hormann (Oldesloer SV) 60 Punkte, 3. Ulrich Rodeck (Oldesloer SV) 54 Punkte
  • Jahrgang 1919, Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Werfen): 2. Klueß (MTV Oldesloe) 47 Punkte.


Frauen

  • Klasse 1, Dreikampf (100 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen): 2. Schmüser (MTV Oldesloe) 54 Punkte, 4. Gerken (Oldesloer SV) 52 Punkte, 5. Ehlert (MTV Oldesloe) 46 Punkte;

Weibliche Jugend

  • Jahrgang 1916, Dreikampf (75 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen): 1. Hammerich (MTV Oldesloe) 56 Punkte.


Ergebnisse der Staffeln

  • 6 mal 100 Meter: 1. Polizei Altona 1:09,2 Minuten, 2. Oldesloe 1:10,6 Minuten, 3. Polizei Lübeck 1:11,0 Minuten;
  • 3 mal 1000 Meter: 1. Oldesloe 8:51,1 Minuten, 2. Polizei Lübeck 8:51,4 Minuten, 3. Sperber Hamburg 9:00,0 Minuten;
  • Schlußstaffel: 1. Phönix Lübeck 4:46,6 Minuten, 2. Polizei Altona 4:51,8 Minuten, 3. Polizei Lübeck 4:56,7 Minuten.


Sonntag, 20. Aug. 1933
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - Wilhelmsburger SV 3:1


Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Ernst Kindt - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.

4. Turn- und Sportwoche
Ergebnisse der Spiele

Handball

  • Freiwilliger Arbeitsdienst gegen MTV 6:4

Hockey

  • OSV erste Damen gegen Sperber Hamburg 4:1
  • OSV erste Herren gegen Sperber Hamburg 5:2.

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Sonntag, 20. Aug. 1933
Die Oldesloer Kegler gewinnen gegen die Lübecker und Reinfelder

Es fand der Kampf um den vom Oldesloer Wirteverein gestifteten Pokal statt. Derselbe wurde zwischen den Verbänden Lübeck, Reinfeld und Oldesloe mit je einer Zehner-Mannschaft, je Starter 100 Kugeln, ausgetragen. Die ersten Lübecker Kegler waren den Hiesigen und auch den Reinfeldern leicht überlegen. Als der vierte Oldesloer Starter auch noch ganz versagt und gegen seinen Lübecker Partner 39 Holz und gegen Reinfeld 12 Holz verliert, sieht es nicht gerade rosig für Oldesloe aus. Der Kampf stand bei der Mittagspause: Lübeck 2901, Reinfeld 2836 und Oldesloe 2835 Holz in 400 Wurf.

Gleich nach Beendigung des Festumzuges geht der Kampf im "Tivoli" weiter. Oldesloe kann langsam etwas von seinem Verlust aufholen und als dann Otto Drews mit der sehr guten Leistung von 741 Holz die Bahn verläßt, führt Oldesloe sogar mit acht Holz vor Lübeck und 29 Holz vor Reinfeld. Lübeck macht dann einen Vorstoß und es gelingt dem achten Lübecker auch, sechs Holz wieder aufzuholen. Als der letzte Oldesloer Starter die Bahn betritt, steht der Kampf noch plus zwei Holz für Oldesloe. Jonny Dührkop legt 736 Holz vor und unter ungeheurer Spannung betritt der Lübecker Verbandsmeister Heel nun die Bahn. Jeder einzelne Wurf wird von der sich dicht drängenden Zuschauermenge kritisiert und das Ergebnis festgestellt. Er schafft es nicht und bleibt acht Holz unter Jonny Dührkop zurück. Der Pokal war somit für Oldesloe mit einem Vorsprung von 10 Holz vor Lübeck und 59 Holz vor Reinfeld gewonnen.
Bester Kegler war Otto Drews mit 741 Holz, ihm folgt Lund (Lübeck) mit 737 und Jonny Dührkop mit 736 Holz. Eine kleine Siegesfeier hielt die Kegelbrüder noch einige Stunden beisammen, um die Geselligkeit auch zu ihrem Recht kommen zu lassen.
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Mittwoch, 23. Aug. 1933
OSV gegen SC Eilbek (Hamburg)

Am Sonntag, dem 27. Aug., hat der OSV bereits wieder einen spielstarken Verein nach hier verpflichtet. Es ist dieses der SC Eilbek, der auch von "Charly" Pohl trainiert wird. Eilbek erzielte in den letzten Spielen einige beachtenswerte Resultate und zwar gegen Wacker 4:2, St. Georg 3:1, Polizei Hamburg 2:2 und gegen Komet 3:5. Gegen den letzten Gegner des OSV, den Wilhelmsburger SV, gewann Eilbek vor 14 Tagen mit 6:3. Es verspricht also am Sonntag ein interessantes Spiel zu werden, zumal der Gegner technisch sehr gut durchgebildet ist und einen schußfreudigen Sturm besitzt. Das Spiel beginnt um 3 Uhr. Vorher um 1 ½ Uhr spielen die Juniorenmannschaften von Eilbek und OSV gegeneinander.

Herr Walter Risse hat sich bereiterklärt, unsere Mannschaft noch weiterhin zu trainieren und auch nach Möglichkeit bei den Sopielen zugegen zu sein. Das Training findet ab heute, Mittwoch, abends 6 Uhr, auf dem Exer statt.
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Samstag, 26. Aug. 1933
Oldesloer Sportverein

Sämtliche Herrenmannschaften des OSV tragen am Sonntag Gesellschaftsspiele aus. Es ist dieses die letzte Prüfung der Mannschaften vor den Bezirksspielen, die bereits am 3. Sept. beginnen. Die Liga spielt um 3 Uhr auf dem Exer gegen SC Eilbek in derselben Aufstellung wie in den letzten Spielen. Die Reserve und zweiten Herren fahren um 1 Uhr nach Reinfeld, um gegen Preußen I und II zu spielen.

Johannes Pöhls (OSV) ist mit der Norddeutschen Mannschaft nach Kopenhagen gefahren, um die deutschen Farben international im Länderkampf zu vertreten. Die Mannschaft kommt am Montag nach Kiel, um hier an einem Abendsportfest des FC Holstein teilzunehmen. Hier trifft voraussichtlich Pochat, der leider wegen Krankheit nicht an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen konnte, im 800-Meter-Lauf auf den neuen Deutschen Meister König.
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Samstag, 26. Aug. 1933
MTV von 1862

In diesem Jahre ist es wieder ein Verein des Bezirks Lübeck des Deutschen Turnverbandes, der auf sein 70jähriges Bestehen zurückblicken kann: es ist der Schwartauer Männerturnverein von 1863. Die Bezirksleitung hat der Jubelfeier dadurch nun noch einen großen Rahmen gegeben, indem sie das Bezirkssportfest nach Bad Schwartau verlegte und seine vielen Wettkämpfer und Wettkämpferinnen auf den Hindeburg-Sportplatz am Riesebusch um den schlichten Eichenkranz ringen läßt.

Auch unser Männerturnverein von 1862 Bad Oldesloe beschickt diese Veranstaltung wieder mit einem großen Aufgebot von Teilnehmern. Sie fahren morgen früh pünktlich 7 Uhr vom Marktplatz ab. Für einige Festbummler ist noch Platz vorhanden (für diese Fahrpreis 0,70 Mark).
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Sonntag, 27. Aug. 1933
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - SC Eilbek 3:3 (1:1)

Der OSV traf auf einen gleichwertigen Gegner, so daß das Unentschieden durchaus gerecht war. Der OSV kam allerdings zuerst gut ins Spiel und drängte zunächst leicht. Schon nach sechs Minuten nimmt Stäcker eine Flanke von links gut an und schießt zum 1:0 für den OSV ein. Der OSV bleibt weiterhin überlegen. Stäcker und Schlüter lassen aber einige sichere Sachen aus. Das Spiel wird ausgeglichener. Nach 30 Minuten erhält Eilbek einen Elfmeter zugesprochen, der zum Ausgleich verwandelt wird. Mit 1:1 geht es in die Pause. Nach der Halbzeit zieht der OSV gleich an. Nach vier Minuten erhält Ströh eine Vorlage, flankt gut und Stäcker erzielt ein wunderschönes Kopftor. Kurze Zeit darauf gleicht Eilbek auf Fehler unserer Hintermannschaft, die abseits reklamiert, aus. Schon wenige Minuten später geht Eilbek in Führung. Den Ausgleich für den OSV erzielt wieder Stäcker. An diesem Ergebnis wurde bis zum Schluß nichts geändert. Die Eilbeker zeigten ein sehr gutes Spiel. Auch der OSV zeigte gutes Zusammenspiel. - OSV Junioren gegen Eilbek Junioren 2:2, Reinfeld I gegen OSV Reserve 2:5, Reinfeld II gegen OSV II 2:4.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Ernst Kindt - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.
Tore: 1:0 Stäcker (6.), 1:1 (Elfmeter), 2:1 Stäcker (49.), 2:2, 2:3, 3:3 Stäcker.

Montag, 28. Aug. 1933
OSV

Das Abendsportfest am heutigen Montag in Kiel findet nicht statt. Pochat fährt am 1. Sept. nach Turin in Italien zu der internationalen Studenten-Olympiade. Er startet am 6. Sept. im 800-Meter-Lauf und am andern Tag in der Olympischen Staffel. Den Länderkampf gegen Dänemark, bei dem auch Pöhls (OSV) mitwirkte, gewann Norddeutschland mit 72,5 zu 52,5 Punkten.
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Dienstag, 29. Aug. 1933
Oldesloer Sportverein

Am Sonntag, dem 3. Sept., nehmen die Bezirksspiele ihren Anfang. Die Liga des OSV trägt das erste Spiel in Eutin gegen Eutin 08 aus. Die Mannschaft fährt um 11 ½ Uhr per Auto vom "Deutschen Haus" ab. Es können noch mehrere Schlachtenbummler zum Preise von 1,20 Mark für Hin- und Rückfahrt mitfahren. Die Rückfahrt erfolgt über Timmendorfer Strand. Anmeldungen im "Deutschen Haus".
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Freitag, 1. Sept. 1933
Wer gibt Turn-, Sport- und Gymnastikunterricht

Der Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer e.V. in der Reichsfachschaft für körperliche Erziehung, Berlin C 25, Alexanderplatz 4, hat den Auftrag, alle bisher noch unorganisierten Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer und -lehrerinnen und die statlich geprüften Schwimmeister zu ermitteln und noch außerdem festzustellen, wo diese haupt- oder nebenamtlich beschäftigt sind. Diese Feststellungen sind notwendig und gehen mit den Maßnahmen der Regierung Hand in hand. Es ist eine Namhaftmachung aller Persönlichkeiten notwendig, die sich an der Erziehung der Jugend im turnerischen und sportlichen Sinne beteiligen, weil eine Gewähr dafür gegeben werden muß, daß die Arbeit den Richtlinien des Reichssportführers entspricht. Im Interesse der großen künftigen Erziehungsaufgaben werden deshalb alle Turn- und Sportvereine, Hallen- und Freiluftbäder aufgefordert, auch die gegen Spesen oder ehrenamtlich tätigen Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer und staatlich geprüften Schwimmeister namentlich und mit Adresse zu melden.

Alle im freien Beruf tätigen Turn-, Sport und Gymnastiklehrer geben gleichzeitig ihre Anmeldung bei dem Reichsverband direkt ab. Wer sich nicht freiwillig der Organisation seines Berufsstandes anschließt, wird von der bevorstehenden zwangsweisen Angliederung erfaßt werden oder aber überhaupt vielleicht zu spät kommen. Es geht nicht mehr an, daß Einzelne von der Gemeinschaftsarbeit der Gesamtheit den Nutzen ziehen, ohne ihrerseits tatkräftig mitzuarbeiten und Opfer zu bringen. Für den Bezirk 1, Schleswig-Holstein, sind die Angaben an den Bezirksleiter Hans Seegers, Lokstedter Lager, Volkssportschule, schriftlich abzugeben.
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Samstag, 2. Sept. 1933
Preußenspiele des Bezirks Südholstein auf dem Exer

Während alle Klassen der hiesigen Schulen wanderten, holten die Oberklassen der Oberrealschule unter Vorantritt des Spielmannszuges die Schlagballspieler aus Altona und Rahlstedt vom Bahnhof ab. Herr Stadtverordnetenvorsteher Lehmkuhl begrüßte vor dem Jugendheim im Namen der Stadt die Gäste mit herzlichen Worten, dann fand unter Absingen der ersten Strophe des Deutschlandliedes die Fahnenhissung statt. Nach einer kurzen Kampfrichtersitzung wurden die folgenden Schlagballwettkämpfe von 9 bis 12.30 Uhr abgewickelt: Altona gegen Bad Oldesloe 37:26, Bad Oldesloe gegen Rahlstedt Realschule zweite Mannschaft 43:39, Altona gegen Rahlstedt 49:21, Bad Oldesloe gegen Altona 54:33. Nach dem letztgenannten Spiel geht unsere Oberrealschule als Meister von Südholstein am kommenden Samstag nach Neumünster, um mit den drei besten Vertretern der Provinz um die Provinzialmeisterschaft zu kämpfen. Während die Hiesigen im Faustball Altona mit 38:20 Punkten besiegten, gewann Altona in der Staffel.
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Sonntag, 3. Sept. 1933
1. Punktspiel: Eutin 08 - Oldesloer SV 2:2 (1:2)

Leider brachte das erste Bezirksspiel für unsere Liga nicht den erwarteten Erfolg. Wohl waren die OSVer technisch die besseren, dagegen brachten die Eutiner eine enorme Kampfkraft auf. Unsere Spieler können sich auf dem kleinen Kasernenhofplatz nicht gleich finden. Schon nach vier Minuten geht Eutin in Führung. OSV drängt jetzt bis zur Pause. Nach zehn Minuten erzielt Fick im Anschluß an eine Ecke von rechts den Ausgleich. Kurz vor Halbzeit geht Paul Drews nach innen und bringt den OSV mit 2:1 in Führung. Kurz nach Halbzeit erhält Eutin einen Strafstoß, den Schweim zwar mit dem Kopf abwehrt, aber in dem nachfolgenden Gewühl erzielt Eutin den Ausgleich. Unsere Stürmer können sich gegen die harte und schlagsichere Eutiner Verteidigung nicht durchsetzen, so daß der OSV sich mit einem Punkt begnügen mußte. Beide Halbstürmer und der Mittelläufer spielten unter Form.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Ernst Kindt - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.
Tore: 1:0 (4.), 1:1 Fick (10.), 1:2 Paul Drews, 2:2

Sonntag, 3. Sept. 1933
OSV Reserve gegen Ruka Lübeck 5:1

Unsere Reserve zog sich dagegen besser aus der Affäre und hielt den bisherigen Bezirksliga-Verein Ruka sicher mit 5:1 nieder. Auch unsere zweite Mannschaft zeigte gute Leistungen und gewann hoch mit 6:1 gegen Ruka II.
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Sonntag, 3. Sept. 1933
Kegelsport in Reinfeld

Auf der schönen Doppelkegelbahn im "Altdeutschen Hof" wurde das Rückspiel des Reinfelder Keglerverbandes gegen die spielstarke Mannschaft des Oldesloer Keglerverbandes zum Austrag gebracht. In einem 100-Wurf-Kegeln standen sich je zwei Mannschaften der beiden Verbände gegenüber. Auf Wunsch des besonders kleinen Reinfelder Verbandes wurde aber nur die Holzzahl der fünf besten Kegler aus der Zehnermannschaft gewertet. Im Laufe des Sommers glückte es der Reinfelder Mannschaft beim ersten Durchgang in Oldesloe, die Oldesloer mit 16 Holz zu schlagen; nach der Wertung der jeweils fünf besten Kegler aus jeder Mannschaft mußten sie sich aber mit nur drei Holz geschlagen bekennen. Jetzt aber im Rückspiel gelang es den Reinfeldern, den Oldesloer Gegner mit 12 Holz zu besiegen. Der Sieg ist umso höher zu werten, da es den Oldesloern Keglern anläßlich der Oldesloer Sportwoche am 20. Aug. gelang, die starke Lübecker Städtemannschaft zu schlagen. Der Kampf blieb spannned von Anfang bis zu Ende. Der Oldesloer Kegelbruder Jonny Dührkop konnte den Vorsprung der Reinfelder bis auf 12 Holz aufholen. Er erzielte die Höchstleistung des Tages mit 733 Holz. Den besten Keglern des Tages wurde eine silberne Medaille überreicht.

Die zweite Mannschaft des Reinfelder Verbandes wehrte sich tapfer gegen die zweite Mannschaft der Oldesloer, doch stand der Sieg dieser spielstarken Mannschaft von vornherein sicher. Nachstehend die Holzzahl der ersten Mannschaften aus beiden Kämpfen - Oldesloe: Dührkop 1481, Barkmann 1441, Fahl 1439, Böhmer 1434, Bertram 1422 Holz; Reinfeld: Huth 1456, W. Maaß 1444, O. Maaß 1444, Schade 1444, Lübker 1441 Holz.
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Donnerstag, 7. Sept. 1933
OSV gegen Adlero Neustadt

Die Bezirksspiele nehmen am kommenden Sonntag ihren Fortgang. Der OSV spielt hier um 3 Uhr gegen Adlero Neustadt (Mecklenburg). Nach den letzten Resultaten darf der OSV den Gegner keinesfalls unterschätzen. Erst am letzten Sonntag spielten die Neustädter gegen den VfL Schwerin unentschieden 1:1, während sie vor kurzer Zeit in Schwerin sogar mit 4:3 gewannen.

Die Mannschaft muß also über ein beachtliches Können verfügen und es wird am Sonntag unbedingt ein interessanter Kampf werden, da der OSV sich doch zusammenreißen wird, um nicht noch einmal einen Punktverlust zu erleiden.

Der Bürgerpark wird zu diesem Spiel in der bekannten Weise abgesperrt. Die Eintrittspreise sind vom Gau Nordmark wie folgt festgesetzt: Erwachsene 50 Pfennig, Erwerbslose gegen Ausweis 30 Pfennig. Für die Sitzplätze wird ein Aufschlag von 10 Pfennig auf dem Platz kassiert.
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Donnerstag, 7. Sept. 1933
Diebstahl

Dem Oldesloer Sportverein wurden auf dem Bürgerpark etwa 70 Meter Absperrleine gestohlen, welche noch auf dem erst kürzlich neu hergerichteten Fußballplatz zur Schonung des Rasens als Abzäunung dienen sollten.
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Samstag, 9. Sept. 1933
OSV gegen Adlero Neustadt

Zu dem Spiel obiger Mannschaften, welches am Sonntag um 3 Uhr stattfindet, sei noch erwähnt, daß der Platz ab 13 ½ Uhr mit Genehmigung des Magistrats abgesperrt ist. Es ist vom Gau vorgeschrieben, daß bei den Bezirksspielen kassiert und der Platz abgesperrt wird. Nach dem letzten Resultat gegen Eutin 08 wird auch Herr Risse nach hier kommen, um die Mannschaft im Spiel zu beobachten.
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Sonntag, 10. Sept. 1933
2. Punktspiel: Oldesloer SV - Adlero Neustadt 3:2 (2:0)

Der OSV begann sehr vielversprechend. Das Zuspiel klappte gut. Adlero wurde zurückgedrängt. Einige hohe Schüsse hält der Torwart gut. Eine Flachschuß von Stäcker muß er jedoch zum ersten Tor für den OSV passieren lassen. Der OSV erzwingt verschiedene Ecken, kann jedoch keine zählbaren Erfolge erzielen. Diese Schüsse liegen zu hoch und ungenau. Nach 35 Minuten erhält der OSV einen Elfmeter zugesprochen. Drews verwandelt sicher zum 2:0. Bis Halbzeit ändert sich nichts.

Nach der Halbzeit gelingt es Stäcker im Anschluß an eine Ecke, den OSV mit 3:0 in Führung zu bringen! Jetzt erwartete man allgemein einen hohen Sieg der OSVer. Aber es kam anders. Eine verunglückte Flanke des Rechtsaußen dreht auf unser Tor. Grantz steht wie angewurzelt und sieht zu, wie sich der Ball hinter ihm ins Netz senkt. Jetzt bekommt Neustadt Mut und legt ein unerhörtes Tempo vor. Unsere Verteidigung wird nervös und unsicher. Wieder ein Schuß des Rechtsaußen. Grantz wehrt mit dem Fuß ab und ein Neustädter drückt ein. Die Neustädter geben jetzt alles aus sich heraus und man muß nur die Kampfkraft dieser Leute bewundern. Verschiedentlich lag der Ausgleich in der Luft, da unsere Hintermannschaft zusehends schwächer wurde. Verschiedene Gelegenheiten, den Vorsprung weiter auszubauen, vergaben Stäcker und Schlüter. An dem Ergebnis wurde nichts mehr geändert.

Beim Gegner gefiel die gesamte Mannschaft durch den enormen Eifer. Der beste Mann war der linke Verteidiger. Beim OSV konnten nur beide Außenläufer, Linksaußen und Mittelstürmer beide Halbzeiten befriedigen. Alle übrigen Spieler verloren in der zweiten Halbzeit die Ruhe und damit auch die Sicherheit.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Ernst Kindt - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.
Tore: 1:0 Stäcker, 2:0 Paul Drews (35., Elfmeter), 3:0 Stäcker, 3:1, 3:2

Montag, 11. Sept. 1933
Pochat in Turin nur Fünfter

Nachdem Pochat (OSV), der bei den internationalen Studentenmeisterschaften in Turin weilt, am Freitag im dritten Vorlauf den zweiten Platz erreichte, wurde er am Sonntag im Endlauf Fünfter. Gleich nach dem Start legte sich Pochat an die Spitze des Feldes und führte bis 600 Meter. Hier gingen Danz und Desseker nach vorne. Kurz vorm Ziel wurde Pochat auch noch von einem Ungarn und einem Finnen abgefangen, so daß er auf den fünften Platz kam.
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Freitag, 15. Sept. 1933
OSV gegen Cimbria Neustadt

Die Punktspiele nehmen am kommenden Sonntag ihren Fortgang. Der OSV spielt hier um 3 Uhr nachmittags gegen Cimbira Neustadt.

Die Neustädter waren im Frühjahr bereits einmal hier. Der OSV konnte nur ein Unentschieden herausholen. Das Rückspiel in Neustadt verlor der OSV sogar 0:2. Hier hat der OSV also etwas wieder gutzumachen und erwarten wir von den Blau-Weißen, daß sie sich nicht durch den Gegner aus dem Konzept bringen lassen und auch in der zweiten Halbzeit ihr Spiel spielen!

Der Lübecker Sportverein ließ sich am letzten Sonntag von den Neustädtern überrumpeln. Neustadt legte zwei Tore vor und führte bis weit in die zweite Halbzeit mit 2:0. Erst im Endspurt gelang es dem LSV mit Mühe, ein Unentschieden 2:2 zu erzielen. Der OSV ist durch dieses Ergebnis gewarnt! Die Aufstellung des OSV steht noch nicht endgültig fest.
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Freitag, 15. Sept. 1933
OSV gegen Cimbria Neustadt

Zu dem Spiel obiger Mannschaften am Sonntag um 3 Uhr geben wir bekannt, daß der OSV voraussichtlich in derselben Aufstellung spielt wie in den letzten Spielen. Diejenigen Spieler, welche in den letzten Spielen nicht sehr überzeugen konnten, haben also nochmals Gelegenheit erhalten, zu beweisen, daß sie an den letzten Sonntagen nur einen schlechten Tag hatten.

Der Platz wird zu diesem Spiel in der üblichen Weise abgesperrt, da dieses vom Gau vorgeschrieben ist. Auch hat der Gau Nordmark die Eintrittspreise neu festgesetzt. Es sind folgende Preise vorgeschrieben: Schüler bis 14 Jahre 10 Pfennig, Erwerbslose und Schüler über 14 Jahre 20 Pfennig, Stehplatz für Erwachsene 50 Pfennig, Sitzplatz 80 Pfennig. Der OSV ist verpflichtet, diese Preise innezuhalten, da sowohl der Gau als auch der Gegner an der Einnahme prozentual beteiligt ist und die Einnahmen kontrollieren. Der Zuschlag für die Sitzplätze wird auf dem Platz kassiert. Das Publikum wird höflichst gebeten, den Kassierern das Amt nicht unnötig schwer zu machen.
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Samstag, 16. Sept. 1933
MTVer fahren nach Hamburg

Am morgigen Sonntag werden die erste und zweite Handballmannschaft wie auch die erste Frauen-Faustballmannschaft des MTV von 1862 Bad Oldesloe nach Hamburg fahren, um dort gegen die Turngemeinschaft Friesen die Rückspiele auszutragen. Die Abfahrt erfolgt am Sonntagmorgen um 7 Uhr vom Marktplatz.
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Sonntag, 17. Sept. 1933
3. Punktspiel: Oldesloer SV - Cimbria Neustadt 3:2 (2:2)

Der OSV beginnt sehr gut. Der Ball wandert von Mann zu Mann, aber der Neustädter Torwart zeigt gutes Können. Neustadt erzielt bei einem Durchbruch nach zehn Minuten das erste Tor. Wenige Minuten später gleicht der OSV aus. Der Mittelstürmer Stäcker köpft eine Ecke im Sprunge ein. Der OSV ist weiterhin die bessere Mannschaft, aber Neustadt geht auf Fehler unser Verteidigung abermals in Führung. Durch einen Elfmeter, den der Spezialist Drews sicher verwandelt, gleicht der OSV wieder aus. Mit 2.2 geht es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit wurde fast nur noch auf ein Tor gespielt. Neustadt verteidigt zahlreich und glücklich. Der Neustädter Torwart ist vorerst nicht zu schlagen. Erst nach halbstündiger Spielzeit erzielt Stäcker das Siegtor. Schlüter bringt den Ball vorsichtshalber ganz ins Netz. Der OSV drängt weiter, kann aber keine Erfolge mehr erzielen.

Durch diesen Sieg hat sich der OSV an die Spitze der Tabelle gesetzt. Der nächste Sonntag ist für alle Mannschaften spielfrei. Der OSV veranstaltet an dem Tage auf Verfügung des Gauführers für alle Fußballspieler einen Wald- und Geländelauf. Es ist Pflicht aller Fußballspieler, sich hieran zu beteiligen. Die Trainingsabende finden ab Mittwoch um 8 Uhr in der Turnhalle der Oberrealschule statt.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Gustav Lüthje, Ernst Kindt - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.
Tore: 0:1 (10.), 1:1 Stäcker, 1:2, 2:2 Paul Drews (Elfmeter), 3:2 Stäcker

Sonntag, 17. Sept. 1933
Schlutup gegen OSV Reserve 1:7

Unsere Reserve meldet einen schönen 7:1-Sieg aus Schlutup. Dieser Erfolg ist um so höher zu bewerten, als sie mit mehreren Ersatzleuten fahren mußte. Nach zwei Spielen führt unsere Reserve mit einem Torverhältnis von 12:2. Nur so weiter. - Polizei Lübeck II gegen OSV II 11:2 (!).
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Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Purnhagen - Flindt, Hansen - Blunck, Knickrehm, Kock - Peemöller, Drews, Witt, Wolherr, Oldorf.

Sonntag, 17. Sept. 1933
OSV-Hockeyabteilung

Die erste Herrenmannschaft war zu einem Plakettenkampf nach Ahrensburg gefahren. Es zeigte sich dort, daß das Training der Hockeyabteilung nicht umsonst ist und daß wir wieder zu einer äußerst schnellen und spielstarken Mannschaft gelangt sind. Der SC Sperber Hamburg wurde nach schönem Spiel mit 3:0 bezwungen. Das zweite Spiel unsrer jungen Herrenelf, das schon unter der einsetzenden Dunkelheit litt, wurde gegen den Sportklub Ahrensburg mit 2:0 gewonnen. Damit war die schöne Plakette gewonnen. Ungeschlagen konnte unsere Mannschaft Ahrensburg verlassen.
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Mittwoch, 20. Sept. 1933
Lernt Ecken treten!

Nachdem am letzten Sonntag die OSV-Mannschaft gegen Cimbira von insgesamt 14 Ecken rund zehn hinter das Tor trat und die übrigen vier auch kaum verwendbar waren, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, gute Eckentreter in der Mannschaft zu haben. Der nachtstehende Artikel gibt über die Wichtigkeit der Ecken ausführlich Kenntnis und wird er den OSVern zu eingehendem Studium empfohlen. Der Artikel besagt: Es gibt Dinge, über die man so hinwegredet. Da sagen die Leute immer: Eine Ecke, gut getreten, sei ein halbes Tor. Mein Gott, was ist ein halbes Tor Aber zwei halbe müßten doch ein ganzes sein, zwei gut getretene Ecken sollten einen Torerfolg ergeben. Man sehe sich die Spiele einmal daraufhin an. Bei einer der drei Begegnungen zwischen Nord- und Westdeutschland um den Bundespokal erreichte die letztere Elf 18 Ecken, von denen keine zu einem Tor führte. Beim Städtekampf München gegen Berlin kamen die Süddeutschen zu acht Ecken; aber Tore brachte keine ein. So ist das meist.Fast kein Spiel vergeht, ohne daß es mehr Ecken gibt als Tore, und doch scheint die einfache Rechnung, daß zwei halbe ein ganzes ergeben, beim Fußballspiel nicht zu stimmen.

Wenn man nach jedem Spiel nicht nur die Torerfolge, soindern auch die Zahl der Ecken angeben würde, dann sieht man erst, wie viele Ecken erfolglos getreten werden! Nach einer englischen Statistik sollen dort von sieben Ecken zwei zu Toren verwandelt werden. Bei uns kommt das höchstens im Kampf zweier schwacher Mannschaften vor, weil dann die Verteidigung in der Abwehr auch schlecht getretener Ecken ungeübt ist. Man kennt direkte und indirekte Torchancen. Erstere werden (meist) von der Läuferreihe vorbereitet und vom Sturm ausgenutzt oder nicht: die letzteren bestehen aus Strafstößen und Ecken. Ein Strafstoß kann (als Elfmeter) sehr gefährlich sein, eine Ecke aber ist ein eigen Ding; sie kann eine große Chance bedeuten, kann aber auch vollkommen um ihre Wirkung gebracht werden. Ich erinnere mich noch an Spiele englischer Mannschaften gegen westdeutsche Vereine um das Jahr 1912 herum. Damals behandelten unsere Leute die Ecken noch als einen einfachen Abstoß. Irgendeiner ging in die Ecke und trat den Ball irgendwohin ins Feld. Damit war die Sache erledigt.

Die Engländer zeigten uns damals schon, wie es gemacht werden muß und wie wir es bis jetzt noch nicht ganz gelernt haben. Sie schicken immer denselben Mann in dieselbe Ecke. Und der hob den Ball kunstgerecht knapp vor das Tor, so daß es ein leichtes war, ihn einzuköpfen. Damals lachten wir über die Engländer, jetzt muß man lächeln über die Unbeholfenheit unserer Eckentreter. Wie selten findet man einen Spieler, dem von zehn Ecken mehr als drei gelingen. Natürlich ist es schwer, eine Ecke gut einzugeben, als ein gut vorbereitetes Tor oder einen Elfmeter zu schießen; aber am Ende ist alles zu erlernen. Jetzt ist die Situation in Deutschland so, daß unsere Hintermannschaft (fast überall der stärkste Mannschaftsteil) viel besser Ecken abwehren können, als sie der Gegner zu schießen versteht.

Warum es so schwer ist, eine Ecke gut zu treten, ist ohne weiteres klar. Der Ball muß auf eine Entfernung von immerhin 40 bis 50 Metern so getreten werden, daß er nicht zu flach und nicht zu hoch, nicht zu kurz und nicht zu weit fliegt, daß er ferner nicht zu nahe am Tor und nicht zu weit davon entfernt niedergeht, und nach Möglichkeit auch von einem Manne der eigenen Partei vor die Füße oder vor den Kopf kommt. Wobei noch Windströmungen berechnet werden müssen. Das will gelernt sein, und gerade deshalb ist es um so unverständlicher, weshalb die meisten Vereine diese Angelegenheit so nebenbei behandeln. Im Training bilden sie Torhüter und Verteidiger aus, lassen die Läufer und Stürmer proben und sich aufeinander einspielen - Kopfspiel, Dribbeln, Durchbrüche, Passen, Torschießen, Einwurf wird geübt; für den Elfmter hat man seine Spezialisten, nur das Eckentreten wird vernachlässigt. Dabei würde jeder Verein, der dieses Moment zu einer Spezialität macht, große Vorteile daraus ziehen, ebenso wie Hertha Berlin das Abseitstellen zu einer Vollkommenheit ausgebildet hat, daß mancher gute Gegner daran scheitert. Deshalb: Lernt Ecken treten, und wer es zuerst am besten kann, wird bestimmt keinen Nachteil dadurch haben.
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Mittwoch, 20. Sept. 1933
Ernennung im Gau Nordmark

Vom Beauftragten des Reichssportführers für Schleswig-Holstein, Hans Seegers, wurde der SA-Mann Christian Ohrt, Oldesloe, Mewesstraße 1 (Oberturnlehrer), für den Kreis Stormarn als Kreisbeauftragter ernannt.
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Mittwoch, 20. Sept. 1933
OSV-Leichtathletikabteilung

Sonntag, der 24. Sept., ist für alle Fußballmannschaften spielfrei. An diesem Tag soll laut Anordnung des Reichssportführers Geländesport durchgeführt werden. Alle aktiven Mitglieder des OSV sind verpflichtet, soweit sie an diesem Tage nicht bei der SA, SS oder Hitlerjugend teilnehmen, sich hieran zu beteiligen. Der OSV veranstaltet diesmal einen Wald- und Geländelauf; denn kein anderes Gebiet bringt den Aktiven in so innigen Kontakt mit der Natur! Neben den außerordentlich gesundheitlichen Vorteilen gegenüber dem Aufenthalt in den Hallen, sind es vor allem die nachhaltigen Eindrücke, je nach Stimmung der Landschaft und Abwechslung im Gelände. Ferner ist der Geländelauf ein einzigartiges Mittel für das Training der gesamten Körpermuskulatur, besonders was die Erziehung von Gleichgewichtsgefühl anlangt.

Auch ein Anfänger soll sich nicht scheuen, recht lange Strecken zu laufen, also etwa fünf bis acht oder sogar zehn Kilometer, unter der Voraussetzung, daß er langsam läuft: "Nicht die Entfernung, sondern das Tempo erschöpft!" Geländelaufen muß, um eine Regel aufzustellen, eine schwitzende Angelegenheit, aber keine atemraubende sein. Ablauf: Sonntag, den 24. Sept., vormittags 8 ¼ Uhr, vom Exer.
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Donnerstag, 21. Sept. 1933
OSV-Damenabteilung

Ab Freitag, den 22. Sept., findet um 20 ½ Uhr das regelmäßige Hallentraining der Damen statt. Neben Spielen usw. wird hauptsächlich die Gymanstik zu ihrem Recht kommen. Die Damen werden gebeten recht zahlreich zu erscheinen, weil sonst das Hallentraining ausfallen muß. Für die Hockeydamen ist Erscheinen Pflicht.
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Freitag, 22. Sept. 1933
OSV-Hockeyabteilung

Am Sonntag fahren die erste Damen-, erste und zweite Herrenmannschaft nach Lübeck, um dort gegen den LBV zu spielen. Nach den hervorragenden Spielen gegen den SC Sperber Hamburg und Ahrensburg sind wir gespannt, wie die erste Herrenmannschaft gegen den LBV Phönix abschneidet. Die Damen, die vor längerer Zeit einen schönen Sieg gegen den SC Sperber feiern konnten, werden keinen leichten Stand haben. Völlig offen ist das Spiel unserer gemischten zweiten Mannschaft gegen die Alten Herren von Phönix. - Das Hockeytraining ist von Freitag 6 Uhr auf 5 Uhr vorverlegt. Abends in der Halle der Oberrealschule: Turnen der gesamten Damenabteilung.
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Sonntag, 24. Sept. 1933
Sportfest in Rümpel

Der Rümpeler Sportverein veranstaltete ein Fußball-Pokalturnier, an dem die Vereine aus Tremsbüttel, Hammoor, Todendorf und die dritte Mannschaft des Oldesloer Sportvereins teilnahmen. Der Verlauf der Kämpfe wurde von den zahlreichen sportbegeisterten Zuschauern mit großem Interesse verfolgt.

Nachstehend die Ergebnisse: Tremsbüttel gegen Hammoor 1:0, Tremsbüttel gegen Rümpel 2:1, OSV gegen Todendorf 1:0, OSV gegen Tremsbüttel 1:0.

Die Mannschaft des Oldesloer Sportvereins ging als Sieger aus den Kämpfen hervor und kam damit in den Besitz des wertvollen Pokals. Auch die 4 mal 200-Meter-Staffel gewann der OSV. Am Abend fand in "Wagners Gasthof" die Siegerverkündung und Übergabe des Pokals statt. Ein gut besuchter Festball bildete den Abschluß der Veranstaltung.
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Montag, 25. Sept. 1933
Der Waldlauf
Von Georg Pochat

Die Zeit des Waldlaufes ist gekommen! Was ist schöner: Eine freie Strecke in Wald und Feld laufen, dann gehen, verschnaufen. Während dieser Zeit die Augen aufmachen, Herz und Seele öffnen für die schwelgenden Kräfte der Natur. Dann wieder ein Stück laufen, ein kürzeres wie vorher, aber schneller, mit flinken Sätzen und so weiter mit stetem Wechsel der Entferung und Schnelligkeit. Oder vom Umkleideraum losrennen, zwei, vier, sechs Kilometer, im immer gleichen Trott, ohne die Augen zu heben vom ungwegsamen Gelände Die Entscheidung ist nicht schwer. Das Erstere ist nicht nur schöner, sondern auch angenehmer und nützlicher. Häufig wird dem Waldlauftraining in unseren Vereinen zu wenig Sorgfalt geschenkt. Deshalb wird der OSV von nun ab in jedem Monat mindestens einen Waldlauf durchführen. So wertvoll der Waldlauf sein kann für die Gesundheit, für die geistige Entspannung, für die Erziehung unerer Jugend zur Heimatfreude, ebenso nachteilig kann er sich auswirken, wenn er stumpfsinnig und gedankenlos durchgeführt wird. Deshalb will ich hier kurz einige Ratschläge geben:

Der Waldlauf soll stets mit Unterbrechung durchgeführt werden. Eine Ausnahme wird nur bei Langstreckenläufen gemacht. Für alle anderen, und vor allem für die Jugend, kann der Waldlauf nur von Vorteil sein, wenn er mit Pausen durchgeführt wird. Dann wird jenes Bild vermieden, daß man häufig zu sehen bekommt, ein lang auseinander gezogenes Feld, die ersten Läufer frischer, die folgenden weniger frisch und die letzten erschöpft hinterher. Von Stil und Schritt ist nichts mehr zu sehen. Es gilt also zu beachten, zunächst gute Wege aussuchen und auch kurze Hindernisstrecken einzuschalten, wohlgemerkt kurze und nicht zu spät, wenn die Beine schon ermüdet sind. Zunächst einlaufen, dann Langschritt üben, etwas nachlassen und steigern, gehen, kurze Sprints, einen Steigerungslauf, gehen, schnell gehen, ausgeprägte Armarbeit üben, ein schwieriges Stück Gelände rasch überwinden, eine mittlere Strecke gleichmäßiges Tempo laufen, gehen, die Schwächeren ein Stück vorausschicken, Verfolgungsrennen, nicht zu lang, stets für Abwechslung sorgen, keine Überanstrengung. Jeder Teilnehmer muß einen kleinen Kraftüberschuß mit nach Hause bringen. So durchgeführt wird uns der Waldlauf Freude machen und uns eine Stufe weiterbringen.
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Donnerstag, 28. Sept. 1933
OSV gegen Phönix Lübeck

Die Punktspiele nehmen am Sonntag ihren Fortgang. Die Liga des OSV muß in Lübeck gegen den LBV Phönix antreten. Das Spiel findet um 2 ½ Uhr auf dem Fluplatz statt. Der OSV hat zu beweisen, ob er mit Recht die Tabelle anführt. Phönix steht zur Zeit an zweiter Stelle. Der Kampf geht also um die Führung. Wird der OSV es schaffen Diese Frage hörte man täglich in den Straßen der Stadt von dem sportbegeisterten Oldsloer Publikum. Jeder möchte gerne mit nach Lübeck. Der OSV hat die Preise für Schlachtenbummler herabgesetzt, um es recht vielen zu ermöglichen, dieses Spiel zu sehen. Es sind Karten für 30 Pfennig und für 70 Pfennig für Hin- und Rückfahrt noch im "Deutschen Haus" erhältlich. Die Abfahrt erfolgt 12 ¼ Uhr vom "Deutschen Haus".

Um dieselbe Zeit fahren auch die Reserve und die zweite Herrenmannschaft ab. Die zweite Mannschaft spielt um 2 ½ Uhr gleichzeitig mit der Liga zusammen gegen LBV II. Hoffentlich schneiden die Unsrigen besser ab als in dem letzten Spiel. - Die Reserve Mannschaft fährt nach Kücknitz und trifft hier wieder auf einen unbekannten Gegner. Die Kücknitzer gelten allerdings als sehr spielstark, zumal hier einige Spieler vom Arbeitersport erstmalig mitwirken. Unsere Reserve dürfte sich jedoch nicht so leicht in ihrem Siegeslauf unterbrechen lassen.
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Donnerstag, 28. Sept. 1933
Pochat beim Olympia-Kursus

Unser Pochat hat von der Deutschen Sportbehörde eine Einladung zu einem zehntägigen Olympia-Kursus im Grunewald-Stadion in Berlin erhalten. Der Kursus findet vom 1. bis 11. Okt. statt. Pochat fährt am Samstag ab.
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Freitag, 29. Sept. 1933
MTV von 1862

Der Männerturnverein von 1862 Bad Oldesloe ruft wieder zur Teilnahme an seiner Geburtsfeier am Samstag, den 30. Sept., ins Hotel "Harmonie". Auch in diesem Jahre hat der Verein eine hervorragende Darbietung in Aussicht gestellt und wer die vorhergehenden Veranstaltungen der Turner besucht hat, wird sein Kommen nicht bereut haben. Zudem ist der Eintrittspreis von 80 Pfennig so gestellt, daß jedem die Teilnahme möglich ist. Wünschen wir den Turnern in Anbetracht des guten Zwecks und der verfolgten Ziele ein volles Haus.
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Wir sind hier in Oldesloe mit sportlichen Wettkämpfen verwöhnt, aber eine Veranstaltung, wie sie morgen in der Zeitspanne von 2 bis 5 Uhr ausgetragen wird, haben wir - auf die Teilnehmerzahl gesehen - noch nicht erlebt. 435 SA- und SS-Männer werden im Wehrsport-Fünfkampf (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenwerfen und 3000-Meter-Lauf) um den Sieg kämpfen. Neu ist der Hindernislauf (zwei Hürden, eine Planke, 10 Meter Kriechen) mit einer Beteiligung von 168 Teilnehmern. Beide erwähnten Kämpfe werden als Mannschaftskämpfe ausgetragen, wo innerhalb der SA und SS die 28 Stürme um den Sieg ringen.

Ein Gepäckmarsch als Gruppenmarsch, wo von zehn Teilnehmern acht bei der Wertung durchs Ziel gehen müssen, hat eine Riesenbeteiligung von 28 Mannschaften gefunden, so daß 280 Teilnehmer um 3 Uhr auf die Reise geschickt werden in Richtung Wolkenwehe, Vinzier, Grabau, Glinde, Bad Oldesloe und die Runden auf dem Exer. Weitere 23 Mannschaften zu je acht Mann messen ihre Kräfte im Tauziehen. Für die Staffeln - 20 mal 100 Meter und eine 60 mal 100 Meter Baumstamm-Stafette - sind 30 Nennungen zu verzeichnen. Da sie als Pendelstafette ausgetragen werden, bietet sich den Zuschauern Gelegenheit, gleichzeitig 25 Mannschaftskämpfen zuzusehen. Reiche Abwechslung bringt das Erklettern von 6 ½ Meter hohen Stangen. Wer so weit nach oben kommt, kann das Erreichbare, das in luftiger Höhe hängt, gleich in Form von wertvollen Preisen oder als Gutschein mit nach Hause nehmen. Wertvolle Preise sind für alle Wettbewerbe eingesetzt. Während der Vorführungen sorgen zwei Kapellen mit für die weitere Unterhaltung.
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Sonntag, 2. Juli 1933
Der Austrag der SA-Sportkämpfe

Für die Wettkämpfe der SA und SS war der Rahmen durch die Ausschreibung so weit gespannt, daß kaum ein Sportzweig fehlte. Erfreulich groß war die Zahl der Meldungen, so daß das Kampfgericht vor eine fast unlösliche Aufgabe gestellt wurde, zumal die Zeit für die Veranstaltung selbst eng umrissen war. Wenn trotzdem das Wagnis gelang, so ist es ein ausgezeichneter Maßstab für die Disziplin, für das Interesse und für das Verständnis, das die breite Masse der Wettkämpfer dem Volkssport entgegenbringt. Pünktlich um 2 Uhr traten 435 Wettkämpfer zu dem Fünfkampf an. Auf zwei Laufbahnen maßen sie ihre Kräfte im 100-Meter-Lauf, in drei Springgruben, drei Wurfständen und zwei Ständen für Kugelstoßen versuchten die Stürme ihre Punkte für den Mannschaftsfünfkampf zu sammeln.

In 25 Minuten waren diese vier Wettbewerbe fertig für den Berechnungsausschuß. Während die 280 Mann für den Gepäckmarsch sich sammelten und die Instruktionen für den Marsch entgegennahmen, wurden die Wettkämpfe für den Hindernislauf und die 3000 Meter gruppiert. Für den letztgenannten Wettbewerb traten 87 Teilnehmer an und wurden in zwei Gruppen abgelassen. Es war bei der sommerlichen Wärme beinahe des Guten zuviel, in vollem Dienstanzug gut viermal die Laufbahn zu umkreisen. Hier wurde gezeigt, was man durch gleichmäßiges Training erreichen kann und muß, denn für das Wehrsportabzeichen muß die Strecke in 14 Minuten durchlaufen werden.

In der Pause zwischen diesem Lauf marschierten 140 zu dem Gepäckmarsch in Richtung Wolkenwehe, Klingberg, Vinzier, Grabau und Oldesloe zurück ab. Die Marschstrecke stellte teilweise große Anforderungen an die Teilnehmer. Die Protokolle, welche an den fünf Kontrollstationen aufgenommen wurden, geben ein interessantes Bild von dem Verlauf des Marsches. Während einige Gruppen bis Grabau führten, fielen sie auf dem Rückweg, auf der Chausse selbst, zurück, weil sie auf den sandigen Wegen bis dahin nicht haushälterlich mit ihren Kräften umgegangen waren; denn für den Sieg genügte es nicht, daß der Schrittmacher und einige Mann früh zurückkehrten, es mußten acht Mann geschlossen durchs Ziel kommen, um gewertet zu werden. Es ist für die Zukunft zu empfehlen, den Gepäckmarsch auf den Vormittag zu verlegen. Denn die Sonnenausstrahlung hatte bis 3 Uhr zwischen den Knicks eine Wärme angesammelt, der mancher zum Opfer fiel.

Außerordentliches Interesse zeigte die breite Masse für das Tauziehen und die Massenstaffelläufe. Für das Tauziehen mußten die Kampfrichter nicht weniger als 61 Mannschaften zu dieser Kraftprobe antreten lassen, um endlich den Sieger zu ermitteln. Die Protokolle zeigen, wie stetig die Endsieger den Gegner niederrangen, ehe sie an der Spitze marschierten, während einige alles verloren. Wieviel Einzelkraftleistungen beim Tauziehen verlangt wurden, oder anders gesagt: wie breit die Basis des Volkssports durch diese Veranstaltung erweitert war, kann man dadurch ersehen, daß hier 928 Einzelkraftleistungen erforderlich waren, ehe im stundenlagen Wettstreit der Sieger ermittelt war. Den Abschluß bildeten die Massenstaffeln. 240 Mann liefen in einer 20 mal 100-Meter-Pendelstafette und ganz zum Schluß sturmbannweise 60 Mann mit dem Baumstamm paarweise 50 Meter. Die ganze Veranstaltung brachte für den Fachmann unerschöpfliches, wertvolles Material für den Ausbau, die Wertung, Abwicklung, Zusammenstellung der Mehrkämpfe und den Einbau der Leibesübungen in den Ausbildungsgang der SA und SS.

Einen ungeahnten Zuspruch, aber auch gleichfalls ungeahntes Können, zeigten die Künstler beim Erklettern der 6,50 Meter hohen Stangen in vollem Dienstanzug. Es mißlang selten ein Versuch. Wer die luftige Höhe erreichte, der konnte, dank der Gebefreudigkeit vieler Gönner unserer Bewegung, denen auch an dieser Stelle herzlich im Namen der Gewinner gedankt sei, einen wertvollen Preis mit nach Hause nehmen.

Aber nicht nur die, sondern das wollen wir hoffen, weitaus die größte Zahl der Wettkämpfer wird unsere schöne Kampfbahn mit dem Wort verlassen haben: ich habe viel gesehen, viel gelernt uund nehme es mit als ein Pfund, mit dem fleißig weitergearbeitet wird. In diesem Sinne: Auf Wiedersehen im nächsten Jahre!
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Donnerstag, 6. Juli 1933
Verteilung von Diplomen

Der Vorstand des OSV beschloß in seiner letzten Sitzung, die von den Jugendlichen anläßlich des Jugendtages 1933 in Lübeck erkämpften Diplome an solche Mitglieder des Vereins zu verteilen, die sich besonders in ihrer Mannschaft betätigt oder sich um den OSV verdient gemacht haben. Man entschloß sich, folgende sieben Jugendliche durch Überreichung der geschmackvollen, mit einer Widmung vom OSV versehenen Diplome zu ehren: Ewald Meins, Bruno Langmaak, Hans Berliner, Karl-Hans Schrader, Burmeister und Bruno Löding. Hoffentlich spornt diese Ehrung alle Jugendlichen zu neuem Eifer und Nachahmung an. Wir gratulieren!
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Freitag, 7. Juli 1933
OSV-Hockeyabteilung

Die Hockeyabteilung des OSV weist noch einmal alle diejenigen, die sich dem Hockeysport zuwenden wollen, darauf hin, daß Sonntag um 9 ½ Uhr auf dem Platz hinter der Jugendherberge ein einmaliger Vortrag mit praktischen Beispielen stattfindet. Die Hockeyabteilung nimmt dort auch Neuanmeldungen entgegen.
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Freitag, 7. Juli 1933
Neue Siege Pochats

Bei einem Hochschulwettkampf der Universitäten Kiel und Hamburg siegte Pochat im 400-Meter-Lauf in 50,9 Sekunden und über 1000 Meter in 2:44,1 Minuten.
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Sonntag, 9. Juli 1933
Deutscher Fußball-Bund

In Berlin fand ein außerordentlicher Bundestag statt, der 28 Minuten dauerte. Ein einstimmiger Beschluß ermächtigte den Bundesvorsitzenden Felix Linnemann, alle personellen und sachlichen Maßnahmen zur Eingliederung des Fußballsportes in das Programm des Reichssportkommissars und die Umgestaltung des Deutschen Fußball-Bundes vorzunehmen.

Die jetzige "Fachsäule Fußball" wurde in 16 Gaue mit je zehn Gauklassenmannschaften aufgeteilt. Die Verwaltung erfuhr eine Zentralisierung, ein einheitlicher Spielerpaß sollte den Spielverkehr besser ordnen. Neue Bestimmungen regelten die Grundlage des Spielbetriebes in den Gauen. Auch die Deutsche Meisterschaft erfuhr eine Neuordnung. Die 16 Gaumeister spielten nach Beendigung der Punktspiele in vier, alljährlich wechselnden Staffeln, ihre Sieger aus, die dann zu den beiden letzten Runden antraten. Die Gaue wurden in Bezirke und Kreise unterteilt. Alles richtete sich nach den politischen Grenzen. Der Bundespokal wechselte den Namen in "Reichsbundpokal"; die Trophäe blieb die gleiche.
DFB GESCHICHTE

Montag, 10. Juli 1933
Ferien und Sport (Ein Schülerkurs im Lokstedter Lager)

Daß der Sport sich immer mehr und mehr in den Vordergrund stellt und fast heute schon den täglichen Stundenplan eines jeden Menschen beeinflußt, ist mit eines der Verdienste, die im Gefolge der nationalen Erhebung zu verzeichnen waren. Nicht immer leicht zu beantworten ist die Frage, welche Sportart als individuell nützlich gewählt werden soll. Glücklicher daran ist die Jugend; ihr ist fast wahllos jeder Sport recht, wenn sie nur die Möglichkeit hat, überhaupt Sport zu treiben. Daß dabei aber auch leicht Auswüchse zu Tage treten, ist eine Begleiterscheinung, die häufig leider verkannt wird.

Notwendig für eine gesunde Unterstützung des Körpers durch vielseitigen Sport ist Maß und Zielsetzung. Als ideal können Sportlehrgänge angesehen werden, wie sie an den Volkssportschulen durchgeführt werden. Auch an diesen Lehranstalten gibt es - das wird den wenigsten bekannt sein - Sonderlehrgänge. So beginnt in der Volkssportschule Lokstedter Lager am 16. Juli ein Lehrgang für Schüler höherer und mittlerer Lehranstalten, dessen Dauer auf 14 Tage festgesetzt ist. Der Zweck dieses Lehrganges ist Ausgleich und Formung, Weckung der nötigen Schaffens- und Leistungsfreude, Erziehung zur Kameradschaft und Gewöhnung an Disziplin und Ordnung. Dieser Schülerlehrgang wird unter der Leitung des Sportlehrers Hans Seegers nach einem Plan durchgeführt, der aus jahrelanger Praxis heraus gestaltet worden ist.

Die Teilnahme an diesen Kursen wird von Staats wegen befürwortet, daß die Schüler eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung erhalten. Die Kosten des Lehrganges für 14 Tage einschließlich bester Verpflegung sind mit 28 Mark so angesetzt, daß die Teilnahme weiten Kreisen ermöglicht wird.
OL

Donnerstag, 13. Juli 1933
Kegelsport

Das erste Treffen des Freundschaftskampfes zwischen den Verbänden Reinfeld und Oldesloe findet in diesem Jahr am Sonntag, dem 16. Juli, ab mittags 2 Uhr, im "Tivoli" statt. Man darf mit Recht auf den Ausgang des Kampfes gespannt sein, denn wie wir hören, sind die Reinfelder sehr gut in Form. Jedenfalls müssen die Oldesloer ihr ganzes Können einsetzen, um die Reinfelder zu schlagen. Wenn es ihnen nicht gelingt, sie mit einer größeren Packung nach Hause zu schicken, so dürfte der Sieg für Oldesloe verloren sein, da die Reinfelder auf ihrer Heimatbahn gut im Wurf sind. Der Kampf verspricht auf jeden Fall sehr interessant zu werden, es dürfte der Weg zur Kegelbahn auch für Nichtkegler sehr lohnend sein.
OL

Samstag, 15. Juli 1933
OSV-Hockeyabteilung

Am Sonntag fängt das jetzt regelmäßge Hockeytraining für alle Mitglieder an. Es wird in diesem Jahre zum ersten Male ein ernsthaftes Training für jede Mannschaft gesondert stattfinden und da schon Mitte August die ersten Spiele sind, ist das Erscheinen sämtlicher Spieler und besonders der Damen dringend erforderlich. Nur Mitglieder, die zum Training erscheinen, können berücksichtigt werden. Das Training findet statt: Sonntags um 9 Uhr für Herren; um 9 ½ Uhr für Jugendliche, Knaben und Damen; Freitags um ½ 6 Uhr für alle und mittwochs für alle Leichtathletik.
OL

Sonntag, 16. Juli 1933
Auflösung des Norddeutschen Sport-Verbandes

Um den Zielen und Wegen des Reichssportkommissars nicht hemmend im Wege zu stehen, hat der Norddeutsche Sport-Verband nach 28jährigem Bestehen seine Auflösung beschlossen. War es auch für alle der altbewährten Sport- und Jugendführer, die sich seit Jahrzehnten um die sportliche Ertüchtigung der norddeutschen Jugend ehrenamtlich bemüht haben, nicht leicht, ihr stolzes Bauwerk wieder abzubrechen, so werden doch alle wieder freudig, wie bisher, daran mitarbeiten, an der Umgestaltung und an dem Aufbau des norddeutschen Sports. Alle werden nur ein Ziel kennen: den Sport in den Dienst der Nation zu stellen. Eines aber wollen wir nicht versäumen, allen bisherigen Führern des Norddeutschen Sport-Verbandes, namentlich aber unseren Lübeck-Mecklenburgischen Vertretern, den Dank für ihre große und unermüdliche Arbeit abzustatten.

Die Abschiedstagung des Norddeutschen Sport-Verbandes ging in Blankenese vor sich und sah auch unseren Bezirk stark vertreten. Vorweg stand die wichtige Tatsache, daß der Norddeutsche Sport-Verband seine Auflösung beschlossen hat. Als erstes wurde ein Dreierausschuß, bestehend aus Hinze (Duisburg) als Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes und Rechtsanwalt Schmidt (Hannover) und Dr. Riebow (Hamburg) als Vertreter des Norddeutschen Sport-Verbandes gebildet, dem die Ermächtigung zusteht, die Liquidierung des Verbandsvermögens vorzunehmen, und die erforderlichen Satzungsänderungen durchzuführen.

Alsdann hielt der Verbandsvorsitzende Dr. Riebow die Abschiedsrede, in der er etwa folgendes ausführte: Der Verband habe 28 Jahre bestanden, so daß man ihn doch schweren Herzens zu Grabe trage. Das Verbandsgebiet würde jetzt in zwei Gaue aufgeteilt; er hoffe, daß der gleiche Geist in den neuen Gauen herrsche. Der Verband hat stets überparteilich und national gearbeitet, doch müsse die Vielheit der Verbände jetzt beseitigt werden. Breitenarbeit bleibe das wichtigste, der Spitzensport müsse aber weiter seine Bedeutung behalten, schon aus repräsentativen, internationalen Gründen. Die neue Zeit und der nationalsozialistische Geist würden jetzt einen Wechsel schaffen können. Der soldatische Geist würde der Disziplin und Unterordnung förderlich sein. Mit einem nochmaligen Dank an alle bisherigen eifrigen Mitarbeiter und mit dem Hinweis, daß alle Arbeit dem Vaterlande dienen soll, schloß er die Kundgebung.

Nach der Neugliederung des deutschen Sports gehört der Oldesloer SV nunmehr zum Gaubezirk VII (Nordmark), der sich aus den Bezirken 1 (Schleswig-Holstein), 2 (Hamburg, Altona, Harburg) und 3 (Lübeck-Mecklenburg) zusammensetzt. Wie wir erfahren werden die Punktspiele am 3. Sept. beginnen. Der Gau Nordmark wird eine Staffel von zehn Vereinen besitzen. Vermutlich werden Schwerin 03 und Polizei Lübeck dieser Staffel angehören. Es folgen dann zwei Gaustaffeln (die jetzige Bezirksliga) mit je zwölf Vereinen.
OL

Sonntag, 16. Juli 1933
Kegelsport

Auf den Bahnen im "Tivoli" fand das erste Treffen im diesjährigen Freundschaftskampf Reinfeld gegen Oldesloe statt. Nach einigen Begrüßungsworten und einem "Sieg Heil" auf unseren Reichspräsidenten Hindenburg und den Volkskanzler Hitler begann das Kegeln um 2.30 Uhr.

Der Kampfverlauf war von Anfang an äußerst interessant. Die Reinfelder hatten eine ganz große Mannschaft an den Start geschickt. Gleich die ersten beiden Reinfelder konnten ein Plus von 15 Holz gegen die Hiesigen erzielen und vergrößerten diesen Vorsprung ständig. Beim vierten Starter war der Vorsprung schon 48 Holz und beim fünften 59 Holz. Erst jetzt gelingt es den Oldesloern, den Reinfeldern die Waage zu halten und langsam etwas an Boden zu gewinnen. Als die beiden letzten Starter antreten, steht der Kampf plus 41 Holz für Reinfeld. Jonny Dührkop (Oldesloe) ist in großer Form und verläßt mit 748 Holz die Bahn. Da sein Gegner Spethmann (Reinfeld) nur 710 Holz erzielte, ist der Vorsprung bis auf drei Holz aufgeholt.

Unsere zweite Mannschaft hat sich prächtig geschlagen und konnte den Reinfeldern 411 Holz abnehmen. Der beste Kegler des Tages war Jonny Dührkop mit 748 Holz, ihm folgten Alfred Stoll und Hermann Barkmann mit je 745.
OL

Montag, 17. Juli 1933
Oldesloer Sportverein

In der letzten Vorstandssitzung wurden die folgenden Trainingszeiten festgesetzt: Mittwochs 7 ¼ Uhr alle Herrenmannschaften einschließlich Jugend Fußballtraining auf dem Exer. Um 8 ¼ Uhr Training der Damenabteilung auf dem Schulhof. Freitags um 5 ½ Uhr Hockeytraining für alle Mannschaften. Sonntags 9 Uhr Leichtathletik und Hockeytraining für alle Mannschaften. Das Erscheinen auch der Fußballmannschaften zum Leichtathletiktraining ist Pflicht!

Es sei noch besonders darauf hingewiesen, daß die Herren und Damen, die die Bedingungen des Sportabzeichens erfüllen wollen, unbedingt Herrn Turnlehrer Christian Ohrt hiervon in Kenntnis setzen und Sonntagmorgens regelmäßig zum Training zu erscheinen haben.

Ebenfalls sei noch darauf hingewiesen, daß Neuanmeldungen für die Fußballabteilung bis spätestens zum 20. Juli beim Vorstand zu erfolgen haben, da die Mannschaften für die neue Serie bis Ende des Monats beim Bezirk angemeldet werden müssen. Spieler die sich später anmelden, können keinen Anspruch auf sofortige Aufstellung erheben.
OL

Dienstag, 18. Juli 1933
Vorstandssitzung des OSV

Der Vorstand des OSV hielt eine außerordentliche Sitzung im "Deutschen Haus" ab. Erschienen waren alle Mitglieder. Herr Oberturnlehrer Christian Ohrt ergriff zuerst das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache und ging dann zu den Berichten der einzelnen Abteilungen über. Aus dem Bericht für die Leichtathletik ist besonders hervorzuheben, daß der OSV zu den bevorstehenden Norddeutschen Meisterschaften am Sonntag im Altonaer Stadion zwei Vertreter entsenden kann. Diese Möglichkeit wird selbstverständlich benutzt, um durch die blau-weißen Farben erneut in der Öffentlichkeit zu beweisen, daß der OSV jede sportliche Betätigung ernst nimmt und es ihm möglich ist, sich selbst mit Großstadtvereinen zu messen. Als Vertreter werden die uns bestens bekannten Leichtathleten Georg Pochat und Johannes Pöhls entsandt. Der Norddeutsche Meister Pochat hat seinen Titel im 800-Meter-Lauf zu verteidigen, während Pöhls seine ganze Kunst im Speerwerfen beweisen muß um günstig abzuschneiden. Hoffentlich werden beide mit guten Erfolgen heimkehren. Am 30. Juli nimmt der OSV an dem Sporttag des FV Preußen Reinfeld teil, wo er einen Pokal in der Staffel "Quer durch Reinfeld" zu verteidigen hat. Gelingt es der Oldesloer Mannschaft auch diesmal, den Pokal zu gewinnen, so geht derselbe endgültig in seinen Besitz über.

Dann gab der Obmann der Hockeyabteilung einen kurzen Bericht über seine Mannschaften ab. Diese haben am letzten Sonntag das Training wieder aufgenommen, denn schon Mitte August beginnen die ersten Spiele. Die Abteilung verfügt über vier volle Mannschaften: eine Herren- , eine Junioren-, eine Damen- und eine Knabenmannschaft. Für alle Mannschaften sind für die kommende Serie schon Gegner aus Lübeck, Hamburg, Neumünster und Ahrensburg verpflichtet. Alsdann folgte ein Bericht des Jugendobmannes über die mit den Knabenmannschaften am letzten Sonntage unternommene Fahrt ins Blaue. Trotz des Regens nahm diese einen guten Verlauf und hat alle Teilnehmer restlos begeistert. Der Kassenbericht ergab jedoch wenig Erfreuliches. Diese Tatsache findet ihre Begründung darin, daß viele Mitglieder es nicht nicht ernt genug nehmen mit der Beitragszahlung und somit viele Rückstände zu verzeichnen sind. Es wäre sehr erwünscht, wenn alle Mitglieder ihre Beiträge pünktlich bezahlen würden.

Nach diesen Berichten gab der Vorsitzende bekannt, daß der Ortsausschuß für Leibesübungen beabsichtigt, in der Woche vom 13. bis 20. Aug. die traditionelle Oldesloer Turn- und Sportwoche 1933 zu veranstalten. Für den 13. Aug. sind Spiele und für den 20. Aug. sind Leichtathletikkämpfe vorgesehen. Der OSV beschloß, an diesen Ausschreibungen mit möglichst allen Aktiven teilzunehmen. Für den 13. Aug. ist ein Klubkampf im Fußball für die Jugendlichen gegen einen auswärtigen Verein vorgesehen. Ebenfalls wird die Hockeyabteilung versuchen, für diesen Tag einen Gegner zu verpflichten. Für den 20. Aug. soll versucht werden, für die Oberliga einen Gegner aus Hamburg zu bekommen. Anschließend wurden noch einige interne Angelegenheiten erledigt. Um 23 Uhr wurde die sehr intessant verlaufene Versammlung geschlossen.
OL

Mittwoch, 19. Juli 1933
Gleichschaltung der Keglervereine

Auf Anordnung des Deutschen Keglerbundes hat auch der hiesige Keglerverband die Gleichschaltung in einer vor einigen Tagen abgehaltenen Generalversammlung vorgenommen. Der bisherige 1. Vorsitzende Christian Klaefe hatte sein Amt zur Verfügung gestellt; deshalb leitete der Kegelbruder Alfred Drögemöller die Versammlung. Nach kurzer Aussprache über die Bedeutung der Gleichschaltung wurde Kegelbruder Klaefe, der auf nationalsozialistischem Boden steht, einstimmig zum Führer des Oldesloer Keglerverbandes wiedergewählt. Die Wahl der anderen Vorstandsmitglieder erfolgt demnächst nach den vom Deutschen Keglerbund noch bekanntzugebenden Vorschriften.
OL

Sonntag, 23. Juli 1933
Pöhls Zweiter im Speerwerfen

Bei den Norddeutschen Meisterschaften, die in Hamburg stattfanden, belegte der Oldesloer Pöhls im Speerwerfen den zweiten Platz. Der Wurf maß 56,39 Meter. Sievert wurde hier mit 59,58 Meter erster Sieger.
OL

Dienstag, 25. Juli 1933
Kreuz und quer durch die Woche. ...

Unser Ortsausschuß für Leibesübungen ist traurig über den Zustand des Exers, wie er sich nach dem Verlassen des Zirkus Busch gezeigt hat. Er glaubt, wegen dieses Zustandes nicht in der Lage zu sein, die für Mitte August angesetzte Sportwoche stattfinden lassen zu können. Aber bis dahin sind noch über drei Wochen Zeit. Bisher hat die Stadtverwaltung noch stets bewiesen, daß sie für die Nöte des Sportwesens sowohl eine sehr offene Hand hat, als auch dem Zustand des Exers soviel Sorgfalt zuwendet, daß bis zu dem Sportfest alle Mängel beseitigt werden. Der Exer ist nun mal nicht allein für den Sportbetrieb da. Die Sportwoche, die immer größere Bedeutung erlangt, wird trotz aller Bedenken abgehalten werden können. Der Platz kommt in Ordnung.
OL

Sonntag, 30. Juli 1933
Sporttag in Reinfeld

Nach Jahren wieder einmal ein wirklich großer Tag im Leben des Sports. Der Träger dieser festlichen Sportveranstaltung, der FV Preußen, hatte es mustergültig verstanden, alle interessierten Kreise zu vereinen. Sie sind gern dabei gewesen, die SA, SS, Freiwilliger Arbeitsdienst. Eine Selbstverständlichkeit war natürlich die Teilnahme der befreundeten und benachbarten Sportvereine. So waren rund 200 Sportteilnehmer zum Kampf angetreten. Der neu ins Leben gerufene MTV Reinfeld trat zum ersten Male öffentlich in Erscheinung und hat sehr gut gefallen und in den gezeigten Leistungen und Kämpfen ebenso gut abgeschnitten. Die Stadt prangte im Schmuck der Flaggen des neuen Deutschland, wie überhaupt die ganze Veranstaltung getragen wurde von dem Geist der Zeit.

Am Morgen zogen Turner, Sportler, SA, SS und die Jugend vereint zum Sportplatz. Die SA stellte die schnittige Musik. In feierlicher Form wurden hier die Flaggen gehißt. Herr Lehrer Slama, der sich um die Abwicklung der Veranstaltung sehr verdient machte, hielt eine kurze Ansprache. Unser erster Kampftag im neuen Reich, so führte er aus, soll ein Bekenntnis sein zu diesem Gewaltigen, Neuen, Großen, was zwischen uns gewachsen ist. Wir kommen aus einer Zeit, wo der Sport nur noch leere, öde Zahl war, wo der Rekord der Inbegriff allen sportlichen Tuns war. In Zukunft wird es nur noch eine einzige große Sportgemeinde geben. Unser Führer hat dem Sport wieder die große, klare Linie nach vorwärts gezeigt und damit den tiefen und edlen Sinn des Sports wieder hergestellt. Die unwägbaren, unmeßbaren Mannestugenden stehen wieder voran, als da sind: Ritterlichkeit, Opferbereitschaft, Mut und vor allem Gehorsam. Nach einem dreifachen "Sieg Heil" auf den Führer und nach Absingung des Horst-Wessel-Liedes sprach Franz Schmidt den Flaggenspruch: "Flagge steig auf und entfalte dich oben, den Morgen, den Tag und die Sonne loben". Die Fahnen flattern nun am Mast. Das Deutschlandlied erklingt. Dann geht es in den Kampf.

Die große Staffel "Quer durch Reinfeld" hatte natürlich die stärkste Zugkraft. Die Regenschauer, die leider die Jugendstaffel etwas beeinträchtigten, waren vorüber. So war der Herrenteich an der Mühle umsäumt von Zuschauern. Die Feuerwehrkapelle konzertierte. Kurz nach 2 Uhr werden die Läufer auf die 2200 Meter lange Strecke geschickt. Sieben Mannschaften streiten um den Pokal. OSV hatte ihn zu verteidigen. Seine Schwimmer holten einen solchen Vorsprung heraus, daß die Schlußläufer ungefährdet nach Hause ziehen konnten. Damit hat der OSV den Pokal endgültig und verdient gewonnen.

Im geschlossenen Zuge, unter den Klängen des SA-Spielmannszuges und der Feuerwehrkapelle ging es nun zum Sportplatz. Überall sah man schöne Kämpfe und gute Leistungen. Im Kurhaus konnten dann die Sieger verkündet werden. Mit dem gemütlichen Beisammensein fand der Tag, der alles in allem einen äußerst harmonischen Verlauf nahm, sein Ende.
OL

Die Sieger des Oldesloer SV

Knaben Jahrgang 1920