Die Spielzeit 1949/50 Teil 3

 
Donnerstag, 5. Jan. 1950
Kommt der Berufs-Fußballschiedsrichter?
Der englische Captain Crane, welcher im norddeutschen Raum bereits mehrfach die Bewährungsprobe als Schiedsrichter und Sportsmann bestand, macht in der Hamburger Zeitung "Der Sport" kritische Anmerkungen zu unserem Schiedsrichterproblem.

Captain Crane führt dabei den Nachweis, daß es für einen Schiedsrichter nicht angenehm ist, bei Wind und Wetter allsonntäglich die Spiele zu pfeifen, bei 15 Mark Spesen (auswärts). Die Vereine halten sich dabei an die landesüblichen Sätze. Diese sollte man den Regeln anderer Länder anpassen. Englische Ligaschiedsrichter haben einen Satz von etwa 50 Mark zuzüglich Fahrgeld und Taschengeld für Quartier und Essen. Captain Crane schlägt vor, nachdem hier in Deutschland der berufsmäßige Fußball eingeführt ist, auch dem Schiedsrichter eine entsprechende Löhnung zu geben. Wenn schon von Spielern und Schiedsrichtern das Beste verlangt wird, dann sollte es höchste Zeit sein, daß man für den Pfeifenmann das Beste tut und die veralteten Bestimmungen ändert. So wie heute, sind sie eine Schande für den deutschen Fußballsport!

Die Meinung des englischen Schiedsrichters Crane ist auf alle Fälle der Beachtung wert. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Qualität der Schiedsrichter nicht immer ausreicht, um schwere Treffen über die Distanz zu bringen. Man hat schon oft daran erinnert, daß in früheren Jahren eine gebildete Schicht von Menschen sich für diese sportliche Aufgabe zur Verfügung stellte. Da spielten die Spesen keine Rolle. Aber die Publikumsausschreitungen vertrieben doch schließlich die besten Fußballidealisten.

Ist mit Geld, mit mehr Spesen, der Charakter der Schiedsrichter nun zu bessern? Wir fragten den Schiedsrichterobmann im Deutschen Fußball-Bund, Curt Müller, um seine Meinung zu diesem Problem: "Mit mehr Spesen würde sicherlich der Drang zur ersten Klasse der Schiedsrichter stärker. Aber wenn ein Mann nichts kann, dann wird die Schiedsrichterleistung auch mit mehr Geld nicht besser. Wir wollen daran festhalten, daß der Schiedsrichter nicht um des Geldes, sondern um des Sports willen die Spiele leitet. Ohnehin ist schon bei Vereinen und den Fanatikern die Meinung vorherrschend: Für so einen Schiedsrichter geben wir auch noch Geld aus! Die kritische Einstellung der Zuschauer würde sicherlich noch stärker, wenn nennenswerte Geldbeträge für einen Berufsschiedsrichter ausgeworfen werden. Außerdem sind die Spesen, die augenblicklich für Schiedsrichter in der ersten Klasse gezahlt werden, so reichlich bemessen, daß die in Hamburg getroffene Feststellung von Captain Crane nicht verallgemeinert werden kann."
OL

Donnerstag, 5. Jan. 1950
Ein "Elfer" fiel nach Bad Oldesloe!
Beim letzten Fußball-Toto tippte eine Oldesloerin, die viele Kinder hat, elf Spiele richtig. Sie kann die hübsche Summe von 1148 DM einstreichen.
OL

Montag, 9. Jan. 1950
Oberliga Nord für 50 Mark Grundgehalt
Die Vertreter der norddeutschen Oberliga-Vereine tagten in Hannover hinter verschlossenen Türen. Sie beschäftigten sich, wie von beteiligter Seite zu erfahren war, vor allem mit finanziellen Fragen und der weiteren Abwicklung der Meisterschaftsspiele.

Um der drohenden Terminnot Herr zu werden, sind die Vereine bereit, wenn nötig, je drei Mittwoch-Spiele auszutragen. Man war sich weiterhin darüber klar, daß auch bei schlechter Witterung gespielt werden soll. Wenn aber trotzdem ein Platz unbespielbar ist, so wollen die 16 Vereine die entstandenen Reisekosten der beiden beteiligten Mannschaften gemeinsam tragen.

In der Frage der Gehälter der Vertragsspieler wurde die Ansicht vertreten, daß das Grundgehalt vor allem für die schwächeren Spieler zu hoch liege. Man will daher anregen, von der nächsten Saison ab die untere Gehaltsgrenze auf 50 Mark festzusetzen.

Seitens der Vereine sieht man das Verhältnis zu den norddeutschen Toto-Gesellschaften, vor allem zu Bremen und Hamburg, noch nicht als geklärt an, wobei zu betonen ist, daß der Niedersachsen-Toto an sämtliche Vereine des "Oberhauses" bereits je 10.000 Mark zur Ausschüttung gebracht hat.
SPM

Montag, 9. Jan. 1950
Auf jeden Fall: "Meckern!"

Ja, liebe Sportfreunde, nur nicht nachdenken! Immer zuerst meckern und dann die Sachlage beschauen. So wird es gemacht auf den Sportplätzen, in den Vereinslokalen und bei den Spielausschußsitzungen. Wenn sämtliche Vereinsfunktionäre vom "Oberhaupt" bis zum Kassierer und alle Fußballfanatiker am Biertisch sich einen Stunde lang ordentlich ausgemeckert haben, dann erst mag sich endgültig einer zu dem genialen Einfall durchringen, das Gehirn einzuschalten.

So gab es gestern im Bezirk Lübeck ein interessantes "Meckerthema". Der Bezirksspielausschuß hatte am Samstag sämtliche Spiele der Bezirksliga in Anbetracht der unbeständigen Witterung abgesetzt. Diese Maßnahme fiel den Herren des Grünen Tisches, denen die Sorgen der Termingestaltung langsam graue Haare wachsen lassen, bestimmt nicht leicht. Nicht um die Spieler zu ärgern, nicht um die Zuschauer um die Sonntagsnachmittagsunterhaltung zu betrügen, sondern einzig und allein nur, weil eben den Vereinen unnütze Reisen und damit unnütze Geldausgaben erspart bleiben sollten.

Man hatte in den letzten Wochen mit dem Wettergott schlechte Erfahrungen gemacht. Wer konnte da wissen, daß es diesmal anders werden würde, daß Petrus den Bindfadenregen vom Samstag innerhalb weniger Stunden in der Nacht zum Sonntag urplötzlich in mildes Frühlingswetter umwandeln würde, das die Liebespärchen zu Spaziergängen und jeden Fußballer zum Spielen geradezu herausforderte?

Wie gesagt, das konnte der Spielausschuß nicht wissen. es sei denn, daß er sich für die Zukunft entschließt, stets einen Meteorologen zur Beratung hinzuzuziehen. So gibt es denn durchweg trockene Plätze und trotzdem keine Spiele. Aber leicht hätte es auch anders kommen können. Und wenn dann die Mannschaften angereist wären, dann - na dann "Prost", lieber Bezirksspielausschuß, dann hätte es auf dein Haupt mit "Nonstop-Meckereien" nur so gehagelt.
SPM

Mittwoch, 11. Jan. 1950
Sportärztliche Beratungsstellen
Die Einrichtung von sportärztlichen Beratungsstellen empfiehlt das Innenministerium in einem Runderlaß allen Behörden des Landes. In dem Erlaß wird darauf hingewiesen, daß Untersuchungen aller sporttreibenden Jugendlichen erwünscht seien. Aufgabe der Beratungsstellen soll es sein, die Sportler vor körperlichen Schäden durch unsachgemäßen Sport zu bewahren.
OL

Donnerstag, 12. Jan. 1950
Spielen wir zu hart?
Der Fußballsport als Mannschaftskampf sollte redlich und ritterlich bleiben. Verliert er dieses Merkmal des sportlichen Wettkampfes, verliert er auch sein Gesicht. Fußballplätze, die nicht mehr Arenen der Kameradschaft und Fairneß sind, würden als Rübenfelder nützlicher sein. Also heran mit der Pflugschar? Auch ernste Kritik an üblen Auswüchsen soll zwar nicht mit tierischem Ernst geübt werden, aber schweigen kann man wirklich nicht mehr. Die Krise im Fußballsport ist zu offensichtlich. Selbst das Spitzenereignis des Jahres, das Endspiel in Stuttgart (Anm.: am 10. Juli 1949 VfR Mannheim - Borussia Dortmund 3:2 n.V.), in seiner Bedeutung zeitlich zusammenfallend mit der Neugründung des Deutschen Fußball-Bundes, war sportlich eine Pleite. Anstatt der erwarteten Spitzenleistung gab es vor den Augen prominenter Sachverständiger eine blamable Holzerei: Rund 40 bis 50 Spielunterbrechungen allein wegen bedenklicher Fouls waren nicht Ausdruck männlicher Härte, sondern glatte Regelverstöße aus verkrampfter Haltung und Gesinnung. Das war also das Vorbild für den SV Concordia Kleinkleckersdorf oder den 1. FC Hinterwald!

Ein Sprung von Stuttgart zum Niederrhein nach Kleve: Hier erhielten kürzlich fanatische Zuschauer Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis eindreiviertel Jahren wegen Schiedsrichtermißhandlung und schwerer Körperverletzung! Das sind nur zwei Beispiele aus einer Unzahl von Meldungen über unsportliches Verhalten von Spielern und Zuschauern, über zu hartes "Einsteigen", über schlimme Verletzungen, häßliche Radauszenen und böswillige Beleidigungen. Diese Auswüchse zeigen Mißstände und Gefahren auf, die nicht länger als unvermeidbar hingenommen werden können. Schon deshalb nicht, weil das Überhandnehmen solcher Berichte zu unrichtigen Schlußfolgerungen, summarischen Vereinfachungen und sachlich falscher Gesamtbeurteilung führt. Hunderttausende von ordentlichen Jungen und Männern spielen Fußball aus Freude am Spiel und am Kampf, zur Ertüchtigung ihres Körpers. Ein geringer Prozentsatz - die Vertragsspieler - zum Teil auch zum Geld- und Broterwerb. In Tausenden von Vereinen wird ein dem Laien unverständliches Pensum ehrenamtlicher Arbeit bewältigt; ohne Liebe zum Sport, ohne Opfer und höchsten Einsatz von Zeit und Arbeitskraft wäre das nicht möglich. Um so mehr gilt es, diesen Einsatz zu jener Wirkung zu bringen, die frei ist von den krassen Übelständen der letzten Zeit.

In den Jugendabteilungen muß bereits der Grundstein zur absoluten sportlichen Ritterlichkeit gelegt werden, die auch dann noch oberstes Gesetz bleibt, wenn es um Punkte, Auf- und Abstieg oder gar um Meisterehren geht. Im Training und im theoretischen Unterricht gehört an Anfang und Ende aller technischen und taktischen Ausbildung die Erziehung zu sportlichem Denken und Handeln.

Für alle Fußballer sind auch heute noch die englischen Corinthians gültiges Vorbild, die im Mutterland des Fußballs ihre vornehmste Aufgabe darin sehen, in jeder Beziehung einwandfreie Sportler zu sein! Für sie ist z.B. schon ein Trainer untragbar, der für den Notfall absichtliches Handspiel empfiehlt oder seine Schützlinge ermuntert, geschlossen und laut zu protestieren, wenn der Schiedsrichter unrichtig oder auch nur ungünstig gepfiffen hat. Unsere Trainer, Obleute und Vereinsführer haben in ihrer engeren Gemeinschaft die nicht einfache, aber schöne Aufgabe, deren zielbewußtere Erfüllung schon vieles ändern könnte.

Dazu gehört nicht zuletzt die Einwirkung auf das liebe eigene Publikum. Also: Frischweg vom Hausrecht Gebrauch machen, wenn der Schiedsrichter angepöbelt, die Spieler aufgeputscht werden. Wüste Schreier, brutale Schläger und andere meist wenig sachverständige Fanatiker haben dem Sport genug geschadet. Die Vereinsleitungen selbst werden bedacht sein müssen, daß ihre eigenen Reihen sauber bleiben!

Weiter liegt es an den Vereinen, nur spielerfahrene, regelsichere und wirkliche Persönlichkeiten als Schiedsrichter zu benennen, keine Nullen, keine Angeber und keine Spesenschinder! Die Arbeit des Schiedsrichters ist in Zeiten allgemein verwilderter Moral besonders schwer und verantwortlich. Da hilft nur energisches Durchgreifen! Verwarnungen und Platzverweise sind immer richtiger, als die Augen zuzudrücken. Zögernde, halbe oder Konzessionsentscheidungen führen todsicher zu unnötigem Wirbel. Rücksicht auf "Kanonen" und große Namen ist nicht angebracht. Denn wer als "Unparteiischer" schnell und zielbewußt "entscheidet" (auch wenn es mal falsch sein sollte), setzt sich auf die Dauer auch durch. Möge der Schiedsrichter ein Requisit der Witzblätter werden, der nur unter den Tränen und Segenswünschen seiner Familie die gefährliche Reise zum Schlachtfeld antritt.
OL

Samstag, 21. Jan. 1950
Eine Arbeitstagung der Vertreter aller Fußball-Landesverbände beschließt in Stuttgart die rechtsverbindliche Gründung des Deutschen Fußball-Bundes.
DFB Geschichte

Dienstag, 24. Jan. 1950
Toto-Gelder für Stormarner Vereine
Wie zahlreiche schleswig-holsteinische Blätter melden, hat die schleswig-holsteinische Toto-Gesellschaft erhebliche Summen für die sportliche Breitenarbeit ausgeworfen. Nach einer allgemein verbreiteten Aufstellung erhielt der Kreis Stormarn für Platzbauten und Umbauten von Umkleideräumen usw. 11.300 DM und für Beihilfen, Sportkleidung und Geräte 270 DM.
OL

Mittwoch, 25. Jan. 1950
Wohin steuert der Sport?
Die Frage ist offen, ob der deutsche Sport mit der Einführung des Vertragsspielers im Fußball einen glücklichen Weg beschritten hat. Zum wenigsten hat er damit die Basis verlassen, auf der er seine Vorkriegserfolge erringen konnte: Die Grundlage eines streng eingehaltenen Amateurstandpunktes. Es fängt mit dem Vertragsspieler an und mit dem Vollprofi hört es auf. Und da schlechte Beispiele gute Sitten verderben, wird es nicht lange auf sich warten lassen, daß andere Sportarten folgen, womit eine Lawine ins Rollen gebracht wäre, die aufzufangen kaum möglich sein dürfte.

Sportgrößen sind die beliebtesten Vorbilder der sportbegeisterten Jugend. Solange sie es nur in sportlicher Hinsicht sind, ist das in Ordnung und nichts dagegen einzuwenden. Bedenklicher wird die Sache, wenn mit ihrem Übergang ins Profilager Sport und Geschäft eine Verquickung erfahren.

Gegen einen gesunden Professionalismus gibt es an sich keine Einwände. Ihn hat es in gewissen Sportarten gegeben und wird es immer geben, solange eine strenge Sportaufsicht über den Sport wacht und alles vermeidet, was den peinlichen Eindruck artistischer Schaustellungen erwecken könnte, wie z.B. Berufsringkämpfe.

Um so bedenklicher stimmen gewisse Anzeichen, die sich heute anläßlich von Boxkämpfen und Radrennen bemerkbar machen. Eine gewisse Sorte von "Sportmäzenen" hält es für angebracht, Sieger-, Runden- und Gewinnprämien auszusetzen, vom Kinderwagen bis zum fertigen Maßanzug, die nach ihrem materiellen Wert wilde Jagden entfesseln.

Jesse Owens, Leichtathlet der Berliner Olympiade und Sportheros seines Landes, lief gegen Rennpferde, als sich kein gleichwertiger Gegner mehr fand und Ladoumege, der französische Mittelstreckler, lief im Zirkus gegen eine Laufmaschine, das heißt gegen eine sich drehende, mit einer Uhr gekoppelten Laufrolle. Das sind - zugegeben überspitzte - Auswüchse sportlicher Gewinnsucht, die nichtsdestoweniger eindeutig die Entwicklung charakterisieren, die eine unkontrollierbare Vermengung von Sport und Geschäft in ihrer extremen Form nehmen kann. Die Gefahr liegt nahe, daß gerade derartige Schaustellungen zu Hauptanziehungspunkten werden und einen unheilvollen Einfluß auf die sportlich interessierte Jugend ausüben.

Diese Gefahr ist um so größer, je weniger gesichert die soziale Lage eines Landes ist. Die wie eine Springflut anschwellende Zunahme der Sportwetten liegt auf derselben Ebene. Mit Sport hat der Fußball-Toto als hundertprozentiges Glücksspiel nur den Namen gemein, wenn auch in diesem Zusammenhang nicht verkannt werden soll, daß wenigstens ein - verschwindend geringer - Bruchteil der Millioneneinnahmen dem Sport zugute kommt.

Gesteigerte Spielleidenschaft und Sensationsgier sind die Zeichen unserer Zeit, die ihre Parallele in den Jahren nach Beendigung des ersten Weltkrieges findet. Während heute ein normales Leichtathletiksportfest, wenn es sich nicht gerade um eine international beschickte Meisterschaft handelt, bestenfalls 2000 bis 3000 Menschen auf die Beine bringt, gehen die Besucherzahlen in die Zigtausende, sobald der Sensationslust der Menge genügend Rechnung getragen wird. Ein Boxkampf - selbst wenn er technisch auf der Höhe ist - wird als "kalter Kaffee" abgetan, wenn es nicht zu dem dramatischen Höhepunkt des K.o. kommt. Das Gebrüll der Masse ist nie frenetischer als bei einem Massensturz auf der Rennbahn. Es ist bedenklich, wenn auch der Skisport durch den Bau einer ganzen Serie von Mammutschanzen der Sensationslust Rechnung trägt und damit die körperliche Leistungsfähigkeit der Springer über Gebühr zu beanspruchen droht.

Das Schlagwort "Freiheit des Sports" und die Heranziehung amerikanischer und englischer und nordischer Verhältnisse werden der deutschen Situation nicht gerecht. Alle diese Länder sind sozial derart stabil, daß sie immer ein genügendes Reservoir von Sportlern haben werden, die den Sport des Sports wegen betreiben. Der grundlegende Gedanke jeder sportlichen Betätigung: Sport gleich Spiel ist in England traditionell zu fest verankert, als daß Entgleisungen zu befürchten wären und der Lebensstandard der nordischen Völker ist derart hoch, daß Auswüchse der oben geschilderten Art zu den Unmöglichkeiten gehören. Hinzu kommt, daß keine Jugend der Welt unter den Einwirkungen des Krieges und der Nachkriegszeit körperlich solchen Gefahren ausgesetzt war wie die deutsche. Sportliche Breitenarbeit ist das erstrebenswerte Ziel, dessen Erreichung allein in der Lage ist, diese Gefährdungen auf die Dauer auszugleichen.
OL

Samstag, 28. Jan. 1950
Falsches Gerücht
In der Stadt läuft ein Gerücht herum, nach dem eine Einwohnerin im Fußball-Toto 38.554 DM auf elf Treffer gewonnen haben soll. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist dieses nicht der Fall. In Bad Oldesloe sind lediglich drei Zehner und mehrere Neuner getippt worden.
OL

Samstag, 28. Jan. 1950
Der Kreissportverband hält morgen seine Jahreshauptversammlung in Bad Oldesloe bei "Hormann" ab. Die Tagung beginnt um 9 Uhr. der Kreisspielausschuß hat für den Sonntag im Kreise Stormarn Spielverbot für alle Seniorenmannschaften erlassen, um allen Funktionären Gelegenheit zu geben, an der Tagung teilzunehmen.
OL

Samstag, 28. Jan. 1950
Neue Zusatzwette beim Fußball-Toto
Ab 5. Feb. führt die Schleswig-Holsteinische Toto-Gesellschaft außer dem normalen Wettsystem eine andere Wettart ein. Und zwar soll man um zu gewinnen, aus 30 Spielpaarungen drei "Unentschieden" tippen. Gibt es bei den 30 angesetzten Spielpaarungen kein Unentschieden, so erfolgt unter den Teilnehmern eine Verlosung von Gewinnen in Höhe von je 100 DM.
OL

Sonntag, 29. Jan. 1950
Kreisverbandstag in Bad Oldesloe
Fast 80 Vertreter der Kreissportvereine versammelten sich bei "Hormann", um für das neue Spieljahr neue Richtlinien herauszugeben. Die Tagung zog sich von morgens 9.30 Uhr bis 17 Uhr nachmittags hin. Als Gäste waren der 1. Vorsitzende des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Johannes Stoll (Lübeck), und der Kreisjugendwart und Kreissportreferent Heinz Peters erschienen.
Die Berichte der Spartenleiter nahmen längere Zeit in Anspruch, dafür wurden sie aber von der Versammlung recht befriedigend aufgenommen. Das Hauptreferat von Sportfreund Stoll wurde mit großem Interesse verfolgt, da es sich um die Erhaltung der Kreissportverbände und deren Zweckmäßigkeit handelte. Die kleineren Landvereine bedürfen unbedingt noch Hilfe und dafür sind die Kreissportverbände und nicht zuletzt auch der Landessportverband da. Alle Mängel in den kleinen Vereinen müssen noch behoben werden, doch ist es Aufgabe der Vereine, diese Mängel an den Landessportverband heranzutragen. Ganz besonders wies Sportfreund Stoll auch auf die Grenzvereine und deren Zuständigkeit zu den Kreisverbänden hin. Spielerisch können diese Vereine von Nachbarverbänden betreut werden, aber verwaltungsmäßig werden sie von den Verbänden betreut, in denen sie ihren Wohnsitz haben. Für diese Vereine ist es wichtig zu wissen, daß auch nur eine Betreuung des Landessportverbandes möglich ist, wenn sie ihre Kopfsteuer an den LSV abführen. Diese Regelung ist nun mit Hamburg getroffen worden und wird nun durchgeführt.

Der Vorstand des Kreissportverbandes setzt sich nach der Neuwahl wie folgt zusammen:
  • 1. Vorsitzender Jost (Reinfeld)
  • 2. Vorsitzender Kerk (Todendorf)
  • Schriftwart Stupke (Pölitz)
  • Kassenwart Reinhard (Bad Oldesloe)
  • Jugendwart Berg (Bad Oldesloe)
  • Frauenwartin Frau Meins (Bargteheide)
  • Technischer Leiter Gesche (Reinfeld)

OL

Montag, 30. Jan. 1950
Sofortmaßnahmen des DFB: Vertragsspieler mit 50 DM!
Der Amateur- und Profiausschuß des DFB unterbreitete auf der Stuttgarter Tagung (am 21. Jan. 1950) dem DFB verschiedene Vorschläge: 1. Amateurstatut: Die Aufwendungen der Amateure können am Ort bis zu 8 DM, bei auswärtigen Spielen bis zu 14 DM betragen. 2. Vertragsspielerstatut: Die Entschädigung hat sich im Rahmen der nachstehenden Mindest- und Höchstsätze zu halten: a) feste monatliche Vergütung auf mindestens 50 DM, b) Aktivitätszulage von 10 DM für die Teilnahme an jedem Spiel, c) Leistungsprämien bis zum Höchstsatz von 120 DM je nach Leistung des Spielers. Die Gesamtentschädigungen eines Spielers dürfen den Betrag von 320 DM monatlich (brutto) nicht überschreiten. Die bestehenden Verträge werden durch diese Neuregelung nicht geändert. Die neue Regelung macht es aber den Vereinen möglich, auf dem Wege einer gütlichen Vereinbarung mit den Spielern bereits abgeschlossene Verträge auf der Basis eines Mindestgehaltes von 160 DM entsprechend der Neufestsetzung zu ändern.
SPM

Samstag, 11. Feb. 1950
Vom Fußball-Toto
Beim letzten Fußball-Toto hatten in unserer Stadt drei Zehner und etwa 20 Neuner richtig getippt. Auf die Zehner gab es je 116,35 DM, während auf die Neuner 8,85 DM ausgezahlt wurden. In der Nebenwette tippten drei Oldesloer dreimal richtig unentschieden. Ein jeder dieser Gewinner konnte die Quote von 71,90 DM einstreichen.
OL


Dienstag, 31. Jan. 1950
Peter feiert seinen ersten Geburtstag!!

Samstag, 11. Feb. 1950
Fußball-Jugendleiter tagten in Malente.

Die Kreis- und Bezirksjugendleiter des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes trafen sich im Sportheim Malente zu einer Arbeitstagung, auf der der Jugendwart des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Karl Zimmermann (Karlsruhe), ein ausführliches Referat über Sinn und Aufgaben der Jugendarbeit in den Sportvereinen hielt. Dr. Zimmermann teilte u.a. mit, daß der Jugendausschuß des DFB beabsichtige, sein früheres Organ, "Die deutsche Sportjugend" demnächst wieder einmal monatlich herauszugeben, um den Jugendleitern in dieser Zeitschrift Material und Unterlagen für ihre Vereins- und Verbandsarbeit zu geben.
SPM

Dienstag, 14. Feb. 1950
Strandbad bei Poggensee?
Die Besiedlung des Geländes um den Poggenseer See ist in greifbare Nähe gerückt. Man beabsichtigt, mit dem Bau der Häuser im April zu beginnen. Der Bebauungsplan sieht die Herstellung von insgesamt 45 Kleinsthöfen vor, deren Größe durchschnittlich sechs Morgen beträgt. Im Zuge dieser Besiedlung will man zugleich den Ausbau einer Freibadeanstalt und eines Badestrandes am See vornehmen. Außerdem soll eine moderne Strandgastwirt-schaft erbaut werden.
OL

Samstag, 25. Feb. 1950
In einer Sitzung, die der Technische Ausschuß des Kreissportverbandes Stormarn in Bad Oldesloe im "Deutschen Haus" abhielt, wurde über die Gründung von Fachverbänden beraten. Die Vorschläge über die Besetzung der Fachverbandsvorstände, die vorlagen, wurden nicht angenommen, so daß kurzerhand einige Sportler vorgeschlagen wurden. Seitens des Kreisverbandstages bedürfen sie der Bestätigung. Folgende Fachverbände mit ihren kommissarischen Vorstandsmitgliedern sind gegründet worden:
  • Fußball:
    • 1. Vorsitzender Peter Metzmacher (Witzhave)
    • Schriftführer Walther Conrad (Reinfeld)
    • Schiedsrichterobmann Hans-Joachim Lüneburg (Bargteheide)
    • Jugendwart Stricker (Bargfeld)
  • Handball:
    • 1. Vorsitzender und Jugendwart Osterloh (Bargteheide)
    • Schriftführer Quednau (Bargteheide)
    • Schiedsrichterobmann Kluth (Bargfeld)
  • Leichtathletik:
    • 1. Vorsitzender Nowak (Bargfeld)
    • Jugendwart Schulz (Reinfeld)
    • Beisitzer Loft (Grabau)
  • Turnen (Sommerspiele):
    • 1. Vorsitzender Diedrichsen (Bad Oldesloe)
    • Jugendwart Matthees (Bargteheide)
    • Beisitzer Hamann (Bargteheide)
  • Frauengymnastik:
    • 1. Vorsitzende
    • Gleich (Reinfeld)
    • Beisitzerin Wolgast (Bad Oldesloe) und Steenrock (Bargteheide)
  • Tischtennis:
    • 1. Vorsitzender Mittelstaedt (Bad Oldesloe)
    • Jugendwart Lorenz (Trittau)
    • Beisitzer Merzke (Bad Oldesloe) und Hohmann (Bargteheide)
  • Schwimmen:
    • 1. Vorsitzender und Jugendwart Rottgardt (Bad Oldesloe),
    • Beisitzer Ohlsen (Reinfeld) und Behnke (Bargteheide)
  • Boxen:
    • 1. Vorsitzender Schnack (Bad Oldesloe
    • Beisitzer werden noch gewählt
  • Jugendausschuß:
    • Vorsitzender Berg (Bad Oldesloe)
    • dazu alle Fachjugendwarte.
  • Schiedsrichterausschuß:
    • Vorsitzender Rist (Reinfeld)
    • dazu alle Fachschiedsrichter.

    OL

    Sonntag, 12. März 1950
    TSB Lübeck gegen Dr. Diem.
    Auf dem ordentlichen Bundestag des Turn- und Sportbundes Lübeck nahmen die Delegierten einen Antrag des ATSV Moisling an, in dem der endgültigen Ausschluß von Professor Dr. Carl Diem aus dem deutschen Sportleben gefordert wird. 38:8 war das Stimmenverhältnis, neun Delegierte enthielten sich der Stimme. Außerdem sprach sich der Bundestag dafür aus, daß den Amateurvereinen eine vollkommene Steuerfreiheit gewährt werden müsse, daß die Vereine direkt Mitglied des Landessportverbandes werden müßten und daß nur der Landessportverband Kopfsteuer erheben dürfe.
    SPM

    Donnerstag, 23. März 1950
    Stormarnhalle eGmbH gegründet.
    Bau einer Ausstellungshalle für Oldesloe auf genossenschaftlicher Basis. Die im "Bahnhofsrestaurant" abgehaltene Gründungsversammlung der zum Bau einer Ausstellungshalle für Oldesloe bestimmten Genossenschaft war überaus stark besucht. Nachdem Ingenieur Carl Hoffmann als Mitglied des vorbereitenden Ausschusses die Gründe für den Bau einer Versammlungs- und Ausstellungshalle erläutert hatte, entspann sich eine rege Aussprache.

    Alwin Thies als Vorsitzender des Verkehrsvereins legte dar, warum gerade der Verkehrsverein die Initiative ergriffen habe, nachdem seitens namhafter Bürger bereits seit längerer Zeit ein solcher Bau gefordert wurde. Bürgermeister Hermann Christ wies darauf hin, daß die Oldesloer Wirtschaftskreise jetzt Gelegenheit hätten, in Gemeinschaftsarbeit etwas Großes und Zweckdienliches für die Kreisstadt zu schaffen; man müsse sich nun ernstlich entscheiden, ob man gewillt sei, Worte auch in die Tat umzusetzen oder nicht.

    Man entschied sich dann für die Gründung einer "Stormarnhalle egmbH". Rund 90 Prozent der Anwesenden erklärten sich zur Zeichnung von Anteilen bereit. Es ist nun Sache der nicht anwesenden Wirtschaftskreise, auch ihren fortschrittlichen Geist zu zeigen, indem sie ihre Mitarbeit durch Anteilzeichnung bekunden.

    Die anschließend einberufene erste Generalversammlung der Genossenschaft wählte den aus folgenden Herren bestehenden Aufsichtsrat: Hoffmann, Brembach, Petersen, Westphal, Reinhard, Wulf. Dieser Aufsichtsrat wählte in den Vorstand die Herren Wilhelm Nagel (1. Vorsitzender) und Alwin Thies (2. Vorsitzender). Der von der Versammlung festgesetzte Genossenschaftsanteil beträgt 300 DM. Es bleibt den Genossen unbenommen, mehrere Anteile zu zeichnen. In seinen Schlußausführungen forderte der 1. Vorsitzende Nagel die Genossen zur intensiven Mitarbeit auf, damit die Halle recht bald gebaut werden kann. Als Standort ist der Bürgerpark vorgesehen. An die Stadtvertretung richtete der Vorsitzende Nagel ebenfalls die Bitte, sich mit Interesse dieser guten Sache anzunehmen und der Genossenschaft den Weg zu ebnen. Der Entwurf stammt von dem Oldesloer Architekten Heinz Weber und hat bereits die Billigung der Versammlung gefunden.
    OL

    Freitag, 24. März 1950
    So sieht die Stormarnhalle aus!
    Der erste Bauabschnitt soll bis September beendet sein. Wie bereits ausführlich mitgeteilt, wurde unter maßgeblicher Beteiligung der Oldesloer Wirtschaftskreise die "Stormarnhalle eGmbH" gegründet. Wir hatten Gelegenheit, uns eingehend mit den Plänen zu beschäftigen, nach denen schon in der nächsten Zeit mit dem Bau der Ausstellungshalle begonnen werden soll.

    Danach besteht das Gesamtprojekt aus mehreren Bauabschnitten, von denen der erste bis September beendet sein soll. Die Halle soll aus einem großen Mittelstück und zwei kleineren Anbauten bestehen. Das Mittelstück wird 1000 qm Fläche aufweisen. Die lichte Höhe beträgt sechs Meter, die Breite 20 Meter. Das Gerüst wird aus Mannesmann-Röhren gebaut. Der linke Anbau soll modern eingerichtete Toilettenräume und höchstwahrscheinlich im ersten Stock eine Wohnung für den Hausmeister enthalten. Dieser linke Abschnitt soll im ersten Bauabschnitt mit errichtet werden. Der rechte Anbau dagegen, der eine Bühne und Umkleideräume enthalten soll, wird erst später errichtet. Die einzelnen Bauabschnitte werden entsprechend der finanziellen Kraft der Genossenschaft in Angriff genommen. Für den ersten Bauabschnitt rechnet man mit einer Summe von 70.000 DM.

    Daß es sich nicht um einen behelfsmäßig errichteten Bau handelt, ersieht man daraus, daß für das Dach der Halle besonders geeignete Doppelfalzziegel verwendet werden, damit unter keinen Umständen der Regen in die Halle eindringen kann. Die Ummauerung erfolgt durch festes Mauerwerk. Besonders bedeutsam ist, daß insgesamt mit einer Fensterfläche von 700 Quadratmetern, die voll verglast werden sollen, gerechnet wird. Der Fußboden der Halle wird im ersten Bauabschnitt aus Trümmersplitt gestampft. Ein Holzfußboden wird erst im zweiten Bauabschnitt in Angriff genommen. Die als Mehrzweckhalle gedachte Stormarnhalle wird außerdem so eingerichtet, daß die Halle von fünf Meter zu fünf Meter abgeteilt werden kann, um kleinere Säle einzurichten. Für 3000 Personen ist volle Bestuhlung beabsichtigt. In späteren Jahren kann an der Vorderfront eine Terrasse mit dem Blick zum Bürgerpark errichtet werden, während an der Hinterfront Restaurationsräume angebaut werden können. Zunächst ist vorgesehen, die gastronomische Bewirtschaftung von Fall zu Fall an heimische Gastwirte zu vergeben. Um einen reibungslosen Verkehr zu ermöglichen, sind fünf Türen vorgesehen.

    Die Halle wird an der Seite des Oldesloer Bürgerparks errichtet, wo heute zwischen dem Logenhaus und dem Unfallkrankenhaus die Baracke des Kindergartens steht. Die eigentlich aus städtebaulichen Gründen zweckmäßigere Lösung, die Halle an der anderen Seite des Bürgerparks, in der Nähe des Silos zu errichten, muß unterbleiben, weil dort der Baugrund ungeeignet ist.

    Die neue Genossenschaft will einen Antrag an die Stadtvertretung richten, ihr den nötigen Grund und Boden für 50 Jahre zu überlassen. In Anbetracht der Tatsache, daß die Halle für die Kreisstadt von entscheidender Bedeutung ist, rechnet man mit dem Verständnis der Stadtväter. Die Genossenschaft will die Halle für kulturelle, sportliche und wirtschaftliche Zwecke zur Verfügung stellen.

    Besonders wünschenswert ist, daß die Halle für sportliche Veranstaltungen geeignet ist. Die Nähe zum Naturtheater gibt außerdem die Möglichkeit, bei Regenwetter die Aufführungen in die Halle zu verlegen. Die Finanzierung ist als günstig anzusehen, nachdem bisher rund 90 Genossenschaftsanteile gezeichnet wurden.
    OL

    Samstag, 25. März 1950
    Zwei Zehner fielen nach Bad Oldesloe!
    Am vergangenen Sonntag hatten zwei Oldesloer das Glück, beim Fußball-Toto zehn richtige Tips zu haben. Die Quote betrug für jeden Gewinner 1658 DM. Schwester M. aus dem Krankenhaus war die eine Gewinnerin; diese hatte zum ersten Male einen Tipzettel ausgefüllt und konnte nun gleich einen schönen Gewinn einstreichen. Der zweite Gewinner ist ein Uniformträger der hiesigen Polizei. Dieser ist ein sehr eifriger Wetter, der schon öfter kleinere Summen ausbezahlt bekam; der Treffer vom letzten Sonntag aber war der größte! Einen dritten Zehner hatte ein junger Mann aus der Umgegend von Bad Oldesloe.
    OL

    Sonntag, 26. März 1950
    Landesverbandstag in Lübeck
    Mit 64 gegen 58 Stimmen für Stoll. Zur Generalversammlung des Landessportverbandes trafen sich in Lübeck 126 Delegierte aus den Sportkreisen und Fachverbänden Schleswig-Holsteins. Sie waren in lebhafter Aussprache bemüht, Richtlinien für das sportliche Leben in den 620 Vereinen des Landes festzulegen.

    Den Willkommensgruß der Stadt Lübeck entbot Frau Senator Dr. Klinsmann. Sie erinnerte daran, daß Sport- und Leibesübungen gerade in heutiger Zeit eine kulturelle Aufgabe zu erfüllen hätte. Die Landesregierung hatte Herrn Feldmann (Einfeld) beauftragt, Grüße zu entbieten, weiter waren Turnrat Mohr (Lübeck) und Dr. Feige (Kiel) als Gast anwesend.

    Aus den verbandsinternen Debatten müssen folgende Punkte als besonders bedeutungsvoll herausgestellt werden. Die vom Fußballverband beantragte unmittelbare Mitgliedschaft der Vereine beim LSV wurde nach viermaliger Abstimmung und langem Hin und Her abgelehnt. Dadurch konnte die dringend nötige Zusammenfassung und Vereinfachung der Verwaltung auf Landesebene nicht erreicht werden, so daß der LSV auch weiterhin keine Exekutive hat. Ob die dabei gleichzeitig beschlossene Herabsetzung der Kopfsteuer auf 80 Pfennig pro Mitglied ausreicht, die nun notwendigen hohen Verwaltungsausgaben zu decken, bleibt abzuwarten. Bezeichnend für die Situation ist, daß für die Jugendarbeit im letzten Jahr aus den Mitteln des Verbandes nur 600 Mark bereitgestellt werden konnten. Die Fachsparten mußten auf Gelder des Sportförderungsausschusses für diese wichtige Aufgabe zurückgreifen.

    Der bisherige 1. Vorsitzende Johannes Stoll (Lübeck) wurde mit 64:58 Stimmen wiedergewählt. Der Vorstand ergänzte sich weiter durch Hammer (Kiel), der als Kassenwart wiedergewählt wurde, Groeger (Niebüll) als Schriftwart und Geidel (Kiel) als Pressewart. Für den aus satzungsgemäßen Gründen ausscheidenden Jugendwart Panitzki (Kiel) soll der Jugendausschuß einen Vertreter in den Vorstand entsenden.

    Eine großzügige Unterstützung für den Ausbau der fachlichen Arbeit in den Sparten stellte Olsson (Kiel) als Vorsitzender des Sportförderungsausschusses in Aussicht. Unter anderem ist die Ausschüttung von 60.000 Mark für die Jugend, von 50.000 Mark für die allgemeine Schulung und von 25.000 Mark für Fahrten, Lager und Meisterschaften vorgesehen.

    Eine Resolution an die Landesregierung, die auch die Steuerfreiheit der Amateursportveranstaltungen, die Anerkennung und Unterstützung der im LSV geleisteten Arbeit durch Regierung und Parlament sowie die vermehrte Anlage von Sportplätzen fordert, fand allgemeine Zustimmung. Abgelehnt wurde die kostenlose Zustellung des Verbandsnachrichtenblattes und die Zahlung der Kopfsteuerbeträge aus Toto-Mitteln. Der Verband strebt eine Gemeinschaftsversicherung aller Vereine ab 1. Jan. 1951 an.

    Die Mehrzahl der Delegierten stimmte dem Antrag von Borchers (Flensburg) zu, nach dem eine Diskussion über das Nationale Olympische Komitee im Augenblick für nicht erforderlich gehalten wird. Ein Referat von Dr. Fuchs (Kiel) über die Mitarbeit der Sportler an der Tuberkulosebekämpfung wurde mit Interesse aufgenommen. Nach achtstündiger Dauer wurde die Tagung in der Hoffnung beschlossen, daß beim nächsten Verbandstag in Schleswig auf sportlichem und organisatorischem Gebiet weitere Fortschritte zu verzeichnen sein mögen.
    SPM

 

Bis zum Jahr 1960