Spielserie 1938 - 39
Teil 1

 

 

Samstag, 2. Juli 1938
Fußball
Wie soeben bekannt wird, beginnt die neue Serie für die Liga bereits am Sonntag, dem 14. Aug. Eine neue Staffeleinteilung ist ebenfalls vorgesehen. Dieselbe hat folgendes Aussehen:

  • Phönix Lübeck
  • Rasensport Neumünster
  • Borussia Kiel
  • Fortuna Glückstadt
  • Holsatia Elmshorn
  • Preußen Itzehoe
  • VfL Oldesloe
  • Lübecker SV
  • Comet Kiel
  • TSV Kiel
  • SV Wedel

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Samstag, 2. Juli 1938
Kreispflichtspiel im Tennis
Morgen hat die Tennismannschaft des Vereins für Leibesübungen das vierte Pflichtturnier im Rahmen der Kreismeisterschaften gegen die Mannschaft von Schwartau durchzuführen. Dieses Kreispflichtspiel findet in Schwartau statt. - Von den drei bisher ausgetragenen Spielen konnte der VfL zwei gewinnen (gegen Ratzeburg und Neustadt) und verlor bisher nur gegen die Mannschaft von Phönix Lübeck. Unter Berücksichtigung der langen Spielpause von drei Jahren sind die erzielten Leistungen als recht gut anzusehen.
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Sonntag, 3. Juli 1938
Hannover 96 wird Deutscher Fußballmeister
Der Deutsche Fußballmeister 1938 wird nicht im normalerweise 90 Minuten dauernden Endspiel ermittelt, sondern steht erst nach zwei Fußballschlachten von insgesamt vier Stunden Länge fest. Der hochfavorisierte Titelverteidiger FC Schalke 04 muß sich im ersten Finale gegen Hannover 96 vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion mit einem 3:3 nach Verlängerung begnügen und wird in der notwendigen Wiederholung an gleicher Stelle sensationell in der Verlängerung mit 4:3 geschlagen.
CHRONIK

Sonntag, 3. Juli 1938
Das Tennis-Kreispflichtspiel mit Schwartau verlegt
Das angesetzte Tennis-Kreispflichtspiel zwischen dem Verein für Leibesübungen Bad Oldesloe und dem Schwartauer Tennisklub mußte auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, da bei dem VfL Oldesloe verschiedene Ausfälle zu verzeichnen waren und somit eine ordnungsmäßige Durchführung des Turniers nicht hätte ermöglicht werden können.
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Montag, 18. Juli 1938
Oldesloer Turn- und Sportwoche 1938
Der Vereinsführer des Vereins für Leibesübungen und Leiter des Stadtamtes für Leibesübungen, Studienrat Christian Ohrt, hat für kommenden Donnerstag im Rathaussaal zu einer Sitzung eingeladen. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung steht die Besprechung der Durchführung der "Oldesloer Turn- und Sportwoche", die in der Zeit vom 28. Aug. bis einschließlich 4. Sept. stattfinden wird. Zu der Besprechung sind alle Vereinsführer der hiesigen sporttreibenden Vereine und Verbände sowie die örtlichen Führer der Partei und deren Gliederungen, der HJ, des BdM, der Schulen usw. eingeladen. Im Rahmen der Sportwoche wird diesmal erstmalig das Oldesloer Schwimmfest eingebaut, das am 28. Aug. stattfindet und zu dem wiederum zahlreiche auswärtige Vereine erscheinen werden.
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Donnerstag, 21. Juli 1938
Die Oldesloer Sportwoche 1938, die in der Zeit vom 28. August bis 4. September zur Durchführung gelangt, wird ein besonders umfangreiches Programm aufweisen und sich den früheren Sportwochen würdig anreihen können. Für die Sportstadt Bad Oldesloe stehen daher große sportliche Ereignisse bevor. In einer Sitzung des Stadtamtes für Leibesübungen wurden in Anwesenheit aller Vertreter der örtlichen sporttreibenden vereine, Verbände, Formationen usw. das Programm der Sportwoche 1938 festgelegt. Wohl selten ist in einer Stadt von der Größe Oldesloes ein so vielseitiges Programm geboten worden.
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Dienstag, 26. Juli 1938
Der Ausbau der neuen Oldesloer Sportplatzanlage nimmt regen Fortgang
Zahlreiche Interessenten finden sich immer hier ein, um den Fortgang der Arbeiten zu verfolgen. Die Rasendecke wurde bereits angesät, das leuchtende Mittelfeld ist weithin sichtbar. Die Laufbahnen, Sprunggruben usw. werden jetzt befestigt und durch Schlacken- und Steinaufschüttungen erhärtet. Auch die Bepflanzungen sind gemacht und im nächsten Jahr wird das Gelände um den Sportplatz sich dem Gesamtbild des Bürgerparks anpassen. Ein gut Teil der Arbeiten des zweiten Bauabschnitts sind eingeleitet bzw. durchgeführt. Die Absicht, bereits in diesem Jahr das Sporthaus zu errichten, ist fallen gelassen, da mit einer Inanspruchnahme der Anlage doch vor 1940 nicht zu rechnen ist. In diesem Jahre sollen die am Nordhang gesetzten Terrassen weiter ausgebaut werden. es ist geplant, die Terrassen in Beton auszuführen und später mit Sitzbänken zu versehen, die leicht zu entfernen sind.
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Dienstag, 2. Aug. 1938
Am Sonntag: BdM-Sportwettkämpfe
Am kommenden Sonntag finden auf dem Bürgerpark die Sportwettkämpfe der Führerinnen des Bundes deutscher Mädels, Mädelgruppe 1/185 Bad Oldesloe, statt. Die Wettkämpfe werden in den Vormittagsstunden ausgetragen.
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Mittwoch, 10. Aug. 1938
Vorstandssitzung des VfL
Eingangs gab der Vereinsführer einen kurzen Bericht vom Turn- und Sportfest in Breslau. Der Verein hat dort, wie viele tausende Vereine, die neue Reichsbundfahne bekommen, welche in Zukunft bei Veranstaltungen mitgeführt wird. Auf der nächsten Mitgliederversammlung, welche am 15. Aug. bei dem Vereinskameraden Wigger stattfindet, wird sie feierlich dem Verein übergeben und der Fahnenträger und die Begleiter bestimmt.

Der Vereinsführer berichtete sodann ausführlich über die Veranstaltungen im Rahmen der Sportwoche und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Aktiven sich restlos beteiligen und bis dahin fleißig an den Übungsabenden teilnehmen. Während der Trainingsbetrieb bei den Fußballern als gut anzusprechen ist, läßt die Beteiligung bei den anderen Fachgruppen manchen Wunsch offen. Der Bericht über die Mitgliederbewegung zeigte eine stete Aufwärtsbewegung der Mitgliederzahlen. Besonders stark ist die Tennisabteilung angewachsen.

Der Obmann der Fußballabteilung gab, soweit es möglich ist, einen Überblick über den Beginn der neuen Serie. Am kommenden Sonntag trifft der VfL hier auf dem Exer auf den ersten Gegner in der Serie 1938/39, Comet Kiel. Am 21. Aug. muß die Liga-Elf nach Neumünster, um dort gegen den vorjährigen Meister der Nordstaffel, Neumünster 1910, anzutreten. Da Wedel und Elmshorn wieder zum Bezirk Hamburg geschlagen sind, müssen Schlutup und Gut Heil Neumünster noch eine Doppelrunde um die Zugehörigkeit zu der Südstaffel zu erlangen, austragen.

Die Obmänner der einzelnen Fachgruppen gaben kurze Berichte über die Arbeit in den Gruppen. Die Mitglieder der Frauenabteilung üben jeden Dienstag auf dem Exer Faustball und Leichtathletik; jeden Donnerstag bis zur Benutzung der Turnhalle auf dem Schulhof Volkstänze. An dem Schwimmfest in Lübeck beteiligen sich fünf Mitglieder und an dem Faustballturnier je eine Männer- und Frauenmannschaft.
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Freitag, 12. Aug. 1938
VfL gegen Comet Kiel
Am kommenden Sonntag beginnt bereits für die Bezirksliga der Kampf um die so sehr begehrten Punkte. Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten hat der Verantwortliche des Fachamtes Fußball, Gau Nordmark, unmittelbar nach Beendigung der sechswöchigen Sommerpause bereits die ersten Spiele angesetzt. Die Gründe sind zur Hauptsache darin zu suchen, daß man die während der Serie sich immer wieder einstellenden Terminschwierigkeiten von vornherein wirkungslos machen will. Comet Kiel, als erster Gegner des VfL auf eigenem Platz, ist hier nicht bekannt. Soweit in Erfahrung gebracht werden konnte, handelt es sich um eine Kampfmannschaft, welche mit sehr unterschiedlichen Leistungen aufwartet. Es ist deshalb eine Voraussage sehr schwer. Die Oldesloer werden gut tun, sich gleich voll ins Zeug zu legen. Wer hat, der hat, denn in dieser Staffel hängen die Trauben sehr hoch. Das Spiel beginnt um 16 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Sonntag, 14. Aug. 1938
1. Punktspiel: VfL Oldesloe - Comet Kiel 6:3 (3:1)
Wenn das Spiel auch leicht und eindeutig gewonnen wurde, so hinterließ es durchaus nicht die gewünschte Befriedigung und keinen verheißungsvollen Ausblick für die Zukunft, wo entschieden ganz andere Anforderungen an die Mannschaft gestellt werden. Bei einem energisch und zielbewußten Sturm hätte das Resultat noch weitaus günstiger lauten können. Immerhin soll nicht verkannt werden, daß es einmal das erste Spiel mit einer neuen Besetzung war, daß das hochsommerliche Wetter große Anforderungen an die Spieler stellte und daß vor allen Dingen über eine halbe Stunde lang Krohn als erstklassiger Aufbauspieler fehlte, da er durch das rücksichtslose Spiel des linken Kieler Verteidigers ausscheiden mußte. So wurde mancher gut vorgetragene Angriff durch ein planloses Anspielen wirklungslos gemacht und eine Beute der gegnerischen Verteidigung, die sonst große Lücken aufzuweisen hatte.

Das Eckenverhältnis 12:4 für den VfL charakterisiert die Überlegenheit des Siegers. Die Gäste wurden nur vorübergehend gefährlich, wenn ihre Innenstürmer nicht genügend gedeckt wurden und wenn vor allen Dingen der erlaubte Einsatz im eigenen Strafraum bei uns fehlte.

Die Verteidigung konnte beim VfL fast restlos gefallen. Schmidt durfte aber, da Hartmann sich als Läufer erst einspielen mußte, nicht so weit aufrücken. Kock lieferte zusammen mit Witt ein großes Spiel. Während er in der ersten Halbzeit mehr als Angriffsspieler zu finden war, blieb er später leider zu weit zurück, so daß dadurch das eigene Tor öfter stark bedrängt wurde. Von den vier Stürmern war der Linksaußen weitaus am schwächsten. Die Gäste hatten vierfachen Ersatz stellen müssen und waren dadurch von vornherein benachteiligt. Leider brachten einige von ihnen eine harte Note ins Spiel, so daß der sonst sehr aufmerksame Schiedsrichter Frahm (Neumünster) seine ganze Aufmerksamkeit einseitig auf diese Machenschaften richten mußte und ihm daher manches von dem sonstigen Spielgeschehen entging. Das Spiel begann zunächst sehr verheißungsvoll für die Gäste, als durch lückenhaftes Abdecken und Unentschlossenheit im eigenen Strafraum Purnhagen in der 3. Minute das erste Tor der Gäste nicht verhindern konnte. Doch dauerte diese Freude nicht lange. Nach einem ausgezeichneten Durchspiel wurde Schweim in aussichtsreicher Stellung im Strafraum rücksichtlos unterlaufen. Der verhängte Elfmeter wurde von Schweim zum Ausgleichstor unhaltbar eingeschossen. Zwei Minuten später schoß Schlüter nach einer vorbildlichen Vorlage von Dorn den Ball zu Schweim, der zum zweiten Tor unhaltbar einköpfte. Als derselbe Spieler nach einigen Minuten wieder unsportlich im Strafraum gelegt und festgehalten wurde, fiel das dritte Tor durch einen Elfmeter.

Leider wurde Krohn kurz darauf in unschöner Art und Weise so verletzt, daß er erst nach der Halbzeit wieder mitwirken konnte. Der Schiedsrichter verwarnte zwei Kieler und allmählich lief das Spiel ruhig weiter. Die Hiesigen lagen einseitig im Angriff. Es wurden schöne Angriffe eingeleitet; im letzten Augenblick fehlte oftmals der sichere Torschuß; so gingen drei Schüsse eben daneben, und es blieb bei dem Torverhältnis von 3:1 bis zur Halbzeit. Nach der Pause hatten die Gäste zunächst zehn Minuten mehr vom Spiel und drängten beängstigend. Sie erzwangen die ersten Ecken. Als ein Strafstoß nicht genügend abgewehrt wurde, kamen sie auf 3:2 heran und hätten mit etwas Glück den Ausgleich erzielen können. Als dann Dorn nach einem Durchbruch zwei Gegner glatt umspielte, hieß es bereits nach der 18. Minute nach Halbzeit 4:2 für den VfL.

Obwohl die Gäste nie das Spiel aufgaben, behielt der VfL einseitig die Oberhand und Schlüter schoß nach einer schönen Vorlage das fünfte Tor. Schweim erhöhte in der 28. Minute nach Halbzeit den Vorsprung auf 6:2. Leider mußte der Torschütze kurz darauf vorübergehend wegen einer Verletztung ausscheiden. Die Kieler erhielten nach Hand von Schmidt einen Elfmeter zugesprochen und erzielten ihr drittes Tor. Obwohl Ecke auf Ecke vor das Tor der Gäste getreten wurde, blieb es bis zum Schluß bei dem Torverhältnis 6:3.

Das Spiel hat jedem eindeutig bewiesen, daß durch fleißiges Training noch viele Mängel ausgeglichen werden müssen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Helmut Krohn, Martin Kock, Witt - Karl Wolherr, Willy Schlüter, Helmut Schweim, Herbert Dorn, Pump
Tore: 0:1 (3.), 1:1 Schweim (Foulelfmeter), 2:1 Schweim, 3:1 (Foulelfmeter), 3:2, 4:2 Dorn (63.), 5:2 Schlüter, 6:2 Schweim (73.), 6:3 (Handelfmeter). - Schiedsrichter: Frahm (Neumünster)

Montag, 15. Aug. 1938
Mitgliederversammlung des VfL
Die beim Vereinskameraden Wigger stattgefundene Mitgliederversammlung war von 40 Mitgliedern besucht. Der Vereinsführer gab einleitend einen Bericht über das Turn- und Sportfest in Breslau. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch hier in Oldesloe, im VfL, wo so viele Fachgruppen vereinigt sind, die Basis der Sporttreibenden sich stetig verbreitern möge. Anschließend überreichte er dem Verein die neue, in Breslau geweihte Vereinsfahne. Es wurden der Fahnenträger und die beiden Begleiter bestimmt.

Die Berichte der Obmänner für die einzelnen Fachgruppen gaben ein unterschiedliches Bild von der Arbeit in den einzelnen Gruppen. Während der Besuch des Trainings im Fußball als gut anzusprechen ist, kann das leider nicht von allen Obmännern berichtet werden. Nach Schluß der Sportwoche (4. Sept.) beginnt das Training wieder für die entsprechenden Gruppen in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule. Bis dahin ist das Training auf dem Exer. Für die Ausschreibungen in der Leichtathletik werden die Teilnehmer in der Sportwoche von den Obmännern angesetzt. Es ist Ehrenpflicht, am entsprechende Tag anzutreten; denn die Sportwoche dient vor allen Dingen dazu, das Sportleben in Oldesloe zu heben.

Der Obmann für das Turnen, Heinrich Diedrichsen, gab einen Bericht über den Kursus in Mölln und betonte, daß das Geräteturnen, die Grundlage für die Leibeserziehung, in Zukunft energisch aufgebaut wird, und forderte alle Aktiven auf, am Dienstag, dem 6. Sept., in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule, dem Eröffnungsabend, zu erscheinen. Bis dahin üben alle Abteilungen an den bekannten Abenden auf dem Exer.

Turn- und Sportlehrer Wilhelm Rottgardt gab einen Bericht über den Kreistag im Schwimmen in Lübeck und anschließend über das Kreisschwimmfest, zu dem der VfL fünf Vertreter entsandt hatte. Alle schnitten gut ab und brachten Siege mit nach Hause. Im Springen errangen Rottgardt in seiner Klasse den ersten und Jonscher den zweiten Sieg. Schröder belegte im 100-Meter-Kraulschwimmen in Klasse 3 den zweiten Platz; J Thiede wurde in Klasse 3 im 200-Meter-Brustschwimmen dritter Sieger und Theodor Hormann belegte im 200-Meter-Brustschwimmen in Klasse 2 den vierten Platz. Aufgrund des Berichtes richtete der Vereinsführer an alle Schwimmer die Bitte, fleißig im Schwimmen zu trainieren und vor allen Dingen das Wasserballspiel zu pflegen, damit wir am 28. Aug. einen Gegner für die zweite Lübecker Mannschaft haben. Johannes Pöhls vertrat den Verein bei den leichtathletischen Wettkämpfen in Bad Schwartau und belegte mit folgenden Übungen im Fünfkampf den zweiten Platz: Speerwerfen 58 Meter, Weitsprung 5,75 Meter, Kugelstoßen 11,19 Meter, 100-Meter-Lauf 11,9 Sekunden.
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Mittwoch, 17. Aug. 1938
Tennisgruppe des VfL
Während der Oldesloer Sportwoche wird die Tennisgruppe des VfL ihre internen Wettkämpfe für die Aufstellung einer Rangliste durchführen. Vom 28. Aug. bis 3. Sept. wird die A-Mannschaft, vom 21. Aug. bis 27. Aug. die B-Mannschaft ihre Besten ermitteln. Um ein klares Bild über die Stärke der einzelnen Spieler zu erhalten, wird, soweit wie möglich, jeder gegen jeden spielen. Voraussichtlich wird sich in der Aufstellung unserer A-Mannschaft nur wenig ändern. Um so mehr Interesse bieten die Ausscheidungskämpfe in der B-Mannschaft. 1938 brachte uns nach vielen Jahren der Ruhe und des langsamen Alterns endlich den unbedingt nötigen Nachwuchs. Wenn auch nicht jeder der 28 Anfänger in dem ersten Tennisjahr zum guten Spieler wird, so werden sich doch sicher genug junge Kräfte finden, um die Lücken der A-Mannschaft aufzufüllen, die mit sechs Herren und fünf Damen weit unterbesetzt ist und unbedingt des jungen Nachwuchses bedarf. Die Spiele werden wie üblich mit neuen Bällen, die dem Verein gestiftet sind, durchgeführt werden.
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Mittwoch, 17. Aug. 1938
Jeder Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter!
Im Wasser wartet der nasse Tod! Er nimmt Kinder und Greise, Väter und Mütter! Bekämpfe ihn, indem du retten lernst und in den Kreis der freiwilligen Helfer eintrittst! Dort, wo Jugend und Alter Freude und Erholung suchen, dort, wo Sonnenschein und Lebenslust herrschen, am Wasser, da wartet der nasse Tod! Dort ist er seiner Opfer sicher! Leichtsinn, falsche Erziehung, Furcht vor dem, ach, so harmlosen Schwimmunterricht, sind seine nimmerversagenden Helfer.

Sollen, dürfen wir hier tatenlos zusehen Wollen wir uns durch Untätigkeit mitschuldig machen Wollen wir weiter dulden, daß Tausende Menschen alljährlich in Deutschland dem nassen Tode zum Opfer fallen Viele Tausende Kinder unter 15 Jahren ertranken in Preußen allein in den letzten 20 Jahren!

Diese Verluste klagen unsere Volksgemeinschaft bitter an, denn diese Menschenleben brauchten nicht ausgelöscht zu werden, wenn Schwimmen und Retten Allgemeingut wäre, wenn nicht Tausende hilflos am Ufer zusehen müßten, wie ein Mensch in Todesnot in den Fluten ringt. Hier müssen alle Jugenderzieher, alle Führer unseres deutschen Volkes ihre ganze Kraft einsetzen, um dem nassen Tode unser kostbarstes Volksgut, unsere Kinder, zu entreißen. Wer sich abseits stellt, wer sich den gellenden Hilferufen der Kinder verschließt, wer die Reichsmark ängstlich festhält, die brechenden Augen dem Leben wiedergeben kann, der ist ein schlechtes Glied einer Volksgemeinschaft. Er ist auch ein schlechter Volkswirtschaftler, denn er hat den Verlust an Volkskraft, der in die Fluten sinkt, noch nicht erkannt. Lernt Retten! Unterstützt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, deren Mitglieder ein unsichtbares Netz von Rettern über Deutschland gezogen haben, bereit, jederzeit ihr Leben einzusetzen, wenn es gilt, ein anderes zu retten. 412000 Retter sind seit 1925 ausgebildet und geprüft worden; doch weit größer muß das Heer sein, das den Tod im Wasser niederzwingen will. In jeder Familie, in allen Schulen, im Heer, in der Polizei, in den einzelnen Formationen und in jedem Turn- und Sportverein muß das Retten noch mehr als bisher geübt werden.

Das Abzeichen der DLRG ist ein Ehrenzeichen für jeden Deutschen. Erwerbt Euch das Recht zum Tragen, indem er Mitglied unserer Gesellschaft werdet!

Am kommenden Donnerstag, 18 Uhr, beginnt in der städtischen Badeanstalt am Bürgerpark ein Rettungsschwimmkursus, der die Erwerbung des Grundscheins der DLRG sich zum Ziel gesetzt hat. Jeder Schwimmer kann sich kostenlos an diesem Kursus beteiligen. Denke an die Not, die durch den nassen Tod in die Familien einzieht! Warum zögerst du
Wilhelm Rottgardt, Turn- und Sportlehrer.
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Samstag, 20. Aug. 1938
VfL gegen 1910 Neumünster
Der VfL muß am Sonntag den vorjährigen Bezirksmeister der Nordstaffel, Rasensport, in Neumünster aufsuchen. Die Aufstiegsspiele brachten nicht den ersehnten Erfolg, der Namensvetter aus Harburg erwies sich als bedeutend kampfkräftiger. Der VfL steht morgen keinesfalls vor einer leichten Aufgabe, besonders schon deshalb nicht, weil die Oldesloer mit Mannschaftsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Infolge Verletzungen und Abberufungen kann zur Zeit nicht die stärkste Vertretung gestellt werden. Aber deshalb haben die Neumünsteraner noch lange nicht gewonnen. Der vorsonntägige Gegner Comet Kiel war jedenfalls erstaunt, daß man ihnen hier so ohne weiteres sechs "Sachen" in den Kasten funkte. Mit demselben Willen und mit demselben Kampfgeist können auch morgen die Punkte erobert werden.
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Sonntag, 21. Aug. 1938
2. Punktspiel: VfR Neumünster - VfL Oldesloe 5:1 (5:0)
Das in Neumünster ausgetragene Spiel des VfL gegen den vorjährigen Bezirksmeister Neumünster 1910 wurde von den Oldesloern viel zu hoch verloren. Zurückzuführen ist es wohl in der Hauptsache auf den zahlreichen Ersatz. Ehe die neu eingestellten Spieler sich gefunden hatten, gelang es den Neumünsteranern, in kurzen Abständen bis 5:0 in Führung zu gehen. Erleichtert wurde es ihnen allerdings dadurch, daß Kock gleich verletzt wurde. Nachdem nun Schweim als Mittelläufer zurückging, wurde der Widerstand bedeutend größer. Allerdings spielte der Sturm der Hiesigen sehr zerfahren.

Nach Halbzeit wurde das Spiel viel ausgeglichener. Der VfL kam nun zu mehreren schönen Angriffen, die aber leider alle durch Pech oder auch durch Unentschlossenheit der Stürmer nicht zu Erfolgen führten. Mitte der Halbzeit gelang es Dorn, durch wunderhübschen Schuß das Ehrentor zu erzielen. Das Spiel wurde von einem Kieler Schiedsrichter ausgezeichnet geleitet.
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VfL Oldesloe: Hannover - Schmidt, Herbert Busch - Hartmann, Martin Kock, Witt - Feddern, Möller, Helmut Schweim, Herbert Dorn, Pump.

Mittwoch, 24. Aug. 1938
Sportwoche
Da die sehr schnell gesunkene Wasserwärme der Trave keine ordnungsgemäße Abwicklung der Wettkämpfe gewährleistet, hat die Sportleitung die vorgesehenen Schwimmwettkämpfe für Sonntag, den 28. Aug., abgesetzt. Dafür finden am Sonntag von 9 Uhr ab die Wettkämpfe im Faustball um die Stadtmeisterschaft statt. Die Abendstunden bieten bei der schnell hereinbrechenden Dunkelheit nicht die Gewähr, daß die erforderlichen Wettkämpfe der Wehrmacht, der Polizei, der SA, der HJ und des VfL lückenlos abgewickelt werden können.

Die für 11 Uhr angesetzten Wettkämpfe der Boote und das Blumenkorso um 16.30 Uhr werden von der Programmänderung nicht berührt. Ebenfalls beginnen am Sonntag die Schießwettkämpfe im Kleinkaliberschießen. Die Kegelwettkämpfe zwischen Lübeck, Reinfeld und Oldesloe sind von Sonntag, den 28. Aug., auf Sonntag, den 4. Sept. verlegt. Das Programm der Sportwoche findet entschieden eine große Bereicherung durch die im Rahmen des Opfertages des Sports im Kreisgebiet Lübeck durchzuführenden Boxwettkämpfe. Sie finden am Samstag, dem 3. Sept., in Bad Oldesloe im Gesellschaftshaus "Tivoli" statt. Die besten Boxer aus Lübeck und Oldesloe werden hier in den Ring treten.
Die Tennisspieler haben die günstigen Witterungsverhältnisse ausgenutzt und mit dem internen Turnier begonnen. Am Mittwoch, dem 31. Aug., kämpft die Mannschaft der Lübecker Betriebswerke hier um 18 Uhr im Fußball gegen VfL II, den Meister der Klasse 1937/38. Höchstwahrscheinlich kommt die Liga hier auch noch zu Wort.
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Mittwoch, 24. Aug. 1938
Von dem neuen Spiel- und Sportplatz
Nach der sehr langen Trockenheit der vergangenen Wochen hat nunmehr der Regen die neu angesäten Rasenflächen auf dem neuen Spiel- und Sportplatz sehr schnell grün werden lassen. Die Fußballplätze werden alle 14 Tage gemäht, erneut gewalzt, um dadurch schneller eine gute und widerstandsfähige Grasnarbe zu erzielen. Nicht zuletzt dienen diese Arbeiten aber auch zur Erhaltung einer möglichst gleichmäßigen Fläche, also der Egalisierung der Plätze. - Der bei der Anlegung des neuen Spiel- und Sportplatzes aufgefundene Findling, der über das stattliche Gewicht von etwa 50 bis 60 Zentnern verfügt, konnte inzwischen ebenfalls mit starken Hebewerkzeugen gehoben werden. Dieser gewaltige Findling soll am Eingang zum neuen Sportplatz Aufstellung finden und als Erinnerungsstein dienen. Der Abtransport dieses Findlings von dem Auffindungsort an den zukünftigen Standort ist bereits erfolgt.
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Samstag, 27. Aug. 1938
Morgen: Beginn der Sportwoche 1938
Am morgigen Sonntag, vormittags 9 Uhr, wird die diesjährige Oldesloer Sportwoche, die bis zum Sonntag, dem 4. Sept., dauert, eröffnet. Mit Rücksicht auf das in diesem Jahre stattgefundene Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau mußte der Termin für die Sportwoche Bad Oldesloe soweit hinausgeschoben werden. Der ursprüngliche Plan, das diesjährige Schwimmfest im Rahmen der Sportwoche mit durchzuführen, mußte leider fallen gelassen werden und auch die vorgesehenen zahlreichen Rahmenveranstaltungen im Laufe der Woche mußten mit Rücksicht auf die wenig günstige Witterung zum Teil verlegt und aufgehoben werden.

Trotz dieser notwendig gewordenen Einschränkungen bringt die Sportwoche 1938 doch eine umfangreiche und recht interessante Sportfolge, die alle hier geübten Sportarten Gelegenheit zum Einsatz gibt.

Am morgigen Sonntag setzen bereits am Vormittag an verschiedenen Stellen Wettkämpfe ein. Auf dem Exer treten zahlreiche Mannschaften zum Städtekampf im Faustball an. Für diesen Wettbewerb ist ein wertvoller Wanderpreis gestellt. Auf den Tennisplätzen im Kurpark wird ein internes Turnier der Tennisabteilung eröffnet. Um 11 Uhr finden auf der Trave bei der Badeanstalt die Bootswettkämpfe statt. In verschiedenen Klassen werden Kanus und Kajaks als Einer und Zweier auf den Weg geschickt und das in den letzten Tagen durchgeführte Training läßt erkennen, daß hart um den Sieg gekämpft wird. Für unsere Stadt haben diese Wettkämpfe besonderes Interesse, werden sie doch erstmalig hier gezeigt. Die Wettkämpfe werden vom Bootsverein Obertrave durchgeführt.

Nachmittags 14 Uhr beginnen in den Schießständen am Bürgerpark die Mannschaftswettkämpfe im Kleinkaliberschießen. Insgesamt haben sich etwa zehn Mannschaften gemeldet. Weiter ist für Einzelschützen eine weitere Kleinkaliberscheibe aufgestellt.
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Samstag, 27. Aug. 1938
Erfolgreicher Lehrgang für Rettungsschwimmer
Trotz der plötzlichen Luftabkühlung und schnell gesunkenen Wassertemperatur wurde der angekündigte Lehrgang der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft durch den Turn- und Sportlehrer Wilhelm Rottgardt zum ersten Mal in der hiesigen Badeanstalt durchgeführt. Das sehr gute Ergebnis spricht für den tatenfrohen Einsatz und die große Begeisterung der Jugend für den Gedanken der Wasserrettung. 14 Lehrgangsteilnehmer bestanden die praktische und theoretische Prüfung für den Grundschein der DLRG und erhielten damit einen Ausweis über die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten im Retten Ertrinkender. Leider läßt sich ein zweiter Lehrgang wegen der stark zurückgegangenen Wassertemperatur nicht mehr durchführen. Den vielen interessierten Schwimmern sei an dieser Stelle mitgeteilt, daß der Bezirksleiter der DLRG im nächsten Jahre für jeden Schwimmer die Möglichkeit schaffen wird, sich in Lehrgängen kostenlos den Grundschein bzw. Leistungsschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zu erwerben.
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Sonntag, 28. Aug. 1938
Sportwoche 1938 eröffnet!
Bei schönstem Wetter wurde die Oldesloer Sportwoche 1938 vormittags 9 Uhr eröfnnet. Auf den verschiedenen Sportanlagen hatten sich die Wettkämpfer und Wettkämpferinnen eingefunden, groß war die Zahl der Zuschauer, die zum großen Sportplatz Exer im Bürgerpark gekommen waren, um den Vorführungen beizuwohnen.

Zu den Faustballwettkämpfen um die Oldesloer Stadtmeisterschaft, die ihren Anfang nahmen, hatten sich insgesamt acht Mannschaften gestellt, und zwar je eine Mannschaft der SA, SS, Wehrmacht, Polizei, Verein für Leibesübungen, Männer und Frauen, sowie zwei Mannschaften der Hitlerjugend. Um 9 Uhr traten die Faustballmannschaften an. Der Spielplan sah, da jede Mannschaft gegen jede Mannschaft zu spielen hatte, 49 Spiele vor. Bis 12 Uhr hatten der VfL und die SS je sieben Spiele erledigt. Da der VfL kein Spiel verlor, ist er als Meister anzusprechen. Die SS hatte ebenfalls alle Spiele erledigt und folgt mit neun Punkten. Da aber die SA, die in fünf Spielen schon acht Punkte gesammelt hat und von den zwei ausstehenden Spielen noch Spiele gewinnen kann, ist der zweite Platz noch nicht endgültig vergeben. Es folgen in der Punktwertung mit geringen Abständen die HJ II, Polizei, Wehrmacht, HJ I und die Frauenmannschaft des VfL, die sich in den harten Spielen ausgezeichnet hielt und am kommenden Sonntag bei den Spielen gegen die Lübecker Mannschaften aus den heutigen Spielen Gewinn gezogen hat. Fast alle Spiele wurden mit geringem Vorsprung gewonnen, so daß die Veranstaltung für die Zukunft das Beste erhoffen läßt. Die noch ausstehenden Spiele werden am Dienstag, dem 30. Aug., fortgesetzt. Am kommenden Sonntag spielen nachmittags die besten Mannschaften der Polizei Lübeck, LT, Schwartau, sowohl Männer, Jugend und Frauen gegen den VfL. Am Vormittag treten über 100 Leichtathleten zu den Mehr- und Einzelkämpfen an, so daß erstklassiger Sport zu erwarten ist.

Um 11 Uhr vormittags setzten die Bootswettkämpfe des Bootsvereins Obertrave ein. Auch hier hatte sich eine stattliche Zuschauerzahl eingefunden, die recht interessante Kämpfe zu sehen bekam. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um die erste dieser Art, die bisher in unserer Stadt gezeigt ist. Es fanden Bootswettkämpfe im Kanadier und Kajak, Einer und Zweier statt. Die Boote starteten an der Brücke bei der Badeanstalt, das Ziel bildete die Pferdemarktbrücke. Diese Bootswettkämpfe wurden mit einem Lanzenstechen beendet, das besonders spannend verlief und die Zuschauer immer wieder zu wahren Lachsalven hinriß. Als Sieger aus diesem Wettstreit - der ein nasses Ende nahm - ging das Boot von Löding/Schult gegen das Boot Struck/Dose hervor.

Auf den Tennisplätzen im Kurpark wurde das interne Turnier des Vereins für Leibesübungen fortgesetzt, das bereits vor einigen Tagen begonnen hatte. Die Kämpfe sind noch nicht abgeschlossen und werden im Laufe dieser Woche fortgesetzt. Ab Dienstag dieser Woche werden die Mitglieder der A-Mannschaft die Kämpfe weiterführen und auch in der Gruppe die Mannschaftsbesten festgestellt. - Am Sonntag fand weiter ein Tennis-Freundschaftsspiel gegen den Tennisverein in Ratzeburg statt, das die hiesige Mannschaft klar gewinnen konnte. Elf der insgesamt 14 Spiele wurden von den Oldesloern gewonnen, lediglich in drei Spielen konnten die Ratzeburger die Hiesigen schlagen. Die Oldesloer Mannschaft war durch Dr. Greve vom SC Union Altona verstärkt. Von der B-Mannschaft spielte erstmalig Fräulein Möller mit, die ihr Spiel gewinnen konnte.

Einen ganz besonderen Erfolg wiesen die Schießwettkämpfe auf. Alle örtlichen Formationen, Vereine und Verbände waren hieran beteiligt. Insgesamt 14 Mannschaften der SA, SS, Wehrmacht, Polizei, des Reichsluftschutzbundes, der Post und der Schützenvereinigung stellten sich zum Kampf. Weitere sieben Mansnchaften waren zum Pistolen-Mannschaftsschießen angetreten und auch die Kleinkaliber-Meisterscheibe wurde in Anspruch genommen. Die Ergebnisse waren recht gut, ebenso die Einzelleistungen der beteiligten Schützen, die besonders gewertet wurden. Das vorbildliche Zusammenwirken aller örtlichen schießsporttreibenden Formationen und Verbände verdient Anerkennung. Die Mannschaft des Soldatenbundes wird die Übungen Mittwoch nachholen.
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Dienstag, 30. Aug. 1938
Sportwoche
Die blau-weißen Plakate in der Stadt und der näheren Umgebung künden die bevorstehenden Boxkämpfe am Samstag an. Der Vorverkauf hat bereits eingesetzt, um die Abendkasse zu entlasten. Die kommende Veranstaltung ist als Kreisveranstaltung anzusprechen und hervorragend mit zehn Kämpferpaaren besetzt. Da die Eintrittspreise (80 Pfennige 1. Platz und 60 Pfennige 2. Platz, Jugend 40 Pfennige) sehr niedrig gehalten sind, ist ein guter Besuch zu erwarten. Am Mittwoch kommt eine Vertretung der "Lübecker Betriebe" in Stärke von 75 Mann, um ihrer Fußballmannschaft, in der drei Gauligisten (Clasen, Polizei, Berner und Schneidewind, Phönix) spielen, den nötigen Rückhalt gegen die sieggewohnte "Schacht-Mannschaft" zu geben.
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Dienstag, 30. Aug. 1938
Sportwoche.Der dritte Tag der Oldesloer Sportwoche brachte die Endspiele im Faustball. Erfreulicherweise hatten sich alle Mannschaften eingefunden, so daß auch das 49. Spiel, wenn auch etwas behindert durch die schlechte Sicht, durchgeführt werden konnte. Die SA erfüllte nicht die in sie gesetzten Hoffnungen bis zum Schluß.

Die spielstarke zweite HJ-Mannschaft schlug sie 28:19, obwohl sie vorher die Polizei 18:10 geschlagen hatte. Die erste HJ-Mannschaft schlug die Wehrmacht 19:14 und die Frauenmannschaft des VfL mit 28:19. Den Abschluß bildete das Spiel der Frauen gegen die sieggewohnte zweite Mannschaft der HJ. Durch das gleichmäßige und ruhige Spiel behielten sie mit 13:8 die Oberhand, so daß das Turnier zum Schluß folgenden Stand zeigt:

  • 1. VfL-Männer 14 Punkte (Pokalsieg)
  • 2. SS 9 Punkte
  • 3. SA
  • 4. HJ I
  • 5. Polizei
  • 6. HJ II
  • 7. Wehrmacht
  • 8. VfL-Frauen.

Der vom Rennverein gestiftete Wanderpreis, welcher von einem Oldesloer angefertigt wird, soll den Anreiz für die Zukunft geben, noch mehr Mannschaften für dieses reizvolle Spiel zu begeistern. Am Sonntagnachmittag, wenn die besten Lübecker Mannschaften antreten, kann jeder ein Muster mit nach Hause nehmen.
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Mittwoch, 31. Aug. 1938
VfL Oldesloe II gegen Städtische Betriebe Lübeck 4:4 (1:2)
Unter der Leitung von Flindt (VfL) traten die Lübecker mit einer sehr starken Mannschaft (drei Gauligisten) an. Die Hiesigen waren durch Dorn verstärkt. Die Lübecker, die mit Wind und Sonne spielten, hatten anfangs mehr vom Spiel, und der VfL hatt Glück, daß nicht Tore fielen. Nach einem Durchbruch spielte Remshardt gut ab und Lindemeier schoß das erste Tor. In der 25. Minute schoß Berner durch einen Langschuß ein schönes unhaltbares Tor. Beide Mannschaften wurden gleichmäßig und erzwangen je vier Ecken. In der 30. Minute ging Lübeck durch Schneidewind in Führung. Nach Halbzeit spielte der VfL besser und Lindemeier köpfte durch einen schönen Kopfball ein und erzwang damit den Ausgleich. 15 Minuten später brachte Dorn durch das dritte Tor den VfL in Führung. Aber fünf Minuten später erfolgte der Ausgleich durch die Gäste. Beide Mannschaften erzwangen Ecke auf Ecke. Als dann aber zehn Minuten vor Schluß Schneidewind das vierte Tor schoß, schien der Sieg der Gäste sicher zu sein. Fast mit dem Schlußpfiff schoß Schlüter das Ausgleichstor.
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Donnerstag, 1. Sept. 1938
Ein gutes Boxprogramm
Als ein Ereignis für Bad Oldesloe ist der am Samstag im Gesellschaftshaus "Tivoli" stattfindende Boxabend im Rahmen der Sportwoche anzusehen. Schon der erste Boxabend vor zwei Monaten war ein ansprechender Erfolg. Die wohlüberlegte Zusammenstellung der jetzigen Paarungen dürfte wohl in weiterem Maße das Interesse anregen.

Der Veranstalter VfL Oldesloe, diesmal allerdings im Auftrage des Reichsbundes für Leibesübungen, Fachamt Boxen, hat gute Leute aus den verschiedenen Lübecker Vereinen, sowohl Polizei, Lübecker Sportverein als auch den Militärsportverein Lübeck, verpflichtet. Es wird im Laufe des Abends zu spannenden Kämpfen kommen, sind doch in letzter Zeit einige der Boxer sehr bekannt geworden durch ihre Kämpfe in Lübeck und auch beim letzten Kampfabend in Oldesloe.

Da mit einem starken Besuch zu rechnen ist, wird gebeten, die Kasse zu entlasten und sich Karten bei den angegebenen Vorverkaufsstellen zu beschaffen.
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Freitag, 2. Sept. 1938
Sportwoche. Im Vordergrund der Veranstaltungen stand der Schulsport
Von 2 bis 5 Uhr wurden vier Handballspiele und sechs Faustballspiele ausgetragen. Soweit die fraglichen Jahrgänge in der Stadtschule vorhanden sind, traten sie gegen die Gleichaltrigen der Horst-Wessel-Schule an. Sonst kämpften die obersten Klassen der Horst-Wessel-Schule um die Schulmeisterschaft im Faust- und Handball.
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Samstag, 3. Sept. 1938 Sportwoche
Vorschau für den Sonntag: Die leichtathletischen Wettkämpfe versprechen außerordentlich spannend zu werden. In dem Zeitabschnitt von 9 bis 12.30 Uhr müssen annähernd 250 Wettbewerbe erledigt werden. Für den Dreikampf der Männer über 33 Jahre sind sieben Meldungen abgegeben; Krummland (Schwartau) wird hier kaum zu schlagen sein. In dem Dreikampf der Oberstufe ist Courvoisier (Reinbek), der Zehnkampfmeister des Kreises, nicht so leicht zu bezwingen, obwohl Pöhls und Dose (VfL) noch ein Wort mitreden werden. Für den Hochsprung dieser Klasse liegen acht Meldungen vor. Wenn Dose (VfL) gut aufgelegt ist, muß er es schaffen.

Im Speerwerfen sind neun Meldungen abgegeben; hier ist der ehemalige Norddeutsche Meister Pöhls (VfL) nicht zu schlagen. Für das Diskuswerfen liegen acht und für den 800-Meter-Lauf sechs Meldungen vor. Für den Dreikampf der Mittelstufe sind 13 Meldungen abgegeben, für die 1500 Meter elf und für den Stabhochsprung drei. Hier erwarten wir Rottgardt (VfL) als sicheren Sieger. Auch im Dreikampf werden Rottgardt und Hormann ein Wort mitreden. Für den 3000-Meter-Lauf liegen sechs Meldungen vor; Läpple und Westphal vom VfL haben Siegesaussichten. Erfreulicherweise liegen für den Dreikampf der Unterstufe noch mehr Meldungen vor.

Doch werden sie weit von dem Jahrgang 1920/21 übertroffen, wo 39 Meldungen vorliegen und beim Jahrgang 1922/24, wo ebenfalls 33 Meldungen zu verzeichnen sind. Hier sind auch die Langstrecken und Staffeln so besetzt, daß Vor- und Zwischenläufe eingelegt werden müssen. Bei den Frauenwettbewerben liegen für die Mittelstufe mit 16 Meldungen für den Dreikampf die meisten Meldungen vor.

Am Nachmittag tritt zunächst der Faustball in seine Rechte. Die Lübecker Turnerschaft mit der Ia- und Ib-Mannschaft, die Lübecker Polizei, Schwartau und der VfL spielen um den Wanderpreis. Außerdem treffen die Frauenmannschaften von Gut Heil Lübeck, Olympia Neumünster und vom VfL aufeinander. Die Jugendmannschaft des VfL hat außerdem die Jugendmannschaft der LT als Gegner.

Um 14.30 Uhr beginnt das Fußballspiel der Jugend LSV gegen den VfL und als Abschluß das Spiel der Liga gegen den LSV. Das letztgenannte Spiel wird im Rahmen des Opfertages des DRL durchgeführt. Der Exer wird deshalb am Nachmittag gesperrt. Um 20 Uhr ist verbunden mit dem Kameradschaftsabend im Gesellschaftshaus "Tivoli" die Siegerverkündung der Sportwoche.
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Samstag, 3. Sept. 1938
Fußball
Zum Abschluß der Sportwoche trifft die Ligamannschaft des VfL am Sonntag auf den Lübecker SV. Der kommende Sonntag ist als "Opfertag des Deutschen Sports" angesetzt. In ganz Deutschland finden Repräsentativ- sowie Städtespiele statt. Als Hauptschlager gilt das Spiel der deutschen A- und B-Nationalmannschaft im Olympia-Stadion. Sämtliche Einnahmen aus diesen Spielen fließen dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen zur Stärkung und zum weiteren Ausbau des deutschen Sports zu.

Der VfL hat hier gegen einen alten Bekannten, den Lübecker Sportverein, anzutreten. Beide Mannschaften "bekriegen" sich seit Jahren mit wechselndem Erfolg. Es ist deshalb schwer, für das morgige Spiel eine Voraussage zu treffen, zumal sich in der Aufstellung beider Mannschaften seit der letzten Begegnung allerhand verändert haben dürfte. Das Spiel beginnt um 16 Uhr. Der Exer wird gesperrt.
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Samstag, 3. Sept. 1938
Ein volles Haus bei den Boxern
Wie vorauszusehen war, war der Saal des Hotel "Tivoli" wieder dicht besetzt. Das Interesse ist, wie in allen anderen Städten, auch in Oldesloe sehr groß. Auch die Landbevölkerung der umliegenden Ortschaften hatte sich in stattlicher Zahl eingefunden. Boxen ist aktuell und wird in immer stärkerem Maße an den Schulen eingeführt. Es erzieht zur Härte und Ausdauer, wie auch zur Schnelligkeit im Denken und Handeln.

Die Kämpfe verliefen abwechslungsreich und spannend. Leider gab es durch einen Kampfausfall und Umstellung einen kleinen Mißstand. Erst die Kämpfe nach der Pause konnten die Zuschauer mitreißen. Erlebte man ja auch den einzigen k.o. des Abends. Nach der Begrüßungsansprache des Abteilungsleiters Steinen sah man im Einlagekampf der Kleinen des VfL, daß die Jugend am leichtesten und genauesten annimmt und lernt. Mit exakten, schnellen und genauen Schlägen und guter Deckungsarbeit zeigten Fahl und Woldt einen lebhaften Kampf, der allgemein gefiel. Auch im nächsten Einlagekampf gaben sich Burmeister und Ehls große Mühe.

Im nachfolgenden ersten Wertungskampf waren sich Schlie (Militärsportverein) und Eckstein im Halbschwergewicht ziemlich gleichwertig. Beide standen sich im Geben und Nehmen nichts nach. Es ging in allen Runden hart her. Eckstein erhielt trotz zweier Verwarnungen wegen Schlagens mit der Innenhand den Punktsieg zugesprochen. Die nächste Paarung brachte Gerke (Polizei) und Herold (VfL) zusammen. Gerke war etwas schlagstärker und angriffsfreudiger. Durch tapferste Gegenwehr konnte Herold den Kampf jedoch noch zu einem schönen Unentschieden gestalten.

Sehr stark abfallend war der nächste Kampf in der gleichen Gewichtsklasse zwischen Meyer (LSV) und Mette (VfL). Mette vergaß das Schlagen und glaubte mit Lächeln und Drängen seinen Gegner besiegen zu können. Das Unentschieden war für ihn schmeichelhaft.

Der erste Kampf nach der Pause brachte Bewegung und Leben. Brämer (LSV) konnte gegen Rhee (Militärsportverein) einen klaren Punktsieg erringen. Der Oldesloer Meincke kam im Mittelgewicht gegen den entschieden schwereren Schmitz (LSV) zu einem schönen Unentschieden. Es fehlte Meincke jedoch noch an der nötigen Schnelligkeit.

Der schönste Kampf des Abends: Szodrinski (Polizei) gegen Wulf (LSV) brachte nach drei lebhaften Runden den einzigen k.o. Beide haben schon eine große Zahl Kämpfe hinter sich und zeigten schnelle Schlagwechsel. Auf einen genauen Kinnhaken muß Szodrinski plötzlich in der zweiten Runde auf die Bretter. Auch in der dritten Runde muß er einen harten Schlag voll nehmen, der ihn bis acht zu Boden bringt. Nachdem er wieder hochkommt, versteht der erfahrene Wulf seine Chance auszunutzen und setzt nach. Nach zwei weiteren Niederschlägen gibt der zähe Szodrinski sehr stark mitgenommen den Kampf auf.

Die Sensation des Abends sollte der Schwergewichtskampf werden. Der für Rickert vorgesehene Gegner Holste (Militärsportverein) war dienstlich verhindert und hatte Jarchow, der schon 48 Kämpfe hinter sich hat, als Ersatzmann geschickt. Wegen zehn Pfund Übergewicht von Rickert wollte Jarchow den Kampf erst nicht annehmen. Kurz vor Ablauf der anderen Kämpfe aber hatte er es sich anders überlegt und kämpfte. Rickert hatte dann leider wieder Pech mit seinem linken Daumen und mußte daher schon in der ersten Runde aufgeben.
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Sonntag, 4. Sept. 1938
Opferspiel: VfL Oldesloe - Lübecker SV 2:6 (2:5)
Den Abschluß der Sportwoche bildete das als Opferspiel angesetzte Fußballspiel. Der VfL trat mit Ersatz für Krohn, Kock, Schlüter, Feddern und Grote an und mußte eine in der Höhe verdiente Niederlage einstecken. Der eingesetzte Ersatz hat hoffentlich daraus die Lehre gezogen, energischer und zielbewußter das Training aufzunehmen, denn sonst erwächst aus den Reihen der Liga kein brauchbarer Spieler. Die Läuferreihe spielte sehr lückenhaft und konnte den gegnerischen Sturm niemals halten. Erst als Schweim wieder nach hinten ging, war der Gegner abgeschnürt; es fiel nur noch ein Tor.

Der VfL spielte mit der Sonne und erzielte zwar durch Schweim das erste Tor nach 20 Minuten, nachdem der LSV einen Elfmeter ausgelassen hatte. Sodann übernahm der LSV ziemlich einseitig das Kommando. Der Mittelstürmer erzielte für die Lübecker den Ausgleich. Bald darauf ging der LSV in Führung. Vier Minuten später erzielte Schweim nach einem Gewühl vor dem Tor den Ausgleich. Die Läuferreihe des VfL fiel immer mehr auseinander und ermöglichte es dem Gegner, die Überlegenheit durch zwei weitere Tore auszudrücken. Als Purnhagen unnötigerweise beim Abstoß die Strafmarke überschritt, verhängte der Schiedsrichter einen Strafstoß, der vom LSV eingeschossen wurde.

Nach Halbzeit füllte Schweim I seinen Posten als zurückgezogener Mittelläufer wieder aus und der LSV konnte nur noch in der 70. Minute ein Tor erzielen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Klueß, Witt, Hartmann - Schweim II, Homeier, Schweim I, Herbert Dorn, Pump

Sonntag, 4. Sept. 1938
Sportwoche. Letzter Tag
240 Leichtathleten. Die vielseitigen Veranstaltungen in den acht Tagen fanden ihren Abschluß und ihre Krönung vor allen Dingen durch die leichtathletischen Wettkämpfe, wozu sich aus dem Kreisgebiet und Itzehoe 240 Leichtathleten angemeldet hatten. Entsprechend den Bahn- und Platzverhältnissen wurden bei den dichtbesetzten Feldern beachtenswerte Resultate erzielt. Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßung durch den Vereinsführer des VfL, bei der er die Gäste auf die gesteckten Ziele der Leibeserziehung im DRL hinweis und damit einen vielseitigen Dank an die Stadt Bad Oldesloe als den vielseitigen Förderer der Leibeserziehung verband. Dann begannen die Kämpfe.
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Die Sieger des VfL bei den Männern:

  • Heinz Dose (Männer-Dreikampf Oberstufe, 2099 Punkte
  • Stabhochsprung 2,90 Meter
  • Hochsprung: 1,75 Meter)
  • Johannes Pöhls (Speerwerfen, 60;10 Meter)

Sonntag, 4. Sept. 1938
Kegler-Städtewettkampf Lübeck-Oldesloe-Reinfeld
Aus Anlaß der Sportwoche waren auch die Kegler tätig. Es galt, auf den Bundesbahnen im "Tivoli" einen 100-Kugel-Kampf zwischen Lübeck, Oldesloe und Reinfeld (je sechs Kegler mit 100 Wurf) auszutragen. Wie vorauszusehen war, kam es zu einem spannenden Kampf, zur Hauptsache zwischen Lübeck und Oldesloe. Die Reinfelder konnten leider in den Endkampf nicht mehr eingreifen, da in ihrer Mannschaft ein "Versager" war. Die Oldesloer gingen in diesem schönen Kampf als Sieger hervor und zwar mit der bisher hier noch nicht erreichten Gesamtholz von 4500. Lübeck erreichte mit seiner Mannschaft 4485 und Reinfeld 4377 Holz.

Einzelergebnisse der Oldesloer:

  • Johnny Dührkop 761 Holz
  • Jean Prang 759
  • K Jacobi 751
  • Gustav Lüthje 749
  • A Drögemöller 741
  • Heinrich Bertram 739

Der Vereinsführer des Oldesloer Keglervereins konnte bei der Siegerverkündung dann den schönen vom Stadtamt für Leibesübungen gestifteten Pokal für seine siegreiche Mannschaft in Empfang nehmen. Außerdem erhielten die jeweiligen besten Einzelkegler Dührkop, Hamarlund (Lübeck) und Behnk (Reinfeld) je eine Plakette.
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Sonntag, 4. Sept. 1938
Für den Faustball-Pokalkampf lagen folgende Meldungen vor:

  • Lübecker Turnerschaft A und B
  • Polizei Lübeck
  • Schwartau
  • VfL Oldesloe
  • Phönix Lübeck

Jede Mannschaft sollte gegen jede spielen. Spieldauer zweimal 4 ½ Minuten. Nachdem jede Mannschaft drei bis vier Spiele ausgetragen hatte führte die LT A und Polizei ohne Spielverlust mit sechs Punkten. Beim entscheidenden Spiel LT A gegen Polizei siegte die LT A nach beiderseitigem schönen, harten Spiel mit 19:12 und wurde damit Pokalsieger. Bei den Frauenspielen blieb Neumünster ohne Spielverlust siegreich. VfL Oldesloe belegte den zweiten Platz mit einem Verlustspiel gegen Neumünster; es folgt die LT und dann Gut Heil Lübeck. Bei den Jugend-Faustballspielen gewann die LT mit 25:21 und nach Verlängerung gegen Schwartau.
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Samstag, 10. Sept. 1938
Sitzung der Tennisabteilung
Der Verein für Leibesübungen, Abteilung Tennis, hält am 13. Sept. eine Sitzung in "Kaffee Arnold" ab. U.a. soll vor allem die Betätigung der Tennisspieler im Winterhalbjahr erörtert werden. Bereits festgesetzt ist jeweils wöchentlich ein Abend für Tischtennis.
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Montag, 12. Sept. 1938
Das Sportfest der Stadtschule findet am 16. Sept. auf dem Exer statt
Die sportlichen Veranstaltungen und Spiele finden während der Vor- und Nachmittagsstunden statt.
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Montag, 12. Sept. 1938
Herbstsportfest der Horst-Wessel-Schule
Vom schönsten Sportwetter begünstigt führte die Horst-Wessel-Schule das leichtathletische Sportfest durch, nachdem bereits im Rahmen der Oldesloer Sportwoche die Spiele ausgetragen wurden. Vor der feierlichen Fahnenhissung wurde den Schülern dadurch ein besonderer Ansporn gegeben, daß ihnen die Stiftung eines Wanderpreises durch das Kollegium der Schule bekanntgegeben wurde. Der Preis ist für die Klasse bestimmt, welche in der Gesamtpunktwertung im Mehrkampf die höchste Gesamtdurchschnittszahl erringt. Dabei kämpft jede Klasse gegen jede. Die Wertung erfolgt nach den Leistungsnoten (1 bis 9) der Richtlinien für das Knabenturnen. Das gesamte Kollegium stellte geschlossen das Kampfgericht und die Mädchen der Schule bildeten den Berechnungsausschuß. Bei flotter Abwicklung wurden die Mehrkämpfe der 300 Schüler von 9 bis 12 Uhr durchgeführt und dann die Staffeln gelaufen.
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Dienstag, 13. Sept. 1938 Tennisverein
Der Vereinsführer des Vereins für Leibesübungen, Studienrat Christian Ohrt, hatte die Mitglieder der Tennisabteilung, die in diesem Jahre erstmalig wieder ihren Sport aufgenommen hatten, zu einer Versammlung ins "Kaffee Arnold" zusammengerufen. Es konnte festgestellt werden, daß der Tennissport in unserer Stadt wieder neuen Auftrieb erfahren und viele Anhänger gefunden hat. Die Ergebnisse bei den Kreismeisterschaften sind als über Erwarten gut zu bezeichnen. Die ausgetragenen Freundschaftsspiele, so auch das letzte am 4. Sept. gegen Union Altona, wurden sämtlich gewonnen. Um auch im Winterhalbjahr sportliche Betätigung zu haben, wurde festgelegt, daß allwöchentlich Montag abends in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule Tischtennis gespielt werden soll. Dieser Vorschlag fand volle Zustimmung der Mitglieder.
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Freitag, 16. Sept. 1938
Sportfest der Stadtschule
Die ganze Stadtschule zog mit Musik nach dem Exer zum Sportfest. Ein lachender Himmel sah auf die jugendlichen Kämpfer. Rektor Stüben eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache, ließ die Flagge hissen und übergab Lehrer Robert Dahm die Leitung. Vormittags fanden die Einzel-, nachmittags die Mannschaftskämpfe statt.
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Samstag, 17. Sept. 1938
VfL gegen TSV Kiel-Gaarden
Der kommende Sonntag steht wieder im Zeichen der Punktspiele. Der VfL muß nach Kiel und sich dort dem TSV Kiel-Gaarden stellen. Wie die Sache auslaufen wird, ist ungewiß, da den Oldesloern dieser Gegner unbekannt ist. Der VfL verlor bekanntlich gegen Rasensport Neumünster 1:5, der TSV Kiel-Gaarden gab einen Sonntag später den Neumünsteranern mit 3:1 das Nachsehen. Würde man sich an diesen Resultaten halten, so sähe es schlecht für die Oldesloer aus. Doch die recht unterschiedlichen Resultate aller Mannschaften haben bewiesen, daß dort am ehesten Punkte zu holen sind, wo man es am wenigsten vermutet. Ob die VfL-Elf in der Lage ist, die so heiß begehrten Punkte mit nach hier zu bringen, muß abgewartet werden. Abfahrt per Bahn 11.40 Uhr.
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Sonntag, 18. Sept. 1938
3. Punktspiel: TSV Gaarden - VfL Oldesloe 2:1 (0:0)
Mit diesem knappen Ergebnis mußte sich der VfL geschlagen geben. Da der VfL nicht mit der stärksten Mannschaft antreten konnte, war von vornherein die Aussicht auf einen Sieg sehr gering. Und doch kam es etwas anders. Bis zur Halbzeit konnten die Oldesloer dank der hervorragenden Arbeit ihrer Hintermannschaft noch 0:0 halten. Die Kieler hatten während dieser Zeit durch ihren besseren Sturm mehr vom Spiel, aber nach Halbzeit änderte sich das Bild. Die gesamte Mannschaft des VfL wurde nach dem Wechsel besser. Ein bißchen mehr Verständnis in dem neu gebildeten Sturm, und der VfL wäre Sieger gewesen. Die Kieler gingen in Führung, die Oldesloer konnten noch den Ausgleich erzwingen. Durch ein regelrechtes "Marmeltor" konnte der Gegner nochmals die Führung an sich reißen, wobei es dann bis zum Schluß blieb. Da Homeier in der letzten Viertelstunde nur noch als Statist mitwirken konnte, war es trotz aller Anstrengungen nicht möglich, den Ausgleich zu erzielen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Schweim I, Schweim II - Möller, Hartmann, Herbert Dorn, Homeier, Willy Schlüter

Mittwoch, 21. Sept. 1938
VfL in Kieler Kritik
TSV gegen Oldesloe 2:1. In der "Nordischen Rundschau" lesen wir über das Spiel: "Offenkundig hatten sich die TSVer dieses Spiel erheblich leichter vorgestellt und den Sieg scheinbar schon vorher in der Tasche. Oldesloer aber erwies sich einmal mehr als ein hochachtbarer Gegner, der einen sauberen, ungekünstelten Fußball bot. Statt nun jedoch an diesem Gegner zu wachsen, ließen sich die Gaardener ziemlich gehen. Die Verteidiger erlaubten sich böse Schnitzer, und auch von den beiden Seitenläufern, die doch bestimmt etwas können, wurde der Ball schlecht abgespielt. Da zudem der Angriff in übertriebene Breitenarbeit verfiel, die man sonst nicht an ihm kennt, sah es über weite Strecken trotz überlegenen Spiels ganz danach aus, als sollten die Turner zumindest einen Punkt einbüßen.

Es ging diesmal noch gut! Erst nach der Pause vermochte Röh den ausgezeichneten Oldesloer Schlußmann erstmalig zu überwinden, doch holte der Gast bald darauf den Ausgleich, als Schwardt einen bereits gefaßten Ball doch noch aus den Händen gleiten ließ. Die TSV-Anhänger konnten wirklich aufatmen, als Augustin nach famoser Rechtsvorlage besonnen das 2:1 herstellte. Diese beiden Punkte werden einmal sehr wertvoll sein."

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Donnerstag, 22. Sept. 1938
Sportveranstaltungen steuerfrei
Im Interesse einer einheitlichen Regelung und der Ausschließung von Härten soll nach einem Erlaß des Reichsinnenministers, der im Einvernehmen mit dem Finanzminister ergangen ist, künftig bei allen der Leibesübungen dienenden Veranstaltungen Freistellung von der Vergnügungssteuer erfolgen. Von der Ermächtigung der Gemeinden, solche Veranstaltungen in einem bestimmten Umfange zur Steuer heranzuziehen, soll kein Gebrauch mehr gemacht werden. Um Mißverständnisse auszuschließen, wird betont, daß die Steuerfreiheit nach wie vor nur bei Veranstaltungen, bei denen keine Berufsspieler mitwirken, und nur bei denjenigen sportlichen Veranstaltungen gewährt werden kann, die als der Leibesübung dienend anzusehen sind. Rennen mit Motorrädern oder Kraftwagen gehören nicht dazu. Wenn bei gemischten Amateurveranstaltungen neben reinen Leibesübungen auch sportliche Kämpfe vorgeführt werden, die nicht der Leibesübung dienen, so soll dennoch die Steuerfreiheit nur dann versagt werden, wenn diese letzteren Veranstaltungen beim Umfang und der Bedeutung nach überwiegen.
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Samstag, 24. Sept. 1938
VfL spielt morgen in Glückstadt
Fortuna Glückstadt zu bezwingen, noch dazu auf eigenem Platz, ist schon von jeher für alle Vereine schwer gewesen. Auf ihrem nur kleinen Platz haben sich die Glückstädter eingespielt, wie wohl selten eine Mannschaft. Im vorigen Jahre unterlagen die Oldesloer dort 2:3, die zweite Begegnung auf dem Exer endete 1:1

Der VfL muß vorläufig nun auch auf den rechten Läufer E Witt verzichten. Wieder muß die Aufstellung geändert werden, und da Kock, Krohn und Wolherr ihre Verletzungen noch nicht überwunden haben, ist es wohl begreiflich, daß eine neue und vor allem eine richtig aufzustellende Mannschaft große Schwierigkeiten mit sich bringt. Abfahrt 11.18 Uhr per Bahn.
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Sonntag, 25. Sept. 1938
4. Punktspiel: Fortuna Glückstadt - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)
Zwei Faktoren waren nach Ansicht der "Kenner" von vornherein bestimmend für das Spiel: 1. Mit Rücksicht auf die anderweitige Besetzung des Exers mußte der VfL den Gegner auf dem schmalen Platz aufsuchen, wo Gäste nur schwer gewinnen können. 2. Fuhr der VfL mit vielseitigem Ersatz. Seit dem ersten Spiel gegen Comet Kiel, wo der VfL leicht überlegen gewann, haben sieben neue Spieler eingestellt werden müssen. So fuhr der Papierform nach die bisher schwächste Mannschaft nach der Westküste. Wenn sie trotzdem gewann, so lag es gewiß daran, daß Fortuna dem Namensträger nicht so zur Seite stand, wie die Gastgeber es erhofft hatten. Vor allen Dingen setzten die elf Mann des VfL in den 90 Minuten alles auf eine Karte und spielten mit einer Einsatzfreudigkeit, einem Eifer und einer zähen Energie, wie die guten Berichte aus dem Spiel in Kiel am vorigen Sonntag auch damals von der ersatzgeschwächten Mannschaft unterstrichen.

Unsere Hintermannschaft war schlechthin nicht zu überbieten. Alle anderen acht Spieler suchten es ihr gleich zu tun. Die Gastgeber hatten eine körperlich überlegene Mannschaft zur Stelle, welche auch drei Mann Ersatz aufwies. Das erfahrene Können trat nicht so in Erscheinung, weil viele Einzelhandlungen erfolglos an unserer Abwehrmauer zerschellten. Hartung (Rasensport Neumünster) war dem Spiel ein aufmerksamer und gerechter Schiedsrichter.

Der VfL spielte in der ersten Halbzeit mit der Sonne und trug ausgezeichnete Angriffe vor, welche in der 10. und 12. Minute von der ausgezeichneten Verteidigung der Glückstädter nur mit Mühe abgewehrt werden konnten. Möller fand sich verhältnismäßig schnell mit seinem Posten ab. Seine beiden Nebenleute standen ihm nicht nach. In dem Übereifer wurden drei gut durchgeführte Angriffe durch Abseits unterbunden. Dreimal wehrte der Torwart der Glückstädter nur mit Mühe zur Ecke ab. Drei zu Null für den VfL hätte gerechterweise dem Spielverluaf entsprochen. Als dann aber fünf Minuten vor Halbzeit ein Elfmeter gegen uns verhängt wurde, schien eine Hoffnung auf Halbzeitführung nicht mehr berechtigt. Aber Purnhagen, welcher während der ganzen Spielzeit in einer hervorragenden Spiellaune war, hielt den Schuß ausgezeichnet. Zwar kam Glückstadt vorübergehend mehr auf, aber bis Halbzeit blieb es bei dem Unentschieden.

In den ersten zehn Minuten nach Halbzeit hatten die Gastgeber mehr vom Spiel. Aber unsere Angriffe blieben immer gefährlich, und was in unseren Strafraum kam, wurde mit Ruhe und Sicherheit von der Verteidigung erledigt. Aber mit der Zeit machten sich die Anstrengungen der ersten Halbzeit bei unseren jungen Spielern bemerkbar, und die Gastgeber gestalteten das Spiel überlegen und erzwangen die doppelte Anzahl von Ecken. Einmal will es auf dem kleinen Platz nicht viel sagen; es kam hinzu, daß sie taktisch durchaus falsch spielten und alles nach vorne warfen und so nie einen Schuß richtig auf das Tor ansetzen konnten. Leider wurde bei uns auch in aussichtsreicher Stellung viermal daneben geschossen.

Als dann aber in der 35. Minute Lindemeier, der nach Halbzeit auf halbrechts gegangen war, den Ball freistehend bekam und der Torwart unentschlossen aus dem Tor lief, schoß er das siegbringende Tor und krönte damit die in den 80 Minuten geleistete Arbeit. Zwar versuchten die Gäste den Gleichstand zu erzielen, aber es hätte nicht viel daran gefehlt, und der VfL hätte 2:0 geführt.
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Schweim II, Möller, W Meins - Walter Lindemeier, Klueß, Hartmann, Herbert Dorn, Pump.

Montag, 26. Sept. 1938
Die Liga hat das nächste Spiel erst in drei Wochen hier gegen den Lübecker SV
Gegen den Gegner ist viel wieder gut zu machen. Wie das gestrige Spiel zeigte, und jedem Spieler zum Bewußtsein gekommen ist, gehört ein regelmäßiges Training dazu, wenn die 90 Minuten voll und ganz durchgehalten werden sollen. Deshalb ergeht an alle die Mahnung: Kommt zu den angesetzten Übungsstunden!

Für die Jugendabteilung beginnt das Training im Fußball am kommenden Donnerstag um 16 Uhr auf dem Exer. Es ist beabsichtigt, sowohl für die A- wie für die B-Jugend je eine zweite Mannschaft aufzustellen. Alle, die bei der Aufstellung berücksichtigt werden wollen, müssen zum Training am Donnerstag erscheinen. Ausnahmsweise können auch die Jahrgänge 1925, 1926, 1927 und 1928 bei der Aufstellung berücksichtigt werden, wenn sie in der freien Sportgemeinschaft sich betätigt haben. Auch für die genannten Jahrgänge gilt die erwähnte Übungszeit.
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Donnerstag, 29. Sept. 1938
Neuregelung des Sportbetriebes
Mit Rücksicht auf die notwendig gewordene anderweitige Verwendung der beiden städtischen Turnhallen hat sich eine Neuregelung des Sportbetriebes erforderlich gemacht. Die ursprünglich vom Verein für Leibesübungen aufgestellten Übungstermine sind aufgehoben und nunmehr wie folgt festgelegt: Der Turn- und Sportbetrieb findet in Zukunft im großen Saal des Gesellschaftshauses "Tivoli" statt, und zwar in den einzelnen Sportzweigen wie folgt:

  • Tischtennis: Montags, Beginn 20.15 Uhr
  • Turnen: Dienstags, Beginn 20.15 Uhr
  • Hallentraining der Fußballspieler: Mittwochs, Beginn 20.15 Uhr
  • Boxen: Donnerstags, Beginn 20.15 Uhr
  • Jugendfußball: Donnerstags, Beginn 16 Uhr auf dem Exer
  • Frauenabteilung: Freitags, Beginn 20.15 Uhr

An die Einhaltung dieser Übungstermine wird erinnert und erwartet, daß die Sportler und Sportlerinnen der verschiedenen Abteilungen regelmäßig und pünktlich erscheinen.
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