Spielzeit 1952 - 53
Teil 1

  

Sonntag, 6. Juli 1952
Großer Knall in Itzehoe.
Gesamter Vorstand des Fußballverbandes abgelöst. Erbitterte Diskussionen um Sportförderungsausschuß. Dr. Waßmund übernahm "verschuldetes Schiff". Der als "Tag der Sensationen" angekündigte Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Itzehoe stellte alle Erwartungen in den Schatten. Mit 727 zu 619 wurde ein Mißtrauensantrag gegen den gesamten Vorstand angenommen und nach einer sehr schweren Geburt ein neuer Vorstand mit dem verdienten Sportpionier Dr. Curt Waßmund (Pansdorf) an der Spitze auf die Beine gestellt. Vorausgegangen war eine drei Stunden lange hitzige, teilweise sogar für diese Versammlung unwürdige Diskussion über die Verteilung der Toto-Gelder, das Projekt Malente und die Tätigkeit des Sportförderungsausschusses, die für den Mißtrauensantrag den Ausschlag gab, nachdem überdies festgestellt worden war, daß die Vereine vor dem 1. März 1954 keine neuen Toto-Mittel erhalten können und Funktionäre des SHFV, des Sportförderungsausschusses und des Landessportverbandes Darlehen angenommen haben.

Die Amateurliga wird auch in der kommenden Saison aus 16 Vereinen bestehen, da der durch den Aufstieg des VfB Lübeck in die Oberliga freiwerdende Platz durch den dritten Absteiger eingenommen werden soll. Besondere Ausscheidungsspiele zwischen den punktgleichen Vereinen TSV Neustadt, TSV Brunsbüttelkoog und Flensburg 08 erübrigen sich also.

Die Stimmung der 325 Delegierten, die 1413 Stimmen auf sich vereinten, war von der ersten Minute an gereizt. Es wurde bei unerträglicher Hitze und in Hemdsärmeln getagt. Die Luft war mit Explosionsstoff förmlich überladen. Schon bei der ersten Wortmeldung wollte Möller (Neustadt) Klarheit über die "Fälle" Karl-Heinz Saggau, Malente und die Gewährung von Darlehen an verschiedene Funktionäre. Auch der Kassenbericht wurde sofort heftig angegriffen, vor allem die Tatsache, daß die sechs Auswahlspiele der Saison 1951/52 ein Defizit von über 11.000 Mark brachten. Darüber hinaus löste auch die Abrechnung des Sportförderungsausschusses erbitterte Diskussionen aus. Nicht zuletzt deshalb, weil der Kreis Kiel mit 285.500 Mark allein so viel an Ausschüttungen erhielt, wie alle neun anderen Kreise zusammen.

Entlastung abgelehnt. Nach diesen Wortgefechten hatte die Empörung verschiedener Diskussionsteilnehmer ihren Höhepunkt erreicht. Die vom Ehrenmitglied des SHFV Franz Grimm beantragte Entlastung des Gesamtvorstandes wurde abgelehnt und dafür folgende Anträge eingebracht: a) Da es feststeht, das von Vorstandsmitgliedern des SHFV, des Sportförderungsausschusses und des Landessportverbandes Darlehen entgegengenommen wurden und der Untersuchungsbericht des Verbandsgerichts darüber hinaus Mißstände aufdeckte, mögen die Vereine einen Mißtrauensantrag gegen den gesamten Vorstand unterstützen. b) Alle Funktionäre des SHFV, des Sportförderungsausschusses und des Landessportverbandes, die Geld erhalten haben, dürfen den neuen Vorständen nicht angehören. Die Versammlung bittet, eine Liste der Geldempfänger unverzüglich vorzulegen.

Kein Vorsitzender zu finden. Noch vor den Neuwahlen wurden wiederholt warnende Stimmen laut, die darauf hinweisen, daß die "Pannen" in den Fällen Saggau, Malente und Gewährung von Darlehen nicht ausreichen dürften, verdiente Sportfunktionäre einfach von der Bühne zu fegen, zumal ein neu zu wählender Vorstand im Hinblick auf die übernommenen Verpflichtungen einige Schwierigkeiten haben würde. Die Abstimmung ergab dann 727 für den Mißtrauensantrag bei 619 Neinstimmen und 37 Stimmenthaltungen. Der Vorstand verließ daraufhin sofort seine Plätze. Zwei Vorstandsmitglieder wurden im Verlaufe des Abends gar nicht mehr gesehen.

Die Situation schien völlig verfahren, als Wahlleiter Grimm vorerst keinen neuen 1. Vorsitzenden finden konnte, da sowohl Dr. Waßmund als auch der zur Wiederwahl vorgeschlagene Willi Steffen ablehnten. Steffen hielt es für unter seiner Würde, nach einem Mißtrauensantrag wieder zu kandidieren, während Dr. Waßmund, heute 60 Jahre alt und Träger der Ehrennadeln des SHFV und der Schiedsrichtervereinigung, nicht gewillt war, "das völlig verschuldete Schiff" zu übernehmen. Da schließlich auch Richard Sell (Kiel), Gerhard Fresener (Itzehoe) und Herbert Henning (Flensburg) ablehnten, schien die Situation völlig verfahren.

Dr. Waßmund nimmt an. Um zu retten, was noch zu retten war, erklärte sich unter dem donnernden Beifall des Hauses Dr. Waßmund bereit, für ein Jahr das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen. Alle Delegierten waren sich in dieser Minute einig, einen besseren 1. Vorsitzenden in dieser Lage niemals finden zu können. Dr. Waßmund wies aber unmißverständlich darauf hin, daß finanzielle Unterstützungen vor dem 31. März 1954 nicht zu erwarten sind. Alle übrigen "abgeschossenen" Vorstandsmitglieder, die bei den folgenden Wahlen sämtlich wieder vorgeschlagen wurden (!) lehnten nach einer vorher getroffenen Absprache die Wiederwahlen ab. Lediglich der Kieler Hans Löhndorf, der erst nach der Suspendierung Saggaus die Kasse übernommen hatte, behielt seinen Posten als Schatzmeister, zumal er als einziger von dem Gesamtmißtrauensantrag ausgeschlossen worden war.

Die weiteren Neuwahlen. Die weiteren Neuwahlen entwickelten sich wie folgt: 2. Vorsitzender wurde mit 669 zu 608 Stimmen der Kieler Sell vor Fresener (Itzehoe). Carl Arpe, Steffen und Henning hatten vorher eine Wahl abgelehnt. Als Schatzmeister wurde Löhndorf einstimmig bestätigt. Als Pressewart wurde Dr. Wolfgang Duck gegen eine Stimme gewählt. Hess (Lübeck), Hans Hansen (Flensburg) und Peter Tietz (Lübeck) hatten vorher abgelehnt. Beisitzer wurden Henning (Flensburg) für zwei, Möller (Neustadt) für ein Jahr.

Nachfolger von Hans Frühauf als Spielausschußobmann wurde Heinrich Steenbock (Kiel) mit großer Mehrheit vor Henning (Flensburg). Die vorher für diesen Posten vorgeschlagenen Frühauf (Flensburg), Tietz (Lübeck), Roeltgen (Heide) und Czekala (Itzehoe) lehnten ab. Spielausschußmitglieder sind Georg Abel (Schleswig 06), Paul Schumacher (Lübeck), Kurt Hinz (Kiel) und Friedrich Roeltgen (Heide).

Die Belange der Schiedsrichter werden in der kommenden Saison von dem Kieler Karl Holstein (720 Stimmen) vertreten, denn Czekalla erhielt 536, der bisherige Obmann Karl Heuck 100 Stimmen. Als Kassenprüfer wurden Strehlow (Husum) und Klüver (Preetz) gewählt. Dr. Karl Alslev wird auch im kommenden Jahr als Obmann des Verbandsgerichts fungieren. Rechtsanwalt Hinrichs (Leck), Oppermann (Heide), Schwieger (Kiel) und Moll (Lübeck) werden dem Ausschuß angehören.

In den Sportförderungsausschuß wurden Fischer (Plön), Baumann (Lübeck), Steffen (Lübeck) und Czekala (Itzehoe) delegiert. Die vom Landessportverband vorgeschlagenen Dr. Ehms (Kiel), Stoll (Lübeck) und Feldmann (Neumünster) fanden noch keine Billigung der Versammlung, da einer unter diesen drei Herren Darlehen des Sportförderungsausschusses angenommen haben soll.

Für den Verbandstag 1953 bewarben sich Rendsburg, Eckernförde, Husum, Neumünster und Neustadt (für Grömitz) sowie Kiel. Die Versammlung entschied sich für Grömitz.

Amateurliga mit 16 Vereinen.

Nach dem Durchpauken der Wahlen glätteten sich die Wogen erheblich. Man schlug vor, den Haushaltsvorschlag durch den Beirat noch einmal zu überarbeiten. Die Klärung der Abstiegsfrage zwischen den drei punktgleichen Vereinen TSV Neustadt, TSV Brunsbüttelkoog und Flensburg 08 ging verhältnismäßig glatt und schnell über die Bühne, da die meisten Delegierten erschöpft waren und viele den Versammlungsraum bereits verlassen hatten. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, in der abgelaufenen Saison nur zwei Vereine, Eutin 08 und ATSV Lübeck, absteigen zu lassen, so daß, da der VfB Lübeck den Aufstieg in die Oberliga schaffte, die Amateurliga auch in der kommenden Saison 16 Vereine umfassen wird.

Viel Arbeit für die Zukunft. Ob alle diese Maßnahmen der hitzigen und nervenzehrenden Tagung in Itzehoe zum Wohle des Fußballs in Schleswig-Holstein geschahen, muß sich, ohne dabei im geringsten am guten Willen und den Fähigkeiten der neuen Verantwortlichen zu zweifeln, erst noch erweisen. Man muß den neu gewählten Funktionären Dank sagen, daß sie in einer so schwierigen und verfahrenen Situation das Steuer ergriffen und diese schwer Bürde und Verantwortung auf sich nahmen. Es wird für sie Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit geben, um alles wieder ins rechte Lot zu rücken.

Fünf Jahre ohne Dank.

Man soll darüber aber nicht vergessen, und das ist in diesem hektischen Versammlungsfieber ohne Zweifel getan worden, daß die "abgeschossenen" Funktionäre fünf Jahre lang die Geschicke des Fußballs gelenkt haben und fünf Jahre lang das Vertrauen besaßen. Es waren fünf Jahre des Aufbaus und harter Arbeit. Daran hat an diesem Tage niemand gedacht und ein Wort der Anerkennung gefunden. Gewiß, es wurden Fehler gemacht, aber wer die Arbeit auf sich nimmt und etwas tut, hat schließlich auch das Recht, einmal etwas falsch zu machen. Ihn für seine Fehler verantwortlich zu machen, ohne die geleistete Arbeit anzuerkennen, ist nicht gerade fair.
SPM

Montag, 7. Juli 1952
Prüfungsbericht des Verbandsgerichts: Projekt Malente und persönliche Darlehen.
Das Verbandsgericht des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes gab als Untersuchungsausschuß nach eingehender Prüfung der Unterlagen und Befragung mehrerer Zeugen und Persönlichkeiten folgendes Untersuchungsergebnis bekannt:

  1. Das unbefriedigende Ergebnis des Verbandstages des Schleswig-Holsteinischen Landessportverbandes in Malente über die Abrechnung des Sportheims Malente läßt es ratsam erscheinen, nach fruchtlosem Ablauf der dem Architekten Rathmann gestellten Abrechnungsfrist dem Sportheim Malente e.V. zu empfehlen, den Architekten auf Rechnungslegung zu verklagen.

  2. Das Überdisponieren des ehemaligen Sportförderungsausschusses (SFA) ist im wesentlichen zurückzuführen a) auf die unzureichende Tätigkeit des Kassenführers Karl-Heinz Saggau in der letzten Hälfte des Jahres 1951 und b) auf die erforderlich gewordene Inanspruchnahme des Sportförderungsausschusses für die Projekte "Sportplatz" und "Schulungsheim Malente" infolge Wegfalls der 0,02 DM für jeden Wettschein durch die Toto-GmbH.

    Durch eine außerordentliche Prüfung der Kasse des Kassierers Saggau am 7. Dez. 1951 wurde zwar festgestellt, daß Unterschleifen irgendwelcher Art nicht stattgefunden haben, daß aber im letzten halben Jahr von dem Kassierer keinerlei Buchungen mehr vorgenommen worden sind, so daß dem Sportförderungsausschuß jegliche Übersicht, über das, was zu zahlen war und zu zahlen ist, verloren gehen mußte. Hier ist dem Vorsitzenden des Sportförderungsausschusses, Carl Arpe, als dem geschäftsführenden Vorsitzenden der Vorwurf zu mangelnder Aufsichtspflicht zu machen.

  3. Das Eingreifen der Landesregierung in die Befugnisse des Sports bei der Verteilung der Gelder beruht im wesentlichen auf dem Ergebnis des Verbandstages des Landessportverbandes in Malente, auf dem der Ruf nach dem Staatsanwalt hinsichtlich der Abrechnung des Sportheims Malente ertönte. Dadurch aufmerksam geworden, hat der Finanzausschuß des Landtages sich im Mai 1952 auf den Standpunkt gestellt, daß verschiedene Änderungen notwendig sind, z.B., daß der Sportförderungsausschuß nach den Prinzipien verfahren wird, die bei allen staatlichen Vergebungen üblich sind. Danach ist es erforderlich, daß kein persönlich Interessierter in einem Vergabeausschuß sitzt, der eventuell selbst nachher den Zuschlag erhält. Es ist dabei betont worden, daß mit dieser Forderung keinerlei persönliche Spitze gegen Herrn Arpe als Inhaber der Firma Carl Arpe erhoben wird, sondern sich die Landesregierung vielmehr zum Sprecher von Forderungen von Abgeordneten erhoben hat. Herr Arpe ist daraufhin als Vorsitzender des Sportförderungsausschusses zurückgetreten. Abschließend ist es dann zwischen Landesregierung und dem Sportförderungsausschuß am 3. Juni 1952 in Malente zu einer Besprechung gekommen, bei der das zukünftige Verfahren bei der Verteilung der Gelder und eine Übersicht über die bestehenden Verbindlichkeiten aufgestellt wurden. Danach wird es bei den bestehenden Verbindlichkeiten und gleichbleibendem Aufkommen aus der Sportwette dem Sportförderungsausschuß möglich sein, neue Anträge auf finanzielle Unterstützungen seitens der Vereine erst ab Feb. 1954 zu bewilligen. Bis dahin werden alle bestehenden Verbindlichkeiten erfüllt sein.

  4. Das Geschäftsgebaren des Sportförderungsausschusses bei Anweisungen von Geldern und deren Nachweise erweisen sich zwangsläufig aus der unzulänglichen Kassenführung des Kassierers Saggau.

  5. Nach dem Beschluß des Beirats des Fußballverbandes wären die Bewilligungen von Beihilfen und Darlehen an Funktionäre der Verbände zu überprüfen. Es wurde festgestellt, daß tatsächlich Beihilfen und Darlehen in Höhe von DM 18.500 (von den DM 8000 zurückgezahlt werden) an Funktionäre (des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, des Sportförderungsausschusses und des Landessportverbandes) aus den Mitteln des Sportförderungsausschusses gezahlt sind, ohne daß diese Beträge erkennen lassen, daß sie, wie es die Satzung vorschreibt, zwecks Sportförderung ausgegeben sind.

  6. Hierzu ist festzustellen, daß der Sportförderungsausschuß nicht befugt war, diese Beträge auszuschütten, und es muß dem Ausschuß in seiner Gesamtheit ein Vorwurf gemacht werden. Dem neuen Sportförderungsausschuß muß aufgegeben werden, soweit diese Beträge nicht bereits zurückgezahlt sind oder werden, jeden Einzelfall zu überprüfen und auf Rückzahlung zu drängen.

  7. Der Bau des Sportplatzes und der Sportschule in Malente und dessen Durchführung zerfällt in zwei Abschnitte: a) in die Finanzierung; b) in die technische Durchführung.

Die Finanzierung erfolgte auf folgende Weise: Durch die Sportwette war im Jahre 1950 zugesagt worden, daß von jedem verkauften Wettschein ein Betrag von DM 0,02 dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband zur Förderung besonderer Objekte einem Sonderkonto zur Verfügung gestellt werden. Mit Einverständnis der Sportwette wurde daraufhin ein Sportplatzgelände erworben und in drei Teilbeträgen von je DM 50.000 durch Darlehensverträge mit der Landesbank im Vorgriff auf die Finanzierung genommen.

Im Frühjahr 1951 wurde durch das Oberste Bundesfinanzgericht von der Stadt Hamburg in dem gegen die Toto-Gesellschaft angestrengten Prozeß entschieden, daß auch die Wettscheine der Lotteriesteuer in Höhe von 16 2/3 Prozent zu unterwerfen sind. Damit war es der Toto-GmbH unmöglich, die DM 0,02 pro Wettschein zu zahlen, und es war eine echte Schuld des Fußballverbandes bei der Landesbank entstanden. Die weitere Finanzierung des Sportplatzbaues erfolgte auf Grund einer Bewilligung des Sportförderungsausschusses in Höhe von DM 150.000, die den Betrag von 100 Prozent darstellt, der dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband rückwirkend ab 1. Jan. 1951 zur Verfügung gestellt ist. Von diesem Betrag wurde der größte Teil als rückständige Schuld an die Firma Arpe gezahlt.

Den beiden Vorstandsmitgliedern Willi Steffen und Carl Arpe bleibt der Vorwurf, derartige Projekte wie Sportplatzbau und Bau des Schulungsheims ohne mangelnde Information des Vorstandes und des Beirates durchgeführt zu haben. Die nachträgliche Legalisierung dieses Vorgehens der beiden Vorstandsmitglieder kann den Vorwurf nicht abschwächen.
SPM

Donnerstag, 10. Juli 1952
Ein aktuelles Thema: Wir brauchen ein Strandbad.
Aber wenn die Kosten kommen. Der Stadtsäckel ist leer. In den Tagen der Rekordhitze drängte sich wieder einmal der Gedanke auf, daß die Kreisstadt ein modernes Strandbad braucht. Die städtische Badeanstalt an der Trave hatte täglich etwa 1000 Besucher. Auf 400 bis 500 wurde die Zahl der Badelustigen geschätzt, die im Wasser des Poggensees Erfrischung suchten. Beide Badegelegenheiten entsprechen keineswegs idealen Forderungen. Aber leider macht die Finanzlage der stark verschuldeten Stadt eine Änderung vorläufig unmöglich.

Auch die Stadtväter erkennen gleich dem Bürgermeister an, daß manches an der städtischen Badeanstalt zu verbessern wäre. Vor allem die Toilettenverhältnisse sind stark abänderungsbedürftig. Das Bauamt wurde nun beauftragt, einen vorschlag auszuarbeiten, dessen Verwirklichung kostenmäßig tragbar ist. Eine Kommission wird weiter die Verhältnisse am Poggensee studieren. Es handelt sich hier, wie festgestellt wurde, nicht um ein städtisches Freibad. Das Baden geschieht dort auf eigene Gefahr.
ST

Montag, 14. Juli 1952
Itzehoer Wogen noch nicht geglättet.
Die Wogen, die der mit dem Sturz des gesamten Vorstandes so sensationell verlaufene Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Wallung gebracht hat, haben sich immer noch nicht ganz geglättet. Einig sind sich alle Fußballkreise nur darüber, daß der 6. Juli 1952 als ein schwarzer Tag in die Geschichte des SHFV eingehen wird.

Der Verbandstag bewies eindeutig, daß vom Vorstand entscheidende Fehler gemacht worden sind. Er mußte deshalb auch die Konsequenzen ziehen. Nur die Art und Weise, wie er von der Versammlung von der Bühne gejagt wurde, mißfiel uns, nicht zuletzt deshalb, weil auch Funktionäre in den Mißtrauensantrag einbezogen wurden, die mit den aufgezeigten Mißständen gar nicht zu tun hatten.

Mußte nicht auch die Tatsache, daß alle "abgesägten" Funktionäre bei den später durchgeführten Neuwahlen wieder neu vorgeschlagen wurden, Kopfschütteln hervorrufen? Wenn sich der alte Vorstand in seiner Gesamtheit nicht einig gewesen wäre, nach der Annahme des Mißtrauensantrages keinen neuen Posten zu übernehmen - es hätte wahrscheinlich trotz allem gar nicht so sehr viele Änderungen gegeben.

Der Verbandstag wäre sicherlich auch erheblich ruhiger und sachlicher verlaufen, wenn der alte Vorstand, der von den geplanten Attacken wußte, nach den Jahresberichten zurückgetreten wäre. Die Versammlung hätte sich dann die Männer, die nach wie vor ihr Vertrauen besitzen, wiederwählen können. Und, das ist das wesentliche dabei: diese Funktionäre hätten sich auch zur Wahl stellen können, was nach dem Mißtrauensantrag nicht mehr möglich war. Wahrscheinlich wären zwei, wenn nicht gar drei Vorstandsmitglieder mit großer Mehrheit wiedergewählt und viel Lärm vermieden worden. Denn, und darüber wurde in Itzehoe leider viel zuwenig gesprochen, es war ja schließlich nicht alles falsch und schlecht, was der Vorstand unter Willi Steffen geleistet hat.
SPM

Montag, 14. Juli 1952
Trainer Walter Warning, der ehemalige Torwart des Hamburger SV, der auch den VfL Oldesloe schon betreute, hat für die neue Spielserie das Training des Lüneburger SK übernommen.
ST

Montag, 21. Juli 1952
Erste Sparmaßnahmen: Herabsetzung der Spesen.
Der neu gewählte Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes befaßte sich ins einer ersten Sitzung vor allem mit der überaus ernsten Finanzlage und beschloß als erstes, die Spesen für den Vorstand und die Ausschüsse wesentlich herabzusetzen und auf die geplante feierliche Einweihung der Sportschule Malente zu verzichten.

Man kam ferner zu dem Ergebnis, daß nur durch uneingeschränktes Vertrauen der Gläubiger und der Sportförderer eine Katastrophe vermieden werden könne. Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 1952/53 beläuft sich auf 190.340 Mark und muß noch durch den Verbandsbeirat genehmigt werden. Das "Sorgenkind" droht die Sportschule Malente zu werden. Man hofft, durch eine ständige Belegung mit Lehrgangsteilnehmern den wahrscheinlich immer benötigten Zuschuß auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Lehrgangsleiter wird der Verbandstrainer Hans Rohde sein.
SPM

Samstag, 26. Juli 1952
Dorn beim 1. FC Saarbrücken.
Herbert Dorn, der früher beim VfL Oldesloe spielte, hat vom 1. FC Saarbrücken einen Vertrag für die neue Spielserie bekommen. Dorn, der im Jahre 1948 seinen Wohnsitz nach Göttelborn/Saar verlegte, spielte bis jetzt in Quirschied/Saar und hat seiner Mannschaft, deren Trainer er war, zur Bezirksklasse verholfen. Der jetzt 31jährige ist für den Linksaußenposten in der Saarbrücker Mannschaft vorgesehen. Die Prüfung als Fußballtrainer, für die die französische Sprache zur Bedingung gemacht war, hat Dorn im Frühjahr mit "sehr gut" bestanden.
ST

Mittwoch, 30. Juli 1952
Sportunfallhilfe.
Auf Grund eines Erlasses des Innenministeriums gilt die Erhebung eines Zuschlages von 0,05 DM zum Eintrittspreis bei allen Veranstaltungen der zum Landessportverband gehörenden Vereine zu Gunsten des Sozialwerks "Sportunfallhilfe" als Sonderzahlung des Vergnügungssteuergesetzes und bleibt "widerruflich" vergnügungssteuerfrei.
ST

Donnerstag, 31. Juli 1952
Fernsehsendungen aus Helsinki.
Vor den Schaufenstern von Radio- und Foto-Sträter und Elektro-Hoffmann stauen sich abends die Menschen, seit in den Schaufenstern Fernsehempfangsgeräte aufgestellt worden sind. Übertragen werden Fernsehsendungen aus Helsinki mit den neuesten Ereignissen der Olympischen Spiele.
ST

Donnerstag, 31. Juli 1952
Badestelle am Poggensee.
In der städtischen Badeanstalt wurden an einem heißen Tage dieses Sommers 1600 Besucher gezählt. Allein diese Tatsache rechtfertigt die Einrichtung einer zweiten Badegelegenheit. Eine städtische Kommission hat das Gelände am Poggensee besichtigt und dem Magistrat vorgeschlagen, einen Uferstreifen als Badestelle zu kennzeichnen. Abgrenzung, Hinweisschilder, Beaufsichtigung durch Polizeibeamte und durch den Stadtoberforstwart sollen dafür sorgen, daß der Badebetrieb sich nur an dieser Stelle abspielt.
ST

Mittwoch, 6. Aug. 1952
Stormarns Fußballer am grünen Tisch.
Neueinteilung der Kreisklasse. Die meisten Mittel für die Jugend. Eine erweiterte Beiratssitzung (also mit Spiel-, Jugend-, und Schiedsrichterausschuß und dem Kreisgericht) fand nach den Neuwahlen in vorbildlicher Kameradschaft in Bad Oldesloe statt. Der Beirat beauftragte den Spielausschuß mit der Einteilung aller Mannschaften ohne Unterschied der Spielstärke in einer Kreisklasse (Kreisliga) nach regionalen Erwägungen in Nord- und Südbezirke (je zwölf Mannschaften etwa). Die drei besten ersten Mannschaften in Nord und Süd tragen am Ende des Spieljahres eine einfache Punktrunde um die Kreismeisterschaft aus.

Durchgesprochen wurde der Haushaltsvoranschlag. Endlich erhalten die Träger des Fußballsports, die Kreise, mehr Geld, so daß für ein Jahr geplant und danach gearbeitet werden kann. Für die Jugend wurden die meisten Mittel, nämlich für Verwaltung und Schulung 850 DM, für den Spielausschuß 780 DM, für das Schiedsrichterwesen 650 DM und für sonstige sportliche Zwecke 400 DM, der Rest für Verwaltungsarbeit ausgeworfen. Schiedsrichterfragen wurden eingehend erörtert und bestimmte Richtlinien der Zusammenarbeit mit dem Spielausschuß festgelegt; außerdem wurde eine ganze Reihe von kleinen Anfragen und Verwaltungsdingen besprochen und Entscheidungen getroffen.
ST

Donnerstag, 21. Aug. 1952
Auch der ATSV im Stadion?
Der ATSV Oldesloe möchte gern das von der Stadt dem VfL verpachtete Stadion mitbenutzen und hat die Stadtverwaltung um Vermittlung in dieser Angelegenheit gebeten. Der Magistrat will den Kreissportverband einschalten. Am Montag wird eine Besprechung zwischen den Beteiligten stattfinden.
ST

Samstag, 23. Aug. 1952
Noch keine Aussicht auf Umkleideräume.
Durch einen letzten Zuschuß aus Bundesjugendplanmitteln wird es möglich sein, einen Fahrradstand und einen Kohlenschuppen am Jugendheim zu errichten. Leider konnte der Kreisjugendpfleger keine Zusage für einen Landeszuschuß erhalten, der den Bau von Umkleideräumen am Jugendheim sichergestellt hätte. Die Jugendlichen der beiden Stadtschulen, der Mittelschule, der Oberschule sowie der Jugendsportgruppen und der Jugendgruppen werden also nach wie vor nicht wissen, wo sie sich umziehen sollen, wenn sie den Exer benutzen.
ST

Samstag, 23. Aug. 1952
Oberliga.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Fernsehens in Deutschland hatte der Nordwestdeutsche Rundfunk einen Reporter mit einer Fernsehkamera auf einen Fußballplatz geschickt: zum Spiel zwischen dem Hamburger SV und Altona 93, das die Rothosen vom Rothenbaum mit viel Mühe und dank eines Eigentores der tapfer kämpfenden Altonaer knapp mit 4:3 (1:2) Toren gewannen.
ST

Mittwoch, 27. Aug. 1952
Mißtrauensantrag abgelehnt.
Die außerordentliche Spartenversammlung der VfL-Fußballabteilung in den "Bahnhofsgaststätten" war wegen des schlechten Wetters nur schwach besucht. Ein Mißtrauensantrag gegen die Spartenleitung wurde nach mehrstündiger Diskussion mit 23 zu 16 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Die Berichte des Spartenleiters Dr. Erwin Lüders und des Kassierers Wilhelm Hoppe fanden starke Beachtung. Das Mitglied Fritz Dubslaff wurde von dem Spielausschußobmann Knickrehm gebeten, ihn zu unterstützen und notfalls seinen Posten zu übernehmen. Dr. Lüders wird sich weiter darum bemühen, von der Landesregierung und dem Sportförderungsausschuß Gelder für das Stadion zu erhalten.
ST

Dienstag, 2. Sept. 1952
Vor 50 Jahren (Anm.: am 23. Aug. 1902) fand auf dem Exerzierplatz ein Fußballspiel zwischen Realschülern und Päparanden statt, bei dem die beiden Parteien zur besseren Unterscheidung Mützen trugen. Die Präparanden waren mit roten Mützen bedeckt, die Realschüler hatten solche mit schwarzen und weißen Feldern. Kopfbälle kannte man damals anscheinend noch nicht.
ST

Freitag, 5. Sept. 1952
Keine Unterstützung der Amateure.
Forderungen der Vertragsspielervereine. Kein Berufsfußball. In Bremen gab es bei einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft norddeutscher Vertragsspielervereine, die nur von neun Vereinen der Oberliga Nord besucht war, einige ungewöhnliche Forderungen.

Zunächst wurde herausgestellt, daß es sich bei den Vertragspielervereinen um wirtschaftliche Unternehmen handelt, die zuerst ihre eigene finanzielle Fundierung zu sichern hätten und keineswegs mehr bereit seien, Amateure zu unterstützen, die oftmals mehr verdienten als die Vertragsspieler. Das Urheberrecht am Fußball-Toto gehöre allein den Vertragsspielervereinen, die in erster Linie Nutznießer dieser Einrichtung sein müßten.

Dem Norddeutschen Fußballverband müsse weiterhin klar gemacht werden, daß es keinen Abstieg aus der Oberliga geben könne, solange nicht eine 2. Division geschaffen würde, die gleichfalls aus Mitteln des Totos mindestens 10000 Mark pro Jahr und Verein erhalten müsse. Der Abstieg sei deswegen abzulehnen, weil eine Reamateurisierung der Spieler unhaltbare Zustände schaffe. Innerhalb des Fußballverbandes müsse man eine größere Selbständigkeit anstreben und eventuell auf Bundesebene einen eigenen Verein gründen, der die Verwaltung der Vertragsspielervereine und die Wahrnehmung ihrer Interessen zu erledigen habe. Die vier Punkte, die an diesem Abend im Mittelpunkt der Debatte standen, wurden wie folgt beantwortet:

  1. Der Norden lehnt den Berufsfußball, wie er im Westen angestrebt wird, grundsätzlich ab.
  2. Die Vertragspielervereine des gesamten Bundesgebietes müssen eine eigene Verwaltung bekommen, die von den Landesverbänden nicht mehr beeinflußt werden kann.
  3. Ein Abstieg aus der Oberliga Nord wird abgelehnt, solange nicht eine 2. Division geschaffen wird und
  4. Berücksichtigung der Wünsche der Vertragsspielervereine des Nordens bei der kommenden Satzungsneugestaltung des Norddeutschen Fußballverbandes.


ST

Donnerstag, 18. Sept. 1952
Städteschnellzug entgleist.
Zwischen Landwehr und Berliner Tor. Oldesloer unter den Verletzten. Heute vormittag verbreitete sich in der Kreisstadt schnell die Nachricht von einem schweren Eisenbahnunglück in Hamburg, bei dem auch Oldesloer Fahrgäste Schaden genommen haben. Wie wir erfahren, ist der Städteschnellzug 902 zwischen den S-Bahnhöfen Landwehr und Berliner Tor kurz vor acht Uhr entgleist. Es wurden acht Tote und 32 Verletzte gemeldet.

Unter den Todesopfern ist die 24jährige Eveline Jeromin, Hebbelstraße 7, die der Frauen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe angehörte, die 19 Jahre alte Ingeborg Ertel, Bahnhofstraße 8, und der 24jährige Horst Malchin, Läufer der Fußballmannschaft von Preußen Reinfeld. Mit schweren Hautabschürfungen und Schnittwunden ist der als Fußballer wohlbekannte 24jährige Buchhändler Karl-Heinz Bertram aus Bad Oldesloe, Bahnhofstraße 6, ins Krankenhaus eingeliefert worden. Fräulein Christel Harms, Hindenburgstraße, erlitt einen Armbruch.
ST

Sonntag, 21. Sept. 1952
Acht Übertragungswagen waren eingesetzt.
Sportfunk auf neuen Wegen. Wiederholung einmal im Monat. Acht Übertragungswagen, 34 Techniker und Fahrer, acht Reporter und fünf Mann sonstiges Personal waren eingesetzt, um zum ersten Mal in einer Konferenzschaltung des Nordwestdeutschen Rundfunks Berichte von allen acht Fußballplätzen der Oberliga Nord zu geben. Dazu standen 24 Leitungen zur Verfügung, und zwar von jedem Sportplatz zwei Sprechleitungen und eine Telefonverbindung. Von der rein technischen Seite aus gesehen ist diese vom NWDR ausgeführte neuartige Form der Fußballreportage als gelungen zu bezeichnen.

Bei einer Pressebesprechung zwischen dem Leiter der Sendung im Funkhaus und Hamburger Sportjournalisten wurde darüber diskutiert, ob in Zukunft derartige Sendungen wiederholt werden sollen. Die Beteiligten kamen zu dem Ergebnis, daß die Reportagen von allen Fußballplätzen geeignet seien, bei dem Durchschnittshörer etwas Unruhe hervorzurufen. Es wurde vorgeschlagen, in Zukunft nur vier oder höchstens fünf wichtige Spiele in einer Konferenzschaltung zusammenzufassen und die restlichen Spiele am Schluß dieser Sendung in Kurzform anzusprechen. Allgemein wurde begrüßt, daß der NWDR von dem bisherigen starren System der Fußballsendungen abgehen will und neue Übertragungsmöglichkeiten für Fußballberichte sucht. Es wird angestrebt, einmal im Monat derartige Sendungen mit Konferenzschaltung im Bereich der Oberliga Nord zu geben.
ST

Montag, 22. Sept. 1952
Warnung des DFB.
Der Deutsche Fußball-Bund hat seinen Vereinen untersagt, neue Spieler durch Anzeigen in Zeitungen oder in Zeitschriften zu werben. Der DFB begründet dieses Verbot damit, daß er den Amateurbestimmungen soweit sie in einzelnen Fällen unbeachtet geblieben seien, wieder in vollem Maße Geltung verschaffen wolle. Danach sei auch der Versuch, Spieler durch Versprechungen von Arbeitsplätzen, Wohnungen oder materieller Vorteile zu einem Vereinswechsel zu bewegen, ein verstoß gegen die sportliche Grundhaltung.

Der DFB droht außerdem den Trainern, ihnen die Lizenz zu entziehen, wenn sie bei einem Vereinswechsel Spieler zu ihrem Verein mitnehmen. Der DFB will einige Fälle, in denen der Verdacht besteht, daß Trainer gegen die sportliche Auffassung verstoßen haben, untersuchen.
SPM

Donnerstag, 25. Sept. 1952
Städtischer Zuschuß für Sportgeräte.
Die im Etat der Kreisstadt vorgesehenen 2000 DM zur Förderung des Jugendsports wurden jetzt vom Kulturausschuß der Stadtvertretung auf die fünf Sportvereine anteilmäßig nach der Zahl ihrer jugendlichen Mitglieder verteilt. Den Löwenanteil soll der VfL erhalten, der 332 jugendliche Mitglieder zählt. An zweiter Stelle rangiert der ATSV mit 145 Jugendlichen, gefolgt von dem Tennis- und Hockey-Club mit 72, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft mit 53 und dem Aero-Club mit 48 jugendlichen Mitgliedern. Die Mittel sind vor allem für die Beschaffung von Sportgeräten gedacht. Die Vereine müssen über die Ausgaben der Stadt Rechnung ablegen.
ST

Sonntag, 28. Sept. 1952
Oldesloer Jugendherberge eingeweiht.
Baustein für die Zukunft. Was aus einem Schießstand wurde. Als Höhepunkt und Abschluß der Bundesjugendwoche in der Kreisstadt wurde im Rahmen einer Feierstunde die Jugendherberge auf dem Bürgerpark offiziell eingeweiht und der Stadt übergeben. Der Übergabe wohnten außer den mitgliedern des Stormarner Kreisjugendrings auch zahlreiche Behördenvertreter bei. Bürgermeister Barth betonte bei seiner Begrüßungsansprache, daß er von allen Jugendveranstaltungen dieser Woche einen nachhaltigen Eindruck habe. Er empfahl den Jugendlichen, den Rat und die Unterstützung der älteren Generation nicht in den Wind zu schlagen. Die Stadt habe sich alle Mühe gegeben, den Ausbau von Jugendheim und Jugendherberge zu fördern.

Bei einem Rundgang durch das Jugendheim, die Räumlichkeiten der Jugendherberge und des angebauten Teiles für den Jugendaufbauwerk-Lehrgang überzeugten sich die Gäste von der Zweckmäßigkeit der Einrichtungen. Es war wirklich nicht mehr erkennbar, daß es sich um die Umgestaltung eines ehemaligen Schießstandes handelte. Mit rund 70.000 DM aus Bundesjugendplanmitteln, sowie Geldern des Kreises, der Stadt und des Jugendherbergsverbandes wurden in eineinhalbjähriger Arbeit bei sparsamer Raumausnutzung 30 Übernachtungs- möglichkeiten und 30 Notbetten für die Jugendherberge und weitere 30 Plätze für den Jugendaufbauwerk-Lehrgang geschaffen, dazu ein Tagesraum, eine geräumige Küche sowie ausgezeichnete sanitäre Anlagen. Die Herberge selbst kostete dabei nur rund 8000 DM. Die Ausführung dieser Bauten mit so geringen Mitteln war nur dadurch möglich, daß der jetzige Herbergsvater Karl-Heinz Schmidt zusammen mit dem Jugendaufbauwerk und Mitgliedern von Jugendgruppen in wochenlanger mühevoller Arbeit persönlich Maurer- und sonstige Arbeiten erledigte.
ST

 

Bis zum Jahr 1960