Die Spielzeit 1951/52
Teil 2

 

Freitag, 5. Okt. 1951
Der Ausbau des Jugendheims für das Jugendaufbauwerk begegnet unvorhergesehenen Schwierigkeiten. Die Landesregierung hat die letzten, für Zwecke des JAW verfügbaren Gelder von rund 20.000 DM für die Baukosten und weitere 5000 DM für die Inneneinrichtung zur Verfügung gestellt. Um das Bauvorhaben zu beenden, sind noch weitere 10000 DM erforderlich, die jedoch weder von der Landesregierung noch von der Stadtverwaltung beschafft werden können.
ST

Samstag, 6. Okt. 1951
30.000 Badegäste wurden in diesem Jahre in der städtischen Badeanstalt am Bürgerpark gezählt. 22,5 Prozent davon waren Schüler. Eingenommen wurden 1780 DM. Die Ausgaben betrugen jedoch 2480 DM, so daß aus dem Stadtsäckel eine nahmhafte Summme zugeschossen werden muß.
ST

Dienstag, 30. Okt. 1951
2. Division.
Die Vertreter der 16 Amateurliga-Vereine hatten in Neumünster eine Besprechung. Auch das Thema zweite Division stand wieder auf der Tagesordnung. Spielausschußobmann Hans Frühauf (Flensburg) wurde beauftragt, mit dem Verbandsvorstand zwecks baldiger Klärung Fühlung zu nehmen. Man möchte in Schleswig-Holstein nicht wie im Vorjahr erst am Schluß der Serie erfahren, ob eine zweite Division kommt oder nicht. Es wird gewünscht, daß der Verbandsvorstand dann unmittelbar mit dem Norddeutschen Fußballverband verhandelt.
ST

Donnerstag, 8. Nov. 1951
VfL Oldesloe.
Am kommenden Samstag, 20 Uhr, begeht der VfL Oldesloe in den Räumen des "Oldesloer Hof" sein 89. Stiftungsfest. Turnerische Vorführungen sowie humoristische Vorträge umrahmen die Veranstaltung.
ST

Samstag, 10. Nov. 1951
Stiftungsfest.
Der VfL Oldesloe beging im "Oldesloer Hof" unter großer Beteiligung sein 89. Stiftungsfest. Schon das Eröffnungsbild, dargestellt von 30 Turnern und Turnerinnen, mit dem Gesang "Wem der Jugend Ideale noch das Leben nicht geraubt", hinterließ einen tiefen Eindruck. Nachdem der Vorsitzende Leo Seipelt in der Begrüßungsansprache den Sinn des Sportes aller Sparten erläuterte, ehrte er 5 Mitglieder für 40 Jahre und 16 Mitglieder für 25 Jahre treue Mitgliedschaft. Anschließend zeigte die Sparte Turnen ihr Können. Es kann nicht genug bedauert werden, daß gerade diese Sparte so wenig Gelegenheit hat, ihre gute Leistungen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Barrenturner beider Jugendabteilungen, Keulenschwingen der Mädchen, Bodenturnen der Kleinen, Reckturnen der Männer fanden großen Beifall.
ST

Montag, 12. Nov. 1951
Entscheidung über Sportbesteuerung.
Nach Informationen aus dem Bundesfinanzministerium ist mit einer schnellen Entscheidung in der Frage der Besteuerung von Sportvereinen, insbesondere Fußballvereinen, nicht zu rechnen. Die Vertreter des deutschen Sports wenden sich in erster Linie gegen die uneingeschränkte Besteuerung aller Überschüsse, soweit sie 2000 DM übersteigen.

Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, daß zur Berücksichtigung dieser Forderung mit Zustimmung der Länder und des Bundestages die Steuergesetze und die entsprechenden Durchführungsverordnungen geändert werden müßten. Es wird also voraussichtlich mit den Länderfinanzministern diese Frage erörtert werden. Das Bundesfinanzministerium lehnt es jedoch ab, dem Sport gegenüber allen anderen Verbänden eine grundsätzliche Sonderstellung in steuerlicher Hinsicht einzuräumen. Dies könne um so weniger verantwortet werden, als bei manchen Sportvereinen erheblicher Aufwand betrieben werde. In jedem Fall soll versucht werden, eine gerechte und den Interessen aller angemessene Lösung zu finden.

In einer Denkschrift hat der Deutsche Fußball-Bund die sportschädigende Wirkung der geplanten Heranziehung der Sportvereine zur Körperschaftssteuer aufgezeigt.
ST

Montag, 12. Nov. 1951
Toto-Jubiläum.
Unser Fußball-Toto - besser gesagt die "Schleswig-Holsteinische Sportwette GmbH" - feiert an diesem Mittwoch ihr dreijähriges Bestehen. Wir könnten dieses Jubiläum zum Anlaß nehmen, um uns an Zahlen zu berauschen. Wir könnten heute aufzählen, wie sich die Wettumsätze seit dem Jahre 1948 lawinenartig verdoppelt, verdreifacht und vervierfacht haben und heute bereits rund siebeneinhalbmal so groß sind wie an den ersten Sonntagen. Wir könnten heute mit Eigenheim- und Baukostenzuschüssen, mit Steuer- und Gewinnsummen, mit höchsten und niedrigsten Quoten jonglieren, um darin die Bedeutung des Totos zu Ehren seine Jubiläums zu dokumentieren. Wir würden damit aber nicht den Kern erreichen, sondern nur die Schale. Denn der Kern bleibt die Idee.

Die Idee des Fußball-Totos war nicht neu, als wir uns in Deutschland damit befaßten. England, Schweden, die Schweiz, Italien besaßen bereits Fußball-Wettgesellschaften. Ihre verschiedenartigen Systeme dienten als Anregung für eine spezifisch deutsche Lösung, nachdem erst einmal der Widerstand gegen den Sporttoto überhaupt gebrochen war.

Es ist nötig, einmal an diesen Widerstand zu erinnern, denn es glauben heute alle Sportbünde und Sportverbände, sie hätten den Segen dieser Einrichtung von jeher gekannt und sich so sehr dafür eingesetzt, daß sie heute auf Grund ihrer "Pionierarbeit" auch Ansprüche stellen können. Dem war durchaus nicht so. Die Spalten der alten "Sport-Megaphon"-Jahrgänge geben noch genau Aufschluß darüber, wie wir von den verschiedensten Seiten angegriffen wurden, als wir als einige der ersten diese Idee propagierten.

Wir haben seinerzeit bereits darauf hingewiesen, daß die Idee des Fußball-Totos gesund sei und sich durchsetzen würde, wenn sie in einen gut bereiteten und sauberen Garten gepflanzt würde. Und darein liegt unserer Meinung nach die Bedeutung des heutigen Jubiläums: der Garten Schleswig-Holsteins war sauber und wurde von gewissenhaften Gärtnern von jeglichem Unkraut, das die Idee überwuchern und ersticken kann, freigehalten. Wir meinen damit Schiebungen und Skandale.

Daran sollten wir bei diesem Jubiläum denken und den verantwortlichen Männern an der Spitze der "Schleswig-Holsteinischen Sportwette GmbH" unseren Dank und unsere Aufmerksamkeit zollen.
SPM

Mittwoch, 28. Nov. 1951
In der neuen Jugendherberge, die dem Jugendheim am Bürgerpark angeschlossen wird, sind 30 Betten vorgesehen. Damit wird erstmalig nach dem Kriege im Kreis Stormarn wieder eine Jugendherberge für die wandernde Jugend geöffnet.
ST

Montag, 17. Dez. 1951
Ab Februar 1952 Sportgroschen.
Der Vorstand des Landessportverbandes Schleswig-Holstein beschloß auf einer Sitzung in Kiel, ab 1. Feb. 1952 von allen Veranstaltungen in seinem Bereich einen Sportgroschen zu erheben, der zur Deckung der Prämien der Unfallversicherung dienen soll. Auf alle Eintrittskarten zwischen 30 und 50 Pfennigen sollen fünf Pfennig, auf alle Karten über 50 Pfennige zehn Pfennige aufgeschlagen und über die Kreissportverbände an den Landessportverband abgeführt werden. SPM Donnerstag, 20. Dez. 1951
Amateurfußball nicht vergnügungssteuerpflichtig!
Der Verwaltungsgerichtshof Hessen hat in Darmstadt die Feststellung getroffen, daß Fußball kein Gewerbe ist. Zahlungen einer Entschädigung an die Spieler für Anreise und Aufwand im Rahmen des Richtsatzes sind gestattet. Die Entscheidung besagt, daß Amateurfußballvereine zur Vergnügungssteuer nicht herangezogen werden können.
ST

Montag, 24. Dez. 1951
Kommt die 2. Division?
Um den Boden für die 2. Division rechtzeitig vorzubereiten und allen in Frage kommenden Vereinen die Möglichkeiten einer Beteiligung an dieser Klasse zu geben, hat sich der Vorstand des Norddeutschen Fußballverbandes zu einer Umfrage entschlossen. Nach Eingang der Antworten und der damit bekannt werdenden Wünsche will der NFV die neue Lage überprüfen und sich gegebenenfalls für die 2. Division entscheiden, deren Einführung bereits zweimal aus wirtschaftlichen Erwägungen zurückgestellt worden war.

 

Bis zum Jahr 1960