Spielserie 1943 - 44
Teil 1+2

 

 

Donnerstag, 23. Sept. 1943
Oldesloer Sportler sammeln
Zugunsten des Winterhilfswerks führen die Jugendabteilungen des VfL auf dem Exer Fußballspiele durch, wozu auswärtige Gegner verpflichtet werden sollen. Die Schützenvereinigung von 1936 veranstaltet auf den städtischen Schießständen am Sonntag, dem 26. Sept., von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr ein Kleinkaliberschießen für jedermann. Die Ortssammelleitung erwartet, daß der glänzende Erfolg des Vorjahres übertroffen wird. Sobald im Laufe dieser Woche die Meldungen aus dem Banngebiet für die Fußballrundenspiele abgegeben sind, beginnen die Spiele nach einem festgelegten Plan.

Sonntag, 26. Sept. 1943
Deutschlands Sport im Dienst des Winterhilfswerks
Der deutsche Sport, unterstützt vom NS-Volkskulturwerk, hat am Samstag und Sonntag die erste Reichsstraßensammlung des Winterhilfswerks 1943/44 zur Durchführung gebracht. Seit Wochen waren die deutschen Sportgemeinden dabei, den an sie ergangenen Auftrag vorzubereiten. Nicht nur die Besten unter den Leichtathleten, Boxern, Ringern, Schwimmern, Fußball- und Handballspielern stellten sich in den Dienst der Sache, sondern alle Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder der großen deutschen Sportgemeinde. Nicht anders konnte es ermöglicht werden, dieser ersten Sammlung traditionsgemäß durch die Leibesübungen das Gepräge zu geben und mit dem Sammelwerk eine große deutsche Sportschau zu verbinden. In allen Orten wurden der Bevölkerung durch sportliche Veranstaltungen, Chöre, Orchester und Kapellen schöne Stunden bereitet und damit der schönste Wettbewerb beendet, beherrscht von dem Gedanken, im Dienst für das Kriegswinterhilfswerk eine Jahresbestleistung der Gemeinschaftsarbeit aufzustellen.

Samstag, 23. Okt. 1943
Für die Fußballrundenspiele der Herbstserie sind folgende Mannschaften aus dem Kreise Stormarn gemeldet:

  • VfL Oldesloe (2 Mannschaften)
  • Sportvereinigung Ahrensburg (3)
  • MTV Bargteheide (3)
  • Sportverein Trittau (1)
  • Reinbek (2)

STZ

Montag, 1. Nov. 1943
Wichtig für Gastspieler
Die von der NSRL-Reichsführung vor einiger Zeit herausgegebene Bestimmung, daß ein Gastspieler mindestens sieben Tage Urlaub haben muß, um zwischendurch einmal wieder für seinen Stammverein spielen zu dürfen, gilt in erster Linie der Sauberhaltung des gesamten Spielbetriebes. Eine Abweichung von dieser Bestimmung gibt es nicht. Als Ausnahme wird vom Reichsfachamt Fußball lediglich der Fall betrachtet, wenn ein in der kriegswichtigen Industrie beschäftigter Zivilspieler aus kriegsbedingten Gründen seinen Urlaub aufteilen muß in mehrere dreitägige Heimatfahrten. Nur in diesem einen Fall genügen für den Gastspieler somit drei Tage Heimaturlaub, um bei seinem Stammverein mitmachen zu können, falls der Gaufachwart nach Prüfung des Falles seine Zustimmung erteilt hat. Gastspieler, die der Wehrmacht angehören, benötigen nach wie vor sieben Tage Urlaub, um für ihren Heimatverein antreten zu können.
STZ

Montag, 1. Nov. 1943
30 Jahre Reichssportabzeichen
Nach einer Veröffentlichung des NS-Reichsbundes für Leibesübungen finden die Prüfungen für das Reichssportabzeichen auch jetzt inmitten des Krieges weiterhin eine starke Anteilnahme, so daß die jährliche Verleihung des Leistungsabzeichens die Zahl von 80000 übersteigt. Um die Bedeutung dieser Ziffer richtig zu würdigen, muß diese in einem Vergleich zu den letzten Vorkriegsjahren gesehen werden. In den Jahren 1937 und 1938, als die Erfolge der nationalsozialistischen Sportführung schon stark in einer allgemeinen Hebung der Leistungsgrundlage in Erscheinung traten, betrug die Gesamtzahl der Leistungsprüfungen für das Reichsportabzeichen, das an Männer und Frauen in drei Gruppen in Bronze, Silber und Gold verliehen wird, 101726 bzw. 108391. Wenn das bekanntgegebene Kriegsergebnis mit über 80000 Verleihungen jährlich fast an diese Höchstzahlen herankommt, dann ist das zu einem nicht geringen Teil auch mit der tatkräftigen Sportförderung durch die Wehrmacht zu verdanken. Unsere Soldaten finden selbst in den besetzten Gebieten die Gelegenheit, die Prüfungen für das Reichssportabzeichen zu erfüllen. Aber auch in den Heimatgauen hat sich immer mehr eine Verlagerung der Arbeit in den Sportgemeinschaften vollzogen, indem in vermehrter Weise die Vorbereitungen zur Erwerbung des Reichssportabzeichens gefördert wurden.

Das im Jahre 1913 geschaffene Leistungsabzeichen mit den Grundprüfungen auf verschiedenen Gebieten in Verbindung mit einer Dauerleistung, das zuerst "Deutsches Turn- und Sportabzeichen" hieß, hat als Reichssportabzeichen durch den NSRL später die Bedeutung gewonnen, die ihm zukommt. Der Anfang 1913 mit 231 und 1914 mit 1032 Verleihungen war recht bescheiden. Die aufstrebende Entwicklung wurde dann durch den ersten Weltkrieg unterbunden. Erfreulicherweise haben sich in den letzten Kriegsjahren nunmehr die Prüfungen für das Reichssportabzeichen auf einer bemerkenswert hohen Stufe halten lassen, so daß sich nach drei Jahrzehnten ein sehr günstiges Bild ergibt. In der Zukunftsarbeit der kommenden Friedensjahre wird sich die Bedeutung des Reichssportabzeichens bestimmt schnell weiter steigern, und Jahrgang um Jahrgang der jungen Sportgeneration wird dahin streben, diese Ehrenzeichen der deutschen Leibesübungen zu erwerben.
STZ

Samstag, 6. Nov. 1943
Selbsthilfe des Sports
Der mit der Führung der Geschäfte des Reichssportführers beauftragte Arno Breitmeyer hatte die Fachamtsleiter, Sportbereichs- und Sportgauführer sowie seine engeren Mitarbeiter zu einer Tagung nach Weimar gerufen. Diese NSRL-Tagung befaßte sich in der Hauptsache mit den durch den Krieg erforderlich gewordenen Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Leibeserziehung und körperlichen Ertüchtigung notwendig sind. Dabei waren insbesondere folgende Fragen Gegenstand des Erfahrungsaustausches: Durchführung und Aufbau des gerätelosen Sportbetriebes; Einleitung einer Selbsthilfeaktion des deutschen Sports zur Verteilung von Sportgeräten an die vom Bombenterror besonders betroffenen Gebietsteile; Herstellung von Ersatz-Sportgeräten und deren Selbstanfertigung. Des weiteren wurde der Einsatz des Sports für die Wehrmachtsbetreuung und der Sportbetrieb der evakuierten Frauen und Kinder mittels großzügiger Hilfsmaßnahmen im einzelnen festgelegt.

Ein breiter Raum war auch der Mitwirkung des NSRL bei der Durchführung des Leistungssports und der Leibesertüchtigung der deutschen Jugend gewidmet, wozu auch Reichsjugendführer Armann das Wort ergriff und in grundlegenden Ausführungen seine Stellungnahme darlegte. Er sprach bei dieser Gelegenheit seinen Dank dafür aus, daß der NS-Reichsbund für Leibesübungen seine idealistischen Mitarbeiter der Hitlerjugend zur Verfügung gestellt habe und erklärte, die Zusammenarbeit zwischen HJ und NSRL habe sich bestens bewährt; sie werde daher im Frieden ihre Fortsetzung finden.

Sonntag, 7. Nov. 1943
Vom VfL Oldesloe
Auf dem Exer trat der LSV Gut Heil mit den C- und B-Mannschaften gegen den VfL Oldesloe zu einem Freundschaftsspiel an. Die Oldesloer C-Mannschaft war der gegnerischen eindeutig überlegen. Das Spiel endete mit einem 10:0-Sieg für Oldesloe. Auch die B-Mannschaft war erfolgreich. Nach gutem Zusammenspiel fiel das Führungstor für Oldesloe durch den Rechtsaußen Boldt. Nach einem Handelfmeter, den Schmidt unhaltbar einschoß, und durch zwei Tore von Lippold wurde das Ergebnis auf 4:0 verbessert. Die Oldesloer drängten nach der Halbzeit sehr stark, aber auch die Lübecker brachen einige Male durch, dem aber der Erfolg versagt blieb, da sich die Oldesloer Verteidigung als abwehrstark zeigte. So endete das Spiel mit 4:0 für Oldesloe.
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Freitag, 26. Nov. 1943
Zwei NSRL-Lehrer für Schleswig-Holstein
Sämtliche Kreissportwarte und Kreisfachwarte Turnen des Sportgaues Schleswig-Holstein trafen sich in Neumünster zu einer gemeinsamen Arbeitstagung. Über die Winterarbeit wurden umfangreiche Pläne aufgestellt. Die Lehrarbeit versehen vom 1. Jan. 1944 bis zum 30. März zwei Reichsbundfachkräfte, und zwar Franz Schlesinger und Fräulein Brandt. Die Übungsleiterausbildung für Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder wird planmäßig fortgeführt und für den Übungsbetrieb wurden neue Anregungen gegeben. Das Gaugebiet wird zur Leistungsschulung in vier Arbeitskreise eingeteilt. Der Sonderauftrag kommt auch in diesem Winter in vollem Maße, teilweise sogar in verstärktem Umfang zur Durchführung. Die Vorführungsgruppe des Gaues wird in alle größeren Ortschaften der Provinz reisen, um vor allen Dingen die ländliche Bevölkerung zu erfreuen.

Donnerstag, 2. Dez. 1943
Risse 50 Jahre alt
Walter Risse, der erfolgreiche Verteidiger des Hamburger SV, beging seinen 50. Geburtstag. Zehn Jahre gehörte der aus Düsseldorf stammende Risse der Meisterelf des Hamburger SV an. Noch am letzten Sonntag half er mit bemerkenswerter Frische beim Eimsbütteler TV aus. Neben den Eimsbüttelern betreute er auch die Sportgemeinschaft der Lübecker Ordnungspolizei. Vierundzwanzigmal spielte er als Stürmer in der westdeutschen Elf, einmal gegen Holland (0:0) in der Ländermannschaft. Auch für Norddeutschland und Hamburgs Städteelf wirkte er vielfach erfolgreich mit.
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