Die Spielzeit 1949/50
Die Fußballspiele der 1. Herren
 

 


Samstag, 2. Juli 1949
Pokalspiele
22 Fußballmannschaften des Kreises Stormarn bestreiten morgen k.o.-Spiele um den Silberschild der "Kieler Nachrichten", wobei die Paarungen ausgelost worden sind. Der VfL Oldesloe hat in Rümpel einen leichten Gegner und schickt deshalb seine Reserve.
LN

Sonntag, 3. Juli 1949
Rümpeler SV - VfL Oldesloe 1:2
K.o.-Runde ohne Überraschungen. Die erste k.o-Runde verlief ohne Überraschungen. Teils wurden allerdings nur knappe Ergebnisse erzielt und die Siege wurden erst in der zweiten Halbzeit errungen. Nach Rümpel schickten die Oldesloer eine kombinierte Elf, die sich strecken mußte, den knappen 2:1-Sieg zu halten.
LN

VfL Oldesloe mit Trainer Wilhelm Stäcker


Samstag, 9. Juli 1949
Ottensen 07 beim VfL Oldesloe
Wieder erwarten die Oldesloer einen Hamburger Gast. In Ottensen stellt sich ein alter Bekannter von früheren Jahren vor, der gegen die junge Mannschaft des Gastgebers einen schweren Stand haben wird. Das letzte 1:3-Ergebnis gegen Altona 93 spricht für die Hamburger Gäste und gibt den Platzherren einen Fingerzeig, wie sie sich einzustellen haben.

Zweite Runde der k.o.-Spiele.
Die Sieger der ersten Runde stehen sich morgen neu gepaart gegenüber. Es dürfte zu interessanten Kämpfen kommen. Die zweite Mannschaft des VfL Oldesloe trifft mit Rethwisch zusammen. Die Rethwischer kamen am letzten Spielsonntag ohne Kampf zum Sieg. Als sicheren Sieger nennen wir Oldesloe.
LN

Sonntag, 10. Juli 1949
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Ottensen 07 2:1
Zwischen dem VfL Oldesloe und dem Ottensener SV von 07 gab es vor 1000 Zuschauern ein schönes Freundschaftsspiel, das von den Platzherren verdient, wenn auch sehr knapp mit 2:1 gewonnen wurde.
LN

Tore für den VfL Oldesloe: Kneese, Mandelkau

Sonntag, 10. Juli 1949
VfL Rethwisch - VfL Oldesloe 1:5
Oldesloe II hob den neuen Rethwischer Sportverein aus der Taufe und errang einen 5:1-Sieg. Das erste Tor erzielten die Rethwischer durch Wielke. Die gesamte Elf des Gastgebers hinterließ einen guten Eindruck. Der Verein hat in der kurzen Zeit viel Arbeit auf dem sportlichen Gebiet geleistet und wird von der Einwohnerschaft tatkräftig unterstützt. - Oldesloe III gegen Rethwisch II 7:1.
LN

Samstag, 23. Juli 1949
VfL gegen Schwarzenbek
In Bad Oldesloe kommt das Rückspiel zwischen dem VfL und Turn- und Sportverein Schwarzenbek zur Durchführung. Vor fünf Wochen konnte der VfL die Hamburger Bezirksklassen-Vertreter nach einem schönen, fairen Kampf besiegen. Anders wird die Begegnung am Sonntag auf dem Exer auch nicht auslaufen. Die Reserve und die Alten Herren beider Vereine stehen sich ebenfalls gegenüber.
LN

Sonntag, 24. Juli 1949
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - TSV Schwarzenbek 3:2 (1:2)
In Oldesloe hatte der VfL schwer zu kämpfen um den Gast aus dem Sachsenwald, den TSV Schwarzenbek (Zweiter der Hamburger Hammonia-Staffel), mit 3:2 zu besiegen. Friedrich Schweer - KockTrotz der hohen Überlegenheit der Oldesloer blieb es bei dem knappen Ergebnis. Kneese brachte die Einheimischen in Führung. Die Gäste glichen sofort aus und gingen kurz vor dem Wechsel sogar in Führung. Die erste Spielhälfte gehörte eindeutig den Oldesloern. Den Siegtreffer, eine wunderbare Bombe, brachte Mandelkau auf sein Konto. Die unterlegene Mannschaft spielte schnell und zielstrebend, fand jedoch in der Abwehr der Oldesloer einen harten Widerstand. Bei Oldesloe fiel der Mittelläufer zeitweilig aus.
LN

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Friedrich-Wilhelm Schweer, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore für den VfL Oldesloe : Mandelkau (2), Kneese

Samstag, 30. Juli 1949
Einweihung des VfL-Stadions.
Reicher an Sportplätzen wie der VfL Oldesloe ist wohl kein Verein in Schleswig-Holstein. Hat Oldesloe schon im Bürgerpark, unter dem, volkstümlich genannten "Exer", eine Sportanlage mit einer 700 Meter lang umhegten Laufbahn, zwei Fußball-, zwei Faustballplätzen und einer Sprunggrube, so kommt nun noch das nach jahrelanger mühsamer Arbeit erstellte Sportstadion hinzu, das morgen für den Sportbetrieb freigegeben wird. Für die Einweihung der Anlage hat sich der VfL den alten bekannten aus Lübeck, den LBV Phönix, eingeladen. Es waren die schönsten Spiele, die in Oldesloe ausgetragen wurden, wenn sich diese Gegner gegenüberstanden. Beide Mannschaften treten in stärkster Besetzung an. Unterschätzen darf der Landesliga-Vertreter seinen Gastgeber nicht, wenn es nicht zu einer Überraschung kommen soll. Die Oldesloer sind zur Zeit in bester Verfassung, was aus den letzten Spielergebnissen zu ersehen ist. Die Jungmannen, Schüler und eine Hockeymannschaft begleiten die Lübecker Gäste und werden in der Badestadt herzlich empfangen.
LN

Samstag, 30. Juli 1949
Pokalspiele gehen weiter.
Am Wochenende werden die restlichen Begegnungen der dritten Runde ausgetragen. Das Oldesloe Spiel (VfL gegen LBV Phönix) steht im Mittelpunkt von Wettkämpfen aus Anlaß der Platzeinweihung. Der Phönix wird aus diesem Anlaß mit mehreren Mannschaften und Schlachtenbummlern nach Oldesloe reisen.
LN



Sonntag, 31. Juli 1949
VfL Oldesloe - Phönix Lübeck 6:5 (5:3)
Festliche Stadionweihe. Die Oldesloer Sportgemeinde hatte einen großen Tag, als das neue, in herrlicher Lage am Bürgerpark entstandene Stadion in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste (Kreisdirektor Dr. Franz Wilhelm Kieling, Bürgermeister Hermann Christ sowie Peter Tietz vom Fußballbezirk IV) seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Feierlichkeiten, die durch das Pokalspiel des VfL Oldesloe gegen den LBV Phönix ihr besonderes Gepräge erhielten, gestalteten sich zu einem einmaligen Erfolg. Bereits auf dem Marktplatz wurden die Lübecker Gäste durch Spielleute und Fanfarenbläser des VfL Oldesloe begrüßt. Begeisterung erfüllte die 3000 Zuschauer, als unter den Klängen der Fanfaren die alten Rivalen die großartige Anlage, die in Schleswig-Holstein wohl einmalig ist, betraten.



Der VfL-Liga gelang ein überraschender aber verdienter 6:5-Erfolg über die Landesligisten des LBV Phönix, wodurch die Lübecker aus der Runde des schleswig-holsteinischen Pokals ausgeschaltet wurden. Die Oldesloer spielten einen flotten und ungekünstelten Fußball und ließen den Adlerträgern vor allem in der Abwehr, in der die Läuferreihe und Halberstadt enttäuschten, nur selten Gelegenheit zum erfolgreichen Eingreifen.

Vom Anstoß an legten die Platzherren ein enormes Tempo vor. Keine fünf Minuten waren gespielt, als es durch Tore von Friedrich 2:0 für den VfL stand. Ein Eigentor der Platzherren gab den Landesligisten Auftrieb. Tore von Bruhn und Kuchenbrandt brachten diese mit 3:2 in Führung. Die erwartete Resignation der jungen Oldesloer Elf blieb aus. Vielmehr gelang es ihr bis zum Wechsel nach einem flotten, uneigennützigen Spiel durch Kneese und Budnick noch dreimal erfolgreich zu sein. Auch in der zweiten Hälfte waren die Platzherren zunächst tonangebend und verbesserten ihr Torkonto abermals durch Kneese. Erst als in der 78. Minute ein Handelfmeter von den Gästen verwandelt werden konnte, ebbte das zügige Spiel der Oldesloer etwas ab. Dennoch reichten die Kräfte aus, um den Lübeckern, die in den Schlußminuten nochmals alles auf eine Karte setzten, einen weiteren Treffer zu verwehren.
Das Vorspiel gewannen die Schüler des VfL Oldesloe gegen die Schüler des LBV Phönix 1:0. Die Jungmannen beider Vereine trennten sich 2:3.
LN


VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Friedrich, 2:0 Friedrich, 2:1 Huth, 2:2 Kuchenbrandt, 2:3 Bruhn, 3:3 Kneese, 4:3 Kneese, 5:3 Budnick, 6:3 Kneese, 6:4 Soomann (78., Handelfmeter), 6:5 Blöß. Zuschauer: 3000

Sonntag, 7. Aug. 1949
TSV Schmilau - VfL Oldesloe 1:10 (0:5)
Nachdem Rümpel, Rethwisch und Phönix Lübeck ausgeschaltet wurden, hatten wir als vierten Gegner in der Pokalrunde um den Silberschild der "Lübecker Nachrichten" das Los gegen den Vertreter der Kreisklasse Lauenburg gezogen. Der Platz war eine Sandwüste. Knöcheltief sank man ein. Wir wollten unter allen Umständen Verletzungen entgehen und spielten sehr vorsichtig und verhalten. "Tolle" Stäcker sprang für Damski ein, der zusah und sich wohler fühlte, als sich im Staub und bei großer Hitze erneut zu verletzen. Stäcker, als unser Trainer und Betreuer, lieferte ein gutes Spiel ohne übermäßig viel zu laufen. Überanstrengt hat sich keiner, als wir merkten, daß die Schmilauer nicht viel konnten. Wir hoffen, für die kommenden schweren Aufstiegsspiele gerüstet zu sein.
bg



VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Wilhelm Stäcker, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore für den VfL Oldesloe: Kneese (4), Mandelkau (2), Friedrich (2), Stäcker (2)

Samstag, 13. Aug. 1949
Neue Aufstiegsrunde
Der Spielbetrieb um und in der Bezirksklasse, so will es scheinen, verliert seine Spannung nicht. Nachdem es Schwartau und Burg/Fehmarn endgültig geschafft haben, als elfter und zwölfter Verein in der neuen Klasse anerkannt zu werden, finden sich nunmehr nach dem Beschluß des Bezirkstages die gescheiterten Vereine der Aufstiegsrunde (SSV Pölitz, SV Breitenfelde, TSV Malente, SC Leezen, d.Verf.) und die vier Abstiegskandidaten der letzten Saison (Reinfelder TSC, Oldenburger SV, Ratzeburger SV, VfL Oldesloe, d.Verf.) zu einem weiteren Ausscheidungskampf um den 13. und 14. Platz zusammen.
LN

Sonntag, 14. Aug. 1949 - Senioren
Lübeck - Schleswig 1:1 (1:0)
1:1 im Städtespiel. Die Begegnung zwischen Lübeck und Schleswig im Fußball wurde in Kücknitz durchgeführt und endete unentschieden 1:1. Lübecks Auswahl setzte sich aus Spielern der Vereine Kücknitz, Moisling und Phönix zusammen und war den Gästen in jeder Beziehung ebenbürtig. Schnell und fair wurde bis zum Schlußpfiff gekämpft, wobei das Ergebnis dem Spielverlauf entsprach.
LN

Stadtauswahl Lübeck: Franck - Krell (beide TSV Kücknitz), Jerzembek ((ATSV Moisling) - Budnik, Meier (beide TSV Kücknitz), Kuhn (LBV Phönix) - Hoyczek (TSV Kücknitz), Hinzmann (ATSV Moisling), Flemming (LBV Phönix), Gösch (TSV Kücknitz), Blöß (LBV Phönix).
Tore: 1:0 Gösch (3.), 1:1 Kokott (55.). - Schiedsrichter: Weinand II (Lübeck)

Sonntag, 14. Aug. 1949
Aufstiegs-(Pokal)spiel VfL Oldesloe - SSV Pölitz 1:0 (1:0)
Werner KneeseDas Aufstiegsspiel (gleichzeitig Begegnung um den Landespokal, d.Verf.), das weit hinter den sonst gewohnten Leistungen beider Mannschaften stand, kam vor über 1000 Zuschauern in Bargteheide zum Austrag. Die Oldesloer waren müde und kaum wiederzuerkennen. Man ließ sich vom Gegner förmlich ins Bockshorn jagen und überdies ein hohes Spiel aufzwingen. Von dem gewohnten Flachpaß war überhaupt nichts zu sehen. Pölitz zeigte seine bekannte Spielweise. Der Ball wurde an die Außenstürmer weit vorgegeben, die mit schnellen Läufen und Flanken der gegnerischen Hintermannschaft stark zusetzten.
LN
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Heinz Richter, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tor: 1:0 Kneese (3.). - Zuschauer: 1000

Samstag, 20. Aug. 1949
VfL in Lübeck gegen Ratzeburg
Das Wochenende bringt wieder spannende Kämpfe um den Aufstieg in die Bezirksklasse. Auf dem Phönix-Platz in Lübeck findet schon heute um 18 Uhr die Auseinandersetzung zwischen dem VfL Oldesloe und Ratzeburg statt. Diese Begegnung dürfte das interessanteste Spiel der Aufstiegsrunde sein. Die größeren Aussichten müssen doch wohl dem VfL eingeräumt werden, der sich seit Wochen in guter Form befindet.
LN

Samstag, 20. Aug. 1949
Aufstiegsspiel Ratzeburger SV - VfL Oldesloe 2:4 (0:2)
Oldesloe schlug Ratzeburg 4:2. Mit diesem Sieg dürfte sich der VfL Oldesloe den Verbleib in der Bezirksliga erkämpft haben. Leicht haben die Ratzeburger den Oldesloern den Sieg nicht gemacht. Beide Mannschaften gingen mit großem Eifer ins Spiel und es sah in den ersten 15 Minuten so aus, als ob Ratzeburg das Spiel für sich entscheiden würde. Als Kneese (Oldesloe) zweimal den gegnerischen Torhüter überwinden konnte, trat jedoch eine gewisse Ruhe und Sicherheit in die Mannschaft. Bis zur Halbzeit blieb es bei 2:0 für Oldesloe.

Nach dem, Wechsel erhöhte Lattke auf 3:0. Ohne ein Nachlassen der Ratzeburger festzustellen, kämpfte die Elf bis zum Äußersten und hatte Erfolg; mit zwei Toren kam man dem Oldesloer Ergebnis näher. Als der vierte Treffer, ein erwirkter Freistoß für Oldesloe durch Mandelkau, erzielt war, waren Sieg und Punkte beim VfL Oldesloe.
LN
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Kneese, 2:0 Kneese, 3:0 Lattke, 3:1, 3:2, 4:2 Mandelkau. - Schiedsrichter: Weinand (Lübeck). - Zuschauer: 1000.

Sonntag, 21. Aug. 1949
VfL Oldesloe - SG Seth 5:1
Nur ein Pokalspiel. Die letzten vier des Lübecker Bezirks um den Landespokal sind Schlutup, Eutin, Oldesloe und Seth. Während die Paarung Eutin 08 gegen TSV Schlutup wegen des Kellersee-Rennens ausfiel, kam Oldesloe (mit seiner Reserve) gegen Seth zu einem 5:1-Siege. Daß manchmal das leere Tor nicht gefunden wurde, wäre bei der Ligamannschaft sicherlich nicht vorgekommen.
LN

Samstag, 27. Aug. 1949
Oldesloe schon jetzt in der Bezirksliga
Das in Reinfeld geplante Schlußspiel um den Aufsteig zur Bezirksliga zwischen Oldesloe und Leezen fällt aus, weil Leezen freiwillig auf alle Aufstiegschancen in den Bezirk verzichtet hat. In Mölln treten Ratzeburg und Pölitz an. Hier wird die Tagesform entscheiden, denn beide Mannschaften haben in letzter Zeit recht ansprechende Leistungen gezeigt, In der zweiten Staffel steht Reinfeld vor der Entscheidung. Malente muß besiegt werden, wenn der Aufstieg geschafft werden soll.
LN

Sonntag, 28. Aug. 1949
Oldesloe und Reinfeld haben es geschafft
Der VfL Oldesloe und Reinfeld kommen in die Bezirksklasse. Nachdem Oldesloe seine beiden Aufstiegsspiele gegen Ratzeburg und Pölitz gewinnen konnte, zog es der dritte Verein, der Sportverein Leezen, vor, nicht mehr anzutreten und überließ dem VfL die Punkte kampflos. In Pansdorf fiel die Entscheidung um den 14. Platz zwischen Reinfeld und Malente. Das Spiel begann hart und temperamentvoll auf beiden Seiten. Bei einem schönen Angriff der Reinfelder fiel in der 25. Minute durch Feddern das einzige Tor für Reinfeld.
LN

Dienstag, 30. Aug. 1949
Heute Oldesloe gegen Schlutup
Um 18.30 Uhr kommt auf der Lohmühle das Endspiel um den Landespokal im Lübecker Bezirk zwischen dem VfL Oldesloe und dem TSV Schlutup zum Austrag. Nach den guten Leistungen beider Mannschaften in den vorausgegangenen Kämpfen sollte es eine ausgeglichene und spannende Begegnung geben.
LN

Dienstag, 30. Aug. 1949
Endspiel TSV Schlutup - VfL Oldesloe 1:1 (1:0)
Pokalfinale ohne Entscheidung. Das Endspiel um den Landespokal im Bezirk Lübeck zwischen dem TSV Schlutup und VfL Oldesloe auf der Lohmühle endete nach regulärer Spielzeit mit einem 1:1. Auf Grund der Dunkelheit konnte keine Verlängerung durchgeführt werden, so daß das Spiel voraussichtlich am kommenden Mittwoch in Lübeck (auf der Lohmühle?) wiederholt wird.

Die 1200 Zuschauer, größtenteils Schlachtenbummler beider Vereine, waren von dem flotten und harten, aber stets fairen Kampf, den sich beide Mannschaften von der ersten bis zur letzten Minute lieferten, mit Recht begeistert. Wenn es trotz ungezählter Chancen insgesamt nur zu zwei Treffern kam, so ist dies in erster Linie auf das Versagen der Sturmreihen zurückzuführen, die allzu engmaschig und unüberlegt operierten.

In den ersten 45 Minuten waren die Schlutuper drückend überlegen. Ihr Offensivspiel wurde in erster Linie von Wagner, der als Stopper eingesetzt war, und Andree als Außenläufer getragen. Aber selbst die besten Vorlagen blieben ungenutzt, da in den meisten Fällen die Schlutuper Stürmer viel zu wenig auf das Zuspiel ihrer Läufer eingingen. Verdientermaßen sprang aber wenigstens ein Torerfolg in der 20. Minute durch Tauchel heraus. Es hätten jedoch drei bis vier Tore sein können. Nach dem Wechsel kamen die Oldesloer merklich auf. Nach etwa zehn Minuten führte einer der schneidigen und schnellen Angriffe zum Ausgleichstor durch Kneese. Einen Drehball ließ Torwart Gothmann unvorsichtigerweise über seine Hände ins Netz gleiten.

Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaften in der nächsten Begegnung durchsetzen. Ihre Siege über die Landesligisten von Eutin 08 und LBV Phönix scheinen jedenfalls keine zufälligen Erfolge gewesen zu sein.
LN
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Egon Jack, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Tauchel (20.), 1:1 Kneese (55.). - Schiedsrichter: Thomas (Eutin). - Zuschauer: 1200.

Samstag, 3. Sept. 1949
Start der Lübecker Bezirksliga
Morgen beginnt die Herbstrunde der Bezirksliga. Wie auch im vergangenen Jahr, dürften gerade diese Spiele besonders spannend werden, zumal das Feld der Mannschaften noch von 12 auf 14 erhöht worden ist. Während Stormarn durch den VfL Oldesloe und den Reinfelder TSC in dieser Klasse vertreten ist, spielt für Segeberg der TuS.

Oldesloe hat in Kücknitz eine schwere Aufgabe vor sich, zumal der VfL gerade die Aufstiegsspiele hinter sich hat und in der vergangenen Woche noch gegen Schlutup im Pokalspiel anzutreten hatte. Wenn auch Technik und Schnelligkeit bei fast allen Spielern vorhanden sind, so scheint an Erfahrung und auch an Kondition noch einiges zu fehlen.
LN

Sonntag, 4. Sept. 1949
1. Punktspiel TSV Kücknitz - VfL Oldesloe 2:4 (1:3)
Wer Günter Budnikhätte während der Sommerpause, die alles andere als eine wirkliche Pause war, das Rennen um die Meisterschaft der Lübecker Bezirksliga vergessen können? Kein Sonntag verlief ohne Überraschungen. Kein Sonntag, an dem nicht irgend etwas geschehen wäre, was die Spannung gesteigert hätte. Und der erste Spieltag, der erste der Saison 1949/50, könnte eine Fortsetzung der vergangenen, spannungsgeladenen Spielzeit gewesen sein. Es ging nicht ohne Überraschungen ab.

Kücknitz mußte gegen Oldesloe auf seine Stammspieler Meier und Wilcken verzichten und unterlag den verjüngten Oldesloern 2:4. Trotz der Niederlage hatten die Kücknitzer mehr vom Spiel. Oldesloe zeigte sich oft undiszipliniert und verlor in der zweiten Hälfte einen Läufer durch Platzverweis wegen Schiedsrichterbeleidigung.
SPM

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0, 1:1 Friedrich, 1:2 Budnick, 1:3 Mandelkau, 2:3, 2:4 Kneese. - Platzverweis: Damski (VfL Oldesloe, 60).

Mittwoch, 7. Sept. 1949
Endspiel TSV Schlutup - VfL Oldesloe 1:4 (0:2)
Oldesloe mit 4:1 Pokalsieger. Im nachgeholten Bezirksendspiel um den Landespokal blieb am Abend auf der Lohmühle der VfL Oldesloe vor rund 1000 Zuschauern mit 4:1 klar über den TSV Schlutup siegreich, nachdem die erste Begegnung am 30. Aug. 1:1 ausgelaufen war. Auf Grund ihres Einsatzes und größerer Schnelligkeit gingen die Oldesloer verdient als Sieger vom Platz.

Die Schlutuper mußten ihren über die Zonengrenze abgewanderten Stopper Wagner durch Ibendorf ersetzen, der sich zunächst gar nicht mit dem regennassen und glatten Platz abfinden konnte. Dazu war der Schlutuper Rechtsaußen Steffen ein krasser Versager. Die Oldesloer hingegen fanden sich sofort mit den ungünstigen Platzverhältnissen ab und lagen bis zur Pause durch Tore von Kneese und Jack schon 2:0 vorn, obwohl die Schlutuper mit einem Eckenverhältnis von 3:1 für sich im Felde durchaus gleichwertig waren.

Nach der Pause erhöhte Oldesloe durch Kneese und Mandelkau auf 4:0, ehe Schlutup endlich zehn Minuten vor Schluß durch Verteidiger Posky einen Foulelfmeter zum Ehrentor verwandeLN konnte. Auch im zweiten Durchgang zeigten die Schlutuper durch ein Eckenverhältnis von 5:2 für sich, daß sie im Felde gleichwertig waren.
LN

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Ernst Hahn, Otto Herold, Willi Neumann - Egon Jack, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Kneese, 0:2 Jack, 0:3 Kneese, 0:4 Mandelkau, 1:4 Posky (80., Foulelfmeter). - Zuschauer: 1000.

Samstag, 10. Sept. 1949
Zweiter Spieltag der Bezirksliga
Nach der Sommerpause haben die Punktspiele wieder das besondere Interesse des gesamten Sportpublikums. Die Spitzenmannschaften der beiden Kreise Stormarn und Segeberg sind es vor allem die in der Lübecker Bezirksliga heiß zu kämpfen haben. Der Start der Punktrunde am vergangenen Sonntag verlief wirklich verheißungsvoll, so daß man gespannt sein kann, wie Oldesloe und Segeberg insgesamt abschneiden werden. Der VfL Oldesloe wird morgen in dem Neuling Schwartau einen in jeder Beziehung ernst zu nehmenden Gegner vor sich haben und man wird gut daran tun, die Punkte erst nach dem Spiel zu verteilen.
LN

Sonntag, 11. Sept. 1949
2. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Schwartau 1:1 (0:0)
Der VfL Oldesloe hatte gegen den Neuling TSV Schwartau schwer kämpfen. Schon in der 7. Minute hatten die Platzbesitzer einen Elfmeter zugesprochen erhalten, den Graffenberger trotz Wiederholung verschoß. Die schnellen Schwartauer hatten in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel. Doch nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt und Oldesloe kam auf. Schwartau konnte zunächst mit 1:0 in Führung gehen, bevor Budnick für den VfL den Ausgleich erzielte. Und dann verschossen die Schwartauer ebenfalls einen Elfer. Oldesloe war durch die schweren Spiele (zwei Pokalspiele und ein Punktspiel) doch sehr mitgenommen.
SPM
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Ernst Hahn, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1, 1:1 Budnick. - Zuschauer: 2000.

Sonntag, 18. Sept. 1949
3. Punktspiel TSV Schlutup - VfL Oldesloe 1:2 (0:1)
In Schlutup gastierte der VfL Oldesloe nun zum dritten Male. Zwar zeigten sich die Einheimischen über lange Strecken spielerisch überlegen, doch vermochten die Stürmer keine zählbaren Erfolge zu erringen. Dazu kam noch, daß Ibendorf und der Läufer Rischka verletzt ausscheiden mußten. Nach dem 2:0 der Oldesloer wurde mit neun Mann durch Tauchel der Ehrentreffer erzielt.
SPM
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Ernst Hahn, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Kneese, 0:2 Budnick, 1:2 Tauchel.

Sonntag, 25. Sept. 1949
4. Punktspiel VfL Oldesloe - ATSV Lübeck 1:0 (1:0)

Ein beachtlicher 1:0-Sieg über ATSV Lübeck. Der erwartete Großkampf gegen den ATSV Lübeck verlief für die Oldesloer Fußballer günstig. 3000 Zuschauer erlebten im Ringen um den Sieg, das bis zum Schlußpfiff unerhört spannend blieb.

Die Oldesloer ließen sich diesmal nicht überrumpeln und spielten ein durchaus überlegtes Spiel. Trotz ihrer schneidigen Angriffe gingen die ersten 20 Minuten torlos vorüber. Durch Eckball von Lattke erzielte Friedrich schließlich durch einen Kopfball das einzige Tor. Die restlichen Spielminuten bis zur Halbzeit gehörten weiterhin dem Gastgeber. Dem Torhüter hatten die Lübecker es zu verdanken, daß weitere Erfolge für Oldesloe bis zur Halbzeit ausblieben. Nach dem Wechsel verteilte sich das Spiel mehr und der Gast konnte es nun durchaus offen gestalten, allerdings zum Teil auf Grund seiner Härte, die er ins Spiel brachte. Nicht weniger als drei Spieler des ATSV mußten vom Schiedsrichter Verwarnungen hinnehmen. Mit etwas zurückgezogener Mannschaft verteidigte Oldesloe den knappen Vorsprung eisern. Mit dem Abpfiff hatte sich der VfL zwei weitere wichtige Punkte gesichert, die ihm leistungsgerecht zufielen. Torhüter und Läuferreihe gaben der Oldesloer Elf den erforderlichen Rückhalt. Mit den fehlenden Stammspielern wäre der Sieg der Oldesloer höher ausgefallen. Beim ATSV wurden die gefährlichen Außenstürmer gut bewacht und kamen über den Durchschnitt nicht hinaus.
LN

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Ernst Hahn, Otto Herold, Willi Neumann - Egon Jack, Günter Budnick, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Hermann Lattke.
Tor: 1:0 Friedrich. - Schiedsrichter: Criens (Stockelsdorf). - Zuschauer: 3000.

Samstag, 1. Okt. 1949
Spiel und Sport
Der Sport kommt nun ab heute wieder an dieser Stelle zu Wort und unser Berichterstatter hofft, daß seine Berichte, die ganz objektiv gehalten sind, mit Interesse verfolgt werden.

Aus Anlaß des Erntedankfestes am 2. Okt. hat der Kreissportverband keine Punktspiele in Stormarn angesetzt, so daß der Spielbetrieb mager ausfällt. Lediglich der VfL Oldesloe hat an seinem spielfreien Sonntag dem Kreismeister von Segeberg, dem Leezener Sportverein, auf seine Anfrage zugesagt und ein Freundschaftsspiel mit der Ligamannschaft abgeschlossen. Beginn 14.30 Uhr im Stadion. Die Gäste sind in Oldesloe bekannt, haben sie doch den Kreismeister von Stormarn, den SSV Pölitz, am 29. Mai 1949 um den Aufstieg in die Bezirksklasse 4:0 besiegen können. Zum fälligen Aufstiegsspiel gegen die Oldesloer Mannschaft trat Leezen, da die Mannschaft aussichtslos im Rennen lag, nicht mehr an und will jetzt seine Kräfte mit der VfL-Elf messen. Die Oldesloer Mannschaft muß mit Ersatz antreten, da Friedrich, Hahn, Budnick und Lattke aus den letzten Spielen leichte Verletzungen davontrugen, die sie an der Mitwirkung hindern. Wir halten die Mannschaft für stark genug, um den Verein gut zu vertreten.

Nach den letzten Leistungen und den errungenen Siegen in Pokal- und Punktspielen über starke Gegner müßte auch Leezen am Sonntag den kürzeren ziehen. Wir raten jedoch den zuständigen Oldesloer Fußballausschuß-Herren, die Angelegenheit ernst zu nehmen, um einer durchaus möglichen Niederlage mit einer geschwächten Mannschaft aus dem Wege zu gehen. Oder soll nach 14 Siegen hintereinander das 15. Spiel verlorengehen? Unsere Entscheidung über den Ausgang dieses Kampfes ist zugunsten des VfL gefallen, allerdings nur dann, wenn eine starke Vertretung zur Stelle ist.
OL

Sonntag, 2. Okt. 1949
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Leezener SC 7:5 (2:2)
Im Fußball hatte sich die Ligamannschaft den Sportverein Leezen eingeladen, mit dem sie dachte, leicht fertig zu werden, aber sich mächtig strecken mußte, um einen 7:5-Sieg herauszuholen. Vom Anstoß an merkte man beim Gastgeber, daß auch mit den Ersatzspielern die Angriffsmaschine richtig lief und auch dem Gegner das Spiel aufdiktierte. Nach zehn Minuten Spieldauer war der Leezener Torhüter zum ersten Male geschlagen. Pohl (der Zuwachs vom TSV Gaarden) war zur Stelle, als der Ball vom Torhüter abgewehrt, aber nicht weit genug weg befördert wurde. Immer wieder rollten Angriffe auf Angriffe auf das Leezener Tor, bis nach weiteren zehn Minuten wieder durch Pohl der zweiten Treffer fiel. Es schien, als ob Leezen eine hohe Niederlage mit nach Hause nehmen müßte, denn die Oldesloer Elf beherrschte das Spielfeld. Durch die Oldesloer Hintermannschaft verschuldet, kam Leezen noch vor der Halbzeit zum Ausgleich.

Gleich nach dem Wechsel fiel sogar das Führungstor für die Gäste, wieder durch einen Deckungsfehler der Verteidigung. Jetzt riß sich die Oldesloer Mannschaft zusammen und zeigte etwa eine Viertelstunde ein Spiel, wie es selten zu sehen ist. Mandelkau legte die Bälle vor, verteilte sie musterhaft, schoß sogar selbst mehrmals über das Tor, bis es ihm schließlich gelang, Tor Nummer drei unterzubringen. Der Flachschuß war nicht zu halten. Ebenso schön war das Tor von Richter, der zwei Mann umspielte und dann noch mit Überlegung in die obere rechte Ecke schoß. Was sich der Sturm erarbeitete, verscherzte die Hintermannschaft wieder und verhalf Leezen zu zwei weiteren Toren. Die Überlegenheit der Oldesloer Mannschaft hielt weiter an und durch Erfolge von Mandelkau, Neumann und Friedrich war das Endergebnis hergestellt.

Im Ganzen gefiel die zusammengestellte Heimmannschaft bis auf einige grobe Fehler in der Hintermannschaft, die in einem Punktspiel nicht vorkommen dürfen. Leezen stellte eine sympathische Elf, in der gut veranlagte Spieler stecken.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Ernst Hahn, Otto Herold, Willi Damski - Günter Friedrich, Heinz Pohl (46. Heinz Richter), Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Karl-Heinz Bertram (46. Willi Neumann).
Tore für den VfL Oldesloe: Pohl (2), Mandelkau (2), Richter, Neumann, Friedrich

Mittwoch, 5. Okt. 1949
Zwei Auswahlspiele.
Am Sonntag finden auf der Lohmühle zwei Auswahlspiele statt. Der VfB tritt mit seiner Liga gegen eine Bezirksauswahl an., die sich in erster Linie aus jungen Nachwuchsspielern zusammen setzen soll. Die Bezirksmannschaft, die erst kurz vor Spielbeginn aufgestellt wird, soll sich aus folgenden 14 Spielern rekrutieren: Landt, Kurkowski, Blöß, Barkenthin und Friedel (alle Phönix), Kleinschmidt, Sebelewski, Soboletzki, Eckhorst und Berner (alle Schwartau), Michallek, Steinfatt, Schmidt und Matern (ATSV).

In einem Vorspiel treffen eine A- und eine B-Auswahl der Jungmannen aufeinander. bei dieser Begegnungen lauten die Aufstellungen - A-Auswahl: Härle - Langbehn, Hinz (alle VfB) - Kock, Gloe (beide Phönix), Marowski (VfB) - Oppermann (Wulfsdorf), Pasternack????? (VfB), Bade, Voß, Tönder (alle Phönix). B-Auswahl: Suhr - Schönfeld (beide Schlutup), Bruhn (LSV) - Lembke (Schwartau), Mielke (Travemünde), Neurath (Siems) - Österreich (LSV), Brewing (Schlutup), Benthien (LSV); Bornemann (Schwartau), Mulack (FSV).
LN

Freitag, 7. Okt. 1949
Zwei Auswahlspiele auf der Lohmühle.
Die gütigen "Architekten" der Spielpläne haben es vielleicht gewollt, daß am Sonntag sowohl der VfB Lübeck als auch der LBV Phönix, TSV Schwartau und ATSV Lübeck eine Ruhepause in den Punktrunden einlegen können. der Bezirk Lübeck hat frühzeitig diese Chance erkannt, beherzt zugegriffen und will den Lübecker Fußballfreunden am morgigen Sonnabend um 15 Uhr ein Auswahlspiel zwischen dem VfB und einer Elf aus Spielern des LBV Phönix, TSV Schwartau und ATSV Lübeck vorsetzen, daß die Zuschauer für die ausgefallenen Punktspiele entschädigt und den Vereinen eine lehrreiche Probe für die weiteren Punktkämpfe sein soll. In einem Vorspiel (13.30 Uhr) werden überdies zwei Mannschaften der Lübecker Jungmannenklasse ihr Können zeigen.

Das Auswahlspiel der Männer ist in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Einmal gibt es dem VfB die Gelegenheit, ein weiteres Mal seine Mannschaft einer Prüfung zu unterziehen. Diese Prüfung wird in erster Linie dem Sturm gelten, der in den bisherigen Punktspielen das Sorgenkind der Oberligisten war. Da jedoch Kempfchen wegen seiner Verletzung nicht zur Verfügung steht, und Kempf und Schröder für ein Sportfest der Feuerwehr in Neumünster freigestellt wurden, dürfte das morgige Experiment mehr aus der Not als aus guter Einsicht geboren sein. Demgegenüber verspricht die Aufstellung der Bezirksauswahl seinen Zweck zu erfüllen. Man hat bewußt in erster Linie auf junge Kräfte zurückgegriffen, um ihnen so eine Chance der Bewährung zu geben. Im Hinblick auf kommende Städtespiele ist dieser Schritt begrüßenswert. Man sollte fortan weit mehr dazu kommen, dem Nachwuchs mehr Vertrauen zu schenken und nicht immer wieder auf die alten "Kämpen" zurückgreifen. Es gibt genug Beispiele, die dafür sprechen.
LN

Samstag, 8. Okt. 1949
Vorschau
Nach dem etwas verunglückten Freundschaftsspiel am Vorsonntag gegen Leezen (7:5 für den VfL) kommt nun morgen wieder ein Punktspiel zum Austrag. Fehmarn ist der Gast und hat den Oldesloern am letzten Sonntag in Mölln (2:1 für Fehmarn, d.Verf.) einen guten Dienst erwiesen, indem er die Oldesloer Mannschaft zur Vorsicht ermahnt hat. Dem Neuling in der Bezirksklasse geht ein guter Ruf voraus und kein Gegner darf die schnelle Mannschaft unterschätzen. Halten wir uns jedoch an die Leistungen unserer Heimmannschaft, so müssen wir ihr doch ein Plus einräumen, denn die Punkte, die erobert wurden, waren von namhaften Gegnern.

Es soll sich nun am Sonntag erweisen, wer von den beiden der bessere ist. In der augenblicklichen guten Form der VfL-Mannschaft müßte auch Fehmarn geschlagen werden, allerdings nur dann, wenn die Hintermannschaft das Spiel ernst nimmt. Spieler wie Mandelkau, Kneese, Lange I, Friedrich, Damski und Lange II im Tor werden der Mannschaft die nötige Rückenstärkung geben. Graffenberger und Herold werden den Sturm der Insulaner nicht zur Entfaltung kommen lassen, so daß mit einem sicheren Sieg der Oldesloer gerechnet werden kann.
OL

Sonntag, 9. Okt. 1949 - Senioren
VfB Lübeck - Bezirksauswahl Lübeck 4:1 (3:0)
Schüsse und Scherze auf der Lohmühle. Wir wollen vorweg anerkennend erwähnen: Das Lübecker Auswahlspiel, das über den punktspielfreien Sonntag hinweghelfen sollte, erfüllte wenigstens zum teil die Erwartungen der Zuschauer und Experten. Gewiß es fehlten über weite Strecken die flüssigen Kombinationen, das Verstehen zwischen den Spielern und den einzelnen Mannschaftsteilen. Das galt naturgemäß in erster Linie für die junge Auswahl, die sich erst in den zweiten 45 Minuten einigermaßen stabilisiert zeigte. Aber die Zuschauer wurden durch einige gekonnte Kabinettstückchen und viele saftige, wenn auch oft verpaßte Schüsse versöhnt. und nicht zuletzt: der mangelnde Ernst dieser Begegnung ließ auch einige Scherze zu, die die einfältigen Zeiten des Spiels überbrücken halfen.

Ausschlaggebend für den verdienten Sieg des VfB war die größere Routine, das verbesserte Offensivspiel der Fünferreihe, die auch ohne Kempf, Kempchen?????XY und Wenzel manchmal sehr schnell und konsequent operierte, und eine gesunde Schußfreudigkeit der Stürmer. Die vier Tore waren teilweise gut herausgearbeitet und blitzsauber geschossen. Trotzdem konnten Feike und Carlinger auch diesmal nicht den Beweis erbringen, daß sie die geeigneten Kräfte zur Lösung des leidigen Sturmproblems sind.

Die herausragende Figur in der Auswahl war der Schwartauer Eckhorst, der nach einer glänzenden Einzelleistung auf Vorlage von Blöß, der wenig später einen Elfmeter verschoß, überlegt und sicher das Ehrentor markierte. Neben ihm konnten Blöß und Berner gelegentlich den Sturm zu einer geschlossenen und gefährlichen Kombination vereinen. Die Hintermannschaft wies erst im zweiten Durchgang die nötige Sicherheit auf, nachdem Kleinschmidt als rechter Läufer fungierte und die harte Deckungsarbeit dem VfB-Sturm die ersten 45 Minuten nahm. Torwart Schmidt zeigte sich sicher und hatte an den vier Treffern keine Schuld. Ein besserer Abschlag würde auch sein Leistungsvermögen abrunden. Schiedsrichter Scheel bot eine unterschiedliche Leistung.
SPM

VfB Lübeck: Felgenhauer - Matthews, Schneider - Maurer, Hoppe, Blechschmidt - Carlinger, Meinert, Feike, Ilg, Winter.
Bezirksauswahl Lübeck: G?????XY Schmidt - XY????? Schmidt (beide ATSV Lübeck), Schimming - Kleinschmidt, Sebelewski (alle TSV Schwartau), Barkenthin (LBV Phönix) - Steinfatt (ATSV Lübeck), Eckhorst (TSV Schwartau), Blöß (LBV Phönix), Berner, Soboletzki????? (beide TSV Schwartau).
Tore: 1:0 Meinert (18.), 2:0 Ilg (31.), 3:0 Feike (41.), 4:0 Ilg (49.), 4:1 Eckhorst (54.). - Schiedsrichter: Scheel (Lübeck). - Zuschauer: 3000.

Sonntag, 9. Okt. 1949
5. Punktspiel VfL Oldesloe - SV Fehmarn 1:2 (1:1)
Überraschende Niederlage gegen Fehmarn! Eine von den vielen Überraschungen in der Bezirksklasse gab es in Oldesloe, wo der VfL seine erste Niederlage einstecken mußte. Allerdings wurde der Sieg buchstäblich verschenkt durch das Auslassen eines Elfmeters und durch das völlige Versagen der Läuferreihe. Der Sturm erarbeitete sich eine Chance nach der anderen heraus, war aber gegen die eiserne Deckung des Gegners zu schwach. Mandelkau mußte in der Läuferreihe aushelfen und vernachlässigte dadurch den Sturm etwas, was sich sehr bemerkbar machte. Damski fiel fast ganz aus und Neumann und Herold waren gegen sonstige Spiele recht behäbig und unsicher, so daß die Hintermannschaft überlastet war.

Kurz vor Schluß ließ auch Graffenberger seinen Gegenüber unbewacht, was leicht zum Verhängnis hätte werden können. Im Sturm fiel Richter fast ganz aus, was sich selbstverständlich bei Friedrich und Budnick stark bemerkbar machte. Kneese spielte nicht so lebendig wie sonst und hatte noch das Pech, den Elfmeter auszulassen. Das Tor von Budnick war eine schöne Leistung, auch sonst machte er sich als Linksaußen gut. Lange I und Lange II waren ihrer Aufgabe durchaus gewachsen und standen in gewohnter Weise ihren Mann, Helmut Lange verhinderte auf der Torlinie stehend einen sicheren Erfolg der Gäste.

Nach fünf Minuten Spielzeit stand die Partie 1:0 für Oldesloe. Budnick ließ einen Mann förmlich stehen und schoß unter dem Torhüter hindurch ins Netz. Die Freude dauerte nicht lange. Eine Minute später stand die Partie pari. Auf und ab wogte der Kampf. Oldesloe hatte mehr vom Spiel, kam aber durch die eiserne Deckung nicht hindurch. Mit 1:1 ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel versuchten beide Parteien die Führung an sich zu reißen. Oldesloe griff am Glück vorbei, indem der Elfmeter verschossen wurde. Warum überläßt man einem jungen Spieler diese große Verantwortung? Es steht fest, daß in der Mannschaft kein beherzter Elfmeterschütze ist. Diese ausgelassene Chance sollte nun nachgeholt werden und die Einheimischen drängten noch mehr. Es wurde aber Zählbares nicht mehr erreicht. Dagegen bekam Fehmarn einen durchaus berechtigten Elfmeter zugesprochen, der von Damski verwirkt und vom Halbrechten der Gäste verwandelt wurde. Wieder versuchten die Einheimischen gleichzuziehen, doch blieb der Sturm recht harmlos. Es blieb bis zum Schluß bei dem 2:1-Ergebnis für die Insulaner, die als recht glückliche Sieger den Platz verließen.

Das Fehlen von Hahn machte sich in diesem Spiel besonders bemerkbar. Richter war nur Ballast und keine Verstärkung. Der Sturm kann spielen, aber wo bleiben die Tore?
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Friedrich, Heinz Richter, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Günter Budnick.
Tore: 1:0 Budnick (5.), 1:1 (6.) Assies, 1:2 (Elfmeter). - Zuschauer: 2000.



Samstag, 15. Okt. 1949
Vorschau
Die unerwartete 1:2-Niederlage des VfL gegen Fehmarn am vergangenen Spielsonntag gab den Oldesloer Sportanhängern mehrere Tage Redestoff. In den Büros, in den Werkstätten und selbst auf der Straße wurde über diesen Schlag wie folgt diskutiert: Warum stand Budnick nicht auf seinem alten Posten? Warum spielte Hahn nicht mit? Warum spielte Richter - die ... mit, Lattke ist doch besser. Und alle diese Fragen wurden aufgeworfen, bis sich die erregte Stimmung gegen Mitte der Woche wieder gelegt hatte, denn der VfL-Kasten in der Hindenburgstraße wies ja schon wieder ein neues Spiel nach: VfL Oldesloe gegen Segeberg! "Da müssen wir mit", sagten dieselben Kritiker, "was kann schon Segeberg, haben gegen Timmendorf verloren! Die Mannschaft ist alt, zwei gute Spieler sollen nicht dabei sein. Oldesloe mit der jungen Mannschaft spielt Segeberg in Grund und Boden. Es war gut, daß Oldesloe gegen Fehmarn verloren hat, denn jetzt gegen Segeberg wird sich die Mannschaft aufraffen und beweisen, daß sie gegen Fehmarn nur einen schwarzen Tag hatte" und dergleichen mehr wurde laut. Als Sportberichterstatter stehe ich ganz auf der Seite der Kritiker, bemerke aber, daß der Kritiker objektiv bleiben muß und keine Angriffe gegen Spieler und Verantwortliche führen darf. Seine Haltung und Erregung nach einem verlorengegangenen Spiel zeigt, daß Interesse an der Sache vorhanden ist. So muß es sein: gleichgültig über ein Ereignis hinweggehen, kann auch keine Meinung für eine Sache haben. Doch zurück zum Sport!

Oldesloe wird kämpfen wie noch nie gegen Segeberg und hat auch durchaus Siegeschancen. Die Mannschaft wird wissen, daß sie sich auf einen harten Gegner gefaßt machen muß, der zu Hause seine besten Spiele liefert und hinzu kommt noch der ungewohnte schlechte Platz für unsere Oldesloer.
OL

Sonntag, 16. Okt. 1949
6. Punktspiel TuS Segeberg - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)
Radauszenen in Segeberg. Der VfL Oldesloe überstand seine schwere Aufgabe gegen zwölf Segeberger (Schiedsrichter inbegriffen) mit einem 1:0-Sieg. Daß ein Sportplatz auch zu einem Rummelplatz werden kann, bewiesen einige Segeberger Spieler und ein paar hundert Zuschauer. Wenn bis Halbzeit das ganze Geschehen noch einem Fußballspiel gleich sah, gab es nach der Pause Szenen auf dem Platz, die nichts mehr mit Sport zu tun haben. Schon im Vorspiel Segeberg - Seth gingen Spieler durch k.o.-Schläge bis neun zu Boden und nach dem Spiel verfolgte man die Gäste bis zum Umziehraum. Daß keine Mannschaft verlieren will, ist selbstverständlich, daß es aber Spieler gibt, die sich nicht in der Gewalt haben, wenn es für ihre Mannschaft schlecht bestellt ist, ist tief traurig im Sport.

Das Dietrich GraffenbergerSpiel begann mit einer leichten Überlegenheit der Oldesloer Mannschaft, doch zeigte sich bald, daß die kleinen Stürmer bei der harten Abwehr des Gegners erfolglos bleiben mußten. Wenn die erste Halbzeit auch torlos vorüberging, waren die Oldesloer doch die Besseren im Spiel, konnten aber den sehr guten gegnerischen Torhüter nicht überwinden. Hahn als Mittelläufer der Oldesloer sorgte bis zu seiner Verletzung durch seine Ruhe dafür, daß die Mannschaft von der Nervosität des Gegners nicht angesteckt wurde. Auch die reichhaltigen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters konnten diesen Spieler nicht irreführen.

Mit 0:0 ging es in die Pause und alles erwartete eine Wendung für die eine oder andere Mannschaft. Statt einer Wendung im Spiel vermehrten sich die Zwischenfälle unter den Spielern. Einige Vorfälle führten zu harten Auseinandersetzungen, ohne daß der Ball in der Nähe war. Als Kampfhähne standen sich mehrmals Lindau (Segeberg) und Mandelkau (Oldesloe) gegenüber, die sich gegenseitig die restlichen Spielminuten schwer machten. Es kam, wie es kommen mußte, einer mußte das Feld verlassen, statt beider wählte man den Oldesloer, weil er wahrscheinlich mit den Entscheidungen des Schiedsrichters nicht einverstanden war.

Nach der Säuberung des Spielfeldes von Zivilisten (!!) ging es weiter in dem Kampf und Oldesloe blieb tonangebend. Bei einem Angriff schoß Graffenberger aus 20 Metern flach in Richtung Tor und unerwartet für die Segeberger ließ der Torhüter den Ball unter dem Arm hindurch ins Tor rollen. "Diese knappe Führung muß gehalten werden!" war die Parole der Oldesloer und alle Spieler setzten sich voll ein. Hahn schied sogar noch aus. Beim Schlußpfiff hatte sich Oldesloe zwei wichtige Punkte erkämpft, die die Mannschaft auf Grund ihrer besseren Leistungen auch verdient hat. Mit solchen Schiedsrichterleistungen, wie sie in Segeberg gezeigt wurden, möge jede Mannschaft verschont bleiben, denn zu 50 Prozent an den Vorkommnissen hatte der Schiedsrichter Schuld.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Ernst Hahn, Willi Neumann - Günter Friedrich, Heinz Pohl, Dietrich Graffenberger, Werner Kneese, Heinz Mandelkau.
Tor: 0:1 Graffenberger (75.). - Schiedsrichter: Scheel (Lübeck). - Zuschauer: 2500. - Platzverweis: Mandelkau (VfL Oldesloe).

Dienstag, 18. Okt. 1949
Die andere Seite hat das Wort.
Nochmals die Segeberger Fußballereignisse vom Sonntag. Der "Segeberger Zeitung" entnehmen wir den folgenden Spielbericht: Zu einem außergewöhnlich fesselnden Kampf kam es auf der Rennkoppel vor über 2500 Zuschauern, von denen rund 400 bis 500 aus Bad Oldesloe gekommen waren, zwischen dem TuS Segeberg und dem VfL Oldesloe, den die Gäste nach einem schönen Durchspiel zehn Minuten vor Schluß durch Graffenberger mit !.0 knapp für sich zu entscheiden vermochten.

In der ersten Halbzeit hatten die Oldesloer, die die jüngere und schnellere Mannschaft stellten, eine leichte Feldüberlegenheit herausarbeiten können, während die Segeberger nach der Pause mehr vom Spiel hatten, den Erfolg der Oldesloer aber nicht verhindern konnten. Der Kampf zeichnete sich aus durch gute Leistungen beider Torhüter, die im Verein mit den starken Hintermannschaften weitere Treffer oft in echt brenzligen Situationen verhinderten. So war es ein Kampf, der mit unheimlicher Spannung geladen war, die Zuschauer aber nicht restlos befriedigte, weil die einzelnen Aktionen zu verkrampft wirkten. Bedauerlicherweise mußte das Spiel 20 Minuten vor Schluß wegen einiger unliebsamer Vorfälle, die hinter dem Rücken des Unparteiischen geschahen, fünf Minuten unterbrochen werden, da 150 bis 200 Zuschauer auf den Platz gestürmt waren. Der vernünftigen Handlungsweise von Scheel (Phönix), der dem Spiel ein vorbildlicher Leiter war, ist es zu verdanken, daß der Kampf schließlich fortgesetzt werden konnte. Leider trugen aber diese Vorfälle eine harte Note ins Spiel, die dazu führte, daß der Oldesloer Mandelkau, der auch der Urheber der vorangegangenen Spielunterbrechung gewesen war, wegen einer abermaligen Unfairneß unter dem Beifall der Zuschauer des Platzes verwiesen wurde. Die letzten zehn Minuten sah man die Oldesloer, durch ihren Erfolg angespornt, wieder im Vorteil.
OL

Freitag, 21. Okt. 1949
Der "Fall Segeberg".
Es fand die Verhandlung über den uns bekannten "Segeberger Boxkampf" während des Fußballspiels am 16. Okt. statt. Der kleine Verhandlungsraum war bis auf den letzten Platz besetzt, da ja bekanntlich diese Verhandlungen öffentlich sind, als der Vorsitzende Brämer (Schlutup) mit der Vernehmung der Zeugen begann. Der Schiedsrichter verlas seinen verfaßten Bericht, der, wie erwartet, nichts anderes bringen konnte. Was bei dem Spiel geschah, geschah alles hinter des Schiedsrichters Rücken.

"Ich konnte mich bei der Berichtsverfassung nur auf die Aussage meiner Frau verlassen", sagte der Schiedsrichter, "denn die war die einzige objektive und glaubhafte Person für mich. Der Feldverweis von Mandelkau geschah, weil er nach einer Verwarnung noch beleidigend gegen mich wurde." - Alles andere Vorgebrachte waren nur schöne Worte, die ein Schiedsrichter nach solchem Spiel geben mußte.

Der 1. Vorsitzende von Segeberg schilderte zuerst den Segeberger Fall und versuchte, das Oldesloer Publikum als die Schuldigen der ganzen Affäre hinzustellen. Die Segeberger Zuschauer verhielten sich mustergültig, so sagte er, auch die Spieler. Auf die vorausgegangenen Schläge im Spiel gegen Seth wollte der Vorsitzende des TuS Segeberg zuerst nicht eingehen, doch wurde seitens eines Oldesloer Vertreters glaubhaft gemacht, daß auch hier die Platzordner vollkommen versagten.

Der Oldesloer Vertreter griff Schiedsrichter, Ordner und Spieler an, gab hauptsächlich dem Schiedsrichter die Schuld, der Segeberg unbedingt durch seine Entscheidungen bevorzugte. Nach langem Hin und Her, wobei nur Unwesentliches geredet wurde, behauptete Bruhn (Segeberg), er wäre von Mandelkau geschlagen worden und als er später dann wieder schlug, wäre ihm schwarz vor den Augen gewesen, so daß er sich auf nichts mehr besinnen kann. Die fünf Herren im Bezirksgericht gaben sich erdenklichste Mühe, die Verhandlung in ruhiger Weise zu führen und sachlich und objektiv zu bleiben. Es muß diesen Herren bestätigt werden, daß sie ihr schweres Amt zur Zufriedenheit beider Parteien vertraten.

Das Urteil lautete: Mandelkau wird wegen wiederholter Unsportlichkeit bis zum 26. Dez. gesperrt, Bruhn (Segeberg) wird wegen Unsportlichkeit bis zum 28. Nov. gesperrt, der TuS Segeberg erhält eine Geldstrafe von 100 DM, weil er es an den nötigen Vorsichtsmaßnahmen, die zu den Unruhen auf dem Spielfeld führten, hat fehlen lassen. Die Kosten der Verhandlungen wurden beiden Parteien auferlegt.
OL



Samstag, 22. Okt. 1949
Der VfL hat Mölln zu Gast
Der Schreck vom letzten Spielsonntag in Segeberg ist beim VfL sicher überwunden. Wenn sich auch noch einige Schlachtenbummler ab und zu über das "Segeberger Drama" unterhalten, ist bei der Mannschaft doch volle Ruhe eingekehrt. Am Sonntag steht nun wieder ein Kampf bevor, der von allen Seiten betrachtet werden muß. Was kann der Gegner? Was kann Oldesloe? Ziehen wir Vergleiche, müssen wir auf einen sicheren Punkt für die Oldesloer Mannschaft kommen.

Betrachten wir den Gegner genauer, ist er doch recht ernst zu nehmen, hat er doch genau wie Oldesloe auf eigenem Platz gegen Fehmarn zwei Punkte hergeben müssen. Wiederum reicht das Können aus, um allen Bezirksklassenvertretern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Machen wir also die Rechnung nach dem Spiel und präsentieren sie den Parteien. Einer mit solchem Kampfgeist durchzogenen Mannschaft wie beim VfL ist schlecht beizukommen. Es ist der Siegeswille der Mannschaft, der ausschlaggebend für das Spielgeschehen ist. Es wird sich gegen Mölln beweisen, ob die zahlreichen Zuschauer von ihrer Heimmannschaft enttäuscht oder zufriedengestellt werden.
OL

Sonntag, 23. Okt. 1949
7. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Mölln 0:1 (0:0)
Mölln schlug den VfL 1:0. Den 1500 Besuchern im Stadion zeigte die einheimische Mannschaft nur 45 Minuten lang ihr gewohntes Spiel. Daß in dieser Zeit keine Tore fielen, lag nicht an der starken Abwehr des Gegners, sondern an der Oldesloer Fünferreihe selbst. Schöne Flankenläufe und mehrmaliges Umspielen Heinz Langevon gegnerischen Spielern wirkt wohl für das Auge recht schön, doch wo bleibt der Torschuß? Auch die Vorlagen, die zu Torerfolgen führen sollten, wurden so gegeben, daß der eigene Spieler nichts damit anfangen konnte. Immer war der Gegner dankbar, daß man ihm den Ball so gut servierte und daß man ihm noch Zeit ließ, in aller Ruhe die Gefahr zu beseitigen.

Das Spiel begann mit einer fast zu starken Überlegenheit der Oldesloer, was sich aus dem Eckenverhältnis von 8:0 bis zur Pause deutlich heraushob. Nur selten kam der Gegner über die Mittellinie hinaus, wurde dann aber stets abgeriegelt. Eine Verletzung von Hahn machte eine Umstellung erforderlich. Graffenberger ging in die Verteidigung zurück und Hahn übernahm die Sturmführung. Es blieb weiter bei der Überlegenheit der Oldesloer, besonders durch die rechte Seite mit Pohl und Friedrich. Die linke Seite fiel durch das gänzliche Versagen von Kneese fast völlig aus. Warum nahm man nicht Budnick auf Halblinks, damit er, der noch gut im Spiel war, mehr Druck aufs Tor brachte? Dieses sind grobe Fehler, die bei einem so wichtigen Spiel nicht vorkommen dürfen. Oldesloe war bis zur Halbzeit eine Klasse besser als der Gegner.

Nach dem Wechsel sollte nun ganze Arbeit gemacht werden und wer weiß was noch alles geplant war. Denselben Gedanken hatte die Möllner Mannschaft und setzte ihn auch in die Tat um. Öfters war das Oldesloer Tor in Gefahr, einmal rettete Helmut Lange sogar kniend allein im Tor einen Erfolg der Gäste. Als Mölln 20 Minuten vor Schluß zu einem billigen Erfolg kam, die linke Seite wurde nicht gedeckt, rafften sich die Oldesloer nochmals, leider aber nur für fünf Minuten auf und hätten den Ausgleich erzielen können, doch wie immer fehlt dem Sturm der sichere Torschütze. Mit solcher schwachen Stürmerleistung wird die Oldesloer Mannschaft wenig Erfolg haben. Aus sieben Spielen zehn Plustore zu erzielen, ist gerade keine rühmliche Leistung, dagegen darf die Hintermannschaft mit ihren nur sieben Minustoren stolz sein.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Ernst Hahn, Willi Neumann - Günter Fried-rich, Heinz Pohl, Dietrich Graffenberger, Werner Kneese, Günter Budnick.
Tor: 0:1 Bruhnke (70.). - Zuschauer: 1500.

Samstag, 29. Okt. 1949
Oldesloe gegen Timmendorf.
Nach einem nicht ganz programmäßig verlaufenen Spielsonntag für den VfL Oldesloe geht es am Sonntag nach Timmendorf. Nicht zu einer Erholung tritt die Mannschaft des VfL die Reise nach dem Timmendorfer Strand an, sondern sie wird sich vor und während des Spiels doch einige Kopfschmerzen über den Ausgang dieses Treffens machen. Wenn es gegen Mölln auf eigenem Platz nicht ganz nach Wunsch der Oldesloer ging, so besteht doch durchaus die Hoffnung, daß die Mannschaft gegen Timmendorf alles wieder gut machen wird.

Werden die Timmendorfer richtig angefaßt, und das muß die erste Bedingung der Oldesloer Mannschaft sein, müßte nach genauer Berechnung der vorausgegangenen Spiele beider Parteien das Zünglein an der Waage sich nach der Oldesloer Seite neigen. Von den neun Pluspunkten, die die Oldesloer aufzuweisen haben, holte sich die Mannschaft sechs auf des Gegners Platz und nur drei wurden zu Hause errungen. Also wäre am Sonntag nach der Reihenfolge - Sieg, Niederlage - nun wieder ein Sieg zu erwarten. Wir geben der Mannschaft den guten Rat, recht vorsichtig ins Spiel zu gehen und sich 90 Minuten lang auf einen schweren Kampf gefaßt zu machen. Die Timmendorfer sind zu Hause schwer zu schlagen, was selbst Oldesloe schon erfahren mußte.
OL

Sonntag, 30. Okt. 1949
8. Punktspiel TSV Timmendorf - VfL Oldesloe 3:6 (3:3)
Oldesloe schlug Timmendorf 6:3. Der VfL hatte nur eine halbe Stunde einen gleichwertigen Gegner und konnte sich auf dem ungewohnten Sandplatz die ersten 30 Minuten schlecht zurechtfinden, doch sah man der Mannschaft an, daß das Spiel recht ernst genommen wurde.

Bereits nach zehn Minuten erzielte Budnick das Führungstor. Kruse (Timmendorf) schlug über den Ball und der Flachschuß saß im Netz. Die Freude war nur von kurzer Dauer. Kowalski nahm eine Flanke von links mit dem Kopf und Lange konnte dieses Tor nicht verhindern. Ein Gegenangriff der Oldesloer wurde von einem Timmendorfer hart gestoppt und der Schiedsrichter gab einen Strafstoß, mit dem Kruse nicht einverstanden war und reklamierte. Wie immer hat der Schiedsrichter das letzte Wort und Kruse mußte sich das Spiel von draußen ansehen.

Eine harte Entscheidung, aber vielleicht die beste Lösung für den weiteren Verlauf des Spiels. Mit zehn Mann erkämpfte sich Timmendorf trotzdem eine kleine Feldüberlegenheit und erzielte durch Michael den zweiten Treffer. Bis sich die Oldesloer so recht gefunden hatten, stand die Partie 3:1 für Timmendorf! Lange im Tor wurde stark bedrängt und der Ball fand durch Babucke den Weg an den verdutzten Oldesloern Lange I und Lange II vorbei ins Netz.
Jetzt schien erst die Zeit für die Oldesloer gekommen zu sein. Schöne Angriffe wurden vorgetragen und Budnick war wieder der Torschütze. Ein weiteres Tor erzielte dann Friedrich. Gegen sein Kopftor war auch der gute Timmendorfer Torhüter machtlos. Bei diesem Stande wurden die Seiten gewechselt. Die Timmendorfer wehrten sich fast 20 Minuten, bis dann Hahn das Führungstor durch Kopfball erzielte. Der Gegner hatte von nun an nur noch wenig zu bestellen und beschränkte sich auf die Verteidigung. Leicht hätten Budnick, Hahn und Friedrich noch mehr Tore schießen können, doch war die Verteidigung zu zahlreich. Den fünften Treffer brachte Hahn wieder auf sein Konto. Der beherzte Schuß war eine sehr schöne Leistung. Pohl war der Schütze des sechsten Tores.

Insgesamt war die Oldesloer Mannschaft die bessere, daß die drei Gegentore fielen, lag an dem ungewohnten Platz. Der Schiedsrichter Vick vom ATSV Lübeck war sehr gerecht und pünktlich genau.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graf-fenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Egon Jack, Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn, Günter Budnick.
Tore: 0:1 Budnick (10.), 1:1 Kowalski, 2:1 Michael, 3:1 Babucke, 3:2 Budnick, 3:3 Friedrich, 3:4 Hahn (65.), 3:5 Hahn, 3:6 Pohl. - Schiedsrichter: Vick (Lübeck). - Platzverweis: Kruse (TSV Timmendorf).

Samstag, 5. Nov. 1949
Oldesloe gegen Reinfeld.
Sicher wird das Oldesloer Stadion wieder eine große Zuschauermenge aufweisen, denn wer will wohl diesen lange ersehnten Kampf der beiden Rivalen nicht miterleben? Zu einem Reinfall wird es sicher kommen für den einen oder für den anderen; doch sieht die Partie für die Einheimischen etwas besser aus als für den Gast aus der Karpfenstadt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß sich die Reinfelder alle Kräfte aufgespart haben, um dem "lieben Nachbarn" eins auszuwischen. Auf alle Fälle lauten so die Gerüchte, die aus der Nachbarstadt herüberdringen.

Die Oldesloer sind gerüstet und verhalten sich in Stillschweigen, doch gehen die Blau-Weißen nicht unvorbereitet in den Kampf. Für eine halbe Stunde wird der Gast einen gleichwertigen Gegner abgeben, doch reichen die Kräfte wohl nicht aus, um dem Gastgeber länger ernsthaften Widerstand zu leisten! So war es in den letzten Spielen der Reinfelder; doch darf der VfL auf Grund unserer Voraussage das Spiel nicht schon vor Beginn des Kampfes gewonnen haben! Wird der rechte Flügel der Reinfelder gut bewacht und der Mittelläufer gehalten, ist der Mannschaft die Hauptkraft genommen. Unsere Voraussage ist ein sicherer Sieg der Oldesloer Mannschaft, der allerdings hart erkämpft werden muß. Anstoß 14.30 Uhr. OL

Samstag, 5. Nov. 1949
Achtung!
An alle Besucher des Fußballspiels am Sonntag gegen Reinfeld. Der VfL Oldesloe will im Spiel gegen Reinfeld seinen fairsten und erfolgreichsten Spieler durch das anwesende Publikum feststellen lassen und gibt hierfür vor dem Spiel kleine Zettel mit der Aufstellung der Mannschaft heraus. Da die zwei meistgenannten Spieler durch ein Geschenk vom VfL ausgezeichnet werden, soll das Publikum wirklich und vom sportlichen Standpunkt aus seine Stimme abgeben. Dieses Vorhaben wird sich alle drei bis vier Wochen wiederholen. Die Stimmen werden gleich nach dem Spiel am Ausgang eingesammelt. Bleistift mitbringen. Das Ergebnis der abgegebenen Stimmen wird am Montag im "Landboten" erscheinen.

Die elf Spieler im Spiel gegen Reinfeld sind:
  • Heinz Lange (19 Jahre, Färber bei Albert Dernehl, Bad Oldesloe)
  • Helmut Lange (25, Automonteur bei Helmut Kroll, Bad Oldesloe)
  • Dieter Graffenberger (26, Verwaltungsbeamter bei der Stadt Bad Oldesloe)
  • Willi Damski (27, Kesselschmied, zur Zeit arbeitslos)
  • Otto Herold (29, Buchhalter bei Schoer & Bollow, Hamburg)
  • Willi Neumann (21, Bäcker bei Kurt-Herbert Pump, Bad Oldesloe)
  • Egon Jack (25, Modelltischler bei Kampnagel, Bad Oldesloe)
  • Heinz Pohl (26, Steuerbeamter beim Finanzamt Stormarn)
  • Günter Friedrich (18, Elektrolehrling bei Gehl, Reinfeld)
  • Ernst Hahn (27, Müller bei Bruno Rickert, Bad Oldesloe)
  • Günter Budnick (20, Verwaltungslehrling beim Landratsamt, Bad Oldesloe)

OL

Sonntag, 6. Nov. 1949
9. Punktspiel VfL Oldesloe - Reinfelder TSC 5:3 (2:3)
VfL Oldesloe erkämpft 5:3-Sieg über Reinfeld. Daß es keine leichte Angelegenheit für die Oldesloer werden würde, war vorauszusehen, denn der Gegner braucht unbedingt Punkte, wenn die Bezirksklasse erhalten bleiben soll. Das Spiel begann mit riesenhaftem Eifer der Reinfelder, die versuchten, die Einheimischen zu überrennen.Helmut Lange Die anfängliche Unsicherheit der Oldesloer Hintermannschaft hätte leicht zum Verhängnis werden können. Den Reigen der acht Tore begann Budnick (VfL) mit einer wunderbaren Leistung. Als Linksaußen war er im richtigen Moment zur Mitte gestartet und sein Torerfolg war unhaltbar. Die schönen Angriffe der Reinfelder waren nicht ungefährlich, zumal die Oldesloer Deckung sich nicht richtig auf den schnellen Gegner eingestellt hatte. Eine Flanke von Feddern (Reinfeld) verwandelte Regus zum Ausgleich.

Wieder übernahm Oldesloe die Führung durch Friedrich. Ein 20-Meter-Schuß ging unhaltbar unter die Latte. Nach diesem Erfolg der Oldesloer kamen die Reinfelder zum verdienten Ausgleich. Einen abgegebenen Torschuß lenkte der Oldesloer Läufer Damski mit der Hand ins eigene Tor. Ein weiteres Tor verhinderte kurz nachdem Graffenberger, nach dem der Torwart sein Heiligtum verlassen hatte, auf der Torlinie. Der in dem Spiel gut aufgelegte Mittelstürmer der Oldesloer, Friedrich, sorgte dafür, daß die Hintermannschaft des Gastes unter Druck gesetzt wurde. Das Halbzeitergebnis 3:2 für Reinfeld fiel zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff wieder durch Regus, der sich sehr hart einsetzte. Das waren die Spielminuten vor der Halbzeit. Nach dem Wechsel setzten sich die Hiesigen mehr durch und übernahmen das Spielgeschehen. Der Ball wurde flach gehalten und dem Gegner jede Chance genommen, dem das hohe Spiel besser lag. Nach 20 Minuten der zweiten Halbzeit kam Pohl durch einen schönen 16-Meter-Schuß zum Ausgleich.

Noch einmal rafften sich die Reinfelder auf, um das Führungstor zu erzielen, doch blieb es bei dem Versuch. Dem vorübergehend verletzt ausgeschiedenen Lange I gelang es nach weiteren zehn Minuten, das vierte Tor zu erzielen. Nun war die Überlegenheit der Oldesloer erst recht unverkennbar und ein weiteres Tor durch Friedrich der Erfolg. In der letzten Spielminute vergab Graffenberger das sechste Tor. Sein Elfmeter-Ball war zu genau auf den Mann geschossen. Beide Mannschaften mußten sich sehr anstrengen, Oldesloe um zu siegen und Reinfeld, um eine höhere Niederlage zu verhindern.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graf-fenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Egon Jack, Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn, Günter Budnick.
Tore: 1:0 Budnick, 1:1 Regus, 2:1 Friedrich, 2:2 Eigentor Damski, 2:3 Regus (35.), 3:3 Pohl (65.), 4:3 Helmut Lange (75.), 5:3 Friedrich.

Montag, 7. Nov. 1949
Glossen zum Spiel VfL gegen RTSC:
Das mit Spannung erwartete Punktspiel der beiden Stormarner Mannschaften ging zu Ende und brachte ein etwas überraschendes Ergebnis. Bis Halbzeit stand die Partie remis, eine Viertelstunde danach leistungsgerecht 3:2 für die Reinfelder, die dann aber in der Endphase - auch spielentscheidend - den Blau-Weißen den Sieg und die Punkte überlassen mußten. Viele Zuschauer bangten lange um den Sieg, der auf des Messers Schneide stand. Eine so tapfere Gegenwehr wurde nicht erwartet, sie verdient Anerkennung. Die Reinfelder haben keine Ursache, zu resignieren. Sie sind besser, als es der letzte Platz besagt und verbesserungsfähig. Ihr Spielausschuß wird wissen, wo nun der Hebel angesetzt wird.

Erfreulich und ein nachahmenswertes Novum ist vor allem der Wille des VfL, die etwas ins Wanken geratene ritterliche Spielweise einzelner Spieler wieder zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Man will also reinen Tisch im eigenen Haus machen. Heute sollten die Zuschauer darüber entscheiden, welcher Spieler erstens der fairste, zweitens der erfolgreichste war. Diese beiden, die die meisten Stimmen erhalten, werden vom VfL durch ein Geschenk ausgezeichnet werden. Das soll sich von Zeit zu Zeit wiederholen.
OL

Montag, 7. Nov. 1949
Wer war der fairste Spieler?
Friedrich erhielt 262 Stimmen bei der Umfrage beim Spiel Oldesloe - Reinfeld. Als erfolgreichster und fairster Spieler wurde Günter Friedrich mit 262 StimmenGünter Friedrich vor Günter Budnick mit 141 genannt. Weiter folgen: Helmut Lange mit 96, Willi Damski mit 70 und Heinz Lange mit 65 Stimmen. Auf dem Stimmzettel waren neben den Namen der Spieler auch die Berufe angeführt. Unter anderem bei Damski zur Zeit erwerbslos. Es dürfte interessant sein, was als Randbemerkung auf einigen Zetteln im Falle Damski stand: "Wie kann es angehen, daß ein Spieler, Dreher von Beruf und mit Führerschein 1 und 2 stellungslos ist? Warum wurde diesem Spieler nicht schon lange geholfen? Bestehen keine Möglichkeiten, Damski unterzubringen?" Noch mehr solche Fragen waren vermerkt. Vielleicht führen diese Zeilen zu einem Erfolg!
OL

Samstag, 12. Nov. 1949
TSV Neustadt am Sonntag im Stadion.
Wenn die letzten Spiele der Oldesloer auch gewonnen wurden und die Mannschaft kampfkräftig erscheint, darf der Gegner am Sonntag, der TSV Neustadt, nicht unterschätzt werden. Nach einer anfänglichen Unsicherheit der Neustädter ist die Mannschaft wieder fast die alte geworden und erkämpfte sich von Spiel zu Spiel einen guten Tabellenplatz. Schnelligkeit aber auch Härte geht der Mannschaft an Ruf voraus. Diese beiden Eigenschaften sind es, die der Oldesloer Mannschaft durchaus nicht liegen. An Erfahrung und Technik halten wir die Oldesloer Mannschaft für ausgereifter, so daß, wenn sich alle elf Spieler 90 Minuten voll einspannen, ein Erfolg zu verbuchen sein wird. Es hängt natürlich viel von der Aufstellung der Mannschaft ab. Stehen alle Spieler zur Verfügung, wird auch diese schwere Hürde genommen werden.
OL

Sonntag, 13. Nov. 1949
10. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Neustadt 0:4 (0:2)
Wie entstand die 0:4-Niederlage für den VfL Oldesloe? Nach einer Viertelstunde Spielzeit, selbst beim Halbzeitstand von 2:0 für Neustadt, dachte keiner von den Zuschauern, die nicht allzu stark vertreten waren, daß die Oldesloer Mannschaft das Spiel verlieren würde. Durch schöne Angriffe des Oldesloer Sturms wurde die gegnerische Hintermannschaft oft sehr stark unter Druck gesetzt. Unsicherheit in der Verteidigung war es, daß die Niederlage kam, zu vermeiden wäre sie aber gewesen. Herold, Graffenberger, Budnick, selbst Lange II im Tor hätten die Niederlage vermeiden können. Daß der Sturm nicht zu Toren kam, lag an der recht guten Abwehr des Gegners und an der Depression durch die Leistung der eigenen Hintermannschaft.

Pech hatte Heinz Richterdie Fünferreihe in dem ganzen Spiel reichlich genug. Das Glück stand ihr eben nicht zur Seite. Nach 20 Minuten stand es 1:0 durch den Rechtsaußen. Graffenberger hielt seinen Mann nicht. Vor der Halbzeit fiel auch das zweite Tor. Diesmal war Herold der Schuldige, der den Ball nicht von den Füßen loswerden konnte, bevor der Gegner heran war, Zeit genug war vorhanden. Der 0:2-Stand wäre noch aufzuholen gewesen und recht hoffnungsvoll ging die Mannschaft in die Pause.

Nach dem Wiederantritt war das Unglück besiegelt. Friedrich wurde verletzt und schied für die restliche Spielzeit aus und der dritte Treffer für Neustadt, der unbedingt nicht fallen durfte, mußte verhindert werden. Dieses war das Zeichen der Niederlage. Alle weiteren Anstrengungen nutzten nichts mehr, auch der Kampfgeist erlahmte, was dem Gegner die Oberhand gab. Das einzige verdiente und schön erzielte Tor war das vierte, das durch einen scharfen Schuß aus etwa 16 Metern fiel.

Der Gegner spielte, wie wir in unserer Vorschau sagten, einen harten und schnellen Fußball, jedoch nicht unfair. Gut waren der rechte Verteidiger, Torhüter, Mittelstürmer und Mittelläufer. Bei Oldesloe gefielen Hahn, Richter und bis zu seiner Verletzung Friedrich besonders. Alle übrigen Spieler waren schwächer als sonst.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Heinz Richter, Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn, Günter Budnick.

Freitag, 18. Nov. 1949
Segeberg gesperrt.
Sämtliche Fußball-Herrenmannschaften des TuS Segeberg wurden vom Fußballbezirk Lübeck ab sofort gesperrt, da die Segeberger trotz mehrfacher Mahnungen nicht die 100 Mark Strafe gezahlt haben, die ihnen anläßlich der unsportlichen Vorfälle auf ihrem Sportplatz (am 16. Oktober gegen den VfL Oldesloe, d.Verf.) aufgebrummt wurden.
LN

Samstag, 19. Nov. 1949
Der VfL Oldesloe beim ATSV Moisling.
Nach der unerwarteten Niederlage am vergangenen Sonntag gegen Neustadt ist es sehr schwer, die Oldesloer Mannschaft gegen einen solch starken Gegner, der den Spitzenreiter Schwartau (am 13. Nov. 1949 2:1, d.Verf.) besiegen konnte, einzuschätzen. Halten wir uns an die Tradition, dann müßte auf des Gegners Platz ein Sieg der Oldesloer errungen werden, denn die meisten Punkte holte sich die einheimische Mannschaft auf des Gegners Platz.

Wenn beide Gegner etwas näher unter die Lupe genommen werden, um festzustellen, was beide zu leisten imstande sind, müssen wir uns zugunsten der Moislinger aussprechen. Die Oldesloer Mannschaft macht zur Zeit einen etwas überspielten Eindruck und ist weit von dem früheren Können entfernt. Wir nehmen jedoch an, daß es nur eine vorübergehende Erscheinung ist, und sind nicht überrascht, wenn uns im Spiel selbst das Gegenteil bewiesen wird, was wir jetzt noch nicht zu hoffen wagen. Die Mannschaftsaufstellung steht noch nicht endgültig fest. Setzen wir noch einmal unser ganzes Vertrauen auf die Oldesloer Elf und entscheiden wir uns für einen sehr knapp errungenen Sieg.
OL

Sonntag, 20. Nov. 1949
11. Punktspiel ATSV Moisling - VfL Oldesloe 2:2 (2:1)
Der VfL Oldesloe rettete in Moisling einen Punkt. Wer das Spiel gesehen hat, wird sich unserer Meinung anschließen: Ein glückliches Spiel und glückliches Ergebnis für unsere Mannschaft. Der Gegner drückte auf das Tempo von Beginn bis zum Schluß der Spielzeit und ließ die Oldesloer Mannschaft, besonders in der ersten Halbzeit, nicht zur Entfaltung kommen.

Das Spiel Hermann Lattkewurde seitens der Moislinger diktiert und auch überlegen geführt. Schon in den ersten Spielminuten sah man, daß es der Oldesloer Hintermannschaft schwer fallen würde, den Angriffen stand zu halten. Nach 15 Minuten konnte Petersen von Moisling seinem Bewacher Graffenberger davonlaufen und sicher einschießen. Dieser Erfolg gab den Moislingern noch mehr Mut zum erhöhten Einsatz. Einzelne Angriffe der Oldesloer Mannschaft verliefen im Sande, denn die Deckung beim Gastgeber war zu stark für die kleinen und schwächeren Stürmer der Oldesloer.

In der 30. Minuten stand die Partie 2:0 für Moisling. Ein Kernschuß von Herzberg aus 16 Metern ging unhaltbar ins Netz. Weitere Angriffe der Moislinger machte Lange im Tor der Oldesloer unschädlich. In diesem Spiel machte er einige Fehler aus den Vorspielen wieder gut. Oft war Lange im Tor Retter in der Not und ließ für die weitere Spielzeit für den Gegner keinen Erfolg mehr zu. Als Lattke überlegt einen Ball aus günstiger Stellung geschickt über Verteidiger und Torhüter ins Netz hob, war die Stimmung der zahlreichen Schlachtenbummler wieder gestiegen. Die Mannschaft fand sich jetzt besser zusammen und wurde vor dem Moislinger Tor gefährlicher. Bei diesem Stande ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel übernahmen dann die Oldesloer zuerst das Kommando und waren dicht vor dem Ausgleich. Doch der Gastgeber verteidigte geschickt seinen Vorsprung. Fast wäre der dritte Treffer für den Gastgeber gefallen, doch Lange faustete den gefährlichen Schuß über die Latte zur Ecke. In der 25. Minute der zweiten Halbzeit fiel wieder durch Lattke der Ausgleich. Einen von Pohl gut vorgelegten Ball erwischte der gut spielende Linksaußen und sein ruhiger überlegter Schuß landete hinter dem sehr guten Moislinger Torwart im Netz. Die restlichen Spielminuten waren nur noch ein Kampf um das Führungstor. Moisling gab wieder etwas mehr den Ton an und es sah manchmal sehr gefährlich vor dem Oldesloer Tor aus, doch stand in dieser Zeit das Glück den Blau-Weißen zur Seite. Auf der Gegenseite vergab Pohl eine Chance. Sein Schuß ging gegen die Latte, das war die letzte Möglichkeit für Oldesloe. Beim Gegner war kein schwacher Spieler festzustellen. Besonders hervorgehoben werden müssen Herzberg, Hinzmann und Petersen. Der Torhüter war sehr sicher, besonders bei Flachbällen. Oldesloe stellte eine geschwächte Mannschaft und hat bei der Aufstellung noch nicht die richtige Lösung getroffen. Auch nach der Umstellung waren die schwachen Spieler nicht viel besser. Ganz ausgezeichnet war Lange im Tor, dem das günstige Ergebnis auch zu verdanken ist.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Egon Jack, Dietrich Graffenberger - Willi Damski, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Budnick, Heinz Pohl, Helmut Lange, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Petersen (15.), 2:0 Herzberg (30.), 2:1 Lattke, 2:2 Lattke (70.).

Samstag, 26. Nov. 1949
VfL Oldesloe ist spielfrei.
Nach den schweren Kämpfen in den letzten Wochen hat die Ligamannschaft des VfL Oldesloe eine Ruhepause erhalten, die ihr gut bekommen wird.
OL

Samstag, 3. Dez. 1949
Ein reges Sporttreiben wird sich am Sonntag auf allen Plätzen im Bürgerpark abspielen. Im Fußball ist es Gut Heil Lübeck, der gegen unsere Ligamannschaft im Punktspiel steht. Siegen und nochmals siegen ist bei beiden die Parole. Wer hat nun die größeren Chancen? Nach genauer Betrachtung müßte das Spiel unentschieden verlaufen. Beide Mannschaften sind in technischer Hinsicht gleich und haben zur Zeit ihre besten Spieler im Sturm. Die Hintermannschaften sind sich ebenfalls gleich und machen eine kleine Formkrise durch, die oft zum Verhängnis werden kann und etwas Unsicherheit in die Mannschaft bringt. Die Läuferreihe hält sich ebenfalls die Waage. Es kommt also auf die Tagesform an, wer sich die Punkte holt. Die VfL-Mannschaft hat sich in den letzten Spielen redlich geschlagen und es liegt kein Grund vor, der Mannschaft kein vertrauen zu schenken. Eine Chance müssen wir aber dem Gegner auch einräumen, wenn wir uns an die letzten Erfolge erinnern. Bleiben wir mit der Voraussage bei unserer ersten Meinung und entschließen uns für ein gerechtes Unentschieden.
OL

Sonntag, 4. Dez. 1949
Das fürchterliche Wetter machte den Fußballern einen dicken Strich durch die Rechnung. Alle Spiele fielen aus, auch das für Oldesloe angesetzte Punktspiel VfL gegen Gut Heil Lübeck. Hoffen wir, daß der nächste Sonntag den Fußballern günstiger ist.
OL

Samstag, 10. Dez. 1949
VfL Oldesloe gegen LSV Gut Heil.
Eine schwere Aufgabe hat der VfL morgen zu lösen. Gut Heil Lübeck wird alles daran setzen, um die Punkte zu erobern. Beide sind gleichwertig einzuschätzen, wenn auch der Platzvorteil dabei berücksichtigt ist, denn dieser hat der Oldesloer Mannschaft noch keinen Vorteil gebracht. Stets wurde der Gegner im eigenen Hause zu leicht genommen. Stets haben die VfL-Spieler ihren schlechten Tag gerade beim Spiel in Oldesloe. Mit der Mannschaft am Sonntag müßte der Gegner bezwungen werden, allerdings nur, wenn sich sämtliche Spieler restlos einsetzen. Gut Heil ist in Oldesloe nicht unbekannt. Mit Friedrich und Hahn wird die Stürmerreihe des VfL wieder durchschlagskräftiger sein und zu Erfolgen kommen, wenn sie dem Innenspiel nicht verfällt und die schnellen Außen bedient. Der hiesigen Mannschaft geben wir den Vorzug. Die Erfolge, die Gut Heil in den letzten Spielen aufzuweisen hat, werden den VfL veranlassen, mit aller Energie ins Spiel zu gehen, um vor unliebsamen Überraschungen verschont zu bleiben. Wir tippen: Unentschieden.
OL

Sonntag, 11. Dez. 1949
12. Punktspiel VfL Oldesloe - Lübecker SV Gut Heil 1:4 (1:4)
Der VfL gab den Ton an und unterlag 1:4. Fast könnte man sagen, vor Ausschluß der Öffentlichkeit fand ein Fußballspiel im Oldesloer Stadion statt, das trotz des sehr schlechten Wetters in musterhafter Weise durchgeführt wurde. Daß Fortuna in den 90 Minuten absolut gegen die VfL-Mannschaft war, wird keiner von den 150 Zuschauern bestreiten können.

In der 20. Minute konnte Schmidt (Linksaußen) das erste Tor für die Lübecker erzielen. Unverdrossen kämpfte die Oldesloer Mannschaft gegen den starken Wind weiter, mußte jedoch bald den zweiten Treffer durch Wrobel zulassen. Auch der dritte und vierte Treffer für die Lübecker kam auf das Konto von Deckungsfehlern der Oldesloer Hintermannschaft, denn Wrobel hatte nicht den richtigen Bewacher. Mit 4:0 in Führung wurde Gut Heil sichtlich ruhiger und vor dem Lübecker Tor spielten sich oft harte Abwehrkämpfe ab. Durch Budnick kam Oldesloe zum Ehrentor kurz vor dem Wechsel. Ein schönes Zusammenspiel zwischen Friedrich und Budnick führte zum Erfolg.

Die zweite Halbzeit überstand Gut Heil mit viel Glück torlos. Von den 45 Spielminuten befanden sich die Oldesloer 35 Minuten lang vor dem Lübecker Heiligtum, ohne zu Erfolgen zu kommen. Einmal waren die Abwehrspieler zu zahlreich und Torhüter Jüdes nicht zu schlagen, zum anderen Mal fehlt immer wieder der Torschütze im Oldesloer Sturm. Daß es beim Stand von 1:4 für Gut Heil blieb, ist ein großes Verdienst von Jüdes im Tor der Lübecker. Trotz der unverdienten Niederlage muß dem VfL bestätigt werden, daß er sich restlos bis zum Schluß eingesetzt hat. Mit der besten Mannschaft hätte der VfL das Spiel nicht verloren. Mußte das sein, daß Hahn zusah, wie seine Mannschaft unterlag? Die Schuld liegt in diesem Falle nicht auf der Seite der zuständigen Spielbetreuer, sondern sie ist woanders zu suchen und ist Stadtgespräch. Nicht ohne Schuld war auch der sonst gute, aber in diesem Spiel ziemlich einseitig zugunsten der Lübecker eingestellte Schiedsrichter Weinand I.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Egon Jack, Helmut Lange - Heinz Richter, Otto Herold, Willi Neumann - Günter Bud-nick, Heinz Pohl, Günter Friedrich, Werner Kneese, Her-mann Lattke.
Tore: 0:1 Schmidt (20.), 0:2 Wrobel, 0:3 Wrobel, 0:4 Wro-bel, 1:4 Budnick. - Schiedsrichter: Weinand I (Lübeck). - Zuschauer: 150.

Sonntag, 18. Dez. 1949
13. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Pansdorf 6:2 (3:2)
Der VfL Oldesloe überspielte den TSV Pansdorf 6:2! Der goldene Sonntag brachte der VfL-Mannschaft einen schönen Sieg, zwei wichtige Punkte und sechs Plustore ein. Willi NeumannAußerdem kehrte in die Mannschaft der längst fällige gesunde Kameradschaftsgeist ein, der nur zum Guten führen kann. Wer die Mannschaft kämpfen sah, wird mit der Leistung zufrieden gewesen sein, wenn auch einige Schnitzer der Hintermannschaft immer noch vorkommen. Das Spiel selbst stand aber im Zeichen der vollen Überlegenheit der Hiesigen.

Schon die ersten Spielminuten bewiesen eindeutig, daß ein Klassenunterschied beider Mannschaften festzustellen war. Nach neun Minuten ein unverhoffter Schuß von Friedrich aus 20 Metern brachte die Führung. Der Ball ging dem Torwächter unter dem Körper hindurch ins Netz. Kurze Freude der Oldesloer, denn noch in derselben Minute fiel der Ausgleich durch einen Fehler der Hintermannschaft, der unbedingt hätte vermieden werden können. Nach weiteren 20 Minuten fiel wieder durch Friedrich das zweite Tor. Bis zum dritten Tor für die Oldesloer, das wieder durch Friedrich fiel, hatte der Pansdorfer Torhüter manchen schwierigen Ball durch Pohl, Friedrich und Kneese unschädlich zu machen. An dem zu früh herauslaufenden Oldesloer Torhüter vorbei ging wieder durch Wulf der Ball ins leere Oldesloer Tor. Halbzeit 3:2 für den VfL.

Nach dem Wechsel spielte Oldesloe gegen den starken Wind, war aber trotzdem überlegen. Durch einen Strafstoß an der 16-Meter-Grenze fiel nach einer Flanke von Budnick durch Pohl das vierte Tor. Der Strafstoß wurde durch Hanke verursacht, er wurde des Feldes verwiesen. Als Kneese dann endlich den Ball über die Torlinie befördern konnte, war die Kampfkraft des Gegners gebrochen. Die restlichen Spielminuten sah man die hiesige Mannschaft nur noch im Strafraum des Gegners. Den sechsten Treffer verhinderte ein Pansdorfer Spieler mit der Hand im Tor. Der Elfmeter wurde von Budnick verwandelt. Oldesloes Mannschaft hat sich zweckmäßig eingesetzt und hat geschlossen Anteil an dem schönen Sieg. Besonders gefielen, ohne die anderen Spieler zurückzustellen, Friedrich durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine Ballsicherheit, Neumann durch seine fast fehlerfreie Ballabgabe und sein richtiges Stellungsspiel. Damski war hinten und vorne zu sehen und beherrschte das Mittelfeld durch seine Schnelligkeit. Alle anderen standen ihren Mitspielern nicht viel nach: eine Spielfreudigkeit wie nie zuvor.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Egon Jack, Helmut Lange - Willi Damski, Heinz Richter, Willi Neumann - Günter Bud-nick, Heinz Pohl, Günter Friedrich, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Friedrich (9.), 1:1 Wulf (9.), 2:1 Friedrich (29.), 3:1 Friedrich, 3:2 Wulf, 4:2 Pohl, 5:2 Kneese, 6:2 Budnick (Handelfmeter). - Schiedsrichter: NN. - Platzverweis: Hanke (TSV Pansdorf).

Samstag, 24. Dez. 1949
Mandelkau darf gegen Phönix nicht spielen!
Ein besserer Gegner als Phönix kann den Oldesloern am ersten Feiertag nicht vorgesetzt werden. Phönix ist mit 20:0 Punkten ungeschlagener Herbstmeis-ter. Wer möchte nicht die stärkste Mannschaft des Bezirks IV Lübeck im Kampf mit der zur Zeit ebenfalls in bester Form befindlichen VfL-Mannschaft sehen? Das Einweihungsspiel des Oldesloer Stadions, in dem sich beide gegenüberstanden, haben die Oldesloer am 31. Juli 1949 verdient 6:5 gewonnen. Daß die Lübecker diese Niederlage beseitigen wollen, ist zu verstehen. Steht aber der Sieg schon durchaus für die Lübecker Gäste fest? Wir glauben es nicht, heben dabei unsere Hintermannschaft aber durchaus nicht in den Himmel.

Die letzten Spiele haben bewiesen, daß der VfL-Sturm etwas kann. Friedrich als Mittelstürmer ist in jedem Spiel für ein bis zwei Tore gut. Pohl und Kneese unterstützen ihren Sturmführer gut, ohne ihre Außenstürmer dabei zu vergessen. Budnick auf Rechtsaußen muß bedacht werden und Lattke muß sich gegen seinen erfahrenen Gegenspieler ganz besonders einsetzen. Von der Läuferreihe erwartet man dieselben Leistungen wie am Vorsonntag. Durch Hahn können die Leistungen noch erheblich besser werden. Die Einsetzung von Mandelkau wurde im letzten Augenblick verboten. Lange I ist wieder auf dem alten Posten. Er sollte mehr seinen eigenen Mann decken als anderen Mitspielern aushelfen. Lange im Tor kann sehr viel; leider war er aber in den letzten Spielen nicht ganz schuldlos an den Gegentoren.

Wenn wir mit einem Unentschieden rechnen, dann nur deshalb, weil der Lübecker Gast immer schwer gegen den VfL bestehen konnte. Beginn 14 Uhr. Der zweite Festtag bringt ein Spiel gegen Olympia Neumünster. Es müßte für die Oldesloer Mannschaft zu einem Siege reichen. Kurz vor Redaktionsschluß erfuhren wir, daß der Spieler Mandelkau vom VfL Oldesloe für den ersten Weihnachtstag vom Spielausschuß des Bezirks IV auf Antrag seines Vereins spielberechtigt war. Als man jedoch in Lübeck vernahm, daß der VfL gegen den LBV Phönix am ersten Weihnachtstag antritt, wurde die Spielberechtigung schleunigst zurückgezogen. Ist dies eine sportliche Haltung oder breitet man beide Flügel über den LBV Phönix? Wie hoch wird doch die VfL-Mannschaft in Lübeck eingeschätzt!
OL

Sonntag, 25. Dez. 1949
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Phönix Lübeck 1:5 (1:1)
VfL Oldesloe unterliegt Phönix 1:5. Zahlreiche Besucher kamen am ersten Weihnachtstag auf ihre Kosten, als sich der VfL und Phönix zum Revanchekampf gegenüberstanden. Auf beiden Seiten fehlten einige Stammspieler, doch führte sich der Ersatz gut ein. Dem guten englischen Schiedsrichter Laidlaw wurde sein Amt nicht schwer gemacht.

Gleich zu Beginn des Spiels schien es für Oldesloe schlecht bestellt zu sein, als der Schiedsrichter bereits in der ersten Spielminute auf den Elfmeterpunkt wies und dem Gast einen Handelfmeter zusprach. Ein Abwehrspieler von Oldesloe machte unabsichtlich Hand im Strafraum. In echt sportlicher Haltung wurde dieser Strafstoß ausgelassen, was der Phönix-Mannschaft große Sympathien einbrachte. Auf und ab wogte der Kampf, bei dem sich die Oldesloer Mannschaft von einer sehr guten Seite zeigte. In musterhafter Weise fiel bereits nach vier Minuten durch Friedrich der erste und einzige Treffer für Oldesloe. Ein schönes Durchspiel und von halbrechts geschossen landete der Ball mit scharfem Schuß im Netz. Durch diesen Erfolg aufgemuntert waren die Einheimischen nicht nur gleichwertig, sondern ihrem Gegner überlegen und drückten ihn in die eigene Spielhälfte zurück. Zehn Minuten vor dem Wechsel überlief der Linksaußen seinen Gegenspieler und seine Flanke kam wunderbar zur Mitte, von wo der Ball überlegt und besonnen eingeschossen wurde. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt.

Der Lübecker Angriff lief jetzt besser und der VfL wurde stark zurückgedrängt. Bei einer Abwehr vor dem VfL-Tor erhielt Hahn den Ball unglücklich an den Fuß, so daß er ins eigene Tor sprang. Deprimiert spielten die Oldesloer weiter. Als Mitte der zweiten Halbzeit wieder ein Erfolg für Phönix zu verbuchen war, war es um die Oldesloer Mannschaft geschehen. Ein Mißverständnis der Abwehrspieler führte zum dritten Tor für die Gäste. Läuferreihe und Sturm verstanden sich jetzt ausgezeichnet. Es wurde abgegeben und wieder abgegeben, so daß die Oldesloer Mannschaft es schwer hatte, den Angriffen standzuhalten. In dieser Drangperiode fielen dann auch noch das vierte und fünfte Tor für Phönix, beide waren musterhaft erzielt. Friedrich und Budnick schossen immer wieder, doch ging der Ball neben den Pfosten oder knapp darüber weg. Lattke vergab das zweite Tor, als er statt auf das Tor zu schießen, den Ball zu weit zurück gab. Die Oldesloer Mannschaft hat sich einem besseren Gegner beugen müssen, hat aber zu hoch verloren.
OL

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Egon Jack, ? - Willi Damski, Ernst Hahn, Willi Neumann - Günter Budnick, Heinz Pohl, Günter Friedrich, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Friedrich, 1:1 Freimann, 1:2 Eigentor Hahn, 1:3 Freimann, 1:4, 1:5. - Schiedsrichter: Laidlaw. - Zuschauer: 2000.

Montag, 26. Dez. 1949
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Olympia Neumünster 3:3 (2:1)
Olympia Neumünster Gast beim VfL. Mit Ersatz trat die Oldesloer Mannschaft an. Zuerst gegen den starken Wind spielend, wurde der Gegner vom VfL arg bedrängt. Mehr als einmal war der Erfolg fällig, doch gingen Schüsse vorbei. Als Lattke flankte, saß der Ball plötzlich im Netz. Bald darauf fiel durch einen Strafstoß von Mandelkau das zweite Tor. Sein Schuß ging haargenau in die linke obere Ecke. Noch vor dem Wechsel fiel das erste Tor für Olympia. Die Hintermannschaft, besonders Richter, rückte zu weit auf und der lange Mittelstürmer der Gäste überlief alles und schoß unhaltbar für Lange im Tor ein. Nach dem Wechsel legte Olympia ein scharfes Tempo vor und zwang die Hiesigen zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Nach einer Viertelstunde machte sich die Oldesloer Mannschaft wieder frei und drückte den Gast zurück. Mehr als acht Mann verteidigten. Schüsse von Mandelkau, Kneese und Friedrich gingen an die Querlatte. Als Friedrich den dritten Treffer anbringen konnte, dachte man, daß es um die Gästemannschaft geschehen sei. Wie schon so oft, wurde die VfL-Hintermannschaft leichtsinnig und verhalf dadurch dem Gegner zum zweiten Treffer. Aus krasser Abseitsstellung kurz vor Schluß kam der Linksaußen zum Schuß und der Ausgleich war erzielt.
OL

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Egon Jack, Helmut Lange - Heinz Richter, Ernst Hahn, Willi Neumann - Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Hermann Lattke, Günter Friedrich, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Lattke, 2:0 Mandelkau, 2:1 Oertler, 3:1 Friedrich, 3:2, 3:3. - Schiedsrichter: Laidlaw

Samstag, 7. Jan. 1950
VfL Oldesloe spielt gegen Segeberg im Stadion.
Noch vor zwei Monaten standen sich die beiden Mannschaften in einem heißen Ringen auf der Rennkoppel in Segeberg gegenüber. Wie uns der VfL mitteilte, sind Vorbereitungen getroffen, um ähnliche Zwischenfälle, wie sie in Segeberg auftraten, im Keime zu ersticken. Unsportliche Zuschauer, sei es im Benehmen gegen Anhänger des Gegners, Spieler oder Schiedsrichter werden rücksichtslos das Sportfeld räumen müssen. Es ist zu erwarten, daß das Oldesloer Sportpublikum sich bewußt ist, daß zum Sport auch die Sportdisziplin gehört.

Die Gästemannschaft ist seit dem Herbst bestimmt nicht schlechter geworden und hat die Hauptkräfte im Sturm, welcher der Oldesloer Hintermannschaft viel zu schaffen machen wird. Die Hintermannschaft der Segeberger ist hart und schlagsicher, so daß der junge Oldesloer Sturm sich nicht auf den einzeLNen Mann einlassen darf, wenn er zu Erfolgen kommen will. Wie der Tabellenstand ausweist, kann leicht ein Unentschieden herauskommen, wozu wir uns entschließen. Der VfL Oldesloe spielt in der Aufstellung
Lange II - Jack, Lange I - Richter, Hahn, Neumann - Friedrich, Pohl, Mandelkau, Kneese, Lattke.
OL

Sonntag, 8. Jan. 1950
Sämtliche Lübecker Punktspiele vom Verband abgesagt. Die Spiele fielen des schlechten Wetters und der Platzverhältnisse wegen aus. Leider wurden die Spiele zu früh abgeblasen, denn am Sonntag bewiesen sich die allermeisten Plätze als bespielbar.
SPM/ST

Samstag, 14. Jan. 1950
Der VfL Oldesloe beim Reinfelder Turn- und Sportclub.
Vorausgesetzt, daß die Witterungs- und Platzverhältnisse nicht auch am Sonntag wieder einen Strich durch die Rechnung machen, steigt in Reinfeld das "Stormarn-Derby". Beide Mannschaften werden sich einen verbissenen, aber ritterlichen Kampf liefern.

In der verflossenen Herbstrunde gewann der VfL (Anm.: am 10. Okt. 1948 in Reinfeld) mit 4:3, nachdem die Einheimischen längere Zeit geführt hatten. Am 6. Nov. 1949 siegten im Oldesloer Stadion die Blau-Weißen zwar abermals, diesmal 5:3, hatten aber auch in diesem Spiel bis weit in die zweite Hälfte hinein den Reinfeldern die Führung überlassen müssen, nach einem Treffen voller Spannung und Begeisterung.

Wie sind nun heute beider Aussichten? Tabellenmäßig stehen zwar die Oldesloer - die zur Spitzengruppe gehören - weit günstiger da, aber das will noch lange nicht alles besagen! Ein Kampf Reinfeld - Oldesloe hat es schon von jeher in sich gehabt. Er wird auch Sonntag und fernerhin faszinierend auf Spieler und Zuschauer wirken und nie seinen prickeLNden Reiz verlieren.

Die Reinfelder, moralisch durch den Sieg über Gut Heil (Anm.: am 18. Dez. 1949 in Reinfeld 3:2) aufgerüttelt, werden dem Nachbarn, voraussichtlich mit Ersatz, dafür aber mit einem unbeugsamen Siegeswillen entgegentreten. Es dürfte zu einem Kampf kommen, der sich den vorjährigen würdig anreiht und, sportlich gesehen, den Besten als Sieger hervorgehen läßt. Eine Punkteteilung liegt aber auch im Bereiche der Möglichkeit, da in der Spielstärke beider Mannschaften zur Zeit große Unterschiede nicht zu bestehen scheinen, Reinfeld aber den Platzvorteil hat.
OL

Sonntag, 15. Jan. 1950
14. Punktspiel Reinfelder TSC - VfL Oldesloe 2:2 (2:2)
Reinfelder TSC ertrotzt ein 2:2 gegen den VfL Oldesloe. Bei leidlichen Platzverhältnissen, vor einer zahlreichen Zuschauermenge, die zur Hauptsache aus Oldesloer Schlachtenbummlern bestand, und unter Leitung des Ratzeburger Schiedsrichters Dose, fand das mit Spannung erwartete Punktspiel zwischen den beiden Stormarner Ligavereinen statt. Wie wir voraussagten, kam es zu einer gerechten Punkteteilung.

Das Spiel beginnt mit schnellen und gefährlichen Angriffen der Gäste. Mandelkau wird zweimal kurz hintereinander freigespielt und sieht sich aus nächster Nähe Reinfelds Torwächter Wulf allein gegenüber. Doch dieser meistert beide Kernschüsse mit Bravour. Bei den Gegenbesuchen zeigt auch der gegnerische Torwart Lange wiederholt sein Können. Nach 25 Minuten muß er sich aber durch Feddern zum ersten Male geschlagen bekennen. Der Kampf wogt auf und ab, bis es Mandelkaugelingt, den Reinfelder Torwart zu überwinden und auszugleichen. Auf der anderen Seite bringt Feddern mit seiner Springlebendigkeit Schwung in den Angriff. Mehrere seiner Schüsse macht Lange in schöner Manier unschädlich. Dann setzt Mandelkau eine Bombe haarscharf links neben das Tor. Bei einem Vorstoß der Reinfelder verhängt der Unparteiische hart an der Strafraumgrenze der Blau-Weißen einen Strafstoß. Stelter trifft scharf und geschickt ins Schwarze. Lange war die Sicht versperrt. Also 2:1 für die Hiesigen. Doch unmittelbar darauf stellte Kneese den Gleichstand wieder her. Etwas pechös rutschte Wulf der im Fallen schon gehaltene Ball ins Netz.

In der zweiten Hälfte geben die Oldesloer mit Rückenwind meistens den Ton an, doch bleiben die Reinfelder - und bei diesen immer wieder Feddern - bei ihren Gegenzügen gefährlich. Wulf erhält viel Arbeit, hält aber sein Heiligtum rein. Einmal schießt ihm Mandelkau aus nächster Entfernung direkt in die Arme und verpaßt damit die Führung. Aber auch Lange führt im Oldesloer Tor kein Feriendasein. Bei einem geschlossenen Angriff der Reinfelder wirft er sich in höchster Bedrängnis, im rechten Augenblick aus dem Tor stürzend, vor die Füße des Angreifers, schnappt sich den Ball und verhütetet dadurch das Tor, das auch das siebgringende für die Reinfelder hätte sein können. Im weiteren Verlauf gibt es keine Höhepunkte mehr. Das Spielgeschehen flaut ab und neigt sich etwas interessenlos dem Ende zu. Beide Mannschaften, offensichtlich auch die Zuschauer, scheinen mit dem Unentschieden zufrieden zu sein. Herausgehoben zu werden verdienen beide Mittelläufer und Torwächter. Auf Reinfelder Seite wurde Feddern, auf der anderen Mandelkau, die gefährlichsten Stürmer, gut bewacht, so daß sie sich sehr schwer entfalten konnten.
OL

Tore: 1:0 Feddern, 1:1 Mandelkau (22.), 2:1 Stelter (42.), 2:2 Kneese. - Schiedsrichter: Dose (Ratzeburg). - Zuschauer: 1500.

Montag, 16. Jan. 1950
Reinfeld gegen Oldesloe.
Unser Oldesloer Mitarbeiter schreibt über das Spiel: Wenn der schlechte Platz und die schlechten Bodenverhältnisse an dem Ergebnis Schuld tragen sollen, sind wir anderer Meinung. Oldesloe spielte während der ersten Halbzeit taktisch richtig. Daß in dieser zeit nicht mehr Tore fielen, lag unbestreitbar an dem großen Einsatz der gesamten Reinfelder Mannschaft.

Trotz des Gegenwindes gab die Oldesloer Mannschaft den Ton an. Mehr als einmal war ein Erfolg fällig, doch verteidigte die Platzmannschaft geschickt und glücklich. Reinfelds erstes Tor fiel durch einen Kopfball des Rechtsaußen Feddern. In seiner bekannten Art übersprang er Lange und der Ball ging über den Oldesloer Torhüter, der sich nicht auf der Torlinie befand, ins Tor. Doch war die Freude der Reinfelder nicht von langer Dauer. Mandelkau erwischte das Leder, umspielte zwei Mann geschickt und gegen seinen Schuß war auch Wulf im Reinfelder Tor machtlos. Die Partie stand nach 22 Minuten wieder unentschieden. Auf und ab wogte der Kampf. Es dauerte wieder 20 Minuten, bis das zweite Tor fiel. Ein etwas harter Strafstoß dicht an der 16-Meter-Grenze wurde geschickt von Stelter (Reinfeld) über die VfL-Abwehrmauer gehoben. Der Ball fand überraschend für Spieler und Zuschauer seinen Weg ins Netz. Torwart Lange sah den Ball erst, als er sich neben ihm im Tor befand. Nach diesem Erfolg der Reinfelder stieg wieder die Stimmung bei den Zuschauern, jedoch sorgte Kneese dafür, daß sie wieder ruhiger wurde. Den Ball am Fuß, umspielte er einen Gegner nach einer Flanke von rechts und der Ausgleich war errungen. Die zweite Halbzeit sollte es für den VfL bringen, denn mit dem Wind als Bundesgenossen rechneten alle mit einem überlegenen Spiel der Oldesloer. Statt das Spiel in die Breite zu ziehen, versteifte man sich über 30 Minuten auf Durchbrüche von links. Spieler wie Friedrich, Damski, die Rechtsspieler sind, hielten sich nur noch links auf. Beim Gegner sollte es die gefährliche rechte Seite ebenfalls allein schaffen und so ergab sich das einseitige Spiel. Die letzten zehn Minuten, als die Mannschaften einsahen, daß so keine zum Ziel kommen konnte, wurde das Spiel verteilter und Oldesloe war dicht an einem Erfolg. Leider war die Zeit abgelaufen, um einen verdienten Sieg herauszuholen.

Technisch war die Oldesloer Mannschaft dem Gegner überlegen, im Einsatz stand Reinfeld aber nicht nach. Bei Reinfeld kämpfte die gesamte Mannschaft recht glücklich. Oldesloe lag sichtlich der schwere Boden nicht, sonst wäre es um Reinfeld geschehen gewesen. Mandelkau war in guter Laune und sehr aktiv, ebenfalls konnten Hahn und Damski gefallen, Lattke wurde zu viel beschäftigt. Vom gesamten Sturm muß ein schnellerer Start aufs Tor einsetzen, wenn es zu Erfolgen kommen soll.
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Samstag, 21. Jan. 1950
Der HSV mit seiner Ib-Mannschaft in Bad Oldesloe.
Dem VfL ist es gelungen, die erste Amateurmannschaft des Hamburger SV zu verpflichten. In der Mannschaft sind fünf Spieler, die in dem geglückten Revanchekampf gegen den VfR Mannheim mitgespielt haben. Sie hätte wohl noch durch Spieler der ersten Mannschaft verstärkt werden können, doch ist dieses nach den Amateurbestimmungen leider nicht möglich, denn einer Amateurmannschaft ist es untersagt, gegen Berufsspieler anzutreten.

Der VfL muß schon alles aufbieten, um gegen den HSV zu bestehen. Wir erwarten von ihm ein ehrenvolles Abschneiden. An der Läuferreihe und dem Sturm sind Verbesserungen nicht erforderlich. Jeder Spieler steht auf seinem richtigen Platz und kann zur Zeit von keinem besseren Spieler ersetzt werden. Auch die Hintermannschaft ist nicht stärker aufzustellen. Wir setzten unser vollstes Vertrauen in die Mannschaft.
OL

Sonntag, 22. Jan. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Hamburger SV Ib 2:4 (1:1)
VfL Oldesloe unterlag gegen eine HSV-Vertretung 2:4. Gut 1200 Zuschauer umsäumten das Spielfeld, als beide Mannschaften den Platz betraten. Mit etwas Unsicherheiten auf beiden Seiten begann das Spiel, da die Bodenverhältnisse nicht die allerbesten waren. Die Oldesloer hatten sich zuerst damit vertraut gemacht Günter Frieddrichund arbeiteten auch eine leichte Feldüberlegenheit heraus. Die Angriffe wurden gut eingeleitet und vorgetragen, fanden jedoch bei der gegnerischen Hintermannschaft eine starke Abwehrmauer. Vielleicht wäre in dieser Zeit schon die Entscheidung gefallen, wenn mehrere Schüsse aufs Tor riskiert worden wären, doch verfiel man wieder auf das Kreiselspiel und ließ dem Gegner Zeit, eine Abwehrmauer zu bilden.

Der Gegner hatte sich auf das Spiel der Heimmannschaft schnell eingestellt und dieser die Durchschlagskraft genommen, konnte aber nicht verhindern, daß in der 20. Minute der Führungstreffer für die Oldesloer fiel. Von rechts wurde der Ball schnell vorgetragen und die Flanke von Friedrich wurde geschickt von dem Mittelsturm nach links weitergegeben, wo Lattke freistehend mit einem Bombenschuß erfolgreich blieb. Oft war der VfL dicht an einem weiteren Erfolg. Fast in der gleichen Weise wie beim VfL fiel beim Gegner der Ausgleich.

Nach dem Wechsel lag mehr Tempo im Spiel. Jede Mannschaft wollte sich die Führung erkämpfen, was auch der Hamburger Mannschaft nach etwa 15 Minuten gelang. Wagner schoß für den Oldesloer Torwart unhaltbar ein. Oldesloe aber konnte wieder gleichziehen. Hahn schoß einen Strafstoß so geschickt, daß er seinen Weg ins Netz fand. Nun zeigte erst die Hamburger Mannschaft, daß Können in ihr steckt. Der Ball lief von Mann zu Mann und es sah manchmal sehr gefährlich vor dem Oldesloer Tor aus. Der HSV holte sich die Führung durch Kluge mit einem Schrägschuß in die linke Ecke. Von jetzt an war die Gästemannschaft mehr im Angriff und die Oldesloer hatten schwere Abwehrarbeit zu leisten. Etwa zehn Minuten vor Schluß fiel durch den Halblinken der Hamburger das vierte Tor.
OL

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Willi Damski, Ernst Hahn, Willi Neumann - Günter Friedrich, Heinz Pohl, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Hamburger SV Ib (Ankündigung): Seeger - Knüppel II, Vage - Wrede, Knüppel I, Abramczik - Suhrmann, Meinke, Wagner, Kluge, Dammer. Tore: 1:0 Lattke (20.), 1:1, 1:2 Wagner (60.), 2:2 Hahn, 2:3 Kluge, 2:4 (80.). - Zuschauer: 1200.

Sonntag, 29. Jan. 1950
15. Punktspiel TSV Neustadt - VfL Oldesloe 4:1 (2:1)
Erwartete Niederlage des VfL Oldesloe in Neustadt. Mit einer Niederlage in Neustadt haben wir gerechnet, doch kommt sie uns in der Höhe von 1:4 etwas überraschend. Die Neustädter haben einen schlechten Platz, der ihnen in diesem Spiel zugute kam. Die Begegnung begann lebhaft. Oldesloe lag durch ein Eigentor in Führung. Neustadt hatte mehr vom Spiel und bekam einen Elfmeter zugesprochen, der mehr als eine harte Entscheidung war. 1:1! Der lebendige Sturm der Neustädter erwies sich als recht gefährlich und Engelking brachte für seine Farben noch vor der zweiten Halbzeit den zweiten Treffer an. Während nach der Pause beim Neustädter Sturm immer wieder das geschlossene Vorgehen auffiel, vermißte man dieses beim VfL ganz und gar und so kam es, daß noch zwei weitere Tore für den Gastgeber fallen mußten. Die Oldesloer Mannschaft hatte zwar zwei Mann Ersatz, doch hätten wir zum mindesten ein Unentschieden erwartet, das sicher mit voller Mannschaft erreicht worden wäre.
OL

Tore: 0:1 Eigentor Kroczek, 1:1 Stender (Elfmeter), 2:1 Engelking, 3:1 Klabunde, 4:1 Kroczek.

Mittwoch, 1. Feb. 1950
Oldesloer Niederlage in Neustädter Kritik.
Der in Neustadt erscheinende "Anzeiger für Ostholstein" schreibt über die 1:4-Niederlage des VfL am letzten Sonntag: Die Neustädter, die in derselben Aufstellung wie gegen ATSV Lübeck (Anm.: am 22. Jan. 1950 5:3) spielten, errangen wiederum einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg, doch in beiden Spielen bestand, spielerisch gesehen, ein großer Unterschied. Schuld hieran sind und bleiben die unmöglichen Platzverhältnisse.

Ein genaues Zusammenspiel war daher unmöglich. Trotzdem kämpften die Neustädter verbissen um den Sieg, zumal gleich zu Anfang Oldesloe durch ein Eigentor in Führung lag. Selbst ein Elfmeter, der ausgelassen wurde und mehrere gute Gelegenheiten führten zu keinem Erfolg, zumal der Oldesloer Torwart sich von der besten Seite zeigte.

Als der Schiedsrichter einen zweiten Elfmeter verhängte, konnte dieser durch Stender zum Ausgleich verwandelt werden. Kurz vor Halbzeit erzielte Engelking den Führungstreffer. Als nach Halbzeit Klabunde durch ein Kopfballtor die 3:1-Führung errang, ließen es beide Mannschaften etwas ruhiger angehen. Neustadt hätte bei etwas mehr Glück höher gewinnen können, aber nur ein Strafstoß von Kroczek, vorbildlich geschossen, brachte den vierten Treffer.
OL

Samstag, 11. Feb. 1950
Hat der VfL Oldesloe gegen Kücknitz Siegeschancen?
Der VfL-Sportplatz wird morgen eine große Zuschauerzahl aufzuweisen haben, denn Kücknitz hat durch seine Erfolge viel von sich reden gemacht. Der VfL wird mit seiner neuen und doch alten Mannschaft in den Kampf ziehen. Hält die Hintermannschaft dem starken Druck des gegnerischen Sturmes stand, sind keine Befürchtungen zu erwarten. Für ein paar Tore dürfte der Oldesloer Sturm gut sein. OL

Sonntag, 12. Feb. 1950
16. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Kücknitz 2:4 (0:4)
Verbaute Oldesloer Elf unterlag gegen Kücknitz 2:4. Seit Wochen und Monaten hat Oldesloe von seiner Fußballmannschaft kein derart schlechtes Spiel gesehen. Zwei Läufer, dazu noch die besten, waren im Sturm zu finden, wo sie fast völlig ausfielen. Als man die Fehler gesehen hatte und eine Umstellung vornehmen wollte, war das Unglück geschehen. Der Gegner führte bereits nach einer Spielminute durch Fehler der Oldesloer Hintermannschaft nach einem plazierten Schuß in die linke Torecke. Dieser Erfolg konnte von Lange im Tor nicht verhindert werden. Die nächsten Spielminuten brachten gefährliche Momente vor dem Oldesloer Tor. In der Zeit war Graffenberger der schlechteste Mann auf dem Spielfeld. Immer wieder kam der flinke Rechtsaußen durch und seine Flanken waren alle gut. Fast freistehend wurde das zweite Tor erzielt. Deckungsfehler über Deckungsfehler unterliefen der Oldesloer Hintermannschaft. Der Oldesloer Sturm versuchte immer wieder aufzuholen, hatte allerdings hierbei viel Pech. Mit viel Glück operierte der Schlußmann von Kücknitz.

Als beim Seitenwechsel die Partie 0:4 stand, rechneten Optimisten mit einer Wendung, die jedoch in der Ausnutzung von Toren ausblieb. Das Zusammenspiel der Fünferreihe klappte nach der Halbzeit etwas besser und die Hintermannschaft war dem Druck des Gegners nicht mehr so stark ausgesetzt, so daß das Spielgeschehen von der Oldesloer Mannschaft diktiert wurde. An der überstarken Verteidigung liefen sich die hiesigen Stürmer jedoch immer wieder fest. Den ersten Gegentreffer erzielte Mandelkau durch einen wunderbaren Kopfball, für den Schlußmann der Kücknitzer unhaltbar. Mandelkau konnte dann einen Elfmeter nicht verwandeln. Nach vielen aufregenden Momenten ging das Spiel seinem Ende entgegen. Fast mit dem Schlußpfiff brachte Friedrich einen Kopfball an, der das Endergebnis 2:4 herstellte.

Graffenberger und Herold hatten einen rabenschwarzen Tag. Bei dieser Gelegenheit ist es angebracht darauf hinzuweisen, daß Wilhelm Stäcker von seinem Posten als Betreuer der Ligamannschaft zurückgetreten ist.
OL

Tore: 0:1 Wielebinski, 0:2 Wielebinski, 0:3 Gösch, 0:4 Gösch, 1:4 Mandelkau, 2:4 Friedrich. - Schiedsrichter: Weinand II (Lübeck)

Lattke, Kneese, Stäcker, Friedrich


Samstag, 18. Feb. 1950
Der VfL Oldesloe beim Spitzenreiter ATSV Lübeck.
Nach dem, was wir in den letzten Spielen von der Oldesloer Mannschaft zu sehen bekamen, müssen wir den Weg für sie nach der Lohmühle als sehr schwierig bezeichnen. Doch sind die Leistungen des Gegners auch nicht überragend, so daß ein offener Kampf zu erwarten ist. Gerade auf der Lohmühle hat der VfL schon ausgezeichnete Spiele geliefert. Technisch stehen sich beide nichts nach. In der Deckung erscheint uns der ATSV einheitlicher und sicherer, trotzdem kann dem VfL bei konsequenter Spieleinstellung durchaus der große Wurf gelingen. Der VfL darf nicht vergessen, daß der Gastgeber zu kämpfen versteht. Gehen wir mit der Oldesloer Tradition, so ist ein Sieg auf des Gegners Platz fällig.
OL

Sonntag, 19. Feb. 1950
17. Punktspiel ATSV Lübeck - VfL Oldesloe 2:0 (0:0)
60 Minuten gehörten gegen ATSV dem VfL Oldesloe! Wer die erste Halbzeit miterlebt hat, wird als Schlachtenbummler die Reise nach Lübeck nicht bereut haben. Es war nur eine Mannschaft im Angriff zu sehen und das war die Oldesloer. Der ATSV Lübeck hatte alle Hände voll zu tun, um den zahlreichen Angriffen der Gästemannschaft standzuhalten. Was die Oldesloer Fünferreihe zeigte, war wirklich musterhaft, von Mann zu Mann lief der Ball, Ab-gabe auf Abgabe erfolgte, in Stellung wurde gelaufen, alles was man sonst oft bei der Mannschaft vermißte. Der linke Flügel mit Lattke und Kneese war springlebendig. Auch Mandelkau war überall zu sehen. Die rechte Seite fiel etwas gegen die linke (vor der Halbzeit) ab. Richter als Rechtsaußen hat das Führungstor in der 3. Spielminute verschenkt, sein Schuß war unüberlegt losgelassen und landete neben dem Tor. Auch Kneese verpaßte ein wunderbare Vorlage von Mandelkau eben und eben. Die wenigen Angriffe der ATSV-Mannschaft blieben meist bei der sicheren Abwehr, in der Hahn und Lange besonders hervortraten, stecken. Lange im Tor hatte mit dem ATSV-Mittelstürmer sehr oft einen harten Kampf auszutragen, da er stets von dem Lübecker angegriffen wurde. Einen sicheren Erfolg für die Lübecker verhinderte Hahn auf der Torlinie stehend. Mit etwas mehr Schußfreudigkeit der Oldesloer Fünferreihe wäre eine 2:0-Halbzeitführung möglich gewesen.

Wie in jedem Spiel, traten bei der Oldesloer Mannschaft die schwachen 20 Minuten nach der Halbzeit ein, die der ATSV ausnutzte und das Spielgeschehen an sich riß. Die Oldesloer Verteidiger wurden etwas unsicher. Als Herold überspielt war und der schnelle Rechtsaußen freie Bahn hatte, war Lange gegen den Schuß in die linke Torecke machtlos. Alles erwartete den Ausgleich, der auch in der Luft hing, aber ausblieb. Friedrich hatte in Lewandowski einen harten Gegner. Wieder kamen die Lübecker über die rechte Seite zum Zuge und die weit aufgerückte Hintermannschaft der Oldesloer hatte das Nachsehen. Freistehend vor Lange landete der zweite Erfolg unhaltbar im Netz. Daß keine weiteren Tore mehr fielen, verdanken die Oldesloer Lange II und Lange I. Der gesamten Oldesloer Mannschaft muß trotz der Niederlage bestätigt werden, daß sie sich voll und ganz einsetzte und sehr unglücklich verlor.
OL

Tore: 1:0 Matern (60.), 2:0 Steinfatt.

Samstag, 25. Feb. 1950
VfL Oldesloe spielt gegen Schlutup.
Die Schlutuper Mannschaft gehört zu den Gegnern, die Oldesloe besonders liegen. Die letzten Spiele um den Silberschild bewiesen das eindeutig. Auch die Punktspiele gingen zu Gunsten der Oldesloer aus, so daß mit einem guten Abschneiden für die Oldesloer zu rechnen ist. Gegen den ATSV Lübeck am letzten Sonntag zeigte die Mannschaft ein wirklich gutes Kampfspiel. Für den gegnerischen Sturm ist die Hintermannschaft in der Besetzung ausreichend, doch darf sie nicht zu weit aufrücken. Wir bleiben bei unserer Meinung und geben der Heimmannschaft die größere Siegchance.
OL

Sonntag, 26. Feb. 1950 - 18. Punktspiel
VfL Oldesloe - TSV Schlutup 7:3 (1:1)
Zehn Tore beim Spiel VfL gegen Schlutup! Der VfL stellte die reifere Mannschaft, wenn auch der Gegner eine Halbzeit gleichwertig war, was durch das 1:1 zum Ausdruck kommt. Beim VfL war Richter als Mittelstürmer recht lebendig und dieser konnte schon nach zwei Minuten einen Bombenschuß ins Tor setzen. Ein Tor, wie man es nicht oft zu sehen bekommt. Nach diesem Erfolg kam Schlutup bereits in der 4. Spielminute zum Ausgleich. Das Tor war unhaltbar, auch nicht unverdient, da es von der zu weit aufgerückten Oldesloer Läuferreihe verschuldet wurde. Chancen auf Chancen auf beiden Seiten wurden verpaßt. Die zweite Halbzeit begann mit einem wunderbaren Start der Oldesloer. Schon nach wenigen Spielminuten konnte Friedrich das Führungstor erzielen. Auch der dritte Treffer kommt auf sein Konto. Ein Eckball, von Lattke gut getreten, konnte von Friedrich eingeköpft werden. Ein Gegenangriff auf der linken Sturmseite der Schlutuper hatte Erfolg. Andree schoß aus einem recht spitzen Winkel aufs Tor, wobei dem Oldesloer Torhüter die Sicht versperrt war und er den Ball passieren ließ. Der Ausgleich hing in der Luft, der von Lange im Tor verschuldet wurde. In seiner bekannten Manier ging er einen angreifenden Spieler hart an und der Elfmeter mußte kommen, der auch von Andree sicher verwandelt wurde.

Damit hatte Schlutup den Ausgleich hergestellt und war weitere zehn Minuten durchaus gleichwertig. Das Spiel nahm nun reichlich an Härten zu, doch behielt Vick vom ATSV Lübeck das Spiel sicher in der Hand. Als Friedrich den vierten Treffer nach Zuspiel von Richter in die Maschen setzte, war es um die Schlutuper Mannschaft geschehen. Zusehends wurde Oldesloe besser und die Angriffsmaschine lief ausgezeichnet. Die Läuferreihe beherrschte eindeutig das Spielfeld. Besonders, ohne die anderen Spieler zurückzustellen, muß Neumann erwähnt werden, der noch in Andree einen harten Gegenspieler hatte, mit dem er aber sehr gut fertig wurde. In dem Altmeister Mandelkau sahen wir den Vollstrecker des fünften Tores. Typisch kam er durch die Abwehrmauer und aus drei Metern saß der Schuß scharf im Netz.

Ein Schlutuper und der Oldesloer Lattke wurden dann wegen Unsportlichkeit des Feldes verwiesen. Die Hintermannschaft des Gegners war jetzt stark überlastet und setzte sich unerlaubt hart ein. Ein Elfmeter war die Folge, den Friedrich sicher verwandelte. Das Schlußtor erzielte Kneese. Der gesamten Mannschaft gebührt ein Lob; Neumann, Kneese, Hahn, Lange I und Richter hatten einen besonders guten Tag.
OL

Tore: 1:0 Richter (2.), 1:1 (4.), 2:1 Friedrich (47.), 3:1 Friedrich, 3:2 Andree, 3:3 Andree (Foulelfmeter), 4:3 Friedrich, 5:3 Mandelkau, 6:3 Friedrich (Foulelfmeter), 7:3 Kneese. - Schiedsrichter: Vick (Lübeck). -Platzverweis: Lattke (VfL Oldesloe)

Samstag, 4. März 1950
Der VfL Oldesloe in Schwartau.
Nach der 1:5-Niederlage der Schwartauer am Vorsonntag in Timmendorf steigen die Chancen der Oldesloer nach dem Siege über Schlutup beträchtlich. Allerdings darf die Schwartauer Mannschaft nicht unterschätzt und die Oldesloer Mannschaft nicht überschätzt werden. Wer wird am Sonntag die zum Siege notwendigen Tore schießen? Schwartau, die gegen Timmendorf nur einen Treffer anbringen konnten, oder Oldesloe, die die böse Zahl "Sieben" erreichten? Auf jeden Fall muß mit einem erbitterten Kampf zweier durchaus gleichwertiger Mannschaften gerechnet werden. Vielleicht steht für den gesperrten Lattke Budnick zur Verfügung. Wir wollen mit einer Punkteteilung rechnen.
OL



Sonntag, 5. März 1950
19. Punktspiel TSV Schwartau - VfL Oldesloe 0:0
Wieder Unentschieden gegen Schwartau. Der Riesebusch in Schwartau hatte einen großen Besuch aufzuweisen, als die Mannschaften den Platz betraten. Beide Mannschaften waren in bester Besetzung. Mit dem Anpfiff verriet Schwartau, daß die Mannschaft sich etwas vorgenommen hatte. Der Gegner sollte überrannt werden. Oldesloe ließ sich jedoch nicht überrumpeLN. Angriffe auf Angriffe auf beiden Seiten endeten meistens schon an der Strafraumgrenze. Die Stürmerreihen waren zu unentschlossen. Mitte der ersten Halbzeit hatte der VfL eine große Gelegenheit, als Friedrich allein vor dem Torhüter stand, doch war der Schußwinkel zu spitz. Auch Graffenberger hatte mit seinem Strafstoß Pech, daß er nur den Pfosten traf.

Die Gleichwertigkeit der Mannschaften trat nach der Pause immer mehr in Erscheinung. Beim VfL waren Brunk und Lange im Tor unüberwindlich und retteten manchmal in höchster Not sichere Torerfolge. Auf der Gegenseite war der linke Verteidiger der Schwartauer Held des Tages. Er ließ den Oldesloer rechten Flügel nicht zur Entfaltung kommen und war überall in der Abwehr zu sehen. Auch der kleine Torhüter war sicher in seiner Abwehrarbeit. Die letzten 15 Spielminuten gehörten, nachdem das Spiel bis dahin verteilt war, der Schwartauer Mannschaft. Mehr als vier Ecken kamen aber bei der kleinen Überlegenheit nicht heraus, in dieser Zeit zeigte Lange im Tor seine sehr gute Abwehrarbeit. Im Verein mit der gesamten Hintermannschaft hielt er das verdiente Unentschieden.
OL

Samstag, 11. März 1950
Moisling ein schwerer Gegner für den VfL.
Nach dem guten Abschneiden beider Gegner am Vorsonntag, der VfL gegen Schwartau (0:0) und Moisling gegen die Landesligisten von Eutin 08, muß mit einem erstklassigen Spiel geerechnet werden. Mit fast derselben Mannschaftsaufstellung stehen sich beide nun im VfL-Stadion gegenüber. Zu denen, die den Platzvorteil auszunutzen verstehen, gehört nun einmal Oldesloe nicht, sonst müßte mit einem Sieg gerechnet werden.

Das günstige Ergebnis des Moislinger (3:3) gegen Eutin 08 besagt gar nichts, denn Eutin ist nicht mehr der Gegner von früher, was auch der Tabellenplatz anzeigt. Immerhin vertritt Eutin noch die Landesliga und gegen diese Mannschaft spielte Moisling 3:3. Mit etwas Vorsicht muß also der VfL schon in das Spiel gehen. Die Abwehr vom VfL bewies gegen Schwartau vorzügliche Leistungen. Besonderes Augenmerk muß auf die rechte Sturmseite gelegt werden. Wird das Spiel nicht allzu hart durchgeführt, könnte es leicht zu einem knappen VfL-Sieg kommen.
OL

Sonntag, 12. März 1950
20. Punktspiel VfL Oldesloe - ATSV Moisling 3:2 (2:1)
3:2-Sieg des VfL über Moisling. Über 2000 Zuschauer waren trotz ungünstigen Wetters im Stadion, um die Oldesloer Mannschaft im Kampf gegen die starke Moislinger Elf zu unterstützen. Der Lübecker Schiedsrichter Vick gab sich die erdenklichste Mühe, unauffällig für die Lübecker Gäste zu entscheiden. Mehr als einmal traf er falsche Entscheidungen, die beim Publikum Mißstimmung hervorriefen.

Oldesloe hatte Wahl und spielte zuerst mit dem starken Wind. Die Überlegenheit war deutlich, jedoch ohne Erfolg. Schüsse aus kurzer Entfernung gingen knapp am Pfosten vorbei und Weitschüsse wurden vom Wind über die Latte getrieben. Trotz der Überlegenheit der Oldesloer konnten die Moislinger in Führung gehen. Ein weiter Schlag des Mittelläufers zum Linksaußen, brachte diesem Spieler in den Besitz des Balles und seine Flanke vor das Oldesloer Tor erfaßte Petersen, der dann den Rest besorgte. Die Reklamation "Hand" war unberechtigt. Gleich beim Anstoß erzielte der VfL eine Ecke, die nichts einbrachte. Mehrmals versuchte Hahn, der als Halbrechter etwas zurück hing, seinen Mitspielern den Ball in günstige Stellung zu bringen. Als Mandelkau eine solche Vorlage dann geschickt annahm und seinen Gegner umspielt hatte, war der Ausgleich erzielt. Das Tor war unhaltbar. Mehrere solcher Angriffe waren dicht an weiteren Erfolgen. Das zweite Tor schoß Kneese auf gleiche Weise wie Mandelkau. Er erhielt von Mandelkau den Ball auf freien Raum gespielt und der Ball landete im Netz. Auch dieses Tor war unhaltbar.

Nach dem Wechsel drückte Moisling auf das Tempo, so daß der VfL stark verteidigen mußte. Die Läuferreihe wurde verstärkt, Graffenberger half mit aus und Damski war öfters in der Verteidigung zu sehen. Mandelkau, Kneese und Budnick standen vorn und kamen oft mit schönen Durchbrüchen vor das Moislinger Tor. Bei einem solchen Durchbruch fiel das dritte Tor, das über den Torhüter hinweg seinen Weg ins Netz fand. Weitere Erfolge verpaßten Mandelkau und Kneese. Bei einer Drangperiode der Moislinger war die Oldesloer Hintermannschaft überlaufen, sogar Lange im Tor, und Helmut Lange hielt im Tor, am Boden liegend, den Ball mit der Hand. Gegen den Elfmeter-Strafstoß war Lange im Tor machtlos. Ein viertes Tor, der Ball hatte die Torlinie überschritten, wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Also: 3:2. Die Siegermannschaft konnte restlos gefallen. Mandelkau, Graffenberger und Herold waren sehr lebendig. Wieder gut in der Abwehr: Brunk und Lange.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Budnick, Ernst Hahn, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Dietrich Graffenberger.
Tore: 0:1 Petersen, 1:1 Mandelkau, 2:1 Kneese, 3:1 Graffenberger, 3:2 (Handelfmeter). - Schiedsrichter: Vick (Lübeck). - Zuschauer: 2000.

Samstag, 18. März 1950
Eimsbüttel Ib kommt.
Am Sonntag wird die Begegnung der VfL-Liga mit der Ib-Mannschaft des Eimsbütteler Turnvereins großes Interesse erwecken. Die Eimsbütteler haben ihre beste Mannschaft zur Stelle. Der VfL bittet seine Zuschauer auf folgendes zu achten: Es ist leider vorgekommen, daß hauptsächlich nach Spielschluß der Platz übergangen wird, um den Weg zu verkürzen. Dieses ist ein unhaltbarer Zustand; denn Sportfreunde, überlegt bitte, die Herrichtung der Anlage, eine der schönsten in Schleswig-Holstein, hat viel Arbeit gekostet. Außerdem sei darauf hingewiesen, daß das Betreten des Spielfeldes bei etwaigen Zwischenfällen nicht statthaft ist.

Noch ein kleiner Hinweis bezüglich des Eintrittsgeldes. Die Erwerbslosen werden gebeten, beim Lösen der Eintrittskarten die Innenseiten der Stempelkarte mit dem letzten Datum des Zahltages vorzuzeigen, andernfalls der volle Preis zu entrichten ist. Ungültige Stempelkarten finden keine Berücksichtigung mehr. Um ein langes Warten an der Kasse zu vermeiden, werden die Sportanhänger gebeten, vom Vorverkauf Gebrauch zu machen, der dann eingerichtet wird, wenn kein Vorspiel stattfindet. Der Vorverkauf beginnt eine Stunde vor Spielbeginn.
OL

Sonntag, 19. März 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Eimsbütteler TV Ib 2:2 (1:1)
Der VfL Oldesloe spielte gegen Eimsbüttel Ib 2:2. Wieder waren über 2000 Zuschauer hier Zeugen eines schönen und fairen Kampfes. Schöne Angriffe der Eimsbütteler wurden gleich flach vorgetragen. Der 25fache Internationale Hans Rohde zeigte sich auf seinem gewohnten Mittelläuferposten als sicherer Abwehrspieler. Ein Angriff in der 16. Minute brachte die Gäste in Führung. Fleischmann und Wullenweber spielten sich rechts durch und letzterer konnte den Ball über den Oldesloer Torhüter ins Netz befördern. Der VfL ließ sich aber nicht entmutigen und war nahe am Ausgleich. In der 30. Spielminute konnte Budnick den längst fälligen Erfolg anbringen. Der Gästetorwart hielt das Halbzeitergebnis mit viel Glück und Geschick. Eine hundertprozentige Gelegenheit ließ noch kurz vor dem Wechsel Hahn aus.

Nach dem Wechsel erwiesen sich die VfLer als feldüberlegen. Die linke Seite wurde nun mehr beschäftigt, die mit Mandelkau und Graffenberger sehr gefährlich war. Reichlich Pech hatten sie mit ihren Torschüssen. Als Budnick dann eine Flanke auf den Elfmeterpunkt gab und Rohde vom Innensturm stark bedrängt wurde, gab er den Ball an den Torhüter zurück, der ihn durch die Beine ins eigene Tor rollen ließ. Die Eimsbüttler Abwehr mußte nun noch mehr verstärkt werden, um die gefährlichen Angriffe der Hiesigen abzuwehren. Bei einer Ecke erzielte Graffenberger beinahe ein direktes Tor. Von der Innenseite des Pfostens sprang der Ball ins Spielfeld zurück. Statt daß sich nun die Oldesloer Mannschaft die Führung weiter ausbaute, mußte die sicher spielende Hintermannschaft das Ausgleichstor zulassen. Auch die restlichen Spielminuten gehörten den Oldesloern. Das Siegtor für Eimsbüttel verhinderte Lange im Tor, als er einen Bombenschuß von Kowalski aus der linken oberen Torecke herausfischte und dafür reichlich Beifall erntete.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Budnick, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Ernst Hahn, Dietrich Graffenberger.
Eimsbütteler TV Ib: Belowski - Kühne, Ohlendorf - Wul-lenweber II, Rohde, Marck - Fleischmann, Sell, Kowalski, Schild, Wullenweber I. Tore: 0:1 Wullenweber I (16.), 1:1 Budnick (30.), 2:1 Eigentor Rohde, 2:2. - Zuschauer: 2000.

Samstag, 25. März 1950
Stoppt der VfL den TSV Timmendorf?
Die erste Begegnung der beiden Mannschaften ging mit 6:3 an die Oldesloer. Wie wird das Spiel am kommenden Sonntag enden? Der VfL hat sich, genau wie die Timmendorfer, seit der letzten Begegnung bedeutende verbessert und müßte auf eigenem Platz einen knappen Sieg erringen. Er hat im Augenblick eine gute Verteidigung und fast denselben Sturm, der den ersten Sieg gegen Timmendorf herausholen konnte. Die Läuferreihe ist gegenüber der gegnerischen Mannschaft ebenfalls im Vorteil. Im Sturm müssen wir beide Mannschaften als gleich stark bezeichnen. Kann sich die Oldesloer Fünferreihe schneller vom Ball trennen und die schnellen Außen oft und geschickt einsetzen, sollte der knappe Sieger der VfL sein.
OL

Sonntag, 26. März 1950
21. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Timmendorf 8:1 (4:0)
VfL Oldesloe in Hochform. Timmendorf mit 8:1 überspielt. Herrlicher Sonnenschein lag über dem VfL-Stadion, als Pooch (Phönix) vor mehr als 2000 Zuschauern anpfiff. Daß beide Mannschaften gut vorbereitet in diesen schweren Kampf gingen, bewiesen die ersten zehn Spielminuten. Hart wurde bei herrlichem Sonnenschein um jeden Meter Boden gerungen und hart war der Einsatz der Spieler. Einen Vorteil hatte keine Mannschaft in den ersten 15 Spielminuten. Als Mandelkau den Torreigen eröffnete, schien es um die Gästemannschaft geschehen zu sein. Ihr hartes und oft sehr unfaires Spiel fiel besonders auf. Die Oldesloer drängten, wobei es oft zu unschönen Szenen kam. Hahn war wieder überall zu sehen und hatte erst beim dritten Versuch, einen Kopfball anzubringen, Erfolg. Nur selten waren die Timmendorfer vor dem Oldesloer Tor. Kowalski, der Dirigent der Timmendorfer Mannschaft, schoß selbst mehrmals aus jeder Lage, doch hielt Lange in gewohnter Weise sein Tor rein. Auf der Gegenseite verursachte ein Timmendorfer Spieler hart an der 16-Meter-Grenze einen Strafstoß, der von Graffenberger geschickt vor das Tor gegeben und von Neumann verwandelt wurde. Zuvor war Mandelkau auf eine Flanke von Friedrich schneller am Ball als der Gegner und sein Schuß traf ins Schwarze. Etwas erregt über die klare 4:0-Führung der Oldesloer schien das Spiel auszuarten, doch ließ sich der Schiedsrichter nicht beirren und verwies den recht unfairen Spieler Kruse von Timmendorf des Feldes, da er an Graffenberger ein Foul begang. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel stellte Oldesloe Graffenberger in die Läuferreihe und Neumann auf Linksaußen, da Neumann verletzt war. Die Oldesloer verfielen für Minuten in einen Dornröschenschlaf und als sie erwachten war das Ehrentor für den Gegner erzielt. Als Neumann wieder eine Bombe in das Timmendorfer Tor gesetzt hatte, war der Gegner restlos geschlagen. Einen Schuß aus kurzer Entfernung hielt Lange im Tor meisterhaft. Den sechsten Treffer erzielte Hahn. Das siebente Tor brachte wieder Neumann auf sein Konto. Bis das achte Tor durch Budnick fiel, waren Mandelkau und Hahn mehrmals dicht am "silbernen Löffel". Mit 8:1 ging das Schützenfest zu Ende. Eine Gelegenheit, den Gegner zweistellig zu besiegen, wurde ausgelassen. Gut waren Mandelkau, Hahn, Neumann, Herold, Lange und Graffenberger. Die übrigen Spieler standen den Genannten nicht viel nach. Das Ehrentor konnte Lange nicht verhindern.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Budnick, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Ernst Hahn, Dietrich Graffenberger.
Tore: 1:0 Mandelkau, 2:0 Hahn, 3:0 Neumann, 4:0 Mandelkau, 4:1, 5:1 Neumann, 6:1 Hahn, 7:1 Neumann, 8:1 Budnick. - Schiedsrichter: Pooch (Lübeck). - Zuschauer: 2000. - Platzverweis: Kruse (TSV Timmendorf).

Freitag, 31. März 1950
Der VfL in Burg auf Fehmarn.
Der Weg nach Fehmarn muß sich bezahlt machen, ist der Gedanke der Oldesloer Elf! Wir möchten an diesem Gedanken ebenfalls festhalten und der Oldesloer Mannschaft die besseren Chancen einräumen. Ist der Oldesloer Sturm noch schußfreudiger als am letzten Sonntag gegen Timmendorf, so ist nichts zu befürchten. Der Hintermannschaft trauen wir sogar ein "zu Null" zu.
OL

Sonntag, 2. April 1950
22. Punktspiel SV Fehmarn - VfL Oldesloe 1:2 (1:2)
Mit einem schönen 2:1-Sieg kehrte die Oldesloer Mannschaft von der Insel Fehmarn zurück. Der Erfolg ist besonders wertvoll, da er ohne Mandelkau und Neumann errungen wurde, für die Richter und Kneese einsprangen. Das Spiel hatte oft aufregende Momente vor den Toren, doch waren die Schlußmänner in einer ausgezeichneten Verfassung. Die Tore fielen alle drei vor dem Wechsel. Alle VfLer waren von größtem Kampfgeist beseelt. Brunk, Lange, Herold und Lange im Tor übertrafen sich selbst.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Ernst Hahn - Günter Budnick, Günter Friedrich, Heinz Richter, Werner Kneese, Dietrich Graffenberger.
Tore: 0:1 Friedrich (25.), 0:2 Friedrich (35.), 1:2.

Donnerstag, 6. April 1950
Oldesloe gegen Segeberg.
Bei gutem Wetter wird morgen das VfL-Stadion einen Massenbesuch aufzuweisen haben. Die erste Begegnung der beiden Rivalen (vom 16. Okt. 1949, d.Verf.) ist uns noch in Erinnerung, nach hartem Kampf blieb Oldesloe knapp Sieger. Der VfL ist seit diesem Spiel bedeutend besser geworden. Die Segeberger werden einen schweren Stand haben, gegen die in bester Form befindliche Heimmannschaft. Zu den Spielen am Karfreitag und Ostern werden die Zuschauer gebeten, die Betonplatten (rund 850 Stück), welche auf der Nord- und Ostseite des Stadions liegen, nicht zu betreten. Vor allen Dingen ist an die Jugendlichen eine ernste Mahnung gerichtet, hier keinen Schaden anzurichten.
OL

Freitag, 7. April 1950
23. Punktspiel VfL Oldesloe - TuS Segeberg 2:1 (1:1)
VfL siegt 2:1 vor 3000 Zuschauern. Auf beiden Seiten waren die besten Spieler zur Stelle. Das Spiel selbst begann reichlich nervös. Schwer fanden sich die Spieler zurecht. Das sonst flüssige Spiel blieb aus. Als Hahn das vielbejubelte Führungstor für Oldesloe schoß, trat Beruhigung ein. Segeberg stürmte mit aller Macht, um den Ausgleich zu erzielen, fand aber eine sichere Abwehr vor dem Oldesloer Tor; doch war der Ausgleich unvermeidlich, den Segebergs Halblinker Kasper für seine Mannschaft schoß.

Segeberg war nach der Pause nicht wiederzuerkennen und diktierte den Kampf. Oldesloes Angriffe wurden weniger, die Abwehr dagegen immer sicherer. Herold, Brunk und Lange im Tor zeichneten sich besonders aus. Auch die Läuferreihe des VfL half überall aus und störte den Gegner, wo sie nur konnte. Bei einem Angriff auf das Segeberger Tor hielt der Segeberger Torhüter hervorragend, konnte aber fünf Minuten vor Schluß doch nicht verhindern, daß auf eine herrliche Flanke von Mandelkau durch Graffenberger das Siegtor für die Oldesloer fiel.
Nach diesem Treffer versuchte Segeberg mit allen Kräften wieder gleichzuziehen, doch reichte die Zeit nicht mehr aus und der VfL hatte seinen Gegner abermals besiegt. Der Sieg war glücklich und daß der Kampf wieder unnötig hart durchgeführt wurde, haben wir leider ebenfalls feststellen müssen.
OL

Tore: 1:0 Hahn, 1:1 Kasper, 2:1 Graffenberger (85.). - Zuschauer: 3000.

Sonntag, 9. April 1950
Freundschaftsspiel SV Wahlstedt - VfL Oldesloe 1:6
Der VfL Oldesloe weilte mit einer kombinierten Mannschaft beim SV Wahlstedt (Kreis Segeberg) und kam mit einem leistungsgerechten 6:1-Sieg nach Hause. Über das Spiel selbst schweigt des Sängers Höflichkeit. Der Gastgeber spielte "hart, härter, am härtesten", was ihm selbst teuer zu stehen kam, denn die Verletzungen kommen auf sein Konto. Friedrich schoß wieder drei Tore. - Die zweiten Mannschaften trennten sich 6:3 für die Oldesloer.
OL

Sonntag, 16. April 1950
24. Punktspiel TSV Pansdorf - VfL Oldesloe 1:3 (1:1)
Oldesloe auch in Pansdorf 3:1 siegreich. Der Spielplatz und das Wetter waren alles andere als einladend. Wie schon in manchem Spiel verursachte Lange im Tor einen Elfmeter, der für den Gastgeber zum Führungstor führte. Der VfL konnte trotz des schlechten Bodens den Ball flach halten und erspielte sich gegen den Tabellenletzten eine sichtliche Feldüberlegenheit. Der erste Treffer für den VfL rührte ebenfalls von einem Elfmeter her, den Budnick verwandelte. Die zweite Halbzeit spielte sich fast nur in der Pansdorfer Hälfte ab. Selten kam das Oldesloer Tor in Gefahr. Richter brachte das zweite Tor auf sein Konto und Budnick stellte mit dem dritten Tor den Sieg sicher. Trotz des tiefen Bodens war das Spiel fair.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Budnick, Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Dietrich Graffenberger.
Tore: 1:0 (Foulelfmeter), 1:1 Budnick (Elfmeter), 1:2 Richter, 1:3 Budnick

Sonntag, 23. April 1950
25. Punktspiel Lübecker SV Gut Heil - VfL Oldesloe 0:4 (0:0)
VfL spielte 4:0 gegen Gut Heil Lübeck. Mit einem recht eindrucksvollen Sieg kehrte der VfL aus Lübeck zurück. Die Niederlage hätte für Gut Heil noch höher ausfallen können. Das Spiel begann lebhaft, zeigte aber bald, daß die Oldesloer Mannschaft in jeder Weise Herr der Lage war. Als durch Richter das erste Tor unter Dach und Fach gebracht war, diktierte der VfL das Spielgeschehen. Die Angriffsmaschine lief wie am Schnürchen und die Hintermannschaft stand eisern. Recht harte Abwehrarbeit hatte die Lübecker Hintermannschaft zu leisten. Immer wieder waren die Oldesloer vor dem Lübecker Tor und hatten noch reichlich Pech mit ihren Schüssen. Durch einen Strafstoß von Friedrich fiel das zweite Tor. Der scharfe Schuß ging an den Pfosten und wurde von Budnick eingedrückt. Eine von den vielen guten Flanken verwandelte Budnick aus der Luft zum dritten Tor. Der Gegner wurde stark zurückgedrängt und wußte sich oft nicht mehr aus der Bedrängnis zu befreien. In der Not waren die Hände mit im Spiel, was zu reichlichen Freistößen führte. Das letzte und vierte Tor fiel auf diese Weise. Im Strafraum wurde absichtlich der Ball mit der Hand von einem Gut Heiler abgewehrt. Den Elfmeter verwandelte wieder Budnick. Wäre der Lübecker Torhüter nicht in so guter Form gewesen, wäre der Sieg für Oldesloe bedeutend höher ausgefallen. Bei der Siegermannschaft klappte alles. Es war kein schwacher Punkt in der Mannschaft.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Budnick, Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Dietrich Graffenberger
Tore: 0:1 Richter, 0:2 Budnick, 0:3 Budnick, 0:4 Budnick (Handelfmeter)

Sonntag, 30. April 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Viktoria Lübeck 6:0 (3:0)
Ein deutlicher Klassenunterschied war während des ganzen Spiels festzustellen und das Endergebnis 6:0 für den VfL war mehr als verdient. Kämpferisch waren die Lübe-cker groß, aber harmlos. Die Heimmannschaft zeigte vom Schlußmann bis zum Sturm eine einheitliche Linie. Die Tore fielen abwechslend, drei vor und drei nach der Halbzeit.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Richter, Heinz Mandelkau, Werner Kneese.
Tore: Mandelkau (2), Budnick (2), Kneese, Richter



Sonntag, 7. Mai 1950
26. Punktspiel TSV Mölln - VfL Oldesloe 0:1 (0:1)
VfL Oldesloe auch im Endspiel siegreich. Der VfL war in Mölln jederzeit überlegen und zeigte ein flüssiges Spiel. Besonders fiel auf, daß der Ball von hinten bis vorn flach gehalten wurde. Nach 20 Spielminuten fiel das einzige Tor durch Friedrich. Indirekt war an diesem Erfolg auch Richter beteiligt, der sich von Spiel zu Spiel besser einspielt. Die zweite Halbzeit verlief auf Grund der sicheren Oldesloer Abwehr torlos. Alle Versuche von Elfert, den Ausgleich zu erzielen, blieben ohne Erfolg. Herold rettete einmal auf der Linie einen sicheren Erfolg der Möllner und auf der Gegenseite ließ die sichere Abwehr der Möllner einen Erfolg der Oldesloer nicht mehr zu. Sieg und Punkte fielen verdient dem VfL zu, der in der letzten Spielserie die erfolgreichste Mannschaft der Bezirksklasse stellte. - Mölln - VfL Reserve 2:4, Mölln - VfL Alte Herren 3:1.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Friedrich, Günter Budnick, Heinz Richter, Heinz Mandelkau, Dietrich Graffenberger.
Tor: 0:1 Friedrich (20.).

Dienstag, 9. Mai 1950
Oldesloer Sieg in der Möllner Kritik.
In der "Lauenburgischen Zeitung" lesen wir über das Spiel des VfL Oldesloe vom letzten Sonntag gegen Mölln: Beide Mannschaften begannen mit einem überraschend guten Start. Oldesloe erwischt einen ungeschickt abgewehrten Ball von Möllns Torhüter Wilms und schon steht es in den Anfangsminuten 0:1. Man sah sich aber getäuscht, wenn man annahm, daß nun noch weitere Treffer in munterer Reihenfolge purzeln würden. Der gute Start war Bluff, beide Mannschaften ließen nach und zeigten ein recht flaues Spiel. Zahllose Torchancen werden von beiden Sturmreihen verpaßt. Zehn Minuten vor dem Abpfiff kommt der TSV noch einmal auf Touren, kann aber den Anschlußtreffer nicht mehr erzwingen. Oldesloes Elf erwies sich als jünger, schneller und auch technisch besser als die Mannschaft der Gastgeber.
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Mittwoch, 17. Mai 1950
Mit der Ib-Mannschaft des SC Concordia Hamburg hat die Liga des VfL Oldesloe für den Himmelfahrtstag einen starken Gegner verpflichtet. Die Oldesloer sind im zweiten Durchgang der Punktserie mächtig nach vorn gekommen. Glanzstück der Mannschaft ist die Verteidigung mit Brunk als Mittelläufer. Auch der Sturm der Hiesigen ist aktiver geworden und wird sicher einige Treffer anbringen. Die Hamburger müssen schon "groß spielen", wenn sie den Gegner und das Oldesloer Publikum überraschen wollen.
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Donnerstag, 18. Mai 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Concordia Hamburg Ib 1:2 (1:0)
Bei ungemütlichem, regnerischem Wetter trafen sich nur vor einigen hundert Zuschauern obige Mannschaften. In Concordias Elf stand als Schlußmann Schadly, der in Hamburg mit als einer der besten Torwächter gilt. Er rettete denn auch den Sieg für seine Mannschaft. Der VfL hatte bis zur Pause eine Überlegenheit gezeigt, die durch das Tor von Friedrich zum Ausdruck kam. Bis zur Pause wurde Concordia dem Oldesloer Heiligtum kaum gefährlich. Nach Wiederanpfiff aber wendete sich das Blatt. Im Sturm der Gäste zeichnete sich nach dem Wechsel Kastner besonders aus. Concordia gestaltete das Spiel jetzt überlegen und zwei Tore stellten den 2:1-Sieg her. Der Schiedsrichter konnte absolut nicht gefallen; der VfL wurde stark durch ihn benachteiligt.
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Sonntag, 21. Mai 1950
Freundschaftsspiel Union Neumünster - VfL Oldesloe 3:4
Die augenblicklich gute Form, in der sich die Oldesloer befinden, kam auch im Spiel gegen den Landesliga-Vertreter zum Ausdruck. Union konnte schon in den ersten 15 Minuten mit 2:0 in Führung gehen, doch fand sich die Oldesloer Mannschaft dann schnell wieder. Sie war nicht nur gleichwertig, sondern - besonders in der zweiten Halbzeit - tonangebend. Das Spiel war schnell und stand auf einem sehr hohem Niveau. Graffenberger traf zweimal, Kneese und Friedrich einmal ins Schwarze, so daß ein leistungsgerechter Sieg errungen wurde.
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Sonntag, 28. Mai 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - SpVgg. Blankenese 2:0 (1:0)
Der VfL siegte mit 2:0 über Blankenese. Vor etwa 1000 Zuschauern vertrat der VfL gegen den Hamburger Gegner die Lübecker Bezirksklasse gut. Immerhin ist Blankenese ein Vertreter der Hamburger Amateurliga. Gegen die Oldesloer zeigte die Mannschaft auch, daß Können in ihr steckt. Das Ehrentor blieb aus, weil die VfL-Hintermannschaft wieder einen großen Tag hatte. Die Gästemannschaft, die aus noch sehr jungen Spielern bestand, spielte einen schönen Flachball und war technisch den Oldesloern fast gleichwertig. Oldesloe war wieder im Sturm "Klasse" für sich, leider fehlt manchmal immer noch der Kernschuß. Das Führungstor, das auf das Konto von Friedrich kommt, war eine schöne Leistung. Geschickt hob er den Ball über den Torhüter hinweg ins Tor. Nach Halbzeit wieder verteiltes Spiel, doch war eine leichte Feldüberlegenheit seitens der Platzherren zu erkennen. Von hinten rollten beiderseits Angriffe auf Angriffe, die jedoch bei der sicheren Verteidigung stecken blieben. An dem zweiten Erfolg der Oldesloer, den Mandelkau im Alleingang erzielte, war der Schlußmann der Blankeneser schuldlos.
OL

Mittwoch, 31. Mai 1950
Der 2:0-Sieg des VfL in Blankeneser Kritik. In den in Blankenese erscheinenden "Norddeutschen Nachrichten" lesen wir über das Spiel VfL - Blankenese, das am ersten Pfingsttag hier stattfand, die folgende Kritik: Die Ligaelf von Blankenese war in der angekündigten Aufstellung nach Bad Oldesloe gefahren, wo sie ein schwaches Spiel zeigte und 0:2 verlor. Dagegen spielten die Oldesloer überlegen. Diese Niederlage hätte vermieden werden können, wenn die Spieler, die für die Ligamannschaft in Frage kommen, der "Ersten" den Vorrang gegeben hätten und nicht nach Wittingen gefahren wären. Blankenese hätte dann einen besseren Eindruck in Bad Oldesloe hinterlassen.

Das Spiel begann mit schnellen Angriffen auf beiden Seiten. Oldesloe hatte den Vorteil, mit starkem Rückenwind zu spielen und konnte daher das Spiel leicht überlegen gestalten. Die Hintermannschaft von Blankenese hatte viel zu tun. Torwart Meyer konnte sich mehrmals auszeichnen. Der rechte Flügel des VfL mit Mandelkau und Friedrich waren die Spielmacher. Sieben Minuten vor der Halbzeit wurde Torwart Meyer von Friedrich leicht angerempelt und verlor dadurch den Ball. Nun hatte dieser Stürmer keine Mühe, zum 1:0 einzuschießen. Nach der Halbzeit legte sich der Wind und der VfL konnte weiter das Spielgeschehen diktieren. Obgleich die Torgelegenheiten gegeben waren, konnten sie von der Blankeneser Sturmreihe nicht ausgenutzt werden. Dagegen verstand es Mandelkau, die zu weit aufgerückte Blankeneser Hintermannschaft zu überlisten und das Ergebnis auf 2:0 zu erhöhen. Daß der VfL ein guter Gegner ist, beweisen die zuletzt erzielten Erfolge.
OL

Freitag, 2. Juni 1950
Die VfL-Liga macht am Sonntag einen Ausflug in die Holsteinische Schweiz zum ASV Plön. Besseres Wetter als in den letzten Wochen wollen wir der Mannschaft bei diesem Unternehmen wünschen. Im Spiel wird es zu keinem Spaziergang mit dem Gastgeber kommen, denn die Plöner haben sich einen guten Mittelplatz in der Bezirksklasse (Fördestaffel) erkämpft. Gegen die Oldesloer Läuferreihe Brunk, Hahn und Damski dürfte es der gegnerische Sturm recht schwer haben. Mit guter Stimmung und mit voller Hoffnung auf einen Sieg werden die Badestädter die Reise antreten.
OL

Sonntag, 4. Juni 1950
Freundschaftsspiel ASV Plön - VfL Oldesloe abgebrochen
Plön gegen Oldesloe abgebrochen! 22 Spieler bemühten sich 70 Minuten lang, das abgeschlossene Freundschaftsspiel unter einem Pfeifenmann durchzuführen, der Spieler und Zuschauer mit seinen Entscheidungen völlig aus der Ruhe brachte. Es blieb den Parteien nichts anderes übrig, als das Spiel mit gegenseitigem Einverständnis beim Stande von 1:0 für Plön abzubrechen. Es dürfte aber dem Gastgeber doch ein Vorwurf nicht zu ersparen sein, denn der angesetzte Schiedsrichter war den Plönern doch bekannt und seine Leistungen als Schiedsrichter müssen doch erst recht bekannt sein.
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Samstag, 10. Juni 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - TSV Lütjensee 6:1 (1:1)
Die gesamte Elf der Oldesloer, mit Ausnahme des Rechtsaußen, war in guter Spiellaune und nur in den ersten 30 Minuten ein fast ebenbürtiger Gegner. Die junge Lütjenseer Mannschaft hielt das, was man sich von ihr versprochen hatte. Das temperamentvolle Spiel machte den Gast zuerst zu einem hartnäckigen Gegner. Die 1:0-Führung der Lütjenseer war verdient. Ungedeckt, für den Oldesloer Torwart unhaltbar, landete ein scharfer Schuß des Halbrechten im Netz. Lütjensee wehrte sich recht tapfer und ließ erst kurz vor Halbzeit den Ausgleich zu.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel einseitiger. Durch die Reihen der Oldesloer lief der Ball wie am "Schnürchen" und der Gegner beschränkte sich fast nur auf die Abwehr. Chancen über Chancen wurden von der Heimmannschaft vergeben. In dieser Drangperiode verteidigte der Gast recht glücklich. An den sechs Treffern für Oldesloe beteiligten sich: Friedrich noch vor der Halbzeit durch unhaltbaren Schuß, Kneese, der zwei Gegner umspielte, Richter durch Kopfball nach einer Ecke, Friedrich ebenfalls durch Kopfball nach einer von Graffenberger wunderbar hereingegebenen Flanke, wieder Friedrich nach Abgabe des Balles von Hahn durch einen direkten Schuß aus etwa zehn Metern. Kneese stellte das Endergebnis her.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Ernst Hahn, Friedrich Brunk, Willi Neumann - Günter Budnick, Heinz Richter, Günter Friedrich, Werner Kneese, Dietrich Graffenberger.
Tore: 0:1, 1:1 Friedrich, 2:1 Kneese, 3:1 Richter, 4:1 Friedrich, 5:1, Friedrich, 6:1 Kneese.

Samstag, 17. Juni 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - TSV Trittau 3:1 (2:1)
Stormarns Kreismeister unterlag knapp mit 1:3 gegen VfL. Rund 1000 Besucher waren im VfL-Stadion und sahen vom TSV Trittau ein aufopferndes Spiel. In der Mannschaft war kein schwacher Punkt festzustellen, auch der Ersatzmann für Gryzibowski war gut. In Landt und dem Halblinken Jahnke hat Trittau zwei gute Spieler, die auch für das günstige Ergebnis zeichnen können. Das Spiel begann mit einer etwas sichtbaren Nervosität des Kreismeisters, was ihm gleich in den ersten zehn Minuten einen 0:2-Rückstand einbrachte. Die VfL-Mannschaft legte ein zügiges flaches Spiel hin und ließ den Gegner nicht einmal bis zur Mittellinie kommen. Als Budnick nach einer gut vor das Tor gegebenen Flanke Friedrich geschickt einsetzte, war der erste Treffer erzielt. Es sah nach einer hohen Niederlage der Trittauer aus, als zwei Minuten später Graffenberger nach innen lief und die Vorlage von Kneese geschickt ausnutzte. Beide Tore waren unhaltbar.

Die Meistermannschaft ließ sich durch diese Erfolge nicht entmutigen und spielte der Oldesloer Mannschaft einen hohen Fußball vor. Dadurch wurde das Spiel offener. Jahnke errang für Trittau den einzigen Treffer. Eine Abwehr der Oldesloer Verteidigung kam zu dem günstig stehenden Trittauer, der den Rest besorgte. Über den etwa fünf Meter vor dem Tor stehenden Oldesloer Torhüter hinweg landete der Ball im Netz. Nach dem Wechsel bot Trittau mehr und Oldesloe hatte gegen eine fast gleichwertige Mannschaft zu kämpfen. Kneese brachte den dritten Treffer für den VfL auf sein Konto.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Ernst Hahn - Günter Bud-nick, Heinz Richter, Günter Friedrich, Werner Kneese, Dietrich Graffenberger.
Tore: 1:0 Friedrich (8.), 2:0 Graffenberger (10.), 2:1 Jahnke, 3:1 Kneese. - Zuschauer: 1000.

Samstag, 24. Juni 1950 - Senioren
VfB Lübeck - Stadtauswahl Lübeck 2:3 (2:1)
VfB Lübeck enttäuschte. Auswahl gewann mit 3:2. Diejenigen, die zur Lübecker Lohmühle gekommen waren, um den VfB nicht nur siegen, sondern auch wirklich "rasant" spielen zu sehen, waren enttäuscht. Von einem neuen Wirbelwind war in der Fünferreihe des VfB nichts zu merken. Das was sich der VfB an Unkonzentiertheit und schwachen Vorstellungen leistete - vor allem vor dem Tor - ließ oft die Frage aufkommen, wer nun eigentlich Vertragsspieler in seinen Reihen habe.

Die Stadtauswahl gewann verdient, denn sie zeigte mehr Wendigkeit, war im Sturm zielstrebiger und hatte den nötigen Kampfeinsatz, der nun einmal da sein muß, wenn gewonnen werden will. Von der Auswahl gefielen die beiden Schwartauer Kleinschmidt und Sebelewski, letzterer besonders mit seinen Kopfbällen. Blöß glänzte durch Schußgewalt, auch dann als er seinen gewohnten Außenposten mit der Mitte tauschte. Im ganzen konnte die Aufstellung der Stadtauswahl endlich einmal als geglückt bezeichnet werden.
SPM

VfB Lübeck: Felgenhauer - Meinert, Schröder - Maurer, Hoppe, Kempchen - Görner, Thielhorn, Eckhoff, Pinkert, Patzig.
Stadtauswahl Lübeck: Jüdes - Landt, Soomann (alle LBV Phönix) - Kleinschmidt, Sebelewski (beide TSV Schwartau), Kobitzki (LSV Gut Heil) - Blöß, Pölitz (beide LBV Phönix), Eckhorst (TSV Schwartau), Matern, Michallek (beide ATSV Lübeck).
Tore: 0:1 Eckhorst (15.), 1:1 Meinert (17.), 2:1 Patzig (41.), 2:2 Blöß (51.), 2:3 Blöß (70.). - Zuschauer: 2500.

Samstag, 24. Juni 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - MTV Lübeck 3:1 (1:0)
Mit fünf Mann Ersatz stellten die Oldesloer dem MTV immer noch eine gleichwertige Mannschaft. Nur 600 Zuschauer waren bei diesem Sommertreffen erschienen und sahen bis zur Halbzeit ein klassearmes Spiel. Es wurde buchstäblich gebolzt und auffallend lustlos gespielt. Nach dem Wechsel hatte sich die Mannschaft des VfL mehr gefunden, konnte aber nicht verhindern, daß der Gast den Ausgleich erzielte. Eine Ecke wurde von Lattke gut getreten und von Friedrich eingeköpft. Der MTV wehrte sich verzweifelt. Die Strafstöße häuften sich. Blum (MTV) mußte dann auf Geheiß des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen. Eine von Friedrich getretene Ecke führte durch Kopfball von Kneese zum dritten Tor.
OL



Freitag, 30. Juni 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - VfB Lübeck 0:3 (0:2)
1800 Zuschauer gingen enttäuscht nach Hause. Daß die Lübecker nicht ganz ihr Können zeigen konnten, war nach dem schweren Spiel gegen Schalke 04 (0:1) am Vortage verständlich. Die Oldesloer Mannschaft zeigte nicht ihr gewohntes Können. Feike von Lübeck traf einmal den Pfosten und der Nachschuß ging hoch über die Latte. Auf der Gegenseite machte es Kneese nicht besser, seine scharfen Schüsse verfehlten knapp ihr Ziel oder wurden von Felgenhauer gehalten. Ein harmloser Angriff der Lübecker führte nach 25 Minuten zum Überraschungstor für die Gäste. Patzig erreichte den Ball an der Seitenlinie und gab ihn hoch vor das Oldesloer Tor. Unberührt landete der Ball - Lange stand falsch - hinter dem Torhüter im Netz. Friedrich schoß dann knapp am Pfosten vorbei und Mandelkau schoß Felgenhauer in die Arme. Bei einem Gewühl vor dem Oldesloer Tor brachten die Hiesigen den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Eckhoff schoß unhaltbar ein. Bei einem Zusammenprall zwischen Lange im Oldesloer Tor und Feike mußte der Lübecker ausscheiden. Matthews ersetzte ihn. Dasselbe erlitt Graffenberger von Oldesloe gleich nach Spielbeginn. Für ihn spielte Budnick.

Nach dem Wechsel hatte Oldesloe die bessere Seite und drückte auf das Tempo. Die Lübecker Hintermannschaft wurde nervös, hat es aber dem Oldesloer Sturm zu verdanken, daß kein Tor fiel. Felgenhauer wehrte einen Ball ab und verletzte hierbei Mandelkau, so daß er zehn Minuten aussetzen mußte. Auch Hahn schied für kurze Zeit aus. Trotzdem lag ein Treffer für Oldesloe in der Luft, er blieb aber aus, weil der Vollstrecker fehlte. Helmut Lange verschuldete dann auf der Torlinie einen Elfmeter: Der Ball ging an den Pfosten und sprang ins Feld zurück. Eine Kopfabwehr von Helmut Lange war so unglücklich, daß der Ball ins eigene Tor ging. Der VfL hat das schlechteste Spiel seit Wochen gezeigt.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Ernst Hahn - Günter Friedrich, Heinz Richter, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Dietrich Graffenberger (Günter Budnick).
VfB Lübeck (Ankündigung): Felgenhauer - Matthews, Schröder - Maurer, Hoppe, Meinert - Görner, Kempf, Eckhoff, Ilg, Patzig.
Tore: 0:1 Patzig (25.), 0:2 Eckhoff, 0:3 Eigentor Helmut Lange. - Zuschauer: 1800.


Die Spielzeit 1949/50
Die Fußballspiele der 1. Herren

 

Bis zum Jahr 1960