Spielserie 1941 - 42
Teil 1

Dienstag, 1. Juli 1941
50 Jahre Oldesloer Badeanstalt
Heute sind 50 Jahre verflossen, seitdem die hiesige Badeanstalt an der Trave durch den damaligen Bürgermeister Claus-Hinrich Mewes zur Benutzung freigegeben wurde. An die Stelle der hölzernen Aufbauten sind im Laufe der Zeit massive Steingebäude getreten, Einfassungsmauern, Treppen, Sprungbretter, Planschbecken und Liegeplätze wurden angelegt und die Anstalt erhielt so allmählich ein zweckentsprechendes und freundliches Aussehen. Unter bewährter Aufsicht erfreuen sich hier klein und groß der Freuden und Segnungen des Wassers, fühlen sich viele besonders in den heißen Sommertagen recht erfrischt für die Arbeit des Alltags. Auch an allen Sonn- und Feiertagen ist die Badeanstalt das Ziel vieler Besucher.
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Dienstag, 1. Juli 1941
Die höchste Erhebung in Bad Oldesloe
Auf der höchsten Erhebung in Bad Oldesloe wird nach dem Kriege ein repräsentativer und weithin sichtbarer Gebäudekomplex entstehen: die Kreisburg der NSDAP. Es ist die Anhöhe auf Drews' Koppel, die der Badeanstalt gegenüberliegt. Man hat von dort oben aus eine wundervolle Fernsicht, sieht auf der einen Seite weit in stormarnsches Land hinein, während auf der anderen ein schönes Gesamtbild von Bad Oldesloe sich dem Auge darbietet. Die ideale Lage der künftigen Kreisburg wird dadurch noch unterstrichen, daß zu ihren Füßen die neugeschaffene Kampfbahn, die Badeanstalt und der Exer sich ausbreiten.
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Freitag, 4. Juli 1941
Körperertüchtigung ist notwendig
Der VfL Oldesloe hat in den Aushangkästen an vier Tagen in der Woche auf die Übungsstunden hingewiesen. Der Vereinsführer erinnert auch an die Prüfungen für das Reichssportabzeichen und Jugendsportabzeichen. Nur ein fleißiger Besucher der Trainingszeiten bietet die Gewähr für die Abnahme. - Tennissport. Die Tennisabteilung des VfL bekommt fortlaufend neue Anmeldungen, so daß der Übungsplan geändert werden mußte. KdF hält in den nächsten Wochen am Montag von 7 bis 9 Uhr Anfängerkurse ab. Der Zuspruch wird bei den vielen Anfängern groß sein.
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Samstag 5. Juli 1941
Großes Fußballturnier auf dem Exer
Morgen werden in Oldesloe die Bannmeisterschaften der Hitlerjugend im Fußball ausgetragen. Sechs Mannschaften werden um den Titel kämpfen. Es haben ihre Teilnahme gemeldet: Bargteheide, Ahrensburg, Reinbek, Glinde, Reinfeld, Mollhagen und VfL Oldesloe. Am Sonntagvormittag um 9 Uhr beginnen die Vorrunden. Am Nachmittag findet das Endspiel und vorher der Kampf um den dritten und vierten Platz statt. Es ist schwer zu sagen, wer in diesem Jahr Bannmeister wird. Titelverteidiger ist VfL Oldesloe, der auch diesmal mit einer starken Streitmacht in den Kampf gehen wird. Alle Spieler haben den HJ-Ausweis bzw. die Bescheinigung des Gefolgschaftsführers über die Angehörigkeit in der Hitlerjugend mitzubringen. Um 8.30 Uhr wird in Uniform vor dem HJ-Heim angetreten. Hoffentlich wird der Wettergott gute Laune haben, damit die Fußballfreunde Oldesloes endlich einmal wieder zu ihrem Recht kommen.
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Sonntag, 6. Juli 1941
Der VfL verteidigt den Titel mit Erfolg
Nach langer Pause war wieder Hochbetrieb auf dem Exer. Aus allen Gegenden des Kreises war die Fußballjugend gekommen, um den Titel eines Bannmeisters zu kämpfen. Zu den sechs gemeldeten Mannschaften waren noch Trittau und Harksheide hinzugekommen. Am Morgen traten die Mannschaften zur Flaggenhissung an. Dann begannen sofort die Vorrundenspiele: Bargteheide - Reinbek 2:1, VfL - Mollhagen 4:1, Ahrensburg - Glinde 5:1, Trittau - Harksheide 5:1. Inzwischen war die Zuschauerzahl immer größer geworden. Die Spieler wurden heftig angefeuert und so zum letzten Einsatz gezwungen. Die vier Sieger der Vorrunde bestritten nun gegeneinander die Zwischenrunde. Sieger wurden, wie erwartet, der VfL Oldesloe und Ahrensburg: VfL - Bargteheide 3:0, Ahrensburg - Trittau 3:2. Diese beiden Spiele beschlossen den Vormittag. Das um 14.30 Uhr zwischen Bargteheide und Trittau angesetzte Spiel um den dritten und vierten Platz mußte ausfallen. Kampflos wurde Bargteheide der dritte Platz zugesprochen.

Um 16 Uhr liefen dann die beiden Mannschaften von aus Ahrensburg und VfL Oldesloe zum Entscheidungskampf auf das Feld. Man merkte es den Spielern an, daß sie schon schwere Kämpfe hinter sich hatten. In der ersten Halbzeit fielen keine Tore. Beide Hintermannschaften konnten den gegnerischen Sturm immer wieder bremsen. Nach der Pause zunächst dasselbe Bild, bis schließlich der VfL alles auf eine Karte setzte. Die "Rapidviertelstunde" des VfL war angebrochen. Durch einen Bombenschuß von Harms gingen die Oldesloe in Führung. Schlag auf Schlag fielen nun die Tore. Harms lenkte einen Ball von Hass zum 2:0 ein, Dwenger erledigte das 3:0 und endlich war es wieder Harms, der zum 4:0 einschießen konnte. Den Ahrensburgern glückte kurz vor Schluß das verdiente Ehrentor.

Beim VfL überragte die Hintermannschaft sowie der Mittelläufer Schmidt, bei Ahrensburg der linke Verteidiger Böttger und der Mittelläufer Gerken.

Ergebnis des Endspiels: VfL Oldesloe - Ahrensburg 4:1 (0:0). Der VfL ist wieder Bannmeister. Die beiden Spielführer erhielten dann die Preise ausgehändigt.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Lübcke - Lange, Jack - Kiehn, Schmidt, Grell - Petersen, Hass, Gerken, Harms, Dwenger - Ersatz: Knuth, Schweim, Thielenhaus, Meyer, Ernst Kostbade.

Montag, 7. Juli 1941
Der VfL auf dem Bezirksturnfest in Mölln
Der Oberturnwart Heinrich Diedrichsen konnte bei seinem ersten Auftreten zum Bezirksturnfest 18 glänzende Erfolge in Mölln erzielen. Während die Knabenabteilung das in sie gesetzte Vertrauen nicht rechtfertigte, weil die Leistungen im volkstümlichen Turnen nicht genügten, errangen die Jungturnerinnen im Fünfkampf von 21 Siegen zwölf mit der erforderlichen Punktzahl. Wenn so fleißig weiter geturnt wird, ist der Nachwuchs gesichert. Auch während der Ferien laufen die Übungsstunden planmäßig weiter.
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Die Siegerliste

  • Siebenkampf Turner:
    • 6. Werner Wohlers 107 1/2 Punkte
  • ältere Turner:
    • 8. Heinrich Diedrichsen 1907 Punkte
  • Siebenkampf der Jugendlichen
    • 4. Frau Brunk 91 Punkte
  • Siebenkampf der Turnerinnen:
    • 10. Gerda Schöppler 104 Punkte
  • Siebenkampf der Jugendturnerinnen
    • 5. Else Wolgast 101 Punkte
  • Fünfkampf der Jugendturnerinnen:
    • 3. Helma Schuster 95 Punkte
    • 4. Lisbeth Junge 92 Punkte
    • 9. Dorothea Helms 85 Punkte
    • 10. Emmy Junge 84 Punkte
    • 12. Lissy Wolgast 80 Punkte
    • 14. Helga Paustian 78 Punkte
    • 16. Margot Drahotta 75 Punkte
    • 17. Klara Egger 74 Punkte
    • 19. Christel Esrom 70 Punkte
    • 19. Else Ellerbrock 70 Punkte
    • 21. Kati Moritz 66 Punkte
  • Dreikampf des BDM, Jahrgang 1923/24
    • 2. Ingrid Schuster 33 Punkte.


Samstag 12. Juli 1941
Fußball am Sonntag auf dem Exer
Der Oldesloer VfL spielt am Sonntag mit drei Mannschaften gegen den Lübecker SV Gut Heil. Es handelt sich mit dabei um Feststellung von Auswahlmannschaften, die im nächsten Jahre spielberechtigt sind. Die Spiele beginnen um 9 Uhr vormittags.
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Sonntag, 13. Juli 1941
Drei hohe Siege des VfL gegen Gut Heil
Gesamttorverhältnis 26:1! Bei glühender Hitze spielte der VfL auf dem Exer mit drei Jugendmannschaften gegen den LSV Gut Heil. Unsere "Kleinen" zeigten prächtige Leistungen und ließen dem Gegner keine Gelegenheit, auch nur einmal unser Tor wirklich zu bedrohen. Pohlmeyer brauchte während der ganzen Spielzeit nur zwei Bälle zu halten. Dagegen schoß unser Sturm Tor um Tor. Am Schluß stand das Spiel 12:0! Bertram schoß fünf, Wittern vier Tore.

Das Spiel der B-Jugend wirkte verhältnismäßig langsamer. Aber auch hier waren die Oldesloer jederzeit Herr der Lage. Mit 8:0 landeten die Oldesloer einen hohen Sieg. Die schönsten Tore waren ein 16-Meter-Hochschuß von Westphal, der vom Torpfosten ins Netz sprang, und eine "Binderbombe" von Meyer. Die treibende Kraft war der Mittelläufer Witt.

Im Schlußspiel standen sich die beiden A-Mannschaften gegenüber. Auch in diesem Kampf zeigte der VfL die größere Erfahrung. Wenn auch beim LSV einige gute Einzelspieler waren, so mangelte es vor allem am Zusammenhang. Und dennoch gingen die Lübecker in Führung. Aber schon bei der Pause hieß es 4:1 für den VfL. In der zweiten Halbzeit wurde der Vorsprung auf 6:1 ausgebaut. Viele gute Torgelegenheiten wurden in der Hitze des Kampfes ausgelassen. Alle waren froh, als der Schlußpfiff ertönte. Es hatte ja jeder Stürmer sein Tor geschossen. 6:1 genügte ja auch!
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VfL Oldesloe Jugend C (Ankündigung): Pohlmeyer - Ellerbrook, Lippold - Heer, Möller, Stüben - Legler, Bertram, Boors, Wittern, Schmidt

VfL Oldesloe Jugend B (Ankündigung): Clasen - Schmidt II, Kostbade - Dorn, Witt, Brunk II - Schüthe, Schop, Meyer, Westphal, Bachmann

VfL Oldesloe Jugend A (Ankündigung): Lübcke - Lange, Jack - Schweim, Schmidt, Grell - Marquardt, Kiehn, Fahl, von Berg, Dwenger

Donnerstag, 17. Juli 1941
Neuer Name des Polizeisportvereins
Der Sachbearbeiter für Polizeisport im Hauptamt Ordnungspolizei im RMdI hat verfügt, daß alle Polizeisportvereine in Zukunft die Bezeichnung "Sportgemeinschaft der Ordnungspolizei" zu führen haben. Es wird dazu geschrieben: "Um in der Presse, im Rundfunk und im Schriftverkehr ein einheitliches Bild zu schaffen, wird als Abkürzung festgesetzt: Sp.G.O."
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Dienstag, 22. Juli 1941
Drögemöller gestorben
In Reichenhall, wo er Heilung suchte, starb der hierorts bekannte und geschätzte Gastwirt Hermann Drögemöller im Alter von 48 Jahren. Drögemöller war seit vielen Jahren der Inhaber des "Deutschen Hauses", das er sowohl für Eingesessene wie auch für Fremde zu einer stets gern besuchten Gaststätte machte. Der Verstorbene war Weltkriegsteilnehmer von 1914/18 und in jungen Jahren ein hervorragender Fußballspieler. Als solcher war er Mitbegründer der Oldesloer Fußballbewegung des frühen FC Teutonia von 1902. Auch dem jetzigen VfL Oldesloe war er stets ein eifriger Förderer, dem er bis zuletzt als Ältestenrat angehörte.
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Donnerstag, 31. Juli 1941
Schwerkriegsbeschädigte beim als Gäste beim Sport
Der Reichssportführer hat Anordnungen erlassen, um den Schwerkriegsbeschädigten den Besuch sportlicher Veranstaltungen zu erleichtern. Zu allen größeren sportlichen Veranstaltungen sind Schwerkriegsbeschädigte in genügendem Ausmaß als Gäste auf bequemen und guten Plätzen einzuladen. Darüber hinaus ist den Schwerkriegsbeschädigten grundsätzlich der entgeltliche Erwerb von Einlaßkarten zu ermöglichen, wobei sie den vierten Teil des normalen Preises für alle Plätze zahlen. Bei der Durchführung soll die NS-Kriegsopferversorgung eingeschaltet werden.
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Montag, 4. Aug. 1941
Persönliches
Der Obertruppführer im RLB, Ernst Renner, ist in hauptamtlicher Eigenschaft in die Kreisgruppen-Geschäftsführung des RLB Danzig berufen worden.
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Dienstag, 5. Aug. 1941
Für Führer und Volk gefallen ist im Osten der Unteroffizier Theodor Hormann, ein Sohn der Ww. Hormann, Bad Oldesloe, Gasthaus "Zur Bierquelle", im Alter von 29 Jahren.
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Donnerstag, 7. Aug. 1941
Wiedersehen in Rußland
Auf dem Vormarsch im Osten trafen sich drei Oldesloer: der Infanterist Christoph Axt, der Gefreite Erich Hafemann und der Gefreite Theodor Kruse. Daß die Freude bei dem zufälligen Wiedersehen in der unendlichen Weite Sowjetrußlands groß war, kann man sich leicht vorstellen.
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Dienstag, 12. Aug. 1941
Beförderung
Feldwebel Max Purnhagen, von hier, Ratzeburger Straße, der einer Fliegertruppe angehört, wurde zum Leutnant der Reserve befördert. Er war bekanntlich langjähriger Torhüter der Ligamannschaft des VfL Oldesloe.
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Sonntag, 17. Aug. 1941
Für Führer und Volk gefallen ist im Osten der Soldat Walter Lindemeier von hier, 32 Jahre alt. Lindemeier war viele Jahre lang eifriges aktives Mitglied im VfL Oldesloe. In der Ligamannschaft hatte er den Posten des Linksaußen inne, auf dem er die sportgeisterten Zuschauer oft durch seine schnellen Läufe und seine wundervollen Flanken begeisterte.
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Sonntag, 17. Aug. 1941
Nach dem 6:1-Siege über den VfL Oldesloe schlug die sieggewohnte Fußballmannschaft von Hammoor auch die Vertretung von Pölitz-Rümpel mit 4:3. Folgende Elf vertrat die Farben Hammoors: Feddern - Krecker, Stapelfeldt II - Barkmann, Willhöft, Luther - E. Westphal, Ahlers I, Jönsson, Wulff, Stapelfeldt I. Als Torschützen waren erfolgreich: Jönsson (2), Stapelfeldt und Wulff mit je einem Tor.
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Sonntag, 17. Aug. 1941
Mecklenburg - Lübeck 2:2 (1:2)

Montag, 18. Aug. 1941
Vier Staffeln in Schleswig-Holstein
Die Meisterschaftsspiele der erste Fußballklasse Schleswig-Holsteins werden in der nächsten Serie in vier Staffeln mit folgender Einteilung ausgetragen

Nordstaffel:

  • Flensburg 08
  • Husum 18
  • Borussia Kiel
  • TSG Gaarden
  • Union Teutonia
  • Eintracht Kiel
  • Post Kiel
  • Kronsburg


Weststaffel:

  • Luftwaffen SV Schleswig
  • TBA Eckernförde
  • Eckernförder SV
  • Ellerbek
  • Comet
  • VfB Kiel
  • Friedrichsort
  • LSV Holtenau.


Der Lübecker Oststaffel gehören folgende Vereine an:

  • LBV Phönix
  • LSV Travemünde
  • LSV Gut Heil
  • Jahn Kücknitz
  • BLM Lübeck
  • Post Lübeck
  • Schwarz-Weiß Lübeck
  • MTV Travemünde
  • LSV Großenbrode


Südstaffel:

  • Fortuna Glückstadt
  • Preußen Itzehoe
  • VfL Kellinghusen
  • Rasensport Neumünster
  • Olympia Neumünster
  • Reichsbahn Neumünster
  • Land und See Neumünster.


Die vier Staffelsieger spielen unter sich aus, welche beiden Vereine an den Aufstiegsspielen in die Bereichsklasse teilnehmen. Schleswig 06 und VfL Oldesloe sind in der Serie 1941/42 an den Meisterschaftsspielen nicht beteiligt.
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Donnerstag, 21. Aug. 1941
Der VfL Oldesloe e.V. gibt in seinen Aushangkästen den Übungsplan bekannt, der mit dem 1. Sept. seine Gültigkeit hat.

  • Dienstag
    • 17 Uhr: Turnen Knaben
    • 20 Uhr: Turnen Jugend und Männer
  • Mittwoch
    • 19.30 Uhr: Fußball für die Jugend und Männer
  • Donnerstag
    • 17 Uhr: Fußball Jugend;
  • Freitag
    • 16.30 Uhr: Turnen Mädchen
    • 20 Uhr: Turnen Frauen


Das Turnen wird in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule durchgeführt. Die erste Turnstunde für die Frauen findet bereits am Freitag, dem 22. Aug., statt, und für die Mädchen am Freitag, dem 29. Aug. Mit Rücksicht auf eine sportliche Großveranstaltung am 28. Sept. in Oldesloe ist es unbedingt erforderlich, daß alle, welche am Turnen oder den Spielen teilnehmen wollen, bereits von der ersten Stunde an da sind.
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Freitag, 22. Aug. 1941
Schleswig-Holstein wird eigener Sportgau
In Neumünster kamen zu einer Arbeitstagung alle Bezirkssportwarte, Sportbezirks- und Sportkreisführer Schleswig-Holsteins zusammen. SA-Standartenführer Jeß (Kiel) betonte, daß eine einheitliche Ausrichtung und Förderung des Sportgedankens um so notwendiger sei, als voraussichtlich schon in absehbarer Zeit Schleswig-Holstein einschließlich Lübeck zu einem eigenen und selbständigen Sportgau erhoben werden würde. Jeß sprach dann in einem ausführlichen Vortrag über die Aufgaben und Ziele der staatlichen Sportaufsicht und Sportpflege und gab seinen Mitarbeitern wertvolle Hinweise, um auch auf diesem Wege - besonders auch auf dem flachen Lande - die Leibesübungen voranzubringen. Nach Bekanntgabe der allgemeinen Richtlinien für die im Herbst durchzuführende Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilfswerk und der in diesem Zusammenhang geplanten Großveranstaltungen in Schleswig-Holstein fand diese Tagung mit einem regen Gedankenaustausch ihren Abschluß.

Man wird besonders bei den Fußballern gespannt sein, wie die Sache mit dem neuen "Sportgau" gedacht ist. Auf jeden Fall ist zu hoffen, daß die bisherige Bereichsliga bestehen bleibt. Von den Spielen nur gegen schleswig-holsteinische Mannschaften versprechen wir uns ein Absinken der Spielstärke und damit ein starkes Nachlassen des Publikumsinteresses. Fallen die Hamburger Mannschaften aus dem Pflichtspielprogramm, dann ist praktisch für die Polizei Lübeck und (im Frieden) für den LBV Phönix fast jede Steigerung der Spielstärke verriegelt. Spiele gegen VfB Kiel, Schleswig, Flensburg und andere Mannschaften nivellieren nur die vier Spitzenmannschaften, Holstein, Kilia, Polizei und Phönix, nach unten, und das dürfte doch nicht das Ziel sein. Hoffen wir, daß immerhin einmal eine endgültige und bleibende Form gefunden wird, die für lange Sicht bestehen bleibt.
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Samstag 23. Aug. 1941
Die Leibeserziehung an Mädchenschulen
Nachdem schon im Jahre 1937 die Richtlinien für die Leibeserziehung der Jungen ergangen sind, hat der Reichserziehungsminister jetzt auch die Richtlinien für die Leibeserziehung der Mädchen in den Schulen herausgebracht. Unter dem Leitwort "Die Kräfte wachsen im Spiel" beginnt bei den Sechs- und Neunjährigen eine natürliche Bewegungsschulung durch übliche Lebensformen, wie Gehen, Hüpfen, Springen, Werfen, Fangen, Klettern usw. Ergänzt wird diese erste sportliche Ausbildungsstufe durch Sing-, Lauf- und Ballspiele, durch spielerische Gewöhnungsübungen im Wasser und durch Wanderungen.

In der zweiten Stufe, die das neunte bis zwölfte Lebensjahr umfaßt, steht über der Arbeit das Motto "Durch Kräfte- und Geschicklichkeitszuwachs zur Leistungsfreude". Hier treten in der Bewegungsschulung schon die Handgeräte Ball, Keule, Reifen und Stab in ihre Rechte, jedoch noch ganz als Spielgeräte, während die Lebensformen und das Bodenturnen eingekleidet in kleine Staffel und Wettkämpfe bereits das Leistungsverlangen zum Ausdruck bringen. Auch im Spiel werden schon richtige Wettspiele gemacht. Als Übungsfach mit besonderer Betonung tritt hier das Schwimmen auf. In der nächsten Stufe (12. bis 15. Lebensjahr) erhält die sportliche Bildungsarbeit schon festere Formen. Die erworbene Geschicklichkeit wird zu Form und Sicherheit in der Bewegung gesteigert und führt zu Leistungen in den lebenswichtigen Grundformen. Unter diesem Gesichtspunkt werden auch die Turngeräte eingeschaltet. Das Schwimmen gewinnt größere Bedeutung. Neben einer kräftigenden Schulgymnastik werden volkstümliche Mädeltänze geübt. In der letzten Altersstufe, die bis zum 18. Lebensjahr reicht, steht die Leibeserziehung der Mädchen unter dem Leitwort "Einsatz der Kräfte in der Gemeinschaft". Zum Erwachsenensport besteht hier kein Unterschied mehr. Sie wird ergänzt durch Mädeltänze, Spiele, durch Wandern und Rudern sowie winterliche Leibesübungen.
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Sonntag, 24. Aug. 1941
VfL in Ochsenzoll 10:1 siegreich
Das Spiel, das die VfL-Jugendmannschaft gegen Ochsenzoll austrug, endete mit einem eindrucksvollen 10:1-Sieg der Oldesloer.
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VfL Oldesloe Jugend A (Ankündigung): Wiek - Jack, Lange - Grell, Thielenhaus, Schweim - Gerke, Gerken, Fahl, Harms, Kostbade - Ersatz: Brunk.

Freitag, 29. Aug. 1941
VfL Oldesloe - Wehrmeldeamt Bad Oldesloe 8:2
Das am Abend auf dem Exer stattgefundene Spiel zwischen einer Mannschaft des Wehrmeldeamtes und einer Mannschaft des VfL endete mit einem eindrucksvollen Sieg von 8:2 für den VfL.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Wiek - Knuth, Lange - Grell, Thielenhaus, Schweim - Kostbade, Harms, Jack, Gerken, Gerke - Ersatz: Brunk.
Wehrmeldeamt Bad Oldesloe (Ankündigung): Wittrock - Kindt, Sellmer - Höppner, Schweim, Mohn - Schoer, ?, Jessen, Schlüter, Schumann.

Samstag 6. Sept. 1941
Sportliche Großveranstaltung. Der VfL plant für Sonntag, den 28. Sept., eine sportliche Großveranstaltung auf dem Bürgerpark-Exer, und zwar unter Einsatz möglichst aller Turn-, Sport- und Spielabteilungen, wozu auch die Teilnahme auswärtiger Mannschaften und Einzelwettkämpfer in Aussicht steht. Die VfLer sind aufgerufen, die bis dahin für die verschiedenen Abteilungen auf viermal wöchentlich von Montag bis Freitag festgesetzten Übungsstunden zu besuchen, damit auch mit ansprechenden Leistungen aufgewartet werden kann.
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Mittwoch, 24. Sept. 1941
Aufruf des Reichssportführers zur ersten Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilfswerk 1941/42
Der deutsche Sport sammelt am 27. und 28. Sept. für das Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes. Damit sind meine Kameraden und Kameradinnen in Stadt und Land zu neuer Höchstleistung aufgerufen. Die enge Verbundenheit von Volk und Leibesübungen im nationalsozialistischen Staate wird sich auch bei diesem Einsatz für das dem Führer besonders am Herzen liegende Kriegswinterhilfswerk erweisen. Sammelnde und Gebende werden sich in heiligem Eifer zu übertreffen trachten und die erste Reichsstraßensammlung erfolgreich gestalten. Sie muß und wird im Zeichen des Hakenkreuzes, des deutschen Glücks- und Heilsymbols, ein überwältigendes Treuebekenntnis für Adolf Hitler und sein Werk sein, für den deutschen Sport ein Feiertag, an dem jeder Meister werden kann. Hans von Tschammer und Osten, Reichssportführer.
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Freitag, 26. Sept. 1941
Sportler sammeln
Auch in Bad Oldesloe steht der 27. und 28. Sept. unter der Losung "Der deutsche Sport sammelt für das Kriegswinterhilfswerk. Die Straße gehört dem deutschen Sport!" Die Jugend war sofort begeistert und ist zur Hauptsache Träger der Veranstaltung. Am Sonntag treten die Vereine, Verbände und Formationen um 13.45 Uhr vor dem Kurhaus an. Pünktlich 14 Uhr ist der Abmarsch für Wagen und Musikgruppen. Die Ortsleitung erwartet die Bevölkerung, soweit der Platz reicht, auf der Hude. Dort umrahmt der Oldesloer Männerchor zusammen mit der Ahrensburger Liedertafel die turnerischen Darbietungen des VfL. Die mitgeführten Geräte werden auf den Wagen geladen, und der Besuch gilt im Anschluß dem Pferdemarkt. Dort zeigt eine Knabenabteilung des VfL ihr Können im Kastenspringen. Die turnerischen Leistungen finden ihren Abschluß und Höhepunkt auf dem Marktplatz, wo auch die Gesangvereine wieder mitwirken. Den Fußballfreunden ist nach einer langen Pause wieder Gelegenheit gegeben, im Anschluß an die letzten Vorführungen auf dem Marktplatz gute Spiele gegen bekannte Gegner aus Lübeck auf dem Exer zu sehen. Die Schützenvereinigung von 1936 veranstaltet ein Werbeschießen auf den Schießständen im Bürgerpark. Jeder, der im Laufe des Sommers dort geübt hat, kann sein Können im Wettbewerb mit unbekannten Gegnern unter Beweis stellen. Im Kurpark spielen die besten Spieler der Tennisabteilung des VfL Trainingsspiele zur Veranschaulichung des "weißen Sports". Nach dem Fußballspiel auf dem Exer zeigt der Bund Deutscher Mädel Volkstänze auf dem grünen Rasen im Bürgerpark.
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Samstag 27. Sept. 1941
Sportlicher Hochbetrieb herrschte heute morgen auf dem Exer
Am letzten Schultag vor den Herbstferien hatten sich dort unter Leitung der Lehrer die Schüler der Horst-Wessel-Schule und der Ahrensburger Schule zu den Herbstwettkämpfen eingefunden. Die Kämpfe bestanden aus Drei-, Vier- und Fünfkämpfen. Es wurden zum Teil sehr beachtliche Leistungen erzielt.
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Samstag 27. Sept. 1941
Fußball
Das im Rahmen der vielseitigen Veranstaltungen durchgeführte Fußballspiel beginnt am Sonntag um 15.30 Uhr. Der Gegner für die beste Oldesloer Jugendmannschaft ist die A-Mannschaft Phönix Lübeck. Da der Ertrag dem Winterhilfswerk anläßlich der ersten Straßensammlung zufließt, ist der Exer gesperrt. Eintritt für Erwachsene 30 Pfennig, Jugendliche 10 Pfennig. In der Pause des Spiels zeigt der BDM Volkstänze auf dem grünen Rasen. Jeder Spieler hat sich um 13.30 Uhr in der Horst-Wessel-Schule einzufinden.
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Sonntag, 28. Sept. 1941
Die Straße gehörte dem Sport
In Oldesloe: Kastenspringen, Barrenturnen, Fußball, Volkstänze. Wie überall im Reich, so waren auch in ganz Stormarn die Sportler und Turner aus dem NS-Reichsbund für Leibesübungen, aus den Betriebssportgemeinschaften der NSG "Kraft durch Freude" und aus der Hitlerjugend angetreten zur ersten Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilfswerk 1941/42 und um gleichzeitig Proben abzulegen von ihrem Können auf dem Gebiete der Leibesübungen.
Wie in den Großstädten, so gehörte auch in Bad Oldesloe die Straße dem Sport. Pünktlich um 14 Uhr marschierten unter Vorantritt eines Fanfarenzuges der Hitlerjugend und der Fahne des NSRL Sportler, eine Volkstanzgruppe der Hitlerjugend und des Bundes deutscher Mädel durch die Brunnen- und Besttorstraße zur Hude. Hier wies der Sportkreisführer, Studienrat Christian Ohrt, kurz auf die Bedeutung dieser ersten Straßensammlung hin und appellierte an die Oldesloer Jugend, zu den Turnabenden des VfL (jeden Dienstag) zu kommen, damit das Wort "Oldesloe, die Stadt der Leibesübungen" neuen Klang bekomme. Im Anschluß daran zeigte eine Knaben- und Mädchenabteilung des VfL ihr Können im Kastenspringen, während der Oldesloer Männerchor zusammen mit der Ahrensburger Liedertafel, wie auch später auf dem Marktplatz, einige Lieder zum Besten gaben. Dann ging es zum Pferdemarkt, wo die Jugend am Barren turnte, und schließlich zum Marktplatz, wo drei Barrenturner die vielen jetzt turnunlustigen Oldesloer Jugendlichen beschämten.

Das Hauptprogramm dieses Tages wurde auf dem Exer abgewickelt. Da sah man zunächst ein Fußballspiel: VfL Jugend gegen Phönix Lübeck Jugend. Im übrigen spielte dort noch das Wehrmeldeamt gegen eine Mannschaft des VfL Faustball, die Schützen veranstalteten ein Werbeschießen auf den Schießständen und eine Volkstanzgruppe unterhielt die Zuschauer in der Pause des Fußballspiels bestens. Daß bei allem auch die Sammelbüchsen fleißig geschwungen wurden, ist selbstverständlich. Neben der Straßensammlung wurde auch wieder eine Haussammlung durchgeführt, so daß auch dieser Opfersonntag wieder ein recht schönes Ergebnis zugunsten des Kriegswinterhilfswerks aufzuweisen hatte. Gesagt werden soll schließlich aber auch noch, daß im Kurpark Tennismuster- und -werbespiele durchgeführt wurden. Wir sind gewiß, daß die Spendensumme des Vorjahres in Bad Oldesloe bestimmt erreicht, wahrscheinlich aber noch übertroffen worden ist.
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Sonntag, 28. Sept. 1941
VfL Oldesloe Jugend A gegen LBV Phönix 6:7 (4:2)
Die erste Halbzeit ging mit 4:2 für VfL, der bis dahin überlegen gespielt hatte, zu Ende. Dann aber wurde Phönix im Zusammenspiel besser, glich aus und ging mit 6:4 in Führung. Das Spiel endete schließlich 7:6 für Phönix.
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VfL Oldesloe Jugend A (Ankündigung): Lübcke - Lange, Thielenhaus - Grell, Hass, Schweim - Petersen, Gerke, Gerken, Pump, Harms