Die Saison 1950/51


Sonntag, 9. Juli 1950
Mit schweren Verletzungen, die er sich am 30. Juni im letzten Privatspiel des VfB Lübeck in Oldesloe zuzog, liegt der Lübecker Fußballspieler Hermann Feike im Krankenhaus.

Freitag, 4. Aug. 1950
Morgen 17.30 Uhr im Stadion: VfL Oldesloe gegen ATSV Lübeck
Mit diesem Treffen, das im Rahmen einer Sportwerbeveranstaltung des ATSV Oldesloe ausgetragen wird, eröffnet Bad Oldesloe die Spielsaison 1950/51. Der ATSV Oldesloe hat durch die guten Beziehungen mit den Lübecker Gästen mehrere Mannschaften eingeladen. ATSV Oldesloe stellt im Vorspiel (15.45 Uhr) seine erste Mannschaft der Reserve des ATSV Lübeck gegenüber. In der Pause spielt der starke Spielmannszug des ATSV Lübeck.
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Samstag, 5. Aug. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - ATSV Lübeck 2:2 (1:1)
Mit einem gerechten Unentschieden trennten sich die beiden Rivalen der Bezirksklasse. Der VfL hatte es mit dem schnellen Sieveke aus der Jungmannen als Rechtsaußen versucht, der auch gut einschlug. Die Oldesloer begannen das Spiel mit hübschen Angriffen. Die Einheimischen blieben im allgemeinen tonangebend. Mandelkau traf mit einem Bombenschuß nur die Querlatte und Friedrich errang durch Nachsetzen eine Ecke, die nur mit viel Glück beseitigt werden konnte. Bei einem Angriff von rechts erhielt Budnick den Ball, lief der gegnerischen Läuferreihe und Verteidigung davon und das Führungstor war erzielt. Zwei Minuten später fiel der Ausgleich.

In der Pause unterhielt der Spielmannszug des ATSV Lübeck die Besucher mit Märschen und erhielt reichlichen Beifall. Die zweite Halbzeit stand fast durchweg im Zeichen der Überlegenheit der Lübecker, doch gingen die Oldesloer durch Friedrich in Führung. Die Gäste drängten weiter. Der verdiente Ausgleich fiel durch eine schwache Abwehr von links. Lange im Tor ließ den Ball abprallen und Müller schoß sicher ein. Fünf Minuten vor Schluß verhinderte Lange im Oldesloer Tor einen sicheren Treffer der Lübecker. Im Hechtsprung fing er den Ball, der aus kurzer Entfernung von Matern abgeschossen wurde.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Heinz Richter - Alfred Sieveke, Günter Budnick, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Werner Kneese.

Tore: 1:0 Budnick, 1:1 Michallek, 2:1 Friedrich, 2:2 Müller.

Freitag, 11. Aug. 1950
VfL gegen Siegburg.
Am Samstag um 17.45 Uhr steht der VfL Oldesloe dem SV Siegburg, der am Mittwoch gegen den VfB Lübeck 2:2 spielte, gegenüber. Der SV Siegburg gehört der Amateurliga Mittelrhein an und hat in seinem Mittelläufer und Torwart hervorragende Spieler. Der VfL stellt seine stärkste Mannschaft. - Aus Anlaß des Reinfelder Sportfestes hat sich der Reinfelder Sportklub am Sonntag die VfL-Liga zu einem Freundschaftsspiel eingeladen.
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Samstag, 12. Aug. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - SV Siegburg 3:0 (1:0)
Siegburger Gäste überlegen. Zahlreiche Zuschauer begrüßten die Gäste bei Betreten des Stadions, die in den VfL-Farben blau-weiß antraten. Dagegen spielten die Oldesloer ganz in Weiß. Schon die ersten Spielminuten ließen erkennen, daß dieser Gast das Flachspiel liebt, die einzelnen Spieler sich vom Gegner lösten und dadurch oft frei standen. Auffällig war auch ihre Kombination bis einige Meter vor das gegnerische Tor. Nur wenige Schüsse wurden außerhalb der Strafraumgrenze abgegeben. Die Oldesloer schossen aus jeder Lage, oft bedrängt, mehrmals freistehend erfolglos, sonst hätte ein hoher Sieg erzielt werden können.

Schon in der 1. Spielminute gab es eine Ecke für den VfL, die aber nichts einbrachte. Damski schoß anschließend eben am Torpfosten vorbei und Hahn setzte einen Bombenschuß dem Torhüter in die Arme. Die zweite Ecke errang Friedrich. der Torhüter lenkte den Ball geschickt um den Torpfosten. Weitere Chancen der Oldesloer blieben erfolglos. Mandelkau hatte mit einem Bombenschuß auf das Tor wenig Glück. Der Ball wurde sicher gehalten. Auf der Gegenseite hatte der Linksaußen eine große Chance verpaßt; der Ball ging hart am Pfosten vorbei ins Aus. In der 25. Minute fiel durch Mandelkau das Führungstor. Sein 16-Meter-Schuß war unhaltbar. Auf der Gegenseite überstand Lange eine heikle Situation sehr glücklich. Bis zur Halbzeit änderte sich an dem Spielgeschehen nur wenig. Friedrich und Kneese hatten mehrmals Gelegenheit, in aussichtsreicher Stellung das Ergebnis zu vergrößern. In der zweiten Halbzeit forderte der Gegner den Oldesloern nicht allzuviel ab, doch blieb das Spiel durchaus reich an interessanten Kampfhandlungen. Bei einem Oldesloer Angriff hatte Budnick auf der Außenlinie den Ball geschickt vor das Tor gespielt, was zum zweiten Tor führte, doch auf Reklamation der Siegburger wurde das Tor vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Kurz darauf fiel ein weiterer Treffer für Oldesloe. Ein Siegburger Verteidiger schoß bei einer Abwehr Mandelkau an, von dem der Ball abprallte und für den Siegburger Torwart unhaltbar im Netz landete. Noch einmal hatte Siegburg eine große Chance. der Rechtsaußen schoß den Ball freistehend am Torpfosten vorbei. Das Ehrentor lag wieder in der Luft, doch wehrte Lange mehrmals geschickt ab. Kneese setzte den dritten Treffer knapp in die linke Torecke, damit stand das Endergebnis fest. Bis zum Schluß ereignete sich nichts besonderes mehr.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Ernst Hahn - Alfred Sieveke (Heinz Richter), Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Günter Budnick.
Tore: 1:0 Mandelkau (25.), 2:0 Mandelkau, 3:0 Kneese

Sonntag, 13. Aug. 1950
Freundschaftsspiel Reinfelder TSC - VfL Oldesloe 2:2 (0:1)
Reinfeld ertrotzt 2:2. Als Abschluß des Reinfelder Sportfestes fand bei Regen, aber vor einer großen Zuschauermenge, eine erneute Begegnung der Ligamannschaften des RTSC und des VfL Oldesloe statt, die wiederum, wie am 15. Januar unentschieden ausging. Es kam ein Spiel zustande, das etwas arm an spannenden Momenten war, zumal auch die Reinfelder keineswegs zu gefallen wußten.

Die Gäste begannen verheißungsvoll, spielten einen eleganten Fußball und erzielten in kurzer Folge vier Ecken. Der Sturmdirigent Mandelkau, gut bewacht, setzt doch oft seine Nebenspieler ein, so daß die Deckung der Reinfelder bange Momente zu überstehen hat. In der 17. Minute gelingt es Friedrich, einen unhaltbaren Kopfball in Wulfs Heiligtum zu bugsieren. Die Gegenangriffe werden von dem famosen Brunk gestoppt oder eine Beute des überaus sicher amtierenden Lange im Oldesloer Tor.

Im zweiten Durchgang kommen die Reinfelder besser zum Zuge. Feddern flankt hübsch, Mielke nimmt das Leder mit dem Kopf und schon flitzt es zum Ausgleich ins gegnerische Tor. Doch schon zwei Minuten später gelingt es Kneese, durch Schrägschuß eine 2:1-Führung für seine Farben herauszuholen. Der anhaltende Regen hatte den Platz recht schlüpfrig gemacht. Die Freude am Spiel ebbte sichtlich ab, der Kampf verlor an Spannung. In dieser Zeit aber waren es die Reinfelder, die den abermaligen Ausgleich erzwingen wollten. Und der gelang ihnen durch Elfmeter, den Regus sicher verwandelte. Daß derselbe Spieler noch zwei Minuten vor Schluß des Feldes verwiesen wurde, gab dem sonst so fairen Spiel einen etwas bitteren Beigeschmack.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Rudolf Körting - Heinz Richter, Friedrich Brunk, Egon Jack - Günter Budnick, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Friedrich (17.), 1:1 Mielke, 1:2 Kneese, 2:2 Regus (Elfmeter)

Freitag, 18. Aug. 1950
Kreissportfest in Bad Oldesloe
Am morgigen Samstag und Sonntag steht Stormarns Kreisstadt im Zeichen ihrer diesjährigen größten Sportveranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Landrat Wilhelm Siegel durchgeführt wird. Auf dem grünen Rasen steht der Fußball im Vordergrund. Am Sonnttagvormittag kämpfen auf dem Exer die Stormarner Jungmannen- und Jugendmannschaften gegen ihre Kameraden aus dem Kreis Segeberg, während am Nachmittag eine Kreisauswahl gegen die Liga des VfL antritt.
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Sonntag, 20. Aug. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Kreisauswahl Stormarn 6:2 (3:2)
Im Rahmen des Kreissportfestes standen sich im Fußball die VfL-Liga und eine Kreisauswahlmannschaft gegenüber. In der ersten Halbzeit erreichten die Oldesloer nach verteiltem Spiel eine knappe 3:2-Führung. Nach der Pause waren die Ligisten zur Freude der Zuschauer in bester Form und glänzten mit schönen Kombinationen.
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Tore: Mandelkau (2), Friedrich (2), Kneese, Sieveke. Zuschauer: 3000.

Freitag, 25. Aug. 1950
ASV Plön besucht Oldesloe.
Zum Rückspiel hat der VfL Oldesloe den ASV Plön eingeladen, bei dem er vor Wochen zu Gast weilte. Durch unglückliche Begleiterscheinungen wurde seinerzeit das Spiel vorzeitig beendet, so daß das Stärkeverhältnis beider Mannschaften noch ungeprüft ist.
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Sonntag, 27. Aug. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - ASV Plön 3:3 (1:3)
Nach sechs Minuten erhielt Lange im Tor seine erste Abwehrarbeit. Der gefährliche Halblinke der Gäste setzte eine Bombe auf den Kasten, die Lange sicher hielt. Auf der Gegenseite wehrte der Plöner Torhüter in der 10. Spielminute einen Kopfball von Friedrich nicht weit genug ab; der Nachschuß saß. Der Ausgleich fiel in der 20. Minute in der gleichen Weise wie das Führungstor des VfL. Nach diesem Erfolg der Gäste wurde die Oldesloer Abwehr leichtsinnig, was bis zur Halbzeit zu einem 1:3-Rückstand führte. Alle Anstrengungen von Mandelkau nutzten nichts. Seine Schüsse verfehlten knapp das Ziel.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel, das in der ersten Halbzeit fair durchgeführt wurde, etwas härter. Die Einheimischen brauchten fast eine halbe Stunde, um das Ergebnis zu verbessern, drängten aber in dieser Zeit stark. Plön legte sich durchweg auf Verteidigung. Vorbildlich getretene Ecken von Sieveke blieben erfolglos. In der letzten Viertelstunde erst zeigte Oldesloe das sonst gewohnte Spiel und erzielte durch Friedrich den zweiten Treffer. Den längst fälligen Ausgleich konnte Plön nicht verhindern. Die Gäste stellten eine harte Mannschaft. Der VfL konnte nur in den letzten 20 Minuten restlos gefallen.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Ernst Hahn, Heinz Richter - Alfred Sieveke, Günter Friedrich, Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Günter Budnick.
Tore: 1:0 Friedrich (10.), 1:1 (20.), 1:2, 1:3, 2:3 Friedrich 3:3 Friedrich.

Sonntag, 3. Sept. 1950
Freundschaftsspiel Holstein Segeberg - VfL Oldesloe 2:0 (0:0)
VfL Oldesloe unterlag in Segeberg 0:2. Ohne Mandelkau, Hahn und Budnick holten sich die Oldesloer in Segeberg gegen Holstein eine knappe Niederlage. Bis zum Wechsel hielten sich die VfLer und ließen keine Tore zu. Nach der Halbzeit verhalf Brunk den Segebergern zu einer 0:1-Führung durch ein Selbsttor. Oldesloe hatte mehrmals die Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen, doch spielte der Sturm zu unentschlossen. Ein Elfmeter brachte den Segebergern kurz vor Schluß noch den zweiten Treffer.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Friedrich Brunk, Ernst Hahn - Alfred Sieveke, Heinz Richter, Günter Friedrich, Werner Kneese, Hermann Lattke.

Dienstag, 5. Sept. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe AH - Hamburger SV AH 2:3 (1:1)
Hamburger Alt-Repräsentative sind immer noch Klasse. Im Spiel und Körpergewicht waren die Hamburger Gäste den Oldesloer Alten Herren überlegen. Der Stamm der Gastgeber war leider nicht zur Stelle. Nachdem die Gäste mit einem Blumenstrauß geehrt waren, tauschte man den Erfrischungstrunk aus. Zahlreiche Schlachtenbummler aus Hamburg begleiteten ihre Mannschaft.

Im Spiel selbst, das die Hamburger mit 3:2 Toren für sich entschieden, gab es oft Szenen, die die rund 300 Zuschauer begeisterten. Nach etwa 20 Minuten Spielzeit schoß Peemöller aus vollem Lauf den Führungstreffer für den VfL. Auf ebenso raffinierte Weise fiel der Ausgleich der Hamburger durch Ploog. Wenn es an Schnelligkeit auch bei den meisten Spielern fehlte, dafür war die Wucht, mit der die Tore erzielt wurden, um so größer. Luftmangel setzte sich nach dem Wechsel bei allen 22 Spielern ein. Durch Henneberg fiel der zweite Treffer für Hamburg. Schuldt schoß dann an dem am Boden liegenden Oldesloer Torhüter vorbei ins Netz. Vorher hatte Jantz ein indirektes Tor für Oldesloe erzielt. Seinen scharfen Schuß lenkte ein Hamburger Abwehrspieler mit dem Kopf ins eigene Tor.
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Freitag, 8. Sept. 1950
VfL Oldesloe gegen Henstedt
ist die erste Begegnung in der neuen Serie für die Oldesloer, die sich berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg machen können. Es bleibt jedoch abzuwarten, mit welchem Elan die VfLer zu Werke gehen. Henstedt ist für den Gastgeber noch ein unbeschriebenes Blatt, so daß mit Vorsicht der Kampf aufgenommen werden muß. In der Hoffnung, daß einige Spieler ihre Leichtsinnigkeit in den Punktspielen ablegen, rechnen wir mit einem klaren Sieg der Oldesloer.
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Sonntag, 10. Sept. 1950
1. Punktspiel VfL Oldesloe - MTV Henstedt 1:3 (1:1)
Kraft gegen Technik. Wie dieses Spiel verlief, werden noch mehrere Spiele verlaufen, wenn beim VfL nicht eine Wendung eintritt. Die Mannschaft besteht aus einigen guten Spielern, die in jedem Spiel vor einer großen Aufgabe stehen werden und diese nicht allein lösen können. Der Sturm und die Hintermannschaft lösen sich recht oft in Licht- und Schattenseiten ab. Der Gegner zeigte bestimmt keine Bezirksligareife, doch spielte er auf Punktgewinn und hatte Erfolg. Der erste Angriff der Henstedter führte schon zu einem Treffer, weil Brunk noch nicht geschaltet hatte. Lange im Tor konnte diesen Ball nicht halten. Noch nahmen die Oldesloer die Führung des Gegners nicht ernst und bemühten sich stark einsetzend um den Ausgleich. Oft hing er in der Luft, denn den Angriffen schien die Henstedter Mannschaft nicht gewachsen zu sein. Etwa 16 Meter vor dem gegnerischen Tor schob Mandelkau den Ball zu Friedrich und der Ausgleich war erzielt. Die Partie stand in zwei Minuten 1:1. Unschöne Szenen bis zur Halbzeit wurden vom Schiedsrichter unterbunden. Einen berechtigten Elfmeter für Oldesloe schoß Mandelkau dem Torhüter in die Arme. Vorher vergab ebenso wie Friedrich Kneese manches Tor. Pech hatten diese drei Spieler während des ganzen Spiels. Halbzeit 1:1.

Die 2000 Zuschauer glaubten an eine Wendung, die jedoch nicht eintrat. Das Spiel wurde härter, es gab Verletzungen und Verwarnungen genug. Ein Elfmeterball für Henstedt warf die Oldesloer Mannschaft zurück. Hahn mußte ausscheiden, ebenfalls der Henstedter Torhüter für zehn Minuten. Die Fußabwehr von Lange II brachte durch Eigentor den Sieg. Henstedt stellte eine harte Mannschaft, die sich durch ihr produktives Spiel sicher in der Bezirksklasse halten wird. Ein Henstedter mußte wegen unfairen Spiels den Platz verlassen. Der Schiedsrichter verstand nicht allzu viel von seinem Handwerk.
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Dienstag, 12. Sept. 1950
Lesermeinung:
Eine Kritik zum Fußballspiel gegen Henstedt. Der VfL hatte Sonntag einen guten Besuch von zahlenden Zuschauern im Stadion, die restlos enttäuscht den Platz verließen. Ganz abgesehen davon, daß der Schiedsrichter Fehlentscheidungen über Fehlentscheidungen traf, die den VfL einseitig benachteiligten, war die Mannschaftsleistung der Oldesloer Elf unter aller Kritik. Spielern wie Mandelkau, Damski und Lange I kann man für dieses Spiel bescheinigen, daß sie ihren Fußball spielten. Auch der junge Rechtsaußen tat seine Pflicht, ihm fehlt nur noch die Erfahrung. Aus ihm kann ein Spieler werden. Vollkommen fielen ab im Sturm Kneese und Friedrich. Der letztere war nicht weniger als sechsmal abseits, ein Zeichen dafür, daß er sich nicht genügend bewegte. Kneese ist zu flau und dürfte seinen Platz kaum in der Liga halten können. Ganz schlecht Brunk in der Verteidigung und Lange II im Tor. Es muß einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß es ein Unding ist, wenn junge Spieler wie Lange II, Friedrich, Kneese usw. sich morgens beim Tennisspiel abtoben; dann kann man nachmittags keinen Fußball spielen. Auch macht es einen schlechten Eindruck, wenn vor dem Spiel einige Spieler rauchend den Platz betreten oder gar am Abend vorher Feste feiern und dem Alkohol frönen. Die Ligamannschaft des VfL nimmt ihr Spiel nicht ernst und verschenkt fast in jeder Serie die ersten Punkte, die nachdem fehlen. So wird aus der Mannschaft nichts, obgleich die Leiter der Fußballabteilung alles tun, um weiter zu kommen. Die letztere müßte konsequent sein und einfach die Leute, die nicht wollen, kalt stellen. Stars haben in der Liga des VfL nichts zu suchen. Die zahlreichen Zuschauer bei den VfL-Spielen werden müde und mißmutig, wenn sie solche Leistungen des VfL sehen! Die Kasseneinnahmen werden dann auch zurückgehen. Entschuldigungen dieser oder jener Art sind immer billig. Es gehören in den Sturm keine Fummler, sondern tatkräftige Spieler, das wurde am Sonntag dem VfL von Henstedt bescheinigt. AlSonntag, Männer im Fußballausschuß, werdet hart, sonst findet sich der VfL bald bei den Klassenspielen der kleinen Dorfmannschaften. Ein eifriger Besucher der Spiele des VfL.
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Sonntag, 17. Sept. 1950
2. Punktspiel TSV Trittau - VfL Oldesloe 0:7 (0:2)
Nach einer überraschenden Niederlage am Vorsonntag zeigten sich die Oldesloer von einer ganz anderen Seite. Immer wieder zerstörten die VfL-Läufer die Angriffe der Trittauer und schickten die eigenen Stürmer ins Feuer, die gegen den letzten Sonntag nicht wiederzuerkennen waren. Die Oldesloer Hintermannschaft ließ das verdiente Ehrentor der Trittauer nicht zu. An dem Torreigen waren vor Halbzeit Friedrich durch Kopftor, dann Mandelkau (2), Sieveke und Lattke (2) beteiligt. Ein Selbsttor vor der Pause stellte das Halbzeitergebnis auf 0:2. Recht gefährlich war der Innensturm der Oldesloer. Alle Stürmer wurden von Mandelkau gut bedient, die besser als gegen Henstedt auf sein Spiel eingingen. Gut waren die Außenstürmer Sieveke und Lattke, die durch schnelle Läufe und gute Flanken auffielen.

Beim Anpfiff hatte Trittau die Wahl und spielte mit dem stark aufkommenden Wind. Aus jeder Lage wurde der Ball auf das Tor geschossen, doch zeigte sich die Abwehr des Gegners jeder Lage gewachsen. Der Läufer Damski wurde bereits nach zehn Minuten Spielzeit verletzt und schied bis zur Halbzeit aus. Nach dem Wechsel versuchte er, so gut es ging, wieder mitzuspielen, wurde aber dann zusammen mit einem Trittauer Spieler des Feldes verwiesen. Die letzten fünf Tore erzielte Oldesloe mit nur zehn Mann, so daß der Sieg besonders zu bewerten ist. Einen Handelfmeter für Trittau hielt Lange II hervorragend.
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Tore: Mandelkau (2), Lattke (2), Friedrich, Sieveke, dazu ein Eigentor. - Platzverweise: Damski (VfL Oldesloe)

Sonntag, 24. Sept. 1950
3. Punktspiel VfL Oldesloe - Ratzeburger SV 4:1 (1:1)
Ein 4:1-Sieg über Ratzeburg. Alle guten Worte, die vor dem Spiel des VfL fielen, führten nicht zu dem erwarteten Ergebnis. Die Mannschaft spielte ihren gewohnten Fußball ohne besonderen Einsatz. Leider müssen gute Spieler unter dem laschen und lustlosen Spiel der übrigen leiden. So bemühten sich Mandelkau, Herold, Richter und Lange I aufopfernd, um dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Nach den ersten 20 Spielminuten hatte Friedrich Gelegenheit, die Führung herauszuholen, doch der Ratzeburger Torwart hielt. Auf der Gegenseite parierte Lange II durch herauslaufen. Sieveke erhielt dann eine Steilvorlage und flankte vor das gegnerische Tor; Hahn war zur Stelle und verwandelte durch Kopftor. Ratzeburgs Linksaußen gelang dann ein scharfer Schuß, der im Netz landete. Nach der Pause konnte Lattke das Fühhrungstor erzielen. Jetzt legte der VfL ein Tempo vor, dem Ratzeburg nicht gewachsen war. Als durch Richter und Friedrich zwei weitere Tore fielen, war das Spiel entschieden. Mit dem 4:1-Ergebnis kann die VfL-Mannschaft durchaus zufrieden sein.
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Tore: 1:0 Hahn, 1:1 Reimer, 2:1 Lattke, 3:1 Friedrich, 4:1 Richter.

Dienstag, 26. Sept. 1950
Der Oldesloer Sturm triumphierte, so überschrieb am Montag die "Lauenburger Zeitung" in Ratzeburg ihren Spielbericht über das Punktspiel VfL gegen Ratzeburger SV, in welchem es weiter heißt: Die Inselstädter waren zum Punktspiel in der Stormarner Kreisstadt und mußten sich mit 4:1 geschlagen bekennen. Bis zum Wechsel war das Treffen mit 1:1 noch ausgeglichen, dann aber brachten die vorzüglichen Flügelstürmer der Blau-Hemden durch saubere Flanken das Angriffsspiel der Platzherren in Schwung und die Tore fielen durch den Innensturm wie reife Früchte. Die Fünferreihe der Inselstädter hatte dem nicht Gleichwertiges entgegenzusetzen, ihre Angriffshandlungen blieben immer nur Stückwerk. Da auch das Schlußdreieck und die Läuferreihe weit unter ihrer sonstigen Form spielten, fiel der Sieg der Oldesloer verhältnismäßig eindeutig aus und deckte die Schwächen der Rot-Hosen rücksichtslos auf. Auch verschiedentliches Umbauen der Elf half den Ratzeburgern nicht über die Krisenzeit hinweg und verstärkte noch die Unsicherheit des Einzelnen. Das Spiel selbst verlief flott und erfreulicherweise fair bis zum Schlußpfiff.
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Freitag, 29. Sept. 1950
VfL Oldesloe diesmal in Reinfeld.
Und wiederum steht das "Stormarner Derby" bevor, das nie seinen prickelnden Reiz verliert. Ein Kampf Reinfeld gegen Oldesloe hat es schon von jeher in sich gehabt. Beide Mannschaften boten im ersten Spiel der Herbstserie Überraschungen: der RTSC gewann gegen Mölln 5:1 und der VfL verlor gegen Henstedt 1:3. Während aber die Oldesloer aufgewacht sind, boten die Reinfelder in den letzten Spielen schwache Leistungen.

Man müßte also den Gästen am Sonntag eine bessere Chance einräumen. Das kann man aber nicht, denn die Hiesigen, wohl technisch unterlegen, setzen immer wieder dem alten Widersacher einen Kampfgeist entgegen, der zu bewundern ist. Die letzten beiden Begegnungen endeten unentschieden (Anm.: am 15. Jan. 1950 und 13. Aug. 1950 jeweils 2:2), und so kann sich das Spiel am Sonntag auch gestalten. Spielbeginn um 15 Uhr.
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Sonntag, 1. Okt. 1950
4. Punktspiel Reinfelder TSC - VfL Oldesloe 2:1 (1:1)
Reinfeld triumphierte 2:1. Zu dem "Stormarn-Derby" hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden. 600 Schlachtenbummler allein aus der nahen Kreisstadt fanden den Weg mit Omnibussen, der Bahn oder per Rad hierher. Nach Jahren gelang den Hiesigen der große Wurf, die favorisierten Oldesloer knapp, aber leistungsgerecht zu schlagen. Dieser Erfolg ist zweifelsohne das Produkt eines eisernen Trainings, dem sich die Mannschaft seit Monaten unter Anleitung von Karl Wenzel (früher VfB Lübeck) unterzieht. Dagegen enttäuschten die Blau-Weißen. Ihr "Kanonensturm" konnte sich nicht finden und durchsetzen.

Das Spiel begann unter der Leitung des Schiedsrichter Thomas (Eutin) etwas aufgeregt. Schon nach zwei Minuten erzielte der Reinfelder Sturm ein hübsches Tor, das wegen "abseits" nicht gegeben wird. Die Hiesigen sind weiterhin leicht im Vorteil, ohne etwas zu erreichen. Brunk und Lange im Tor leisten bei dem Gegner gute Abwehrarbeit. Eine schöne Vorlage von Lattke zu Mandelkau verschießt letzterer knapp. Einige Entscheidungen des Schiedsrichters rufen Unwillen hervor. Aber der Unparteiische bleibt Herr der Lage. Nachdem Stelter eine Bombe aufs Tor jagt, die Lange II meistert, wird dieser in der 25. Minute von dem gut spielenden Linksaußen Scholz überwunden. Unmittelbar darauf fällt der Ausgleich. Es gibt einen Elfmeter für den VfL. Der schußsichere Wrobel verwandelt zum 1:1. Das rüttelt die Blau-Weißen auf. Einen Strafstoß schiebt Mandelkau zu Friedrich, der aber am Schuß gehindert wird. In dieser kurzen Drangperiode gehen Schüsse von Wrobel, Friedrich und Hahn über die Latte, während vor allem der Reinfelder linke Verteidiger Frieboldt immer wieder gefährliche Angriffe unterbindet.

Im zweiten Durchgang werden Strafstöße auf beiden Seiten verschossen. Wulf kann einen Schuß von Friedrich nur knapp meistern. Bei den Reinfeldern macht der schnelle Feddern seinen Gegenspielern viele Kopfschmerzen, während es andererseits immer auffälliger wird, daß sich der recht langsam wirkende Oldesloer Stürmer Wrobel schlecht mit seinen Nebenleuten versteht. Immer wieder rennt sich dieser harmlose Innensturm an der Deckung fest, bis auf der Gegenseite eine wunderbar getretene Ecke von Scholz von Malchin durch Kopfball zum 2:1 in dem Oldesloer Tor landet. Die angespornten Reinfelder liegen weiter im Vorteil. Frieboldt erntet einmal großen Beifall, als er in allerhöchster Not seelenruhig eine Kombination zwischen Wrobel und Mandelkau dicht vor dem Tor zerstört. Ein Eckball landet in den Armen von Wulf auf der Torlinie. Spieler und einige Oldesloer Anhänger reklamieren vergeblich Tor. Dann entsteht noch einmal eine gefährliche Situation vor dem Gästetor. Brunk "säbelt" vorbei und der anstürmende Scholz verschießt. Noch sind zehn Minuten zu spielen. Die Hiesigen greifen immer wieder beherzt an, aber Mielke, der viel Pech hatte, und Feddern vergaben die absolute Möglichkeit, den Sieg noch auszubauen.
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Tore: 1:0 Scholz (25.), 1:1 Wrobel (Elfmeter), 2:1 Malchin (60.). - Schiedsrichter: Thomas (Eutin)

Sonntag, 8. Okt. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Hamburger SV Altliga 1:2 (1:0)
Großes Spiel der HSV-Altliga. Der größte Teil der etwa 2000 Zuschauer war nach den letzten gerade nicht erstklassigen Leistungen der Oldesloer mit gemischten Gefühlen zum Freundschaftsspiel der beiden Gegner gekommen. Um so erfreulicher war, daß die Hiesigen dem großen Gegner vor der Halbzeit überlegen waren und mit 1:0 in die Pause gehen konnten. Beim VfL war das Spiel auf Mandelkau und beim HSV auf Jessen zugespitzt. Daß für den VfL keine Tore fielen, lag an der geschickten Abwehr der HSVer. Kneese erzielte durch Nachsetzen das Tor für die Oldesloer. Nach dem Wechsel glaubten die Zuschauer, daß dem HSV die Luft ausginge, doch war die Mannschaft weiterhin gefährlich. Durch Mißverständnisse in der Oldesloer Verteidigung fiel der Ausgleich und in der letzten Spielminute das Siegtor. Mit der Umstellung von Friedrich als Mittelläufer war der Mannschaft nicht viel geholfen. Mandelkau und Wrobel haben sich schon gut eingespielt, doch vergessen beide, daß sie noch Außenstürmer haben.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Heinz Richter, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Alfred Sieveke, Günter Budnick, Georg Wrobel, Heinz Mandelkau, Werner Kneese.
Hamburger SV Altliga: Brenning - Dörfel, Timm - Ploog, Seeler, Stave - Melkonian I, Melkonian II, Holdt, Jessen, Rohwedder. Tore: 1:0 Kneese, 1:1, 1:2. - Zuschauer: 2000.

Freitag, 13. Okt. 1950
Wird Pölitz dem VfL standhalten?
Der VfL hat Sonntag gegen Pölitz keinen leichten Stand. Die Oldesloer sind etwas ins Hintertreffen geraten durch die Niederlage gegen Reinfeld. Pölitz hat sich durch die zugesprochenen Punkte vom ATSV Lübeck in der Tabelle hinter den VfL gesetzt und dieselbe Punktzahl erreicht. Beide Mannschaften, VfL hat jetzt Erwin Seeler vom HSV als Trainer und Pölitz "Tolle" Stäcker, werden sich einen großen Kampf liefern.
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Sonntag, 15. Okt. 1950
5. Punktspiel VfL Oldesloe - SSV Pölitz 2:1 (0:0)
VfL Oldesloe siegte knapp mit 2:1 über SSV Pölitz. Pölitz legte bereits nach kurzer Zeit alle Hemmungen ab und kämpfte unverdrossen gegen die Überlegenheit des VfL an und hinterließ einen guten Eindruck. Die Pölitzer Mannschaft mußte, da Bruhns verletzt war, umgestellt werden. Den Anstoß hatte Pölitz, doch landete der Ball bei Pohl, der sofort flankte und Wrobel einen Kopfball servierte, der zum Führungstor für den VfL hätte führen können. Der lange Pölitzer Torhüter stand aber richtig und fing den Ball. Wieder hatte Wrobel eine Gelegenheit, doch schoß er drei Meter vor dem Tor überweg. Auch traf anschließend eine Wrobel-Bombe die Latte. Einen Strafstoß von Pohl lenkte Krahn zur Ecke ab. Bei einer Abwehr verschuldete Lange II im Oldesloer Tor einen berechtigten Elfmeter. Die Gelegenheit zum Führungstor ließ Landahl aus. Von der Querlatte sprang der Ball zurück. Mandelkau, von Gustav Reuter gut bewacht, versuchte trotzdem seinen Sturm geschickt einzusetzen. Schüsse von Richter, Budnick und immer wieder Wrobel, der vom Schußpech verfolgt war, hielt Krahn sicher. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt.

Die Pölitzer Mannschaft ging jetzt mehr zum Flügelspiel über und wurde gefährlich. Zwei Ecken brachten nichts ein. Strafstöße auf beiden Seiten wurden häufiger. Eine harte, aber gerechte Elfmeterentscheidung brachte dem VfL das Führungstor durch Wrobel. Krahn hielt wohl den Ball, ließ ihn aber über die Hände ins Tor springen. Das zweite Oldesloer Tor leitete Wrobel durch eine Flanke ein. Kneese war nach innen gelaufen und gegen seinen Kopfball war Krahn machtlos. Nun kam eine gute Viertelstunde für Pölitz. Der Ball lief von Mann zu Mann, doch vor dem Oldesloer Tor fehlte der Vollstrecker. Bei einem Pölitzer Angriff setzte sich der Oldesloer Friedrich recht hart ein und der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Diesmal setzte Walter Reuter das Leder für Lange II unhaltbar ins Netz. Mit dem Endergebnis können beide Mannschaften zufrieden sein.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Günter Budnick, Heinz Richter, Georg Wrobel, Heinz Mandelkau, Werner Kneese.
SSV Pölitz (Ankündigung): Krahn - Tessmer, Knifka - Abraham, Goldboom, Gustav Reuter - Walter Reuter, Dau, Bruhns, Gehrke, Landahl. Tore: 1:0 Wrobel (Elfmeter), 2:0 Kneese, 2:1 Walter Reuter (Elfmeter). - Schiedsrichter: Vick (Lübeck)

Sonntag, 22. Okt. 1950
6. Punktspiel TSV Mölln - VfL Oldesloe 0:1 (0:0)
Schwacher VfL-Sturm schaffte in Mölln nur ein 1:0. Etwa 2000 Zuschauer, davon rund 200 aus Oldesloe, umsäumten das Spielfeld, als der Kampf begann. Dieses Spiel stand im Zeichen einer technischen Überlegenheit der Oldesloer, die immer wieder mit schönen Angriffen vor das Tor der Möllner kamen. Ganz ungefährlich waren die Möllner nicht. Sie erzwangen gleich zu Beginn eine Ecke, die von Lange I unschädlich gemacht wurde. Im Tor stehend köpfte er den Ball ins Spielfeld zurück. Die erste große Chance für die Oldesloer blieb erfolglos, da Richter statt den Ball an den freistehenden Wrobel abzugeben, selbst auf das Tor schoß. Der Möllner Torwart hielt diesen Schuß sicher. Durch Handspiel kamen die VfLer zu einem Elfmeter, den Wrobel, der einen rabenschwarzen Tag hatte, verschoß.

Nach dem Wechsel wurde Mölln besser und hielt das Spiel offen. Als Mandelkau einen Spieler unsanft anging, entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. Lange im Tor hielt hervorragend. Auf der Gegenseite verschuldete dann Mölln wieder einen Elfmeter, der von Wrobel wieder ausgeführt und vom Möllner Torhüter über die Latte gelenkt wurde. Anschließend hatte Kneese die Gelegenheit, das Führungstor zu erzielen, doch verpaßte er eine Flanke von Budnick am Torpfosten. Was Wrobel unzählige Male und Richter und Kneese mehrmals nicht fertig brachten, gelang Mandelkau bei einem Alleingang. Zwei Spieler wurden umspielt und gegen seinen harten Schuß war Willms im Möllner Tor schuldlos. Jetzt kam eine große Zeit für Mölln. Oldesloe mußte stark verteidigen. Bei einem Durchbruch erhielt Pohl den Ball gut zugespielt, umspielte einen Gegner und stand allein vor dem Möllner Torhüter. Auch dieses Mal meisterte Willms, der einer der besten Spieler auf dem Platz war, den Schuß. Auf der Gegenseite bewies Lange im Oldesloer Tor, daß er seinem gegenüber nicht nachsteht und hielt einen gefährlichen Ball auf der Torlinie. Bald darauf erklang der Schlußpfiff des Schiedsrichters.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Günter Budnick, Heinz Richter, Georg Wrobel, Heinz Mandelkau, Werner Kneese.
Tor: 0:1 Mandelkau. - - Zuschauer: 2000.

Sonntag, 29. Okt. 1950
7. Punktspiel VfL Oldesloe - MTV Lübeck 4:0 (1:0)
Der MTV Lübeck spielte für den VfL Oldesloe. Mit Oldesloes Mannschaft scheint es bergab zu gehen. Der zweite Tabellenplatz besagt gar nichts, denn bis jetzt hat der VfL die schwächeren Gegner gehabt. Er wird mit ganz anderen Leistungen gegen den ATSV, Moisling und Gut Heil antreten müssen. Das Spiel begann mit gleichmäßigen Leistungen. Kneese hatte Gelegenheit, das Führungstor zu schießen, der Ball traf jedoch die Latte. Auf und ab ging der gleichmäßige Kampf. Helmut Lange war wieder einmal der Retter in der Not. Bei einer Ecke stand er im Tor und wehrte den Ball ab. Ein Lübecker nahm im Strafraum die Hand zur Hilfe; es gab einen Elfmeter, den Budnick verwandelte.

Nach dem Wechsel schienen Wrobel und Mandelkau sich nicht zu verstehen. Jeder spielte für sich; die MTV-Hintermannschaft hatte somit leichtes Spiel. Ein weiterer Elfmeter führte durch Budnick zum 2:0. Als Wrobel eine Flanke zu Kneese gab, köpfte Kneese vor das leere Tor, wobei der Ball ins Lübecker Netz ging. Das vierte Tor fiel wieder durch einen Elfmeter von Budnick.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Georg Wrobel, Heinz Richter, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Budnick (10., Handelfmeter), 2:0 Budnick (Elfmeter), 3:0 Kneese, 4:0 Budnick (Elfmeter). - Schiedsrichter: Meier (Bargteheide)

Freitag, 3. Nov. 1950
Gewinnt VfL gegen ATSV Lübeck?
300 Schlachtenbummler werden den VfL am Sonntag nach der Lohmühle begleiten. Gegner und Platz sind den Oldesloern nicht unbekannt. Die früheren Spiele dieser beiden Mannschaften endeten stets mit knappen Ergebnissen bei wechselseitigen Erfolgen. Die vier Gegentore (am Vorsonntag beim 5:4) des ATSV gegen Ratzeburg klingen etwas bedenklich. Wahrscheinlich wird es zur Teilung der Punkte kommen, denn gerade auf der Lohmühle hat der VfL seine besten Spiele gezeigt. Hoffentlich beherzigt die Oldesloer Mannschaft einen Verzicht auf die Teilnahme des am Samstag stattfindenden 88. Stiftungsfestes des VfL.
OL

Sonntag, 5. Nov. 1950
8. Punktspiel ATSV Lübeck - VfL Oldesloe 3:1 (1:0)
Unglückliche 1:3-Niederlage des VfL in Lübeck. Die auf der Lohmühle erschienen 700 Zuschauer - 400 waren Oldesloer - werden bei objektiver Beurteilung zugeben, daß der VfL unter denkbar unglücklichsten Verhältnissen 1:3 verlor. Der Schiedsrichter Kröger (MTV Lübeck) kann für sich in Anspruch nehmen, alles getan zu haben, um dem ATSV zum Siege zu verhelfen. Seine Entscheidungen waren derart einseitig, daß selbst berufene ATSVer den Kopf schüttelten. Er hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn er den Oldesloer Anhang zur Verzweiflung trieb und seinen Abtritt vom Spielfeld unter Polizeieskorte antrat. Die Oldesloer Mannschaft war den Lübeckern in allen Belangen überlegen. Wenn eine Halbzeitführung nicht erreicht wurde, so ist dieses darauf zurückzuführen, daß der Schiedsrichter aussichtsreiche Momente abpfiff bzw. der Sturm mit viel Pech arbeitete. Schon ein in der 12. Minute aus der Läuferreihe blendend aufgebauter Angriff wurde von Kneese knapp vorbeigeschossen. Eine sehr schöne Durchgabe von Budnick über die Lübecker Verteidigung hinweg wurde wieder von Kneese verpaßt. Oldesloe spielte technisch groß auf, war völlig überlegen, als es bei einem Angriff der Lübecker bei einer harmlosen Situation 1:0 für den ATSV hieß. Dem Oldesloer Torwächter war die Sicht versperrt. Im Gegenangriff setzte Mandelkau einen Ball scharf über das Tor. Wieder ein prächtiger Flankenball von Budnick, aber Wrobel schießt knapp über das Tor. Ein erneuter Angriff führt zur Ecke durch Kneese, aber Wrobel schießt vorbei. Ein weiterer Schuß von Wrobel wird gut gehalten. Oldesloe drängt, sogar Lange I ist vorn. Matern begeht dann an Friedrich ein offensichtliches Foul. Jeder Schiedsrichter hätte Matern des Feldes verwiesen, Kröger unternahm, nichts, so daß verständlich ein Tumult entstand. Nur der Halbzeitpfiff rettete die Situation!

Nach Wiederbeginn setzt Oldesloe sofort wieder mit guten Angriffen an, ohne zum Erfolg zu kommen. Bei einer Abwehr tritt der Lübecker Torwächter Schmidt nach, der Schiedsrichter sieht keinen Ausweg und gibt Elfmeter. Ruhig und sicher heißt es durch Budnick 1:1! Durch ein Angehen eines Lübeckers an Hahn schießt dieser einen wunderbaren Strafstoß aus 30 Metern auf das Tor. Der Lübecker Torwächter wehrt in gleicher Form ab. Ohne jede Behinderung fällt Hahn glatt zu Boden und wird hinausgetragen. Ein herbeigerufener Arzt ordnete seine Überführung ins Krankenhaus an. Hoffentlich steht dieser sympathische Spieler recht bald wieder zur Verfügung. Hahn war wieder der beste aller 22 Spieler. Eine unglückliche Abwehr von Pohl brachte gegen Oldesloe einen sehr harten Elfmeter. 2:1 für Lübeck. Kurz vor Schluß köpfte Cittrich zum 3:1 für den ATSV auf eine Ecke hin ein.

Bei den Lübeckern war der Angriff der beste Teil der Mannschaft. Auch der Torwart und der rechte Läufer konnten gefallen. Eins hat dieses Spiel klar gezeigt: ATSV wird kein Meister dieser Klasse! Bei den Oldesloern war Hahn der beste Mann. Budnick sehr gut wie schon in den letzten Spielen; Friedrich verbessert. In der Verteidigung war Lange I schnell und ballsicher. Die Oldesloer Mannschaft steht falsch. Alle Spieler haben eine gute Kondition und besitzen Technik; deshalb zur Umkehr in: Lange II - Lange I, Herold - Pohl, Hahn, Richter - Wrobel, Budnick, Friedrich, Mandelkau, Kneese.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Heinz Pohl, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Georg Wrobel, Heinz Richter, Werner Kneese.
Tor: 1:0 Müller, 1:1 Budnick (Foulelfmeter), 2:1 Müller (Foulelfmeter), 3:1 Cittrich. Schiedsrichter: Kröger (Lübeck). - Zuschauer: 700. - Platzverweis: Michallek (ATSV Lübeck).

Freitag, 10. Nov. 1950
VfL gegen LSV Gut Heil in Lübeck.
Wieder führt der Weg Sonntag nach Lübeck und ebenso wird der treue Anhang mit rund 400 Schlachtenbummlern seinen VfL begleiten. Gegner ist LSV Gut Heil. Entgegen allen Erwartungen führt diese Mannschaft die Spitze der Tabelle an, so daß mit einem harten Kampf zu rechnen ist. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die LSVer dem VfL nie richtig gelegen haben, kann nur ein überzeugendes Spiel Erfolg bringen. Ein Blick in die Tabelle beweist, daß Oldesloe noch keine Veranlassung hat, die Flinte ins Korn zu werfen, denn noch sind alle Möglichkeiten offen. Die Spieler des VfL verfügen über eine ansprechende Technik, befinden sich in einer guten Kondition, müssen und werden deshalb ihren Weg machen, vorausgesetzt, daß die verantwortungsvolle Stelle sich auch der richtigen Besetzung der einzelnen Posten bewußt ist und vor allen Dingen eine einheitliche Spielauffassung erreicht wird. Der Ausgang dieses Kampfes ist selbst in Lübeck völlig offen. Wie Lübeck mitteilt, hat der Schiedsrichterausschuß inzwischen für diese Begegnung den vorzüglichen Schiedsrichter Pooch (Lübeck) benannt, so daß ein einwandfreier Verlauf gewährleistet ist. Die Aufstellung steht noch nicht fest. Wrobel ist erkrankt. Die Mitwirkung von Hahn sowie Budnick ist zweifelhaft, so daß wahrscheinlich Damski und Lattke Berücksichtigung finden werden.
OL

Sonntag, 12. Nov. 1950
9. Punktspiel Lübecker SV Gut Heil - VfL Oldesloe 1:1 (0:0)
Durch das Unentschieden dürfte der VfL die Möglichkeit haben, noch aus eigener Kraft ein Wort bei der Meisterschaft mitzureden. Der Karlshof, der sich in einer schlechten Beschaffenheit befand, sah zwei Mannschaften im Kampf, die sich einer fairen Spielweise befleißigten. Ein knapper Sieg der Oldesloer Mannschaft wäre verdient gewesen, da sie - auch die Lübecker Zuschauer erkannten dieses - das bessere Spiel lieferte. Das Fehlen von Hahn und Wrobel machte sich nicht bemerkbar, denn Budnick, Richter, Lange I, Pohl, Mandelkau und nicht zu vergessen Lange II im Tor zeigten beste Leistungen. Sieveke und Damski sah man das lange Pausieren an. Kneese zog sich schon nach zehn Minuten eine Verletzung zu, so daß er während des ganzen Spiels nur als Statist in Frage kam.

Die bei Halbzeit vorgenommene Umstellung von Friedrich in den Sturm bewährte sich nicht. Friedrich sollte wieder auf den Mittelläuferposten zurückgenommen werden. Durch eine grobe Unsportlichkeit von Mandelkau war die Oldesloer Mannschaft zwangsläufig auf zehn Mann reduziert. Bis zehn Minuten vor Schluß ging es mit je einer Verwarnung für beide Mannschaften "einigermaßen" gut ab, dann jedoch konnte Mandelkau es wieder einmal nicht lassen: Im Vorbeilaufen versetzte er dem Linksaußen Hehl ohne jeden Grund einen Magenhaken. Der Platzverweis war die richtige Strafe. Dank der Manneszucht beider Mannschaften wirkte dieser Vorfall sich auf das weitere Spiel nicht aus.

LSV Gut Heil stellte eine junge, schnelle Mannschaft, deren beste Spieler die Verteidiger, der Mittelläufer sowie Demsath sind. Wie diese Mannschaft jedoch an die Spitze der Tabelle gelangt ist, kann man kaum verstehen. Der Torwächter ist ein ganz unzuverlässiger Schlußmann.

Oldesloe drehte sofort bei Beginn groß auf. Eine Vorlage von Mandelkau in der 7. Minute hätte durch Budnick die Führung bringen müssen. Ein dann durch Mandelkau folgender Durchbruch ging durch Pech daneben. Bei einer von Kneese getretenen Ecke hatte der Lübecker Torwart großes Glück. Einen gefährlichen Schuß von Budnick wehrte der Torhüter gut ab. Als der LSV mit einem zügigen Angriff aufwartete - die Verteidigung war bereits überspielt - hielt Lange II glänzend. Mandelkau gab immer wieder die besten Vorlagen, indes ohne Erfolg. Oldesloe drängte, Pohl stand fünf Meter vor dem Tor, aber trotzdem ging der Schuß daneben. Der schlechte Boden ließ eine Kontrolle des Balles nicht zu. In der letzten Minute vor Halbzeit war die Oldesloer Verteidigung überlaufen. Lange II hatte das Tor verlassen, aber Demsath schoß über das leere Tor; die sichere Führung seines Vereins war damit verschenkt.

Die zweite Halbzeit sah zu Beginn die Oldesloer Mannschaft pausenlos im Angriff. Schuß auf Schuß ging auf das Lübecker Tor und in dieser Drangperiode schoß Mandelkau ein herrliches, unhaltbares Tor zum 0:1. Angefeuert durch die 150 (!) Lübecker Zuschauer setzte sich der LSV gut ein, aber die Oldesloer Hintermannschaft hielt stand; konnte aber nicht verhindern, daß bei einem Flankenball Maiwald unhaltbar den Ausgleich erzielte. Nach dem Ausscheiden von Mandelkau entstand vor dem Oldesloer Tor eine atembeklemmende Situation, die Lange II unter dem Beifall aller Zuschauer todesmutig meisterte und damit das 1:1 rettete. Schiedsrichter Pooch (LBV Phönix) bot eine ausgezeichnete Leistung. Die Überbrückung des Falles Mandelkau war meisterhaft.
OL/SPM

VfL Oldesloe: Heinz Lange, Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Alfred Sieveke, Heinz Richter, Heinz Mandelkau, Günter Budnick, Werner Kneese.
Tore: 0:1 Mandelkau (55.), 1:1 Maiwald (70.). - Schiedsrichter: Pooch (Lübeck). - Zuschauer: 500. - Platzverweis: Mandelkau (VfL Oldesloe, 80.).

Sonntag, 19. Nov. 1950
10. Punktspiel VfL Oldesloe - SV Büchen 6:1 (5:0)
Das Resultat ist für Büchen sehr schmeichelhaft ausgefallen, denn leistungsgerecht hätte es 10:0 heißen müssen. Die Mannschaft aus Büchen wird sich wohl darüber selbst im Klaren sein, daß es für sie ein Bestehen in der Bezirksklasse nicht gibt. Die Spielauffassung ist derart primitiv, so daß die Mannschaft in der Kreisklasse bestens aufgehoben ist. Büchen mag sich beim VfL bedanken, daß derselbe in der zweiten Halbzeit einen Gang zurückschaltete, denn mit dem Einsatz der ersten Hälfte wäre die zweistellige Niederlage fällig gewesen. Anerkennung muß lediglich finden, daß die Gäste bis zur letzten Minute bis zum Umfallen kämpften und auch sonst einen guten Eindruck hinterließen. Der in der bisherigen Kritik hervorgehobene Torwart zeigte große Schwächen, denn er ließ fast sämtliche Bälle abprallen und rief so kritische Situationen hervor. Zur Entschuldigung mag dienen, daß er überlastet war, denn die Kanonade des VfL war oft beängstigend.

Obgleich Oldesloe drei seiner besten Spieler (Mandelkau, Hahn und Kneese) ersetzten mußte, lieferte die Mannschaft in der ersten Hälfte ein großes Spiel. Büchen war, abgesehen von gelegentlichen Durchbrüchen, völlig eingeschnürt, so daß die Oldesloer Verteidigung auf der Mittellinie stand. In der zweiten Halbzeit ließ der VfL im sicheren Bewußtsein des Sieges es ruhiger angehen, ohne jedoch das Heft aus der Hand zu geben.

Da die Gäste dem VfL nichts abforderten, muß die Beurteilung der Mannschaft vorsichtig erfolgen. An die Verteidigung wurden keine Anforderungen gestellt. Das Tor für Büchen kommt auf das Konto von Lange II, der sich bei einem in die Torecke senkenden Ball an der Strafraumgrenze befand. Lange I beteiligte sich lebhaft am Aufbau der Angriffe und rettete auf der Torlinie einen sicheren Erfolg für Büchen. In der Läuferreihe war wieder Pohl der Motor mit ansprechendem Abspiel. Der junge Sieveke ist wieder im Kommen. Richter auf halbrechts überraschend gut und fleißig. Wrobel scheint erwacht zu sein, er zeigte gute Arbeit und Erfassung der sich bietenden Gelegenheiten. Mit fünf Toren war er der König der Schützen. Budnick war gut, Lattke hatte nicht seine sonstige Form.

In der 18. Minute hieß es 1:0 durch Wrobel. Im unmittelbaren Anschluß verschoß Budnick dann eine Lattke-Flanke. Auf Zuspiel von Budnick stand es in der 23. Minute durch Wrobel 2:0. Durch fehlerhafte Abwehr des Torwarts von Büchen erzielte Wrobel das 3:0. Budnick erhöhte auf 4:0. Eine von Sieveke gut hereingegebene Flanke markierte wiederum Wrobel zum 5:0. Nach einem Lattenstreifschuß von Pohl war Halbzeit.

Nach Wiederbeginn setzte die Oldesloer Mannschaft wieder groß ein, um dann in eine gewisse Gemütlichkeit zu verfallen. Dies war für Büchen das Signal zu erhöhtem Kämpfen mit dem Erfolg zum 1:6. Kurz vorher hatte Wrobel einen guten Paßball von Budnick zum sechsten Tor verwandelt. Der VfL verfällt immer wieder in die alte Schwäche des langen Ballhaltens; schnelleres Trennen vom Ball wird manche gute Chance ergeben. Schiedsrichter Doose amtierte ruhig und sicher. Ecken: 10:2 für den VfL.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Otto Herold - Willi Damski, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Alfred Sieveke, Heinz Richter, Georg Wrobel, Günter Budnick, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Wrobel (18.), 2:0 Wrobel (23.), 3:0 Wrobel, 4:0 Budnick, 5:0 Wrobel, 6:0 Wrobel, 6:1. - Schiedsrichter: Doose (Eichholz). - Zuschauer: 1200.

Mittwoch, 22. Nov. 1950
Die Jugendfußballabteilung des VfL hatte am Bußtag den Itzehoer SV, einen der spielstärksten Vereine Schleswig-Holsteins, zu Gast. Zugleich standen sich mit diesen Vereinen die Spitzenreiter der Kreise Steinburg und Stormarn gegenüber. Die VfL-Jugend schnitt gegen die Jungen des Itzehoer SV recht gut ab und erzielte folgende Ergebnisse:

  • Jungmannen 0:1
  • Jugend 1:1
  • Jugend II 2:1
  • Schüler 0:2
  • Knaben 1:2

OL

Freitag, 24. Nov. 1950
HSV beim VfL Oldesloe.
Der VfL hat sich für den spielfreien Sonntag den Hamburger SV zu Gast verpflichtet. Da Hamburg die Mitwirkung von Warning, Ebeling, Börner, Niemann, Seeler jun., Wagner zugesagt hat, dürfte erstklassiger Sport geboten werden. Wenn der VfL auch in diesem Spiel den Kampfgeist der ersten Büchenhälfte zeigt und auf das ganze Spiel überträgt, dürfte die Partie offen sein. Hoffentlich zeigt die Mannschaft endlich ein raumgreifendes Flügelspiel. Torwart und Verteidigung werden am Sonntag Gelegenheit haben, Zeugnis ihres wirklichen Könnens abzulegen. Nur keine Befangenheit vor großen Namen! Auch in Hamburg wird nur mit Wasser gekocht. Die Aufstellung der VfL-Mannschaft ist noch nicht erfolgt. Der Abpfiff dieses Spiels wird Klarheit darüber geben, mit welchen Aussichten der VfL am nächsten Sonntag in den letzten Punktkampf gegen Moisling in Lübeck geht. Beginn 14 Uhr.
OL

Sonntag, 26. Nov. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Hamburger SV Res. 2:9 (0:4)
VfL Oldesloe unterlag dem HSV 2:9. Mit der Verpflichtung dieses Gegners hatte der VfL einen guten Griff getan. Die 1600 Zuschauer sahen vom HSV ein Spiel, das so richtig ihren Wünschen entsprach. Es war eine Freude, dem gepflegten Flachpaßspiel, den aus der Läuferreihe erfolgenden Angriffen und den blitzartig von den Flügeln gestarteten Flankenläufen zuzusehen. Daß der VfL gegen diese Mannschaft auf schwerem Posten stand, war klar.

Wenn die Oldesloer Mannschaft aus diesem Spiel gelernt hat und es versteht, dieses künftig zu verwerten, ist schon viel erreicht. Der sonst so zuverlässig operierende Oldesloer Torwächter Lange II hatte einen schwarzen Tag. Es mag hart klingen, aber vier Tore hat der Genannte auf dem Gewissen. Der Verteidiger Lange I hatte, wie verständlich, mit Ebeling harte Arbeit, fand trotzdem noch Gelegenheit, sich dem Aufbau zu widmen. Der Ersatzverteidiger Jack bot eine gute Leistung. Da der Rechtsaußen Sieveke außer Rand und Band zu sein scheint, sollte man es mit Jack auf seinem Posten versuchen. Der versteht sich durchzusetzen und verfügt über einen guten Schlag. In der Läuferreihe müssen Friedrich und Pohl genannt werden. Beide leisteten ein großes Pensum Arbeit, zumal Damski bei diesem Gegner völlig ausfiel. Mit Reden wird nichts erreicht. Über Sieveke ist alles gesagt. Richter gab zu Beanstandungen keinen Anlaß. Er war fleißig, brachte Druck in den Angriff, obgleich er Läufer ist. Ein Stürmer von Format kann er nicht werden. Wrobel hat auch in diesem Spiel den Beweis geliefert, daß er die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt. Der heutige Gegner war nicht Büchen. Budnick war noch der Beste, obgleich er sich nicht so durchsetzen konnte. Lattke ist und bleibt der Ersatzmann auf Linksaußen, erst der Wiedereintritt von Mandelkau wird auf diesem Posten eine Änderung schaffen. Das Fehlen von Hahn und Kneese machte sich doch bemerkbar. Mit Hahn wäre eine andere Läuferreihe zur Stelle gewesen. Der HSV-Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Jeder Spieler in bester Kondition. Die Nachwuchsspieler reihten sich würdig ihren Kameraden Wagner, Harden, Ebeling, Liese und Niemann an.

Schon beim ersten Angriff verpaßte der Torwart Lange II den Ball, mit Glück ging die Gefahr vorüber. Die 8. Minute ergab das 1:0 auf Kosten von Lange II. Im weiteren Verlauf boten sich auch dem VfL Gelegenheiten, die aber keine Verwertung fanden. 2:0 in der 16. Minute durch Prachtschuß von Dieter Seeler. Das 3:0 markierte Harden, da Lange den Ball aus den Händen fallen ließ. Im Gegenangriff schoß Richter freistehend am Tor vorbei. Das 4:0 wurde von Harden erzielt, obgleich Lange den Ball noch berührte. Ein wunderbarer Kopfball von Seeler jun. auf eine Flanke von Ebeling schloß die erste Halbzeit.

Die zweite Hälfte bot für zwei Drittel ein völlig verändertes Bild. Der VfL setzte mit guten Angriffen ein und gestaltete das Spiel völlig offen. Richter wurde in harter Form von Niemann gelegt. Elfmeter! Großzügig, aber kaum verständlich, gibt Richter den Strafball in die Hände des Torwächters! Schon der nächste Angriff der Hamburger bringt das 5:0 durch Harden, dem endlich von Wrobel das 1:5 folgt. Nachdem Wagner auf 6:1 erhöhte, verbesserte Lattke durch energisches Nachsetzen auf 2:6. Ein Pfostenschuß von Budnick hätte einen Erfolg verdient gehabt. In glatter Abseitsstellung läuft Ebeling aufs Tor, flankt und Seeler jun. verwandelt sehr sicher zum 7:2. Das 8:2 wäre von einem intakten Lange II verhindert worden. 9:2 und der Schlußpfiff beendeten dieses Treffen. Schiedsrichter Dreyer (Phönix) hatte leichte Arbeit.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Willi Damski, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Alfred Sieveke, Heinz Richter, Georg Wrobel, Günter Budnick, Hermann Lattke.
Hamburger SV Reserve: Breede - Suhr, Wrede - Niemann, Meinke, Liese - Wagner, Seeler, Schemel, Harden, Ebeling.
Tore für den VfL Oldesloe: Wrobel, Lattke. - Schiedsrichter: Dreyer (Lübeck). - Zuschauer: 1600.

Freitag, 1. Dez. 1950
VfL Oldesloe gegen Moisling in Lübeck.
Am kommenden Sonntag hat der VfL sein letztes Punktspiel der Herbstserie in Lübeck auszutragen. Der Gegner ist Moisling. Ein Blick in die Tabelle (1. LSV Gut Heil 16:2 Punkte, 2. ATSV Lübeck 14:4, 3. SVK Moisling 13:5, 4. VfL Oldesloe 13:7) zeigt, daß der VfL dieses Spiel auf jeden Fall gewinnen muß, denn nur dann wird der Anschluß zur Spitze gehalten. Wird dieses gelingen? Jetzt rächen sich die gegen Henstedt und Reinfeld verlorenen Spiele! Der VfL mag sich hinsichtlich der sonntäglichen 1:3-Niederlage von Moisling in Pölitz keinen falschen Hoff-nungen hingeben. In Pölitz können auch andere Vereine stolpern. Zu Hause aber ist Moisling aus anderem Holz geschnitzt. Der Verlierer fällt aussichtslos zurück. Auch ein Unentschieden genügt nicht! Die Partie steht regulär pari - der größere Kampfgeist dürfte entscheidend sein. Hahn und Kneese stehen wieder zur Verfügung. Hoffentlich steigern Wrobel, Lattke und Sieveke in diesem alles entscheidenden Treffen ihre Leistungen. Daß der Oldesloer Anhang wieder in bekannter Stärke gen Lübeck rollt, dürfte eine Selbstverständlichkeit sein.
OL

Sonntag, 3. Dez. 1950
11. Punktspiel ATSV Moisling - VfL Oldesloe 2:1 (1:1)
VfL Oldesloe unterliegt Moisling 1:2. Verloren - und damit muß der VfL seinen still gehegten Traum für ein Jahr zurückstellen. Daß sich im zweiten Durchgang Kopfsturz über Kopfsturz ergeben, dürfte nur eine schwache Hoffnung sein. Für das verlorene Spiel und damit den verpaßten Anschluß zeichnet der Sturm verantwortlich mit der Einschränkung, daß der Flügel Lattke-Kneese gute Leistungen zeigte. Wrobel ist in der Mitte eine Unmöglichkeit, vielleicht probiert man ihn mal als Verteidiger aus. Budnick war gegenüber früheren Spielen nicht wiederzuerkennen. Für ihn spricht, daß zwischen Wrobel und Sieveke keine Verbindung zu halten war. Sieveke muß verschwinden, eine unumstößliche Tatsache. In der Läuferreihe versuchten Friedrich und Pohl durch unermüdliche Arbeit das Blatt zu wenden. Die Verteidiger Lange I und Hahn, letzterer durch ausgefeilte Technik und gutes Stellungsspiel, lieferten eine gute Partie, hatten allerdings beim ersten Gegentor durch ihr leichtfertiges Aufrücken die Hand im Bunde. Lange I war an beiden Toren schuldlos. Die Mannschaft von Moisling erscheint etwas alt. Der Sieg wurde durch größere Schnelligkeit und harten Einsatz errungen. Torwart Cornelsen lieferte eine feine Partie. In der Verteidigung muß Jerzembek genannt werden und ebenso der Mittelläufer Wittfoht, im Sturm neben Herzberg I der alte Hinzmann als führender Mann.

Traditionsgemäß brachte wieder schon die 1. Minute das erste Tor. Ein weiter Schlag von Wittfoht ging über die VfL-Verteidigung hinweg, Lange stürzte aus dem Tor, aber Hinzmann war früher am Ball. 0:1. Ein billiger Erfolg! Im Gegenangriff wurde eine schöne Lattke-Flanke von Wrobel vergeben. Die 12. Minute ergab das 1:1. Auf Flanke von Lattke kam Sieveke an den Ball, gab uneigennützig an Kneese, der spielend verwandelte. Bei einem Pfostenschuß stand dem VfL das Glück zur Seite, auch ein schöner Schuß von Wittfoht ging knapp daneben. Ein Strafstoß für den VfL - Budnick wurde gelegt - brachte nichts ein. Eine erstklassige Ecke wurde von Lange II gefangen. Einen Kernschuß von Lattke und Nachschuß des gleichen Spielers machte Cornelsen zunichte.

Nach Wiederbeginn drehten die Oldesloer wie immer groß auf. Es war klar, daß das nächste Tor die Entscheidung bringen würde. 20 Minuten - abgesehen von gelegentlichen Durchbrüchen Moislings - drückte die Hintermannschaft des VfL auf das Tempo, alles vergebens. Auch die Gegenangriffe von Moisling entbehrten nichts in der Gefährlichkeit. Lange II war jedoch auf dem Posten. Ein von Hahn getretener Strafstoß wurde von dem Sturm sträflich ausgelassen. 15 Minuten vor Schluß Eckball für Moisling. der von Rohwedder geschossene Ball wird von Hinzmann zum siegbringenden 1:2 verwandelt. Die Moislinger spielten jetzt, wie verständlich, auf Sicherung. Schiedsrichter Märwald (Kreis Segeberg) war bestens bemüht, beiden Parteien gerecht zu werden.

Die Berichterstattung hatte Gelegenheit, diesem Spiel mit einigen Experten des Bezirks beizuwohnen. Klar kam zum Ausdruck, daß der VfL allen Gegnern technisch überlegen ist und somit schon in der nächsten Serie seinen Weg machen wird. Wrobel und Sieveke müßten aus dem Sturm verschwinden.
OL

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Pohl, Günter Friedrich, Heinz Richter - Alfred Sieveke, Günter Budnick, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Herzberg (1.), 1:1 Kneese (12.), 2:1 Hinzmann (75.). - Schiedsrichter: Märwald (Segeberg). - Zuschauer: 500.

Samstag, 9. Dez. 1950
Wertvolle Verstärkung der VfL-Elf.
Hans Feddern, bisher Reinfelder TSC, ist dem VfL Oldesloe beigetreten. Damit dürfte die Rechtsaußen-Frage als gelöst zu betrachten sein. - Das Fußballspiel ATSV Oldesloe gegen Eichede findet in Eichede statt.
OL

Freitag, 15. Dez. 1950
Freundschaftstreffen VfL gegen SV Sülfeld.
Dieses für Sonntag, 14 Uhr, im Stadion vereinbarte Freundschaftstreffen verspricht sehr interessant zu werden. Der VfL (13:9 Punkte, 29:14 Tore) hält bekanntlich in der Südstaffel den vierten Platz. Sülfeld (15:7, 34:23) steht in der Nordstaffel an fünfter Stelle, hat aber gegenüber dem Herbstmeister TSV Kücknitz nur zwei Punkte weniger. Wenn man in Betracht zieht, daß Sülfeld erst im letzten Jahr zur Bezirksklasse gestoßen ist, muß die Leistung der Mannschaft anerkannt werden.

Die Spielstärke beider Mannschaften dürfte ausgeglichen sein. Der Sülfelder Sturm erscheint etwas beweglicher, die Läuferreihe gleichwertig. In der Verteidigung - siehe die Gegentore - ist der VfL günstiger besetzt. Es nimmt Wunder, daß der schon vor über Jahresfrist seitens des VfL zum alten Eisen gesetzte Artur Jantz in Sülfeld auch heute noch der Einfädler der Angriffe ist und während der ganzen Serie beste Spiele lieferte. Der frühere HSVer Knüppel ist als Mittelläufer ebenfalls zu beachten. Im Sturm dürfte Hoff Beachtung verdienen. Der frühere VfLer Willi Neumann ist ja hinreichend bekannt.
OL

Sonntag, 17. Dez. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - SV Sülfeld 3:1 (0:1)
Der Goldene Sonntag tat diesem Treffen Abbruch, so daß nur 700 Zuschauer im Stadion erschienen waren. Obgleich es sich um ein Freundschaftsspiel handelte, zeigten beide Mannschaften einen Einsatz, der die Vermutung eines Punktekampfes aufkommen lassen konnte. Der VfL hat das Spiel verdient gewonnen, denn die technische Leistung war besser. Lange II im Tor zeigte wieder seine ruhige, gute Leistung. In der Verteidigung gefiel Jack besonders in der zweiten Hälfte durch überlegtes Zuspiel. Überragend war wieder der Läufer Pohl, dessen laufende, gute Spielweise Anerkennung verdient. Er war es auch, der das 1:1 durch sein energisches Einsetzen erzielte. Auch Damski als rechter Läufer muß genannt werden. Durch seinen kurzen Antritt war er auf dem Boden besonders begünstigt. Erfreulich sein weit verbessertes Zuspiel. Die Durchschlagskraft des Sturms hat durch das Vorbringen von Friedrich gewonnen. Er sollte in die Mitte genommen werden. Richter, der scheinbar von Posten zu Posten fliegt, war wieder sehr fleißig im Aufbau. Wrobel wollte in der ersten Halbzeit nichts glücken. Im zweiten Durchgang steigerte er seine Leistung. Budnick konnte seine früheren, guten Leistungen nicht erreichen. Lattke hatte keinen günstigen Tag.

Die lebhaften Angriffe beider Mannschaften setzten sofort ein. Eine von Friedrich gut gedachte Durchgabe an Wrobel ließ dieser aus. Ein von Wrobel wieder nach rechts geleiteter, aussichtsreicher Ball fand Friedrich in Abseitsstellung. Ein von Hahn getretener Strafstoß wurde von Friedrich verschossen. Bei einem von Sülfeld vorgetragenen Angriff zeigte die VfL-Verteidigung überhebliche Art. Der Querschlag von Jack kam zu Hoff und 1:0 für Sülfeld.

Nach Wiederbeginn klare Überlegenheit von Oldesloe mit dem Erfolg, daß Pohl das 1:1 herausholte. Im Gegenangriff von Sülfeld zeigte Lange II gute Abwehr. Ein Eckball für Sülfeld zeigte Lange II in zweimaliger Abwehr. Geschlossener Angriff des VfL, das Tor ist frei, Wrobel schießt, aber gegen den Fuß eines dazwischen springenden Sülfelders. Endlich hat Wrobel Gelegenheit - ruhig, unhaltbar rollt der Ball ins Netz. Eckball für VfL. Friedrich gibt herein; ein unhaltbarer Kopfball von Wrobel markiert 3:1. Das viele Reden beider Mannschaften machte sich unangenehm bemerkbar.
OL

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Willi Damski, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Heinz Richter, Günter Friedrich, Georg Wrobel, Günter Budnick, Hermann Lattke.
SV Sülfeld (Ankündigung): Nowath II - Resthöft, Lepthien - Jantz, Knüppel, Nowath I - Schellenberg, Kirchhoff, Hoff, Neumann, Wolter.
Tore: 0:1 Hoff (13.), 1:1 Pohl (48.), 2:1 Wrobel (75.), 3:1 Wrobel (80.). - Schiedsrichter: Bruhns (Pölitz). - Zuschauer: 700.

Dienstag, 19. Dez. 1950
Zum Spiel VfL gegen Sülfeld.
Zu unserem Bericht sei noch nachgetragen, daß im Sturm von Sülfeld sich Neumann auszeichnete; obgleich er früher in seinem VfL als Läufer tätig war, hat er sich heute als Halblinker fein heraus gemacht. Der Mittelstürmer Hoff ist sehr schnell, schießt gut und versteht mit dem Ball umzugehen. Die Stärke und Seele der Sülfelder Mannschaft ist die Läuferreihe. Knüppel, ein prima Mittelläufer, mit nur durchdachten Handlungen. Der frühere VfLer Jantz, ebenfalls ein Spieler, wie man ihn sich wünscht. Gut im Aufbau und Auge für sich bietende Gelegenheiten. Das Schlußdreieck nur Durchschnitt - die Gegentore der Punktspiele restlos erklärend.
OL

Mittwoch, 20. Dez. 1950
Sülfeld gegen VfL in auswärtiger Kritik.
In der "Segeberger Zeitung" lesen wir über das obige Spiel folgende Zeilen: Trotz des Goldenen Sonntags, an dem viele Interessenten aus beruflichen Gründen verhindert waren, hatten sich etwa 700 bis 800 Zuschauer im Travestadion zum Privatspiel des VfL gegen den SV Sülfeld eingefunden. Wenn der Kampf noch derart stark besucht war, so nur deshalb, weil man sich von den Leistungen der Rot-Weißen aus Sülfeld, die sich in der Nordstaffel so hervorragend schlugen und auch in der Travestadt den besten Eindruck hinterließen, überzeugen wollte. Die körperlich starke Elf der Sülfelder aber hatte große Schwierigkeiten mit dem glatten Boden, mit dem die kleinen schnellen Oldesloer besser fertig wurden. Die Folge war, daß die Gäste mit 1:3 ins Hintertreffen gerieten, nachdem sie bis zur Pause noch mit 1:0 in Führung gelegen hatten.

Während der ganzen 90 Minuten waren die Platzherren leicht überlegen und zeigten auch das flüssigere Spiel. So kreuzten sie schon in den ersten zehn Minuten ungefähr vor dem Heiligtum von Nowath II auf, der aber in sicherer Manier Herr der Lage blieb. In der 13. Minute vermochten dann aber die Gäste nach einem schnellen Angriff durch ihren Mittelstürmer Walter Hoff, der einen Ball von Neumann über Lange II hinweghob, zur 1:0-Führung einzusenden. Sieben Minuten später verpaßte Wrobel eine klare Gelegenheit zum Ausgleich, als er freistehend vor dem Tor statt in die lange Ecke zu schießen, die kurze wählte und - knapp vorbeischoß. Bis zur Pause blieb es bei dem Sülfelder Vorsprung.

Nach dem Wechsel begannen die Oldesloer mit schnellen Angriffen. Bereits in der 48. Minute war der Ausgleich durch den jungen linken Läufer Pohl hergestellt. Dieser Stand wurde noch 27 Minuten von den Gästen gehalten, bis dann Wrobel zweimal kurz hintereinander zum Erfolg kam. Das 2:1 resultierte aus einer Flanke von Richter, die Wrobel prompt eindrückte. Fünf Minuten später köpfte der gleiche Spieler eine von Friedrich getretene Ecke ein und stellte damit das Endergebnis her.

Beide Torsteher erhielten wiederholt Beifall für ansprechende Leistungen. Bei Sülfeld gefiel außerdem Jantz durch sein vorbildliches Aufbauspiel recht gut und bei Oldesloe der Nachwuchsspieler Pohl.
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Freitag, 22. Dez. 1950
Weihnachtsfeier der Fußballjugendabteilung des VfL.
Unter der Regie des Jugendfuß-ballobmannes Karl-Heinz Schmidt sowie der Jugendbe-treuer findet am Samstag im Jugendheim am Bürgerpark für die Fußballjugendabteilung die diesjährige Weih-nachtsfeier statt. Dank der hochherzigen Spenden aus Kreisen der Oldesloer Wirtschaft sowie der Vereinssparte Fußball werden den 120 Jugendlichen (Jungmannen, Jugend, Schüler, Knaben) würdige Stunden bereitet.
OL

Samstag, 23. Dez. 1950
Weihnachtsfeier der VfL-Fußballjugend.
Im Jugendheim am Bürgerpark fand die Weihnachtsfeier der Fußballjugend des VfL statt, zu der über 100 Jugendliche erschienen waren; auch der Jugendpfleger Heinz Peters war anwesend. Nach einleitenden Worten des Fußballjugendobmannes Karl-Heinz Schmidt sprach der Jugendliche Peter Dobbrunz zum Thema Weihnachten.

Der Vorsitzende des VfL, Leo Seipelt, richtete an die Jugend mahnende Worte. Als Obmann der Fußballsparte stattete Dr. Erwin Lüders den Kreisen der Oldesloer Wirtschaft den Dank für die Spenden ab, mittels derer es überhaupt nur möglich war, den Verlauf des Festes durchzuführen. Die Einlagen der Jugendlichen Stäcker I und Stäcker II sowie Ruge riefen reichen Beifall hervor. Es war eine Freude, die innere Verbundenheit zwischen den Betreuern und der Jugend selbst zu sehen.

Die musikalische Umrahmung durch Helmut Lange und Friedrich-Wilhelm Schweer trug sehr zur Verschönerung des Festes bei. Der von Otto Schmidt dargestellte Weihnachtsmann rief viel Humor und Neugierde hervor. Gereichte Bockwürste nebst Butterbrot, bunten Tellern mit Kuchen, Bonbons, Nüssen, Marzipan, Schokolade, Äpfel, Mandarinen und Kakao fanden dankbare Augen. Der den Gestaltern des Festes, Dr. Erwin Lüders, Karl-Heinz Schmidt, Franz Bartkowiak, Gustav Masuth, und Ernst Kindt ausgesprochene Dank war nur zu berechtigt. Nach dem von der Jugend gesungenen "Haltet VfL in Ehren" fand die Feier ihr Ende.
OL

Montag, 25. Dez. 1950
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Wacker 04 Billstedt 1:3 (1:2)
Wieder nur hatten sich am ersten Weihnachtstag 700 Zuschauer im Stadion eingefunden, so daß die finanzielle Seite für beide Vereine unbefriedigend war. Es dürfte sich für den VfL empfehlen, sich bei den Vermittlungen von Gegnern an spielfreien Sonntagen etwas Reserve aufzulegen. Man sollte sich lieber der Angebote für Auswärtsspiele bedienen oder ganz pausieren. Vielleicht würde ein Teil der Oldesloer Sportgemeinde sich in dem Fall gern dankbarer erweisen. Der glatte, mit einer dünnen Schneeschicht bedeckte Boden stellte an beide Mannschaften besondere Anforderungen, die aber ganz ansprechend gelöst wurden. Für den Ausgang des Spiel - 3:1 für Wacker 04 - zeichneten die beiden Torwarte verantwortlich, und zwar dahingehend, daß der vorzügliche Hamburger Tormann drei Handelfmeter hielt, ganz abgesehen von seinen übrigen guten Leistungen, wohingegen der Oldesloer Lange zwei Tore auf dem Gewissen hat.

Wacker als Mannschaft überraschte nach der negativen Seite hin und hatte, abgesehen von einem Teil der ersten Hälfte, in dem Spiel nichts zu bestellen, wurde zeitweilig sogar völlig ausgespielt. Wenn das die Durchschnittsstärke der Hamburger Bezirksklasse ist, können die Bezirke Lübeck und Kiel Mannschaften mit anderen Leistungen ins Feld führen. Bei den Hamburger Gästen war, wie bereits erwähnt, der Torwart der beste Mann. Die beiden Außenläufer sowie Mittelstürmer und Halbrechter wußten ebenfalls zu gefallen. Alle anderen Spieler kaum Durchschnitt. Sonst eine junge, sympathische Elf, bei der allerdings das wohl ein Dutzend Mal Handmachen (drei Elfmeter) störend wirkte.

Beim VfL war Lange II ein Versager. Das erste Tor war unhaltbar. Beim zweiten machte er keinerlei Bewegung und glaubte scheinbar, der Ball gehe ins Aus. Das dritte Tor wurde sträflich von ihm heraufbeschworen. In der Verteidigung scheint Jack sich einzufügen, er bedient sich eines guten Zuspiels. In der einwandfreien Läuferreihe Pohl und Damski besonders aktiv. Trotz des verlorengegangenen Spiels zeigte der Sturm ohne den verhinderten Wrobel gute Leistungen. Da die Bodenbeschaffenheit eine Ballkontrolle nicht zuließ, ging viel daneben und was auf das Tor kam, fand einen sicheren Schlußmann. Lattke überraschte angenehm, zeigte vor allen Dingen den bisher vermißten kämpferischen Einsatz. Budnick befindet sich scheinbar in einer Schwächekrise. Friedrich bringt durch seinen Einsatz den erforderlichen Druck, würde aber auf Rechtsaußen, schon durch seinen Schlag, doch wohl produktiver zur Geltung kommen. Richter als Halbrechter war der beste Mann im Sturm. Er hat Technik, ist Kämpfer und bedient sich eines guten Aufbaues. Dieser Spieler - geborener Läufer - hat sich gut entwickelt. Sieveke leistet das, was er zu geben vermag. Ein Jahr in der Reservemannschaft, damit er sich, bedingt durch die Gegner, die erforderliche Härte aneignet. Veranlagt ist er. Die erfolglosen Elfmeterschützen waren Budnick, Lange I und Friedrich. Alle Elfer wurden anstatt flach, hoch auf das Tor geschossen.
Die erste Halbzeit stand in der Überlegenheit des VfL, trotzdem ging Wacker in der 18. Minute durch seinen Halbrechten in Führung. Ein völlig harmloser Schuß des Mittelstürmers ergab das 0:2, bis Friedrich auf Flanke von Lattke auf 1:2 verminderte. Die zweite Hälfte sah nur den VfL auf dem Plan, der Ausgleich hing buchstäblich in der Luft, es sollte aber nicht sein. Bei einem Durchbruch von Wacker konnte der Mittelstürmer sogar das 1:3 erzielen. Schiedsrichter Bruhns hatte keine schwere Aufgabe.
OL

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Willi Damski, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Alfred Sieveke, Heinz Richter, Günter Friedrich, Günter Budnick, Hermann Lattke.
Wacker 04 Billstedt (Ankündigung): Speckels - Niemeier, Arndt - Rethwisch, Lindhoff, Allmers - Klein, Maczunowski, Barz, Koss, Kruse.
Tore: 0:1 (18.), 0:2, 1:2 Friedrich, 1:3. - Schiedsrichter: Bruhns (Pölitz). - Zuschauer: 700.

Freitag, 29. Dez. 1950
Schwedenbesuch beim VfL Oldesloe.
Der rührigen Fußballspartenleitung des VfL ist es gelungen, eine schwedische Mannschaft für den 6. Jan. nach Oldesloe zu verpflichten. Das Spiel findet um 14.30 Uhr im Stadion statt. Rekordbesuch ist dieser Begegnung sicher, so daß es sich empfehlen dürfte, einen entsprechenden Kartenvorverkauf einzurichten. Die Gäste treffen, von Flensburg kommend, am Mittwoch hier ein. Die Unterbringung und Verpflegung der 19 Personen umfassenden Expedition ist gesichert. Standquartier werden "Wiggers Gaststätten" sein.

Es ist damit zu rechnen, daß die Gäste am Donnerstag ein leichtes Training im Stadion durchführen. Für Freitag ist eine Fahrt durch die Oldesloer Verkehrsbetriebe nach dem herrlich gelegenen Tremsbüttel, verbunden mit einer Kaffeetafel, geplant. Völlig ausgeruht geht die Mannschaft in den Kampf, der zu einem großen sportlichen Ereignis zu werden verspricht. Die Aufstellung der VfL-Mannschaft wird seitens der Verantwortlichen und Trainer Erwin Seeler einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Als Schiedsrichter wird in Pooch (Phönix) eine Autorität zur Stelle sein. Die schwedische Mannschaft begibt sich von Oldesloe dann nach Itzehoe um dort am Sonntag gegen den dortigen SV anzutreten.
OL

Freitag, 5. Jan. 1951
So spielt der VfL gegen die Schweden.
Der Platz, auf dem der VfL Oldesloe gegen die schwedischen Landesligisten aus Nybro morgen um 14.30 Uhr antreten wird, ist unter erheblicher Mühe nach heftigen Schneefällen spielfähig gemacht worden. Der VfL hat folgende Mannschaft für das internationale Treffen, das in der Oldesloer Sportgeschichte einen bleibenden Platz einnehmen wird, nominiert: Lange II - Lange I, Jack - Damski, Hahn, Pohl - Fiedrich, Richter, Wrobel, Budnick, Lattke - Ersatz: Sieveke.

Die Aufstellung der Schweden steht noch nicht fest. Drei Mitglieder der Mannschaft befinden sich noch in München. Es ist aber möglich, daß sie rechtzeitig zurückkommen, um noch berücksichtigt werden zu können. Der gestrige Tag brachte für die Gäste, die morgens um 6 Uhr in Oldesloe eingetroffen waren, einen erlebnisreichen Autoausflug nach Lübeck. Zuerst wurden Rathaus und Marienkirche besichtigt. Dann gab es einen Abstecher nach dem Travemünder Kasino. Einer der Schweden gewann im Roulette einen kleineren Betrag. Den Abschluß des Ausfluges bildete eine Kaffeetafel in der "Buddikate". Am Abend dann wurden die Gäste ins "Central-Café" geführt. Heute mittag wollen sie sich Platz ansehen, auf dem sie dem VfL gegenübertreten werden.
OL

Freitag, 5. Jan. 1951
Schweden bummeln durch die Straßen.
Internationale Sportler in Stormarn. Sie sind höfliche, gut erzogene große Jungen, diese Schweden, die zum Fußballspielen zu uns gekommen sind. Gestern nachmittag standen sie in lebhaft plaudernden Gruppen in Erwartung eines Autoausflugs vor ihrem Hotel in der Bahnhofstraße. Als sie hörten, daß wir ein Interview wollten, gingen sie mit strahlender Bereitschaft in den Speisesaal zurück.

Sie sind nicht so groß, wie wir uns schwedische Sportler im allgemeinen vorstellen, aber sehr jung, 23 Jahre im Durchschnitt. Papierarbeiter, Student, Bäcker, Postangestellter, Buchbinder, Eisenarbeiter, das sind einige Berufsangaben dieser jungen Leute aus einer kleinen Stadt - Nybro zählt nur 7000 Einwohner -, die die Freude am Spiel auf dem grünen Rasen zusammengeführt hat.

Sie sind zum ersten Male in Deutschland. Als sie in Hamburg die Ruinen sahen, gefror ihnen das Herz in der Brust. Aber die Gastfreundschaft bot ihnen immer wieder neue Eindrücke. In Peine bestritten sie das erste Spiel. Am Silvestertage gewannen sie 1:0. Dann feierten sie den Jahreswechsel. "So ausgelassen wie hier tun wir in Schweden nicht!" Entschuldigung für die 2:4-Niederlage gegen Norden? Nein, ihre Gesichter sind offen und blank. 2:0 führten sie, dann rächte sich nach der Halbzeit der versäumte Schlaf.

Diese Scharte wollen sie in Oldesloe wieder gutmachen. Sie freuen sich alle auf das Spiel gegen den VfL: Rune Conradsen, der in Lessebro als Tischtennis-Repräsentativer gegen die Deutschen Mauritz und Raak antrat, Gösta Englund, der wieselflinke Halblinke, den sie als ihren besten Mann bezeichnen, und die anderen adrett gekleideten und gut gewachsenen Fußballer. Am Freitag gehen sie in Oldesloe bummeln. Sie meinen, wenn sie das Gesicht einer deutschen Kleinstadt studieren, würden sie auch das große Deutschland kennenlernen. Sie halten viel vom deutschen Sport. Recht bald möchten sie in Schweden eine deutsche Nationalmannschaft wiedersehen.

Als wir ihnen viel Glück für ihr sportliches Abschneiden am Samstag wünschen, erhoben sie sich von ihren Stühlen an der großen Tafel und verbeugten sich. Sie sind wirklich feine Jungen, diese Schweden und es fällt einem ein, daß der Sport doch eine gute Sache sein muß, wenn er es zuwege bringt, junge Menschen in ein anderes Land zu senden, um Freundschaft und Verstehen zu stiften.
OL

Samstag, 6. Jan. 1951 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - IF Nybro 0:4 (0:2)
Schwedische Gäste im Oldesloer Stadion. Kein Verein der Lübecker Bezirksliga wäre in der Lage gewesen, diesen Spielabschluß durchzuführen. Dank der Beweglichkeit der Spartenleitung des VfL war es möglich, die Bedingungen spielend zu erfüllen. Die Umrahmung dieser Begegnung erinnerte an die seinerzeitige Stadioneinweihung. Flaggenschmuck in den Farben des Bundeslandes, des Gastlandes Schweden sowie des Landes Schleswig-Holstein. Nachdem Stadtrat XY????? Marfels in Vertretung des beurlaubten Bürgermeisters die Begrüßung der Gäste vorgenommen hatte, überreichte Spartenleiter Dr. Erwin Lüders den Gästen einen VfL-Vereinswimpel sowie jedem Gastspieler die VfL-Vereinsnadel. Nybro stellte eine junge, schnelle, technisch und taktisch gut durchgebildete Mannschaft, deren Spiel zuzusehen jeden Zuschauer begeisterte. Alle Mannschaftsteile sind in sich zur Gesamtleistung abgestellt. Jeder Eckball bringt in seiner Ausführung für den Gegner größte Gefahr, scheinbar eine besonders erlernte Spezialität. Alle Spieler sind Könner und trotzdem müssen der Mittelläufer sowie der Halblinke noch besonders erwähnt werden. Hoffentlich hat die hiesige Sportgemeinde recht bald Gelegenheit wieder eine Mannschaft solchen Formats zu sehen.

Daß die VfL-Mannschaft gegen diesen Gegner einen schweren Stand hatte ist erklärlich, denn die Schweden gehören der Landesliga (2. Division) an. Die VfLer hatten nicht ihren besten Tag, haben aber durchaus nicht schlecht gespielt. Tormann Lange ist an den vier Toren schuldlos, hat aber gegenüber seiner früheren Beständigkeit nachgelassen. Sein Reaktionsvermögen zeigt rückläufige Art. Die beiden Verteidiger Lange und Jack zeigten ein schlechtes Deckungsspiel und viel zu weites Aufrücken, so daß sie oft überlaufen wurden. Pohl leistete wieder eine große Partie, und entwickelt sich immer besser. Friedrich hätte man entgegen seiner Auswechslung nach Halbzeit im Sturm belassen sollen. Wohl wurde durch seine Rücknahme in die Läuferreihe eine Stabilität geschaffen, jedoch nur auf Kosten der Stürmerreihe, in der Sieveke wieder groß versagte. Damski hatte nichts zu bestellen, sein Zuspiel war schlecht. Hahn, technisch und im Stellungsspiel immer noch groß, zeigte nach der Halbzeit leichte Ermüdung. Lattke stand laufend abgedeckt und hatte nicht seinen besten Tag. Budnicks augenblickliche Schwächeperiode war klar zu erkennen. Wrobel zeigte guten Einsatz, seine Ballaufnahme muß besser werden und das Abprallenlassen des Balles aufhören. Sein Erfassen von zwei sich bietenden Möglichkeiten vor der Halbzeit war wirklich gut und hätte einen Erfolg verdient gehabt. Richter ist vorne der Kämpfer, trotzdem aber dürfte man ihn bei der demnächst erfolgenden Neugruppierung in der Läuferreihe finden. Unter Berücksichtigung der großen Leistungen der Schweden hat die VfL-Mannschaft gut gekämpft und so bis zum Schluß durchgestanden.

Der VfL setzte bei Beginn des Spiels mit großem Elan ein. Aber schon die 10. Minute, die Oldesloer Verteidigung war überlaufen, brachte auf Durchgabe des Mittelstürmers im Alleingang durch Wennerström als Halblinker das 1:0. Im Gegenangriff ein wunderbarer Kopfball von Wrobel, der knapp am Tor vorbeiging. Ein von Wrobel angenommener und als Kopfball weitergeleiteter Strafstoß wurde eine sichere Beute des schwedischen Torwächters. Einen von Mittelstürmer Eckholm in die linke Ecke geschossenen Ball rettete Lange I auf der Torlinie. Die 16. Minute brachte durch Eckholm als Kopfballtor unhaltbar das 2:0. Der von Pohl aus der Läuferreihe heraus gestartete Durchbruch war ohne Erfolg. Eine Vorlage von Friedrich an Wrobel traf die Außenseite des Netzes. Ein von Budnick gegen die Torlatte geschossener Ball wurde von dem rechten Verteidiger abgefangen.

Auch die zweite Halbzeit brachte eine Überlegenheit der Gäste. 3:0 durch den Linksaußen und 4:0 durch den Halbrechten als Kopfball auf Flanke (Pohl war nicht zur Stelle). Einen Schuß von Wrobel aus zehn Metern parierte Torwart Johannsson sicher. Freistehend vor dem Tor konnte Sieveke selbst aus vier Metern Entfernung nicht zum Erfolg kommen. Schiedsrichter Pooch vom LBV Phönix fand wieder die volle Zufriedenheit aller Zuschauer und Spieler. Die Überreichung eines goldenen Talisman an Pooch durch den schwedischen Mannschaftskapitän bei Spielschluß ehrt seine Leistung.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Willi Damski, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Alfred Sieveke, Günter Friedrich (Heinz Richter), Georg Wrobel, Günter Budnick, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Wennerström (10.), 0:2 Eckholm (16.), 0:3, 0:4. - Schiedsrichter: Pooch (Lübeck). - Zuschauer: 1300.

Montag, 8. Jan. 1951
Erwin Seeler, der 39jährige Ex-HSVer, der bereits seit mehreren Wochen den VfL Oldesloe trainiert, ist nunmehr auch für seinen neuen Verein spielberechtigt und soll in den kommenden Punktspielen als Mittelläufer eingesetzt werden. - Der Ex-Reinfelder Hans Feddern ist am 17. Feb. 1951 für den VfL spielberechtigt.
SPM/OL

Donnerstag, 11. Jan. 1951
LBV Phönix beim VfL.
Nybro ist noch nicht verstummt und schon benennt der VfL am kommenden Sonntag einen weiteren Gegner der Landesliga. Phönix ist, fußballerisch gesehen, für Oldesloe immer ein Ereignis gewesen. Gerade gegen diesen Gegner hat der VfL seine besten Spiele geliefert und Leistungen gezeigt, die man gern in allen Punktkämpfen gesehen hätte.

Wieder werden an die VfL-Mannschaft große Anforderungen gestellt, denn es gibt keinen Zweifel darüber, daß Phönix technisch die beste Mannschaft der Landesliga Schleswig-Holstein ist. Wie auch die Aufstellung der Phönix-Mannschaft lauten mag, die Oldesloer Sportgemeinde dürfte restlos zufriedengestellt werden Obgleich der Spielmacher Berner - er ist verletzt - nicht mitwirken kann, besitzt der Sturm mit Freimann, Wenzel, Flemming, Pölitz, Blöß eine große Durchschlagskraft. Die Läuferreihe Kuchenbrandt, Metzelt, Müller groß in Deckung und Aufbau. In der Verteidigung werden Glöckner und Soomann, vielleicht auch Landt, stehen. Tormann Hanicke ein Meister seines Fachs, der in der ersten Serie vier Elfmeter hielt und in allen Spielen großen Beifall fand. Als Ergänzungsspieler stehen Landt, Bruhn und Halberstadt zur Verfügung. Welche Spieler wird der VfL in diesen Kampf beordern?
OL

Freitag, 12. Jan. 1951
VfL gegen LBV Phönix.
Diese Begegnung steigt bekanntlich am Sonntag um 14 Uhr im Stadion. Da die Phönix-Mannschaft insgesamt 15 Spieler umfaßt, will man in Lübeck erst am Samstag darüber Entscheidung treffen, welche Spieler nach Oldesloe fahren. Eine ansprechende Besetzung ist feststehend, denn Phönix hat die bekannten Überraschungen nicht vergessen.

Beim VfL pausiert Hahn. Zum Erscheinen haben Lange II, Lange I, Jack, Damski, Friedrich, Pohl, Kröger, Richter, Wrobel, Budnick, Lattke, Sieveke Aufforderung erhalten. Die Spielstärke und Erfahrung lassen einen Phönix-Sieg vermuten. Für den VfL spricht der heimische Anhang und Platzvorteil.
OL

Sonntag, 14. Jan. 1951
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Phönix Lübeck 2:4 (1:3)
Beim Abschluß dieser Begegnung war man sich auf beiden Seiten darüber einig, daß dieses Spiel in Anbetracht der am nächsten Sonntag beginnenden Rückrunde der sogenannte Aufgalopp sein sollte. Die Verhältnisse waren stärker, so daß hieraus nichts wurde. Phönix mußte seine verletzten bzw. erkrankten Berner, Glöckner, Müller und Metzelt ersetzen, was aus der Reihe der Ergänzungsspieler keine Schwierigkeiten bereitete. Hanicke im Tor amtierte einwandfrei, die beiden Gegentore konnte er nicht verhindern und sich überhaupt über zu wenig Beschäftigung nicht beklagen. Der Verteidiger Deichmann lieferte neben dem erfahrenen Soomann ein gutes Spiel. Kuchenbrandt, Land, Blöß zeigten als Läuferreihe gute Deckung und ebensolchen Aufbau. Die Stürmerreihe ist enorm schnell, hat gute Ballbehandlung, um von Technik gar nicht zu reden. Überragend der Sturmführer Pölitz und Freimann. Phönix lieferte als Mannschaftsgebilde eine einheitliche Leistung, konnte sich aber doch nicht, wie vielleicht erwartet, durchsetzen.

Der VfL stand vor einer schweren Aufgabe, die jedoch erfreulich gelöst wurde. Hahn sagte wegen Krankheit ab, Wrobel tat dasselbe und Damski glaubte ebenfalls, seinem Körper das Mitwirken nicht zumuten zu können. Für Sieveke mußte zwangsläufig eine Änderung geschaffen werden. Auf Rechtsaußen erschien der 21jährige Kröger aus der Reisemannschaft. Er hat sich gut bewährt, war sehr fleißig, und kämpfte im Gegensatz zu Sieveke und zeigte auch ein gutes Abspiel. Das von ihm erzielte Tor sowie das Einleiten des zweiten Tores sprechen für seine Leistung. Budnick arbeitete sehr gut, ist aber von der früheren Leistung noch weit entfernt. Seine Gefährlichkeit hat gelitten. Göllnitz spielte eine Halbzeit, ging völlig unvorbereitet in den Kampf und scheidet deshalb für die Kritik aus. Graffenberger war lange verletzt, muß sich daher erst wieder finden. Etwas mehr Rücksicht auf den Gegner könnte nicht schaden. Lattke fand mit Graffenberger nicht den nötigen Konnex. Mit dem Eintritt von Kneese wurde es bedeutend besser. Richter muß sich in der Läuferreihe erst wieder finden. Friedrich und Pohl fanden die richtige Einstellung zum Gegner. Fair und doch erfolgreich stoppten sie die Angriffe und fanden trotzdem noch Zeit für den Aufbau. Die Verteidigung Lange I und Jack ergänzte sich gut. Lange I hatte in Freimann den richtigen Kontrahenten und war sehr erfolgreich. Lange II hatte viel Arbeit. Die beiden Elfmeter waren unhaltbar.

Das Spiel setzte mit beidseitigen lebhaften Angriffen ein. Schon nach zwölf Minuten hieß es durch Kröger 1:0 für den VfL. Phönix antwortet, Lange wehrt herauslaufend ab und hat Glück. Lange I zeigt sich gegen Freimann bestens gewappnet. Eine Lattke-Flanke verpaßt der Innensturm. Pölitz ist angeblich behindert worden. Elfmeter! 1:1. Phönix verpaßt durch Bruhn eine gute Chance. Ein unglücklicher Schlag von Graffenberger trifft Wenzel, der ausscheidet. Halberstadt tritt ein. 2:1 für Phönix durch Pölitz. Hanicke hat bei einer guten Abwehr ebensolches Glück. Lange I macht Hand. Wieder Elfmeter! 3:1 durch Blöß. Beim VfL tritt nach der Pause für Göllnitz Kneese ein. Kuchenbrandt schießt auf das Tor, Lange wehrt ab, der Ball kommt sofort zurück und senkt sich hinter Lange ins Tor. Einen Eckball von Bruhn wehrt Lange gut ab, auch den Nachschuß hält er sicher. Budnick schießt, trifft aber das Außennetz. Brenzlige Situationen vor dem Phönix-Tor, doch Pohl schießt am Tor vorbei. Kröger rast auf der Außenlinie, gibt zur Mitte, lenkt den wiedererhaltenen Ball uneigennützig an Kneese, der das 2:4 erzielt.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hans-Joachim Kröger, Günter Budnick, Horst Göllnitz (45. Werner Kneese), Dietrich Graffenberger, Hermann Lattke.
Phönix Lübeck: Hanicke - Deichmann, Soomann - Blöß, Landt, Kuchenbrandt - Bruhn, Holm, Pölitz, Wenzel (Halberstadt), Freimann
Tore: 1:0 Kröger, 1:1 Blöß (20., Foulelfmeter), 1:2 Holm (29.), 1:3 Blöß (45., Handelfmeter), 1:4 Kuchenbrandt, 2:4 Kneese. - Schiedsrichter: Meier (Bargteheide). - Zuschauer: 1100.

Freitag, 19. Jan. 1951
Vor dem Großkampf gegen Pölitz.
Der VfL trägt am kommenden Sonntag sein erstes Punktspiel des zweiten Durchgangs aus, und zwar in Pölitz. Die Pölitzer Mannschaft spricht bei der Meisterschaft nicht mehr mit, hat aber einen Tabellenplatz inne, der die Mannschaft jeglicher Sorgen enthebt. Die große Einsatzbereitschaft der Pölitzer ist bekannt, eine Formverbesserung unverkennbar und daher wird dem VfL in Pölitz nichts geschenkt werden. Der VfL weiß, worauf es ankommt und daß er kein Spiel mehr verlieren darf. Die technische Überlegenheit der Oldesloer Mannschaft dürfte in diesem Treffen entscheidend sein und einen knappen Sieg garantieren.
OL

Samstag, 20. Jan. 1951
Zum Großkampf zwischen dem SSV Pölitz und dem VfL Oldesloe: Es ist dem Platzverein wirklich zu gönnen, daß der alte Rivale VfL Oldesloe ein Punktspiel in Pölitz austragen muß, denn zu Freundschaftsspielen in Pölitz ist es bisher nie gekommen. Über tausend Oldesloer Anhänger werden dem Pölitzer Kassierer herzlich willkommen sein, mag das Spiel auch ausgehen, wie es will. Die Aussichten für Pölitz sind nicht rosig, denn drei der besten Spieler sind wegen Erkrankung als zweifelhafte Starter gemeldet. Für den VfL spielt zum ersten Male Erwin Seeler, der ehemalige HSVer mit und wird der Mannschaft ein starkes Rückgrat geben.

Um eine Niederlage wird die Pölitzer Mannschaft nicht herumkommen, sie wird dem Nachbarn den Sieg jedoch recht schwer machen. Ob für Pölitz gewonnen oder verloren wird; die Gäste sind nach dem Spiel zu einer Kaffeetafel geladen, um die schon bestehenden kameradschaftlichen Beziehungen noch zu festigen.
OL

Sonntag, 21. Jan. 1951
12. Punktspiel SSV Pölitz - VfL Oldesloe 0:4 (0:4)
Fußball-Großkampf in Pölitz. 700 Oldesloer waren mit Bussen, PKW, auf Fahrrädern und das gute Wetter ausnutzend, zu Fuß in Pölitz erschienen, so daß die Begegnung für den SSV wenigstens finanziell einen guten Ausklang hatte.

VfL Oldesloe ohne den erkrankten Budnick, dafür aber erstmalig mit Seeler als Mittelläufer. Seine Mitwirkung strahlte sichtbare Ruhe und Sicherheit auf die ganze Mannschaft aus. Sein Einsetzen der Seitenläufer ließen Pohl und Richter zu größten Leistungen auflaufen, so daß der Sturm eine produktive Unterstützung fand. Seeler übertrug auch nach hinten die entsprechende Ruhe, so daß Lange II, Lange I, Hahn vor keine großen Aufgaben gestellt wurden. Im Sturm war Kneese der überragende Mann mit klugem, technischen Spiel, so daß auch Lattke bestens zur Geltung kam. Friedrich würde auf Rechtsaußen weit besser und erfolgreicher wirken. Wrobel wieder sehr aktiv und gut im Zusammenspiel. Sein im Sprung erzieltes Kopftor war der schönste Erfolg des Tages. Jack - bisher Verteidiger - fühlte sich als Rechtsaußen nicht sehr wohl. Er war nicht schlecht, sein Tor unhaltbar. Bester Mann des Feldes Richter vom VfL. Pölitz mußte den am letzten Sonntag wieder verletzten Korn und damit seinen besten Spieler ersetzen. Die große Einsatzbereitschaft aller Pölitzer Spieler ist bekannt. Auch heute kämpfte die Mannschaft verbissen um jeden Preis. Es fehlt die technische Durchbildung. Der SSV hat keine innere Verbindung der Mannschaftsteile, seine angestrebten Erfolge sind auf Zufälligkeiten eingestellt. Die besten Spieler: Krahn und Landahl.

Der VfL setzte sofort mit zügigen Angriffen ein. Schon die ersten 15 Minuten zeigten für jeden Fußballkenner, daß der Sieger nur VfL heißen konnte. Die 17. Minute gab Pölitz sogar die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Landahl verschenkte die Gelegenheit. Ein 16-Meter-Strafstoß von Friedrich wurde von Krahn gut abgefangen. Ein Schuß von Richter aus dem Hintergrund streifte die Latte. Eine Ecke von Jack konnte nur auf Kosten einer weiteren Ecke abgewehrt werden. Bei einem Durchbruch von Pölitz gab es für den VfL eine etwas brenzlige Situation, die zur Ecke für den SSV führte. 25. Minute durch Kneese 1:0. Einen Flankenball von Lattke schoß Wrobel scharf vorbei. Das durch Jack erzielte 2:0 durch Linksschuß hätte vermieden werden können. Anstatt den Ball Krahn zu überlassen, sprang ein Verteidiger dazwischen und schuf so die Gelegenheit für Jack. Schon zwei Minuten später rollte ein gut gezogener Angriff auf das Pölitzer Tor. Die von Kneese hereingegebene Flanke köpfte Wrobel im Sprung ein. 3:0. Ein herrliches, unhaltbares Tor. Das 4:0 erzielte Richter, der aus dem Hinterhalt, für Krahn unhaltbar, einschoß.

ie zweite Halbzeit bot ein völlig verändertes Bild. Den Sieg in der Tasche, ließ es der VfL ruhiger angehen. Pölitz kam dadurch auf. Einen gegen Pölitz verhängten Handelfmeter schoß Friedrich vorbei. Pölitz hätte das Ehrentor verdient gehabt. Schiedsrichter Märwald konnte gut gefallen. Ecken: 14:4 für den VfL.
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SSV Pölitz: Krahn - Tessmer, Laudi - Dau, Knifka, Bruhns - Landahl, Abraham, Goldboom, Gehrke, Reuter.
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Pohl, Erwin Seeler, Heinz Richter - Egon Jack, Georg Wrobel, Günter Friedrich, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Kneese (25.), 0:2 Jack, 0:3 Wrobel, 0:4 Richter. - Schiedsrichter: Märwald (Segeberg). - Zuschauer: 1200.


Freitag, 26. Jan. 1951
VfL Oldesloe und sein Gegner.
Steigt Mölln weiter ab? Der Gegner am Sonntag ist der TSV Mölln. Die schon aus älteren, aber erfahrenen Spielern bestehende Mannschaft hatte im ersten Durchgang einen unglücklichen Start, so daß acht Spiele ganz knapp verloren gingen. Der am letzten Sonntag gegen Moisling errungene 1:0-Sieg läßt jedoch vermuten, daß die Mannschaft sich wieder etwas gefangen hat. Fest steht, daß Mölln auch gegen den VfL einen verzweifelten Kampf gegen den Abstieg führen wird. Der VfL tritt mit der gleichen Mannschaft an, die in Pölitz so gut zu gefallen wußte. Es fehlt lediglich Jack, der sich im Pölitz-Spiel einen Zehenbruch zuzog. Budnick steht wieder zur Verfügung. Wenn die VfL-Mannschaft ihre Pölitz-Form wiederholt und sie vor allen Dingen in beiden Hälften zeigt, kann der Sieger nur VfL heißen. Beginn 14.30 Uhr im Stadion.
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Sonntag, 28. Jan. 1951
13. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Mölln 2:0 (1:0)
Verdienter Sieg des VfL. Daß dieses Spiel gegen den Tabellenvorletzten gewonnen wurde, es mag eigenartig klingen, ist das Verdienst der Läuferreihe einschließlich Deckung des VfL. Schon das Geschehen, daß das reguläre Tor durch den Läufer Richter erzielt wurde und der zweite Erfolg ein Eigentor der Möllner war, beleuchtet die Leistungen der Oldesloer Angriffsreihe. Mit derartigen stümperhaften Leistungen ist z.B. ein ATSV nicht zu besiegen. Budnick hat bedenklich nachgelassen. Wrobel zeigte nichts. Daß Friedrich kein Mittelstürmer werden kann, dürfte den verantwortlichen Experten wohl nun in allen Teilen klar geworden sein. Kneese-Lattke waren noch die Besten, ohne jedoch Verbindung wie sonst zu zeigen. Richter und Pohl warfen den Sturm immer wieder nach vorne, gaben Vorlage auf Vorlage, ohne jedoch Verwertung zu finden. Richter sollte seine Ungehörigkeiten unterlassen, nur die Nachsicht des Schiedsrichters rettete ihn vor dem Feldverweis. In klarem Erkennen, daß dieser Sturm keine Erfolge bringen werde, hielt sich Seeler besonders stark zurück. Im Verbande mit dem Schlußdreieck, rettete er das "zu Null". Mölln stellte seine bekannte Mannschaft älteren Jahrgangs. Wilms im Tor der überragende Mann.

Die erste Spielhälfte stand in leichter Überlegenheit des VfL. Schon in der 4. Minute knallte Friedrich einen aussichtsreichen Ball glatt neben das Tor. Ein 16-Meter-Strafstoß von Wrobel kam direkt auf den Tormann. In der 12. Minute startete Richter aus der Läuferreihe heraus einen Angriff, leitete zu Friedrich, fing dessen Abspiel wieder auf und unhaltbar für Wilms markierte Richter das 1:0. Eine der Verteidigung nicht geglückte Abwehr rettete Lange II. Ohne jedes Ziel schießt Kneese vorbei. Bei einem Kopfball von Elfert - der Ball ging über Lange II hinweg gegen die Latte - hatte der VfL Glück. Bei einem Durchbruch von Richter ging dessen Schuß knapp am Tor vorbei. Friedrich schießt aus 30 Metern über das Tor. Eine Bombe von Wrobel als Lichtblick prallt gegen die linke Torkante. Ein von Hahn zu kurz zurückgegebener Ball wird von Elfert erfaßt, der startet auf das Tor und Lange II rettete im Herauslaufen hervorragend. Das hätte der Ausgleich sein können!

Wer geglaubt hatte, den Oldesloer Sturm in der zweiten Hälfte verbessert zu sehen, sah sich getäuscht. Kneese schießt aus sechs Metern Entfernung auf Wilms. Im Kampf mit Friedrich verursacht der alte Böttcher ein Eigentor. 2:0. Ein von Kneese hübsch über den Kopf gezogener Ball geht knapp über die Latte. Eine Lattke-Flanke findet bei Budnick keinerlei Berechnung. Bei einem Durchbruch des Möllner Linksaußen tanzt dessen Schuß auf der Torlatte. Elfert schießt aus drei Metern vorbei. Ein von Lange II aus der linken Torecke herausgefischter Ball findet den Beifall der Zuschauer. Mölln hatte das Ehrentor bestimmt verdient.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Richter, Erwin Seeler, Heinz Pohl - Günter Budnick, Georg Wrobel, Günter Friedrich, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Richter, 2:0 Eigentor Böttcher. - Schiedsrichter: Haaren (Lübeck). - Zuschauer: 1300.

Freitag, 2. Feb. 1951
Die Oldesloer VfL-Mannschaft ist am kommenden Sonntag spielfrei und pausiert, denn am Samstag steigt in den Räumen des "Central-Café" die bekannte VfL-Blau-Weiß-Maskerade.
OL

Freitag, 9. Feb. 1951
Glückt VfL die Revanche?
Der MTV Henstedt ist beim VfL noch in bester Erinnerung, denn er war es, der dem VfL gleich im ersten Punktspiel im Stadion mit 1:3 das Nachsehen gab. Daß diese verlorenen zwei Punkte einstmals so schwer wiegen würden, hatte man damals nicht berücksichtigt. Die spielerischen Leistungen von Henstedt sind sehr verschieden gewesen. Vier Spiel wurden gewonnen, eins endete unentschieden und neun gingen verloren. Die Mannschaft steht am drittletzten Platz der Tabelle und wird daher in einem Verzweiflungskampf versuchen, das Unheil des Abstiegs abzuwenden, so daß der VfL hinsichtlich Sicherung gewarnt ist. Obgleich Seeler am Sonntag nicht mit von der Partie ist, dürfte es sich für Henstedt nur um die Höhe der Niederlage handeln.
OL

Sonntag, 11. Feb. 1951
14. Punktspiel MTV Henstedt - VfL Oldesloe 1:7 (0:2)
VfL Oldesloe weit überlegen. Die Vorschau, daß es sich für Henstedt nur um die Höhe der Niederlage handeln würde, hat Recht behalten. Der VfL war technisch und taktisch den Gegnern um eine Klasse überlegen, so daß die Henstedter zeitweise völlig ausgespielt wurden. Die Überlegenheit im Spiel zeigte zudem ein Eckenverhältnis, das zu nennen, sich nicht lohnt. Obgleich Henstedt nur ein - aber gut ansprechendes - Kirchdorf ist, bekundeten sieben Polizeibeamte aus dem Kreis Segeberg ihr Interesse an dem Spiel. Böse Zungen wollten aus der vorgenommenen Postierung allerdings einen anderen Sinn erkennen.

Der Sieg des VfL ist selbst in dieser Höhe vollauf verdient, wie leicht hätte es 10:0 heißen können. Da Seeler und Budnick nicht eingesetzt werden konnten, war Graffenberger für diese Spiel berufen. Die Art, sportlich gesehen, abzusagen, um in der Reserve mitzuwirken, sollte der Vereinsleitung Veranlassung sein, sich mit dieser Angelegenheit näher zu befassen. Durch diesen Umstand gelangte der Mittelstürmer der Reserve, Schop, zum Einsatz. Zwei Spieler bedürfen der besonderen Herausstellung, und zwar Kneese und Hahn. Ersterer technisch ganz hervorragend als Spielmacher des Angriffs, Hahn, der selbst Seeler in keiner Minute vermissen ließ, für Aufbau und Deckung zu gleichen Teilen. Das Ehrentor für Henstedt verursachte Lange II, der einen ganz schwachen Abstoß kaum aus dem Strafraum brachte. Beide Verteidiger spielten leichtsinnig durch viel zu weites Aufrücken. Pohl und Richter zeigten wie immer zuverlässige, produktive Arbeit. Lattke war die Überraschung und hinter Kneese der beste Mann des Angriffs. Sein Einsatz, seine Flankenbälle, so möchte man ihn immer sehen. Schop spielte in völlig neuer Umgebung, hatte etwas Lampenfieber, konnte deshalb nicht so zur Geltung kommen. Wrobel weiter verbessert, seine Tore gute Leistungen. Mit einem versierten Nebenmann für Schop wäre Wrobel noch größer herausgekommen. Friedrich, bisher in der Mitte, zeigte auf Rechtsaußen ganz andere Leistungen.

Henstedt spielte den typischen Fußball der Kreisklasse. Anerkennung für den beispiellosen Einsatz und die Kampfesfreude. Gute Spieler der Mannschaft sind Siefke und Matthiesen, sowie der Torwart, der jung und veranlagt erscheint. In der Gesamt-leistung dürfte sich die Neuformation der Henstedter nicht bewährt haben. Schiedsrichter Petersen aus Travemünde hatte nicht seinen besten Tag. Trotz vieler Fehlentscheidungen verlief die Unzufriedenheit der Zuschauer sich schnell wieder.

Schon der Beginn zeigte Lattke mit Flankenbällen, die Schop eine große Chance gaben, ohne Verwertung zu finden. In der 12. Minute köpfte Kneese einen herrlichen Ball unhaltbar ins Tor gegen das Netz. Erst auf Zuruf seiner Mitspieler schlug der Henstedter Tormann den Ball wieder ins Feld. Petersen stand wie gebannt, alles schrie Tor, der Schiedsrichter reagierte nicht. Ein Kopfball von Wrobel wurde sicher abgewehrt. Auf Durchbruch von Pohl stand Schop völlig frei; lasch rollte der Ball dem Torwächter zu. Nachdem ein weiterer Kopfball von Wrobel gehalten wurde, setzte derselbe unerwartet zum Schuß an und das 1:0 war erzielt. Großes Spiel des linken Flügels, Wrobel schießt - vorbei. Die Oldesloer Verteidigung ist überlaufen, der Ausgleich hängt in der Luft, aber Liefländer schießt vorbei. Henstedt hat in der Folge viel Glück. Eine Lattke-Flanke findet bei Schop kein Auge. Im Durchspiel lenkt Kneese raffiniert zu Wrobel und es heißt 2:0. Kneese kommt immer mehr in Fahrt. Wrobels Geschoß findet gute Abwehr, den Nachschuß jagt Schop aus drei Metern über das Tor. Nach Wiederbeginn hat Kneese es leicht, aus wenigen Metern das 3:0 zu markieren. Bei einem von der Oldesloer Verteidigung verursachten Eckball hat Lange II Glück. Das Henstedter Tor steht laufend unter Druck. 18 Mann wühlen im Strafraum - Kopfball von Kneese, und das 4:0 ist erzielt. Der schlechte Abstoß von Lange II bringt durch Siefke das 1:4. Kneese knallt gegen die Latte, der Nachschuß wird abgewehrt. Kritische Lage vor dem Oldesloer Tor, da die Verteidigung wieder überlaufen, indes Lange II rettet glücklich. Eine hübsche Vorlage von Schop an Kneese ergibt das 5:1. Henstedt kämpft verzweifelt, das Oldesloer Tor ist leer, da Lange II im Gelände, aber über die Latte geht der Ball. Einen sauberen Eckball von Friedrich köpft Wrobel zum 6:1 ein. Pohl tritt einen Strafstoß hoch vor das Tor, Wrobel köpft und damit 7:1.

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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Günter Friedrich, Georg Wrobel, Heinrich Schop, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Wrobel, 0:2 Wrobel, 0:3 Kneese, 0:4 Kneese, 1:4 Siefke, 1:5 Kneese, 1:6 Wrobel, 1:7 Wrobel. - Schiedsrichter: Petersen (Travemünde). - Zuschauer: 500.

Freitag, 16. Feb. 1951
Oldesloe muß sich weiter bewähren.
VfL gegen ATSV (Rot-Weiß) Moisling. Die dem VfL für den zweiten Durchgang der Serie zwangsläufig gesetzte Marschroute , nach der jedes Spiel gewonnen werden muß, ist in den ersten drei Spielen erfüllt. Sechs Punkte und 13:1 Tore sind die Ausbeute, aber nicht zur Überheblichkeit geeignet, denn die sogenannten "Brocken" sowie die scheinbar gefährlichen Ratzeburger folgen erst an den nächsten Sonntagen.

Moisling ist seit seiner Umbenennung außer Rand und Band. Mit der letztsonntäglichen 1:7-Niederlage gegen Ratzeburg hat Moisling seine letzten Meisterschaftshoffnungen zu Grabe tragen müssen. In Lübeck sind die Experten der Ansicht, daß es bezüglich der Meisterschaft zu einem Zweikampf zwischen LSV Gut Heil und ATSV Lübeck kommen wird; verschließen sich aber nicht der Möglichkeit, daß auch der VfL Oldesloe mit beständiger Form und etwas Glück noch ein Wort mitreden kann.

Der VfL hat es also in der Hand, letzteres leistungsmäßig auf dem Spielfeld zu beweisen. Sollte sich der VfL-Sturm auch am Sonntag in verständiger Zusammenarbeit finden, restlosen Einsatz zeigen und das Schießen nicht vergessen, müßte der Sieg errungen werden und damit die Punkte in Oldesloe bleiben. Die VfL-Läuferreihe ist der von Moisling überlegen. Den Verteidigern sei geraten, Stellungsspiel zu pflegen, Abspiel in die Läuferreihe und Ausflüge im Mittelfeld und darüber hinaus zu unterlassen. So werden für Tormann Lange II keine Bedenken auftreten.

Ein rassiger Kampf ist gewiß, so daß die Oldesloer Sportgemeinde wieder so richtig auf ihre Kosten kommen dürfte, denn auch die Moislinger Spieler Wittfoth, Hinzmann und Herzberg verstehen, mit dem Ball umzugehen.
OL

Sonntag, 18. Feb. 1951
15. Punktspiel VfL Oldesloe - ATSV Moisling 5:5 (2:3)
Dramatischer Kampf in der Kreisstadt. Es hat nicht sollen sein! Durch dieses Unentschieden dürfte der VfL - es müßten sonst schon Wunder geschehen - für das so sehr angestrebte Ziel abgeschlagen sein. Seit Jahresfrist hat das Stadion ein solches Kampfspiel und eine derartig mitgehende Zuschauermenge nicht erlebt. Als beim fünften Tor, es war der Ausgleich, sogar Hüte in die Luft flogen, fühlte man sich in süddeutsche Gefilde versetzt. Beim Studieren der Zuschauern muß immer wieder festgestellt werden, daß vergessen wird, daß die Spieler auch nur Menschen sind. Die gleichen Leute, die bei einer mit Erfolg abgeschlossenen Aktion Hosianna riefen, schrien schon fünf Minuten später, weil ein geplantes Vorhaben nicht geglückt war, kreuziget ihn. Der VfL stellte die technisch überlegene Mannschaft. Moisling spielte den einfachen, aber auf Zweckmäßigkeit eingestellten Fußball.

Im Schlußdreieck des VfL, früher das Bollwerk der Mannschaft, hat Lange I seit Wochen in seinen Leistungen nachgelassen. Sein Formrückgang kostete unter Einbeziehung von Lange II, dem zwei krasse Minusleistungen unterliefen, das Spiel. Für Lange I muß gesagt werden, daß er einen sicheren Erfolg für Moisling auf der Torlinie rettete. Hahn, der vollendete Fußballer, war jeder Situation gewachsen, er würde als Läufer dem Sturm noch dienlicher sein. Sein Tor - der Ausgleich zum 5:5 - Strafstoß aus 25 Metern war eine Prachtleistung. In der Läuferreihe Seeler - Achse und Seele der Mannschaft. Das Zusammenreißen der ganzen Mannschaft für die Kanonade des Moislinger Tores während der letzten 20 Minuten, die drei Tore einbrachte, war sein Werk. Richter ist der Mann, der aus dem Seeler'schen Anschauungsunterricht sichtbar am meisten lernte. Auch heute war er groß in Ordnung. Pohl konnte, vor allen Dingen vor Halbzeit, an seine früheren Leistungen nicht anschließen. Friedrich schaffte, besonders in der Drangperiode, heikle Momente vor Moislings Tor. Schop, der sein zweites Spiel lieferte, beschränkte sich hinsichtlich der ihm zugeleiteten Bälle auf die Weiterleitung an seine Nebenleute. Mehr Selbstvertrauen! Wrobel kämpfte verzweifelt, das vierte Tor war eine wirklich gute Leistung. Kneese, der große Techniker, hatte mehrfach Pech. Lobenswert sein Zug nach vorne und das Einsetzen von Lattke. Letzterer war wieder gut im Einsatz, sein Tor verriet Geistesgegenwart.

Wie die Moislinger Mannschaft gegen Ratzeburg 1:7 eingehen konnte, ist unverständlich. Die Spielweise ist rein auf Erfolg eingestellt. Stoll im Tor rettete in den letzten drei Minuten die Niederlage seiner Mannschaft.

Schon der Beginn des Spiels zeigte die ihm zukommenden Bedeutung in Form großen Einsatzes. In der 6. Minute unterlief Lange I ein schwerer Fehler, der Kallies zum 0:1 Gelegenheit gab. Eine von Wrobel erarbeitete Gelegenheit versagte Lattke den Erfolg. Wrobel, wenige Meter vor dem Tor, schießt vorbei. Moislings Linksaußen kommt gegen Lange zur Flanke und Rohwedder markiert 0:2 gegen den VfL. Aus spitzem Winkel gezogen gibt Friedrich scharf nach links, Lattke ist zur Stelle, 1:2. Wieder bricht Friedrich durch, ohrenbetäubender Jubel, denn Kneese hat das 2:2 erzielt. Unverständlich und als krasse Fehlentscheidung zeigt Schiedsrichter Thomas auf abseits, also weiter 1:2. Ein herrlicher Kopfball Kneeses geht vorbei. Ein Linksschuß von Wrobel verfehlt sein Ziel. Kneese lenkt zu Friedrich, den der Ball im Abseits erreicht. Eine Uneinigkeit in der VfL-Verteidigung nützt Hinzmann zum 1:3 aus, doch unmittelbar darauf verbesserte Wrobel auf 2:3. Lange I vereitelte einen sicheren Erfolg von Moisling auf der Torlinie. Einem herrlichen Schuß von Schop bleibt der Erfolg versagt.

Nach Halbzeit setzen die VfLer verbissen ein, können aber nicht verhindern, daß Rohwedder das 2:4 erzielt. Dieses Tor mußte Lange II durch Herauslaufen verhindern. Eine Lattke-Flanke findet Kneese um die Zehntelsekunde zu spät zur Stelle. Seeler ruft zur Offensive und damit zur Drangperiode des VfL auf. Moisling gelingt ein Durchbruch, Lange II versagt, und 2:5 steht die Partie! VfL schnürt Moisling ein. Lattke flankt, und durch herrlichen Kopfball von Friedrich heißt es 3:5. Wrobel köpft über das Tor - ein erneuter Kopfball schafft durch ihn das 4:5. Der Hexenkessel tobt. Richter bricht durch, aber knapp daneben geht der Ball. Strafstoß! Hahn schießt wie aus der Pistole aus 25 Metern in die rechte Torecke, 5:5! Hahn versucht es noch einmal, doch vergebens. Die letzten drei Minuten sehen den Moislinger Tormann in imponierender Form.

Schiedsrichter Thomas (Eutin) brachte den VfL durch seine Fehlentscheidung um den Sieg.
OL
VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Richter, Erwin Seeler, Heinz Pohl - Günter Friedrich, Heinrich Schop, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Kallies (6.), 0:2 Rohwedder, 1:2 Lattke, 1:3 Hinzmann, 2:3 Wrobel, 2:4 Rohwedder, 2:5, 3:5 Friedrich, 4:5 Wrobel, 5:5 Hahn. - Schiedsrichter: Thomas (Eutin). - Zuschauer: 1500.

Freitag, 23. Feb. 1951
Der Spitzenreiter im Oldesloer Stadion.
Trotz des überraschenden Punktverlustes am letzten Sonntag will der VfL es dennoch wissen. Die letzte Viertelstunde des Moisling-Spiels hat den VfL-Spielern einmal klar vor Augen geführt, zu welchen Leistungen eine Mannschaft in bester Kondition und mit Kampfmoral fähig ist.

LSV Gut Heil tritt am Sonntag im Stadion an, der ATSV Lübeck folgt am 8. April. Beide werden sich mit gemischten Gefühlen nach Oldesloe in Marsch setzen. Da LSV Gut Heil weiterhin noch gegen ATSV, Moisling und Ratzeburg zu spielen hat, der ATSV wiederum noch auf den VfL, Gut Heil und Ratzeburg stößt, kann das Schlußbild doch noch zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen führen. Legt man den Spielverlauf des 1:1-Spiels gegen LSV Gut Heil in Lübeck zugrunde, so müßte der VfL am Sonntag der Sieger sein. Der VfL-Sturm wird durch die Einschaltung von Seeler erneut an Schlagkraft gewinnen. Die Läuferreihe ist den Lübeckern glatt überlegen und sie dürfte ausschlaggebend sein. Mit dem VfL-Schlußdreieck steht und fällt nicht nur das Spiel, sondern alles!

LSV Gut Heil ist eine junge, technische und schnelle Mannschaft. Sie hat ohne Frage bisher sehr glücklich operiert, aber schließlich hat auf die Dauer gesehen, nur der Tüchtige Glück. Die im Laufe der Serie zugestoßenen früheren Phönix-Jugendspieler Demsath, Glasenapp und erst kürzlich Burdak - alle im Sturm - haben zu einer klaren Verstärkung geführt. Erwähnt werden müssen weiter Maiwald sowie der Mittelläufer Kopitzki.

Daß die Oldesloer Sportgemeinde wieder einen Kampf auf Biegen und Brechen erlebt, darüber gibt es gar keinen Zweifel. Auch der LSV Gut Heil verschafft sich durch Entsendung von acht Jugendmannschaften eine Rückendeckung. In der Altherrenmannschaft werden die Betreuer "Jule" Schulz sowie Schumacher und Tietjen zur Stelle sein. Beginn 15 Uhr.
OL

Sonntag, 25. Feb. 1951
16. Punktspiel VfL Oldesloe - Lübecker SV Gut Heil 4:1 (2:1)
Spitzenreiter wurde geschlagen. Neuer Sieg des VfL Oldesloe. Tausende sahen ein gutes Spiel. Herrliches Frühlingswetter, dazu ein faires Großkampfspiel, das über weite Strecken hinaus Landesligaformat annahm. Durch diesen VfL-Sieg und das, wenn auch nur magere 1:0 des ATSV Lübeck gegen den MTV Lübeck, ist der erwartete Führungswechsel eingetreten. Spitzen-reiter ist nunmehr der ATSV. Der Sieg des VfL geht selbst in der erzielten Höhe leistungsgerecht in Ordnung.

Wenn die Mannschaft diesen Geist und ihre Leistungen weiter zeigt, wird auch der ATSV am 8. April im Oldesloer Stadion die Waffen strecken! Die Sturmreihe des VfL kam durch die Einschaltung von Seeler so richtig auf Touren. Wie schon in der Läuferreihe, liefen jetzt im Sturm seine Vorlagen, wovon Friedrich den größten Nutzen zog. Der Rechtsaußenposten ist mit ihm bestens besetzt. Wrobel leistete wieder große Arbeit und zeigt von Spiel zu Spiel bessere Leistungen. Er ist der Torjäger, der im Strafraum des Gegners die Unruhe schafft. Kneese schien nicht in bester Laune, von diesem Spieler erwartet man mehr, denn er ist technisch im Sturm führend. Lattke ist in beständiger Form. Sein Tor war wieder eine Glanzleistung. Die Läuferreihe wieder die Seele der Mannschaft.
Richter und mit leichtem Abstand auch Pohl in der Unterstützung des Angriffs ganz groß. Hahn - jedes Wort erübrigt sich - der nicht zu ersetzende Mann mit klarem Blick für jede Situation. Das Schlußdreieck hatte in Hahn einen guten Verbündeten. Die Verteidiger waren sehr aufmerksam und erlaubten sich keine nachteiligen Schnitzer. Erfreulich Lange I, der scheinbar zur Besinnung gekommen ist. Er war wieder in alter Form. Lange II schloß sich als Leidensgenosse aus dem Moisling-Spiel seinem Namensvetter an und wartete ebenfalls mit einer sehr guten Leistung auf. Zur Umkehr ist es nie zu spät. LSV Gut Heil stellte eine sympathische, junge und schnelle Mannschaft, der lediglich ein oder zwei überragende Leute fehlen, vor allen Dingen ein führender Mann, wie ihn der VfL in Seeler besitzt. Die besten Leute Maiwald, Glasenapp, Demsath und Kopitzki. Das Verteidiger-Gebrüderpaar Kollien wie auch Rüss im Tor waren ebenfalls gut, erlagen jedoch den Sturmangriffen des VfL.

Schon in der 3. Minute tanzte ein Seeler-Ball auf der Torlatte der Lübecker. Ein von Maiwald getretener Strafstoß gab dem LSV die Führung. Uneinigkeit in der VfL-Hintermannschaft war die Veranlassung. Ein Strafstoß von Demsath streifte die Latte. Ein herrlicher Flankenball von Friedrich bringt das 1:1. Die Lübecker Verteidigung war nicht ganz im Klaren. Bei einem Durchstoß des LSV schießt Glasenapp knapp vorbei. Durch einen unhaltbaren Strafstoß von Friedrich reißt der VfL die Führung an sich. Lange II rettet gegen Gieske in sicherer Form. Ein hervorragendes Kombinationsspiel zwischen Kneese und Seeler, wie am Band ging der Ball, führte zum Tor, aber Schiedsrichter Weinand entschied abseits. Ein Flankenball von Friedrich ging durch Wrobel ins Aus.

Nach dem Wechsel auch weiterhin verbissener Kampf beider Mannschaften. Durchlauf von Friedrich, der Ball geht nach Halblinks, Lattke prescht heran und erzielt durch einen herrlichen Schuß das 3:1 für den VfL. Nun ist der Spitzenreiter geschlagen! Rüss rettet gegen Wrobel aus drei Metern Entfernung. Ein Eckball von Friedrich führt zur neuen Ecke nach links, die Richter nach Annahme verschießt. Wrobel knallt unüberlegt über die Latte. Lange II rettet in ganz gefährlicher Lage. LSV flackert nochmals auf, aber Hahn rettet. Eine sehr gute Lattke-Flanke versagt Seeler den Erfolg. Eine Durchgabe von Seeler zu Lattke kommt zu Wrobel zum 4:1! Ein hübscher Kopfball von Glasenapp verfehlt knapp sein Ziel. Noch ein Flankenball von Friedrich an Wrobel wird verpaßt. Schiedsrichter Weinand I (Phönix) hatte das Spiel fest in der Hand. "Alle Spieler sind anständige Kerle, die sich nichts tun," erklärte Weinand der Berichterstattung bei Halbzeit. So soll es sein. 200 fanatische Lübecker schrien sich heiser, ohne daß dadurch Tore fielen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Günter Fried-rich, Erwin Seeler, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke - Ersatz: Günter Budnick.
Tore: 0:1 Maiwald, 1:1 Friedrich, 2:1 Friedrich, 3:1 Lattke, 4:1 Wrobel. - Schiedsrichter: Weinand I (Lübeck). - Zuschauer: 2200.
Freitag, 2. März 1951
VfL Oldesloe hat Chancen in Ratzeburg.
Der VfL wird in Ratzeburg ein Spiel hinlegen, so daß auch die Ratzeburger Zuschauer beim Abpfiff werden zugeben müssen, daß der Gegner als bessere Mannschaft gewonnen hat. Das letztsonntägliche Spiel 1:1 gegen Trittau hat bewiesen, daß Ratzeburg eine mit wechselndem Erfolg kämpfende Überraschungsmannschaft ist.

Der VfL wird das Spiel bestimmt nicht auf die leichte Schulter nehmen, mag aber trotzdem gewarnt sein. Lange I mag sich in sein Tagebuch schreiben und während des ganzen Spiels beherzigen, daß der Ratzeburger Linksaußen von den seitens der Mannschaft in drei Spielen erzielten 15 Toren allein zehn Tore geschossen hat! Die Verantwortlichen haben richtig an der Aufstellung der VfL-Mannschaft nicht gerührt, die Mitwirkung von Kneese ist allerdings noch fraglich. Der bekannte Oldesloer Anhang wird seinem VfL in großer Stärke die Rückendeckung geben.
OL

Sonntag, 4. März 1951
Jungmannen VfL Oldesloe - TSV Trittau 1:3
Vorrunde um die Kreismeisterschaft. Die VfL-Jungmannen unterlagen in Bargfeld überraschend gegen die Jungman-nen des TSV Trittau mit 1:3 Toren. - VfL Schüler gegen TSV Trittau Schüler 3:0.
OL

Sonntag, 4. März 1951
17. Punktspiel Ratzeburger SV - VfL Oldesloe 2:5 (1:3)
Das Erscheinen des VfL Oldesloe in Ratzeburg hat große Anziehungskraft ausgeübt. 1200 Ratzeburger Zuschauer, denen sich die Oldesloer Karawane von 400 anschloß. In einer Fühlungnahme mit der Ratzeburger Sportgemeinde vor dem Spiel ergab sich, daß Alt und Jung natürlich einen Sieg ihres SV ersehnten. Man wollte Seeler sehen und ein Spiel, wie der VfL es am letzten Sonntag gezeigt hatte. Die letzte Hoffnung wurde arg getrübt.

Lediglich Seeler, Hahn und Lange II boten überragende Leistungen. Die beiden Verteidiger Lange I und Jack lieferten ebenfalls ein aufmerksames Spiel. Das befohlene Kleben an dem Linksaußen Reimers führte Lange I mit restlosem Erfolg durch, dem Ratzeburger Sturm damit schon eine ausschlaggebende Gefährlichkeit nehmend. Die Überraschung des Tages waren die Seitenläufer Richter und Pohl. Sowohl in der Deckungs- wie auch in der Aufbauarbeit zeigten diese beiden Genannten klägliche Leistungen. Wie können ein Richter und ein Pohl in solche Form verfallen? Lattke zeigte nicht, was man von ihm gewohnt ist. Dieser Spieler steht und fällt mit seinem Busenfreund Kneese. Kneese war nicht einsatzfähig, er fehlte an allen Ecken und Enden. Budnick ist zur Zeit nur Notbehelf und dann auch nur auf dem Außenposten. Ein sympathischer, feiner Kerl, aber ohne Nerven. Wrobel hatte Pech, es fehlte ihm der nun einmal aus der Läuferreihe erforderliche Aufbau. Friedrich hart im Einsatz und mit gutem Auge für sich bietende Gelegenheiten.

Ratzeburg stellte eine harte, schnelle Mannschaft. Sie versteht zu kämpfen und dürfte auch lediglich auf dieser Basis ihre bisherigen Erfolge erreicht haben. Der beste Mann ist der 19jährige Linksaußen Reimers. Daß er nicht zum Zuge kam, verhinderte der schnelle Lange I. Auch Mittelstürmer Oblricht ist gefährlich. Dieser Ratzeburger SV schlägt keinen ATSV Lübeck - auch nicht LSV Gut Heil. Der VfL Oldesloe wird Schrittmacherdienste von anderer Seite erhoffen müssen.

Die ersten 15 Minuten zeigten beide Mannschaften völlig nervös und in ihren Handlungen unüberlegt. Erst das 1:0-Eigentor des Ratzeburger Verteidigers Teichert - Tor wäre es sowieso geworden - brachte etwas Ruhe in die VfL-Mannschaft. Budnick hatte vorher eine Friedrich-Vorlage ausgelassen. Friedrich selbst verschoß aus wenigen Metern vor dem Tor infolge mangelnder Berechnung. Die schlechte Deckungsarbeit der Läuferreihe brachte auch vor dem Oldesloer Tor heikle Momente. Aufmerksam und eisern ruhig arbeitete Lange II.

Seeler geht, so erscheint sein Laufen, zwei Ratzeburger umspielend, über das Feld, eine Formvorlage - das nennt man "Fußball" - an Wrobel, der unhaltbar das 2:0 für den VfL herstellt. Eckball, hoch kommt der Ball von Lattke nach Halbrechts, Friedrich köpft, scheinbar schon Tradition, zum 3:0 ein. Budnick wird freistehend eingesetzt, aber selbst aus drei Metern vorbei! Ein Marmeltor bringt Ratzeburg durch Olbricht den 1:3-Anschluß. Ratzeburg kämpft verzweifelt, die Oldesloer Seitenläufer werden glatt überlaufen, der Laden brennt - aber Lange II klärt. Seeler startet einen neuen Durchbruch, der durch abseits und Halbzeit unterbrochen wird.

Die zweite Hälfte steht über Strecken hinaus für Ratzeburg. Ein plötzlicher Schuß von Olbricht findet einen aufmerksamen Lange II. Lattke flankt zu Wrobel, aus sechs Metern aufgeregt vorbei. Friedrich schießt einen 13-Meter-Strafstoß neben das Tor. Seeler pendelt, gibt zu Friedrich, der schießt. 4:1. Seeler setzt Budnick ein, der sichtlich erfreut das 5:1 herstellt. Beim 2:5 waren Freund und Feind im Tor vereint. Eine klare Übersicht war nicht erkennbar. Ratzeburg kämpft um ein besseres Ergebnis, Lange II rettet im letzten Augenblick durch sichere Fußabwehr.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Günter Friedrich, Erwin Seeler, Georg Wrobel, Günter Budnick, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Eigentor Teichert, 0:2 Wrobel, 0:3 Friedrich, 1:3 Olbricht, 1:4 Friedrich, 1:5 Budnick, 2:5. - Schiedsrichter: Süchting (Dänischburg). - Zuschauer: 1600.

Freitag, 9. März 1951
Setzt der VfL seine Erfolgsserie fort?
Der VfL Oldesloe dürfte am kommenden Sonntag mit Trittau kurzen Prozeß machen. Das letzte Spiel gegen Trittau gewann der VfL in Trittau mit 7:0! Obgleich Seeler und Pohl nicht zur Verfügung stehen, Budnick soll einige Wochen geschont werden, dürfte der Sieg des VfL recht eindeutig ausfallen. Hoffentlich entschädigt die VfL-Mannschaft die Oldesloer Sportgemeinde für Ratzeburg mit einem zügigen Spiel. Auf Halbrechts wird ein junger Spieler, Nilson, eingesetzt. Rechtsaußen spielt erstmalig der Ex-Reinfelder Feddern. Beginn: 15 Uhr (Stadion).
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Sonntag, 11. März 1951
18. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Trittau 3:2 (3:1)
TSV Trittau in Oldesloe geschlagen. Glücklicher Sieg des VfL. Trittau zeigte teilweise gute Leistungen. Enttäuscht und unzufrieden verließ die Oldesloer Sportgemeinde das Stadion. Die Annahme, daß der VfL die Trittauer durch technische Feinheiten und Kondition ausspielen würde, erfüllte sich nicht. Das Spiel hatte zwei völlig verschiedene Hälften. Im ersten Durchgang war der VfL tonangebend und die Halbzeitführung durchaus verdient. Nach der Pause drehten die Gäste mächtig auf, waren vollkommen überlegen und hätten ein Unentschieden verdient gehabt. Der VfL startete während dieser Zeit im völligen Durcheinander nur vereinzelte Durchbrüche, die dann aber der Gefährlichkeit nicht entbehrten. Das Fehlen von Seeler trat sichtbar in Erscheinung. Seeler ist der Mann, der die Mannschaft formt und zusammenhält.

Tormann Lange II bot eine gute Leistung. Die Verteidiger Lange I und Jack waren die Besten. Jack lieferte sein bisher bestes Spiel. In der Läuferreihe fehlte ein beständiger Pohl. Friedrich, Mittelläufer von Natur, kann man nicht plötzlich als linken Läufer aufstellen. Die Leistungen von Hahn waren sehr unterschiedlich. Sein Hängen in der Verteidigung erscheint zu stark, sein Rückspiel an den Torwächter übertrieben. Richter war gut, von seinen Spitzenleistungen aber weit entfernt. Lattke konnte an Moisling und LSV nicht anschließen, da auch Kneese nicht seine sonstige Form hatte. Wrobel ist der indirekte Motor des Angriffs; Nilson hat beste Anlagen und sollte wieder Berücksichtigung finden. Der frühere Reinfelder Feddern zeigte rasante Flügelläufe und gute Flanken. Mit Seeler wird der rechte Flügel eine gefährliche Waffe. Feddern ist eine große Verstärkung.

Trittau überraschte restlos nach der angenehmen Seite. Eine Kampfmannschaft, die manchen Gegner auszuschalten versteht. Tormann Hagedorn, der schon bejahrte Mittelläufer, Links- und Rechtsaußen sowie der Mittelstürmer verstehen ihr Fach.

Schon die 2. Minute zeigte einen herrlichen Eckball von Feddern, den Wrobel ausließ. Die 6. Minute brachte dem VfL das 1:0 durch Wrobel. Ein Kernschuß Richters aus dem Hinterhalt ging knapp vorbei. Eine verständige Durchgabe von Nilson köpfte Kneese in der 15. Minute zum 2:0 ein. Trittau erhält eine Ecke, große Gelegenheit, aber ausgelassen. Lange II wehrt mit Glück ab, anschließend geht der Ball gegen die Latte. Eine saubere Vorlage von Jack findet Lattke nicht auf seinem Platz. Kneese paßt zu Nilson, der den Ball aber nicht am Fuß hält. Hahn gibt schwach zurück, Lange II kann nicht herankommen, so daß Trittau das 2:1 erzielt. Richter stellt, wieder aus dem Hintergrund, unhaltbar in die obere linke Ecke das 3:1 her. Feddern trifft das Außennetz. Elfmeter - Richter schießt scharf unter die Torlatte, der Ball überschreitet die Torlinie nicht und Hagedorn rettet. Nilson, nervös, schießt vorbei. Lange II fängt in herrlichem Sprung. Halbzeit.

Bei Wiederbeginn erwartet man VfL in Front. Wrobel gibt zu Nilson, der knapp verschießt. Tolle Situationen vor dem Trittauer Tor ohne Erfolg. Trittau kommt auf, Lange läßt abprallen, mit Glück geht die Gefahr vorüber. Feddern schaufelt aus drei Metern über das Tor. Trittaus Mittelläufer, Lange ist aus dem Tor, schießt überweg. Wrobel schießt aus sechs Metern in die Hände Hagedorns. Lange II wehrt ab, zu kurz, im Feldspiel mit zweimaliger Fußabwehr verhindert er einen Erfolg des Gegners. Lange I rettet ein sicheres Tor. Lange II lenkt über die Latte, anschließend durch Faustabwehr, kann aber nicht verhindern, daß der Mittelläufer das 3:2 erzielt. Zuschauer murren und zittern. Abpfiff. Schiedsrichter Fick (ATSV) bot eine gute Leistung.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Ernst Hahn, Günter Friedrich - Hans Feddern, Horst Nilson, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Wrobel, (6.), 2:0 Kneese (15.), 2:1 Jahnke, 3:1 Richter, 3:2 Jahnke. - Schiedsrichter: Fick (Lübeck). - Zuschauer: 1000.

Freitag, 16. März 1951
Das Stormarner "Fußball-Derby".
VfL Oldesloe gegen Reinfelder TSC. Trotz der vom VfL gegen Trittau gezeigten Minusleistungen wird auch am kommenden Sonntag im Stadion Großbetrieb sein, zumal schon Reinfeld Hunderte mitbringt. Die VfL-Mannschaft hat die im ersten Spiel in Reinfeld verlorenen zwei Punkte nicht vergessen, und wird in dieser Begegnung auf Draht sein, so daß die Oldesloer Sportgemeinde keine Gefahr läuft, einer Enttäuschung ausgesetzt zu sein. Die Reinfelder Mannschaft darf keinesfalls unterschätzt werden, denn auch in deren Reihen stehen Spieler, die Beachtung verdienen. Reinfeld ist eine Kampfmannschaft, technisch dem VfL natürlich unterlegen und wird auch um eine Niederlage nicht herumkommen. Der VfL weiß, was auf dem Spiel steht. Seeler spielt nicht, dagegen ist Mandelkau wieder im Einsatz.
OL

Sonntag, 18. März 1951
Der VfL Oldesloe hatte sich drei Jugendmannschaften des Hamburger SV eingeladen und schnitt im Gesamtergebnis recht gut ab. Die Jungmannen siegten durchaus verdient mit 2:1 und bewiesen dadurch, daß sie wieder stärker werden. Die erste Jugend unterlag dem besseren Gegner 0:6. Die ersten Schüler schreckten auch vor dem großen Namen nicht zurück; sie verloren jedoch knapp 1:3.
OL

Sonntag, 18. März 1951
19. Punktspiel VfL Oldesloe - Reinfelder TSC 3:1 (1:0)
Verdienter VfL-Sieg über Reinfeld in Oldesloe. Sturm und Regen, dazu weicher Boden, sind für Punktspiele immer schlechte Faktoren, da die spielerischen Handlungen zu sehr den Zufälligkeiten unterliegen. Trotz des nicht gerade einladenden Wetters hatten sich im Stadion rund 1200 Zuschauer - 300 Reinfelder - eingefunden. Der VfL war seinem Gegner technisch und taktisch leicht überlegen, so daß ein Sieg, über das ganze Spielgeschehen betrachtet, als verdient anzusprechen ist. Die Oldesloer Mannschaft ließ, eingehend betrachtet, noch manche Wünsche offen, zeigte sich aber gegenüber Trittau aus ganz anderem Holz. Lange II zeigte gute Paraden, beängstigend dagegen sein mehrmaliges unsicheres Fassen des Balles. Von den Verteidigern hatte Jack die größte Arbeit zu leisten, da das Reinfelder Angriffsspiel dauernd rechts lag, anstatt den veranlagten Linksaußen Barkmann mehr einzusetzen. Lange I arbeitete ruhig und fand immer noch Zeit, den Sturm einzusetzen. Die Läufer Pohl und Richter leisteten das größte Pensum und verfügen über Kondition, über das ganze Spiel gleich frisch zu sein. Hahn - zehn Jahre jünger, würden ihm andere Möglichkeiten offen stehen - jeder Situation gewachsen, für die Unterstützung der Verteidigung nicht fortzudenken. Mandelkau brachte in den Angriff den bisher vermißten Druck. Sein Zug auf das Tor, das Zusammenspiel mit dem großen Techniker Kneese wird sich erst in kommenden Spielen richtig auswirken. Wrobel fehlt das Können der Ballannahme. Er ist sonst fleißig und wachsam. Sein Tor - das dritte - als Kopfball eine hervorragende Leistung. Friedrich ist kein Halbstürmer, der Wechsel mit Feddern war richtig. Feddern, wieselschnell, war auch als Halbrechts groß. Friedrich hingegen fühlte sich auf Rechtsaußen weit wohler. Eine seiner sauberen Hereingaben brachte das Kopfballtor von Wrobel.

Der Reinfelder TSC überraschte nach der angenehmen Seite. Die Mannschaft war gegenüber dem letzten Spiel nicht wiederzuerkennen. Das Training Wenzels zeigte seine Früchte. Die Standardspieler standen sämtlich im Sturm, Malchin auf dem Mittelläuferposten. Lobenswerter Kampfeinsatz der gesamten Mannschaft, zudem ein zügiges Spiel der Stürmerreihe. Die laufende Verlagerung an Mielke und Stelter war falsch, der linke Flügel Lochner - Barkmann hätte mehr Berücksichtigung finden müssen. Daß Mielke beim Stande von 0:1 den Ausgleich verpaßte, war Pech. Die Niederlage der Reinfelder Mannschaft liegt darin begründet, daß Köhler und Worm dem Tempo zum Opfer fielen, weiterhin Schulenburg sichtbar die Luft ausging. Mielke, Regus, Malchin und Frieboldt sind besonders zu nennen. Hermann zeigte sich sehr nervös.

1:0 durch Mandelkau, ein hoch auf das Tor geschossener Ball senkt sich hinter Hermann ins Netz. Nach Wiederbeginn Drangperiode Reinfelds, in der Regus das 1:1 erzielt. 2:1 durch Kopfball Kneese auf Vorlage Feddern. 3:1 durch Wrobel, Kopfball.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Ernst Hahn, Heinz Pohl - Hans Feddern, Günter Friedrich, Georg Wrobel, Heinz Mandelkau, Werner Kneese.

Reinfelder TSC: Hermann - Schulenburg, Frieboldt - Köhler, Malchin, Worm - Mielke, Stelter, Regus, Lochner, Barkmann.
Tore: 1:0 Mandelkau, 1:1 Regus, 2:1 Kneese (80.), 3:1 Wrobel (85.). Zuschauer: 1000.

Donnerstag, 22. März 1951
VfL Oldesloe spielt in Ahrensburg.
Klubkampf in Ahrensburg. Die Ligaelf des VfL weilt am Karfreitag beim Ahrensburger TSV zu Gast. Ahrensburg gehört dem Hamburger Sportbund an und spielt in der Alsterstaffel der Bezirksliga. Da die Mannschaft am letzten Sonntag von Wacker 04 - die Billstedter waren Weihnachten beim VfL in Oldesloe - nur 0:1 geschlagen wurde, scheint ein Unentschieden in der Luft zu liegen, zumal der VfL gezwungen ist, Seeler, Hahn, Lange I und Wrobel zu ersetzen. Auch am Osterfest ist der VfL auf Reisen, und zwar als Abstecher in Sülfeld am zweiten Ostertag. Diese Begegnung verspricht interessant zu werden, denn Sülfeld will die in Oldesloe erlittene Niederlage auf jeden Fall ausgleichen. Der VfL wird keinen leichten Stand haben. Seeler, Hahn und Wrobel sind nicht mit von der Partie.
OL

Montag, 26. März 1951
Freundschaftsspiel SV Sülfeld - VfL Oldesloe 1:4 (0:3)
VfL Ostern erfolgreich. Wie schon im ersten Spiel (3:1) in Oldesloe war der VfL die bessere Mannschaft. Obgleich Seeler, Hahn und Wrobel fehlten, errang die Mannschaft einen eindrucksvollen Sieg. Besonders in der ersten Hälfte wurde Sülfeld zeitweilig völlig ausgespielt bei drückender Überlegenheit. Im zweiten Durchgang fand die Sülfelder Mannschaft sich besser, hatte sogar 15 große Minuten, um dann jedoch wieder vom VfL abgelöst zu werden. Sülfeld hatte mit einigen Latten- und Pfostenschüssen Pech, aber auch der VfL vergab große Gelegenheiten.

Lange II bot eine sehr gute Leistung. Die Verteidiger Lange I und Jack waren groß in Ordnung; Richter, Friedrich, Pohl als Läuferreihe eine Klasse; dominierend auf dem Felde Richter, der den Ex-Oldesloer Neumann völlig ausschaltete und trotzdem dem Sturm immer wieder Auftrieb gab. Der linke Flügel Lattke-Kneese arbeitete gut zusammen. Man sah hinsichtlich Technik wieder herrliche Schachzüge von Kneese. Feddern als Mittelstürmer überraschend gut, ohne natürlich Kardinallösung zu sein, denn dafür kommt zur Zeit nur Wrobel in Frage. Feddern ist "der" Rechtsaußen. Mandelkau, Kämpfer im Angriff, Druck auf das Tor, dazu mit gutem Torschuß. Budnick gab, was seine augenblickliche Verfassung zuläßt.

In der Sülfelder Mannschaft stehen einige gute Kräfte: Knüppel, Jantz, Hoff und der Tormann ragen besonders hervor. - Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß der SV Sülfeld eine fabelhafte Gastfreundschaft bewies.
OL

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Günter Budnick, Heinz Mandelkau, Hans Feddern, Hermann Lattke, Werner Kneese.
Tore: 0:1 Mandelkau (14.), 0:2 Feddern (18.), 0:3 Kneese (43.), 1:3 Neumann, 1:4 Feddern.

Mittwoch, 4. April 1951
VfL gegen ATSV Lübeck. Großkampf im Stadion.
Die in der Oldesloer Sportgemeinde seit Wochen bestehende Hochspannung wird am Sonntag gelöst. Man macht in Lübeck keinen Hehl daraus, daß der ATSV einen schweren Weg geht. Entgegengesetzt erklärt der ATSV, daß seine Mannschaft unter Aufbietung aller Kraft und spielerischen Mitteln kämpfen werde und nicht gewillt sei, sich die Meisterschaft vom VfL Oldesloe streitig machen zu lassen.

Daß das Stadion am Sonntag einen noch nicht erlebten Rekordbesuch sehen wird, unterliegt keinem Zweifel, denn nicht nur die bekannte Oldesloer Sportgemeinde, sondern alles, wenn auch nur mit dem Sport in loser Fühlung stehend, dürfte vertreten sein. Da die Kampfstätte einem Hexenkessel gleichen wird, ergeht an die Zuschauer die Mahnung, dem Spielgeschehen und den Entscheidungen des Schiedsrichters in objektiver Beurteilung zu folgen, damit die von Lübeck dem Spiel beiwohnenden Experten beim Abpfiff nicht nur der VfL-Mannschaft, sondern auch den Zuschauern Haltung und Manneszucht bescheinigen können. Hiervon unberührt bleibt natürlich die Tatsache, daß die Zuschauer mit restloser Sympathie wie ein Fels in der Brandung hinter ihrem VfL stehen. Obige Begegnung sieht die beiden technisch und konditionsmäßig besten Mannschaften der Staffel im Kampf.

Der VfL muß gewinnen, damit ihm weitere Möglichkeiten offen bleiben. Dieser Sieg müßte der Mannschaft möglich sein. Gewinnt der ATSV, ist die Meisterschaft für ihn geklärt. König Fußball wird seinen Triumph feiern!
ST

Freitag, 6. April 1951
ATSV und VfL in stärkster Aufstellung.
Zum Großkampf am Sonntag in Bad Oldesloe. Mit diesem Spiel verabschiedet sich die VfL-Elf für diese Serie von der hiesigen Sportgemeinde, denn die letzten zwei Punktspiele werden in Büchen und in Lübeck ausgetragen. Der ATSV Lübeck wird mit stärkstem Aufgebot in Oldesloe erscheinen. Selbst der alte Fuchs Matern, der gegen Pölitz auf der Tribüne saß, wird wieder eingesetzt. Da die größte Gefährlichkeit der Lübecker bei Steinfatt, Klähnhammer und Michallek liegt, ergibt sich für den VfL die Richtlinie Lange I - Michallek, Richter - Klähnhammer und Hahn - Steinfatt. Der VfL kommt ebenfalls in starker Besetzung heraus. Möge die bessere Mannschaft - und wahrscheinlich der VfL - diesen Kampf siegreich entscheiden. Beginn: 15 Uhr.
ST

Sonntag, 8. April 1951
20. Punktspiel VfL Oldesloe - ATSV Lübeck 4:2 (3:1)
VfL Oldesloe schlug den Spitzenreiter überlegen! Freude herrscht in Trojas Hallen! Nach LSV Gut Heil wurde nun auch der augenblickliche Spitzenreiter geschlagen. 2700 Zuschauer, Stauen der Massen an den Kassen, wild diskutierende Gruppen, also die bekannten Erscheinungen eins Großkampfes. Die in Anbetracht dieses so wichtigen Spiels erwartete harte Gangart trat erfreulich nicht in Erscheinung. Beide Mannschaften lieferten sich vielmehr eine fairen Kampf, der ATSV war ein sportlich anständiger Verlierer.

Der Sieg des VfL ist restlos verdient, denn in der Gesamtleistung gesehen war die Mannschaft ihrem Gegner überlegen. Der lachende Dritte ist der LSV Gut Heil, der glücklich 3:2 in Trittau gewann und es sich nicht nehmen ließ, in Oldesloe Station zu machen. ATSV, Gut Heil, VfL - wer wird die Krone tragen? Lange II lieferte eine fast fehlerlose Partie. Das erste Tor des ATSV beruht auf einem Stellungsfehler des Genannten. Die Verteidiger Lange I und Hahn überragten ihre Gegner bei weitem. Hahn war dem gefährlichen Steinfatt restlos gewachsen. Die Läuferreihe Richter - Friedrich - Pohl wieder Klasse mit taktisch richtiger Einstellung. Besonders erfreulich das durchdachte Spiel des auf Sicherung arbeitenden Friedrich. Der Sturm bot eine gute Gesamtleistung. Spielmacher und klar erkennbar bes-ter Mann war Mandelkau durch seinen beispiellosen Zug aufs Tor. Seine Ballbehandlung, Abgaben, Flanken erstklassig. Kneese war gut. Wrobel der Wühler und in der gegnerischen Verteidigung immer wieder Unruhe Schaffende. Seeler trat für den nicht Eingeweihten kaum in Erscheinung. Seine Mitwirkung trägt tiefere Bedeutung. Er verleiht der Mannschaft den innerlichen Halt. Feddern der spritzige Rechtsaußen, wie man ihn sich wünscht. Schon lange ist diese Position nicht mit einem so erfolgreichen Spieler besetzt gewesen.

ATSV übertrieb das schon in früheren Spielen gesehene Innenspiel. Die Mannschaft enthält erstklassige Könner, wie Steinfatt, den heute halblinks stürmenden Matern und Müller. Michallek hatte nicht seinen besten Tag, oder war er von Lange I zu sehr beschattet? Die Läuferreihe hielt mit der des VfL keinen Vergleich, auch nicht das Schlußdreieck. Tormann Schmidt hat gegen früher verloren. Die wenigen Gegentore des ATSV kaum verständlich.

Schon die 5. Minute brachte den VfL in Führung. Ein von Pohl aus 20 Metern mit Wind hoch auf das Tor getretener Strafstoß senkte sich hinter Schmidt ins Tor. 1:0. Unmittelbar darauf vergab Mandelkau aus wenigen Metern eine gute Gelegenheit. Michallek, völlig freistehend, schießt daneben, den Ausgleich verschenkend. Durchbruch des ATSV, Flanke Steinfatt und durch Matern 1:1. Eine sehr harte Entscheidung durch Thomas bringt dem VfL einen Elfmeter. Richter knallt über das Tor, die Gerechtigkeit hat gesiegt! In der 30. Minute erhält Wrobel von Mandelkau eine Mustervorlage, 2:1 für VfL. Tosender Beifall belohnt die Leistung. Zwei Minuten vor Halbzeit flankt Feddern hoch auf das Tor, Schmidt steht falsch, durch Kneese heißt es 3:1.

Im Bewußtsein des Sieges gibt die zweite Hälfte des Spiels nicht mehr die erwarteten großen Leistungen. Ein Richter-Durchbruch bringt das 4:1. ATSV verzweifelt und muß schwer arbeiten. Wrobel schießt vorbei. Mandelkau knallt auf den Tormann. Fedderns Eckball hängt an der Latte. Noch 20 Minuten, gibt es noch eine Änderung? Müller verbessert auf 2:4. Wrobel schießt über das Tor. Eckball Feddern, Wrobel setzt an, aber wieder über das Tor. Es blieb 4:2! Schiedsrichter Thomas gut.
ST

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hans Feddern, Erwin Seeler, Georg Wrobel, Heinz Mandelkau, Werner Kneese. ATSV Lübeck (Ankündigung): Schmidt - Karp, Hudoffsky - Urbath, Kossert, Matern - Steinfatt, Müller, Cittrich, Klähnkammer, Michallek. Tore: 1:0 Pohl (5.), 1:1 Matern, 2:1 Wrobel (20.), 3:1 Kneese (43.), 4:1 Richter, 4:2 Müller (70.). - Schiedsrichter: Thomas (Eutin). - Zuschauer: 2700.

Freitag, 13. April 1951
VfL fährt nach Büchen.
Das vorletzte Punktspiel. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vorletztes Punktspiel des VfL gegen den SV Büchen als Schlußlicht der Tabelle. 2:38 Punkte und 22:112 Tore für Büchen sind eine deutliche Sprache und Folgen mehrerer zweistelliger Niederlagen. Ohne die Meisterschaftsfrage zu berühren, sie wird sich aus sich selbst heraus klären, kann dem zweiten Platz noch eine sehr wichtige Bedeutung zukommen. Es muß damit gerechnet werden, daß es zur Bildung einer "Amateuroberliga" kommt. Die heutige Amateurlandesliga würde sich dadurch um drei sowie auch den Abstieg um weitere zwei Vereine reduzieren. Der dann erfolgende Neuaufbau der Landesliga und die wahrscheinliche Erhöhung der Vereinszahl läßt viele Möglichkeiten offen.

Der zweite Platz in der Bezirksliga-Staffel wird bei Punktgleichheit nicht durch ein Entscheidungsspiel, sondern nach altem Modus "durch das Torverhältnis" entschieden. Hier liegt das für den VfL vielleicht noch Entscheidende. Sowohl gegen Büchen als auch im letzten Spiel gegen den MTV Lübeck hat der VfL Mannschaften aufzubieten, die das Torverhältnis von 15:0 garantieren und damit das 80 Plus erreichen. Die Ausrutscher gegen Henstedt und Reinfeld müssen ausgeglichen werden. Vielleicht ist es noch nicht zu spät!
S

T Sonntag, 15. April 1951
21. Punktspiel SV Büchen - VfL Oldesloe 2:9 (0:5)
VfL Oldesloe stets überlegen. Nur geringes Interesse der Zuschauer. Der VfL, ohne Seeler und Pohl, war seinem Gegner technisch um zwei Klassen und während des ganzen Spiels völlig feldüberlegen. Lange II arbeitete fehlerlos, ist an beiden Gegentoren schuldlos. In der Verteidigung überragte Lange I. Schon seine große Schnelligkeit ist ein ausschlaggebender Faktor. Jack schien in einigen Handlungen etwas indisponiert. In der Läuferreihe zeigte Friedrich, wie schon im ATSV-Spiel, eine prächtige Leistung. Kein Spieler der Mannschaft kann ihm den Mittelläuferposten streitig machen. Richter, sowohl in der Deckungs- wie auch Aufbauarbeit, abgesehen von den letzten 20 Minuten, weit unter sonstiger Form. Hahn machte technisch mit dem Gegner, was er wollte, lief sich aber trotzdem manchmal fest. Sein Spiel war zu sehr auf Überheblichkeit abgestellt. Beide Tore für Büchen kommen auf das Konto der Seitenläufer mit anteiliger Verteidigung.

Der Sturm lieferte besonders in der ersten Hälfte ein hübsches Zusammenspiel, den Gegner über ganze Strecken mattsetzend, so daß man hätte ein 12:0 erwarten können. Im zweiten Durchgang erging man sich zu sehr in einem Innenspiel, das nicht zum Erfolg führen konnte, da sich in der Büchener Hälfte dauernd 20 Spieler bewegten. Erst 20 Minuten vor Schluß - es war zu spät - setzte wieder das Flügelspiel ein.

Lattke hat den Vorteil, mit Kneese eingespielt zu sein. Kneese, technisch hervorragend in Ballannahme und Abspiel, verfügt nicht über die erforderlichen Kräfte zum Schlußeinsatz. In dieser Form ist Wrobel aus anderem Holz geschnitzt. Sich immer wieder in die Bresche werfend, bedeutet dieser Spieler eine große Gefahr. Seine Spezialität sind die Kopfbälle. Mandelkau, der typische Fußballer, kein Spieler erreicht ihn in seinen Fertigkeiten, kommt als Außen ganz anders zur Geltung. Als Halbstürmer klebt er zu sehr am Ball. Feddern zeigte wieder große Leistungen. Herrliche Flanken - aber auch den nötigen Torinstinkt.

Büchen verzichtete auf technische Fertigkeiten. Ran an den Feind, auch an den Tormann, den Ball kraftvoll nach vorne und hinterher. Die Leistungen haben mit Bezirksklasse nichts zu tun. Kampf bis zum Umfallen ist die Waffe. Hervorragend der 19jährige Torwächter Kalk, der in der kommenden Serie für Mölln spielen wird. Zuschauer: in Worten "achtzig"!
ST

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Hans Feddern, Heinz Mandelkau, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Feddern, 0:2 Wrobel, 0:3 Lattke, 0:4 Mandelkau, 0:5 Feddern, 0:6 Wrobel, 0:7 Feddern, 0:8 Wrobel, 1:8, 2:8, 2:9 Wrobel. - - Zuschauer: 80.

Freitag, 20. April 1951
Die VfL-Ligaelf ist am kommenden Sonntag spielfrei und trägt am 29. April das letzte Punktspiel der Serie gegen den MTV in Lübeck aus. Diese Begegnung will der VfL recht eindeutig für sich entscheiden. Auf das am Sonntag stattfindende Meisterschaftsspiel zwischen dem ATSV und LSV Gut Heil hat die VfL-Mannschaft keinen Einfluß, wünscht nur, daß der ATSV Sieger werden möge, um dadurch, wenn auch nur durch das Torverhältnis, noch auf den zweiten Platz zu kommen.

Die gerade wieder in den letzten Tagen in Lübeck von berufener Seite gesprochenen Worte, daß die Oldesloer Mannschaft sich in der zweiten Hälfte der Punktrunde unerhört verbessert habe und bei gleichen Leistungen während der Herbstserie heute zweifellos an der Spitze stehen würde, bieten leider zur Zeit keinen praktischen Wert.
ST

Sonntag, 22. April 1951
Jugendspiele.
Die VfL Oldesloe Jungmannen schlugen ATSV Oldesloe Jungmannen sicher mit 5:0. VfL Jugend dritte Mannschaft unterlag gegen Bargteheide zweite Mannschaft mit 1:3. Bargtehei-de Knaben gegen VfL Oldesloe Knaben 0:4 und Bargte-heide zweite Knaben gegen VfL vierte Knaben 6:1.
ST

Montag, 23. April 1951
Spielerzuwachs beim SSV Pölitz. Sieveke, Nachwuchsspieler und vielfach in der VfL-Liga als Rechtsaußen tätig, und Göllnitz haben ihre Zelte beim SSV Pölitz aufgeschlagen.
ST

Dienstag, 24. April 1951
Südstaffel-Meister: ATSV Lübeck.
Die Würfel sind gefallen und der ATSV, wie allgemein erwartet, ist Meister geworden. Zweifellos ein guter Vertreter, wenn auch zur Zeit nicht die spielstärkste Mannschaft der Staffel. Die Begegnung des ATSV und des LSV Gut Heil (2:1) trug den Charakter eines kleinen Großkampfes. 2000 Zuschauer, Lautsprecherwagen, Trompeten und Hupen. Den Schützen des siegreichen Tores, Urbath (Ex-Phönix-Jungmann), trugen seine Anhänger auf den Schultern vom Platz. Es lohnt sich nicht für den VfL, der Vergangenheit nachzutrauern. Wichtig ist aber, daß am kommenden Sonntag im Spiel gegen den MTV in Lübeck der LSV Gut Heil auf den dritten Platz verwiesen wird. Schon durch ein 6:0 würde der zweite Platz in der Staffel bezogen werden! Die in den nächsten Wochen stattfindenden Zusammenkünfte lassen bezüglich der erfolgenden Neueinteilungen viele Möglichkeiten offen, so daß es sich schon lohnen dürfte, zwei Eisen im Feuer zu haben.
ST

Freitag, 27. April 1951
Das letzte Punktspiel dieser Serie.
VfL gegen MTV Lübeck. Nur voller Einsatz garantiert Erfolg. Dieses ist das letzte Punktspiel der VfL-Mannschaft. Nachdem die Meisterschaft der Staffel an den ATSV Lübeck gefallen ist, ergibt sich für den VfL nunmehr die Verpflichtung, LSV Gut Heil auf den dritten Platz zu verweisen. Die zweite Stelle der Staffel muß am Sonntag durch das bessere Torverhältnis erzwungen werden. Hierfür ist ein klarer Sieg von 6:0 erforderlich, also "zu Null"! Wie sich ein oder zwei Gegentore auswirken, wird einigen Spielern wohl erst am Tage nach dem Büchen-Spiel klar geworden sein. Der zweite Tabellenplatz, dazu ein Pluskonto von über 80, dürften bei Neueinteilung oder sonstigen Umbildungen vielleicht nicht ohne Bedeutung bleiben. Die Mannschaft trägt auch ohne Mandelkau das Vertrauen für ein gelingen in sich. Restloser Einsatz, Tore erzielen, aber Deckung bewahren!
ST

Samstag, 28. April 1951
Nord- gegen Südstaffel
Wie bereits mitgeteilt, steigt die obige Begegnung am 6. Mai um 16 Uhr im Stadion. Der Bezirksspielausschuß will aus diesen beiden Mannschaften die elf besten Spieler ermitteln, um dieselben alsdann als Bezirksauswahl zu formieren. Die Durchführung der erforderlichen Formalitäten ist dem VfL übertragen. Die Regie beider Mannschaften wird von dem Verbandstrainer für Schleswig-Holstein, Hans Rohde, geführt, der auch zu diesem Spiel persönlich anwesend ist. Die Nordstaffel stützt sich auf Spieler der Vereine Schwartau, Kücknitz, Segeberg und Sülfeld. Die offizielle Mannschaftsaufstellung folgt. Da die Oldesloer Sportgemeinde natürlich an der Spielerbenennung der Südstaffel besonders interessiert ist, wird mitgeteilt, daß der Ausschuß folgende Spieler nominierte:

  • Lange (VfL Oldesloe)
  • Karp (ATSV Lübeck)
  • Kollien (LSV Gut Heil)
  • Urbath (ATSV Lübeck)
  • Hahn (VfL Oldesloe)
  • Kopitzki (LSV Gut Heil)
  • Feddern (VfL Oldesloe)
  • Matern (ATSV Lübeck)
  • Hinzmann (ATSV Moisling)
  • Kneese (VfL Oldesloe)
  • Michallek (ATSV Lübeck)
  • Ersatz: Klähnhammer (ATSV Lübeck).

ST

Sonntag, 29. April 1951
22. Punktspiel MTV Lübeck - VfL Oldesloe 1:1 (0:0)
VfL Oldesloe verschenkte zweiten Platz. Ein Unentschieden gegen MTV Lübeck brachte bedauerliche Entwicklung für Oldesloe. Gegen zwei aus der Bezirksliga absteigende Vereine drei Punkte zu verlieren, ist eine Leistung, die mit der Erringung der Meisterschaft nichts zu tun hat. Das Drama der ersten Runde gegen Henstedt schien sich wiederholen zu wollen, denn die obige Begegnung stand zwölf Minuten vor Schluß noch 1:0 für Lübeck! Die Nichtberücksichtigung von Mandelkau, ob berechtigt oder nicht, soll hier nicht erläutert werden, kostete das Spiel den zweiten Platz und alle Möglichkeiten, die sich vielleicht noch ergeben. Durch einen technischen Fehler erschien Wrobel noch 20 Minuten zu spät, so daß der VfL während dieser Zeit mit zehn Mann spielen mußte! Die Gesamtleistung der VfL-Mannschaft war eine Enttäuschung, wie man sie hätte nicht erwarten können. Die Leistungen der Sturmreihe, abgesehen von dem Halblinken Kneese, er war der beste Mann des Feldes, waren verheerend. Wer mit derartiger Unterstützung durch Läuferreihe und Verteidigung, zudem 13 Ecken, keine Tore erzielen kann, ist unfähig. Feddern nicht wiederzuerkennen. Seeler viel zu langsam, Wrobel fast unmöglich, Lattke Licht und Schatten. In der Läuferreihe Pohl mit ungeheurem Einsatz, aber ohne jedes System. Friedrich war gut, wie oft stand gerade dieser Spieler mit dem Torwart Lange II als letzte Abwehr. Richter kam erst in der zweiten Hälfte mehr auf Touren. Hahn und Lange I arbeiteten sehr intensiv, lenkten Ball auf Ball in die Sturmreihe, spielten aber hinten zu offen, so daß die Durchbruchstaktik der Lübecker heikle Situationen schuf. Lange II konnte das Tor nicht verhindern.

Der MTV Lübeck stellte eine junge, stabile Mannschaft, auf technische Fähigkeiten wird kein Wert gelegt. Torwächter, die Verteidiger sowie der Halblinke waren die Besten.

VfL in der ersten Hälfte leicht, in der zweiten erdrückend überlegen. Ein herrlicher Flankenball von Seeler in der 30. Minute wird von Wrobel verpaßt. Schiedsrichter übersieht ein klares Handspiel im Lübecker Strafraum. Ein wunderbares Durchspiel von Kneese kommt zu Wrobel, schwacher Schuß. Wieder hat Wrobel Gelegenheit, aber auch wieder vorbei. Lange II antwortet mit zwei glänzenden Paraden. Lattke flankte weich zu Wrobel, vorbei. Schon die zweite Minute der zweiten Halbzeit bringt den MTV durch seinen Halblinken mit 1:0 in Führung. Feddern verschenkt eine unglaubliche Gelegenheit. Seeler lenkt zu Wrobel, zwei Meter vor dem Tor, in die Wolken geht der Ball! Endlich durch eine Einzelleistung von Kneese 1:1. Ein von Seeler aus 15 Metern in den Strafraum gezogener Strafstoß sieht Feddern im abseits.
ST

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hans Feddern, Erwin Seeler, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Oponowski (47.), 1:1 Kneese (82.).

Dienstag, 1. Mai 1951
Jugendspiele
Die Jugendmannschaften des VfL machten Phönix Lübeck einen Besuch und kamen zu folgenden Ergebnissen: Jugend I 0:7, Jugend II 3:3, Schüler I 2:1, Schüler III 0:10, Knaben I 1:8, Knaben II 0:5. - In Oldesloe: VfL Schüler II gegen Eimsbüttel 3:2. Die Jungmannen hatten in Eimsbüttel einen technisch guten Gegner. Mit 2:1 siegte Eimsbüttel. ST

Samstag, 5. Mai 1951
Ab nach Sülfeld! Willi Damski, ehemals Läufer in der Oldesloer VfL-Elf, hat seinen Verein verlassen und beabsichtigt anscheinend, seinen früheren Kameraden Artur Jantz und Willi Neumann nach Sülfeld zu folgen.
ST

Sonntag, 6. Mai 1951
Senioren Bezirk Lübeck Süd - Bezirk Lübeck Nord 3:3 (2:2)
Ausgezeichnete Leistungen in Oldesloe. Es war ein guter Gedanke, einmal zwei Auswahlmannschaften der Bezirksligastaffeln Nord und Süd in Oldesloe gegeneinander spielen zu lassen. Die 2500 Zuschauer hatten ihr Kommen jedenfalls nicht zu bereuen und Verbandstrainer Hans Rohde entdeckte zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden Peter Tietz manches Talent. Das Spiel nahm einen interessanten Verlauf, brachte gute Leistungen und endete 3:3. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen der beiden Torhüter Lange und Franck, aber auch Bornemann, Pingel, Feddern, Matern und Hoff gefielen.

Zum ersten Mal sahen die 2500 Zuschauer in Oldesloe die Spieler mit Rückennummern. Vom Anstoß an zog die Nord-Elf mächtig vom Leder und zeigte schnelle Seitenläufe. Lange im Süd-Tor bekam eine Reihe von Scharfschützen zu spüren und zeigte zunächst Nervosität. Auf sein Verschulden ist aber das erste Tor, das nach sieben Minuten fiel, nicht zu verbuchen. Kollien ließ Bornemann mit dem Ball abziehen und das Führungstor war für den Norden erzielt. Im Gegenangriff gab es eine große Gefahr vor Francks Heiligtum. Hinzmann konnte jedoch den Schlußmann nicht überwinden. Noch mehrere Gelegenheiten boten sich dem Moislinger; doch startete er stets um einen Bruchteil zu spät. Durch die Außenstürmer beider Mannschaften wechselten die Angriffe oft und die Süd-Elf war wieder in Bedrängnis. Hoff gelang ein Durchbruch und Lange mußte zum zweiten Male hinter sich greifen.

Eine Niederlage der Süd-Elf schien unvermeidlich, doch wendete sich das Blatt, als Michallek mit einer Vorlage von Kneese abzog und unhaltbar einschoß. Als sich Feddern und Matern vorgearbeitet hatten, stoppte Hasselberg mit der Hand ab. Den Elfmeter schoß Kopitzki sicher ein. Bis zum Wechsel hatte die Nord-Mannschaft öfter Gelegenheit, das Ergebnis zu verbessern.

Die zweite Halbzeit gehörte fast restlos der Süd-Mannschaft. Die rechte Sturmseite wurde immer wieder ins Gefecht geschickt. Leider fanden Matern und Feddern die Nebenspieler in gedeckter Stellung vor oder sie hingen weit zurück. Auf der Gegenseite waren es Pingel und Brandt, die die Abwehr stark beschäftigten und Lange im Tor auf eine harte Probe stellten. Aus kurzer Entfernung schoß Pingel aufs Tor und Lange hielt diesen Schuß hervorragend. Einen Schuß von Brandt lenkte Lange zur Ecke. Das dritte Tor für die Süd-Mannschaft leitete Hinzmann ein. Seine geschickte Abgabe zu Matern führte durch Letzteren zum dritten Treffer. Durch Kneese, Feddern und noch einmal Hinzmann hätten weitere Tore fallen können. In der 85. Minute fiel für die Nord-Elf der Ausgleich. Aus einem Gewühl erwischte Pingel den Ball und schob ihn ins Netz. Bei diesem Ergebnis blieb es. Das Spiel stand auf einem beachtlichen Niveau. Hans Rohde war über die Leistungen beider Mannschaften zufrieden. Am besten konnten Lange im Süd-Tor, Feddern und Matern sowie Bornemann, auch Kneese und Sebelefski gefallen.

Das Spiel stand unter der Leitung von Dr. Waßmund (Pansdorf), der damit seine so erfolgreiche aktive Laufbahn abschloß. Dr. Waßmund, der vor Beginn besonders geehrt wurde, zeigte noch einmal eine Leistung, von der sich viele der jüngeren Pfeifenleute ein großes Stück von abschneiden sollten.
LN/ST

Bezirksauswahl Lübeck Süd: Lange (VfL Oldesloe) - Kollien (LSV Gut Heil), Hahn (VfL Oldesloe) - Kopitzki (LSV Gut Heil), Karp (ATSV Lübeck), Richter - Feddern (beide VfL Oldesloe), Matern (ATSV Lübeck), Hinzmann (ATSV Moisling), Kneese (VfL Oldesloe), Michallek (ATSV Lübeck).
Bezirksauswahl Lübeck Nord: Franck (TSV Kücknitz) - Lange, Hasselberg (beide Holstein Segeberg) - Bade, Sebelewski (beide TSV Schwartau), Kistenmacher (Holstein Segeberg) - Eckhorst (TSV Schwartau), Brandt (TSV Kücknitz), Hoff (SV Sülfeld), Pingel (TSV Kücknitz), Bornemann (TSV Schwartau)
Tore: 0:1 Bornemann (7.), 0:2 Hoff (17.), 1:2 Michallek, 2:2 Kopitzki (Handelfmeter), 3:2 Matern (63.), 3:3 Pingel (85.). - Schiedsrichter: Dr. Waßmund (Pansdorf). - Zuschauer: 2500.

Freitag, 11. Mai 1951
Sperber im Stadion.
VfL hat Besuch. Sperber Hamburg gastiert am zweiten Pfingstfeiertag beim VfL. Die Alsterdorfer spielen in der Hamburger Bezirksklasse und stehen in der Tabelle der Elbestaffel an vierter Stelle. Sperber gehörte stets in Hamburg zu den führenden Vereinen in der Breitenarbeit, steht in der Jugendpflege auch heute mit an der Spitze, diente allerdings den großen Vereinen immer als Einkaufszentrale. Die HSVer Breuel, Kolzen usw. sind aus Sperber hervorgegangen. Lediglich der bekannte Hugo Frahm blieb seinen Farben von Jugend bis ins Alter treu. Die besten Spieler der Sperber-Mannschaft sind: Dr. Assmann, Ohlsen sowie in der Abwehr Wegner und Koch. Der Ausgang dieser Begegnung dürfte offen sein, vielleicht ist die heimische Umgebung für den VfL entscheidend. Auf jeden Fall ist mit einem interessanten Kampf zu rechnen. Beginn: 16 Uhr (Stadion).
ST

Montag, 14. Mai 1951
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Sperber Hamburg 2:4 (2:2)
VfL unterliegt Sperber 2:4. Enttäuschender Pfingstfußball in der Kreisstadt. War es ein "schwarzer Tag"? Wer geglaubt hätte, in der vom VfL vorgenommenen Verpflichtung der Hamburger Sperber-Mannschaft die Gewähr zu haben, ein Spiel zu erhalten, wie man es gerne sieht, sah sich arg getäuscht. Die Oldesloer Sportgemeinde wird sich kaum erinnern, vom VfL eine derartige, klägliche Gesamtleistung, ausgenommen Lange II, gesehen zu haben. Auch Seeler dürfte sich seine Gedanken gemacht haben. Es lohnt sich nicht, die einzelnen Spieler zu beleuchten; zu erwähnen sei nur, daß Kneese, Wrobel sowie Feddern noch durch Einzelleistungen bzw. Einsatz erträglich waren. Die Ursache war die Läuferreihe und schließlich die Verteidigung, die den Sturm mit in den Strudel zog! In Würdigung der von der Mannschaft in der letzten Serie gelieferten Spiele kann man wohl annehmen, daß der Kampf gegen Sperber eine einmalige Erscheinung als ganz schwarzer Tag war.

Die Gäste stellten eine schnelle, eingespielte Mannschaft mit teilweise sehr guter Ballbehandlung. Die von einigen Spielern bekundete Härte sowie das Reklamieren wären besser unterblieben. Der Sieg war verdient. Besonders zu nennen: Mittelstürmer, Halbrechter und Mittelläufer. Auch der Torwart wußte zu gefallen.

Sperber ging durch Selbsttor von Hahn 1:0 in Führung. In sehr billiger Weise konnte Feddern zum 1:1 ausgleichen. Die durch den Mittelläufer von Sperber erzielte 2:1-Führung war eine gute Leistung. Auf Vorarbeit von Mandelkau stellte Kneese das 2:2 her. In der zweiten Hälfte fiel die VfL-Mannschaft merklich zurück. 3:2 für Sperber durch den Mittelstürmer. Großartige Abwehr von Lange II. Durch den Halbrechten 4:2 für Sperber. Kurz vor Schluß verschoß Sperber einen durch Hahn verschuldeten Elfmeter. - Das Spiel VfL-Reserve gegen Sperber-Reserve wurde beim Stande von 1:2 wegen starken Regens abgebrochen.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Pohl, Ernst Hahn, Heinz Richter - Hans Feddern, Günter Friedrich, Georg Wrobel, Werner Kneese, Heinz Mandelkau - Ersatz: Erwin Seeler.
Tore: 0:1 Eigentor Hahn, 1:1 Feddern, 1:2, 2:2 Kneese, 2:3, 2:4. - Schiedsrichter: Drews (Bad Oldesloe). - Zuschauer: 800.

Freitag, 18. Mai 1951
VfL-Ligaelf in Kücknitz.
Die VfL-Ligamannschaft ist am kommenden Sonntag beim TSV Kücknitz zu Gast, der die Meisterschaft in der Nordstaffel nur um Nasenbreite verpaßt hat. Kücknitz befindet sich seit Wochen in sehr beständiger Form und erzielte erst kürzlich gegen Phönix ein völlig verdientes Unentschieden. Daß diese Mannschaft sehr gute Kräfte in ihren Reihen führt, haben Franck, Pingel und Brandt im Auswahlspiel Nord gegen Süd gezeigt. Der Ausgang dieser Begegnung ist völlig offen, denn beide Mannschaften erscheinen gleich stark. Auf Lange II wird verzichtet, Lange I muß ersetzt werden.
ST

Sonntag, 20. Mai 1951
Freundschaftsspiel TSV Kücknitz - VfL Oldesloe 4:4 (3:4)
Unentschieden im Freundschaftskampf. Obgleich obige Begegnung nur als Freundschaftsspiel Austragung fand, hatten sich auf dem Sportplatz Herrenwyk 1200 Zuschauer eingefunden. VfL ohne die Namensvetter Lange, Kücknitz in bester Besetzung. Das Resultat entspricht den gegenseitigen Leistungen. Während die erste Spielhälfte interessant verlief, gerieten beide Mannschaften später völlig durcheinander. Als erfreulich muß gesagt werden, daß Pohlmeyer im Tor eine feine Partie bot. Er besaß Ruhe, war sehr fangsicher und beherrschte den Strafraum. Die Verteidiger Hahn und Jack waren gut, obgleich ihnen einige Unzulänglichkeiten unterliefen. In der Läuferreihe schaffte Friedrich mit klaren Schlägen Luft, sein Selbsttor war Pech. Pohl arbeitete mit großem Einsatz. Im Sturm merkte man Lattke seine längere Pause nicht an, er war sehr aktiv. Kneese brillierte wieder technisch. Wrobel setzte sich immer groß ein. Die Überraschung war Budnick, der als Halbrechter zusammen mit Feddern eine gute Figur machte.

Durch eine unglückliche Rückgabe von Friedrich kam Kücknitz zum 1:0. Dreimal flog der Ball vor dem Kücknitzer Tor hin und her, als Lattke zu einer Bombe ansetzte, die Franck jedoch großartig meisterte. Ein Ball Wrobels senkt sich ins Tor, aber ein Verteidiger schlägt den Ball mit der Hand zurück. Elfmeter! Budnick 1:1. Wieder hat dann Wilken die Hand im Bunde. Elfmeter! Und Budnick schafft das 2:1. Gegen den Kernschuß zum 2:2 war Pohlmeyer machtlos, ebenso beim 3:2 für Kücknitz durch Brandt. Das 3:3 blieb wieder Budnick vorbehalten. Kneese brachte dann den VfL auf 4:3. Jetzt wurde Feddern aus der Mannschaft genommen, Budnick ging nach Rechtsaußen, Mandelkau auf halbrechts. Dieser Wechsel brachte keinen Vorteil. Ein völliges Durcheinander entstand. Kurz vor Schluß kommt es zum 4:4.
ST

VfL Oldesloe: Günter Pohlmeyer - Ernst Hahn, Egon Jack - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hans Feddern, Günter Budnick, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Eigentor Friedrich, 1:1 Budnick (Handelfmeter), 1:2 Budnick (Handelfmeter), 2:2, 3:2 Brandt, 3:3 Budnick, 3:4 Kneese, 4:4 Raddatz. - Schiedsrichter: Scheel (Lübeck). - Zuschauer: 1200.

Dienstag, 22. Mai 1951
Schwedische Fußballer kommen!
Die schwedische Fußballmannschaft IF Nybro wird noch in aller Erinnerung der Oldesloer Sportgemeinde sein. Nun ist es der Fußballabteilung gelungen, eine weitere starke südschwedische Mannschaft IF Hässleholm zu verpflichten. Die Gäste spielen in der Klasse von Nybro, der zweiten Division. Es dürfte wohl keinem Zweifel unterliegen, daß dieses sportliche Ereignis wieder großes Interesse finden wird. Das Spiel steigt am 30. Mai im Stadion.
ST

Freitag, 25. Mai 1951
Holstein Segeberg in Bad Oldesloe.
Die interessante Sonntagsbegegnung. Aufgalopp zum Kampf gegen die Schweden. Der VfL bringt der Oldesloer Fußballgemeinde am kommenden Sonntag in Holstein Segeberg einen Gegner, der in Oldesloe schon immer größte Zugkraft besaß. Zusammen mit Kücknitz haben die Segeberger gegenüber Schwartau ganz knapp die Meisterschaft der Staffel Nord verpaßt. Noch am letzten Sonntag hat Holstein Segeberg seine gute Form unter Beweis gestellt, indem die Mannschaft den Landesliga-Verein Eckernförder SV, mit der Kanone Hachenberger im Tor, 4:2 besiegte.

Der VfL hat Veranlassung, sich auf dieses Spiel besonders zu präparieren, zumal es sich um den Aufgalopp für den am kommenden Mittwoch steigenden Kampf gegen die schwedischen Gäste aus Hässleholm handelt. Der Ausgang des Spiels gegen Segeberg ist schwer vorauszusagen. Die kürzlich in der Auswahl Nord berücksichtigten Segeberger Lange, Hasselberg und Kistenmacher zeigten sich als Spieler besten Formats. Für Oldesloe wird der Sturm entscheidend sein. Auf jeden Fall sind die Voraussetzungen für ein gutes Kampfspiel gegeben, das großen Besuch sehen wird. Mandelkau und Hahn werden geschont, Graffenberger soll ausprobiert werden. Beginn: 15 Uhr (Stadion).
ST

Samstag, 26. Mai 1951
IF Hässleholm gegen VfL Oldesloe.
Bad Oldesloe steht wieder vor einem großen sportlichen Ereignis. Mittwoch der kommenden Woche, am 30. Mai, tritt die VfL-Ligaelf gegen die südschwedische Mannschaft IF Hässleholm im Stadion an. Wie erst jetzt bekannt wird, spielen die Gäste in der ersten schwedischen Division und führen in ihren Reihen drei Nationalspieler. Oldesloe und Umgebung wird einen Fußballkampf erleben, wie man ihn nur selten zu sehen bekommt.

Die VfL-Mannschaft wird einen schweren Stand haben und läuft hoffentlich in dieser Begegnung zu ihrer höchsten Form auf. Über die Mannschaftsaufstellung des VfL ist noch nichts bekannt, da das Spiel am Sonntag gegen Segeberg vielleicht noch manchen Hinweis gibt. Nur Spieler mit Kondition, uneigennützigen Handlungen und restlosem Einsatz können im Schweden-Spiel Berücksichtigung finden. Die Gäste treffen am 29. Mai in Oldesloe ein, tragen am 30. Mai das Spiel aus und setzen am 31. Mai ihre Deutschlandreise fort.

Die Verpflichtung von Hässleholm als zweite schwedische Mannschaft innerhalb kurzer Zeit hat selbst bei den zuständigen Stellen in Lübeck Erstaunen und Anerkennung gefunden. Mögen sich die Spieler durch eine große Leistung, die Sportgemeinde aber durch einen Rekordbesuch dankbar erweisen.
ST

Sonntag, 27. Mai 1951
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Holstein Segeberg 4:3 (1:1)
VfL gewann verdient gegen Segeberg. Der kurz vor Beginn einsetzende Regen tat diesem Spiel mit rund 1000 Zuschauern merklichen Abbruch. Der Gesamtverlauf rechtfertigt den Sieg des VfL, zumal todsichere Gelegenheiten durch Mandelkau und Wrobel nicht zu Erfolgen führten. Oldesloe trat ohne Hahn und Kneese an und hatte Mandelkau auf Halblinks gestellt. Pohlmeyer war bis auf eine Unzulänglichkeit gut. Lange I zeigte ein erstklassiges Spiel, besonders in der ersten Hälfte. Graffenberger merkte man die lange Pause sehr an. Richter hat seine große Form wiedergefunden. Friedrich wird im Schweden-Spiel mehr leisten müssen. Pohl wie immer mit ungeheurem Einsatz. Lattke zeigte die von ihm gewohnte Leistung. An Mandelkau reicht kein Spieler heran. Wrobel setzte sich groß ein und bot gute Schachzüge. Budnick fiel gegenüber dem Kücknitz-Spiel ab. Hierunter litt besonders Feddern, der sonst sehr brauchbar arbeitete. Das Fehlen von Hahn und Kneese machte sich doch sehr bemerkbar.

Segeberg stellte eine auf allen Posten gut besetzte Mannschaft. Die 1:0-Führung für Segeberg kam auf das Konto der VfL-Hintermannschaft und war zu vermeiden. Wrobel stellte durch Strafstoß das 1:1 her. Auf Vorarbeit von Lattke erzielte Wrobel ein schönes 2:1 für den VfL. Das 3:1 markierte Mandelkau auf Zuspiel von Wrobel. Bei einem Strafstoß für Segeberg wurde Pohlmeyer durch den dazwischenspringenden Friedrich gestört, so daß es nur noch 3:2 für VfL hieß. Einen Durchbruch schloß Pohl mit einem Pfostenschuß ab. Wrobel schießt aus zehn Metern über das Tor. Spritzig eine Gelegenheit erfassend, stellt Feddern das 4:2 her. Durch einen Strafstoß durch Kopfball verwandelt, kam Segeberg schließlich auf 3:4 heran.
ST

VfL Oldesloe: Günter Pohlmeyer - Helmut Lange, Dietrich Graffenberger - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hans Feddern, Günter Budnick, Georg Wrobel, Heinz Mandelkau, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Bruhn (31.), 1:1 Wrobel, 2:1 Wrobel, 3:1 Mandelkau, 3:2 Eigentor Friedrich, 4:2 Feddern, 4:3 Bruhn. - Zuschauer: 1000.

Dienstag, 29. Mai 1951
VfL gegen Hässleholm IF.
In Anbetracht dieses am Mittwoch, 30. Mai, 18.30 Uhr, stattfindenden großen Fußballkampfes erscheint es angebracht, die schwedischen Gäste etwas näher zu beleuchten: Torwart: Nilsson, geboren 1919, Eisenbahner, seit zwölf Jahren bester Tormann Hässleholms. Rechter Verteidiger: Jönsson, 1926, Tischler, zuverlässiger, schneller Mann. Linker Verteidiger: Gustavsson, 1932, Benjamin der Mannschaft, vielversprechend. Rechter Läufer: Travsson, 1921, Klempner, kleiner energischer Mann, seit zehn Jahren in der Mannschaft. Mittelläufer: Karlsson, 1928, Mechaniker, drei Meisterschaften im Geländelauf, drei im Skilauf, eine im Fünfkampf. Linker Läufer: Holmgren, 1928, Korrespondent, Mannschaftsführer, einer der besten Spieler, stammt von Malmö FF.Rechtsaußen: Järlegren, 1918, Fleischer, großer Techniker, seit 15 Jahren in der Mannschaft. Halbrechts: Klärrmann, 1922, Rohrleger, kleiner geschickter Spieler, durch seine Finten beim Publikum beliebt. Mittelstürmer: Nordgren, 1921, Kommunalarbeiter, der namhafteste Spieler der Mannschaft und seit Jahren der gefährliche Torschütze. Halblinks: Bruhn, 1930, Kontorist, junger, technisch guter Spieler, ein Jahr in der Mannschaft. Linksaußen: Adamsson, 1925, Feilenhauer, schnell und torgefährlich. Trainer: Kjell Nilsson, 1920, zehn Jahre führender Spieler bei Landskrona IF.
ST

Mittwoch, 30. Mai 1951
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - IF Hässleholm 1:2 (0:2)
VfL unterliegt gegen die Schweden. Hässleholm siegte sehr verdient mit 2:1 bei ihrem Freundschaftsspiel in der Kreisstadt. Von gutem Wetter begünstigt hatte das Stadion in einer Abendveranstaltung wieder einen großen Tag. Flaggenschmuck, Beifall findende Darbietungen des Spielmannszuges der Oberschule und, wie könnte es auch anders sein, 2500 interessierte Zuschauer dienten der äußeren Umrahmung. Nachdem Bürgermeister Hermann Barth im Namen der Stadt mit einem Blumenstrauß die Gäste willkommen geheißen hat, ehrte der Spartenleiter Dr. Erwin Lüders die Mannschaft durch einen Wimpel sowie mit einem VfL-Abzeichen an jeden Spieler.

Hässleholm stellte eine sympathische Mannschaft, der nicht nur Schnelligkeit und gute Kondition, sondern brillante Technik, taktische Einstellung sowie vor allem Präzision im Zusammenspiel eigen ist. Die Mannschaft war einheitlich besetzt und trotzdem müssen Mittelstürmer Nordgren, Halbrechter Nilsson, Rechtsaußen Järlegren, Mittelläufer Eriksson sowie der linke Läufer Iversen besonders genannt werden.

Der VfL konnte seinen Gegner in dieser Hinsicht nicht erreichen, kam jedoch in der zweiten Hälfte des Spiels kämpferisch derart groß heraus, so daß er den Ausgleich verdient gehabt hätte. Der Mannschaft fehlt ein zugkräftiger Mittelstürmer, der es versteht, den Angriff zu formen. Das sinnlose in der Mitte Festrennen, anstatt die Abwehr über die Flügel aufzureißen, kann nicht zu Erfolgen führen. Obgleich die Hintermannschaft im zweiten Durchgang keinen Boden freigab, sich immer stärker in den Vordergrund spielte und den Sturm mit Bällen versorgte, führten die Angriffshandlungen zu nichts.

Lange II arbeitete sehr sicher. Hervorragend Lange I. Hahn wurde vielfach überlaufen. Richter leistete sein bekanntes Pensum. Friedrich als Mittelläufer und Stopper spielte das Spiel seines Lebens, der beste Mann seiner Elf. Das Zuspiel von Pohl ist zu überhastet und führt zu oft zum Gegner. Feddern war gut, Budnick ist körperlich zwar schwach, nie aber ein krasser Versager. Mandelkau hatte einen recht unglücklichen Tag. Sein Können und seine Ballbehandlung sind bekannt, ein Mittelstürmer ist er nicht. Als Links- oder Rechtsaußen der Mannschaft ganz anders dienlich. Die ausgefeilte Technik von Kneese tritt immer wieder klar in Erscheinung, ihm fehlte der entsprechende Mann in der Mitte. Lattke gab wie immer das Beste.

Das Spiel begann mit gefährlichen Durchbrüchen der Gäste. Bei einer günstigen Gelegenheit kam Budnick zu Fall. Kneeses guter Schuß wurde von Nilsson abgefangen, desgleichen ein Flankenball von Feddern. Eine gute Abgabe von Feddern an Mandelkau vergab dieser. Zwei Meter vor dem Tor verpaßte Kneese mit dem Kopf eine Möglichkeit der Führung. Budnicks Schuß geht knapp über das Tor, ein guter Ball von Lattke streift die Latte. Nur noch Lange II vor sich, schießt Järlegren links am Tor vorbei. Lange I rettete ein sicheres Tor der Schweden mit dem Kopf auf der Linie. Im Gegenstoß ist der VfL-Sturm vor dem Tor der Gäste, spielt unverständlich hin und her, ein Schuß wird nicht gewagt. Zur Überraschung schießt Iversen in der 42. Minute einen Strafstoß scharf unter die Latte. 1:0 für Hässleholm. Die 44. Minute bringt einen weiteren Strafstoß, der, gegen die VfL-Mauer geschossen, die Ballrichtung ändert und als Eigentor endet. 2:0 für Schweden bei Halbzeit.

Nach Halbzeit erscheint für Budnick als Mittelstürmer Graffenberger, der auf diesem Posten nie die Erfüllung bringen wird. Die Mahnungen von Seeler scheinen gewirkt zu haben, denn die VfL-Elf setzt mit ungeheurem Druck ein. Mandelkaus Flankenball wird von Graffenberger verpaßt. Kneese schießt gegen die Torkante. In der 73. Minute erfaßt Feddern eine günstige Gelegenheit und bringt damit den VfL auf 1:2 heran. Die Schweden geraten etwas durcheinander, haben sich aber schnell wieder gefunden. Kneese knallt knapp daneben. In der 83. Minute winkt der Ausgleich, aber Feddern schießt über das Tor. Die letzte Minute brachte dramatische Ereignisse vor dem Tor der Gäste, zum Ausgleich reichte es nicht. Schiedsrichter Pooch (Phönix) bot wieder eine ausgezeichnete Leistung.
ST

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Ernst Hahn - Heinz Richter, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hans Feddern, Günter Budnick (46. Dietrich Graffenberger), Heinz Mandelkau, Werner Kneese, Hermann Lattke.
IF Hässleholm (Ankündigung): Nilsson - Jönsson, Gustavsson - Travsson, Karlsson, Holmgren - Järlegren, Klärrmann, Nordgren, Bruhn, Adamsson. Tore: 0:1 Iversen (42.), 0:2 Eigentor (44.), 1:2 Feddern (73.). - Schiedsrichter: Pooch (Lübeck). - Zuschauer: 2500.

Mittwoch, 30. Mai 1951
Was den Schweden auffiel.
"Hier ist es wie bei uns in Hässleholm!" Fußballer studieren Schaufensterauslagen. Der Halblinke, der so vehement gegen das Oldesloer Tor stürmte, war Arne Holmgren, Mannschaftsführer, 23 Jahre alt und im Privatleben Fremdsprachenkorrespondent. Er spricht gut deutsch, obwohl er, wie seine Fußballkameraden, zum ersten Mal in Deutschland ist. Als wir mit ihm durch die Oldesloer Straßen gingen, lag in seinen Augen die gleiche verwunderte Neugier, die man auch bei den anderen schwedischen Gästen beobachten konnte. 1947 war die Mannschaft in Norwegen. Seitdem ist ihre jetzige Deutschlandreise die erste Auslandstour, und die jungen Leute machen keinen Hehl daraus, daß sie von diesem Erlebnis ganz erfüllt sind.

Sie staunen über die vollen Läden. Er hätte nicht gedacht, sagt der blonde Holmgren, daß Deutschland schon wieder einen solchen Lebensstandard aufweise. Als wir ihm erwiderten, daß nicht alles Gold sei, was glänze, daß Oldesloe viele Flüchtlinge habe und so mancher sich die schönen Dinge nur durch die Schaufensterscheiben angucken könne, nickte er. Ja, das stünde auch in den schwedischen Zeitungen.
ST

Sonntag, 3. Juni 1951
Freundschaftsspiel TSV Mölln - VfL Oldesloe 1:4 (0:1)
VfL siegt in Mölln. Anläßlich der Platzweihe des TSV Mölln wurde die Ligamannschaft des VfL eingeladen. Während des ganzen Tages fanden leichtathletische Wettkämpfe sowie Handball- und Faustballspiele statt. Als Höhepunkt stand die Begegnung der obengenannten Mannschaften. Mit Fahnen festlich geschmückt war die Sportplatzanlage, als zwei Spielmannszüge sowie sämtliche Sparten des TSV Mölln zum Appell angetreten waren. Von der Ehrentribüne wurden verschiedene Ansprachen mehrerer Experten des TSV Mölln sowie des Kreissportverbandes Lauenburg gehalten. Der 1. Vorsitzende des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Johannes Stoll (ATSV Lübeck), ermahnte die Jugend, echte und saubere Sportler zu werden.

Als um 17 Uhr Schiedsrichter Buthmann (Kücknitz) das Spiel anpfiff, hatte die sommerliche Wärme etwas nachgelassen. Im großen und ganzen kann wohl gesagt werden, daß die etwa 1800 Zuschauer ein schnelles, faires Spiel zu sehen bekamen. Mölln, trotz einiger bejahrter Spieler, zeigte einen schnellen und schönen Flachpaß. Lange II machte ihnen jedoch den Garaus, er war in blendender Form. Lange I und Jack sehr schlagsicher und ohne Tadel. Hahn und Richter gut in Aufbau und Abwehr. Friedrich nicht Sonntag, wie wir ihn sonst kennen; das Gegentor kommt auf sein Konto. Lattke erstmalig Rechtsaußen auf ungewohntem Posten, brachte leider die gut geschossenen Flanken zu dicht vor das Tor, so daß der gute Möllner Torwart sie alle zunichte machte. Feddern schnell mit dem Ball, der gefährlichste Stürmer und bester Mann seiner Mannschaft. Graffenberger gut im Abspiel, aber kein Vollstrecker. Wrobel, der stets Unruhe in die Hintermannschaft bringt, dürfte trotz verschiedener Meinungsverschiedenheiten noch der beste Mittelstürmer des VfL sein.

In der ersten Halbzeit ausgeglichenes Spiel. In der 15. Minute konnte Lange I noch in letzter Sekunde den davonbrausenden Elfert vom Ball trennen. Zwei Minuten später geht ein Bombenschuß des Möllner Halblinken über die Latte. Der Oldesloer Torwart rettet einen aus der Luft geschossenen Flankenball in blendender Manier. Als Graffenberger in der 35. Minute auf das Tor abgibt, glaubten die Zuschauer an die 1:0-Führung der Oldesloer, doch strich der Ball knapp am Pfosten vorbei. Eine unglückliche Ballrückgabe des Möllner Mittelläufers bringt den VfL 1:0 in Führung. Feddern schießt kurz darauf, sechs Meter vor dem Tor stehend, überhastet am Tor vorbei. Kurz vor Halbzeit verfehlt eine Lattke-Bombe knapp das Ziel.

Nach der Halbzeit dominiert der VfL. Kneese dribbelt sich in geschickter Art durch, umspielt drei Mann und schießt unhaltbar zum 2:0 ein. Wenig später erhöhte der gleiche Spieler nach schöner Kombination mit Hahn zum 3:0. Im Gegenangriff umspielt Elfert Friedrich und verringerte auf 3:1. In der 83. Minute schießt Feddern auf Zuspiel von Lattke unhaltbar zum 4:1 ein. Als in der letzten Minute Friedrich umspielt wurde und Lange im Tor bereits geschlagen war, rettete Jack auf der Torlinie stehend durch eiskalte Kopfabwehr.
ST

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Günter Friedrich, Ernst Hahn - Hermann Lattke, Hans Feddern, Dietrich Graffenberger, Werner Kneese, Karl-Heinz Bertram.
Tore: 0:1 Eigentor, 0:2 Kneese, 0:3 Kneese, 1:3 Elfert, 1:4 Feddern. - Schiedsrichter: Buthmann (Kücknitz). - Zuschauer: 1800.

Freitag, 8. Juni 1951
Die VfL-Ligaelf hat am Sonntag Ruhe und in dem Spiel Schwartau gegen ATSV Lübeck in dem Oldesloer Stadion (Anm.: Aufstiegsspiel zur Landesliga) Gelegenheit, über die verpaßte, so günstige Gelegenheit nachzudenken. Wenn man den bisherigen Verlauf der Aufstiegsspiele verfolgt, dürfte feststehen, daß die VfL-Elf besser abgeschnitten und nicht am Ende der Tabelle gestanden hätte. Wie verlautet, hat der VfL die Absicht, infolge der veränderten Verhältnisse seine Mannschaft eventuell der 2. Division zu melden und wird daher die am Sonntag in dieser Angelegenheit stattfindenden Tagung in Hamburg besuchen.
ST

Sonntag, 10. Juni 1951
Kampf der Staffelmeister im Stadion vor nur 600 Zuschauern. Im Stadion stieg der Kampf der beiden Bezirksstaffelmeister um den Aufstieg in die Landesliga. Das Spiel zwischen TSV Schwartau und ATSV Lübeck endete 2:2 (1:0). Der verregnete Sonntag hielt die sonst in Bad Oldesloe gewohnte Zuschauermenge ab. Es waren nur 600 Unentwegte, davon etwa 100 aus Lübeck erschienen.
ST

Sonntag, 10. Juni 1951
Jugendvergleichskampf VfL Oldesloe gegen Eintracht Lokstedt.
Vier Mannschaften des VfL weilten in Hamburg, um Rückspiele zu bestreiten gegen Eintracht Lokstedt. In diesem Treffen wurde ein Pokal ausgespielt, den Herr Walter Münster (Lokstedt), stiftete. Sieger war der VfL mit 8:0 Punkten und einem Torverhältnis von 16:1. Die ersten Jungmannen spielten 2:1, sie mußten den einzigen Gegentreffer beim VfL hinnehmen. Die zweite Schüler konnte gegen die erste des LFC einen erfreulich hohen 7:0-Sieg erringen, ebenfalls die Knaben einen 3:0-Sieg. Beide Mannschaften zeigten sich in ausgezeichneter Form. Auch die äußerst schlechte Witterung konnte ihnen nichts anhaben. Auch die vierte Mannschaft, die zweite Jugend, errang einen erfreulichen 4:0-Sieg gegen die erste Jugend des Gastgebers. Allen vier Mannschaften herzlichen Glückwunsch zu dem errungenen Pokal.
ST

Freitag, 15. Juni 1951
Viktoria Lübeck spielt in Oldesloe.
Am Sonntag tritt der VfL Oldesloe gegen SV Viktoria 08 Lübeck an. Die Gäste sind Meister des Kreises Lübeck und dadurch zur Bezirksklasse für die kommende Serie aufgestiegen. Ganz abgesehen davon, daß diese Elf dem SSV Pölitz am letzten Sonntag in Pölitz mit 3:4 das Nachsehen gab, hat sie in allen Punkt- sowie Freundschaftsspielen beachtliche Resultate erzielt. Die Mannschaft ist auf allen Posten gleichmäßig besetzt, so daß sie nach Lübecker Meinung in der neuen Klasse keine schlechte Rolle spielen wird. Der Sieger dieser Begegnung kann nur VfL heißen, denn die junge Gästeelf wird an der größeren Routine des Gegners scheitern.
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Sonntag, 17. Juni 1951
Die Jugendmannschaften des VfL stellen sich Sonntag für Sonntag einem anderen Gegner und holen für ihren Verein schöne Siege heraus. Am Sonntag war die gesamte Jugendabteilung auf den Beinen. Viele Zuschauer behaupten, daß im Spiel der Jugend mehr Kampfgeist, Aufopferung jedes einzelnen Spielers und Ehrgeiz steckt, als in manchem Hauptkampf. Die Ergebnisse:

  • VfL Jungmannen - Bordesholm 2:1
  • VfL Jugend I - Zarpen 7:0
  • VfL Jugend II - Rümpel 12:1
  • VfL Schüler I - Rethwisch 14:0
  • VfL Schüler II - Pölitz 7:1
  • VfL Schüler III - Zarpen 4:2

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Sonntag, 17. Juni 1951
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Viktoria Lübeck 4:2 (3:1)
Sommerliche Leistungen im Stadion. Ohne Spannung und leistungsmäßig enttäuschend. Die 700 Zuschauer waren unseres Erachtens mit Recht unzufrieden, denn was hier gezeigt wurde, war typischer Sommerfußball und leistungsgemäß mittelmäßiges Bezirksklassenniveau ohne jede Spannung. Das Fehlen von Mandelkau, Lange I und Richter ist keine Entschuldigung dafür, daß die Mannschaft gegen einen hart und unkompliziert spielenden Gegner anfällig ist. Der Oldesloer Sieg an sich ist in Ordnung, denn der VfL hatte mehr vom Spiel, drängte zeitweise stark, ließ jedoch die Zügigkeit vermissen. Das Verteidigerpaar und Tormann Lange zogen sich gut aus der Affäre, desgleichen Friedrich, der sich seinen Feldverweis hätte ersparen können. Die Seitenläufer Hahn und Pohl arbeiteten wohl aktiv, verstanden es aber nicht, ein aus der Tiefe gezogenes Angriffsspiel zu formieren.

Durch Kopfball auf Vorlage von Kneese ging der VfL durch Feddern mit 1:0 in Führung. Die sichere Ausgleichschance wurde von den Innenstürmern der Gäste vergeben. Feddern erzielte auch das 2:0, woran der auf der Torlinie stehende Verteidiger nichts ändern konnte. Verdient und unhaltbar kommt Viktoria auf 1:2 heran. Wieder durch Feddern auf Vorarbeit von Kneese heißt es bei Halbzeit 3:1 für den VfL. Das 4:1 war ein billiger Erfolg, den der Läufer Wulf selbst als Eigentor erzielte. Nachdem Budnick hart über das Tor geschossen hat, wird ein Strafstoß von Feddern von dem Lübecker Tormann hervorragend abgefangen. Kneese knallt ganz scharf über die Latte. Ein Eckball bringt durch Einköpfen des Halblinken das 2:4. Schiedsrichter Fahl jun. (Pölitz) gut
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Egon Jack, Dietrich Graffenberger - Ernst Hahn, Günter Friedrich, Heinz Pohl - Hermann Lattke, Hans Feddern, Georg Wrobel, Werner Kneese, Günter Budnick.
Tore: 1:0 Feddern, 2:0 Feddern, 2:1, 3:1 Feddern, 4:1 Eigentor Wulf, 4:2. - Schiedsrichter: Fahl jun. (Pölitz). - Zuschauer: 700. - Platzverweis: Friedrich (VfL Oldesloe).

Freitag, 22. Juni 1951
Wenn das man gut geht.
VfL spielt in Lübeck. Im Rahmen der sportlichen Kämpfe, die der Lübecker Sportverein Gut Heil anläßlich seines 75jährigen Bestehens durchführt, tritt die VfL-Elf am kommenden Samstag in einer Abendveranstaltung gegen den LSV Gut Heil an. Mandelkau, Hahn, Friedrich und Richter stehen nicht zur Verfügung. Ob die Mannschaft den Lübecker Zuschauern den Beweis liefert, daß die Punktsiege des VfL über den LSV Gut Heil keinem Zufall entsprachen, ist zweifelhaft. Verheißungsvoll winkt lediglich die letzte Pokalniederlage des LSV Gut Heil gegen Eichholz mit 0:7!
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Sonntag, 24. Juni 1951
Die VfL-Jugendmannschaften überzeugten in Segeberg
Sechs Mannschaften des VfL weilten in Bad Segeberg bei Holstein und behaupteten sich mit allen Mannschaften. Mit 11:1 Punkten und 18:5 Toren fiel der Vergleichskampf zugunsten der Oldesloer aus. Die Ergebnisse:

  • Jungmannen 4:0
  • Jugend 5:3
  • Schüler (gegen Segeberg zweite Schüler) 3:0
  • Knaben 1:0

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Sonntag, 24. Juni 1951
Freundschaftsspiel Lübecker SV Gut Heil - VfL Oldesloe 2:3 (1:1)
VfL in Lübeck. Nur wenige Zuschauer. Obgleich der Gastgeber dieses Spiel nach der Falkenwiese verlegt hatte, waren nur 200 Zuschauer erschienen. Der Sieg der VfL-Mannschaft ist restlos verdient. Die Lübecker reichten technisch und taktisch nicht an ihren Gegner heran. Lange II lieferte eine hervorragende Partie und rechtfertigte damit seine Aufstellung für das am 30. Juni in Schwartau stattfindende Auswahlspiel des Bezirks IV gegen den Bezirk Kiel. Lange I und Jack erreichten nicht die gewohnte Form. Hahn war gut. Graffenberger lieferte als Mittelläufer ein verständiges Abspiel, eisenhart bei Gefahr und rettete ein sicheres Tor. Pohl zog sich eine schmerzhafte Rippenverletzung zu, stand aber trotzdem durch. Feddern war neben Lange II der beste Mann, auch er wird in Schwartau mitwirken. Mandelkau gestaltete mit Feddern den rechten Flügel. Die Vor- und Nachteile von Wrobel sind bekannt. Er hatte viel Pech, war sehr aktiv, seine beiden Tore gute Leistungen. Kneese verstand es als Halbstürmer, seine Nebenleute aus dem Hintergrund freizuspielen, und so Tore einzufädeln. Lattke war gut im Kampfeinsatz, seine Flanken sind zu sehr auf den Tormann gerichtet.

Die erste Halbzeit verlief ziemlich ausgeglichen. Ein Strafstoß von Hahn gegen die Latte war die Einleitung. Minuten später schoß Wrobel aus sechs Metern über das Tor. Eine gute Leistung von Mandelkau brachte den VfL mit 1:0 in Führung. Ein von Hahn gezogener Strafstoß wurde von Kneese verpaßt. Anschließend zeigte Lange II gute Abwehr. Bei einer Ballannahme von Wrobel gibt dieser zum Lübecker Mittelläufer. Glasenapp jagt den zugespielten Ball auf das Tor, Lange II kann den scharfen Ball nur prallen lassen, der Nachschuß bringt unhaltbar das 1:1. Lange II rettete unter Beifall gegen Demsath. Im zweiten Durchgang ist Oldesloe klar überlegen. Aus einem Eckball von Feddern kommt das Leder zu Hahn, ein Bombenschuß aus 16 Metern, aber Rüss hält sicher. Einen Eckball von Lattke schießt Wrobel knapp über das Tor. Kneese leitet an den völlig freistehenden Wrobel zum 2:1 durch den Letzteren. 3:1 heißt es durch einen schönen Kopfball durch Wrobel auf Flanke von Lattke. Acht Minuten vor Schluß Elfmeter gegen den VfL. Er wurde unhaltbar durch Kopitzki zum 2:3 verwandelt.
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VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Ernst Hahn, Dietrich Graffenberger, Heinz Pohl - Hans Feddern, Heinz Mandelkau, Georg Wrobel, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 0:1 Mandelkau, 1:1 Demsath, 1:2 Wrobel, 1:3 Wrobel, 2:3 Kopitzki (82., Elfmeter)

Mittwoch, 27. Juni 1951
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - TSV Schwartau 2:1 (1:0)
1800 sahen ein Kampfspiel von Bedeutung. Schönes Spiel als Serienabschluß. In Anwesenheit des Spielausschußobmannes Schumacher (Lübeck), erlebten die im Stadion erschienenen 1800 Zuschauer ein schönes Kampfspiel. Zwei in ihrer Spielweise gleiche Mannschaften standen sich gegenüber. Der Sieg des VfL ist restlos verdient. Die Oldesloer überragten im Gesamtgeschehen.

Lange II bot wieder eine gute Partie, er wird auch im Auswahlspiel seinen Mann stehen. Die Verteidiger Lange I und Jack stellten ein eisernes Bollwerk. Seitens der Läuferreihe sah man beste Störungs- und Aufbauarbeit, Richter dürfte sich seine Berücksichtigung für Schwartau erspielt haben, er bot ein Klassespiel. Der Angriff ist in dieser Besetzung das Beste, was der VfL heute zu stellen vermag. Er zeigte überraschend gute Leistungen, der Angelpunkt ist hier Kneese. Schwartau war auf allen Punkten ausgeglichen besetzt.

Das Spiel nahm mit Beginn ein außerordentlich schnelles Tempo an. Den Führungstreffer für den VfL erzielte Wrobel durch eine gute Leistung. Ein weiterer Erfolg wurde durch Bade in letzter Sekunde zur Ecke abgelenkt. Wrobel schoß gegen die Latte, der Nachschuß geht über das Tor. Eine Mandelkau-Flanke köpfte Wrobel vorbei. Die Angriffe von Schwartau sind gefährlich, finden das Schlußdreieck des VfL aber aufmerksam.

In der zweiten Halbzeit ist das Tempo langsamer, um im letzten Drittel nochmals eine Steigerung zu erfahren. Hahn rettet gegen Boje, trotzdem erzielt Teschen überraschend das 1:1. Sobolewski schießt, nur noch Lange II vor sich, gegen den Pfosten. Mandelkau hat die Chance des Tages - über das Tor geht der Ball. Eine herrliche Lattke-Flanke tritt Mandelkau daneben. Lange II kann nur noch durch Fußabwehr gegen Boje retten. Eine hübsche Vorlage von Kneese läuft am Tor vorüber, keiner ist zur Stelle. Eine gute Gelegenheit verschießt Eckhorst. Das Oldesloer Tor brennt, aber Lange II rettet die Gefahr. Das siegbringende Tor köpft Feddern unhaltbar zum 2:1 ein.
ST

VfL Oldesloe: Heinz Lange - Helmut Lange, Egon Jack - Heinz Richter, Dietrich Graffenberger, Ernst Hahn - Hermann Lattke, Hans Feddern, Georg Wrobel, Werner Kneese, Heinz Mandelkau.
Tore: 1:0 Wrobel, 1:1 Teschen, 2:1 Feddern. - - Zuschauer: 1800.

Samstag, 30. Juni 1951
Senioren Bezirk Lübeck - Bezirk Kiel 1:0 (0:0)
Im Rahmen des Verbandstages in Bad Schwartau trafen sich auf dem herrlich gelegenen Riesebusch-Sportplatz zwei Bezirksauswahlmannschaften aus Lübeck und Kiel. nach einem flotten Spiel, das durchweg im Zeichen der Hintermannschaften stand, behielten die Lübecker mit 1:0 die Oberhand.

Die Begegnung hat ihren Zweck durchaus erfüllt. Verbandstrainer Hans Rohde hatte zusammen mit dem gesamten Spielausschuß Gelegenheit, nach Talenten Ausschau zu halten. Große Entdeckungen konnten sie allerdings nicht machen. Aber das war unmittelbar vor der Sommerpause auch nicht zu erwarten. Dennoch war der 25fache Mittelläufer der Nationalmannschaft von den Leistungen der beiden Stopper Hartleib und Sebelefski und von dem Abwehrspiel des Oldesloer Verteidigers Lange recht beeindruckt.

Beide Mannschaften mußten in letzter Minute noch einige Umstellungen vornehmen. Die Kombination Kiel/Neumünster fand sich schneller, vermochte die Lübecker Abwehr aber nicht zu überwinden. Schmuck hatte allerdings mit einem Lattenschuß sehr viel Pech. Auf der anderen Seite knalle Pingel freistehend in die Wolken. In der Pause ließen die Lübecker Hoff in der Kabine und setzten den ATSVer Matern ein, der dann auch prompt in der 53. Minute das einzige Tor des Tages erzielte. Dieser Erfolg gab den Gastgebern mächtigen Auftrieb, aber Bornemann und Feddern ließen die besten Chancen aus. Schiedsrichter Weinand I unauffällig und sicher. Er ist immer noch der weitaus beste Lübecker Pfeifenmann.
SPM

Bezirksauswahl Lübeck: Franck (TSV Kücknitz) - Lange (VfL Oldesloe), Kleinschmidt (TSV Schwartau) - Kopitzki (LSV Gut Heil), Sebelefski (TSV Schwartau), Urbath (ATSV Lübeck) - Feddern (VfL Oldesloe), Pingel (TSV Kücknitz), Hoff (SV Sülfeld)/46. Matern (ATSV Lübeck), Sobolewski, Bornemann (beide TSV Schwartau)
Bezirksauswahl Kiel: Didimz (Union Neumünster) - Wüs-tenberg (Borussia Kiel), Busch (VfB Kiel) - Schlesinger (Olympia Neumünster), Hartleib, Kusch - Meß (alle VfR Neumünster), Buchallek (VfB Kiel), Schlemmer (Union Neumünster), Engler (Comet Kiel), Schmuck (VfR Neumünster)
Tor: 1:0 Matern (53.). - Schiedsrichter: Weinand I (Lübeck). - Zuschauer: 1200.

 

Bis zum Jahr 1960