Spielzeit 1933 - 34
Teil 2

 

 

Sonntag, 1. Okt. 1933
4. Punktspiel: Phönix Lübeck - Oldesloer SV 1:2 (1:1)
OSV weiter an der Spitze. Der LBV Phönix wird 2:1 geschlagen! Der OSV behauptet durch diesen Sieg über den LBV weiterhin die Führung der Tabelle. Ganz groß begann das Spiel. Die erste Viertelstunde gehört einwandfrei den OSVern. Leider war das Glück in dieser Zeit nicht bei den Blau-Weißen. Phönix stand in dieser Zeit das Glück zur Seite, sonst wären drei bis vier Tore für den OSV fällig gewesen. Lediglich ein Schuß von Drews aus dem Hinterhalt brachte den OSV nach zehn Minuten mit 1:0 in Führung. Schon wenige Minuten später wurde unsere Deckung überlaufen und der Ausgleich erzielt. Bis zur Pause war der OSV die bessere Mannschaft, konnte aber keine Erfolge erzielen.

Nach der Pause hatte der LBV Phönix zuerst etwas mehr vom Spiel. Allmählich wurde das Spiel wieder ausgeglichen. Der OSV ist verschiedentlich dicht am Erfolg, aber stets ist der Torruf der Schlachtenbummler verfrüht. Erst zwei Minuten vor Schluß ist es Oldorf, der mit einem Abpraller nach innen läuft und besonnen einschießt. Phönix bricht zusammen. Unsere Mannschaft verdient für das aufopfernde Spiel ein Gesamtlob. - LBV Phönix II gegen OSV II 3:1.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Karl Wolherr, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Oldorf, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews.
Tore: 0:1 Paul Drews (10.), 1:1, 1:2 Oldorf (88.)

Sonntag, 1. Okt. 1933
Kücknitz gegen OSV Reserve 3:5 (1:4)

Unsere Reserve ließ sich nicht beirren und bezwang Kücknitz einwandfrei 5:3. Bei der Halbzeit stand das Spiel schon 4:1. Die OSVer ließen vorübergehend etwas nach, so daß Kücknitz auf 4:3 herankam.
OL

Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Max Purnhagen - Hansen, Dwenger - Kock, Knickrehm, David - Ströh, Willy Drews, Witt, Blunk, Flindt

Sonntag, 1. Okt. 1933
Handball
MTV von 1862 gegen Schönberg in Mecklenburg 8:6. Im Bezirk Lübeck fanden die ersten Handballpflichtspiele statt. Die erste Handballmannschaft des MTV traf gleich auf einen sehr spielstarken Gegner, nämlich den Schönberger Turnerbund. Nachdem die Schönberger schon mit 4:0 Toren geführt hatten, wurden die Oldesloer immer überlegener. Bei der Halbzeit stand es nur noch 5:3 für Schönberg. Nach der Pause fielen dann in Abständen von etwa zehn Minuten fünf weitere Tore für die Oldesloer, dem die Schönberger nur noch ein Tor entgegensetzen konnten. Beim Stande von 8:6 trennten sich die Mannschaften nach einem fair durchgeführten Kampfe mit einem dreimaligen "Sieg Heil".
OL

Mittwoch, 4. Okt. 1933
OSV gegen Lübecker Sportverein
Am Sonntag spielt der OSV um 2 ½ Uhr auf dem Exer gegen den Lübecker Sportverein. Der LSV hat allerdings beim Gau um Verlegung des Spiels gebeten, jedoch ist bis heute nichts bekannt, ob die Spielverlegung genehmigt ist. Wir werden hierüber noch berichten. Für den OSV geht es darum, die Tabellenführung zu behalten. Der LSV war stets ein schwerer Gegner für den OSV und so wird es auch am Sonntag einen interessanten Kampf geben. Unsere Halbstürmer müssen noch mehr arbeiten als in den letzten Spielen und vor allen Dingen die Schußunsicherheit ablegen. Am letzten Sonntag schoß der Innensturm kein einziges Tor. Die Tormöglichkeiten müssen besser ausgenutzt werden.
OL

Mittwoch, 4. Okt. 1933
Kegelsport in Bad Oldesloe
Das diesjährige Pokalkegeln des Oldesloer Keglerverbandes fand jetzt sein Ende. Sieger wurde in Gruppe 1 Klub "Trave" mit 245 Holz vor dem Klub "Acht um'n König und 288 Holz vor "Gut Schub". Der beste Einzelkegler war Otto Fahl mit 2170 Holz in 300 Wurf. In Gruppe 2 siegte "He wackelt" mit einem Vorsprung von 177 Holz vor dem Klub "Blindgänger". Bester Einzelkegler wurde hier Jean Prang mit 2108 Holz in 300 Wurf. Im Anschluß an den Endkampf wurde die Siegerverkündung in würdiger Weise vorgenommen. Die erworbenen Ehrungen konnten leider nicht zur Verteilung gelangen, da der Vorsitzende des Verbandes in letzter Minute gegenteilig bestimmt hatte.
OL

Donnerstag, 5. Okt. 1933
Deutscher Schüler! Heraus aus den Stuben!
Werde Mitkämpfer für den Nationalsozialismus für eine neue Zeit, für eine neue Volksgemeinschaft! Jungarbeiter der Stirn!

Vorbei ist die Zeit, wo es dem deutschen Schüler verboten war, in die nationalsozialistische Jugendbewegung einzutreten. Vorbei ist die Zeit, wo verspießerte, reaktionäre Schuldirektoren freiheitsdenkende Schüler maßregeln durften. Vorbei ist aber auch die Zeit, wo du dich, deutscher Schüler, von unserem Kampfe fernhalten konntest unter dem Vorwand, die nationalsozialistische Jugend ist als staatfeindlich verboten. Seit dem 14. Aug. ist die Hitlerjugend die staatlich anerkannte Jugendorganisation. Wer jetzt noch glaubt, abseits stehen zu dürfen, seine Freizeit mit Tanzkränzchen und Saufabende verbringen zu können, stempelt sich zum Feigling und zum Verräter am deutschen Volk. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und wird entsprechend behandelt werden!

Hinein in die Hitlerjugend, die Jugendorganisation der Jungarbeiter der Stirn und der Faust!

Walter Kahns, Bad Oldesloe, Führer des Bannes 185 (Südholstein).
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Samstag, 7. Okt. 1933
OSV gegen LSV fällt aus!
Das für Sonntag vorgesehene Spiel OSV gegen LSV ist vom Gau auf den 5. Nov. verlegt. Es findet hier also lediglich ein Fußballspiel statt, und zwar spielt OSV III hier um 3 Uhr gegen Hammoor. Für die Liga, Reserve und zweite Herren findet Sonntagvormittag um 10 Uhr Training statt. Es ist Pflicht aller Spieler, zu erscheinen.
OL

Samstag, 7. Okt. 1933
OSV-Hockeyabteilung
Am morgigen Sonntag hat der OSV zwei Mannschaften des LBV Phönix zu Gast. Es spielen um 9 ½ Uhr eine kombinierte Jugendmannschaft gegen die gleiche des Phönix und anschließend die Damenmannschaft des OSV gegen die zweite Damenmannschaft des Phönix um 11 Uhr. Alle Spieler haben sich pünktlich auf dem Exer einzufinden. - Das Training der Hockeyabteilung findet auf allgemeinen Wunsch in Zukunft an jedem Mittwoch um 3 Uhr und Sonntagvormittag um 9 ½ Uhr auf dem Bürgerpark statt.
OL

Sonntag, 8. Okt. 1933
OSV-Hockeyabteilung
Die Hockeyabteilung des OSV sollte zwei Mannchaften des LBV Phönix zu Gaste haben und man erwartete allgemein zwei schöne Spiele. Doch machten erstens der Wettergott durch seinen Dauerregen und dann die Disziplin des LBV Phönix einen Strich durch die Rechnung; denn die "Herrschaften" kamen, nicht wie abgeschlossen, um 9 ¼ Uhr, sondern erst kurz vor 10 ¼ Uhr, und dann nicht, wie man erwarten sollte, mit elf Jugendspielern, nein nur mit sieben "Herrchen"! - Solche Scherze haben in Zukunft zu unterbleiben, entweder man kommt pünktlich und mit mindestens zehn Mann oder überrhaupt nicht! Daß man mit diesen "Sieben" nicht auf den neuen Platz heraufging, war selbstverständlich, man ließ sie vielmehr auf dem kleinen Faustballfeld einen "großen Sieg" über eine noch schnell zusammengetrommelte Mannschaft feiern.

Und dann zum Spiel der Damen. Phönix trat mit ihrer altbewährten von der Internationalen Fräulein Hargus trainierten Mannschaft an, während unsere Damen nur mit zehn Spielern auf dem Platze erschienen (was für den Ausgang des Spiels aber keine Entschuldigung ist!). Trotzdem war das Spiel zu Anfang ganz offen, doch setzte sich bald die Spielerfahrung und das bessere Können der Lübecker durch, was denn auch mit den sechs Toren, die sie nach und nach schossen, deutlich zum Ausdruck kam. Unsere Mannschaft konnte nicht ein einziges entgegensetzen, trotzdem sich die gute Mittelstürmerin oft bis zum Schußkreis durchspielen konnte und schöne Gelegenheiten herausarbeitete. Dieses Spiel zeigte wieder einmal, daß unsere Damen noch viel, viel trainieren müssen, um gegen einen solchen Gegner zu bestehen. Also auf zum Training!
OL

Montag, 9. Okt. 1933
Aufhebung der Mitgliedersperre der Hitlerjugend
Wie wir erfahren, hat jeder deutsche Junge für die Zeit vom 9. bis 15. Okt. die Möglichkeit, sich in die braune Schar der reiferen Jugend des Dritten Reiches, der Hitlerjugend, einzugliedern, da für diese Zeit die Mitgliedersperre aufgehoben ist. Die deutsche Jugend, und hiermit sollen die vielen der Bewegung nach abseits stehenden bezeichnet werden, hat nunmehr zu beweisen. daß auch sie den Geist der Zeit verstanden hat und bereit ist, nach langem Zögern sich nunmehr einzugliedern und für ein einiges Deutschland mitzukämpfen. Ihr Jungen, ihr wißt, der Jugend gehört die Zukunft! Wollt ihr tatenlos zusehen, wie eure Väter sich für euch und eure Zukunft im Geiste unseres großen Volkskanzlers aufopfern Wollt ihr einst das Erbe eurer Väter antreten, so müßt ihr heute schon die Art des Handelns eurer kämpfenden Väter verstehen, wenn nicht durch eigene Interessenlosigkeit eure Zukunft gefährdet und das Blut der vielen hundert Kämpfer der nationalen revolutionären Bewegung umsonst geflossen sein soll. Darum, heraus, ihr deutschen Jungen aus eurer bürgerlichen Einstellung und hinein in die Hitlerjugend! Versteht es recht, es ist der letzte Appell, der geblasen wird. Seid keine Feiglinge, benutzt deshalb die Möglichkeit und werdet Mitkämpfer für ein einiges Vaterland. Aufnahmen werden vom Gefolgschaftsführer Rolf Pfeiffer, Hude 5, und am Mittwoch, Donnerstag und Freitag anläßlich der Heimabende der einzelnen Scharen im Kurhaus entgegengenommen.
OL

Dienstag, 10. Okt. 1933
Stadt und Land in Reih' und Glied
Einer Anweisung des Herrn Bürgermeisters folgend, traten heute morgen die gesamten Beamten und Angestellten der städtischen Behörden und Betriebe gemeinsam mit den hier zum Kursus weilenden Amts- und Gemeindevorstehern aus dem Kreis Stormarn vor dem Jugendheim im Bürgerpark zur Morgengymnastik an. Der Kursus, der als solcher schon das Gemeinschaftsband und die Zusammengehörigkeit und Zusammenarbeit zwischen den Behördenvertretern im Kreise betont festigt, erfährt durch die Beteiliugung der städtischen Beamten und Angestellten eine noch wärmere und herzlichere Note. Indem Stadtrat und Stadtinspektor, Amtsvorsteher, Gemeindevorsteher und Kanzlist sich nebeneinander in ein Glied stellen, bekunden sie den endgültigen Bruch mit dem sogenannten Althergebrachten mit der Differenzierung und Unterscheidung, mit einem Wort: mit dem Klassengeist, dem Klassenunterschied.

Eins sind wir und einig wollen wir sein! Die Kameradschaftlichkeit im wahrsten Sinne dieses inhaltsvollen Wortes bezweckt der Kursus der Amtsvorsteher und Gemeindevorsteher in erster Linie herzustellen und zu festigen und den Geist der Kameradschaft soll die halbe Stunde gemeinsamer Morgengymnastik der Städter mit den Vertretern des Landes bekunden und begründen.

Morgens 6.45 Uhr wurde am Jugendheim angetreten, darauf folgte die Flaggenhissung und anschließend die Begrüßung zwischen den Städtern und den Vertretern des Landes. Es folgte dann die Flaggenehrung und gemeinsamer Gesang des Horst-Wessel-Liedes und Ehrenbekundung für Führer und deutsches Volk. Es waren zusammen gegen 80 Mann aufmarschiert, die danach in das Tannenwäldchen unter Betonung verschiedener Gangarten marschierten. Dort wurde Atemgymnastik geübt. Dann folgte ein Marsch in schnellerer Gangart, unterbrochen durch kurze Strecken Laufschritt und herum um die städtischen Anlagen bis zum Sportplatz. Hier wurden noch zehn Minuten Ordnungs- und Gelenkigkeitsübungen ausgeführt und danach wiederum in geschlossenen Gliedern zum Ausgangspunkt marschiert.

Vor dem Wegtreten richtete Kreisleiter Erich Friedrich noch einige kurze Worte an die Mannschaft, in denen er seine Befriedigung darüber zum Ausdruck brachte, daß die Stadtverwaltung durch die halbe Stunde gemeinsamen Morgensport, die eine Woche lang pflichtgemäß durchgeführt wird, ihm gewissermaßen ein Anerkenntnis für die zugunsten unserer Stadt bereits getane Arbeit bekundet. Er betonte weiter, daß er sein ganzes Tun und Streben auch weiterhin zum Besten unserer Stadt, die eine große Zukunft hat, einstellen werde. Um hier in Oldesloe, die einstmals eine größere Bedeutung bekommen wird als sie heute hat, mit den Führern der ländlichen Gemeinden des Kreises Stprmarn das Band der Kameradschaft auch rein äußerlich zu betonen, habe er den einen Wunsch geäußert und es freue ihn überaus, daß derselbe so schnell und ausgiebig erfüllt wurde. Kampf Heil auf die Kameradschaftlichkeit, den Führer und das Vaterland!

Danach kam das Kommando: Weggetreten! Die Morgengymnastik stand unter der Leitung des Oberturnlehrers Christian Ohrt. Sturmbannführer Hingst, der Leiter des Kurses, beteiligte sich lebhaft an demselben. Es darf ausgesprochen werden, daß die Teilnehmer zu den nächsten Übungen bereits mit einer größeren Dosis Liebe als Muß kommen und daß sie über die Pflichtwoche hinaus die Morgengymnastik als eine Selbstverständlichkeit mitmachen werden. Für morgen wird erwartet, daß sich die anderen ortsansässigen Behörden auch daran beteiligen. Das Werk hat im übrigen bereits in der Stadt Wandsbek Nachahmung gefunden. Es ist auch für andere Städte warm empfohlen.
OL

Mittwoch, 11. Okt. 1933
Die gemeinsame Morgengymnastik im Bürgerpark hatte heute bereits erheblich stärkeren Besuch als gestern aufzuweisen. Es waren heute ingesamt 100 Mann aufmarschiert, darunter auch Bürgermeister Herr Dr. Franz Wilhelm Kieling. Auch einige Herren aus staatlichen Behörden waren bereits anwesend. Für nächste Woche haben sich mehrere Behörden mit ihrem gesamten Beamten- und Angestelltenstab angemeldet, wie der Kreisleiter anerkennend bekanntgab. Den Teilnehmern bekommt die erfrischende Morgenarbeit recht gut und sie nehmen alle gern daran teil. Zu erwähnen ist dabei noch das überaus gute Wetter bei der vorgerückten Jahreszeit, das die Einrichtung sehr begünstigt.
OL

Mittwoch, 11. Okt. 1933
OSV gegen Germania Wismar
Der OSV muß am Sonntag in Wismar gegen Germania spielen. Das Spiel beginnt um 2 ½ Uhr. Es ist dieses für den OSV kein leichter Gang und es wäre zu wünschen, daß zahlreiche Schlachtenbummler der Mannschaft den nötigen Rückhalt geben würden. Karten sind bis Freitag abend im "Deutschen Haus" zu haben zum Preise von zwei Mark. Die Fahrt erfolgt in einem geschlossenen Wagen. OSV Reserve und die zweite Mannschaft fahren nach Grevesmühlen. Abfahrt sämtlicher Mannschaften 8.50 Uhr vom "Deutschen Haus".
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Mittwoch, 11. Okt. 1933
Oldesloer Sportverein
Außer dem Mittwoch abend für Fußballspieler und Leichtathleten hat der OSV eine weitere Gymnastikgruppe für ältere Mitglieder eingerichtet. Diese findet jeden Freitag ab 6 Uhr in der Turnhalle der Oberrealschule unter fachkundiger Leitung statt. Wer hieran teilnehmen will, kann noch mitmachen. Anmeldungen bei Herrn Hans Fokuhl, Hindenburgstraße. An jedem Freitag abend ab 8 ½ Uhr: Gymnastik für Damen. Auch hierfür nimmt Herr Fokuhl Anmeldungen entgegen.
OL

Samstag, 14. Okt. 1933
Wie bereits bekannt, fährt der OSV am morgigen Sonntag zum Bezirksspiel nach Wismar. Das Oldesloer Sportpublikum erwartet, daß der OSV mit einem Siege heimkehrt. Leider haben sich bis jetzt sehr wenig Schlachtenbummler angemeldet. Sollten nicht noch genügend Anmeldungen erfolgen, so ist damit zu rechnen, daß überhaupt keine Schlachtenbummler mitfahren können, da dann die Reserve und zweite Mannschaft mit der Liga zusammen fahren. Anmeldeschluß bis Samstag abend.
OL

Sonntag, 15. Okt. 1933
5. Punktspiel: Germania Wismar - Oldesloer SV 0:3 (0:1)
Der OSV siegt auch in Wismar! Bei schönstem Fußballwetter trat die OSV-Mannschaft in Wismar gegen die dortigen Germanen an. Etwa 400 Zuschauer, für Wismar ist das ein guter Besuch, hatten sich eingefunden und bekamen ein recht interessantes Spiel zu sehen. Die ersten Minuten sah man die Blau-Weißen ziemlich zerfahren spielen, denn der Wismaraner Platz ist bekanntlich sehr klein, woran sich eine jede Mannschaft erst gewöhnen muß. So auch der OSV. Als aber Stäcker nach zehn Minuten Spielzeit einen Abpraller unhaltbar zum ersten Tor verwandelt hatte, brachte dieser Erfolg einen merklichen Umschwung, dennoch fielen bis zur Halbzeit keine Erfolge mehr.

Hatte vor der Pause der OSV das Spiel jederzeit in der Hand, so gestaltete sich dasselbe nach der Pause als absolut überlegen. Die Wismaraner kamen kaum aus ihrer Spielhälfte heraus und hatten alle Hände voll zu tun, um die Angriffe der Blau-Weißen abzuwehren. Der Sturm des OSV spielte in dieser Zeit sehr gut zusammen und brachte dieses auch durch weitere zwei Tore zahlenmäßig zum Ausdruck. Das zweite Tor erzielte dann Schlüter, während das letzte Tor aus eine Flanke von Drews, die Stäcker wunderhübsch mit dem Kopf ins Tor lenkte, erzielt wurde. - Grevesmühlen gegen OSV Reserve 9:1 (!), OSV II gegen Grevesmühlen II 3:2.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Karl Wolherr, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Oldorf, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews
Tore: 0:1 Stäcker (10.), 0:2 Schlüter, 0:3 Stäcker - Zuschauer: 400.

Dienstag, 17. Okt. 1933
Stiftungsfest des Oldesloer Sportvereins
Wie alljährlich, feiert der OSV auch in diesem Jahre sein Stiftungsfest im Hotel "Harmonie", und zwar am Samstag, den 21. Okt. Halten Sie sich also bitte den Abend frei und besuchen Sie das Stiftungsfest des OSV. Sie werden es nicht bereuen und einige genußreiche und frohe Stunden verleben. Außerdem tun Sie ein gutes Werk, denn der Überschuß fließt der Winterhilfe und der Jugendabteilung zu. Für ein erstklassiges Programm ist nach monatelanger Vorbereitung Sorge getragen. U.a. wird die vom Vorjahre bekannte Oesvau-Truppe mit einem neuen Programm antreten. Für die Musik sorgt die Kapelle Hopf. Die Güte der Getränke und Küche des Herrn Paul Tabbert ist wohl jedem Oldesloer bekannt, so daß also auch für das leibliche Wohl gesorgt ist. Für den kommenden Samstag lautet die Parole also: Auf in die "Harmonie" zum Stiftungsfest des OSV!
OL

Donnerstag, 19. Okt. 1933
Der Olympiakursus in Berlin
Von Georg Pochat
"Sport und Turnen ist Einsatz für körperliche Erziehung. Der neue Staat, geboren aus Kampf und Entbehrung, braucht eine neugeartete, für den Aufbau fähige Generation. Möge Deutschlands Jugend erkennen, daß ihre hohe Aufgabe zum Einsatz für Volk und Vaterland nur dann erfüllt werden kann, wenn neben dem gesunden Geist auch ein gesunder Körper steht. Schon sehen wir Anzeichen der neuen Gestaltung unseres ganzen Sport- und Turnlebens! Möge es erfüllt sein von Opferwillen, starker Kampfbereitschaft und edler Kameradschaft!"

Diese Worte richtete der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten an die 570 jungen Sportsleute, die im Sportforum versammelt waren. Die Aufgabe dieses Kurses war nicht die körperliche Vorbereitung, die ja in dieser späten Jahreszeit beschränkt sein mußte, der ganze Kurs zielte in erster Linie dahin, allen die richtige Einstellung zu vermitteln, allen die geistige Grundlage für den späteren Kampf zu geben. Die beste Sportkameradschaft sollte gepflegt werden. Und das Vorbild bot uns unser Führer von Tschammer, der mitten unter uns lebte, der uns Kamerad und Freund war, ein richtiger Vater des deutschen Sports. Der Reichssportführer gab der Presse Gelegenheit, uns bei der Arbeit zu beobachten, um auch das große Publikum zu erfassen und den sportlichen und olympischen Gedanken in die deutsche Öffentlichkeit hineinzutragen. Wir dürfen nicht wieder so ein Fiasko erleben wie 1932! Der Olympiakämpfer muß fühlen und wissen, daß das gesamte Volk hinter ihm steht, das befähigt ihn und spornt zu übernatürlichen Leistungen an! Der Anfang ist gemacht. Nun gilt es, weiter dafür zu werben.

Daß Adolf Hitler in Begleitung des Reichsinneministers Dr. Wilhelm Frick durch seinen Besuch Einblick in unsere Vorbereitungsarbeit gewonnen hat, ist von unschätzbarer Bedeutung. Adolf Hitler hat damit erneut dokumentiert, daß er auch zur sportlichen Höchstleistung, um die es hier ja ging, unbedingt steht. Die Aktiven, die den Kanzler hier draußen im Sportforum gesehen haben, werden jetzt mit ganz anderer Begeisterung an ihre Arbeit gehen und mit einem viel tieferen Gefühl innerer Verpflichtung, nachdem sie erlebt haben, daß Adolf Hitler zu ihnen kam und nachdem sie nun wissen, daß das Dritte Reich im deutschen Sport eine so wichtige nationale Aufgabe sieht, daß der Kanzler selbst Einblick in sie nimmt und uns mit seinem Rat zur Seite steht. Bezüglich des Stadions für die Olympiade erklärte der Führer, daß architektonisch und sportlich etwas Gigantisches geschaffen werden soll, wahrscheinlich wird ein ganz neues Stadion gebaut, das den ausländischen Gästen einen Eindruck von dem ungebrochenen und durch nichts zu brechenden deutschen Aufbauwillen gewähren wird.

Als Lehrer hatten wir die besten Kräfte zur Verfügung. Namen wie Waitzer, Engelhard, Hirschfeld, Buchgeister und Brechenmacher besagen genug. Wenn auch dieser Kursus noch keine Leistungssteigerung bringen konnte, so haben doch viele gute Anregungen erhalten. Hauptsache ist, daß man endlich erkannt hat: "Über Breitenarbeit kommt man niemals zu olympischen Spitzenleistungen!" Spitzenkönner müssen herangebildet werden! Und der Reichssportführer betonte in seiner Schlußansprache, daß er uns als Pioniere des neuen deutschen Sports in jeglicher Beziehung unterstützen werde und uns vor Angriffen, von welcher Seite sie auch kommen, mit der Macht des Staates schützen werde! Der Begriff "Höchstleistung" muß in die vorderste Linie treten. Uns Kursteilnehmern ist es aber auch zur Pflicht gemacht, diesen Geist, der in den elf Tagen bei uns herrschte, in den Vereinen fortzupflanzten. Wir werden es tun, verlangen aber auch freudige Mitarbeit! Reichssportführer von Tschammer entließ uns mit dem Wunsche, daß unsere Pionierarbeit von Erfolg gekrönt sein möge. Wir dürfen stolz sein, am ersten Olympiakursus teilgenommen zu haben und als einstige Olympiakämpfer auserwählt zu sein, und werden dieser erlebten Stunden mit Freude und erhabenen Gefühlen gedenken.
OL

Samstag, 21. Okt. 1933
Oldesloer Sportverein
Am morgigen Sonntag ruht der Spielbetrieb. Liga und Reserve trainieren am Sonntagnachmittag 2.30 Uhr auf dem Exer unter Leitung des Herrn Walter Risse. Es ist Pflicht aller Spieler zu erscheinen, denn die Mannschaften dürfen auf keinen Fall außer Form kommen. Am Sonntag, dem 29. Okt. fährt die Liga nach Schwerin. Abfahrt 8.40 Uhr vom "Deutschen Haus". Karten für Schlachtenbummler zum Preise von 2,00 RM sind ab Montagabend dort zu haben. Der Wagen ist geschlossen und die Sitze sind gepolstert.
OL

Samstag, 21. Okt. 1933
OSV
Das 31. Stiftungsfest beging der Oldesloer Sportverein in dem festlich geschmückten Saal der "Harmonie" unter Leitung seines Vorsitzenden, Oberturnlehrer Christian Ohrt, bei zahlreichem Besuch. Unter den Ehrengästen sah man Kreisleiter Erich Friedrich, Stadtrat Paul Tabbert und Ortsgruppenleiter Hans Richter. Die Musik stellte die Kapelle Hopf. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden führte dieser aus, daß der OSV und MTV, insbesondere die Leichtathleten in den langen Jahren ihres Bestehens auf sportlichem Gebiete in ihrem Kampfe zu hoher Blüte gelangt seien und daß es weiter schon in den nächsten Tagen zu einer Verschmelzung dieser beiden Vereine zu einer Vereinigung kommen würde. Er begrüßte Gastwirt Hermann Drögemöller als den einzigen noch vorhandenen Mitbegründer des OSV und die Sportgenossen Adolf Kröger und Jonny Dührkop als die dienstältesten Angehörigen des OSV. Redner gab dann einen Überblick über die sportlichen Ereignisse des letzten Jahres. 53 Sportabzeichen konnten verteilt werden. Weiter steht der OSV an erster Stelle der Siegertabelle und er wünsche, daß es so bleiben möge.

Sodann soll die Großtat der Schaffung eines ordnungsgemäßen Fußballkampfplatzes auf dem Exer durch eigene Kraft des OSV nicht vergessen werden. Heute bestehe die stolze und hohe Gewißheit, in der braunen Armee die berechtigte Anerkennung der allgemeinen Volksgemeinschaft auch im Sportwesen gefunden zu haben. Das Treuebekenntnis in die unerschütterliche Gefolgschaft für den Führer klang aus in ein brausend aufgenommenes dreimaliges Kampfhoch auf unseren Volkskanzler.

Sodann sprach Ortsgruppenleiter Hans Richter, zugleich in seiner Eigenschaft als 2. Vorsitzender des MTV, dem OSV die herzlichsten Glückwünsche aus. Auch er hofft, daß die in den nächsten Tagen zu erwartende Zusammenlegung des OSV und MTV von ganz besonderer Bedeutung für das gesamte Sportleben in Oldesloe werden möchte, da dieses im Sinne unseres Volksführers liege, dem er ein sieghaftes "Heil Hitler" widmete.

Nun trat der Frohsinn in seine Rechte, der durch die bekannte OSV-Tanzgruppe und durch eine humoristische Szene beim Heiratsagenten derartige Attacken auf das Zwerchfell und die Lachmuskeln aller Besucher ritt, daß man einfach minutenlang aus tiefstem und herzlichstem Lachen und Beifallssturm nicht herauskam. Nebenbei gesagt auch eine besonders wirkungsvolle Leichtathletikübung. Dann trat der Tanz in seine Rechte, der alt und jung bis zur Polizeistunde fest und treu aushalten ließ, wobei dem Vereinswirt Tabbert mit seinen Speisen und seinem Trank ein recht erhebliches Verdienst zukommt. Dem OSV in seinem 32. Jahre ein weiteres erfolgreiches Glückauf.
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Dienstag, 24. Okt. 1933
Hans Seegers Führer des Sportgaues Nordmark
Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat den bekannten Sportlehrer und Leiter der Volkssportschule Lokstedter Lager zum Führer des Sportgaues Nordmark (Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg) ernannt.
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Freitag, 27. Okt. 1933
OSV gegen VfL Schwerin
Die Liga des OSV steht am Sonntag vor einer sehr schweren Aufgabe, denn sie muß gegen VfL Schwerin in Schwerin antreten. Die Schweriner galten zu Beginn der Serie allgemein als Meisterschaftsfavorit, sie erwischten aber einen schlechten Start. Durch den letzten 5:0-Sieg über Wismar gelangten sie jedoch auf den dritten Tabellenplatz und scheinen jetzt ihre Form wiedergefunden zu haben. Die OSVer müssen Sonntag alles aus sich herausgeben, wenn gegen die kampfkräftigen VfLer ein Sieg auf fremdem Platz errungen werden soll. Wenn unsere Elf das von Herrn Walter Risse erlernte Spiel zeigt und die Stürmer das Schießen nicht vergessen, ist auch der VfL zu bezwingen. Oldesloes Fußballanhänger erwarten einen Sieg. OSVer, enttäuscht sie nicht. Der Spielausgang wird am Sonntag gegen 5 Uhr im "Deutschen Haus" zu ersehen sein. Die Aufstellung des OSV ist die gleiche wie in den letzten Spielen, falls die beiden verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen. Abfahrt nach Schwerin pünktlich 8.40 Uhr morgens vom "Deutschen Haus". Karten für Schlachtenbummler zum Preise von zwei Mark sind noch erhältlich.
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Sonntag, 29. Okt. 1933
6. Punktspiel: VfL Schwerin - Oldesloer SV 6:3 (3:3)
Das Erscheinen des OSV hatte in Schwerin zahlreiche Zuschauer angezogen, die ein schönes, torreiches Spiel zu sehen bekamen. Unter den Zuschauern war der Vorstand des Gaues Nordmark mit dem Internationalen Georg Knöpfle, der als Trainer für Norddeutschland eingesetzt ist. Auch Walter Risse war erschienen. Der OSV kam sofort ins Spiel und zeigte hübsches Feldspiel. Nach 20 Minuten bringt Stäcker den OSV durch Kopfball in Führung. Wenige Minuten später gleicht Schwerin aus. In kurzen Abständen kommen die Schweriner auf 3:1. Paul Drews und Stäcker erzielen bis zur Pause den Gleichstand 3:3.

Jetzt erwartete man allgemein den Sieg der OSVer. Aber es kam anders. Wohl war der OSV auch nach Halbzeit jederzeit die bessere Mannschaft, aber der VfL erzielte innerhalb von zehn Minuten durch schnelle Durchbrüche drei Tore. Damit war das Spiel entschieden. Wohl drängte der OSV, konnte aber nichts Zählbares erreichen. Nun zur Kritik: Wohl war der OSV in technischer Beziehung besser, aber unser Innensturm verstand es nicht, diese Überlegenheit auszunutzen. Rechter Verteidiger, Mittelläufer und der rechte Flügel hatten einen finsteren Tag. Am Sonntag gegen den LSV müssen schon andere Leistungen gezeigt werden.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Karl Wolherr, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Oldorf, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Fick, Paul Drews - Ersatz: Willy Drews.
Tore: 0:1 Stäcker (20.), 1:1, 2:1, 3:1, 3:2 Paul Drews, 3:3 Stäcker, 4:3, 5:3, 6:3

Sonntag, 29. Okt. 1933
OSV Reserve gegen Selmsdorf 6:3
Unsere Reserve zeigte sich mal wieder von der guten Seite. Nach einer 6:1-Führung ließen die Hiesigen nach und ließen Selmsdorf noch auf 3:6 herankommen.
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Sonntag, 29. Okt. 1933
Handball: MTV Oldesloe gegen MTV Lübeck 6:3
Es fand das zweite Pflichtspiel des hiesigen Männerturnvereins statt. Gegner war der MTV Lübeck. Die Oldesloer spielten bis auf einige wenige Augenblicke in der zweiten Spielhälfte überlegen. Trotz des glitschigen Bodens auf dem Buniamshof in Lübeck gelang bald eine 3:0-Führung. Kurz vor dem Schlußpfiff wurde durch den Lübecker Linksaußen der Halbzeitstand von 3:1 hergestellt.

Nach der Pause warfen die Oldesloer noch drei und die Lübecker noch zwei Tore, so daß das Endergebnis 6:3 für den MTV Oldesloe lautete. Bei etwas besserem Zusammenspiel und eifrigerem Training können wir von unserer ersten Mannschaft noch viel erhoffen. Nun gilt es in den nächsten Spielen um den Herbstmeister in unserer Klasse zu kämpfen. - Unsere zweite Mannschaft weilte in Kücknitz und verlor sehr hoch mit 1:13. Gegen die spielstarken Kücknitzer war von unserer Mannschaft nur wenig auszurichten.
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Freitag, 3. Nov. 1933
OSV gegen Lübecker Sportverein
Am Sonntag, dem 5. Nov., nachmittags 2.30 Uhr, spielt der OSV auf dem Exer gegen den Lübecker Sportverein. Es ist dieses für den OSV das letzte Punktspiel der Herbstserie. Durch die letzte Niederlage in Schwerin kann der OSV nur noch punktgleich mit Adlero Neustadt kommen. Adlero ist Herbstmeister wegen des besseren Torverhältnisses, auch wenn der OSV am Sonntag gegen den LSV gewinnt. Der LSV hat bisher in vier Spielen drei Punkte erreicht, und wird daher dem OSV den Sieg nicht so leicht überlassen. Der OSV muß dieses Spiel unbedingt gewinnen, um mit Adlero zusammen die Spitze zu halten.

Durch die vom Gauführer getroffene Neueinteilung wird Lübeck und Oldesloe von Mecklenburg abgetrennt und zwar nach Beendigung der Frühjahrsserie. Für die Neueingliederung des OSV wird es also von Bedeutung sein, welchen Tabellenstand der OSV am Schluß der Serie einnimmt.
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Freitag, 3. Nov. 1933
Der Oberpräsident und Gauleiter von Schleswig-Holstein Pg. Hinrich Lohse spricht am Freitag, 3. Nov., 20 ½ Uhr auf der Kundgebung der Kreisleitung der NSDAP. Lautsprecherübertragung. Der Kreisleiter: Erich Friedrich. - Männerturnverein von 1862 und Oldesloer Sportverein. Es ist Ehrenpflicht sämtlicher Mitglieder, heute zu der Wahlversammlung zu erscheinen. Hans Richter und Christian Ohrt.
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Sonntag, 5. Nov. 1933
7. Punktspiel: Oldesloer SV - Lübecker SV 2:1 (2:0)
Durch den glücklichen 2:1-Sieg über den LSV ist der OSV mit Adlero Neustadt punktgleich an der Spitze der Tabelle. Das Spiel begann pünktlich unter der Leitung des Hamburger Schiedsrichters Brust, der ausgezeichnet gefallen konnte. Unsere Elf spielte zuerst mit der Sonne im Rücken und gestaltete das Spiel bis zur Halbzeit überlegen. Nach 20 Minuten erzielte Stäcker das erste Tor. Zehn Minuten später war es wieder Stäcker, der durch Spitzenschuß eine 2:0-Führung herausholte. War bis zur Halbzeit LSV kaum gefährlich geworden, so drehte sich nach Halbzeit das Bild. Nach zehn Minuten kam der LSV durch den Halbrechten auf 1:2 heran. Der Ausgleich lag verschiedentlich in der Luft, aber in dieser Drangperiode leisteten Lindemeier, Lüthje, Grote und vor allen Dingen Wolherr gut Abwehrarbeit. Unsere Halbstürmer konnten aber mit den vorgelegten Bällen nichts anfangen. Gegen Schluß des Spiels kam der OSV nochmals auf, konnte aber das Ergebnis nicht verbessern. Der Sieg war sehr glücklich.

Das Spiel zeigte, daß die Halbstürmerfrage immer noch ungelöst ist. Beide Halbstürmer des OSV waren die schlechtesten Spieler auf dem Platz und haben in dieser Form in einer Ligamannschaft nichts zu bestellen. Sehr schlecht im Abspiel war auch wieder Schweim. Mehr Ruhe!

Am kommenden Sonntag herrscht wegen der Wahl Ruhe im Spielbetrieb. Für den 19. Nov. soll versucht werden, ein Spiel zugunsten der Winterhilfe zu veranstalten. Es sind Verhandlungen mit der Polizei Lübeck im Gange. - OSV II gegen LSV II 4:4, OSV erste Jugend gegen LSV zweite Jugend 12:0. Pölitz gegen OSV III 11:1.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Karl Wolherr, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Witt, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Paul Drews.
Tore: 1:0 Stäcker (20.), 2:0 Stäcker (30.), 2:1 (55.). - Schiedsrichter: Brust (Hamburg)

Samstag, 11. Nov. 1933
Alle OSVer und MTVer treten zur großen Kundgebung und Fackelzug der NSDAP am Samstag, 11. Nov., 18.30 Uhr, auf dem Marktplatz an.

Oldesloer Sportverein.
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Mittwoch, 15. Nov. 1933
Postsportverein
Schon lange ist hier der Wunsch laut geworden, die Gründung eines Postsportvereins vorzunehmen. So hatten sich denn alle Post- und Telegraphenbeamten des hiesigen Postamtes zusammengefunden, um die Gründung desselben vorzunehmen. In einleitenden Worten sprach Postamtmann Behling über den Zweck und die Ziele des Vereins. Hierauf wurde die Gründung vorgenommen und alle Beamten traten dem Verein bei. Die Beamten werden sich in erster Linie mit dem Schießsport betätigen. Für die Damen ist Tennis vorgesehen. Die Geschäftsführung übernimmt Obertelegraphensekretär Wolff; als Kassenwart wurde Postschaffner Haßler und als Schießwart der Postkraftwagenführer Havekorn bestimmt.
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Sonntag, 19. Nov. 1933
Oldesloer Keglerverband
Der Keglerverband Oldesloe veranstaltete auf den Bahnen im "Tivoli" und bei Theodor Hormann zugunsten der Winterhilfe ein Werbekegeln. Sämtliche Kegler bis zu 50 Jahren hatten 50 Wurf und die über 50 Jahre zählenden 20 Wurf zu kegeln. Die vier vom Deutschen Keglerbund ausgesetzten künstlerisch ausgeführten Diplome erhielten die folgenden Kegler: Heinrich Bertram und W Abraham von den jüngeren und August Seidler und Willy Schlüter von den Seniorenkeglern. Ein schöner Betrag konnte der Winterhilfe zugeführt werden.
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Montag, 20. Nov. 1933
Der Gau Nordmark im Dienste der Winterhilfe
Am 3. Dez. 1933 stellt sich der gesamte Gau Nordmark des DFB in den Dienst der Winterhilfe. Zunächst war beabsichtigt, Städtespiele durchzuführen; man hat von diesem Plan jedoch abgesehen, da hierdurch zu hohe Unkosten verursacht werden. Aus diesem Grunde werden in den einzelnen Bezirken Vereinsmannschaften, eventuell kombinierte Mannschaften, gegeneinander spielen.

Überall werden zugkräftige Spiele veranstaltet, da auf diese Art und Weise mit der größeren Zuschauerzahl gerechnet werden kann. Es soll versucht werden, einen möglichst großen Reinertrag für das Winterhilfswerk zur Verfügung zu stellen. Die Mannschaften tragen ihre Unkosten selber, ebenfalls die Schiedsrichter. Die Plätze werden von den Vereinen unentgeltlich zur Verfügung gestellt, der Ordnungsdienst wird von den Vereinen ehrenamtlich übernommen, so daß mit Unkosten kaum gerechnet werden kann. Wir hoffen und wünschen, daß auch unser Sportpublikum durch zahlreiches Erscheinen dieses großzügige Hilfswerk unterstützen wird.
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Sonntag, 26. Nov. 1933
OSV Reserve gegen Preußen Reinfeld 7:1 (4:0)
Unsere Reserve erwies sich den Reinfeldern klar überlegen. Die Reinfelder hatten nie eine Chance zu gewinnen und können von Glück sagen, daß die Niederlage nicht zweistellig wurde. In der ersten Halbzeit lieferte unsere Reserve ein gutes Spiel und ging mit 4:0 in Führung. Als in der zweiten Halbzeit die Reinfelder eine unnötige Härte ins Spiel brachten, ließen die OSVer es ruhiger angehen und spielten zurückhaltend. Drei Tore waren die Ausbeute der zweiten Halbzeit, währen Reinfeld nur zum Ehrentor kam. Die Tore für den OSV schossen: Schlüter (3), Fick (2), Kock und Oldorf. Der Schiedsrichter, der sonst bessere Leistungen zeigte, konnte nicht gefallen. - OSV III gegen Boden 8:1.
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Donnerstag, 30. Nov. 1933
Aufruf des Reichssportführers! Die nationale Erhebung hat im spontanen Durchbruch völkischen Lebenswillens der deutschen Nation die Besinnung auf ihre besten und ureigensten Kräfte gebracht.

Vorbei ist die Herrschaft jenes Geistes, der diese verachtete, der sich vermessen von der deutschen lossagte und dafür die Luftgebilde einer internationalen Weltanschauung eintauschte; der die Freiheit einzelnen zu dienen vermeinte und statt dessen das Volksganze in innerer Zersplitterung und äußerer schaft verkommen ließ. Zwar wollte man sich die Gesundheit und die körperliche Ertüchtigung des Volkes angelegen sein lassen, aber der herrschende Geist hatte nicht die Kraft, eine wirkliche innere Zusammenfassung aller Sportler durchzuführen. So wurden damals Krankenkassen viel schneller "gesund" als das Volk, für das sie bestimmt waren. Versuche, die die deutsche Turn- und Sportbewegung machte, sich selbst zu helfen, waren infolge Unzulänglichkeit und Zerrissenheit der Organisation und mangels tatkräftiger Unterstützung von seiten der herrschenden Kreise zum Scheitern verurteilt. Die nationalsozialstische Regierung aber stimmt mit dem ganzen deutschen Volke in dem heißen Wunsche überein, den leiblichen Bestand unseres Volkes aufs sorgsamte zu pflegen und zu stärken, damit auch von dieser Seite her frische Kräfte für die Festigung und den weiteren Aufbau des deutschen Familienlebens, des und der Volksmoral frei werden.

Diese große Aufgabe, die sich die nationalsozialistische Regierung im Interesse jedes einzelnen deutschen Menschen stellt, erfordert gewaltige Geldmittel. Das finanzielle Erbe, das die nationale Regierung übernahm, läßt es nicht zu, die zu einer schnellen und gründlichen Verwirklichung der vorliegenden Pläne notwendigen Mittel augenblicklich aus Steueraufkommen bereitzustellen. Nachdem aber durch das zielbewußte Eingreifen der Regierung die alte traurige Zersplitterung überwunden und eine einheitlich geleitete Organisation geschaffen wurde, stelle ich mit großer Freude fest, daß Sport und Turnen nunmehr gewillt sind, auch die finanziellen Voraussetzungen für den Aufbau aus sich heraus zu schaffen.

Mit dem heutigen Tage wird die Stiftung "Der Hilfsfonds für den Deutschen Sport" errichtet. Zunächst darf ich hoffen, daß alle diejenigen, die bisher in hochherziger Weise den deutschen Sport- und Turnverbänden Mittel zur Verfügung stellten - Privatpersonen, Handel und Industrie - in vielleicht noch verstärkterem Maße den neuen Hilfsfonds zum Ziel ihrer Gebefreudigkeit machen werden. Denn gerade Handel und Wirtschaft mögen nicht verkennen, wie sehr die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ihrer Arbeitnehmer durch körperliche Ertüchtigung gehoben werden kann, eine Ertüchtigung, die wiederum geeignet ist, eine Seknung der sozialen Lasten, wie Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung herbeizuführen.

Um die Leistungsfähigkeit des Hilfsfonds weiterhin erheblich zu steigern, habe ich folgendes angeordnet: Bei allen gegen Eintrittsgeld besuchten Veranstaltungen der Turn- und Sportvereine wird von jedem Besucher eine zusätzliche Abgabe, die ungefähr fünf Prozent des Eintrittsgeldes ausmachen soll, erhoben, der sogenannte "Sportgroschen". Wie weiter unter noch erklärt wird, handelt es sich hier jedoch nicht um eine einfache Spende, sondern um eine Art "Kapitalsanlage".

Die dem "Hilfsfonds für den Deutschen Sport" zufließenden Sportgroschen kommen ausschließlich der deutschen Sport- und Turnbewegung zugute, so z.B. bei der Einrichtung von Trainingskursen für die Vorbereitung zu den Olympischen Spielen. Aus Sportgroschen wird eine Hilfskasse einegrichtet, die bei schweren Unfällen helfend einspringt; aus Sportgroschen wird eine einheitliche Haftpflichtversicherung finanziert, die, besonders bei Wettkämpfen, Vereine und Verbände und Lehrer von der ihnen bisher obliegenden Sorge und Verantwortung befreien soll. Sportgroschen werden überall dort helfend eingreifen, wo infolge der uneigennützigen Betätigung für unsere Ziele, ohne eigene Schuld des Betroffenen, Not entstanden ist; Sportgroschen für den deutschen Sport überall dort, wo sie wirklich gebraucht werden. Der Sportgroschen ist aber, wie schon bemerkt, auch eine Kapitalsanlage: Die Besucher von Veranstaltungen erhalten für jeden gezahlten Sportgroschen einen Gutschein, der zum Eintausch des auf dem Gutschein bezeichneten Sportbildes berechtigt. Diese und etwa fehlende Bilder, die käuflich zu erwerben sind und deren Ausgabe ich in dieser und ähnlicher Form, z.B. als Postkarten, zu einem Privileg für die Finanzierung der den Leibesübungen im deutschen Volke gestellten Aufgaben gestalten will, bilden die Illustration eines Werkes, dessen erster Band demnächst erscheint und das in seiner Gesamtheit einen Überblick über die neuzeitliche Entwicklung der Sport- und Turnbewegung geben wird. Eine vollständige Sammlung dieser Sportbilder soll auf meine Anordnung den Besuch der Olympischen Spiele im Jahre 1936 erleichtern helfen. Jedermann, der die nach und nach erscheinenden mehreren hundert Bilder vollständig zusammengetragen hat, erhält 40 Prozent des für die Bilder gezahlten Betrages zurückerstattet. Wahlweise wird den Sammlern der Sportgroschenbilder weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, sich mit diesem ihrem Guthaben an der kommenden Olympialotterie zu beteiligen, deren Bedingungen demnächst bekanntgegeben werden. das Werk aber in seiner Gesamtheit wird ein Dokument der deutschen Sport- und Turnbewegung darstellen, ein wertvolles Lehr- und Nachschlagewerk, eine Fundgrube für jeden Vereins- und Verbandsführer, jeden Fachwart und Lehrer, ein ersehntes Geschenk für unsere Jugend. Darüber hinaus soll es eine Erinnerung sein an die eigene Mitarbeit am Neuaufbau unseres Sportlebens!

Ich rufe nunmehr alle deutschen Männer und Frauen, insbesondere aber die deutsche Sport- und Turnjugend auf, mitzuwirken an den großen Aufgaben des Sports! Sammelt von heute ab die Sportgroschenbilder! Das Bewußtsein, mitzuhelfen an dem großen Werk, in einer Reihe mit den Millionen, die im ganzen deutschen Vaterlande der Turn- und Sportbewegung angehören, möge ihrem Eifer die Weihe geben.

Der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten.

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Freitag, 1. Dez. 1933
OSV gegen Holstein Segeberg
Am 3. Dez. werden im ganzen Deutschen Reich Fußballspiele für die Winterhilfe veranstaltet. Die Liga des OSV spielt hier um 2 Uhr gegen Holstein Segeberg. Die Segeberger gehören seit einem Jahre dem Kieler Bezirk an. Welchen Tabellenplatz sie einnehmen, ist uns nicht bekannt, doch waren sie stets eine kampfkräftige Mannschaft und werden sie dem OSV den Sieg nicht so leicht überlassen.

Im Interesse der guten Sache wäre zu wünschen, wenn sich die gesamte Oldesloer Bevölkerung das Spiel ansehen würde, denn die gesamte Einnahme wird dem Deutschen Fußball-Bund für die Winterhilfe zugeführt. Die Eintrittspreise sind vom Gau wie folgt festgesetzt: Erwachsene 50 Pfennig zuzüglich 5 Pfennig für einen halben Sportgroschern; Erwerbslose, Lehrlinge und Schüler bis 14 Jahre 20 Pfennig, Schüler unter 14 Jahre 10 Pfennig. Der Platz ist in der üblichen Weise abgesperrt.
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Samstag, 2. Dez. 1933
OSV gegen Holstein Segeberg
Zu obigem Spiel, daß am Sonntag zugunsten der Winterhilfe stattfindet, wird uns vom OSV noch mitgeteilt, daß die Sportgroschengutscheine nach Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes noch nicht in genügender Anzahl vorrätig sind. Die Einziehung des Sportgroschens hat aber trotzdem bereits am Sonntag zu erfolgen. Eine Eintrittskarte für Erwachsene kostet also 55 Pfennig.

Das Publikum wird gebeten, den Kassierern, die sich freiwillig in den Dienst der Sache stellen, das Amt nicht unnötig zu erschweren. Vergessen Sie also nicht, fünf Pfennig extra für den Sportgroschen mitzubringen. Für das Spiel hat der OSV einen Schiedsrichter aus Hamburg angefordert.
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Sonntag, 3. Dez. 1933
Winterhilfswerk: Oldesloer SV - Holstein Segeberg 6:2 (3:1)
Dieses Spiel zugunsten der Winterhilfe litt sehr unter der Kälte, so daß nur wenige Zuschauer erschienen waren. Auch war der Gegner wohl nicht zugkräftig genug. Der glatte Boden stellte hohe Anforderungen an die Spieler und war für Überraschungen geeignet. So kam denn auch Segeberg auf leichtfertiges Spiel unserer Deckung zum ersten Tor. OSV war dem Gegner klar überlegen und ging bis zur Pause mit 3:1 in Führung. Nach der Halbzeit erzielte der OSV weitere drei Tore, ließ aber noch ein weiteres Gegentor zu, so daß der Sieg 6:2 ausfiel. Eine Kritik wollen wir uns ersparen. Ein Lichtblick war jedoch die Schußfreudigkeit unserer Stürmer. Der Schiedsrichter, Gärtner (Eimsbüttel-Hamburg), war dem Spiel ein guter Leiter.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Georg Grantz - Karl Wolherr, Gustav Lüthje - Walter Lindemeier, Helmut Schweim, Grote - Ströh, Wilhelm Stäcker, Fick, Willy Schlüter, Paul Drews

Montag, 4. Dez. 1933
Neueinteilung der Bezirksliga-Vereine
In Kiel fand eine Verhandlung zwischen dem Bezirksführer Ernst Föge und einem Vertreter des in den Bezirk eingegliederten Landesteiles Lübeck statt. Die Verhandlung ging um die zukünftige Einteilung der Bezirksliga in den erweiterten Bezirk Schleswig-Holstein-Lübeck. Es wurde Übereinstimmung dahin erzielt, daß dem Gau für die Serie 1934/35 die Errichtung von zwei Bezirksliga-Staffeln mit je zehn Vereinen vorgeschlagen werden soll. Die Staffeln würden danach folgendes Aussehen erhalten:

  • Staffel 1: Lübecker Sportverein, Phönix Lübeck, Eutin, Oldesloe, Neustadt, Neumünster 1910, Eintracht Kiel, Union Teutonia Kiel, Kilia, ein Aufstiegverein aus Lübeck oder der zweite Aufstiegverein aus Lübeck.
  • Staffel 2: Eintracht Flensburg, Nordmark Flensburg, Schleswig 06, Rendsburger Ballspielverein, Fortuna Glückstadt, Olympia Neumünster, Comet Kiel, Polizei Kiel, ein Aufstiegverein aus der Weststaffel und ein Aufstieg aus der Oststaffel.

Dieser Plan soll dem Gauführer zur Genehmigung vorgelegt werden. Danach würden Abstiege in die Bezirksliga sowohl in Lübeck als auch in Schleswig-Holstein nicht stattfinden. Der Plan kann sich jedoch noch ändern, wenn etwa in diesem Bezirk ein Verein der Gauliga absteigt oder wenn einer der jetzigen Bezirksliga-Vereine sich für die Gauliga qualifizieren sollte.
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Montag, 4. Dez. 1933
Sensationeller Fußball-Großkampftag zugunsten des Winterhilfswerkes
Die Gemeindeverwaltung Billstedt mit ihrem Gemeindevorsteher Hingst hat es gewagt, die Stadtverwaltung Oldesloe zu einem Fußballlkampf herauszufordern, den die Stadtverwaltung Oldesloe anzunehmen sich selbstverständlich bereiterklärt hat. Haben im Vorjahre bereits Kegel- und Sangesbrüder durch ihre zweifellos anerkannt vorzüglichen Sportleistungen helfend in die Winterhilfsaktion eingegriffen, so wird der diesjährige Großkampf gegen Hunger und Kälte ein ganz besonderes Ereignis sein, wodurch das Winterhilfswerk für das deutsche Volk abermals weitgehendst Unterstützung finden wird.

Schon allein die Aufstellung beider Mannschaften ist eine Sensation für sich, die der Einwohnerschaft in Oldesloe und Umgegend einen Genuß bereiten wird, wie er nur eben von den augenblicklich noch ungenannten Größen, die sich nun voll entfalten werden, geboten werden kann. Die Einwohnerschaft von Oldesloe wird sich daher auch unter gar keinen Umständen dieses einzigartige Erleben entgehen lassen und in Massen dem heroischen Ringen dieser bewährten Kämpfer beiwohnen. Also am Sonntag, dem 10. Dez. 1933, nachmittags 2.30 Uhr, auf zum Exer! Auf zum Großkampf Billstedt contra Oldesloe, das Ereignis der Saison!
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Mittwoch, 6. Dez. 1933
Das Fußballspiel Stadtverwaltung Billstedt gegen Stadtverwaltung Oldesloe verschoben
Das für Sonntag, den 10. Dez. 1933, vorgesehene Fußballtreffen der Stadtverwaltungen Billstedt und Oldesloe zugunsten des Winterhilfswerkes muß mit Rücksicht auf die zur Zeit herrschenden ungünstigen Witterungs- und Platzverhältnisse auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Bei der augenblicklichen Beschaffenheit des Exers ist die Durchführung eines derartigen Spiels unmöglich; die beiden Mannschaften würden sich nicht voll entfalten und ihre vorzüglichen Leistungen nicht zur Schau tragen können, so daß die Besucher nicht zu ihrem Recht kommen würden. Sobald die Witterungsverhältnisse die Austragung eines derartigen Kampfes zulassen, wird an dieser Stelle wieder berichtet werden.
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Mittwoch, 6. Dez. 1933
OSV
Ab heute abend 8 Uhr finden die Trainingsabende für Fußballer wieder regelmäßig jeden Mittwoch abend in der Turnhalle der Oberrealschule statt. Jeden Freitag abend 8 Uhr: Gymnastik für Damen. Die Damenabteilung hat in letzter Zeit regen Zuspruch. Weitere Anmeldungen sind noch erwünscht. Wer also Interesse hierfür hat, bitte einmal unverbindlich am Freitag in die Turnhalle der Oberrealschule.
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Samstag, 9. Dez. 1933
Der OSV an 81. Stelle der DSB-Rangliste 1933
Mit dem 1. Nov. wurde die "30 Besten-Liste" der Leichtathleten Deutschlands abgeschlossen. Der kleine Oldesloer Sportverein kann in diesem Jahre zwei Vertreter in dieser Liste aufweisen. Im 800-Meter-Lauf steht Georg Pochat an sechster Stelle nach König, Peltzer, Kaufmann, Dessecker und Danz mit einer Zeit von 1:55,2 Minuten, gelaufen am 2. Aug. 1933 beim Abendsportfest gegen die Amerikaner in Hamburg. Zum ersten Male gelang es dem talentierten Johannes Pöhls, sich durch einen Wurf von 53,39 Meter anläßlich der Norddeutschen Meisterschaften in Altona in die Liste der "30 Besten"-Speerwerfer Deutschlands an 26. Stelle einzureihen.

Der OSV steht durch diese zwei Vertreter in der "30 Besten-Liste" in Schleswig-Holstein an erster Stelle und in Deutschland an 81. Stelle in der DSB-Vereinsrangliste für 1933. Die Stadt Bad Oldesloe kann stolz auf ihren Sportverein sein, daß dieser in der Leichtathletik in Schleswig-Holstein an erster Stelle liegt. Die Großstadtvereine aus unserm Bezirk, Phönix Lübeck und Polizei Lübeck, erscheinen in der Rangliste erst an 143. und 230. Stelle. Wir gratulierem unserem OSV zu diesem Erfolg und hoffen, daß es ihm gelingt, sich im Jahre 1934 noch weiter empor zu ringen.
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Sonntag, 10. Dez. 1933
OSV Reserve gegen Ratzeburg 4:3
Zu diesem Spiel waren bei dem nebligen und kalten Wetter nur wenige Zuschauer erschienen. Diese wenigen wurden bitter enttäuscht, denn sie bekamen ein Spiel zu sehen, wie es nicht sein soll. Es wurde lustig darauf los gebolzt, und hierin erwiesen sich die Ratzeburger als leistungsfähig. Leider ließen sich auch hiervon einige der OSVer anstecken, da der Schiedsrichter nicht energisch genug durchgriff. Erst gegen Schluß, als ein Ratzeburger sich als Boxer betätigte, wurde er des Feldes verwiesen.

Die Tore fielen in folgender Reihenfolge: Ratzeburg ging 1:0 in Führung, Lindemeier erzielte den Ausgleich und Fick verwandelte einen Elfmeter zur 2:1-Führung. Ratzeburg glich aus. Schlüter schoß einen Strafstoß zum 3:2 ein. Ratzeburg kam abermals zum Gleichstand. Das Siegtor schoß Schlüter, der einen Abpraller mit dem Spann erwischte und scharf einschoß.
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Sonntag, 10. Dez. 1933
Pochat Dritter in Stettin
Das vom Gau Pommern in Stettin zur Durchführung gebrachte Hallensportfest hatte in den leichtathletischen Wettbewerben eine sehr gute Beteiligung aufzuweisen. Das Hauptinteresse des Abends lag an dem 1000-Meter-Lauf. Etwa 1500 Menschen erlebten einen spannenden Kampf zwischen dem Stettiner Dr. Peltzer, seinem Klubkameraden Rothbarth und dem Oldesloer Pochat. Wieder einmal bewies der Altmeister Peltzer, daß er noch etwas kann, denn er siegte, wenn auch nur knapp, vor Rothbarth und Pochat in 2:36,4 Minuten. Der OSVer benötigte 2:37,0 Minuten.
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Montag, 11. Dez. 1933
Für den 17. und 24. Dez. sind sämtliche Mannschaften des OSV spielfrei. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß mittwochs ab 8 Uhr Training für sämtliche Fußballspieler ist.
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Dienstag, 12. Dez. 1933
Deutsche Jugend!
In diesen Tagen kämpft die Jugend von Bad Oldesloe um jede, auch die letzte Seele des letzten noch außenstehenden Kameraden. Der Weg der Hitlerjugend, der von Jahr zu Jahr bergauf geführt hat, wird nun an seinem Ziele, der Staatsjugend, ankommen. Die Hitlerjugend ist fähig geworden, die berechtigten Ansprüche der deutschen Jugend an das Leben und an die Zukunft mit allem Nachdruck zu vertreten. Es gibt kein Gebiet des Staatslebens mehr, das die Hitlerjugend nicht bestreicht: gewerkschaftliche, wirtschaftspolitische, Kultur- und Sportfragen nehmen wir im Rahmen des deutschen Aufbauwerks in Angriff. Der Junge, der jetzt noch außerhalb der Hitlerjugend steht, schädigt sich selbst.

Denn so wie ganz Deutschland zu dem einen Willen unseres Führers Adolf Hitler steht, so steht die deutsche Jugend zu seinem ersten Diener, dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Die Arbeit der Hitlerjugend erstreckt sich neben dem Volkssport auf die turnerische Ertüchtigung, auf Flugwesen, Reitwesen, Motorwesen. Besondere Schulungskurse nehmen die geistige Weiterbildung der Jugend in die Hand über das hinaus, was Schule und Berufsschule bringen können. Die Lehrlinge und Jungarbeiter werden durch Vorträge in das Wirtschaftsgefüge des nationalsozialistischen Staates eingeweiht. Für Versicherung, Berufsberatung usw. steht wiederum die Hitlerjugend zur Verfügung.

So wird denn diese Werbewoche der Hitlerjugend unter dem Wahlspruch stehen:

Deutsche Jugend - Eine Jugend: Hitlerjugend.


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Samstag, 16. Dez. 1933
MTV von 1862
Der Männerturnverein von 1862 hielt im Vereinslokal "Harmonie" seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der 1. Vorsitzende eröffnete die Versammlung und begrüßte die erschienenen Mitglieder. Nachdem von dem Mitgliedern ein gemeinsames Lied gesungen war, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Die Fachwarte erstatteten zunächst Bericht über die Kassenverhältnisse und das Leben und Wirken in den einzelnen Abteilungen während des vergangenen Jahres. Aus den Berichten ist zu entnehmen, daß auch das Jahr 1933 für den MTV ein reiches Arbeitsfeld gewesen ist. In allen Abteilungen zeigte sich tatkräftiges, zielbewußtes Vorwärtsstreben.

Die fast immer viel Zeit erfordernden Wahlen wurden schnell erledigt. Zum Vereinsführer wurde der bisherige 1. Vorsitzende, Turnbruder Hans Karth, einstimmig gewählt. Dieser berief dann die Mitglieder des Führerringes und die einzelnen Fachwarte. Zum Führerring gehören jetzt neben dem Führer als Oberturnwart Fritz Uplegger, als Kassenwart Henry Cummerow und als Schrift- und Werbewart Schnoor. Nachdem noch einiges über die Veranstaltung am Silvesterabend in der "Harmonie" gesprochen war und verschiedene Anfragen ihre Erledigung gefunden hatten, schloß der Vereinsführer die Versammlung mit einem dreifachen "Gut Heil" auf die Deutsche Turnerschaft und auf den Volkskanzler Adolf Hitler. Fröhliche Turnerlieder hielten die Versammelten noch einige Zeit in Gemütlichkeit beisammen.
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Samstag, 23. Dez. 1933
Hockey am zweiten Weihnachtstage
Der Hockeyabteilung des OSV ist es gelungen, für den zweiten Weihnachtstag den Sportklub Ahrensburg für ein Spiel nach Oldesloe zu verpflichten. Ahrensburg und auch der OSV treten nach langer Zeit wieder mit stärkster Aufstellung an, und man kann deshalb auch ein interessantes und ausgeglichenes Spiel erwarten. Der OSV tritt mit der folgenden Mannschaft an: Dührkop - Knuth, Wolherr - Ohrt, Rath, Bendixen - Stechel, Pochat, Pfeiffer, Soltau, Utpadel.
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Sonntag, 31. Dez. 1933
Silvesterfeier des MTV in der "Harmonie", vgl Anz 7.12.1933


Ja, mein lieber Ohrt, wie soll ich Dich besingen,
Du hast uns gepiesackt, ließest uns springen,
uns legen ins Gras, auf den Bauch, und wir mußten schmeißen
Holzknüppel, von Dir Granaten geheißen.
Dann wieder auf, dann nieder,
tagelang noch zitterten uns die Glieder,
und dann soll ich ein Loblied singen.
Junge, Junge, ich habe ein gutes Herz,
ich will vergessen meinen Schmerz,
wenn Du nicht wärest ein prächtiger Kamerad,
schaufelte ich Dir noch heute ein Grab.
Aber nein, wir können Dich nicht vermissen,
denn ohne Dich wäre der Sport beschissen.