Spielserie 1938 - 39
Teil 2

 

 

Samstag, 1. Okt. 1938
VfL
Am Sonntag herrscht auf dem Exer Fußballruhe. - Die für Montag satzungsgemäß stattfindende Vorstandssitzung ist wegen Einberufung des Vereinsführers zum Kursus auf Montag, den 10. Okt. verschoben.
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Montag, 3. Okt. 1938
DRL-Vereine im Bezirk Bad Oldesloe helfen verletzten Sportlern!
Bereits im Vorjahre hatten die Vereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen im Bezirk Bad Oldesloe einen besonders vorbildlichen Einsatz bei der alljährlich stattfindenden Olympia-Glockensammlung, deren Erträge verletzten Sportlern zugute kommen, gezeigt. In der ganzen Provinz standen die Vereine des Bezirks Bad Oldesloe an erster Stelle. - Auch in diesem Jahre findet am Geburtsag des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten am 25. Okt. diese Olympia-Glockensammlung durch alle Vereine des DRL im Bezirk Bad Oldesloe statt.
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Samstag, 8. Okt. 1938
VfL
Am morgigen Sonntag ist die Liga spielfrei. Die zweite Mannschaft fährt nach Trittau und trägt dort das erste Punktspiel aus. Am Sonntag in acht Tagen steigt hier auf dem Exer VfL gegen Lübecker Sportverein.
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Sonntag, 9. Okt. 1938
VfL. Die Jugend A und B spielte in Moisling
Die A-Jugend gewann 5:0 und die B-Jugend überlegen 8:1. - Die zweite Männermannschaft verlor bei stärkster Besetzung in Trittau das erste Bezirksspiel gegen Trittau mit 0:3 Toren.
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Dienstag, 11. Okt. 1938
Berlin hat eine "Fußballkrankheit"
Man weiß, daß es auch im Sport mancherleit "Krankheiten" gibt, ja, jedes Sportgebiet hat beinahe seine "Spezialkrankheit". Das ist auch im Fußball der Fall, und der frühere Wiener Auswahlspieler Ferdl Swatosch, der jetzt in Berlin als Fußball-Lehrer des Gaues Brandenburg tätig ist, hat einer der Erscheinungen jetzt einen Namen gegeben. Swatosch hat mit etwa 40 der besten Berliner Fußballspieler das Training aufgenommen und dabei seine Beobachtungen gemacht. Swatosch erklärte nach dem Training, daß einfaches Spiel am sichersten zum Erfolg führe, und sagte, es sei eine "Berliner Krankheit", den Ball zu lange zu halten, was für das Gesamtspiel der Mannschaft äußerst nachteilig ist. Vielmehr müßten sich die Spieler befleißigen, den Ball laufen zu lassen, was eine der wichtigsten Forderungen des Spiels sei.
Nun ist diese "Berliner Krankheit" nicht nur allgemein bekannt, sondern auch weit verbreitet. Ein Spieler, der viel zu viel "fummelt", der ist von dieser Krankheit befallen und es gibt erfahrungsgemäß Fälle, die bereits unheilbar geworden sind. Man hat noch nie die Feststellung treffen können, daß solche Spieler wirklich fruchtbare Arbeit für die Mannschaft leisten. Swatosch will als Fußball-Lehrer der "Berliner Krankheit" nunmehr zu Leibe rücken, und es wäre bestimmt wünschenswert, wenn das überall geschehen würde, wo es nötig ist!
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Samstag, 15. Okt. 1938
VfL gegen Lübecker Sportverein
Nach langer Zeit endlich wieder einmal ein Spiel auf eigenem Platz. Der VfL wird am morgigen Sonntag zum so- und sovielten Male gegen den Lübecker Sportverein antreten. Das letzte Punktspiel gewannen die Lübecker knapp mit 1:0. Dagegen blieben sie in dem anläßlich des "Opfertages des deutschen Sports" hier Anfang September stattgefundenen Spiel überraschend hoch mit 6:2 Sieger. Ein solches oder ähnliches Ergebnis darf natürlich nicht wieder vorkommen. Die beiden letzten Spiele gegen TSV Gaarden bzw. Foruna Glückstadt haben bewiesen, daß trotz veränderter Aufstellungen sehr mit den Oldesloern gerechnet werden muß. Eine Voraussage ist deshalb nicht möglich, die Tagesform wird den Ausschlag geben. Das Spiel beginnt um 15.30 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Sonntag, 16. Okt. 1938
5. Punktspiel: VfL Oldesloe - Lübecker SV 0:2 (0:2)
Unser VfL konnte das Spiel gegen LSV nicht erfolgreich bestreiten. Viel Ersatz war wohl mit die Ursache, daß beide Punkte nach Lübeck entführt wurden. Mit 2:0 blieb LSV Sieger. Obwohl alle Voraussetzungen für das Gelingen eines großen Spiels gegeben waren, wird keiner der zahlreichen Zuschauer nur einigermaßen befriedigt den Platz verlassen ahben. Wenn auch die Lübecker der Papierform nach glatt gewannen, so waren die Hiesigen ihnen streckenweise doch überlegen und gestalteten das Spiel stets offen. Das Eckenverhältnis war 7:5 für den VfL. Der LSV hatte eine schlagsichere Verteidigung, spielte genauer zu als die Gastgeber und hatte im Sturm die sicheren Torschützen, die bei dem VfL glatt ausfielen. Das Verteidigungsdreieck arbeitete wie immer fehlerfrei. In der Läuferreihe gaben Krohn, Schweim II und Meins ihr Bestes.

Aber alles, was manchmal leider auch ungenau nach vorne gespielt wurde, konnte von dem Sturm nicht ausgenutzt werden. Der VfL mußte für Wolherr, Witt, Grote, Kock und Schweim I Ersatz einstellen.

In den ersten 20 Minuten hatten die Hiesigen durchaus mehr vom Spiel. Der Schiedsrichter, Frahm (Neumünster), übersah gleich am Anfang Hand von einem Lübecker im Strafraum der Hiesigen. Nach einem schönen Zuspiel von Schlüter und Möller und zurück nach der Mitte, wurde von Hartmann eben überweg geköpft. Der VfL erzwang die erste Ecke. Als dann Möller auf Rechtsaußen durchkam und im Strafraum regelwidrig gelegt wurde, schien die 1:0-Führung sicher zu sein. Aber Dorn schoß den Elfmeter hoch daneben.

Zwei schöne Angriffe der Hiesigen wurden durch Abseits unterbunden. Als dann in der 30. Minute der gute Lübecker Torschütze auf halbrechts nicht rechtzeitig abgedeckt wurde und vor allen Dingen in der fraglichen Sekunde nicht energisch angegriffen wurde, mußte Purnhagen das erste unhaltbare Tor durchlassen.

Wohl erzwangen die Hiesigen nacheinander drei Ecken, als aber der Lübecker Stürmer kurz darauf eine schöne Vorlage von links aufnahm und kurz entschlossen einschoß, war Purnhagen zum zweiten Mal geschlagen. Wenn auch die Hiesigen aufopfernd alles versuchten und Schlüter oftmals zu vielversprechenden Einzelgängen ansetzte, so blieb es bis zur Halbzeit bei dem selben Ergebnis.

Nach der Halbzeit drängten die Lübecker mehr, um das Torverhältnis zu verbessern. Eine Umstellung in dem Sturm der Hiesigen änderte das Bild im Verhältnis zur ersten Halbzeit wenig. Bei etwas mehr Glück hätten das Ehrentor oder die beiden erforderlichen Ausgleichstore fallen können und müssen.

Wenn die nächsten Spiele am kommenden Sonntage in Kiel gegen den Tabellenletzten Borussia und in 14 Tagen gegen Phönix hier gewonnen werden sollen, so muß der Sturm eine andere Durchschlagskraft zeigen. Wenn auch der eingesetzte Ersatz sein Bestes gab, so erhoffen wir von den fehlenden Leuten der Stammannschaft, wenn sie wieder im Besitze ihres Könnens sind, bessere Leistungen.
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VfL Oldesloe: Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Helmut Krohn, Schweim II, Meins - Möller, Willy Schlüter, Hartmann, Herbert Dorn, Pump

Sonntag, 16. Okt. 1938
VfL
Am Vormittag trugen die Jugendmannschaften hier zwei Gesellschaftsspiele aus und gewannen in der Gesamtheit mit einem Torverhältnis von 19:2. Die A-Jugend überspielte Holstein Segeberg mit 11:1 und die B-Jugend Boden mit 8:1. Für die vorgenannten Gegner wäre unter der Voraussetzung, daß die Spielstärke bekannt war, eine zweite Mannschaft des VfL besser am Platz gewesen. - VfL III gegen Phönix V 4:2.
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Sonntag, 16. Okt. 1938
Erfolgreiche Oldesloer Kegler
Bei den vom Reinfelder Keglerverein auf ihren Bahnen ausgeschriebenen Klubkämpfen beteiligte sich auch eine Dreierklubmannschaft des Oldesler Klubs "Acht um'n König". Unter schärftser Konkurrenz gelang es den drei Oldesloer Keglern J Dührkop, Jean Prang und Heinrich Bertram, in einem 50-Kugel-Kampf mit insgesamt 1108 Holz den ersten Platz zu belegen und die schöne Keglerplakette in ihren Besitz zu bringen. Gut Holz!
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Samstag, 22. Okt. 1938
Der VfL begeht am 5. Nov. im "Tivoli" sein Stiftungsfest
In Anbetracht der voraufgegangenen gespannten politischen Verhältnisse mußte das Fest auf diesen Tag verlegt werden. Um so freudiger kann es nun abgewickelt werden. Die Frauen- und Männerabteilungen sind seit Wochen eifrig beim Üben, um den Gästen und Mitgliedern Ausschnitte aus ihrer Arbeit, sei es nun Körperschule mit Geräten, Volkstänze, Barren-, Reckturnen usw. zu zeigen. Selbstverständlich wird eine humoristische Einlage nicht fehlen. Insbesondere ist eine erstklassige Kapelle mit fünf Musikern verpflichtet worden. Es ist somit für alles gesorgt, um mit den Besuchern einige frohe Stunden zu verleben.
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Sonntag, 23. Okt. 1938
VfL Oldesloe II gegen Schlutup 4:2 (2:2)
Die zweite Mannschaft des VfL schlug die zweite Mannschaft des Schlutuper Sportvereins mit 4:2. Bis zur Halbzeit, wo die Hiesigen gegen die Sonne zu spielen hatten, hielten sich die Gegner mit 2:2 die Waage. Nach Halbzeit setzte sich das reifere Können der Hiesigen durch und sie siegten überlegen.
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Sonntag, 23. Okt. 1938
Jugendfußball
Die beiden Jugendmannschaften des VfL und des Schlutuper Sportvereins kreuzten ebenfalls die Klingen. Bis zur Halbzeit lagen die Gäste der A-Mannschaft mit 2:1 im Vorteil. Ein Elfmeter wurde von den Hiesigen schwach geschossen und von dem ausgezeichneten Torwart der Gäste gehalten. Das Gegentor für die Hiesigen war ein Eigentor. Nach Halbzeit war der Zusammenhang bei dem VfL besser und der Endsieg mit 3:2 Toren verdient.

Bei der B-Mannschaft war das Zusammenspiel, die Technik und das Stehvermögen bei allen elf Spielern ausgezeichnet. Mit 5:0 Toren boten sie eine abgerundete Gesamtleistung; die Mannschaft führt aus drei Spielen mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 17:2. Bleibt der Mannschaftsgeist derselbe, dann winkt die Bannmeisterschaft als Krönung. Hoffentlich kann bald eine zweite Mannschaft und eine Sportgemeinschaft aus den Jahrgängen 1925 und 1926 aufgestellt werden.
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Sonntag, 23. Okt. 1938
Breitenfelde gegen VfL Oldesloe III 0:2 (0:1)
Unsere dritte Herrenmannschaft hatte die weite Reise nach Breitenfelde anzutreten. Die neu aufgestellte Mannschaft, die sich schon am vorigen Sonntag in Lübeck gegen Phönix V (4:2) gut bewährt hatte, schlug sich wieder ausgezeichnet. Trotzdem die Breitenfelder körperlich weit überlegen waren, mußten sie sich dem besseren Spiel der Oldesloer beugen. Die größere Ausdauer war letzten Endes auch beim VfL.

Mitte der ersten Halbzeit gelang Studt der erste Treffer. Diese knappe Führung wurde auch in der zweiten Halbzeit gegen den Wind gehalten. Etwa 15 Minuten vor Schluß glückte Studt auch der zweite Treffer. Ja, kurz vor Schluß wäre sogar der dritte Erfolg gefallen, aber der allein durchgegangene Struck wurde im Strafraum gelegt. Den Elfmeter schoß Klueß sicher ein, aber seltsamerweise gab der sonst gute Schiedsrichter aus Mölln das Tor nicht, weil einer der Oldesloer vorgelaufen war. So blieb es bei dem schönen 2:0-Sieg.

Die Mannschaft hat jetzt die beiden ersten Spiele gewonnen und geht aussichtsreich in die weiteren Spiele.
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Mittwoch, 26. Okt. 1938
Olympia-Glockensammlung im Bezirk Oldesloe
Von den Vereinen des DRL, die dem Bezirk Oldesloe der Deutschen Sporthilfe angeschlossen sind, wurden auch in diesem Jahre zum "Tag der Deutschen Sporthilfe" am Geburtstage des Reichssportführers, dem 25. Okt., die Olympia-Glockensammlungen durchgeführt.
Von den einzelnen Vereinen und Betriebssportgemeinschaften wurden folgende Ergebnisse erzielt:

  • VfL Oldesloe 15,00
  • Schützenvereinigung Oldesloe 5,00
  • Keglerverein Bad Oldesloe 7,68
  • FC Preußen Reinfeld 7,40
  • Keglerverein Reinfeld 5,00
  • Schützengilde Sülfeld 3,50
  • Bodener Sportverein 3,14
  • Pölitzer Sportverein 5,00
  • Schützenverein Wesenberg 5,00
  • Sportverein Rümpel 3,00
  • Sportverein Zarpen 3,00
  • Sportverein Sülfeld 3,00
  • Betriebssportvereinigung Holsteiner Lebensmittelwerke 12,56
  • Stadtverwaltung Oldesloe 10,45
  • Betriebswerke Oldesloe 3,76.

Somit wurden bei dieser Sammlung für sportverletzte Kameraden insgesamt 102,49 Mark aufgebracht gegenüber 31,76 Mark im Vorjahre.
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Freitag, 28. Okt. 1938
VfL gegen Borussia Kiel
Von den bisher ausgetragenen fünf Spielen konnte der VfL zwei gewinnen, während drei verloren gingen. Wenn man bedenkt, mit welchen Schwierigkeiten der VfL mit der Mannschaftsaufstellung bisher zu kämpfden hatte, dann ist das bisher Erreichte doch ganz zufriedenstellend. Die Oldesloer müssen Sonntag in Kiel gegen Borussia antreten. Die Kieler sind gegen die Vorjahre bedeutend abgefallen, zu Anfang dieser Serie sah es sehr dunkel aus. Erst am letzten Sonntag konnte Borussia die ersten Punkte, und zwar gegen Neumünster 1910 (4:2) erobern. Für den VfL ist es erfreulich, daß jetzt Schweim I, Kock, Krohn und Feddern wieder zur Verfügung stehen. Ob die aufgesetllte Formation nun schon gleich den Erwartungen entsprechen wird, mzuß abgewartet werden. Abfahrt per Bahn 11.41 Uhr.
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Freitag, 28. Okt. 1938
VfL-Tischtennisabteilung
Das Tischtennis, welches am "Heimsport" hier in Oldesloe eine große Anhängerschaft gefunden hat, wird jetzt vom VfL wettkampfmäßig betrieben. Am Montag und Donnerstag können die Mitglieder an zwei Tischen bei dem Kameraden Steinen, "Zur alten Börse", trainieren; von 15 bis 17 Uhr die Jugendlichen und im Anschluß daran die Erwachsenen. An den beiden genannten Tagen bezahlt der Verein die erforderlichen Auslagen. Wer an den anderen Tagen üben will, muß für die Stunde zehn Pfennig bezahlen. Der VfL beabsichtigt, sich an den Kreismeisterschaften zu beteiligen.
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Sonntag, 30. Okt. 1938
6. Punktspiel: Borussia Kiel - VfL Oldesloe 5:2 (2:0)
Der mit großen Hoffnungen nach Kiel gefahrene VfL mußte auf dem Marine-Kasernenhof in Kiel-Gaarden eine einwandfreie Niederlage hinnehmen. Ausschlaggebend war die bessere Stürmerreihe der Borussen. Genaues Zuspiel, Schnelligkeit und gutes Schußvermögen, in diesen Punkten waren die Oldesloer glatt unterlegen. Bei dem Stande von 2:0 hatte der VfL durch einen Elfmeter die Gelegenheit, das Resultat zu seinen Gunsten zu verbessern. Aber es wurde nichts, der Ball wurde überweg geschossen. Halbzeit also 0:2.

Nach dem Wechsel war in der ersten Viertelstunde im Strafraum der Oldesloer gleich wieder Hochbetrieb. Erst bei diesem Stande konnte Dorn den Abstand auf 3:1 mildern, aber prompt kamen die Kieler im Gegenstoß auf 4:1 davon. Unentwegt kämpfte der VfL; bei einem dieser Angriffe konnte Busch den zweiten Treffer markieren. Durch einen sauberen Schuß des Halbrechten Borussias stellten die Kieler dann das Endergebnis her. Die Oldesloer sind einwandfrei unterlegen, daran ist nichts zu beschönigen. Die Mannschaft kämpfte unverdrossen, aber dieser Gegner spielte besser.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Schweim I, Schweim II - Martin Kock, Helmut Krohn, Meins, Herbert Dorn, Feddern

Sonntag, 30. Okt. 1938
VfL Oldesloe III gegen Eisenbahn Lübeck 6:0 (4:0)
Obiges Spiel wurde von den Oldesloern hoch gewonnen. Die Lübecker, die nur mit zehn Mann antraten, leisteten längst nicht das, was man von ihnen erwartet hatte. Die viel eifrigeren und schnelleren VfLer waren während des ganzen Spiels klar überlegen. Schon bei der Halbzeit stand der Sieg mit 4:0 fest. In der zweiten Halbzeit wurde das Ergebnis auf 6:0 erhöht. Bei etwas mehr Überlegung und Ruhe der Oldesloer hätten noch einige Tore mehr fallen können. Die junge Mannschaft des VfL hat jetzt aus drei Spielen sechs Punkte und ein Torverhältnis von 12:2.
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Freitag, 4. Nov. 1938
Der Tischtennissport findet großes Interesse
Die Wiederaufnahme des Tischtennissports, der bereits in früheren Jahren hier mit großem Interesse betrieben wurde, hat eine unerwartet große Anhängerschaft gefunden. Die beiden angesetzten Übungsabende, jeweils montags und donnerstags, reichen bei weitem nicht aus. Es müßten dann zehn anstatt zwei Tische vorhanden sein, um allen Interessenten Gelegenheit zum Spiel zu geben. Die Trainingsstunden haben sich daher auch auf die übrigen Wochentage ausgedehnt, so daß nunmehr regelmäßig geübt werden kann. Bei Benutzungen der Einrichtungen außerhalb der festgesetzten Trainingsstunden ist ein ganz geringer Unkostenbeitrag für Licht zu entrichten.
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Samstag, 5. Nov. 1938
VfL gegen Phönix Lübeck
Nach langer Zeit empfängt der VfL am morgigen Sonntag den LBV Phönix zum Punktkampf. Wenn die Wetterverhältnisse günstig sind, wird der Exer einen Massenbesuch aufweisen. Die Spiele der Lübecker in früheren Jahren sind noch in bester Erinnerung, manche Feder wurde dem Phönix gerupft, der Exer war ein heißes Pflaster.

Nach dem Abstieg aus der Oberliga wurden die Lübecker der Südstaffel zugeteilt. Bisher wurde noch kein Spiel verloren, und nach der augenblicklichen Spielstärke wird auch keine Mannschaft der Staffel in der Lage sein, der Meisterschaft des LBV Phönix etwas in den Weg zu legen. Zu welchen Taten die Lübecker fähig sind, haben die ausgetragenen Spiele um den Tschammer-Pokal bewiesen. Es will schon etwas heißen, in diesem Wettbewerb bis unter die letzten Sechzehn im ganzen Reich zu kommen.

Der VfL steht vor seiner schwersten Aufgabe; die Mannschaft muß schon zu einer großen Form auflaufen, um nur einigermaßen mithalten zu können. Aber trotzdem: "Bange machen gilt nicht!" Die Oldesloer werden ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen. Wenn die Hintermannschaft gleich die richtige Einstellung zum gegnerischen Sturm findet, dann ist so leicht nichts zu machen.

Das Spiel beginnt um 14.45 Uhr, nicht wie auf den Plakaten angegeben, um 14.30 Uhr. Der Exer ist gesperrt.
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Samstag, 5. Nov. 1938
Das Stiftungsfest des VfL schloß sich würdig an die voraufgegangenen Veranstaltungen des Vereins an. Das Gesellschaftshaus "Tivoli" konnte kaum die vielen Besucher fassen, die hier zusammengekommen waren. In flotter Folge wurde das Festprogramm, das trotz widriger Umstände geschickt und umfangreich zusammengestellt war, in zwei Stunden abgewickelt.

In seiner Begrüßungsansprache gab der Vereinsführer zunächst einen kurzen geschichtlichen Längsschnitt durch sportliche Entwicklung in Bad Oldesloe. Mit der Entwicklung des MTV von 1862 sind die Namen Lorenz Heinrich Meyer, der heute 49 Jahre, Wagner 44 Jahre, Wohlers 42 Jahre, Robert Dahm 34 Jahre, Buchholz 28 Jahre, Fischer und List 26 Jahre dem Verein angehören, untrennbar verbunden.

1902 wurde mit dem FC Teutonia der erste Fußballverein im Kreise Lübeck gegründet. Als Gründer gehören Hermann Drögemöller und Otto Schüthe 36 Jahre dem Verein an. Neukranz und Jürgens sind je 30 Jahre und Spies und J Bahr je 28 Jahre Mitglied. 1906 gründeten von den jetzigen Mitgliedern Gast, Kröger und J Dührkop den Oldesloer Ballspiel-Club. Hans Fokuhl und Otto Drews gehören 27 Jahre und Kindt 26 Jahre der Oldesloer Sportbewegung an. Der Vereinsführer stellte die Vorgenannten als Vorbilder zur Nacheiferung für die heutige Jugend hin.

In dem kurzen Rückblick auf das verflossenen Sportjahr charakterisierte der Vereinsführer kurz die Arbeit der einzelnen Fachgruppen und sprach seinen Dank an die einzelnen Obmänner aus. Als richtigen Sinn eines Stiftungsfestes unterstrich er den Grundsatz, an diesem Tage erneut den Vorsatz zu fassen, mit doppelter Kraft für die Weiterentwicklung der Leibeserziehung hier in Bad Oldesloe im VfL zu wirken.

Die Ausschnitte aus der Vereinsarbeit gaben ein klares Bild von der bisher geleisteten Arbeit. Hoffentlich bekommt die ausgezeichnete Stammannschaft unter Leitung des Oberturnwarts Heinrich Diedrichsen bald einen größeren Zuspruch an den Dienstagabenden.

Für die umfangreiche Frauenabteilung reichte der Bühnenraum für die Vorführungen teilweise nicht aus. Sie fanden ungeteilten starken Beifall. Der Vereinsführer würdigte die Arbeit der Leiterinnen (Fräulein K Lüthke und Fräulein Gretchen Gerken, die bereits zehn Jahre dem Verein angehört) durch Überreichung sinnvoller Gaben. Ebenfalls überreichte der Vereinsführer den scheidenden Rekruten mit passenden Worten eine kleine Vereinsgabe. Zum Schluß unterstrich der Vereinsführer noch einmal die Stellung und den tiefen Sinn der Leibeserziehung im nationalsozialistischen Staat. Daß die Leibesübungen Kraftfelder der Nation sein können, haben die Kameraden im Sudetendeutschen Turnerbund bewiesen. Dem gesamten deutschen Volke und unserem Führer galt das dreifache "Sieg Heil", mit dem die Festfolge ihren Abschluß fand. Eine ausgezeichnete Feststimmung hielt die zahlreichen Besucher noch bis zur angesetzten Polizeistunde zusammen.
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Sonntag, 6. Nov. 1938
7. Punktspiel: VfL Oldesloe - Phönix Lübeck 0:3 (0:3)
Ein Glückssieg des Phönix. Nach der sachverständigen Vorschau wurde eine Niederlage des Phönix auf dem gefürchteten Exer als eine Unmöglichkeit vorausgesagt und doch muß der Sieg als ein Glückssieg angesprochen werden! Phönix gewann das Spiel in den ersten 20 Minuten, in dieser Zeit fielen die drei Tore. Phönix hätte in den letzten 20 Minuten - so eigenartig es klingt - das Spiel noch verlieren können. Eine ansehnliche Zuschauermenge. die von vielen Lübeckern durchsetzt war, lernte in dem Spitzenreiter der Bezirksklasse eine Mannschaft kennen, die technisch und taktisch überlegen war und in der ersten Halbzeit, wo der VfL sich erst allmählich fand, diesen streckenweise in den Hintergrund drückte. Die bessere Seite für die Gäste ermöglichte es ihnen, haushälterisch mit ihren Kräften umzugehen. Trotzdem hatten die Hiesigen das Spiel in den letzten 30 Minutemn weit sicherer in der Hand, als in der ersten Halbzeit. Obwohl jeder auf seinem Posten sich alle erdenkliche Mühe gab, fielen keine Tore, weil die Stürmer sich nicht energisch genug einsetzten oder Pech mit ihren Schüssen hatten. Die ersten beiden Tore hätten vermieden werden können und müssen. Das Spiel wurde in jeder Weise in echt kameradschaftlichem Sinne durchgeführt.

Das Spiel begann für die Lübecker sehr vielversprechend. Begünstigt durch den Rückenwind drängten sie sofort beängstigend. Als Phönix nach fünf Minuten Spielzeit eine schön getretene Ecke vor das Tor trat und Purnhagen schwach abwehrte, rollte der abspringende Ball ins Tor. Zwei Minuten später schickte Peters einen wohlgezielten Langschuß auf das Tor, der ungehindert in den Maschen landete. Zwei Tore in sieben Minuten schien eine Parallele zum vorigen Sonntag zu werden!

Wohl kam Schlüter wiederholt gut durch, aber das energische Nachsetzen der Nachbarstürmer fehlte. Phönix kam in kurzer Zeit zu drei Ecken, die alle gut getreten wurden. Als in der 20. Minute die hiesige Verteidigung zaghaft spielte und nicht schnell genug abdeckte, fiel das dritte Tor für die Gäste. Lübeck hatte weitaus mehr vom Spiel. Die Durchbrüche der Hiesigen wurden nicht energisch genug ausgewertet oder es wurde planlos überweg geschossen. Bis Halbzeit erhöhten die Gäste das Eckenverhältnis auf 7:2. Beide Teile schossen sichere Tore daneben.

In den ersten Minuten nach Halbzeit hatten die Hiesigen nichts zu bestellen, dann fanden sie sich jedoch allmählich, gestalteten das Spiel durchaus offen und hatten jederzeit das Spiel so in der Hand, daß Tore hätten fallen können und müssen. Dreimal hatte Dorn sich geschickt durchgespielt und befand sich in aussichtsreicher Stellung. Stark bedrängt gingen seine Schüsse daneben. Feddern schoß zweimal überweg.

Die Lübecker erhöhten das Eckenverhältnis auf 13:6, aber Purnhagen meisterte jeden Schuß auf das Tor. Schweim schoß einen ausgezeichneten Strafstoß gegen den Pfosten. Müller zeichnete sich verschiedentlich aus und hielt scharfe Schüsse von Kock und Schlüter. So endete die zweite Halbzeit torlos. Der Sieg war in den ersten 20 Minuten errungen, selbst das Ehrentor blieb den Hiesigen vorenthalten. Verstehen die Oldesloer es in den nächsten Spielen, an die letzte Halbzeit mit den Leistungen anzuschließen, dann droht keine Abstiegsgefahr!
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Schweim, Meins - Martin Kock, Helmut Krohn, Herbert Dorn, Feddern, Willy Schlüter

Montag, 7. Nov. 1938
Reichsbundtrainer Schlesinger in Bad Oldesloe
Der vorgenannte Reichsbundfachlehrer für das Geräteturnen, der hier schon einmal einen vorbildlichen Übungsabend gestaltete, ist am Dienstag, dem 22. Nov., hier im "Tivoli" am Turnabend tätig.
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Samstag, 12. Nov. 1938
VfL gegen Preußen Itzehoe
Die Herbstserie neigt sich ihrem Ende zu. Der VfL hat noch zwei Spiele auszutragen, und zwar morgen gegen Preußen in Itzehoe und am folgenden Sonntag gegen Gut Heil Neumünster. Die Oldesloer müssen jetzt danach streben, noch vor Beendigung der Herbstserie ihr Punktkonto aufzubessern. Nach der vorsonntäglichen Leistung gegen den LBV Phönix (das 0:3 entsprach keineswegs dem Spielverlauf) sind die Aussichten nicht schlecht. Preußen Itzehoe hat bisher auch noch nicht viel Seide spinnen können, auch sie haben Punkte sehr nötig. Wenn der VfL ein Spiel wie gegen den LBV Phönix hinlegt, sind zwei Punkte sicher, aber auch nur dann, denn gutwillig werden die Preußen diese kostbaren Dinger nicht herausrücken. Abfahrt 11.18 Uhr per Bahn.
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Sonntag, 13. Nov. 1938
8. Punktspiel: Preußen Itzehoe - VfL Oldesloe 1:2 (0:2)
Endlich wieder ein Sieg des VfL. Zu einem erbitterten Gefecht kam es in Itzehoe zwischen dem VfL und Preußen Itzehoe. Mit dem Wind und der Sonne im Rücken konnten die Oldesloer, nachdem die erste Viertelstunde glücklich überstanden war, bis zum Halbzeitpfiff das Spiel für sich überlegen gestalten. Durch zwei Tore von Dorn und Schlüter wurde in der Zeit eine beruhigende Führung geschaffen. Nach Halbzeit wurde Preußen überlegen, aber die Hintermannschaft der Oldesloer zeigte wieder einmal mehr, was sie konnte. Auf einen gut getretenen Eckball konnten die Itzehoer den Abstand auf 1:2 verringern. Zum Schluß konnten die Oldesloer sich wieder Oberwasser verschaffen, aber zu Toren langte es auf beiden Seiten nicht mehr.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Schweim, Meins - Martin Kock, Hartmann, Herbert Dorn, Feddern, Willy Schlüter.

Sonntag, 13. Nov. 1938
VfL Oldesloe III gegen Polizei Lübeck III 5:1 (3:0)
Die dritte Mannschaft des VfL konnte auch ihr viertes Spiel zu einem überlegenen Sieg gestalten. Die ausgezeichnete Läuferreihe, insbesondere Klueß und Pump, trugen sehr zu dem schönen Siege bei. Das erste Tor war ein Selbsttor der Polizisten. Ein tadellos von Klueß verwandelter Elfmeter und ein strammer Schuß von Hafemann stellten das Halbzeitergebnis von 3:0 her.

Nach Halbzeit hielt die Überlegenheit der Hiesigen an. Das vierte Tor war wieder ein Selbsttor. Das 5:0 erzielte Hafemann. Zum Schluß erzielten die unverdrossen kämpfenden Polizisten das verdiente Ehrentor. Die nun in der Tabelle sicher führende dritte Mannschaft des VfL hat nach vier siegreich beendeten Spielen ein Torverhältnis von 17:3 erreicht. - VfL II gegen Polizei Lübeck II 2:2.
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Montag, 14. Nov. 1938
Vom neuen Spiel- und Sportplatz
Die Arbeiten auf dem Gelände des neuen Spiel- und Sportplatzes sind vorläufig eingestellt worden. Die Arbeiten konnten in den vergangenen Monaten trotz des Arbeitermangels wieder ein gutes Stück vorwärts gebracht werden, so daß der Termin der endgültigen Fertigstellung schon wieder näher gerückt ist. Die Laufbahnen sind in ihrem Unterbau fertig. Mit dem Oberbau ist nur noch geringe Zeit verbunden, die im Frühjahr alsbald ausgeführt sein wird. Soweit die nötigen Materialien zur Verfügung stehen, wird man in den kommenden Monaten die für die Befestigung der Terrassen (Stirnwände) erforderlichen Zementplatten herstellen, um im Frühjahr in dieser Hinsicht weiter voranzukommen.
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Montag, 14. Nov. 1938
Reichsbundfachlehrer Schlesinger, der hier bereits einmal tätig gewesen ist, kommt Dienstag, den 22. Nov., nach hier, um vor allen Dingen das Gerätemannschaftsturnen mit den Vereinsmitgliedern durchzuführen. Hoffentlich finden sich alle Geräteturner restlos ein. Das Spannreck kann jetzt in Benutzung genommen werden.
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Montag, 14. Nov. 1938
Fußball zugunsten des WHW
Am 16. Nov. (Bußtag) findet in Bad Oldesloe ein Jugendspiel für das Winterhilfswerk statt. Es spielen die Vertretungen des Bannes 162 Lübeck und des Bannes 185 Südholstein. Das Spiel beginnt um 14.45 Uhr. Wir hoffen, daß alle Volksgenossen den Zweck des Spiels unterstützen und unsere Bannmannschaft den Rücken stärken wrden. Der Eintritt beträgt 25 Pfennig mit Sportgroschen.
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Dienstag, 15. Nov. 1938
Fußballspiele zugunsten des WHW.
Alle Fachgebiete des DRL rufen zum Opfertag auf. Gerade in diesem Jahre gilt es für die deutsche Turn- und Sportbewegung, vermehrte Not zu lindern und gleichzeitig unseren Dank abzustatten für die Treue, die unsere Brüder und Schwestern der Ostmark und des Sudetenlandes dem Führer und der Nation bewiesen haben.

Als erstes Fachamt beginnt hier in Oldesloe das Amt für Fußball. Während in den Vorjahren unsere Ligamannschaft in treffender Weise warb, muß sie am Bußtag nach Segeberg, um dort gegen den FC Holstein anzutreten. Trotzdem findet das Jugendspiel auf unserem Exer dasselbe Interesse, da hier zum ersten Male seit der Zusammenarbeit zwischen HJ und DRL die besten Jugendlichen aus dem Bann 162 und 185 die Klingen kreuzen.
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Mittwoch, 16. Nov. 1938
Winterhilfswerk: Holstein Segeberg - VfL Oldesloe 1:0
Die Liga des VfL trug in Segeberg gegen Holstein ein WHW-Spiel aus. Die Oldesloer fuhren mit zahlreichem Ersatz und verloren 0:1. - Am Sonntag spielt nun die Liga in Neumünster gegen Gut Heil; es ist dies das letzte Bezirksspiel in dieser Serie.
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Mittwoch, 16. Nov. 1938
Bann 185 Südholstein gegen Bann 162 Lübeck III 2:2 (2:1)
Da beide Mannschaften sich aus drei, vier Vereinen rekrutierten und die Spieler nicht alle auf ihrem Stammplatz spielten, war ein erstklassiges Spiel von vornherein in Frage gestellt. Wohl sah man ab und zu wohldurchdachte Angriffe, aber die große einheitliche Linie fehlte. Bei den 185ern stellte Mölln den Torwart, Mittelläufer und Halblinken, Reinfeld die beiden Verteidiger und linken Läufer, der Rest war Oldesloer. Leider stand Rieken als Linksaußen auf verlorenem Posten. Obwohl der Möllner als Mittelläufer nicht schlecht war, reichte er an die Leistungen Riekens nicht heran.

Der beste Spieler war Elfert auf halblinks; Pump lieferte ein gutes Spiel. Hahn zeigte gutes technisches Können, hält den Ball aber gewöhnlich zu lange und ist leider nicht vorn im Sturm, wo die Tore geschossen werden sollen. Krings auf Rechtsaußen war sehr eifrig, dabei beachtete er leider nicht die Abseitsstellung und schaltete sich selbst aus. In der Läuferreihe war Eggers sehr gut. Bei den 162ern war die Läuferreihe der bessere Teil der Mannschaft. In der ersten Halbzeit hatten die 185er weitaus mehr vom Spiel. Den sechs erzwungenen Ecken konnten die 162 keine entgegensetzen. Nach zehn Minuten Spieldauer gab Rieken eine Flanke nach rechts, erhielt sie zurück und schoß ein schönes Tor. Leider war er dabei ins Abseits geraten. So kamen die 162er vier Minuten später durch einen Fehler der Verteidigung zum Führungstor. In der 30. Minute erzielte Pump ein schönes Gegentor und Hahn kurze Zeit darauf das Führungstor.

Nach Halbzeit kamen die 162er mehr auf und erzwangen ein offenes Feldspiel. Der Mittelstürmer der 162er schoß bald darauf ein schönes Gegentor, also 2:2. Das Eckenverhältnis von 13:7 für die 185er charakterisiert die Überlegenheit der 185er. Flindt (RfL) war dem Spiel ein ausgezeichneter Schiedsrichter.
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Bann 185 Südholstein (Ankündigung): Seizow (Mölln) - Riecken (Bad Oldesloe), Kellenbenz - Pophal (beide Reinfeld), Eggers (Bad Oldesloe), Täger (Mölln) - Krings, Hahn, Pump (alle Oldesloe), Elfert (Mölln), Holländer (Reinfeld) - Ersatz: Löding, Quoos (beide Oldesloe)
Bann 162 Lübeck (Ankündigung): Brestzinski (Schlutup) - Behnke, Landt (beide Phönix) - Kruschinsky (LSV), Runge (Polizei), E. Wulff (Post) - Knaak (Kücknitz), Faeseke (Eisenbahn), Schultz (LSV), Hoyczek (Kücknitz), Tietze (Post) - Ersatz: A. Wulff (Post)

Freitag, 18. Nov. 1938
Fußballrundenspiele der Schulen im Kreise Stormarn. Während der Schulfußball sich früher nur örtlich orientierte, versucht er seit zwei Jahren, gestützt auf die "Neuen Richtlinien für Leibeserziehung", den Rahmen immer weiter zu ziehen. Die Kreisfachberater für die körperliche Ertüchtigung im NS-Lehrerbund haben erneut die Ausschreibungen versandt.

Der Kreis Stormarn ist zur Durchführung in folgende Unterkreisabschnitte geteilt: Oldesloe, Reinfeld, Bargteheide, Ahrensburg, Reinbek, Trittau und Alstertal.

Die Leitung liegt in den Abschnitten in den Händen der Spielwarte. Innerhalb der Abschnitte spielen die ein- bis dreiklassigen, die fünf- bis achtklassigen und die mehr als achtklassigen gegeneinander. Nach Möglichkeit sollen die folgenden Jahrgänge herangezogen werden: 1923, 1924, 1925, 1926 und 1927 geboren. Wenn eine einklassige Schule allein keine Mannschaft aufstellen kann, ist es gestattet, daß mehrere benachbarte einklassige Schulen gemeinsam eine Mannschaft zusammenstellen. Mehr als drei Schulen dürfen sich jedoch nicht an der Aufstellung einer Mannschaft beteiligen. Die Spieldauer beträgt zweimal 30 Minuten für die Jahrgänge 1923, 1924 und 1925; für die jüngeren Jahrgänge kann sie auf fünf bis zehn Minuten herabgesetzt werden.

Die Meister der Abschnitte werden in einer Herbst- und Frühjahrsserie ermittelt. Nach Möglichkeit sollen die Unterkreismeister zum Abschluß um die Kreismeisterschaft kämpfen.
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Samstag, 19. Nov. 1938
VfL gegen Gut Heil Neumünster
Mit dem morgigen Treffen gegen Gut Heil in Neumünster beschließt der VfL den ersten Durchgang der Punktspiele. Es wird wieder ein schwerer Kampf werden, bei der Ausgeglichenheit fast aller Mannschaften der Südstaffel ist eine Voraussage nicht möglich. Gut Heil ist den Oldesloern noch in bester Erinnerung, diese Mannschaft war es, die den Hiesigen den Weg im Tschammer-Pokal im letzten Frühjahr verlegte (Gut Heil gewann bekanntlich nach Verlängerung mit 2:1). Der nächste Gegner der Neumünsterander war die Gauliga-Mannschaft Eimsbüttels; und jetzt kam eine der größten Sensationen in diesem Wettbewerb zustande: der große Favorit Eimsbüttel wurde 2:1 geschlagen.

Der VfL hat aber erst am letzten Sonntag bewiesen, daß er zu kämpfen versteht. Die Aussichten, auch dieses Spiel zu gewinnen, liegen durchaus im Bereich der Möglichkeit. Außerdem würde bei einem Gewinn von beiden Punkten der Stand in der Tabelle außerordentlich verbessert werden. Abfahrt der Mannschaft 12.15 Uhr vom "Tivoli".
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Sonntag, 20. Nov. 1938
9. Punktspiel: Gut Heil Neumünster - VfL Oldesloe 0:0
Als die Mannschaften im Rahmen der Tschammer-Pokalspiele hier auf dem Exer zusammentrafen, gewann Gut Heil unverdient in der Verlängerung 2:1. Sie entwickelten sich dann im Verlaufe der Kämpfe weiterhin sehr gut. In dieser Herbstserie haben sie dieselbe Punktzahl bei gleichen Spielen, so daß eine bestimmte Voraussage schwer zu treffen war. In der ersten Halbzeit hatten die Neumünsteraner, wo Sonne und Wind ihnen Vorteil boten, etwas mehr vom Spiel, doch beherrschten die Hiesigen in der zweiten Halbzeit so eindeutig das Spiel, daß die Verteidigung zeitweise von der Mittellinie aus den Sturm mit Bällen versorgte. Die Gastgeber spielten zeitweise recht hart und hatten in der Verteidigung den besseren Teil der Mannschaft. Bei den Hiesigen spielte der Sturm sehr eifrig. Schöne Schüsse verfehlten nur eben ihr Ziel; aber die große einheitliche Linie fehlte wieder einmal, so daß der greifbare Erfolg an Toren ausblieb. Die Läufer und Verteidiger ließen den Sturm der Gastgeber nicht zur Entfaltung kommen. Purnhagen meisterte die wenigen Schüsse mit bekannter Sicherheit.

Mit diesem Spiel hat er vor Ableistung seiner Militärpflicht erstmal zum letzten Mal im Tor gestanden. Zwölf Jahre hat er dem Verein so manches Spiel gewinnen helfen. Die besten Wünsche begleiten ihn für die beiden nächsten Jahre.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Max Purnhagen - Schmidt, Herbert Busch - Witt, Schweim, Meins - Martin Kock, Helmut Krohn, Herbert Dorn, Feddern, Willy Schlüter

Sonntag, 20. Nov. 1938
Luftwaffensportverein Travemünde IV gegen VfL III 1:3 (1:2)
Die dritte Mannschaft des VfL schaffte nun auch gegen die bisher ungeschlagenen Flieger den Sieg.

Als die Oldesloer kurz nach Beginn durch einen von Klueß in gewohnter Weise verwandelten Elfmeter in Führung gegangen waren, sah es zunächst ganz gut für sie aus. Aber mit der Zeit spielten die Flieger immer besser zusammen und der Anstum auf das Oldesloer Tor wurde immer stärker. Der ausgezeichnete Travemünder Mittelläufer schaffte schließlich auch den Ausgleich. Die gute Hintermannschaft der Oldesloer hielt dann allen weiteren Angriffen stand. Eben vor Halbzeit wurde die gegnerische Verteidigung überlaufen und Hartmann überlistete den Torwart, so daß es mit 2:1 in die Pause ging.

Bald nach Wiederbeginn schoß Hafemann aus etwa 16 Metern Entfernung ein sehr nettes Tor. Diese 3:1-Führung wurde bis zum Schluß eisern gehalten. Glückstrahlend verließen die Oldesloer den Platz. Der erste Platz in der Tabelle wurde weiter befestigt. In Zahlen ausgedrückt sieht die Tabelle jetzt so aus: 5 Spiele , 10 Punkte, 20:4 Tore.
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Samstag, 26. Nov. 1938 VfL.
Die Liga ist am morgigen Sonntag spielfrei
Die Frühjahrsserie beginnt schon am 4. Dez.: Hier auf dem Exer steigt die Begegnung VfL gegen TSV Gaarden. - Für morgen sind zwei Spiele vorgesehen: VfL II gegen Preußen Reinfeld in Reinfeld; auf dem Exer, nachmittags 14 Uhr: VfL III gegen Post Lübeck II. Die dritte Herrenmannschaft des VfL ist bisher noch ungeschlagen und hofft, auch morgen beide Punkte zu holen.
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Sonntag, 27. Nov. 1938
Preußen Reinfeld gegen VfL Oldesloe II 1:4 (1:1)
Dieses Spiel konnten die Reinfelder nicht gewinnen. In ihrer Mannschaft fehlten durch Abgang zum Militär und zum Arbeitsdienst drei Spieler; im ganzen von der alten ersten Mannschaft sechs Spieler. Dagegen hatte Oldesloe einen spielfreien Ligaspieler an bester Stelle eingesetzt, der den Kampf dirigierte und bester Mann auf dem Feld war. Trotz allem lieferten die Reinfelder ein schnelles Tempo vor, das aber von den Gegnern gern aufgenommen wurde. Bis zum Wechsel der Seiten hatte jede Seite einen Erfolg zu buchen, dann drängten die Gäste stark und erhöhten ihr Resultat auf vier Tore. Darunter war ein Elfmeter, den Schweim (Oldesloe) unhaltbar verwandelte. In den letzten Minuten des Spiels hatten die Reinfelder noch einmal eine Chance, die leider, wenn auch erkannt, nicht ausgenutzt wurde.
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Sonntag, 27. Nov. 1938
VfL Oldesloe III gegen Post Lübeck II 9:0 (3:0)
Die Oldesloer waren während des ganzen Spiels haushoch überlegen. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, ehe der sehr gute Lübecker Torwart zum ersten Mal überwunden war, doch dann stand es bald 3:0. Mit der Sonne im Rücken wurden die Oldesloer nach dem Wechsel immer überlegener. Der Gegner wurde vollständig eingeschnürt. Es war dann nur noch ein Spiel auf ein Tor. Bezeichnend hierfür ist auch, daß der Rechtsaußen der Gäste bei seinem eigenen Torwart ein hübsches Selbsttor schoß. Durch diesen hohen Sieg konnten die Oldesloer ihr Torkonto auf 29:4 verbessern.
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Sonntag, 27. Nov. 1938
VfL Oldesloe Jugend A gegen Polizei Lübeck 2:4
Am Vormittag spielte die A-Mannschaft der Jugendlichen gegen die Polizei Lübeck. Die Gäste waren den Hiesigen in jeder Weise überlegen und gewannen leicht mit 4:2. Wohl besitzen die Hiesigen einige gute Einzelkönner, aber in der Gesamtheit fehlt die einheitliche Linie in dem Zusammenspiel und vor allen Dingen vermißt man den Kampfgeist und ier erforderliche Einsatzfreudigkeit.
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Sonntag, 27. Nov. 1938
Jugendfußball
Die Kleinsten des VfL, die freie Sportgemeinschaft, stellten sich in einem Spiel gegen die Jugendlichen aus Mollhagen vor. Die Gäste waren im Durchschnitt älter als die Hiesigen. Dafür hatten sie aber nur neun Spieler im Feld. Nach ausgeglichenem Spiel trennten sich die Gegner 1:1. Da der VfL erfreulicherweise leicht zwei Mannschaften von dem Nachwuchs aufstellen kann, wird eine erste Mannschaft Gegner aus Lübeck nicht zu fürchten haben, sobald durch fleißiges Training die Mannschaften sich eingespielt haben.
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Freitag, 2. Dez. 1938
VfL gegen TSV Kiel-Gaarden
Den Beginn der Frühjahrsserie eröffnet der VfL mit dem Treffen gegen den TSV Gaarden. Mit nur zwei Verlustpunkten behaupten die Kieler den zweiten Platz, und da der Vorsprung des Spitzenreiters nur einen Punkt beträgt, dürfte die endgültige Entscheidung der Meisterschaft wohl erst mit dem Rückspiel des LBV Phönix gegen den TSV Gaarden in Kiel fallen.

Im ersten Spiel in der Herbstserie unterlag der VfL nur knapp mit 2:1. Gerade im diese Zeit hatten die Oldesloer mit außerordentlichen Schwierigkeiten in der Mannschaftsaufstellung zu kämpfen, die damalige Elf hatte sich demnach ganz achtbar aus der Affäre gezogen. Der Kampf am Sonntag ist vollständig offen, die Gäste haben den Nachteil, daß sie gewinnen müssen, wenn die Aussichten auf die Meisterschaft erhalten bleiben sollen. Im Phönix-Lager würde man dagegen bestimmt den Oldesloern dankbar sein, wenn... Das Spiel beginnt um 14.15 Uhr. Der Bürgerpark ist gesperrt.
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Sonntag, 4. Dez. 1938
10. Punktspiel: VfL Oldesloe - TSV Gaarden 2:2 (2:1)
Von der ersten Minute bis zum Schlußpfiff erlebten die zahlreichen Zuschauer ein schnelles aber leider recht hartes Spiel, das die Hiesigen dem Spielverlauf nach 3:1 hätten gewinnen müssen. Wenn es trotzdem bei dem Unentschieden blieb, so lag es entschieden nicht an dem Eifer und der Einsatzfreudigkeit der Hiesigen. Sie führten ein Spiel vor, wie wir es bei den großen Kämpfen um die Zugehörigkeit zur Gauliga noch angenehm in Erinnerung haben.

Jeder Spieler leistete auf seinem Posten das Mögliche. Wenn Hannover bei seiner ersten Vorstellung auch das Pech hatte, daß ihm der gefaßte Elfmeterball doch noch entglitt, was wohl auf das kalte Wetter zurückzuführen ist, so bestand er sonst die Feuerprobe ausgezeichnet. Kock und Busch lieferten ein großes Spiel und bildeten mit dem zurückgezogenen Mittelläufer Schweim, der wieder einmal der Turm in der Schlacht war, ein unüberwindbares Hindernis für den leider recht hart und rücksichtslos spielenden Sturm der Gäste. Beide Läufer, Witt und Meins, warfen immer wieder den Sturm nach vorne und unterstützten den aufopfernd spielenden hiesigen Sturm in jeder Spiellage. Bei den beiden Torschützen Dorn und Schmidt traten die Fähigkeiten eines guten Stürmers am klarsten in Erscheinung.

Die Gäste gefielen bei dem Spiel in Kiel, wo sie eben 2:1 gewannen, bedeutend besser als bei ihrer Vorstellung hier in Bad Oldesloe. Sie kannten nur eine Parole: Gewinnen um jeden Preis, her mit dem Ball! Es hagelte Verwarnungen über Verwarnungen. Jeder ehrliche Sportsmann, der ein schönes, aber auch ein Spiel mit kämpferischem Einsatz sehen will, hätte Verständnis dafür gehabt, wenn nach den zahlreichen Verwarnungen an die Kieler, wobei einige schon drei auf ihrem Konto hatten, die Sünder des Feldes verwiesen worden wären. Obwohl Waßmund sehr aufmerksam das Spiel leitete, und zu Anfang schon gleich das unruhige Spiel der Gäste unterband und es jederzeit in der Hand hatte, hätte er durch eine Feldverweisung nach Möglichkeit das gefährliche Spiel zum Vorteil für beide Teile unterbunden.

Das Spiel begann außerordentlich schnell, wobei die beiden Tore in Gefahr kamen. Die Gäste versuchten durch lautes Schreien den Gegner zu verwirren und legten eine unnötige Härte in das Spiel, so daß der Schiedsrichter eingreifen mußte. Wenn auch die Gäste zuerst ins Spiel kamen, da der VfL eine Neuaufstellung vorgenommen hatte und der Sturm sich erst finden mußte, so schoß Schmidt, der mit Kock getauscht hatte, bereits in der 13. Minute ein ausgezeichnetes Tor auf Vorlage von Dorn.

Der VfL drängte fortgesetzt, erzwang zwei Ecken und hatte durchweg mehr vom Spiel. Als die Verteidigung aber zu weit aufrückte, kamen die Kieler gut durch und nur durch den hervorragenden Einsatz von Busch konnte das Gegentor vermieden werden. Als dann aber in der 30. Minute die Gäste erneut durchkamen, weil die Deckung zu weit aufgerückt war, fiel das erste Tor für die Gäste. Für Hannover war der Ball unhaltbar. Zwei Minuten vor Halbzeit schoß Dorn, der in ausgezeichneter Spiellaune war und sein spielerisches Können oft unter Beweis stellte, auf eine Vorlage von Krohn aus einem unmöglichen Winkel zum Führungstor ein.

In den ersten Minuten nach Halbzeit drängten die Gäste gewaltig, benutzten jedoch erlaubte und nicht erlaubte Mittel, um den Vorsprung der Hiesigen einzuholen. Hier bestand Hannover glänzend die Feuerprobe und rettete einmal durch Fußabwehr und ein anderes Mal durch Fausten. Der Gegner erzwang zwei Ecken. Die Hiesigen machten sich wieder frei und waren bis zum Schluß tonangebend und spielten streckenweise weit überlegen. Leider mußte der Schiedsrichter in der 70. Minute einen Elfmeter wegen Hand gegen uns verhängen. Zwar berührte Hannover den Ball, ließ ihn aber dann ins Tor rollen. In der Aufregung wurde dann von den Hiesigen ein Ball, der einen Meter vor dem Tor lag und von dem gefallenen Torwächter nicht gehalten werden konnte, parallel zum Tor vorbeigetreten. Die VfLer beherrschten ganz eindeutig das Feld und schnürten den Gegner so ein, daß er sich 14 Ecken nach und nach gefallen lassen mußte. Es blieb aber bei dem Unentschieden.

Spielen die Hiesigen, die hier auf dem Exer von den acht ausstehenden Spielen noch fünf austragen müssen, weiter mit der Einsatzfreudigkeit, dann lockt bestimmt ein guter Tabellenplatz. - VfL III gegen Schwartau II 1:1.
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VfL Oldesloe: Hannover - Martin Kock, Herbert Busch - Witt, Schweim, Meins - Schmidt, Helmut Krohn, Herbert Dorn, Hartmann, Feddern
Tore: 1:0 Schmidt (13.), 1:1 (30.), 2:1 Dorn (43.), 2:2 (70., Handelfmeter). - Schiedsrichter: Dr. Waßmund (Pansdorf)

Sonntag, 4. Dez. 1938
Jugendfußball
Um 10 Uhr spielten die Kleinsten des Vereins, die "Freie Sportgemeinschaft", gegen die Jugend von dem Sportverein Boden. Obwohl die Gäste im Durchschnitt älter waren, mußten sie sich unseren Jüngsten, die ein wohldurchdachtes Spiel vorführten, 3:0 beugen. Der VfL kann stolz auf seinen zahlreichen Nachwuchs sein.
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Mittwoch, 7. Dez. 1938
Vorstandssitzung des VfL Oldeslo
Die Vorstandssitzung, die bei dem Kameraden Busch (Landwirtschaftliches Haus) stattfand, war sehr zehalreich besucht. Erfreulicherweise hatten sich auch die Ehrenmitglieder und Mitglieder des Ältestenrates zu dieser letzten Sitzung in diesem Jahre eingefunden. Die Berichte der Obmänner gaben ein klares Bild von dem vielseitigen Betrieb in den einzelnen Fachgruppen.

Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Vereinsführer wurde das Protokoll verlesen und genehmigt. Er gab bekannt, daß in Zukunft der Schriftführer durch eine Karte die Mitglieder zu den Versammlungen einladen wird. Er gab anschließend Erläuterungen zu der vierten Bestandserhebung des Vereins durch die Reichsführung. Da die erforderlichen Angaben auf dem vielseitigen Karteikartenbogen die Grundlage für die Finanzierung des Vereins und auch der Reichsführung dienen, wurden die Angaben dem Kassierer zur Überprüfung übergeben.

Der Vereinsführer machte kurze Ausführungen zu der Leichtathletik-Beigabe im letzten Gauverordnungsblatt. Erfreulicherweise belegte der VfL bei der Deutschen Vereinsmeisterschaften 1938, welche hier in Oldesloe im Rahmen der Oldesloer Sportwoche durchgeführt wurden, in der C 1-Klasse mit 4043,90 Punkten den zweiten Platz im Gau 7 Nordmark. In der Zehn-Bestenlisten steht Pöhls im Speerwerfen mit 57,50 Metern an dritter Stelle. Der Vereinsführer knüpfte daran die Hoffnung, daß im folgenden Jahre sowohl Männer-, Frauen- wie auch Jugendmannschaften den Wettstreit mit bestreiten möchten.

Einen breiten Raum nahmen die Beratungen über die Werbeveranstaltung, welche im Februar stattfinden soll, ein. Es soll hier versucht werden, alle Fachgruppen mit heranzuziehen. Durch das weitgehende Entgegenkommen der Vereinskameraden W Ehlers (Gesellschaftshaus Tivoli) und P Tabbert (Harmonie) ist es trotz des Fehlens jeglicher Turnhallen möglich gewesen, den Turn-, Sport- und Boxbetrieb aufrecht zu erhalten. Für die Programmgestaltung wurde ein Ausschuß bestimmt.

Der Obmann für Fußball konnte die erfreuliche Tatsache unterstreichen, daß von den drei Männermannschaften die zweite und auch die neu aufgestellte dritte Mannschaft in ihrer Klasse den Herbstmeister nach Oldesloe gebracht haben. Während die B-Jugend ebenfalls ungeschlagen an erster Stelle steht, mußte die A-Jugend sich mit dem dritten Platz begnügen.

In der Boxabteilung ist der Betrieb als gut anzusprechen; an den Kreismeisterschaften beteiligen sich Vertreter von drei Klassen. In der Frauenabteilung ist der Betrieb auch als gut anzusprechen. Da von jetzt an Pferd und Barren zur Verfügung stehen, kann auch das Geräteturnen mehr gepflegt werden.

Der Obmann der Turnabteilung gab einen ausführlichen Bericht über die Tagung in Lübeck. Der VfL beteiligt sich ebenfalls an den Vereinsmeisterschaftskämpfen im Geräteturnen. Kamerad Diedrichsen richtete einen Appell an die Turner, trotz der eingeengten Verhältnisse jeden möglichen Turnabend zu besuchen.

Die Tischtennisabteilung, welche bei dem Kamerad Steinen einen vorzüglichen Übungsraum für zwei Tische gefunden hat, hat die gehegten Erwartungen sowohl in der Beteiligung als auch in der erlangten Spielstärke weit übertroffen. Leider konnte eine spielstarke Mansnchaft nicht mehr an den Kreismeisterschaften teilnehmen. Es ist aber zu hoffen, daß sie ihre Spielstärke unter Beweis stellen kann.

Der jüngste Nachwuchs, die freie Sportgemeinschaft, hat bereits zwei Spiele im Fußball erfolgreich bestritten. Es sind Spieler für drei Mannschaften vorhanden. Der Vereinsführer bezeichnete das Verhältnis zur HJ als vorbildlich. Voraussichtlich wird aus dem Nachwuchs bald eine Handballmannschaft neu aufgestellt werden können. Wenn auch fünf geprüfte Schiedsrichter vorhanden sind, so soll trotzdem ein neuer Kursus eingerichtet werden.
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Mittwoch, 7. Dez. 1938
VfL-Boxer kämpfen Samstag in Lübeck
In allen Teilen des Reiches rüsten die Amateurboxer jetzt wieder, wie alljährlich, ihre Meister zu ermitteln. Die Kreismeisterschaften, die erste Etappe, haben ihren Anfang genommen.

Die Kreismeister kommen in die Ausscheidungskämpfe um die Gaumeisterschaft. Die Gaumeister wiederum in die Ausscheidungskämpfe um die Deutsche Meisterschaft. Ein weiter und schwieriger Weg also, um Deutscher Meister zu werden, wenn man bedenkt, daß in jeder der acht Gewichtsklassen vom Fliegen- bis zum Schwergewicht aufwärts nur immer einer Meister wird.

In unserem Kreise 4 des Gaues 7 Nordmark nehmen die Meisterschaftskämpfe am Samstag, dem 10. Dez., mit der ersten Vorrunde ihren Anfang. Die Kämpfe finden in der bekannten Lübecker Boxkampfstätte, der Zuchtvieh-Auktionshalle in der Schwartauer Allee statt.

Die Lübecker Vereine haben zahlreiche Meldungen abgegeben. Der Lübecker Sportverein hat allein elf Leute gemeldet. Fast ebensoviele hat der Polizeisportverein abgegeben. Nicht so stark sind die anderen Vereine des Kreises vertreten. Der VfL Oldesloe hat im Fliegengewicht Fex, im Bantamgewicht Mette und im Weltergewicht Meincke gemeldet. Mette, der Bantamgewicht bringt, also bis 108 Pfund, dürfte ganz besondere Aussichten haben. In der Vorrunde am Sonanbend boxt er gegen Frymark (LSV). Meincke, der, wie schon erwähnt, im Weltergewicht (bis 135 Pfund) startet, erhält Hettner (Post Lübeck) als Gegner. Sollte sich Meincke für die Endrunde, die im Januar stattfindet, qualifizieren, so wird er wohl auf den schnellen und hart schlagenden Szodrinski vom Polizeisportverein, den aussichtsreichsten Mann seiner Klasse, stoßen.

Das Training der VfLer findet jetzt bekanntlich im Saale des Hotels "Harmonie" statt und gibt über die Form der Leute Aufschluß. Ein Besuch beim Training Donnerstag von 20 bis 22 Uhr würde sich lohnen.
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Samstag, 10. Dez. 1938
Erfolgreiche VfL-Boxer
VfL-Boxer qualifizierten sich bei den Kreismeisterschaften für die Endrunde. In Lübeck nahmen die Kreismeisterschaften mit der ersten Vorrunde ihren Anfang. Der Besuch ließ erst zu wünschen übrig, doch als die ersten Jugendkämpfe stiegen, war die große Auktionshalle ziemlich besetzt.

Nach zwei Einleitungskämpfen von Jugendlichen kam es im Fliegengewicht zum ersten Wertungskampf zwischen Fox (VfL) und Löffler (LSV). Fox stand stand zum ersten mal im Ring und vergaß, wie man es bei Anfängern oft findet, das Schlagen. Er mußte seinem Gegner einen hohen Punktsieg überlassen.

Im nächsten Kampf vermochte der Oldesloer Mette die Niederlage seines Vereinskameraden Fox wettzumachen, indem er Frymark (LSV) mit beidhändig geschlagenen Haken arg zusetzte. Der Oldesloer traf wie er wollte, doch fehlte es ihm an der nötigen Schlagstärke, seinen Gegner auszuknocken. Mette buchte alle drei Runden für sich und siegte überlegen. Außerdem hatte er den Kampf schon auf der Waage gewonnen, da der LSVer Übergewicht hatte und für die Meisterschaft schon ausschied.

Auch der Oldesloer Meincke konnte sich im Weltergewicht für die Endrunde qualifizieren. Sein Gegner, Hettner (Post Lübeck), wollte Meincke überrennen, was ihm in der ersten Runde fast gelungen wäre, doch in den nächsten Runden paßte Meincke auf; es gelang ihm, den wild anstürmenden Hettner mit geraden Stößen abzufangen und auszupunkten, was ihm einen knappen, aber verdienten Punktsieg einbrachte.

Von den anderen Kämpfern qualifizierten sich nach teilweise hartem Widerstand für die Endrunde Mey (LSV), Szodrinski, Boostedt, Scharp und Eckstein (Polizei). Besonders gefielen Eckstein und Boostedt, die ihre Widersacher verschiedene Male zu Boden schickten.
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Dienstag, 13. Dez. 1938
Reinfeld. Bedeutsame Änderung im Sportleben
Dienstagabend hatten sich die Vorstände des Männerturnvereins, des Fußballvereins und des Tennisklubs im Bahnhofsrestaurant zu einer Sitzung eingefunden, um in gemeinsamer Aussprache über den Zusammenschluß dieser drei Vereine zu beraten. An dieser Sitzung nahm auch der neue Kreisstützpunktleiter des Reichsbundes für Leibesübungen für den Kreis Stormarn, Kamerad Ohrt (Bad Oldesloe), teil.

Der Ortsgruppenleiter des DRfL, Behnke, legte die Gründe dar, die den Zusammenschluß dringend erforderlich machten. Nur durch einen Zusammenschluß könnte das Sportleben der Stadt neu belebt werden; damit würde man dann den Wünschen des Staates und der Partei Rechnung tragen. Der Blickpunkt auf das große Ziel, nämlich der Ertüchtigung der Jugend zu dienen und auf allen Gebieten des Sportes zu einer Leistungssteigerung zu kommen, müsse dem Vereinsinteresse vorangehen. Alle kleinlichen Bedenken und alles das, was einem im Verein lieb und teuer ist, müsse aufgegeben werden nach dem großen Gedanken: Wie diene ich am besten dem Gedanken des Sportes, wie arbeite ich mit an der Ertüchtigung des Volkes und zuletzt, wie diene ich dem Vaterlande, Deutschland.

Auch Kamerad Ohrt sprach sich warm für den Zusammenschluß aus. Er erläuterte die Verhältnisse in Oldesloe, wo das Gleiche schon vor zwei Jahren geschehen ist.

Nach einer Aussprache über die wesentlichen Fragen stimmten dann alle anwesenden Vertreter der drei genannten Vereine einstimmig für den Zusammenschluß. Im neuen Verein, der den Namen "Sportverein Reinfeld" führen wird, werden die einzelnen Sportarten als Fachämter weitergeführt. In einer Sitzung zu Beginn des neuen Jahres werden die Fragen organisatorischer Art geregelt; mit dem 1. April wird der Sportverein Reinfeld seine Arbeit aufnehmen.
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Samstag, 17. Dez. 1938
Reinfelder Brief
Ein Markstein in der Geschichte des Reinfelder Sportlebens. Das war sicher für viele Sportfreunde unserer Stadt eine große Überraschung, die am 13. Dez. nun endgültig vollzogene Zusammenlegung der drei Reinfelder Sportvereine; das heißt wohl nur für die nicht aktiv im Sport tätigen Freunde des Sports. Für die Eingeweihten allerdings war die Frage schon seit geraumer Zeit spruchreif. Solche einschneidenden Maßnahmen erfordern immer eine längere Zeit der Überlegung; wir in Reinfeld stehen diesem Problem seit etwa gut einem Jahr wachsam gegenüber. Wenn die dringend erforderliche Zusammenlegung nicht schon längst geschah, so hatte das eben auch seine Gründe. "Gut Ding will Weile haben," heißt es im Sprichwort; die Zeit war gekommen und nun sind wohl alle, denen das Sportleben unserer Stadt wirklich am Herzen liegt, froh und beglückt. Dieser 13. Dez. ist in der Geschichte des Sportlebens unserer Stadt ein Markstein; er wird bestimmt in diese Geschichte eingehen als der Anfang eines Willens, der dem Gedanken des Sportes neuen Auftrieb und einen kräftigen Schwung gegeben hat.

Wollen wir doch kurz einmal den Blick rückwärts lenken und die Entwicklung des Reinfelder Sportes skizzieren. Der älteste Verein ist unser Männerturnverein. Er hat seit rund 53 Jahren den Jahn'schen Gedanken aufrecht erhalten, hat, wie wohl überall im Sport, Jahre des Glanzes und Jahre schweren Kampfes um seine Existenz hinter sich. Im Jahre 1939 hätte unser Fußballverein seinen 30. Geburtstag feiern können. Fußball ist Trumpf unter den Sportarten. "Preußen" hat durch die langen Jahre sich ehrlich um den Fußball bemüht. Der Tennisverein ist das jüngste Kind unter den Geschwistern; seit etwa 16 Jahren ist den Mitgliedern der weiße Sport ans Herz gewachsen. Trotzdem sich alle Vereine um ihren Sport redlich bemühten, eine Blüte von anhaltender Dauer konnte nirgends erreicht werden. Das hat bestimmt nicht an dem Willen gelegen, sondern das lag an der Struktur der Dinge, wie überhaupt unsere Stadt auch in seinem Sportleben unter der Nähe der Großstädte zu leiden hat. Die Abwanderung in die benachbarten Städte mit ihren vielfach wesentlich besseren Verhältnissen in sportlichen Dingen mußte leider immer wieder festgestellt werden. So kann nur eine straffe Gliederung und ein enger Zusammenschluß der in Frage kommenden Sportarten eine Hoffnung auf eine Besserung und damit auch auf eine Steigerung der Leistung aufkommen lassen. Der Zusammenschluß aller Kräfte wird auch bei uns dem Sportleben den erwünschten Auftrieb geben; die Verzettelung hat nichts eingebracht.

Jetzt heißt es: Alle Mann an Bord und die Segel gesetzt, daß es mit frischem Wind einer besseren Sportzukunft in unserer Stadt entgegengeht!
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Dienstag, 27. Dez. 1938
Wenig Sport während der Feiertage.
Die ergiebigen Schneefälle machten manchem Verein, der Freundschaftsspiele über Weihnachten abgeschlossen hatte, einen Strich durch die Rechnung. Manches Spiel mußte abgesagt werden. - Der VfL gönnte seinen Mannschaften Ruhe.
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