Die Spielzeit 1950/51
Teil 1

Samstag, 1. Juli 1950
Zahlreiche Badegäste waren zur Eröffnung des städtischen Warmbades erschienen. Der Besuch war am ersten Tage zufriedenstellend. Über 100 Gäste benutzten die Dusch- und Wannenbäder. Auch Friseur- und Massagesalon waren gut besucht. Selbst verwöhnte Großstädter sprachen sich lobend über die ausgezeichnete Einrichtung des Bades aus.
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Montag, 3. Juli 1950
Fußballspartenversammlung des VfL.
Die Fußballsparte des VfL hat eine außerordentliche Versammlung zum Mittwoch in den "Bahnhofsgaststätten" angesetzt.
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Mittwoch, 5. Juli 1950
Außerordentliche Fußballspartenversammlung des VfL.
Dem Rufe des Spartenleiters Fritz Junge waren viele Mitglieder in die "Bahnhofsgaststätten" gefolgt. Die Sparte Fußball, so führte der Spartenleiter aus, müßte wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen. Er gab bekannt, daß die Sportfreunde, die sich voll und ganz für die weitere Entwicklung der Sparte einsetzen, auch mit der Übernahme ihrer Ämter eine große Verantwortung auf sich nehmen. Auch die restlichen noch bestehenden finanziellen Verpflichtungen des VfL hat die Fußballsparte auf sich genommen, so wie auch die Unterhaltung und den Ausbau des Stadions. Der Wunsch aller Anwesenden ging dahin, daß mit Beginn der Selbständigkeit der Fußballsparte ein neuer Sportgeist und eine echte Kameradschaft durch die Reihen der Mannschaften geht.

Einstimmig wurden hierauf die Ausschüsse mit folgenden Herren besetzt:

  • Fritz Junge (Spartenleiter)
  • Dr. Erwin Lüders (Stellvertreter)
  • Wilhelm Hoppe (Kassierer),
  • Wegener (Schriftführer)
  • Martin Münster (Vorsitzender des Finanzausschusses)
  • Hans Petersen
  • Hans Fokuhl (Finanzausschuß)
  • Carl Hoffmann (Vorsitzender des Stadionausschusses)
  • Otto Schmidt (Platzwart).

Technische Leitung:

  1. Fußball:
    • Fritz Junge (Spielausschuß)
    • Wilhelm Düllmann
    • Willy Schlüter
    • Martin Münster (Fußballausschuß)
    • Karl-Heinz Schmidt
    • Ernst Kindt (Jugendausschuß);
  2. Leichtathletik: Wilhelm Rottgardt (Leiter)
  3. Boxen: Heinrich Steinen (Leiter).
  4. Die Boxabteilung hat sich der Fußballsparte wieder neu angegliedert.
  5. Die Leichtathletikabteilung wird auch weiterhin von der Fußballsparte verwaltet.


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Sonntag, 23. Juli 1950
Landesfußball ohne "Zündstoff".
Ehrung verdienter Fußballpioniere. Der Verbandstag 1950 des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes fand im Hotel "Dieksee" in Malente statt. Delegierte sämtlicher fußballspielenden Vereine des Landes waren anwesend. Unter den Ehrengästen bemerkte man den stellvertretenden Landrat des Kreises Eutin, Hagemann, den Bürgermeister von Malente, Kerbach, den Vertreter der Landesregierung, Feldmann, und den 1. Vorsitzenden des Landessportverbandes, Johannes Stoll. Neben den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden Willi Steffen (Lübeck) und der Ehrengäste, die die Grüße der durch sie vertretenen Instanzen überbrachten, ehrte die Versammlung den im letzten Jahr verstorbenen Kieler Fußballpionier Ernst Föge.

Das wichtigste Ergebnis des diesjährigen Fußballverbandstages liegt weniger in der Tatsache der verabschiedeten Entschlüsse , als darin, daß die bisher oftmals hochgehenden Wogen der Erregung sich in diesem Jahre wesentlich geglättet haben. Die durch die Verhältnisse der Nachkriegsjahre hervorgerufenen Spannungen sind zum großen Teil ganz ausgeschaltet. "Zündstoff" ist augenblicklich innerhalb des Landesfußballverbandes nicht vorhanden. Das einzige Problem, die Frage nach der 2. Division, ist ein so heißes Eisen, daß der Verband die Entscheidung übergeordneter Instanzen zunächst abwarten will. Für die Amateurliga bleibt es bei der Zwölferstaffel.

Die Schlußworte, die der Vorsitzende Steffen am Ende der Tagung sprach, faßten die Gefühle aller Tagungsteilnehmer zusammen: "Wir sind uns einiger, als wir es in den letzten Jahren jemals waren. In der gleichen Einigkeit wollen wir auch weiter zusammenarbeiten!"

Zu Beginn der Tagung wurde das Protokoll des letzten Verbandstages in Flensburg verlesen sowie die Berichte des Vorstandes, des Pressewartes, des Verbandsgerichts und des Jugendwarts ohne Diskussion angenommen und gebilligt. Im allgemeinen war die Atmosphäre im Tagungssaal zu Beginn "noch etwas müde".

Da der Abstieg des VfB Lübeck aus der Oberliga noch nicht endgültig entschieden ist, erhob der Spielausschußobmann Hans Frühauf die Frage nach dem zwölften Vertreter in der Amateurliga. Er schlug vor, eine Runde zwischen den beiden Absteigern, Union Neumünster und Polizei Kiel, sowie den nichtaufsteigenden Bezirksmeistern, Neumünster 1910 und Schleswig 06, durchzuführen. Die Stimmung der Versammlung hierzu war Sonntag, daß der Dritte der Aufstiegsrunde, Neumünster 1910, im falle der Verbleibs des VfB Lübeck in der Oberliga, aufsteigen solle. Die endgültige Entscheidung soll vom Beirat getroffen werden. Der Antrag von Schleswig 06, die Amateurliga auf 16 Vereine zu erhöhen, wurde abgelehnt. Die Begründung, daß im Falle der Beteiligung von 16 Mannschaften 30 Punktspiele erreicht würden, wodurch die Zahl der freien Sonntage auf zwölf vermindert würde, und das den Vorteil habe, daß man in der punktspielfreien Zeit nicht auf Privatspiele mit teuren Gastmannschaften angewiesen sei, konnte nicht die Zustimmung der Versammlung finden. In erster Linie fühlt man sich verantwortlich, dafür Sorge zu tragen, daß die Spielstärke der Amateurliga nicht "verwässert". Außerdem Würde die Erhöhung der Mannschaftszahl eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung mit sich bringen. Diese beiden Punkte waren maßgebend für die Ablehnung des Antrages.

Der Bezirk Lübeck hatte Erfolg mit einem Antrag, wonach seine beiden Staffelmeister der Bezirksliga im nächsten Jahre an der Aufstiegsrunde zur Amateurliga teilnehmen können. Die gleiche Regelung trifft auch für den Bezirk Kiel zu. Maßgeblich für die Annahme dieses Antrages war die Tatsache, daß das Zahlenverhältnis der spielenden Mannschaften in den vier Bezirken unseres Landes sehr unterschiedlich ist und eine solche Regelung verlangt. So hat der Bezirk Lübeck allein 139 Fußballvereine mit 646 Mannschaften, der Bezirk Kiel 93 - 580. Dagegen ist die Zahl der Vereine in den Bezirken West mit 64 - 244 und Nord mit 61 - 205 erheblich geringer.

Der Bezirk West stellte einen Antrag, wonach 50 Prozent der vom Sportausschuß gegebenen Darlehen aus dem Vorjahre erlassen werden und wonach außerdem die restlichen 50ß Prozent aus dem Jahre 1948/49 gleichfalls gestrichen werden. Dieser Antrag wurde verständlicherweise ohne Debatte angenommen. Ein Antrag des Kreises Plön behandelte die Sätze für Amateurspieler. Die Spesen von 14 Mark schienen dem Kreis Plön zu hoch. Es wurde klar herausgestellt, daß es sich hierbei um einen vom Deutschen Fußball-Bund festgesetzten Höchstsatz handelt, wobei die Bezirke und Kreise ermächtigt sind, niedrigere Sätze für ihren Bereich festzulegen.

Ein wichtiger Beschluß für die kleinen Landevereine bestimmte, daß sämtliche Punktspiele in jedem Falle durchzuführen seien, auch dann, wenn der angesetzte Schiedsrichter nicht erschienen ist. Die Bestimmung eines auf dem Sportplatz anwesenden anderen Schiedsrichters wird den Vereinen in diesem Falle zur Pflicht gemacht.

Ein Antrag des TSV Bredstedt, den Vereinen der Bezirksklasse Nord auf Grund der großen Entfernung einen festen Zuschuß für Reisekosten zu geben, wurde abgelehnt. Der Vorstand versprach jedoch, auf andere Art Hilfe zu schaffen.

Im Anschluß an den Kassenbericht wurde dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt. Als Kassenprüfer wurde neu Hans Löhndorf (Kiel) bestätigt. Als Ersatz für den verstorbenen Beisitzer Föge wurde Wilhelm Schwieger (Kiel) gewählt.

Zum Verbandstag des Norddeutschen Fußballverbandes werden von Schleswig-Holstein die vier Vorsitzenden der Bezirke, ihre Vertreter und drei Vertreter der Oberliga-Vereine (auch des VfB Lübeck) entsandt. Insgesamt werden die Delegierten 17 Stimmen des Landesverbandes vertreten. Ein Vertreter aus Leck schlug vor, die im letzten Jahr für durch den Sport Verletzten und Hinterbliebenen ausgegebenen 36.500 Mark in Zukunft als Prämie für eine Versicherung zu zahlen, um damit die Möglichkeit zu haben, noch weitere Gelder für diesen Zweck ausschütten zu können. Der Antrag wurde dem Vorstand zur weiteren Beratung überwiesen.

Dem Bericht des Schiedsrichterobmannes Karl Heuck (Kiel) war zu entnehmen, daß von den Vereinen sehr oft die Arbeit der Schiedsrichter negativ kritisiert wird. Allgemein werde die Meldung fähiger Vereinsmitglieder zur weiteren Ausbildung als Schiedstrichter vermißt. Heuck gab bekannt, daß er ab 16. Aug. als aktiver Schiedsrichter ausscheide und daß er dann mehr zeit für seine Aufgaben als Obmann haben werde. Eine längere Diskussion ergab sich um den Landesliga-Schiedsrichter Rudat. Sie wurde zur Zufriedenheit aller Teilnehmer im sportlichen Sinne beendet.

Am Schluß der Tagung wurde aus der Versammlung heraus dem Vorsitzenden des Sportförderungsausschusses Carl Arpe (Kiel) der Dank für seine Arbeit ausgesprochen. Der nächste Verbandstag soll in Lübeck stattfinden. der Schleswig-Holsteinische Fußballverband ehrte den verdienten Fußballpionier Franz Grimm (Kiel) durch die Ernennung zum Ehrenmitglied, und der 1. Vorsitzende des Landesportverbandes, Stoll (Lübeck), überreichte Anton Haase (Kiel) den Ehrenbrief des Landessportverbandes. Damit fanden, von der Versammlung begeistert anerkannt, zwei verdiente Kämpfer für die sportliche Idee eine verdiente Würdigung.
SPM

Montag, 24. Juli 1950
Nicht ohne grünen Tisch.
Zur Tagung des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Unter den wirklich treuen Fußballanhängern befindet sich eine große Anzahl, meist sind es die sogenannten Enthusiasten, die der Ansicht sind, daß sich der Spielbetrieb ohne Verhandlungen am grünen Tisch, ohne Planungen, ohne Probleme und ohne Direktiven abwickeln lasse. Sie sind der Ansicht, daß man den Vereinen zu Beginn der Spielzeit einen Plan der Punktspiele zustellt und daß dann alles ohne Komplikationen seinen Lauf nimmt.

Dem ist durchaus nicht so. Dem aufmerksamen Beobachter, der an der gestern in Malente abgehaltenen Fußballverbandstagung teilnahm, konnte nicht entgehen, wieviel unermüdliche Kleinarbeit ein solch riesiger Apparat, wie ihn die fußballspielenden Vereine Schleswig-Holsteins darstellen, erfordert.

Da ist zum Beispiel das Geld - das liebe Geld. Unter diesem Motto stand eine ganze Anzahl der auf dem Verbandstag durchgeführten Diskussionen. So wurde zum Beispiel angeführt, daß die Jugendmittel nicht hoch genug gewesen seien, daß die Mittel für die Schiedsrichterarbeit nicht ausgereicht hätten und daß die Spesen der Vorstandsmitglieder zunächst nach den Satzungen festgelegt, dann aber von dem Vorstand erneut festgesetzt worden seien. Immer wieder stellte sich heraus, welch große Rolle das Geld in der gesamten sportlichen Arbeit spielt. Mit Idealismus allein kann das hohe Ziel, das am Ende aller sportlichen Arbeit steht, nicht erreicht werden. Es ist durchaus keine Schande, daß in Malente lange über Geldfragen diskutiert wurde. Für uns gilt es, lediglich darauf zu achten, daß das Geld bei den zu treffenden Entscheidungen niemals allein den Ausschlag gibt. Es darf keine Hauptrolle spielen, aber es muß erkannt werden, daß Geld auch im Sport ein Mittel zum Zweck darstellt.

Auffallend war, daß bei der Malenter Tagung die zu Beginn der Tagesordnung stehenden Berichte der Ausschüsse fast ausnahmslos ohne Diskussionen angenommen wurden. Es mag sein, daß eine große Anzahl Delegierter durch den Umfang der Tagesordnung sich von vornherein Zurückhaltung auferlegte.

So war es etwas verwunderlich, daß viele Teilnehmer mit der diskussionslosen Annahme der Berichte nicht einverstanden waren und daß die gleichen Teilnehmer es an der Initiative zur Auslösung einer Debatte fehlen ließen. Kritik an der Arbeitsweise des Vorstandes soll nicht immer gleichbedeutend mit negativer Kritik sein. Letzten Endes wird die Arbeit des Vorstandes dadurch erheblich erleichtert, wenn alle Sorgen und Nöte der Vereine an den Vorstand herangetragen werden. Hierzu eignet sich eine Diskussion am allerbesten.

So wurde zum Beispiel auch der Bericht des Spielausschusses ohne jede Debatte angenommen. Gerade hier hatte man zahlreiche Anfragen erwartet. Ihr Ausbleiben kann wohl kaum als Zeichen dafür gewertet werden, daß alles reibungslos verlaufen ist. Vielleicht spielte doch das Gefühl mit, den verantwortlichen Männern nicht "zu nahe treten" zu wollen. Dieses Gefühl ist falsch. Gerade die Verantwortlichen warten darauf, daß ihnen durch Verbesserungsvorschläge "von unten" die Arbeit leichter gemacht wird.

Bei der Vorlage des Kassenberichtes erwies es sich erneut, daß es unbedingt nötig ist, den Delegierten früh genug Einblick in die Kassenverhältnisse zu geben. Der Bericht lag erst bei Beginn der Tagung vor, wodurch es den delegierten unmöglich gemacht wurde, ihn sorgfältig zu studieren. Dieser Versager ist bereits bei allen Sportverbänden so häufig vorgekommen, daß nun endgültig gefordert werden muß, den Kassenbericht zumindest eine Woche vor der Tagung zuzustellen.
SPM

Dienstag, 1. Aug. 1950
Bezirksliga neu eingeteilt
Der Beirat des Bezirks IV (Süd) nahm in einer bemerkenswert kurzen und sachlichen Sitzung die neue Staffeleinteilung der Bezirksliga vor und schloß sich dabei, bis auf eine geringfügige Änderung, im wesentlichen dem Vorschlag des Spielausschußobmanns Paul Schumacher an. Danach haben die beiden Bezirksliga-Staffeln in der kommenden Saison folgendes Aussehen:

  • Staffel Nord: Schwartau, Kücknitz, Schlutup, Timmendorf, Pansdorf, Fehmarn, Heiligenhafen, Malente, Travemünde, Segeberg, Stockelsdorf, Sülfeld.
  • Staffel Süd: ATSV Lübeck, Moisling, LSV Gut Heil, Oldesloe, Mölln, Reinfeld, Ratzeburg, Trittau, Henstedt, MTV Lübeck, Breitenfelde, Pölitz.

Am Ende der Saison steigen aus jeder Staffel die letzten drei Vereine ab, während die sechs Kreismeister ohne Qualifikationsspiele aufsteigen. Die beiden Staffelsieger nehmen an den Aufstiegsspielen zur Landesliga teil. Die Punktspiele sollen am 10. September beginnen. Eine Aufstellung des Spielplanes war noch nicht möglich, da noch die Spielpläne der Ober- und Landesliga fehlen. Gegen die Teilnahme von Breitenfelde schwebt noch ein Protest im Kreis Lauenburg, der bnnoch entscheidenw erden soll.
SPM

Montag, 7. Aug. 1950
Stormarnhalle wird doch gebaut!
Rasches Handeln ist nötig. Oldesloe muß Initiative ergreifen. Auf einer Mitgliederversammlung der Stormarnhalle eGmbH wurde in "Wiggers Gasthof" noch einmal der Bau der geplanten Halle lebhaft diskutiert. Ingenieur Hoffmann gab einen Überblick, wie weit das Projekt gediehen ist, und stellte fest, daß eine nochmalige Werbung zur Zeichnung von Anteilen von je 300 Mark unbedingt notwendig sei. Herr Nagel berichtete von einem Besuch der "Holstenhalle" in Neumünster, die sich gut eingeführt habe und ein Anziehungspunkt für ganz Mittelholstein geworden sei. Im südholsteinischen Raum könnte sich die "Stormarnhalle" ebenfalls als solches Objekt gut entwickeln. Von verschiedenen Seiten wurde angeregt, auch die Landwirtschaft für das Vorhaben zu interessieren, und man sollte an die Stadt zur Übernahme einer Bürgschaft herantreten.

Bürgermeister Barth sprach sich für den Bau der Halle aus und sicherte die Unterstützung seitens der Stadt zu. Man war sich grundsätzlich darüber einig, daß sofort eine nochmalige Werbung einsetzen soll, und wenn 200 Anteile zusammen sind, soll der Auftrag erteilt werden. Die Versammlung faßte den Beschluß, daß die Stormarnhalle eGmbH gewillt ist, auf alle Fälle die geplante Halle zu errichten, damit der Kreis Stormarn und Bad Oldesloe eine Stätte erhalten, in der alle Kreisveranstaltungen untergebracht werden können. Es wird an die Bürger von Oldesloe appelliert, durch Unterstützung zum Gelingen beizutragen.
OL

Samstag, 19. Aug. 1950
Turnhalle wieder frei.
Die Turnhalle der Neuen Stadtschule, die seit dem Brandunglück im Meddelskamp Ende Juni für die sechs obdachlosen Familien als Notquartier dienen mußte, wird geräumt, da das Haus inzwischen instandgesetzt werden konnte.
OL

Freitag, 1. Sept. 1950
Stormarnhalle ist keine Konkurrenz.
Nochmals Zielsetzung des Hallenbaues umrissen. Die Stormarnhalle eGmbH hat jetzt noch einmal die Gründe und Erwägungen für den geplanten Neubau in Bad Oldesloe unterstrichen. Es wird zum Ausdruck gebracht, daß durch das Fehlen eines geeigneten Raumes in der Kreisstadt praktisch keine größeren Veranstaltungen stattfinden können. Der Saal des "Tivoli" ist für größere Veranstaltungen nicht ausreichend. Dagegen würde eine Halle auf dem Bürgerpark alle an sie gerichteten Anforderungen erfüllen, wie z.B. eine gute Anfahrt, einen großen Parkplatz für Wagen und Fahrräder, ein Freigelände für Ausstellungen und die ideale Verbindung zum Exer, auf dem große Veranstaltungen nun einmal stattfinden müssen.

Im Zusammenhang mit dem nun beginnenden Neuaufbau des "Tivoli"-Saalbaues wird erklärt, daß die Halle keineswegs als Konkurrenz anzusehen sei. Im Gegenteil, beide werden sich gut ergänzen. Nach den endgültigen Entwürfen soll die Halle von fast 1000 Quadratmeter Größe mit entsprechenden Toiletten- und Garderobenräumen und vorläufig einem gestampften Fußboden 70.000 DM kosten. Es müßten also 150 bis 200 Betriebe der Kreisstadt Anteile zu je 300 DM zeichnen. In den nächsten Tagen soll noch einmal für die Zeichnung von Anteilen in Wirtschaftskreisen geworben werden.

Besonders hervorgehoben wird die vielseitige Verwendungsmöglichkeit für Tagungen aller Art, Sportwettkämpfe und kulturelle Veranstaltungen. Darüber hinaus würden sämtliche Großveranstaltungen aus dem ganzen südholsteinischen Raum in unserer Kreisstadt abgehalten werden, abgesehen davon, daß sämtliche Kreisveranstaltungen damit auch tatsächlich in der Kreisstadt abrollen würden. Da die Halle den Interessen der Allgemeinheit dienen soll, ist beabsichtigt, die anfallenden Einnahmen nach Abzug der Unkosten jeweils für den weiteren Ausbau der Halle zu verwenden, so daß in einigen Jahren eine Halle stehen wird, die eine Zierde von Bad Oldesloe und Anziehungspunkt weiter Kreise sein dürfte.
OL

Dienstag, 4. Sept. 1951 Alte Herren
VfL Oldesloe AH - Hamburger SG 4:2

Fußball der „Alten Herren“. Das Interesse für Fußball stand in den letzten Tagen im Zeichen der Alten Herren des VfL. Nachdem die Mannschaft gegen Barmbek-Uhlenhorst 0:6 verlor, war sie am Dienstagabend im Stadion gegen die Hamburger Spielgemeinschaft mit 4:2 siegreich. Durch die Mitwirkung von Mandelkau, Wolherr und Dubslaff wurde in den Sturm ein Tempo gebracht, dem die Gegner nicht gewachsen waren. Drei Tore schoß Wolherr. Der vierte Erfolg war ein Glanzselbsttor des linken Hamburger Verteidigers. Bei den Gästen überragten Ploog, Hennemann und Lehmsieck. Beim VfL glänzte Peemöller durch seine Flanken. Die Verteidiger Kock und Busch waren auch sehr gut.

Der gegenseitige Austausch von Blumen stellte hinsichtlich Pracht und Form manches Großspiel in den Schatten. Kameradschaftliche Stunden in „Wiggers Gasthof“ befestigten die schon bestehenden guten Beziehungen. Dem Organisationsleiter der Alten Herren sei anempfohlen, bei künftigen Spielen die Reklametafel zu rühren.

ST

VfL Oldesloe Alte Herren: Wilhelm Stäcker -  Kock,  Busch -  Kann,  Meinke,  Wigger - Helmut Kroll, Heinz Mandelkau, Karl Wolherr,  Dubslaff, Peemöller.

 

Freitag, 8. Sept. 1950
In der erweiterten Vorstandssitzung des VfL stand neben den Berichten der Spartenobmänner die am 14. Sept., 20.30 Uhr, im "Central-Café" satzungsgemäß stattfindende Mitgliederversammlung, die die Halbjahresberichte der Spartenobmänner bringt, zur Debatte. Anträge zu dieser Versammlung sind bis zum 11. Sept. bei dem Vorsitzenden einzureichen. Ebenfalls sind zu dem vorgenannten Termin die Wünsche bezüglich der Hallenbenutzung an dieselbe Adresse einzureichen. Einen breiten Raum nahm die Vorbesprechung über die geplanten Veranstaltungen anläßlich des Stiftungsfestes Anfang November ein.
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Montag, 11. Sept. 1950
Finanzsorgen im Amateurfußball.
Es bedeutet schon lange kein Geheimnis mehr, daß Norddeutschlands Fußballamateure nicht auf Rosen gebettet sind. Fast alle Klubs kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten und die hohen Steuerabgaben bedrohen die Existenz der Vereine. In Schleswig-Holstein sieht die Lage besonders bedrohlich aus, da bei den zum Teil sehr großen Entfernungen die Reisekosten sehr hoch liegen. Selbst Gastspiele prominenter Fußballmannschaften bieten heute nicht immer Gewähr, die Kassen aufzufüllen.

Zu den Begegnungen von Flensburg 08 mit Young Boys Bern, FC St. Pauli, Admira Wien, Bonner FV und Holstein Kiel passierten 13210 zahlende Zuschauer die Eingänge. Das ergab eine Bruttoeinnahme von 8829,67 DM. Die Ausgaben aber betrugen 3076,38 DM mehr. Von diesem Defizit entfallen allein 1380,01 DM auf Vergnügungssteuern.
SPM

Dienstag, 12. Sept. 1950
Der VfL beruft seine Mitglieder zur Mitgliederversammlung am 14. Sept. ins "Central-Café" ein. Elf Spartenobmänner geben beim Abschluß des Sommerhalbjahres ihre Tätigkeitsberichte und entwickeln ihre Pläne für das Training. Anträge sind schriftlich an den 1. Vorsitzenden einzureichen.
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Donnerstag, 14. Sept. 1950
Die Mitgliederversammlung des VfL im "Central-Cafe" war außerordentlich gut besucht. Der 1. Vorsitzende Christian Ohrt gedachte zunächst des um den Verein sehr verdienten Vorstandsmitgliedes Wilhelm Schmüser, welcher dem Verein durch den Tod entrissen wurde. Die Berichte der Spartenleiter waren im wesentlichen befriedigend. Auch der Kassenwart konnte von einem günstigen Kassenstand berichten. Trotz der finanziellen Trennung einzelner Sparten ist ein Überschuß erzielt worden. Zum Schluß überraschte der Rücktritt des 1. Vorsitzenden die Versammlung. Herr Ohrt legte sein Amt nieder und übertrug dem 2. Vorsitzenden Hans Fokuhl die Geschäfte. Die Hauptversammlung soll in Kürze eine Neuwahl vornehmen. Anfang November soll, wie außerdem mitgeteilt wurde, das Stiftungsfest stattfinden.
OL

Montag, 18. Sept. 1950
Schleswig-Holstein gegen Firmenfußball.
Der Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes beschloß auf seiner letzten Sitzung, den Mitgliedern der ihm angehörenden Vereine die Mitwirkung in Firmenfußballmannschaften zu untersagen. Durch dieses Verbot soll vermieden werden, daß berufliche Bindungen die Amateurbestimmungen stören und der Firmenfußball im Amateursport zum ausschlaggebenden Faktor wird. Das verbot bezieht sich nicht auf die Behördensportvereine (Post, Eisenbahn, Polizei), denen auch andere Mitglieder beitreten können.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine am 20. Aug. erfolgte Entschließung des Deutschen Fußball-Bundes, die den einzelnen Landesverbänden empfiehlt, nicht allein eine positive Einstellung gegenüber den Firmen- und Behördensportvereinen zu zeigen, sondern die betreffenden Klubs auch aufzunehmen und in den Spielbetrieb einzugliedern. Schleswig-Holstein lehnt also das in eindeutiger Weise ab (die Behördenvereine natürlich ausgenommen), was der Deutsche Fußball-Bund im Interesse des Fußballsports als wünschenswert bezeichnet. SPM

 

Bis zum Jahr 1960