Spielzeit 1934 - 35
Teil 4

 

Samstag, 6. April 1935
Post Lübeck gegen OSV um den Deutschen Vereinspokal

  • 1. der Ortsgruppenführer (Stellvertreter)
  • 2. der engere Ausschuß (Beirat)
  • 3. der erweiterte Ausschuß
  • 4. die Mitgliederversammlung

Der Ortsgruppenführer ist von dem erweiterten Ausschuß (den örtlichen Vertretern der Fachämter) auf die Dauer von zwei Jahren zu wählen; der Ortsgruppenführer bestellt einen Stellvertreter. Der Ortsgruppenführer beruft aus der Zahl der örtlichen Vertreter der Fachämter einen engeren Ausschuß, dem auch ein Vertreter der örtlichen Gemeinde angehören muß. Höchstzahl der Mitglieder ist sieben. Aufgabe des engeren Ausschusses ist die Unterstütztung und Beratung des Ortsgruppenführers.
Die örtlichen Vertreter der Fachämter bilden den erweiterten Ausschuß; diesem sind die Vertreter nachfolgender Organisationen usw. hinzuzuziehen: Hilfsfonds für den deutschen Sport, Sportamt "Kraft durch Freude", NS-Frauenschaft, NSDAP, SA, SS, HJ, BdM, Arbeitsdienst, DLB und außerdem der Sportarzt und ein Vertreter der Sportpresse. Alle der Versammlung der Mitglieder der Ortsgruppe nach dem Gesetz zustehenden Befugnisse werden durch den erweiterten Ausschuß wahrgenommen, soweit sie nicht zwingend der Verrsammlung der Mitglieder zugeschrieben sind.

Als Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Bekanntgabe der Einheitssatzung und Besprechung sowie die Besetzung der verschiedenen Organe vorgesehen. Der Ortsgruppenführer wird den Geschäftsbericht über das Rechnungsjahr 1934/35 erstatten. Außerdem werden die zahlreichen für 1935 vorgesehenen Veranstaltungen auf dem Gebiete des Sports besprochen werden.
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Donnerstag, 11. April 1935
Sitzung des Reichsbundes für Leibesübungen
Im Rathaussaal fand eine Sitzung der hiesigen Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen unter Leitung des Oberturnlehrers Christian Ohrt statt. Es waren vertreten: PO, Ortsgruppenleitung, NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude", SS, NS-Arbeitsdienst, NS-Frauenschaft, HJ, BdM, MTV, OSV, Schießklub von 1874, Wassersportverein, Keglerverein, Stadtschule und Oberrealschule.

Nach einem kurzen Bericht über die Entwicklung und Organisation der Leibesübungen seit der 1921 erfolgten Gründung des Ortsausschusses für Leibesübungen erstattete der Ortsgruppenführer Ohrt einen Rückblick über die im vergangenen Jahre stattgefundenen wichtigen Veranstaltungen, wie Jugendsportfest des Bezirks Oldesloe (21. Juni 1934), Oldesloer Turn- und Sportwoche (12. bis 20. Aug. 1934), Werbewoche "Gesunde Frauen durch Leibesübungen (7. bis 13. Okt. 1934), Suche nach dem unbekannten Sportsmann, Tag der Schwimmer, Lehrgang für Turn- und Sportlehrer des Kreises Stormarn, sportliche Leitung der Kurse im Jugend- und Sportheim, Durchführung des Waldlaufes im März 1935 und Ausschreibung für das Jugendsportfest 1935.

Das Stadtamt hat zwei neue Stoppuhren sowie eine Hindernislaufbahn auf dem Exer beschafft. Mit Rücksicht auf die zahlreichen sportlichen Veranstaltungen wurde die Oldesloer Sportwoche 1934 in beschränkterem Umfange als sonst durchgeführt. Dem Berichterstatter wurde mit Dank einstimmige Entlastung erteilt.

Nach Bekanntgabe der Einheitssatzungen für die Ortsgruppe Oldesloe wurde zunächst der erweiterte Ausschuß gewählt, der sich aus den Leitern der hier bestehenden zehn Fachämter sowie den zehn Vertretern der verschiedenen Organisationen zusammensetzt. Die für diese Ämter vorgeschlagenen Personen wurden vom Ortsgruppenführer bestätigt. Oberturnlehrer Ohrt wurde als Vertreter der Stadt Bad Oldesloe bestellt und gleichzeitig auf Vorschlag des erweiterten Ausschusses zum Ortsgruppenführer wiedergewählt. Auch der engere Ausschuß (Beirat) wurde festgelegt und zwar: Schriftührer und Kassierer Heinrich Remshardt, für Fußball Wilhelm Hoppe, für Turnen, Leichtathletik und Spielen Klieboldt, für Schießen W Bollow, für Kegeln Jean Prang, für Schwimmen Theodor Hormann, für Frauensport Fräulein Sonder. Sodann gab der Ortsgruppenführer Christian Ohrt die wichtigsten Veranstaltungen für das Jahr 1935 bekannt, wobei bei Wettkämpfen die Mitglieder einer Wehrformation stets bei ihrem Verein zu starten haben. Die Benachrichtigung erfolgt durch rechtzeitig ausgegebene Rundschreiben. Bezüglich der Oldesloer Sportwoche für 1935 ist beabsichtigt, lediglich die Oldesloer interessierten Vereine zu einer Wettkampffolge im Anschluß an die Jugendsportwoche vom 16. bis 23. Mai 1935 aufzufordern, da durch die bereits vorgesehenen sonstigen Veranstaltungen ein Erfolg nicht zu erwarten steht. Zum Schluß betonte Oberturnlehrer Christian Ohrt die unbedingt erforderliche Schonung des neuangelegten Fußballplatzes und der Spielanlagen. Weiter wurde die Benutzuung des Sportplatzes durch die Vereine und Verbände in den Sommertagen zeitlich festgelegt. Mit einem "Sieg Heil" auf den Führer wurde die bedeutsame Sitzung geschlossen.
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Montag, 22. April 1935
Reinfeld gegen OSV kombiniert 2:5
Wir sahen eine kombinierte Mannschaft des Oldesloer Sportvereins bei uns als Gast. Es entwickelte sich sofort ein äußerst flüssiges Spiel. Trotz der reiferen Technik der Gäste konnten die Preußen das Spiel gleichwertig halten. Stäcker und Schweim vom OSV sicherten durch Prachtschüsse ihrer Mannschaft den 5:2-Sieg. Der Torwart der Preußen zeigte sich von der besten Seite und hielt schwierige Bälle. Die Oldesloer Mannschaft hinterließ den besten Eindruck.
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Dienstag, 23. April 1935
Die Fußballspiele an den Osterfeiertagen
Hier bei uns war an den Feiertagen außer einigen Knabenspielen der Spielbetrieb nur mäßig: OSV erste Knaben gegen Paloma Hamburg erste Knaben 0:4, OSV zweite Knaben gegen Preußen Reinfeld erste Knaben 0:7, OSV erste Schüler gegen Preußen Reinfeld erste Schüler 4:0.
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Mittwoch, 24. April 1935
OSV gegen LBV Phönix
Am Sonntag steigt in Oldesloe auf dem Bürgerpark wieder ein Großkampf. Der Oldesloer Sportverein erwartet im Pokalspiel den diesjährigen Bezirksmeister, LBV Phönix aus Lübeck. Die Lübecker, die schon im letzten Punktspiel eine Niederlage hinnehmen mußten, werden auch dieses Mal hier einen schweren Stand haben. Es ist ein spannender Kampf zu erwarten, denn der Sieger hat die Berechtigung zur weiteren Teilnahme an den Pokalspielen.
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Freitag, 26. April 1935
OSV-Beiratssitzung
Im Vordergrund der Besprechung stand zunächst das Pokalspiel am kommenden Sonntag gegen den Bezirksmeister LBV Phönix um 3 Uhr auf dem Exer. Dann wurden die Übungsstunden für den Sommer festgelegt: Donnerstag 5 Uhr Exer Jugendabteilung, Leichtathletik und Spiele. Freitag 8 ½ Uhr Frauenabteilung Oberrealschule. Für die Herrenabteilung wird der Trainingsabend festgelegt, sobald die Abkömmlichkeit der Teilnehmer feststeht. Der Vereinsführer betonte die Teilnehmerpflicht für die Trainingsabende und die Prüfungen für das Reichssportabzeichen. Die erste Prüfung beginnt am 5. Mai mit dem 25-Kilometer-Gepäckmarsch. Die Ausgestaltung der Trainingsabende wird auf einer demnächst festzulegenden Versammlung der Aktiven besprochen.
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Freitag, 26. April 1935
OSV gegen LBV Phönix
Der Wettbewerb um den Deutschen Fußball-Vereinspokal führt zum zweiten Male in diesem Jahre den OSV mit dem LBV Phönix zusammen. Das letzte hier durchgeführte Treffen um die Punkte sah den OSV nach einem hervorragenden und schweren Kampf mit 2:1 siegreich. Scharf bedrängt von Rasensport Neumünster errangen die Lübecker die Meisterschaft und jetzt geht es in die schwere Runde der Aufstiegsspiele um die Zugehörigkeit zur Gauliga. Es ist heute noch nicht zu übersehen, ob der Phönix es schaffen wird, aber eines ist sicher, so ohne weiteres wird man sich nicht "beiseite" drücken lassen: die letzten Ergebnisse der ausgetragenen Freundschaftsspiele der Lübecker gegen größere Gegner sind beachtenswert. Den am Sonntag stattfindenden Kampf sollten nach der Papierform die Lübecker für sich entscheiden können, doch die voraufgegangenen Kämpfe haben gezeigt, daß wenn es heißt gegen den LBV Phönix antreten, die Oldesloer zu einer großen Form auflaufen. Jedenfalls wird es am Sonntag wieder zu einem Großkampf kommen. Jeder Fußballfreund wird auf seine Kosten kommen, und wenn der Wettergott es gut meint, wird der Exer einen Rekordbesuch aufweisen.
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Sonntag, 28. April 1935
Pokalspiel: Oldesloer SV - Phönix Lübeck 3:2 (2:2, 0:2) n.V.
OSV schlägt Phönix im Pokalspiel 3:2. Den mit größter Erbitterung durchgeführten Kampf der beiden Mannschaften konnten die Oldesloer erst nach Verlängerung für sich entscheiden. Der LBV Phönix konnte infolge Verletzungen einiger Spieler der Ligamannschaft nicht in voller Besetzung antreten, aber die Ersatzleute schlugen sich ganz hervorragend. Die erste Halbzeit stand zum größten Teil im Zeichen der Lübecker. Mit dem Wind im Rücken wurde der OSV nach Ablauf der ersten Hälfte mit 2:0 in Rückstand gesetzt.

Nach Halbzeit änderte sich das Bild. Jetzt setzte der OSV Druck auf, aber bis auf 20 Minuten vor Schluß der regulären Spielzeit konnte der Phönix das Resultat halten. Hier zeigte besonders der Torwächter der Lübecker, Wieg, was er konnte; der Mann bot schlechthin eine Leistung, die an das Unwahrscheinliche grenzte. Aber schließlich mußte er sich doch geschlagen bekennen. Stäcker und Schlüter konnten das Ergebnis gleich stellen.

Da eine Entscheidung fallen mußte, war eine Verlängerung notwendig. Der OSV mußte wieder gegen den Wind spielen, aber die Kräfte des Gegners waren am Ende. Das bessere Stehvermögen hatten die Hiesigen und nach gut zehn Minuten konnte Schweim das vielbejubelte Siegtor erzielen. Ein aufregender Kampf war zu Ende, den der OSV glücklich aber verdient für sich entscheiden konnte.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Kock, Busch - Grote, Helmut Schweim, Helmut Krohn - Karl Wolherr, Gustav Lüthje, Drews, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter
Tore: 0:1, 0:2, 1:2 Stäcker, 2:2 Schlüter (84.), 3:2 Schweim (119.)

Montag, 29. April 1935
OSV gegen Phönix Lübeck - ein weiterer Bericht
Pokalspiel gegen den Meister - allerdings mit Ersatz - unseres Bezirks! Das war die Gewähr dafür, daß es einen Kampf auf Biegen und Brechen geben würde. Und er wurde es. Die Zuschauer, die gestern auf dem Exer waren, kamen voll und ganz auf ihre Kosten, denn der Kampf wurde im typischen Pokalkampfstil von der ersten bis zur letzten Minute durchgeführt. Man kann, das sei vorweg gesagt, den Sieg des OSV über unseren Bezirksmeister als absolut verdient bezeichnen und wenn die Lübecker nicht schon bis zum regulären Ende trotz der 2:0-Führung in der Pause verloren hatten, so war dies einzig und allein das Verdienst des Torwarts Wieg, der einfach unüberwindlich schien! Es hat hier lange kein Spiel stattgefunden, in dem ein Torwächter so viel gehalten hat, wie in diesem Spiel der Lübecker Torwart Wieg. Es sei erwähnt, daß ihm die Glücksgöttin zur Seite stand, aber das gehört nun einmal zu einem jeglichen tüchtigen Sportsmann, denn Glück hat schließlich nur der Tüchtige.

Das Spiel fing für den OSV vielversprechend an, doch wurde nichts Zählbares erreicht. selbst ein Elfmeter, den Stäcker "auf den Mann" schoß, brachte nichts ein. Phönix verstand es dagegen besser, zu Erfolgen zu kommen. Nach ihrem ersten Erfolg aus einem Gedränge, kam bald der zweite zustande, der durch einen schönen Kopfball erzielt wurde. 2:0 für Phönix! So mancher glaubte nun, daß das Spiel verloren sei, doch der alte Kampfgeist des OSV, der gestern besonders in Erscheinung trat, bewirkte das Gegenteil.

Nach der Pause merkte man sofort, daß der Kampfgeist des OSV ungebrochen war. Angriff auf Angriff rollte gegen das Lübecker Tor und jetzt war es der Torwart der Lübecker, der Lorbeer auf Lorbeer erntete. Es war einfach nicht zu wollen!

Erst ein Alleingang Stäckers, den dieser mit einem strammen Linksschuß abschloß, brachte das Ergebnis auf 1:2. Jetzt wurde das Publikum warm und feuerte die Blau-Weißen an. Und als sechs Minuten vor Schluß Schlüter, der bis dahin viel "Pech" gehabt hatte, durchkam und einen sehr scharfen Flachschuß auf das Lübecker Tor losließ, war Wieg zum zweiten Male geschlagen! Der Kampf stand 2:2. Und so blieb es bis zum Schluß.

Nun mußte verlängert werden und in der Verlängerung zeigte es sich, daß der OSV die besser durchtrainierte Mannschaft war, denn sie beherrschte das Feld vollkommen. In dieser Zeit gab der "eiserne Wille" den Ausschlag. Und den hatten die Blau-Weißen in erhöhtem Maße.

Nach dauernden Angriffen des OSV gelang es dann Schweim in der 119. Minute durch viele Beine hindurch (fast genau so wie beim ersten Tor für Phönix) den Ball zum dritten Tor in die linke Ecke zu schießen! OSV hatte hierdurch mit 3:2 den Meister unseres Bezirks besiegt und damit wieder einmal klar unter Beweis gestellt, daß er den besten Mannschaften unseres Bezirks gewachsen ist. Phönix machte nach der Niederlage einen niedergeschlagenen Eindruck, die OSVer aber wurden, besonders von der Jugend, sehr gefeiert! Sie hatten diese Ehrung nach dem erbittert durchgeführten Kampf wohl verdient.
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Montag, 29. April 1935
Reichssportwerbewoche vom 26. Mai bis 2. Juni
Die Leibesübungen haben bei uns zwar schon eine große Ausbreitung gefunden, aber immer noch gibt es zahlreiche Volksgenossen, die abseits stehen, die erst noch für Turnen und Sport gewonnen werden müssen.

Ihnen gilt eine große Werbewoche, die zu Beginn der Sommersportzeit vom 26. Mai bis 2. Juni in allen deutschen Gauen durchgeführt wird. Die Reichssportwerbewoche soll auch gleichzeitig der olympischen Propaganda dienen. Muß es doch jedem Volksgenossen bewußt werden, daß Berlin 1936 eine Angelegenheit aller Deutschen ist.

Die Reichssportwerbewoche steht und dem Leitsatz "Vom Breitensport zur Höchstleistung". Sämtliche an der olympischen und allgemeinen Sportwerbung mitwirkenden Gliederungen und Formationen des deutschen Volkes sollen, so heißt es in der Bekanntmachung des Reichssportführers, an dieser Aktion teilnehmen, sei es durch aktive sportliche Beteiligung, sei es durch Aufmärsche und Kundgebungen bei gemeinsamen Veranstaltungen. Die Woche muß den Willen des gesamten deutschen Volkes zum Ausdruck bringen, in Zukunft die Leibesübungen zur Lebensgewohnheit zu machen.

Im gemeinschaftlichen Zusammenwirken wird es in Zukunft gelingen, die für die praktische Durchführung erforderlichen Sportstätten und Schwimmanlagen auszugestalten und neue zu schaffen.

Die Reichssportwerbewoche soll eine weitere Etappe bilden in dem Kampf, auch den letzten körperlich befähigten Volksgenossen für die Teilnahme an regelmäßigen Leibesübungen zu gewinnen.

Die Reichssportwerbewoche soll eine notwendige Ergänzung für die olympische und allgemeine Sportbewegung darstellen, die sich zum Ziel gesetzt hat, in der Gesamtheit des deutschen Volkes das Verständnis für die sportliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Bedeutung der kommenden olympischen Spiele zu erwecken und zu vertiefen.

Die Reichssportwerbewoche muß in allen Orten in Deutschland der Öffentlichkeit ein anschauliches Bild darüber vermitteln, welche praktischen Möglichkeiten allen deutschen Männern, Frauen und der Jugend gegeben sind, praktische Leibesübungen zu betreiben und darüber hinaus den Befähigten die Wege vom planmäßigen Breitensport zur Höchstleistung zu weisen.

Die Organisation der Reichssportwerbewoche obliegt dem Amt für Sportwerbung des Propagandaausschusses für die Olympischen Spiele, das die hierfür erforderlichen Richtlinien und Werbemaßnahmen und Werbemittel in Zusammenarbeit mit dem Reichssportführer und den weiteren Formationen und Gliederungen herausgibt.
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Dienstag, 30. April 1935
Kegelsport
Am Samstag, dem 4. Mai, fahren die Oldesloer Kegler nach Hamburg zu einem Übungsklegeln in der großen Kegelsporthalle, was unserer Städtemannschaft für die bevorstehenden Kämpfe von großem Nutzen sein wird.
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Samstag, 4. Mai 1935
Leichtathletik
Für den 25-Kilometer-Gepäckmarsch, welcher am morgigen Sonntag vor sich geht, sind annähernd 50 Teilnehmer gemeldet worden. Ein Drittel davon wünscht die Wertung für das Deutsche Reichssportabzeichen und zwei Drittel für das SA-Sportabzeichen. Die zuletzt genannten marschieren in geschlossener Kolonne und haben pflichtgemäß nach einer Stunde fünf Minuten, nach drei Stunden Marschzeit zehn Minuten und drei Kilometer vor dem Ziel wiederum zehn Minuten Pause einzulegen. Mindestzeit 4:10 Stunden, Höchstzeit 5:30 Stunden.

Die Bewerber für das Deutsche Reichssportabzeichen müssen die Strecke in 4:10 Minuten zurücklegen. Die hiesige Sanitätskolonne stellt freundlicherweise die Kontrolle. Antreten 8.15 Uhr beim Jugendheim mit fertigem Gepäck. Nach der Überprüfung beginnt der Abmarsch Richtung Grabau. Uhren und Generalstabskarten sind mitzubringen.
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Samstag, 4. Mai 1935
Oldesloer Sportverein
Am Montag abend findet im "Deutschen Haus" eine Versammlung aller aktiven Fußballspieler statt. Da wichtige Besprechungen stattfinden, ist das Erscheinen aller aktiven Spieler erforderlich.
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Montag, 6. Mai 1935
Kreuz und quer durch die Woche. ...
Daß Oldesloe eine Sportstadt ist, ist wohl allenthalben bekannt. Das beweist wieder einmal der schöne und verdiente Sieg über LBV Phönix am vorletzten Sonntag; wo unsere Fußballer dem Bezirksmeister zum zweiten Male nachdrücklich bewiesen, daß der Sport hier in Oldesloe als eine äußerst ernst zu nehmende Angelegenheit aufgefaßt wird. Darauf kann die sporttätige männliche und weibliche Jugend hier stolz sein. ...
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Mittwoch, 8. Mai 1935
Holstein Kiel kommt nach Oldesloe!
Im nächsten Pokalspiel hat der OSV die berühmte Mannschaft von Holstein Kiel als Gegner. Das Spiel findet am Sonntag in acht Tagen hier auf dem Bürgerpark statt. Es dürfte wohl noch neimals ein Spiel von solch einer Bedeutung hier ausgetragen worden sein und es wird daher bestimmt einen Rekordbesuch geben.
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Samstag, 11. Mai 1935
OSV gegen Fliegersturm Travemünde
Die Ligamannschaft des OSV trägt am morgigen Sonntag ein Spiel gegen den Fliegersturm Travemünde aus. Im Hinblick auf das am Sonntag, dem 19. Mai stattfindende Spiel um den Deutschen Vereinspokal gegen Holstein Kiel hat der OSV diese Gelegenheit wahrgenommen, das Spiel gegen die Travemünder abzuschließen. Das Spiel beginnt 2.30 Uhr auf dem Exer.
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Samstag, 11. Mai 1935
MTV von 1862 Bad Oldesloe
Am morgigen Sonntag folgt der hiesige Männerturnverein einer Einladung der Hamburger Turngemeinde Friesen. Es steigen mehrere Faustballspiele der Männer- und Frauenabteilungen und ein Handballspiel der beiden ersten Mannschaften beider Vereine. Bisher konnten die Friesen sämtliche Spiele, die mit den Hiesigen ausgetragen wurden, zahlenmäßig recht hoch gewinnen. Nun liegt es beim MTV, endlich einmal zu zeigen, daß er auch zu siegen versteht. Die Faustballspiele dürften mehr oder weniger offene Kämpfe mit sich bringen, da für beide Vereine wenig Gelegenheit vorhanden war, sich auf diese Spiele vorzubereiten. Das Handballspiel dürfte auch diesmal knapp von den Hamburgern gewonnen werden, da den Hiesigen leider nicht die beste Mannschaft zur Verfügung steht. Abfahrt um 8 Uhr morgens vom Marktplatz. Einige Schlachtenbummler können noch für 1,50 Mark die Fahrt mitmachen.
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Sonntag, 12. Mai 1935
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - Fliegergruppe Travemünde 6:0 (0:0)
Die Leistung des OSV gegen diesen schwachen Gegner konnte überhaupt nicht überzeugen. Eine alte Geschichte, daß das Können des Gegners das Niveau des Spiels bestimmt. Erst in der zweiten Halbzeit konnte der Sieg "standesgemäß" sichergestellt werden.
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Sonntag, 12. Mai 1935
Handball: Turngemeinde Friesen gegen MTV Oldesloe 6:3
Der hiesige MTV von 1862 weilte in Hamburg bei den Friesen als Gast. Nach einer amüsanten Hafenrundfahrt und verschiedenen Besichtigungen traten sich am Nachmittag zuerst die Turnerinnen beider Vereine in einem spannungsreichen Faustballkampf gegenüber, den die Oldesloerinnen überlegen mit 39:30 Punkten gewinnen konnten. Anschließend stieg das jetzt schon traditionelle Handballtreffen der beiden ersten Männermannschaften.

Mit dem Wind spielend gelang den Oldesloern zur Halbzeit eine 2:0-Führung. Ein überaus faires und schönes Handballspiel wurde den leider für Hamburg nicht sehr zahlreichen Zuschauern vorgeführt. Nach dem Wechsel errangen die Friesen nach etwa 15 Minuten den Ausgleich und konnten bald mit 3:2 in Führung gehen, dann konnten die Oldesloer Turner noch einmal gleichziehen, um bald darauf den Hamburgern die Führung zu überlassen, die sie auch bis zum Schluß auf 6:3 erhöhten. Im Anschluß an diesen friedlichen und trotzdem schnellen Wettkampf fand noch ein gemütliches Beisammensein in Form einer von den Friesen gestifteten Kaffetafel im Vereinslokal statt.

Eine fröhliche Stimmung hielt Turner und Turnerinnen noch bis in die späten Abendstunden zusammen. Dann wurde mit einem dreifachen "Gut Heil" Abschied genommen.
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Sonntag, 12. Mai 1935
Die Unterkreismeisterschaft im Faustballspiel wurde auf dem Exer ausgetragen
Angetreten waren die ersten Mannschaften aus Bargteheide, Reinfeld und Sülfeld. Die Meisterschaft wurde von den Spielern des MTV von 1868 Bargteheide gewonnen, die jetzt in Lübeck zur Kreismeisterschaft antreten müssen. Es spielten für Bargteheide: Robert Schöning, Max Sportbert, Bruno Löding, Emil Schunck jun. und Helmuth Riechers. Die Bargteheider gewannen gegen Reinfeld mit 56:21 und gegen Sülfeld mit 51:21 Punkten. Sülfeld gewann gegen Reinfeld mit 52:31.
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Donnerstag, 16. Mai 1935
Eine Preisfrage des "Landboten"
Wer gewinnt am Sonntag Holstein Kiel oder OSV! Überall, wohin man in unserer Stadt kommt, begegnet einem die Frage: "Wie wird am Sonntag das Pokalspiel zwischen OSV und Holstein Kiel werden" Um die Ansichten in unserem Leserkreis kennen zu lernen, wie wohl der Ausgang des Treffens sein wird, haben wir obige Preisfrage gestellt. Als Preise setzen wir aus: 1. Preis: sechs Freikarten für die nächsten Spiele des OSV auf dem Exer, 2. Preis: fünf Freikarten, 3. Preis: vier Freikarten, 4. Preis: 3 Freikarten, 5. Preis zwei Freikarten, 6. Preis: eine Freikarte. Die Gewinner werden am Montag bekanntgegeben. Das Halbzeitergebis ist unbedingt mit anzugeben, da es natürlich mitgewertet wird!
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Freitag, 17. Mai 1935
Zu unserer Preisfrage "Wer gewinnt, Holstein Kiel oder OSV"
teilen wir heute mit, daß die Beteiligung an dieser schon am ersten Tage eine außergewöhnlich große ist. Einen weiteren Preis hat das hiesige Sporthaus Jürgens gestiftet. Es besteht in einem Paar Turnschuhen und kommt als siebenter Preis zur Verteilung.
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Freitag, 17. Mai 1935
In der städtischen Freibadeanstalt werden zur Zeit von der Traveregulierungsgenossenschaft recht erhebliche Baggerarbeiten ausgeführt. Es handelt sich darum, bei der Badeanstalt den Flußbettboden ebenso tief zu legen, wie auf den anderen Strecken, weil sonst die Trave weder für Schwimm- noch für Tauch- und Springzwecke genügt. Da die Eröffnung der Badeanstalt bei Eintritt wärmeren Wetters bevorsteht, werden diese Arbeiten mit Nachdruck durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit werden gleichzeitig recht erhebliche und darum von den Schwimmsportlern freudig begrüßte Verbesserungen der Schwimmanlagen vorgenommen. Die Sprungbühne wird durch Anlegung eines breiteren Laufsteges erweitert. Sodann wird die eigentliche Schwimmbahn mehr nach der linken Uferseite verlegt, so daß die Sprungübungen ungestört vor sich gehen können. Das alles verursacht recht umfangreiche Holzarbeiten, wobei einem Rammbär eine sehr "gewichtige" Aufgabe zufällt. Weiter soll verraten werden, daß die auf der dem Badehaus gegenüber liegende Koppel geplanten Erweiterungsarbeiten für die Badeanstalt, Planschbecken usw. Gegenstand mancher Besprechungen - wobei die Geldfrage natürlich die Hauptrolle spielt - im Stadhause und dem Bauamt gewesen sind.
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Samstag, 18. Mai 1935
Zum Spiel OSV gegen Holstein Kiel
Am kommenden Sonntag steigt nun die letzte Etappe im Kampf um den DFB-Vereinspokal. Die Hauptrunde im Gau Nordmark beginnt, neun "Überlebende" aus der Bezirksliga werden nun mit der Gauliga den Kampf aufnehmen.

Die Paarung erfolgt auf dem Wege der Auslosung, hierbei ist dem OSV ein "schwerer Brocken" serviert worden. Kein geringerer als Holstein Kiel ist der Gegner, welcher am Sonntag hier erstmalig in Oldesloe gastieren wird. Es ist wohl überflüssig, über diese Mannschaft Einzelheiten zu berichten. Im Jahre 1912 wurde die Deutsche Meisterschaft errungen, im ganzen sechsmal Norddeutscher Meister, hinzu kommen die ungezählten Erfolge im Laufe der Jahre innerhalb Deutschlands gegen nur beste Klasse. Auch internationale Gegner mußten oft die Segel streichen und jeder Fußballfreund wird sich erinnern, wie im Jahre 1930 die Holsteiner ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gelangten. Nach einem heroischen Kampf gegen Hertha BSC Berlin unterlagen die Kieler nur knapp mit 4:3.

In den letzten Jahren ist die Spielstärke zurückgegangen, aber es reicht immer noch, um mit den Spitzenmannschaften Norddeutschlands Schritt zu halten.

Der OSV steht vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Die Kieler werden in allen Belangen die Besseren sein, aber die OSVer werden sich wie die Löwen wehren, und so den hoffentlich in Massen erscheinenden Zuschauern und ihrem Gegner einen interessanten Kampf liefern. Bis auf den erkrankten Johann Ludwig kommen die Kieler in stärkster Besetzung.Das Spiel beginnt um 4 Uhr. Der Exer ist gesperrt.

Vor dem Fußballspiel findet ein Handballspiel statt und zwar spielt eine Oldesloer Städtemannschaft gegen die Fliegergruppe Travemünde.

Der OSV bittet noch um Beachtung folgender neuer Vorschrift: Es ist untersagt, unmittelbar nach Schluß eines Spiels das Spielfeld zu betreten. Aus gegebener Veranlassung muß diese Maßnahme getroffen werden, da sich unliebsame Zwischenfälle ereignet haben, die dem Sport mehr schaden als nützen.
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Samstag, 18. Mai 1935
Leichtathletik
Am kommenden Sonntag ist ein Großkampftag auf dem Exer. Während ja am Nachmittag die beiden großen Spiele stattfinden, beginnt um 8.30 Uhr das erste Jugendsportfest, zu dem 60 Jugendliche antreten. Nach Beendigung dieser Wettkämpfe können die Bewerber um das Deutsche Sportabzeichen - 10.30 Uhr - zu den ersten Wettkämpfen antreten.
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Sonntag, 19. Mai 1935
Pokalspiel: Oldesloer SV - Holstein Kiel 0:3 (0:1)
Nach tapferer Gegenwehr mußte sich der OSV in dem mit Spannung erwarteten Pokalkampf mit 3:0 geschlagen bekennen. Schwer genug ist den Kielern der Sieg gemacht worden. Die größere Routine der Gäste war für den Gewinn des Spiels ausschlaggebend.

Fast wäre das Spiel unter Ausschluß der Öffentlichkeit ausgetragen worden, aber der Wettergott hatte noch rechtzeitig ein Einsehen; bei Beginn des Spiels blieb es wenigstens von oben trocken.

Die Kieler hatten nachweislich ihre zur Zeit stärkste Vertretung geschickt. Es scheint sich auch in Kiel herumgesprochen zu haben, daß der Oldesloer Exer ein heißes Pflaster ist. Nach Verlauf einer halben Stunde konnten die Holsteiner das Führungstor erzielen, bis dahin hielten beide Mannschaften im Feld sich die Waage. Die Angriffsaktionen der Gäste waren wohl reichlicher, aber die Hintermannschaft des OSV verteidigte aufopfernd und bis Halbzeit blieb es bei dem 1:0.

In der zweiten Hälfte griff zunächst der OSV an, aber schon nach kurzer Zeit übernehmen die Kieler langsam aber sicher das Kommando, Tore mußten jetzt fallen und bis 20 Minuten vor Schluß wird der Sieg mit 3:0 sichergestellt. Zu allem Überfluß muß der Mittelstürmer des OSV ausscheiden, aber die zehn OSVer kämpfen eisern und lassen so auch weitere Erfolge nicht zu.

Der gesamten Mannschaft des OSV gebührt höchste Anerkennung, sie ist ihrem großen Gegner ehrenvoll unterlegen.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Kock, Busch - Grote, Helmut Schweim, Helmut Krohn - Gustav Lüthje, Karl Wolherr, Drews, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter.
Holstein Kiel (Ankündigung): Dr. Kramer - Günther, Mundt - Stössel, Ohm, Block - Starck, Ritter, Baasch, Schmidt, Esser.

Sonntag, 19. Mai 1935
Handball: Stadtmannschaft Oldesloe gegen Flieger Travemünde 2:7
Bei strömendem Regen stellten sich obige Mannschaften dem Unparteiischen Martens (Arbeitsdienst). Überraschend gelang schon in der 3. Minute den Oldesloern durch den Rechtsaußen das erste Tor. Die Travemünder konnten wenige Minuten später gleichziehen und zeigten bald eine leichte Überlegenheit. Bis zur Halbzeit holten die Gäste eine 4:1-Führung heraus. Nach dem Wechsel blieben die Travemünder weiter überlegen und warfen bald ein fünftes Tor. Durch einen geschickten Rückhandwurf des Mittelstürmers holten die Oldesloer ein Tor auf. Ein weiteres, ebenfalls durch Rückhandwurf erzieltes Tor wurde vom Schiedsrichter nicht gegeben. Bis zum Schluß konnten die Flieger den Sieg noch durch zwei weitere Tore festigen.

Die Aufstellung der Oldesloer Stadtmannschaft bewährte sich im großen und ganzen, konnte aber die Stärke der Travemünder nicht ganz erreichen.

Für die Hiesigen kämpfte die folgende Elf: Stapelfeldt - Schnoor, Wolff - Klieboldt, Klueß, Schroer - Gerhard Hormann, Graumann, Skarzewski, Theodor Hormann, Stoffers. Stapelfeldt und Gerhard Hormann waren vom OSV, die anderen neun Spieler gehören dem MTV an.
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Sonntag, 19. Mai 1935
Das erste Jugendsportfest
dieses Jahres brachte eine Gesamtbeteiligung von 68 Teilnehmern, von denen 271 Einzelwettbewerbe bestritten wurden. Im Vergleich zum Nachmittag mußte das Wetter als günstig bezeichnet werden; beim Weitsprung und den Laufwettbewerben war der kalte Gegenwind hinderlich und drückte die Leistungen wesentlich herab. Sämtliche Wettkämpfer sind Mitglied des OSV und des MTV. Leider scheint es in Bargteheide, Reinfeld, Sülfeld, Zarpen und den umliegenden Orten von Oldesloe keine Jungs zu geben, welche Leichtathletik betreiben. Sehen wir sie beim nächstenmal
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Die Ergebnisse

  • Dreikampf, 1917/18 geboren:
    1. Gerhard Hormann 2085 Punkte, 2. Ernst-August Behre 1800 Punkte.
  • Einzelwettbewerbe
  • Weitsprung: Hormann 5,65 Meter
  • Sperrwurf: Behre 33,40 Meter
  • Kugelstoßen:Hormann 14,45 Meter
  • 100 Meter: Hormann: 12,7 Sekunden
  • 1919/20 geboren:
    1. Heinz Klueß 2006 Punkte, 2. Günther Pump 1912 Punkte, 3. Gerhard Heuseler 1871 Punkte, 4. Rodeck 1771 Punkte.
  • Einzelwettbewerbe
  • Hochspung: Klueß 1,55 Meter
  • Kugelstoßen: Klueß 9,42 Meter
  • 100 Meter: Klueß 13,5 Sekunden
  • Weitsprung: Klueß 4,87 Meter
  • 1921/22 geboren:
    1. Adolf Karth 1730 Punkte, 2. Hermann Klueß 1665 Punkte, 3. KH Schrader 1380 Punkte, 4. K Pump 1346 Punkte, 5. Hahn 1325 Punkte.
  • Einzelwettbewerbe
  • Hochsprung: Karth 1,35 Meter
  • 100 Meter: Klueß: 14,3 Sekunden
  • Weitsprung: Karth 4,30 Meter
  • Schlagballwurf: Karth 60 Meter
  • 1923/24 geboren:
    1. Stockhusen 1765 Punkte, 2. Georg Knuth 1580 Punkte, 3. Wetterström 1470 Punkte, 4. Kassai 1435 Punkte.
  • Einzelwettbewerbe
  • 75 Meter: Stockhusen 11,4 Sekunden
  • Weitsprung: Stockhusen 3,90 Meter
  • Werfen: Kassai 53 Meter.

Weibliche Jugend

  • 1921/22 geboren:
    1. Herold 2030 Punkte, 2. Eggers 1980 Punkte, 3. Christ 1770 Punkte.
  • Einzelwettbewerbe
  • 75 Meter: Hovorka 14,6 Sekunden
  • Weitsprung: Hovorka 3,80 Meter
  • Werfen: Christ 33 Meter.
    Mit großem Interesse waren unsere Jungs beim 1000-Meter-Lauf
    • 1919/20 geboren (14 Teilnehmer): 1. Burmeister 3:13 Minuten, 2. Hartmann 3:25 Minuten, 3. Hafemann 3:26 Minuten
    • 1921/22 geboren: 1. Klueß 3:21 Minuten, 2. Brandt 3:27 Minuten, 3. Feddern 3:34 Minuten
    • 1923/24 geboren: 1. Stockhusen 4:37 Minuten, 2. Lübcke 4:44 Minuten, 3. Harms 4:46 Minuten.
    Montag, 20. Mai 1935
    Das Ergebnis unseres Preisausschreibens
    Unser Preisausschreiben, das eine Voraussage über das Spiel OSV gegen Holstein betraf, hatte eine außerordentliche Beteiligung aufzuweisen. Nicht nur aus unserer Stadt trafen die Voraussagen ein, sondern auch aus Trittau, Bargteheide und Teinfeld. Zahlreiche Fußballfreunde aus den umliegenden Dörfern hatten sich ebenfalls der Mühe unterzogen, "auszuklügeln", wie nun wohl dieser Kampf enden würde. Das Ergebnis ist nun bekannt: 3:0 (1:0) für die Kieler! Dieses Ergebnis hat von allen Einsendern nicht ein einziger vorausgesagt. Die Voraussagen bewegten sich im allgemeinen um 5:2, 6:1, 4:0 herum. Ein Einsender aus Bargteheide dagegen traute den Holsteinern einen Sieg von 10:1 (!) zu.

    Unter den vielen Einsendungen waren nur fünf, die mit einem Sieg des OSV rechneten, alle anderen tippten auf Holstein. Und nun das Ergebnis des Preisaussschreibens. Es erhielten den:

    • 1. Preis: Fritz Wetterström, Bahnhofstraße (3:1, Halbzeit 1:0)
    • 2. Preis: Peter Behr, Oberkellner im Restaurant Haberland (3:1, Halbzeit 1:0)
    • 3. Preis: Hilmar Petersen, Kurze Straße, 3:1 (Halbzeit 1:1)
    • 4. Preis: Henry Witt, Lübecker Landstraße (3:1, Halbzeit 2:0)
    • 5. Preis: Heinrich Quoos, Hagenstraße (3:1, Halbzeit 2:1)
    • 6. Preis: Ernst Ohlrogge, Mährischer Berg (4:0, Halbzeit 1:0)
    • 7. Preis: Hinrich Böck, Pölitzer Weg (3:1, Halbzeit 0:1).
    OL

    Mittwoch, 22. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche
    Die Verpflichtung zur Mitwirkung an der Reichssportwerbewoche vom 26. Mai bis 2. Juni finden ihre Stütze in dem Aufruf zur olympischen Schulung der Reichsminister Dr. Wilhelm Frick, Dr. Joseph Goebbels und des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten.

    Sie stehen unter dem Motto "Vom Volkssport zur Höchstleistung". Die Woche muß den einheitlichen Willen des gesamten deutschen Volkes zum Ausdruck bringen, in Zukunft Leibesübungen zur Lebensgewohnheit zu machen. Sie soll einen weiteren Vorstoß bilden in unserem Kampf, auch den letzten körperlich befähigten Volksgenossen für die Teilnahme an regelmäßigen Leibesübungen zu gewinnen.

    Die Reichssportwerbewoche soll daher an jedem Ort der gesamten Bevölkerung einen Überblick darüber verschaffen, welche sportlichen Ausbildungs- und Betätigungsmöglichkeiten für den Einzelnen am Ort zur Verfügung stehen; in welcher Weise Ausbildung, Sport und Spiel in den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen, bei der Organisation "Kraft durch Freude", in den Schulen und in der Hitlerjugend betrieben werden; wie weit Leibesübungen und Sport in den einzelnen NS-Gliederungen und Formationen bereits Eingang gefunden haben; wieviel Volksgenossen für die Leibesübungen noch gewonnen werden müssen.

    Die Werbewoche soll einen Querschnitt aus dem Spielbetrieb, den Übungen und dem gesamten Arbeitsbetrieb der Leibesübungen sämtlicher Altersklassen in allen Leibesübungen treibenden Vereinen, Formationen und Gliederungen sowie der Schulen zeigen. Die Hauptveranstaltungen werden an den Sonntagen 26. Mai und 2. Juni stattfinden.
    OL

    Freitag, 24. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche vom 26. Mai bis 2. Juni 1935
    Die Reichssportwerbewoche ist Angelegenheit des gesamten deutschen Volkes. Sie steht unter dem Leitsatz: "Vom Volkssport zur Höchstleistung!"

    Die Reichssportwerbewoche soll an jedem Ort der gesamten Bevölkerung einen Überblick darüber verschaffen, welche sportlichen Ausbildungs- und Betätigungsmöglichkeiten für den Einzelnen zur Verfügung stehen, in welcher Weise Ausbildung, Sport und Spiel in den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen, bei den Organisationen "Kraft durch Freude", in den Schulen und in der Hitlerjugend betrieben werden.

    Die Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen, Oberturnlehrer Ohrt (Stadtamt für Leibesübungen), hatte am 20. Mai im "Deutschen Haus" alle in Frage kommenden sporttreibenden Vereine sowie die Vertreter der Wehrformationen, der NS-Gliederungen, der Schulen, der verschiedenen Fachämter usw. zu einer Sitzung geladen, um gemeinsam die Durchführung der Reichssportwerbewoche zu besprechen.

    Nach längerer Aussprache wurde aufgrund der unterbreiteten Vorschläge das Programm für die Reichssportwerbewoche zusammengestellt. Das Programm der Sportwoche ist außerordentlich vielseitig und sehr nett ausgestaltet; es gibt Gelegenheit, sich auf den verschiedensten Gebieten von der Betätigungsweise der Turner und Sportler ein Bild zu machen.

    Die vorgesehenen Veranstaltungen sind so zahlreich und vielseitig, daß der Erfolg der Reichssportwerbewoche hier in Oldesloe nicht ausbleiben dürfte. Es wäre zu wünschen, daß der Besuch ein recht reger wird und von der Bevölkerung das notwendige Verständnis und Interesse für das so bedeutende Gebiet der Leibesübungen aufgebracht wird. Als nächster Punkt der Tagesordnung war die Frage der Durchführung der Oldesloer Turn- und Sportwoche 1935 zu behandeln. Ursprünglich war beabsichtigt, diese mit dem Deutschen Jugendsportfest (22. und 23. Juni 1935) zusammenzulegen und die Woche vom 16. bis 23. Juni zu wählen. Da nach neuerlichen Bestimmungen die Durchführung des Deutschen Jugendsportfestes ausschließlich Sache der Hitlerjugend ist, soll die Turn- und Sportwoche wie in früheren Jahren im August durchgeführt werden. Auf allseitigen Wunsch ist die Woche vom 18. bis 25. Aug. 1935 festgelegt. Es erging gleichzeitig an alle Vereine und Verbände die Aufforderung, spätestens bis zum 1. Juli Vorschläge und Wünsche bezüglich der diesjährigen Oldesloer Turn- und Sportwoche zu unterbreiten. Abschließend wurde noch darauf hingewiesen, daß während der Reichssportwerbewoche durch den Vertrieb der Olympia-Sonderhefte - 26 Hefte, die alle Sportarten behandeln - eine weitere zugkräftige Werbemöglichkeit gegeben sei.
    OL

    Freitag, 24. Mai 1935
    OSV gegen Schwerin 03
    Am kommenden Sonntag empfängt der OSV hier den mecklenburgischen Altmeister Schwerin 03 zu einem Gesellschaftsspiel. Das Spiel beginnt um 3 ½ Uhr, vorher treffen sich die Reserven beider Vereine.
    OL

    Freitag, 24. Mai 1935
    Tennis-Teutonia
    Die Plätze unseres Tennis-Teutonia e.V. sind am Ende dieser Woche wieder in Betrieb. Im Rahmen der Reichssportwerbewoche vom 26. Mai bis 2. Juni werden an beiden Sonntagen Staffelspiele des Gaues Schleswig-Holstein abgehalten. Am 26. Mai schickt der Tennisverein Olympia Neumünster seine Vertreter nach hier und am 2. Juni sind die Reinfelder Spieler bei uns zu Gast. Die Spielleitung hofft, daß auch von seiten der Freunde des Tennissports in unserer Stadt den Veranstaltungen ein reges Interesse entgegengebracht wird. Tennis-Teutonia hat seinen Mitgliedbeitrag auf 2,50 Mark je Monat herabgesetzt, für Jugendliche unter 18 Jahren auf 1,00 Mark bei einer einmaligen Aufnahmegebühr von 5,00 Mark. Anfragen und Anmeldungen für Mitgliedschaft sind zu richten an: Robert Relling, Salinenstraße 16.
    OL

    Sonntag, 26. Mai 1935
    Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - Schwerin 03 5:4 (4:1)
    Dieses Spiel stand im Zeichen zweier Halbzeiten, in der ersten dominierte der OSV. Gegen den Wind und die Sonne im Rücken wurde eine klare 4:1-Führung gesichert. Innerhalb fünf Minuten stand es schon 2:0 für die Hiesigen. Das Tempo war zeitweilig für ein Gesellschaftsspiel sehr scharf. Nach Abschluß der ersten Halbzeit mußte man annehmen, daß der OSV nun mit dem Wind im Rücken den Schwerinern eine eindeutige Niederlage erteilen würde.

    Aber es kam wieder einmal ganz anders. Mit der tiefstehenden Sonne als Bundesgenossen drehten nun die Gäste auf. Das Tempo der ersten Halbzeit und die ganz enorme Wärme forderten allmählich bei den OSVern ihren Tribut. Wohl konnte das Ergebnis noch auf 5:1 gestellt werden, aber dann schlug es in regelmäßigen Abständen dreimal im OSV-Kasten ein. Der sicher geglaubte Sieg kam mächtig ins Wackeln. Aber ganz so weit kam es nicht; der OSV konnte als Sieger das Feld verlassen.

    Bei dieser Gelegenheit konnte einer der ältesten Spieler der Mannschaft des OSV sein 200. Spiel für seine Farben bestreiten. Willy Schlüter hat diese respektable Leistung vollbracht, mit all seinen Vorzügen und Schwächen hat er in guten und schlechten Zeiten der Mannschaft und dem Verein die Treue gehalten. Dieses Beispiel sollte sich jeder Aktive zur Notiz nehmen.
    OL

    Sonntag, 26. Mai 1935
    Weitere Ergebnisse: OSV Reserve gegen Schwerin 03 Reserve 3:3, OSV zweite Knaben gegen Post Lübeck 6:0, OSV erste Knaben gegen Post Lübeck 3:1, OSV erste Schüler gegen Post Lübeck 4:5.

    Die Schülermannschaft des OSV hat trotz dieses Verlustspiels die Meisterschaft ihrer Klasse errungen.
    Herzlichen Glückwunsch!
    OL

    Sonntag, 26. Mai 1935
    Tennis im Kurpark: Tennis-Teutonia gegen Olympia Neumünster 2:14
    Am Eröffnungstage der Reichssportwoche hatte der Oldesloer Tennisverein Teutonia den Tennisverein Olympia Neumünster hier zu Gast. Da die Fertigstellung der Tennisplätze erst in den letzten Tagen erfolgen konnte, war den Hiesigen nur eine kurze Trainingszeit gestattet; das wirkte sich auf die Spielweise natürlich entsprechend aus, zumal die Neumünsteraner bereits seit längerer Zeit das Training wieder aufgenommen hatten. Die Gäste werwiesen sich daher den Oldesloern überlegen und konnten einen schönen 14:2-Sieg bei einem Spielverhältnis von 193 zu 113 mit nach Hause nehmen. Das Wetter war für die Durchführung der Spiele besonders geeignet und der Besuch der Veranstaltung ein recht erfreulicher.
    OL

    Montag, 27. Mai 1935
    Am Wandertag der Deutschen Turnerschaft, dem Himmelfahrtstag, ist auch für die Vereine des Kreises Stormarn und des Kreises Segeberg ein feiner Wanderplan ausgearbeitet worden. Die Vereine aus dem Norden des Kreises, und zwar die Reinfelder, Zarpener und Oldesloer treffen sich nach einer Sternwanderung in Westerau. Die Bargteheider gehen nach Rehbrook bei Tremsbüttel, wo sie mit den Turnern aus Jersbek und Mollhagen ein Treffen veranstalten. Die Sülfelder, Leezener, Segeberger gehen mit den Turnern aus Rickling und Traventhal nach Hartenholm, um dort einem neuen Verein den Rücken bei seiner ersten Arbeit zu stärken.
    OL

    Montag, 27. Mai 1935
    Reichsportwerbewoche, zweiter Tag. Vorschau
    Im Rahmen der Reichssportwerbewoche werden heute abend von dem Bund deutscher Mädel und der Hitlerjugend Veranstaltungen durchgeführt, die einen Einblick gewähren sollen in das Gebiet der turnerischen und sportlichen Tätigkeit dieser Organisationen.

    Während der BdM in der Zeit von 8.30 bis 10 Uhr in der Turnhalle der Oberrealschule einen Turn- und Sportabend "Körperschule" durchführt, wird die Hitlerjugend auf dem Exer im Bürgerpark sich auf den verschiedenen turnerischen und sportlichen Gebieten betätigen. In beiden Veranstaltungen soll den Besuchern gezeigt werden, in welcher Weise die körperliche Ertüchtigung der deutschen Mädels und Jungens gefördert wird und wie gerade bei solchen Übungen das gemeinschaftliche Zusammenwirken hervortritt.
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    Montag, 27. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche
    Im Rahmen der Reichssportwerbewoche zeigten der Bund deutscher Mädel und die Hitlerjugend Ausschnitte aus ihrer turnerischen und sportlichen Tätigkeit. Der Bund deutscher Mädel bot den zahlreich erschienenen Zuschauern in der Turnhalle der Oberrealschule einen abwechselungsreichen Abend.

    Mit dem Liede "Weit laßt die Fahnen wehen" wurde die Veranstaltung eingeleitet. Dann folgten Laufübungen (Vorwärts- und Rückwärtslaufen, große und kleine Schritte usw.) und Körperschule (Armkreisen, Knieschwünge, Hüpfübungen). Ferner: Ballspiele im Kreis, Komm mit - lauf weg; außerdem Bodenturnen (Rumpfbeugen, Kerze, Radfahren) in Einzel- und Partnerübungen. Besondere Heiterkeit rief das Aufstehen bei den Partnerübungen hervor, das in vielen Abwandlungen vorgeführt wurde (Füße gegen Füße, Rücken gegen Rücken, Partner abwechselnd aufstehend usw.). Viel Freude brachte auch das Abschlagspiel mit Durchkriechen durch die gegrätschten Beine. Aus der Fülle der Darbietungen seien noch kurz erwähnt: Bockspringen, das Fangspiel "Tag und Nacht" und Völkerball. Mit dem Liede "Auf hebt uns're Fahnen" und einem dreifachen "Sieg Heil" auf Volk und Führer fand der wohlgelungene Abend sein Ende.

    Ebenso interessant war es auf dem Exer. Die Hitlerjugend machte zunächst Flaggenparade. Dann folgte ein prächtiges Kampfspiel zwischen Schar 1 und Schar 2. Der Rest der beiden Scharen wurde in zwei Gruppen eingeteilt und führte Wettkämpfe durch: Tauziehen, Bockspringen, Keulenwerfen, Hindernislaufen, Stafetten- und andere Mannschaftskämpfe. Danach wurde scharweise exerziert. Flaggenparade und Ummarsch durch die Stadt beendigten das Programm. Jeder, der den Veranstaltungen zugesehen hat, ist befriedigt nach Hause gegangen und mancher deutscher Junge und manches deutsches Mädel, die noch abseits unserer Sportbewegung standen, werden zu uns kommen und in den Leibesübungen drei große Güter finden: Gesundheit, Freude und Gemeinschaft.
    OL

    Dienstag, 28. Mai 1935
    OSV-Schüler am Himmelfahrtstage auf dem Exer
    Die erste Schülermannschaft des OSV, die in ihrer Klasse die Meisterschaft errungen hat, spielt am Himmelfahrtstage hier auf dem Bürgerpark gegen die erste Schülermannschaft von Paloma Hamburg. Da auch die Hamburger in ihrer Klasse an der Spitze stehen, dürfte den Zuschauern ein flottes Spiel vorgeführt werden. Das Spiel findet bereits am Vormittag 10 Uhr statt.
    OL

    Dienstag, 28. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche, dritter Tag. Vorschau
    Während am gestrigen Abend der Bund deutscher Mädels und die Hitlerjugend Ausschnitte aus der tunerischen und sportlichen Tätigkeit innerhalb dieser Organisationen zur Schau brachten, wird heute abend vom MTV von 1862 in der Turnhalle der Oberrealschule ein gemeinsamer Turnabend der Männer und Frauen zur Durchführung gebracht. Es soll bei diesem gemeinsamen Turnabend einmal gezeigt werden, wie volkstümlich die Turnstunden ausgestaltet werden und jedem einzelnen Volksgenossen Gelegenheit bieten, der Gesunderhaltung und körperlichen Ertüchtigung zu dienen. Es wird erwartet, daß sich zahlreiche Volksgenossen zu dieser Veranstaltung einfinden, um sich von der großen Bedeutung der Leibesübungen ein Bild zu machen und gegebenenfalls den Entschluß zu fassen, sich selbst auf turnerischem oder sportlichem Gebiet zu betätigen.
    OL

    Dienstag, 28. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche
    Der Turnabend des MTV von 1862 war gut besucht. Die Schaulustigen, ungefähr 40 an der Zahl, hatten die Galerie der Turnhalle dicht besetzt. Der Abend begann mit dem Liede "Turner auf zum Streite". Es turnten zwei Männerriegen und eine Frauenabteilung.

    Die erste Riege turnte am Reck schwierige Übungen: Riesenfelgen vor- und rückwärts, Schwingstemmen und Kippen mit anschließendem Flanken, Hocken usw. Am Barren gefielen besonders die Kreiskehren und Handstand, von drei Turnern großartig ausgeführt, zwei am Ende und einer in der Mitte des Barrens. An dem Pferd wurden Sprünge (hohe Wende, Diebsprung, Hocke, Grätsche) und Pendelübungen gezeigt. Von den Übungen an den Ringen ist der Salto hervorzuheben. Leichtere Übungen bot die zweite Männerriege, das ist für eine Werbeveranstaltung sehr wichtig. Die besseren Leistungen der ersten Riege begeistern für das Turnen an sich, seine Schönheit usw., die größeren Mängel bei den Leistungen einer zweiten Riege schaffen aber für die Zuschauer Mut und das Selbstvertrauen, selbst aktiv mitzumachen. Und das ist es ja, was die Reichssportwerbewoche will: diejenige, welche nicht Turnen, Sport und Spiel aktiv betreiben, dafür gewinnen. Die Übungen der zweiten Riege kurz zusammengefaßt: Barren (Grätschsitz, Außenquersitz, Fechterflanke, Scheraufschung), Pferd (aufhocken, aufgrätschen, Flanken und Hocken), Ringe (Strecksturzhang rücklings, im Schwingen Beine heben und senken), Reck (Kippe, Knieaufschwung, Bauch- und Kniewelle).

    Die Frauenabteilung turnte leichte Übungen am Barren und Pferd. Sehr schön war die von Musik begleitete Gymnastik und der Chorfesttanz. Sehr viel Spaß machten die Ballspiele: Ballhaschen im Kreise, Wettwanderball in den verschiedenen Formen usw. Nach dem Geräteturnen lieferten sich die beiden Männerriegen ein scharfes Rollballspiel. Die Frauen turnten indessen an der Sprossenwand. Gegen Ende des Turnabends führten Männer und Frauen gemeinsam ein spannendes Hindernisturnen durch. Nach einigen Bekanntmachungen über das Gauturnfest in Lübeck und die Wanderung am Himmelfahrtstage verließen Turner und Turnerinnen mit kräftigem "Gut Heil" den Turnplatz.
    OL

    Mittwoch, 29. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche, vierter Tag. Vorschau
    Heute nachmittag finden für die hiesigen und auswärtigen Schulen in den "Hansa-Lichtspielen" Filmvorführungen aus dem Sportleben der Deutschen Turnerschaft und der Deutschen Sportbehörde statt. Von der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen sind die beiden Filme "Frohe Menschen" (ein Film von der Deutschen Turnschule; Leichtathletik, Ballspiele, Turnen, Schwimmen) und "Europäische Leichtathletikklasse in der Zeitlupe" (ein Leichtathletik-Lehrfilm) beschafft worden. Auch im üblichen Abendprogramm werden diese beiden Filme gezeigt.

    Vorschau: 5. Tag der Reichssportwerbewoche. Am Donnerstag, dem 30. Mai (Himmelfahrt), veranstaltet der Männerturnverein von 1862 der Deutschen Turnerschaft einen Wandertag. Alle Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins treffen sich mittags um 1 Uhr vor dem Kurhaus. Bis zum Schwarzendamm wandern sämtliche Abteilungen gemeinsam; die Kinderabteilungen (Mädchen und Knaben) und die Frauenabteilung setzen den Weg über Rethwischfeld und den Rethwischer Wald (Besichtigung der entstehenden Autostraße) nach der Schulenburger Mühle fort, während die Männerabteilung den weiteren Weg über Pölitz (dort Besichtigung der Autobahn) und Schmachthagen nach der Schulenburger Mühle einschlägt. Der Nachmittag wird mit lustigen Spielen der Kinderabteilungen und Faustballspielen der Frauen und Männer ausgefüllt. Gegen 5.30 Uhr erfolgt der gemeinsame Rückmarsch aller Abteilungen über Treuholz, Rethwischdorf nach Oldesloe, so daß die Rückkunft etwa gegen 7.30 Uhr erfolgen dürfte. Für weniger geübte Wanderer besteht die Möglichkeit, ab Treuholz mit der Bahn nach Oldesloe zu fahren; Fahrpreis 30 Pfennig.
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    Mittwoch, 29. Mai 1935
    Sportfilmvorführung
    Die "Hansa-Lichtspiele" waren von den hiesigen und den Schulen der Umgegend gut besetzt. Nach einem Zeichentrickfilm, der UFA-Tonwoche und dem sehr guten Film der NS-Gemeinschaft "Schönheit der Arbeit" wurden als letztes die beiden Sportfilme "Frohe Menschen" und "Europäische Leichtathletikklasse in der Zeitlupe" gezeigt. Der DT-Film "Frohe Menschen" eignete sich gut als Sportwerbemittel. Es wurden schöne Bilder von allen sportlichen Gebieten geboten und die Güte des Films wurde durch die Freude und Begeisterung der Schüler und Schülerinnen bestätigt. Für Zeitlupenbilder, die in dem anderen Film gezeigt wurden, waren die Schüler noch nicht alt und reif genug. Herr Fleitmann von der Stadtschule gab den Zweck der Veranstaltung bekannt, indem er alle noch nicht sportreibenden Jungen umnd Mädel bat, recht bald in die Turn- und Sportvereine, in Jungvolk, Hitlerjugend und Bund deutscher Mädel einzutreten und recht eifrige und tüchtige Sportler zu werden.
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    Donnerstag, 30. Mai 1935
    Pochat in Kiel Sieger im 800-Meter-Lauf
    Pochat, früher Oldesloer Sportverein, startete in Kiel beim Leichtathletikkampf der Universitäten. Er ging im 800-Meter-Lauf an den Start und konnte ihn als erster Läufer beenden. Seine Zeit betrug 2:00,7 Minuten. Wenn man bedenkt, daß die Leichtathletiksaison erst jetzt begonnen hat, muß man die Zeit als sehr gut bezeichnen.
    OL

    Donnerstag, 30. Mai 1935
    OSV Schüler gegen Paloma Hamburg 1:5
    Am Himmelfahrtstage spielte die erste Schülermannschaft des OSV gegen Paloma Hamburg erste Schüler. Die Hamburger, die durchschnittlich körperlich größer waren, errangen einen in dieser Höhe nicht ganz verdienten Sieg. Besonders in der zweiten Halbzeit hätten die Oldesloer ein besseres Abschneiden verdient gehabt. Die besten Spieler beim OSV waren die beiden Verteidiger, der Mittelläufer und der Halbrechte. Recht schwach waren die Außenläufer. Im großen und ganzen waren die Hamburger auch schneller. Also OSVer: Lauftraining!
    OL

    Donnerstag, 30. Mai 1935
    Wanderung des MTV von 1862 am Himmelfahrtstage
    Der Wandertag war für die Deutsche Turnerschaft ein voller Erfolg. Bei prächtigem Wetter hatten sich über 100 Turner und Turnerinnen um 13 Uhr am Kurhaus versammelt, um die angekündigte Wanderung zur Schulenburger Mühle durchzuführen. Mit fröhlichen Wanderliedern, die Wimpel vorn voraus, ging es zum Pölitzer Weg und Schwarzendamm.

    Hier trennte sich die Männerabteilung von den Frauen, Knaben und Mädchen. Letztere schlugen den näheren Weg durch das Rethwischer Gehölz ein. Die Männer gingen auf Fußwegen durch herrliche Natur an wogenden Kornfeldern, saftigen Wiesen, grünenden Knicks entlang nach Pölitz. Von dort ging es zur Reichsautobahn, die unter sachkundiger Leitung besichtigt wurde. Über Schwiensköben gelangte man gegen 15.30 Uhr bei der Schulenburger Mühle an. Knaben und Mädchen saßen schon an der gedeckten Kaffeetafel und wurden bald von den Männern und Frauen abgelöst.

    Nachdem alle für ihr leibliches Wohl gesorgt hatten, machten die Mädchen Reigen- und Kreisspiele, während Männer und Jungens sich mit den Bällen Bewegung verschafften. Interessante Faustballkämpfe wurden durchgeführt zwischen Männern und Knaben und Frauen. Die Möglichkeiten zum Waldlauf und erfrischenden Bad im Mühlenteich wurden gern ausgenutzt. Freude und Bewegung konnte man überall sehen, wohin man auch blickte. Wer nicht am Faustballspiel beteiligt war, machten beim Handball, Bockspringen usw. mit. Als letztes wurde für die Mädchen Sacklaufen gemacht, was sehr großen Anklang fand und viel Freude bereitete. Die Siegerinnen bekamen DT-Nadeln und als Trostpreise wurde Schokolade verteilt.

    Nun war es inzwischen Zeit zum Abmarsch geworden. Mit dreimaligem "Gut Heil" verließen wir die Schulenburger Mühle, die uns so frohe Stunden geschenkt hatte, und wir kehrten durch das Tremsbütteler Gehölz und über Rethwisch nach Oldesloe zurück. Allen, die mit dabei waren, hat der Wandertag ausgezeichnet gefallen, und er wird hoffentlich als Sportwerbeveranstaltung auch den Vereinen die gewünschten Auswirkungen bringen.
    OL

    Freitag, 31. Mai 1935
    Reichssportwerbewoche, sechster und siebenter Tag
    Vorschau. Nachdem am Montag und Dienstag vom BdM und MTV turnerische und sportliche Vorführungen gezeigt wurden, wird nunmehr heute abend von 8 bis 10 Uhr die Frauenabteilung des Oldesloer Sportvereins in der Turnhalle der Oberrealschule einen Abend mit gymnastischen Übungen "Moderne Körperschule" ausgestalten.

    Für Samstag, dem vorletzten Tage der Reichssportwerbewoche, sind verschiedene Veranstaltungen vorgesehen. Zunächst werden ab 7 ¼ Uhr auf dem Exer je zwei Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft des Männerturnvereins und des Oldesloer Sportvereins Faustballwettspiele durchführen. Gleichzeitig wird die Mädchenabteilung des Männerturnvereins ebenfalls auf dem Exer Volkstänze zur Aufführung bringen. Gegen 9.30 Uhr beginnt dann die alljährlich mit der größten Begeisterung aufgenommene Lampionfahrt auf der Trave. Die Boote werden bei der Travebrücke zum Pferdemarkt eingesetzt. Das dem Bürgerpark bei der Badeanstalt gegenüberliegende Ufer wird illuminiert. Ausführender Verein ist der Wassersportverein Obertrave.
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    Samstag, 1. Juni 1935
    Reichssportwerbewoche, achter Tag. Vorschau
    Mit den morgen stattfindenden Veranstaltungen findet die Reichssportwerbewoche ihren Abschluß. In der Zeit von 2 bis 3 Uhr wird von der Abteilung 70/1 des NS-Arbeitsdienstes auf dem Bürgerpark eine "Bunte Sportstunde" durchgeführt. Im Anschluß daran wird ein Fußballspiel zwischen der Oldesloer SA und dem Fliegersturm Bad Oldesloe ausgetragen. Das Spiel verspricht sehr interessant zu werden, zumal die größte Zahl der Ligaspieler in den beiden Mannschaften vertreten ist. Am Sonntag finden außerdem Tennis-Staffelspiele zwischen Tennis-Teutonia und dem Tennisklub von Reinfeld statt.
    OL

    Samstag, 1. Juni 1935
    Reichssportwerbewoche
    Am Samstag abend fanden auf dem Exer die Faustballspiele zwischen dem OSV und MTV statt. Es wurde auf beiden Plätzen gespielt. Jedes Spiel dauerte 15 Minuten. Jeder Verein stellte drei Mannschaften: eine Frauenmannschaft und zwei Männermannschaften. Umrahmt waren die Kämpfe von Volkstänzen der Mädchenabteilung des MTV und von prächtigen Leistungen am Spannreck. Die Volkstänze fanden bei den zahlreich erschienenen Zuschauern guten Anklang. Es wurden u.a. gezeigt: "Es hatt' ein Bauer ein schönes Weib", "Lott is dot", "Dor geiht nix öber de Gemütlichkeit", "De Speelmann", "De Speelmann ist ümmer noch nich dor".

    Die Faustballkämpfe brachten ausgezeichnete Kämpfe. Im folgenden die Ergebnisse: OSV Frauen gegen MTV Frauen 24:24, OSV I gegen MTV I 27:19, OSV I gegen MTV II 26:23, OSV II gegen MTV I 25:17, OSV II gegen MTV II 21:25, MTV I gegen MTV II 17:19.

    Beide zweiten Mannschaftenn schlugen die ersten Mannschaften ihres Vereins. Jedes gewonnene Spiel brachte der siegreichen Mannschaft zwei Punkte ein. Die erste MTV-Mannschaft schied aus, die anderen sollten um die Entscheidung kämpfen, weil sie mit je vier Punkten gleich standen. Im Ausscheidungsspiel schlug MTV II die zweite Mannschaft des OSV.
    OL

    Sonntag, 2. Juni 1935
    SA Sturm 1/J9 gegen Fliegerverband DLV
    iR der Reichssportwerbewoche
    SA Sturm 1/J9 (Ankündigung): Dubslaff - Reher, Wolherr - Lindemeier, Schweim, Michels - Botje, Lüthje. Grote, Blunck, Drews. Fliegerverband DLV (Ankündigung): W Drews - Zuchold, Kindt - Witt, Feddern, R Rieck - Ströh, Remshardt, Stäcker, Andresen, Schlüter.

    Dienstag, 4. Juni 1935
    Abschluß der Reichssportwerbewoche
    Mit den am Sonntag durchgeführten sportlichen Veranstaltungen fand die Reichssportwerbewoche ihren Abschluß. Alle Turn- und Sportvereine sowie zahlreiche Formationen haben sich während dieser Sportwerbewoche in den Dienst der Sportwerbung gestellt und Ausschnitte aus ihrem Übungsbetrieb der Bevölkerung gezeigt. Auch die Wassersportler haben für ihren Sportzweig geworben. Im ganzen erhielt man den Eindruck, daß von den Vereinen und Organisationen alle Bestrebungen gemacht wurden, um den Erfolg dieser Sportwerbewoche sicherzustellen. Der Besuch der einzelnen Veranstaltungen war recht gut; ein Zeichen dafür, daß den Leibesübungen das erforderliche Interesse entgegengebracht wird. Keinen besseren Lohn können diese Bemühungen finden, als daß sich nunmehr die bisher den Leibesübungen noch fernstehenden Volksgenossen in die große Front deren eingliedern, denen Turnen und Sport etwas Selbstverständliches geworden ist.
    OL

    Dienstag, 4. Juni 1935
    Kreuz und quer durch die Woche. ...
    Daß Oldesloe als Sportstadt bei der Reichssportwerbewoche auf dem Kampfplatz nicht fehlen würde, war eine Selbstverständlichkeit. Volle acht Tage waren auf dem Exer, in der Jugendherberge, in der Turnhalle praktische Übungen, Vorträge sowie Wettkämpfe von Männern, Frauen und der Jugend zu sehen und zu hören, die jedem Sportliebhaber und Freunden des Sports ein kares Bild davon gaben, wie in stiller, aber zäher Arbeit hier die Sportarbeit gefördert wird. Vermißt wurde bei dieser Veranstaltung nur das Tontaubenschießen, zumal doch am Forsthaus Kneeden ein Tontaubenschießstand besteht, der allen Anforderungen, die man an einen solchen stellen kann, entspricht. ...
    OL

    Donnerstag, 6. Juni 1935
    Die städtische Flußbadeanstalt hat ihre Pforten geöffnet
    Obwohl der Sonnenschein den ganzen Tag über gefehlt hatte, waren doch einige wassersportbegeisterte Personen, und vor allen Dingen die männliche Schuljugend, prompt erschienen, um sich der lange entbehrten Freude des Schwimmens hinzugeben. Daß nach erfolgter im August zu erwartender Ausbaggerung der Trave bei der Badeanstalt dort umfassende Verbesserungen, wie Anlage eines Planschbeckens, Springturms, ja sogar einer Rutschbahn, von Seiten der Stadtverwaltung zum Teil sogar noch in diesem Jahr durchgeführt werden sollen, erfüllt alle Schwimmerherzen mit Freude.

    Fertiggestellt ist bereits eine Brausebadanlage, so daß auch des Schwimmens unkundige Personen dort ein solches Bad nehmen und sich erfrischen können; also auch schon wieder eine sehr begrüßenswerte Anlage. Nun aber die Sommermonate, auch wenn die Sonne nicht hundstagsmäßig brennt, fleißig zum Baden und Schwimmen anwenden. Schwimmen ist und bleibt nun einmal der gesündeste Sport und kann von alt und jung, von Frauen und Männern zum Besten der Körperpflege und Gesundheit betreiben werden.

    Also hin zur Freibadeanstalt!

    OL

    Dienstag, 11. Juni 1935
    Für den Städtekampf gegen Hamburg am 13. Juni stellt Lübeck eine reine Nachwuchsmannschaft. Die Spieler vom LBV Phönix ließ man aus verständlichen Gründen frei, da sie bereits am 16. Juni das Aufstiegsspiel gegen Adlero Neustadt zu bestreiten haben. Die Lübecker Elf wird sich in Hamburg wie folgt stellen: Cornehls - Wolherr, Petersen - Janaczak, Schweim, Dölle - Börnck, Thron, Wittboldt, Stäcker, Heitmann. Aus vorstehender Mannschaftsaufstellung ersieht man, daß auch drei OSVer, nämlich Wolherr, Schweim und Stäcker, mit in die Mannschaft hineingenommen worden sind.
    OL

    Dienstag, 11. Juni 1935
    Ein Oldesloer in Schwerin tödlich verunglückt
    Am dritten Pfingstfeiertage, nachmittags, ist der Tiefbauingenieur Max Bollow in Schwerin tödlich verunglückt. Nach uns zugegangener Nachricht wollte er auf seinem Motorrad einem Radfahrer ausweichen. Dabei geriet das Rad ins Schleudern und Bollow stürzte so unglücklich auf das Pflaster, daß er besinnungslos liegen blieb. Kurze Zeit darauf ist er im Krankenhause in Schwerin verstorben. Der Verunglückte war der Geschäftsnachfolger der Tiefbaufirma Schoer. Er war allgemein beleibt. Seine sportlichen Neigungen zogen ihn hauptsächlich zum Schieß- und Fliegersport. Den hier wohnenden Eltern des Verunglückten bringt man allgemeines Mitgefühl entgegen.
    OL

    Donnerstag, 13. Juni 1935
    Hamburg schlägt Lübeck
    Einen üblen Reinfall erlebte Lübecks "Städtemannschaft", denn sie wurde von der Hamburger Mannschaft haushoch mit 8:1 geschlagen. Wenn man sich die Aufstellung der Mannschaft ansieht, dann kann man sich über diesen katastrophalen Ausgang nicht wundern, waren doch in der Mannschaft fast alle Spieler aus unteren Mannschaften genommen, so daß man von einer Städtemannschaft gar nicht sprechen kann. Daß hierunter auch die Oldesloer Spieler zu leiden hatten, ist selbstverständlich. Man kann aber ohne Übertreibung sagen, daß die drei OSVer bei weitem die besten Spieler der Mannschaft waren. Ob der OSV ein weiteres Mal seine besten Spieler für eine solche "Städtemannschaft" hergibt, dürfte mehr als fraglich sein.
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    Freitag, 14. Juni 1935
    Nachruf
    Am 11. Juni wurde unser Mitglied Max Bollow durch einen Unglücksfall im 28. Lebensjahre aus unseren Reihen gerissen. Er war ein echter deutscher Turner. Wir werden sein Andenken in Ehren behalten.
    MTV von 1862 Bad Oldesloe.
    OL

    Freitag, 14. Juni 1935
    OSV-Damenabteilung
    Heute abend um 8 ½ Uhr beginnt wieder der regelmäßige Turnabend in der Turnhalle der Oberrealschule unter der Leitung von Oberturnlehrer Ohrt. Das Erscheinen aller Damen wird erwartet.
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    Sonntag, 16. Juni 1935
    Im Fußball war nur schwacher Betrieb
    In einem Gesellschaftsspiel standen sich auf dem Bürgerpark Tralau und eine aus den unteren Mannschaften des OSV zusammengestellte Elf gegenüber. Die eifrig spielenden Tralauer konnten mit 3:2 Toren siegen.
    OL

    Mittwoch, 19. Juni 1935
    Deutsches Jugendfest in Oldesloe
    Die Reichsregierung hat in diesem Jahre wieder zum Deutschen Jugendfest aufgerufen. In Spielen, Wettkämpfen und Sonnenwendfeiern soll die gesamte Jugend Deutschlands den 22. und 23. Juni als Volksfest feiern. Im Rahmen dieses Jugendfestes werden von allen Jugendlichen vom 10. bis 18. Lebensjahre sportliche Wettkämpfe durchgeführt. Das Wettkampfprogramm wird durch Spiele, Freiübungen, Volkstänze und andere Belustigungen erweitert und umrahmt werden. Die Organisation des Festes liegt in Händen der Hitlerjugend und die technische sportliche Durchführung in Händen des Beauftragten des Reichssportführers. An den Wettkämpfen nimmt die Hitlerjugend mit allen Kameradschaften, Jungschaften, Mädelschaften und Jungmädelschaften teil. Außerdem haben sich laut Erlaß des Reichserziehungsministers Bernhard Rust alle Schüler von 10 bis 18 Jahren aus den Volks-, Mittel- und Höheren und Berufsschulen zu beteiligen. Zur Teilnahme sind ferner verpflichtet Besucher von Fachschulen bis zum vollendeten 18. Lebensjahre.

    Wir rufen die Bevölkerung Oldesloes auf, sich recht zahlreich an diesem großen Fest der Deutschen Jugend zu beteiligen und somit unter Beweis zu stellen, daß nicht nur die Jugend zum Alter stehen muß, sondern auch das Alter zur Jugend und ihrem Sport. Oldesloe muß aus Anlaß dieser beiden Festtage ein Flaggenmeer sein und die Jugend, die auch aus zehn anderen Orten der Umgegend herbeieilt, mit den Symbolen unseres Reiches empfangen. Darum am 22. und 23. Juni zum Fest der Deutschen Jugend Fahnen heraus! Der Ortsausschuß für das Deutsche Jugendfest; Die Hitlerjugend, Standort Bad Oldesloe.
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    Freitag, 21. Juni 1935
    Morgen beginnt das Deutsche Jugendfest!
    Wie bereits bekanntgegeben, beginnt am morgigen Tage das 3. Deutsche Jugendfest. Das Fest erhält in diesem Jahre seine besondere Bedeutung, indem laut Erlaß des Reichserziehungsministers alle Jugendlichen, auch die nicht einer Formation angehören, an dem Fest teilzunehmen haben.

    Morgen, am 22. Juni, früh 8.30 Uhr, tritt das gesamte Jungvolk und die Jungmädel und alle übrigen Jungens und Mädels bis zu 14 Jahren an, um die vorgeschriebenen Wettkämpfe zu machen. Am Sonntag, dem 23. Juni, tritt die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel sowie alle Jugendlichen bis zu 18 Jahren zum Wettkampf an.

    Die deutsche Jugend marschiert morgen und übermorgen, um zu beweisen, daß sie ihren ganzen Körper stählt und ertüchtigt zum Wohle des Reiches. Wir richten daher nochmals an die Bevölkerung von Oldesloe den Aufruf und die Bitte, sich dem Beispiel der städtischen Behörden anzuschließen und ihre Häuser zu beflaggen.

    Deutsche Eltern, beteiligt euch an diesem einzigen großen Fest der Deutschen Jugend! Für Oldesloe gilt die Parole: Fahnen heraus zum Fest der Deutschen Jugend!
    OL

    Freitag, 21. Juni 1935
    Kreis Lübeck ruft Speerwerfer und Läufer auf!
    Auf dem Gaufest in Lübeck soll am Sonntag, dem 7. Juli, auf dem Buniamshof ein Massenspeerwerfen gezeigt werden. Die Breite des Festplatzes - Speerwerfer wird neben Speerwerfer stehen und nach einem geschlossenen Anlauf werden die vielen Speere durch die Luft schwirren - erfordert mindestens 120 Werfer. Der Kreis Lübeck-Lauenburg muß wenigstens 30 Männer stellen. Kreisvolksturnwart Peter Steffen (Schlutup) richtet darum an alle Vereine der Deutschen Turnerschaft die Bitte, ihm sofort Speerwerfer namentlich aufzuugeben (selbstverständlich kommen nur Festteilnehmer, die bereits gemeldet und im Besitz einer Festkarte sind) in Frage. Am gleichen Tage werden die neun Kreise sich in einer 20 mal 250-Meter-Staffel messen. Auch für diese Aufgabe erbittet der Volksturnwart um sofortige Nennung von Kurzstreckenläufern.
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    Sonntag, 23. Juni 1935
    OSVer bei den Kreismeisterschaften in Lübeck
    Bei den in Lübeck ausgetragenen Kreismeisterschaften konnte Johannes Pöhls seinen Kreismeistertitel im Speerwerfen mit Erfolg verteidigen. Durch eine vorher bei Weitsprung zugezogene Muskelzerrung war Johannes Pöhls an der vollen Entfaltung seines Könnens behindert und warf daher nur 52,19 Meter. Er mußte daher auch auf die Teilnahme an weiteren Wettbewerben verzichten. Karl Heinz Dimpker mußte durch das Wiedereintreten einer alten Verletzung im 400-Meter-Lauf aufgeben. Am kommenden Sonntag startet Johannes Pöhls bei den Olympia-Prüfungskämpfen in Neumünster und wird dort sicher nach seiner Wiederherstellung mit einer besseren Leistung aufwarten.
    OL

    Sonntag, 23. Juni 1935
    Deutsches Jugendfest 1935
    Bei prächtigem Wetter fand Samstag und Sonntag das Deutsche Jugendfest statt. Die große Wärme bekamen besonders die Kampfrichter zu spüren, die aber trotzdem tapfer ihre Pflicht erfüllten. Es wurden im ganzen an beiden Tagen 2550 Wettbewerbe durchgeführt (850 Kämpfer und drei Einzelwettbewerbe: Lauf, Sprung und Wurf). Am Samstag kämpften 22 Jungenschaften des Jungvolks (220 Kämpfer), acht Jungmädelschaften (80) und etwa 350 Einzelkämpfer (Nichtorganisierte) um den Sieg. Punkt 13 Uhr waren alle Kämpfe abgeschlossen. Am Nachmittag um 3 Uhr fanden noch Spiele, Sport und Belustigungen statt.

    Am Sonntag begannen die Wettkämpfe um 9 Uhr. Es kämpften die 15- bis 18jährigen: HJ, BdM und Einzelwettkämpfer. Die HJ trat mit 12 Kameradschaften (120 Mann), der BdM mit drei Mädelschaften (30) und die Einzelwettkämpfer mit etwa 40 bis 50 Mann an. Die Kämpfe fanden gegen 11.15 Uhr ihr Ende. Um 12.30 Uhr pünktlich wurden die Sieger verkündet. Der Herr Landrat richtete ein paar kernige Worte an die aufmarschierte Jugend und betonte besonders, daß der heutige Staat sich eng mit ihr verbunden fühle, gerade die körperlich und geistig tüchtige Jugend brauche Deutschland, die Jugend sei Deutschlands Zukunft und Schicksal. Dann nahm er die Verlesung der Sieger vor. Gegen 18 Uhr war das Deutsche Jugendfest beendet.

    Sieger in Prozent

    • Hitlerjugend: 120 Teilnehmer, 56 Sieger = ca. 50 Prozent
    • Bund deutscher Mädel: 30 Teilnehmer, 19 Sieger = 64 Prozent
    • Jungmädelschaften: 80 Teilnehmer, 68 Sieger = 85 Prozent
    • Jungvolk: 220 Teilnehmer, 145 Sieger = 65 Prozent
    • Schulen: 406 Teilnehmer, 199 Sieger = ca. 50 Prozent
    • Von allen Kämpfern wurden 58 Prozent Sieger.
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    Die Ergebnisse der Einzelwettbewerbe

    • Gruppe Hitlerjugend:
      1. Gerhard Hormann 409 Punkte, 2. Heinrich Klueß 307 Punkte, 3. Günter Pump 292 Punkte.
    • Die drei besten Läufer: Gerhard Hormann 160 Punkte (11,5 Sekunden), Heinz Peemöller 100 Punkte (14,5 Sekunden), Ernst-August Behre 98 Punkte (12,6 Sekunden) und Fritz Schulz 98 Punkte (14,6 Sekunden).
    • Die drei besten Weitspringer: Gerhard Hormann 129 Punkte (6,07 Meter), Heinrich Klueß 103 Punkte (5,30 Meter), Ernst-August Behre 95 Punkte (5,05 Meter).
    • Die drei besten im Keulenwerfen: Gerhard Hormann und Heinrich Wiese 120 Punkte (54 Meter), Günter Pump und Gerhard Auls 115 Punkte (52 Meter).
    • Gruppe Bund deutscher Mädel:
      1. Ingeborg Möller 335 Punkte, 2. Käthe Boine 251 Punkte, 3. Anne Eckmann 251 Punkte
    • Die drei Besten im 100-Meter-Lauf: Erika Prahl 84 Punkte, Ingeborg Möller 84 Punkte, Gertrud David 74 Punkte
    • Die drei Besten im Weitsprung: Anne Eckmann 117 Punkte, Ingeborg Möller 115 Punkte, Gertrud David 110 Punkte
    • Die drei Besten im Ballweitwurf: Ingeborg Möller 136 Punkte, Gertrud Krinitz 110 Punkte, Käthe Boine 106 Punkte.
    • Gruppe Jungmädelschaften:
      1. Hilde Nielsen 346 Punkte, 2. Annelies Legler 332 Punkte, 3. Hanna Schrader 326 Punkte
    • Die drei besten Läuferinnen: M Lamm 99 Punkte, Karla Döscher 96 Punkte, Gerda Möller 96 Punkte
    • Die drei besten Weitspringerinnen: Hilde Nielsen 130 Punkte, Gerda Möller 126 Punkte, Margot Pöpperling 122 Punkte
    • Die drei besten Ballwerferinnen: Frauke Hentschel 143 Punkte, Anneliese Legler 126 Punkte, Hilde Nielsen 126 Punkte.
    • Gruppe Jungvolk:
      1. Paul Heuseler 313 Punkte, 2. Hans Karth 312 Punkte, 3. Erich Hafemann 304 Punkte
    • Die drei besten Läufer: Hans Karth 108 Punkte, Oskar Rickert 105 Punkte, Hans Rieken, Otto Vogler und Albrecht Lange
    • 102 Punkte
    • Die drei besten Weitspringer: Helmut Feddern 101 Punkte, Erich Hafemann 98 Punkte, Hans Karth und Hermann Klueß 94 Punkte
    • Die drei besten Ballweitwerfer: Paul Heuseler 140 Punkte, Hans Körner 125 Punkte, Ernst Vagt und Hermann Schildt 115 Punkte.
    • Gruppe Einzelwettkämpfer, Knaben:
      1. Paul Steen 324 Punkte, 2. Johannes Danger 298 Punkte, 3. Stephan Wosniak 267 Punkte.
    • Die drei besten Läufer: Paul Steen 108 Punkte, Johannes Schmidt und Rolf Fock 93 Punkte.
    • Die drei besten Weitspringer: W Koller 85 Punkte, Willy Drygas und Karl-Wilhelm Stürzebecher 83 Punkte.
    • Die drei besten Ballweitwerfer: Paul Steen 190 Punkte, Johannes Danger 145 Punkte, Emil Schläppi 107 Punkte.
    • Gruppe Eintzelwettkämpfer, Mädchen:
      1. Annemarie Meins 343 Punkte, 2. Christa Hinck 295 Punkte, 3. Hanni Kassai 292 Punkte.
    • Die drei besten Läuferinnen: Ingeborg Schlosser 111 Punkte, Ruth Wacker 105 Punkte, Ilse Feddern 105 Punkte.
    • Die drei besten Weitspringerinnen: Christa Hinck 126 Punkte, Ingeborg Schlosser 121 Punkte, Irmgard Maaß 110 Punkte
    • Die drei besten Ballweitwerferinnen: Marie-Luise Haßler 136 Punkte, Annemarie Meins 127 Punkte, Mariechen Schuppenhauer, Anna Drygas und Johanna Gradinski 100 Punkte
    Sonntag, 30. Juni 1935
    Paloma Hamburg gegen OSV Schüler 2:2
    Die ersten Schüler des OSV weilten in Hamburg, um das Rückspiel gegen Paloma auszutragen. Das erste Spiel hier in Oldesloe gewannen die Hamburger 5:1. Nachdem nun in der Mannschaft einige Umstellungen vorgenommen waren, klappte es in Hamburg sehr gut. Trotz des ungewohnten Platzes (Grandplatz) und trotzdem Paloma mit 2:0 führte, gelang es den Oldesloer Jungens noch, ein Unentschieden herauszuholen. Ja, sogar ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen.

    Alle Spieler der Mannschaft taten ihre Pflicht
  • In Lübeck trifft der OSV in der Zwischenrunde auf den Postsportverein. Die Lübecker konnten ihren ersten Gegner, den Lübecker Sportverein, mit 3:1 aus dem Felde schlagen, während der OSV durch das Nichtantreten von Ratzeburg kampflos in die Zwischenrunde kam. Verzweifelt haben sich die Postsportler gewehrt, um die vor einem Jahre errungene Zugehörigkeit zur Bezirksliga zu erhalten, aber der bittere Weg des Abstiegs ist nun doch nicht zu vermeiden. Auch am morgigen Sonntag wird es der OSV nicht leicht haben, aber das bessere Gesamtkönnen sollte ausreichen, um die Zwischenrunde siegreich zu überstehen. Das Spiel beginnt morgens 10.30 Uhr; Abfahrt 9 Uhr vom "Deutschen Haus".
    OL

    Samstag, 6. April 1935
    Handball: MTV Oldesloe gegen Turn- und Sportverein Kücknitz
    Am morgigen Sonntag bestreitet die erste Mannschaft des hiesigen MTV von 1862 auf dem Bürgerpark ihr letztes Bezirksspiel der Spielreihe 1934/35. Gegner ist die erste Mannschaft des Kücknitzer Turn- und Sportvereins. Trotzdem die Oldesloer auf drei ihrer besten Spieler wegen Fortzugs verzichten müssen, müßte gegen den Tabellenvorletzten ein knapper Sieg herauszuholen sein. Das Spiel beginnt um 15 Uhr. Die Oldesloer treten in folgender Aufstellung an: Klueß - Schnoor, Schmüser - Klieboldt, Hormann II, Wolff - Seyer, Vagt, Hormann I, Braker, Sakrzewski. OL

    Sonntag, 7. April 1935
    Pokalspiel: Post Lübeck - Oldesloer SV 0:5
    Das Spiel des OSV in der Zwischenrunde um den Deutschen Vereinspokal brachte einen verhältnismäßig leichten Sieg mit 5:0 über die Postsportler. Nach den Leistungen hätte das Ergebnis bedeutend höher ausfallen müssen, doch mangelndes Verständnis der Stürmerreihe und hier im besonderen Eigenbrödeleien des Halbrechten ließen weitere Erfolge nicht zu.
    OL

    Sonntag, 7. April 1935
    Handball: MTV Oldesloe gegen TSV Kücknitz 5:5
    Leider ahndete der Schiedsrichter (LSV) in diesem Treffen kleinere Fehler etwas zu hart, so daß schon innerhalb der ersten zehn Minuten zwei Oldesloer des Feldes verwiesen und ein Kücknitzer verwarnt werden mußte. Kücknitz lag bald mit 2:0 in Führung. Trotzdem die Hiesigen nur noch mit neun Mann spielten und durch den Ausfall der beiden des Feldes verwiesenen Spieler anfangs nervös wurden, fanden sie sich allmählich und konnten bis zur Halbzeit ein 3:2-Ergebnis für sich buchen.

    Nach der Pause gelang dem MTV trotz starker Ermüdung noch ein viertes Tor. Dann kamen die Kücknitzer auf und warfen kurz hintereinander drei Tore und damit schien ihnen der Sieg sicher zu sein. Aber nochmals rafften sich die Oldesloer zusammen und konnten kurz vor Schluß den berechtigten Ausgleich erzielen. Beide Mannschaften hinterließen bis auf die erste Viertelstunde einen guten Eindruck. Hoffentlich entstehen Szenen wie zu Anfang des Spiels in kommender Zeit nicht wieder.
    OL

    Mittwoch, 10. April 1935
    Reichsbund für Leibesübungen, Ortsgruppe Bad Oldesloe
    Erlaß der Einheitssatzung des RfL. Mit Zustimmung des Herrn Reichsministers des Inneren hat der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten für die dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Vereine einschließlich der Ortsgruppen Einheitssatzungen erlassen. Der Herr Reichsminister der Justiz hat durch Runderlaß vom 17. Jan. 1935 für die Eintragung dieser Satzungen in das Vereinsregister Gebührenerlaß bewilligt. Satzungen und Vorstand bedürfen hierzu der vorherigen Bestätigung durch den Bezirksbeauftragten des Reichssportführers.

    Mit Erlaß dieser Einheitssatzung macht sich auch eine Neubesetzung der im Vorjahre gegründeten Ortsgruppe im RfL notwendig. Die Ortsgruppe (Stadtamt für Leibesübungen) hat daher zu einer Sitzung für Donnerstag im Rathaussaal alle in Frage kommenden Dienststellen und Vertreter von Parteien, Behörden und Vereinen eingeladen. Nach der neuen Einheitssatzung bilden sämtliche im Bezirk von Bad Oldesloe belegenen Vereine, die dem RfL angeschlossen sind, eine Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen. Der Sitz der Ortsgruppe ist in Bad Oldesloe.

    Die Ortsgruppe des RfL hat den Zweck, die Interessen des deutschen Sports gegenüber den örtlichen Behörden zu vertreten, maßgeblich an der kommunalen Verwaltung der Leibesübungen mitzuarbeiten und die wirtschaftlichen Belange der Vereine wahrzunehmen, weiter in der Öffentlichkeit für den Gedanken der Leibesübungen werbend und fördernd einzutreten.

    Ferner soll durch die Ortsgruppen der Gemeinschaftsgedanke innerhalb der örtlichen Turn- und Sportgemeinde durch gemeinnützige Einrichtungen gepflegt werden; es soll ein bewußter und planmäßiger Kräfteeinsatz der geschlossenen Turn- und Sportgemeinde eines Ortes für Volk und Staat herbeigeführt werden.

    Eine der Hauptaufgaben ist die Mitarbeit an der körperlichen Erziehung des Volkes und insbesondere der Jugend. Die Prüfungen für die Abzeichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen abzunehmen sowie das Fest der deutschen Jugend und andere vom RfL ausgeschriebenen Veranstaltungen von allgemeiner Bedeutung durchzuführen bzw. an ihnen mitzuwirken, ist weitere Aufgabe der Ortsgruppe des RfL. Die reibungslose Zusammenarbeit mit den örtlichen Dienststellen des Hilfsfonds für den deutschen Sport, des Sportamtes "Kraft durch Freude", der NS-Formationen, dem Arbeitsdienst usw. herzustellen sowie die Organisation von Geländesport-Arbeitsgemeinschaften ist Pflicht der Ortsgruppe. Ein weiteres umfassendes Gebiet ist die Werbung für die Leibesübungen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Reichspropagandaministeriums und den örtlichen Parteistellen.

    Die Organe der Ortsgruppe sind: