Spielserie 1937 - 38
Teil 3

 

 

Dienstag, 4. Jan. 1938
Reichssportlehrgang für Frauen in Bad Oldesloe
Am 6. und 7. Jan. findet hier in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule ein zweitägiger Sportlehrgang für Frauen statt, der von der Reichssportlehrerin Scheckeler geleitet wird. Die Frauenabteilung des Vereins für Leibesübungen ist somit Gelegenheit gegeben, ihr Können an den Lehrabenden zu erweitern und es wird erwartet, daß alle Sportkameradinnen sich am 6. Jan., pünktlich 20.30 Uhr, in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule einfinden. Sportinteressentinnen sind herzlichst eingeladen.
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Mittwoch, 5. Jan. 1938
Hohes Alter
In völliger körperlicher und geistiger Frische feiert der Rentner Klafack, Schwiegervater des Herrn Bäckermeisters Knickrehm, Brunnenstraße, seinen 86. Geburtstag. Klafack ist allen Oldesloern eine stadtbekannte Persönlichkeit, sein größtes Interesse, das er sich bis auf den heutigen Tage bewahrt hat, gehört dem Fußballsport. Mag das Wetter noch so schlecht sein: der 86jährige ist immer auf dem Bürgerpark zu finden, wenn dort mit dem Lederball gekämpft wird. - Wir wünschen dem Geburtstagskind noch viele weitere Jahre in derselben Frische!
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Mittwoch, 5. Jan. 1938
Eine "Blau-weiße Nacht" in der "Harmonie"
In den letzten Jahren war die Maskerade in der "Harmonie" die Veranstaltung im Winterhalbjahr. Nachdem alle sporttreibenden Fachgruppen sich jetzt im VfL als dem Verein in unserer Sportstadt zusammengefunden haben, wird die diesjährige Winterveranstaltung unter dem Kennwort "Blau-weiße Nacht" bei fabelhafter Dekoration mit zwei großen Kapellen alles Dagewesene auf diesem Gebiet zu überbieten suchen. Das Stiftungsfest unterstrich die Vorteile des Zusammenschlusses eindeutig. Die Maskerade soll auch dieses bei weitem übertreffen.
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Samstag, 8. Jan. 1938
Morgen Winterhilfskegeln
Wir weisen nochmals auf das am morgigen Sonntag hier stattfindende Winterhilfskegeln hin, das vom Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, dem Keglerverein Bad Oldesloe, durchgeführt wird. Diese Veranstaltung zugunsten des Winterhilfswerks wird auf den Bundeskegelbahnen des "Tivoli" durchgeführt und beginnt nachmittags 3 Uhr. An dieser Veranstaltung können sich alle Kegler und Nichtkegler beteiligen. - Es wird erwartet, daß die Einwohnerschaft unserer Stadt und vor allen Dingen die Angehörigen der Vereine des DRL und der Parteigliederungen recht zahlreich erscheinen, damit dem Winterhilfswerk ein namhafter Betrag zugeführt werden kann. Bedauerlicherweise war die Beteiligung in den Vorjahren nicht so stark, wie im Interesse der Sache hätte erwartet werden können.
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Samstag, 8. Jan. 1938
Was ich noch sagen wollte ...
Der VfL macht eine Maskerade. Eine "Blau-Weiße Nacht" will er in der "Harmonie" veranstalten. In etwa vier Wochen. Hach, soll das eine Sache werden! Eine Saaldekoration hat man sich verschrieben, die noch größer als großstädtisch werden soll. Der Gürzenich in Köln mit seinen Kappensitzungen wird erblassen vor Neid! Ja, und mit dem Blau-Weiß, das stelle ich mir so vor: "Michelius", sagte Theo schon, "geh' man nicht hin. Du wirst dort auch wieder duhn. Und wenn du "blau" bist und in'n Schnee fällst..." "Aha", sage ich, "daher blau-weiß." Jedenfalls steht außer Zweifel: Zu dieser Maskerade muß man hin. "Blau" oder weiß, ganz egal! ...
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Sonntag, 9. Jan. 1938
Ein alter Sportfreund
Der Rentenempfänger Fritz Horeis, Königstraße 7, begeht in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 82. Geburtstag. Er ist ein eifriger Sportfreund des Fußballspiels, von dem er kein einziges Spiel auf unserem Bürgerpark versäumt. - Wir gratulieren!
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Montag, 10. Jan. 1938
Alle angesetzten Spiele fielen gestern wegen der ungünstigen Bodenverhältnisse aus
Hoffentlich macht uns der Winter in Zukunft nicht noch mehr Schwierigkeiten bei der Durchführung, denn das für den 6. Feb. in Neumünster angesetzte Spiel ist auch schon auf den 20. März verschoben. Es kommen für die nächsten Wochen die Tschammer-Pokalspiele hinzu, wobei unsere Liga ja im verflossenen Jahre so hervorragend abschnitt, daß dadurch Terminschwierigkeiten entstanden, und hoffentlich in diesem Jahre entstehen!!
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Montag, 10. Jan. 1938
Am verflossenen Donnerstag und Freitag fand hier in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule ein Lehrgang für Frauen statt, der von der Reichsbundsportlehrerin Scheckeler in meisterhafter Weise durchgeführt wurde. Am zweiten Abend war der Andrang derart stark, daß die Halle kaum die Zahl der Teilnehmerinnen fassen konte. Leider waren die eingeladenen Teilnehmerinnen aus Reinfeld, Mollhagen und Sülfeld nicht erschienen. - Am kommenden Sonntag findet um 9.15 Uhr in derselben Turnhalle ein Lehrgang für das Frauenturnen statt. Er wird von der Kreisfrauenfachwartin durchgeführt und dient in erster Linie der Vorbereitung für das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau vom 23. bis 31. Juli 1938.
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Freitag, 14. Jan. 1938
Gründung einer Fechtabteilung in Bad Oldesloe
Bereits seit längerer Zeit sind in unserer Stadt Bestrebungen im Gange, die daraufhin abgestellt sind, den Fechtsport neu zu beleben und zu fördern. Nunmehr, nachdem in verschiedenen Gliederungen der Partei der schöne Sport gepflegt und gefördert wird, so in der SS und der HJ, finden sich mehr und mehr Interessenten. Auch hier in Bad Oldesloe ist von verschiedenen Seiten die Aufnahme dieses Sportzweiges angeregt worden, so wurden bereits in den letzten Wochen, zwar in ganz bescheidenem Rahmen, Fechtübungen von privater Seite in der Horst-Wessel-Schulturnhalle durchgeführt. Die zur Zeit vorhandenen Geräte, die teils aus früherern Beständen, teils von privater Seite stammen, sind unzulänglich und für einen regelrechten Fechtsportbetrieb nicht zu verwenden.

Es ist natürlich nicht möglich, nur für einzelne Interessenten die notwendigen Gerätschaften, die sicherlich nicht ganz billig sind, zu erwerben, darum soll zunächst festgesteltt werden, welche Einwohner unserer Stadt sich gegebenfalls dieser Sportabteilung anzuschließen beabsichtigen. Ist die Zahl der Interessenten groß genug, dann werden auch Wege und Mittel gefunden werden, um die erforderlichen Ausrüstungen zu beschaffen. Es ist beabsichtigt, diese Abteilung dem Verein für Leibesübungen anzugliedern. Es ist selbstverständlich, daß auch Volksgenossen sich der Fechtabteilung anschließen können, die bisher keine Gelegenheit zum Fechten gehabt haben. Falls eine genügende Beteiligung vorhanden sein sollte, wird eventuell noch erwogen, auch eine Frauenabteilung anzugliedern. Es soll auch versucht werden, einen geeigneten Fechtlehrer für die weitere Ausbildung im Fechtsport zu erlangen. Alle diese Möglichkeiten hängen natürlich im wesentlichen von der Beteiligungsziffer ab. Alle Interessenten werden gebeten, eine kurze Mitteilung an Dr. Kurt Folkens, Salinenstraße, zu richten, oder sich mit diesem persönlich in Verbindung zuzu setzen.
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Freitag, 14. Jan. 1938
Von der Oldesloer Ligamannschaft
In diesen Tagen erhielten die elf Spieler der Ligamannschaft des VfL die Ehrennadel für Gau- und Bezirksmeister 1937 verliehen.
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Samstag, 15. Jan. 1938
VfL gegen Holsatia Elmshorn
Nach langer, teils unfreiwilliger Pause werden am morgigen Sonntag die Punktspiele auf der ganzen Linie fortgesetzt. Das neue Jahr bringt für den VfL als ersten Gegner Holsatia in Elmshorn. Zur allgemeinen Überraschung mußte der VfL in der Herbstserie auf dem Exer eine einwandfreie Niederlage hinnehmen, mit 4:1 hatten die Oldesloer das Nachsehen. Leicht wird es dem VfL am morgigen Sonntag deshalb auch nicht werden, in Elmshorn zu Erfolgen zu kommen, aber unmöglich ist es nicht. Die Mannschaft muß alles daransetzen, um aus der Gefahrenzone herauszukommen. Die Hiesigen haben den Ruf als "Kampf"-Mannschaft und durch kämpferische Leistungen in den Vorjahren manches Unmögliche möglich gemacht. Die Elmshorner sind von einem glatten Sieg ihrer Mannschaft felsenfest überzeugt. Ein Punktverlust würde für sie eine Riesenenttäuschung bedeuten.
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Sonntag, 16. Jan. 1938
12. Punktspiel: Holsatia Elmshorn - VfL Oldesloe 1:1 (1:0)
Zur allgemeinen Überraschung der zahlreich erschienenen Zuschauer konnte der VfL den "tapferen" Holsaten in Elmshorn einen wichtigen Punkt abknöpfen. Die Elmshorner hatten sich sehr viel vorgenommen. Dieses war nach dem 4:1-Sieg in Oldesloe ja auch ganz verständlich. Die erste Halbzeit stand im Zeichen der Holsaten. Die Hintermannschaft des VfL mußte schwer arbeiten, um den Angriffen des Gegners standzuhalten. Gegen Schluß der ersten Halbzeit konnten die Holsaten verdient mit 1:0 in Führung gehen.

Nach Halbzeit änderte sich das Bild, langsam übernahm der VfL das Kommando, und jetzt hatten die Elmshorner Glück, daß keine Tore für die Oldesloer fielen. Der VfL drehte immer mehr auf und konnte durch einen flachen Schrägschuß von Paul Drews des Ausgleich erzielen. Weiter ging der Kampf, beide Mannschaften kämpfen um die Führung, aber Erfolge kommen nicht mehr. Dieser eine Punkt gibt dem VfL einen starken Rückhalt für die weiteren Spiele. Durch die Leistung kann die Mannschaft nun weiteren Spielen mit Zuversicht entgegensehen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Schmidt, Drews, Karl Wolherr, Helmut Krohn, Willy Schlüter (oder Drews)

Sonntag, 16. Jan. 1938
VfL Oldesloe Reserve gegen Mölln 1:6
Trotz des offenen Feldspiels mußte die jugendliche Mannschaft eine hohe Niederlage hinnehmen, weil einmal der Gegner körperlich weit überlegen war, und weil die Hiesigen keinen einheitlichen Aufbau des Spiels zeigten. Es fehlt der Führer der Mannschaft.
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Sonntag, 16. Jan. 1938
VfL Oldesloe II gegen Schwarz-Weiß Lübeck III 5:2
Die sieggewohnte zweite Mannschaft, welche noch kein Spiel verloren hat und unangefochten die Serie anführt, schlug Schwarz-Weiß Lübeck überlegen mit 5:2.
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Donnerstag, 20. Jan. 1938
Von der neuen Sportanlage
Schon wiederholt ist darum gebeten worden, das Gelände des neuen Sportplatzes nicht zu betreten, insbesondere die Kinder hiervon fernzuhalten. Leider mußte in den letzten Tagen wieder beobachtet werden, u.a. auch am gestrigen Nachmittag, daß Kinder in dem Gelände umherlaufen. Durch die Unvorsichtigkeit der Kinder werden die neu angelegten Böschungen usw. unnütz wieder beschädigt. Da die Anlage immerhin schon ein kostspieliges Prospekt darstellt, ist es doch wirklich nicht nötig, durch ein unüberlegtes Verhalten die Anlage zu beschädigen, wodurch zwangsläufig erhöhte Kosten verursacht werden. Es ergeht an alle Eltern die dringende Bitte, ihre Kinder darauf hinzuweisen, daß jedes Betreten des Geländes verboten ist.
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Donnerstag, 20. Jan. 1938
Vorbereitungskursus für das Männerturnen
Nach den beiden Kursen für das Frauenturnen findet am kommenden Sonntag der erste Vorbereitungskursus im Männerturnen für das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau hier um 9 Uhr in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule statt. Er wird durchgeführt von dem Kreismännerturnwart Thoms, Eutin. Die umliegenden Vereine aus Reinfeld, Sülfeld, Mollhagen und Bargfeld sind dazu eingeladen.
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Samstag, 22. Jan. 1938
VfL gegen Fortuna Glückstadt
Nach langer Zeit trägt der VfL am morgigen Sonntag ein Punktspiel auf eigenem Platz aus. Der Gegner ist Fortuna Glückstadt, eine hier noch unbekannte Mannschaft. In Glückstadt mußte der VfL in der Herbstserie nach schwerem Kampf eine 2:3-Niederlage hinnehmen. Fortuna ist eine typische Kampfmannschaft. Der Sturm ist besonders durchschlagskräftig. Der VfL muß sich darauf einstellen, dem Sturm der Gäste gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Im Spiel am letzten Sonntag gegen Holsatia Elmshorn hat die Hintermannschaft der Oldesloer den Beweis erbracht, daß sie sehr wohl in der Lage ist, den gegnerischen Sturm zur Erfolglosigkeit zu verurteilen. Die Aussichten gegen Fortuna sind durchaus nicht schlecht. Wenn der VfL mit aller Konzentration wie am letzten Sonntage bei der Sache ist, ist es durchaus möglich, daß endlich einmal wieder ein ganzer Erfolg errungen wird.
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Samstag, 22. Jan. 1938
Auch in Bad Oldesloe Boxsport
"Es dürfte kein Tag vergehen, an dem der junge Mensch nicht mindestens vormittags und abends je eine Stunde lang körperlich geschult wird, und zwar in jeder Art von Sport und Turnen. Hierbei darf besonders ein Sport nicht vergessen werden, der in den Augen vieler als roh und unwürdig gilt: das Boxen. Es ist unglaublich, was für falsche Meinungen darüber in den "Gebildeten"-Kreisen verbreitet sind. Es gibt keinen Sport, der wie dieser den Angriffsgeist in gleichem Maße fördert, blitzschnelle Entschlußkraft verlangt, den Körper zu stählerner Geschmeidigkeit erzieht." Das sagt kein anderer als Adolf Hitler in seinem Buche "Mein Kampf".

Wir können heute die erfreuliche Tatsache feststellen, daß auch hier in unserem Heimatstädtchen Oldesloe der Boxsport neuerdings Eingang gefunden hat. Seit November vorigen Jahres besteht hier im VfL eine Boxerabteilung. Rund 20 aktive Boxer in allen Gewichtsklassen, Männer und Jugendliche, trainieren regelmäßig, wobei sich außerordentlich günstig auswirkt, daß die Abteilung unter der Leitung eines anerkannten Fachmannes steht, nämlich von Herrn Heinrich Steinen, der mit 17 Jahren, 1932/33, westdeutscher Meister der Jugendklasse (Mittelgewicht) gewesen ist.

Man sieht, der Boxsport liegt hier in besten Händen. Freilich wird man auch der Vereinsleitung Dank wissen, die sich jederzeit für neuzeitliche Bestrebungen auf allen Gebieten des Turnens und Sports einsetzt. Es zeigt sich auch hierbei am deutlichsten, wie segensreich sich der im vorigen Jahre erfolgte Zusammenschluß der beiden hiesigen Vereine auswirkt. Das Interesse wird von einer viel breiteren Basis, ja, man kann sagen, von der ganzen Bevölkerung getragen, was nicht zuletzt auch in der steigenden Mitgliederzahl zum Ausdruck kommt.

Beim Besuch des Donnerstag-Übungsabends in der Turnhalle (die Boxer trainieren jeden Donnerstagabend von 20 bis 22 Uhr und Sonntagvormittag von 10 bis 12 Uhr) konnten wir uns davon überzeugen, daß auf diesem Gebiet ernsthaft gearbeitet wird. So wird am Doppelendball fleißig geübt, ebenso an der "Maisbirne", an den Sandsäcken und schließlich auch im Ring. Selbstverständlich spielt die sehr vielseitige Gymnastik bei den Boxern eine große Rolle. Bald hofft man so weit zu sein, daß - vielleicht Ende Februar oder Anfang März - man mit einer Boxveranstaltung an die Öffentlichkeit treten kann. Zuvor aber ist noch eine große Werbeveranstaltung des VfL geplant, die alle Abteilungen, Turnen, Gmynastik, Volkstänze, Fechten, Boxen usw., zu bestreiten haben werden. Hoffen wir, daß alle werbenden Anstrengungen der Vereinsleitung auf fruchtbaren Boden fallen, damit sich immer mehr Volksgenossen anfinden, die entweder aktiv teilnehmen oder die Bestrebungen als fördernde Mitglieder unterstützen.
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Sonntag, 23. Jan. 1938
13. Punktspiel: VfL Oldesloe - Fortuna Glückstadt 1:1 (1:0)
Diejenigen, die zum Exer gewandert waren, werden es nicht bereut haben, denn sie bekamen einen Kampf zu sehen, der reich an dramatischen Augenblicken war. Sehr gut fingen die Oldesloer an, man war wahrlich begeistert von dem Spiel, bis - leider - Wolherr durch Verletzung ausscheiden mußte. Das war sehr schade, denn von dem Augenblick an litt naturgemäß das Spiel der Blau-Weißen und die allgemeine Zusammenarbeit ging nicht mehr so gut vonstatten wie vorher. Ein Tor, wie Schlüter es erzielte. ja, so etwas haben wir hier auch noch nie gesehen! - Der Torwart der Gäste fing einen hohen Ball, hielt ihn in den Händen über seinem Kopf und anstatt ihn fortzuwerfen, hielt er ihn den Bruchteil einer Sekunde. Geistesgegenwärtig drückte nun Schlüter den Torwart mitsamt dem Ball ins Netz! VfL führte 1:0 und hierbei blieb es bis zur Pause.

Nach Wiederanpfiff setzte Glückstadt alles auf eine Karte und drängte beängstigend. Jetzt zeigte die Verteidigung der Oldesloer, daß sie etwas kann. (Man versteht nun auch, daß Holsatia Elmshorn vor acht Tagen trotz Überlegenheit kein Siegtor treten konnte.) Mit einer Verbissenheit ohnegleichen warf sich die Verteidigung immer wieder dem Sturm entgegen, so daß diesem nichts glückte. Erst 15 Minuten vor Schluß erfolgte der Ausgleich. Hier war Purnhagen, der während der 90 Minuten ein hervorragendes Spiel lieferte, machtlos. So vergingen - bei drückender Überlegenheit der Gäste und klopfenden Herzen der hiesigen Zuschauer die letzten Minuten. Und als der Schlußpfiff ertönte, hatten die Blau-Weißen einem Gegner einen Punkt abgeknöpft, der immerhin an vierter Stelle in der Tabelle steht.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Helmut Krohn, Karl Wolherr, W Drews, Paul Drews

Sonntag, 23. Jan. 1938
Vorbereitungslehrgang im Männerturnen
In der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule wurde um 9 Uhr durch Kreismännerturnwart Thoms-Eutin der erste Vorbereitungslehrgang im Männerturnen für das Turn- und Sportfest in Breslau für die Turnwarte des Stützpunktes Oldesloe eröffnet. Leider hatten nicht alle fraglichen Vereine Vertreter entsandt. Kamerad Thoms verstand es in meisterhafter Weise, die Festfreiübungen, das Pferdturnen des Gaues und die sonstigen Wettkampfübungen an die Männer heranzubringen und sie für diese große Veranstaltung zu begeistern. Für die Zukunft wurde Bad Oldesloe als Stützpunkt für folgende Orte bestimmt: Ahrensburg, Bargteheide, Mollhagen, Seth, Bargfeld, Sülfeld, Jersbek, Reinfeld. Thoms bestimmte den Studienassessor Christansen, den Männerturnwart des VfL, zum Stützpunktleiter. - Die neugegründete Handballmannschaft, die in der Herbstserie 14:1 gegen LT verlor, hat sich erfreulicherweise so entwickelt, daß derselbe Gegner hier eindeutig 8:2 geschlagen wurde.
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Montag, 24. Jan. 1938
Versammlung des VfL
In der "Bierquelle Hormann" fand die erste außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins für Leibesübungen im neuen Jahre statt. Oberturnlehrer Ohrt begrüßte die zahlreichen Mitglieder und hieß die neueingetretenen Sportkameraden herzlich willkommen. Er wies darauf hin, daß sich nach dem Zusammenschluß der Vereine die Mitgliederzahl erheblich gehoben habe und daß in allen Abteilungen mit Hochdruck gearbeitet wurde. Im Hinblick auf die entstehende neue Sportplatzanlage ist es aber erforderlich, daß der Gedanke der Leibesübungen noch weiter in die Bevölkerung getragen wird, damit alle Volksgenossen, die jetzt noch abseits stehen, an dem sportlichen Geschehen in unserer Stadt teilnehmen. In der Vorschau auf das Jahr 1938 gab Oberturnlehrer Ohrt der Hoffnung Ausdruck, daß es sich erfolgreich für den Verein erweisen möge, daß sich aber Erfolge nur durch gesteigerte Leistungen erringen lassen, und darum sei der restlose Einsatz eines jeden Mitgliedes erforderlich.

Im Februar tritt der VfL mit einer Werbeveranstaltung an die Öffentlichkeit, um der Bevölkerung unserer Stadt einen Einblick in die Arbeit des Vereins zu geben. Im Sommer findet wieder die Sportwoche statt. Sodann wies der Vereinsführer auf das große Turn- und Sportfest in Breslau hin. In Stuttgart hatte seinerzeit der Gau Nordmark das Prädikat "vorzüglich" erhalten, und es gilt jetzt, diese Leistungen zu halten und wenn möglich, sogar noch zu verbessern. Meldungen zur Teilnahme an dem Turn- und Sportfest in Breslau werden in der Geschäftsstelle des VfL (Kremer) entgegengenommen. Unter Punkt Verschiedenes wurde auf die am 5. Feb. stattfindende Maskerade hingewiesen, die zeigen wird, daß der Verein für Leibesübungen nicht nur auf sportlichem Gebiet etwas leistet, sondern daß auch die Geselligkeit gepflegt wird. Nach dem offiziellen Versammlungsschluß blieb man noch einige Zeit gemütlich beisammen.
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Mittwoch, 26. Jan. 1938 Persönliches von der Horst-Wessel-Schule
Oberturnlehrer Christian Ohrt, der seit dem 1. Okt. 1914 an der Anstalt wirkt und dessen Tätigkeit auf dem Gebiete der Leibesübungen sich weit über die Schule hinaus erstreckt, hat durch einen allgemeinen Ministerialerlaß die Amtsbezeichnung "Studienrat" erhalten.
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Freitag, 28. Jan. 1938
VfL gegen Olympia Neumünster fällt aus!
Wie uns mitgeteilt wird, ist das Spiel VfL Oldesloe gegen Olympia Neumünster, das am Sonntag in Neumünster stattfinden sollte, abgesagt. Es ist auf den 8. Mai festgelegt worden.
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Samstag, 29. Jan. 1938
Die VfL-Maskerade unter dem Motto "1. Blau-weiße Nacht" rückt immer näher
Die Vorbereitungen des Vergnügungsausschusses lassen eine Maskerade erwarten, wie sie Oldesloe noch nie gesehen hat. Was allein lichttechnisch geboten wird, kann selbst in der Großstadt kaum übertroffen werden. Die allgemeine Ausstattung der "Harmonie"-Räume wird bei jedem Besucher die Stimmung hervorrufen, wie sie bei einer Maskerade sein muß. Prinz Karneval wird pünktlich um 21 Uhr seinen Einzug halten und den ersten Karneval des VfL eröffnen. Zwei Kapellen in erstklassiger Besetzung werden ihn dann weiter unterstützen. Mehr soll heute nicht verraten werden. Die Parole für den 5. Feb. muß lauten: Auf zur VfL-Maskerade, "1. Blau-weiße Nacht", in der "Harmonie".
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Samstag, 5. Feb. 1938
Der Maskenball des VfL, der in der "Harmonie" stattfand, hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen. Rund 100 Maskierte wurden gegen 21.30 Uhr vom Prinzen Karneval in den ganz prächtig geschmückten Saal geführt, wo dann, nach Verlesung der Thronrede das bunte Treiben begann. Zwei Kapellen sorgten abwechselnd für Musik, so daß auf dem Tanzboden ununterbrochen getanzt werden konnte. Die zahlreich erschienenen Zuschauer kamen infolgedessen auch auf ihre Kosten. So verlief der Abend auf das allerbeste.

Ein Zwischenfall muß hier aber doch erwähnt werden. Aus einer Ecke des Saales ertönte plötzlich lautes Geschrei! Niemand wußte, was los war. Und erst als man der Sache auf den Grund ging, erfuhr man die Ursache der Aufregung. Ein junger Mann hatte bei dem grauen Glücksmann 50 Reichsmark gewonnen. Da die 50 Reichsmark für das Los von fünf jungen Leuten, von denen jeder zehn Pfennige gegeben hatte, gekauft worden war, erhielt jeder zehn Reichsmark ausbezahlt. Daß die Glücklichen an diesem Abend ganz besonders vergnügt wurden, kann man sich denken.

Als dann um 12 Uhr die Demaskierung kam, gab es die üblichen Überraschungen. Die Stimmung nahm nun von Stunde zu Stunde zu, und erst als längst der Morgen graute, ging man heim in dem Bewußtsein, ein schönes Fest, den VfL-Maskenball, miterlebt zu haben. Einige Unentwegte aber sah man noch am Sonntagmittag auf dem Nachhauseweg. Diese hatten da noch nicht genug!
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Sonntag, 6. Feb. 1938
Das Turn- und Sportfest Breslau
Alle Vereine des DRL stehen in der Vorbereitung für Breslau. Nachdem bereits zwei Frauenkurse und ein Männerkursus hier in Bad Oldesloe abgewickelt wurden, waren die Männerturnwarte unter der Leitung des Gaumännerturnwartes Bach zu einem Wochenendlehrgang nach Lübeck zusammengerufen. Vom VfL waren der Oberturnwart und Stützpunktleiter für das Turnen, Christiansen und Thiede vertreten. Unter der bewährten Leitung von Bach wurden die Teilnehmer in die wunderbar zusammengestellte Körperschule und in die Sondervorführungen des Gaues Nordmark eingeführt. Am kommenden Sonntagvormittag findet für den Stützpunkt Oldesloe in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule der nächste Lehrgang für Frauenturnen für Breslau statt. Keulenübungen, Sprungseilgymnastik und Ballübungen werden eingeübt.
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Dienstag, 8. Feb. 1938
Abschaffung des Kopfspiels beim Fußball
Seit im englischen Fußball das "Stopperspiel", die Taktik mit dem als dritten Verteidiger zurückgezogenen Mittelläufer, allgemeine Verbreitung gefunden hat, haben die Manager und Klubdirektoren sich die Köpfe darüber zerbrochen, mit welchen Methoden das "Stopperspiel" wieder überwunden werden kann. Man wäre so gern wieder los, was man einmal eingeführt hat, denn, so sagt man in England, die Taktik der erhöhten Torsicherung hat das Spiel auch langweiliger gemacht, weil gegen das verstärkte Bollwerk der Verteidigung weniger Tore erzielt werden. Und nicht nur die Zuschauer wollen Tore sehen, Tore zählen und entscheiden das Spiel! Der "Stopper" vereitelt, wie man in England immer wieder geklagt hat, auch die schönsten Spielabsichten, weil an einem guten Stopper eben nur schwer vorbeizukommen ist. Welche Methoden man auch bisher versucht hat, so ist doch noch kein Rezept gegen den "Stopper" gefunden. Er ist nach der alten Fußballsprache der "Turm in der Schlacht", an dem alle Angriffe "zerschellen". Seit wir den "Stopper" haben, gibt es nur noch Fußball unter Blockade, stellt man in England fest.

Nun ist die englische Öffentlichkeit mit einem ganz neuen Vorschlag, das "Stopperspiel zu überwinden", überrascht worden. Schafft das Kopfspiel ab, und ihr werdet auch den "Stopper" los sein, heißt die neue, jetzt in englischen Fußballkreisen allgemein erörterte Parole! Es wird zugegeben, daß diese Neuerung wirklich revolutionär ist und dem Fußball ein ganz neues Gesicht gibt, aber es ist auch ein wunderbares Erziehungsmittel, so sagt man. Wird Fußball "ohne Kopf" gespielt, dann wird es wieder "Fuß"-Ball, weil der Ball dann zwangsweise meist am Boden gehalten wird. Damit würde aber die technische Seite des Fußballs eine bedeutende Verfeinerung erhalten, Fußballtechnik würde eine größere Kunst werden, da es nicht mehr soviele Zusammenstöße im Springen mit dem Kopf in der Luft geben würde. Man will das "Köpfen" nur noch im Strafraum zulassen, auf dem übrigen Spielfeld soll es verboten sein!

Es ist der Vorschlag gemacht, die Vereine sollten in ihren Trainingsspielen doch mal "Fußball ohne Kopf" durchführen und ihre Erfahrungen bekanntgeben.
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Samstag, 12. Feb. 1938
VfL gegen VfB Kiel
Am morgigen Sonntag wird den hiesigen Fußballfreunden ein besonderer Leckerbissen präsentiert werden. Der VfB Kiel stellt sich zum ersten Male hier auf dem Exer vor. Bei gleicher Punktzahl mit Kilia Kiel macht der VfB jetzt ernsthaft Ansprüche auf den Meistertitel geltend. Dieser Anspruch wurde erst am letzten Sonntag in Schlutup durch einen 11:1-Sieg nachdrücklich unterstrichen. Die Mannschaft ist äußerst schnell, besonders ragt der Sturm hervor. Die Hintermannschaft des VfL muß schon ganz auf Draht sein, um Erfolge der Gäste zu verhindern. Die erste Begegnung in Kiel verlief für die Oldesloer äußerst unglücklich. (Das Ergebnis lautete 3:1 für den VfB.) Für alle drei Tore der Kieler zeichnete der VfL verantwortlich: zwei Elfmeter und ein Eigentor. Eins steht fest, der VfL wird dem VfB nichts schenken, schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil Punkte dringend benötigt werden. Außerdem wird Kilia den Oldesloern für diesen Kampf alles Gute wünschen; durch eine Niederlage des VfB würden dann die Aussichten bedeutend günstiger werden. Das Spiel beginnt um 15.15 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Sonntag, 13. Feb. 1938
14. Punktspiel. VfL Oldesloe - VfB Kiel 0:0
Das fünfte Unentschieden. Auch der Spitzenreiter der Südstaffel, VfB Kiel, konnte nicht gegen den VfL, der sich in ausgezeichneter Verfassung zeigte, und einen Sieg verdient hätte, gewinnen. Das Eckenverhältnis 7:2 für den VfL zeigt ungefähr die Überlegenheit der Gastgeber. Die Gäste hatten alles auf eine Karte gesetzt. Schon in den ersten Minuten wurde alles, was in die Nähe ihres Tores kam, ausgeschlagen. Wohl fanden die Gäste sich eher und beherrschten in den ersten 15 Minuten vorübergehend das Feld. Streckenweise führten sie ein gepflegtes Zusammenspiel vor. Leider kennen einige Spieler, wenn nicht alles nach Wunsch geht, das Wort Kamerad nur unter Anführungsstriche. Zum Glück unterband der ausgezeichnete Schiedsrichter Weinand (Phönix Lübeck) jede aufkommende Härte. (An die vielen "Schiedsrichter" unter den Zuschauern ergeht an dieser Stelle die Bitte, das Ansehen der großen Sportgemeinde Oldesloes nicht durch das "Mitschiedsrichtern" zu gefährden. Selbst was ein sehr guter Schiedsrichter nicht sieht, kann er nicht auf Zuruf berichtigen! Alles kann er nie sehen!)

Die Hiesigen, welche das Glück bestimmt nicht gepachtet hatten, begeisterten die zahlreich erschienen Zuschauer durch ein ausgezeichnetes Spiel. Jeder füllte seinen Platz nach bestem Können aus. Die ausgezeichnete Verteidigung hielt den Gegner immer vom Tor ab; die wenigen Torschüsse meisterte Purnhagen hervorragend. Die Läuferreihe und der Sturm spielten leider zeitweise überhastet. Mancher nach vorn getragene Angriff landete zu früh beim Gegner. Auch die sieben Ecken hätten mit mehr Ruhe und überlegtem Stellungsspiel ausgenutzt werden können. Als der Schiedsrichter das Spiel anpfiff, umsäumte eine ansehnliche Zuschauermenge den Platz, der sich trotz des leichten Schneefalls in ausgezeichneter Verfassung befand. In den ersten zehn Minuten beherrschten die Kieler zeitweise das Feld. Zwei gute Angriffe der Hiesigen brachten das Tor der Gäste ernstlich in Gefahr. Die Kieler zeigten gleich am Anfang, daß sie eine erstklassige Verteidigung hatten; ihre Torschützen aber bei dem Tabellenstand in Zukunft Besseres leisten müssen, wenn es zur Meisterschaft reichen soll. Zwei in Tornähe gegen uns verhängte Strafstöße zeigten diesen Mangel der Mannschaft. Das Eckenverhältnis 3:2 für den VfL zeigte das ausgeglichene Spiel bis zur Halbzeit, wo zwei wunderbare Schüsse der Hiesigen eben links und rechts beim Pfosten vorbeistrichen. 1:0 für den VfL hätte dem Spielverlauf bis Halbzeit entsprochen. Nach Halbzeit waren die Gäste zeitweise abgemeldet. Nur wenn die Verteidigung der Hiesigen zu weit aufgerückt war, und die Gäste dann schnell durchkamen, war das Tor in Gefahr. Bei etwas überlegtem Spiel hätten zwei bis drei Tore für die Gastgeber dem Spielverlauf entsprochen. So konnten die Kieler einen wichtigen Punkt mit nach Hause nehmen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Schmidt, Drews, Hans Schacht, Helmut Krohn, Willy Schlüter

Sonntag, 13. Feb. 1938
16:0 (!) - 19:0 (!!))
Das zweite auf dem Exer angesetzte Spiel der Meistermannschaft VfL II fiel aus, weil der Gegner Kronsforde nicht antrat. Die Reserve, die in der Herbstserie den Luftwaffen-Sportverein Blankensee hier auf dem Exer überraschend glatt schlug, mußte den Gegner, der an der Spitze der Tabelle steht, aufsuchen und verlor "nur" 16:0!! (Sechzehn zu Null!) - Die VfL A-Jugend brachte in Lübeck gegen LBV Phönix Jugend A das Kunststück fertig, den Gegner 19:0 (Neunzehn zu Null!) in Grund und Boden zu spielen. Wenn noch ähnliche Spielergebnisse die Spielstärke unterstreichen, dann ist für den Ersatz der Männermannschaft gesorgt! VfL Jugend B kehrte aus Schlutup mit einem Unentschieden 2:2 wieder heim. - Die Handballmannschaft des VfL setzte ihren Siegeszug fort und gewann in Lübeck gegen den MSV 4:3!
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Dienstag, 15. Feb. 1938
Über das Spiel VfL gegen VfB Kiel schreibt die "Nordische Rundschau": Die eben erst zu Kilia aufgeschlossenen Waldwiesenleute fielen durch ein Unentschieden wieder um einen Punkt zurück. Daß das Spiel in der Badestadt kein leichtes sein würde, war vorauszusehen, doch konnte nicht vermutet werden, daß der am Vorsonntag so schußfreudige Sturm der Kieler so glatt die Waffen strecken würde.

Er vermochte mit der schlagsicheren Deckung der Oldesloer nichts anzufangen. Die Platzbesitzer selbst gingen mit voller Bravour ans Werk und holten, trotzdem auch bei den Bewegungsspielern die Verteidigung ausgezeichnete Leistungen bot, eine ganze Reihe von Torgelegenheiten heraus, die aber entweder vergeben wurden, oder an Latte und Pfosten ein letztes und unüberwindliches Hindernis fanden. So kann der VfB mit dem Unentschieden sehr zufrieden sein, bleibt ihm doch immer die Möglichkeit, Kilia im Entscheidungsspiel abzufangen.
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Mittwoch, 16. Feb. 1938
Oldesloe bei der Olympia-Glockensammlung an erster Stelle. Die jetzt vorliegende Übersicht über das Ergebnis der Olympia-Glockensammlung am "Tage der deutschen Sporthilfe" läßt erkennen, daß die Sammlung im Bezirk Bad Oldesloe (Nordstormarn) einen ganz ausgezeichneten Erfolg aufweisen kann und das Ergebnis im Gau Nordmark an erster Stelle steht. Die von Bad Oldesloe aus betreuten elf Vereine des deutschen Reichsbundes für Leibesübungen konnten einen Betrag von 81,44 Reichsmark erzielen, das sind 7,40 Reichsmark je Verein.
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Freitag, 18. Feb. 1938
Sportruhe am Sonntag
Die Reichsbund-Pressestelle teilt mit, daß am Sonntag, dem 20. Feb., für die Zeit von 11.45 Uhr bis 17 Uhr Sportruhe angeordnet worden ist. Dadurch ist der gesamten deutschen Turn- und Sportgemeinde Gelegenheit gegeben, die große Rede des Führers anläßlich der Sitzung des Deutschen Reichstages zu hören.
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Samstag, 19. Feb. 1938
Auf Anordnung des Fachamts Fußball herrscht am morgigen Sonntag in der Zeit von 11.45 bis 17 Uhr in allen Gauen Spielverbot. Alle angesetzten Spiele fallen demnach aus, auch das Punktspiel VfL gegen Kilia Kiel. - Am Sonntagvormittag ab 9.30 Uhr findet auf dem Bürgerpark Training für alle Fußballspieler statt.
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Samstag, 19. Feb. 1938
Ausscheidungskegeln des Oldesloer Keglervereins
Das Ausscheidungskegeln fand mit den letzten 200 Wurf, die in Reinfeld gekegelt wurden, seinen Abschluß. Da die Bahnen den Oldesloern diesmal garnicht zusagten, konnten sich einige Kegler, die bis dahin in der Spitzengruppe zu finden waren, nicht einmal für die Mannschaft qualifizieren. Den besten Wurf erzielte Jonny Dührkop in 200 Wurf mit 1463 Holz, dieses Holz reichte, sich den Titel des Vereinsmeisters zu sichern.

Die Mannschaft, die nun den Keglerverein Bad Oldesloe in den Kreis-, Gaukämpfen usw. vertreten muß, setzt sich aus folgenden Kräften zusammen:

  • 1. Jonny Dührkop
  • 2. Gustav Lüthje
  • 3. Heinrich Bertram
  • 4. W Ehlers
  • 5. A Drögemöller
  • 6. Jean Prang

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Montag, 21. Feb. 1938
Stäcker, früher OSVer, spielte gestern zum zweiten Male in Eimsbüttels Gauliga-Mannschaft gegen St. Pauli. Eimsbüttel gewann nach mäßigem Spiel 3:1. Stäcker bekommt wiederum eine sehr schlechte Kritik. Das "Hamburger Fremdenblatt am Montag" schreibt über sein Spiel: Linksaußen kam Stäcker aus Oldesloe ein zweites Mal zu Gauliga-Ehren, wiederum mit negativem Erfolg. Er war zu langsam, fand keine Einfühlung in den Eimsbütteler Stil, besaß auch keinen Blick für richtige Ballabgabe und war somit der schwächste Punkt der Hohelufter.
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Dienstag, 22. Feb. 1938
Ein Rat an Eimsbüttel.
Wer gestern die Fremdenblatt-Kritik über Stäcker gelesen hat, wird hierüber sehr erstaunt gewesen sein, denn hier bei uns im Oldesloer SV hat Stäcker stets sehr zu gefallen gewußt. Und nun soll Stäcker mit einem Male so schlecht sein Es ist eine Binsenwahrheit, daß ein Spieler auf einem ungewohnten Posten - und das dazu noch auf Linksaußen - nie das leisten kann, als dort, wo er immer gespielt hat! Eimsbüttel möge daher gefälligst Stäcker halblinks oder in der Mitte ausprobieren und wir sind überzeugt, daß er dort mehr leistet und daß die Kritik dann auch anders ausfallen wird.
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Samstag, 26. Feb. 1938
Koch alias Luckenbach
Im Herbst vorigen Jahres trat in Bad Oldesloe ein Schlachtergeselle Luckenbach auf, der angeblich der große HSV-Fußballspieler sein wollte. Recht schnell stellte sich allerdings heraus, daß er unter falschem Namen lief und es erfolgte seine Festnahme. Wie wir hierzu erfahren, wurde Koch alias Luckenbach vor einigen Tagen vor dem Schöffengericht in Ahrensburg wegen verschiedener Delikte zu zwei Jahren und einem Monat Zuchthaus und einem Monat Haft sowie 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Eine sportbegeisterte Einwohnerschaft wird er nunmehr nicht mehr enttäuschen.
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Samstag, 26. Feb. 1938
Der VfL führt am morgigen Sonntag vier Fußball-Punktspiele hier durch
Von morgens 9 Uhr bis nachmittags rollt ununterbrochen der Lederball. 9 Uhr: VfL II gegen LBV Phönix IV, 10.30 Uhr: VfL Reserve gegen LBV Phönix Reserve, 13 Uhr: VfL Jugend B gegen LBV Phönix Jugend B. Am Nachmittag trifft die Liga des VfL auf den Lübecker Sportverein im fälligen Punktrückspiel. Für die noch sehr punktebedürftigen Oldesloer hängt von diesem Spiel sehr viel ab. Ein Sieg über die Lübecker würde vorläufig für den VfL in Bezug auf Abstiegssorgen eine wesentliche Beruhigung auslösen. Aber nach den letzten Leistungen beider Mannschaften muß man dem LSV ein kleines Plus geben.

Die beiden letzten Spiele der Rot-Weißen unterstreichen den Formanstieg. Kein geringerer als Kilia mußte daran glauben; mit 4:3 zogen die Kieler den Kürzeren. Am letzten Sonntag wurde der Tabellenletzte Eintracht Kiel einwandfrei 5:0 geschlagen. Die Ursachen dieses Formanstiegs liegen zur Hauptsache darin, daß der LSV durch Eintritt einer Anzahl Angehörige der Wehrmacht, welche in Lübeck zur Ableistung der Dienstpflicht eingezogen sind, sozusagen "unentgeltlich" zu einer neuen Mannschaft gekommen sind.

Für den VfL liegen die Dinge in dieser Beziehung genau umgekehrt. Es ist kaum möglich, die Lücken zu schließen, welche durch den Abgang der Wehrpflichtigen entstehen. Ob die Lübecker sich nun auch hier überzeugend durchsetzen werden, kann man schwer voraussagen. Die gesamte Hintermannschaft des VfL hat in den letzten Spielen gezeigt, daß sie schwer zu überwinden ist. Hoffentlich findet sich der Sturm der Oldesloer auch einmal zu einer einheitlichen Leistung zusammen. Das Spiel beginnt nicht, wie auf den Plakaten angegeben, um 14.45 Uhr, sondern erst um 15.30 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Samstag, 26. Feb. 1938
Das Amtsgericht Bad Oldesloe gab im öffentlichen Anzeiger für den Regierungsbezirk Schleswig bekannt: "Im hiesigen Vereinsregister ist bei dem Oldesloer Sportverein e.V. mit dem Sitz in Bad Oldesloe am 19. Feb. 1938 eingetragen: Der Name des Vereins ist geändert in Verein für Leibesübungen e.V." Samstag, 26. Feb. 1938
Das erste Winterturnfest der Horst-Wessel-Schule war von annähernd 140 Personen besucht, welche mit lebhafter Anteilnahme den vielseitigen Vorführungen großes Interesse entgegenbrachten. Bei der Begrüßung brachte der Hauptturnlehrer der Anstalt zum Ausdruck, daß die Veranstaltung nach den neuen Richtlinien für Leibeserziehung in Jungenschulen verbindlich vorgeschrieben sei. Durch die Leibeserziehung soll der soldatisch-politische Mensch geformt und erzogen werden. Die Leibeserziehung bildet damit einen wichtigen Faktor im Rahmen der Gesamterziehung und nimmt eine Schlüsselstellung in der Erziehung ein, ohne die Dreieinigkeit von Körper, Geist und Seele zu vernachlässigen. Die Bedeutung der Leibeserziehung wird in Zukunft äußerlich dadurch zum Ausdruck gebracht, daß die Wertung der Leistung in den Leibesübungen an erster Stelle im Zeugnis steht. Wenn nach den neuen Richtlinien viel verlangt wird, so wird nichts Unmögliches verlangt. Den Turnlehrern ist es immerhin freigestellt, den Unterricht frei schöpferisch zu gestalten, sie sind sich dessen bewußt, daß die Jugend unser kostbarstes Gut ist!

In viereinhalb Stunden wurde das umfangreiche Programm ohne Unterbrechung pünktlich abgewickelt. Die Sextaner zeigten als Körperschule Staffeln mit Keulen in Form eines Wettkampfes. Am kopfhohen Reck wurden Auf- und Umschwünge als Leistungsturnen durchgeführt; ein Hinkkampf schloß die ersten Vorführungen ab. So zeigten alle Klassen an den verschiedensten Geräten Ausschnitte aus der Körperschule, dem Leistungsturnen, den Spielen und Wettkämpfen, die eine Turnstunde ausfüllen. Besonderes Interesse erweckten die Bodenübungen, das Kürturnen der Oberstufe und das Boxen, das zum ersten Mal an der Schule gezeigt wurde. Im Schlußwort des Direktors, das mit einem "Sieg Heil" auf unseren Führer ausklang, dankte er noch einmal für den Besuch und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Interesse sich auch in der Zukunft bei den folgenden Winterturnfesten für die Leibesübungen zeigen möge. Die anschließende Elternversammlung zeigte, daß die Veranstaltung manche Frage ausgelöst hatte.
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Sonntag, 27. Feb. 1938
15. Punktspiel. VfL Oldesloe - Lübecker SV 0:1 (0:0)
"Großkampf auf dem Exer", so lautete die Überschrift für die Vorschau. Diese Überschrift paßte ausgezeichnet für die 90 Minuten Spielzeit. Wenn das siegbringende Tor auch erst in der 80. Minute fiel, so war der Kampf von der ersten bis zur letzten Minute fesselnd und in jeder Erscheinungsform als Großkampf anzusprechen.

Mit dem Schlußpfiff war das Spiel erst endgültig gewonnen. In der ersten Halbzeit, welche torlos verlief, hatte der VfL zeitweise mehr vom Spiel. Mit etwas mehr Glück hätte das Resultat 1:0 für die Gastgeber lauten können. Nach der ersten Halbzeit hatten die Gäste im Durchschnitt mehr vom Spiel, welches durch das Eckenverhältnis 4:2 zum Ausdruck kommt. Wir lernten in der durch fünf Soldaten verstärkten Gästemannschaft eine ausgesprochene Kampfmannschaft kennen, welche keinen nennenswerten schwachen Punkt aufzuweisen hatte. Die beiden Verteidiger überragten den Durchschnitt. Der gute Mittelstürmer wurde von dem hervorragend aufgelegten Schweim lückenlos abgedeckt. Der VfL hatte für die Verletzten Schlüter, Lüthje und Wolherr Schacht, Lindemeier und Schmidt eingestellt, welche sich ausgezeichnet in den Gesamtraum einfügten. Jeder gab sein Bestes. Hätte der rechte Verteidiger eher mit dem Rechtsaußen getauscht, so hätte der Sturm an Beweglichkeit und Durchschlagskraft gewonnen.

Als der sehr aufmerksame Schiedsrichter (Peters, Polizei Lübeck) das Spiel anpfiff, hatte sich eine große Zuschauermenge angesammelt. Leider war die Bodendecke des Platzes durch die drei voraufgegangenen Spiele schon sehr in Mitleidenschaft gezogen und vor den Toren weich und glatt. Immerhin wurde das Spiel nicht wesentlich dadurch benachteiligt. Der LSV begann sofort mit raumgreifenden Angriffen. Trotz des vielfachen Ersatzes fand der VfL sich ebenfalls schnell. Vier schön vorgetragene Angriffe, welche gute Torgelegenheiten in sich bargen, führten zweimal nicht zum Ziel, weil der letzte Einsatz fehlte. Zwei gut angesetzte Schüsse verfehlten leider ihr Ziel. Alle nach der linken Seite gegebenen Vorlagen brachte Drews in meisterhafter Weise vor das Tor; von der rechten Seite blieben sie öfter aus. Die vom Gegner vorgetragenen Angriffe stoppte die ausgezeichnete Verteidigung der Gastgeber.

Nach der Halbzeit, als der LSV mit dem Wind spielte, beherrschte er zunächst 15 Minuten das Feld und erzwang drei Ecken. Dann wurden bei verteiltem Feldspiel ausgezeichnete Angriffe nach beiden Seiten vorgetragen, so daß die Zuschauer nicht aus der Spannung herauskamen. Es wurde jedem klar, daß das erste Tor mit großer Bestimmtheit den Sieger entschied; die Gäste waren die Glücklicheren. In der 80. Minute schoß der LSV das einzige Tor. Der VfL nahm jetzt - leider zu spät - Kock nach Rechtsaußen. Wohl wurden schöne Angriffe bis in den Strafraum des Gegners getragen, aber der LSV blieb der glückliche Sieger.
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Martin Kock, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Schmidt, Walter Lindemeier, Hans Schacht, Helmut Krohn, Drews

Sonntag, 27. Feb. 1938
VfL Oldesloe II gegen Phönix Lübeck IV 3:1
Am Vormittag spielte zunächst die "Meistermannschaft" des VfL, die zweite Mannschaft, gegen Phönix IV. Obwohl die Oldesloer mit fünffachem Ersatz antraten, gewannen sie 3:1 und nähern sich siegesbewußt der Meisterschaft.
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Sonntag, 27. Feb. 1938
VfL Oldesloe Reserve gegen Phönix Lübeck Reserve 0:5
Die Reserve hatte die spielstarke Reserve des Phönix als Gegner und konnte sich, nach den vorhergehenden Ergebnissen zu urteilen, doch einigermaßen gut aus der Affäre ziehen, indem sie 5:0 verlor! - Leider verlor auch die Jugendmannschaft B gegen Phönix unnötigerweise 2:0; der gerade nicht durchschlagskräftige Sturm störte die ausgezeichnet arbeitende Hintermannschaft und war in dem erforderlichen Augenblick nicht vorne.
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Sonntag, 27. Feb. 1938
Boxen
Der Obmann der Boxmannschaft des VfL, Steinen, war mit acht Boxern nach Lübeck gefahren, um an dem gemeinsamen mit der Polizei, dem Militärsportverein und dem LSV durchgeführten Training, welches in der Hand des ehemaligen Meisters Eckstein lag, teilzunehmen. 50 Boxer aller Gewichtsklassen wurden im Seilspringen, Sandsackarbeit und Schattenboxen auf eine harte Probe gestellt. Erfreulicherweise stellten die Überprüften ihrem Lehrer das beste Zeugnis aus, denn für das am 12. März in Lübeck stattfindende Boxen wurden drei Oldesloer mit ziemlicher Bestimmtheit in Aussicht genommen.
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Sonntag, 27. Feb. 1938
Sportentscheid im Reichsberufswettkampf
Am Sonntag fand hier der Sportentscheid im Reichsberufswettkampf für alle Schaffenden statt. Alle Wettkampfteilnehmer des Wettkampfortes Bad Oldesloe fanden sich vormittags 8 Uhr auf dem Schulhofe der Berufsschule ein, um die Bedingungen für den Sportentscheid zu erfüllen. Bekanntlich scheiden diejenigen Teilnehmer am Reichsberufswettkampf aus, die den Sportentscheid nicht mitmachten.
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Montag, 28. Feb. 1938
Die stark mitgenommene Bodendecke des "Ligaplatzes" zeigte leider deutliche Spuren von unberufenen Spielern aus der Woche. An dieser Stelle ergeht noch einmal die Warnung an die begeisterte Sportjugend, das vom Stadtamt für Leibesübungen angebrachte Schild zu beachten; wer trotzdem ohne Erlaubnis vom Stadtamt für Leibesübungen (auch die Schulen) diesen Platz benutzt, wird zur Verantwortung gezogen!
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Samstag, 5. März 1938
VfL gegen Preußen Itzehoe
Durch die 0:1-Niederlage am letzten Sonntag gegen den Lübecker SV ist die Lage für den VfL eine recht ungemütliche geworden, da Olympia Neumünster und überraschend auch Schlutup zu wertvollen Punktgewinnen gekommen sind. Morgen muß nun der VfL hier auf dem Exer gegen Preußen Itzehoe zum Punktspiel antreten.

Es wird wieder zu einem erbitterten Gefecht kommen, denn die Itzehoer spielen keinen schlechten Fußball. Das erste Spiel verloren die Oldesloer nur knapp 2:3. Da der VfL in diesem Kampf infolge Abwesenheit einiger Spieler nicht mit stärkstem Aufgebot antreten konnte, kamen die Preußen unverdient zu zwei Punkten. Leider sind die Oldesloer auch morgen noch nicht wieder in der Lage, mit stärkstem Geschütz aufzufahren. Aber wie dem auch sei, die schon in manchem heißen Kampf erprobte und zuverlässige Hintermannschaft des VfL wird nichts verschenken. Wenn die Itzehoer etwas erreichen wollen, muß der Sturm schon aus Könnern bestehen. Der VfL hat jedenfalls immer noch eine reelle Chance, den Verbleib in der Bezirskliga sich selbst zu sichern, auch wenn sich scheinbar alles gegen die bisher mit größer Hingabe kämpfende Mannschaft verschworen hat.

Das Spiel beginnt um 15.30 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Sonntag, 6. März 1938
16. Punktspiel: VfL Oldesloe - Preußen Itzehoe 1:1 (0:0)
Unverständlicherweise fehlte auch diesmal der vom Bezirk angesetzte oder auch nicht angesetzte Schiedsrichter. Es ist das zweite Mal im verflossenen Halbjahr, daß die beiden Mannschaften sich auf einen hiesigen Unparteiischen einigen mußten. Zeit wird es, daß hier Wandel geschaffen wird. Beide Mannschaften konnten mit dem vielseitig erprobten Bezirksschiedsrichter Flindt (VfL Oldesloe), der das Spiel fehlerfrei, energisch und zielbewußt leitete, zufrieden sein.

Die Gäste aus der Garnisonstadt Itzehoe, die damit zu den einseitig bevorzugten gehören, hatten ihre Mannschaft durch die Soldaten so glücklich verstärken können, daß man sie im Vergleich zu der Herbstserie nicht wiedererkennen konnte. Die Verteidigung war gut, die Läufer hervorragend und der Sturm, bis auf den Rechtsaußen, der zum Glück für die Hiesigen alles weit daneben schoß, sehr angriffsfreudig. Die linke Seite war immer gefährlich.

Der VfL ging mit sehr gemischten Gefühlen in den Kampf. Der bis jetzt nicht zu ersetzende Torwart Purnhagen fehlte, Paul Drews, der die linke Seite im Spiel gegen den Lübecker SV erfolgreich einsetzte, war erkrankt. So mußte die Mannschaft im Sturm und in der Verteidigung umgebaut werden. Hannover im Tor, der an dem einzigen Tor durchaus schuldlos war, erledigte sich seiner schweren Aufgabe durchaus zufriedenstellend. Schmidt, der mit Busch in der Verteidigung stand, zeigte erneut, daß er hier an der richtigen Stelle ausgezeichnete Arbeit leisten kann. Die vielseitig erprobte Läuferreihe bildete wieder einmal den Turm in der Schlacht, an dem alle Angriffe der Gäste zerschellten. Der vielseitig veranlagte Kock spielte auf Rechtsaußen hervorragend; leider wurde er in der 30. Minute so hart genommen und verletzt, daß er nur mit halber Kraft bis zum Schluß des Spiels durchhalten konnte. Auf dem linken Flügel spielten Lindemeier und Schlüter stets sehr angriffsfreudig. Leider brachten die gut eingeleiteten Angriffe nicht den erwünschten Erfolg. Krohn spielte, wie immer, sehr eifrig und fehlerfrei. Hans Schacht, der mit seinen 35 Jahren noch aus der zweiten Mannschaft herübergewechselt war, begeisterte die zahlreich erschienenen Zuschauer zeitweise durch seine bestechende Taktik und ausgefeilte Technik; wenn auch die Ausdauer selbstverständlich nicht mehr die alte ist!

VfL wählte den starken Westwind als Bundesgenossen und wartete gleich mit Beginn des Spiels mit schneidigen Angriffen auf. Zwei ausgezeichnet eingeleitete Angriffe von Schlüter und Kock hätten zu Erfolgen führen können, wenn der starke Wind nicht hindernd mitgewirkt hätte. Die Gäste blieben nichts schuldig und brachten dadurch von Anfang an ein verteiltes Spiel für den ganzen Gang der Handlung. Beide Mannschaften erwirkten in den ersten Minuten je eine Ecke. Bis zur 30. Minute hatte der VfL zeitweise mehr vom Spiel und brachte das Tor der Gäste ernstlich in Gefahr. Bei einem vielverheißenden Angriff durch Kock, der bis zur Pfostennähe durchgeführt wurde, wurde er so hart gelegt, daß er für den weiteren Verlauf des Spiels leider nicht mehr mit ganzer Kraft spielen konnte.

Der mit recht verhängte Elfmeter wurde von Schweim sicher zum ersten Tor eingeschossen! Bei etwas Überlegenheit der Hiesigen wogte der Kampf bis zur 40. Minute hin und her, wo ein Itzehoer im Strafraum Hand machte. Diesmal verschoß Schweim den Elfmeter. Eine Minute vor Halbzeit wurde ein hundertprozent sicheres Tor von den Gastgebern verschossen. Nach Halbzeit hatten die Gäste den Wind und die schrägliegende Sonne, die sich für die Hiesigen nachteilig auswirkte, als Bundesgenossen, und bedrängten zehn Minuten lang das Tor.

Ein Fehler in der Verteidigung wurde geschickt ausgenutzt und das Ausgleichstor eingeschossen. Es war damit jedem klar, daß das nächste Tor den Sieg bedeuten würde. Jede Mannschaft spielte auf Sicherung und erzwang drei Ecken. Der VfL hatte mehr vom Spiel, aber ein Sieg konnte nicht errungen werden. - VfL Reserve gegen Post Lübeck 2:3.
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VfL Oldesloe: Hannover - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Martin Kock, Hans Schacht, Helmut Krohn, Walter Lindemeier, Willy Schlüter
Preußen Itzehoe: Kühl - Janen, Ernst - Gottschalk, Brügmann, Frank - Nissen, Nottelmann, Köhrsen, Möller, Staak

Sonntag, 6. März 1938
VfL Oldesloe Reserve gegen Post Lübeck 2:3
Die Reservemannschaft hatte die Post als Gegner und lieferte ein durchaus gleichwertiges Spiel. Nach anfänglicher Führung mußte sie sich zum Schluß leider knapp 2:3 geschlagen bekennen.
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Sonntag, 6. März 1938
Mannschaftswettkampf der HJ im Geräteturnen
In der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule fand der diesjährige Mannschaftskampf des Bannes 185 im Geräteturnen statt. Leider mußte die Möllner Turnerschaft ihre Mannschaft im letzten Augenblick zurückziehen.
Um 8.30 Uhr fand eine Kampfrichtersitzung statt und um 9 Uhr marschierten die Mannschaften unter Vorantritt des Spielmannszuges des Deutschen Jungvolks in die Turnhalle ein, nahmen Aufstellung zu den Zuschauern und wurden dem stellvertretenden Bannführer und Leiter der Stelle für Leibeserziehung, Scharführer Westphal, gemeldet. Scharführer Westphal eröffnete die Wettkämpfe und überbrachte den Teilnehmern die Grüße des Bannführers, der augenblicklich an einem Lehrgang der Reichsführerschule teilnimmt. Westphal wie darauf hin, daß dies der erste Wettkampf sei, der gemeinsam von Mannschaften der Vereine des DRL und seinen HJ-Mannschaften ausgetragen würde. Zum ersten Male nach dem Abkommen zwischen dem Jugendführer des Deutschen Reiches und dem Reichssportführer würde im Bann 185 um den Bannsieger und nicht wie bisher um den Kreissieger des DRL gekämpft. Westphal wünschte, daß der Kampf dazu beitragen möge, die Zusammenarbeit der Gefolgschaften der HJ und der zuständigen DRL-Vereine bedeutend zu fördern, denn beide sind aufeinander angewiesen. Der DRL braucht die Jugendlichen als Nachwuchs und die HJ benötigt den DRL zur weiteren Ausbildung der sportlich über dem Durchschnitt liegenden Jungens. Infolge von Zeitmangel sei es nicht möglich, innerhalb des Sportdienstes der HJ große Leistungen zu erzielen. Dies sei auch nicht der Zweck, denn im Turndienst der HJ würde nur die Grundschule gelehrt, während der Leistungssport in den Leistungsgruppen des Deutschen Jungvolks und nach Erreichung des 14. Lebensjahres als Mitglied eines Turnvereins betrieben werden soll. Westphal erklärte, daß alle Kräfte mobil gemacht werden müßten, denn bei der Jugend liege es, wie Deutschland 1940 und bei den weiteren Olympiaden abschneiden würde. Westphal setzte an den Schluß seiner Ausführungen die Worte des Gauführers des Gaues 7, SA-Brigadeführer und Senator Richter, die dieser anläßlich der Einsetzung der Stellenleiter für Leibeserziehung der Banne als Amtsträger des DRL sagte: "Ich wünsche, daß HJ-Gefolgschaft und zuständiger Verein des DRL eine geschlossene Kampfgemeinschaft wird."

Die praktische Durchführung des Wettkampfs lag in den Händen des Kreisjugendfachwartes für Turnen, Kamerad Warnatz (Lübeck). Sämtliche Riegen mußten Übungen am Reck, Barren, Pferd und Bodenübungern zeigen. Die Mannschaften waren in zwei Klassen eingeteilt. Während die A-Klasse einen Siebenkampf darstellte, bestand die B-Klasse aus einem Sechskampf. Von den Teilnehmern wurden zum Teil seh gute Übungen gezeigt, wenn auch manchmal nicht alles ganz vorschriftsmäßig klappte. Vor allem konnte die Mannschaft des MTV Bargteheide gefallen. Obgleich es größtenteils nur kleine Kerle waren, zeigten sie doch ganz exakte Übungen.

In der Siegerverkündung konnte Scharführer Westphal die A-Mannschaft des VfL Oldesloe in Klasse A mit 488 Punkten und die B-Mannschaft des MTV Bargteheide in Klasse B mit 439 Punkten als Sieger bekanntgeben. In seinem Schlußwort wünschte Westphal den Siegern bei den Gebietsmeisterschaften in Kiel alles Gute. Mit dem Lied "Auf hebt unsere Fahnen" und der Führerehrung fand der Wettkampf seinen Abschluß.
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Freitag, 11. März 1938
Der Präsident des Landgerichts notierte zur Eintragung im Vereinsregister: "Der Verein für Leibesübungen e.V. in Bad Oldesloe, früher Oldesloer Sportverein, hat seine Satzung nach Maßgabe der von dem Reichssportführer mit Zustimmung des Reichsministers des Inneren vorgeschriebenen Mustersatzung geändert."

Samstag, 12. März 1938
VfL gegen SS-Sportgemeinschaft Kiel um den Tschammer-Pokal
Die Spiele um den Tschammer-Pokal für die Bezirksliga beginnen nunmehr am morgigen Sonntag. Der VfL empfängt einen der "Übriggebliebenen" der Kreisklasse, die SS-Sportgemeinschaft Kiel. Es ist leider nicht möglich, etwas Bestimmtes über den wahrscheinlichen Ausgang des Spiels zu sagen, da die Kieler hier völlig unbekannt sind. Fest steht aber, daß die Gäste alles daran setzen werden, um ihre bis hierher erkämpfte Position zu halten und damit eine Runde weiter zu kommen. Der VfL wird mit einer veränderten Sturmreihe antreten. Im Hinblick auf die noch auszutragenden Bezirksspiele ist nur zu hoffen, daß die Fünferreihe sich bewährt, denn durch den neuerlichen Punktgewinn der Schlutuper ist die Lage für den VfL sehr brenzlig geworden. Das Spiel beginnt um 16 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Sonntag, 13. März 1938
Tschammer-Pokalspiel. VfL Oldesloe - SS-Sportgemeinschaft Kiel 2:0 (2:0)
VfL schlug SS-Sportgemeinschaft Kiel im Tschammer-Pokalspiel 2:0. Die Gäste aus Kiel hatten bei den bisherigen Spielen um den Tschammer-Pokal die Eisenbahner Husum mit 7:0 überfahren, Schleswig 06 mit 5:4 geschlagen und waren in der dritten Runde spielfrei geblieben. So stießen sie in der vierten Runde hier gleich auf den Vertreter der Bezirksklasse. Als Rückhalt waren annährend 100 SS-Männer der Motor-SS Kiel mitgekommen, die durch fleißige Zwischenrufe die Angriffsfreudigkeit zu erhöhen versuchten. Körperlich waren die Vertreter der Kreisklasse den Hiesigen im Durchschnitt überlegen. Sämtliche Posten waren gut, einige sogar sehr gut besetzt. Von der ersten bis zur letzten Minute zeigten die SS-Männer sich als Vertreter einer ausgeprägten Kampfmannschaft, die bis zur letzten Minute zu kämpfen verstand.

Sie bevorzugte dabei eine Husarentaktik, die einmal nicht zum Erfolg führte, weil im letzten Augenblick die Torschützen fehlten und vor allen Dingen nicht, weil die Verteidigung der Gastgeber wieder einen ganz großen Tag hatte und selbst das wohlverdiente Ehrentor nicht zuließ.

Der VfL hatte Wolherr wieder zur Stelle, welcher Rechtsaußen spielte. Es fehlten noch Paul Drews, Willy Drews und Kock. Zum ersten Mal stand Möller aus der Reserve in der Mannschaft. Mit Rücksicht auf die ungewohnte Umgebung führte er sich ausgezeichnet in den Rahmen ein und kann genau wie Schmidt ein brauchbares Mitglied der Ligamannschaft werden. Leider konnte der Schiedsrichter Dechow (Mölln) durchaus nicht gefallen. Es ist selten soviel bei einem Spiel auf dem Exer gepfiffen worden, obwohl selten eine Veranlassung dazu vorlag; denn das Spiel wurde durchaus fair von beiden seiten durchgeführt und abseits war es nicht immer!

Die Gäste begannen gleich mit wuchtigen Angriffen und versuchten den Gegner zu überrumpeln, welcher am Anfang alle Hände voll zu tun hatte, das Tor rein zu halten. Sehr gute Angriffe pfiff der Schiedsrichter wegen abseits ab. Während der ersten Halbzeit beherrschten die Hiesigen nun ziemlich einseitig das Feld und sie zwangen dem Gegner das gepflegte, teilweise allerdings übertriebene Paßspiel auf. Manchen Weg mußten die Gäste umsonst machen, wenn ihnen der Ball nicht vor den Fuß gespielt wurde.

Trotzdem wurde ihnen durch einen für sie verhängten Elfmeter die erste sichere Torgelegenheit gegeben. Der von dem ausgezeichneten Linksaußen getretene Ball wurde glänzend von Purnhagen gehalten. Im nächsten Augenblick war der Ball wieder im Spiel und nach links durchgegeben. Schlüter durchbrach die ausgezeichnete gegnerische Verteidigung und schoß das erste Tor dann unhaltbar ein. Wohl erzielten die Gäste eine dritte Ecke und versuchten durch Einzelgänge zum Erfolg zu kommen. Aber die Verteidigung des VfL wehrte alles ab. Lindemeier brachte ausgezeichnete Angriffe vor das gegnerische Tor; der Pfosten war rettend im Wege. Schweim köpfte eine Flanke eben überweg. Dann schoß Schlüter aus der Luft ein schönes Tor, wie man es selten sieht.

Nach der Halbzeit hatten die SS-Männer die bessere Seite und spielten mit der schräg liegenden Sonne. Zeitweise hatten sie mehr vom Spiel im Vergleich zur ersten Halbzeit. Wuchtig vorgetragene Angriffe brachten ihnen fünf weitere Ecken, denen der VfL nur drei entgegenzusetzen hatte, aber die ausgezeichnete Verteidigung der Gegner wehrte alles ab. Hätte der Torwart der Gäste nicht so hervorragendes Können gezeigt, so wäre die Niederlage größer ausgefallen. Im sicheren Gefühl des Sieges ließen die VfLer zum Schluß etwas nach; so daß die Kieler stark drängten. Aber das verdiente Ehrentor war ihnen nicht vergönnt.

25 Minuten nach Halbzeit wurde das Spiel eine Minute zum Gedenken der Gefallenen unterbrochen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Karl Wolherr, Helmut Krohn, Möller, Walter Lindemeier, Willy Schlüter.
Tore: 1:0 Schlüter, 2:0 Schlüter. - Schiedsrichter: Dechow (Mölln)

Sonntag, 13. März 1938
Von den angekündigten Spielen auf dem Exer fiel das Spiel der Reserve aus, weil der Gegner, Moisling, nicht erschienen war. - Dagegen erfreute die Jugend B die schon zahlreich erschienen Zuschauer durch ein Musterspiel und schlugen Moisling B 8:0. Wenn die Jugendlichen noch als Erwachsene die blau-weißen Farben vertreten können, dann braucht der Verein nicht um die Zukunft zu bangen! - Der Meisteranwärter VfL II kam mit einer Niederlage von 6:2 aus Lübeck zurück. LSV, unter Führung von "Jule" Schulz, hatte den Siegeszug der stark geschwächten Mannschaft gestoppt, trotzdem führt sie noch mit einem Vorsprung.
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Sonntag, 13. März 1938
Die Handballmannschaft des VfL spielte gegen Kücknitz 4:4
Einige Torschützen sind gut, aber es fehlt das überlegte Zusammenspiel. Zum 1. April verlassen sieben Spieler dieser Mannschaft Oldesloe, um ihrer Dienstpflicht beim Reichsarbeitsdienst zu genügen. Der Nachwuchs wird gesucht, um die Lücken auszufüllen.
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Montag, 14. März 1938
Zum kommenden Montag ruft der VfL alle Mitglieder zu der ordentlichen Mitgliederversammlung zusammen. Der Vereinsführer und seine Mitarbeiter erstatten den Jahresbericht, und die erforderlichen Ersatzwahlen werden getätigt. Außerdem wird der Plan für die Arbeit auf dem Exer festgelegt. Jeder muß zu der Versammlung kommen!
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Montag, 14. März 1938
Die grün-weißen Plakate in der Stadt weisen auf den am kommenden Samstag in Lübeck von der Polizei durchgeführten Boxkampf hin. Die junge Boxabteilung des VfL stellt mit Bestimmtheit drei, voraussichtlich vier Kampfer aus ihren Reihen. Es ist erwünscht, daß nach Möglichkeit viele Oldesloer als Zuschauer mit nach dort fahren.
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Freitag, 18. März 1938
Oldesloer Boxer in Lübeck
Morgen, 20.30 Uhr, finden in der Auktionshalle in Lübeck vom Polizeisportverein durchgeführte Boxkämpfe statt. Nachdem der Boxsport in Lübeck zwei Jahre geruht hat, tritt man jetzt wieder mit einer Werbeveranstaltung an die Öffentlichkeit. Um guten Sport zu zeigen, hat man aus den verschiedenen Sportvereinen die besten Leute gepaart. So stehen sich zwei alte Ringstrategen in Kloß und Zink gegenüber. Auch Brämer (LSV) und andere garantieren technisch schöne Kämpfe.

Außerordentlich zu begrüßen ist es, daß auch die junge Oldesloer Boxmannschaft an dieser Veranstaltung teilnimmt. Durch intensives Training sind einige Leute ringfertig aus der Schule hervorgegangen. So boxen u.a. der Oldesloer Meinke im Mittelgewicht gegen den LSVer Sprank. Beide kämpfen zum ersten Male in der Öffentlichkeit.- Im Halbschwergewicht boxt Eschenhorst (VfL) gegen den Bruder des ehemaligen Deutschen Meisters Eckstein (Polizei Lübeck). Bei dem Oldesloer, welcher über gute Ausdauer und Schnelligkeit verfügt, dürfte es wohl zu einem Siege reichen. Nevermann (VfL) und Boostedt (LSV) lautet die Paarung im Weltergewicht. Außer diesen drei Oldesloern sind noch zwei andere vorgesehen, und zwar der junge Schwergewichtler Rickert und der Leichtgewichtler Thiede. Hoffen wir, daß für die beiden auch noch eine Kampfpaarung zustandekommt und daß damit diese fünf Oldesloer ein bewährtes Training unter Beweis stellen.
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Samstag, 19. März 1938
Am Sonntag reger Sportbetrieb
Nach längerer Ruhepause herrscht am morgigen Sonntag in unserer Stadt wiederum starker Sportbetrieb. In den Vormittagsstunden sind die Schießstände im Bürgerpark besonders stark beansprucht; vier verschiedene Organisationen werden die Bedingungen schießen. Gleichzeitig findet in der Turnhalle der Stadtschule ein Sonderlehrgang für Sportwartinnen des Kreises Stormarn im Bund deutscher Mädel statt. Auf dem Exer werden verschiedene Spiele ausgetragen.
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Samstag, 19. März 1938
VfL gegen Kilia Kiel
Der VfL muß morgen den Meisterschaftsanwärter Kilia in Kiel besuchen. Hier wird es heiß hergehen. Die Kieler müssen gewinnen, um für die Meisterschaft nicht ganz auszuscheiden und zum anderen müssen die Oldesloer in dem nun beginnenden Endspurt die so heiß begehrten Punkte haben, um nicht abzusteigen!

Und die Aussichten für einen Punktgewinn sind auch gegen Kilia gegeben. In den letzten beiden Spielen kam die bisher ziemlich unerschütterte Stellung arg ins Wanken. Der Tabellenletzte Eintracht Kiel gewann ganz überraschend mit 2:1 und der VfB Kiel konnte am vergangenen Sonntag seinen ärgsten Widersacher mit 2:0 niederhalten. Also man sieht, daß überall nur mit Wasser gekocht wird; es wäre nur zu wünschen, daß von den bisher sich tapfer schlagenden Oldesloern auch wieder das nun einnmal zum Fußball notwendige Glück zur Seite stehen möge.

Die endgültige Aufstellung steht noch nicht fest, durch eine endlose Kette von Verletzungen und Krankheiten stehen die Verantwortlichen des Vereins vor keiner leichten und angenehmen Aufgabe, fast an jedem Sonntag ist das Mannschaftsbild ein anderes. Abfahrt der Mannschaft 11.41 Uhr per Bahn.
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Samstag, 19. März 1938
Vor Jahren stand der Tennissport hier in Oldesloe in achtungsgebietender Höhe. Der Papierform nach standen wir bei den Gruppenspielen in der Provinz schon an zweiter Stelle und kämpften in Neumünster gegen Düsternbrook um die Provinzmeisterschaft. Es soll jetzt versucht werden, diesen Sport wieder zu heben. Alle, welche Interesse daran haben, müssen am Dienstag in der "Harmonie" erscheinen.

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Samstag, 19. März 1938
Geräteturnen
Am Sonntagmorgen fährt der HJ-Gerätemeister in der A-Klasse, die Mannschaft des VfL, als einziger Vertreter des Kreises Lübeck nach Kiel, um mit den anderen Bannmeistern um die Gebietsmeisterschaft zu kämpfen. Als die Ausschreibung zu diesen Wettkämpfen erfolgte, stand das Geräteturnen im VfL in den Anfängen des Wiederaufbaues, so daß eine Beteiligung an den wichtigen Kämpfen zunächst in Frage gestellt wurde. Um die Verbindung mit der HJ zu betonen und damit auch gleichzeitig dieses wichtige Fachgebiet zu heben, haben die jetzigen Sieger mit solchem Fleiß und solcher Energie trainiert, daß der VfL sowohl zu der A- wie zu der B-Mannschaft je einen Vertreter zu den Ausscheidungskämpfen entsenden konnte. Wenn die B-Mannschaft auch nur einen Achtungserfolg errang, so wurde die A-Mannschaft Bannmeister und fand im Kreise Lübeck keinen Gegner. Wenn jetzt Lübeck, welches also keinen Gegner stellen konnte, uns in der Vorschau nur einen Achtungserfolg in Kiel zutraut, so vergißt es dabei das Wichtigste: 1. geht unser Bestreben dahin, die Leibeserziehung möglichst auf eine breite Basis zu stellen; 2. gilt für uns vor allen Dingen der Grundsatz: "Zusehen ist nichts, Mitmachen ist alles!" In diesem Sinne begleiten die besten Wünsche unsere Vertreter zu den Gebietsmeisterschaften in Kiel.
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Samstag, 19. März 1938
Die ersten Boxkämpfe der Oldesloer in Lübeck
Vor dichtbesetztem Hause fanden in der Auktionshalle in Lübeck die angekündigten Boxkämpfe statt. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht; es gab im allgemeinen guten Sport.

Nach den Begrüßungsworten des Leiters des Polizeisportvereins nahm man eine Ehrung des Kämpfers Zink vor, der an diesem Abend seinen 50. und auch letzten Kampf machte. Dann wickelten sich die Kämpfe in flotter Reihenfolge ab. Eine Überraschung brachten die Leute des VfL Oldesloe. Konnte man doch von vier Kämpfen zwei überlegene Siege buchen. Im Mittelpunkt des Abends stand der Kampf der Halbschwergewichtler Eckstein (Polizei Lübeck) und Eschenhorst (VfL Oldesloe). Eschenhorst griff in der ersten Runde beherzt an und es kam zu einem schönen Schlagabtausch. Die erste Runde war ausgeglichen, doch vernachlässigte der Oldesloer in der zweiten Runde seine Deckung und wurde verschiedene Male von Eckstein getroffen. Von da an führte Eckstein den Kampf. In der dritten Runde konnte Eschenhorst den Vorsprung nicht mehr aufholen, so daß Eckstein Punktsieger wurde.

Der VfLer Meinke kam im Mittelgewicht gegen Sprank (LSV) zu einem verdienten Punktsieg. Meinke konnte in diesem Treffen verschiedentlich mit linken Geraden bei seinem Gegner durchkommen.

Die Paarung Thiede (VfL) gegen Pleege (Polizei) sollte nicht zustande kommen, da Pleege kein Anfänger mehr ist und schon verschiedene erfolgreiche Kämpfe in seinem Rekord hat. Es ist besonders anzuerkennen, daß Thiede trotzdem den Kampf annahm. Der Ringrichter stoppte jedoch den Kampf, da der Lübecker zu überlegen war.

Zu einem eindrucksvollen Sieg kam der junge Oldesloer Schwergewichtler Rickert, indem er seinen Gegner Holste (Militärsportverein), der ihn um Haupteslänge überragte, in der zweiten Runde mit einem linken Haken weit über die Zeit auf die Bretter brachte.

Alle vier Vertreter zeigten einen gepflegten Stil und stellten ihrem Obmann Steinen, der sie in der kurzen Zeit so weit gefördert hat, das allerbeste Zeugnis. Hoffentlich können wir recht bald unsere Vertreter hier in Bad Oldesloe im Ring sehen.
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Sonntag, 20. März 1938
17. Punktspiel: Kilia Kiel - VfL Oldesloe 1:0 (1:0)
Der VfL fuhr mit gemischten Gefühlen nach Kiel, denn außer dem bekannten Ersatz mußten auch noch Grote und Schacht durch H Witt und Pump ersetzt werden. Erfreulicherweise fügten sich beide sehr gut ein, so daß die Mannschaft in der Gesamtheit eine erfreuliche Leistung zeigte. Hervorragend war wieder die Verteidigung, die aufopfernd von der Läuferreihe unterstützt wurde.

Schweim war wieder einmal der Turm in der Schlacht. Wohl zeigte der Sturm vorübergehend schön vorgetragene Angriffe, aber der krönende Torschuß blieb aus. Oder das sprichwörtlich gewordene Pech bedeutete für den Gegner die Rettung und dem VfL blieb die Enttäuschung. Kilia mußte mit dreifachem Ersatz antreten, die Mannschaft war weit von Meisterleistungen entfernt und zeigte mit Beginn der Serie viel bessere Leistungen. Die Verteidigung war auch hier der überragende Teil der Mannschaft.

Das Spiel begann mit wechselvollen Angriffen, bei denen die Kieler in der ersten Halbzeit tonangebend waren und durch das ausgeprägte Flügelspiel unsere Verteidigung vor schwere Aufgaben stellte. So wurde aus einem Gewühl heraus in der 22. Minute das erste Tor geschossen. Wohl erzwang Kilia fünf Ecken bis Halbzeit, denen der VfL drei entgegensetzte, aber unsere Angriffe waren vorübergehend gefährlicher. Zwei ausgezeichnete Schüsse von Pump verfehlten nur eben ihr Ziel, bei etwas Glück hätte das Ausgleichstor fallen müssen.

Nach der Pause war eine Viertelstunde lang verteiltes Spiel, dann übernahm der VfL das Kommando. Die Verteidigung stand zeitweise auf der Mittellinie. Angriff auf Angriff rollte gegen das gegnerische Tor. Leider waren sie teilweise zu durchsichtig und zu einseitig auf die linke Seite zugeschnitten, welche dadurch überlastet wurde, oder der Ball wurde zu weit nach vorne gegeben, die Stürmer konnten nicht folgen und die ausgezeichnete Verteidigung der Kieler rettete in der letzten Not. Zwei gute Schüsse trafen die Torlatte, Schweim versuchte es mit Langschüssen, aber das längst verdiente Ehrentor blieb aus. Zwei gut hineinkommende Ecken boten zum Schluß noch Gelegenheit zum Ehrentor, aber das Glück stand auf Seiten der Kieler und der VfL mußte sich wieder einmal mit dem knappesten aller Ergebnisse geschlagen bekennen!
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Sonntag, 20. März 1938
Geräteturnen in Kiel
Die HJ-Mannschaft im Geräteturnen vertrat die A-Mannschaft bei den Schlußkämpfen um die Gebietsmeisterschaft in Kiel. Die vier Gegner aus der Provinz rekrutierten sich aus Turnvereinen, welche eben das Turnen einseitig pflegen und daher auch unserer Mannschaft wenig Siegesaussichten ließen. Sieger wurde der Kieler Männerturnverein. Trotzdem gelang es unserer Mannschaft, bei der strengen Wertung noch 100 Punkte mehr herauszuholen, als bei den Ausscheidungskämpfen erzielt wurden. Vor allen Dingen nahmen alle viele fruchtbringende Eindrücke mit von diesen Kämpfen, daß für das kommende Jahr der Grund zum weiteren Aufbau des Turnens gelegt worden ist.
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Sonntag, 20. März 1938
Sportlehrgang des BdM
In der Turnhalle unserer Stadtschule veranstaltete der Jungmädel-Untergau Südholstein 185 für die Sportwartinnen des Kreises Stormarn unter Leitung der Sportwartin des Untergaues 185 einen Lehrgang, der recht gute Beteiligung aufweisen konnte.
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Montag, 21. März 1938
Jahreshauptversammlung des Vereins für Leibesübungen
Der Vereinsführer des Vereins für Leibesübungen Oldesloe, Studienrat Ohrt, hatte die Mitglieder des VfL ins "Deutsche Haus" zur Hauptversammlung zusammengerufen. Studienrat Ohrt gab einen kurzen Rückblick auf die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit und die im Sommer 1937 erfolgte Zusammenlegung der beiden hiesigen Vereine MTV und OSV. Der Vereinsführer brachte zum Ausdruck, daß auch in diesem Jahre weitere Erfolge eintreten möchten und der Verein dem Ziel, das ihm vom DRL gesteckt sei, immer näher komme. Erfreulicherweise ist die Mitgliederzahl des VfL im letzten halben Jahre erheblich gestiegen und ein Beweis dafür, daß man den Belangen des Sports örtlich das ihm gebührende Interesse entgegenbringt. Anschließend gab Studienrat Ohrt die Richtlinien bekannt, die vom Reichssportführer über die sportliche Betätigung in der SA, der Hitlerjugend und dem DRL erlassen worden sind.

Dann erstatteten die einzelnen Fachamtsleiter Bericht über im verflossenen Jahre erzielten Leistungen und durchgeführten Veranstaltungen und Spiele. Wie daraus zu ersehen war, werden im VfL fast sämtliche Sportarten und Spiele gepflegt und fast durchweg recht beachtliche Leistungen erzielt. Neu aufgenommen wurden die Sportarten Boxen und Fechten; die im Boxsport in kürzester Zeit erzielten Leistungen konnten am vergangenen Samstag beim Boxturnier in Lübeck unter Beweis gestellt werden. Auch der Fechtsport wird entsprechenden Auftrieb nehmen, zumal nunmehr ein geeigneter Fechtmeister zur Verfügung steht und das Interesse allmählich angeregt wird. Es wird beabsichtigt, auch in Zukunft eine Damen-Fechtabteilung einzurichten; vermutlich wird der Zuspruch recht rege sein.

Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und die Wiederbesetzung in gleicher Weise vorgenommen. Anschließend wurden noch verschiedene Fragen allgemeiner Art behandelt und für das kommende Sommerhalbjahr für die einzelnen Abteilungen die Übungsabende festgesetzt. Die für diesen Monat ursprünglich geplante Sportwerbeveranstaltung des VfL wird nicht mehr durchgeführt, da der Termin inzwischen zu weit fortgeschritten ist. Die alljährlich abgehaltene Oldesloer Turn- und Sportwoche wird im Monat August stattfinden. Mit der Oldesloer Turn- und Sportwoche soll gleichzeitig das ebenfalls alljährlich stattfindende Schwimmfest durchgeführt werden. Studienrat Ohrt gab anschließend noch Einzelheiten bezüglich des Deutschen Turn- und Sportfestes Breslau bekannt; einige Mitglieder des VfL werden daran teilnehmen und in Breslau die Reichsbundfahne in Empfang nehmen.
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Dienstag, 22. März 1938
Über das Spiel VfL gegen Kilia Kiel lesen wir in der "Nordischen Rundschau":
Die Oldesloer, die durch einige überraschende Siege der Schlutuper in arge Bedrängnis geraten sind, gaben sich rechte Mühe, um wenigstens ein Remis zu erreichen und damit die Lage zu verbessern. Gegen die geschwächte Kilia-Mannschaft wäre das Vorhaben beinahe geglückt, und, das sei betont, absolut nicht unverdient. Bei den Hiesigen, die Bergmann und Michalcyk schmerzlich vermißten, will es seit der Eintracht-Niederlage nicht mehr so richtig klappen. Der Sturm hat keine Traute und kann von Wendland auch nicht zusammengeschweißt werden, brachte doch der schon am Vorsonntag versuchte Tausch von Wendland mit Oeser keine entscheidene Wendung. So gab ein regelrechter Glückstreffer, den Bethge etwa eine Viertelstunde vor der Pause anbringen konnte, den Kilianern einen mageren 1:0-Sieg. Oldesloe stand nach dem Wechsel wiederholt dicht vor dem Ausgeleich, war aber im Angriff ebenfalls von erschreckender Hilflosigkeit. Kilia hat damit auch die zweite Serie abgeschlossen und muß nun Gewehr bei Fuß zusehen, wie der VfB Kiel in Glückstadt abschneidet.
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Dienstag, 22. März 1938
Der Keglerverein Bad Oldesloe hielt im Vereinshaus "Tivoli" seine Generalversammlung ab
Der Vereinsführer Jean Prang erstattete den Jahresbericht, worauf anschließend der Kassierer den Kassenbericht gab. Bei der Wahl des Vereinsführers wurde der bisherige bewährte Vereinsführer Prang einstimmig wiedergewählt. Dieser bestimmte dann für den früheren ausgeschiedenen Sportwart den Sportkegler G Lüthje. Nachdem der Vereinsführer noch einen kurzen Bericht über die in Kiel abgehaltenen Kreiskämpfe erstattete, teilte er mit, daß im Laufe dieses Jahres wieder verschiedene kegelsportliche Veranstaltungen abgehalten werden, u.a. ein Punktkegeln und ein Pokalkampf mit verschiedenen anderen auswärtigen Keglervereinen. Anläßlich des 50. Jubiläums des Kieler Keglerbereins im Mai soll auch eine Oldesloer Sechserriege starten.
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Donnerstag, 24. März 1938
Interessenten am Tennissport
Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen, Ortsgruppe Oldesloe, hat alle Interessenten am Tennissport, auch soweit diese bisher nicht gespielt haben, zu einer Besprechung für Dienstag, den 29. März, abends, in die "Harmonie" eingeladen. Es soll versucht werden, den Tennissport neu zu beleben.
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Samstag, 26. März 1938
Um den Tschammer-Pokal: VfL gegen Mölln
Das zweite Spiel um den Tschammer-Pokal muß der VfL genau wie im Vorjahre hier auf dem Exer gegen Mölln austragen. Die Mannschaft der Möllner befindet sich augenblicklich in einer glänzenden Verfassung. Die letzten Ergebnisse lassen darauf schließen, daß der VfL sich schon sehr anstrengen muß, um in die nächste Runde einzusteigen. Die Möllner schalteten u.a. den Lübecker Sportverein, in der Bezirksliga an dritter Stelle stehend, mit 3:2 aus dem weiteren Wettbewerb aus. Vorher wurde der Luftwaffenverein Travemünde 5:0 geschlagen, am letzten Sonntag ferner im Punktspiel der Postsportverein Lübeck überlegen 6:0 abgefertigt. Aus diesen Resultaten ersieht man, daß der Sturm Tore zu schießen versteht und die Hintermannschaft ebenfalls stark ist. Das Spiel beginnt um 15 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Samstag, 26. März 1938
Stadtschule gegen Horst-Wessel-Schule im Punkt-Fußballwettkampf
Die vom Gausachbearbeiter für Leibeserziehung im NS-Lehrerbund angeordneten Rundenspiele im Fußball wurden für den Abschnitt Bad Oldesloe in der vergangenen Woche beendet. Hier spielten die Mannschaften der Stadtschule gegen die der Horst-Wessel-Schule in den Jahrgängen 1926, 1925, 1924 und 1923. Nach der Austragung der Herbst- und Frühjahrsspiele ergibt sich folgende Zusammenstellung - Jahrgang 1926: Herbst 1:1 unentschieden, Frühjahr 3:0 für Stadtschule; Jahrgang 1925: Herbst 5:0 für Horst-Wessel-Schule, Frühjahr 5:2; Jahrgang 1924: Herbst 2:0 für Stadtschule, Frühjahr 4:0; Jahrgang 1923: Herbst 2:1 für Stadtschule, Frühjahr 1:1 unentschieden.

Sonach gewann die Stadtschule von insgesamt acht Spielen vier, zweimal wurde unentschieden gespielt und zwei Spiele wurden von der Horst-Wessel-Schule gewonnen. Mit diesem Ergebnis wurde die Stadtschule Punktsieger. - Am Montag dieser Woche hatte die Stadtschule eine Mannschaft nach Ahrensburg entsandt, um gegen den dortigen Sieger der Rundenspiele ihre Kräfte zu messen. Die Stadtschule gewann das Spiel mit 1:0.
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Sonntag, 27. März 1938
Tschammer-Pokalspiel: VfL Oldesloe - TSV Mölln 4:1 (2:1)
Die Möllner, welche hier schon einmal gründlich bei einem Pokalspiel gestrauchelt sind, kamen diesmal mit größten Hoffnungen und einem ansprechenden Anhang nach hier. Sie stützten sich dabei auf ihre Erfolge bei den bisher durchgeführten Ausscheidungskämpfen. Nach dem Unentschieden gegen Travemünde folgte der eindeutige Sieg von 5:0. Als nun der LSV als Bezirksliga-Verein 3:2 die Segel streichen mußte, war der Papierform nach ein Erfolg in den Bereich der Möglichkeit gezogen. Alles war anscheinend auf ein wuchtiges Draufgängertum zugeschnitten. Die zahlreichen Reisebegleiter versuchten, ihren Leuten den Rückhalt zu geben, als in den ersten 20 Minuten die Möllner nach vorn drängten. Es ging auch ziemlich laut im Spielfeld zu, zumal der Linksaußen der Gäste tonangebend war.

Sobald dann die Kombination des VfL lief, ging den Gästen aus Mölln der Atem aus, so daß sie nach Halbzeit, wo Wind und Sonne noch ihre Angriffe förderten, zeitweise ganz abgemeldet waren und die Hoffnung auf den Sieg bald aufgaben. Die Gäste stellten eine körperlich kräftige Mannschaft, welche bei gleichmäßigem Training zu besten Leistungen das Zeug in sich hat.

Bei dem VfL waren alle Spieler mit großem Eifer bei der Sache, so daß keiner aus dem Rahmen der Mannschaft herausfiel. Diesmal war Witt bei weitem der Turm in der Schlacht. Sein Eifer und seine Einsatzfrezudigkeit sind vorbildlich. Er war immer da, wo es Arbeit für einen Läufer gab und stoppte so manchen Angriff in den ersten Anfängen, so daß sein Spiel vor allen Dingen die Kraft des Gegners vorzeitig zermürbte. Im Sturm sahen wir W Drews, der sich erfreulicherweise sehr schnell von seiner Operation erholt hat und stets gute Angriffsfreudigkeit zeigte. Pump füllte seinen Posten wieder vielversprechend aus und schoß sein erstes Tor in der Mannschaft. Willy Schlüter und Lindemeier waren wieder sehr schnell und trugen stets gefährliche Angriffe in den gegnerischen Strafraum.

Lindemeier war der erfolgreichste Torschütze. Schlüter wurde scharf abgedeckt und scharf "beschiedsrichtert", so daß er nicht zu den verdienten Erfolgen kam. Der Schiedsrichter Baumann reicht lange nicht an die guten Leistungen seiner Kameraden aus Lübeck heran. Würde er als Schiedsrichter stets energisch, zielbewußt, bestimmt und aufmerksam seines Amtes walten, dann würden er und die Spieler harmonisch zusammenarbeiten können; diesmal war es nicht so.

Mölln spielte gegen die Sonne und den Wind. Alles wurde rücksichtslos nach vorne geworfen, so daß der VfL alle Hände voll zu tun hatte, die Angriffe abzuwehren. In den ersten Minuten wurden bereits zwei Ecken erzielt. 15 Minuten dauerte der Angriff der Gäste, dann war verteiltes Spiel und der VfL erzielte zwei Ecken. Trotzdem wurde diue Angriffsfreudigkeit der Gäste in der 25. Minute durch ein unhaltbares Tor belohnt. Angespornt durch den ersten Erfolg, griffen sie weiter an, lagen bis zur 40. Minute im Vorteil und erzwangen wieder zwei Ecken.

Dann hatten sie ihr Pulver restlos verschossen, als Lindemeier in der 42. Minute nach einer schönen Vorlage von links das erste Tor für den VfL schoß; und zwei Minuten später hieß es bereits durch Pump 2:1.

Nach Halbzeit lief die Kombinationsmaschine des VfL zeitweise lückenlos. Die Gäste fielen teilweise so ab, daß die Verteidigung auf der Mittellinie den Angriff mit Bällen versorgte. Bereits vier Minuten nach Halbzeit hieß es 3:1 für den VfL, als Drews nach einer guten Vorlage von links unhaltbar einschoß. Nur ab und zu brachten Durchbrüche der Möllner eine Ecke ein. Die letzten 30 Minuten sahen den VfL so überlegen, daß er seine Ecken auf zehn erhöhen konnte. Lindemeier hatte auf eine Vorlage von rechts, wo Drews mit Schlüter getauscht hatte, das vierte Tor eingeschossen. In den letzten beiden Jahren wurde Oldesloe Sieger bei den Ausscheidungsspielen. Einmal hatten wir Holstein Kiel hier als Gauliga-Verein zu Gast, im vergangenen Jahr konnte St. Pauli hier auf dem Exer nicht gewinnen und wir mußten nach Hamburg. Hoffentlich ist uns das Glück, welches bei den Bezirksspielen bei uns nicht anzutreffen war, bei den nächsten Spielen gewogen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, W Drews, Walter Lindemeier, Helmut Krohn, Pump
Tore: 0:1 (25.), 1:1 Lindemeier (42.), 2:1 Pump (44.), 3:1 W Drews, 4:1 Lindemeier. - Schiedsrichter: Baumann

Sonntag, 27. März 1938
VfL Jugend A gegen Mölln 2:1
Vor dem Pokalspiel maßen die Jugendlichen aus Mölln und Oldesloe ihre Kräfte. Die Hiesigen mußten vielfachen Ersatz aus der B-Gruppe einstellen und gewannen trotzdem 2:1. - Die Reserve spielte in Travemünde und verlor 0:5. Die zweite Mannschaft des VfL konnte am vergangenen Sonntag mit dem Punktspiel gegen die zweite Mannschaft des Vereins Schwarz-Weiß ihre Siegesserie fortsetzen; sie gewann 4:2.
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Dienstag, 29. März 1938
Gründung einer Tennisabteilung im VfL
Der Tennissport hat in den beiden letzten Jahren in unserer Stadt einen starken Rückschlag erfahren, daß aber trotzdem noch etliches Interesse hier besteht, beweist die verhältnismäßig große Anzahl der Anhänger, die sich in der "Harmonie" zu einer Besprechung eingefunden hatten. Der hiesige Tennisverein Teutonia, der in früheren Jahren auf beachtlicher Höhe stand und über vorzügliche Spieler verfügen konnte, hat, da nicht genügend Nachwuchskräfte vorhanden waren und somit die Leistungsfähigkeit zwangsläufig geschmälert wurde, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen Erwägungen angestellt, in welcher Form eine Wiederbelebung dieser schönen Sportart möglich sein würde.

Man ist dabei zu dem Entschluß gekommen, die selbständige Stellung des Vereins aufzugeben und dem Verein für Leibesübungen, der aus den früheren Vereinen OSV und MTV hervorgegangen ist, eine Tennisabteilung anzuschließen. Nach allgemeiner Ansicht wird es möglich sein, auf dieser Grundlage eine Förderung dieses Sportes zu erzielen und ihn wieder zu solchen Erfolgen zu verhelfen, die er in den früheren Jahren aufweisen konnte.

Es wurde dann beschlossen, unverzüglich mit der Herstellung der beiden Plätze im Kurpark zu beginnen. Die für die Auftragung einer neuen Decke erforderlichen Materialien werden schnellstens beschafft, so daß damit zu rechnen ist, daß bereits Anfang Mai die Felder spielfertig sind. Auch über die Höhe der Beiträge in den einzelnen Altersgruppen wurden Erörterungen angestellt; es war möglich, ein in jeder Beziehung befriedigendes Ergebnis zu erzielen.
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Mittwoch, 30. März 1938
Das für kommenden Sonntag angesetzte Spiel Schlutup gegen VfL Oldesloe fällt aus, da die im Tschammer-Pokalwettbewerb befindlichen Vereine an diesem Sonntag bereits die nächste Runde bestreiten müssen. Diese Veränderung mußte infolge des angeordneten Spielverbots am 10. April getroffen werden. Der VfL trifft hier am kommenden Sonntag auf Gut Heil Neumünster.
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