Spielzeit 1935 - 36
Teil 2

 

Freitag, 4. Okt. 1935
Handball
TSV Schlutup gegen MTV von 1862. Der kommende Sonntag bringt für den hiesigen Männerturnverein das zweite Pflichtspiel. Gegner ist der recht spielstark gewordene Schlutuper Turn- und Sportverein, der den Oldesloern das Siegen nicht so leicht machen wird. Auch dieses Spiel wird für die Oldesloer Turner sicherlich mit einem ganz knappen Ergebnis enden. Der MTV spielt in folgender Aufstellung: Wolff - Schmüser, Clasen - Braker, Hormann II, Hannover - Schöttler, Stoffers, Hormann I, Schroer, Vagt. Abfahrt um 13.17 Uhr mit der Bahn; Reichsbund- und Spielerpässe sind mitzubringen.
OL

Sonntag, 6. Okt. 1935
4. Punktspiel: Oldesloer SV - FC Grevesmühlen 1:2
Der OSV mußte trotz einseitiger Überlegenheit eine unverdiente Niederlage hinnehmen. Trotzdem vier Stammspieler fehlten (Kock, Paul Drews, Schlüter und Grote) beherrschten die Oldesloer das Spielgeschehen. Nach etwa 20 Minuten konnte der Gegner die OSV-Hintermannschaft zweimal überrumpeln; von dieser Zeit an spielte sich der weitere Verlauf im Strafraum des FC Grevesmühlen ab. Mit neun Mann, zeitweise alle elf, wurde der Vorsprung bis zum Umfallen verteidigt. Darüber hinaus stand dem Tormann der Gäste das Glück auch noch zur Seite, so daß die OSVer beinahe verzweifeln mußten. Von den zwei Elfmetern, die bei dem Durcheinander vor dem Tor des Gegners fallen mußten, konnte nur einer verwertet werden. Der zweite wurde auf den Mann geschossen, dieser ließ ihn abprallen, der Elfmeterschütze schoß zum zweiten Male und donnerte den Ball gegen den Pfosten. Das war Pech und bis zum Schluß rannte der OSV vergebens gegen die Abwehrmauer der Gäste an.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Meyer, Herbert Busch - Emil Witt, Helmut Schweim, Helmut Krohn - Gustav Lüthje, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Paul Drews, Ewald Feddern

Sonntag, 6. Okt. 1935
Handball. TSV Schlutup gegen MTV von 1862 Oldesloe 14:2 (6:1)
Die Höhe der Niederlage überrascht durchaus nicht, wenn man weiß, daß die Oldesloer Turner wegen Paßschwierigkeiten nur mit neun Mann antreten konnten. Nur in der ersten Viertelstunde zeigten die Hiesigen eine kleine Überlegenheit, die in einer kurzen 1:0-Führung zum Ausdruck kam. Dann wurden sie auch noch vom Pech verfolgt dadurch, daß ihr Halbrechter wegen einer durch unglückliches Zusammentreffen zugezogenen Schulterverletzung ausscheiden mußte. Mit acht Spielern war nicht mehr viel zu erreichen. Schlutup holte sich bis zur Pause leicht eine 6:1-Führung, die bis zum Schlußpfiff auf 14:2 ausgebaut wurde.
OL

Samstag, 12. Okt. 1935
OSV gegen Neustadt-Glewe
Am morgigen Sonntag muß der OSV den vorjährigen Meister der mecklenburgischen Bezirksstaffel in Neustadt-Glewe aufsuchen. Die erste Gastrolle der Oldesloer vor zwei Jahren steht noch in unangenehmer Erinnerung, der OSV stand kurz vor der Meisterschaft und wurde dort ziemlich unsanft mit 7:0 abgehängt. Die Aussichten sind auch morgen nicht gerade rosig, doch darf man wohl annehmen, daß die Hiesigen sich ehrenvoll aus der Affäre ziehen werden, wenn die Mannschaft kämpft und sich nicht gleich aus der Fassung bringen läßt, ist nichts verloren. Abfahrt morgens 9 Uhr vom "Deutschen Haus".
OL

Samstag, 12. Okt. 1935
Handball
Wie die Sportvereinigung Polizei Lübeck soeben mitteilt, verzichtet sie aus dienstlichen Gründen auf das für morgen angesetzte Handballspiel gegen den hiesigen MTV von 1862. Das Spiel dürfte damit 5:0 für die Oldesloer gewonnen sein.
OL

Samstag, 12. Okt. 1935
73 Jahre Männerturnverein von 1862 Oldesloe
Heute abend begeht der hiesige Männerturnverein von 1862 in würdiger Weise sein 73. Stiftungsfest, verbunden mit einem Bühnenschauturnen in der "Harmonie". Jahre des Aufstiegs in wunderbare Höhe und Jahre des Abstiegs folgten aufeinander. Seit ungefähr einem Jahre scheint der Männerturnverein aus seinem mehrjährigen Dornröschenschlaf aufgewacht zu sein. So sind es bisher besonders die Volksturner, die wieder von sich hören lassen. Denken wir nur an das gute Abschneiden der ersten Handballmannschaft während der vorigen Spielreihe oder aber an die Turnfeste in Lübeck, Segeberg, Schwartau und endlich in Reinfeld, wo MTVer Siege erringen konnten. Auch die Schwimmabteilung, die wieder ins Leben gerufen ist, konnte in Elmshorn und Segeberg beachtliche Erfolge erzielen. Endlich darf auch die Frauenabteilung nicht vergessen werden, die auch auf den genannten Festen Siege mit nach Hause bringen konnte. Nun die schönen Sommermonate vorrüber sind, will der MTV mit einer eigenen Veranstaltung an die Öffentlichkeit treten, und zwar kommen jetzt einmal die Geräteturner an die Reihe. Durch Aufstellung eines reichhaltigen Programms wollen die Turner allen Oldesloern zeigen, wie vielgestaltig die Leibesübungen sind und wie sie im MTV von 1862 gepflegt werden. Volkstänze der Mädchen, Freiübungen der Turner und Turnerinnen, Barren-, Reck, Kastenturnen der Jungens und Männer wechseln in bunter Reihenfolge miteinander ab. Unter dem Leitwort: "Turnerschaft unser Weg!" Volk unser Ziel!" zeigt der Männerturnverein insgesamt 16 Vorführungsfolgen. Es lohnt sich also schon, einmal hinzugehen und zuzuschauen.
OL

Samstag, 12. Okt. 1935
Der Männerturnverein von 1862 hielt in der "Harmonie" sein 73. Stiftungsfest ab
Eine Jahn-Büste wies auf die Bedeutung des Abends hin. Im Gegensatz zu sonstigen Stiftungsfesten beging der Verein sein Fest mit einem Schauturnen, das reiche Darbietungen zeigte. Vereinsführer Hans Karth legte nach kurzer Begrüßung die betonte Absicht des Schauturnens in den Rahmen des Stiftungsfestes, um so zu zeigen, wie vielseitig die Leibesübungen sind und wie dieselben im MTV gepflegt werden. An diese Ausführungen schloß er die Mahnung an alle Eltern und Lehrherren, ihre Kinder, Lehrlinge usw. dem Turnsport im MTV zuzuführen. Als Gast war der Kreisführer Heinz Holst (Lübeck) anwesend, ebenso der Vertreter der hiesigen Schulen.

Nun wickelte sich ein mit besonderer Sorgfalt zusammengestelltes Schauturnen ab. Nach dem Einmarsch wurden Schwungübungen, Chortänze, Volkstänze, sowie Übungen am Pferd, Barren, Reck und Kasten gezeigt, bei dem man einen sehr guten Überblick über das Können der Abteilungen erhielt. Die Kürturnergruppe brachte staunenswerte Leistungen. Über allen Vorführungen lag die Freude am Sport offensichtlich zutage. Nach den Vorführungen nahm der Kreisführer Holst das Wort zu einigen Schlußbemerkungen. Seine Ausführungen über die Leistungen selbst gingen dahin, daß diese sein Mißtrauen gegen die erwarteten Vorführungen um ein bedeutendes gemindert haben, wenn auch nicht verhehlt werden darf, daß es noch großen Fleißes bedürfe, alles bis zur Vollkommenheit zu erreichen. Der Turnsport habe gerade heute die hohe Aufgabe, ein Wehr- und Führertum heranzuerziehen, das im Sinne des Führers auch wahrhaft bestehen könne. Ihm, der im Reichsbund für Leibesübungen seinen Willen zur Ertüchtigung des Volkes, auch seiner rassischen Art, zur Durchführung bringen wird, galt sein dreifaches, begeistert aufgenommenes "Sieg Heil", dem das Singen des Horst-Wessel-Liedes folgte. Bemerkt soll noch werden, daß die Kappel Hopf sowie Theodor Hormann jun. die turnerischen Vorführungen mit Begleitmusik aufs beste unterstützten. Nachher trat das Vergnügen in seine Rechte und hielt alt und jung noch langer in herzlicher Volksgemeinschaft zusammen.
OL

Sonntag, 13. Okt. 1935
5. Punktspiel: SV Neustadt-Glewe - Oldesloer SV 3:2 (2:1)
Ein knapper aber verdienter Sieg des Meisterschaftsfavoriten, wider Erwarten leisteten die Oldesloer energischen Widerstand. Mit unerhörtem Druck begannen die Neustädter und nach 25 Minuten stand es 2:0. Kurz vor Halbzeit konnte der OSV das Resultat auf 1:2 stellen. Nach Halbzeit mußte der OSV nur mit zehn Mann durchhalten, der rechte Läufer wurde verletzt und konnte nur als Statist mitwirken. Die Neustädter drängten zunächst und erzielten dann auch ein weiteres Tor, aber der OSV ließ nicht locker. Mit zehn Mann wurde tapfer angegriffen und kurz vor Schluß gelang den Blau-Weißen ein zweiter Treffer. Aus dem erwarteten Kantersieg wurde nichts. Die Neustädter waren froh, das Spiel gewonnen zu haben.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Helmut Krohn - Willy Schlüter, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Paul Drews, Ewald Feddern

Sonntag, 13. Okt. 1935
Selmsdorf gegen Oldesloer SV Reserve 4:4
Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Meyer, Oldorf - Witt, Meinke, Michels - Behre, Eggers, Andresen, Lehrmann, Schlicht

Montag, 14. Okt. 1935
Bad Oldesloe erhält ein Sportamt der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude"
Beginn der Sportkurse im Oktober. Körperpflege und Körperstählung sind für jeden Deutschen, der acht und mehr Stunden harter Arbeit im Beruf leistet, eine unbedingte Notwendigkeit. Die Leibesübungen müssen aus Gründen der Volksgesundheit unbedingt gefördert werden.

Aus dieser Erkenntnis heraus sind in allen größeren Städten Deutschlands von der NSG "Kraft durch Freude" Sportämter eingerichtet worden, die die Aufgabe haben, die Leibesübungen auf eine breitere Basis zu stellen, um jedem Volksgenossen, der sich bisher nicht sportlich betätigt hat, Gelegenheit dazu zu geben. Wir begrüßen daher, daß nunmehr auch Bad Oldesloe in den Kreis der Sportämter einbezogen ist.

Maßgebend für die durchzuführenden Maßnahmen wird das Berliner Muster sein, wo bereits vor einem Jahre die praktische Arbeit des Sportamtes der NSG "Kraft durch Freude" begonnen hat. Von dem Sportamt werden vorerst die für die sportliche Erziehung und Ertüchtigung als wichtigste anerkannten Sportarten "Allgemeine Körperschule" und "Fröhliche Gymnastik und Spiele" aufgenommen, denen später Kurse in Spezialsportarten folgen werden. Die Aufgabe des Sportamtes besteht in der Hauptsache darin, für die Leibesübungen zu werben in den Kreisen deutscher Volksgenossen, die den Leibesübungen noch fernstehen. Es darf kein Konkurrenzunternehmen für die Turn- nd Sportvereine werden.

Teilnahmeberechtigt an den Kursen ist jeder Volksgenosse, gleichviel, ob er der Deutschen Arbeitsfront angehört oder nicht. Er muß sich vorher nur in den Besitz einer Jahressportkarte setzen, die in der Geschäftsstelle Adolf-Hitler-Haus, Zimmer 19, zu erhalten ist. Für die Ausstellung der Jahressportkarte ist eine einmalige Gebühr von 30 Pfennig zu entrichten, die eine Unfallversicherung für jeden Teilnehmer in sich einschließt. In die Jahressportkarte werden für jede Teilnahme an einem Sportabend Sportmarken geklebt, und somit stellt diese auch einen Leistungsnachweis für sportliche Betätigung dar. Die Kursusgebühren sind äußerst niedrig gestellt, so daß jeder Volksgenosse in der Lage ist, an den Kursen teilzunehmen.
OL

Donnerstag, 17. Okt. 1935
Achtung, Hockeyspieler!
Ab kommenden Sonntag rollt wieder der weiße Ball. Wer es noch versäumte, sich zu melden, hole es nach, denn zahlreich verspricht die Oldesloer Hockeygemeinde zu werden. Wir sind kein Gesellschaftssport, wir wünschen mit jedem aufrechten Volksgenossen eine echte Sportkameradschaft zu pflegen und treiben diesen Sport, weil er uns Energie, Einsatzbereitschaft und Liebe zum Sport abverlangt, deshalb ist uns jeder willkommen. Wir wollen keine Papierphrasen, sondern den Willen zur Tat gestalten. Nicht die Kanone im Hockey ist unser Ideal, sondern der, der zum Training erscheint und Kameradschaft zeigt. Jene, die noch zögernd im Hintergrund stehen, empfehlen wir, sich am Sonntag vormittag auf dem Exer einzufinden. Die Spieler erscheinen alle, zumal Übungsschläger vorhanden sind.
OL

Samstag, 19. Okt. 1935
Handball. Vorwerk gegen MTV von 1862
Am morgigen Sonntag müssen die Hiesigen abermals nach auswärts, diesmal geht es nach Lübeck gegen den Sportverein Vorwerk. Da die Oldesloer infolge Verletzungen nicht ihre stärkste Mannschaft antreten lassen können, dürfte der Sieg den Vorwerkern nicht zu nehmen sein. Aber immerhin werden sich die MTVer zu wehren wissen.

Die Hiesigen spielen voraussichtlich in folgender Aufstellung: Wolff - Schmüser, Schnoor - Schöttler, Braker, Schröder - Höhn, Stoffers, Hormann I, Schroer, Hannover. Abfahrt mit der Bahn um 13.17 Uhr.
OL

Samstag, 19. Okt. 1935
Sportprogramm der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude"
Das wirtschaftliche Leben stellt große Anforderungen an die werktätigen Volksgenossen. Kraft und Nervensubstanz werden verbraucht, und wir wissen, daß nur der gesunde Mensch in der Lage ist, die verlangten Leistungen zu vollbringen, um das ungeheure Tempo im Arbeitsprozeß durchzuhalten.

Deshalb müssen ihm alle Quellen eröffnet werden, aus denen er neue Kraft schöpfen kann, die ihn stark, fröhlich und lebensfroh machen und sein Selbstbewußtsein heben. Diese Quellen der Kraft, der Freude und der Lebensbejahung finden sie in den Kursen des Sportamtes der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude", das die Aufgabe hat, die Leibesübungen zu pflegen und damit für jeden Arbeiter der Stirn und der Faust den Weg zu bahnen zu Gesundheit, zu neuer Schaffenskraft und zu wahrer Lebensfreude!

Volksgenossen und Volksgenossinnen! Ergreift die Gelegenheit, die Euch geboten wird, Körper und Seele durch systematische Leibesübungen frisch und kräftig zu erhalten. Gestaltet Euern Feierabend in fröhlicher und gesunder Weise, in echter deutscher Volksgemeinschaft!

Ganz besonders geht dieser Ruf an Euch Ältere, die Ihr sonst keine Gelegenheit habt, in Sport und Spiel eure Erholung zu finden. Aber nicht nur Erholung, Freude und Kraft schöpft Ihr hier. Ihr tragt auch das Bewußtsein in Euch, an der Wiedergesundung unseres Volkes teilzunehmen.

Männer und Frauen! Jeder kann mitmachen und keiner ist zu alt, keiner zu jung. Es wird bei keinem Teilnehmer und bei keiner Teilnehmerin irgendwelche Gewandheit oder Geschicklichkeit vorausgesetzt. Je unbeweglicher er ist, umsomehr gehört er gerade in die Kurse des Sportamtes. Sie sind kein Konkurrenzunternehmen für die Turn- und Sportvereine, sie sind eine Vorstufe dazu.

Kommt zu uns! Helft mit! Der Weg ist bereitet. Beschreite auch Du ihn, Volksgenosse! Zu Deinem Wohl! Zu Deiner Freude! Zum Wohle des Volksganzen!

Besorgt Euch eine Jahressportkarte in der Geschäftsstelle des Sportamtes. Unsere Sportkurse: für Frauen jeden Mittwoch um 20.30 Uhr in der Turnhalle der Stadtschule; für Männer Fröhliche Gymnastik und Spiele in der Turnhalle der Oberrealschule jeden Donnerstag von 20.30 bis 21.30 Uhr. Erster Übungstag: Donnerstag, 24. Okt.
OL

Sonntag, 20. Okt. 1935
Ruka Lübeck gegen Oldesloer SV Reserve abgebrochen
Das Spiel OSV-Reserve gegen Ruka mußte zehn Minuten vor Schluß beim Stande 0:0 abgebrochen werden, da zwei Bälle unbrauchbar geworden und ein dritter Ball nicht zur Verfügung stand.
OL

Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Eggers, Meyer - Hack, Meinke, Michels - Behre, Witt, Andresen, Lehrmann, Schlicht

Sonntag, 20. Okt. 1935
Oldesloer SV II gegen Post Lübeck II 4:2. - OSV erste Knaben gegen Post 3:1, OSV zweite Knaben gegen Post 5:3.
OL

Oldesloer SV II (Ankündigung): Stapelfeld - Schulze, Oldorf - Rieck, Busch, Thiede - Schmidt, Feddern, Dührkop, Püttger, Meins - Ersatz: Hartz, Plath

Sonntag, 20. Okt. 1935
Handball. VfL Vorwerk gegen MTV von 1862 Oldesloe 6:2
Allmählich scheinen die Oldesloer wieder in Schwung zu kommen, wenngleich auch dieses Spiel verloren ging. Die erste Halbzeit stand ganz im Zeichen der Hiesigen; leider konnten sie die Überlegenheit nicht durch entsprechende Torwürfe zum Ausdruck bringen. Immerhin bedeutete es schon viel, gegen die äußerst spielstarken Vorwerker bis zur Pause ein Unentschieden zu erzielen.

Nach der Pause kommt der Ball kaum noch über die gegnerische Spielhälfte, da Sturm und Regenböen den Hiesigen ein genaues Zuspiel unmöglich machen und die Vorwerker sich besser mit den Verhältnissen abfinden. Dank der aufopfernden Arbeit der Oldesloer Verteidigung kann aber die größte Zahl der Angriffe abgewehrt werden. Die eingestellten Ersatzleute beim MTV bewährten sich verhältnismäßig gut. Mit 6:2 mußten sich die Oldesloer geschlagen bekennen.
OL

Samstag, 26. Okt. 1935
Handball. Lübecker Sportverein gegen MTV von 1862 Oldesloe
Am morgigen Sonntag spielt der hiesige MTV von 1862 einmal wieder auf heimischem Boden. Gegen den Lübecker Sportverein werden die Turner schwer zu kämpfen haben, wollen sie den Sieg und damit zwei wertvolle Punkte erringen. Ein spannender Kampf ist auf jeden Fall zu erwarten.

Die Aufstellung der Hiesigen ist wie folgt: Wolff - Schmüser, Schnoor - Schöttler, Hormann II, Braker - Höhn, Stoffers, Hormann I, Schroer, Hannover. Beginn des Spiels: 15 Uhr.
OL

Samstag, 26. Okt. 1935
Der Oldesloer Sportverein feierte im "Tivoli" sein 33. Stiftungsfest
Die vom Wirt Ehlers mit Herbstblumen festlich geschmückten Säle waren voll besetzt. Die Musik stellte die Kapelle Hopf; sie trug durch ihre schneidigen Märsche sowie sonstige Begleitmusik sehr viel zu der von Anfang an herrschenden frohen Stimmung bei. Oberturnlehrer Ohrt hielt die Begrüßungsansprache. besonders begrüßte er den Vertreter der Partei, Henze, den Vertreter der Stadt, Beigeordneten Lund, sowie den Oberfeldmeister Welsche vom Reichsarbeitsdienst. Vom Deutschen Fußball-Bund, Gau 7, Kreis Lübeck, war folgendes Schreiben eingegangen: "Zu ihrem 33jährigen Stiftungsfeste sende ich Ihnen herzliche Glückwünsche und wünsche Ihnen, daß Sie in gleicher Weise wie in den vergangenen Jahren weiterarbeiten mögen im Dienste der Volksgesundheit, zum Wohl von Volk und Vaterland! Alles für Deutschland!"

Bürgermeister Dr. Kieling hatte schriftlich seine Wünsche übermittelt. Er schrieb u.a.: "Ich wünsche Ihrem Stiftungsfeste, das eine sehr verheißungsvolle Programmfolge aufweist, einen recht schönen und stimmungsvollen Verlauf."

Redner gab dann einen kurzumrissenen Überblick über die sportliche Tätigkeit im letzten Jahre, wobei recht gute Erfolge bei Wettkämpfen zu zählen waren; insbesondere haben die Leichtathleten die Spitze gegen schwere Gegner gehalten und die Mitgliederzahl bei den Jungmannschaften ist um über 100 Prozent gestiegen. Seine Ausführungen über die Bedeutung des Sports für die Volkserziehung, dem vom 1. Jan. 1936 von oben herab noch weit stärkerer Einfluß auf eine Volksgemeinschaft beigelegt werden wird, klangen aus in ein begeistert aufgenommenes "Sieg Heil" auf unseren Führer.

Nun trat ein vorzüglich zusammengestelltes Vorführungsprogramm in seine Rechte, dessen erster Teil mit Gymnastik und Fahnenschwingen sowie von einem Bodenturnen von der Damenabteilung getragen wurde. Die Genauigkeit, mit der die zum Teil sehr schwierigen Übungen ausgeführt wurden, riefen wohlverdiente Beifallsstürme hervor und waren voll und ganz verdient. Im zweiten Teil des Programms, das sich ebenfalls in rascher Folge abwickelte, war der Humor vorherrschend. Die beiden Unzertrennlichen mit ihren tollen Einfällen, das Theaterstück "Der Diener Fritz", flott und schneidig gespielt und ebenfalls getragen vom Humor, ließ die Zuschauer aus dem Lachen nicht herauskommen. Das letzte Stück aber "Auf der Alm" war in seiner harmlosfrohen Situation der Höhepunkt des Humors und Beifallsstürme durchbrausten den Saal.

Bevor der Tanz begann, wurde den Sportgenossen Stapelfeldt, Feddern, Witt und Schmidt, die zur Reichswehr eingezogen werden, vom Vorsitzenden in launiger Weise je ein Brustbeutel zur ständigen Erinnerung an den OSV überreicht.
OL

Sonntag, 27. Okt. 1935
Handball. Lübecker Sportverein gegen MTV von 1862 Oldesloe 11:3 (3:2)
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit konnten die Lübecker Gäste noch einen verhältnismäßig hohen Sieg gegen die Oldesloer Turner landen. Daß diese Niederlage möglich wurde, liegt vor allen Dingen am Stellungsspiel der Oldesloer Hintermannschaft, die es nicht fertig brachte, die immer wieder angreifenden Lübecker vor dem Torraum rechtzeitig abzudrängen. Wenn die Hiesigen noch einen guten Mittelplatz erringen wollen, so muß unbedingt an den beiden nächsten spielfreien Sonntagen trainiert werden. Ohne genaues Zusammenspiel und Ballfangen lassen sich keine Siege erringen.
OL

Montag, 28. Okt. 1935
Olympia-Lichtbild-Werbeabend
Morgen, Dienstag, abends 8.15 Uhr, findet im Saale des Hotels "Harmonie" ein Olympia-Lichtbild-Werbeabend des Reichsbundes für Leibesübungen statt. Getragen von dem Sportgeist aller Turn- und Sportvereine unserer Stadt, unterstützt von allen Behörden und Organisationen der Partei, verspricht der Abend so eindrucksvoll zu werden, daß nur jedem Volksgenossen empfohlen werden kann, diese Gelegenheit, die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin in Wort und Bild kennen zu lernen, nicht vorübergehen zu lassen. Gigantisch wird das Reichssportfeld in Berlin werden, fast unvollstellbare Dimensionen hat die Olympia-Kampfbahn mit einer Tribüne für etwa 100000 Zuschauer, das Schwimmstadion wird das schönste, was die Welt je gesehen hat, einzigartig die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne, vorbildlich die anderen Sportstätten auf dem Reichssportfeld.

Wie wir erfahren, hat in allen Kreisen großes Interesse für diese Veranstaltung eingesetzt, so daß der Kartenvorverkauf (Stadtamt für Leibesübungen) recht beachtlich ist. Wir weisen nochmals darauf hin, daß wohl selten eine solche Gelegenheit geboten wird, vom Sinn der Olympiade und insbesondere vom Aufbau der XI. Olympischen Spiele in Berlin unterrichtet zu werden. Pflicht eines jeden Volksgenossen ist es, sich sowohl innerlich als auch körperlich auf eine gesunde Körpererziehung einzustellen, und wir erinnern uns dankbarst der Worte unseres Führers und Reichskanzlers, der im Jahre 1933 das wunderbare Wort zum Ausdruck gebracht hat: "Im Dritten Reich gilt nicht nur das Wissen, sondern auch die Kraft, und höchstes Ideal ist uns der Menschentyp der Zukunft, in dem strahlender Geist sich findet im herrlichen Körper, auf daß die Menschen über Geld und Besitz wieder den Weg zu idealeren Reichtümern finden!"

Besonders bei der Jugend findet diese Veranstaltung ein reges Interesse. So finden in Bad Oldesloe am Nachmittag zwei Schülervorstellungen statt und zwar um 2.30 und um 4 Uhr. Um den Schulen des Landgebietes nach Reinfeld zu und den Reinfelder Schulen Gelegenheit zu geben, den Vortrag zu hören, wird dort bereits am Vormittag die gleiche Veranstaltung stattfinden.
OL

Dienstag, 29. Okt. 1935
Großer Erfolg der Olympia-Werbeveranstaltungen
Die vom Reichsbund für Leibesübungen in Zusammenarbeit mit dem Stadtamt für Leibesübungen in Oldesloe und Reinfeld durchgeführten Olympia-Werbeveranstaltungen sind außerordentlich erfolgreich verlaufen.

Trotz der ungünstigen Witterung sind alle vier Verantaltungen (vormittags in Reinfeld, nachmittags hier um 14.30 und 16 Uhr und abends 20.30 Uhr) über Erwarten gut besucht gewesen, so daß der Saal jedesmal bis auf den letzten Platz gefüllt war. An den drei Schülervorstellungen mögen insgesamt 1300 bis 1400 Kinder teilgenommen haben, der Abendveranstaltung wohnten etwa 450 Personen bei.

Bürgermeister Dr. Kieling begrüßte die Besucher der Abendveranstaltung und brachte zum Ausdruck, daß die stattliche Zahl der Gäste dafür Zeugnis ablege, welches Interesse allen sportlichen Dingen in Bad Oldesloe entgegengebracht werde. Der Redner ging dann kurz auf die große nationale Bedeutung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin ein und führte u.a. aus, daß diese eine einzigartige Gelegenheit bieten, um aller Welt zu zeigen, welche günstige Wendung die Entwicklung des deutschen Volkes genommen habe und wie sich die Verhältnisse des neuen Deutschlands gestaltet hätten. Diese Erkenntnis lasse die Olympiade 1936 zu einer Angelegenheit werden, die das ganze deutsche Volk angehe und an der mitzuarbeiten, Pflicht eines jeden Einzelnen sei. Bürgermeister Dr. Kieling brachte den örtlichen Turn- und Sportvereinen seinen Dank dafür entgegen, daß in Bad Oldesloe stets in vorbildlicher Weise für den Gedanken der Leibesübungen gearbeitet worden sei und diese dazu beigtragen haben, den Ruf der Stadt als "Sportstadt" zu erhalten und zu festigen und forderte auf, die Bestrebungen der Stadt in dieser Hinsicht auch weiterhin zu unterstützen und zu fördern zum Wohle des Volksganzen.

Oberturnlehrer Ohrt als Ortsgruppenführer des Reichsbundes für Leibesübungen forderte auf, in den Turn- und Sportvereinen mitzuwirken, um dadurch der körperlichen Ertüchtigung dienlich zu sein. Jedem sei Gelegenheit gegeben, Leibesübungen zu betreiben, zumal jetzt auch in Bad Oldesloe Kurse der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" eingerichtet seien.

Es folgten dann die Lichtbildvorführungen "Die Olympia-Kampfstätten", zu denen der Gaugeschäftsführer Pg. Thoms (Hamburg) in eindrucksvoller und fesselnder Form sprach. Die zahlreichen anschaulichen und sehr wirkungsvollen Aufnahmen wurden von den Besuchern mit größtem Interesse aufgenommen und gaben ein Überblick darüber, welche ungeheuren Leistungen mit der Schaffung der Olympia-Kampfstätten vollbracht werden, die der Welt zeigen sollen, was deutscher Fleiß und deutsche Willenskraft hervorzubringen vermögen. In einem etwa einstündigen Lichtbildvortrag wurde die Entstehung aller mit der Olympiade in Verbindung stehenden Kämpfstätten gezeigt. Zunächst wurden Aufnahmen von dem Werden der Olympia-Glocke, der zweitgrößten Glocke der Welt, die in dem Führerturm auf dem Reichssportfeld untergebracht wird, gezeigt, dann die einzelnen Bauabschnitte des Reichssportfeldes des Olympischen Dorfes, der Ruderregattastrecke Grünau, der Kieler Segelanlagen, der Winterspielanlagen in Garmisch-Partenkirchen und schließlich des Sporterholungsheimes Hohenlychen.

Der Redner vermittelte den Besuchern einen Einblick in das große Werk, das hier im Entstehen begriffen ist, und forderte auf, mitzuhelfen an der Durchführung der schönen Aufgabe. Der Hilfsfonds für den deutschen Sport beite Gelegenheit, daß jeder seinen Verhältnissen entsprechend mitarbeite, die Olympiade in würdiger Form durchführen zu lassen.

Im Anschluß an diesen Lichtbildervortrag brachte die Damenabteilung des MTV turnerische Vorführungen und zwar zunächst Freiübungen und dann den Chorfesttanz, der reichen Beifall fand. Darauf folgte ein Reckschauturnen der Männerabteilung des MTV, welches ganz besondere Anerkennung verdient; die Leistungen waren durchweg ausgezeichnet und wurden von dem Publikum mit Spannung verfolgt. Die Damenabteilung des OSV zeigte dann moderne Gymnastik, Fahnenschwingen und abschließend Bodenübungen; alle drei Übungen waren sehr geschickt aufgebaut und fanden bei den Besuchern regstes Interesse. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Kapelle Hopf. Abschließend sprach Oberturnlehrer Ohrt nochmals kurz über die Bedeutung der im kommenden Jahr stattfindenen XI. Olympiade und brachte auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ein dreifaches "Sieg Heil" aus.
OL

Samstag, 2. Nov. 1935
OSV gegen Ratzeburg
Am morgigen Sonntag bestreitet der OSV sein vorletztes Punktspiel der Herbstserie und zwar gegen den Neuling der Staffel, MTV Ratzeburg. Da das Spiel in Ratzeburg stattfindet, gibt es für die Hiesigen eine harte Nuß zu knacken. Rein spielersich dürfte der OSV besser sein, aber die zum größten Teil aus Soldaten bestehende Mannschaft des Gegners geht "ran an den Feind". Auf Technik wird nicht viel Wert gelegt. Hoffentlich ist die Krise des OSV bald überwunden, der Tabellenstand bedarf dringend einer Verbesserung.
OL

Sonntag, 3. Nov. 1935
6. Punktspiel: MTV Ratzeburg - Oldesloer SV 1:4
Das Bezirksspiel des OSV wurde leichter gewonnen, als man wohl angenommen hatte. Die Hiesigen hatten jederzeit das Spiel in der Hand, mit aller Macht versuchte der Gegner, fast alles forsche, stämmige Spieler, die Spielhandlung für sich günstig zu gestalten, aber es nützte nichts: im Punkt Stellungsspiel waren die Oldesloer besser. Der eigentliche Torschütze des OSV, Stäcker, ging diesmal leer aus, dagegen konnten die übrigen vier Stürmer jeder einmal ins Schwarze treffen. Es ist zu hoffen, daß die Mannschaft durch diesen Sieg neuen Mut bekommen hat, so daß das nächste und letzte Spiel hier gegen den VfL Schwerin keine Enttäuschung bringen wird.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Gustav Lüthje, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Paul Drews, Willy Schlüter
Tore: Lüthje, Wolherr, Paul Drews, Schlüter

Montag, 11. Nov. 1935
Major a.D. Jenisch gestorben
In der Nacht zum 10. Nov. ist Major a.D. Alexander Jenisch in Neverstaven im hohen Alter von fast 81 Jahren verstorben. Der Entschlafene, der eine weit über den Kreis Stormarn hinaus bekannte Persönlichkeit war, genoß infolge seiner Musterwirtschaft besonders in Landwirtschaftskreisen allerhöchstes Ansehen. Mit Oldesloe war er besonders durch den Rennklub verbunden, dessen Vorstand er lange Jahre angehörte. Als 1897/98 der Exer, der früher als Reitbahn benutzt wurde, den immer größer werdenden Ansprüchen nicht mehr genügte, gelang es dem Verstorbenen durch zähe und geschickte Verhandlungen mit dem Oldesloer Magistrat, das noch jetzt als Rennplatz bekannte Gelände für den Rennklub zur Verfügung gestellt zu bekommen. Da der Platz viele Hügel und Vertiefungen hatte, die erst beseitigt werden mußten, hat Major Jenisch durch große persönliche Geldopfer den Platz für den Rennsport herstellen lassen. Seinem persönlichen Einfluß war es zu danken, daß die Oldesloer Herrenreiterrennen zu den angesehensten gezählt wurden. Zu seiner Angestelltenschaft stand er schon immer in bestem Einvernehmen, denn jahrzehntelang war das Personal in seinem Betriebe tätig. Viele persönliche Not hat er, wo er konnte, gemildert. Sein Andenken wird noch lange in Neverstaven in Ehren gehalten werden; auch in Oldesloe und im ganzen Kreise Stormarn wird man des nunmehr Verstorbenen noch lange gedenken. Möge ihm die Erde leicht sein!
OL

Donnerstag, 14. Nov. 1935
Turner und Sportler im Dienste des Winterhilfswerks
Das Winterhilfswerk schlingt das Band der parktischen Volksgemeinschaft um alle Volksgenossen. In einer Front stehen alle, die bereit sind, sich dem ehernen Marschtritt besser anzupassen, die den Kampf gegen Hunger und Kälte auf ihre Fahnen geschrieben haben. Vor knapp 14 Tagen standen die braunen Bataillone des Führers, die Männer der SA, der SS und des NSKK an der Spitze dieser Kämpfer. Sie haben ihren ersten Kampf gegen die Not erfolgreich bestanden und jetzt folgt am Sonntag die zweite Welle der Stürmer. Schleswig-Holsteins Turner und Sportler wollen eine weitere Bresche in die Front der Sorge und der Not schlagen. Sie sind stolz darauf, daß sie mitarbeiten können an den großen Aufgaben des Winterhilfswerks. Sie werden am Sonntag unter Beweis stellen, daß auch die im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen zusammengeschlossenen Vereine Träger des Deutschen Sozialismus sind. Am 17. Nov. kauft also jeder Schleswig-Holsteiner von einem Turner oder Sportler eine Ansteckblume!
OL
Samstag, 16. Nov. 1935
Oldesloer Sportverein
Das letzte Spiel der Liga in der Herbstserie gegen den VfL Schwerin ist nunmehr vom Gau auf den 24. Nov. angesetzt worden. Am Bußtag, dem 20. Nov., tritt die Liga im Rahmen der Winterhilfsspiele gegen Preußen Reinfeld in Reinfeld an. Der OSV wird in stärkster Besetzung dieses Spiel durchführen, und es ist auch zu hoffen, daß dem Winterhilfswerk ein ansehnlicher Überschuß überwiesen werden kann, umsomehr, als die Mannschaft auf die ihr zustehende Reiseentschädigung verzichtet hat. Unerfindlich bleibt es aber, weshalb der Gau bzw. der Kreis in Oldesloe kein Spiel angesetzt hat, ohne den guten Reinfeldern nahe zu treten, wäre ein Spiel hier, ganz gleich welcher Gegner, bestimmt weit vorteilhafter gewesen.
OL

Sonntag, 17. Nov. 1935
Oldesloer SV Reserve gegen Lübecker SV Reserve 0:2
Trotz gleichwertigem, teilweise überlegenem Feldspiel mußten die Hiesigen eine unverdiente Niederlage hinnehmen. - Die erste Knabenmannschaft des OSV spielte in Lübeck gegen Polizei-Knaben unentschieden 1:1.
OL

Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Eggers, Meyer - Hack, Meinke, Michels - Schlicht, Ewald Feddern, Lehrmann, Oldorf, Behre

Dienstag, 19. Nov. 1935
Handball. TSV Lensahn gegen MTV von 1862 Oldesloe
Am morgigen Bußtag muß der hiesige MTV die weite Reise nach Lensahn antreten, um gegen den dortigen Turn- und Sportverein das fällige Pflichtspiel auszutragen. Die Lensahner gelten als äußerst spielstark und dürften den Oldesloern eine gleichwertige Mannschaft stellen. Die Hiesigen bestreiten den Kampf in folgender Aufstellung: Wolff - Schmüser, Schnoor - Braker, Hannover, Schröder - Schöttler, Stoffers, Hormann I, Schroer, Peper. Vor dem Spiel der Männer treffen die ersten Jugendmannschaften beider Vereine aufeinander. Hier ist eine Vorhersage kaum möglich, da die Oldesloer ihr erstes Handballspiel überhaupt liefern. Abfahrt beider Mannschaften: 11 Uhr von der Lübecker Torbrücke. Fahrpreis für Schlachtenbummler eine Mark.
OL

Mittwoch, 20. Nov. 1935
Winterhilfswerk: Preußen Reinfeld - Oldesloer SV 0:5 (0:0)
Der Bußtag stand für die Fußballer im Zeichen des Winterhilfswerks. Wir sahen ein Fußballspiel, das sich wirklich sehen lassen konnte: OSV-Liga spielte gegen unsere erste Preußen-Mannschaft. Wenn auch ein Sieg der Oldesloer von vornherein zu erwarten war, da die Gäste zwei Klassen höher spielen, so haben sich die Preußen doch mit einer gerade hervorragenden Tapferkeit geschlagen.

Unser Donicht im Tor konnte sogar in der ersten Spielhälfte sein Tor reinhalten. Die Hinterspieler leisteten ganz große Arbeit und machten den Oldesloern das Leben nicht leicht. In der 20. Minute nach dem Wechsel fiel dann das erste Tor, kurz darauf das zweite. Die Reinfelder sind dem Tempo und der Technik der Gäste erlegen; sie hätten sich den Elfmeter allerdings schenken können und damit das Spiel auf 4:0, anstatt auf 5:0 stellen können. Der Publikumserfolg kann als genügend bezeichnet werden.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Gustav Lüthje, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Paul Drews, Willy Schlüter.

Mittwoch, 20. Nov. 1935
Handball. TSV Lensahn gegen MTV Oldesloe 2:6
Trotz der langen Fahrt und der in den letzten Spielen erlittenen Niederlagen gelang den Hiesigen ein überzeugender Sieg gegen den Lensahner Turner. Mit ziemlicher Überlegenheit begannen die Oldesloer den Kampf, der von dem Neustädter Schiedsrichter umsichtig geleitet wurde. Der Mittelläufer bringt die MTVer bald in Führung und teilt sich mit dem Halbrechten den Torsegen. Erst kurz vor der Halbzeit können die Gastgeber das erste Tor für sich buchen. Nach dem Wechsel diktieren die Lensahner für ungefähr zehn Minuten das Spiel, sie bleiben aber ohne Erfolge. Dann übernehmen die Oldesloer wieder das Kommando und Angriff auf Angriff folgt und bringt den MTV bis auf 6:1. Mit viel Glück können die Lensahner diesen Stand halten und schließlich einige Minuten vor Schluß auf 2:6 verbessern.

TSV Lensahn erste Jugend gegen MTV 4:0. Gegen die eingespielten Lensahner konnten die Hiesigen nicht allzuviel erreichen. Es mangelte noch an dem nötigen Zusammenspiel. Die an sich guten Einzelspieler ergaben leider noch keine geschlossene Mannschaft.
OL

Mittwoch, 20. Nov. 1935
Der Oldesloer Keglerverein hatte für seine Mitglieder ein 300-Wurf-Vorgabe-Kegeln ausgeschrieben, um damit die Kegelbrüder, die in dem Sportkegeln noch nicht so bewandert sind, mehr anzuspornen. Das Kegeln ging über drei Bahnen und brachte sehr interessante Kämpfe. 100 Wurf waren auf den Bahnen im "Tivioli", die zweiten 100 bei "Hormann" und die letzten 100 Wurf in Reinfeld auszutragen. Der Schlußkampf fand nun in Reinfeld statt. Es gelang hier dem Kegelbruder Heinrich Bertram, die Vorgaben aufzuholen und als Erster mit 2207 Holz in 300 Wurf in den Besitz des hierfür ausgesetzten reich illustrierten Olympia-Buches zu gelangen. Den zweiten Platz belegte W Ehlers, der nur acht Holz hinter dem Ersten blieb. Den dritten Platz errang Heinrich Fokuhl, der ebenfalls die besten Aussichten hatte.
OL

Freitag, 22. Nov. 1935
Der Oldesloer Männerturnverein von 1862 hat sich entschlossen, außer seiner Turn-, Spiel- und Sportabteilung auch noch einen Abend für Volks- und Heimattänze sowie Singspiele anzusetzen. Hiermit ist einem allgemeinen Wunsche Rechnung getragen und wird sich dieser Abend gewiß recht viele Freunde gewinnen. Vorläufig findet dieser Volkstanzabend jeden Freitag von 8 Uhr bis 10 Uhr in der Turnhalle der Stadtschule statt.

Die Turnabende sind jetzt wie folgt: Dienstag 5 bis 7 Uhr Knabenturnen Turnhalle der Stadtschule; 8 bis 10 Uhr Männer- und Frauenturnen Turnhalle der Oberrealschule; Donnerstag 5 bis 7 Uhr Mädchenturnen Turnhalle der Oberrealschule; Freitag 8 bis 10 Uhr Volks- und Heimattänze Turnhalle der Stadtschule.
OL

Samstag, 23. Nov. 1935
OSV gegen VfL Schwerin
Am morgigen Sonntag empfängt der OSV den VfL Schwerin und beschließt die Herbstserie der Punktspiele. Die Schweriner sind neben Adlero Neustadt vorläufig Anwärter auf die Meisterschaft. Nach der Papierform muß man den Gästen ein Plus einräumen, doch hier auf dem Exer ist so leicht noch nicht gewonnen. Die letzte Begegnung beider Mannschaften, die im Februar 1933 hier stattfand, ist den Schwerinern noch in unangenehmer Erinnerung. Der VfL, mit großen Hoffnungen hierher gefahren, wurden von den in großer Form spielenden Oldesloern mit 4:1 geschlagen. Beide Mannschaften haben sich immer einen abwechslungsreichen Kampf geliefert, selbst auch dann, wenn der OSV verloren hatte. Auch im morgigen Spiel wird der OSV sich nicht ohne weiteres die Butter vom Brot nehmen lassen.
OL

Samstag, 23. Nov. 1935
Handball. Möllner Turnerschaft gegen MTV von 1862 Oldesloe
Am morgigen Sonntag weilt die Möllner Turnerschaft bei den hiesigen Turnern zu Gaste. Nach den am Bußtag gezeigten Leistungen der Oldesloer kann man gespannt sein, wie sie sich gegen die Handballer aus der Eulenspiegel-Stadt schlagen werden. Ein wenn auch knapper Sieg ist nicht ausgeschlossen, zumal die MTVer in ziemlich derselben Aufstellung als am Bußtag spielen.

Folgende Aufstellung ist vorgesehen: Wolff - Schmüser, Schnoor - Schröder, KH Hormann, Braker - Schöttler, Stoffers, Theodor Hormann I, Peper, Hannover. Beginn des Spiels 14.30 Uhr auf dem Exer. Vorher spielen die Jugendmannschaften der beiden Vereine gegeneinander.
OL

Sonntag, 24. Nov. 1935
7. Punktspiel: Oldesloer SV - VfL Schwerin 2:1 (2:1)
Nach schwerem Kampf konnte der OSV den VfL Schwerin niederringen. In scharfem Tempo begann das Spiel. Die Schweriner versuchen, den OSV zu überrumpeln und eine Entscheidung gleich herbeizuführen. Aber die Hintermannschaft der Hiesigen, vor allem die Läuferreihe, zerstört geschickt alle Aktionen der Schweriner. Nach 20 Minuten geht der VfL in Führung, eine Flanke von links wird von dem Halbrechten zum 1:0 eingeschossen. Das Tempo hält weiter an, beide Tore kommen abwechslend in Gefahr. Schließlich ist es Stäcker, der den Ausgleich herstellt. Weiter greift der OSV an und bringt schöne Angriffe vor das Tor der Schweriner. Kurz vor Halbzeit kann dann Schlüter die Führung herausholen.

Nach der Pause zunächst verteiltes Spiel. Nach zehn Minuten übernimmt der OSV das Kommando und eine volle halbe Stunde hatte der VfL genug zu tun, um weitere Erfolge des OSV zu verhindern. Zum Schluß setzten die Schweriner zum Generalangriff an, aber die Hintermannschaft der Oldesloer verliert nicht die Nerven. Kurz vor Schluß wurde den Schwerinern dann ein Elfmeter zugesprochen. Der Mittelstürmer Frentz, der Mann im Sturm, vergab diese Gelegenheit geradezu kläglich. Nachdem dieser Kelch an dem OSV vorübergegangen war, noch einige Minute Drängen der VfLer, dann ist Schluß. Der OSV kann als knapper aber verdienter Sieger das Feld verlassen.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Gustav Lüthje, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Paul Drews.
Tore: 0:1 (20.), 1:1 Stäcker, 2:1 Schlüter

Sonntag, 24. Nov. 1935
Lübecker SV II gegen Oldesloer SV II kampflos
Die zweite Mannschaft des OSV gewann kampflos, da der Lübecker SV nur mit halber Mannschaft angetreten war und das auf eigenem Platze. - OSV Jugend A gegen Ratzeburg 6:1, OSV Jugend B gegen LSV 6:0, OSV Jugend C I gegen LSV 0:1, OSV Jugend C II gegen LSV 2:1.
OL

Oldesloer SV II (Ankündigung): Dubslaff - Püttger, Eggers - Rieck, Busch, Thiede - Hartz, Dührkop, Pfeiffer, Schulze, Andresen.

Sonntag, 24. Nov. 1935
Handball. Möllner Turnerschaft gegen MTV Oldesloe 5:1
Trotzdem die Oldesloer noch am Bußtag mit derselben Mannschaft gegen die Lensahner Turner so eindrucksvoll gewannen, mußten sie auf eigenem Platze eine 5:1-Niederlage hinnehmen. Daß die Möllner beide Punkte mit nach Hause bringen konnten, ist nicht zuletzt auch ihrer großartig aufgelegten Hintermannschaft zu verdanken, die die Oldesloer Stürmerreihe kaum bis zur Torraumlinie heranließ. Die meisten aus 16 Meter und noch größerer Entfernung geworfenen Würfe wurden mühelos von dem guten Möllner Torwart gehalten. Bei den Hiesigen vermißte man zum Teil sicheres Ballfangen und Zuspielen, das unbedingt an den nächsten freien Sonntagen geübt werden muß. Mit dem Spiel gegen die Möllner Turnerschaft beendete der MTV von 1862 sein letztes Spiel in der Herbstspielreihe. - Möllner Turnerschaft Jugend gegen MTV Jugend 6:3.
OL

Mittwoch, 27. Nov. 1935
Olympia-Reichssportlehrer Engelhardt morgen in Bad Oldesloe
Wie wir soeben erfahren, findet am Donnerstag, dem 28. Nov., abends 8.15 Uhr, in der Turnhalle der Oberrealschule ein Übungsabend (Hallengymnastik) statt, an dem alle sporttreibenden Vereine und Verbände sowie die örtlichen Wehrformationen und der NS-Arbeitsdienst eine Teilnehmerzahl bis zehn Personen entsenden können. Erwünscht ist, daß die Übungsleiter, Sportreferenten usw. erscheinen. Der Abend wird geleitet von dem Reichssportlehrer und Olympia-Trainer für Groß-Berlin, Engelhardt, dem ehemaligen Deutschen Meister und dritten Sieger im 800-Meter-Lauf bei den IX. Olympischen Spielen 1928 in Amsterrdam.

Der Übungsabend wird den teilnehmenden Sportlern bzw. Turnern manche Anregung geben und dazu beitragen, das Interesse für Turnen und Sport zu steigern und zu festigen. Es wird daher auch erwartet, daß alle in Frage kommenden Vereine, Verbände und Organisationen eine entsprechende Teilnehmerzahl entsenden. Es ist für Bad Oldesloe eine besondere Auszeichnung, daß der Reichssportlehrer Engelhardt hierher kommt, um auf dem Gebiete der Leibesübungen fördernd zu wirken. Stadtamt für Leibesübungen Bad Oldesloe.
OL

Donnerstag, 28. Nov. 1935
Schöner Erfolg des Gemeinschaftstrainings durch Reichssportlehrer Engelhardt
In Anwesenheit von 27 Vertretern der örtlichen sporttreibenden Vereine (OSV und MTV) und der hiesigen Wehrformationen und Verbände (Reichsarbeitsdienst, SA, SS, HJ, NSKK usw.) konnte der Ortsgruppenleiter des Reichsbundes für Leibesübungen, Oberturnlehrer Christian Ohrt, den Olympia-Reichssportlehrer für Groß-Berlin Engelhardt in der Turnhalle der Oberrealschule zu dem angesetzten Übungabend begrüßen.

Oberturnlehrer Christian Ohrt betonte in seiner Ansprache, daß die Sportstadt Bad Oldesloe, die hier durch alle sportinteressierten Vereine und Verbände vertreten sei, sehr wohl zu schätzen wisse, was es bedeutet, wenn eine so wohlbekannte Persönlichkeit, wie sie der Reichssportlehrer Engelhardt darstelle, hierher komme, zumal Bad Oldesloe in früheren Jahren im Laufwettbewerb einen Deutschen Meister und zweimal einen Norddeutschen Meister gestellt habe. Reichssportlehrer Engelhardt dankte dem Ortsgruppenführer des RfL für die freundliche Aufnahme und setzte unmittelbar mit dem Training ein. Er verstand es meisterhaft, in zündender und mitreißender Form methodisch und anschaulich sowohl in der Theorie und vor allem auch in der Praxis die Teilnehmer in das Gebiet des Hallentrainings für den Winter einzuführen. Nach mehreren gemeinsamen Übungen führte er die Teilnehmer nacheinander in den Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Dieskuswerfen, Hürdenlauf und das Kugelstoßen ein. Mit ausgezeichnetem Geschick erkannte der Reichssportlehrer sofort die in Erscheinung tretenden Fehler und Mängel, berichtigte diese mit seinem Taktgefühl und hatte in der kurzen Zeit eine kleine Arbeitsgemeinschaft zusammengeschmiedet, die sehr bedauerte, daß der Reichssportlehrer so bald wieder Oldesloe verlassen mußte. Olympia-Trainer Engelhardt verabschiedete sich mit hinweisenden Worten auf die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936 und gab dem Wunsche Ausdruck, daß er hoffentlich wieder einmal Gelegenheit haben würde, in diesem Kreise tätig sein zu können.

Oberturnlehrer Ohrt bezeichnte diesen Abend in der Schlußansprache als einen Markstein in der Geschichte des Oldesloer Sports und betonte, daß es erfreulich sei, wie alle Vereine und Verbände sich hier zu einer geschlossenen Gemeinschaft zu einer wahren Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden hätten und dadurch die Bestrebungen des Reichsbundes für Leibesübungen in schönster Form gefördert hätten. Dieser Übungsabend hat allen Beteiligten viele neue Anregungen gegeben und wird sicherlich dazu beitragen, nunmehr auf neuen Wegen und mit neuer Kraft an die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend heranzugehen.
OL

Samstag, 30. Nov. 1935
OSV gegen Ratzeburg
Am morgigen Sonntag empfängt der OSV hier den MTV Ratzeburg zum Gesellschaftsspiel. Die Ratzeburger sind Neulinge in der Bezirksliga. Das Spiel der Herbstserie konnte der OSV in Ratzeburg mit 4:1 für sich entscheiden. Dieses ist aber keine Ursache, das morgige Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Nach den letzten Resultaten muß der OSV gewinnen, aber im Fußball gibt es gerade dann Überraschungen, wenn am wenigsten daran gedacht wird. Das Spiel beginnt um 2 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
OL

Sonntag, 1. Dez. 1935
Gesellschaftsspiel: Oldesloer SV - MTV Ratzeburg 7:0
Der OSV konnte einen klaren Sieg erringen. Das Resultat läßt erkennen, daß die Hiesigen ihrem Gegner in taktischer und vor allem in technischer Beziehung glatt überlegen waren. Wohl suchten die Ratzeburger durch kraftvolle Vorstöße dem Spiel eine für sie günstige Wendung zu geben, zu Torerfolgen langte es jedoch nicht. Die Hintermannschaft des OSV wußte durch geschicktes Stellungsspiel alle Absichten des Gegners zu verhindern. Hervorzuheben ist noch, daß die Gäste in jeder Beziehung anständig und fair das Schicksal über sich ergehen ließen.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Gustav Lüthje, Martin Kock - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Paul Drews
Sonntag, 1. Dez. 1935
Oldesloer SV Reserve gegen Phönix Lübeck II 3:1
Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Eggers, Meyer - Hack, Meinke, Oldorf - Hack, Behre, Lehrmann, Ewald Feddern, Andresen.

Sonntag, 1. Dez. 1935
Oldesloer SV II gegen Stockelsdorf 8:3
Oldesloer SV II (Ankündigung): Dubslaff - Meyer, Hack - Rieck, Busch, Thiede - Hartz, Pfeiffer, Schulze, Dührkop, Osga

Sonntag, 1. Dez. 1935
Winterhilfskegeln in Bad Oldesloe
Das vom Deutschen Keglerbund angesetzte Winterhilfskegeln wurde auch von dem hiesigen Keglerverein durchgeführt. Die Mitglieder, angeschlossen dem RfL, hatten sich restlos in den Dienst der guten Sache gestellt. Erfreulicherweise fanden sich auch manche Keglerfreunde ein. Leider wurden die besonders ergangenen Einladungen nicht beachtet. Wir hätten uns sehr gefreut, wenn wir nur den einen oder anderen der Einzelnen hätten begrüßen können. Trotzdem konnte der Winterhilfe ein Betrag von 20,25 Mark zugewiesen werden.
OL

Montag, 2. Dez. 1935
Eine unerhörte Herausforderung und ihre Antwort!
Die Beamten und Angestellten des hiesigen städtischen Gaswerks waren sich wohl der Tragweite ihres Entschlusses bewußt. Es ließ ihnen keine Ruhe. Sie wollten ihren Einsatz beweisen. So schickten sie kurzerhand einen Boten zur Kreisleitung ins Adolf-Hitler-Haus. Er hatte die Herausforderung zu überbringen. Ganz klipp und klar besteht die Tatsache: Das Gaswerk hat die Kreisleitung der NSDAP herausgefordert!

Die Beamten und Angestellten des Gaswerks müssen sich darauf gefaßt machen, daß es nicht ausreichen wird, sich nun mit Vollgas einzusetzen. Die Kreisleitung nimmt die Herausforderung an. Sie wird aus ihren Reihen revolutionäre Kräfte bereitstellen, und, damit die gleiche Auswahl vorliegt, wird sie nur solche aussuchen, welche über 35 Jahre alt sind. Es sind trotzdem die "Alten" geblieben in jugendlicher Kraft und Angriffslust. Ein Teil von ihnen trägt das SA-Sportabzeichen.

Der Kampf wird ausgetragen werden! Ganz Oldesloe wird Zeuge sein wollen, wenn am kommenden Sonntag die Kreisleitung Stormarn der NSDAP antritt, um dem Gaswerk die Antwort zu geben für die unerhörte Herausforderung zu einem Fußballwettkampf! Beide Mannschaften werden kämpfen, sich mit ihrem letzten Einsatz dem Spiel widmen und keine von ihnen will Sieger sein. Das ist das Unerhörte: Sie kämpfen beide für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes.
OL

Samstag, 7. Dez. 1935
Das Fußballwettkampfspiel zugunsten der Winterhilfe fällt morgen aus. Das Wetter war und ist ungünstig. Der Tag der "nationalen Solidarität" ist heute. Jeder kann da den Beweis seiner Bereitschaft zur Volksgemeinschaft geben. Deshalb fällt das Fußballspiel zwischen Kreisleitung und Gaswerk aus. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die beiden Mannschaften können nun noch genügend "trainieren". Es können hinreichend Vorkehrungen getroffen werden, um das Spiel interessant und sehenswert zu machen. Und wenn es dann angesagt wird und stattfindet, werden sich die Oldesloer zahlreich einfinden, um zum Siege für das Winterhilfswerk beizutragen. Kreispresseamt.
OL

Sonntag, 8. Dez. 1935
Oldesloer SV II gegen Preußen Reinfeld 2:2. - OSV Jugend A gegen Reinfeld 11:0, OSV zweite Knaben gegen Moisling erste Knaben 1:1.
OL

Oldesloer SV II (Ankündigung): Dubslaff - Meyer, Hack - Hartz, Busch, Thiede - Rieck, Pfeiffer, Schulze, Dührkop, Osga

Mittwoch, 18. Dez. 1935
Gesundheitspflege: Der Sportler in den Wintermonaten.
Die Kälte droht die Muskeln der Sommersportler steif und die rasche plötzliche Kraftentfaltung unmöglich zu machen. In dieser Zeit darf der Aktive weder pausieren noch sich für die Entbehrungen des Trainings durch zügelloses Leben entschädigen, sondern er muß, wenn die Leistungskurve nicht steil absinken soll, im Winter Ergänzungssport treiben, soweit es nicht möglich ist, den eigenen Sport in bescheidenem Umfange in gedeckten Räumen fortführen. Wo das nicht möglich ist, sind Geländeläufe zum Beispiel für Ruderer, Springer und Läufer ein gutes Mittel, um den Körper in Form zu halten und an Härte und Entschlußkraft zu gewinnen.

Der Turner und der Schwimmer kehrt in die Halle zurück. Auch der Leichtathlet sollte im Winter Turnen als Ergänzungssport betreiben. Der Tennisspieler spielt im Winter Hockey, ebenfalls der Leichtathlet, um die Schnelligkeit der Beine und die Kraft von Herz und Lunge zu erhalten.

Möglichkeiten einer sportlichen Betätigung gibt es unzählige im Winter, wenn nur der Wille da und der Vereinstrainer energisch genug ist. Auf jeden Fall muß das Verschwenden der Kräfte im Winter aufhören und dafür eine vernünftige Erhaltung und Steigerung einsetzen. Selbstverständlich soll der Sportler sich von den Anstrengungen des Sommers ausruhen. Das kann er auch dann, wenn er Ergänzungssport treibt.
TZ

Dienstag, 31. Dez. 1935
OSV gegen Germania Wismar
Am kommenden Sonntag, dem 5. Jan., fährt die Liga nach Wismar. Wer fährt mit Die Fahrt wird mit einem neuen 32sitzigen Omnibus durchgeführt. Der Fahrpreis beträgt zwei Mark. Karten sind im "Deutschen Haus" zu haben.
OL

Dienstag, 31. Dez. 1935
Ausstellung des "Hilfsfonds für den deutschen Sport"
Im Rahmen der von der Firma Gebrüder Petersen durchgeführten Olympia-Werbung hat das Stadtamt für Leibesübungen eine Ausstellung für den "Hilfsfonds für den deutschen Sport" und das "Amt für Sportwerbung" veranstaltet. Im großen Mittelschaufenster sind die Wahrzeichen der Olympischen Spiele, die "Fünf Olympischen Ringe" und die "Olympia-Glocke" ausgestellt. Zwei in Wintersportausrüstung dargestellte Attrappen weisen auf die bereits in Kürze stattfindenden IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen hin. Zahlreiche Bilder veranschaulichen die umfangreichen Vorarbeiten zur XI. Olympiade 1936 in Berlin.
Vom "Hilfsfonds für den deutschen Sport" sind ausggestellt: Olympia-Sparglocken aus Ton für Vereine und Verbände des Reichsbundes für Leibesübungen; das mit über 250 Abbildungen versehene Werk "Sport und Staat", das als Sammelwerk der für Sportgroschen einzutauschenden Sportbilder gedacht ist, Olympia-Postkarten, die die hauptsächlichsten Sportzweige wiedergeben sowie der vom Reichsbund für Leibesübungen herausgegebene Taschenkalender mit umfangreichem Nachschlagewerk.

Das "Amt für Sportwerbung" hat die zur allgemeinen Aufklärung und Verständlichmachung der verschiedenen Sportarten herausgegebene Olympia-Heftreihe (Heft 1 bis 26) ausgestellt. Sämtliche zur Ausstellung gebrachten Druckschriften sind im Stadtamt für Leibesübungen (Stadthaus) erhältlich.
OL