Saison 1953 - 54
Teil 2

 

 

Montag, 4. Jan. 1954
Präfke an der Spitze.
Der Schiedsrichterausschuß des Norddeutschen Fußballverbandes wählte die Spielleiter für die 120 Oberliga-Punktspiele der ersten Serie aus dem verhältnismäßig kleinen Kreis von 27 ausnahmslos sehr regelkundigen und durchweg langjährig erprobten Schiedsrichtern. Acht Spiele wurden von Präfke (Kiel) geleitet, je siebenmal wurden Walter (Bremen), Scheiblich (Alfeld), Skuballa (Hamburg) und Asmussen (Flensburg) angesetzt, je sechsmal Rangersmann (Bremen), Pooch (Lübeck), Eix (Emden) und Neumann (Hamburg). Je fünf Spiele pfiffen Hollnagel (Hamburg), Zimmermann (Göttingen), Weinand II (Lübeck), Fischer (Hannover), Schwarzmann (Hilter), je vier Seekamp (Bremen), Sturm (Hannover), Wolf (Lüneburg), van Detten (Emden) und Witte (Hannover). Der Hamburger Schulenburg und der Vegesacker Laternicht wurden je dreimal berufen, die Bremer Banasiak und Otto und der Wilhelmsburger Holze spielten je zweimal den Unparteiischen, Meinecke (Braunschweig), Jacob (Bremen) und Dobberan (Seesen) wurden je einmal erprobt.

Nervenkraft ist die eine der Voraussetzungen für eine gute Schiedsrichterleistung. Wer, wenn Löwe Publikum nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung brüllt, nervös wird, neigt gern zu Konzessionen und ist für größere Aufgaben nicht geeignet. Unter den Obengenannten befinden sich gute Schiedsrichter, Unparteiische, die einen Vergleich mit den besten Schiedsrichtern anderer Regionalverbände nicht zu scheuen brauchen.
SPM

Sonntag, 17. Jan. 1954
Lebhafter Meinungsaustausch.
Sechsstündige Kreisfußballtagung in Lütjensee. Der Kreisfußballverband Stormarn hatte die Vereine zu einer Schulungstagung nach Lütjensee, "Deutsches Haus", eingeladen. Es waren alle Vereine mit den Vorsitzenden, Kassenwarten und Fußballobmännern vertreten. Kreisvorsitzender Erwin Gesche sprach sich lobend über die Teilnehmerzahl aus.

Nach seiner einstündigen Ansprache, die sich hauptsächlich auf die Organisation der Vereine bezog, ergab sich eine rege Aussprache zwischen Vereinsvertretern und Kreisfunktionären. Mit dem Wunsche, daß alle Teilnehmer recht viel von dieser Schulungstagung mit nach Hause nehmen könnten, um von den gesammelten Erfahrungen regen Gebrauch zu machen, wurde die sechsstündige Dauertagung geschlossen.
ST

Dienstag, 19. Jan. 1954
Übungsabende für die aktiven Fußballspieler des VfL Oldesloe.
Ab sofort werden am Mittwoch einer jeden Woche für alle Fußballspieler des VfL Übungsabende in der Turnhalle der Theodor-Mommsen-Schule durchgeführt:

  • 18 bis 19 Uhr Schüler und Jugend
  • 19 bis 20 Uhr Jugend und Jungmannen
  • 20 bis 21 Uhr II. und III. Herren
  • 21 bis 22 Uhr Liga und Reserve.


ST

Montag, 1. Feb. 1954
Ein vielseitiger Jubilar.
Morgen feiern der Maschinenmeister i.R. Emil Wohlers und seine Frau Luise, geborene Stender, Pferdemarkt 6, die goldene Hochzeit. Der 75jährige und die 71jährige erfreuen sich größter Rüstigkeit und können im Kreise einer zahlreichen Familie auf ein gesegnetes Leben zurückblicken.

Als 15jähriger wanderte der Jubilar mit einem Bruder nach Amerika aus. Aber schon nach zwei Jahren, im Jahre 1896, kehrte er wieder zurück, um bei seinem Vater das Schlosserhandwerk zu erlernen. Seit dieser Zeit gehört er dem damaligen Männerturnverein Oldesloe und heutigen VfL Oldesloe an, dessen langjähriger Oberturnwart er war. An den beiden in Hamburg 1898 und 1953 abgehaltenen Deutschen Turnfesten nahm er aktiv teil. Ehrenamtlich betätigte er sich weiter als Schießwart im Kyffhäuserbund, wobei er als ausgezeichneter Schütze dessen höchste Schießauszeichnung errang. 41 Jahre war er Maschinenmeister in der Möbelfabrik Kayser & Wex. Vielen Oldesloern hat er ungezählte unterhaltsame Abende als Filmvorführer in den Thalia-Lichtspielen geboten. Er half auch in Bad Oldesloe den Tonfilm aus der Taufe zu heben. Seine Gattin verbrachte in jener zeit meist die Abendstunden mit ihm im Vorführraum, stets bereit, beim Reißen des Films den widerspenstigen Zelluloidstreifen zusammenzukleben. Von seinem Vater erbte Emil Wohlers die Angelleidenschaft, und mit Stolz erinnert er sich seines größten Fanges im Bürgerpark, bei dem er in der Trave einen 17pfündigen Hecht herausholte. Viele Glückwünsche werden dem Jubelpaar gelten, das seit dem Mobilmachungstage 1914 im gleichen Hause wohnt. Auch die Heimatzeitung, die ihm nun fünf Jahrzehnte hindurch Kunde von nah und fern vermittelt hat, sendet herzlichste Glückwünsche.
ST

Samstag, 6. Feb. 1954
Zwei Karnevalprinzen auf einer Maskerade.
Die VfL-Maskerade im "Oldesloer Hof" verlief bei ausgelassener Fröhlichkeit in schönster Harmonie. Um 20.54 Uhr zog Prinz Karneval (Herr Bittkowski) in den Saal ein, um sein Narrenvolk mit einer schwungvollen Ansprache zu begrüßen. Dann herrschte bunter Trubel, der durch den Besuch einer Abordnung der Reinfelder "Preußen" unterbrochen wurde. Von Vorstandsmitgliedern und Prinzengarde begleitet, überbrachte der Reinfelder Prinz Karneval (Herr Guske) die Grüße des befreundeten Vereins und überreichte eine Narrenkappe für ein verdientes Mitglied des VfL, die der Oldesloer Prinz anschließend dem Vorsitzenden Leo Seipelt verlieh. Bis zum frühen Morgen wurde getanzt und gescherzt.
ST

Samstag, 27. Feb. 1954
Städtischer Jugendausschuß gewünscht.
Vier vordringliche Aufgaben. Der Ortsjugendring Bad Oldesloe wählte auf seiner Hauptversammlung Pastor Kombke (Evangelische Jugend) zum neuen Vorsitzenden, Stellvertreter wurde Norbert Stelzer (Diskussionsgruppe), Beisitzer Ernst Schröder (ATSV Oldesloe) und Schäfer (Pfadfinder).

Der von Kreisjugendpfleger Heinz Peters vorgeschlagene neue Organisationsplan wurde nach eingehender Aussprache einstimmig gutgeheißen. In diesem Plan wird die Stadt gebeten, künftig für die Jugend- und Sportangelegenheiten einen eigenen Ausschuß zu bilden. Diesem Ausschuß sollten außer drei Stadtverordneten auch ein Vertreter des Ortsjugendringes und einer des Ortsausschusses für Leibesübungen, der sich in Kürze konstituieren will, als Beisitzer angehören. In der Aussprache brachten die Jugendvertreter zum Ausdruck, daß ihre Angelegenheiten in einem besonderen Ausschuß wesentlich besser behandelt würden. Ihrer Ansicht nach wurden die Jugendfragen bisher im Kulturausschuß der Stadtvertretung nur am Rande mitbehandelt. Verschiedene wichtige Probleme seien nicht in der gewünschten Form geregelt worden. Hierbei wurden als dringendste Aufgaben die Verbesserung der Trave-Badeanstalt, der Ausbau des Freibades am Poggensee, der Neubau einer Turnhalle als Mehrzweckhalle und die Erweiterung des Jugendheimes genannt.
ST

Montag, 1. März 1954
DFB-Schiedsrichterausschuß appelliert an die Öffentlichkeit.
Jeder kann helfen, Provokateure zu bekämpfen. Die Ausschreitungen auf den Fußballspielfeldern, insbesondere bei Spielen der 1. Vertragsliga, haben in starkem Maße zugenommen. Es sind weniger Ausschreitungen der Spieler, als solche der Zuschauer, insbesondere gegen die Schiedsrichter. So brachte der vorletzte Spieltag bei vier Spielen in der 1. Vertragsliga in Süd- und Westdeutschland nach Schluß der Spiele schwere Beleidigungen und Bedrohungen gegen die amtierenden Schiedsrichter. In jedem Falle war die Verhängung eines Strafstoßes (Elfmeter) gegen die Heimmannschaft die Ursache dieser Zuschauerausschreitungen.

Es ist ein weitgehendes Mißtrauen, besonders in Zuschauerkreisen, gegen die Unparteilichkeit der Schiedsrichter festzustellen. Diese Voreingenommenheit, die manchmal bereits vor Beginn des Spiels, bei der Namhaftmachung des das Spiel leitenden Spielleiters, einsetzt, schafft unter den Zuschauern Unruhe, die sich dann auch auf das Spielfeld ausdehnt.

So ist es in den letzten Wochen in unerträglich großem Maße zu Bestrafungen von Spielern und Vereinsbeauftragten wegen Schiedsrichterbeleidigungen gekommen. Gegen randalierende Zuschauer wurde in einigen Fällen der gerichtliche Klageweg freigegeben, weil schwere gesundheitliche Schäden von Schiedsrichtern und Spielern festgestellt worden sind.

Solche Zustände sind des Fußballsports unwürdig und verdienen schärfste Bekämpfung. An den Schönheiten des Fußballspiels sollen alle teilnehmen. Den Schiedsrichtern darf ihre, ständig von berufener Seite überwachte, Amtsführung nicht verleidet werden, weil dem Fußballsport sonst die besten Kräfte verlorengehen. Die Schiedsrichter, deren Streben nach sportlicher Leistung ohne Zweifel ist und die von den dazu berufenen Sportbehörden in stärkstem Maße leistungsfähig geprüft sowie laufend überwacht werden, dürfen nicht unter den Druck der Zuschauer gestellt und dazu verleitet werden, Entscheidungen nur deswegen zugunsten der Heimmannschaft zu treffen, weil sie sich bedroht fühlen. Es ist Pflicht aller berufenen sportlichen Stellen, Ehre und Ansehen der Schiedsrichter zu schützten und zu verteidigen.

Der Schiedsrichterausschuß des Deutschen Fußball-Bundes stellt diese Dinge fest und bittet die Verbandsvorstände um Anordnung geeigneter Maßnahmen. Insbesondere schlägt er vor:

  1. die Überwachung aller Spiele der 1. und 2. Vertragsliga durch anerkannte, regelkundige Verbandsmitarbeiter;
  2. schärfere Strafen gegenüber Spielern bei Verstößen gegen die Sportdisziplin, insbesondere bei Schiedsrichterbeleidigungen und Vergehen hinter dem Rücken des Schiedsrichters;
  3. eine nachdrückliche Anweisung an die Vereine, für Aufrechterhaltung der Platzordnung zu sorgen;
  4. eine fühlbare Bestrafung - keine Geldstrafen, sondern Platzsperren - wenn Vereine nicht ausreichend Vorsorge treffen, um Zuschauerausschreitungen im Keim zu ersticken;
  5. Ausdehnung des Meldezwangs für vom Schiedsrichter verwarnte Spieler; Sperre der Spieler bei Verwarnung im zweiten Spiel.

Des weiteren richtet der DFB-Schiedsrichterausschuß folgende Bitte:

  1. an den Rundfunk und die Presse, mitzuhelfen, das Vertrauen zu den Schiedsrichtern zu stärken und Kritiken an den Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters, die nach der für alle Länder einheitlichen Regel unanfechtbar und von den Spielteilnehmern widerspruchslos anzuerkennen sind, zu unterlassen

  2. an die Zuschauer, die Schreier und Provokateure für Ausschreitungen zur Ruhe zu bringen zu helfen.

SPM

Dienstag, 16. März 1954
In Bad Oldesloe gegründet.
Ortsausschuß für Leibesübungen. Zur Gründung eines Ortsausschusses für Leibesübungen trafen sich auf Einladung des Vorsitzenden des Kreissportverbandes Stormarn, Christian Ohrt, die Vertreter der Oldesloer Sportvereine und des Ortsjugendringes, die Turnlehrer unserer Schulen, der Vorsitzende des Kulturausschusses, Stadtverordneter Carl Hoffmann, und die Stadträte Wolfgang Brembach und Franz Schröder. In der Aussprache wurde festgestellt, daß es unbedingt notwendig sei, die sportliche Breitenarbeit auszubauen. Entscheidend sei nicht die Spitzenleistung einzelner Sportler, sondern eine starke sportliche Betätigung möglichst vieler Menschen.

Die Versammlung wählte Christian Ohrt zum Vorsitzenden des Ortsausschusses für Leibesübungen. Stellvertretender Vorsitzender wurde Fritz Voigt, Schriftführer Walter Busch. Als Beisitzer entsenden der VfL, der ATSV, die DLRG, der Aero-Club sowie der THC Blau-Weiß je einen Vertreter. Um die Zusammenarbeit zwischen den Sportvereinen und den Schulen zu gewährleisten, wurden die Lehrer Leo Seipelt, Bernhard Nowak und Hans-Joachim Goldbeck als Beisitzer in den Ausschuß gewählt.

Wie in der Aussprache erklärt wurde, sei es zweckmäßig und notwendig, daß die Stadtvertretung einen Sport- und Jugendförderungsausschuß bilde. Bisher habe der Schul- und Kulturausschuß des Parlaments die sportlichen Dinge nebenbei miterledigt. Einen entsprechenden Antrag wollen der neue Ortsausschuß für Leibesübungen und der Ortsjugendring an die Stadtverordnetenversammlung richten. Der Organisationsplan ist schon vor Wochen dem Magistrat übergeben und in großen Zügen gebilligt worden. Dem Sportausschuß sollen nach den vorliegenden Vorschlägen drei Ratsmitglieder sowie je ein Vertreter des Ortsjugendringes und des Ortsausschusses für Leibesübungen angehören.
ST

Montag, 29. März 1954
Neuer Fußballobmann beim VfL Oldesloe.
In der Hauptversammlung der Fußballabteilung des VfL im "Restaurant Haberland" wurde, nachdem der bisherige Obmann Karl Reinhard seinen Posten zur Verfügung gestellt hatte, der ehemaligen Ligaspieler Gerhard Heuseler zum Fußballobmann gewählt. Fußballjugendleiter Rudi Herzog, Glindhorst, wurde in seinem Amt bestätigt.
ST

 

Bis zum Jahr 1960