Spielserie 1936 - 37
Teil 4

 

 

Donnerstag, 1. April 1937
Keglerverein Oldesloe
Die Ausscheidungskämpfe im hiesigen Keglerverein haben mit dem letzten Durchgang über 200 Wurf, die auf den Bahnen in Reinfeld (Altdeutscher Hof) gekegelt wurden, ihren Abschluß gefunden. Vereinsmeister wurde Otto Drews, der nun diesen Titel ein weiteres Jahr inne hat.

Die Vereinsmannschaft setzt sich nun aus folgenden Keglern zusammen, nach Abschluß des 600-Wurf-Kegelns:

  • 1. Otto Drews 4352 Holz
  • 2. Jonny Dührkop 4321
  • 3. Willy Drews 4299
  • 4. Gustav Lüthje 4296
  • 5. Jean Prang 4267
  • 6. Paul Drews 4253 Holz

OL

Freitag, 2. April 1937
Tschammer-Pokal: OSV gegen Möllner SV
Am Sonntag steigt auf dem Exer das zweite Pokalspiel des OSV gegen den Möllner SV. Die Möllner waren in ihrer Staffel am Anfang der sogenannte "Favoritenschreck", heute ist es nicht mehr so schlimm. Wer an vorletzter Stelle steht, hat bekanntlich Abstiegssorgen. Der OSV als 99,9prozentiger Meister wird sich nicht an den Wagen fahren lassen. Aber eine Unterschätzung des Gegners ist durchaus nicht am Platze. Der OSV muß vorläufig auf den zum Arbeitsdienst eingezogenen Stäcker verzichten.
OL

Sonntag, 4. April 1937
Tschammer-Pokalspiel: Oldesloer SV - TSV Mölln 3:1 (1:1)
Eine schwere Schlacht in Oldesloe. Mölln nach unerfreulichem Kampf 3:1 geschlagen. Ein überaus hartes Tschammer-Pokalspiel lieferten sich beide Mannschaften. Die Oldesloer mußten auf ihren besten Stürmer Stäcker verzichten.

Durch einen von Schweim verwandelten Elfmeter gingen die Oldesloer in Führung. Infolge Verletzung verloren sie kurz darauf Schlüter, der nur noch als Statist mitwirken konnte. Schlimmer aber verlief die Verletzung, die sich der Oldesloer Verteidiger Kock zuzog. Der Staffelmeister muß aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden Aufstiegsspielen auf Kock verzichten! Bis zum Wechsel gelang den Möllnern der Ausgleich. Erwähnt sei, daß der Schiedsrichter Baumann (Phönix) beide Mannschaften zusammenrief, um die Spieler zu beruhigen.

Nach dem Wechsel nahm der Kampf weiter harte Formen an. Wieder war es Schweim, der durch einen Elfmeter seinen Verein mit 2:1 in Führung brachte. Durch ein Selbsttor des rechten Möllner Läufers bauten die Platzbesitzer ihren Sieg auf 3:1 aus.
LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Gustav Lüthje, Grote - Karl Wolherr, Drews, Helmut Schweim, Willy Schlüter, Lehrmann.
Tore: 1:0 Schweim (Elfmeter), 1:1, 2:1 Schweim (Elfmeter), 3:1 Eigentor. - Schiedsrichter: Baumann (Lübeck)

Mittwoch, 7. April 1937
OSV-Vorstandssitzung
Auf der ersten Sitzung im neuen Geschäftsjahr wurde eingehend über die bevorstehenden Spiele der Liga gesprochen. Der Vorstand erwartet mit Rücksicht auf die beiden ausgetragenen Pokalspiele, daß der OSV bei der Ansetzung der nächsten Runde spielfrei bleibt, zumal von fünf Vereinen noch vier Mecklenburger im Rennen sind. Am 25. April besuchen die Gauliga-Vereine die Bezirke. Oldesloe kann für den genannten Tag, wo der Oldesloer Sportverein auf dem Exer - der dann hoffentlich wieder wie ein Sportplatz aussieht - auf einen Gauliga-Verein stößt, mit einer Rekordbesucherzahl rechnen. Die Trainingsverpflichtung aller Aktiven wurde vom Vorsitzenden noch einmal unterstrichen und erneut darauf hingewiesen, daß alle das Sportabzeichen in diesem Jahre erwerben müssen. Das Hallentraining beginnt mit Schluß der Ferien wieder am 14. April zu der bekannten Zeit. Erfreulicherweise können wir am kommenden Sonntag schon um 10 Uhr mit dem Training der Leichtathleten beginnen. Dann beginnt ebenfalls das Training für die Hockeyspieler. Die Anmeldungen für diesen ausgezeichneten Sport, wo der OSV schon drei Mannschaften gegen auswärtige Spieler mit großem Erfolg antreten ließ, ist so rege, daß die Spielleitung am Sonntag 20 und mehr Spieler auf dem Exer erwartet.
OL

Donnerstag, 8. April 1937
Der Oldesloer SV legt Wert auf die Feststellung, daß der Spieler Kock im Pokalkampf gegen Mölln verletzt wurde und daß der Schiedsrichter Baumann nicht beide Mannschaften "zusammengerufen" hat, sondern nur die Möllner zu rücksichtsvollerem Spiel ermahnte.
LGA

Donnerstag, 8. April 1937
Aufstiegsspiele in der Nordmark
Vor Mitte Mai werden die Aufstiegsspiele der Bezirksklassenmeister um die Gauliga-Zugehörigkeit kaum beginnen können. In den beiden Hamburger Staffeln sind die Meister noch nicht ermittelt. Ebenso steht der Vertreter aus der Staffel A von Mecklenburg-Lübeck noch nicht fest. Germania Wismar, Rostock 95 und Schwerin 03 machen sich berechtigte Hoffnungen auf den Titel und auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Wie bisher werden zwei Gruppen um den Aufstieg kämpfen. Die beiden Sieger dieser Gruppen vervollständigen die künftige Gauliga, die sich in diesem Jahr bekanntlich aus zwölf Vereinen zusammensetzen wird. Gespielt wird innerhalb dieser beiden Gruppen in Doppelrunden, also jeder gegen jeden zweimal.

Die Einteilung der Gruppen:

  • Gruppe A: Schleswig-Holstein Ost, Hamburg Hansa-Staffel, Mecklenburg-West, Harburg-Wilhelmsburg
  • Gruppe B: Schleswig-Holstein West, Hamburg Hammonia-Staffel und Mecklenburg-Ost

Durch den Anschluß von Harburg-Wilhelmsburg an Groß-Hamburg mußte die Gruppe A auf vier Teilnehmer angesetzt werden.
LGA

Samstag, 10. April 1937
OSV
Die Liga ist am morgigen Sonntag spielfrei. Das für den 18. April angesetzte Spiel um die Punkte zwischen OSV und VfL Schwerin muß wieder verlegt werden, da an diesem Sonntag die nächste Runde um den Tschammer-Pokal ausgetragen werden muß. Der OSV muß nach Wismar und dort gegen Germania antreten.

Hier auf dem Bürgerpark findet folgende Begegnung statt und zwar nachmittags 3 Uhr: OSV Reserve gegen Eisenbahn Lübeck. Außerdem werden noch zwei Jugendspiele gegen die Eutiner Jugend ausgetragen.
OL

Sonntag, 11. April 1937
Oldesloer SV Reserve gegen Eisenbahn TSV Lübeck 2:4
Die Eisenbahner kämpften mit nur neun Mann (!) gegen die Oldesloer Reservisten mit großem Schneid. Der Einsatz der Mannschaft wurde mit einem 4:2 belohnt. Schanze (3) und Holtz schossen die Tore für die Eisenbahner.
LGA

Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Meins - Schacht, Peters - Barkmann, Büscher, Schlicht - Westphal, Schulze, Witt, Meincke, Drews.

Dienstag, 13. April 1937
Veränderungen am Sportplatz Exer
Unser im schönen Bürgerpark gelegene Sportplatz Exer hat in seiner Beschaffenheit in den letzten Wochen sehr einbüßen müssen. Beim Um- und Ausbau des Schießstandes machten sich größere Materialtransporte notwendig, so daß ein Befahren des Sportplatzes unvermeidlich blieb. Es handelte sich durchweg um schwere Ladungen, wie Steine, Kies, Träger, Bauholz usw., wodurch naturgemäß bei der an sich ungünstigen Witterung tiefe Fahrbahnen hervorgerufen wurden. Durch die Abhaltung des Ostermarktes auf dem Exer sind weitere Beschädigungen des Platzes, der Laufbahn usw. eingetreten; auch bei An- und Abfahrt der zahlreichen Wagen vom Zirkus Belli ist der Exer weiter in Mitleidenschaft gezogen. Da die Stadt über anderweitiges geeignetes Gelände für die Abhaltung derartiger Veranstaltungen nicht verfügt, so läßt sich, so bedauerlich es ist, eine andere Regelung nicht ermöglichen.

Die Stadt ist jedoch bestrebt, die Anlagen wieder so herzurichten, daß sie für Sportzwecke wieder verwendbar sind. Mit den Arbeiten ist bereits begonnen und es ist damit zu rechnen, daß bereits in Kürze die links vom Weg zur Badeanstalt gelegene Spielhälfte wieder in Ordnung gebracht ist. So sind bereits große, beim Schießstand freigelegte Kiesmengen auf die Laufbahn gefahren, um die zahlreichen Unebenheiten zu beseitigen und die Bahn und Sprunggruben wieder ordnungsgemäß zu gestalten. Auch wird anschließend der Platz so planiert werden, daß ein regelrechter Sportbetrieb dort möglich sein wird.

Die Beanspruchung des Sportplatzes Exer wird stetig umfangreicher, so daß zeitweise erhebliche Schwierigkeiten wegen der Inanspruchnahme eintraten, zumal der Turn- und Sportunterricht bei den Schulen in der letzten Zeit weiter ausgebaut worden ist. Um den Bedürfnissen einigermaßen gerecht zu werden, ist nunmehr geplant, die linke Platzhälfte, auf der zur Zeit ein Spielfeld untergebracht ist, so aufzuteilen, daß dort zwei Spielfelder für Fußball und Handball untergebracht werden können. Wenn diese Felder auch nicht ganz den vorgeschriebenen Größen entsprechen, werden sie für Übungszwecke vollauf genügen. Sicherlich wird man diese Maßnahmen, die bald zur Durchführung kommen, allenthalben begrüßen.
OL

Freitag, 16. April 1937
Oldesloer SV in Wismar
Die Oldesloer statten am Sonntag den Wismarer Germanen einen Besuch ab, um in der dritten Zwischenrunde des Tschammer-Pokals anzutreten. Da die Oldesloer als tüchtige Kämpfer bekannt sind, darf man annehmen, daß sie nach einem klaren Sieg in die erste Hauptrunde um den Pokal einziehen werden.
LGA

Sonntag, 18. April 1937
Tschammer-Pokalspiel: Germania Wismar - Oldesloer SV 1:3 (1:1)
Auch das dritte Treffen um den Pokal des Reichssportführers konnte der OSV in Wismar für sich entscheiden. In technischer und taktischer Hinsicht hatten die Oldesloer ein klares Plus. Nur dem Umstand, daß auf dem kleinen Platz der OSV sich nicht ganz ausspielen konnte, können es die Germanen verdanken, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. Am Schluß der ersten Halbzeit stand die Partie 1:1. Während der OSV im Anfang der zweiten Halbzeit noch zweimal erfolgreich sein konnte, ging der Gegner trotz aller Anstrengungen leer aus. Im Gegensatz zu den bisher ausgetragenen Spielen der beiden Mannschaften konnte man die Feststellung machen, daß das Spiel sich durchaus im fairen Rahmen hielt. - OSV Reserve gegen LSV Reserve 3:4, OSV II gegen LSV III 1:10!!
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Helmut Krohn, Helmut Schweim, Grote - Lehrmann, Wilhelm Stäcker, Gustav Lüthje, Drews, Karl Wolherr.

Donnerstag, 22. April 1937
Der neue "Fußballstab" der Nordmark.
Seit dem 1. April hat Dr. Günther Riebow die Führung des Nordmark-Fußballs übernommen. Im Einvernehmen mit dem Gauführer hat er nun seinen Mitarbeiterstab berufen. Sein ständiger Stellvertreter ist Willi Rave. Für die Schulungsarbeit sind Paul Sternberg und Gustav Schönfeldt, der zugleich das Amt des Fußballjugendwartes übernimmt, bestimmt. Vertrauensmann für die Angelegenheiten der drei schleswig-holsteinischen Kreise und für die schleswig-holsteinischen Bezirksklassen wurde Ernst Föge, für die drei mecklenburgischen Kreise und für die mecklenburgischen Bezirksklassen Paul Kruse. Die übrigen Ämter bekleiden: Heino Gerstenberg (Schiedsrichterangelegenheiten), Hermann Zetzsche (Vertrauensmann für das Dietwesen), John Sternberg (Gaurechtswart).
LGA

Donnerstag, 22. April 1937
Neueinteilung der Bezirksklassen
Lübecker SV und Oldesloer SV in der Bezirksklasse Schleswig-Holstein. Durch die politische Eingliederung Lübecks in Schleswig-Holstein kommen die beiden bisher in Mecklenburg spielenden Bezirksklassen-Vereine Lübecker SV und Oldesloer SV zu Schleswig-Holstein. Am Schlusse der Spielserie 1936/37 steigen vier Vereine aus der Bezirksklasse Schleswig-Holstein ab, zwei Kreisklassen-Vertreter steigen auf und hinzu kommen die beiden Vereine LSV und OSV, so daß weiterhin zwei Staffeln zu je zehn Vereinen erhalten bleiben.

Allerdings müssen wir zu dieser amtlichen Meldung eine kleine Einschränkung machen. Die Oldesloer als Staffelmeister in der Mecklenburger Bezirksklasse werden an den Aufstiegsspielen in die Gauliga teilnehmen. Vielleicht glückt den Oldesloern der große Schlag. Aber leicht wird das nicht gerade sein, denn die Oldesloer haben die schwerere Gruppe der Aufstiegskandidaten erwischt. Aber, wie gesagt, wir möchten gern mit der Möglichkeit eines Aufstiegs rechnen... Nur noch eine Staffel in Mecklenburg. Aus den beiden bisherigen Mecklenburger Staffeln steigen insgesamt sechs Vereine ab. Da ferner die beiden Lübecker Vereine, Lübecker SV und Oldesloer SV, an Schleswig-Holstein abgegeben werden, und nur ein Kreisklassen-Verein aufsteigt, werden die restlichen Vereine in einer Staffel von insgesamt elf Vereinen die Meisterschaftsspiele austragen.
LGA

Freitag, 23. April 1937
Bad Oldesloe baut einen neuen Sportplatz!
"Sport", ein neuer Begriff unserer Zeit! In immer stärkerem Maße ist man bestrebt, die Leibesübungen zu fördern und zum "Volkssport" werden zu lassen. Die sportliche Ausbildung der Jugend wird ständig weiter ausgebaut und nimmt heute schon einen bedeuutenden Teil vom Unterricht aller Lehranstalten ein. Eines der wichtigsten Aufgabengebiete der Hitlerjugend ist die körperliche Ertüchtigung der ihr anvertrauten deutschen Jugend, wie überhaupt die HJ Trägerin der sportlichen Schulung aller Jugendlichen ist.

Diese Bestrebungen der Reichsregierung lassen naturgemäß zwangsläufig die Forderung auf Erweiterung und Ausbau der vorhandenen Sportanlagen an Städte und Gemeinden in Erscheinung treten. Die Stadt Bad Oldesloe, die sich als Sportstadt seit einer Reihe von Jahren einen Namen erworben hat, befaßt sich bereits seit langer Zeit mit dem Problem des Ausbaues bzw. der Erweiterung der Sportanlagen auf dem Exer. Mannigfache Bestrebungen von verschiedensten Seiten in dieser Beziehung sind angestellt; alle Bemühungen mußten bisher an der Schwierigkeit der Finanzierung und auch der Geländefragen scheitern. Die Notwendigkeit der Erweiterung der Sportanlagen läßt aber jetzt keinen Aufschub mehr zu und so ist von der Stadtverwaltung der Entschluß gefaßt, sich ernsthaft mit der Frage der Schaffung eines neuen Sportplatzes zu befassen. Die Bemühungen sind nicht vergeblich gewesen, umfangreiche Vorarbeiten sind bereits geleistet, so daß in Kürze das geplante Projekt in Angriff genommen werden kann, nachdem von der Regierung in Schleswig die grundsätzliche Genehmigung vorliegt. Es ist natürlich unmöglich, eine derartige Anlage in etwa einem Jahre fertigzustellen, der Ausbau läßt sich nur abschnittsweise auf etwa zwei bis drei Jahre verteilt durchführen. Die Stadtverwaltung ist von der ursprünglichen Absicht, die vor etwa zwei Jahren vom Sparkassenverein erworbene und der Stadt zur Verfügung gestellte sogenannte Rellingsche Koppel gegenüber der Badeanstalt an der Trave ausschließlich für Zwecke der Erweiterung des Bürgerparks zu verwenden, insofern abgegangen, als ein Teil der großen Koppel für Zwecke des Sports, wie bereits auch das für die Badeanstalt abgetrennte Gelände, freigemacht werden soll. Bei Inanspruchnahme dieses Geländes für den Ausbau eines Sportplatzes wird vor allem erreicht, daß die Bestrebungen der Stadt und des Stadtamtes für Leibesübungen, eine Zentralisierung aller Sportanlagen herbeizuführen, weiterhin gefördert werden können.

Die Notwendigkeit zur Schaffung eines neuen Sportplatzes steht außer Zweifel. Seit Jahr und Tag werden Vorschläge, Projekte verschiedenster Art in dieser Beziehung vorgelegt. Man hatte zunächst an die Schaffung eines stadionartigen Sportplatzes auf dem Exer gedacht, doch mußte dieser Plan aus verschiedenen Gründen fallen gelassen werden. Die Platzverhältnisse auf dem Exer beim heutigen Stand der Entwicklung der Leibesübungen sind nicht ausreichend. Auch in den letzten Jahren sind schon ständig Schwierigkeiten in dieser Beziehung vorhanden gewesen. Eine behelfsmäßige Lösung, die aber auch nicht befriedigen konnte, sollte dadurch erzielt werden, daß dem Oldesloer Sportverein von der Stadt die rechte Spielhälfte des Exers überlassen wurde, jedoch unter der Auflage, daß diese vom OSV auszubauen und zu unterhalten sei. Diese Regelung ist auf die Dauer nicht tragbar. Hinzu kommt, daß bei Benutzung des Exers an Sonntagen für Wettkämpfe fast alle Zugänge zum Bürgerpark abgesperrt werden und dadurch der Besuch des Parks nicht oder nur zum Teil möglich ist. Ein weiterer Nachteil ist, daß infolge der Ausdehnung der Laufbahn (750 Meter, übliche Länge 380 Meter) ungewöhnlich hohe Unterhaltungskosten erforderlich sind.

In Ermangelung eines geeigneten Platzes für die Durchführung des jährlich stattfindenden Volksfestes und der sonstigen Veranstaltungen mußte der Exer hierfür freigegeben werden. Die Folge war natürlich, daß fast ständig Beschädigungen eintraten. Diese Mängel werden durch die notwendig gewordene Verlegung der verschiedenen Märkte vom Marktplatz zum Exer noch weiter in Erscheinung treten. Es muß daher bis zur Fertigstellung des neuen Sportplatzes die für die vorbezeichneten Zwecke zur Verfügung gestellte linke Hälfte des Exers soweit in Ordnung gehalten werden, daß sie für Übungszwecke verwendbar bleibt, um später dann ausschließlich diesen Zwecken zugeführt zu werden.

Für den neuen Sportplatz ist das Gelände gegenüber der Badeanstalt in Aussicht genommen und zwar wird ein Teil der großen Böschung auf der Nordseite abgetragen und so verteilt werden, daß der südliche Teil entsprechend erhöht werden kann. Die Erdabtragungen bzw. Auftragungen sollen so erfolgen, daß das Spielfeld von einer terrassenartigen Böschung umgeben ist, die als Zuschauertribüne Verwendung finden soll. Die größten Ausmaße werden sein: 106 mal 157 Meter. Das Spielfeld selbst wird 106 Meter lang und 70 Meter breit sein und die das Feld umgebende Laufbahn eine Länge von 400 Metern und eine Breite von fünf Metern erhalten. Die Laufbahn wird auf der Nordseite auf 7,50 Meter verbreitert. Ein fünf Meter breiter Zuschauerrarum schließt sich an die Laufbahn an. Die Radien für die Korbbogenkurven sind mit 27 bzw. 54 Meter gewählt. Der innere Platz soll außerdem die Hoch- und Weitsprungbahnen usw. aufnehmen. Der Platz soll mit einer Hecke oder mit Pappeln als Abgrenzung gegen das übrige Gelände umgeben werden. Die um diesen Sportplatz liegende Grünfläche soll zur Anpassung an den Bürgerpark parkähnlich angelegt werden.

Ein weiterer Plan geht dahin, später für den Sportplatz und die Badeanstalt ein gemeinsames Gebäude zu errichten und zwar in der Weise, daß dieses von der einen Seite Umkleideräume der Badeanstalt aufnimmt und zur Seite des Sportplatzes Geräte-, Umzieh- und Duschräumen Platz bietet. Dieses Vorhaben wird jedoch erst dann zur Ausführung gelangen, wenn der Platz als solcher fertiggestellt ist.

Mit den Arbeiten für den Sportplatz soll bereits in Kürze begonnen werden und nach Fertigstellung des Schießstandes im Bürgerpark weitere Kräfte zum Einsatz gelangen. Angestrebt werden soll, daß auch beim Bau des Sportplatzes in Gemeinschaftsarbeit sämtlicher sporttreibender Vereine sowie der Gliederungen der Partei das Werk vorwärts gebracht wird.
OL

Freitag, 23. April 1937
Und nun gegen den FC St. Pauli!
Nachdem der OSV am letzten Sonntag im Pokalspiel gegen Wismar mit 3:1 siegreich geblieben ist, muß er nunmehr sein nächstes Pokalspiel gegen einen Gauliga-Verein bestreiten. Wie wir heute morgen erfahren, muß der OSV am 2. Mai gegen FC St. Pauli antreten. Mit der Ansetzung dieses Spiels wird den Oldesloer Sportfreunden ein Leckerbissen erster Klasse geboten, denn es findet hier auf dem Exer statt. - Der FC St. Pauli gehört in der Gauliga mit zur Spitzengruppe und galt lange Zeit hindurch als ernster Mitanwärter auf den Meistertitel. Die Mannschaft hat von den bisher ausgetragenen 18 Punktspielen elf gewonnen, vier verloren und drei unentschieden gespielt. Sie steht mit 25 Punkten an vierter Stelle von den zehn Gauliga-Vereinen. Das bisherige Torverhältnis in den Punktspielen beziffert sich auf 42:38. Oldesloe geht also einem bedeutungsvollen Ereignis entgegen!
OL

Samstag, 24. April 1937
Reichsbund für Leibesübungen
Die neue Dienststelle des Reichsbundes für Leibesübungen des Kreises Lübeck befindet sich in Lübeck in der Wahmstraße 1 (Räume der Kanzlei Dr. Roeper). Die Sprechstunden sind wie folgt festgesetzt: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag jeweils morgens 10 bis 13 Uhr, nachmittags 16 bis 19 Uhr. Mittwochs und sonnabends finden die Sprechstunden nur vormittags statt. Leiter der Dienststelle ist Hartwig Dettmann. Zum Kreiskassenwart wurde Hans Scheufler ernannt.
LGA

Sonntag, 25. April 1937
Reinfelder Kegler in Oldesloe siegreich
Der Keglerverein Oldesloe hatte Reinfelder Kegler als Gäste. Das Freundschaftstreffen wurde auf den Bahnen von Theodor Hormann mit je einer Sechsermannschaft ausgetragen. Die Reinfelder Mannschaft kegelte ausgeglichen gut und konnte mit 46 Holz plus den Kampf siegreich beenden. Anschließend fand mit den Reinfelder Kegelbrüdern ein geselliges Beisammensein statt, wobei den Reinfeldern die errungene Tischbannerschleife überreicht wurde. Nachdem die Einzelergebnisse bekanntgegeben waren, wobei W. Huth (Reinfeld) mit 748 Holz als bester Einzelkegler hervorging, mußten die Reinfelder Gäste uns wieder verlassen. Der Vereinsführer des Keglervereins Oldesloe beendete dann diese kameradschaftliche Zusammenkunft mit einem "Sieg Heil" auf unseren Führer Adolf Hitler.
OL

Mittwoch, 28. April 1937
Die Aufstiegsspiele des OSV
Am Pfingstsonntag beginnen die Spiele um den Aufstieg in die Nordmarkliga. Der OSV muß in der A-Staffel spielen. In dieser Staffel werden folgende Mannschaften in einer Doppelrunde gegeneinander spielen:

  • Borussia Kiel
  • Komet oder Urania Hamburg
  • OSV
  • Viktoria Wilhelmsburg

OL

Mittwoch, 28. April 1937
Reichsbund für Leibesübungen: Achtung Fußballvereine!
Um allen Vereinen Gelegenheit zu geben, zur Serie 1937/38 die nötige Anzahl Schiedsrichter stellen zu können, werde ich an den nachstehenden Tagen: 4. Mai, 11. Mai, 18. Mai, 25. Mai, 1. Juni, 8. Juni, 15. Juni, im Amtshaus (Bohnsack), Lübeck, Fünfhausen 30, abends pünktlich 20.30 Uhr, einen Schiedsrichterausbildungskursus abhalten.

Ich verweise hierbei auf die Spielordnung: 1. Allgemeines Nr. 29: "Jeder Verein hat bei Meldung seiner Mannschaften die gleiche Anzahl von Schiedsrichtern zu melden... Meldet ein Verein mehr Mannschaften als geeignete Schiedsrichter, so kann eine entsprechende Zahl der Mannschaften vom Spielverkehr ausgeschlossen werden.
Hans Kilian, Kreis-Schiedsrichtersachbearbeiter.
LGA

Mittwoch, 28. April 1937
Hockey - ein idelaer Frauensport!
Er ist besonders in den Mittel- und Kleinstädten recht wenig bekannt, der Hockeysport, und ist doch wie wohl selten ein anderes Spiel sehr gut für Frauen und Mädchen geeignet. Dieses Spiel ist nicht ein Kampf der Körper, obwohl es etwas Kräfte verlangt, sondern verlangt ebenso Intelligenz und Geschicklichkeit. Der körperlich Schwächste kann ein guter Spieler werden, da jedes Körperteil und Organ automatisch beim Spiel gestählt wird. Kampfgeist und Freude am Sport helfen gemeinsam zur Stählung des Körpers.

In dem Bestreben, dem Ziel des DRL, aus den sechs Millionen sportreibenden Deutschen, die 30 Millionen zu gewinnen, die Sport treiben müßten, möglichst nahe zu treten, wächst im Oldesloer Sportverein diese Abteilung neu heran. Sie will besonders den Frauensport fördern und ihren Ausgleich vom Spiel in Sommerspielen und Leichtathletik suchen. Es würde mit ein Schritt zur Gesundung des Volkes getan, wenn sich viele Frauen und Mädels melden würden. Das Training findet immer sonntags um 10 Uhr statt.
OL

Freitag, 30. April 1937
OSV gegen FC St. Pauli Hamburg (Gauliga) um den Tschammer-Pokal
Durch den Sieg über Germania Wismar hat der OSV nunmehr die erste Hauptrunde um den Pokal des Reichssportführers erreicht. Die erfolgreiche Liga des OSV hat jetzt nach Ausschaltung seiner Kreis- und Bezirksklassengegner einen schweren Brocken vorgesetzt bekommen. Die "Braunhosen vom Millerntor", der FC St. Pauli wird am kommenden Sonntag hier auf dem Exer dem OSV gegenüberstehen. Ganz unbekannt sind sich beide Mannschaften nicht, vor einigen Jahren standen die Hamburger mit den OSVern zusammen in den Aufstiegskämpfen um die Gauliga. Der FC. St. Pauli schaffte es seinerzeit, ohne recht überzeugen zu können. Aber seit der Zugehörigkeit zur Gauliga hat sich die Spielstärke gewaltig gehoben. Der markanteste Name der Mannschaft ist Karl Miller, der linke Verteidiger, der wiederholt vom Reichstrainer zu Nachwuchskursen herangezogen worden ist.

Nach dem Stärkeverhältnis beider Mannschaften müßte der FC St. Pauli gewinnen, aber die OSVer werden sich nicht ohne Widerstand geschlagen geben. Eine Möglichkeit, gegen einen stärkeren Gegner zu gewinnen, besteht immer. Die Hamburger werden schon alle Register ihres Könnens aufziehen müssen, um erfolgreich den Kampf zu beenden. Jedenfalls steht den Oldesloer Fußballfreunden ein sportlicher Hochgenuß bevor und man darf wohl erwarten, daß der Exer eine Rekordzuschauermenge aufweisen wird. Verdient hat es die blau-weiße Ligamannschaft. Das Spiel beginnt um 4 Uhr, der Exer ist gesperrt.
OL

Sonntag, 2. Mai 1937
Tschammer-Pokalspiel: Oldesloer SV - FC St. Pauli 1:1 (1:1, 0:1) n.V.
Ein Unentschieden gegen den FC St. Pauli. Die Tatsache, daß der OSV gegen einen Gauliga-Verein anzutreten hatte, war für viele Sportleute der Anlaß, die Schritte zum Bürgerpark zu lenken. Aber nicht nur aus Oldesloe, sondern auch aus der Umgegend waren viele mit ihren Rädern und Motorrädern gekommen, um sich diesen Kampf, der viel erwarten ließ, anzusehen. Die Hamburger Gäste waren mit zwei großen Reiseautobussen gekommen und hatten außer den elf Spielern rund 100 Schlachtenbummler mitgebracht.

Als die Uhr auf vier zeigte, lag der Bürgerpark im schönsten Sonnenschein, der Platz selbst bot in seinem frischen Grün einen herrlichen Anblick und gut 1000 Zuschauer umsäumten das Spielfeld. Von lebhaftem Beifallklatschen begrüßt betraten beide Mannschaften das Spielfeld, nahmen zur Mitte des Feldes Aufstellung und entboten nach beiden Seiten den Zuschauern den deutschen Gruß, der von diesen erwidert wurde. Hierauf nahmen beide Mannschaften Aufstellung und der Kampf begann unter Leitung des Schiedsrichters Weinand vom LBV Phönix.

Fast keiner hat dem OSV eine Chance eingeräumt, auch nur ein Unentschieden gegen seinen Gegner zu erreichen, aber es kam einmal wieder ganz anders! Die OSVer lieferten ein großes Spiel und man darf wohl behaupten, wenn die Hiesigen nicht während der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung nur mit zehn Mann spielen mußten, die Hamburger um eine Niederlage nicht herumgekommen wären.

In Ballbehandlung und Kopfballtechnik waren die Gäste überlegen, auch das Zuspiel war weicher und geschmeidiger, aber es nützt alles nichts, wenn keine Tore fallen. Die Hintermannschaft des OSV vernichtete restlos alle noch so gut gemeinten Angriffe.

Die Hamburger gingen nach einem Regelverstoß von Purnhagen durch Elfmeter in Führung, doch konnte Schlüter sechs Minuten vor Schluß der regulären Spielzeit unter dem Jubel der Massen den Ausgleich erzwingen. Trotzdem der Mittelstürmer Schweim schon kurz vor der Pause verletzt ausgeschieden war, behaupteten die zehn Oldesloer das 1:1 eisern.

Die nun notwendig gewordene Verlängerung (zweimal 15 Minuten) verlief torlos, so daß nunmehr eine Neuansetzung notwendig geworden ist. Alle Anstrengungen beider Mannschaften waren vergeblich, aber alles in allem haben die braven OSVer einen Bombenerfolg zu verzeichnen. Seit acht Monaten hat die Mannschaft kein Spiel verloren und selbst einer der besten norddeutschen Gauliga-Vereine konnte die Erfolgsserie der Blau-Weißen nicht stoppen. Eine Leistung, wie sie in der Geschichte des Oldesloer Fußballsports wohl noch nicht dagewesen ist.
OL/LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Drews, Karl Wolherr, - Ersatz: Lehrmann.
Tore: 0:1 (35., Elfmeter), 1:1 Schlüter (84.). - Schiedsrichter: Weinand (Lübeck). - Zuschauer: 1000.

Donnerstag, 6. Mai 1937
47 neue Vereine im Kreis Lübeck
Vom Kreis Groß-Hamburg überwiesen. Der Kreis Groß-Hamburg im Gau Nordmark umfaßt - wie jetzt mitgeteilt wird - nur noch das Gebiet des neuen Reichsgaues "Hansestadt Hamburg". Die bisher zum Kreis Groß-Hamburg gehörigen Vereine der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg kommen zum Kreis 4 Lübeck, die des Kreises Pinneberg zum Kreis 2 Holstein. Durch diese Neuordnung bekommt der Kreis Lübeck 47 neue Vereine, darunter auch einen Verein der Hamburger Fußball-Bezirksliga. Das bedeutet u.a. für das Kreisfest einen ganz erheblichen Zuwachs an Teilnehmern. Es kommen so auch zum Kreis Lübeck:

  • Sportklub Ahrensburg (90 Mitglieder)
  • Ahrensburger Turnerbund (161)
  • Turnverein Bargteheide (166)
  • Fußballklub Bargteheide (45)
  • Gut Heil Dwerkathen (58)
  • Deutscher Turnverein Jersbek (12)
  • TSV Mollhagen (53)
  • Turnverein Reinbek (139)
  • FC Rasensport Todendorf (28)
  • Tremsbütteler SV (30)
  • Trittauer Sportklub (54)
  • Schützenverein Großensee (21)
  • Postsportverein Ahrensburg (35)
  • Schützenverein Bargteheide (106)
  • Schützenverein Sprenge (69)
  • Reinbeker Schützenverein (40)
  • Postsportverein Trittau (45)
  • Schützenverein Trittau (110)

Der bisherige Kreis Lübeck umfaßte etwa 13000 Mitglieder. 3305 Mitglieder kommen neu hinzu.
LGA

Freitag, 7. Mai 1937
OSV gegen VfL Schwerin
Der wiederholt angesetzte Kampf zwischen dem OSV kommt nun endlich am kommenden Sonntag zur Durchführung. Der VfL Schwerin ist der größte Widersacher des OSV. Mit nur zwei Verlustpunkten mehr hätten die Necklenburger bei einem etwas günstigeren Torverhältnis noch Aussichten gehabt, bei der Meisterschaft ein ernstes Wort mitzureden. Für den OSV genügt am Sonntag ein Unentschieden und selbst bei einem Verlust von beiden Punkten sollten die OSVer es doch geschafft haben. (Die Schweriner müßten beide noch ausstehenden Spiele "zu Null" gewinnen.) Aber man wird wohl mit Recht behaupten dürfen, daß dem VfL dieses Vorhaben auf dem Exer nicht gelingen wird. Nach den Leistungen am Vorsonntag ist der OSV klarer Favorit. Das Spiel beginnt um 15 Uhr. Der Bürgerpark ist gesperrt.
OL

Sonntag, 9. Mai 1937
Sportpflicht für Mädel der Jahrgänge 1916 bis 1920
Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, und Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten erlassen folgenden Aufruf über die körperliche Ertüchtigung der bisher nicht organisierten Mädel der Jahrgänge 1916 bis 1920:

"Die deutsche Jugend gehört dem Führer! Das Gesetz, nach dem Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel, einst freiwillig angetreten, ist heute das Gesetz der gesamten deutschen Jugend. Der Wille zum Einsatz, zur Leistung und zur Zucht beseelt alle deutschen Jungen und Mädel. Darum rufen wir Euch, deutsche Mädel von 17 bis 21 Jahren, die Ihr nicht dem BdM angehört, zum Dienst auf. Wir wollen ein junges, gesundes Volk heranbilden. Darum gilt auch für Euch die Körperertüchtigungspflicht des BdM.

Treibt Sport, trainiert Eure Körper, werdet gesund und widerstandsfähig und wachst so zu gesunden, einsatzwilligen, selbstbewußten Frauen heran! Meldet Euch sofort bei den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen und erfüllt in ihnen eure Sportpflicht."
LGA

Sonntag, 9. Mai 1937
14. Punktspiel: Oldesloer SV - VfL Schwerin 2:2 (0:2)
Der OSV endgültig Meister der Weststaffel. Ohne ein Spiel zu verlieren, mit einem Torverhältnis von 43:11, beschloß der OSV die Fußballserie 1936/37 und errang verdient den Meistertitel. Die blau-weiße Mannschaft hat während der ganzen Spielzeit eine gleichmäßige Beständigkeit gezeigt. Durch intensive Arbeit an sich hat die Liga zum zweiten Male innerhalb von drei Jahren die Meisterschaft nach hier gebracht. Trotz aller Schwierigkeiten hat der OSV es ermöglichen können, daß die Mannschaft die angesetzten Spiele durchführen konnte. Der Mannschaft gebührt alle Anerkennung und herzlicher Glückwunsch!

Zum Spiel selbst ist folgendes zu sagen: Die Schweriner Gäste erwiesen sich in der ersten Halbzeit als die klar bessere Mannschaft. Die OSVer waren nervös und fahrig; hinzu kam, daß Schweim noch nicht wieder ganz hergestellt war. Durch riesigen Eifer gingen die Schweriner durch Harloff und Schirrmacher bis zur Pause verdient mit 2:0 in Führung. Bei Beginn der zweiten Halbzeit hatte der OSV umgestellt. Schweim wirkte auf Rechtsaußen als Statist. Die OSVer gaben den Kampf aber noch nicht verloren. Durch Schweim und Stäcker konnte der OSV noch den Gleichstand erzwingen. Es dürfte immerhin als eine große Leistung zu werten sein, einen 0:2-Rückstand gegen einen gewiß nicht schlechteren Gegner aufzuholen. Wir hoffen, daß Oldesloe nach dem Siegesmarsch in der verflossenen Serie nun in den am 23. Mai beginnenden Aufstiegsspielen eine gute Rolle spielen wird.
OL/LGA

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Drews, Karl Wolherr.
Tore: 0:1 Harloff, 0:2 Schirrmacher, 1:2 Schweim, 2:2 Stäcker
Sonntag, 9. Mai 1937

Oldesloer SV Reserve gegen CfR Lübeck 2:7.
Die Reserve spielte vormittags 10.45 Uhr in Reinfeld gegegen CfR Lübeck. - OSV Jugend A gegen LSV Jugend A 1:3.
OL

Oldesloer SV Reserve (Ankündigung): Hannover - Schacht, Peters - Meincke, Barkmann, Büscher - Westphal, Meier, Schulze, Witt, Lehrmann.

Sonntag, 16. Mai 1937
Seltsame Fußball-Reklame
Daß die Reklame im Sport eine wichtige Rolle spielt, ist bekannt. Es versteht sich von selbst, daß die Reklame im Sport immer in den Grenzen des Würdigen zu bleiben hat. Ein seltsamer Fall von Fußballwerbung hat sich jedoch in der Tschechoslowakei ereignet. Da ließ einer der Provinzvereine zum Spiel gegen einen Konkurrenzverein ein Plakat drucken und aushängen, das den folgenden "Hilferuf" enthielt: "Sportsleute! Zu Hilfe, Diebe! Sonntag will uns der BFTC zwei Punkte rauben! Laßt das nicht zu! Wer mit unserer Elf ist, kommt auf den Sportplatz!"

Ein solcher Fall ist wohl noch nicht dagewesen, und es braucht kaum betont zu werden, daß der mit "Dieb" und "Räuber" bezeichnete Verein gegen diese wenig geschmackvolle Zuschauerwerbung energischen Protest eingelegt hat.
LGA

Sonntag, 16. Mai 1937
England mit "numerierten Spielern"
Englands Fußballverband hat beschlossen, die Länderspiele gegen Norwegen in Oslo, gegen Schweden in Stockholm und gegen Finnland in Helsingfors mit "numerierten Spielern" durchzuführen. Die Spieler der englischen Mannschaft werden in der gleichen Weise, wie dieses im internationalen Rugbysport üblich ist, eine große Nummer auf dem Rücken tragen, so daß sich die Zuschauer in den nordischen Ländern über die Namen der Spieler unterrichten und diese auch besser erkennen können. Es ist offensichtlich, daß England mit dieser Neuerung die bereits wiederholt in Vorschlag gebrachte Spieler-Numerierung weiter vorwärts treiben will.
LGA

Mittwoch, 19. Mai 1937
Komet gegen OSV am Sonntag!
Am kommenden Sonntag, dem 23. Mai, beginnen die Aufstiegsspiele. Der OSV muß auf dem Exer gegen Komet Hamburg antreten. Ein "Großkampf" steht vor der Tür und man kann gespannt sein, wie das Treffen enden wird! Daß Komet das Spiel sehr ernst nimmt, geht schon aus der Tatsache hervor, daß die Hamburger mit mehreren hundert Schlachtenbummlern kommen werden. Von diesen haben bereits über 100 für sich Sitzplätze bestellt! Das Unentschieden gegen FC St. Pauli hat in Hamburg allen Fußballern die Augen geöffnet und der OSV steht in der Fußballgemeinde in hohem Kurs! Möge die Mannschaft am Sonntag das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Die Aufstellung der Blau-Weißen steht heute noch nicht ganz fest. Ferner sei noch besonders darauf hingewiesen, daß heute abend um 19.15 Uhr Training auf dem Bürgerpark angesetzt ist.
OL

Mittwoch, 19. Mai 1937
Ehrenvolle Auszeichnung
Wie wir in Erfahrung brachten, ist dem Sachbearbeiter für Sportangelegenheiten bei der Stadtverwaltung (Stadtamt für Leibesübungen), Heinrich Remshardt, aufgrund seiner umfangreichen, ehrenvollen Tätigkeit im Rahmen der Durchführung der 11. Olympischen Spiele Berlin 1936 mit Schreiben des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda das ihm vom Führer und Reichskanzler verliehene Olympia-Ehrenzeichen zweiter Klasse am Bande nebst Verleihungsurkunde zugeleitet.

Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: "In Anerkennung seiner verdienstvollen Mitarbeit bei den Olympischen Spielen 1936 verleihe ich dem Verwaltungsassistenten Heinrich Remshardt die deutsche Olympia-Erinnerungsmedaille." Remshardt war als Mitarbeiter des Organisationskomitees des Amtes für Sportwerbung und des Hilfsfonds für den Deutschen Sport tätig. Die Interessen des Hilfsfonds für den Deutschen Sport, der inzwischen in "Deutsche Sporthilfe" umbenannt ist, werden noch von ihm wahrgenommen.
OL

Freitag, 21. Mai 1937
OSV gegen Komet Hamburg
Wie bereits schon angekündigt, beginnen am kommenden Sonntag die Aufstiegsspiele um die Nordmark-Gauliga. Nicht weniger als sieben Vereine aus den Kreisen Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg werden in zwei Staffeln in einer Doppelrunde sich heiße Kämpfe liefern. Der OSV hat sich mit folgenden Gegnern auseinanderzusetzen: Komet Hamburg, Viktoria Wilhelmsburg, Schleswig 06.

Komet Hamburg ist der erste Gegner des OSV und zwar am kommenden Sonntag hier auf dem Exer. Ganz unbekannt sind die Hamburger den OSVern nicht, beide Mannschaften standen sich bereits mehrere Male in Gesellschaftsspielen gegenüber. Heute stehen die "Kometen" in der ganzen Hamburger Bezirksklasse an erster Stelle, und dürfen in der augenblicklichen Form erster Anwärter auf die Gauliga sein. Sämtliche Spieler sind hervorragende Techniker, und wenn die Kombinationsmaschine läuft, dann ist es schwer für den Gegner, sich zu behaupten. Neben aller Eleganz in der Spielweise verstehen die Hammerbrooker auch kräftig zu schießen; die letzten Ergebnisse beweisen es.

Der OSV hat es bestimmt nicht leicht, aber das Spiel gegen den FC St. Pauli hat bewiesen, daß überall nur mit Wasser gekocht wird. Die Oldesloer können ohne Hemmungen das Spiel bestreiten, sie können alles gewinnen und haben nichts zu verlieren. Selbst dann, wenn die Gauliga nicht erreicht werden sollte, genügt schon ein gutes Abschneiden in diesen Kämpfen, um den OSV zu bestem Ansehen zu bringen. Die beste Tagesform wird ausschlaggebend sein, wer das Spiel gewinnt.

Die Hamburger wissen, worum es geht, das Unentschieden gegen den FC St. Pauli wird ihnen eine Warnung sein. Hoffentlich sind günstige Wetterverhältnisse, damit alle Vorbedingungen für das Treffen geschaffen sind. Der Exer wird bestimmt einen Rekordbesuch aufweisen, die Hamburger werden mit großem Anhang erscheinen. Der OSV konnte bereits schon 100 Stück Eintrittskarten in Hamburg absetzen. Das Spiel beginnt um 16 Uhr; der Exer ist gesperrt.
OL

Samstag, 22. Mai 1937
Sonntag beginnen die Aufstiegsspiele für die Nordmark-Gauliga
Oldesloe gegen Komet Hamburg. Uns interessiert in erster Linie, wie sich Oldesloe gegen Komet Hamburg halten wird. Die Hamburger Kometen haben Union Altona, Paloma und andere Vereine glatt hinter sich gelassen. Die Mannschaft wird in Hamburg hoch eingeschätzt. Ob es dieser Elf aber gelingen wird, den Bann des einjährigen Ungeschlagensein der Badestädter zu brechen Nein, wir glauben es nicht und halten zu den Blauweißen. Oldesloe hat in dem Pokalspiel vor einigen Wochen gegen den FC St. Pauli mit dem 1:1 bewiesen, was in der Elf steckt. Wir glauben auch, daß das Können der Oldesloer vorhanden ist, gegen Komet Hamburg zu gewinnen. Es wird Rekordbesuch in Oldesloe geben. Die Hamburger haben für ihren Anhang über 100 Sitzplätze angefordert. Die sportfreudigen Oldesloer werden dem nichts nachgeben.
LGA

Sonntag, 23. Mai 1937
1. Aufstiegsspiel: Oldesloer SV - Komet Hamburg 3:2 (1:0)
Oldesloes großer Kampf. Die Hamburger 3:2 geschlagen. Unsere Stadt befand sich im wahrsten Sinne des Wortes im Fußballfieber! Überall, wohin man hörte, gab es immer nur die eine Frage: "Wie wird der OSV gegen die sieggewohnten Kometen bestehen"

Je näher die Uhr auf vier ging, um so größer wurde der "Betrieb" in Richtung Exer. Komets Mannschaft war bereits um 11.30 Uhr mit der Bahn angekommen, die vielen "Schlachtenbummler", die den Hamburgern die nötige "Rückenstärkung" geben sollten, trafen mit großen Omnibussen und Personenkraftwagen, Motorrädern und sogar auch mit Fahrrädern von Hamburg hier ein. Etwa 200 Hamburger waren zu diesem Spiel erschienen. Aber auch aus der näheren Umgebung von Oldesloe waren viele Sportbegeisterte gekommen. In langen Radfahrerkolonnen trafen sie hier rechtzeitig ein, um diesen bedeutungsvollen Kampf mitzuerleben.

Unser Marktplatz bot demzufolge ein außergewöhnliches Bild. Er war völlig mit Fahrzeugen aller Art besetzt! "König Fußball" hatte dieses alles bewirkt!

Als kurz vor vier Uhr beide Mannschaften das Feld betraten wurden sie von den etwa 1500 Zuschauern mit Beifall begrüßt. Der OSV spielte im weißen Dreß und weißer Hose, Komet dagegen ganz in blau, mit einem "Komet" auf weißem Feld auf der Brust. Die Spannung war nun auf dem Höhepunkt angelangt. Punkt vier Uhr pfiff der Unparteiische, Herr Holstein von Holstein Kiel, das Spiel an, welches 90 Minuten lang reich an Dramatik werden sollte!

Der OSV hatte zunächst die Sonne im Rücken und ging gleich energisch los; Komet beherrschte aber zunächst die Lage und wies alle Angriffe der Oldesloer ab. Das Gleiche kann man aber auch von den Hiesigen sagen: die OSV-Verteidigung erwies sich als außerordentlich schlagsicher. So ging der Kampf, ziemlich ausgeglichen, etwa 20 Minuten auf und ab, bald dieses, bald jenes Tor in Gefahr bringend.

Da kam in der 20. Minute der Oldesloer Angriff prachtvoll durch! Stäcker bekam den Ball, von Schlüter prächtig hereingeflankt, ein kurzer Blick aufs Tor - ein Schuß - und OSV lag unter großem Jubel mit 1:0 in Front! Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

Nach Wiederanpfiff hatte der OSV eine ganz große Viertelstunde! Angriff auf Angriff rollte gegen das Tor der Hamburger und ihre Verteidigung hatte sehr viel Arbeit. Mit größter Aufopferung stand Komets Verteidigung; aber bei der guten Zusammenarbeit der Oldesloer Stürmer mußten Tore fallen.

Schlüter war es, der bald seinen Verein durch prächtigen Schuß in die linke Torecke mit 2:0 in Front brachte! Der große Jubel, der dieser Leistung folgte, war verständlich! Dieses Tor fiel etwa zehn Minuten nach dem Wiederanstoß. Im Gegenangriff kam Komet schön vor. Der Schuß wurde aber von Purnhagen im "Hechtsprung" zur Ecke abgewehrt. Die vorzeitigen Torrufe der Hamburger erwiesen sich als verfrüht!

OSV lag nun klar in Führung und als schon wenige Minuten später durch fleißiges Spiel Schlüters, der uneigennützig an Stäcker abgab, der Vorsprung durch diesen auf 3:0 (!) erhöht wurde, schien eine "Sensation" in der Luft zu liegen; denn um ein Haar wäre dieser Vorsprung auf 4:0 angewachsen! Komets Torwart lag bei einem Durcheinander vor dem Tore der Hamburger auf dem Boden. Drews bekam den Ball vor den Fuß und "tickte", um ganz sicher zu gehen, den Ball. Leider aber nicht ganz scharf genug, denn einer der Verteidiger Komets konnte den Ball von der Torlinie ins Aus befördern. Das Publikum war jetzt in Hochstimmung bis auf die Gäste aus Hamburg! - Und es sah nach einem zahlenmäßigen sicheren Siege aus! OSV - scheinbar im Gefühl eines ganz sicheren Sieges - ließ etwa 20 Minuten vor Schluß merklich nach, und dieses nutzte Komet aus. Bei einem hübsch vorgetragenen Angriff fiel von halbrechts der erste Erfolg für Komet. Der Kampf nahm jetzt härtere Formen an und es gab hier und da Regelverstöße, die der Schiedsrichter ahndete. So verging die Zeit. Noch zehn Minuten! Da bekam Purnhagen einen langen Ball aufs Tor. Er fing ihn sicher, statt ihn aber weg zu befördern, behielt er ihn einige Sekunden! Die Komet-Stürmer griffen ihn regelgerecht an und hierbei passierte Purnhagen das gleiche Mißgeschick wie im Spiel gegen St. Pauli. Er behinderte einen Hamburger regelwidrig und die Folge war auch hierfür wieder Elfmeter! Den scharf geschossenen Ball konnte Purnhagen zwar mit den Fingerspitzen berühren, er landete aber im Netz. 3:2. - Eine ganz ähnliche Lage ergab sich im Gegenstoß vor Komets Tor! Aber hier hatte der Schiedsrichter Komets Verschulden übersehen und der mit Recht erwartete Elfmeter für Oldesloe blieb aus.

Noch sieben Minuten waren zu spielen und man muß ehrlich bekennen, daß die Rettung dieses Punktes für Komet in den letzten Minuten noch im Bereich der Möglichkeit lag! Ein ganz scharfer Schuß von links, eine Minute vor Schluß, streifte eben am Tor vorbei. Der Schlußpfiff ging endlich im Beifall der Zuschauer unter.

Der OSV hatte in einem erbitterten Ringen Hamburgs ersten Anwärter auf die Gauliga-Zugehörigkeit geschlagen und in einem hinreißenden Kampf dem hiesigen Fußballsport einen Achtungserfolg errungen, der in Hamburg und überall in der Provinz Aufsehen erregen wird. Somit ist der OSV auch heute noch seit einem Jahr ungeschlagen!

Bravo, ihr OSVer!


OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Karl Wolherr, Drews, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter. - Ersatz: Lehrmann, Barkmann.
Tore: 1:0 Stäcker (20.), 2:0 Schlüter (55.), 3:0 Stäcker (65.), 3:1, 3:2 (Elfmeter). - Schiedsrichter: Holstein (Kiel). - Zuschauer: 1500.

Sonntag, 23. Mai 1937
Oldesloer SV II gegen Phönix Lübeck II 3:2
Die zweite Mannschaft des OSV hatte am Vormittag die zweite Mannschaft des LBV Phönix zu Gast. Die Hiesigen konnten einen 3:2-Sieg erringen.
OL

Donnerstag, 27. Mai 1937
Aufstiegsspiele
Nachdem der Oldesloer SV und Rostock 95 (3:2 gegen Borussia Kiel) die erste Begegnung mit einem Siege abschließen konnte, ist es interessant zu verfolgen, was die nächsten Sonntage bringen. Am Sonntag haben beide Vereine Ruhe. Oldesloe aber nur insofern, daß er von einem Aufstiegsspiel befreit ist, aber in Hamburg das von Tschammer-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli zum Austrag zu bringen hat. Die Badestädter konnten vor Wochen auf eigenem Platz trotz der Verletzung von Schweim, der vor der Pause ausscheiden mußte, gegen diesen Hamburger Verein ein Unentschieden von 1:1 herausholen. Jetzt soll der FC St. Pauli in Hamburg seine Revanche haben.

Ob die Badestädter das Spiel zum Austrag bringen werden, ist uns bis heute noch nicht bekannt. Wir möchten unter allen Umständen davon abraten. Eins können die Oldesloer nur. Sie konzentrieren sich mit aller Kraft auf die Aufstiegsspiele, oder sie setzen sich für die Pokalkämpfe ein. Da aber unstreitig die Aufstiegsspiele für den Verein wichtiger sind als die Spiele um den von Tschammer-Pokal, ist es schon besser, wenn man aus dem Pokalwettbewerb zurücktritt. Dem Verein geben wir hierbei weiter zu bedenken, daß er gauseitig bereits am Mittwoch ein weiteres Aufstiegsspiel in Wilhelmsburg angesetzt bekommen hat. Dann am folgenden Sonntag ist Schleswig 06 der Gegner der Oldesloer, allerdings auf eigenem Platz. Oldesloe ist bis zum 17. Juni keinen Sonntag frei. Gewinnen sie den Kampf im Pokal gegen den FC St. Pauli, dann wird inzwischen ein weiteres Spiel um den Pokal eingeschoben werden. Das kann eine so junge Mannschaft, wie Oldesloe es ist, erfolgreich nicht durchhalten.
LGA

Donnerstag, 27. Mai 1937
Der OSV, die Tschammer-Pokalspiele und die Aufstiegsspiele
Nach vielen Verhandlungen ist der folgende Plan zunächst maßgebend: 30. Mai in Hamburg gegen FC St. Pauli, 6. Juni in Oldesloe gegen Schleswig 06, 13. Juni in Hamburg gegen Komet, 20. Juni in Oldesloe gegen Viktoria Wilhelmsburg, 23. Juni in Wilhelmsburg (Mittwoch noch nicht angenommen), 27. Juni in Schleswig gegen Schleswig 06. Das fünfte Spiel steht zunächst auf dem Papier; denn man kann nicht von einer Mannschaft verlangen, in acht Tagen dreimal zu spielen. - Die Mannschaft fährt am Sonntag um 14 Uhr nach Hamburg, wo das Spiel auf dem Sportplatz an der Eimsbütteler Straße gegen St. Pauli stattfindet. Der OSV erwartet dort seinen Anhang.
OL

Donnerstag, 27. Mai 1937
Sommertraining der OSVer
Der Vereinsleiter des Oldesloer Sportvereins hat die allwöchentliche Sommertrainingsarbeit für die Mitglieder wie folgt festgesetzt: Mittwoch, 16.15 Uhr, auf dem Exer: Hockey für alle Abteilungen; Mittwoch, 20 Uhr, auf dem Exer für Männer: Fußball, Faustball und Leichtathletik; Donnerstag, 20 Uhr, auf dem Schulhof der Horst-Wessel-Schule: Training der Frauenabteilung; Sonntag, 10 Uhr, auf dem Exer: Training für alle Abteilungen.
OL

Freitag, 28. Mai 1937
OSV gegen FC St. Pauli Hamburg
Der OSV, der am Sonntag im Wiederholungsspiel um den Tschammer-Pokal in Hamburg gegen FC St. Pauli antreten wird, bringt dieselbe Mannschaft aufs Feld, die hier gegen Komet am vergangenen Sonntag so erfolgreich abschnitt, und zwar: Purnhagen - Kock, Busch - Lüthje, Schweim, Grote - Wolherr, Drews, Krohn, Stäcker, Schlüter.

Die Hamburger glauben an einen Sieg St. Paulis. Die "Hamburger Nachrichten am Mittag" schreiben in ihrer heutigen Ausgabe zu dem Spiel OSV gegen FC St. Pauli: "Auch die St. Paulianer sind noch im Pokalwettbewerb und wollen noch weiterhin drin bleiben. Ihre Gegner, die Oldesloer, werden zur Zeit sehr wahrscheinlich weniger Wert auf die Teilnahme am Pokalwettbewerb als vielmehr auf einen Erfolg bei den Aufstiegsspielen legen, besonders, nachdem sie am vergangenen Sonntag Komet schlagen konnten.

So gehen die Interessen des Vereins auseinander, und es wäre den Oldesloern wirklich nicht zu verdenken, wenn ihnen der Aufstieg in die Gauliga lieber wäre als eine Runde mehr in den Pokalspielen. So bleibt also abzuwarten, ob die Gäste in bester Besetzung antreten oder ob sie einige Spieler schonen werden. Auf jeden Fall aber halten wir den FC St. Pauli hier für den voraussichtlichen Sieger."
OL

Samstag, 29. Mai 1937
Eine stolze Siegesserie
Auch in den Zeitungen der benachbarten Großstadt konnte man nach dem Sieg des OSV über Komet immer wieder lesen, daß der OSV seit einem Jahr ungeschlagen sei. Hierauf kann der OSV in der Tat stolz sein. Wir lassen jetzt die durch keine Niederlage unterbrochene Erfolgsserie folgen.
Es wurde gespielt in den Bezirksspielen: Unentschieden gegen VfL Schwerin 0:0 und 2:2, gewonnen gegen LSV 4:0 und 4:2, unentschieden gegen Rasensport 2:2 und 7:0, gewonnen gegen Rostock 99 2:1 und 3:1, gewonnen gegen Teterow 3:0 und 7:1, gewonnen gegegn SV Lübz 4:1 und 4:1, gewonnen gegen Ludwigslust 4:0 (zum ersten Spiel trat Ludwigslust nicht an), gewonnen gegen Straßenbahn Rostock 7:0 (zum zweiten Spiel trat Rostock nicht mehr an).

In den Pokalspielen: Gewonnen gegen Eisenbahn Lübeck 6:1, gewonnen gegen Möllner Sportverein 3:1, gewonnen gegen Germania Wismar 3:1, unentschieden gegen FC St. Pauli 1:1. In sonstigen Spielen: Gewonnen im Winterhilfsspiel gegen Mölln 4:1, gewonnen gegen Sport 01 (Gesellschaftsspiel) 3:2, gewonnen im Aufstiegsspiel gegen Komet Hamburg 3:2. Und nun geht es morgen ins Spiel gegen den FC St. Pauli. Der OSV hat kein großes Interesse, diesen Kampf zu gewinnen; er wird lediglich seiner Verpflichtung nachkommen, sich nicht ganz ausgeben und ist mit einem Achtungserfolg vor der Hamburger Fußballöffentlichkeit zufrieden. Die Aufstiegsspiele erfordern eine "Schonung" der Mannschaft in diesem Pokalspiel.
OL

Samstag, 29. Mai 1937
Der erste Spatenstich zum Bau des neuen Sportplatzes
Heute vormittag wurde der erste Spatenstich für die neue Sportplatzanlage gegenüber der Badeanstalt getan. Die Belegschaft der Firma Schoer & Bollow war mit ihrem Betriebsführer, Herrn Ernst Hillebrandt, angetreten. Herr Hillebrandt dankte dem Bürgermeister Dr. Franz Wilhelm Kieling, der zusammen mit dem Beigeordneten Karl Klüßmann und dem Stadtbaumeister Hermann Keller erschienen war, für den Bauauftrag, der der Belegschaft auf einige Monate Lohn und Brot geben würde.

Der Bürgermeister hielt eine kurze Ansprache, in der er ausführte, es sei ihm eine besondere Freude, die Durchführung des Sportplatzbaues ermöglicht zu haben. Das sei vor allem auch auf die tatkräftige Unterstützung durch die Regierung, die namhafte Summen zur Verfügung gestellt habe, zurückzuführen.

Der Sportplatz diene dem hohen Ziel der körperlichen Ertüchtigung der Jugend und dies werde der Belegschaft bei ihrer Arbeit besondere Befriedigung geben. Das Wirken in der freien Natur, unter dem lachenden Himmel sei ja ohnedies so schön, es bekomme aber durch den Zweck, dem es diene, noch eine besondere Weihe.

Der Bürgermeister schloß mit einem "Sieg Heil" auf den Führer, dem diese nun zu beginnende Gemeinschaftsarbeit zu verdanken sei. Dann tat der Bürgermeister den ersten Spatenstich und wünschte der Belegschaft und ihrem Führer gutes Gelingen. Es wird mit einer Arbeitsdauer von etwa drei Monaten gerechnet.
OL

Sonntag, 30. Mai 1937
Um den Aufstieg
Gegen das Verlangen des Gaues, daß Oldesloe am Mittwoch gegen Viktoria Wilhelmsburg antreten soll, hat der OSV mit Recht protestiert.
LGA

Sonntag, 30. Mai 1937
Tschammer-Pokalspiel: FC St. Pauli - Oldesloer SV 6:1 (3:0)
FC St. Pauli schlägt OSV 6:1. Bei glühender Sommerhitze mußte der OSV im Wiederholungsspiel um den Tschammer-Pokal gegen den FC St. Pauli antreten, der erste Kampf endete bekanntlich 1:1 unentschieden. Vorweg muß bemerkt werden, daß die Vereinsleitung der Mannschaft die Anweisung erteilt hatte, in diesem Spiel nicht völlig aus sich herauszugehen. Der Verlauf des ganzen Kampfes zeigte, daß die Elf diesen Ratschlag befolgte.

St. Pauli hatte zweifellos einen sehr guten Tag; der Ball ging wie an der Schnur von Mann zu Mann und die Mannschaft ging vom ersten Augenblick an mächtig auf das gesteckte Ziel los: Sieg um jeden Preis, denn es hing für ihren Verein ja sehr viel von dem Ausgang des Treffens ab. Bis zur Pause konnten die Hamburger das Ergebnis auf 3:0 stellen; hierunter befand sich allerdings ein Eigentor.

Nach Wiederbeginn hatte der OSV in den ersten zehn Minuten unbedingt mehr vom Spiel, kam bald auf 3:1 heran und mit etwas Glück hätte es leicht 3:3 stehen können. Dann aber drehten die Hamburger wieder mächtig auf und stellten schließlich das Endergebnis her.

Der OSV kam mit sämtlichen Spielern unverletzt aus dem Kampf und hat durch sein zurückhaltendes Spiel das erreicht, was in diesem Kampf die Hauptsache war: Schonung für die kommenden schweren Aufstiegsspiele.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Karl Wolherr, Drews, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter.

Montag, 31. Mai 1937
Im Rahmen der Grundschulung in den einzelnen Fachgruppen des DRfL kommt im September und Februar Georg Knöpfle nach Bad Oldesloe. - Für Turner haben wir von Dienstag bis einschließlich Freitag dieser Woche hohen Besuch durch den Olympia-Sieger Waltzer Steffens. Er kommt am Dienstag, den 1. Juni, 20 Uhr, nach der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule und wünscht nach dort alle Übungsleiter, Vorturner und Anwärter. Befähigte Turner und Turnerinnen, auch Jugendliche, siund erwünscht. Am Nachmittag (Mittwoch, Donnerstag, Freitag) gedenkt er für die HJ und den BdM Führerlehrstunden einzulegen. Soweit die Raumverhältnisse es zulassen, können Zuschauer sich von dem Gang des Lehrgangs überzeugen.
OL

Dienstag, 1. Juni 1937
Reichsbundsportlehrer Steffens in Oldesloe
In der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule versammelten sich die Übungsleiter, Vorturner und Vorturnerinnen, die im Reichsbund für Leibesübungen tätig sind, sowie Führer von der HJ und vom BdM zu einem Kursus für Grundschulung. Leiter ist der Olympia-Sieger Walter Steffens, der es meisterhaft verstand, leuchtende Augen und vergnügte Herzen zu schaffen. Allen Teilnehmern wurde klar, daß das neuzeitliche Turnen auf Freude und Leben, auf Bewegung abzielt. Nicht auf das hohe Kunstturnen kommt es zunächst an, sondern jeder soll sich an den Geräten herumtummeln können. Das Turnen soll eine Keimzelle sein, wo der Mensch eine Steigerung seines Lebensgefühls erfahren kann. Bis Freitag geht der Kursus weiter. Wir sind gewiß: neue Aufgaben und Ziele auf dem Gebiete der Grundschulung wird uns der Reichsbundsportlehrer Steffens noch in den nächsten Tagen vermitteln.
OL

Mittwoch, 2. Juni 1937
Oldesloe gegen Viktoria Wilhelmsburg erst am 23. Juni
Wie das Fachamt Fußball des Gaues Nordmark mitteilt, ist der für Mittwoch, den 2. Juni, zwischen dem OSV und Viktoria Wilhelmsburg vorgesehene Aufstiegskampf auf Mittwoch, den 23. Juni, verlegt worden.
LGA

Samstag, 5. Juni 1937
OSV gegen Schleswig 06
Der OSV muß am morgigen Sonntag im Aufstiegsspiel hier gegen die Schleswiger antreten. Sie haben sich durch eine Entscheidung am grünen Tisch vor Flensburg 08 für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Die Flensburger dagegen denken nicht daran, auf die auf dem Rasen erkämpfte Meisterschaft zu verzichten. Der bereits eingeleitete Protest bei dem Fußball-Fachamt in Berlin hat die allergrößte Aussicht auf Erfolg. Dem Gau Nordmark werden dann jedenfalls erhebliche Terminschwierigkeiten entstehen und zudem für die Verantwortlichen eine sehr peinliche Angelegenheit werden. Nun, vorläufig sind die Schleswiger noch dran, wenn nicht noch in letzter Minute die Flensburger hier erscheinen. Der OSV stößt hier also auf einen völlig unbekannten Gegner. Man kann sich ein Urteil kaum erlauben; von beiden in Schleswig ausgetragenen Spielen wurde gegen Viktoria Wilhelmsburg 4:0 gewonnen und gegen Komet 1:3 verloren. Jedenfalls müssen die OSVer von Anfang bis Ende mit voller Konzentration bei der Sache sein, eine Unterschätzung des Gegners ist absolut nicht angebracht. Das Spiel beginnt um 3 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
OL

Sonntag, 6. Juni 1937
Die beiden Spiele um den Aufstieg in die Gauliga wurden von den Hamburger Bezirksmeistern gewonnen. Die Ergebnisse lauten: Komet Hamburg gegen Viktoria Wilhelmsburg 4:0 (3:0), Polizei Hamburg gegen Rostock 95 2:0 (0:0). - Das Spiel Oldesloe gegen Schleswig 06 ist vorzeitig abgesetzt, da in der Gruppe A eventuell noch eine Änderung der Einteilung vorgenommen wird. Flensburg 08 und Schleswig 06 haben in Vor- und Rückspiel die Meisterschaft der Nordstaffel auszuspielen. Das erste Spiel steigt am 11. Juni in Flensburg, das zweite am 15. Juni in Schleswig. Eine gerechte Lösung!
LGA

Montag, 7. Juni 1937
Das, was die Spatzen schon tagelang in Oldesloe von den Dächern pfiffen, scheint am Samstag in Hamburg so spät die greifbare Wahrheit geworden zu sein, daß der Vereinsleitung des OSV erst um 13.10 Uhr durch ein Telegramm die Absetzung des Spiels gegen Schleswig erfuhr. Leider konnten wir die Presse nicht mehr verständigen, so daß vielleicht mancher von unseren Getreuen den Weg umsonst nach dem Bürgerpark angetreten hat. Ein angekündigter Brief soll uns in den nächsten Tagen volle Klarheit bringen.
OL

Mittwoch, 9. Juni 1937
Aus der Arbeit des Reichsbundes für Leibesübungen
In der letzten Woche weilte der Reichsbundsportlehrer und Olympia-Sieger Walter Steffens in Bad Oldesloe. Annähernd 50 Turner und Turnerinnen hatten sich eingefunden, um die neuzeitliche Grundschulung kennenzulernen. Was heißt Grundschulung Kurz: die Leibesübungen sollen so gepflegt werden, daß jeder Anfänger freudig daran teilnehmen kann. So entstand in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule, wo sich auch zahlreiche Zuschauer eingefunden hatten, vor unseren Augen ein frisches, lebendiges und bewegungsreiches Bild. Unter der meisterhaften Führung von Steffens erkannte jeder den Weg, freudige Anhänger zu werben und begeisterte Schüler zu erziehen. Die Kernübungen wurden klar herausgestellt. Sie sind einfach, aber auf ihre Erarbeitung kommt es an. Nicht nur eine freudige Körperschule mit und ohne Gerät führte uns Steffens vor, sondern Reck, Barren und Pferd wurden vertraute Hindernisse, die man in vielfältigen Bewegungsformen überwand. Begeisterte Menschen waren es, die sich der sachkundigen Führung anvertrauten. Auch Mitglieder und Führer von der HJ und dem DJ empfingen nachmittags einen Einblick in die Art und Weise, wie man eine Kernübung entwickelt. Schließlich ließ der Olympia-Sieger einmal sein persönliches Können spielen. An einem Vormittag turnte er in der Horst-Wessel-Schule den Schülern einige Teile aus seinen olympischen Pflicht- und Kürübungen vor und erweckte großen Beifall. Dieser Könner zeigte einmal, was Kunstturnen im wahrsten Sinne ist: Spielen mit dem Körper in schönster und gepflegtester Form.

Der Kursus endete mit einem Kameradschaftsabend. Es herrschte eine fröhliche Stimmung. Walter Steffens aber schuf noch einmal einen Höhepunkt, indem er uns in anschaulicher Weise erzählte, wie die deutschen Turner auf der Olympiade gesiegt hätten und wie sie dann vom Führer empfangen worden wären. Und jeder Teilnehmer hatte das Glück, eine olympische Medaille für kurze Zeit in der Hand zu halten. Hoffentlich wird nun auch die Arbeit Früchte tragen zur weiteren körperlichen Ertüchtigung unseres deutschen Volkes!
OL

Freitag, 11. Juni 1937
OSV gegen Komet Hamburg
Das zweite Aufstiegsspiel führt den OSV am kommenden Sonntag wieder gegen Komet Hamburg. Die OSVer stehen damit vor der schwersten Aufgabe in den Aufstiegsspielen. Auf eigenem Platz lassen die Kometen so leicht nichts anbrennen; erst am letzten Sonntag wurde Viktoria Wilhelmsburg glatt mit 4:0 an die Wand gespielt. Außerdem werden die Hamburger alles daran setzen, die in Oldesloer erlittene Schlappe wieder gutzumachen. Die Hamburger haben den Vorteil des eigenen Platzes, ferner wird dem OSV der ungewohnte Grandplatz zu schaffen machen. Aber wenn man sich hierauf richtig einstellt und mit voller Konzentration den Kampf aufnimmt, dann haben die Kometen noch lange nicht gewonnen. Daß sie zu schlagen sind, hat das Spiel in Oldesloe bewiesen. Das Spiel findet auf dem Oskar-Keßlau-Platz in der Nähe des Bahnhofes Berliner Tor statt. Beginn 4 Uhr.
OL

Samstag, 12. Juni 1937
DRL-Kreissportfest in Lübeck
Die Leichtathletikabteilung des OSV beteiligt sich am morgigen Sonntag mit 19 Teilnehmern am Kreissportfest, von denen 26 Einzelwettbewerbe und zwei Dreikämpfe bestritten werden. Da sie auf unbekannte Gegner stoßen, ist eine Voraussage schwer zu treffen, zumal bei der gewaltigen Beteiligung von annähernd 400 Teilnehmern ein Sieg so leicht nicht zu erkämpfen ist. Immerhin erwarten wir von unseren Kämpfern, daß sie bestimmt gute Plätze belegen werden. - Abfahrt um 6.45 Uhr mit der Bahn; Rückfahrt um 8 Uhr.
OL

Samstag, 12. Juni 1937
Bekanntlich mußte Schleswig 06 auf einen Protest von Flensburg hin aus den Ausscheidungskämpfen für den Aufstieg in die Gauliga vorläufig herausgenommen werden. Nach Beschluß der maßgebenden Stelle haben nun diese beiden Vereine unter sich zwei Spiele auszutragen. Das erste fand gestern in Flensburg statt und endete mit einem 3:2 (2:0)-Sieg Schleswigs. Das letzte Spiel findet am kommenden Dienstagabend in Schleswig statt.
OL

Sonntag, 13. Juni 1937
Festtage der Turner und Sportler
Lübeck im Zeichen des Kreisfestes. Prächtige Kämpfe und Vorführungen. Es waren echte Fest- und Werbetage für den deutschen Sport. Tage, die dadurch eine besondere Note erhielten, daß aus dem ganzen Kreisgebiet - von Lauenburg bis Fehmarn - die Turner und Sportler in großen Scharen herbeigeströmt waren, um sich auf den Sportstätten Lübecks in Wettkämpfen zu messen. Ließ die Anteilnahme der Bevölkerung am Samstag noch zu wünschen übrig, so wurde der Sonntag zu einem machtvollen Bekenntnis für die deutschen Leibesübungen. Schon vom frühen Morgen an kämpften die Ruderer, Fußballer, Kanuten, Kegler und Turner.

Am Mittag formierten sich die Teilnehmer des Kreisfestes auf dem Burgfeld zum Festmarsch durch die Stadt. Die Musik wurde von den Spielmannszügen der SS und HJ, von dem Musikzug des NSKK sowie von den Spielmanns- und Musikzügen der SA-Standarte 162 und der Lübeck-Büchener Eisenbahn gestellt. Zwei Fahnenschwinger eröffneten den Festzug. Dann folgten die Fahnengruppe und der Kreisführerring. Der BdM und die JM waren mit starken Abordnungen erschienen. Ihnen schlossen sich die Radfahrer, Geräteturner, Leichtathleten, Fußballer, Wassersportler, Hockey- und Tennisspieler, Schützen, Handballer, Kegler, Boxer und Schwerathleten an. Man spürte es: sie alle beherrschte ein gemeinsames Streben auf ein gleichgerichtetes Ziel.

Auf dem Buniamshof ergriff Gauführer Ullrich (Hamburg) das Wort. Er dankte der Partei und den Behörden der Stadt Lübeck für die Unterstützung beim Zustandekommen des Kreisfestes, um dann darauf hinzuweisen, daß heute jede deutsche Frau und jeder deutsche Mann die Pflicht habe, den Körper durch Leibesübungen kräftig und gesund zu erhalten. Wehrwille und Wehrfreudigkeit seien die wertvollen Eigenschaften des deutschen Menschen. Der Gauführer schloß mit Worten des Gedenkens an die Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung. Die Fahnen senkten sich und das Musikkorps des Infanterie-Regiments 6 spielte das Lied vom guten Kameraden, während am Gedenkstein der Gefallenen ein Kranz niedergelegt wurde. Tausende erhoben ihren rechten Arm zum stummen Gruß.

Und dann rollte wie ein Film das unter dem Motto "Vom Kind zum wehrhaften Deutschen" stehende Programm an den Zuschauern vorüber. Jungmädel und Knaben der Lübecker Schulen tummelten sich in einem großen Kreis mit lustigen Spielen. Starken Beifall fanden die Körperübungen des BdM. Immer wieder klang der Jubel auf. Radfahrer zeigten ihre Kunst im Sechser- und Zwölferreigen. Die Olympia-Freiübungen der Männer schlossen sich an. Inzwischen machten sich die 5000-Meter-Läufer auf die Strecke. Goldschmidt (Polizei Lübeck) ließ sich den Sieg in 16:39,4 Minuten nicht nehmen, nachdem Möller (MSV Lübeck) bis zur letzten Runde immer geführt hatte. Die 4 mal 1500-Meter-Staffel fand leider wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußball-Endkampfes Polizei gegen Phönix, der torlos endete, nicht die nötige Beachtung. Hier siegte die Lübecker Polizei überlegen in 18:04,4 Minuten vor dem MSV Lübeck. Dann erschienen die Radballspieler auf dem Plan. Anmutige Freiübungen der Turnerinnen leiten über zu der 4 mal 400-Meter-Staffel, die der MSV Lübeck sich in 3:44,8 Minuten nicht nehmen ließ. Beim 10000-Meter-Lauf lief Zismer (MSV Lübeck) ein feines Rennen. Er siegte unangefochten in 36:07,6 vor Drewing (Polizei Lübeck) und Schröder (Lübecker SV). Phantastisch wirken die kühnen Saltos und Sprünge der Pferdspringer. Ein vorgeführtes Basketballspiel, das die Polizeisportler seit einiger Zeit betreiben, zeigt die große Schnelligkeit dieser Sportart. Sonderbeifall ernten die Turner der Kreisriege am Hochreck. Noch einmal vereint sich das Augenmerk auf das prächtige Handballspiel, das unsere Lübecker Turnerschaft - im Aufstiegsspiel zur Gauliga gegen Olympia Neumünster - verdient als 11:8-Sieger sah, dann konzentriert sich das Interesse wieder auf die Aschenbahn. Im 1500-Meter-Lauf setzt Lauxmann (Gut Heil) die Erfolgsserie seiner im Zwölfkampf so erfolgreichen Kameraden fort. Er siegt in 4:18 vor Krüger (MSV Lübeck).

Nach dem Keulenschwingen der Frauen folgten die mit Spannung erwarteten Vorführungen der Wehrmacht. Exakte und doch lockere Freiübungen fanden ebenso starken Anklang wie das gefechtsmäßige Handgranatenwerfen und der Hindernislauf. So vielseitig die Darbietungen auch waren, immer vereinigten sie sich zu einem wundervoll geschlossenen Bild der Einheit und der Kraft im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Immer wieder spürte man, daß sie alle - vom jüngsten Mädel bis zum Altersturner - von einem Gedanken beseelt waren, ihr Bestes im Dienst einer großen Idee zu geben. Das erst ermöglichte den Gleichklang der Seelen, gab dem Kreisfest seine besondere Note.

Das Fest klang aus mit der Siegerehrung durch den Gauführer Ullrich, dem "Sieg Heil" auf den Führer und dem Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes.

Ein Dankeswort noch abschließend dem Kreissportwart Karl Martens und seinen stillen Helfern, die seit Monaten Vorbereitungen für das Fest getroffen hatten und nun ihre Mühen durch den freudigen Einsatz aller Teilnehmer belohnt sahen.
LGA

Die Ergebnisse der Oldesloer Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Turnen, Weibliche Jugend 1921/23: 4. Ingeborg Schlosser (MTV Oldesloe)
  • Leichtathletik, Männer, 200 Meter: 1. Dimpker (Oldesloer SV) 24,4 Sekunden
  • Männliche Jugend, 100 Meter: 1. Schrader (Oldesloer SV) 12,4 Sekunden
  • Weitsprung: 3. Schmidt (Oldesloer SV) 5,51 Meter
  • 1921/22, 800 Meter: 2. Klütz (MTV Oldesloe) 2:49,0 Minuten.

Sonntag, 13. Juni 1937
2. Aufstiegsspiel: Komet Hamburg - Oldesloer SV 2:2 (0:0)
Komet, der heiße Favorit für den Aufstieg in die Gauliga, mußte zum zweitenmal gegen den OSV antreten. Das erste Spiel in Oldesloe endete bekanntlich mit einem Sieg von 3:2 für die Blau-Weißen und die Hamburger Zeitungen schrieben damals, daß es für jede auswärtige Mannschaft schwer sei, auf dem Exer zu gewinnen. Die Vorhersagen über den Kampf in Hamburg lauteten alle auf Sieg für Komet. Hatten die Hamburger doch den eigenen Platz, der ein Grandplatz ist, zur Verfügung.

Der Verlauf des Kampfes zeigte aber, daß auch der OSV auf solchen Plätzen zu spielen versteht. Wenn auch das Spiel beider Mannschaften in diesem Kampf nicht auf sonderlicher Höhe gestanden hat, so war dieses zumindest für den OSV entschuldbar, weil sie, wie gesagt, auf einem Boden spielten, der ihnen absolut fremd und ungewohnt war.

Vor über 3000 Zuschauern betraten beide Mannschaften das Feld; Herr Ludwig (Holstein Kiel) hatte das Amt des Schiedsrichters inne. Die erste Halbzeit war ziemlich ausgeglichen, so daß das Halbzeitergebnis von 0:0 den gezeigten Leistungen entsprechend als richtig zu bezeichnen ist. Nach der Pause ging bald Komet mit einem Tor in Führung, nachdem unsere Verteidigung mitsamt Purnhagen verschiedene brenzlige Augenblicke glücklich überwunden hatte. Bei einem plötzlichen Durchbruch wurde der Ausgleich aber bald erzielt. Es stand somit 1:1. Jetzt lebte das Spiel bedeutend mehr auf, denn jede Mannschaft wollte die Führung an sich reißen. Dies glückte den Kometen bald darauf durch einen Schuß von links durch Henze. Komet lag nunmehr 2:1 in Führung und zog einen Stürmer in die Verteidigung zurück, um das Ergebnis zu halten. Der OSV ließ sich aber nicht entmutigen, griff weiter forsch an und als Wolherr eine schöne Flanke von rechts weich hereingab, besorgte Stäcker das Übrige, um den Ball ins Netz zu befördern.

Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluß und beide Mannschaften konnten ein wichtigen Punkt zu den bisherigen hinzuzählen.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Karl Wolherr, Drews, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter

Tore: 1:0 Nawrot, 1:1 Drews, 2:1 Henze (80.), 2:2 Stäcker (86.). - Schiedsrichter: Ludwig (Kiel). - Zuschauer: 3000

Dienstag, 15. Juni 1937
Schleswig 06 bleibt Aufstiegskandidat!
Im zweiten Ausscheidungsspiel zwischen Flensburg 08 und Schleswig 06 unterlagen die Flensburger in Schleswig unter sehr unglücklichen Umständen 0:3. Am 11. Juni bereits war 06 in Flensburg mit 3:2 siegreich geblieben. Damit bleibt Schleswig 06 Teilnehmer der Aufstiegsrunde zur Gauliga.
LGA

Mittwoch, 16. Juni 1937
Neue Fußballregeln
Seine jährliche Sitzung hielt der internationale Fußballregelausschuß in England ab. Wieder standen einige britische Anträge auf Regeländerung auf dem Programm, die zum Teil auch genehmigt wurden. Es wurde beantragt, in Zukunft den Strafstoß im Sechzehnmeterraum nur noch direkt auszuführen, also nicht mehr durch Zurückgabe an den Torwart. Weiterhin wurde bestimmt, daß vom Elfmeterpunkt aus ein Halbkreis im Radius von neun Meter gezogen wird, innerhalb dessen es allen Spielern mit Ausnahme des Ausführenden verboten ist, sich während des Strafstoßes aufzuhalten.
LGA

Donnerstag, 17. Juni 1937
Der Oldesloer Sportverein und die Deutschen Leichtathletik-Vereinsmeisterschaften
Seit der Ausschreibung der Deutschen Leichtathletik-Vereinsmeisterschaften hat der OSV sich in der Klasse C 1 von 1935 an mit ausgezeichntem Erfolg beteiligt. Er erreichte 1935 3970,40 Punkte und überschritt 1936 mit 4037,40 Punkten die 4000-Grenze und belegte von 749 angeführten Vereinen den 19. Platz in Deutschland!

Auch in diesem Jahre beteiligt sich der OSV in der Männerklasse und auch in der Jugendklasse sowie in der Frauenklasse. Für die Männerklasse kommen folgende Wettbewerbe in Frage: 100, 800, 3000 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, 4 mal 100-Meter-Staffel. Für die Frauen: 100 Meter, Kugelstoßen, Weitsprung, Hochsprung, 4 mal 100-Meter-Staffel. Jugend 1919/20: 100, 800 Meter, 4 mal 100-Meter-Staffel, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen. Doch bevor wir den Termin festlegen, muß fleißig geübt werden! Jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr ist Gelegenheit genug dazu!
OL

Donnerstag, 17. Juni 1937
Erfolge des OSV auf dem DRL-Kreisfest Lübeck 1937
Das Kreisfest in Lübeck wurde zu dem, was es sein sollte, eine Werbung für die Lübecker Sportwelt und ein Ruf an alle zu den Leibesübungen. Wenn auch einige organisatorische Fehler den Veranstaltern unterliefen, was sich besonders bemerkbar machte durch große Zeitunterschiede, so darf doch im allgemeinen die Veranstaltung als gelungen bezeichnet werden. Es war in diesen Tagen jede Sportstätte in Lübeck durch Veranstaltungen besetzt, so daß die Kreissieger in jeder Sportgattung ermittelt werden konnten. Rudern, Fußball- und Faustballturniere gaben zusammen mit Boxen, Schwerathletik den Rahmen ab. Die Hauptanziehungskraft hat für ein Sportfest doch noch immer neben dem Fußball die Leichtathletik. Die Anlagen können wohl kaum das höchste Lob beanspruchen, genügten aber durchaus den Anforderungen, wenn auch leider die Laufbahn sehr hart war.

Scharfe Kämpfe gab es in den Läufen. Dimpker konnte im 100-Meter-Lauf hinter Gießelmann (Travemünde) den zweiten Platz mit 11,6 Sekunden belegen. Im 200-Meter-Lauf konnte Dimpker für den Verein den Titel eines Kreismeisters erringen. Alle weiteren Läufe hatten mehr oder weniger unter der Hitze zu leiden. In der männlichen Jugend 1919/20 konnte Schrader mit 12,4 Sekunden den ersten Platz belegen und Schmidt den dritten Platz im Weitsprung. Im Dreikampf der Jugend 1919/20 belegte Pump mit 54 Punkten den fünften und Rodeck mit 51 Punkten den siebenten Platz. Im 1500-Meter-Lauf belegten Hartmann (1920) und Brandt (1922) gute Mittelplätze. Ebenso gelang es Struck, Dorn, Spies, Henningsen, Hamann und Schrader II, sich achtbar unter der großen Anzahl der Teilnehmer zu schlagen.

Die Erfolge müssen als sehr gut angesehen werden, zumal es das erste Sportfest war, in Oldesloe nur eine schlechte Trainingsmöglichkeit bestand und die Beteiligung sehr groß war. Aber auch das Pech begleitete die OSVer, denn Westphal zog sich eine schmerzhafte Muskelzerrung zu und zwar zu einer Zeit, wo er auch noch sehr gut im Lauf lag.
OL

Freitag, 18. Juni 1937
OSV gegen Viktoria Wilhelmsburg
Der Kampf um den Aufstieg geht am kommenden Sonntag weiter. Komet Hamburg spielt gegen die nun endgültig berechtigten Schleswiger in Hamburg und der OSV empfängt hier auf dem Bürgerpark Viktoria Wilhelmsburg. Augenblicklich scheinen die Wilhelmsburger die Schwächsten der Staffel zu sein. Beide bisher ausgetragenen Spiele in Schleswig und gegen Komet gingen glatt mit 4:0 verloren.

Damit soll nun nicht gesagt sein, daß der OSV hier leichtes Spiel haben wird. Da der Gegner den Hiesigen völlig unbekannt ist, ist schon Grund genug vorhanden, um eine unliebsame Überraschung zu vermeiden, daß die Mannschaft auf der Hut ist. Nach den bisherigen Erfolgen hat der OSV große Aussicht, in die Gauliga aufzusteigen. Die Chance ist so groß, daß man beinahe sagen möchte: "Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder!" Das Spiel beginnt um 4 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
OL

Freitag, 18. Juni 1937
Komet legt Protest ein!
Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat Komet Hamburg gegen das Spiel am 13. Juni, das bekanntlich 2:2 endete, Protest eingelegt. Begründet wird der Protest mit der angeblichen Unfähigkeit des Schiedsrichters, der bekanntlich von Holstein Kiel gestellt wurde. Der Gau wird den Hamburgern sicher die nötigen Eröffnungen machen.
OL/LGA

Sonntag, 20. Juni 1937
3. Aufstiegsspiel: Oldesloer SV - Viktoria Wilhemsburg 1:0 (1:0)
Der OSV konnte das dritte Aufstiegsspiel gegen Viktoria Wilhelmsburg glücklich entscheiden. Mit dem knappsten aller Ergebnisse blieben die Hiesigen über einen Gegner siegreich, von dem bestimmt keiner erwartet hatte, daß dem OSV die Erringung der beiden Punkte so schwer gemacht würde. Nur der Schußunfähigkeit des gegnerischen Sturms können es die Oldesloer verdanken, daß aus dem allgemein erwarteten Sieg keine glatte Niederlage geworden ist.

Was eigentlich in die Mannschaft gefahren ist, war unerklärlich, eine so schlechte Vorstellung haben die Hiesigen lange nicht gegeben. Jede Mannschaft hat ja mal einen schlechten Tag, und man darf wohl annehmen und hoffen, daß dieser "schwarze" Tag dieser war. Kurtz vor Schluß der ersten Halbzeit schoß Stäcker das einzige Tor des Tages. Die Gäste überraschten nach den angenehmen Seite, im Stellungsspiel und Eifer waren sie den Hiesigen überlegen, aber vor dem Tor war es aus!

Aber Tore zählen nun einmal. Der OSV hat sich nun aus drei ausgetragenen Spielen fünf Punkte gesichert. Die Aussichten auf das "Oberhaus" sind groß, noch ist das Rennen aber nicht entschieden, selbst ein Favorit hat sich noch nicht herausgeschält.
OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Karl Wolherr, Drews, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter.

Mittwoch, 23. Juni 1937
OSV gegen Wilhelmsburg abgesagt
Kurz vor Drucklegung der Zeitung erhielten wir ein Telegramm mit der Mitteilung, daß das Spiel gegen Viktoria Wilhelmsburg heute abend nicht stattfindet.
OL

Freitag, 25. Juni 1937
Aufstiegsspiele
Drei Eilbotenbriefe und ein Telegramm waren die Auslese in der Aufstiegsfrage. Der letzte Brief von heute brachte die Nachricht aus Hamburg, daß das Reichsfachamt die Spiele während der Sperre nicht genehmigt! Der OSV spielt also am Sonntag um 18 Uhr in Schleswig und am kommenden Mittwoch 19.15 Uhr in Wilhelmsburg. Die Aufstiegsfrage ist der Papierform nach dann noch nicht entschieden; denn für den OSV steht das Rückspiel gegen Schleswig hier noch aus. Wenn Schleswig gegen Komet am Mittwoch spielt, hat Schleswig auch noch gegen Wilhelmsburg anzutreten. Am Sonntag sehen wir nach den Spielen schon klarer.
OL

Samstag, 26. Juni 1937
OSV gegen Schleswig 06
Nachdem nun das am letzten Mittwoch buchstäblich in letzter Minute abgesagte Spiel gegen Viktoria Wilhelmsburg nicht zum Austrag kam, ist die Lage für alle Vereine infolge des äußerst knappen Zeitraumes bis zum 1. Juli recht kritisch geworden. Es vergeht kaum ein Tag, wo nicht Spiele neu angesetzt, umgelegt oder abgeblasen werden.

Am morgigen Sonntag muß nun der OSV gegen Schleswig 06 antreten und zwar in Schleswig. Aus den bisherigen Berichten gegen Komet und gegen Viktoria Wilhelmsburg kann man annehmen, daß der morgige Gegner des OSV jedenfalls auf eigenem Platz doch äußerst gefährlich ist.

Selbst die beiden innerhalb vier Tagen ausgetragenen Qualifikationsspiele gegen Flensburg 08 wurden gewonnen. Die OSVer werden es hier mit einem mit gleichen Waffen kämpfenden Gegner zu tun haben, und es ist ratsam, sich hierauf vor vornherein einzustellen. Wer gewinnt, ist schwer vorauszusagen. Es bleibt abzuwarten, ob die OSVer die führende Stellung in der Gruppe halten können.

Die Fahrt wird mit Privatautos durchgeführt. In dankenswerter Weise haben einige sportbegeisterte Oldesloer dem Verein es dadurch möglich gemacht, überhaupt das Spiel auszutragen, denn infolge Platzschwierigkeiten beginnt das Spiel erst um 18 Uhr. Abfahrt um 14 Uhr vom "Tivoli". Leider muß der OSV in diesem Spiel auf Kock verzichten.
OL

Sonntag, 27. Juni 1937
4. Aufstiegsspiel: Schleswig 06 - Oldesloer SV 1:0 (0:0)
Oldesloe geschlagen. Der OSV erlitt in Schleswig die erste, vielleicht entscheidende Niederlage. Eine bittere Enttäuschung bereiteten die OSVer ihren Anhängern. Es ging um alles und in diesem entscheidenden Spiel versagte die Mannschaft, vor allem die Angriffsreihe. Die Schleswiger gingen eisern ran an den Feind, ohne etwas besonderes zu zeigen. Aber mit dem Eifer und dem unbeugsamen Willen war es bei den Schleswigern besser bestellt.

Die Hintermannschaft der OSVer schuftete und rackerte sich weidlich ab, konnte aber das Verhängnis nicht abwenden. Das einzige Tor viel kurz vor Schluß durch den Schleswiger Halbrechten Nehlsen. Die nunmehr einsetzende Offensive der OSVer war erfolglos. Die Deckung der Schleswiger war auf der Hut, selbst der sonst immer erfolgreiche Torschütze Stäcker konnte nicht einmal einen richtigen Torschuß anbringen; zu seiner Bewachung waren zwei Mann beordert. Vorläufig hat der OSV zusammen mit Komet drei Verlustpunkte, ob es noch geschafft werden kann, muß abgewartet werden, zumal Schleswig 06 sich nun auch berechtigte Hoffnungen macht.
LGA/OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Walter Lindemeier, Drews, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Willy Schlüter.

Sonntag, 27. Juni 1937
Olympia-Sieger schult Lübecks Vorturner
Steffens in der Hauptturnhalle. In der Woche vom 24. bis 30. Juni weilt Nordmarks bester Geräteturner, der Olympia-Sieger Walter Steffens in Lübeck, um unsere Vorturner und Fachwarte einer gründlichen Schulung zu unterziehen. Der Kursus ist mit über 60 Turnern und Turnerinnen sehr gut besetzt.

Als Turnlehrer des Reichsbundes für Leibesübungen unterliegt Steffens die Betreuung der Vorturnerschaft des Gaues Nordmark. Dabei kommt es neben einer stofflichen Weiterbildung der Unterführer der Turn- und Sportvereine in erster Linie darauf an, diesen Riegen- und Abteilungsführern eine natürliche Lehrweise zu übermitteln. Der Grundgedanke des gesamten Kurses heißt deshalb: "Von der Grundschulung zur Leibesschulung!" Das ist ja gerade die Kunst, auch den Anfänger allmählich an schwere Übungen heranzuführen, ohne daß jene bekannte Unlust auftritt.

Die ersten beiden Abende zeigte Walter Steffens deshalb, wie man durch einfache Übungen die eigene Schwere überwinden lernt. Leichtigkeit, natürlicher Rhythmus und richtiges Federn sind die Grundbedingungen. Steffens selbst ist das beste Vorbild in dieser Hinsicht. Gerade seine Leichtigkeit gibt allen seinen Übungen jene Eleganz, die beim Kunstturnen nun einmal nötig ist. Turner und Turnerinnen folgten an den bisherigen Abenden der überzeugenden Lehrarbeit mit Begeisterung. Der frisch-fröhliche Ton, den Steffens anzuschlagen weiß, macht das Turnen zu einer echten Lebensfreude.
LGA

Mittwoch, 30. Juni 1937
Heute: OSV gegen Viktoria Wilhelmsburg
Bereits am heutigen Abend trägt der OSV ein weiteres Aufstiegsspiel aus, und zwar geht die Reise nach Wilhelmsburg. Da zu gleicher Zeit Schleswig 06 in Hamburg gegen Komet antreten muß, ist mit aller Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß heute die Aufstiegsfrage gelöst oder zum mindesten beträchtlich gefördert wird.

Der OSV kann es noch schaffen, wenn die noch ausstehenden Spiele gewonnen werden und zwar hoch gewonnen werden. Jetzt muß alles auf eine Karte gesetzt werden, um diese letzte Möglichkeit zum Aufstieg in die Gauliga wahrzunehmen. Gewinnt Komet gegen Schleswig und der OSV verliert oder spielt unentschieden, dann steht der Aufstiegskandidat fest. Das Spiel beginnt um 19.30 Uhr. Abfahrt 17 Uhr vom "Tivoli".
OL

Mittwoch, 30. Juni 1937
5. Aufstiegsspiel: Viktoria Wilhelmsburg - Oldesloer SV 1:4 (1:4)
Die überaus mäßige Rolle, die Viktoria Wilhemsburg bisher in der Aufstiegsrunde spielte, hielt die erhofften Zuschauermassen fort, denn es kamen nur etwa 400 Interessenten zu dem bedeutungsvollen Aufstiegsspiel in Wilhelmsburg. Oldesloe gewann das Spiel verdient. Während Viktorias Vordermänner ihre Gelegenheiten unverwertet ließen, nutzten die Oldesloer ihre Torgelegenheiten gut aus. Als brauchbar erwies sich in dieser Hinsicht bei ihnen Mittelstürmer Stäcker, der fünf Minuten nach Anfang zum 1:0 einköpfte, 20 Minuten später das zweite Tor für Oldesloe auf Vorlage von Ersatzlinksaußen Lehrmann einschoß und eine Viertelstunde später auch noch den dritten Treffer erzielte.

Das vierte Tor erfolgte nach einem prachtvollen Weitschuß des Rechtsaußen Schlüter. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel schossen die Oldesloer auch noch einen fünften Treffer - leider aber zu Gunsten Viktorias in den eigenen Kasten. Torwächter Purnhagen, der im übrigen tadellos hielt, wollte den Ball in der Not mit dem Fuß abwehren, schoß dabei aber seinen linken Verteidiger Busch so unglücklich an, daß das Leder von diesem Spieler in das eigene Gehäuse sprang. Die erste Halbzeit sprach klar für die OSVer, nicht nur den Toren, sondern auch dem Spielverlauf nach. Von der Läuferreihe aus wurden feine Angriffe eingeleitet, indem die Flügelstürmer gut bedient wurden.

OL

Oldesloer SV (Ankündigung): Max Purnhagen - Karl Wolherr, Herbert Busch - Gustav Lüthje, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Helmut Krohn, Wilhelm Stäcker, Drews, Lehrmann.
Tore: 0:1 Stäcker (5.), 0:2 Stäcker (25.), 0:3 Stäcker (40.), 0:4 Schlüter, 1:4 Eigentor Busch