Spielzeit 1935 - 36
Teil 1

 

Dienstag, 2. Juli 1935
Das Lübecker Gaufest kann beginnen!
In Lübeck steht jetzt alles bereit, die vielen tausend Turner und Sportler (aber leider nur sehr wenige Sportler) zu empfangen. Die Stadt strahlt im Sonnenschein, die Festplätze sind hergerichtet, die Tribünen stehen. die Zelte sind errichtet, die Bahnen abgesteckt. Am Mittwoch hebt nun das erste Gaufest der Nordmark im RfL an.

Die Schwerathleten beginnen, am Donnerstag schließen sich die Boxer an. Am Freitag, dem 5. Juli, laufen die Sonderzüge dann in Lübeck ein, um Scharen über Scharen Turner und Turnerinnen in die Hansesatdt zu werfen. Die Wettkämpfer beginnen sofort, 2700 sind es, die sich zum Kampf stellen: 500 im Männerturnen, 400 in den volkstümlichen Mehrkämpfen (Männer), 600 im Frauenturnen, 210 in den volkstümlichen Mehrkämpfen (Frauen), dazu über 200 Einzelkämpfer, über 100 Geländeturner und 40 Staffeln. Die Schwimmer sind mit 250 Mann dabei, die Wasserfahrer, Fechter und Tennisspieler mit je 60. In großer Zahl treten die Radfahrer auf, 100 Kegler kämpfen um den Sieg, fast ebensoviele Schützen.

Ein Handballkampf Hamburg gegen Schleswig-Holstein wird Tausend von Zuschauern sehen, wird doch Hamburg von der nahezu vollständigen Ländermannschaft vertreten. Ein Fußballspiel Kiel gegen Lübeck schließt sich an und dann geht der ereignisreiche Tag mit vielen deutschen Abenden zu Ende; der Sonntag steigt herauf. Festzug und Festvorführungen formen einen gewaltigen Höhepunkt. Der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, der Reichsstatthalter Hildebrandt und der stellvertretende Führer der Deutschen Turnerschaft, Carl Steding, werden anwesend sein und zu den Männern und Frauen und Jugendlichen des Reichsbundes sprechen. Lübeck wird zum ersten geschlossenen Bekenntnis der Nordmark für den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Dieses Tat wird in die Geschichte eingehen und wer in Lübeck weilt und Mitträger dieses Festes ist, wird sein Leben lang herrliche Erinnerungen in sich tragen. Das schöne Lübeck grüßt Euch herzlich, Gaufestfahrer aus der Nordmark!
OL

Freitag, 5. Juli 1935
Der MTV Oldesloe auf dem Gauturnfest in Lübeck
Der Reichsbund für Leibesübungen Gau Nordmark veranstaltet vom 5. bis 7. Juli sein Gaufest. Der hiesige MTV schickt auch einige Vertreter und wird am Sonntag auch seine Fahne mit in dem gewaltigen Aufmarsch der 1500 Turner und Turnerinnen tragen. Für jeden wird das Gaufest ein Erlebnis sein.
OL

Samstag, 20. Juli 1935
Die Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen hielt im Rathaussaal unter der Leitung von Oberturnlehrer Christian Ohrt ihre fünfte Sitzung ab. Anwesend waren Sturmhauptführer Melms von der NSKK, Oberfeldmeister Wechsel vom Arbeitsdienst, Sengelmann als Vertreter des Sportamtes "Kraft durch Freude", Vertreter der HJ, des DLB, der SS und BdM, ferner waren erschienen die Leiter der einzelnen Fachämter. Vertreter der SA und PO fehlten.

Als ersten Punkt behandelte Oberturnlehrer Ohrt die Abhaltung der Oldesloer Turn- und Sportwoche 1935. Die Zeit ist auf den 18. bis 25. Aug. festgesetzt worden. Diese seit Jahren weit über die Grenzen von Oldesloe hinaus bekannte Sportwoche wird auf das beste begrüßt, da hier schon längere Zeit größere sportliche Veranstaltungen, besonders in der Leichtathletik, abgehalten sind. Sturmhauptführer Melms teilte dann mit, daß am ersten Sonntag der Sportwoche die NSKK für sämtliche Gliederungen der NSDAP ein großes Sportfest veranstalten, verbunden mit einer Staffelerkundungsfahrt für Kraftwagen und Krafträder über 100 Kilometer, die sich über Straßen-, Feld- und Waldwege und Gelände erstreckt, ferner einen 25-Kilometer-Gepäckmarsch sowie einen 3-Kilometer-Geländelauf mit Hindernissen und zuletzt ein Mannschafts-Kleinkaliberschießen auf den Schießständen am Exer. Beginn und Ziel bei allen Kämpfen ist der Kurgarten. An demselben Tage von 15 bis 19 Uhr wird die Oldesloer Meisterschaft im Kleinkaliberschießen ausgetragen. Der Keglerverein veranstaltet in vier Kampfgruppen ein öffentliches Kegeln. Weiter findet am 18. Aug. nachmittags ein Fußballwettkampf zwischen der Liga von Concordia Wandsbek und der Liga des OSV statt, dem sich gleiche Spiele der Jugendlichen anschließen werden.

Die Wochentage bieten: Faustballturnier für Männer, Frauen und Jugendliche, Schwimmwettkämpfe der drei Schulen, Vorführungen der Turnriege des MTV, eine Blumenkorsofahrt und eine Lampionfahrt des Bootsvereins auf der Trave und Handballspiele.

Der letzte Sonntag der Turn- und Sportwoche bringt den Keglerpokalkampf zwischen Lübeck, Reinfeld und Oldesloe, ein Tennisturnier der Teutonia im Kurgarten, das Wanderpokalschießen und ein Leichtathletikfest in Form von Vereinswettkämpfen, wozu bekannte Hamburger und Lübecker Vereine ihre Teilnahme zum Teil schon zugesagt haben. Es steht zu erwarten, daß auch der Weltrekordmann Hans-Heinrich Sievert anwesend sein wird. Das wäre doch mal was für Oldesloe. Meldungen und Vorschläge für die Sportwoche sind beim Stadtamt für Leibesübungen (Stadthaus) abzugeben, dem auch sämtliche Vorbereitungen obliegen.

Oberturnlehrer Ohrt teilt mit, daß vom Stadtamt für Leibesübungen für 100 Mark neue Turngeräte angeschafft sind, deren Benutzung allen Verbänden zusteht. Weiter erklärt der Leiter den Anwesenden die neue Verwaltungsordnung des Reichsbundes für Leibesübungen. Der Besitz einer Mitgliedskarte des RfL ist unbedingt erforderlich.

Weiter wird hierorts ein Sportamt "Kraft durch Freude" eingerichtet, das in enger Zusammenarbeit mit den bestehenden Turn- und Sportvereinen allen Volksgenossen die Möglichkeit bietet, auch dort den Turnsport zu erlernen. Die Meldungen der einzelnen Vereine zur Benutzung der Turnhallen haben bis zum 1. Okt. beim Stadtamt zu erfolgen.

Sodann wirde der Zustand des Exers als Sportplatz einer eingehenden Kritik unterzogen; durch die Benutzung des Platzes für das Volksfest und für Ablagerungen aus Anlaß der Traveregulierung sind dort solche Zustände entstanden, daß z.B. die Laufbahn nur unter Risiko der Knochen der Sportleute benutzt werden kann. Lediglich der Fußballplatz, der vom OSV auf eigene Kosten hergerichtet wurde, ist in sportgeeignetem Zustand. Unser Ort muß unbedingt dahin wirken, daß die Hauptbedingung für Sport, die Schaffung eines tadellosen Sportplatzes, durchgeführt wird. Die augenblicklichen Zustände sind unhaltbar.

Nachdem noch einige Fragen allgemeiner Art erledigt waren, schloß der Leiter die sehr belangreiche Versammlung mit einem "Sieg Heil" auf den Führer.
OL

Dienstag, 30. Juli 1935
OSV-Jugendabteilung
Nach Abschluß der Spielzeit 1934/35 bringen wir eine kurze Übersicht über die Spiele der Jugendmannschaften des OSV, woraus man die erfreuliche Tatsache entnehmen kann, daß der Sportverein wieder eine planmäßige Jugendarbeit betreibt unter dem Motto "Wer die Jugend hat, hat die Zukunft!" Es gelang nämlich beiden gemeldeten Mannschaften, in ihrer Altersgruppe die Meisterschaft zu erringen. Die erste Schüler schaffte es mit zwei Punkten Vorsprung vor Post Lübeck und mit einem Torverhältnis von 34:15. Die ersten Knaben brachten es auf 17 Punkte mit einem Vorsprung von vier Punkten vor Polizei Lübeck mit einem Torverhältnis von 25:7. Nur so weiter machen! Für die nächste Spielserie, die demnächst beginnt, ist der Verein in der glücklichen Lage, vier Jugendmannschaften zu melden, statt nur zwei im Vorjahre.
OL

Dienstag, 30. Juli 1935
Der OSV hielt in "Wiggers Gasthof" eine sehr gut besuchte ordentliche Mitgliederversammlung mit einer sehr bedeutsamen Tagesordnung unter dem Vorsitz des Oberturnlehres Christian Ohrt ab. Aus dem von diesem erstatteten Jahresbericht sei entnommen, daß der OSV 62 aktive, 68 passive, 74 jugendliche und 30 Frauen-Mitglieder zählt.

Die sportliche Betätigung ist recht rege. Im Fußball hat die Liga des OSV einen guten Platz gehalten. Die Hockeyabteilung ist eingegangen, wird aber im Herbst ihre Arbeit wieder aufnehmen. Von der Frauenabteilung ist nur Gutes zu berichten. Ihr Sporteifer ist einfach vorbildlich. Der Platz- und Gerätewart berichtet über den Fußballplatz, daß dieser gut ist, die Umfriedung nicht nur durch Unvernunft der Kinder, sondern auch durch Erwachsene öfters beschädigt wird. Die Geräte sind durch Neuanschaffungen ergänzt. Die Leichtathletik hat fleißig gearbeitet, noch fleißiger aber die Jugendabteilung, die deshalb auch sehr gute Erfolge bei Wettkämpfen hatte. Der Festausschuß bestätigte ein gutes Gelingen des letztjährigen Stiftungsfestes und erhofft ein ebenso gutes finanzielles Ergebnis vom diesjährigen Stiftungsfest, das am 2. Nov. stattfinden soll. Die Kassenverhältnisse sind von den Revisoren in bester Ordnung befunden. Der Jahres- sowie Kassenbericht werden einstimmig abngenommen und dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt.

Sodann werden die Mitglieder mit dem Inhalt der neuen Verwaltungsordnung des Reichsbundes für Leibesübungen bekannt gemacht. Dasselbe geschieht mit den neuen Bestimmungen für den Fußballsport. Die Festsetzungen der Spielfolge in der neuen Spielserie werden nach dem Vorschlag des Oberturnlehrers Ohrt gebilligt. Eine rege Aussprache erfolgte über die am 18. Aug. beginnende Oldesloer Sportwoche. Die sehr umfangreiche und sehr abwechselungsreiche Folge der einzelnen Kämpfe auf dem Exer wird in der vorgeschlagenen Form angenommen. Die einzige, aber auch recht große Sorge macht der ganz unsportmäßige Zustand des Bürgerparkplatzes. Die Instandsetzung wird der Vorstand veranlassen. Mit einem dreifachen "Sieg Heil" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen.
OL

Freitag, 2. Aug. 1935
Wie erwerbe ich das SA-Sportabzeichen
Das SA-Sportabzeichen kann nicht nur jeder SA-, SS- und NSKK-Mann, sondern jeder wehrwürdige Deutsche mit Vollendung des 17. Lebensjahres erwerben. Bis zum 1. Okt. besteht keine Altergrenze nach oben für den Erwerb des Abzeichens. Vom 1. Okt. 1935 ab wird das SA-Sportabzeichen an über 35jährige nicht mehr verliehen.

Das SA-Sportabzeichen ist kein Orden, sondern ein Leistungsabzeichen. Die Leistungsprüfung trägt einen allgemeinen soldatischen Charakter. Jeder Deutsche sollte daher nach Möglichkeit vor dem Eintritt in die Wehrmacht oder den Arbeitsdienst oder während seiner Dienstzeit das SA-Sportabzeichen erwerben. Was hat der Bewerber zu tun

Angehörige der SA, SS und NSKK melden sich bei ihrem Sturmsportwart. Männer, die der SA, SS und NSKK nicht angehören, können sich auf jedem Sturmbannbüro der SA, SS und NSKK unter Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und eines Nachweises über ihre arische Abstammung melden. Sodann werden diese Männer einer Geländesportarbeitsgemeinschaft (GAG) angeschlossen. In dieser GAG muß der Mann 120 Übungsstunden nachweisen können, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Eine GAG besteht aus höchstens 30 Bewerbern, die von einem Lehrscheininhaber als verantwortlichen Geländesportlehrer geleitet wird. Mit dem Eintritt in eine GAG verpflichtet sich der Bewerber, an den vom Leiter der GAG festgesetzten Übungsstunden teilzunehmen.

Der Erwerb des SA-Sportabzeichens erfordert als Abschluß der Vorbereitung das Bestehen einer Leistungsprüfung, die aus drei Übungsgruppen besteht. 1. Leibesübungen: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenweitwurf, Kugelstoßen, 3000-Meter-Lauf. 2. Grundübungen: Kleinkaliberschießen, 25-Kilometer-Gepäckmarsch, Keulenzielwurf. 3. Geländesport: Geländesehen, Entfernungsschätzen, Geländeausnutzung, Tarnung, Kartenlesen usw. Der Führer hat das SA-Sportabzeichen neu gestiftet, er hat damit seinen Wunsch bekundet, daß jeder wehrhafte Deutsche dieses Abzeichen erwirbt.
OL

Samstag, 3. Aug. 1935
Männerturnverein von 1862 Bad Oldesloe
Der hiesige MTV von 1862 eröffnet die neue Handballspielreihe am kommenden Sonntag mit einem Freundschaftstreffen gegen den MTV Ahrensbök. Die Oldesloer müssen schon alles hergeben, wenn sie gegen den Ersten der zweiten Kreisklasse gewinnen wollen. Das Spiel steigt in Segeberg und soll dort gleichzeitig für den Handballsport werben.

Der MTV spielt in folgender Aufstellung: Wolff - Schnoor, Schmüser - Klieboldt, Klueß, Schroer - Hannover, Graumann, Stoffers, Braker, Hormann.

Vor dem Handballspiel treffen die ersten Frauenmannschaften des MTV Segeberg, MTV Ahrensbök und MTV Oldesloe im Faustballspiel aufeinander und dürften sich spannende Kämpfe liefern. Die Oldesloer Turnerinnen treten mit folgender Mannschaft an: Schröder, Eckmann, Gast - Schöttler, Schmüser. Abfahrt: 13 Uhr vom Markt; Schlachtenbummler sind willkommen. Anschließend an die Spiele gemütliches Beisammensein.
OL

Sonntag, 4. Aug. 1935
Männerturnverein von 1862 Bad Oldesloe
Der hiesige Turnverein traf mit den Turnvereinen Ahrensbök und Segeberg in Segeberg zusammen, um sich im Faust- und Handballspiel die Kräfte zu messen, und schließlich, um die seit langem bestehende Freundschaft aller drei Vereine weiter zu festigen.

Während die Handballer noch damit beschäftigt waren, das Spielfeld aufzubauen - in Segeberg wird zur Zeit kein Handball gespielt - kämpften die Turnerinnen schon eifrig im Faustballspiel um den Sieg. Als das Handballspiel angepfiffen wurde, war schon eine ganz stattliche Anzahl Zuschauer erschienen, die dem Spiel mit Begeisterung zusah. Die Oldesloer haben Anstoß, verlieren aber gleich den Ball und schon gehen die Ahrensböker mit 1:0 in Führung. Bald bewegt sich der Ball vor dem Ahrensböker, bald vor dem Oldesloer Tor. Die Ahrensböker zeigten sich schußkräftiger und können bis zur Halbzeit noch sechs Tore werfen, denen die hiesigen Turner nur drei durch ihren Rechtsaußen, Halbrechten und Linksaußen entgegensetzen konnten.

Mit dem Wechsel scheint das Glück zunächst bei den Oldesloern zu sein. Jetzt mit dem Wind spielend, werden rasch zwei Tore aufgeholt, das Zuspiel klappt auch besser. Aber dann lassen die Hiesigen wieder nach und Ahrensbök gewinnt sicher mit 11:5. Ein äußerst fairer Kampf, nur zwei Strafstöße brauchten wegen unfairen Spiels vom Schiedsrichter verhängt werden.

Nach dem Handballspiel mußten die Oldesloer noch zwei Faustballspiele gegen Ahrensbök und Segeberg bestreiten, von denen sie das Spiel gegen Segeberg gewinnen konnten.

Den Abschluß der Spiele bildete ein gemütliches Beisammensein unter Mitwirkung der eifrig spielenden Hauskapelle und einiger Vortragskünstler. Mit dem Wunsche, jedes Jahr auf diese Art zusammenzukommen, verabschiedeten sich die Turner und Turnerinnen aller drei Vereine. Nachstehend die Ergebnisse - Faustball Frauen: Ahrensbök gegen Oldesloe 61:65, Segeberg gegen Oldesloe 63:59; Faustball Männer: Ahrensbök gegen Oldesloe 56:46, Segeberg gegen Oldesloe 44:60.
OL

Montag, 12. Aug. 1935
Sportanlage
Durch die Stadtverwaltung sind die Laufbahn und sämtliche anderen Sportanlagen zu der Sportwoche in einen einwandfreien Zustand hergerichtet. An die Rad- und Kraftwagenfahrer ergeht nun die ernstliche Warnung, die Anlagen im Bürgerpark nicht mehr mit Fahrzeugen zu befahren, damit sie dem Sport erhalten bleiben. Überdies wird auch wiederholt darauf hingewiesen, daß das Befahren sämtlicher Anlagen verboten und strafbar ist.
OL

Montag, 12. Aug. 1935
Oldesloer Sportwoche
Wie wir soeben erfahren, gehen die Meldungen für die Oldesloer Sportwoche in einem recht erfreulichen Umfange ein. U.a. hat heute morgen der Eimsbütteler Turnverband zu dem Leichtathletiksportfest am 25. Aug. neben dem bekannten ehemaligen Oldesloer Georg Pochat auch Hans-Heinrich Sievert, den Weltrekordmann im Zehnkampf, gemeldet. Auch wurden gemeldet die bekannten Leichtathleten Jens Jensen, Puls, Schröder, Lühmann usw. Durch die Teilnahme dieser wirklich großen "Kanonen" erhält die Oldesloer Sportwoche erst das rechte Gepräge.
OL

Montag, 12. Aug. 1935
Sportfest der Motorstaffel III M/13
Am 18. Aug. findet hier ein großes sportliches Ereignis statt. Wie Plakate im ganzen Kreise Stormarn künden, geht als Auftakt zur Oldesloer Turn- und Sportwoche das Sportfest der Motorstaffel III M/13 im Rahmen des Wettkampfes um das SA-Sportabzeichen vor sich. Die Bedeutung dieses Kampfes liegt besonders darin, daß sich in der Motorstaffel III M/13 auch ganz hervorragende Fahrer befinden, die u.a. bei den Hansafahrten, der Westküstenfahrt über lange Strecken, der Eutin-Fahrt in ihrer Klasse von 23 goldenen Medaillen sieben goldene Plaketten herausgefahren haben.

Es findet eine Erkundungsfahrt von 90 Kilometern mit Start in Stapelfeld und Ziel beim Kurhaus Oldesloe über sehr schwierige und auch leichtere Strecken statt, von Mannschaften zu dreien und Einzelkrafträdern und auch Autoeinzelfahrern gefahren. Neben diesem Rennen findet weiter eine Marschleistungsprüfung über 25 Kilometer mit 25 Pfund Sandsackbelastung statt sowie ein Schießwettkampf auf dem Bürgerpark. An allen diesen Veranstaltungen nehmen Gliederungen der NSDAP sowie die benachbarten Motorstaffeln der Motorstandarte 13 (Segeberg, Altona bis Blankenese) teil.

Zur festlichen Gestaltung dieses großen Wettkampfes wird der Musikzug der Motorstandarte 13 auf dem Marktplatz sowie auf dem Konzertplatz des Kurhauses spielen. Für die Bedeutung dieser sportlichen Veranstaltung spricht ferner der Umstand, daß für die Tombola gestiftet sind: Eine kostenlose achttägige Reise nach Stockholm, eine ebensolche nach Southampton und die Stiftung einer weiteren größeren Seereise steht noch aus. Um möglichst allen Kreisen der Volksgenossen das Miterleben dieses Sporttages zu ermöglichen, sind Vorkehrungen dahingehend getroffen, daß Lautsprecher am Kurhaus den Einzelverlauf der Motorwettfahrt bekanntgeben und die Preise für Eintritt und Verzehr zeitgemäß niedrig gehalten werden. Die Siegerverkündung erfolgt abends 8 ½ Uhr vor Beginn des im Kurhause angesetzten Manöverballes. Also am Sonntag, dem 18. Aug., lautet die Parole: Auf zum Sportfest der Motorstaffel III M/13 des Kreises Stormarn.
OL

Mittwoch, 14. Aug. 1935
Die neuen Gegner des OSV in den Bezirksspielen.
Da in allen Bezirken Neueinteilungen vorgenommen sind, wird der OSV für die demnächst beginnenden Bezirksspiele gegen folgende Mannschaften spielen müssen: Schwerin 03, Germania Wismar, Grevesmühlen, Ratzeburg, VfL Schwerin, Lübecker Sportverein, Post Lübeck, Lübzer Sportverein, Adlero Neustadt oder LBV Phönix.
OL

Freitag, 16. Aug. 1935
OSV gegen Concordia Wandsbek
Am kommenden Sonntag empfängt der OSV als ersten Gegner die Concorden, die noch eine alte Rückspielverpflichtung zu erledigen haben. Das erste Spiel vor Jahresfrist (am 15. April 1934, d.Verf.) konnte der OSV in Wandsbek mit 3:1 für sich entscheiden. Zu Beginn der neuen Spielzeit läßt sich über die Spielstärke wenig sagen. Der OSV wird einige Umbesetzungen der Mannschaft vornehmen, von diesem und dem am nächsten Sonntag gegen den Lübzer Sportverein hier abgeschlossenen Spiel wird es abhängen, wie die Mannschaft die Punktspiele bestreiten soll. das Spiel beginnt 4.15 Uhr nachmittags.
OL

Samstag, 17. Aug. 1935
6. Oldesloer Turn- und Sportwoche
Es muß unbedingt als ein Verdienst des Stadtamtes für Leibesübungen gewertet werden, daß die diesjährige Turn- und Sportwoche, die am morgigen Sonntag eröffnet wird, ein umfang- und abwechselungsreiches Programm aufweist. Schon seit Tagen bildet dieses große sportliche Ereignis Gegenstand der öffentlichen Unterhaltung.

Die Eröffnung der Sportwoche wird mit einem großen Sondersportfest des NS-Kraftfahrerkorps eingeleitet. Als erstes ist hierbei die große Zuverlässigkeitsfahrt, an der mehrere hundert Kraftfahrzeuge teilnehmen, zu nennen. Das Ziel für die Fahrer ist vor dem Kurhaus errichtet. Neben der motorsportlichen Veranstaltung finden auch fuß- und wehrsportliche Wettkämpfe statt, von denen ebenfalls die NSKK Trägerin ist. Hier ist der besonders schwierige 25-Kilometer-Gepäckmarsch mit 25 Pfund Gepäck je Teilnehmer hervorzuheben. An diesem Marsch beteiligen sich auch die übrigen Formationen wie SA, SS und auch unser "lieber Arbeitsdienst". Es wird in etwa 20 bis 25 Mannschaften mit je vier bis sechs Mann marschiert. Das Eintreffen der ersten Mannschaften wird gegen 15 Uhr ebenfalls vor dem Kurhaus erwartet; Schluß etwa 19 Uhr. In der wehrsportlichen Sparte ist für den Angehörigen der NSKK auf dem Schießstand im Bürgerpark vorgesehen. Um 20.30 Uhr ist dann die große Siegerverkündung im Kurhaussaal, woran sich ein Militärkonzert mit Tanz anschließen wird. Das Konzert wird vom Musikzug der Motorstandarte M/13 ausgeführt, der nebenbei bemerkt, auch während der Zeit von 12 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz ein Platzkonzert veranstalten wird.

Außer diesen rein wehrsportlichen Veranstaltungen finden auf dem Bürgerpark Fußballspiele statt. Nach langer Pause wird an diesem Tage der "König Fußball" von 9 Uhr morgens bis in die späten Nachmittagsstunden durch das Feld eilen müssen.

Auch der Schieß- und Kegelsport kommt an diesem Tage schon zu seinem Recht. Ab 10 Uhr vormittags werden die ersten Kugeln bei "Prüter Hormann" rollen. Es wird dortselbst in fünf Kampfgruppen gekegelt. Die Sieger erhalten Diplome und wertvolle Plaketten.

Von 15 bis 19 Uhr findet auf den Schießständen im Bürgerpark ein öffentliches Kleinkaliberschießen um die Oldesloer Meisterschaft statt. Nebenher wird noch ein Werbeschießen für Kleinkaliber (Auflage und Freihand) verbunden mit einem Preisschießen ausgetragen. Auch hier ist der Einsatz sehr gering. Die besten Schützen sowohl im Kleinkaliber als auch im Werbeschießen erhalten Plaketten und Ehrendiplome.

Es ist also schon für den ersten Sporttag ein recht reichhaltiges Programm gegeben worden. Hoffentlich weiß die Oldesloer Einwohnerschaft diese Veranstaltungen durch zahlreichen Flaggenschmuck und reichen Besuch der Veranstaltungen selbst zu würdigen. Dann wird Bad Oldesloe bald weit über die Grenzen des Kreises Stormarn und der Provinz Schleswig-Holstein hinaus als Stadt des "wahren Sportgeistes" bekannt und als solche bewertet. Auch die sportliche Ertüchtigung der Jugend ist kein Selbstzweck, sondern sie dient dem Volke! Darum: Auf nach Bad Oldesloe zur großen 6. Turn- und Sportwoche!
OL

Sonntag, 18. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Erster Tag
Bei dem herrlichen Wetter wurde die 6. Turn- und Sportwoche in Bad Oldesloe mit dem Sportfest des NS-Kraftfahrerkorps eröffnet. Im Rahmen dieses Tages wickelte sich zur gleichen Zeit der Reichswettkampf der SA ab. Auf großen Lastwagen durchführen die SA-Stürme die Stadt und sangen alte Kampflieder. Leider hat die Oldesloer Einwohnerschaft es wieder einmal gründlich vergessen, aus Anlaß dieses Tages Flaggenschmuck anzulegen. Ein Lastwagen mit Angehörigen der HJ sah sich deshalb veranlaßt, durch die Straßen der Stadt zu fahren und durch lautes Rufen "Fahnen heraus!" auf das Versäumte hinzuweisen. Als nächstes ist dann das Platzkonzert auf dem Marktplatz hervorzuheben, das von der Standartenkapelle M/13 ausgeführt wurde. Um 15 Uhr erschienen dann die ersten Teilnehmer der Zuverlässigkeitsfahrt des NS-Kraftfahrerkorps. Das Eintreffen der übrigen Teilnehmer vollzog sich in der Zeit bis etwa 19 Uhr.

Beim Kleinkaliberschießen des Schießklubs blieb allerdings der erwartete Erfolg aus. Die Teilnahme war schwach. Da sich das Schießen noch während der Woche am Mittwoch, Samstag und Sonntag fortsetzt, werden alle Interessierten nochmals ersuicht, sich recht zahlreich an den folgenden Schießen zu beteiligen. Abends fand dann im Kurhaussaal die Siegerverkündung für das NSKK-Sportfest statt, woran sich ein Konzert mit Tanz anschloß. Der erste Tag der Sportwoche ist also ein voller Erfolg gewesen und wir hoffen das gleiche von den noch folgenden Tagen.
OL

Sonntag, 18. Aug. 1935
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - Concordia Wandsbek 2:0
Auf dem Exer rollte nach langer zwangsweisen Ruhepause wieder der Fußball. Der OSV trug insgesamt fünf Spiele aus und konnte sämtliche erfolgreich gestalten. Es siegten: die Ligamannschaft gegen Concordia mit 2:0, die Reserve (in der angekündigten Aufstellung Stapelfeld - Peters, Meyer - Michels, Meinke, Emil Witt - Behre, Schulze, Möller, Lehrmann, Ewald Feddern - Ersatz: Botje, Dubslaff) gegen Concordia II mit 5:1, die Schülermannschaft gegen Holstein Segeberg mit 5:2 und die erste Knaben gegen Segeberg mit 3:0.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Karl Wolherr - Grote, Helmut Schweim, Helmut Krohn - Paul Drews, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Willy Schlüter, Gustav Lüthje - Ersatz: Herbert Busch

Sonntag, 18. Aug. 1935
Im Rahmen eines Sondersportfestes veranstaltete die Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps-Motorstaffel M/13 im Kreise Stormarn eine motorsportliche Marsch- und Schieß-Leistungsprüfung. Es nahmen sämtliche Gliederungen der Partei daran teil. Die eigentliche Trägerin der Veranstaltung war die NSKK Staffel 3 M/13. Die motorsportliche Aufgabe sah folgendes vor: 11 Uhr: Appell der Geländefahrer in Stapelfeld. Die Fahrt stellte eine Zuverlässigkeits- und Erkundungsfahrt dar. Die zu bewältigende Strecke bestand aus ausgesucht schwierig befahrbaren Wegen mit dem Ziel in Bad Oldesloe in der Kurparkallee.

Die Marschteilnehmer starteten um 11 Uhr zu einem 25-Kilometer-Gepäckmarsch mit 25 Pfund Gepäck je Teilnehmer in Delingsdorf. Der Marsch ging über Mollhagen; er endete im Kurpark in Bad Oldesloe. Trotz der sengenden Mittagssonne hielten die Teilnehmer ausnahmslos glänzend durch. Das Mannschaftsschießen auf den Schießständen am Exer dauerte von 7 bis 12 Uhr. 21 Mannschaften zeigten ihr Können.
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Sonntag, 18. Aug. 1935
Sportabteilung Kegeln
Das anläßlich der Sportwoche angesetzte Sportkegeln hatte einen sehr großen Zuspruch. Es wurde auf der Hormann'schen Bahn gekegelt und zwar in vier Kampfgruppen.

  • Kamfgruppe 1 (50 Wurfkegeln für sämtliche Formationen der NSDAP): 1. Willy Drews, Fliegersturm, 373 Holz; 2. Heinrich Fokuhl, NSDAP, 359 Holz.
  • Kampfgruppe 2 (50 Wurfkegeln für Vereinsmitglieder über 50 Jahre): 1. Willy Schlüter 349 Holz; 2. August Schulze 342 Holz.
  • Kampfgruppe 3 (80 Wurfkegeln für Vereinsmitglieder): 1. Willy Drews 574 Holz, 2. Kurt Jacobi 572 Holz.
  • Kampfgruppe 4 (Dreier-Klubkampf): 1. Klub Trave mit Otto Drews, Willy Drews und Gustav Lüthje, 2. Acht um'n König mit Jean Prang, Kurt Jacobi und Heinrich Fokuhl.

Am kommenden Sonntag findet der Städtewettkampf Lübeck, Reinfeld, Oldesloe statt. Oldesloe hat den bereits zweimal gewonnenen Pokal zu verteidigen. Gewinnt Oldesloe diesen jetzt wieder, so geht der Pokal in das endgültige Eigentum der Oldesloer über.
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Sonntag, 18. Aug. 1935
Der frühere OSVer Pochat wurde Zweiter bei den Studenten-Weltmeisterschaften in Budapest.
Nach neuntägiger Dauer erreichten die 6. Weltspiele der Akademiker in Budapest ihren Abschluß. Dieser letzte Tag brachte auch die Entscheidung im 800-Meter-Lauf. Für diesen letzten Lauf hatten sich die beiden Deutschen Dessecker und Pochat die Teilnahme durch Siege in den Vorläufen gesichert. Außerdem waren noch vier andere Länder an diesem Entscheidungslauf beteiligt und galten der Engländer Stothart und Dessecker als Favoriten. Man erwartete deshalb einen spannenden Zweikampf zwischen diesen beiden, doch dieser blieb aus und entspann sich dafür ein schöner Endkampf zwischen Stothart und dem früherern Oldesloer Pochat, in dem der Engländer knapp in 1:36 vor dem Deutschen Sieger blieb. Der Lauf litt besonders unter einem starken Wolkenbruch.

Pochat hat sich durch diesen Erfolg wieder an die Spitze der 800-Meter-Leute gesetzt und wir hoffen, daß er bis zur Olympiade wieder ganz auf der Höhe ist und ihm endlich einmal der große Wurf gelingt. Wie wir soeben erfahren, macht Pochat, Puls und noch einige andere Leichtathleten anschließnd an den Weltspielen in Budapest eine Ungarnreise mit verschiedenen Starts und kommen sie deshalb erst am Sonntagmorgen wieder in der Heimat an, um dann anschließend nach hier zu der Sportwoche zu kommen. Hoffentlich sind sie dann nicht zu sehr "kaputt", damit wir während unserer Sportwoche spannende Kämpfe zu sehen bekommen.
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Sonntag, 18. Aug. 1935
Sportwoche des FV Preußen Reinfeld von 1909
Das war ein Wetter, so recht nach dem Herzen eines jeden Sportlers. Dann ist die Freude am Sport, am eigenen Können doppelt groß, wenn die liebe Sonne warm vom Himmel lacht. Dann zeigt auch der "Nursportliebhaber" ein reges Interesse, denn dann ist es ein wirkliches Vergnügen, den sportlichen Ereignissen zuschauen zu können. Die Meldungen am Schlußtag der Preußen-Sportwoche waren leider nicht in genügend erwünschter Zahl eingegangen. Das mag seinen Grund in Parallelveranstaltungen in mehreren benachbarten Städten gehabt haben. Schade drum, trotz allem aber waren die gezeigten Leistungen recht gut. Vor allem konnte Pöhls (Oldesloer SV) im Speerwerfen seine ganz große Klasse unter Beweis stellen. Es glückte ihm sogar, seine vorjährige Bestleistung von 53 Meter um 3 Meter zu verbessern und zwar auf 56 Meter. Eine wirklich anerkennenswerte Leistung.
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Ergebnisse der Oldesloer Teilnehmer

  • Fünfkampf, Oberstufe: 1. Pöhls, 2. Behre, 4. Hormann, 5. Dimpker
  • 100-Meter-Lauf: 1. Dimpker 11,4 Sekunden
  • Weitsprung: Pöhls 6,40 Meter
  • Hochsprung: Pöhls 1,70 Meter
  • Kugelstoßen: Pöhls 11,75 Meter
  • Speerwurf: Pöhls 56 Meter

Montag, 19. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Zweiter Tag
Von 2 bis 5 Uhr kämpften die Klassen von Obertertia bis Oberprima in 15 Spielen um die Meisterschaft der Oberrealschule. In den verflossenen acht Jahren war der Sieger immer aus der Oberstufe, gewöhnlich war die Oberprima Meister der Schule. In diesem Jahr schaffte es die UIIa unter der Führung von Lindemann in überzeugender Art und Weise und setzte sich mit zehn Punkten an die Spitze, ohne ein Spiel verloren zu haben.

Um die Oldesloer Meisterschaft im Faustball traten abends pünktlich 7 Uhr die Mannschaften des hiesigen Arbeitsdienstes, des MTV und des OSV an. Die Frauen des OSV waren in einer glänzenden Verfassung und schlugen die Mannschaft des MTV sicher mit 33:20 Punkten. Interessante Kämpfe gab es bei den Spielen der Männermannschaften. Alle ausgetragenen Spiele zeigten, daß die Mannschaften fast gleich spielstark sind, denn es waren bei den Endergebnissen nur ganz geringe Punktvorsprünge beim Sieger zu verzeichnen. Als ernsthafte Anwärter auf die Meisterschaft kommen OSV-Liga, Arbeitsdienst I und MTV II in Frage. Der vorjährige Stadtmeister OSV-Liga schlug die vorzügliche Mannschaft des MTV und des Arbeitsdienstes I mit je 20:18 Punkten und steht mit vier Punkten nun an der Spitze. Die anderen Spiele zeigten folgende Ergebnisse: Arbeitsdienst I gegen MTV I 29:25, MTV II gegen Arbeitsdienst II 23:15, Arbeitsdienst I gegen OSV II 29:25, MTV I gegen Arbeitsdienst II 25:27.
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Dienstag, 20. Aug. 1935
Ein wertvoller Pokal wurde von der Stadtverwaltung als Wanderpreis für die anläßlich der Oldesloer Sportwoche durchzuführenden Vereinsmeisterschaften gestiftet. Da sich schon vier Mannschaften für den Wettkampf angemeldet haben, so sind bestimmt große Kämpfe am kommenden Sonntag zu erwarten. Der Pokal ist im Schaufenster des Sporthauses Jürgens, Hindenburgstraße, ausgestellt.
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Dienstag, 20. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Dritter Tag
Das Faustballturnier um die Oldesloer Meisterschaft wurde fortgesetzt. Auch dieser Abend ergab interessante Kämpfe. Die Mannschaften des OSV I und des Arbeitsdienstes I, die als Favoriten gelten, konnten ihre Spiele siegreich beenden. Beide Mannschaften haben jetzt sechs Punkte, der Arbeitsdienst hat jedoch ein Spiel mehr. OSV I steht ungeschlagen an der Spitze.

Im ersten Gang spielte MTV II gegen Arbeitsdienst I. Hier siegte der Arbeitsdienst sicher mit 25:14 Punkten und im Spiel OSV II gegen Arbeitsdienst II siegte ebenfalls der OSV sicher mit 29:19 Punkten. Im zweiten Gang siegte der OSV I gegen den Arbeitsdienst II überzeugend mit 32:13, während sich bei dem Spiel OSV II gegen MTV I keine Differenz im Resultat ergab. Das Spiel war ausgeglichen und wird aus dem Grunde am Donnerstag bei den Schlußspielen wiederholt. Im dritten Gang spielte die erste und zweite Mannschaft des MTV und des Arbeitsdienstes untereinander. In den beiden Spielen siegten die ersten Mannschaften über die zweiten: MTV I gegen MTV II 18:17 und Arbeitsdienst I gegen Arbeitsdienst II 23:16.
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Mittwoch, 21. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Vierter Tag
Auch der Mittwochnachmittag brachte interessanten Sport. Von 15 bis 19 Uhr knallten die Kleinkaliberbüchsen auf dem Schießstand und war in der Schützenhalle bei Hormann reger Betrieb. Es wurde das Schießen um die Oldesloer Meisterschaft fortgesetzt. Die Beteiligung war bedeutend größer wie am vorhergehenden Sonntag und wurden auch gute Ergebnisse erzielt, doch können wir erst nach Abschluß des Schießens am Sonntag hierüber genauere Ergebnisse bringen. Am Sonntag beginnt um 8 Uhr morgens das Pokalschießen und nachmittags um 2 Uhr die Endkämpfe im Meisterschaftsschießen.

Um 6 Uhr nachmittags begannen die Faustballspiele der Jugendlichen. Hierbei konnte die Mannschaft des OSV einen überlegenen Sieg über die zweite Mannschaft des OSV und über den MTV feiern. Besonders in dem letzten Spiel OSV I gegen MTV I kam die Überlegenheit sehr zum Ausdruck. Die OSVer führten bei der Halbzeit 18:1 (!) und siegten am Schluß mit 36:6.

Abends fand noch ein leichtes Training der Arbeitsgemeinschaft für den Hauptkampftag am 25. Aug. statt. Es wurden noch einmal die Staffeln usw. geübt.
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Mittwoch, 21. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Vorschau
Am Freitag steigt die "Gemischte Staffel". Diese Staffel ist für Oldesloe etwas ganz Neues; sie setzt sich aus folgenden Strecken zusammen: Zuerst zweimal 150-Meter-Schwimmen (Start beim Felsen), dann 800-Meter-Lauf und zum Schluß 4 mal 100-Meter-Staffel. Ziel ist bei der Eiche. Es beteiligen sich an der Staffel der MTV, der OSV und der Arbeitsdienst. Vor der Hauptstaffel kämpfen die Jugendmannschaften des MTV und des OSV um den Sieg auf derselben Strecke.
Auch der Hamburger Sportverein meldete noch in letzter Minute einige bekannte Leichtathleten für unsere diesjährige Turn- und Sportwoche. Für die Einladungskämpfe wurden im 100-Meter-Lauf Schein, Plötz, Steigerthal und Brodberg; im 800-Meter-Lauf Brodberg und Steigerthal gemeldet; außerdem eine 4 mal 100-Meter-Staffel und eine Schwedenstaffel. Nach langen Jahren wird die Sportstadt Oldesloe endlich einmal wieder ein richtiges Sportfest erleben. Soviele gute Meldungen haben wir lange nicht gehabt. Insgesamt sind für den kommenden Sonntag etwa 250 Nennungen eingegangen, darunter neben dem HSV, Eimsbütteler Turnerbund, LBV Phönix Lübeck, Lübecker Turnerschaft, Preußen Reinfeld, Turnerbund Hamburg-Eilbek, Travemünde, Winterhuder-Eppendorfer Turnverein, Ahrensburger Sportklub, Mölln und Oldesloe. Außerdem sind noch viele Einzelmeldungen von guten Sportlern eingegangen.

Also, am kommenden Sonntag auf zum Exer! Dort bekommt ihr Sievert, Pochat, Schein, Plötz, Steigerthal, Puls und viele andere "Kanonen" zu sehen!
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Donnerstag, 22. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Fünfter Tag
Der Tag brachte die Entscheidungen im Faustballturnier um die Oldesloer Meisterschaft. Auf dem Exer hatten sich viele Zuschauer eingefunden, um die Endspiele zu sehen. Alle kamen auch auf ihre Kosten, denn es wurden schöne Spiele gezeigt. Mit besonderem Interesse wurden die Spiele der ersten Mannschaft des OSV verfolgt, denn diese Mannschaft war der Favorit. Ungeschlagen wurde OSV I auch Meister in diesem Faustballturnier. Diese Mannschaft setzte sich nur aus Spielern der Liga zusammen und gibt uns den Beweis, daß die Liga nicht nur Meister im Fußball werden kann, sondern auch auf anderen Gebieten des Sports Großes zu leisten vermag. Folgende fünf Spieler haben die Liga zum Sieg und Stadtmeister verholfen: Drews, Wolherr, Schweim, Grote, Kock. Wir gratulieren!

Nun zu den Spielen. Es spielten zuerst MTV II gegen OSV I. In überlegenem Spiel gewann die erste Mannschaft des OSV mit 29:14. Dann spielte die zweite Mannschaft des OSV gegen die zweite Mannschaft des MTV. Auch hier konnte der OSV überlegen mit 23:13 den Sieg erringen. Im dritten und letzten Spiel dieses Turniers standen sich dann die beiden Mannschaften des OSV gegenüber. Hier gab es einen harten und ausgeglichenen Kampf, den die erste Mannschaft mit 20:16 für sich entscheiden konnte und somit ungeschlagener Meister im Faustballturnier wurde. Die erste Mannschaft des MTV hatte nur drei Mann zur Stelle und mußte die noch ausstehenden Spiele gegen OSV II und Arbeitsdienst I kampflos abgeben. Den zweiten Platz besetzt die erste Mannschaft des Arbeitsdienstes, die sich sehr gut geschlagen hat und nur ein Spiel gegen OSV I verloren hatte. Die Mannschaft besitzt zwei erstklassige Vorderspieler und ist sehr schwer zu schlagen.
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Freitag, 23. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Sechster Tag
Zahlreiche Zuschauer hatten sich auf dem Exer eingefunden, um die "Gemischte Staffel" zu sehen. Diese Staffel wurde zum ersten Mal in Oldesloe gelaufen und fand allseitigen Anklang. Zuerst wurden die Jugendmannschaften des MTV und des OSV zum Start gelassen und es entspann sich ein fast ausgeglichenes Rennen zwischen den Schwimmern, nur mit zwei Metern Vorsprung wurden die Hölzer gewechselt. Dieser Wechsel klappte beim MTV sehr gut, während sich beim OSV das Staffelband verknotet hatte und somit kostbare Meter geopfert wurden. Dieser Vorsprung wurde durch den MTV-Läufer noch vergrößert und damit war der Sieg schon errungen.

Kaum war diese Staffel durchgelaufen, strömten alle Zuschauer wieder zur Badeanstalt, um nun das Hauptrennen zu sehen. Diese Staffel wurde von je einer Mannschaft des Arbeitsdienstes, des MTV und OSV gelaufen. Pünktlich um 7.30 Uhr knallte der Startschuß und drei Schwimmer stürzten sich in die Fluten. Es schwammen Schröder (für den MTV), Soltau (für den OSV) und ein Angehöriger des Arbeitsdienstes. Der MTVer Schröder und der Arbeitsdienstmann lagen fast bis zur Wechselmarke Brust an Brust. Soltau hielt sehr gut den Anschluß und kam beim Endspourt auf etwa eineinhalb Meter heran. Nun übernahmen Hormann (MTV), der Arbeitsdienst und Stapelfeldt (OSV) die Staffelhölzer. Dem OSV gelang es gleich mit großen Zügen, an dem Arbeitsdienstmann vorbeizukommen und es entspann sich nun ein großes Rennen zwischen Hormann und Stapelfeldt. Der erwartete Vorsprung des MTV blieb aus, der OSVer ließ ihn nicht weg. Nur mit zwei Metern Vorsprung gab der MTV den Stab an den Klieboldt, den 800-Meter-Läufer. Als Dimpker vom OSV dann den Stab erhielt, war Klieboldt schon 30 Meter weg. Doch nun zeigte sich, wer der bessere 800-Meter-Läufer war. Dimpker überholte Klieboldt bei etwa 300 Metern und hatte am Ziel 20 Meter Vorsprung. Nun folgten die vier Läufer zu je 100 Meter. Für den OSV wurde diese Strecke von Schlüter, Wolherr, Kock und Behre gelaufen, die dann noch einige Meter aufholten und dem OSV in der guten Zeit von 6:44,0 Minuten vor dem MTV in 6:53,2 Minuten und dem Arbeitsdienst in 6:58,4 zum sicheren, jedoch von niemand erwarteten Sieg verhalfen.

Im Anschluß an die Staffel spielten dann noch die Damenmannschaften des MTV und OSV ihr zweites Faustballspiel im Rahmen der Sportwoche. Konnten in dem ersten Spiel die OSV-Damen einen sicheren Sieg mit 30:11 Punkten erringen, so mußten sie sich nun knapp mit 21:22 Punkten geschlagen bekennen.
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Freitag, 23. Aug. 1935
Turn- und Sportwoche
Vorschau
Bereits seit neun Jahren wird in Oldesloe eine Turn- und Sportwoche durchgeführt und zwar mit solchem Erfolge, daß diese Veranstaltung in allen Turn- und Sportkreisen der Provinz bestens bekannt geworden ist.

Auch in diesem Jahre ist eine solche Turn- und Sportwoche angesetzt. Wir befinden uns mitten in dieser Woche. Aber noch nie waren soviel Meldungen von auswärtigen Spitzenvereinen eingegangen wie in diesem Jahre. Wir werden deshalb am 25. Aug., dem Hauptkampftag, Leistungen erleben, wie sie bisher hier noch nicht geboten wurden. Es sind etwa 250 Meldungen aus allen Gauen eingegangen, darunter Leichtathleten von Weltruf, ja sogar der Weltrekordmann, der Eimsbütteler Hans-Heinrich Sievert, der beste Sportler der Welt, hat sein Erscheinen zugesagt. Außerdem werden wir Gelegenheit haben, unseren beliebten, früheren Oldesloer Pochat laufen zu sehen, der am letzten Sonntag bei den Weltmeisterschaften Zweiter wurde. Dann noch ein sportlicher Leckerbissen: Der berühmte Hamburger Sportverein hat seine Rennmannschaft Schein, Plötz und Steigerthal gemeldet und wird seine 4 mal 100-Meter-Meisterstaffel laufen lassen. Sodann sind noch folgende Namen zu nennen: Puls, Jensen, Glüsing, Brodtberg, Pöhls usw. Jeder Sportinteressierte weiß, daß Oldesloe solche Meister hier noch nicht sah. Die Kämpfe beginnen morgens 9 Uhr und dauern bis 12 Uhr. Um 2 Uhr beginnen die Hauptkämpfe der "Kanonen". Um 4 Uhr findet ein Ligaspiel gegen LSV statt und bei "Hormann" der Städte-Kegelkampf Oldesloe, Lübeck, Reinfeld. In der Schießhalle wird die Oldesloer Meisterschaft ausgeschossen.

In gegebener Veranlassung teilen wir noch mit, daß am kommenden Sonntag der Bürgerpark von morgens 8 Uhr bis abends 6 Uhr abgesperrt ist. Der Eintritt zu dem großen Sportfest ist sehr gering und beträgt für Erwachsene 30 Pfennig und für Jugendliche 15 Pfennig einschließlich Sportgroschen. . Programme, die gleichzeitig zum Eintritt berechtigen, sind im Stadtamt für Leibesübungen erhältlich.

Am Samstagnachmittag um 5 Uhr treffen sich alle Sportler und Hilfskräfte, die irgend Zeit haben, auf dem Exer, um dort den Platz und die Laufbahn gründlich zu überholen und zu kreiden. Die 100-Meter-Laufbahn muß noch einmal gesprengt und gewalzt werden. Es sind deshalb Gießkannen mitzubringen. Wir müssen am Sonntag einen vorschriftsmäßigen Sportplatz aufweisen können. Gleichzeitig wird noch einmal darauf hingewiesen, daß das Befahren der Sportplatzanlagen mit Autos, Fahrrädern und Kinderwagen strengstens verboten ist. Wer diesen Hinweis nicht befolgt, wird der Polizeibehörde zur "weiteren Behandlung" übergeben.
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Samstag, 24. Aug. 1935
Fahnen heraus!
Morgen ist der letzte Tag der 6. Turn- und Sportwoche, an dem unsere Stadt mit Rücksicht auf die umfangreiche Spielfolge einen sehr starken Fremdenbesuch aufweisen wird. Hoffentlich braucht die Hitlerjugend an diesem Tage nicht wieder durch die Stadt zu fahren, um die Einwohnerschaft auf eine ihrer vornehmsten Pflichten aufmerksam zu machen. Es ist doch eigentlich selbstverständlich, daß an solchen ereignisreichen Tagen die ganze Stadt ein Flaggenmeer zu sein hat. Deshalb: Fahnen heraus!
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Samstag, 24. Aug. 1935
Turn- und Sportwoch
Bad Oldesloe, als Sportstadt weit über seine Grenzen hinaus bekannt, veranstaltet auch wieder in diesem Jahre seine bekannte Turn- und Sportwoche. Seit neun Jahren wird diese Veranstaltung mit gutem Erfolg durchgeführt. In diesem Jahre scheint dieselbe zu einem Großereignis der Leichtathletik zu werden, denn Sportvereine und Leichtathleten von Weltruf haben ihre Meldungen abgegeben. Oldesloe wird am Sonntag als Abschluß der diesjährigen Sportwoche einen großen Tag erleben wie nie zuvor!

Schon der erste Sonntag der Sportwoche bot ganz interessante und spannende Kämpfe auf dem Gebiete des Motor- und Wehrsports beim Sondersportfest des NS-Kraftfahrerkorps. Man sah harte Kämpfe beim Fußballturnier der Jugendlichen und beim Ligaspiel OSV gegen Concordia Wandsbek, desgleichen auf den Schießständen und Kegelbahnen. Alles aber wird bei weitem durch das große Leichtathletikfest am morgigen Sonntag weit übertroffen. Über 250 Nennungen sind aus allen Gauen eingegangen. So z.B. hat der Eimsbütteler Turnerbund den Weltrekordmann Sievert, den früheren Oldesloer Pochat, Puls, Schröder, Meyer, Jensen und neben zwei Staffelmannschaften eine Mannschaft für den Vereinswettkampf gemeldet. Dann hat in letzter Minute noch der HSV seine "Kanonenmannschaft" Schein (1934 Deutscher Meister im 200-Meter-Lauf), Plötz (Hamburger Meister 1935 im 400-Meter-Lauf), Steigerthal (Nordmarkmeister 1935 im 400-Meter-Lauf, Vierter bei den Studentenweltmeisterschaften in Budapest), Brodberg und zwei Staffelmannschaften zugesagt. Außerdem sind vertreten der Winterhuder-Eppendorfer TV, der Turnerbund Hamburg-Eilbek und Meldungen aus Ahrensbureg, Kiel, Mölln, Travemünde, Reinfeld, Trittau usw. Von den Lübecker Vereinen haben nur der LBV Phönix mit einem starken Aufgebot, der Lübecker Sportverein sowie die Lübecker Turnerschaft gemeldet.

Die Kämpfe der männlichen und weiblichen Jugend für das zweite Kreisjugendsportfest beginnen morgens um 9 Uhr. Die Jugendlichen tragen Kugelstoßen, Weit- und Hochsprung, Diskus- und Speerwerfen, 100, 800, 1000, 1500-Meter-Läufe und 4 mal 100- sowie 3 mal 1000-Meter-Staffeln aus. Für den Vereinswettkampf, an dem sich Mannschaften des Eimsbütteler Turnerbundes, des Hamburg-Eilbeker TV, des Phönix Lübeck, der Lübecker Turnerschaft und des Oldesloer Sportvereins beteiligen, sind folgende Kämpfe ausgeschrieben: 100, 800, 3000-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, Keulenweitwurf und eine 4 mal 100-Meter-Staffel. Hier sind interessante Kämpfe zu erwarten. Für den Sieger hat die Stadt Bad Oldesloe einen wertvollen Wanderpokal gestiftet.

Am Nachmittag steigen die Einladungskämpfe über 100, 800, 3000-Meter-Lauf, Hochsprung, Speerwerfen und den zwei Staffeln über 4 mal 100 Meter und die Schwedenstaffel (100, 200, 300, 400 Meter). In all diesen Wettbewerben sind bestimmt spannende Kämpfe zu erwarten, treffen sich doch z.B. im 100-Meter-Lauf die HSVer Steigerthal, Schein und Plötz mit dem Eimsbütteler Jensen und den Lübeckern Glüsing, Spuhn und Schug.

Im 800-Meter-Lauf wird es ein schönes Rennen zwischen dem früheren OSVer Pochat und dem Hamburger Steigerthal geben. Aber auch der Phönixer Köhne ist nicht zu unterschätzen (zehn Meldungen). Im 3000-Meter-Lauf wird der Sieger nur Puls (Eimsbüttel) heißen. Auch im Hochsprung sind gute Meldungen abgegeben, u.a. Pöhls (OSV), Meyer und Schröder (Eimsbüttel), Böttcher, Hinrichsen, Hastedt und Behrens von Phönix Lübeck; ebenfalls können die LTer Raabe und der Phönixer Wolgast in die Entscheidung eingreifen. Das Kugelstoßen wird wohl eine sichere Beute von Hans-Heinrich Sievert. Für diesen Wettbewerb sind ebenfalls elf Meldungen eingegangen. Im Speerwerfen wird es einen interessanten Kampf zwischen dem Oldesloer Pöhls und Sievert geben.

Mit besonderer Spannung wird auch das Fußballspiel OSV gegen Lübecker Sportverein, welches nachmittags 4 ½ Uhr beginnt, erwartet. Außerdem findet ein internes Tennisturnier des Tennis-Teutonia auf den Plätzen im Kurpark sowie ein Kegel-Städtewettkampf Lübeck, Reinfeld, Oldesloe und ein Kleinkaliberschießen um die Meisterschaft von Oldesloe auf den Ständen im Bürgerpark statt.

Alle Sportfreunde werden am morgigen Sonntag in Oldesloe in allen Sparten des Sports, insbesonders in der Leichtathletik, Bestleistungen zu sehen bekommen und kann deshalb ein Besuch der Veranstaltungen nur empfohlen werden.
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Sonntag, 25. Aug. 1935
Glänzender Abschluß der diesjährigen Sportwoche!
Der Exer erlebte einen ganz großen Tag. Etwa 1500 bis 2000 Zuschauer waren erschienen, um den Großkampftag der Leichtathleten zu sehen und keiner wurde enttäuscht. Allerdings suchte man den bestimmt erwarteten Hans-Heinrich Sievert vergeblich, aber man hatte schon am Samstag durch das Radio gehört, daß Sievert in Finnland am Länderkampf teilnimmt und das tröstet manchen enttäuschten Zuschauer auch, denn letzten Endes geht ein Länderkampf doch vor. Sonst waren alle gemeldeten Leichtathleten von Hamburg und Lübeck fast vollzählig erschienen; auch war das Wetter das denkbar schönste für ein solches Fest.

Pünktlich um 9 Uhr fiel der erste Startschuß und die Wettkämpfe begannen. Vormittags wurden die Vereinswettkämpfe der Jugendlichen ausgetragen. Dieser Kampf wurde mit Interesse verfolgt, denn hier hatte der Eimsbüttler Turnverband, der LBV Phönix, der Eilbeker Turnverein und die Arbeitsgemeinschaft Oldesloe je eine Mannschaft ins Rennen geschickt. Alle gemeldeten Mannschaften hatten ihr stärkstes Aufgebot am Start.

Schon der 100-Meter-Lauf zeigte die Überlegenheit des ETV, denn hier siegte Jensen in 11,3 Sekunden, Tietjen (Eilbek) lief 11,6 und Hormann, Behre und Dimpker (Oldesloe) sowie Glüsing (Phönix) liefen je 12 Sekunden. Im 800-Meter-Lauf siegte unangefochten unser Pochat (ETV) in 2:02,7 Minuten vor Köhne (Phönix), Dimpker und Bohn (Eilbek).

Der 3000-Meter-Lauf brachte eine Überraschung, denn hier siegte Lütt (Phönix) über Estorf (Eimsbüttel) und Klieboldt (Oldesloe) sowie Becker (Eilbek). Die 4 mal 100-Meter-Staffel wurde wieder eine Beute des ETV, der 46,4 Sekunden benötigte. Zweiter wurde Phönix in 47,2, dann folgten Oldesloe 47,4 und Eilbek mit 47,8 Sekunden. Im Keulenweitwurf siegte Schröder (Eimsbüttel) mit einem Prachtwurf von 61,20 vor Goerke (Eilbek) mit 56,50 Meter, Behre (Oldesloe) 56,10 Meter und Fuchs (Phönix) 51 Meter.

Im Speerwerfen feierte Pöhls einen überlegenen Sieg und konnte 100 Punkte wieder gut machen. Pöhls warf 54,40 Meter. Auch im Weitsprung siegte Pöhls mit 6,30 Meter vor Helm (Eimsbüttel) 6,14 Meter. Im letzten Wettbewerb um den Vereinspokal, dem Kugelstoßen, siegte wieder der Eimsbütteler Meyer und sicherte damit seiner Mannschaft den Sieg. Meyer stieß die Kugel 12,27 Meter.

Gesamtsieger in diesem Vereinswettkampf wurde also Eimsbüttel mit 5387,50 Punkten vor Oldesloe mit 5125,70 Punkten.

Dieser Vereinswettkampf (mit Ausnahme des Keulenweitwurfs) wurde von den Leichtathleten des OSV mit besonderem Interesse verfolgt, wollten diese doch einen neuen deutschen Rekord im Vereinswettkampf aufstellen. Oldesloe gehört zur Klasse C. Der Rekord in dieser Klasse wurde bisher von SV Bohna in Sachsen gehalten. Der Oldesloer Sportverein schaffte es auf 4528,7 Punkte und überbot den bisherigen Rekord um ca. 200 Punkte. Wir gratulieren zur Deutschen Meisterschaft!

Nachmittags stiegen die Einladungskämpfe mit den "Kanonen". Besonders die HSVer Schein, Steigerthal und Plötz wurden viel bewundert. Schein gewann den 100-Meter-Lauf in 11,1 Sekunden spielend vor Plötz, Steigerthal und Jensen (Eimsbüttel). Auch die Staffeln wurden vom HSV überlegen gewonnen.
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Sonntag, 25. Aug. 1935
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - Lübecker SV 2:2
Als Abschluß der Oldesloer Turn- und Sportwoche wurde ein Fußballspiel OSV Liga gegen LSV Liga ausgetragen. Das Spiel endete unentschieden 2:2. Die Oldesloer Mannschaft konnte nicht gefallen.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, - Willy Schlüter, Gustav Lüthje, Grote, Wilhelm Stäcker, Paul Drews

Sonntag, 25. Aug. 1935
Tennis-Teutonia gewann gegen Tennisverein Oldenburg-Neustadt mit 18:5
Im Rahmen der Oldesloer Turn- und Sportwoche hatte der hiesige Tennisverein Teutonia den Tennisverein Oldenburg-Neustadt zu Gaste. Bei dem schönen Wetter wurden im Kurpark interessante und spannende Kämpfe ausgetragen. Als Sieger aus dem Wettstreit ging der Oldesloer Tennisverein Teutonia mit 18:5 Punkten bei 38:14 Sätzen und 288:181 Spielen hervor.
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Sonntag, 25. Aug. 1935
Kegel- und Schießsport im Rahmen der Oldesloer Sportwoche
Während auf den Schießständen auf dem Exer eifrig geschossen wurde, wickelte sich auf der Hormann'schen Kegelbahn ein interessanter Kegelsportkampf ab und zwar in Form eines Städtepokalkampfes zwischen Lübeck, Reinfeld und Oldesloe. Von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends wurde um den Sieg gekämpft. Bis nachmittags 5 Uhr lag Lübeck mit einem Holz im Vorteil. Den guten Werfern der Hiesigen gelang es im Endkampf aber doch noch, den Sieg für Oldesloe sicherzustellen. Damit wurde der wertvolle Pokal zum dritten Male gewonnen und geht damit in den endgültigen Besitz des Oldesloer Keglervereins über. Das Gesamtergebnis lautet: Oldesloe 7055 Holz, Lübeck 7038 und Reinfeld 6914 Holz. Die besten Einzelleistungen zeigten für Oldesloe: Fahl mit 728 Holz, für Lübeck Heel mit 722 Holz und für Reinfeld Wilhelm Maaß mit 721 Holz.

Auch das Schießen auf dem Exer zeigte bei außerordentlich reger Beteiligung folgende Ergebnisse im Pokalschießen 1935 (15 Schuß liegend, knieend und stehend):

  • 1. Schießklub Oldesloe 656 Ringe (bester Schütze Ruge 146 Ringe)
  • 2. Postsportverein Oldesloe 555 Ringe (Scheele 120 Ringe)
  • 3. Reservesturm 550 Ringe (Braasch 132 Ringe)


Meisterschaft 1935 von Oldesloe (Kleinkaliber, 9 Schuß, liegend, knieend und stehend):

  • 1. Ruge 91 Ringe
  • 2. Bollow 88 Ringe
  • 3. Bölck 83 Ringe

Freier Wettbewerb (Kleinkaliber, Freihand, 3 Schuß):

  • 1. Ruge 35 Ringe
  • 2. Bollow 33 Ringe
  • 3. Maschmann 33 Ringe

Freier Wettbewerb (Kleinkaliber, Auflage, 3 Schuß): Ruge, Manzel, Kock und Vanselow je 36 Ringe.

Die Siegerverkündung und die Verteilung der Preise erfolgte um 9 Uhr in Hormanns Gastwirtschaft durch Oberturnlehrer Ohrt als Vertreter der Stadt. Herzlichst begrüßte er die Lübecker und Reinfelder Kegler und gab sein Urteil dahin ab, daß in beiden Fachschaften recht beachtenswerte Leistungen zu sehen waren. In seiner bekannten offenen Weise hielt er aber auch nicht damit zturück, was noch an Besserungen zu wünschen ist. Dann erfolgte mit herzlichen Glückwünschen an die Sieger die Übergabe der Pokale, Medaillen und Diplome. Er schloß mit einem dreifachen "Sieg Heil" auf den Führer als ersten Förderer des deutschen Sports die Siegerverkündung.
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Sonntag, 25. Aug. 1935
Der Oldesloer MTV beim Jubiläums-Schwimmfest des Segeberger MTV
Der MTV Segeberg von 1860 eröffnete seine 75-Jahr-Feier mit einem wohlgelungenen Schwimmfest. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die gemischte Staffel durch den großen Segeberger See mit anschließendem Lauf durch die Stadt. Von den fünf gestarteten Mannschaften konnten die Segeberger die Staffel als erste beenden.

An den Einzelwettkämpfen nachmen auch einige Turner vom Oldesloer Männerturnverein teil, die erfreuliche Siege mit nach Hause bringen konnten. Der Jugendliche J Thiede wurde Zweiter im 100-Meter-Seiteschwimmen in der recht guten Zeit von 1:45 Minuten. Im 100-Meter-Brustschwimmen der Männer kam es zu einem interessanten Dreikampf zwischen Löntz (Dritter bei den Gaumeisterschaften im 200-Meter-Brustschwimmen), Stauffer und Hormann, den der Segeberger Löntz in der sehr guten Zeit von 1:24,3 Minuten vor dem Oldesloer Hormann und Stauffer (Segeberg) gewann. Im 100-Meter-Seiteschwimmen wurde Hormann erster Sieger mit 1:30,4 Minuten, desgleichen im 100-Meter-Rückenschwimmen mit 1:41 Minuten vor Stauffer. Das 100-Meter-Lagenschwimmen konnte Löntz knapp mit 1:41,4 Minuten vor Hormann gewinnen.
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Donnerstag, 29. Aug. 1935
OSV-Frauenabteilung
Morgen, Freitag, abends 8 ¼ Uhr, beginnen wieder die regelmäßigen Turnabende der Frauenabteilung des Oldesloer Sportvereins in der Turnhalle der Oberrealschule. Ein zahlreiches Erscheinen zu diesen Turnabenden wird erwartet. Neuanmeldungen werden auch dort entgegengenommen.
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Samstag, 31. Aug. 1935
OSV gegen Lübzer SV
Am morgigen Sonntag bestreitet der OSV das erste Punktspiel der neuen Serie und trifft auf den Neuling der Bezirksligastaffel, den Lübzer Sportverein. Ursprünglich war das Spiel in Oldesloe angesetzt, wegen Platzschwierigkeiten muß der OSV nun die weite Reise nach Lübz antreten, um dort das Spiel auszutragen. Über die Spielstärke des Gegners läßt sich wenig sagen, aber die Oldesloer werden sich darauf gefaßt machen müssen, daß die Lübzer alles daran setzen werden, sich den Platz in der Bezirksliga gleich von Anfang an zu erhalten. Trotzdem erwarten wir den OSV in Front, die Hiesigen müßten sogar klar gewinnen, wenn eine einheitliche Mannschaftsleistung geboten wird. Abfahrt der Mannschaft vormittags 11.30 Uhr per Auto vom "Tivoli".
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Sonntag, 1. Sept. 1935
Punktspiel: Lübzer SV - Oldesloer SV 1:9
Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Martin Kock - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Herbert Busch - Willy Schlüter, Grote, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Paul Drews.

Sonntag, 1. Sept. 1935
Reichssportfest des BdM
Der BdM des Landuntergaues 185 trat in Bad Oldesloe zum ersten Male vor die Öffentlichkeit mit einem Sportfest. Punkt 15 Uhr erfolgte der Einmarsch auf dem Exer, er machte einen grandiosen Eindruck. Er war durchdrungen von guter Organisation und zeugte von einem starken Wollen der Teilnehmerinnen. Nachdem gemeinsam gesungenen Liede "Auf hebt unsere Fahnen" erfolgte die Begrüßung durch die Untergauführerin. Sodann trug ein Sprechchor die Worte Baldur von Schirachs "Und gab es niemals ein Gelingen, wir glauben doch an unsern Staat" vor. Dann folgten die sportlichen Leistungen. Die Körperschule der gesamten Teilnehmerinnen und die sportlichen Leistungen waren ausgezeichnet. Es wäre verfehlt, einzelne Leistungen herauszustellen. Sämtliche Übungen, ob Mannschaftsmehrkampf der Mädel und Jungmädel, Bodenkampf, Volkstänze usw. brachten den Sportlerinnen volle Anerkennung bei. Nach der Siegerverkündung und nach dem Absingen des Hitlerjugend-Liedes erfolgte der Abmarsch. Daß auch bei der Veranstaltung trotz der ungemütlichen Vortage das echte "Hitler-Wetter" durchbrach, ist bemerkenswert.
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Sonntag, 1. Sept. 1935
Oldesloer Turner in Segeberg und Schwartau
Die Jubelfeier des 75jährigen Bestehens des Segeberger Männerturnvereins von 1860 fand ihren Höhepunkt mit den sportlichen Wettkämpfen und dem Festabend in der "Harmonie". Von den Teilnehmern des MTV von 1862 Oldesloe konnten im Zehnkampf der Männer den dritten und fünften Sieg die beiden Turner G Osterhage und Th Thomsen erringen. Im Dreikampf für Jugendliche wurde Hans Höhn fünfter Sieger; derselbe lief außerdem im 1500-Meter-Lauf in der sehr guten Zeit von 4:36,0 Minuten als Zweiter durch das Ziel. Pöhls siegte im Kugelstoßen und belegte im Fünfkampf der Männer den zweiten Platz. Im Jahrgang 1917/18 siegte Behre mit erheblichem Vorsprung vor dem Zweiten. Im Dreikampf 1919/20 siegte ebenfalls ein OSVer, Günter Pump.

An der 72-Jahr-Feier des Schwartauer Turnvereins nahmen ebenfalls einige Oldesloer teil. Im Fünfkampf der Männer erreichte G Wolff die für einen Sieg nötige Punktzahl (52 Punkte). Den 1500-Meter-Lauf der Unterstufe gewann E Klieboldt und beim 800-Meter-Lauf konnte G Wolff noch einen zweiten Platz landen.
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Dienstag, 3. Sept. 1935
OSV
Das Training für alle Fußballspieler findet ab morgen, Mittwoch, wieder in der Turnhalle der Oberrealschule statt. Beginn 8 ½ Uhr.
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Samstag, 7. Sept. 1935
OSV
Das angesetzte Bezirksspiel gegen Eutin findet nun, wie heute morgen bekannt wird, nicht statt. Die Eutiner haben auf die Zugehörigkeit zur Bezirksliga verzichtet. Eine kombinierte Mannschaft fährt nach Trittau und trägt dort ein Gesellschaftsspiel aus.
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Sonntag, 8. Sept. 1935
Trittauer SK gegen Oldesloer SV kombiniert 1:5
Der OSV weilte mit einer kombinierten Mannschaft in Trittau und schlug den dortigen Sportverein überlegen mit 5:1. - Die neu aufgestellte Jugendmannschaft des OSV machte ihr erstes Gesellschaftsspiel gegen Segeberg und gewann sehr verheißungsvoll mit 9:0.
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Oldesloer SV kombiniert (Ankündigung): Dubslaff - Eggers, Peters - Hack, Meincke, Michels - Botje, Witt, Feddern II, Lehrmann, Feddern I.

Freitag, 13. Sept. 1935
OSV gegen Germania Wismar
Am Sonntag steigt das angesetzte dritte Punktspiel des OSV gegen Germania Wismar hier auf dem Exer. Die beiden ersten Spiele haben leider nichts eingebracht. Die Lübzer sind auf ihren Antrag der Oststaffel zugeteilt worden. Der OSV ist damit die Punkte, die kostbaren acht Plustore (wer weiß, ob es das noch einmal wiedergibt) endgültig - und sein Geld vorläufig los. Die Eutiner haben es vorgezogen, freiwillig in die Kreisklasse abzusteigen, um sich nicht erst in der Bezirksliga spielerisch und finanziell zu ruinieren. Die Weststaffel ist somit auf acht Vereine reduziert.

In den letzten Spielen des OSV gegen Germania Wismar waren die Oldesloer einwandfrei die besseren. Auch im letzten Jahre scheint es den Germanen nicht besonders gut gegangen zu sein, viel fehlte nicht daran und der alte traditionsreiche Verein hätte absteigen müssen. Trotz allem wäre es verfehlt, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen, die Wismaraner sind harte Kämpfer und haben schon unter der Führung des Mittelläufers Lamm (einst der beste Läufer des Bezirks Lübeck-Mecklenburg) manchen Gegner um seine Hoffnungen gebracht.

Also OSVer! Haltet Euch ran, verschenkt darf nichts werden.

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Sonntag, 15. Sept. 1935
1. Punktspiel: Oldesloer SV - Germania Wismar 2:1 (1:1)
Nach einem harten Kampf konnte der OSV dieses Punktspiel glücklich für sich entscheiden. Wie schon berichtet, stellten die Germanen eine Kampfmannschaft, die den OSVern aber auch alles abverlangte. Nach viertelstündiger Spielzeit ging Germania durch einen Schnitzer der OSV-Hintermannschaft in Führung. Fünf Minuten später glich Stäcker durch ein glänzenden Kopfballtor aus. Germania hatte die Chance, durch einen Elfmeter wieder in Führung zu gehen, doch der OSV-Torwart hielt den Ball.

Nach Halbzeit, der OSV nur mit zehn Mann, wurde mit aller Macht üm die Führung gekämpft. Das Spiel wurde härter. Die Regelwidrigkeiten häuften sich, und eine dieser Entgleisungen wurde den Germanen zum Verhängnis. Ein Strafstoß von rechts brachte dem OSV das Führungstor. In beiden Strafräumen ging es abwechselnd sehr "hoch" her. Die Germanen verschuldeten ebenfalls einen Elfmeter, aber die Oldesloer konnten auch diese Möglichkeit nicht ausnutzen. Es blieb bei dem glücklichen 2:1 und zum Schluß war alles froh, daß die Sache ein Ende hatte.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Herbert Busch - Martin Kock, Helmut Schweim, Grote - Paul Drews, Gustav Lüthje, Wilhelm Stäcker, Helmut Krohn, Willy Drews.
Tore: 0:1 (15.), 1:1 Stäcker (20.), 2:1

Sonntag, 15. Sept. 1935
Gute Erfolge der OSV-Leichtathleten
Einige der Leichtathleten des OSV weilten in Lübeck, um dort am Abschlußturnfest der Lübecker Turnerschaft teilzunehmen und damit für die Teilnahme dieses Vereins an der hiesigen Sportwoche zu werben. Unter recht beachtlicher Anteilnahme vieler Vereine konnten sich die OSV-Jugendvertreter bemerkenswerte Erfolge bei starker Konkurrenz sichern. Im Jahrgang 1917 belegten in der Reihenfolge Hormann, Behre und Purnhagen den zweiten bis vierten Platz im Dreikampf. Pump erzielte im Jahrgang 1919 einen guten dritten Platz. Der Nachmittag war den Männern gewidmet. Als einziger Teilnehmer des Vereins versuchte sich Dimpker erstmalig im Fünfkampf, wobei er in Klasse 3 trotz seiner langwierigen Beinverletzung recht gute Ergebnisse erzielte und den zweiten Platz belegte.
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Sonntag, 15. Sept. 1935
MTV
Beim Sportfest des Mollhagener Turn- und Sportvereins konnte der MTV von 1862 einige schöne Erfolge erzielen. Im Dreikampf der Frauen belegten drei Oldesloerinnen die ersten Plätze. Erste Siegerin wurde Frau Schmüser, zweite Hilde Ehlert und dritte Lisbeth Schöttler. Bei den Männern wurde Erwin Klieboldt erster Sieger im 1500-Meter-Lauf. Den Dreikampf der männlichen Jugend (Jahrgang 1921/22) gewann Hermann Klueß, während sein Bruder Heinrich Klueß mit dem zweiten Platz beim Jahrgang 1919/20 zufrieden sein mußte.

In Lübeck feierte die Lübecker Turnerschaft ihr Stiftungsfest in Verbindung mit einem sehr gut besetzten Sportfest auf dem Charlottenplatz. Hier konnte Theodor Hormann im Hochsprung mit 1,55 Metern den zweiten und im Steinstoßen mit 6,53 Metern den dritten Sieg in der Mittelstufe erringen; außerdem wurde er siebenter Sieger im Fünfkampf der Mittelstufe.
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Sonntag, 15. Sept. 1935
Der Postsportverein machte einen Sommerausflug nach Bargfeld. Dort wurde ein Kleinkaliber-Preisschießen abgehalten. Sieger war Studt, Bargfeld, mit 55, Schäfer mit 53, Affeldt mit 53 und Brandt mit 51 Ringen. Nachdem auch noch dem Kegelsport sein Recht geworden war, vereinigte eine gemütliche Kaffeetafel, die dem Schützenwirt alle Ehre machte, die Teilnehmer. Heitere Vorträge aus den Kreisen der Sportsleute sorgten für eine dauernde Betätigung der Lachmuskeln und schufen sofort eine frohe Stimmung, in der allen die Abschiedsstunde nur allzu schnell heranrückte. Über den verlauf dieses Ausflugs herrschte nur die eine Meinung: "Auf Wiedersehen nächstes Jahr in Bargfeld!".
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Montag, 16. Sept. 1935
Erweiterungsbau der Flußbadeanstalt
Für die Erweiterung der Badeanstalt ist, wie schon bekannt sein dürfte, u.a. auch eine Brücke über die Trave vorgesehen, die mit einem Sprungturm versehen wird. Auf dem Sprungturm werden außerdem drei Sprungbretter angebracht, von denen sich das eine Sprungbrett drei Meter und die anderen zwei je 1,50 Meter über dem neu gesenkten Wasserspiegel der Trave befinden. Die Brücke selbst wird zwei Meter breit, 26 Meter lang und vollkommen aus Eichenholz ausgeführt. Mit dem Abrichten der projektierten Brücke ist heute morgen begonnen worden. Die Arbeiten, die etwa 14 Tage dauern werden, werden von der Firma E Ehlers, Oldesloe, ausgeführt. Der Einbau erfolgt jedoch erst, nachdem die Baggerarbeiten im Flußbett der Trave in der Nähe der Badeanstalt beendet sind. Der Richtplatz liegt direkt vor der Badeanstalt. Hoffentlich wird es den wirklich anerkenneswerten Bemühungen der Stadtverwaltung gelingen, auch den "Strand auf der gegenüberliegenden Koppel alsbald herzustellen, damit die Badeanstalt in ihrer neuen Aufmachung zu Beginn der nächstjährigen Badesaison schon in Anspruch genommen werden kann.
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Dienstag, 17. Sept. 1935
Sitzung des Stadtamtes für Leibesübungen
Vom Stadtamt für Leibesübungen (Reichsbund für Leibesübungen) war im Rathaussaal zu einer wichtigen Sitzung eingeladen. Oberturnlehrer Ohrt als Ortsgruppenführer des RfL konnte die Vertreter fast sämtlicher Oldesloer Turn- und Sportvereine sowie der hier ansässigen Wehrformationen und NS-Gliederungen begrüßen. Außerdem waren die Herren Jargstorf (vom "Lübecker General-Anzeiger") und Glüsing (vom LBV Phönix) zur Berichterstattung erschienen.

Veranlassung zur Einberufung dieser Sitzung gab die Art der Berichterstattung des "Lübecker General-Anzeigers" über Oldesloer Sportangelegenheiten. So nahm dann der Ortgruppenführer sogleich Stellung zu dem Bericht des "Lübecker General-Anzeigers" vom 27. Aug. 1935 über den Verlauf der Oldesloer Turn- und Sportwoche. Er betonte, daß in geradezu unglaublicher Weise über die hiesigen Einrichtungen des Sportes und den Verlauf der Veranstaltungen Kritik geübt worden sei. Der Berichterstatter des General-Anzeigers schrieb u.a., daß die Laufbahn des Exers einer "Sandwüste" geglichen habe, sämtliche Einrichtungen, wie Sprungbahnen, Plätze usw. denkbar schlecht gewesen seien; der Weltrekordmann Hans-Heinrich Sievert zu schade sei, um als Werbe- und Reklameschild herangezogen zu werden, die Organisation in keiner Form geklappt habe usw. Diese Darstellungen sind völlig abwegig und entsprechen in keinem Punkte den Tatsachen.

Oberturnlehrer Ohrt nahm Gelegenheit, um in jedem einzelnen Fall klarzulegen, wie die Verhältnisse gelegen haben. Daraus ergab sich, daß sowohl die Stadtverwaltung als auch der Arbeitsdienst unermüdlich in tagelanger Arbeit die Laufbahnen usw. in einen durchaus verwendbaren Zustand versetzt hatten, ebenso waren die sämtlichen anderen Einrichtungen in einer Verfassung, wie sie nicht besser hätte sein können, besonders wenn man berücksichtigt, daß Wocher vorher riesige Regengüsse über die Bahn ergangen sind und bald darauf eine stärkere Trockenheit einsetzte. Der Vorwurf, man habe den Weltrekordmann Sievert als Werbe- und Reklameschild verwendet, ist ebenso unzutreffen und unterstreicht die Tatsache, daß ohne jede Information die Abfassung des Berichtes erfolgt ist. Vom Eimsbütteler Turnverband, dem Sievert angehört, war die Beteiligung Sieverts an verschiedenen Wettbewerben schriftlich zugesagt und nicht zurückgezogen worden. Somit mußte hier angenommen werden, daß Sievert teilnehmen würde und es ist verständlich, wenn man die Beteiligung Sieverts an der Sportwoche propagandistisch auswertete.

Auch der zweite Vorwurf, daß die Organisation nicht ausreichend gewesen sei, entspricht in keiner Form den Tatsachen. Im Gegenteil, die diesjährige Sportwoche ist mit größter Sorgfalt vorbereitet und in jeder Beziehung mustergültig abgewickelt worden.

Lediglich der Verein des Lübecker Berichterstatters hatte es anscheinend nicht nötig, sich an die festgesetzten Zeiten zu halten und gab somit Ursache, die Gesamtabwicklung zu verzögern. Wie vorbildlich gearbeitet worden ist, beweist, daß bereits mit Schluß der Veranstaltung sämtliche Resultate listenmäßig vorlagen und den auswärtigen Vereinen übergeben werden konnten; ebenso war es möglich, die sämtlichen Diplome und Urkunden mit Beendigung der Wettkämpfe auszuhändigen.

Oberturnlehrer Ohrt brachte den erschienenen Lübecker Herren sein Mißfallen über diese Art der Berichterstattung zum Ausdruck und betonte mit Nachdruck, daß es nicht am Platze und zu verwantworten sei, in einer derart unsachgemäßen, den Tatsachen nicht entsprechenden Form einseitig Kritik zu üben.

Eine der Hauptaufgaben der Presse sollte es sein, den Bestrebungen des Sportes nützlich zu sein und den hohen Idealen zu dienen und nicht, wie das hier geschehen ist, Dinge in der Öffentlichkeit zu behandeln, die durch nichts begründet und gerechtfertigt sind und dem Ansehen des Sportes ungemein schaden. Die Sportbewegung wolle in der Presse den Mittler, Diener und Förderer des Sportes sehen.

Ein ganz ähnliches Bild ergab sich bei der Besprechung des Berichtes des "Lübecker General-Anzeigers" anläßlich eines Fußballspiels LBV Phönix gegen Oldesloe (28.4.1935). Auch in diesem Falle wurde ein völlig einseitige Kritik geübt, ohne vorher Gelegenheit zu nehmen, sich von den tatsächlichen Zusammenhängen zu überzeugen. Es ist bedauerlich, daß sich durch derartige Unsachlichkeiten, wie gerade in diesem Falle, Schwierigkeiten ergeben, die durch nichts wieder gut zu machen sind. Man sollte tatsächlich in dieser Beziehung etwas mehr Vorsicht walten lassen und nicht leichtfertig über Dinge berichten, die man aus eigener Kenntnis nicht genügend kennt. Wenn man dann, trotz ergangener Aufforderung, eine Berichtigung nicht vornimmt oder nicht vorzunehmen für nötig hält, ist das um so bedauerlicher.

Es wäre nur zu wünschen, daß diese Auseinandersetzung dazu beiträgt, daß in Zukunft auch sportliche Dinge einer "Kleinstadt" mit größter Objektivität und Sachlichkeit behandelt werden; im anderen Falle würde es im Interesse der Sportbewegung richtiger sein, die Berichterstattung zu unterlassen.

Als nächster Punkt der Tagesordnung wurde die diesjährige Sportwoche behandelt. Oberturnlehrer Ohrt dankte an dieser Stelle nochmals allen Beteiligten für ihre Mitarbeit sowie der Stadtverwaltung für die Herrichtung der Anlagen und der Sanitätskolonne für ihre gewährte Unterstützung.

Weiter wurden Fragen bezüglich der Sportanlagen auf dem Exer erörtert. Allgemein brachte man zum Ausdruck, daß die Anlagen in der augenblicklichen Verfassung auf die Dauer nicht ausreichen, besonders nicht, wenn man die Mitbenutzung durch den NS-Arbeitsdienst erwägt. Anträge auf Mitbenutzung der städtischen Turnhallen sind bis spätestens 1. Okt. 1935 beim Stadtamt für Leibesübungen einzureichen. Beabsichtigt ist die Verlegung der Laufbahn und zwar in der Weise, daß diese um die Hälfte verkürzt wird (von 700 auf 350 Meter) und auf dem unteren Teil des Exers Unterbringung findet. Ebenso wurde die Verlegung und der Ausbau des Schießstandes, der den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht, erörtert.

Oberturnlehrer Ohrt berichtete abschließend noch über vom Stadtamt für Leibesübungen vorgenommene Neuerwerbungen an Sportgeräten usw.
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Samstag, 21. Sept. 1935
OSV gegen Lübecker Sportverein
Am kommenden Sonntag herrscht Hochbetrieb im Fußball. Der OSV stellt nicht weniger wie sieben Mannschaften in den Kampf um die Punkte. Die Liga konnte am letzten Sonntag nicht überzeugen, wenn auch nicht übersehen werden darf, daß das Resultat gegen Germania Wismar irregulär ist, das heißt fast das ganze Spiel mußte der OSV mit zehn Mann durchhalten. Am kommenden Sonntag treffen die Hiesigen auf den Lübecker Sportverein in Lübeck. Den Oldesloern "liegt" dieser Gegner nicht recht. Vor einigen Wochen trennte man sich hier auf dem Exer mit einem unentschiedenen Ergebnis. Der LSV glaubte damals den Stein der Weisen gefunden zu haben. Eutin wurde hoch geschlagen und alles schien in Ordnung zu sein. Aber dann kam die rauhe Wirklichkeit, diese hieß VfL Schwerin. Mit 7:0 auf eigenem Platz wurden die hochgeschraubten Erwartungen der Lübecker wie Atome zertrümmert.

Trotz allem, eine Voraussage ist nicht so leicht. Die bisherigen Kämpfe der Mannschaften haben es bewiesen; es ist nur zu wünschen, daß das Spiel von einem in allen Sätteln festen Schiedsrichter geleitet wird, damit hieran der Ausgang des Spiels nicht beeinflußt wird. Abfahrt 12.15 Uhr vom "Deutschen Haus" per Auto. Einige Schlachtenbummler können noch an der Fahrt teilnehmen.
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Sonntag, 22. Sept. 1935
2. Punktspiel: Lübecker SV - Oldesloer SV 3:3
Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Herbert Busch - Martin Kock, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Gustav Lüthje, Wilhelm Stäcker, Helmut Krohn (Ewald Feddern), Willy Drews

Sonntag, 22. Sept. 1935
TSV Mölln gegen Oldesloer SV Reserve 9:3
Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Stapelfeld - Oldorf, Peters - Witt, Meinke, Michels - Behre, Schulze, Dührkop, Lehrmann, Feddern.

Sonntag, 22. Sept. 1935
Polizei Lübeck II gegen Oldesloer SV II 5:2
Oldesloer SV II (Ankündigung): Dubslaff - Eggers, Hack - Thiede, Busch, Rieck - Schmidt, W Schulze, Feddern II, Botje, Zuchold - Ersatz: Hartz, Plath.

Sonntag, 22. Sept. 1935
Prüfungen für das SA-Sportabzeichen
Auf dem Exer herrschte ein großer leichtathletischer Betrieb. Etwa 50 SA-Männer, Flieger und Politische Leiter hatten sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden, um gemensam die leichtathletischen Übungen für das SA-Sportabzeichen zu erfüllen. Die Übungen wurden von den SA-Oberscharführern Ohrt und Dr. Clasen, die beide Inhaber des Lehrscheines sind, abgenommen. In allen leichtathletischen Übungen (100-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Keulenweitwurf, Keulenzielwurf, 3000-Meter-Lauf) wurden gute Ergebnisse erzielt, so daß fast alle Teilnehmer die Bedingungen erfüllen konnten. An dem 25-Kilometer-Gepäckmarsch nahmen zwölf Personen verschiedener Formationen teil. Die Bedingungen wurden von allen erfüllt.
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Dienstag, 24. Sept. 1935
Der Keglerverein Bad Oldesloe hielt im "Tivoli" seine Hauptversammlung unter Leitung des Vereinsführers Jean Prang ab. Dieser erstattete einen eingehenden Jahresbericht. Danach hat der Verein sich an den verschiedenen Gau-, Bezirks- und sonstigen kegelsportlichen Veranstaltungen sehr lebhaft und mit anerkennenswertem Erfolg beteteiligt. U.a. konnte er in der Oldesloer Sportwoche im Konkurrenzkampf mit Lübeck und Reinfeld den Wanderpreis des Oldesloer Wirtevereins zum dritten Male hintereinander und somit als Eigentum erringen.

Der Sportwart Willy Drews ergänzte den Bericht dann noch in einigen sporttechnischen Angelegenheiten. Den Kassenbericht erstattete dann der Kassenwart Heinrich Bertram; die Kasse war von den Revisoren geprüft und für richtig befunden. Daraufhin wurde dem Vorstand Entlastung erteilt.

Da die Klubs "Prüter" und "Gut Schub" aus dem Keglerverein ausgeschieden sind, mußte der Ältenstenrat ergänzt werden. Auf Vorschlag der Mitglieder ernennt der Vereinsführer die Kegelbrüder Jonny Dührkop, Hans Fokuhl und Otto Fahl zu Mitgliedern des Ältestenrates und Gustav Lüthje zum Materialwart.

Unter Punkt Verschiedenes, der die meiste Zeit des Abends wegen seiner Vielseitigkeit in Anspruch nimmt, wird mitgeteilt, daß dieses Geschäftsjahr bis zum 31. März 1936 läuft, und daß alle Mitglieder ihre Pässe in Ordnung zu bringen haben. Der Vorstand wird gebeten, die vorschriftsmäßigen Kegler- und die Mützenabzeichen zu bestellen, die Mitglieder müssen eventuell Bestellungen beim Kassierer aufgeben. Eine Einladung nach Schwerin wird abgelehnt. Der Sportwart macht belangreiche Vorschläge über das demnächst stattfindende Ausscheidungskegeln. Nachdem noch einige innere Vereinsangelegenheiten durch eine rege Aussprache ihre Erledigung gefunden hatten, schloß der Vereinsführer die Hauptversammlung mit einem dreifachen "Sieg Heil" auf den Führer und Reichskanzler, dem sich ein gemütliches Beisammensein anschloß.
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Donnerstag, 26. Sept. 1935
Gebietssportwettkämpfe der Hitlerjugend
In den letzten Wochen regte sich die Hitlerjugend besonders auf sportlichem Gebiete. Es galt, in den Bannen und Jungbannen die Siegerkamerdschaft herauszustellen. Diese Wettkämpfe haben nun ihren Abschluß gefunden. Am kommenden Sonntag werden nun die einzelnen Siegerkameradschaften der Banne und Jungbanne in Neumünster ihre Kräfte messen, um somit wieder die beste Kameradschaft des Gebietes Nordmark herauszustellen. Es wird einen harten Kampf geben, um als Bester daraus hervorzugehen. Auch die Siegerkamerdschaft des Bannes 185 aus der Gefolgschaft 7/185, Bad Oldesloe, nimmt als Vertreter des Bannes daran teil. Unsere besten Wünsche begleiten diese jungen Kämpfer. Hoffentlich kommen sie mit den Lorbeeren wieder nach Haus.
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Freitag, 27. Sept. 1935
OSV gegen Schwerin 03
Am kommenden Sonntag trifft der OSV auf den mecklenburgischen Altmeister Schwerin 03 in der Residenzstadt Schwerin. Von der damaligen Pracht ist nicht viel übriggeblieben; den Höhepunkt erreichten die Schweriner vor drei Jahren durch den Aufstieg in die norddeutsche Gauliga. Aber hier waren keine Lorbeeren zu ernten, am Schluß dieser aufreibenden Serie waren die guten Mecklenburger froh, aus dieser auserlesenenen Gesellschaft wieder verschwinden zu können. Seit dieser Zeit ist man eifrig bemüht, an diese Erfolge früherer Jahre anzuknüpfen, aber es reicht vorläufig nicht dazu. Wie nun das Resultat am kommenden Sonntag ausfallen wird, ist schwer zu sagen. Am letzten Sonntag gegen den LSV mußten die Hiesigen auf Schweim und Paul Drews verzichten. Während Schweim wieder dabei sein wird, muß der Linksaußen Drews vorläufig weiter pausieren.
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Freitag, 27. Sept. 1935
Handball. Turn- und Sportverein Kücknitz gegen MTV von 1862
Der Oldesloer Männerturnvereiun eröffnet die diesjährige Handballspielreihe am kommenden Sonntag, 14 Uhr, mit einem Spiel gegen die erste Mannschaft des TSV Kücknitz. Die Kücknitzer sind den Hiesigen keine Unbekannten mehr und dürften auch auf dem Exer schwer zu schlagen sein. Wir sind gespannt, wie sich die leider durch Fortgang geschwächte Mannschaft des MTV von 1862 schlagen wird.

Die Hiesigen spielen voraussichtlich in folgender Aufstellung: Wolff - Schnoor, Klueß I - Vagt, Braker, Clasen - Schöttler, Stoffers, Hormann, Hannover, Schroer.
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Freitag, 27. Sept. 1935
Kommt zu den Olympischen Spielen nach Berlin!
Fast ein volles Jahr noch trennt uns von der Feier der XI. Olympischen Spiele in Berlin, und schon erreichen die Kartenbestellungen aller derjenigen, die an dem größten sportlichen Ereignis der Welt wenigstens als Zuschauer teilnehmen wollen, Ausmaße, wie sein kein Mensch erwartete. Bereits vor einiger Zeit teilten wir mit, daß Olympia-Stadionpässe an Deutsche überhaupt nicht mehr ausgegeben werden können. Inzwischen sind auch die seit zwei Monaten vorverkauften Dauerkarten für die einzelnen Sportarten (zu Preisen bis zu 40 Mark) und die Einzelkarten für die Eröffnungsfeier und das Festspiel derart zahlreich angefordert worden, daß schnelle Bestellung unbedingt erforderlich ist, falls noch Karten erwünscht werden. Auch einzelne Platzkarten, wie der erste Platz im Reitturnier und der erste und dritte Platz für die Eröffnungsfeier und das Festspiel sind vollständig vergriffen.

Bekanntlich hat das Stadtamt für Leibesübungen eine Vorverkaufsstelle eingerichtet und zusammen mit der Spar- und Leihkasse eine Finanzierungsmöglichkeit geschaffen, die außerordentlich günstig ist. Wie sehr diese Maßnahme geschätzt wird, mag daraus hervorgehen, daß bis jetzt bereits etwa 40 Kartenbestellungen erfolgt sind. Wer also die Absicht hat, im nächsten Jahre zu den Olympischen Spielen nach Berlin zu fahren, setze sich unmittelbar mit dem Stadtamt für Leibesübungen, Stadthaus, in Verbindung.
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Sonntag, 29. Sept. 1935
3. Punktspiel: Schwerin 03 - Oldesloer SV 2:0 (1:0)
Das Spiel des OSV in Schwerin stand für die Oldesloer unter einem unglücklichen Stern. Obgleich während der ganzen Spielzeit feldüberlegen, brachte der Sturm es nicht fertig, die ausgearbeiteten Gelegenheiten zu verwerten. Zwei der wenigen Vorstöße der Schweriner brachten durch den wendigen Linksaußen als Urheber in jeder Halbzeit ein Tor, während die Oldesloer trotz der größten Anstrengungen leer ausgingen. Beide Seiten erhielten noch einen Elfmeter zugesprochen, die beide nicht verwandelt wurden.
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Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Gustav Lüthje, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter, Ewald Feddern.

Sonntag, 29. Sept. 1935
Moisling gegen Oldesloer SV Reserve 7:4
Moisling Jugend A gegen OSV 4:6
Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Stapelfeld - Meyer, Eggers - Meinke, Michels, Witt - Schlicht, Lehrmann, Oldorf, Schulze, Behre

Sonntag, 29. Sept. 1935
Vorwerk gegen Oldesloer SV II 1:3
Oldesloer SV II (Ankündigung): Dubslaff - Hack, Schulze - Thiede, Busch, Rieck - Schmidt, Feddern, Meins, Andresen, Dührkop.

Sonntag, 29. Sept. 1935
Handball: TSV Kücknitz gegen MTV Oldesloe 6:6
Unter Leitung des Unparteiischen Evers (Lübecker Turnerschaft) lieferten sich beide Mannschaften bis zum Schluß ein durchaus gleichwertiges Spiel, das auch in dem unentschiedenen Ergebnis zum Ausdruck kommt. Zweimal kann Kücknitz die Führung an sich reißen, aber immer ziehen die Hiesigen gleich und stellen das Ergebnis bis kurz vor der Pause auf 3:2. Wiederum gelingt es dann den Gästen, das Unentschieden zu halten. Ein 13-Meter- und ein 16-Meter-Wurf für die Oldesloer werden leider verschossen. Nach dem Wechsel ist das Spiel wieder ausgeglichen. Die Mannschaften kämpfen verzeifelt um den Sieg; es bleibt aber bei der Teilung der Punkte, und mit 6:6 konnten die Hiesigen den ersten Punkt erringen.
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Sonntag, 29. Sept. 1935
OSV-Leichtathleten
Zum Abschluß der Saison nahmen einige Leichtathleten am Sportfest in Trittau teil. Leider mußte auf den hoffnungsvollen jungen Nachwuchs verzichtet werden. Bei guten Platzverhältnissen gelang es den Teilnehmern Pöhls, Dimpker und Busch, gute Erfolge zu erzielen, von denen folgende Ergebnisse bemerkenswert sind. Der gut aufgelegte Pöhls sicherte sich den ersten Sieg im Speerwerfen mit 55,65 Meter, im Weitsprung mit 6,60 Meter, Kugelstoßen mit 10,90 Meter und im Keulenwerfen mit 63 Meter. Dimpker lief wieder einmal im 100-Meter-Lauf die gute Zeit von 11,5 Sekunden heraus, die den ersten Sieg bedingte. Außerdem erzielte er den dritten Platz im Weit- und Hochsprung. Alles in allem: ein würdiger Abschluß.
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Sonntag, 29. Sept. 1935
MTV von 1862
Auf dem Sportfest des Trittauer Sportvereins konnte der Turner Höhn (Jahrgang 1917/18) in seinem Jahrgang im Fünfkampf einen beachtlichen fünften Sieg erringen. Außerdem gelang es ihm, den 1500-Meter-Lauf als erster Sieger in der guten Zeit von 4:47,0 Minuten zu beenden.
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Sonntag, 29. Sept. 1935
Geländesportübungen
Sonntag war für die Bewerber um das SA-Sportabzeichen ein entscheidender Tag; es wurden die Geländesportübungen abgehalten. Seit Monaten hatten sich 25 Politische Leiter, Flieger usw. zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und eifrig für die einzelnen Bedingungen geübt und trainiert. Am vorigen Sonntag wurden nun die leichtathletischen Kämpfe abgenommen und Sonntag kam als Abschluß der Wehrsport. Als Prüfer war der Sturmführer Hoffmann aus Segeberg erschienen. Pünktlich 9 Uhr konnte SA-Scharführer Ohrt (der "Schleifstein") dem Prüfer "25 Mann angetreten" melden. Sturmführer Hoffmann war sehr erfreut, daß sich so viele "ältere" Männer unter den Bewerbern befanden, die sich zur Aufgabe gemacht hätten, durch den Erwerb des SA-Sportabzeichens zu beweisen, daß sie den Sinn und Zweck des vom Führer gestifteten Abzeichens verstanden haben und der Jugend damit ein Vorbild sein wollten. Bei der Prüfung hatten die Bewerber folgende sieben Bedingungen zu erfüllen: Geländesehen, Orientierung, Geländebeurteilung, Melden, Entfernungsschätzen, Tarnen und Geländeausnutzen. Alle Bewerber ererichten die Mindestpunktzahl von 250 Punkten, die Mehrzahl schaffte sogar die Höchstpunktzahl mit 400 Punkten. 25 Männer erwarben das SA-Sportabzeichen. - Wir gratulieren!
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Sonntag, 29. Sept. 1935
Gebietssportwettkämpfe der Hitlerjugend
Auf der Holstenkampfbahn in Neumünster fand das Gebietssportfest des Gebietes Nordmark statt. Es traten hier die besten Kameradschaften und Jungmannschaften der Banne und Jungbanne an, um ihre Fortschritte auf sportlichem Gebiet zu zeigen. Mit der Flaggenhissung auf dem Rathaus und einer schlichten Feierstunde am Heldenhain wurden die Wettkämpfe eingeleitet.

Anschließend fanden dann die Wettkämpfe im 100-Meter-Lauf, Keulenweitwurf, Weitsprung usw. statt. Nach Beendigung derselben wechselten in bunter Folge Körperschule, Laufschule, Massenboxen, Massenspeerwerfen, Bodenturnen usw. Inzwischen trafen die ersten Gepäckmarschmannschaften ein und ein Kampfballspiel schloß sich an. Das Jungvolk kämpfte um den Sieg im Tauziehen. Der Leiter der Abteilung "Körperliche Ertüchtigung", Unterbannführer Behrmann, nahm dann am Schluß die Verteilung der Preise vor. Bei den Mannschaftsmehrkämpfen siegte die Mannschaft das Bannes 282 (Hamburg) mit 440 Punkten. Die Kameradschaft des Bannes 282 ist hiermit Gebietsmeister geworden. Es folgt dann der Bann 163 (Neumünster) mit 402,2 Punkten, 84 (Dithmarschen) mit 389,9 Punkten, 184 (Kiel) mit 351 Punkten. Die Mannschaft des Bannes 185 (Südholstein) konnte den fünften Platz erzielen mit 349,9 Punkten.

Beim ersten Gebietssportfest in Hamburg belegte der Bann 185 den zehnten Platz. In der Schwedenstaffel belegte der Bann 185 den dritten Platz hinter dem Bann 282 und dem Infantrie-Regiment Neumünster. In der 10 mal 100-Meter-Staffel siegte wieder der Bann 282. Vierter wurde der Bann 185. Bester 100-Meter-Läufer war Gerhard Hormann (Bad Oldesloe) in der Zeit von 11,8 Sekunden.

Das Gebietssportfest hat hiermit gezeigt, daß in der Hitlerjugend ein gesunder und guter Sportgeist herrscht. Es wird wohl niemand mehr daran zweifeln, daß die Hitlerjugend ihre sportlichen Aufgaben erfüllt und daß sie Träger der Jugendsportarbeit ist.
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