Spielserie 1937 - 38
Teil 4

 

 

Samstag, 2. April 1938
VfL gegen Gut Heil Neumünster
Wie bereits schon erwähnt, findet das mit Spannung erwartete Treffen in Schlutup am kommenden Sonntag infolge Terminschwierigkeiten der Pokalspiele nicht statt. Die letzten Acht der schleswig-holsteinischen Bezirksliga müssen nun am morgigen Sonntag noch einmal unter sich spielen. Die nachbleibenden vier Vereine treffen dann in der nächsten Runde auf die Gauliga.

Der VfL hat nochmals die Gelegenheit erhalten, eine Runde weiter zu kommen. Auf eigenem Platz gegen Gut Heil Neumünster sollte es doch eigentlich sicher geschafft werden. Die Neumünsteraner haben allerdings am vergangenen Sonntag Holsatia Elmshorn im Pokalspiel mit 5:2 aus dem Rennen geworfen. Dieses Ergebnis muß für den VfL eine Warnung sein, die Sache nicht zu leicht zu nehmen, denn gerade in Pokalspielen sind schon die merkwürdigsten Resultate herausgekommen. Das Spiel beginnt um 16 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Sonntag, 3. April 1938
Tschammer-Pokalspiel: VfL Oldesloe - Gut Heil Neumünster 1:2 (1:1, 1:0) n.V.
VfL Oldesloe unterliegt Gut Heil Neumünster 1:2. Das Glück, welches in der verflossenen Spielserie nie ein Weggenosse des VfL gewesen ist, stand auch diesmal einseitig auf Seiten des Schwächeren. Wohl hatten die Gäste eine gute Verteidigung und einzelne Könner im Sturm, in der Gesamtleistung aber hatte der VfL das Heft jederzeit in der Hand. Die Überlegenheit wurde ihm aber zum Verhängnis. Was nützte es in der ersten Halbzeit, wo, abgesehen von kurzen Durchbrüchen, nur auf das Tor der Gäste gespielt wurde, es fiel nur ein Tor. Die Gäste schlugen bei dem Sturm alles aus, was ihnen gefährlich werden konnte, so daß der ausgezeichnete Schiedsrichter Weinand (Lübeck) die Spieler verwarnen mußte. Als dann Ecke auf Ecke (9:3 für VfL) manche Torgelegenheiten brachten, wurden sie nicht ausgenutzt. Nach Halbzeit, wo der VfL gegen den starken Wind zu spielen hatte, wurden ausgezeichnete Angriffe nach vorne getragen. Die Eckenzahl erhöhte sich auf 15:5 für den VfL.

3:0 hätte dem Spielverlauf entsprochen. Leider wurde das Innenspiel zu einseitig bevorzugt. Die fraglichen Torschützen wurden abgedeckt. In dem Gefühl der Überlegenheit unterlief dem Torwart eine arge Kiste, so daß nach der regulären Spielzeit das Spiel 1:1 stand. Die Verlängerung brachte dann ein Zufallstor für die Gäste. Der Bessere hat dadurch unverdient verloren.

Bis auf Schlüter, welcher wegen einer Verletzung nicht spielen konnte, stützte sich der VfL auf die Mannschaft vom vorigen Sonntag. Auf Linksaußen stand der vielseitige Erstlingsspieler Dorn. Dieser fügte sich vielversprechend in den Gesamtrahmen der Mannschaft ein und bedeutet jederzeit eine Verstärkung für die Liga. Kock, welcher auf Rechtsaußen stand, mußte zeitweise wegen einer Verletzung sich Schonung auferlegen. Verteidiger, Läuferreihe und Sturm arbeiteten im Durschschnitt gut. Als wichtiger Faktor wirkte der böige Sturm sehr störend auf das Spielgeschehen, und hatte oft das letzte Wort. Durch die vielen Einwürfe wurde kostbare Zeit vergeudet.

Die Gastgeber hatten die Wahl und spielten mit dem böigen Sturm. In den ersten zehn Minuten war durchaus verteiltes Spiel; dann kamen die Turner selten über die Mitte. Bis zur 30. Minute hatten sie alle Hände voll zu tun, die Angriffe abzuwehren. Gelang es nicht, dann schob man einfach den Ball mit dem Wind über die Linie. In der 30. Minute gab Kock eine schöne Flanke vor das Tor, wo Schweim, der mit Krohn getauscht hatte, als Mittelstürmer ein vorbildliches Tor einköpfte. Bis zur Halbzeit hielt die Überlegenheit an, aber die verdienten Tore blieben aus.

Wer nach der Halbzeit auf eine entsprechende Überlegenheit der Gäste, welche jetzt mit dem Wind spielten, gerechnet hatte, sah sich durchaus getäuscht. Die VfLer zeigten ein schönes Kombinationsspiel, brachten den Gegner arg in Bedrängnis. Ecke auf Ecke wurde vor das Tor gebracht, aber der Gegner schoß das Gegentor, als Purnhagen dem Ball bei dem Aus bis an die Spielfeldgrenze nachlief und bei dem Einwurf noch nicht wieder zwischen den Pfosten stand. Trotz erdrückender Überlegenheit der Hiesigen blieb es bei dem Unentschieden bis zur 90. Minute.

Die ersten 15 Minuten in der Verlängerung spielte der VfL mit dem Orkan, der Schnee und Hagel so über den Platz peitschte, daß die Spieler, welche sich restlos im Feld der Turner um den Ball bemühten, kaum zu erkennen waren. Fünf Minuten nach dem Wechsel schoß der Halblinke der Gäste, der unbewacht dicht beim Tor stand, mühelos das Siegtor.
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Martin Kock, Drews, Helmut Krohn, Walter Lindemeier, Herbert Dorn.

Sonntag, 3. April 1938
Eisenbahn Lübeck II gegen VfL Oldesloe II 0:9
Am Vormittag spielte die sieggewohnte zweite Mannschaft des VfL gegen die Eisenbahner aus Lübeck 9:0 und festigte damit die "Meisterschaft"; gewinnt sie gegen Breitenfelde, dann ist nicht mehr daran zu rütteln. Der Spielführer Hans Schacht hat es in vorbildlicher Weise verstanden, alte Ligisten, welche in der Geschichte des Oldesloer Sports einen guten Ruf haben, wieder für das freudbringende Spiel zu begeistern, so daß eine ansehnliche Zuschauermenge Peemöller, Kindt, Witt, Ströh und vor allen Dingen ihn selbst in Meisterform sahen. - Die Reserve des VfL spielte in Lübeck gegen Eisenbahn I und verlor mit 1:3 Toren.
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Montag, 4. April 1938
Neuer Kreissportlehrer
Mit Ermächtigung des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat der Reichspräsident in Schleswig mit Wirkung vom 1. April 1938 den Lehrer Theodor Schlichting in Reinbek für den Kreis Stormarn zum Kreissportlehrer bestellt.
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Montag, 4. April 1938
Heute beginnen im Kurpark die Arbeiten auf den Tennisplätzen, bei günstigen Witterungsverhältnissen sind sie in drei Wochen fertig. Wer in diesem Sommer spielen will, muß sich bis zum 10. April in der Geschäftsstelle gemeldet haben, auch wenn er früher Mitglied gewesen ist.
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Dienstag, 5. April 1938
Fußballrundenspiele der Schule im Kreise Stormarn
Bisher war der Schulfußball in Deutschland zur Hauptsache noch örtlich orientiert. In dem verflossenen Schuljahr haben die Kreisfachberater für körperliche Ertüchtigung im NS-Lehrerbund es erneut versucht, möglichst alle Schulen heranzuziehen. So war der Kreis Stormarn in folgende sieben Unterkreisabschnitte geteilt: Oldesloe, Reinfeld, Bargteheide, Ahrensburg, Reinbek, Trittau und Ochsenzoll. Innerhalb der genannten Abschnitte lag die Durchführung in den Händen von Unterkreisabschnittsleitern, die nach allgemeinen Richtlinien, welche für das Gaugebiet richtunggebend sind, die Spiele durchgeführt haben. Im allgemeinen wurden die Spiele in einer Herbst- und Frühjahrsserie ausgetragen. Es beteiligten sich rund 50 Mannschaften, von denen annähernd 100 Spiele ausgetragen wurden. Hier und da wurde auch der erste Versuch unternommen, die Unterkreisabschnittsmeister gegeneinander spielen zu lassen. Mit der Einsetzung der Kreissportlehrer ist natürlich ein neuer Antrieb für die Zukunft gegeben, so daß voraussichtlich mit Beginn des neuen Schuljahres die Durchführung von Handballrundenspielen in der vorgenannten Form möglich wird.
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Donnerstag, 7. April 1938
Vorstandssitzung des VfL
Der Vereinsführer gab vorweg einen allgemeinen Überblick über die umfangreichen Vorbereitungen zu dem "Fest der Leibesübungen vom 23. bis 31. Juli in Breslau". Es wird, zumal nun der Gau Österreich vollzählig dazu kommt, das größte Deutsche Turn- und Sportfest aller Zeiten werden. Zu den volkstümlichen Mehrkämpfen sind allein 16.000 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen zugelassen. Die Meldungen dazu müssen bereits am 15. dieses Monats abgegeben werden; die Ausscheidungskämpfe dazu finden am 8. Mai in Lübeck statt. Näheres kann jeder in der Geschäftsstelle erfahren. In Breslau erhalten Vereine des DRL ihre Vereinsfahnen, die schon dort im Zuge mitgetragen werden. Weiter wurden die Einladungen für sportliche Veranstaltungen in Todendorf, Ahrensburg, Gut Heil Lübeck und Phönix bekanntgegeben. Zu dem leichtathletischen Sportfest am 24. April soll eine Abteilung entsandt werden.

Dann wurde eingehend die Eingliederung der Tennisabteilung erörtert. Jeder, der Interesse für diesen Sport hat, muß sich umgehend in der Geschäftsstelle melden, denn nach der Instandsetzung der beiden Plätze im Kurpark wird der Spielplan für den Sommer festgelegt, so daß dann eine spätere Berücksichtigung nicht mehr stattfinden kann. An diese Abteilung wird im Herbst die Hockeyabteilung angegliedert und das Tischtennisspiel wettkampfmäßig betrieben. Für das Faustballspiel sind eine Männer, Frauen- und Jugendabeteilung zu den Meisterschaftskämpfen gemeldet.

Für das Sommerhalbjahr werden bis zur Genehmigung durch die Ortsgruppe des DRL folgende Trainingszeiten festgelegt - Sonntag 10 Uhr: Leichtathletik und Sommersport, Dienstag: Turnen, Mittwoch: Fußball, Donnerstag: Boxen und Leichtathletik, Freitag: Jugend, Handball, Fußball und Leichtathletik, Sommersport, abends: Frauenabteilung. Das erste Training für alle Abteilungen beginnt bei günstigen Witterungsverhältnissen am Freitag, dem 15. April, 10 Uhr. Zum Schluß gab der Vereinsführer einen Überblick über die Mitgliederbewegung. Wenn auch eine erfreuliche Aufwärtsbewegung vorhanden ist, so entspricht sie nicht den gehegten Erwartungen.
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Donnerstag, 14. April 1938
VfL gegen Eintracht Kiel
Das ursprünglich für Ostermontag angesetzte Punktspiel gegen Eintracht Kiel ist nunmehr endgültig auf den morgigen Karfreitag verlegt. Dieses Spiel ist für die Kieler das letzte in der Bezirksliga. Es hilft alles nichts mehr, der Abstieg in die Kreisklasse steht fest. Bekanntlich trug der VfL das erste Spiel der jetzigen Doppelserie gegen Eintracht in Kiel aus. Und hier hätte es beinahe eine peinliche Überraschung gegeben. Bis eine Viertelstunde nach Halbzeit führten die Kieler gegen die bis dahin so sieggewohnten Oldesloer. Erst durch einen kräftigen Endspurt konnte der VfL mit 5:4 die Oberhand gewinnen. Der VfL ist der unmittelbare Nachbar der Kieler in der Tabelle. Es ist also alle Veranlassung vorhanden, auch den morgigen Gegner nicht zu unterschätzen. Beide Punkte müssen hier bleiben; dann sind die Abstiegssorgen, wenn auch nicht ganz behoben, so doch wesentlich verringert. Das Spiel beginnt um 16 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Donnerstag, 14. April 1938
Auf der letzten Spielausschußsitzung des VfL wurden Spielplan und Trainingszeiten für den Sommer wie folgt festgelegt - Sonntag 10 Uhr: Leichtathletik für alle Abteilungen. Das erste Training ist am Freitag, dem 15. April; Dienstag: Turnen in der Halle; Mittwoch: Fußball, zunächst noch in der Halle; Donnerstag: Boxen; Freitag: Frauenabteilung, zunächst noch in der Halle; Freitagnachmittag: Jugendabteilungen Leichtathletik, Handball und Fußball. Das erste Training beginnt nach den Ferien am Donnerstag, dem 21. April, mit dem Boxen. Am 22. und 23. April ist der Reichssportlehrer Schlesinger hier, um an den genannten Tagen Musterturnstunden durchzuführen.
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Donnerstag, 14. April 1938
Der Kreisfachwart für Handball war in Oldesloe, um in den maßgeblichen Kreisen die verschiedensten Fragen auf dem Gebiet des Handballsportes zu klären. Die Besprechung fand im Vereinslokal des VfL, im "Deutschen Haus", statt.
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Freitag, 15. April 1938
18. Punktspiel: VfL Oldesloe - Eintracht Kiel 6:0 (1:0)
VfL Oldesloe schlug Eintracht Kiel 6:0! Seit Jahren ist kein Spiel unter so wenig erfreulichen Verhältnissen durchgeführt wirden wie dieses. Es begann damit, daß wieder der Schiedsrichter nicht erschien; es ist dies leider nun schon das dritte Mal!!! Ohne den Gründen nachgehen zu wollen, ist es von den Fraglichen unverantwortlich und kann nicht genügend an den Pranger gestellt werden, wenn bei den Spielverlegungen die Ansetzungen der Schiedsrichter hinterherkinkt oder keiner benachrichtigt wird. Die Vereinsleitung sieht in der Nachprüfung der Mängel eine der wichtigsten Aufgaben für das Gedeihen des Sports!

Beide Parteien einigten sich auf den neutralen Schiedsrichter Seitler (Rümpel), der hier schon manches Spiel einwandfrei geleitet hat und sich alle erdenkliche Mühe gab. Entweder muß man den Gästen unbesehen nachsagen, daß sie das Wort Sportdisziplin nicht kennen, oder sie vermuteten, daß bei dem Ersatzschiedsrichter alles versucht werden könne.

Was sie sich an Redereien leisteten oder an unerlaubtem Spiel, ist hier in Oldesloe noch nicht in Erscheinung getreten. Was sie an Zurufen dem Schiedsrichter zu bieten versuchten, kann schlechthin nicht überboten werden. Je mehr sie von den Hiesigen überspielt wurden, je weniger Sportkameradschaft nannten sie ihr Eigen! Leider ließen die Hiesigen nicht alles unbesehen über sich ergehen!

Die Gäste hatten eine schlagsichere Verteidigung, welche bis zur Halbzeit den Ball mit dem Wind immer wieder nach vorne beförderten. Sturm und Läuferreihe waren harmlos und wurden selten gefährlich. Es ist nur unverständlich, wie diese Mannschaft Kilia schlagen konnte.

Die Gäste hatten Wahl und spielten mit dem Wind, der ihnen manchen Vorteil verschaffte. In den ersten 20 Minuten war verteiltes Spiel, beide Mannschaften erzwangen drei Ecken. VfL überragte durch gepflegtes, leider zeitweise übertriebenes unproduktives Kombinationsspiel, wo der Schuß fehlte. Die Läuferreihe und der Außen gaben manche schöne Flanke nach innen, aber der Innensturm vergaß das Schießen. In der 32. Minute krönte Wolherr, der in ausgezeichneter Schußlaune war, die vielseitigen Angriffe durch einen vorbildlichen, unhaltbaren Langschuß.

Schlagartig setzte mit diesem Tor das Gerede der Gäste ein, wobei der Mittelstürmer sich besonders auszeichnete und den Schiedsrichter zu Verwarnungen zwang. Das Nichtgelingen eines Angriffs, die Erfolge der Gegner waren immer gesuchter Anlaß, unbegründeterweise bei dem Schiedsrichter Protest einzulegen.

In den ersten zehn Minuten nach Halbzeit, als Wolherr mit Lindemeier getauscht hatte, konnten die Kieler den Sturm des Gegners noch halten, drei erzwungene Ecken für den VfL kennzeichnen den Drang nach vorne. Dann wurde der Tabellenletzte vollkommen überspielt. Nur wenn die Verteidigung der Gastgeber zu weit aufgerückt war, konnten sie sich etwas entwickeln. In der 12. Minute nach Halbzeit schoß Wolherr nach einer schönen Vorlage von Drews das zweite Tor. Nachdem der Torwart der Kieler mit viel Geschick drei gute Schüsse durch Fausten abgewehrt hatte, schoß Drews in der 25. Minute ein schönes drittes Tor. Kurz nacheinander mußten drei Kieler und ein Oldesloer auf Geheiß des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen.

Daß der Schiedsrichter damit die größten Krakeler erwischt hatte, erwies sich daraus, daß von jetzt an das Spiel durchaus ruhig verlief. Die Überlegenheit der Hiesigen wurde jetzt so stark, daß die Angriffe teilweise überhastet durchgeführt wurden. Mit Leichtigkeit schoß Wolherr noch zwei schöne Tore und Drews eins. Die Eckenzahl erhöhte sich auf zehn für den Sieger.

Mit diesem unschönen Spiel schloß die Serie auf dem Exer. Das nächste Spiel wird am 24. April in Schlutup und 14 Tage später das letzte Spiel in Neumünster ausgetragen.
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Karl Wolherr, W Drews, Helmut Krohn, Walter Lindemeier, Willy Schlüter.
Tore: 1:0 Wolherr (32.), 2:0 Wolherr (57.), 3:0 W Drews (70.), 4:0 Wolherr, 5:0 Wolherr, 6:0 W Drews
Schiedsrichter: Seitler (Rümpel)

Freitag, 15. April 1938
Breitenfelde gegen VfL Oldesloe II 1:2
Meisterschaft der zweiten Mannschaft des VfL. Die zweite Mannschaft des VfL, die bisher in so überlegener Weise bei den Punktspielen abschneiden konnte, war im Punktspiel gegegn den Ballspielverein Breitenfelde wiederum erfolgreich und hat damit die Meisterschaft in dieser Gruppe errungen. Wenn das Ergebnis mit 2:1 für den VfL auch nicht gerade sehr günstig ausgefallen ist und das Spiel nicht mit den Leistungen der letzten Kämpfe zu vergleichen war, so hat die zweite Mannschaft in dieser Serie doch gezeigt, daß sie über beachtliche Fähigkeiten verfügt und der für einen Sieg notwendige Kampfgeist vorhanden war. In der jetzigen Aufstellung wird diese Mannschaft bei längerem Zusammenspiel sicherlich in den Leistungen weiter ansteigen und zu neuen Erfolgen kommen.

Das Spiel verlief zeitweise recht hart, hinzu kamen außerordentlich ungünstige Platz- und Windverhältnisse. Während in der ersten Halbzeit die Oldesloer bei leichtem Wind spielten, wurde der Gegenwind in der zweiten Halbzeit so heftig, daß der Ball nur schwer gegen das gegnerische Tor gebracht werden konnte.
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VfL Oldesloe II: Burmeister - Witt, Zuchold - Hansen, Busch, Rieck - Ströh, Remshard, Hans Schacht, Kindt, Peemöller

Donnerstag, 21. April 1938
Sportsonderlehrgang
In der Zeit vom 22. bis 23. April weilt der Reichssportlehrer Schlesinger vom Deutschen Reichsbund für Leibesübungen in unserer Stadt, um hier einen Lehrgang im Turnen durchzuführen. An den beiden Abenden dieser Tage werden in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule Musterturnstunden durchgeführt, die unter Leitung des Reichssportlehrers stehen. Alle Turner und Turnerinnen der hiesigen Vereine und darüber hinaus der Turn- und Sportvereine der Umgebung, die dem DRL angehören, müssen an diesen Tagen abends 20 Uhr in der Horst-Wessel-Schule zur Teilnahme an den Übungsstunden antreten.
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Samstag, 23. April 1938
VfL gegen Schlutup
Das entscheidende und mit Spannung erwartete Spiel um den Verbleib in der Bezirksliga führt am morgigen Sonntag beide obengenannten Vereine in Schlutup zusammen. Für die Schlutuper ist es die letzte Möglichkeit, sich durch einen eventuellen Sieg für ein weiteres Jahr die Bezirksliga zu erhalten, falls der VfL auch im letzten Spiel gegen Olympia Neumünster unterliegen sollte.

In den letzten Spielen haben wir gesehen, daß die VfL-Mannschaft wieder gut in Form ist und nehmen daher an, daß beim morgigen Spiele beide Punkte nach Oldesloe gebracht werden. Rein spielerisch dürften die Oldesloer ein klares Plus haben. Von diesem Standpunkt aus gesehen, müßte der VfL als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen. Aber der Widerstand wird sehr groß sein; erstens wird der nur kleine und nicht ganz einwandfreie Platz den Hiesigen zu schaffen machen und zweitens wird der Gegner nichts unversucht lassen, um durch erhöhten Kampfgeist die Pläne der Oldesloer zu durchkreuzen. Es ist nichts Neues, daß eine spieltechnisch auf der Höhe stehende Mannschaft trotz großer Überlegenheit von einem Gegner, der nur seine Kampfkraft und einen unbändigen Siegeswillen ins Feld führen konnte, geschlagen wurde. Der VfL kann aber auch kämpfen, und morgen muß, da es um alles geht, alles Können angewendet werden, damit das Spiel gewonnen wird. Vor allen Dingen die Nerven behalten, sich auf nichts einlassen, nur das eine Ziel vor Augen: das Spiel unbedingt zu gewinnen, und dann wird es auch schon klappen. Der VfL muß Kock und den für dieses Spiel gesperrten Schmidt ersetzen.

Da die Fahrt per Autobus durchgeführt wird, können einige Schlachtenbummler die Fahrt mitmachen. Karten sind in der Geschäftsstelle Zigarrenhaus Heinrich Bahr zu haben. Abfahrt 2 Uhr vom "Deutschen Haus". Es wäre zu wünschen, daß die Mannschaft durch eine große Anzahl Schlachtenbummler den nötigen Rückhalt erhält.
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Samstag, 23. April 1938
Oldesloer Boxer kämpften in Lübeck
Vor dichtbesetztem Hause fanden in der Auktionshalle in Lübeck Boxkämpfe statt. Es kam im Verlauf des Abends zu schönen und interessanten Kämpfen. Außer mehreren Hamburger Kämpfern waren in Mette und Berodt auch zwei Oldesloer Anfänger verpflichtet worden.

Im Bantamgewicht boxte Mette (VfL) gegen des LSVer Mey. Mette führte in allen drei Runden und war in der Kampfesweise seinem Gegner überlegen. Es reichte jedoch nur zu einem Unentschieden. Der nächste Kampf im Weltergewicht: Berodt (VfL) gegen Krebs (LSV) brachte das Haus in Stimmung, da es hier in allen drei Runden zu einem beiderseits harten Schlagabtausch kam. Kurz vor Ablauf der letzten Runde stoppte der Ringrichter den Kampf zugunsten des Lübeckers, da Berodt mehrere harte Kopftreffer einstecken mußte.

Ganz besonderen Anklang fand auch wieder der Polizei-Boxer Eckstein, der seinerzeit den Oldesloer Eschenhorst knapp nach Punkten schlagen konnte. Durch diese wiederholt gelungene Veranstaltung scheut der Polizeisportverein keine Unkosten und hat zum 21. Mai in Form einer Großveranstaltung einen Klubkampf gegen die bestens bekannte Mannschaft Heinkel Rostock vorgesehen. Hierzu wurde schon jetzt der Oldesloer Schwergewichtler Rickert, der seinen Kampf durch k.o. gewann, für Lübeck verpflichtet.

Erfreulicherweise hat sich die Boxabteilung des VfL unter ihrem Trainer Steinen sowohl nach Zahl der Teilnehmer als auch nach der Seite des boxerischen Könnens stetig entwickelt, so daß bald eine Veranstaltung hier in Bad Oldesloe in Angriff genommen werden kann.
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Sonntag, 24. April 1938
19. Punktspiel: TSV Schlutup - VfL Oldesloe 3:1 (2:0)
Vor Jahresfrist kämpften wir aussichtsreich um die Zugehörigkeit zur Gauliga; jetzt haben wir die Aussicht, in die Kreisklasse zu kommen, wenn in 14 Tagen das Spiel in Neumünster nicht gewonnen wird. Die Mannschaft war sich dessen auch bewußt, und eine erfreuliche Zahl von Zuschauern aus Oldesloe gab der Mannschaft die Rückenstärkung.

Trotzdem verlor sie hoch und verdient, weil sie alleine durch die überlegene Taktik den Gegner schlagen wollte, die gefährlichen Außen nicht abdeckte und wie schon so oft, das Schießen vor dem Tor vergaß und es an Einsatzfreudigkeit fehlen ließ, oder zu spät die freistehenden Außenstürmer mit Bällen bedachte. Der Ball wurde im Durchschnitt von den meisten Spielern viel zu lange gehalten. Dabei spielte die Mannschaft in der ersten Halbzeit, wo Wind und Sonne den Angriff unterstützten, überlegen, in der zweiten Halbzeit, wo Dorn von Linksaußen nach der Mitte gegangen war, Lindemeier den rechten Flügel und Schlüter den linken besetzte, erdrückend überlegen; aber der Gegner schoß die Tore! Dabei stand den Schlutupern das Glück zur Seite, als ausgesprochen fünf erstklassige Schüsse die Latte oder den Pfosten trafen. Die Gastgeber hatten eine körperlich kräftige Mannschaft, die Verteidigung war gut und der bekannte Rechtsaußen Kellmann spielte mit einer Einsatzfreudigkeit, daß jeder echte Sportsmann seine Freude daran hatte. Hoffentlich beseelt ein ähnlicher Geist auch unsere Mannschaft, wenn in 14 Tagen die Entscheidung endgültig vor der Tür steht!

Das Spiel begann sehr vielversprechend, als Schlüter sofort nach Beginn auf Rechtsaußen gut durchkam und der scharfe Schuß leider die Latte traf. Im Anschluß daran wurden wohl sehr gute Angriffe vorgetragen, aber diese waren zu langsam und zu durchsichtig. Sie wurden eine Beute der schlagsicheren Verteidigung, oder die Latte rettete im letzten Augenblick. Kam der Ball zum Rechtsaußen und er war nicht genügend abgedeckt, was leider öfter der Fall war, so war das Tor der Hiesigen immer in Gefahr. Nur das Ausschlagen zur Ecke bedeutete die Rettung. So erzwangen die Schlutuper, obwohl sie lange nicht so oft im Angriff lagen wie die Oldesloer, nacheinander vier Ecken, denen wir nur zwei entgegensetzten.

Als in der 23. Minute Kellmann unbewacht durchkam, fiel das erste Tor, und als nach dem Anpfiff nicht die Lehre daraus gezogen und derselbe Spieler im 100-Meter-Tempo sich dem Tor näherte, gab es für den Torwart kein Halten, und Schlutup führte verdient 2:0, während es 3:2 für Oldesloe hätte stehen können, denn Dorn, welcher ausgezeichnet spielte, schoß aus einem Gewühl heraus gerade gegen die Ecke und weitere aussichtsreiche Schüsse prallten vom Tor ab.

Nach Halbzeit wurde die Überlegenheit der Hiesigen durch die Umstellung noch größer, die Verteidigung stand oft vor der Mittellinie, der Gegner konnte sich nicht entwickeln und beschränkte sich auf Durchbrüche, aber diese wurden mit solcher Wucht und solchem Einsatz vorgetragen, daß das Ausschlagen zu einer Ecke die letzte Rettung bedeutete. Der Gegner erzwang so nicht nur erneut fünf Ecken, denen wir nur drei entgegensetzen konnten, sondern der Linksaußen erhielt ungedeckt eine Vorlage und schoß das dritte Tor in der 30. Minute nach Halbzeit.

Wohl wurde der Rechtsaußen jetzt richtig abgedeckt und kam nicht zum Schuß. Im Kampf um den Ball zeigte unsere Mannschaft erforderliche Einsatzbereitschaft, aber vor dem Tor fehlte sie vollkommen. Als Drews sich gut durchgespielt hatte und allein auf das Tor zulief, war das erste Tor fällig, leider traf der Schütze nur den Pfosten. Nur Dorn war es vergönnt, das Ehrentor, das x-mal in der Luft gelegen hatte, drei Minuten vor Schluß unhaltbar einzuschießen. Bis zum entscheidenden Spiel in Neumünster muß das Training rücksichtslos durchgeführt werden, und die bekannten Mängel müssen restlos verschwinden; die Mannschaft hat das Rüstzeug in sich, es doch noch zu schaffen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Helmut Krohn, Herbert Busch - Witt, Helmut Schweim, Grote - Willy Schlüter, Drews, Karl Wolherr, Walter Lindemeier, Herbert Dorn
Tore: 1:0 Kellmann (23.), 2:0 Kellmann, 3:0, (75.), 3:1 Dorn (87.)

Sonntag, 24. April 1938
Schlutup Reserve gegen VfL Reserve 1:1
Die Reserve spielte in Schlutup gegen die gleiche Mannschaft unentschieden 1:1. - Die ersatzgeschwächte A-Jugend verlor das fällige Bezirksspiel gegen die Post 4:0, während die B-Jugend 4:3 in Travemünde gewann.
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Freitag, 6. Mai 1938
Tennis
In Lübeck fand eine Sitzung des Fachamtes Tennis Gau 7, Kreis 4, statt, auf der alle Einzelheiten für die nächste Spielzeit durchgesprochen wurden. Vertreten waren die Städte Lübeck, Schwartau, Ratzeburg, Neustadt in Oldenburg und Bad Oldesloe.

Wie auch in den vergangenen Jahren ist gegen jede andere Stadt ein Pflichtturnier zu spielen, außerdem können noch Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Die Mannschaften bestehen aus mindestens sechs Herren uned vier Damen. Sollte eine Mannschaft nicht die erforderliche Anzahl Spieler stellen können, so gelten die entsprechenden Spiele als verloren. Es sind zu spielen: vier Damen-Einzel, vier Gemischte, sechs Herren-Einzel und drei Herren-Doppel. Damendoppelspiele wurden für Wettspiele nicht genehmigt. Unseren ersten Kampf werden wir am 12. Juni gegen Ratzeburg auf eigenem Platze auskämpfen. Am 19. Juni spielen wir in Lübeck auf der Falkenwiese gegen die Lübecker, am 10. Juli kommt die vereinigte Mannschaft der Städte Neustadt/Oldenburg nach Bad Oldesloe, und unseren letzten Kampf werden wir am 17. Juli in Bad Schwartau haben.

Bedauerlicherweise werden unsere Tennisplätze erst am 15. Mai spielfertig sein; alle Spieler werden sich dort um 15 Uhr versammeln, um ihre Spielzeiten zu erfahren und in Mannschaften eingeteilt zu werden. Nur ein Monat bleibt uns zur Vorbereitung für unseren nächsten Kampf, wir hoffen jedoch, daß es unserer jungen Mannschaft gelingen wird, den ersten Kampf auf eigenem Platz siegreich zu beenden.
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Samstag, 7. Mai 1938
VfL gegen TuS Olympia Neumünster
Der morgige Sonntag bringt nunmehr die Entscheidung, ob der VfL der Bezirksliga ein weiteres Jahr angehören wird. In dem Spiel gegen Schlutup haben die Blau-Weißen ihre zahlreichen Anhänger schwer enttäuscht. Wenn es gegen den morgigen Gegner geschafft werden soll, muß die Mannschaft mit weitaus besseren Leistungen aufwarten. Die Neumünsteraner haben sich durch einen überraschenden 4:1-Sieg über Preußen Itzehoe, wenn auch nur durch ein besseres Torverhältnis, endgültig in Sicherheit gebracht. Dieses Resultat beweist, daß der VfL vor keiner leichten Aufgabe steht. Es muß aber geschafft werden, alles muß hergegeben werden, dann ist noch nichts verloren. Das Spiel beginnt bereits um 14 Uhr, Abfahrt 11.41 Uhr mit der Bahn.
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Sonntag, 8. Mai 1938
20. Punktspiel: Olympia Neumünster - VfL Oldesloe 2:5 (0:2)
VfL siegte in Neumünster mit 5:2! Schweim fünffacher Torschütze. Wenn die Außenstehenden durch diesen Bericht erfahren, daß von den 150 Zuschauern annähernd die Hälfte Oldesloer waren, von denen einige, wenn das Reisegeld nicht ausreichte, sogar den weiten Weg auf dem Rad zurückgelegt hatten, die können schon ermessen, wenn man von der "Sportstadt" Oldesloe spricht. Sie verstehen es vielleicht noch klarer, wenn ihnen von Augenzeugen berichtet wird, daß bei dem Spiel Gut Heil Neumünster gegen Eimsbüttel nicht soviele Zuschauer anwesend waren, als wenn hier auf dem Exer ein guter Bezirksliga-Verein gegen uns antritt. Eine Parallele dazu hatten wir vor 14 Tagen in Schlutup hinsichtlich der Rückenstärkung; erfreulicherwesie bot die Mannschaftsleistung kaum einen Vergleich zu all den Spielen der so wenig glücklichen Serie. Das Spiel vor Jahresfrist gegen den Hamburger Bezirksmeister Komet hier auf dem Exer, als der Gegner 3:1 die Segel streichen mußte, atmete denselben Kampfgeist wie jetzt unsere Vertreter, welche mit einem unbeugsamen Siegeswillen nach der Holstenstadt gefahren waren.

Die Belastung, Du mußt gewinnen, wenn Oldesloe in der Bezirksliga verbleiben will, war bestimmt keine angenehme Beigabe. So verliefen die ersten 30 Minuten bei durchaus verteiltem Spiel. Eine Vorhersage war durchaus gewagt, zumal der Gegner über eine sichere und stabile Verteidigung verfügte. Der Sturm war außerordentlich angriffsfreudig und vor dem Tor immer gefährlich. Das Abseitsspielen durchaus gewagt, da der Schiedsrichter nicht immer schnell und überzeugend eingriff. Wenn auch einige Spieler aus der Siegmannschaft hervorragten, so wurden die meisten Tore aus der vorbildlichen Zusammenarbeit mehrerer Spieler erzielt.

Alle spielten mit Eifer und einer Einsatzfreudigkeit, welche für die Zukunft das Beste erhoffen läßt. Ab und zu war das Spiel zu durchsichtig, der Ball wurde noch zu lange gehalten und die freistehenden Außen nicht schnell genug bedient; aber wenn die Parole "ihr müßt gewinnen" nicht mit auf den Weg gegeben werden muß, dann werden bei allseitig gutem Willen auch die Mängel der Vergangenheit angehören.

In den ersten 30 Minuten hielten sich beide Gegner die Waage. Olympia spielte mit dem Wind und war etwas im Vorteil. Beide Mannschaften erkämpften zwei Ecken. Als nach einer schönen Vorlage von Dorn, der sich wieder vorbildlich in das Gesamtgefüge einpaßte und vorbildlich aufbaute, Wolherr selbstlos an den freistehenden Schweim weitergab, schoß dieser das Führungstor. Kurz darauf wurde derselbe nach einem vielversprechenden Durchspiel regelwidrig im Strafraum gelegt. Er schoß den Elfmeter unhaltbar zum zweiten Tor ein. Bei diesem Torverhältnis (2:0) blieb es zur Halbzeit.

Die Hiesigen hatten jetzt die bessere Seite und jeder erhoffte einen schnellen Ausbau des Vorsprungs. Es kam aber zunächst anders. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel. Als die Hiesigen bei der Abwehr nicht energisch zufaßten, führte der VfL nur noch 2:1. Mehrere Angriffe des Gegners wurden im letzten Augenblick glücklich abgewehrt. Kock war als zurückgezogener Mittelläufer sowohl im Aufbau wie auch in der Abwehr kaum zu überbieten.

Nach der kurzen Drangperiode übernahm der VfL eindeutig die Führung in der Spielhandlung. Drei Ecken veranschaulichen den Drang nach vorne. Nach einem vorbildlichen Durchspiel vom Strafraum des Gegners bis zu Schlüter, der an seine besten Tage anschloß, spielte dieser in uneigennütziger Weise zu Schweim, der in der 65. Minute wiederum unhaltbar einschoß. Zwei Minuten später traf ein Meisterschuß von Dorn die Latte. Geistesgegenwärtig lenkte Schweim im Nachschuß das Leder mit dem Kopf zum vierten Tore ein. Mehrere Ecken für den VfL unterstrichen die Überlegenheit. Als nach einem Strafstoß durch Schlüter der Ball zu Schweim gespielt wurde, schoß er auch das fünfte und letzte Tor.

In einem prächtigen Kampf hatte der VfL also den Gegner bezwungen und damit die Punkte gewonnen, die zum Verbleib in der Bezirksliga notwendig waren. Hierzu der Mannschaft unseren herzlichsten Glückwunsch!
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Martin Kock, Grote - Karl Wolherr, Herbert Dorn, Helmut Schweim, Helmut Krohn, Willy Schlüter
Tore: 0:1 Schweim, 0:2 Schweim (Foulelfmeter), 1:2, 1:3 Schweim (65.), 1:4 Schweim (67.), 1:5 Schweim, 2:5

Sonntag, 8. Mai 1938
VfL Oldesloe Reserve gegen USC Paloma Hamburg kombiniert 5:1
Die Reserve des VfL war einer Einladung zum Stiftungsfest des Sportklubs Ahrensburg gefolgt und spielte im Rahmen dieses Festes gegen Paloma Hamburg. Nach teilweise sehr guten Leistungen trug die Reserve einen schönen 5:1-Sieg davon.
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Sonntag, 8. Mai 1938
Olympia Neumünster II gegen VfL Oldesloe II 3:2
Die sieggewohnte zweite Mannschaft des VfL spielte in Neumünster gegen Olympia II und unterlag knapp 2:3.
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Sonntag, 8. Mai 1938
Handball. VfL Oldesloe gegen Polizei Lübeck 13:6
Unsere Handballmannschaft errang in Lübeck einen schönen Erfolg. Trotzdem Lübeck 1:0 in Führung ging, gelang es, bis zur Halbzeit einen 9:1-Vorsprung herauszuholen. Nach Halbzeit wurde das Spiel ausgeglichen. Immerhin erzielten die Oldesloer noch vier Tore, so daß ein hoher 13:6-Sieg herauskam. Alle Spieler setzten sich gut ein und dürften bei gleichem Spieleifer und Einsatz weitere schöne Erfolge erzielen.
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Dienstag, 10. Mai 1938
Spielausschußsitzung des VfL
Nach den vorbereitenden Kursen im Fußball kommt morgen der Reichsbundfachlehrer im Fußball, Teufel, mit dem Kreisfachwart für Fußball, Schöning, nach hier, um eine Lehrstunde in der Horst-Wessel-Schule durchzuführen. Alle Fußballspieler treten dazu um 20 Uhr an. Jugendliche können als Zuschauer an den lehrreichen Vorführungen teilnehmen. Im Anschluß an diese Vorführungen wird das Sommertraining im Fußball bekanntgegeben.

Am kommenden Sonntag ist für die Faustballspieler bereits das erste Turnier in Lübeck. Der VfL beschickt es mit einer Frauen- und einer Männermannschaft. Die Frauenabteilung hat das Training bereits aufgenommen. Am 11. Mai wird es fortgesetzt auf dem Exer, mit der Männermannschaft zusammen. Am kommenden Freitag ist Fortsetzung und im Anschluß daran werden die Mannschaften für das Turnier in Lübeck aufgestellt.

Außer sonntags ist das Sommertraining für die Leichtathleten am Donnerstag, 20 Uhr, auf dem Exer. Da schon Einladungen zu leichtathletischen Sportfesten vorliegen und die Witterung das Training bisher kaum zuließ, ist jetzt Eile geboten. Dann gab der Vorsitzende einen Bericht über die Eingliederung des Tennis in die vorgesehenen Gruppenwettspiele.
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Mittwoch, 11. Mai 1938
Kegelsport
Der hiesige Kegelklub "Acht um'n König" hatte den Lübecker Kegelklub "Tempo" zu einem Freundschaftskegeln zu Gast. Es wurden in einem 60-Kugel-Kampf von jeder Seite zwei Mannschaften gestellt. Die Hiesigen siegten mit beiden Mannschaften; die erste mit einem Plus von 42 Holz und die zweite mit 53.
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Donnerstag, 12. Mai 1938
Nochmal VfL gegen Olympia
Über das Spiel VfL Oldesloe gegen Olympia Neumünster lesen wir im "Holsteinischen Courier": Für die Oldesloer ging es um Sein oder Nichtsein. Um den Verbleib in der Bezirksliga oder aber um den Abstieg. Und den hätten sie aufgrund ihres guten Torverhältnisses wahrlich nicht verdient gehabt. Bei ihrem Kommen sah man es ihnen an, daß sie sich ihrer schwierigen Lage durchaus bewußt waren. Ein stattlicher Anhang hatte sie auf ihrem Canossagang nach Neumünster begleitet, um ihnen während der schweren 90 Minuten anfeuernd zur Seite zu stehen.

Sie brauchten sich wahrlich nicht die Kehlen wund zu schreien, denn die mit dem Mut der Verzweiflung kämpfenden Oldesloer ließen keinen der Anwesenden darüber im Zweifel, daß sie um jeden Preis gewinnen wollten. Die zunächst recht sorglos spielenden 59er gedachten diesen entscheidenden Punktkampf als laues Freundschaftsspiel zu behandeln und wurden erst stutzig, als es in ihrem Gehäuse zweimal "gefunkt" hatte. Ein Schuß ins leere Tor und ein Elfmeter waren ursächlich für diesen beruhigenden 2:0-Pausenstand. Als nach dem Wechsel die 59er einen Treffer aufholten, schöpften die Unaufmerksamen vage Hoffnungen, die sei aber bald begruben, als die von ünbändigem Siegerwillen durchdrungenen Gäste nach und nach mit 5:1 davonliefen, und nur zum Schluß noch einen Gegentreffer zuließen.

Die Hiesigen spielten unter Form, fielen zusehends auseinander und hatten dazu bei allen Spielhandlungen ausgesprochenes Pech.
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Donnerstag, 12. Mai 1938
Neue Sporträume am Exer
Am 15. Mai werden den hiesigen sporttreibenden Vereinen sowie den Schulen neue zeitgemäße Sportumkleideräume an dem Sportplatz Exer zur Verfügung gestellt. Nachdem das frühere Sportheim zur Gauschule der DAF ausgebaut worden ist, machte sich ein Mangel an Umkleide- und an Waschräumen bemerkbar. Die Stadt hatte dieses Problem in Verbindung mit dem neuen NSV-Kindergarten gelöst. Eine größere Fläche dieses Gebäudes wurde für den Ausbau von Sporträumen zur Verfügung gestellt. Der Ausbau ist nunmehr soweit fortgeschritten, daß die Benutzung bereits am kommenden Sonntag erfolgen kann. Insgesamt stehen vier große Räume zur Verfügung, und zwar zwei Umkleideräume für Männer, ein Umkleideraum für Frauen und ein großer Waschraum. Noch in diesem Sommer soll eine Beheizungsmöglichkeit geschaffen werden, so daß auch die Räume in den Wintermonaten zur Verfügung stehen. Die Umkleideräume sind nett ausgestaltet und mit dem notwendigen Mobiliar versehen. Alle Sportler werden die Schaffung dieser schönen Umkleideräume in unmittelbarer Nähe des Platzes freudig begrüßen. Für die neue Sportanlage jenseits der Trave wird ein besonderes Gebäude in Rundholzkonstruktion und Reetdach geschaffen, das gleichzeitig von der Badeanstalt aus verwendbar sein wird. Mit den Bauarbeiten wurde in diesen Tagen begonnen.
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Sonntag, 15. Mai 1938
Fußball
Mit Rücksicht auf die Reichssportwettkämpfe der Hitlerjugend am kommenden Sonntag wurden die beiden folgenden Spiele gegen die Polizei vorverlegt. Da die Nachricht davon uns sehr spät erreichte, war es nicht möglich, für die A-Mannschaft die stärkste Besetzung nach Lübeck zu entsenden. Sie hatte mit den Angriffen Pech und verlor unverdient hoch 5:0. Die B-Mannschaft spielte mit der stärksten Besetzung und schlug den Gegner nach überlegenem Spiel 5:2. Jetzt heißt es, bis zu der neuen Serie fleißig trainieren. Neue Mitglieder müssen sich jetzt anmelden, damit die Vereinsleitung rechtzeitig einen Einblick über die Zahl der zu meldenden Mannschaften hat. In der neuen Serie werden die Spiele im Banngebiet der Hitlerjugend durchgeführt. Nach Ermittlung des Siegers spielen die Bannmeister gegeneinander, um den Gebietsmeister zu ermitteln.
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Sonntag, 15. Mai 1938
Wiederaufnahme des Tennissports
Nachdem die Tennisplätze durch einen Fachmann gründlich überholt worden sind, wobei der Verein keine Kosten gescheut hat und erstklassiges Material für die Spezialdecke verwandte, wurden sie durch den Vereinsführer ihrer Bestimmung übergeben. Die der Tennisabteilung des VfL angeschlossenen Mitglieder hatten sich bei den Plätzen im Kurpark zusammengefunden. Das Interesse für den Tennissport ist in unserer Stadt wieder recht groß, eine beträchtliche Zahl von Neuanmeldungen liegt vor und die Aufstellung von Turniermannschaften konnte bereits erfolgen. Der Vereinsfachwart, Dr. Folkens, hat den Übungsplan aufgestellt. Sicherlich wird nunmehr der Spieleifer, der in den beiden letzten Jahren sehr zurückgegangen war, wieder neu aufleben und diese schöne Sportart ausgiebiger als bisher gepflegt.
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Sonntag, 15. Mai 1938
Faustball
Leider mußte die Frauenmannschaft alleine zu dem Faustballturnier nach Lübeck fahren, denn die Männermannschaft konnte mit Rücksicht auf die Fahrer zu dem Länderspiel England gegen Deutschland nicht vollständig antreten. Die Frauenmannschaft spielte gegen die Lübecker Turnerschaft 44:47 und gegen Gut Heil Lübeck 64:36.
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Samstag, 21. Mai 1938
Reger Sportbetrieb am Sonntag
Am kommenden Sonntag herscht in unserer Stadt wiederum recht reger Sportbetrieb. Bereits am Samstag finden auf dem Sportplatz Exer die Reichssportwettkämpfe der Hitlerjugend statt, die auch am Sonntag fortgeführt werden. In den Schießständen werden von den verschiedenen Formationen und Verbänden Wettkämpfe ausgetragen und Bedingungsschießen vorgenommen, so daß während des ganzen Vormittags und auch in den Nachmittagsstunden reger Betrieb sein wird. Hinzu kommt, daß in der Gauschule der DAF am Bürgerpark eine Kreisschulungstagung der NSV "Kraft durch Freude" stattfindet und auch hier dem Gebiet "Sport" besonderes Interesse zugewendet wird.
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Samstag, 21. Mai 1938
Boxen in Lübeck
In der bis auf den letzten Platz besetzten Auktionshalle in Lübeck kam es zum dritten Mal in diesem Jahre zu interessanten Boxkämpfen. Dieses Mal war die technisch hervorragende Mannschaft Heinkel Rostock als Kampfpartner ausersehen. Die Lübecker Polizei vervollständigte durch Hinzuziehung eines Hamburger Boxers und des Oldesloer Schwergewichtlers Rickert ihre Mannschaft. Rickert, der mit den besten Siegesaussichten in den Ring ging, zog sich leider in der ersten Runde eine Handverletzung zu. Er kämpfte aber trotzdem weiter und kam doch noch zu einem verdienten Unentschieden.
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Sonntag, 22. Mai 1938
Das größte Sportfest der Welt.
Die Reichssportwettkämpfe der Hitlerjugend in Bad Oldesloe.

Mittwoch, 25. Juni 1938
Am 28. und 29. Mai die Mädel
Den Reichssportwettkämpfen der Hitlerjungen und Pimpfe am 21. und 22. Mai folgen am 28. und 29. Mai die Reichssportwettkämpfe des BdM. Es ist die Pflicht für jedes Mädel und Jungmädel, sich dieser jährlichen sportlichen Leistungsprüfung der deutschen Jugend zu unterziehen.

Für die Jungmädel ist ein Dreikampf ausgeschrieben, der aus einem 60-Meter-Lauf, einem Weitsprung und einem Schlagballweitwurf besteht. Für die BdM-Mädel gilt das Gleiche, nur statt des 60-Meter-Laufes ist ein 75-Meter-Lauf angesetzt. Jede Mädel- und Jungmädelschaft, die mindestens zehn Mädel stellt, bildet eine Mannschaft. Die einzelnen Mädelschaften der Gruppe kämpfen gegeneinander, um so die beste Mannschaft der Gruppe herauszustellen. Die Siegermannschaften erhalten eine vom Führer unterzeichnete Ehrenurkunde und jedes Mädel, das mehr als 180 Punkte schafft, die Siegernadel 1938. Die Wertung erfolgt nach einer Hundertpunktwertung. Jede Gruppe stellt nun wieder eine Mannschaft zusammen, die als Gruppenmannschaft auf dem Untergausportfest kämpft. Auf dem Obergausportfest wird dann die beste Untergaumannschaft und gleichzeitig die Mannschaft, die an den Reichssportwettkämpfen in Bamberg teilnimmt, ermittelt. Hierbei gilt es dann, unsern Obergau gegen die anderen 25 Obergaue würdig zu vertreten. Die Hitlerjugend ist verantwortlich für den gesamten Sport der Jugend, also auch für den Leistungssport. Die BdM-Sportwettkämpfe werden auch in diesem Jahr wieder ein überzeugendes Bild von dem Leistungsstand der Jugend abgeben.
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Samstag, 28. Juni 1938
Der Verlauf des BdM-Gruppensportfestes am 29. Mai auf dem Exer

  • 1. Einmarsch aller Teilnehmerinnen
  • 2. Lied: Und ihr rufenden Fanfaren
  • 3. Begrüßung durch die Mädelgruppenführerin
  • 4. Sportliche Vorführungen
    • a) Gemeinsame Körperschule der Mädel und Jungmädel nach Musik
    • b) Hindernisstaffel der Jungmädel
    • c) Brennballspiel der zwei besten Jungmädelmannschaften der Jungmädel-Gruppe 1/185
    • d) Grenzballspiel der zwei besten Mädelschaften der Mädel-Gruppe 1/185
    • e) Tanz der Jungmädel
    • f) Tanz der Mädel
  • 5. Siegerverkündung und Schlußfeier

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Sonntag, 29. Juni 1938
Verlegung des BdM-Sportfestes
Mit Rücksicht auf die außerordentlich ungünstigen Witterungsverhältnisse konnte das vorgesehene BdM-Gruppensportfest auf dem Exer nicht durchgeführt werden.
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Dienstag, 7. Juni 1938
Erste Boxveranstaltung in Oldesloe
Am Samstag, dem 11. Juni, findet im Gesellschaftshaus "Tivoli" die erste Boxveranstaltung in unseren Mauern statt. Fünf bis sechs Oldesloer Boxer, die teilweise schon in Lübeck im Ring standen, kämpfen hier gegen Gegner der Polizei Lübeck und des LSV. Als Kamerad Steinen, der früher westdeutscher Jugendmeister war, die Oldesloer Jugend in den Boxring rief, folgten viele mit Begeisterung, und was vor allem die Hauptsache war, sie blieben fleißige und zuverlässige Anhänger dieses kämpferischen Sports. Sie wurden sich bewußt, daß das Ziel der Leibeserziehung kaum so von einem anderen Sportzweig angestrebt wird, wie durch den Faustkampf. Die Vereinsleitung erwartet, daß alle Freunde dieses Sports am Samstag alle persönlich dabei sind, wenn Volksgenossen aus ihrer Mitte im Ring stehen.
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Donnerstag, 9. Juni 1938
Erstes Tennisturnier am kommenden Sonntag
Am Sonntag, dem 12. Juni, findet in Bad Oldesloe auf den Plätzen am Kurpark erstmalig seit Jahren wieder ein Tennisturnier statt. Die Oldesloer Tennisspieler haben die Ratzeburger als Gegner und sicher ist mit interessanten Kämpfen zu rechnen, zumal die hiesigen Spieler trotz der Kürze der Übungszeit wieder sehr gut ins Spiel geommen sind. Die Wettkämpfe beginnen vormittags; es kommen Einzel- und Doppelspiele zur Austragung. Auch an den folgenden Sonntagen sind bereits Spielverpflichtungen eingegangen. Das Interesse für die Abteilung des Vereins für Leibesübungen ist über Erwarten groß, haben sich doch über 30 Personen bisher für den Tennissport entschieden. Der Spielbetrieb ist zeitweilig so stark, daß die beiden verfügbaren Plätze kaum ausreichen.
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Donnerstag, 9. Juni 1938
Von unserem neuen Sportplatz
Im Zuge des Arbeitsganges wurden nunmehr die auch im Sportgelände vorgesehenen Laufbahnen und Sprunggruben öffentlich ausgeschrieben. Die Arbeiten sind allerdings noch nicht vergeben, doch ist mit alsbaldiger Auftragserteilung zu rechnen. Durch die dann sehr schnell fertig zu stellenden Arbeiten ist die Fertigstellung des Gesamtprojektes ein Beträchtliches gefördert worden und der Termin der Übergabe des Sportplatzes wieder näher gerückt.
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Donnerstag, 9. Juni 1938
Vorstandssitzung des VfL
Eingehend wurde das Training auf dem Exer besprochen. Erfreulicherweise ist der Besuch des Fußballtrainings am Mittwoch außerordentlich gut, wenn auch noch nicht alle 55 Spieler, die in der Liste stehen, regelmäßig erscheinen, wie es unbedingt erforderlich ist, damit der Obmann bei der Meldung für die nächste Serie einen Überblick hat. Das Turnen soll auch während der Sommermonate am Dienstag weiter durchgeführt werden. Es wird außerdem erwartet, daß die Turner, Fußballer, Boxer, kurz alle Aktiven, regelmäßig am Donnerstag zu dem Training der Leichtathleten und zu den Sommerspielen erscheinen. Seltsamerweise ist hier die Beteiligung mehr als schlecht anzusprechen. 20 Teilnehmer sind am kommenden Sonntag für die Jubiläumswettkämpfe nach Bargteheide gemeldet; an den Kreismeisterschaften in Lübeck nehmen Leichtathleten teil.

Einen breiten Raum nahm die Besprechung für den bevorstehenden ersten Boxabend am kommenden Samstag im "Tivoli" ein. Um eine schnelle Abwicklung an der Kasse zu gewährleisten, ist der Vorverkauf für alle Plätze bei dem Kameraden Steinen, in der Geschäftsstelle und im "Tivoli" eröffnet. Als Obmann der Schwimmabteilung wurde R Thiede ernannt, Wohlers jun. wurde in den Festausschuß berufen. Der Vereinsführer wies empfehlend auf den Olympia-Film hin, der vom Freitag an in den "Thalia-Lichtspielen" läuft; am Montag um 20 Uhr kann jeder bei vorheriger Anmeldung in der Geschäftsstelle zum Vorzugspreis teilnehmen. Zum Schluß gab der Vereinsführer bekannt, daß das große Gruppenbild des MTV und die alte Vereinsfahne im Heimatmuseum einen Platz finden werden.
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Freitag, 10. Juni 1938
Zusammenkunft der Mitarbeiter und Vereinsführer des DRL
Der Gaugeschäftsführer der Deutschen Sporthilfe im Reichsbund für Leibesübungen, Pg. Thoms (Hamburg), hatte die Vereinsführer der sämtlichen Vereine des DRL in Nordstormarn sowie die Mitarbeiter und Sachbearbeiter der Deutschen Sporthilfe in Bad Oldesloe im Stadthaus zu einer Besprechung zusammengerufen. Pg. Thoms gab einleitende Aufklärung über die verschiedenen von der Deutschen Sporthilfe betreuten Gebiete, so vor allem über die Möglichkeit der Inanspruchnahme der einzelnen Unterstützungen und Heilverfahren bei Sportverletzungen. Im weiteren wurden zahlreiche schwebende Fragen der verschiedenen sportlichen Sachgebiete eingehend erörtert und in einer Aussprache Anregungen und Erfahrungen ausgetauscht. Abschließend wurde über die Sportgroschenerhebung Aufklärung gegeben.
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Samstag, 11. Juni 1938
Morgen: Tennis im Kurpark
Nach einer längeren Unterbrechung finden auf den schön gelegenen Plätzen im Kurpark am Sonntag die ersten Punktspiele im Tennis statt. Der Gegner ist die Tennisvereinigung Ratzeburg. Da wir den Gegner nicht kennen und auch die Spielstärke unserer Vertretung nicht erprobt ist, kann eine Voraussage nicht getroffen werden. Die Vereinsleitung hat für die Zuschauer Bänke nach dem Kurpark schaffen lassen, so daß jeder, der Interesse für die Kämpfe hat, dort alles beschaulich miterleben kann.
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Samstag, 11. Juni 1938
Erste Boxveranstaltung in Bad Oldesloe
Große Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus, so kann die Überschrift für das Geschehen lauten. Seit Wochen wurden die Verhandlungen für die Zusammenstellung der einzelnen Kämpfer gepflogen. Seit Tagen arbeitete Kamerad Steinen mit seinen Mannen in engster Harmonie mit dem Vereinskameraden Ehlers, um die Vorbedingungen für ein gutes Gelingen des Abends zu schaffen. Alle Mühe wurde in jeder Weise vielfach belohnt.

Der Kampfraum zeigte ein festliches Gepräge, es wurde guter Sport geboten, und eine stattliche Zuschauermenge füllte den Raum, als der Vereinsführer die Zuschauer begrüßte. Er betonte anfangs, daß das Kernstück der Leibeserziehung im nationalsozialistischen Staat die kämpferische Leistung sei, die nicht um ihrer selbst willen betont werde, die Mittel zum Zweck sei. Deshalb werden die Übungsgebiete besonders betont, die eine kämpferische und charakterliche Erziehung gewährleisten. Hier marschiere das Boxen an erster Stelle. Er unterstrich die erziehliche Seite des Boxens und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die heutige Veranstaltung den werbenden und aufklärenden Wert nicht verfehlen möge. Zum Schluß zitierte er die Worte des Führers: "Es gibt keinen Sport, der wie das Boxen den Angriffsgeist in gleichem Maße fördert, blitzschnelle Entschlußkraft verlangt, den Körper zu stählerner Geschmeidigkeit erzieht." Nach dem "Sieg Heil" auf den Führer stellte Kamerad Steinen die Boxer vor. Als Ringrichter begrüßte er den Kreisfachwart für das Boxen Gamst und als den Punktrichter Gausportwart Riedel (Hamburg). Dr. Möllhausen hatte liebenswürdigerweise das Amt des Ringarztes übernommen.

Im ersten Kampf, Jugendpapiergewicht, mußte der kleine Hartmann (VfL) den Punktsieg an seinen Gegner Dose (LSV) abgeben, da er nicht genügend aus sich heraus ging, wohl gut deckte, aber das Schlagen vergaß. In Stimmung kam das Haus, als Thiede (VfL) durch schönes, sauberes Boxen Punkte sammelte. Leider ließ er sich durch die Anfeuerung seiner Anhänger dazu verleiten, überflüssigerweise auf die Deckung seines Gegners zu trommeln. Sein Gegner, Krebs (LSV), der allerdings ziemlich angeschlagen war, verstand es besser, über die schwachen Augenblicke hinwegzukommen, während Thiede unnötigerweise aufgab. Bei genügender Ringerfahrung wird er es entschieden noch zu großen Kämpfen bringen. Im Bantamgewicht holte sich der ruhig und überlegen boxende Mette (VfL) einen überzeugenden Punktsieg über Meyer (LSV). Im Mittelgewichtskampf gab Berodt (VfL), der außerordentlich mutig seinen Gegner angriff, aber seine Deckung vernachlässigte, vorzeitig gegen seinen schwereren und mehr erprobten Gegner auf. Sehr flott wurde der Einlagekampf der Polizeiboxer Drews gegen Szodrinski durchgeführt. Nach der Pause lieferten sich dann die beiden jüngsten VfLer Fahl und Fürböter als zukünftiger Nachwuchs einen schönen Kampf. Als im folgenden Weltergewichtskampf Grabner (VfL) wie ein alter Champion vorsichtig aber hart und wuchtig schlagend zweimal seinen Gegner Freesdorf zu Boden schlug, kamen die Zuschauer in Bewegung. Der Kampf endete schließlich unentschieden.

Der Oldesloer Mittelgewichtler Meinke boxte gegen den schwereren und ringerfahrenen Bostedt (Polizei Lübeck) nach der zweiten Runde auf verlorenem Posten, da er, statt seine gute Reichweite auszunutzen und durch gestochene Gerade den Gegner anzugreifen, durch lange Haken, die daneben gingen, seine Kräfte vergeudete.

Den schönsten Kampf des Abends lieferten sich zum Schluß die beiden Halbschwergewichtler Eckstein (Polizei Lübeck) und Stoltenberg (LSV). Eckstein gewann schließlich knapp nach Punkten.

Durch die Boxkämpfe sind dem Boxsport in Oldesloe hoffentlich viele Freunde und Anhänger zugeführt worden. Das war das erste Mal, daß in Oldesloe Amateurboxkämpfe durchgeführt wurden. Die einen kamen aus Interesse, die anderen aus Neugierde. Doch niemand bereute, eine Reichsmark bezahlt zu haben. Bei der nächsten Veranstaltung wird von den Dagewesenen keiner fehlen. Kam doch jeder auf seine Kosten. Mut, Härte, Schnelligkeit, Ausdauer und auch Technik sorgten für Spannung und Begeisterung. Auch wer lachen wollte, hatte mit dem Besuch der Veranstaltung keinen Fehltritt getan. Kurz und gut, der Boxsport hat in Bad Oldesloe festen Fuß gefaßt und sich ein Stammpublikum gesichert, wenn auch die Oldesloer Boxer die Punkte bis auf einige wenige abgeben mußten. Das findet seine Erklärung darin, daß die VfLer durchweg gegen schwerere Leute boxten, und was z.B. zehn Pfund Gewichtsunterschied bei einem Kampf Meinke gegen Bostedt ausmachten, konnte man sehen. Er war allerdings nicht mehr möglich, andere Parungen zusammenzustellen. Außerdem waren die VfLer durch das erstmalige öffentliche Auftreten hier sehr nervös und hatten vieles vergessen, was sie im umsichtigen Training lernten.
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Sonntag, 12. Juni 1938
Oldesloe schlug Ratzeburg im Tennis
Am Sonntag fand das erste Spiel der Tennismannschaft des VfL Oldesloe gegen Ratzeburg um die Kreismeisterschaft auf unseren Plätzen im Kurpark statt. Wie gegen einen so starken Gegner wie Ratzeburg wohl zu erwarten war, verliefen die Kämpfe außerordentlich spannend.

Die Oldesloer traten in der folgenden Aufstellung an:

  • Männer: Hans Ströh, Paul Ströh, Willy Schuppenhauer, Herbert Schuppenhauer, Dr. Folkens, Dr. Lüthje
  • Frauen: Frau Stoltenberg, Fräulein Liebe, Frau Lüthje, Fräulein Lange

Bis zu einem Stand von 7:7 holten sich bald die Ratzeburger, bald die Oldesloer je einen Sieg, so daß anfangs durchaus nicht abzusehen war, wer die Siegespalme erringen würde. Die Seitengitter unseres Platzes waren den ganzen Tag von zahlreichen Zuschauern belagert, die den Stand der Spiele mit größter Aufmerksamkeit verfolgten und bei besonders gutem Ballwechsel begeistert klatschten. Erst nach 4 Uhr gelang es den Spielern des VfL, den Ratzeburgern nacheinander drei Punkte abzunehmen, und somit den Sieg mit 10:7 Punkten sicherzustellen.

Um 4.30 Uhr wurde auf dem freien Feld hinter den Plätzen eine Kaffeetafel aufgestellt, an der außer den beiden Mannschaften zahlreiche Zuschauer teilnahmen. Nachdem die Wettkämpfe beendet waren, wurden noch einige Freundschaftsspiele ausgetragen. Der Mannschaftsführer der Ratzeburger lud die Oldesloer zu einem Rückspiel nach Ratzeburg ein.
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Sonntag, 12. Juni 1938
Zu den Kreismeisterschaften in Lübeck hatte der VfL fünf Vertreter entsandt, welche zwei Meisterschaften mit nach Oldesloe brachten. Der Titelverteidiger für 200 Meter, Dimpker, wurde in diesem Jahre Kreismeister über 100 Meter und Zweiter über 200 Meter. Da die Bahn sehr sandig war, spricht die Zeit nicht an. Im Speerwurf wurde Pöhls Kreismeister mit 57,50 Meter. Höhn wurde bei dem stark besetzten Feld Sechster im 1500-Meter-Lauf und belegte damit einen guten Mittelplatz. - 17 Leichtathleten (Frauen und Jugendliche) nahmen an den Jubiläumskämpfen in Bargteheide (70 Jahre Bargteheider Männerturnverein von 1868) teil.
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Ergebnisse Oldesloer Sportlerinnen und Sportler

  • Frauen Siebenkampf (Jahrgang 1919 und früher): 2. Käthe Lüthke 127 Punkte
  • Dreikampf (1919 und früher): 3. Gretchen Gerken 43 Punkte
  • Weibliche Jugend Dreikampf (1922 bis 1924): 3. Else Wolgast, 4. Hildegard Peters.
  • Männer Fünfkampf (1906 bis 1919): 4. Theodor Hormann, 5. Kurt Pump
  • Männliche Jugend Dreikampf (1920 und 1921): 1. Herbert Dorn 74 Punkte, 2. Helmuth Feddern 71, 4. Albrecht Lampe, 7. Karl-Heinz Struck, 9. Erich Hafemann; Dreikampf
  • (1922 bis 1924): 3. Gerhard Klimant

Mittwoch, 15. Juni 1938
Von unserem neuen Sportplatz
Mit den Vorarbeiten für das Ansäen unseres neuen Sportplatzes ist jetzt begonnen. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten werden die Fußballplätze und die Laufbahnen in Angriff genommen. Die Tiefbauarbeiten wurden von der Firma Schoer & Bollow, im übrigen die gärtnerischen Arbeiten von dem Gärtner Bahlmann, beide in Bad Oldesloe ansässig, ausgeführt.
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Donnerstag, 16. Juni 1938
Der NS-Lehrerbund, Kreisabschnitt Oldesloe (Nordstormarn) führt am Dienstag, dem 21. Juni, in unserer Stadt einen Sportlehrgang unter Leitung des Kreissportlehrers Schlichting durch. An diesem Lehrgang des NSLB werden zahlreiche Lehrer aus dem Norden des Kreises Stormarn teilnehmen. Vorgesehen sind sportliche Übungen und Spiele auf dem Exer und zwar in den Vormittagsstunden und nachmittags sollen in der Badeanstalt schwimmsportliche Übungen durchgeführt werden.
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Samstag, 18. Juni 1938
Morgen kommt St. Georg!
Nach langer Zeit tritt die Liga des VfL am morgigen Sonntag in Erscheinung, und zwar ist die Bezirksliga-Mannschaft von St. Georg Hamburg der Gegner. Die Hamburger sind beste Bezirksklasse: es ist allgemein bekannt, daß die Spielstärke in diesen Staffeln außerordentlich groß ist. St. Georg hat in den letzten Jahren mit allen Kräften versucht, wieder in die Gauliga zu gelangen, aber jedesmal mußte die Mannschaft kurz vor Erreichung des Ziels einem stärkeren Mitbewerber den Vorrang überlassen.

Der VfL wird eine harte Nuß zu knacken haben, aber gerade in Spielen gegen Hamburger Gegner haben die Oldesloer noch immer gut abgeschnitten, so daß morgen bestimmt mit einem hochinteressanten Kampf zu rechnen ist. Das Spiel beginnt erst um 17 Uhr nachmittags, da infolge anderweitiger Veranstaltungen der Platz nicht früher freigegeben werden kann.
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Sonntag, 19. Juni 1938
Gesellschaftsspiel: VfL Oldesloe - SV St. Georg 2:1 (1:0)
Nach einer langen Pause, welche durch fleißiges Training ausgefüllt wurde, spielte die Liga gegen St. Georg. Die Gäste, welche in den beiden letzten Jahren immer mit an der Spitze der Hamburger Bezirksliga standen und zeitweise berechtigte Hoffnungen auf den Bezirksmeister hatten, traten mit drei Ersatzleuten an. Alle Posten waren gut besetzt. Die Mannschaft spielte durchaus fair, war den Hiesigen zeitweise im Zusammenspiel überlegen.

Hätte sie etwas mehr Glück gehabt und wäre sie vor dem Tor durchschlagskräftiger gewesen und hätte sie besser schießen können, dann wäre es nicht nur bei einem verdienten Unentschieden geblieben. VfL probierte den Nachwuchs aus. Die Verteidigung war sehr sicher und arbeitete fehlerfrei. Sie darf das Abseitsstellen aber nicht vergessen, zumal wenn sie zu weit aufrückt und dadurch Lücken entstehen, die jeder findige Sturm besser ausnutzt, wie es geschehen ist. Witt arbeitete wie immer sein Pensum herunter, vergaß jedoch, seinen Mann genügend zu decken. Die ganze Läuferreihe fand sich nicht zu einer einheitlichen geschlossenen Leistung zusammen.

Im Sturm fehlte teilweise der einheitliche Drang nach vorne. Es wurde viel zurückgespielt und die Seiten nicht gewechselt. Der Halbrechte war zu langsam. Es ist unverständlich, warum bei diesem Gesellschaftsspiel nach Halbzeit nicht andere Spieler eingesetzt wurden; denn bei dieser Besetzung sind bei einem energischen Gegner keine Siege zu erringen. Schiedsrichter Breyer (LSV) leitete das Spiel einwandfrei.

Das Spiel begann sehr verheißungsvoll; denn schon nach zwei Minuten stand es bereits 1:0 für den VfL. Nach einer Vorlage von Wolherr verpaßte der Torwart, der durch die Sonne geblendet war, den Ball und Schweim drückte geistesgegenwärtig zum Führungstor ein. Nach einer kurzen Überlegenheit der Hiesigen trugen die Gäste schöne Angriffe nach vorne und erzwangen zwei Ecken. Begünstigt durch die Sonne und den Wind hatten die VfLer mehr vom Spiel. Leider gingen die Vorlagen der Flügelstürmer gewöhnlich zu weit, oder es mangelte an der notwendigen Schnelligkeit des Innensturms. Die aufmerksame Verteidigung der Gäste klärte ohne Schwierigkeiten. Beide Parteien erzwangen drei Ecken, welche restlos von dem Wind abgeschoben wurden. St. Georg kam wiederholt durch die Unachtsamkeit der Läuferreihe gut durch; einige ausgezeichnete Schüsse gingen eben daneben.

Nach der Halbzeit drängten die Hamburger stark. Bei einem Gedränge vor dem Tor der Hiesigen wollte Grote eben vor dem Tor einen Ball abwehren; dieser sprang vom Körper ab ins Tor. 20 Minuten nach der Halbzeit setzte leider ein Gewitterregen ein, der von einem starken Wind begleitet war und behinderte bis zum Schluß die Spieler sehr. Einige Minuten vor dem Schluß ging der VfL durch einen Strafstoß, der die Latte traf und dort absprang und dann eingeschossen wurde, in Führung. Fast in der Schlußminute wurde ein Elfmeter für den VfL gegeben, weil der Torwart einen Stürmer festhielt. Vorher hatte Möller aber bereits den Gegner mit den Armen seitwärts gestoßen. Schweim schoß den Elfmeter absichtlich so schwach, daß der Torwart den Ball halten konnte. Dann folgte der Schlußpfiff.
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Helmut Krohn, Richard Grote - Karl Wolherr, Möller, Helmut Schweim, Herbert Dorn, Pump.
SV St. Georg Hamburg: Hauschildt - Bienhaus, Morgenstern - Weber, Hickisch, Schildt - Eichler, Behnken, Diehl, Schuldt, Hahn.
Tore: 1:0 Schweim (2.), 1:1, 2:1. - Schiedsrichter: Breyer (Lübeck)

Sonntag, 19. Juni 1938
Die Oldesloer Tennisabteilung verlor in Lübeck erwartungsgemäß gegen Phönix 16:1.
Die hohe Niederlage erklärt sich einmal daraus, daß unsere Spieler in den letzten drei Jahren nicht an den Kreisspielen teilnahmen und jetzt erst ein vierwöchiges Training hinter sich haben, und dann war der Sieger der schwerste Gegner in der Staffel.
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Dienstag, 21. Juni 1938
Tagung der Lehrer
In der Stadtschule versammelten sich die Lehrer des Kreisabschnitts Bad Oldesloe, um an einer gemeinsamen Schulung in den Leibesübungen teilzunehmen. Diese amtliche Tagung stand unter der Leitung des Kreissportlehrers Pg. Schlichting aus Reinbek. Pg. Stüben eröffnete die Tagung und übergab Pg. Schlichting das Wort. Dieser erklärte kurz den Zweck der Schulung und gab den zeitlichen Verlauf des Tages bekannt. Auf dem Exer wurden von verschiedenen Lehrkräften drei Lehrproben mit Kindern der Stadtschule gezeigt, die im Sinne der neuen Richtlinien für die Körpererziehung aufgebaut waren. Nach diesen Stunden besprach man den allgemeinen Aufbau der Turnstunden und ging dann zur praktischen Betätigung der Lehrer über. Es wurde gemeinsam der Stoff des Sommerhalbjahres durchgeübt. Nach einer Mittagspause wurden die praktischen Übungen fortgesetzt.
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Samstag, 25. Juni 1938
VfL gegen Urania Hamburg
Der letzte Sonntag der Fußballsaison 1937/38 wird von dem VfL noch einmal zu einem Gesellschaftsspiel ausgenutzt. Als Gegner ist der SC Urania Hamburg verpflichtet worden, eine Mannschaft, welche in der überaus starken Hamburger Bezirksliga eine gute Rolle spielt. In der vorjährigen Serie war Urania der schärfste Widersacher von SK Komet 08 Hamburg in den Bezirksspielen, mit Punktgleichheit und einem etwas schlechteren Torverhältnis mußte sich Urania mit dem zweiten Platz begnügen. Die diesjährige Serie hat zwar auch die Meisterschaftskrone nicht gebracht, aber in der Spitzengruppe haben sich die Barmbeker doch immerhin noch gehalten.

Die Oldesloer haben am letzten Sonntag bewiesen, daß sie wohl in der Lage sind, es mit der Hamburger Bezirksliga aufzunehmen. Zu diesem Spiel gegen Urania wird der VfL wieder mit einer veränderten Mannschaft herauskommen, um jüngeren Kräften Gelegenheit zu geben, sich für einen Platz in der Liga zu qualifizieren.
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Sonntag, 26. Juni 1938
Gesellschaftsspiel: VfL Oldesloe - Urania Hamburg 3:1 (2:0)
Auch dieses Spiel konnte der VfL trotz einer stark veränderten Mannschaft, wenn auch etwas glücklich, für sich entscheiden. Urania stellte eine in technischer Hinsicht gute Mannschaft ins Feld, konnte sich aber bei der guten Oldesloer Hintermannschaft nicht durchsetzen. Wie gesagt, die Barmbeker spielten schön, nur nicht erfolgreich genug, der erzielte Ehrentreffer erfolgte außerdem noch durch Handelfmeter.
In der ersten Halbzeit waren die Hamburger mit dem Wind im Rücken und ihrer überlegenen Technik im Vorteil. Durch eine etwas reichlich harte Elfmeterentscheidung ging der VfL durch Schweim in Führung. Die jungen, neu eingestellten Spieler der Hiesigen waren mit riesigem Eifer bei der Sache und die bestgemeintesten Kombinationszüge der Hamburger konnten, wenn auch mit viel Glück, zerstört werden. Durch einen scharfen Schuß von Pump konnte der VfL seinen Vorsprung dann bis zur Pause auf 2:0 erhöhen.

Nach der Pause konnten die Oldesloer jetzt mit dem Wind im Rücken das Spiel leicht überlegen gestalten. Es dauerte auch nicht lange, da konnte Schweim durch Kopfball den dritten Treffer herausholen. Vergebens versuchte Urania, den Torbestand zu verringern, lediglich, wie schon eingangs erwähnt, durch einen sauber geschossenen Elfmeter wurde das Ehrentor erzielt. Beide Mannschaften machten dem Schiedsrichter (Schanze, Eisenbahn Lübeck) sein Amt sehr leicht, vorbildlich fair wurde das Spiel über die Zeit gebracht.

Damit hat die Fußballserie 1937/38 ihr Ende erreicht. Die Aktiven sollten während dieser fußballosen Zeit sich dem Ausgleichssport, der Leichtathletik, zuwenden. Erstens ist dieses Sportgebiet augenblicklich hier etwas in den Hintergrund gekommen und zweitens ist es gut, wenn zu Beginn der neuen Serie am 15. Aug. alle Spieler in bester körperlicher Verfassung gerüstet sind, denn schwere Kämpfe stehen wieder bevor.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Hannover - Schmidt, Herbert Busch - Hartmann, Witt, Grote - Klueß, Homeier, Helmut Schweim, Helmut Krohn, Pump - Ersatz: Schweim II
Tore: 1:0 Schweim (Elfmeter), 2:0 Pump, 3:0 Schweim, 3:1 (Handelfmeter). - Schiedsrichter: Schanze (Lübeck)

Sonntag, 26. Juni 1938
Tennissport
Auf unseren Plätzen im Kurpark fand ein Tenniswettspiel um die Kreismeisterschaft gegen die Mannschaft von Neustadt (Holstein) statt. Da wir auch dieses Mal wieder einigermaßen Glück mit dem Wetter hatten, konnten die verschiedenenen Spiele ohne Zwischenfall abgewickelt werden. Wie erwartet, gelang es unserer Mannschaft, den Gegner glatt mit 13:4 zu schlagen, wodurch wir uns zum mindesten den dritten Platz in unserem Kreis sicherten. Wie üblich, fand gegen 16 Uhr in der "Harmonie" eine Kaffeetafel statt, an der sich außer unserer Mannschaft auch noch viele Freunde unseres weißen Sports beteiligten.
OL

VfL Oldesloe

  • Männer-Einzel: Willy Schuppenhauer, Herbert Schuppenhauer, Dr. Folkens, Dr. Mangelsdorf, H Seidensticker;
  • Frauen-Einzel: Fräulein Lenz, Frau Stoltenberg, Fräulein Liebe, Fräulein Lange
  • Männer-Doppel: Willy Schuppenhauer/Herbert Schuppenhauer, Dr. Mangelsdorf/Dr. Folkens
  • Gemischte Doppel: Fräulein Lange/Schuppenhauer, Fräulein Liebe/Dr. Folkens, Fräulein Lenz/Dr. Mangelsdorf

Sonntag, 26. Juni 1938
Die zu den Kreismeisterschaften im Faustball nach Mölln entsandte Frauenmannschaft konnte leider, trotz zeitweise überlegenen Spiels, den verdienten Sieg nicht erringen. Die Ergebnisse der Spiele waren folgende: MTV Lübeck gegen VfL 42:33, Eutin gegen VfL 38:34, Mölln gegen VfL 34:39. Kreismeister wurde Mölln, die jedoch von der hiesigen Mannschaft geschlagen wurden. Das ist schon ein gutes Zeichen für die Spielstärke der Mannschaft. Bei weiterem eifrigen Training dürfte wohl in den nächsten Jahren der Erfolg nicht ausbleiben.
OL

Montag, 27. Juni 1938
Der Reichsbundfachlehrer für Leichtathletik kommt!
Am Dienstag, dem 28. Juni, kommt der Reichsbundfachlehrer für Leichtathletik, Wichmann, nach Bad Oldesloe. Er beginnt seine Tätigkeit um 20 Uhr auf dem Exer. Neben den Vereinen aus Reinfeld, Bargteheide, Sülfeld, Mollhagen, Bargfeld und Siek im DRL werden auch die NS-Verbände gebeten, zu Dienstag ihre stärkste Vertretung an Übungsleitern und an Leichtathleten nach dem Exer zu entsenden.
OL

Mittwoch, 29. Juni 1938
Eine alte schleswig-holsteinische Turnerfahne
Im Hinblick auf das bevorstehende Deutsche Turnfest in Breslau wurde kürzlich in einer Tagesordnung an die ältesten Turnvereine Schleswig-Holsteins (Kiel 1844, Altona 1845, Itzehoe 1858, Neumünster, Rendsburg und Nortorf 1859) erinnert. Auch die nachfolgende Mitteilung dürfte auch in nichtsportlichen Kreisen interessieren:

Unter den Vereinen, die im Juli 1860 das erste deutsche Turnfest in Coburg im Thüringer Lande besuchten, ohne im Besitz einer eigenen Fahne zu sein, befanden sich auch schleswig-holsteinische Turner. Damit auch sie an dem Festzuge unter ihren Landesfarben teilnehmen konnten, nähte ihnen nachts zuvor eine Coburger Schöne eine Fahne in den blau-weiß-roten Farben. Die Fahne verblieb auf der Feste Coburg und wurde deren Sammlung als geschichtliches Kuriosum einverleibt. Einge Jahre später, als Schleswig-Holstein an Preußen kam, wünschten unsere Turner die unter so eigenartigen Umständen entstandene Fahne zurück, doch behielt man sie in Coburg, als ein Zeichen der einstigen inneren Zerrissenheit Deutschlands und hat sie sorgfältig aufbewahrt. Auch einem vor reichlich drei Jahrzehnten (1903) eingegangenen Ersuchen unserer heimischen Turner, die Mitnahme der historischen Fahne zu dem deutschen Turnfeste in Nürnberg zu gestatten, wurde ebenfalls nicht entsprochen. Doch hatten unseres Wissens damals Turner aus Kiel Gelegenheit, sich auf der Fahrt nach Nürnberg die denkwürdige Fahne in Coburg anzusehen. Es wäre von Interesse, festzustellen, ob sie sich noch in den Coburger Sammlungen befindet.

Das erste deutsche Turnfest fand, wie bereits gesagt, 1860 in Coburg statt. Es folgten die weiteren Feste 1861 in Berlin, 1863 in Leipzig, 1872 in Bonn, 1880 in Frankfurt am Main, 1855 in Dresden, 1894 in Breslau, 1898 in Hamburg, 1903 in Nürnberg, 1908 in Frankfurt am Main, 1913 in Leipzig, 1923 in München, 1928 in Köln, 1933 in Stuttgart, während 1938 die deutsche Turnerschaft erneut in Schlesiens Hauptstadt Breslau zu Gast sein wird, um das 16. Deutsche Turnfest zu begehen.
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