Die Spielzeit 1950/51
Teil 2

 

Montag, 9. Okt. 1950
Bekanntmachung. Anmeldung von Sportvereinen.
Die bisher für die Anmeldung von Sportvereinen gültige Kontroll-Direktive Nr. 67 ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Eine Anmeldung bzw. Zulassung von Sportvereinen durch den Britischen Landeskommissar ist in Zukunft nicht mehr notwendig.

Jugend-Sportgruppen. Für Jugend-Sportgruppen bzw. Sportgruppenleiter, die als Jugendpflegeorganisationen anerkannt werden wollen, gilt die Bekanntmachung über die Anmeldung von Jugendgruppen und von Bestätigung von Jugendgruppenleitern. Bad Oldesloe, 4. Okt. 1950, gez. Peters, Kreissportreferent.
OL

Montag, 9. Okt. 1950
Bekanntmachung. Anmeldung von Jugendgruppen.
Durch das Gesetz Nr. A 2 durch die Alliierte Hohe Kommission vom 17. März 1950 ist das Vereinsgesetz Nr. 22 und damit auch die Anzeigepflicht bei Neugründung von Jugendgruppen und die Instruktion Nr. 14 für die Genehmigung oder Ablehnung von Jugendgruppenleitern aufgehoben. Bis zur zu erwartenden bundeseinheitlichen Regelung setzt die Anerkennung als Jugendpflegeorganisation voraus, daß die Jugendgruppen sich anmelden und nur bestätigte Jugendgruppenleiter einsetzen.

Finanzielle Zuschüsse, amtliche Förderung, Ausstellung der Jugendleiterausweise zur Erhaltung der 50prozentigen Fahrpreisermäßigung bei der Bundesbahn können nur an anerkannte Jugendpflegeorganisationen gegeben werden.

Anmeldungen sind wie folgt durchzuführen:

  1. Die Jugendgruppen melden sich beim Jugendpflege- und Sportamt des Kreises Stormarn, Bad Oldesloe, Grabauer Straße 15, unter Beifügung einer Satzung an.
  2. Die Bestätigung der Jugendgruppenleiter erfolgt wie bisher durch die Kreise. Anträge zur Ausstellung von Jugendleiterausweisen sind gleichfalls an das

Jugendpflege- und Sportamt zwecks Vorlage beim Ausschuß für Jugendpflege des Kreises Stormarn einzureichen.
Bad Oldesloe, 4. Okt. 1950,
gez. Peters, Kreisjugendpfleger.

OL

Dienstag, 17. Okt. 1950
Für 99 Jahre stellte die Stadtverordnetenversammlung ein Gelände im Bürgerpark in noch näher zu bestimmender Größe zur Errichtung einer Kongreßhalle zur Verfügung. Es wurde damit einem Antrage der Stormarnhalle eGmbH entsprochen. Die Stadtverordnetenversammlung befürwortete den Plan, eine derartige Halle zu errichten.
OL

Donnerstag, 19. Okt. 1950
VfL-Training im Lampenlicht.
Im Stadion erstrahlten gestern abend große elektrische Lampen, um der Ligaelf des VfL in den Abendstunden das Training zu ermöglichen. Unter der Leitung des Trainers Seeler fand das Training statt, zu dem sich zahlreiche Zuschauer eingefunden hatten. Man siegt hieraus, daß die VfL-Liga jetzt ernsthaft zum Training herangezogen wird. Hoffen wir, daß Erwin Seeler die Mannschaft bald in eine Form bringt, die eine Gewähr dafür ist, daß die Enttäuschungen, die die Zuschauer in der letzten Zeit oft erlebten, nicht wiederkehren.
OL

Samstag, 28. Okt. 1950
Nord-Sportführer einig.
Vorsitzende und Funktionäre der Landessportverbände von Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Vertreter des Hamburger Fußballs und Turnens trafen sich zu einer Arbeitstagung in Malente. Die Zusammenkunft wurde von dem Wunsch getragen, die Probleme des deutschen Sports gemeinsam zu lösen. Einmütigkeit herrschte über die Frage der Gründung der zukünftigen Dachorganisation des deutschen Sports, die nach Meinung der norddeutschen Sportführer so schnell wie möglich unter Beteiligung aller Sport- und Fachverbände - ohne Rücksicht auf personelle Bestrebungen einzelnen erfolgen soll. In Zukunft werden alle Vereine, die im Hamburger Vorortsverkehrsbereich liegen, politisch aber zu Schleswig-Holstein gehören, von Hamburg aus betreut. Die Zuwendung aus Toto-Mitteln an die betreffenden Vereine erfolgt dagegen nach den bisherigen Vereinbarungen. Die Härten, die durch dieses Abkommen im Kreis Pinneberg entstehen könnten, werden von einem Ausschuß an Ort und Stelle geprüft und gehört.
SPM

Montag, 30. Okt. 1950
VfL-Versammlung.
Die außerordentliche Mitgliederversammlung des VfL wählte im "Central-Café" den neuen Vorstand. Nachdem der 2. Vorsitzende Hans Fokuhl die von 104 Mitgliedern besuchte Veranstaltung eröffnet hatte, wurde der Antrag eingebracht, den bisherigen 1. Vorsitzenden Christian Ohrt zur Abgabe einer Erklärung über seinen Rücktritt zu bitten. Mehrere der Versammlung noch unbekannte Gründe veranlaßten, wie man hörte, den altbewährten Vorsitzenden zu diesem Schritt. In einer längeren Ansprache wies Ohrt darauf hin, daß noch viel Arbeit zu leisten sei, wenn der VfL wieder auf festen Füßen stehen soll. Er hob hervor, daß gegen seine Person von einigen einflußreichen Mitgliedern so starker Widerstand geleistet wird, daß er diesen Leuten jetzt gern die Verantwortung übertragen sehen möchte, ihnen aber jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen und im übrigen mit wachsamen Augen an seinem VfL hängen werde. Der Kassierer berichtete über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Vereins, die durch die zum Teil getrennte Kassenführung gemeistert werden sollen. Ohne Debatte wurde anschließend zur Neuwahl geschritten. Da Ohrt eine Wiederwahl ablehnte, wurde Leo Seipelt zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seine Einführungsworte gingen dahin, daß er gänzlich unparteiisch sei und deshalb ganz objektiv handeln wolle. Seipelt bat die Ausschußmitglieder wie auch die Mitglieder des Vereins, ihn in seinem Amt zu unterstützen.

Die weiteren Wahlen ergaben:

  • Hans Fokuhl (2. Vorsitzender)
  • Dietrich Graffenberger (1. Schriftwart)
  • Edgar Leesch (2. Schriftwart)
  • Fritz Mittelstaedt (1. Kassierer)
  • Richard Lieske (2. Kassierer)
  • Karl-Heinz Schmidt (Jugendwart)
  • Else Wolgast (Frauenwartin)
  • Helmuth Stamer, Heinrich Diedrichsen und Friedrich Burandt (Beisitzer).

Als Spartenobmänner fungieren

  • Fritz Junge (Fußball)
  • Günther Kann (Handball)
  • Peter Frandsen (Leichtathletik)
  • Heinrich Diedrichsen (Turnen)
  • Friedrich Burandt (Hockey)
  • Fritz Mittelstaedt (Tischtennis)
  • Heinrich Steinen (Boxen).


OL

Samstag, 4. Nov. 1950
Der VfL Oldesloe feierte im "Gesellschaftshaus Tivoli" sein 88jähriges Stiftungsfest
Folgenden Mädchen der Turnabteilung wurde das Jugendsportabzeichen verliehen: Karin Dahlgrün, Dorle Junge, Christa Kerger, Edith Kern, Alice Kujat, Edeltraut Kujat, Elke Meyer, Ingrid Post, Edeltraut Saldern. Außerdem erwarben in diesem Sommer Ingrid Post, Irmtraud Peters und Waltraut Schildmann den Grundschein der DLRG. Die Bedingungen des Jugendscheins erfüllten Gretchen Scharrel und Karin Dahlgrün.
OL

Montag, 13. Nov. 1950
Zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein: Einigung im "Grenzverkehr".
Seit mehreren Jahren gibt es Differenzen im sogenannten kleinen "Sportgrenzverkehr" zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Gründe hierfür sind die verkehrsmäßig gute Aufschließung der Grenzorte von Hamburg aus, so daß die Vereine, wenn sie zu Hamburg gehören, für alle Mannschaften und Abteilungen ihren Sportverkehr auf dem billigsten Wege mit Nahverkehrsmittel bestreiten können. Würden die Vereine, die landesmäßig in Schleswig-Holstein beheimatet sind, auch in Schleswig-Holstein ihren Sport betreiben, so ist das nur durch die Benutzung von Kraftfahrzeugen, Autobussen sowie die Bezahlung des Fernfahrtarifes möglich. Wie schon gesagt: lediglich die Vereine im Grenzgebiet werden davon betroffen.

Nachdem sich bereits der größte Teil der im schleswig-holsteinischen Grenzgebiet liegenden Vereine für eine sportliche Betätigung (vor allem im Fußball) in Hamburg entschieden hatte, sind nunmehr auch die Sportverbände von Hamburg und Schleswig-Holstein zu der Überzeugung gelangt, daß im Grenzgebiet eine Möglichkeit geschaffen werden muß, um sich dem Hamburger Sportbetrieb fachlich und organisatorisch anzuschließen. Maßgeblich soll nur das Gesamtinteresse der in Frage kommenden Klubs sein, nicht etwa die Vorteile, die sich der ersten Mannschaft bieten.

Folgende (Anm.: Stormarner) Vereine können jetzt offiziell zum Hamburger Sportbund übertreten:

  • Oststeinbeker SV
  • TSV Reinbek
  • Wentorf-Reinbek
  • SV Ohe
  • SV Witzhave
  • TSV Ahrensburg
  • SV Glashütte
  • TSV Glinde
  • SV Großhansdorf
  • Tura Harksheide.

SPM

Montag, 20. Nov. 1950
Jetzt wieder Eigenheimausspielung.
Sportwette feiert Geburtstag. Am 14. Nov. feierte die Schleswig-Holsteinische Sportwette ihr zweijähriges Jubiläum. Als der erste Wettbewerb am 14. Nov. 1948 ausgeschrieben wurde, entsprach er bei weitem nicht den gestellten Erwartungen, doch ließen schon die folgenden Spielsonntage die ständige Aufwärtsentwicklung erkennen.

Der erste Wettsonntag brachte einen Umsatz von 11.363 Mark, der sich innerhalb eines Jahres auf 149.177 Mark je Sonntag steigerte. Am 12. Nov. 1950 wurde ein Umsatz von 267.058,50 Mark erzielt. Die bisher höchste Beteiligung an einem einzigen Wettbewerb gab es am 26. Feb. dieses Jahres mit 297.623 Mark. In der 53. Wette am 11. Dez. vorigen Jahres wurde fast die Halbmilliongrenze erreicht, jedoch kann diese Zahl nicht gewertet werden, da diese Wette durch den Gewinnbetrag aus der Vorwette doppelte Gewinnchancen bot.

Der Umsatz aus diesen zwei Toto-Jahren betrug 16,2 Millionen Mark. Davon wurden 50 Prozent an die Gewinner ausgeschüttet. Gut verdienten die Steuern, die insgesamt 2,7 Millionen DM bekam, weitere zehn Prozent erhielt die Landesregierung = 1,62 Millionen DM. Davon wurden 50 Prozent wiederum für den Sport ausgeschüttet. Dem Sport wurden aus den Überschüssen erheblich finanzielle Mittel in Höhe von 2,4 Millionen DM zur Verfügung gestellt.

Die Gründung des Nord-Totos, die den beteiligten Unternehmen die finanzielle und verwaltungsmäßige Selbständigkeit beließ und lediglich den Zweck einer gemeinsamen Gewinnausschüttung erfüllt, ist wohl der herausragendste Moment in der bisherigen Chronik des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Totos. Schleswig-Holsteins Toto war auch die erste Gesellschaft, die vor Jahresfrist die entscheidenden Erneuerungen sowohl in der Ausweitung als auch in der Spielplangestaltung hervorbrachte. So wurde die erste Landessportwette von Schleswig-Holstein aus gestartet und später von anderen Instanzen übernommen. Wenn mit dem Tage des zweijährigen Bestehens des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Totos die so überaus beliebte Eigenheimausspielung wieder aufgenommen werden kann, so fällt diesem Geburtstag eine besondere Bedeutung zu. Werden doch den bisher ausgespielten 31 Eigenheimen weitere folgen, womit einmal mehr der soziale Charakter des Unternehmens herausgestellt wird, da mit Ausnahme der Wettsteuer das aufkommende Spielkapital restlos zur Ausspielung der Eigenheime gelangt.

Viele Versehrte, Flüchtlinge und Männer, die sich um den Fußball verdient gemacht haben, wurden Annahmestellen übertragen, zahlreiche Vertriebene, Studenten usw. fanden bei der anfallenden Arbeit in der Toto-Zentrale Beschäftigung. Besonders verdient um den Toto haben sich Direktor Cornils sowie die Herren Harder und Strecker durch ihre umsichtige Geschäftsführung gemacht. Auch im kommenden Jahr wird der Fußball-Toto - wie bisher - seinen Anhängern Freude und Entspannung bieten.
SPM

Donnerstag, 23. Nov. 1950
Sportlehrer Rohe in Reinfeld.
Der Sportlehrer und Trainer des schleswig-holsteinischen Landessportverbandes, Hans Rohde, wird am Freitag, 16 Uhr, die fußballspielende Jugend und 20 Uhr die Männer praktisch und theoretisch unterweisen. Rohdes Anwesenheit begegnet in Reinfeld großem Interesse, so daß eine rege Beteiligung erwartet werden darf.
OL

Freitag, 24. Nov. 1950
Rohde in Reinfeld.
Landestrainer Hans Rohde erteilte in Reinfeld Jugendlichen und Männern praktischen und theoretischen Unterricht im Fußball. Sichtbar begeistert waren die in stattlicher Anzahl erschienenen Beteiligten, unter denen sich auch Sportler aus Bad Oldesloe und Rehhorst befanden. Hans Rohde hat seinen Besuch erneut für Freitag, den 1. Dez., in Aussicht gestellt.
OL

Samstag, 2. Dez. 1950
Verbandsausschuß tagte in Kiel.
Unter Hinzuziehung sämtlicher Kreisverbandsvorsitzenden und Spartenleiter tagte der Verbandsausschuß des Landessportverbandes Schleswig-Holstein in Kiel. Zunächst nahmen die Fachsparten Stellung zu der Gründung der Dachorganisation des deutschen Sports am 10. Dezember in Hannover. Die Programmpunkte dieser Dachorganisation wurden zur Kenntnis genommen und die Delegierten des Landesverbandes beauftragt, die Punkte zu vertreten. Der Name für diese Organisation sollte nach der Mehrheit des Ausschusses "Deutscher Sportbund" sein. Weiter wurde nach reger Debatte beschlossen, den Abgrenzungsvorschlag Hamburgs abzulehnen. Es soll zunächst bei der gehandhabten Regelung verbleiben, daß die in der Nähe Hamburgs befindlichen Vereine spielerisch von Hamburg weiterbetreut werden und organisatorisch bei den Kreisen verbleiben. Interessant war ein Vorschlag, innerhalb des Landes Schleswig-Holstein unbeschadet der politischen Grenzen der Kreise einen regionalen Aufbau der Kreisorgansiation des Landessportverbandes vorzunehmen.

Sonntag, 10. Dez. 1950
Sportbund gegründet.
Die Gründung des "Deutschen Sportbundes", der Dachorganisation des deutschen Sports ging in Anwesenheit sämtlicher Landessportbünde und Fachverbände nicht ohne Schwierigkeiten vor sich. Erst nach fast achtstündiger Sitzung hatte die Versammlung sämtliche Formalitäten erledigt. In den Vorverhandlungen waren die Fragen des Stimmrechts und der Namensgebung nicht restlos geklärt worden. Nach Überwindung dieser Schwierigkeiten ergaben sich neue Meinungsverschiedenheiten bei der Wahl des Präsidiums. Entsprechend dem Vorschlage des vorbereitenden Ausschusses wurde der Vorsitzende des Deutschen Handballbundes, Willi Daume (Dortmund), mit 64 Stimmen bei 18 Stimmenthaltungen zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Sportbundes gewählt.
OL

Sonntag, 10. Dez. 1950
Sepp Herberger kam nicht.
Der Wochenendlehrgang der Bezirks- und Kreisjugendwarte des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Malente stand auf einem beachtlich hohen Niveau. NFV-Jugendwart Nolte (Hamburg) schilderte anschaulich die Englandfahrt der deutschen Fußballjungen (Anm.: welche ?????), die nicht nur durch ihre Spiele, sondern durch ihr ganzes Auftreten einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen haben.

Prof. Dr. Hallermann referierte über die Entwicklungsmerkmale der Reifezeit der Jungen und Mädchen. Landesjugendpastor von Stockhausen brachte in seinem Referat "Zusammenarbeit zwischen Kirche und der Sportjugend" völlig neue Gedanken in die Debatte, und die sich hieran anschließende Aussprache war außerordentlich befruchtend. Schließlich gaben Verbandstrainer Hans Rohde und Leichtathletik-Jugendwart Boiges praktische Vorschläge für die Gestaltung von Übungsstunden für die Jugend.

Die Tagungsteilnehmer, die mit dem Erscheinen von Sepp Herberger gerechnet hatten, waren recht enttäuscht, als der Bundestrainer kurzfristig absagte.
SPM

 

Bis zum Jahr 1960