Sonstiges aus dem Stormarner Sport 1950 - 51

 

Donnerstag, 13. Juli 1950
Um den Wanderpreis.

Leichtathletische Wettkämpfe im Stadion Oldesloe. Am kommenden Sonntag werden die ersten leichtathletischen Wettkämpfe in zwei Gruppen im Oldesloer Stadion durchgeführt. Weit über 300 Einzelwettbewerbe müssen in dem Mannschaftskampf der Fußball-, Handball- und Hockeyspieler um den Wanderpreis der Stadt Bad Oldesloe ausgetragen werden. Maßgebend für den Sieg ist die Gesamtdurchschnittspunktzahl der Mannschaften. Gewertet werden die sieben besten Dreikämpfer der betreffenden Mannschaft.

Der von einem einheimischen Künstler geschnitzte Wanderpreis ist im Zigarrenhaus Abraham ausgestellt. Die Wettkämpfe beginnen um 9 Uhr, nachdem um 8.30 Uhr die Kampfrichtersitzung stattgefunden hat. Alle Kampfrichter, welche früher bei Sportwochen dabei waren, werden an dieser Stelle gebeten, sich wieder zur Verfügung zu stellen.

Vor mehr als zehn Jahren beteiligten die Oldesloer VfL-Leichtathleten sich an den Deutschen Meisterschaften. Sie standen in einem Jahre sogar an zweiter Stelle der Reichsliste in der Gruppe B. In diesem Jahre führen sie zum ersten Mal in der Gruppe C gegen Gegner aus dem Kreisgebiet in der Männerklasse und in der Jugendgruppe A Gruppe 3 den Mannschaftskampf durch. Bei den Männern starten je zwei Mann im 100- und 3000-Meter-Lauf sowie im Weitsprung und Kugelstoßen. Bei der Jugend A starten je zwei Mann im 100- und 1000-Meter-Lauf sowie im Weitsprung und Kugelstoßen.

Die Wettkämpfe dienen auch dazu, die Brauchbarkeit der leichtathletischen Anlagen im Stadion zu erproben. Am 20. Aug. findet dann beim Kreissportfest die Generalüberprüfung statt. Für die Zukunft wird Bad Oldesloe dann wieder des öfteren auswärtige Gegner begrüßen können.

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Sonntag, 16. Juli 1950
Die ersten leichtathletische Wettkämpfe im Stadion.

Bei den leichtathletischen Mehrkampfmeisterschaften der Spielmannschaften um den Wanderpreis der Stadt Bad Oldesloe kann die erste Schülerfußballmannschaft in diesem Jahre mit 94,5 Punkten ihren Namen auf dem Silberschild eingravieren lassen. Es folgen: Jungmannen-Fußball, Jugend-Handball, Herren-Handball, zweite Jugend-Fußball, Reisemannschaft-Fußball, zweite Herren-Fußball.

Die besten Dreikämpfer: Clasen (Jungmannen) 113 Punkten, Clasen (Schüler) 107, Kirschning (Handball) 95,3, Brunk (Liga) 78, Ruge (zweite Jugend) 58, Kruse (Reisemannschaft) 55, Merz (zweite Herren) 52,6.

Die Vereine aus Bargfeld, Badendorf und der VfL Oldesloe traten zu dem ersten Durchgang zu den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in der Leichtathletik (Gruppe C für Männer und Gruppe 3 für die Jugend A) an.

In Gesamtheit bringen wir noch die Bestleistungen der beiden Gruppenkämpfe: 100-Meter-Lauf: Kirschning (VfL) 12 Sekunden; Weitsprung: Kirschning (VfL) 5,70 Meter; Kugelstoßen: Heckers (VfL) 11,24 Meter; 3000-Meter-Lauf: Schwarzer (Badendorf) 10:26,6 Minuten; 1000-Meter-Lauf (15 Jahre und jünger): Kaiser (VfL) 3:04,5 Minuten; 1000-Meter-Lauf (16 und 17 Jahre): Gerhard Dollberg (VfL)/Max Dollinger (SV Eichede) 3:02,9 Minuten.

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Sonntag, 23. Juli 1950
Leichtathletik.

Trotz des schlechten Wetters war eine kleine Abordnung des VfL Oldesloe zu den leichtathletischen Wettkämpfen, welche im Rahmen einer Sportwoche anläßlich des 25jährigen Bestehens des TSV Gut Heil Dwerkathen-Lütjensee durchgeführt wurden, gefahren. Trotz sehr schlechter Platzverhältnisse und großer Beteiligung konnten unsere Vertreter ansprechende Plätze belegen.

Die nachfolgenden VfLer errangen erste Plätze: 100-Meter-Lauf Männer: Kirschning 12 Sekunden, Jugend A: Ralf 13,6 Sekunden; Kugelstoßen Männer: Heckers 11,70 Meter, Jugend A: Ralf 10 Meter; Dreikampf Jugend A Ralf 48 Punkte; Weitsprung Jugend B: Scharnow 4,90 Meter.

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Sonntag, 23. Juli 1950
Landesmeisterschaften der Kegler.

In Flensburg fanden die Landesmeisterschaften im Kegeln statt. Die Reinfelder und Oldesloer hatten eine Klub- und Vereinsmannschaft hierzu entsandt, wobei besonders die Reinfelder Kegler erfolgreich waren. In der Klubmeisterschaft gelang es den Keglern A. Feddern mit 730, H. Schade mit 744, Fritz Künken mit 705, O. Maaß mit 735 und H. Behnk mit 753 Holz sich mit 167 über dem Durchschnitt die Teilnahme an den Deutschen Keglermeisterschaften zu sichern.

Auch die Oldesloer Kegler zeigten sich in der Vereinsmeisterschaft in guter Form, leider reichte es nicht zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Es warfen: W. Weckes 705, Heinrich Fokuhl 715, Johannes Hinrichsen 744, R. Bothe 747, Heinrich Bertram 761 Holz. Also insgesamt 172 über dem Durchschnitt. - Allen Keglern für ihre guten Leistungen ein „Gut Holz!“

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Freitag, 18. Aug. 1950
Auf zum Kreissportfest in Bad Oldesloe.

37 Stormaner Vereine stellen 466 Wettkämpfer. Am morgigen Samstag und Sonntag steht Stormarns Kreisstadt im Zeichen ihrer diesjährigen größten Sportveranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Landrat Wilhelm Siegel durchgeführt wird. Erstmalig nach zehn Jahren hat der 1945 ins Leben gerufene Kreissportverband Stormarn, dem zur Zeit 37 Vereine angehören, seine Sportler zum leichtathletischen Wettkampf um die Ehre eines Kreismeisters eingeladen. 660 Teilnehmer aus Stadt und Land wollen ihre Kräfte im Dreikampf, in Einzelwettkämpfen sowie in Staffeln messen.

50 ehrenamtliche Kampfrichter und viele freiwillige Helfer mußten eingesetzt werden, um einen geordneten Ablauf des Festes zu gewährleisten. Neben diesen Wettkämpfen finden Auswahlspiele im Hand- und Fußball statt.

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Sonntag, 20. Aug. 1950
Kreissportfest zeigte gesunde Breitenarbeit.

Gute Leistungen im Oldesloer Stadion. Landrat Siegel sprach zur Sportjugend Stormarns. Das zum ersten Mal nach zehnjähriger Pause wieder durchgeführte Kreissportfest stand in vielerlei Hinsicht unter einem guten Stern. Einmal leuchtete eine wunderbare Augustsonne über dem herrlichen Oldesloer Stadion, zum anderen bewiesen die Wettkämpfe, daß der sportliche Nachwuchs auf Draht ist und im Kreis Stormarn eine gesunde Breitenarbeit getrieben wird. Aus den 37 Vereinen in Stadt und Land waren über 500 Wettkämpfer erschienen.

Zu der Hauptveranstaltung am Sonntagnachmittag waren der Kreispräsident Gramcko und Landrat Siegel zusammen mit Schulrat Heitmann und Kreisjugendpfleger Peters erschienen. Vor den in breiter Front aufmarschierten Teilnehmern eröffnete der Vorsitzende des Kreissportverbandes, Jost (Reinfeld), die in bunter Folge abrollenden leichtathletischen Entscheidungen und Entscheidungsspiele auf dem grünen Rasen mit einer Ansprache. Landrat Siegel sagte, daß es ihm eine Freude sei, soviel Sportler aus dem ganzen Kreisgebiet als aktive Teilnehmer zu begrüßen. Er glaube, daß die Kreisbevölkerung mit ihm in der Überzeugung einig sei, daß man in Stormarn nicht Sport treibe, um die Gesundheit der Jugend auf den Schlachtfeldern wieder zu opfern. Alle Leibesübung könne nur dem friedlichen Wettkampf dienen. Bürgermeister Barth entbot dem Kreissportfest die Grüße der gastgebenden Kreisstadt, die zahlreiche Landes- und Bundesfahnen zeigte.

In einem Sternlauf überbrachten dann Läufer aus verschiedenen Vereinen die Grüße der Stormarner Gemeinden. Am Lautsprecher wurden die kurzen Grüße aus den Stadt- und Landgemeinden, in denen die Verbundenheit mit der sporttreibenden Jugend zum Ausdruck kamen, verlesen. Unter starker Anteilnahme der Zuschauer vollzogen sich dann die Entscheidungskämpfe, von denen vor allem der 400-Meter-Lauf starkes Interesse fand.

Die leichtathletischen Wettbewerbe standen im Zeichen unserer Sportjugend, die 500 Wettkämpfer an den Start brachte. Auch die Männer hatten mit über 100 Teilnehmern die Disziplinen gut besetzt, während die Frauen leider sehr weit zurückstanden. Wenn auch die Leistungen als nicht überdurchschnittlich zu bezeichnen sind, so ist die rege Beteiligung ein sichtbares Zeichen der Freude am Sport und Spiel. Als besondere Ergebnisse ragten die Speerwerfer mit Mielke (Reinfeld), Heintze (Todendorf) und Goldbeck (Rümpel) heraus, die alle drei die 45-Meter-Marke erreichten. Auch der 100-Meter-Lauf von Giessen (Reinfeld) in 11,4 Sekunden auf der schweren Bahn ist eine ausgezeichnete Leistung. Großes Pech hatte Lange (Bad Oldesloe) im 1500-Meter-Lauf. Aufgrund von „Schrittmacherdiensten“ eines Vereinskameraden wurde er nach seinem Siege in 4:45 Minuten disqualifiziert. Bei den Jugendlichen waren Heller (Reinfeld) mit 12,1 Sekunden für 100 Meter und im Weitsprung mit 5,81 Meter; Eberhard (Bad Oldesloe) mit 12,48 Meter im Kugelstoßen und 1,60 Meter im Hochsprung die Besten.

Das spannendste Ereignis war die 4 mal 100-Meter-Staffel. Badendorf konnte in einem ausgezeichneten Rennen die außer Konkurrenz laufenden Reinfelder in 47,9 (!) Sekunden schlagen und nahm den Wanderpreis mit nach Hause. Den Preis des Landrats holte sich der TSV Bargteheide, der mit über 100 Teilnehmern nach hier gekommen war. Dennoch gebührt den Landvereinen ein besonderes Lob, die viele Sieger in den einzelnen Wettbewerben stellen konnten. Badendorf galt als erfolgreichster Verein.

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Die Sieger des VfL - Alte Herren: Leesch (Dreikampf 1364 Punkte); Männer: Schop (Hochsprung 1,57 Meter); Männliche Jugend A: Eberhard (Dreikampf 1900 Punkte, Hochsprung 1,60 Meter); Schüler A: Schnack (Dreikampf 1764 Punkte).

Tischtennis-Ergebnisse - Herren-Einzel B: 1. Mahrdt, 2. Fahrenkrug (beide VfL), 3. Gall (TSV Bargteheide), 4. Lorenz (TSV Trittau). Junioren-Einzel: 1. von Schachtmeyer, 2. Rust, 3. Schildmann, 4. Stanschewski (alle VfL). Damen-Einzel B: 1. Fräulein Hildebrandt (VfL), 2. Fräulein Gall (TSV Bargteheide). Damen-Einzel C: 1. Fräulein Vollstedt, 2. Fräulein Oldenburg (beide VfL).

 

Donnerstag, 24. Aug. 1950
Bargteheide.

Der Schwimmlehrgang für Lehrer des Kreises Stormarn, an dem 23 Lehrer teilnahmen, wurde beendet. Den Unterricht für die Schwimmlehrerbefähigung erteilte der Schulschwimmobmann Rottgardt, Bad Oldesloe. Die Prüfung wurde durch Dr. Geisler vom Institut für Leibesübungen an der Universität Kiel abgenommen.

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Mittwoch, 6. Sept. 1950
Sportfest.

Zum alljährlichen Schulsportfest fand sich die Theodor-Mommsen-Schule heute früh auf dem Bürgerpark ein. Mit klingendem Spiel des Trommler- und Pfeiferkorps der Anstalt marschierten die 380 Schüler und Schülerinnen zum Exer, um dort in friedlichem Wettstreit ihre körperlichen Kräfte zu messen, wie der Oberstudiendirektor Richard Staberock in seiner Ansprache auf dem Platz betonte.

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Ergebnisse - Dreikampf: Klasse IVa Hilmann 64 Punkte, IVb Lüthje 61, U IIIa Szilinsky 75, U IIIb Hass 85, O III M Heitmann und Offt 78, O III S Schlüter 74; Vierkampf: U II MS Eberhard 116 Punkte, O II MS Wrage 76, U I MS Bittkowski 93, O I MS Ernst 83.

Einzelwettbewerbe - Hochsprung: Eberhard U II 1,68 Meter; Diskuswurf: Fröndt U II 24,74 Meter; Speerwurf: Fröndt U II 42,55 Meter; 1500 Meter: Weber U II M 4:05,9 Minuten.

 

Mittwoch, 6. Sept. 1950
Spartenversammlung der Turner.

Unter dem Vorsitz des Spartenleiters Heinrich Diedrichsen führte die Turnsparte des VfL Oldesloe kürzlich im „Deutschen Haus“ bei guter Beteiligung ihre erste Versammlung nach der finanziellen Trennung der Sparten durch. Auf der Tagesordnung stand als wichtigster Punkt die Wahl des Spartenvorstandes: Schriftführerin A????XY Brunk, Kassenführer Reinhold Schop, Gerätewart R. Timm, Oberturnwart Heinrich Schop, Männerturnwart H????XY Feddern, Knabenturnwart W????XY Stübinger, Frauenturnwartin H. Kerkau, Mädchenturnwart Walter Busch.

Da die Turnhalle der Oberschule während der Kreiskulturwoche als Ausstellungraum benötigt wird, kann der regelmäßige Übungsbetrieb erst am 15. Sept. beginnen. Die Übungszeiten sind wie folgt festgelegt: Dienstag 17 bis 19 Uhr Knaben, Dienstag 20 bis 22 Uhr Männer, Freitag 17 bis 19 Uhr Mädchen, Freitag 20 bis 22 Uhr Frauen, Sonntag 10 bis 12 Uhr Kürturnen. OL

 

Mittwoch, 27. Sept. 1950
Schulsportfest in der Kreisstadt.

Das Sportfest der zum Oldesloer Bezirk gehörenden Stadt- und Landschulen im Stadion konnte als voller Erfolg verbucht werden. In Anwesenheit von Schulrat Rudolf Heitmann standen sich über 500 Jungen und Mädchen aller Altersklassen im Wettkampf gegenüber und erzielten zum Teil beachtliche Ergebnisse. So ist der 1000-Meter-Lauf des Oldesloers Helmut Niemann (Neue Stadtschule) in 3:14,0 Minuten - vor Ewald Berg (Pölitz) und Hans-Jürgen Zachan (Neue Stadtschule) - die besterzielte Leistung des Tages, während im Dreikampf Udo Wohlers (Neue Stadtschule) mit 215 Punkten unerreicht blieb. In der Gesamtwertung trug sich die Neue Stadtschule vor der Alten Stadtschule, Rümpel, Pölitz, Grabau, Seefeld, Neritz, Nütschau, Rethwischfeld, Sühlen, Meddewade und Klinken als Sieger ein. Im Anschluß an die Wettkämpfe erhielten die Sieger Urkunden und Kränze aus Eichenlaub. Leider vermißte man bei dieser gelungenen Veranstaltung den Spielmannszug.

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Die Dreikampf-Sieger und Siegerinnen - Jahrgang 1935: Hans-Jürgen Zachan (148 Punkte), Inge Tonn (127). 1936: Jürgen Schnack (175), Elke Fahrenkrug (160). 1937: Kurt Franck (134), Ingrid Slawski (166). 1938: Udo Wohlers (215), Renate Grubert (165). 1939: Klaus-Dieter Franck (152), Gunda Jürgensen (181). 1940: Kurt Zielke (133), Traute Schacht (163).

 

Mittwoch, 25. Okt. 1950
Teures Warmbad.

Das Städtische Warmbad wird, wie man schon jetzt feststellen kann, weiterhin das Sorgenkind der Kreisstadt bleiben. Im ersten Monat wurde ein Zuschuß von 780 DM und im zweiten ein Zuschuß von 769 DM festgestellt. Die erforderlichen Abschreibungen sind in dieser Summe nicht enthalten. Der Besuch ist im allgemeinen nicht ausreichend, um die außerordentlich hohen Unkosten zu decken. Während die Wannenbäder meist leerstehen, treten am Wochenende für die Brausebäder lange Wartezeiten auf. Es soll versucht werden, den Besuch des vorbildlich eingerichteten Warmbades aus alle Wochentage zu verteilen. Das Bad wird allgemein als außerordentlich gut eingerichtet bezeichnet. Die Preise sind gegenüber anderen Städten konkurrenzlos billig.

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Mittwoch, 25. Okt. 1950
Wer kennt die „Gazelle von Oldesloe“?

Aus Peter Frandsens sportlicher Glanzzeit. Vor 25 Jahren wurde er Deutscher Meister. Sechsmal bereits haben Deutschlands beste Langstreckenläufer die Aschenbahn im Berliner Grunewaldstadion umkreist. Noch liegt die Spitzengruppe dicht beisammen. Da stößt ein schmächtiger Läufer in schnellem Antritt vor. Scheinbar mühelos löst er sich vom Felde, das seinem Tempo nicht mehr folgen kann. Jetzt liegt er mit 70 Metern in Front.

Die Zuschauer im weiten Rund feuern den kleinen, tapferen Läufer begeistert an. Aber der mörderische Zwischenspurt hat ihn viel Kraft gekostet. Er wird langsamer. Nun hetzt ihn die Meute. Nur noch 50 Meter trennen ihn von seinen Verfolgern, als die Glocke die letzte Runde einläutet. Der Läufer guckt sich verzweifelt um. Er ist müde, aber er zwingt den erschöpften Körper zur Hergabe der letzten Energien. Hinter ihm rücken die Rivalen auf, treiben sich gegenseitig immer näher an ihn heran. Nur noch 20 Meter, nur noch zehn Meter fehlen dem Zweiten. Die Tausende auf den hohen Zuschauerrängen toben. Aber da ist endlich das rettende Zielband. Mit sechs Meter Vorsprung zerreißt es der siegende Läufer: Peter Frandsen, kaufmännischer Lehrling aus Bargteheide.

Als der Schreiber dieser Zeilen vor nun 25 Jahren Peter Frandsen die Deutsche Meisterschaft über 5000 Meter erringen sah, ahnte er nicht, daß er dem Läufer noch einmal in seiner Oldesloer Wohnung in der Hagenstraße gegenübersitzen würde, um vergangene Festtage der Leichtathletik lebendig werden zu lassen. Zeitungen und Zeitschriften mit Berichten über seine Triumphe stapeln sich auf dem Tisch, Plaketten und Statuen, Photoalben und Autogramme. Wir lesen die Schriftzüge der berühmtesten Sportler jener Zeit, der Weltrekordler Imbach (Schweiz), Ladoumegue (Frankreich) und des unvergeßlichen „fliegenden Finnen“ Nurmi.

„Die Spittelfips willst auch mittun?“ hatte Oberlehrer Dr. Vehrenkamp zu dem kleinen Apothekersohn gesagt, als er sich beim Oldesloer Schülersportfest zum Start stellte. Der gestrenge Kampfrichter staunte gleich darauf nicht schlecht, als der Spittelfips seinen viel größeren und kräftigeren Gegnern wie spielend davonlief. Damit war der erfolgreichste Sportler, den Stormarn bisher hervorgebracht hat, „entdeckt“ worden. Tag für Tag trainierte er nun auf einer Rundstrecke um den Bargteheider Bahnhof. Später schloß er sich dem Sportverein Oldesloe an und blieb ihm seine ganze Laufbahn hindurch treu, Verlockungen der berühmten Großvereine zum Trotz. Er verzichtete bewußt auf Trainer, Masseur und alle Erleichterungen, die seiner sportlichen Entwicklung hätten förderlich sein können.

Bescheiden, doch mit unverhohlener Freude erzählt der schlank und hager gebliebene 47jährige von seinen Siegen. In Basel beim Dreiländerkampf schlug er überlegen die besten französischen und schweizer Langstreckler. In Budapest trugen ihn die begeisterten Ungarn von der Bahn, nachdem er ihren Meister in sieben Zwischenspurts zermürbt hatte. In Karlsruhe mußte der amerikanische Meister Goodwin seine Überlegenheit anerkennen. Als der unvergeßliche „fliegende Finne“ Nurmi Weltrekord über 3000 Meter mit 8:24,4 Minuten lief, war Frandsen Zweiter vor der internationalen Gegnerschaft. Die deutsche Sportpresse nannte ihn „Gazelle von Oldesloe“. Ihn laufen zu sehen, war ein Genuß. Mit Kopf und Energie besiegte er viele an Kraft weit überlegene Gegner.

Nur ein einziges Mal hat Frandsen in seinem Geburtsort Bargteheide starten können. Das war 1920 beim Gauturnfest. In Oldesloe dagegen haben ihn die älteren Sportfreunde oft siegen sehen. Seine Bestzeiten waren 1500 Meter in 4:00,2 Minuten, 3000 Meter in 8:54,0 Minuten und 5000 Meter in 15:15,0 Minuten, damals auch international beachtliche Leistungen.

1927 gehörte er zu den für die Olympiavorbereitung auserwählten Spitzensportlern. Unglücklicherweise zog er sich einen Bluterguß im Fuß zu, der ihn lange außer Gefecht setzte. Er hatte durch dieses Pech den Anschluß verpaßt und zog sich entmutigt zurück. Aber sein Herz ist noch heute bei der schönsten und ursprünglichsten aller Leibesübungen, dem Lauf, und wenn er von den großen Rennen auf den berühmtesten Aschenbahnen des Kontinents spricht, in denen er eine ehrenvolle Rolle spielte, so blitzen seine Augen und es bedarf nicht mehr der zahllosen Fotos, um uns der „Gazelle von Oldesloe“ zu erinnern, die vor zweieinhalb Jahrzehnten über die schwarze Schlacke der Stadien schnellte, elegant, schwerelos, fast schwebend.

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Sonntag, 5. Nov. 1950
Ausscheidungskegeln.

Der erste Durchgang zu dem Ausscheidungskegeln über 1000 Wurf wurde auf den Bahnen im „Tivoli“ ausgetragen. Es waren 100 Kugeln zu schieben. Die Bahnen sind überholt worden und machten manchem Kegler noch viel Kopfzerbrechen. Vorläufig konnten sich an die Spitze setzen: Heinrich Bertram 712 Holz, F????? Wahl 702, O????? Fahl 701, W????? Abraham 701, H????? Wittfoht 697 Holz. OL

 

Sonntag, 19. Nov. 1950
Keglerverein Bad Oldesloe.

Die Sportkeglerinnen und -kegler waren mit starker Besetzung zum Ausscheidungskegeln in Reinfeld, „Altdeutscher Hof“, angetreten; die Frauen zum ersten Durchgang und die Männer zum zweiten Durchgang mit je 100 Kugeln. Beste Keglerin wurde Frau Näveke mit 701 Holz, gefolgt von den Keglerinnen Frau Menkens, Thomsen, Jäger und Lammers. Die Spitzengruppe der Männer veränderte sich nur wenig. Die bisherigen Ergebnisse bei 200 Kugeln: Bertram 1429 Holz, Hans Petersen 1412, Abraham 1405, Fahl 1399, Fokuhl 1399, Lüthje 1396 und Bothe 1396.

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Sonntag, 3. Dez. 1950
Keglerverein Bad Oldesloe.

Rund 30 Sportkeglerinnen und -kegler starten zum zweiten bzw. dritten Ausscheidungskegeln auf den Bundesbahnen bei „Hormann“. In sportlicher Weise wurde von jedem Kegler um die Verbesserung seiner Position gerungen, so daß im Durchschnitt gesehen gute Resultate erzielt wurden. Die Spitzengruppe behauptete sich und zeigt nach 300 Kugeln folgendes Ergebnis: Bertram 2132 Holz, Hans Petersen 2107, Abraham 2101, Fokuhl 2096, Fahl 2091. Bei den Frauen: Näveke 1390, Menkens 1344, Jäger 1328, Lammers 1321 Holz.

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Sonntag, 7. Jan. 1951
Keglerverein Bad Oldesloe.

Die Sportkeglerinnen und Sportkegler starteten zum dritten bzw. vierten Durchgang des Ausscheidungskegelns auf dem sich in bester Verfassung befindlichen Bahnen des Gastwirts Scheel, Sülfeld. Trotz des schlechten Wetters waren mit wenigen Ausnahmen die beteiligten Keglerinnen und Kegler erschienen und gingen mit sportlichem Ehrgeiz zum ersten 100-Kugelkampf im neuen Jahr an den Start. Eine bewundernswerte Leistung vollbrachte der Sportkegler Lüthje, der trotz seiner schweren Kriegsverletzung (Bein amputiert), mit hundert Kugeln ein Ergebnis von 751 Holz erreichte. Die weiteren Ergebnisse bei den Männern: Abraham 750, Bertram 747, Hans Petersen 742, Fahl und Weckes 740, Brall 736, Bothe 731, Beulke 729, Fokuhl, Thurau und Tjarks 726 Holz. Bei den Frauen führt nach nunmehr 300 Kugeln Frau Näveke mit 2102 Holz.

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Samstag, 20. Jan. 1951

Keglerverein Bad Oldesloe.

Die Sportkegler starteten zum fünften Durchgang ihres Ausscheidungskegelns in der neuerbauten Kegelhalle des „Wandsbeker Hofes“ in Hamburg-Wandsbek. Diese Halle mit ihren zwölf herrlichen Bahnen wird allen Anforderungen bei großen Meisterschaftskämpfen gerecht. Es wurde hier verbissen und mit letztem Einsatz von jedem Kegler um eine Verbesserung seiner Position gekämpft. Nach 600 Kugeln sieht die Spitzengruppe wie folgt aus: Bertram 4327 Holz, Abraham 4307, Fahl 4277, Bothe 4239, Heinrich Fokuhl 4237, Brall 4218, Hans Petersen 4218, Lüthje 4209, Gloede 4201 und Tjarks 4200 Holz.

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Dienstag, 23. Jan. 1951

Spartenausschuß-Sitzung der Turner des VfL. ...

 

Freitag, 9. Feb. 1951

Der Keglerverein Bad Oldesloe gönnt seinen Sportkeglern am Sonntag auch mal Ruhe, zumal am morgigen Samstag in der „Fledermaus“ seine Keglermaskerade steigt und daher am Sonntag „wegen der unsicheren Hand“ doch nur überwiegend „Pudel“ geschoben würden.

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Sonntag, 18. Feb. 1951
Kegeln.

Der Keglerverein beendete das Ausscheidungskegeln für 1950/51 auf den Bahnen von „Hormann“ mit einem 100-Kugelkampffür Frauen und Männer. Wie zu erwarten war, entbrannten bei den Sportkeglerinnen und Sportkeglern spannende Kämpfe um die Erringung der diesjährigen Meisterschaft. Frauenmeisterin wurde nach guten Leistungen Frau Näveke mit 3487 Holz vor Frau Lammers mit 3351. Seniorenmeister wurde Heinrich Fokuhl vor seinem Clubkameraden A. Drögemöller. Bei den Herren wurde Heinrich Bertram Vereinsmeister mit 5739 Holz bei 800 Kugeln vor O????? Fahl 5714, W. Abraham 5690, W. Weckes 5670 und Heinrich Fokuhl mit 5632 Holz, Gustav Lüthje 5621, G. Brall 5616, R. Bothe 5615, Herbert Tjarks 5608 und B. Gloede 5574 Holz.

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Sonntag, 25. Feb. 1951

Gründung Kreisturnverband Stormarn

 

Sonntag, 25. Feb. 1951
Erfolg der Oldesloer Kegler.

Die Keglervereine von Segeberg, Reinfeld, Sülfeld und Oldesloe beendeten ihren Freundschaftskampf in Sülfeld. Das ingsgesamt 400-Wurf-Kegeln endete mit einem überzeugenden Siege der Oldesloer Sportkegler, die mit ihrer Fünfermannschaft in vier Durchgängen mit je 100 Kugeln mit 14388 Holz, gleich plus 109, vor Segeberg (14279), Reinfeld (14209) und Sülfeld (13897) Holz den Sieg erzielte. Nach durchweg guten Leistungen aller Sportkegler erzielten Behnk (Reinfeld) mit 776 Holz vor Tjarks (Oldesloe) 756 und Abraham (Oldesloe) mit 754 Holz die besten Tagesleistungen.

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Sonntag, 15. April 1951

Altersturner trafen sich.

Der Altersturnwart des Travegaues, Dunkelmann, hatte zu einem Treffen der Altersturner aufgerufen. 16 Gäste vom MTV Lübeck und ein Gast vom LSV Gut Heil , unter ihnen der Landesmeister Unteusch, konnte der VfL in Stormarns Kreisstadt begrüßen. In der Turnhalle der Theodor-Mommsen-Schule zeigten die bewährten Turner zwischen 60 und 80 Jahren, was sie noch auf dem Turnboden bei Gymnastik und Spiel und am Gerät zu leisten vermögen. Meister Unteusch kümmerte sich inzwischen um die Oldesloer Jungturner. Unter reger Anteilnahme der Zuschauer war der Turnabend ebenso anregend wie unterhaltend. Der Kreisvorsitzende der Sparte Turnen, Diedrichsen, dankte den Besuchern und vor allem den Gästen mit herzlichen Worten.

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Dienstag, 26. Juni 1951
Mittelschule mit zehn Siegen.

Die Schulen des Bezirkes in Bad Oldesloe führten auf dem Exer ihr Bezirkssportfest durch. 500 Kinder aus der Kreisstadt und der ländlichen Umgebung standen im harten Wettkampf um die Ehre eines Bezirksmeisters. Dabei gab es zum Teil hervorragende Leistungen. So müssen besonders die 1000-Meter-Läufer erwähnt werden, von denen fünf unter der Leistungsgrenze für das Reichsjugendabzeichen blieben. Ausgezeichnet die Zeit des Siegers Reinhard Henning (Mittelschule) in 3:04,6 Minuten. Die Mittelschule ging als Beste mit zehn ersten Siegen hervor, während von den Volksschulen die Alte Stadtschule Bad Oldesloe die übrigen Teilnehmer auf die Plätze verwies. Die Volksschule Grabau war wieder beste Landschule.

Gegen Mittag traten die Wettkämpfer noch einmal zur Siegerehrung an. Die Sieger nahmen Urkunden und Eichenkranz für ihre sportliche Leistung entgegen. Der Kreisschulrat Heitmann beglückwünschte die Jungen und Mädchen, die sich mit ihrer Schule die Teilnahme an dem Kreissportfest gesichert haben.

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Die Sieger und Siegerinen - Dreikampf Mädchen, Jahrgang 1935: Elke Ahlers (Mittelschule) 176 Punkte; 1936: Dorle Junge (Mittelschule) 177; 1937: Irma Schwalbe (Alte Stadtschule) 153; 1938: Elke Rickert (Schlamersdorf) 182; 1939: Margit Brockmüller (Alte Stadtschule) 178; 1940: Karen Griebel (Mittelschule) 199.

Dreikampf Knaben, Jahrgang 1935: Manfred Rohde (Mittelschule) 183 Punkte; 1936: Martin von Schachtmeyer (Mittelschule) 152; 1937: Siegfried Witzke (Neue Stadtschule) 192; 1938: Udo Wohlers (Mittelschule) 172; 1939: Dieter Neureuter (Mittelschule) 168; 1940: Ingo Pittelkow (Alte Stadtschule) 175.

Gesamtwertung: Mittelschule (168 Punkte), 2. Alte Stadtschule (63), 3. Neue Stadtschule (46), 4. Grabau (17), 5. Schlamersdorf (14), 6. Rethwischfeld (6), 7. Pölitz (5), 8. Rümpel (4), 9. Tralau (3), 10. Meddewade (1).


 

Bis zum Jahr 1960