Spielserie 1935 - 36
Teil 3

 

Mittwoch, 1. Jan. 1936
Das Jahr der Bewährung - Neujahrsgruß des Reichssportführers
Wir stehen an der Schwelle des für uns so bedeutungsvollen Jahres 1936. Unter den Glocken, welche das neue Jahr begrüßen, wird zum ersten Male auch die olympische ihre erzene Stimme erheben. Sie ruft die Jugend der Welt nach Deutschland. In unser Deutschland, das wir mit heißem Herzen lieben und dem all unser Tun gilt. 1933 war das Jahr des revolutionären Umbruchs, 1934 das der Planung, das abgelaufene Jahr war das Jahr der Firmung: 1936 treten wir in das Jahr der Bewährung! Und ich weiß, wir sind gerüstet. Nicht nur, weil wir uns bemühten, unsere Männer und Frauen möglichst leistungstüchtig zu machen, sondern weil wir unsere Pflicht gegenüber unserem ganzen Volk getan haben. Aus 300 und mehr Verbänden ist ein Bund geworden. Lebendige Kraft und ein heiliger Eifer durchpulsen ihn. Der Wille zur Gemeinschaft des Volkes hat ihn gebaut, der heiße Atem der nationalsozialistischen Bewegung hat hat seinen inneren Inhalt bestimmt.

Ihr Männer und Frauen, wo ihr auch schafft für die Leibesübung, haltet diesem Bund die Treue. Schenkt ihm Eure ganze Liebe. Wer immer ihm in rechter nationalsozialistischer Gesinnung dient, der tut sein Werk am Aufbau der deutschen Volkskraft und damit am Staate Adolf Hitlers. In unserem Werk sind die Olympischen Spiele nur ein einmaliges Ereignis. Wir haben unsere ganze Kraft aufgewandt, unter den Nationen ehrenvoll zu bestehen. Nur wenige Woche trennen uns von den Winterspielen, und die Zeit bis zu den Sommerspielen zählen wir auch nur noch nach Monaten.

Ihr, meine jungen Kameraden, die Ihr Deutschland in den olympischen Kämpfen vertreten sollt, seid größtenteils geboren in den Jahren tiefsten deutschen Elends und maßloser Entbehrungen. Ihr habt es schwerer als die Vertreter der meisten anderen Nationen. Euer Wille muß deshalb doppelt stark und Euer Einsatz doppelt groß sein. Ich weiß, Ihr tut Eure Pflicht. Ihr seid alle Kämpfer, die uns Ehre machen werden, auch dann, wenn Talent, Natur und glückliche Umstände den anderen den Sieg schenken. Denn in dem Kampf um die Idee eines deutschen Reiches leibestüchtiger Brüder und Schwestern werdet Ihr stets Sieger bleiben. Mit Euch marschiert unser sieben Millionen Volksgenossen umschließender Bund in das Jahr der Bewährung. Es wird viel von uns verlangen und, wenn es sich zu Ende neigt, werden wir die Hände nicht in den Schoß legen dürfen. Denn unser Bund hat kein endliches Ziel. Seine Aufgabe ist es, den Vormarsch der ewig jungen Kräfte unseres Volkes mit vorzutragen. Wir sind des Glücks, des Stolzes und der Verantwortung bewußt, an diesem Vormarsch teilzuhaben.
LGA

Mittwoch, 1. Jan. 1936
Glückwunsch des Reichsministers Dr. Frick
Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Wilhelm Frick übersandte dem Reichssportführer und dem Reichsbund für Leibesübungen folgende Neujahrswünsche: "Am 1. Jan. 1936 tritt die neue Satzung des Reichsbundes für Leibesübungen in Kraft, die eine straffe Zusammenfassung der vielen Tausende deutscher Turn- und Sportvereine gewährleistet. Vor der Machtübernahme zerfielen die deutschen Leibesübungen in zahllose Verbände und Interessentengruppen. Politische und konfessionelle Interessen hatten sich in einer Weise des Sports bemächtigt, daß auf Jahrzehnte hinaus der Weg zu einer geschlossenen Turn- und Sportbewegung verbaut schien. In Ausführung des Ihnen vom Führer und mir erteilten Auftrags haben Sie diese Zersplitterung in den ersten beiden Jahren des nationalsozialistischen Aufbaues beseitigt und den einheitlichen Reichsbund für Leibesübungen errichtet. Mit besonderer Genugtuung mag es sie erfüllen, daß auch die Deutsche Turnerschaft am 23. Nov. 1935 den denkwürdigen Entschluß faßte, sich vorbehaltlos in den einzigen großen Bund einzugliedern.

Damit ist die organisatorische Grundlage dafür geschaffen, die Millionen deutscher Volksgenossen, die den Leibesübungen sich widmen, einheitlich zu führen und sie im Geiste des Nationalsozialismus zu formen. Sie haben demgemäß in der nunmehr in Kraft tretenden neuen Satzung des Reichsbundes der deutschen Turn-und Sportbewegung die Aufgabe gestellt, die in ihren Mitgliederorganisationen zusammengeschlossenen Deutschen durch planvoll betriebene Leibesübungen und Pflege des Volksbewußtseins im Geiste des nationalsozialistischen Staates zu erziehen.

Ich freue mich darüber, daß Sie diese wichtigste Aufgabe des Reichsbundes für Leibesübungen gerade zu Beginn des olympischen Jahres besonders hervorgehoben haben. Im Zuge der von Deutschland vorbereiteten Olympischen Spiele 1936 flammt die Begeisterung für die Leibesübungen durch unser ganzes Volk. Ihre klar erkannte Aufgabe, Herr Reichssportführer, ist es, diese Begeisterung nicht nur für die Erzielung von Spitzenleistungen, sondern für die dauernde Stärkung und Vertiefung der deutschen Leibesübungen nutzbar zu machen. Meiner rückhaltlosen Unterstützung in dieser Aufbauarbeit dürfen sie sicher sein."
LGA

Samstag, 4. Jan. 1936
OSV gegen Germania Wismar
Der OSV trägt am morgigen Sonntag das erste Punktspiel der Frühjahrsserie aus und zwar in Wismar. Das Spiel der Herbstserie hier konnte der OSV knapp mit 2:1 für sich entscheiden. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit. Die Germanen auf eigenem Platz zu schlagen, ist doch nicht so einfach und es dürfte sich daher empfehlen, mit äußerster Konzentration den Kampf durchzuführen, sonst könnte die Sache auch leicht schief gehen. Die Mannschaft hat sich vorgenommen, zwei Punkte mit nach Hause zu bringen. Abfahrt morgens um 10 Uhr vom "Deutschen Haus".
OL

Samstag, 4. Jan. 1936
Hockeytraining und Waldlauf
Am morgigen Sonntag findet um 9.30 Uhr auf dem Bürgerpark ein Hockeytraining für alle Mitglieder statt. Anschließend findet ein Waldlauf statt, der etwa acht Kilometer lang sein wird. Sämtliche Frauen und Herren haben pünktlich zu erscheinen.
OL

Samstag, 4. Jan. 1936
Kreuz und quer durch das Jahr 1935
Wie im ganzen deutschen Vaterlande zeigte sich 1935, dem Vorjahre der Olympiade, auch in Oldesloe ein vielseitiges sportliches Leben auf allen Gebieten der Leibeserziehung. Gepäckmärsche, Waldgeländelauf, das Jugendsportfest, die Reichsportwoche, die Reichsjugendwettkämpfe und als Höhepunkt "Die Oldesloer Sportwoche" sind Meilensteine auf dem Gebiete der Leibeserziehung. Weit mehr als 100mal konnte das SA- oder Reichssportabzeichen verteilt werden. Bei der hiesigen Sportwoche gelang es dem OSV im Kampfe um die Deutsche Vereinsmeisterschaft in der Klasse C mit 3970,40 Punkten, im Gau 7 Nordmark den fünften und damit im Deutschen Reich den 35. Platz zu belegen. Das Stadtamt für Leibesübungen sowie die neugegründete Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen haben sich somit zielbewußt für den Ausbau der Leibesübungen eingesetzt. Welcher Beachtung für solche Leistungen sich der hiesige Sport anderwärts erfreut, möge man daraus ersehen, daß der Kreis Lübeck durch die Entsendung des Olympia-Trainers Engelhard die geleistete Arbeit ganz besonders anerkannt hat. Freilich gehört zur Weiterführung dieser Leistungen auch ein einwandfreier Sportplatz. Unser sonst so schön gelegener Exer bedarf dazu aber eines vollkommenen Ausbaues der zu solchen Leistungen erforderlichen Anlagen. ...
OL

Sonntag, 5. Jan. 1936
8. Punktspiel: Germania Wismar - Oldesloer SV 0:1 (0:1)
Nach schwerem Kampf konnte der OSV zwei wichtige Punkte erringen. Dieser Sieg gewinnt dadurch an Bedeutung, daß die OSVer das ganze Spiel nur mit zehn Mann durchführen mußten. Der Linksaußen Paul Drews mußte schon drei Minuten nach Beginn ausscheiden. Mit vier Mann im Sturm war ein Sieg kaum herauszuholen, aber eisern wurde gekämpft. Die zahlreichen und gefährlichen Angriffe der Wismaraner wurden von der Hintermannschaft des OSV zerstört. Der Torwart der Oldesloer hielt die schwierigsten Sachen, hier lag der Schlüssel zum Erfolg. Nach halbstündiger Spielzeit erzielte der OSV den Treffer des Tages. Ein Eckball von rechts, getreten von Lüthje, geht unberührt ins Tor. Bis zum Schluß versuchen die Germanen, ihren Gegner in die Knie zu zwingen, aber die OSVer arbeiteten bis zum Umfallen, um den knappen Vorsprung zu halten.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Gustav Lüthje, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Paul Drews.
Tor: 0:1 Lüthje (30.)

Dienstag, 7. Jan. 1936
Die Zeit der Bewährung hat begonnen
Eine Anordnung des Reichssportführers. Die Pressestelle des Reichssportführers teilt mit: "Für die Zeit des Übergangs in den Zustand der Einheit der deutschen Leibesübung war die Betrauung besonderer Beauftragten für die Umerziehung der Massen der Geführten notwendig. Die Zeit des Übergangs ist beendet und die Zeit der Bewährung hat begonnen. Die Führung der Sportgaue steht.

Deshalb hat der Reichssportführer sämtliche Kreisvertrauensmänner seiner Beauftragten zum 1. Jan. 1936 von ihren Pflichten entbunden und ihnen für ihre freudige Mitarbeit gedankt.

Gleichzeitig diente diese Maßnahme der Vereinfachung der Verwaltung und der Befreiung der Vereine von Verwaltungslasten, die im Verlaufe der Einrichtung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen in den Einzelheiten des Betriebes immer weiter fortschreiten wird."

Mit dieser Maßnahme ist in der Gebietsaufteilung des Reichsbundes für Leibesübungen insofern eine Änderung eingetreten, als der Instanzenzug Gau (Nordmark), Bezirk (Schleswig-Holstein), Kreis (Stormarn), örtlicher Vertrauensmann (Bad Oldesloe) verkürzt worden ist und nunmehr die Verbindung vom örtlichen Vertrauensmann unmittelbar zum Bezirksbeauftragten besteht. (Die in Klammern gesetzten Bezeichnungen sind die für Oldesloe zuständigen Dienststellen.)
OL

Mittwoch, 8. Jan. 1936
OS
Die erste Vorstandssitzung des OSV im Jahre 1936 zeigte nach allen Seiten ein erfreuliches Bild. Sie war sehr gut besucht und die Berichte der einzelnen Obleute gaben ein klares Bild von der Aufwärtsentwicklung des Vereins. Die Übungszeiten wurden wie folgt festgesetzt: Mittwoch 8.30 Uhr Turnhalle der Oberrealschule: Männer; Donnerstag 3 Uhr: Jugend; Freitag 8.30 Uhr Turnhalle der Oberrealschule: Frauenabteilung. Der Vorsitzende ernannte Dimpker zum Obmann der Leichtathletik; derselbe leitet auch das Training am Mittwoch. Der Kassenbericht zeigte durchaus gesunde Verhältnisse. Die bevorstehende Maskerade, die im Februar stattfindet, wurde eingehend besprochen und in den Grundzügen festgelegt.
OL

Mittwoch, 8. Jan. 1936 OSV
Am kommenden Sonntag fährt die Liga nach Grevesmühlen
Die Reise wird wieder mit dem neuen Omnibus "Sausewind" durchgeführt. Schlachtenbummler können noch an der Fahrt teilnehmen. Fahrpreis 2,00 Mark. Abfahrt mittags 12 Uhr vom "Deutschen Haus". Karten sind dort zu haben.
OL

Mittwoch, 8. Jan. 1936
Handball
MTV von 1862 gegen Jahn Oldenburg. Am kommenden Sonntag beginnen im Kreise Lübeck die ersten Spiele der Frühjahrsspielreihe. Der hiesige MTV von 1862 muß nach Oldenburg und dort gegen die äußerst spielstarke Mannschaft des Turnvereins "Jahn" antreten. Die Abfahrt ist auf 10.45 Uhr ab Marktplatz festgelegt. Für Schlachtenbummler sind noch einige Plätze frei. Fahrpreis 1,00 Mark; Anmeldungen bei den Spielern.
OL

Freitag, 10. Jan. 1936
Handball
Das Handballspiel des MTV von 1862 gegen den Turnverein Jahn in Oldenburg fällt aus. Das nächste Spiel der Hiesigen findet am Sonntag, dem 19. Jan., in Oldesloe gegen den Schlutuper Turn- und Sportverein statt.
OL

Samstag, 11. Jan. 1936
OSV gegen Grevesmühlen 08
Wieder muß der OSV am morgigen Sonntag nach auswärts und zwar nach Grevesmühlen. Alles ist gespannt, wie dieser Kampf ablaufen wird. Wie wohl noch bekannt, mußte der OSV im Herbst hier eine knappe 2:1-Niederlage hinnehmen. Trotz einwandfrei überlegenen Spiels und drückender Überlegenheit rannten die OSVer sich an der Abwehrmauer des Gegners fest. Das ist die Stärke der Grevesmühlener, den einmal erkämpften Vorsprung nicht wieder aus den Händen zu lassen. Alles wird nach hinten genommen, um "dicht" zu machen. Es sieht zwar nicht sehr schön aus, aber auf diese Weise werden die notwendigsten Punkte in Sicherheit gebracht. Der OSV hat spielerisch bestimmt ein Plus, aber man wird gut tun, sich nicht gleich überrumpeln zu lassen, damit eine Auflage des hier stattgefundenen Spiels vermieden wird.
OL

Sonntag, 12. Jan. 1936
9.Punktspiel: FC Grevesmühlen - Oldesloer SV 2:5 (1:2)
Wie erwartet konnte der OSV erst nach schwerem Kampf seinen Gegner niederringen. In technischer Hinsicht wohl bedeutend besser, aber sonst sah es finster in der OSV-Mannschaft aus, besonders in der ersten Halbzeit. Die Grevesmühlener - ohne die Gebrüder Ankerstein, Niebuhr und Hansen - waren mit einem bewundernswerten Eifer bei der Sache. Nach einer Viertelstunde war es auch schon passiert. Ein hoher Schuß des Mittelläufers wurde von den nachsetzenden Stürmern eingedrückt. Eine verunglückte Abwehr des linken Läufers der Grevesmühlener brachte dem OSV den Ausgleich und ein Strafstoß, von Stäcker geschossen, brachte die 2:1-Führung bis zur Pause. Nachher drängte der OSV, bei einem der vielen Angriffe konnte Willy Drews das Ergebnis auf 3:1 stellen. Der Gegner läßt nicht nach. Ein Strafstoß, der direkt verwandelt wird, stellt das Ergebnis auf 3:2. Bis zum Schluß kann dann der OSV noch zwei weitere Tore erzielen und damit den Sieg endgültig sicherstellen. Der Sieg ist auch in dieser Höhe für Oldesloe verdient ausgefallen.
OL/LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Gustav Lüthje, Willy Drews, Wilhelm Stäcker, Andresen, Willy Schlüter
Tore: 1:0 (15.), 1:1 Eigentor, 1:2 Stäcker, 1:3 Willy Drews, 2:3, 2:4, 2:5

Sonntag, 12. Jan. 1936
Ein erfolgreicher Sonntag für den OSV
Der Sonntag war für die Blau-Weißen ein außerordentlich erfolgreicher. Sechs Mannschaften waren im Kampfe und alle sechs Mannschaften konnten ihre Spiele gewinnen! Das Torverhältnis in diesen sechs Spielen belief sich auf 27:5 und setzt sich wie folgt zusammen: OSV Liga gegen Grevesmühlen 5:2, OSV Reserve gegen Bargteheide 4:1, OSV II gegen Bargteheide II 2:0, OSV Schüler gegen LSV 9:1, OSV erste Knaben gegen LSV 2:0, OSV zweite Knaben gegen LSV 5:1.
OL

Samstag, 18. Jan. 1936
Oldesloe gegen Ratzeburg
Der Kampf um die Punkte geht weiter. Am morgigen Sonntag trifft der OSV hier auf den MTV Ratzeburg. Das erste Treffen gewann der OSV seinerzeit 4:1, ein Gesellschaftsspiel Ende vorigen Jahres hier brachte den Hiesigen einen 7:0-Sieg. Es wäre verfehlt, wollte man, an diesen Ergebnissen gemessen, dem OSV einen hohen Sieg voraussagen. Die letzten Ergebnisse der Ratzeburger lassen erkennen, daß die Mannschaft besser geworden ist. Es fehlt nicht viel daran, und der Meisterschaftsfavorit Neustadt wäre vor kurzem in Ratzeburg gestrauchelt, knapp mit 2:1 war man froh, gewonnen zu haben. Trotz allem ist anzunehmen, daß der OSV dieses Spiel gewinnt, die größere Erfahrung und Routine dürften dafür den Ausschlag geben. Das Spiel beginnt um 2 Uhr; der Exer ist gesperrt.
OL

Samstag, 18. Jan. 1936
OSV-Hockeyabteilung
Am Sonntag findet wieder ein allgemeines Hockeytraining statt. Es wird besonders die Frauenabteilung gebeten, zahlreich zu erscheinen. Da an eine Gründung von Frauenmannschaften gedacht ist, können sich noch einige interessierte Sportlerinnen zur Aufnahme melden.
OL

Sonntag, 19. Jan. 1936
Fußball, der wahre Volkssport
Man darf es wohl ruhig sagen, ohne befürchten zu müssen, daß andere die philosophischen Messer wetzen, Fußball ist heute der wahre deutsche Volkssport. Volkssport - das ist nicht etwa nur ein leeres Schlagwort, sondern der Begriff für eine Leibesübung, die im wahrsten Sinne des Wortes breiteste Massen des Volkes gepackt hat. Geben Sie einer Anzahl von Knirpsen eine leere Konservenbüchse oder eine alte Pappschachtel..., ich wette, daß sie in den meisten Fällen mit dieem "Sportgerät" zu "buffen" anfangen, wie es in der Fußballersprache so schön heißt. Da sind die kleinen Straßenvereine oder spielen Dörfer gegeneinander, und wenn kein Tor zur Verfügung steht, dann markieren Mütze oder Jacken die Torenden. Und der Schweiß läuft allen nur so von den Stirnen, ihre Augen aber glänzen in heller Freude über den Flug und das Rollen des runden Balles. Die stolzen Erfolge unserer Ländermannschaft, die allein im verflossenen Jahre 18 deutsche Siege errang, wie auch die Tatsache, daß Lübeck wieder zwei Ligavereine besitzt, haben bewirkt, daß der Fußballsport sich in Lübeck einer steigenden Beliebtheit erfreut.

Doppelt erfreulich, daß dank der Unterstützung der Kultusverwaltung nun auch die Frage des Schulfußballs im positiven Sinne geregelt worden ist. Damit ist unseren Turn- und Sportvereinen die Sorge um den Fußballnachwuchs genommen worden. Erst aus der Breitenarbeit ergibt sich der Leistungssport! Und in dieser Hinsicht darf man jetzt beruhigend in die Zukunft sehen, nachdem durch die Tatkraft unseres Sportbeauftragten Pg. Willy Schaar in dem Trainer Eschenlohr ein Mann verpflichtet worden ist, der als alter Fußball-Internationaler nicht nur alle Feinheiten dieses schönen Sports selbst beherrscht, sondern sein Können mit echt bayerischem Humor auch auf die Schüler übertragen kann.

Man muß es nur einmal gesehen haben, mit welchem Ernst die kleinen Knirpse in den Schulen bei der Sache sind und jede "Zigarre" dadurch schmackhaft zu machen versuchen, daß sie mit doppeltem Eifer und noch größerer Konzentration die Beherrschung des runden Leders anstreben. Auch die Lehrerschaft bemüht sich, soweit sie noch nicht in die Geheimnisse des Fußballsports eingedrungen ist, das Versäumte nachzuholen.

Am Abend beginnt dann die Arbeit bei den Vereinen. Hier sieht das zu leistende Pensum natürlich wesentlich anders aus, weil ja schließlich das Balltraining nicht allein entscheidend für die Leistungen ist. Gymnastik, Laufübungen und andere nette Beigaben sollen lockern und beschwingen. Hier wird Schlamperei sogar bestraft. Überall wird fleißig an der Ertüchtigung der Fußballjugend gearbeitet. Da ist der kleine Dorfverein, der Sonntag für Sonntag treu und wacker seine Spiele durchführt, als kleines Teilchen der Fußballbewegung ebenso wichtig wie die Meisterschaft der Schalker Knappen. Erst dadurch, daß unsere Vereine zahlreiche Herren- und Jugendmannschaften zählen, zeigt sich die breite Grundlage des Fußballsports. Hunderttausend, ja, Millionen sind es, die dem einen Ziel nachstreben, in der ersten Mannschaft zu spielen. So erwächst schließlich die Bestleistung, wachsen aus der breiten Masse des großen Fußballheeres die Spitzenkönner heraus, von deren Glanzleistungen die ganze Welt spricht.

Es wäre nur zu wünschen, daß es möglich ist, den begabten Fußball-Lehrer Eschenlohr auf Jahre für Lübeck zu verpflichten. Erst dann wäre eine systematische Talentsuche, aber auch eine allgemeine Hebung der Spielstärke in Lübeck möglich. Ein Ziel, das jedem Fußballfreund lockend vor Augen steht.
LGA

Sonntag, 19. Jan. 1936
10. Punktspiel: Oldesloer SV - MTV Ratzeburg 1:1 (1:1)
Die Ratzeburger waren mit voller Mannschaft erschienen. Durch weites Flügelspiel waren sie immer wieder gefährlich und bewiesen erneut den Formanstieg durch das unentschiedene Ergebnis gegen den OSV. Der schneebedeckte Boden erschwerte die Kampfhandlung, die Parole konnte nur lauten, den Ball mit kräftigem Schlag wegzubefördern und in der ersten Halbzeit hatten die stämmigen Soldaten hierin ein bedeutendes Plus. Eine Bummelei beider Torwächter in der ersten Hälfte stellte das Endergebnis bereits fest. In der zweiten Halbzeit war der OSV tonangebend, Tore konnten aber nicht mehr erzielt werden, so daß die Hiesigen sich mit einem mageren Unentschieden begnügen mußten. - OSV Reserve gegen Moisling 8:1, OSV erste Jugend gegen Moisling 12:3, OSV erste Knaben gegen Pansdorf 1:6.
LGA/OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Ewald Feddern, Willy Schlüter, Wilhelm Stäcker, Gustav Lüthje, Willy Drews.

Sonntag, 19. Jan. 1936
Preußen Reinfeld gegen Oldesloer SV II 8:2 (3:1)
Die Preußen zeigten ihren alten Kampfgeist, den sie leider im Spiel gegen Post Lübeck vermissen ließen. Die erste Halbzeit zeigte schon leichte Überlegenheit. Mit 3:1 ging es in die Pause, nachdem Oldesloe beim Stand 1:0 für Reinfeld ausgleichen konnte. Dann aber zerfiel der Sturm der Gäste zusehends; die Preußen dagegen zeigten sehr viel Verständnis für ein offenes Flankenspiel. Sie kombinierten geschickt und konnten nach der Pause noch fünfmal einsenden. Der Torwächter der Gäste hat sich tapfer gehalten; er war auch an seinem Selbsttor ohne Schuld. Unser Donicht im Tor war gut. Den Hauptanteil an dem hohen Sieg hat Wittmack, der seinen großen Tag hatte.
OL

Oldesloer SV II (Ankündigung): Dubslaff - W Meier, Hartz - Thiede, Busch, Plath - Rieck, Schulze, Hans Witt, Dührkop, Osga

Dienstag, 21. Jan. 1936
Scharfer Endkampf in der Bezirksliga
Drei Anwärter auf den Meistertitel. Die Lage in der Lübeck-Mecklenburger Bezirksliga ist nach den Ergebnissen des letzten Sonntags in der Spitzengruppe immer noch ungeklärt. Noch dürfen sich drei Vereine Hoffnungen auf den Meistertitel machen. Der VfL Schwerin hat nach seinem knappen 3:2-Sieg über den Lübecker Sportverein sich an die Spitze der Tabelle gesetzt. Der Neustädter Sportverein erlitt gegen Germania Wismar mit einem Unentschieden (1:1) überraschend eine Punkteinbuße. VfL Schwerin und Neustadt liegen nun nach Punkten gerechnet gleich in Front. Das bessere Torverhältnis macht die VfLer zum Spitzenreiter. Aber auch Schwerin 03 hat bei einem Spiel und zwei Punkten weniger als die beiden ersten Vereine durchaus berechtigte Ansprüche auf den Meistertitel, dessen Vergebung also eine rein mecklenburgische Angelegenheit geworden ist.
LGA

Mittwoch, 22. Jan. 1936
Reichsbund schafft Abzeichen und Flagge
Der Reichsbund für Leibesübungen führt als Symbol des geeinten deutschen Sports ein einheitliches Abzeichen und eine Flagge ein. Das Abzeichen zeigt einen vom Reichsadler deutlich unterschiedenen Adler, der auf der Brust ein auf der Spitze stehendes Hakenkreuz trägt. In Gold wird das Abzeichen allen deutschen Einzel- und Mannschaftsmeistern schon für das Jahr 1935 verliehen. Die Flagge trägt auf rotem Grund einen senkrechten weißen Streifen und in dessen kreisförmiger Erweiterung das Reichsbundabzeichen.
LGA

Freitag, 24. Jan. 1936
Gegen übermäßig hartes Spiel
Der Gau Nordmark gibt folgende Mitteilung des Gaufachamtsleiters an die Gau- und Kreissportwarte bekannt, die gleichzeitig eine Warnung ist: "Bedauerlicherweise nehmen die Fußballspiele wieder einmal an Härte zu. Ich bitte die Sportwarte, ganz besonders darauf zu achhten, daß unser schöner Sport nicht durch Leute, die sich nicht beherrschen können, in Verruf kommt. Ich erwarte, daß die Sportwarte in Fällen, wo rücksichtslos oder sogar bewußt rohes Spiel festgestellt wird, nicht mit den üblichen Disqualifikationsstrafen von ein bis zwei Monaten vorgehen, sondern mit hohen Strafen insbesondere immer dann, wenn das Vergehen vor den Augen einer großen Öffentlichkeit geschehen ist. Für bewußtes Nachtreten in der Absicht, den Gegner zu verletzen, darf es nur Disqualifikationsstrafen von mindestens einem halben Jahr an aufwärts geben. Es darf auch nicht deshalb eine mildere Beurteilung eintreten, weil der betreffende Spieler sonst kein übler Kerl ist. Es handelt sich bei diesen Strafen weniger um den einzelnen als darum, Ruf und Ansehen unseres Sports hochzuhalten. Wenn durch eine hohe Strafe erreicht wird, daß in zehn anderen Fällen diejenigenn, die zu ähnlichen Ausschreitungen neigen würden, sich im letzten Augenblick besinnen und nicht roh spielen, dann hat die Strafe das, was sie bezwecken soll, erreicht, sonst nicht. Ich bitte dringend, das zu beachten. Die Sportwarte mögen bedenken, daß ihre Verantwortung für den Ruf, den unser Sport in der Öffentlichkeit genießt, groß ist."
LGA

Freitag, 24. Jan. 1936
Ausscheidungskegeln in Bad Oldesloe
Der Oldesloer Keglerverein hat in seinem Ausscheidungskegeln (600 Wurf) bereits den zweiten Durchgang beendet. Nachdem schon im ersten Starten auf den Bahnen im "Tivoli" gute Ergebnisse erzielt wurden, sind auch im zweiten Durchgang auf den Bahnen bei "Hormann" die Leistungen als gut zu bezeichnen. Am kommenden Sonntag findet nun der Schlußkampf von 200 Wurf in Reinfeld statt. Die ersten sechs nach diesem Treffen haben dann den Oldesloer Keglerverein in den folgenden Kreis- und Gaukämpfen zu vertreten.
Nach Abwerfen von 400 Kugeln liegen folgende Kegler in der Spitzengruppe: 1. Otto Drews 2929 Holz, 2. Heinrich Bertram 2925, 3. W Abraham 2898, 4. Gustav Lüthje 2895, 5. Paul Drews 2874 und 6. Willy Drews mit 2871 Holz. Beim Schlußkampf in Reinfeld wird die Reihenfolge der Kegler aber jedenfalls noch ein anderes Bild ergeben, denn auch mehrere dann folgende Kegler liegen in ihrer Holzzahl nicht weit dahinter.
OL

Samstag, 25. Jan. 1936
OSV gegen Schwerin 03
Durch den Punktverlust am letzten Sonntag gegen Ratzeburg dürfte der OSV wohl kaum Aussicht mehr haben, entscheidend in die Meisterschaft einzugreifen. Aber der SV Neustadt, VfL Schwerin und Schwerin 03 werden den OSV als Schrittmacher gebrauchen können.

Aus diesem Grunde wird Schwerin 03 am morgigen Sonntag mit Hangen und Bangen den Weg nach hier antreten. Das Spiel der Herbstserie sah die Blau-Gelben mit 2:0 vorne. Der OSV hatte es seinerzeit nicht nötig, das Spiel zu verlieren, das Gefüge der Mannschaft war etwas gelockert und dieses genügte den eifrigen Schwerinern, um beide Punkte zu erwischen.

Eine Voraussage über den Ausgang des morgigen Spiels ist schwer, die Schweriner werden alles versuchen, um im Rennen zu bleiben. Beide Mannschaften haben die gleichen Aussichten; ein spannender Kampf ist daher zu erwarten. Hoffentlich hat der Wettergott ein Einsehen, dann wird der Exer einen Rekordbesuch aufzeigen.
OL

Samstag, 25. Jan. 1936
Tag der Vereinsführer
Zur Zeit wird eine Bestandserhebung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen für das ganze Reich durchgeführt. Dazu hat der Reichssportführer angeordnet, daß diese Erhebung möglichst einheitlich und schlagkräftig durchgeführt werde. Je nach den örtlichen Verhältnissen ist der 25. oder 26. Jan. zum Tag der Vereinsführer erklärt worden. Zum ersten Mal in der Geschichte des neuen Bundes arbeiten die Vereinsführer aller Fachämter und aller Verbände des Reichsbundes an einer allen gemeinsam gestellten Aufgabe.

Der Tag der Vereinsführer, der die erste Volkszählung des deutschen Sports einleitet, wird überall größte Beachtung finden. Durchaus bemerkenswert sind die Einzelheiten dieser Bestandserhebung. In den 16 Gauen des DRL werden durch die Geschäftsstellen des Hilfsfonds für den deutschen Sport rund 2000 Mitarbeiter im Januar und Februar eingesetzt. Rund 300.000 Karteikarten werden verteilt und von den Vereinsführern ausgefüllt. Nach Möglichkeit sollen die Führer der rund 40.000 Vereine des DRL ihre Unterlagen schon bereithalten zu den Vereinsführer-Versammlungen.

Die Bestandserhebung in den Vereinen werden über die Kräfte- und Leistungsstatistik zugleich den Zielen der Gesundheitsstatistik im allgemeinen dienen und so ist mit Rücksicht auf die hohe Wichtigkeit des Gegenstandes zu verstehen, daß den Bestrebungen des Deutschen Reichsbundes für Leibesünbungen von allen Seiten der kräftigste Vorschub geleistet wird.

Der mit der Führung des Kreises Lübeck beauftragte Pg. Willy Schaar hat in Zusammenarbeit mit dem Hauptmitarbeiter des Hilfsfonds für den deutschen Sport erstmalig alle Vereinsführer und Werbewarte des zukünftigen Kreises Lübeck zu einer Versammlung im Hause der "Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit" am Sonntag, dem 26. Jan., vormittags 10 Uhr, einberufen, um neben der Frage der Bestandserhebung alle wichtigen Fragen für das neue Kreisgebiet zu besprechen. Die Kreisfachamtsleiter werden kurze Berichte über ihre Tätigkeit und Erfolge erstatten, so daß sicher viel Stoff für die Besprechung vorliegt.

Wenn die genaue Gebietsabgrenzung des neuen Kreises Lübeck auch erst in allernächster Zeit festliegen wird, so ist doch damit zu rechnen, daß der Kreis in Zukunft wieder die Vereine des alten Travegaues der Deutschen Turnerschaft bzw. des Bezirks Lübeck des Deutschen Fußball-Bundes mit ganz geringen Ausnahmen zusammenführen wird. Es ist zweifellos, daß die übergroße Mehrzahl der geladenen rund 160 Vereine in Hinblick auf die Wichtigkeit der Versammlung vertreten sein werden.
LGA

Sonntag, 26. Jan. 1936
Vereinsführertagung des Kreises Lübeck
Der Gedanke des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen ist im Anmarsch. Diese wichtige Feststellung darf und muß gemacht werden, wenn man sich mit der stattgehabten Tagung der Vereinsführer des neuen Kreises Lübeck im DRfL im Haus der "Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit" befassen will. Über 90 Vereine hatten ihre Vertretungen entsandt, ein ganz glänzendes Ergebnis, wenn man bedenkt, daß Lübeck selbst nur rund 40 Vereine des Reichsbundes umfaßt, die leider nicht einmal alle dabei waren.

Um so erfreulicher und dankbarer ist es zu begrüßen, daß gerade die ländlichen Vereine aus der weiteren Umgebung wie auf der einen Seite Dassow, Klütz, Schönberg, Grevesmühlen, Rehna, Wohlenberg, auf der anderen das lauenburgische Gebiet und Segeberg, und nicht zuletzt die holsteinischen Vereine von Eutin über Neustadt, Lensahn, Heiligenhafen bis Burg auf Fehmarn - man möchte sagen ausnahmslos - Reisekosten und Unbequemlichkeiten auf sich genommen hatten, um dem Rufe des Kreisführers und der zuständigen Stellen des Hilfsfonds pflichtgemäß zu folgen. Manch einer hatte vor 5 Uhr morgens das warme Bett verlassen müssen, um pünktlich zur Stelle zu sein. Das ist der Geist, der in den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen steckt, und er allein ist die sichere Gewähr, daß die große Bewegung der Leibesübungen das Ziel erreichen wird, das unser Führer seinem Reichssportführer gesteckt hat.

Und trotzdem ein solcher Besuch der Tagung! Eine wirklich erfreuliche Tatsache, die nicht genug hervorgehoben werden kann, denn sie zeugt von der Disziplin, die in den Vereinen des DRfL herrscht. Fast pünktlich um 10 Uhr konnte der mit der Führung des Kreises Lübeck beauftragte Pg. Willy Schaar die Tagung eröffnen und bekanntgeben, daß von nun an der altgewohnte Kreis wieder im Kreis Lübeck zusammengeführt werden solle nach Anordnung des Reichssportführers, wie er früher als "Travegau der Deutschen Turnerschaft" und als "Bezirk 5 des Norddeutschen Sport-Verbandes" bestanden hatte, vielleicht mit ganz geringfügigen Ausnahmen, die nicht mitsprechen. Alte Turn- und Sportkameraden kommen nun wieder zusammen, die teilweise jahrzehntelang in enger Verbundenheit im engeren Heimatgebiet gleichen Idealen nachgestrebt hatten.

Einst hier und da auf verschiedenen Wegen schreitend, heute nicht mehr gegeneinander, sondern nur miteinander arbeitend im nun bereits fest verankerten Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Dieser Grundgedanke ging als das A und das Z durch die längeren Ausführungen des zukünftigen Kreisführers, die erhebend und zu frohen Taten anspornend auf der Versammlung wirkten. Er zerstreute die hier und da vielleicht noch immer wieder auftauchenden Bedenken, als ob die Aufhebung der Verbände, ja besonders der ganz großen wie Deutsche Turnerschaft und Deutscher Fußball-Bund, Ruder- oder Seglerverband, eine Aberkennung ihrer bisherigen großen Verdienste gleichkommen würde. Nein, die nun allein bestehenden Fachämter treten an ihre Stelle, nur daß die insgesamt von ihnen geleistete Arbeit die einheitliche Spitze in der Organisation des DRfL finden soll. Der Vortragende führte mit Recht aus, daß die Organisation als solche von vielen als ein "notwendiges Übel" betrachtet würde, das aber eben da sein müßte; die Hauptarbeit solle und werde nach wie vor in den Fachämtern geleistet werden, sei es in den Turnhallen oder auf dem grünen Rasen, auf dem Wasser oder im Wasser, im Boxring oder sonstwo. Der Kreisführer schloß seine Ausführungen mit dem bekannten Neujahrswunsch des Reichssportführers, indem er diesen von sich aus seinen neuen Vereinen zurief.

Sehr schnell wurden die sich um die Bestandserhebung drehenden Fragen erledigt. Dank der klaren Erläuterungen des Reichssportführers, die jedem Vereinsführer zugegangen waren, konnte der Hauptmitarbeiter des Hilfsfonds schon über die Hälfte aller Bestandserhebungskarten richtig ausgefüllt an sich nehmen. In noch nicht einer halben Stunde war von 100 Vereinen eine Arbeit nach guter Vorbereitung erledigt, die früher bei den unendlich vielen Fragebögen wochenlange Arbeit erfordert hatte. Auch hier zeigte sich das klare Bild der angestrebten Vereinfachungen in der so viel verschrienen "Organisation", dem "notwendigen Übel".

Mit großem Interesse wurden dann die Berichte einiger Kreisfachamtsleiter entgegengenommen. Hier und da klang wohl noch ein "Schwanengesang" durch, aber überall das feste, unerschütterliche Versprechen, in alter Frische mitzuarbeiten zum Gelingen des großen Werkes aller Leibesübungen im Gewand des einheitlichen Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen.

Mit einem freudig aufgenommenen "Sieg Heil" auf Vaterland und Führer schloß Pg. Schaar nach knapp zwei Stunden die arbeitsfrohe und arbeitsreiche erste Tagung der Vereinsführer des neuen Kreises Lübeck.
LGA

Sonntag, 26. Jan. 1936
11. Punktspiel: Oldesloer SV - Schwerin 03 2:1 (0:1)
Nach einem schweren, mit allen Finessen durchgeführten und temperamtenvollem Kampf konnte der OSV einen verdienten Sieg erringen. Diese Leistung verdient umsomehr Anerkennung, da die Schweriner während der ersten Halbzeit eine 1:0-Führung herausholen konnten. Gelegenheiten waren während dieser Zeit auch genügend für den OSV vorhanden, aber Fortuna war auf Seiten der Gäste.

Die zweite Halbzeit begann mit unvermindert scharfem Tempo; einer mußte bald kapitulieren und hier waren es die Schweriner, die nicht durchstehen konnten. Durch eine Umstellung verschärfte der OSV den Druck und das Schicksal nahm seinen Lauf. Der linke Läufer der Schweriner machte Hand im Strafraum. Der Elfmeter wurde von Schweim tadellos verwandelt. Jetzt spielte der OSV mit aller Macht auf Sieg und das Siegtor ließ auch nicht lange auf sich warten. Ein Eckball, von links hereingegeben, wurde von Stäcker eingeköpft. Bis zum Schluß wurde von beiden Mannschaften um Verbesserung des Ergebnisses gekämpft, an dem Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr. Am nächsten Sonntag spielt der OSV hier auf dem Exer gegen Adlero Neustadt. Diesem Spiel wird eine große Bedeutung beigemessen.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Marin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Ewald Feddern
Tore: 0:1 Keil, 1:1 Schweim (Handelfmeter), 2:1 Stäcker

Sonntag, 26. Jan. 1936
Lübecker SV Reserve gegen Oldesloer SV Reserve 9:2
Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Eggers I, Witt - Hack, Meinke, Schlicht - Behre, Eggers II, Meyer, Oldorf, Lehrmann
Schiedsrichter: Adler (Polizei Lübeck)

Mittwoch, 29. Jan. 1936
Neueinteilung des Nordmark-Gaues
Auf der Tagung der Kreisfachamtsleiter für Leichtathletik im Gau Nordmark, auf der Gausportwart Freyer über die Ereignisse des letzten Jahres und deren Auswertung für die Olympischen Spiele sprach, berichtete der Gaubeauftragte Ullrich über die Neuorganisation im Gau.

In Zukunft gibt es folgende Kreise des Reichsbundes in der Nordmark:

  • Schleswig-Holstein Nord (Kiel und Flensburg): Führer Jeß
  • Schleswig-Holstein Süd (Neumünster): Führer Brinkmann
  • Hamburg: Führer Jasper
  • Lübeck: Führer Schaar
  • Rostock: Führer Bützow
  • Schwerin; Führer Oppermann
  • Strelitz: Führer Salomo.

Bestehende Besorgnisse der Vereine, die sich hauptsächlich auf finanzielle Fragen erstreckten, wurden in einer kameradschaftlichen Aussprache geklärt, wobei das große Vertrauen der Vereine zum Gauführer Ullrich betont wurde.
LGA

Freitag, 31. Jan. 1936
Der diesjährige Karneval des Oldesloer Sportvereins verspricht prächtig zu werden; man spricht schon seit Wochen in Oldesloe und Umgegend davon. Zwei erstklassige Stimmungskapellen werden für die nötige Musik sorgen, wie überhaupt keine Mühen und Kosten gescheut sind, die Maskerade zu einer bleibenden Erinnerung zu machen.

Unter den Farben blau-weiß gibt es nur eine Parole:

"Hinein in den Faschingstrubel des Oldesloer Sportvereins!"

OL

Freitag, 31. Jan. 1936
Handball VfL Vorwerk gegen MTV von 1862
Nach länfgerer Spielpause eröffnet der hiesige MTV die diesjährige Handballfrühjahrsspielreihe mit dem fälligen Rückspiel gegen den VfL Vorwerk. Die Hiesigen werden alles daransetzen, um das Spiel zu gewinnen und es wird sich unbedingt lohnen, diesem Kampf am kommenden Sonntag auf dem Exer beizuwohnen.

Die hiesigen Turner spielen in der stärksten Aufstellung: Wolff - Schröder, Schnoor - Reese, KH Hormann, Braker - Peper, Stoffers, Theodor Hormann, Schroer, Hannover.
OL

Samstag, 1. Feb. 1936
OSV gegen SV Neustadt-Glewe
Am morgigen Sonntag steht der Oldesloer Sportgemeinde ein besonderes Fußballereignis bevor. Der SV Neustadt-Glewe muß hier antreten zum Kampf um die Punkte. Die Neustädter sind erster Anwärter auf die Meisterschaft, die Aussichten auf die Meisterkrone sind durch die Niederlagen der Schweriner Vereine am letzten Sonntag weiter verbessert worden. Die Spielstärke der Neustädter scheint sonst etwas nachgelassen zu haben, die letzten Spiele konnten nur knapp gewonnen werden. Wenn die Oldesloer ihre vorsonntägliche Form erreichen, werden die Mecklenburger um eine Niederlage nicht herumkommen und damit dürfte dann das Rennen um den ersten bzw. die beiden folgenden Plätze in der Tabelle seinen Höhepunkt erreicht haben. In diesem Spiel ist also "alles drin", und die hoffentlich recht zahlreich erscheinenden Zuschauer werden ein spannendes Spiel erleben. Bei dieser Gelegenheit wird nochmals darauf hingewiesen, daß der Exer gesperrt ist und der OSV darauf angewiesen ist, daß alle Zuschauer bezahlen, damit diese Spiele und damit der Verbleib in der Bezirksliga gesichert bleibt. Das Spiel beginnt um 2 Uhr.
OL

Samstag, 1. Feb. 1936
Die OSV-Maskerade in den dazu festlich geschmückten Räumen der "Harmonie" war wieder der Höhepunkt der rein festlichen Vergnügungsveranstaltungen in Oldesloe. Von 8 Uhr ab strömten die Teilnehmer nach der "Harmonie", so daß bald kein Platz mehr vorhanden war und auch die Nebenräume sämtlich herangezogen werden mußten. Masken waren sehr stark vertreten, so daß Prinz Karneval nach seinem Einzug in den Saal eine sehr stattliche Gefolgschaft mit herzlichen Worten begrüßen konnte und keine Sorge zu haben brauchte, daß der Abend der unbeschränkten Lustigkeit mißlingen könnte. Die Masken selbst zeigten durchweg guten Geschmack und eine Kunst, die in ihrer Buntheit und Abwechslung jederzeit ein reizvolles Bild gaben und damit auch die nicht maskierte Herrenwelt schnell in ihre farbenfrohen Reihen eingliederte. Die meisten Damen hatten natürlich Herrenmasken gewählt, um damit auch einmal nach der Demaskierung öffentlich zeigen zu können, wer jetzt oder in Zukunft "die Hosen anhat".

Natürlich gingen, je näher es auf 12 Uhr ging, die Wogen des Scherzes, der Neckereien, überhaupt der Ausgelassenheit, immer höher. Um 12 Uhr kündete die Kapelle Hopf, die die Musik gestellt hatte, die Demaskierung an. Selbst der am Tanz Unbeteiligte mußte, ob er wollte oder nicht, über die verschiedenartigsten Überraschungen, dabei die erfreuten und auch genasführten Gesichter und enttäuschten Mienen, herzliches Lachen und Mitfreude empfinden. Nachdem sich der bei der Demaskierung entstandene Jubellärm gelegt hatte, wurde nun von den Gesichtsmasken befreit, in unermüdlicher Folge weiter gescherzt und getanzt mit einer Ausdauer, die eben nur die Jugend leisten kann. Da auch Paul Tabbert, der Vereinswirt, mit seinen Leistungen von Küche und Keller die mannigfaltigsten Wünsche in bester altgewohnter Weise befriedigen konnte, so war alles einfach wunschlos.

Allzu schnell waren die Stunden verronnen. Es mußte von der Stätte der ungebundenen Lustigkeit geschieden werden. Manche fanden erst in den Vormittagsstunden ihr Heim, um dort die Verwandlung ihres Äffchens oder ihres Spitzes in ein graues mehr oder weniger großes Katertier zu erleben. Die OSV-Maskerade hat sich auch in diesem Jahre ihren Vorgängerinnen in bester Form und glänzendem Erfolg angeschlossen.
OL

Sonntag, 2. Feb. 1936
12. Punktspiel: Oldesloer SV - SV Neustadt-Glewe 1:2 (0:1)
Der SV Neustadt befestigte seine Spitzenstellung durch einen glücklichen 2:1-Sieg über Oldesloe. Die Gäste fanden sich besser mit den Bodenverhältnissen ab und dadurch war ihr Spiel flüssiger als beim OSV. Daß der Sieg nicht höher ausfiel, ist der aufopfernden Arbeit der gesamten OSV-Mannschaft zu danken, welche selbst mit reduzierter Zahl an Spielern das Spiel nie verloren gab. Die bessere Mannschaft hat gewonnen, daran ist nicht zu zweifeln, nur war es schade, daß der Unparteiische nicht energisch genug durchgriff, so daß das Spiel ein wenig rühmliches Ende nahm. Der schnelle Linksaußen Fischer erzielte den Führungstreffer. Nach der Pause konnte Stäcker aus einem fast unmöglichen Winkel heraus einen Freistoß zum Ausgleich verwandeln, aber Fischer nutzte einen Schnitzer von Purnhagen zum entscheidenden zweiten Tor aus. Leider war der Kampf in der zweiten Halbzeit recht hart, so daß zwei Oldesloer und ein Neustädter Spieler das Feld verlassen mußten. Stäcker war schon bald nach Beginn verletzt worden und konnte auf dem Rechtsaußenposten lediglich als Statist mitwirken.
LGA/OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Gustav Lüthje, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Ewald Feddern
Tore: 0:1 Fischer, 1:1 Stäcker, 1:2 Fischer

Sonntag, 2. Feb. 1936
Oldesloer SV Reserve gegen SV Neustadt-Glewe Reserve 3:1
Auch dieses Spiel hinterließ einen wenig schönen Eindruck, denn zwei Spieler der Neustädter wurden wegen unfairen Spiels des Feldes verwiesen; das "süddeutsche" Temperament war mit ihnen durchgegangen und die Niederlage der Mannschaft ist daher auf ihr Konto zu verbuchen.
OL

Sonntag, 2. Feb. 1936
Handball. VfL Vorwerk gegen MTV von 1862 Oldesloe 8:5
Auf dem völlig aufgeweichten alten Platz des Bürgerparks war leider ein einwandfreies Spiel nicht möglich. Dem Spielverlauf nach wäre ein Unentschieden gerechter gewesen, aber das Glück war bei den Gästen. Die Hiesigen gingen bald nach Beginn mit 2:0 in Führung, können aber bis zur Halbzeit nur ein 4:4-Ergebnis erzielen. Nach der Pause war der Kampf weiterhin ausgeglichen. Während die MTVer gegen Latte und Posten verschiedene Male todsichere Sachen verschossen, übernahmen die Vorwerker die Führung, die sie bis zum Schluß mit viel Glück halten konnten.
OL

Mittwoch, 5. Feb. 1936
Turnen und Gymnastik im Reichsbund für Leibesübungen
Ein neues Geschlecht wächst heran, eine Jugend, die wetterfest und den Forderungen des Lebens gewachsen ist. Längst aber ist noch nicht jedes Mädchen und junger Mann, jede Frau und jeder Mann für den Gedanken der Leibesübungen gewonnen, weil es vielen an Entschlußkraft fehlt. Unser Tagesplan, den wir ab heute täglich veröffentlichen, macht es möglich, sich über den Turn- und Gymnastikbetrieb in Lübeck zu informieren. In der großen Reihe der Übungsabende findet sich für jeden eine dem eigenen Charakter und der Begabung entsprechende Leibesübung. Wir hoffen, daß die Übungsabende der Turn- und Sportvereine sich künftig eines starken Zuspruchs erfreuen. Auch wer nicht mitmachen will, ist als Zuschauer herzlich willkommen.
LGA

Donnerstag, 6. Feb. 1936
Der Führer eröffnete die Winter-Olympiade
In Gegenwart des Führers, der sich in Begleitung verschiedener Minister befand, wurde heute, Donnerstagmittag 11 Uhr, bei starkem Schneetreiben, unter ungeheurer Beteiligung die Winter-Olympiade in Garmisch-Partenkirchen eröffnet. Sämtliche Länder, die an der Winter-Olympiade teilnehmen, waren vertreten, um an der Ehrentribüne, auf der sich der Führer befand, vorbeizumarschieren.

Vorne vorweg wurden die Nat.-Flaggen getragen. Umgeheurer Jubel brach jedesmal los, wenn die einzelnen Mannschaften mit erhobener Rechten und im Marschschritt an der Ehrentribüne vorbeimarschierten, um ins Ski-Stadion zu schwenken. Ganz besonders groß war der Jubel, als die französische Mannschaft den Kanzler mit dem deutschen Gruß grüßte! Den Schluß des Einmarsches bildete Deutschland. Das Hakenkreuzbanner vorweg, marschierte die Mannschaft ganz in blau, mit weißen Strümpfen, geführt von Hans von Tschammer und Osten, dann die Militär-Patrouillen und die sonstigen deutschen Teilnehmer. Mit zum Deutschen Gruß erhobenen Rechten zogen dann die Kämpfer an der Ehrentribüne vorbei.

Nach dem Aufmarsch sprach Dr. Karl Ritter von Halt. Er begrüßte den Führer, alle anwesenden ausländischen Gäste und die Kämpfer und bat alsdann den Führer, die Winter-Olympiade zu eröffnen. Mit starker Stimme sprach Adolf Hitler die Worte: "Ich erkläre die IV. Olympischen Winterspiele für eröffnet." Unter Kanonendonner wurde die Olympia-Hymne gespielt und die Flagge mit den fünf Ringen gehißt. Hierauf leisteten die Kämpfer den olympischen Eid. Hiermit war die eigentliche Eröffnung vollzogen und der Abmarsch der 28 Nationen aus dem Stadion begann.
OL

Donnerstag, 6. Feb. 1936
Von der Erweiterung unseres Bürgerparks und der Verbesserung unserer Freibadeanstalt. Nachdem die von dem Gartenbauarchitekten Maaß fertiggestellten Pläne zur Erweiterung der Anlagen des Bürgerparks, verbunden mit einer bedeutenden Vergrößerung und Verbesserung unserer Freibadeanstalt auf dem Exer, die Billigung der Stadtverwaltung gefunden hat, ist gestern früh mit den ersten Arbeiten dazu begonnen.

Die Ausführung geschieht wie folgt: Die auf dem diesseitigen Ufer der Trave befindlichen Räume usw. bleiben in ihrer bisherigen Weise weiter bestehen. Auf dem jenseitigen Ufer geradeüber des Badeanstaltsgebäudes wird ein Planschbecken in der beachtlichen Größe von 8 mal 10 Meter ausgehoben. Um dieses Planschbecken herum zieht sich ein sehr breiter Badestrand mit Seesand, der wiederum eingeschlossen wird von einem ganz besonders breiten Liegewiesengürtel. Gepant ist noch der Aufbau von einer oder zwei Schutzhallen, deren Platz jedoch noch nicht ganz feststeht.
Das von den Badeanlagen nicht in Anspruch genommene weite Gelände wird zu Parkanlagen umgewandelt und mit Laub- und Nadelholz bepflanzt. Diese werden wieder von Parkwegen durchzogen, die nach der hochgelegenen Koppelgrenze führen und von dort aus einen weiten Blick über unsere Stadt, über das ganze Travetal, über Fresenburg nach Nütschau gestatten und so einen unvergleichlich schönen Rundblick über Oldesloe und seine Umgebung darstellen. Den Zugang zu dem neuen Bürgerparkteil bildet eine neu zu erbauende breite Holzbrücke, vom alten Badehaus ausgehend. Auf bzw. an der Brücke wird ein Sprungturm ausgeführt und drei Sprungbrettanlagen von 2 mal 1,50 und 1 mal 3 Meter Höhe vom Wasserspiegel der Trave an gerechnet. Mit dem Einrammen der gewaltigen Brückenpfähle ist nun gestern begonnen.

Die Arbeiten für die Anlagen für den Schwimm- und Badebetrieb sollen nach Möglichkeit so gefördert werden, daß sie zu Beginn der Badezeit in diesem Sommer fertiggestellt sind und in Benutzung genommen werden können. Mit der Durchführung sowohl der Bade- als auch Parkanlagen geht dann ein seit Jahrzehnten von der gesamten Oldesloer Bürgerschaft und besonders von den Bade- und Schwimmsportlern gehegter Wunsch in Erfüllung. Diese Durchführung zeigt aber auch, daß der Bürgermeister Herr Dr. Kieling mit allen Kräften bemüht ist, nicht nur den Namen von Oldesloe, sondern auch den Ruf als Luftkurort zu fördern. Dabei darf aber nicht vergessen werden, daß alles dieses nicht durchführbar gewesen wäre, wenn nicht der Vorstand und die Administration unserer Spar- und Leihkasse bei der Finanzierung des ganzen Unternehmens in so hochherziger, großzügiger Weise ihre hilfreiche Hand geboten hätten.
OL

Freitag, 7. Feb. 1936
Sommersperre
Das Fachamt Fußball teilt amtlich mit, daß im Hinblick auf die vom 1. bis 16. Aug. stattfindenden Olympischen Spiele die übliche Sommersperre in diesem Jahre früher gelegt wird, und zwar dauert sie vom 15. Juni bis 1. Aug. einschließlich. In dieser Zeit ist die Durchführung von Fußballspielen verboten. Für Vereine in Gegenden, in denen während es Winters die Austragung von Spielen unmöglich ist, kann der Gauamtsleiter - in anderen Fällen nur der Reichsfachamtsleiter - Ausnahmen gestatten.
LGA

Sonntag, 9. Feb. 1936
Phönix Lübeck II gegen Oldesloer SV Reserve 4:4. - Ruka gegen OSV Jugend A 0:9, Post SV Lübeck Jugend C I gegen OSV Jugend C I 2:0, Post SV Lübeck Jugend C II gegen OSV Jugend C II 3:2.
OL
Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Witt, Eggers - Hack, Meinke, Meyer - Behre, Eggers, Andresen, Wolherr, Schlicht


Sonntag, 9. Feb. 1936
Oldesloer SV II gegen TSV Dänischburg 3:10
Die aufstrebende erste Herrenmannschaft des TSV Dänischburg konnte nach ihren beachtlichen Siegen über Polizei Lübeck II und Lübecker SV II (15:1 und 7:2) nun auch Oldesloe II überlegen mit 10:3 abfertigen, trotzdem der Mittelläufer Schmidt schon nach halbstündiger Spielzeit verletzt ausgeschieden war. Die Dänischburger haben sich famos entwickelt.
LGA

Oldesloer SV II (Ankündigung): Lehrmann - W Meier, Hartz - Thiede, Busch, Rieck - Osga, Schulze, Dührkop, Oldorf, Emil Witt - Ersatz: Plath

Sonntag, 9. Feb. 1936
Der Männerturnverein von 1862 hielt in der "Harmonie" unter dem Vereinsführer Hans Karth seine Hauptversammlung ab. Nach kurzer Begrüßung durch diesen erstattete Turnbruder Schmüser einen sehr ausführlichen Jahresbericht von 1935, der sich in die turnerische Arbeit, die weltanschauliche Vertiefung des turnerischen Geistes im Sinne der heutigen Regierung und Erhaltung des rechten Jahnschen Turngeistes sowie in die vereinswirtschaftlichen Verhältnisse teilte.

Den Höhepunkt der turnerischen Veramnstaltungen bildete das erste Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen in Lübeck, an dem der Verein teilnahm und das im Film Anfang April hier gezeigt werden wird. Das Stiftungsfest des Vereins im Oktober 1936 verlief in echt turnerischem Volksgemeinschaftsgeist. Im November wurde eine neue Abteilung aufgestellt mit der Aufgabe, "Volks- und Heimattänze" als altes Volksgut wieder zu neuem Leben zu erwecken. Der Volkstumsarbeit wird durch Durschschulung aller Mitglieder im nationalsozialistischen Sinne die allergrößte Aufmerksamkeit geschenkt. Die Finanzen des MTV sind gesund. Kassenwart Persson bestätigte in seinem Kassenbericht diese Aufgaben und erhielt Entlastung.

Der Knabenabteilungsleiter berichtete, daß die Mitgliederzahl der Abteilung von 18 auf 41 angestiegen ist und ein äußerst reger Betrieb vorhanden ist. Von der Abteilung der Frauen ist erfreulicherweise dasselbe zu sagen; diese haben allein 1077 Turnstunden abgeleistet. Fachwart Hormann berichtete zusammenhängend über die Beteiligung des MTV an vielen Veranstaltungen in anderen Städten, von wo zahlreiche Eichenkränze als Siegeszeichen mit nach Haus gebracht werden konnten.

Zu Punkt Wahlen wurde der bisherige Vereinsführer Hans Karth einstimmig wiedergewählt. Dieser nahm dann sofort die Verteilung der einzelnen Ämter vor. Schriftwart Schmüser gab dann eine Vorschau über das kommende Jahr, wobei er besonders auf die Ende Februar stattfindende Festversantaltung des Vereins zum Besten des Winterhilfswerks hinwies.

Hierauf erfolgte eine besondere Ehrung des Vereinsmitgliedes Emil Wohlers. Dieser ist 40 Jahre Mitglied des MTV, gehört seit vielen Jahren und heute noch dem Vorstand an. Der Vereinsführer Karth wußte in trefflichen Worten die Verdienste des alten Turners zu würdigen und überreichte ihm das Diplom der Ernennung zum Ehrenmitglied des MTV. Der so Geehrte dankte in herzlichen Worten mit der Versicherung, auch weiterhin im Sinne des deutschen Turners im MTV zu wirken.

Der letzte Punkt betraf einen Antrag des Führerringes des Zusammenschlusses der beiden Vereine Oldesloer SV und Männerturnverein. Hierüber entwickelte sich eine lebhafte Aussprache, die damit endete, daß die Mitglieder in großer Mehrheit dem Führerring beistimmte, eine Vereinigung der beiden Vereine anzustreben. Damit war die umfangreiche Tagesordnung erschöpft, worauf mit einem dreifachen "Sieg Heil" auf den Führer die Versammlung geschlossen wurde.
OL

Donnerstag, 13. Feb. 1936
Fußballerfolge des Lübecker Johanneums
Vier Mannschaften der Jahrgänge 1919 (und älter), 1920, 1921 und 1922 des Lübecker Johanneums spielten in Oldesloe gegen die entsprechenden Fußballmannschaften des dortigen Gymnasiums. Drei Siege, ein Unentschieden und ein Torverhältnis von 12:5 kennzeichnen hinreichend die Erfolge der Lübecker Schule. Die Mannschaft des Jahrgangs 1921 siegte mit 4:0, die des Jahrgangs 1920 mit 3:1 und die des Jahrgangs 1919 (und älter), in der u.a. auch der Linksaußen der Gauligaelf des LBV Phönix Lembke mitwirkte, mit 3:2. Unentschieden 2:2 trennten sich die Mannschaften des Jahrgangs 1920.
LGA

Sonntag, 16. Feb. 1936
Winterolympiade endet mit Erfolg für Deutschland
Mit einem großen sportlichen und organisatorischen Erfolg für Deutschland enden die IV. Olympischen Winterspiele im Werdenfelser Land. Bis zum Meldeschluß liegen 1563 Nennungen aus 28 Ländern vor, über tausend Wettkämpfer gehen in Garmisch-Partenkirchen an den Start. Vom Organisationskomitee werden eine Million Eintrittskarten ausgegeben, die Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" schickt 40.000 Arbeiter, die in einem besonderen Lager wohnen, zu den Spielen.

Das deutsche Team erreicht mit drei Gold- und drei Silbermedaillen den bisher größten Erfolg bei Winterspielen. Maxie Herber und Ernst Baier sind im Eiskunstlaufwettbewerb der Paare nicht zu schlagen. Ernst Baier holt zum Paarlauf-Gold noch Silber in der Herrenkonkurrenz. Die erstmals ausgetragenen alpinen Wettbewerbe enden mit deutschen Doppelsiegen. Bei den Damen liegt Christl Cranz nach der Kombination aus Abfahrt und Slalom vor Käthe Grasseger, bei den Herren Franz Pfnür vor Gustav Lantschner.

Zur ungekrönten Königin der Winterspiele wird jedoch die norwegische Eiskunstläuferin Sonja Henie. Sie setzt ihre Karriere mit dem Gewinn der dritten olympischen Goldmedaille nach zehn gewonnenen Weltmeisterschaften ein neues Glanzlicht auf und tritt von der Bühne des Amateursports ab. Das "Häseken" geht zur Eisrevue.
CHRONIK

Sonntag, 16. Feb. 1936
Kein Fußballbetrieb
Die Spielplätze glichen einer Eisbahn. Der Spielbetrieb wurde empfindlich gestört. Der plötzliche Wärmeeinbruch verbunden mit Regen spielte den Plätzen übel mit, so daß sämtliche Spiele ausfielen.
LGA

Sonntag, 16. Feb. 1936
Kreisturntag in Mölln
Vom DT-Kreis zum Kreisfachamt Turnen. Die Berliner Beschlüsse des Führerringes der Deutschen Turnerschaft hatten die Selbstauflösung der Deutschen Turnerschaft zum Inhalt, eine Selbstauflösung, die ein Opfer für den größeren Deutschen Reichsbund für Leibesübungen war.

Im Zeichen dieser Beschlüsse stand der Kreisturntag des Kreises Lübeck-Lauenburg der Deutschen Turnerschaft, der in Mölln stattfand. 50 Turnvereinsführer, die etwa 7000 Turner und Turnerinnen vertreten, fanden sich mit dem gesamten Führerring unter Leitung des Kreisführers Heinz Holst (Lübeck) ein. Die Tagung nahm einen selten erhebenden Verlauf. Stolz nahm man von dem Alten Abschied, um freudig das Neue zu begrüßen und anzupacken. Einige Musikdarbietungen, Worte des Kreisdietwartes Nowack und das gemeinsam gesungene Lied "Getreu alle Zeit..." leiteten die umfangreichen Beratungen festlich ein. Die ausführlichen Berichte des Kreisführers Holst, des Oberturnwarts Dunkelmann und des Kassenwarts Beth hörten die Turnerführer mit Genugtuung und Freude an, denn immer wieder klangen Erfolge heraus, überall war von Aufstieg und Fortschritt zu hören.

Dann fand die Entlassung mehrerer Kreisausschußmitglieder statt, weil diese nach der Neuordnung des deutschen Turn- und Sportwesens als Turnerschafts-Fachwarte überflüssig wurden. Sie werden aber größtenteils in anderen Fachämtern weiterarbeiten. Es waren dieses: Dunkelmann (MTV Lübeck), Forster (Lübecker Turnerschaft), Bernhard (Lübecker Turnerschaft), Nowack (TV Ratekau) Steffen (TSV Schlutup) und Clasen (Riemann Eutin). Sie alle haben viele Jahre unermüdlich gewirkt für ihre Deutsche Turnerschaft, für Volk und Vaterland. Mit ihrer Ehrung und dem Liede "Ich kenn einen Wahlspruch" schloß der erste Teil der Tagung. Der alte Turnerschafts-Kreis hatte aufgehört zu bestehen.

Nun schritt man zu der Neugestaltung des Turnwesens im DRL. Gaufachamtsleiter Krause hielt einen groß angelegten und begeistert aufgenommenen Vortrag über die Neuordnung der Leibesübungen. Eingehend begründete er den Auflösungsschritt der Deutschen Turnerschaft und wußte allen seinen Turnern die Notwendigkeit und Pflicht dieses opfervollen Schrittes ins Herz und in die Seele zu hämmern. Er sprach von der größeren deutschen Turnerschaft, die kommen soll und die DRL heißt. Der Name geht, aber der Geist wird - so will der Reichssportführer es - turnerschaftlich im Sinne Jahns bleiben. Krauses Worte zündeten. Dankbar war man und versprach ihm treue Gefolgschaft und selbstlose Mitarbeit im Fachamt 1, Turnen.

Zum Kreisfachamtsleiter des Fachamtes 1 (Turnen, Gymnastik, Sommerspiele und Volksturnen) berief Turnbruder Krause Heinz Holst (Lübeck). Holst wird nun seine Fachwarte einsetzen und sofort wird die Arbeit im neuen Rahmen beginnen.

Gau und Kreis planen größere Veranstaltungen. Der Gau ruft zum Bergfest in Bad Segeberg und der Kreis zum Kreisturnfest nach Ahrensbök auf. Da Segeberg zum Kreise Lübeck-Lauenburg gehört, wird das Kreisfachamt an der Gestaltung dieses für die Nordmark neuartigen Festes stark herangezogen werden.

Um die Lehrgangsarbeit zu vertiefen, wird eine Vorturnerschule eingerichtet, durch die alle Vorturner und Vorturnerinnen in Zukunft gehen müssen und die allein die Vorturnerberechtigung erteilt. Der erste Lehrgang fand bereits seinen Abschluß. 25 Turner und Turnerinnen konnten nach eingehendem Üben und Ablegung einer Prüfung feierlich entlassen werden. Der Lehrgang fand in der Kreisschule Mölln der NSDAP statt und hinterließ den allerbesten Eindruck und ein nachhaltiges Erlebnis bei allen Teilnehmern, denn hier war wahre und echte Turngemeinschaft so herrlich geworden, wie es bisher kaum möglich war.

Das Lied "Treu unserem Volke" beendete den letzten Turntag des Turnerschafts-Kreises Lübeck-Lauenburg, der im Fachamt 1 und im DRL seine Auferstehung erlebt.
LGA

Sonntag, 16. Feb. 1936
Oldesloer Kegler in Neumünster siegreich
Der Keglerverein Oldesloe entsandte die Auswahlmannschaft nach Neumünster zum Kreiskampf des Gaues 7 Nordmark. Hier hatte unsere Mannschaft Gelegenheit, ihr bereits im hiesigen Vereinsausscheidungskegeln gezeigtes Können unter Beweis zu stellen. Gegegn schärfste Konkurrenz konnten wir den zweiten Platz belegen hinter der ersten Mannschaft Neumünsters. Als bester Einzelkegler des Kampfes und damit als Kreismeister ging unser Mitglied Heinrich Bertram mit weitem Vorsprung vor dem Zweitbesten hervor. Es war in der Tat eine Freude, dem Meister zuzusehen, wie er jede Kugel in der Gewalt hatte und sie immer gleichmäßig auf die Reise schickte, um so sicher ihr vorgeschriebenes Ziel zu erreichen. Die gezollte Aufmerksamkeit und der Beifall der Zuschauer war wohlverdient.
OL

Freitag, 21. Feb. 1936
Ein neuer Schießstand wird gebaut
Gestern mittag haben eine größere Anzahl von Vertretern der am Schießsport interessierten Verbände aufgrund der Besprechung vom 13. Feb. das für einen neuen Schießstand in Aussicht genommene Gelände am Kneeden besichtigt. Es wurde festgestellt, daß der vorgesehene Platz sich für das Vorhaben recht gut eignet, zumal ein zehn Meter hoher Kugelfang hergestellt werden kann und auch die erforderlichen Erdarbeiten ganz besondere Schwierigkeiten nicht verursachen werden. Es sind je zwei Schießstände von 300 Meter und 175 Meter Länge vorgesehen. Dazu kommen sechs bis acht Kleinkaliberschießstände (50 Meter) und zwei Pistolenschießstände, letztere eventuell mit beweglichen Zielen. Der Plan soll sofort ausgearbeitet und mit den Arbeiten schnellstens begonnen werden, damit die Schießstände noch im Laufe des Sommers in Benutzung genommen werden können. Besonders ist hervorzuheben, daß nur etwas Vollwertiges geschaffen wird, selbst auf die Gefahr hin, daß sich der Ausbau der Schießstände dadurch etwas verzögert.
OL

Samstag, 22. Feb. 1936
OSV gegen LSV
Am morgigen Sonntag empfängt der OSV den Lübecker Sportverein hier zum fälligen Punktspiel. Die Lübecker haben Abstiegssorgen und werden deshalb alles daransetzen, das Spizu gewinnen. Das sensationelle Unentschieden gegen den Tabellenführer SV Neustadt wird bestimmt ermutigend auf die LSVer gewirkt haben, so daß damit gerechnet werden muß, daß dem OSV morgen nichts geschenkt wird. Der erste Gang im Herbst endete unentschieden 3:3, damals für den OSV ein recht schmeichelhaftes Ergebnis.

Eine Voraussage für morgen ist schwierig, da bei den augenblicklichen Witterungs- und Bodenverhältnissen ein einwandfreies Spiel kaum möglich ist. Die Mannschaft, die am besten mit letzterem fertig wird, dürfte wohl das Spiel gewonnen haben. Beginn 14.45 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
OL

Sonntag, 23. Feb. 1936
Bis jetzt 40.428 Reichsbundvereine
Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen hatte vor drei Wochen seine Vereinsführer zur ersten Bestandserhebung, die ein genaues Bild über die dem DRL angeschlossenen Turn- und Sportvereine ergeben soll, aufgerufen. Bis zum heutigen Tage gingen beim DRL 242.568 Erhebungskarten ein und da jeder Vereinsführer sechs Karten, je eine für die Reichs-, Gau-, Kreisverwaltung, für die Fachämter oder Verbände einreichen mußte, kann man demnach jetzt schon mit 40.428 Reichsbund-Vereinen rechnen. Nach den vorliegenden Anschriften sind noch etwa 3000 Vereine mit ihren Meldungen im Rückstand, so daß, wenn alle Vereine restlos ihren Verpflichtungen nachgekommen sind, eine noch höhere Zahl an Turn- und Sportvereinen zu erwarten ist.
LGA

Sonntag, 23. Feb. 1936
13. Punktspiel: Oldesloer SV - Lübecker SV 5:4 (1:1)
Der Lübecker SV verschenkt einen sicheren Sieg. In Oldesloe trafen der dortige Sportverein und der LSV aufeinander. Beide Mannschaften lieferten sich ein torreiches Spiel, das nur durch die Leichtsinnigkeit der Lübecker Hintermannschaft einen für Oldesloe glücklichen Verlauf nahm. In der ersten Halbzeit erzielten beide Mannschaften je ein Tor. Nach dem Wechsel war der Lübecker SV leicht überlegen, erzielte durch Peterson und Dölle zwei weitere Tore. Leider wurde der Sturm durch das weite Aufrücken seiner Hintermannschaft um die Früchte seiner Arbeit gebracht. Die Oldesloer nutzten die Gelegenheit aus, erzwangen durch zwei schnelle Durchbrüche den Ausgleich und gingen sogar mit 4:3 in Führung. Abermals konnte der LSV ausgleichen. Wieder wurde die Abwehrreihe der Lübecker leichtsinnig und abermals wurde sie von den Oldesloern überlaufen, die durch Stäcker einen 5:4-Sieg sich sichern konnten.
LGA
Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Martin Kock - Willy Schlüter, Eggers, Wilhelm Stäcker, Willy Drews, Ewald Feddern.

Sonntag, 23. Feb. 1936
Oldesloer SV Reserve gegen Mölln 3:2
Es sah nicht so aus, als ob die Reserve dieses Spiel gewinnen würde. Die Gäste zeigten vor allem in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel und lagen auch schon 2:0 in Führung. Aber die Hiesigen ließen nicht locker, zähe wurde sich eingesetzt und siehe da, es gelang: die Möllner wurden mit 3:2 Toren besiegt. - Schiedsrichter: Jäger (Boden).
OL

Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Dubslaff - Eggers, Witt - Meinke, Meyer, Hartz - Behre, Oldorf, Andresen, Düllmann, Schlicht - Ersatz: Lehrmann

Sonntag, 23. Feb. 1936
OSV Jugend A gegen Kücknitz 5:3
Die Kücknitzer haben der OSV-Jugend die einzigste Schlappe während der diesjährigen Punktspielserie beigebracht. Das hat die OSV-Jungens heftig gewurmt. Die Kücknitzer ließen sich aber nicht so einfach "erschießen", wie es wohl gedacht war. Der hoffungsvolle OSV-Nachwuchs konnte erst gegen Ende der Spielzeit über zwei Punkte quittieren.
OL

Montag, 24. Feb. 1936
Der Oldesloer Sportverein hielt im "Central-Café" unter Leitung des Oberturnlehrers Christian Ohrt eine sehr gut besuchte außerordentliche Monatsversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte Oberturnlehrer Ohrt in Anbetracht des am 8. März stattfindenden Heldengedenktages der im Weltkrieg gefallenen Sportskameraden unter Verlesung der Namen derselben, wozu sich die Anwesenden in stillem Gedenken an die Toten von ihren Plätzen erhoben hatten. Nach Verlesung und Annahme des letzten Sitzungsprotokolls vom 30. Juli 1935 erstattete der Vereinsführer einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit und sportliche Betätigung des Vereins im Vorjahre, der eine rege Beteiligung an allen Sportarten nachwies.

Der OSV zählt 236 Mitglieder, darunter 58 passive und 90 jugendliche Mitglieder. Besonders reges Interesse erweckte die Mitteilung des gänzlichen Umformens des Exers, die mit der am sportlichen Wesen ebenso interessierte Stadtverwaltung noch in Angriff genommen werden soll. Danach wird der Exer bis ziemlich dicht an das jetzige Jugendherbergsgebäude erweitert. In seinen Ausführungen bemängelte der Vereinsführer dann die schwache Mitarbeit der sportlich durchgebildeten Lehrkräfte an den Bestrebungen des OSV.

Hierauf erstatteten die einzelnen Mitglieder Bericht über die einzelnen Sportfachschaften im OSV, die sämtlich gute Fortschritte auf allen Gebieten des örtlichen Sports mitteilen konnten. Der Kassenbericht, vom Kassenwart Dimpker erstattet, wies durchaus gesunde Kassenverhältnisse nach, so daß diesem wie dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt werden konnte.

Der zweite Punkt betraf eine eingehende Besprechung des Zusammenschlusses des OSV mit dem MTV von 1862 Oldesloe. Letzterer hätte seine Bereitwilligkeit zu einem Zusammenschluß mitgeteilt. Die Versammlung gab ihrer Meinung in ihrer Gesamtheit dahin Ausdruck, daß sie gern bereit ist, den MTV nach seiner Auflösung in seine Gliederung aufzunehmen, wobei ihm seine volle turnerische Betätigung zugesichert wurde. Der Führerring des OSV wird in Kürze die erforderlichen Verhandlungen unter Berücksichtigung der vom Reichsbund für Leibesübungen ergangenen Bestimmungen mit dem MTV aufnehmen.

Da unter Punkt "Verschiedenes" nichts zu behandeln war, schloß der Vereinsführer die Versammlung mit einem dreifachen "Sieg Heil" auf den Führer. Man blieb aber noch einige frohe Stunden in echter Volksgemeinschaft zusammen.
OL

Dienstag, 25. Feb. 1936
OSV
Am Sonntag fährt die Liga zum Pokalspiel nach Schwerin gegen 03. Abfahrt 11 Uhr vom "Deutschen Haus". Die Fahrt geht mit dem Omnibus "Sausewind". Es können noch Schlachtenbummler mitfahren. Karten sind zum Preise von zwei Mark im "Deutschen Haus" zu haben.
OL

Freitag, 28. Feb. 1936
Vor einem Vereinszusammenschluß in Oldesloe
Auf der letzten Mitgliederversammlung des Oldesloer Sportvereins, auf der nach grundsätzlichen Ausführungen des Vereinsleiters Ohrt über die Gestaltung des gesamten Sportbetriebes und nach den Berichten der einzelnen Abteilungen die Frage eines Zusammenschlusses mit dem Männerturnverein beraten wurde, wurde einmütig dieser Schritt von der Versammlung begrüßt. Da auch der Männerturnverein grundsätzlich zum Übertritt bereit ist, dürfte die endgültige Auflösung des Männerturnvereins und sein Übertritt zum Sportverein nur noch eine Frage der Zeit sein. Der Führerring des OSV wird sofort die notwendigen Verhandlungen mit dem Turnverein aufnehmen. Ein Zusammenschluß beider Vereine wird der Turn- und Sportbewegung in Bad Oldesloe nur dienlich sein.
LGA

Samstag, 29. Feb. 1936
OSV gegen Schwerin 03
Am morgigen Sonntag wird die Bezirksliga auf der ganzen Linie im Kampf um den Deutschen Vereinspokal eingesetzt. Der OSV muß wieder einmal nach Schwerin und dort gegen 03 antreten. Dieses ist die dritte Begegnung in einer verhältnismäßig kurzen Zeit. Das letzte Spiel hier konnten die Oldesloer knapp aber verdient gewinnen. Der Ausgang des morgigen Spiels ist völlig offen. Der eigene Platz ist der Vorteil der Schweriner und sie werden alles daransetzen, um die hier erlittene Niederlage wieder auszugleichen. Am letzten Sonntag konnte 03 den Ortsrivalen VfL knapp aber verdient schlagen. Nach diesem Sieg ist Schwerin 03 mit einem Schlage Meisterschaftsanwärter. Der entscheidende Gang findet am 8. März in Schwerin statt gegen die Neustädter, und die Blau-Gelben haben alles Aussicht, das Spiel zu gewinnen. Der OSV hat also morgen einen schweren Stand, durch eine geschlossene Mannschaftsleistung aber ebensogut Aussichten, dieses Spiel zu gewinnen.

Die Vertretung liegt bei folgenden Spielern: Purnhagen - Kock, Wolherr - Krohn, Schweim, Grote - Behre, Eggers, Stäcker, Schlüter, Feddern.
OL

Sonntag, 1. März 1936
OSV
Das angesetzte Spiel um den Deutschen Vereinspokal gegen Schwerin 03 mußte wegen schlechter Bodenverhältnisse abgesagt werden.
OL
Donnerstag, 5. März 1936
43.500 Vereine im DRL. Nachdem schon mitgeteilt werden konnte, daß über 40.428 Reichsbundvereine ihre Meldungen dem DRL abgegeben hatten und daß sich die Zahl vor einigen Tagen auf 41.500 erweiterte, wird nun bekannt, daß der DRL nach dem jetzigen Stande der Berechnungen 43.500 Vereine zählt. Dieses Ergebnis muß so ziemlich als endgültig angesehen werden, da nur noch vereinzelt Meldekarten eintreffen. Die Zahl von 43.500 Vereinen zeigt, in welchem großen Umfange in Deutschland Leibesübungen gepflegt werden. 43.500 deutsche Vereine sind wichtige Zahlen deutschen Kulturlebens.
LGA

Freitag, 6. März 1936
OSV gegen Schwerin 03
Das am letzten Sonntag wegen schlechter Bodenverhältnisse ausgefallene Spiel findet nunmehr am kommenden Sonntag statt. Abfahrt 11.15 Uhr vom "Deutschen Haus" per Autobus. Schlachtenbummler können an dieser Fahrt teilnehmen. Karten sind im "Deutschen Haus" zu haben.
OL

Samstag, 7. März 1936
Gedenkminute am 8. März
Der kommende Sonntag ist der Heldengedenktag des deutschen Volkes. Auch die große Sportgemeinde wird ihre Toten ehren. Alle Spiele werden zehn Minuten nach der Pause unterbrochen, und eine Minute lang werden Spieler und Zuschauer schweigend der toten Kameraden gedenken. Die Fahnen auf den Kampfplätzen werden auf Halbmast wehen.
LGA

Sonntag, 8. März 1936
Den toten Helden. Auch der Sport gedenkt ihrer
Die Fahnen wehen halbmast über Deutschland; ein ganzes Volk gedenkt seiner toten Soldaten. Aber es ist nicht Trauer, es ist heroisches Bekennen zu dem Opfer, das über zwei Millionen deutscher Männer brachten. Ein Opfer, das auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gegeben wurde und in dem sich die höchste Gabe des Kämpfers für sein Volk erfüllte.

Es gibt nichts, was edler ist, als der Einsatz des Lebens für die Gemeinschaft des gleichen Blutes und des gleichen Bodens, nichts, was eine heiligere Saat für ein Volk ist, als jene, die ihren Einsatz durch ihr Blut besiegelten. Darum danken wir diesen Toten nicht dadurch, daß wir sie beklagen, sondern dadurch, daß wir uns als ganzes Volk erfüllen von dem Vorbild dieses höchsten Opfers.

Auch der Sport wird an diesem Tage die selbstverständliche Pflicht erfüllen, den Toten ein stilles Gedenken zu weihen. Auf den Sportplätzen sind die Fahnen auf halbmast gesenkt. Die Kämpfe werden zur Erinnerung an unsere gefallenen Helden für eine Minute unterbrochen. In dieser Minute werden wir der toten Helden gedenken und den Blick weiten über das freie Deutschland der Ehr' und Wehr, über das glückliche Deutschland unter dem Sonnenzeichens des Hakenkreuzes, das seinen Anfang von da hernahm, wo jene zwei Millionen starben.

Wir werden aber auch innerlich unserem Führer den Dank abstatten, der ermöglichte, daß wir den Heldengedenktag als einen Tag heroischen Stolzes begehen können. Inbrünstig im Dank werden wir die Fahnen vor den toten Kameraden senken, aber zugleich fest mit dem Vorsatz, es ihnen nachzutun in der Pflichttreue und in der Liebe zu Deutschland.
LGA

Sonntag, 8. März 1936
Pokalspiel: Schwerin 03 - Oldesloer SV 1:2 n.V. (1:1, 0:1)
Die erste Etappe im Kampf um den Deutschen Vereinspokal konnte der OSV siegreich für sich entscheiden. Nach einem zweistündigen Ringen triumphierten die Hiesigen über die gewiß nicht schlechten Schweriner. Beim Schluß der regulären Spielzeit stand der Kampf unentschieden 1:1 (Halbzeit 1:0 für den OSV). Der Rechtsaußen Behre konnte durch einen strammen Schuß die Führung herausholen. In der zweiten Halbzeit erzielten die Schweriner den Ausgleich. Auf beiden Seiten konnte trotz der größten Gelegenheiten bis zum Schluß der regulären Spielzeit kein Tor mehr erzielt werden.

Eine Verlängerung war erforderlich. Zweimal 15 Minuten mußten gespielt werden, ein während dieser Zeit erzieltes Tor brachte die endgültige Entscheidung. Die ersten 15 Minuten verliefen torlos, aber hier zeigte sich schon das bessere Stehvermögen der OSVer, die Schweriner bauten zusehends ab. Mitte der zweiten Halbzeit verhängte der Schiedsrichter aus nicht ganz erklärlichen Gründen einen Elfmeter gegen den OSV, der von den Schwerinern verschossen wurde. Der Rest der Spielzeit gehörte dem OSV. Eine Minute vor Schluß konnte Schlüter durch einen schönen Schuß aus 20 Metern Entfernung unter dem Jubel der wenigen Oldesloer Schlachtenbummler den Sieg herstellen.
OL
Tore: 0:1 Behre, 1:1, 1:2 Schlüter (119.)

Sonntag, 8. März 1936
Kegelwettkampf
In Kiel in der Kegelsporthalle wurden die Entscheidungen um die schleswig-holsteinische Bezirksmeisterschaft ausgetragen. Insgesamt nahmen 13 Städte an diesem Kampf teil. Kiel, Preetz, Neumünster, Rendsburg, Husum, Flensburg, Wilster, Büsum, Albersdorf, Heide, Reinfeld, Bad Oldesloe und Malente gingen an den Start. Die Kieler Sechser-Mannschaft konnte sich mit der Gesamtzahl von 4480 Holz vor Flensburg mit 4430 Holz und Rendsburg mit 4413 Holz den Titel eines Bezirksmeisters sichern. Diese drei Städte und ferner die Mannschaften von Neumünster, Reinfeld, Bad Oldesloe und Husum erkämpften sich die Teilnahmeberechtigung an den Gaumeisterschaften, die voraussichtlich in Rostock zum Austrag kommen.

Die Holzzahl (Gesamtzahl: 4385) der einzelnen Kegler war folgende: Heinrich Bertram 738, W Abraham 735, Jonny Dührkop 732, Gustav Lüthje 730, Otto Drews 728, Paul Drews 722. Es ist dies das erste Mal, daß sich unser kleiner Ortsverein bis zu den Gaukämpfen mit seiner Mannschaft durchringen konnte. Ein Beweis dafür, daß auch der Kegelsport in unserem Orte eine Pflegestätte gefunden hat und auch als Sport ausgeübt wird. LGA/OL

Mittwoch, 11. März 1936
Kauft Olympia-Briefmarken!
Zur Förderung und Werbung der Olympischen Spiele Berlin 1936 sind vom Reichspostministerium auf Anregung des Reichsbundes für Leibesübungen "Olympia-Briefmarken und -Postkarten" herausgegeben. Zu den Briefmarken (6, 12 und 25 Pfennig) und Postkarten (6 Pfennig) wird ein kleiner Aufschlag erhoben, der dem Organisationskomitee für die Olympischen Spiele in Berlin zufließt. Die Ausgabe der Briefmarken und Postkarten erfolgt ausschließlich durch die Sportorganisationen, und sind in jeder Menge im Stadtamt für Leibesübungen, Stadthaus, erhältlich. Im Interesse einer würdigen Ausgestaltung und der Durchführung der XI. Olympischen Spiele in Berlin wird erwartet, daß die Bevölkerung durch die Verwendung der Olympia-Briefmarken und -Postkarten zum guten Gelingen der Spiele beiträgt. Darum: Verwendet Olympia-Briefmarken und -Postkarten!
OL

Mittwoch, 11. März 1936
Nur bis zum 1. April Umtausch von Sportgroschen-Quittungen!
Am 25. Okt. 1933 verkündete der Reichssportführer die Gründung des Hilfsfonds für den Deutschen Sport; gleichzeitig wurde die Erhebung der Sportgroschen angeordnet. Mit der Erhebung des Sportgroschens wurde die Sammlung von Sportbildern für das Werk "Sport und Staat" verbunden mit einer Rückzahlung an die Sammler, die vor dem Beginn der Olympischen Spiele 1936 erfolgen sollte, verkündet.

In kurzer Zeit beginnen die Olympischen Spiele. Infolgedessen wird als letzter Termin für das Einreichen von Karten mit den Kontrollstreifen der Sportbilder der 31. März 1936 bestimmt. Für später eingereichte Karten werden keine Wertmarken mehr ausgegeben und infolgedessen auch keine Rückzahlungen geleistet. Die bisher ausgegebenen Sportgroschen-Quittungen werden zum 1. April 1936 aus dem Verkehr gezogen und durch eine neue Ausgabe bzw. mit Überdruck "Rückzahlung aufgehoben" ersetzt werden.

Alle Vereine haben etwaige Bestände alter Sportgroschen-Quittungen an die Mitarbeiter oder die Geschäftsstellen des HfdDS zurückzugeben. Die Auszahlung an alle Sammler, die Wertmarken erhalten haben, beginnt im April 1936 durch die Mitarbeiter des Hilfsfonds für den Deutschen Sport. Die Auszahlungstermine werden im April 1936 im Reichssportblatt bekanntgegeben. Stadtamt für Leibesübungen.
OL

Samstag, 14. März 1936
OSV gegen Ratzeburg
Der OSV empfängt am morgigen Sonntag den MTV Ratzeburg. Die wiederholten Begegnungen beider Mannschaften in der letzten Zeit haben erkennen lassen, daß die Ratzeburger von Spiel zu Spiel kampfkräftiger geworden sind. Der OSV wird alles hergeben müssen, um sich zu behaupten. Nach dem vorsonntäglichen Sieg in Schwerin über 03 sind die Hiesigen Favorit, aber die Pokalspiele haben es in sich (der Verlierer scheidet bekanntlich aus). Hier sind schon die seltensten Resultate erzielt worden. Jedenfalls ist ein interessanter Kampf zu erwarten. Schiedsrichter ist Weinand (LBV Phönix), der für glatte Abwicklung des Spiels sorgen wird. Das Spiel beginnt um 2 Uhr, der Exer ist gesperrt.
OL

Samstag, 14. März 1936
KdF-Sportlager
Eine wichtige Neuerung. Im kommenden Sommer werden Einrichtungen, die die Deutsche Arbeitsfront durch die NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" zur Ausgestaltung der Urlausbzeit geschaffen hat, eine weitere Bereicherung durch sogenannten KdF-Sportlager erfahren. In den schönsten Gegenden, in Berg und Wald, werden aufs beste eingerichtete Hütten und Heime den Arbeitsmenschen zur Ruhe und Erholung einladen. Die Sonne wird ihr übriges dazu tun. In Gemeinschaft ihrer Kameraden werden sie die Umgebung durchwandern, werden singen und musizieren.

Daneben wird ihnen Gelegenheit gegeben werden, sich unter der Leitung von Turn- , Sport- und Gymnastiklehrern bei fröhlichem Sport und Spiel nach Herzenslust auszutummeln. Gymnastik, Schwimmen, Tennis, Ballspielen, Fechten und womöglich Rudern und Segeln werden Körper und Seele auflockern und wirkliche Erholung bieten. Jeder Sport, der nur irgend möglich ist, wird betrieben werden und es ist möglich, daß der eine oder andere auch das Deutsche Turn- und Sportabzeichen erwerben kann. Dabei wird es so zwanglos wie nur irgend möglich zugehen und die Kosten werden wie immer bei "Kraft durch Freude" äußerst niederig sein.
LGA

Sonntag, 15. März 1936
Pokalspiel: Oldesloer SV - MTV Ratzeburg 6:1 (1:0)
Durch diesen Sieg hat sich der OSV für die nächste Runde um den Deutschen Vereinspokal - vielleicht schon gegen einen Gauliga-Verein - qualifiziert. Die Ratzeburger traten nur mit zehn Mann an, der OSV konnte aber nicht annähernd an die Form des Vorsonntags anknüpfen. Die Ratzeburger machten das Fehlen des einen Mannes durch einen riesigen Eifer wieder wett und der OSV konnte nur mit Ach und Krach bis zur Halbzeit ein Tor herausholen. In der zweiten Halbzeit kam der Angriff des OSV auf Touren und stellte durch Feddern, Eggers und Schlüter den glatten Sieg sicher. Der beste Mann im Angriff war - wie schon gegen Schwerin 03 - der Halbrechte Eggers. Der OSV hatte damit noch ein verhältnismäßig hohes Resultat erzielt, aber eine Glanzleistung war es nicht. Oldesloe wird auch dem Gegner der nächsten Vereinspokalrunde ein gefährlicher Gegner sein.
OL/LGA
Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Herbert Busch - Martin Kock, Helmut Schweim, Grote - Behre, Eggers, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter, Ewald Feddern.

Sonntag, 15. März 1936
Oldesloer SV II gegen Lübecker SV II 3:1
Oldesloer SV II (Ankündigung): Meins - W Meier, Zuchold - Busch, Thiede, Hartz - Rieck, Schulze, Dührkop, Osga, Barkmann

Sonntag, 15. März 1936
Hormann (MTV) siegt im Gepäckmarsch in Lübeck
Das Fachamt für Leichtathletik, Kreis Lübeck, veranstaltete den ersten Gepäckmarsch dieses Jahres. In der Klasse A konnte der Oldesloer Theodor Hormann (MTV von 1862) überlegen den ersten Sieg erringen. Die 5 mal 5000 Meter lange Strecke bei Wesloe (Lübeck) legte Hormann in der Zeit von 2:59,51 Stunden zurück und schlug seinen nächstfolgenden Gegner mit mehr als 20 Minuten Vorsprung.
OL

Dienstag, 17. März 1936
Keine Sportveranstaltungen am Wahlsonntag. Der Reichssportführer teilt mit: "Am Sonntag, dem 29. März, finden die Neuwahlen zum Deutschen Reichstag statt. Es ist selbstverständlich, daß die große deutsche Turn- und Sportgemeinde sich an diesem Tage nicht nur geschlossen an der Wahl beteiligt, sondern soweit irgend möglich aktiv im Dienste der Wahlarbeit stehen will. Um dies zu ermöglichen, müssen am Vortage und am Wahltage selbst die sportlichen Veranstaltungen ausfallen."
LGA

Donnerstag, 19. März 1936
Es gibt nur ein "Ja".
Ein Aufruf des Reichsdietwartes an die Turner und Sportler. Reichsdietwart Kurt Münch wendet sich an alle Mitglieder der deutschen Turn- und Sportgemeinde mit einem Aufruf. In einer Rückschau läßt er noch einmal die drei Jahre nationalsozialistischer Herrschaft aufleben und sagt: "Drei Jahre liegen hinter uns, angefüllt mit einem Erleben, das zusammengefaßt überblickt, einfach unvorstellbar erscheint. Welch eine Fülle von Handlungen staatsmännischer Weisheit, volkspolitischen Weitblicks, kultureller Aufwärtsentwicklung und wirtschaftlicher Erneuerungen! Über allen Taten aber steht leuchtend die Wiederherstellung der deutschen Volksehre durch die Errichtung der Wehrhoheit am 16. März 1935, durch die Verkündung der vollständigen deutschen Gleichberechtigung unter den Völkern Europas vom 7. März 1936 und durch die Schaffung der gesetzmäßigen Grundlagen zum Schutze des deutschen Blutes."

An jeden Einzelnen wendet sich dann der Reichsdietwart, sein deutsches Bekenntnis mit einem "Ja" zu beweisen: "Dieses Zusammenklingen aller guten Wünsche und Gedanken für die Volksgemeinschaft und den Führer, dieses Zusammenballen der Willenskräfte aller Volksgenossen zu einem Willen ist die Voraussetzung für den Erfolg. Deshalb hat der Führer gerade jetzt das Volk aufgerufen, mit der Kraft, dem Willen und dem Glauben eines jeden einzelnen Volksgenossen ihm zu bestätigen, daß er bisher nichts anderes getan hat und auch weiterhin nichts anderes tun wird, als den Willen aller Volksgenossen zu vollziehen."
LGA

Freitag, 20. März 1936
Es gibt nur eine Lösung! Freiheit, Ehre, Vaterland!
Die volle Wiederherstellung der deutschen Souveränität im deutschen Rheinland durch den Führer hat im ganzen deutschen Volk Jubel und Begeisterung ausgelöst. Auch die deutschen Turner und Sportler stehen einmütig und geschlossen in der Front des deutschen Volkes, das sich rückhaltlos zu seinem Führer bekennt. Turner und Sportler sind vielleicht mit am offensten aufgeschlossen für die Vernunft in der Welt und für gesunde Taten, die den Frieden der Völker sichern. Darum werden sich am 29. März, dem Wahl- und Bekenntnistag des deutschen Volkes, die deutschen Turner und Sportler einmütig hinter den Führer stellen, jeder Turner und Sportler gibt dem Führer seine Stimme!

Die "Deutsche Turnzeitung" wendet sich in einem Aufruf an alle in den Leibesübungen stehenden deutschen Männer und Frauen, in dem der nachstehende Absatz den Mittelpunkt bildet: "Der 7. März 1936 war Schicksalstag. Das deutsche Volk soll und wird beweisen, daß es den Ruf des Führers verstanden hat und ihn dankbar begrüßt. Um Lebensfragen nicht des Einzelnen geht es, wenn die deutschen Männer und Frauen am 29. März an die Wahlurne drängen, sondern um Lebensfragen des ganzen Volkes. Nicht mehr dürfen Leisetreter und halbe und laue Naturen Neutralität predigen. Nur eine Lösung gibt es: Freiheit, Ehre, Vaterland! Wer sie nicht zu bejahen vermag, wer sich ihr gegenüber abseits oder neutral stellen wollte, der steht wider die deutsche Sache, ist ein Feind des Volkes und ein Verächter seiner Ehre. Ein Zwischending gibt es nicht.

Wir alle müssen bekennen, daß wir den Schritt des Führers verstanden haben, wie Millionen ihn seit der Machtübernahme der nationalsozialistischen Bewegung ersehnten. Die große Volksbewegung, die im Jahre 1933 begonnen hat, setzt sich unaufhaltsam und zielvoll durch. Nicht mehr dürfen die Parteien und einseitige Geschäftemacher das Volk aufrufen, um ihm zwiespältige Lösungen vorzusetzen, die immer und immer wieder die Einigkeit des Volkes und damit die Einheit des Staates gefährdeten. Einwandfrei und klar liegt die Frage vor uns: Billigst du, deutsches Volk, die Handlungsweise des Führers und bist du bereit, ihm zu folgen Ihm zu folgen auf einem Wege, der die Freiheit und Unantastbarkeit der Grenzen unseres Volkes gewährleistet und zugleich mit dem hochherzigen Friedensangebot Europa auf mindestens ein Vierteljahrhundert Ruhe und Frieden sichert"
LGA

Samstag, 21. März 1936
OSV gegen VfL Schwerin
Das letzte Punktspiel der Saison 1935/36 trägt der OSV am morgigen Sonntag in Schwerin aus; der Gegner ist der VfL. Beide Mannschaften haben keine "Meisterschaftssorgen" mehr, aber die Schweriner haben allen Grund, das etwas ramponierte Ansehen im Fußball, gerade den Oldesloern gegenüber, zu korrigieren. In der Herbstserie blieb der OSV hier knapp aber verdient mit 2:1 Sieger und auch im morgigen Kampf sind die Hiesigen nicht ohne Aussichten. Bei der Gleichwertigkeit der beiden Mannschaften ist jedenfalls ein interessanter und offener Kampf zu erwarten.
OL

Samstag, 21. März 1936
Jetzt und immer: Heil Hitler!
Aufruf des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten zur Wahl. An alle Kameraden und Kameradinnen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen! Adolf Hitler, unser Führer, hat uns den Weg gezeigt, den wir seit drei Jahren mit freudiger Entschlossenheit gegangen sind. Er hat uns das Ziel gegeben: Leibesübung muß Volksgewohnheit werden! Keiner vor ihm hat die Aufgaben der deutschen Leibeserziehung so klar erkannt, so stark sich dafür eingesetzt wie Adolf Hitler!

Gewaltig ist der Aufschwung, den der deutsche Sport in diesen drei Jahren genommen hat. Im Innern sind wir eine einzige Gemeinschaft geworden, nach außen haben wir als Bannerträger der olympischen Friedensbotschaft dem deutschen Namen neue Ehre und neu Achtung gesichert. So sehen wir in Adolf Hitler die Reihe jener großen Bahnbrecher fortgesetzt, die unser Volk an Leib, Geist und Seele frei und groß machen wollen. Darum lieben wir ihn mit allen Kräften unserer Seele als unseren Führer in jedem, auch dem tiefsten Sinne. Ich weiß es mit unerschütterlicher Gewißheit, daß sich am 29. März die Kolonnen der Millionen wahlbrechtigten Turner und Sportler wie ein Mann mit einem Willen zu den Urnen dieser weltgeschichtlichen Wahl in Bewegung setzen werden. Träge und Bequeme mitzureißen, wo immer sie angetroffen werden, aufzurütteln und zur Urne zu führen, soll uns allen heilige Pflicht sein. Jetzt und immer: Heil Hitler!
LGA

Sonntag, 22. März 1936
Vertrauen gegen Vertrauen
Es hat sich heute die Erkenntnis allenthalben Bahn gebrochen, daß ohne die Wiedergeburt des deutschen Volkes durch den Führer Adolf Hitler auch der Sport als wertvolles und wundervolles Kulturgut unserem Volke verloren gewesen wäre.

Die deutschen Leibesübungen schöpften seit Friedrich Ludwig Jahns Zeiten aus dem ewigen Jungbrunnen deutschen Volkstums, aber Parteien, Klassen und Konfessionen waren nahe daran, diese Quelle zu verschütten. Der Sieg der nationalsozialistischen Revolution hat die deutschen Leibesübungen nicht nur gerettet, sondern diesen auch ein großes Ziel gegeben: Als gleichberechtigte Einrichtung neben anderen sollen die deutschen Leibesübungen mitarbeiten an der Neugestaltung des deutschen Staates und des deutschen Volkes.

Es ist ein gewaltiges Vertrauen, das in alle Männer und Frauen des Reichsbundes gesetzt wird. Und da heißt es nun Vertrauen gegen Vertrauen setzen. Millionen Reichsbundkameraden und -kameradinnen gehen zur Urne. Die Tatsache, daß wir alle wissen, was sie wählen werden, wird ein entscheidender Beweis dafür sein, daß die Zugehörigkeit zum DRL Bekenntnis und Eintreten für eine gemeinsame Haltung und Bewegung ist.
LGA

Sonntag, 22. März 1936
14. Punktspiel: VfL Schwerin - Oldesloer SV 3:1 (1:0)
Die Schweriner traten in bester Aufstellung gegen ihre Gäste an und errangen einen verdienten Sieg. In der ersten Halbzeit ging der Gastgeber durch Spahr in Führung. Nach dem Wechsel können die Oldesloer zwar ausgleichen, müssen sich aber in der letzten Viertelstunde zwei Treffer der Schweriner gefallen lassen. Beide Tore erzielte der Mittelstürmer Frentz.
LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Behre, Karl Wolherr, Wilhelm Stäcker, Helmut Krohn, Ewald Feddern.
Tore: 1:0 Spahr, 1:1, 2:1 Frentz, 3:1 Frentz

Mittwoch, 25. März 1936
Wie ein Mann hinter dem Führer!
Am Tage der Reichstagswahl wird auch die deutsche Sportbewegung nicht müßig sein. In 45.000 Turn- und Sportvereinen folgen Männer und Frauen dem Aufruf des Reichssportführers von Tschammer und Osten, in dem die unerschütterliche Gewißheit ausgesprochen wird, daß sich am 29. März die Kolonnen der Millionen wahlberechtigten Turner und Sportler wie ein Mann mit einem Willen zu den Urnen dieser weltgeschichtlichen Wahl in Bewegung setzen werden.

"Wie ein Mann". Es gab Zeiten, da sah es anders aus in Deutschland. Wenn man heute aus dem festen Gefüge des deutschen Sports, dem Reichsbund für Leibesübungen, zurückschaut auf jene Zeiten, da die Parteien um die Stimmen der Sportler buhlten, wird man sich erst ganz der Größe unserer Tage bewußt. In erbitterter Fehde standen sich die Sportorganisationen der "Werktätigen" und der "Bürgerlichen" gegenüber, und diesen Bruderkrieg nutzten die Parteien aus. Die jungen Menschen drängten zwar heraus aus dem Chaos der politischen Meinungen in die reinere Luft des Sports, aber von Wahlversprechungen verschont blieben sie auf dem Sportplatz nicht. Das Heer der deutschen Turner und Sportler war in der damaligen Zeit zahlenmäßig schon ein machtvoller Faktor im Leben unseres Volkes und die Parteien setzten viel ein, um sich diese Stimmen zu sichern. Allein die "Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege" zählte je elf angeschlossene Verbände mit 17.450 Vereinen und 1,327 Millionen Mitgliedern. Eiserne Front und Rot-Front fielen über die sogenannten Arbeitersportler her und die Arbeitersportinternationale gab den Segen dazu, indem sie sogar einmal einen internationalen Kongreß absagte, um die Kräfte der deutschen Sportler für eine Reichstagswahl nicht abzulenken. Die einen hatten den Klassenkampf auf ihre Fahnen geschrieben, andere schlossen sich ab von der Politik. Die einen waren politisch, die anderen saßen im Glashaus und gingen lange vorbei an den Strömungen einer neuen Zeit. Während eine Partei es für richtig hielt, den Fonds für Leibesübungen von 1,5 Millionen auf 800.000 Mark zu kürzen, erbot sich eine andere, den Sportsachverständigen zu Sitz und Stimme zu helfen. Die einen sahen die Forderungen der Sportler als "Eingriff in die Kompetenz der Fraktion" an und die anderen machten die Durchführung des sportlichen Programms von den "wirtschaftlichen Verhältnissen" abhängig. Aus dem Für und Wider wurde dann sogar eines Tages die "Sportpartei" geboren, und es ist heute ein lustiges Unternehmen, noch einmal die Spottverse herauszukramen, mit denen der gesunde Menschenverstand über die neue Sportpartei herzog.

Vorschläge für die zu gründende Partei wurden in folgenden Sätzen dargestellt:

  • 1. Sport ist überhaupt die Hauptsache in der Welt
  • 2. Jeder Verein bekommt einen Sportplatz mit Tribüne, Dusche, Laufbahn, Gaststätte und Straßenbahnanschluß
  • 3. Wenn ein Sportler keine Arbeit hat, besonders die Kanonen, ist es Pflicht der Partei, diesem sofort Arbeit zu verschaffen
  • 4. Die Subventionen werden um das Vierfache erhöht und wenn es nicht langt, brauchen sich die Vereine nur an die Partei zu wenden
  • 5. Für die Profivereine wird jedes Jahr das Defizit aus der Stadtkasse gedeckt

Eine Sportpartei Nun, das Gebilde des Jahres 1929 war wirklich nichts Besonderes, lediglich der Gedanke der Zusammenfassung der Sportler unter gleicher Zielsetzung war des Nachdenkens wert. Doch heute haben wir nicht nur eine Sportpartei, sondern eine Sportbewegung, die im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ihren organisatorischen Ausdruck findet. Auch hat die Sportbewegung nichts mit Parlamentsreden und Kandidatenlisten zu tun, sondern erfüllt nur eine Aufgabe, die der Führer Adolf Hitler ihr gab: In freiwilliger Hingabe neben der geistigen Schulung den Körper zu pflegen und zu stählen, frei von kleinlicher Politik, damit ein neues, starkes Geschlecht heranwachse, das einmal würdig ist, die große Verantwortung von Volk und Staat zu tragen. Ob Radfahrer oder Ruderer, Turner oder Fußballer, Leichtathlet oder Schwimmer, sie alle stehen geschlossen in der Front des deutschen Sports, der in sich geeint einer großen Aufgabe dient.

Millionen Männer und Frauen tummeln sich auf den vorbildlichen Übungsstätten, die eine besondere Pflege erfahren. Kraftvoll drängt die Jugend zum Wettkampf, um ihre Kräfte zu messen und ihr Können unter Beweis zu stellen. Der Staat gibt dem Sport, was des Sportes ist, und der Sport setzt, ledig aller hemmenden Fesseln alles ein, um körperlich tüchtige, gerade und aufrichtige Menschen zu formen, die auch den Geist ritterlicher Sportausübung mit in das tägliche Leben hinübernehmen.

Wenn nun wiederum der Ruf ergeht, mit dem Stimmzettel für das Vaterland einzutreten, so gibt es für den Sportler keine andere Wahl, als in Dankbarkeit dem Manne zu folgen, der dem Sportler wie dem ganzen Volk ein neues aufblühendes Leben ermöglichte. Wie ein Mann wird am 29. März die deutsche Sportbewegung der Welt den Beweis geben, das sie geschlossen und freudig in der treuesten Gefolgschaft des Führers marschiert.
LGA

Freitag, 27. März 1936
Das Sportvolk steht zum Führer
Drei Jahre nationalsozialistischer Regierung haben auch das deutsche Turn- und Sportleben in veränderte, gesunde Bahnen gelenkt. Aus dem Wirrwarr von Bünden und Verbänden ist der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen entstanden. Unter der Flagge des fest verankerten Bundes entwickelt sich der deutsche Sport auf neuen, aber zielbewußt festgelegten Wegen. Eigensüchtige Verbandspolitik hat bei dem Bestreben, einen gigantischen Block zusammenzuschweißen, keinen Platz mehr. Nach außen hin haben die straffen Verordnungen oft wie ein scharfer Schnitt gewirkt; aber er war notwendig, denn das Krause, das Faule, das nicht Lebensfähige mußte von dem Gesunden getrennt werden. Wie wir politisch nur noch eine Partei haben, so sind wir im Sport nur noch eine Gemeinschaft. Auch diese Einigung verdanken wir dem Führer, der durch seinen Bevollmächtigten, den Reichssportführer von Tschammer und Osten das große Werk des Neuaufbaus des deutschen Sports vollenden ließ.

In noch nie erlebter Form und Gestaltung feiert Berlin und damit ganz Deutschland in diesem Jahre das Weltsportfest der XI. Olympischen Spiele. Nach dem Urteil der Fachleute des Auslandes haben die Bauten auf dem Reichssportfeld nicht ihresgleichen auf dem Erdball. Im Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung werden die Berliner Olympia-Tage stehen. Großes wurde in unermüdllicher Arbeit mit dem Vorsatz geschaffen, alle Deutschen an den Segnungen der Leibesübungen teilnehmen zu lassen. Wer denkt nicht an die vielen Veranstaltungen der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude", die Millionen von Volksgenossen überhaupt zum ersten Mal mit dem Sport bekannt und ihnen Mut machte, in die gewaltige Gemeinde der Sportbewegung einzutreten. Es werden rund 6 Millionen Männer und Frauen sein, die in diesem geschichtlich so bedeutungsvollen Jahre Erholung, Kraft und Freude in den volkstümlichen Sportkursen der KdF gefunden haben. Deutschland ist auf dem Wege, ein sportlich gestähltes Volk zu werden, das, vertrauend auf die eigene Kraft mit Ruhe und Besonnenheit den Lebenskampf führt und sich dabei immer den Sinn für das Schöne und Erhabene bewahren wird.

Wohl kaum eine Nation besitzt eine Sportjugend mit einem so ausgeprägten Friedenswillen, wie gerade Deutschland. Sie weiß ehrlichen Kampf zu schätzen, sie reicht nach bestandenem Wettkampf, sei es als Sieger oder Unterlegener, dem Gegner zum freundschaftlichen Bunde die Hand und ehrt den Kämpfer, der sich für sein Vaterland im friedlichen Wettstreit mit seinen ganzen Kräften einsetzte.

Die deutsche Sportgemeinschaft steht mit begeistertem Herzen hinter ihrem Führer. Wie ein Mann werden die Wahlberechtigten am 29. März zur Urne treten, und es wird ein einstimmiges "Ja" sein, das sich mit dem Sehnen und Wünschen der noch nicht wahlfähigen Jugend zu einem Treueschwur und Gelöbnis vereinen wird. Der einzige sportfreie Tag des Jahres wird ein Tag der Besinnung und Freude sein, ein wahrer Festtag, an dem das deutsche Volk in Reih' und Glied in einer Front für den wahren Frieden marschieren wird.
LGA

Samstag, 28. März 1936
Gemeinschaftsempfang der Turnvereine
Heute 20 Uhr. Auf Anordnung des Reichssportführers versammeln sich heute abend die Mitglieder der Turn- und Sportvereine in ihren Vereinslokalen, um die Rede des Führers unmittelbar vor der Wahl mitzuerleben. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß Freunde und Bekannte mitgebracht werden dürfen. Die Übungsstunden der Vereine fallen aus!
LGA

Samstag, 28. März 1936
Sauberes Deutsch im DRL!
Die "Deutsche Turnzeitung", das amtliche Blatt des Fachamtes 1 im DRL, führt seit längerer Zeit einen Feldzug gegen die immer wieder auftretenden falschen Wortbildungen wie Geräteturnen, Gerätekämpfe, Gerätemeisterschaften. denn keineswegs handelt es sich um ein Turnen der Geräte, um Kämpfe oder gar Meisterschaften der Geräte, sondern vielmehr um Turnen am Gerät, Kämpfe oder Meisterschaften am Gerät. Darum kann es auch nur heißen Gerätturnen, Gerätkämpfe oder Gerätmeisterschaften. Diese Bezeichnungen sind amtlich. Wir brauchen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ein sauberes Deutsch. Jedes Reichsbundmitglied sollte darum an dieser Aufgabe mithelfen.
LGA

Sonntag, 29. März 1936
Sportler und Turner!
Der Sonntag ist sonst der Tag der sportlichen Kämpfe, in denen der Leib gestählt werden soll für die Arbeit der Woche. Auch am heutigen Sonntag stehen Deutschlands Turner und Sportler, Turnerinnen und Sportlerinnen geschlossen im Kampf. Jedoch nicht auf dem grünen Rasen oder auf der Aschenbahn, sondern im Kampf für den Führer, für Deutschlands Ehre und Freiheit.

Ungeheuer viel hat die deutsche Sportjugend dem Führer zu danken. Wir denken an früher zurück, wo der deutsche Sport in viele sich bekämpfende Lager zerfiel, wo Leibesübungen Selbstzweck waren, Sport und Turnen kaum irgendwelche staatliche Unterstützung erfuhren.

Erst das nationalsozialistische Deutschland machte die körperliche Erziehung zum Allgemeingut aller Deutschen, lenkte den sportlichen Kampf in die richtigen Bahnen, gab den Sportlern und Turnern einen Betreuer, einte den gesamten deutschen Sport in einer Hand, ließ den Reichsbund für Leibesübungen erstehen.

Der Führer selbst gab den Auftrag zum Bau des Reichssportfeldes, das im August Schauplatz der XI. Olympischen Spiele sein wird, der gewaltigsten, die je in der Welt gefeiert wurden. Mit Stolz hörten wir von der Begeisterung, die Organisation undd Abwicklung der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen in der Welt hervorriefen.

Die Befreiung von des Fesseln des Auslandes, ein wehrhaftes deutsches Vaterland, das seine Ehre wiedergewonnen hat, Arbeit und Brot, einen durch Leibesübungen gesunden Körper, vorbildliche Sportstätten - das alles verdankst Du, deutscher Sportler und Turner, dem Führer. Der selbstverständliche Dank muß sein! Deine Stimme dem Führer!
LGA

Sonntag, 29. März 1936
Ein Volk - ein Bekenntnis!
Ein warmer Frühlingsmorgen war angebrochen. Hell und warm schien die Sonne. Symbolhaft hatte sich die Sonne Bahn gebrochen, als wollte sie der Welt zeigen, daß mit dem Wahltag ein neuer Abschnitt der deutschen Geschichte eingetreten sei. Ein Volk bekannte sich zu seinem herrlichen Führer. Unser ganzes Gaugebiet hatte an diesem Tage sein Festkleid angelegt. Auf dem Lande fast kein Haus, das nicht die Flagge des Deutschen Reiches zeigte. Weit grüßten die Hakenkreuzflaggen in das Land hinaus. Transparente spannten sich über die Straßen aller Ortschaften. Mahnmale kündeten die Bedeutung dieses Schicksaltages der deutschen Nation an.

Schon vor der Eröffnung der Wahl entfaltete sich ein reges Leben. In Stadt und Land suchte jeder Volksgenosse seine Ehre darin, möglichst frühzeitig seine Stimme für den Führer abgegeben zu haben. In den frühen Morgenstunden sah man die Wähler vor den Abstimmungslokalen "Schlange stehen". Eine vorbildliche Organisation sicherte überall einen schnellen Ablauf. Die gesamten Formationen der Bewegung hatten sich in den Dienst der Wahl gestellt.

Die Wahlbeteiligung war riesengroß. In Mecklenburg, Schleswig-Holstein, in der Provinz Lübeck und in Lauenburg bekannten sich die Volksgenossen mit größten Prozentziffern zu unserem Führer. Stolz erfüllt uns, wenn wir nach der Wahl das im Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk in voller Einsatzbereitschaft hinter dem Führer stehen sehen.

So wurde in Bad Oldesloe gewählt:
Für die Liste und damit für den Führer 5442,
gegen die Liste und ungültig 78, abgegebene Stimmen 5520.

LGA

Dienstag, 31. März 1936
Kundgebung des DRL in der Deutschlandhalle
Die Pressestelle des Reichssportführers teilt mit: Nachdem die organisatorischen Vorbereitungen beendet sind, wird die Einheit des DRL am 18. und 19. April in feierlicher und festlicher Form dem deutschen Volk kundgetan werden. Am 18. April sind in Berlin abschließende Tagungen sämtlicher früherer Verbände des DRL, die die vollzogene Einheit und den Zusammenschluß zum großen Bund feststellen. Am 19. April findet in der Deutschlandhalle eine große festliche Kundgebung vor der Öffentlichkeit und allen Abgeordneten des Bundes statt, bei der die Arbeit, die Ziele und die Möglichkeiten des DRL durch weit über 3000 Turner und Sportler aus dem Reiche und aus Berlin, von der Schulung des Kindes bis zur Höchstleistung unserer Vertreter im internationalen Wettkampf vorgeführt werden. Bei dieser Gelegenheit wird in einem großen Schlußbild die Fahne des Reichsbundes für Leibesübungen zum ersten Male auf Befehl des Reichssportführers aufsteigen.
LGA