Schuljahr 1954 - 55 Zeitraum April - Juni

 

Dienstag, 5. April 1955

ABC-Schützen wieder unter Polizeiobhut

lno. – Alle ABC-Schützen, die nach Ostern zum ersten Mal zur Schule gehen, werden wie die Schulanfänger früherer Jahrgänge unter der besonderen Obhut der Ordnungshüter stehen. Wie in den vergangenen Jahren hat der schleswig-holsteinische Innenminister alle Polizisten angewiesen, den jungen Schulgängern ihre besondere Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu widmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.4.1955

 

Mittwoch, 6. April 1955

Noch keine Umkleideräume im Bürgerpark

st. – Die Oldesloer Schüler, die für ihre Turnstunden den Bürgerpark benutzen, werden vorerst noch auf die dringend notwendigen Umkleideräume verzichten müssen. Das Stadtbauamt wollte diese an das Jugendheim anbauen und mit Duschen versehen. Den Stadtverordneten ist dieser Entwurf aber zu aufwendig, da die Verwirklichung 35.000 DM beanspruchen würde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1955

 

Freitag, 29. April 1955

Mehr Sport auf dem Lande!

lno. – Die Landvolkabteilung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) richtete an alle maßgeblichen Dienststellen, Verbände und Arbeitsgemeinschaften die Bitte, die Förderung von Turnen, Spiel und Sport in der Gesundheitspflege und Gesundheitserziehung als vordringlich zu betrachten.

In diesem Zusammenhang verdient das Ergebnis einer Arbeitstagung der DLG in Goslar hervorgehoben zu werden. Danach ist die Bedeutung des Landvolkes und der Landwirtschaft für das gesamte Volksleben unbestritten. Es wurde jedoch festgestellt, daß der Gesundheitszustand der Landbevölkerung zu großer Besorgnis Anlaß gibt, so daß auch ein Einfluß auf die Soziallasten zu erwarten ist. Eine vermehrte Beachtung dieser Frage durch alle verantwortlichen Stellen hält die DLG für erforderlich.

„Für eine umfassende Gesundheitspflege und Gesundheitserziehung ist die Förderung der Leibesübungen auf dem Lande vordringlich. Vor allem“, so schreibt die DLG in ihrem Appell, „müssen folgende Mängel erkannt werden.“

Gesundheitspflege und Leibesübungen werden bisher weder innerhalb des Landvolks selbst noch durch die zuständigen Organisationen und Behörden hinreichend gewürdigt und gefördert. Es fehlt auf dem Lande an geeigneten Übungsleitern für Vereine und Organisationen. Die auf dem Lande tätigen Erzieher sind zum größten Teil in Leibeserziehung überhaupt nicht oder nur unvollkommen ausgebildet. Fehlende oder unzulängliche Übungsstätten sind eine wesentliche Behinderung der Leibesübungen auf dem Lande. Die Landbevölkerung wird hinsichtlich der Leibesübungen sachlich, personell und finanziell nicht oder ungenügend unterstützt.

Zur Behebung dieser Mängel hält die DLG bzw. Landvolkabteilung folgende Punkte für vordringlich:

Um alle Bestrebungen zur Förderung der Leibesübungen auf dem Lande zu koordinieren, ist die Schaffung einer Leitstelle für Erfahrungsaustausch, Beratung und Auskunft erforderlich. Die Landvolkabteilung der DLG ist bereit, diese Aufgaben zu übernehmen, bis zur endgültigen Lösung. In das Programm der DLG-Ausstellungen, Landjugendtage und ähnlicher Veranstaltungen sollen Leibesübungen aufgenommen werden. Das örtliche Zusammenwirken der Landvolksorganisationen mit den Sport- und Wanderverbänden soll die Grundlage einer zweckmäßigen Arbeit bilden. Die Planung für den Übungsstättenbau (Schwimmbäder), als Teil der zu schaffenden dörflichen Gesundheitseinrichtungen, gehört zu den vordringlichen Aufgaben. Die bewährte Einrichtung der Wandersportlehrer für das Land ist zu beschleunigen. Die Sportschulen werden gebeten, Schulungen für ländliche Übungswarte in ihr Arbeitsprogramm aufzunehmen. Darüber hinaus muß eine besondere Schule der Leibesübungen für die Landjugend geschaffen werden, um die besonderen Erfordernisse des Landes besser zu erkennen und zu berücksichtigen.

In allen Erziehungseinrichtungen muß die Leibeserziehung ausreichender Bestandteil sein, um der Bildung zum ganzen Menschen gerecht werden zu können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1955

 

Freitag, 29. April 1955

Lebensgefährlich

st. – Sehr begrüßte die Bevölkerung die Einrichtung des Haltepunktes Rümpeler Weg an der Bahnstrecke von Bad Oldesloe nach Elmshorn. Doch wer die Schulkinder zwischen 11.20 und 11.27 Uhr täglich von der Schule nach der Haltestelle stürmen sieht, bekommt Bedenken. Die meisten Kinder erreichen den Zug nicht mehr, einige springen auf. Der Zustand ist lebensgefährlich. Der nächste Zug geht erst um 13.26 Uhr ab Bundesbahnhof. Der Unterricht ist jedoch für eine ganze Anzahl von Fahrschülern um 11.20 Uhr zu Ende. Sollte es nicht möglich sein, den begehrten Vormittagszug einige Minuten später fahren zu lassen? Es wäre sehr zu begrüßen, wenn diese Anregung im neuen Fahrplan berücksichtigt werden würde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1955

 

Sonnabend, 30. April 1955

Lehrer debattierten

st. – Ein Vortrag des Ahrensburger Mittelschullehrers Offen über „Konsequenzen der Schülerauslese 1955“ stand im Mittelpunkt der Versammlung des Ortslehrervereins unter dem Vorsitz von Lehrer Schmiedel. In der regen Aussprache, an der sich auch der Kreisvorsitzende, Konrektor Füllgraf, beteiligte, berichteten die Lehrer über ihre eigenen Erfahrungen bei der diesjährigen Schülerauslese. Auf der nächsten Tagung der Oldesloer Lehrer am 8. Juni spricht Kreisinspektor Baumast über Jugendfragen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1955

 

Freitag, 13. Mai 1955

Lehrerstellen aufgehoben

st. – Die Stadtverordnetenversammlung hob die 16. und 17. Lehrerstelle an der Neuen Stadtschule und die 18. Lehrerstelle an der Alten Stadtschule auf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.5.1955

 

Sonnabend, 21. Mai 1955

Ferdinand Rahmstorf 90 Jahre

F. – Morgen feiert Lehrer und Konrektor i.R. Ferdinand Rahmstorf seinen 90. Geburtstag. Er war viele Jahre, von der Jahrhundertwende an, Lehrer an der Stadtschule, vor allem Musik- und Gesangslehrer und hat seine Aufgabe immer sehr ernst und gewissenhaft erledigt.

Als Sänger betätigte er sich erfolgreich in verschiedenen Chorvereinigungen, so u.a. in Barmstedt, Uetersen (im Seminarchor), Quickborn, Reinfeld und Oldesloe und dann besonders als Chorleiter in mehreren Chören, jedoch besonders in Bad Oldesloe. Hier war er vor allem Dirigent des Männergesangvereins „Holsatia“ (27 Jahre), des Musikvereins (25 Jahre), des Soloquartetts bzw. des Doppel-Quartetts (acht Jahre) und des Konzert-Kinderchores (Peter-Pauls-Chor) (neun Jahre), um nur die hauptsächlichste Betätigung als Chorleiter zu nennen.

Ferdinand Rahmstorf hat es verstanden, den hohen Ruf des so beliebten Peter-Pauls-Chores zu festigen und zu erhalten. Besonders erwähnt zu werden verdient sein Alterswerk, die Komposition seiner „Heimatkantate“, die seiner Zeit hier in Bad Oldesloe uraufgeführt wurde und großen Anklang fand.

So hat sich der jetzt hoch betagte Jubilar stets sehr verdienstvoll für das Oldesloer Musikleben eingesetzt. Seine Tochter Martha Maria Rahmstorf steht als Konzertsängerin durch ihre hier gegebenen geschätzten Konzerte und Liederabende bei vielen Oldesloer Einwohnern in bestem Gedenken.

Schließlich darf erwähnt werden, daß sich Herr Rahmstorf in seinen Ruhestandsjahren der nicht unbedeutenden Arbeit der Führung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Ortsgruppe Bad Oldesloe, pflicht- und hingebungsvoll angenommen hat.

Dem verdienstvollen ehemaligen Lehrer und Musikfreund, der durch seine musikalischen Leistungen vielen Menschen viel Freude gebracht hat, wünschen wir einen freudvollen und angenehmen Lebensabend.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1955

 

Sonnabend, 21. Mai 1955

„Der Heimat Dank“

Ein Oldesloer Bürger widmet dem greisen Geburtstagskind Ferdinand Rahmstorf zum morgigen Tage folgende Verse:

„Ein Gnadenleben hat der Himmel Dir beschieden,

Durch neun Jahrzehnte Deinen Schritt gelenkt.

Du schöpftest tief aus Deiner Heimat Frieden.

Sie hat Dich reich mit ihrer Kraft beschenkt.

Du wirktest in der Stille, doch Dein Sinnen

Fand in der Heimat weiten Widerhall.
Und Deiner Lieder frohe Klänge rinnen
Durch's schöne Land mit jubelnd lautem Schall.

So war um Dich das Reich der Melodien,

Begleiter Dir im Sturm und Drang der Zeit.

Sie hüllten wundersam in Harmonien
Das Leben Dir, die Muse, Freud und Leid.

Was Dir die Heimat gab, Du gabst es wieder,

Beflügeltest den alten Bardensang.

Du lauschst zurück. – Es klingen Deine Lieder.

Aus ihnen dringt zu Dir der Heimat Dank.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1955

 

Sonntag, 22. Mai 1955

Ehrung und Dank

Vo. – Konrektor und Organist i.R. Ferdinand Rahmstorf wurde an seinem 90. Geburtstag in reichem Maße Liebe und Verehrung bekundet Die heutige Schuljugend, vertreten durch das Trommler-und Pfeiferkorps in seinen weißen Uniformen, war schon früh mit einem Morgenständchen zur Stelle.

Viele ehemalige Lehrerkollegen brachten ihre Glückwünsche dar. Bürgerworthalter Rosch und Bürgermeister Barth erschienen als Vertreter der Einwohnerschaft, Kreisamtmann Brunsen in Vertretung des Landrats. Er überreichte eine vom Ministerpräsidenten von Hassel unterzeichnete Urkunde der Landesregierung und sprach zugleich im Namen des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge, dessen Kreis-und Ortsvorsitzender der Jubilar lange Jahre gewesen ist. Landeskirchenmusikdirektor Otto Meuthien war aus Hamburg gekommen, um den um die Kirchenmusik hochverdienten Jubilar persönlich zu beglückwünschen.

Große Freude bereitete diesem ein kleines Festkonzert im Vorgarten des Hauses, vom Oldesloer Männerchor von 1844 unter Leitung von Musikdirektor König gesungen. Unter den Gesängen fehlte nicht Ferdinand Rahmstorfs Komposition „Klein sind deine Berge, du mein Heimatland.“ Bundessprecher Hans Thode brachte die Glückwünsche des Sängerbundes Schleswig-Holstein für den Sänger, Dirigenten und Komponisten Ferdinand Rahmstorf zum Ausdruck.

Der Jubilar dankte den Sängern tiefbewegt mit einer kleinen Ansprache, in der er ein Bekenntnis seiner Liebe zur Heimat und zur Musik ablegte, denen er durch Gottes Gnade so lange habe dienen dürfen. Viele ehemalige Schüler und Schülerinnen, unter ihnen Rektor Lüth und Frau, wünschten dem alle Ehrungen mit bewundernswerter Frische entgegennehmenden Geburtstagskind noch einen langen Feierabend.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.5.1955

 

Dienstag, 24. Mai 1955

Gruß an Otto Hempel

st. – Morgen begeht der ehemalige Lehrer an der Stadtschule Otto Hempel bei bester Gesundheit seinen 80. Geburtstag fern der Heimatstadt. Er ist vor einigen Wochen nach dem Rheinland verzogen. Es wurde ihm nicht leicht, Bad Oldesloe, in dem er fast vier Jahrzehnte als Lehrer gewirkt hatte und in dem er einen großen Freundes- und Bekanntenkreis besitzt, zu verlassen.

Aber es zog ihn schließlich doch in die Nähe seiner Kinder, zumal er dort in Unkel-Heister ein herrlich gelegenes Einfamilienhaus mit dem Blick über den Rhein und in die weite Rheinebene beziehen konnte. Der neue Wohnort ist nicht weit von Bonn entfernt, wo der Schwiegersohn als Oberregierungsrat tätig ist.

Lehrer Hempel war hier ein sehr geschätzter Pädagoge für die Mädchenklassen, deren Besucherinnen sich immer und gern seiner erinnern, weil er seinen Unterricht mit Frohsinn und Humor zu würzen wußte. Wiederholt machte er mit den Schülerinnen der Oberklasse weite Ferienfahrten bis nach Österreich.

Besondere verdient gemacht hat sich Herr Hempel durch seine Arbeit innerhalb der Kyffhäuserkameradschaft, deren zweiter Vorsitzender er viele Jahre hindurch war und für die er zuletzt den Ehrenvorsitz führte.

Der Jubilar hat von seinem jetzigen Wohnsitz geschrieben, daß ihm und seiner Frau die fast täglichen Wanderungen in der schönen Rheingegend sehr viel Freude und Erholung bieten, und daß er auch schon Gefallen an einem guten Schoppen Wein gefunden hat. Ihm ist zu wünschen, daß ihm ein guter Tropfen Wein dort noch lange schmecken und ihn jung erhalten möge.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.5.1955

 

Freitag, 27. Mai 1955

Fredi darf sich etwas wünschen

Stadt und Schule belohnten einen kleinen Lebensretter

st. – Von der Schule und der Stadt wurde der siebenjährige Alfred Rüssel jetzt öffentlich für seine mutige Rettungstat belobigt. Er hatte am 28. Januar seine vierjährige Cousine Ilka vor dem Tode des Ertrinkens aus dem Mühlenarm der Trave gerettet.

In der Neuen Stadtschule ließ Rektor Bodenhagen alle Lehrer und Schüler im Flur in einem großen Kreis sich aufstellen. Mehrere Male hob er dann den Kleinen hoch über die Schultern, damit ihn alle sehen und sich ein Bespiel an ihm nehmen konnten. Er sitzt in der Klasse des zweiten Schuljahres nur eine Bank von Uwe Peters, der vor einiger Zeit einen Dreijährigen aus der Trave rettete. Damit sind in dieser einen Klasse gleich zwei kleine Lebensretter vertreten.

Fred spielte an dem Unfalltage mit anderen Jungen und Mädchen auf einem Hof hinter den „Hansa-Lichtspielen“ dicht an der Trave. Seine Cousine rodelte einen Abhang hinunter. Plötzlich geschah es. Ilka’s Schlitten rodelte rückwärts, hakte fest und das kleine Mädchen plumpste ins Wasser. Während der Schlitten noch im Schnee steckte, versackte sie, zuerst nur bis zu den Knien im eisigen Wasser. Als ihr das Wasser schon bis zur Brust reichte, packte Fredi zu und zog die fast Besinnungslose heraus.

Erwachsene hatten den Vorfall vom Fenster aus betrachtet. Aber ehe sie eingreifen konnten, hatte Fredi schon gehandelt. Kurz nachdem er in der Schule belobigt worden war, ließ Bäckermeister Barth Fredis Angehörigen ein Anerkennungsschreiben und ein Geldgeschenk überreichen. „Für die mutige und entschlossene Rettungstat spreche ich Alfred meinen und den Dank der Stadt aus. Als Anerkennung überreiche ich ein Geldgeschenk mit der Bitte, dem Jungen hiermit einen bisher vielleicht nicht erfüllbaren Wunsch erfüllen zu wollen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.5.1955

 

Sonnabend, 28. Mai 1955

Tagung der Mittelschullehrer

st. – „Die musische Fächergruppe“ lautet das Thema einer Arbeitstagung des Vereins Deutscher Mittel- und Realschullehrer am 10. Juni in der Kreisstadt. Etwa 200 Lehrkräfte, Vertreter der Landesregierung, des Kreises, der Stadt und der Elternschaft nehmen daran teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.5.1955

 

Montag, 30. Mai 1955

Konrektorin i.R. Marie Gutzeit im 87. Lebensjahr gestorben.

 

Dienstag, 31. Mai 1955

Nur für Kindervogelschießen

st. – Der Ausschuß für das Kindervogelschießen, das am 5. Juli veranstaltet wird, teilt uns folgendes mit: Sämtliche Beiträge und Spenden werden ausschließlich für dieses Kinderfest verwendet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.5.1955

 

Donnerstag, 2. Juni 1955

Konrektorin i.R. Gutzeit gestorben

st. – Hoch betagt und verehrt, nach einem erfüllten Leben, starb am Pfingstmontagabend die ehemalige Konrektorin der Königin-Luise-Schule, Fräulein Marie Gutzeit im Alter von 87 Jahren. Ihr Lehrberuf führte sie von der Heimat Ostpreußen über private Lehrtätigkeiten u.a. in Heidelberg, wo sie besonders gern war, nach Bad Oldesloe. Hier wirkte sie als Leiterin der Städtischen Höheren Mädchenschule, der sogenannten Winter’schen Schule in der Königstraße. An der später geschaffenen Königin-Luise-Schule unterrichtete sie unter Rektor Scheele vor allem in Deutsch und Englisch und wurde dort Konrektorin. Ehemalige Schüler und Freunde bewunderten ihre unerschöpflich scheinende Begeisterungsfähigkeit, die sie sich bis zum Tode erhielt, und ihren lebhaften Geist. Immer wieder vermochte sie andere anzuregen und ihnen von ihrem Wissen abzugeben. Als sie vor 27 Jahren in den Ruhestand trat, wurde es dennoch nicht einsam um sie.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.6.1955

 

Donnerstag, 2. Juni 1956

Mittelschullehrertreffen

st. – Der Gesamtverband Deutscher Mittel- und Realschullehrer, Landesverband Schleswig-Holstein, veranstaltet am Freitag, dem 10. Juni, in der Königin-Luise-Schule eine Arbeitstagung „Die musische Fächergruppe“.

Die Tagung beginnt am Vormittag mit Darbietungen des Chors und des Orchesters der Königin-Luise-Schule. Der Archivar der Stadt Bad Oldesloe, Mittelschullehrer Hormann, wird ein Kurzreferat „Zehn Minuten Geschichte unserer Stadt“ halten.

Im weiteren Verlaufe des Vormittags werden Unterrichtsbeispiele gegeben werden durch Mittelschullehrer Riedell (Tonika-Do und Blattsingen) und Mittelschullehrer Rehkopf (Fadenloses Buchbinden). Auf dem Exer werden Mittelschullehrer Nowak und in der Badeanstalt Lehrerin Golditz Einführung in technische Disziplinen (Diskuswerfen, Kugelstoßen) bzw. in das Schwimmen geben.

Am Nachmittag wird Regierungsrat Dr. Feige, Direktor des Hochschulinstituts für Leibesübungen an der Universität Kiel, über „Leibesübungen und Schulerziehung“ referieren. Die Tagungsteilnehmer werden unter Führung von Apotheker Sonder das Heimatmuseum besichtigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.6.1955

 

Donnerstag, 2. Juni 1955

Nachruf

Am 30. Mai diesen Jahres verstarb im Alter von 86 Jahren Frau Konrektorin i.R. Marie Gutzeit.

Die Entschlafene stand von 1907 bis 1929 im städtischen Schuldienst. In dieser Zeit hat sie in schlichter Treue sich das Vertrauen der Stadt in ihrer Dienstführung erworben, als Lehrerin die ihr anvertrauten Kinder mit der ihr eigenen Herzensgüte umsorgt und im Lehrerkollegium als aufrichtiger Mensch und erfahrene Pädagogin Wertschätzung und Verehrung erfahren. Wir werden der Entschlafenen ein treues Gedenken bewahren.

Schulleitung und Kollegium der Königin-Luise-Schule; Stadt Bad Oldesloe, Der Magistrat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.6.1955

 

Dienstag, 7. Juni 1955

Elternbeirat gegen Halbheiten

Provisorische Maßnahmen wurden abgelehnt

d. – Der neugewählte Elternbeirat der Alten Stadtschule trat jetzt erstmalig im Zeichensaal zu einer Sitzung zusammen, auf der der bisherige Vorsitzende, Stadtverordneter Schmölder, einstimmig wiedergewählt wurde. Zur Stellvertreterin wurde Frau Müller und zum Schriftführer Herr Anger berufen.

Die Rektorin, Fräulein Mohr, zeigte der Elternvertretung zunächst die Schwierigkeiten auf, die beim Turnunterricht entstanden sind, weil keine eigentliche Lehrkraft für dieses Fach zur Verfügung steht. Von der Schulleitung wurden nun Schritte unternommen, um wenigstens für einige Stunden wöchentlich Entlastung durch eine Lehrkraft aus einer anderen Schule zu erhalten. Das übliche Sammeln zum bevorstehenden Kindervogelschießen mögen die Eltern, so bat die Rektorin, wie in den vergangenen Jahren selbst durchführen. Dies sei ein schöner alter Brauch, der weit über den materiellen Wert hinaus von ideeller Bedeutung sei. Ferner wurde beschlossen, in Kürze eine Mitgliederversammlung des Schulvereins einzuberufen, um einige Schulfragen zu klären.

Erneut forderten die Elternvertreter die Abstellung des Schichtunterrichts. Rektorin Mohr zeigte die enormen Schwierigkeiten der Stundenplangestaltung auf und betonte, daß die Beseitigung des Schichtunterrichts außerhalb der Möglichkeiten der Schule liege. Der Beiratsvorsitzende Schmölder erklärte dazu, daß dieses Problem von der Stadt als vordringlich angesehen werde. Der Magistrat beschäftige sich bereits mit den Plänen für einen Schulneubau. Doch schon aus finanziellen Gründen wäre die Stadt nicht in der Lage, dieses Projekt allein anzupacken. Auch die von den Eltern oft gerügten unerträglichen Verhältnisse auf dem Schulhof könnten nur im Rahmen des Neubauprojektes gebessert werden. Eine provisorische Maßnahme zur Abstellung des Schichtunterrichts wurde von den Elternvertretern mit Mehrheit abgelehnt. Der Elternbeirat beschloß abschließend, dieser Angelegenheit künftig sein besonderes Augenmerk zu widmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.6.1955

 

Freitag, 10. Juni 1955

Technische Lehrerin gefordert

Mittelschullehrer gegen Unterbewertung des Sports

Vo. – Die „technische Lehrerin“ forderten Teilnehmer an der Arbeitstagung des Bezirks III des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Gesamtverband Deutscher Mittel- und Realschullehrer, die über hundert Lehrer in Bad Oldesloe zusammenführte. Ihr Arbeitsthema war „Die musische Fächergruppe“.

Die Tagung wurde am Vormittag durch Darbietungen des Chores und des Orchesters der Königin-Luise-Schule im Festsaal der Schule eröffnet. Das kleine Konzert, das Werke von Palestrina bis Distler erklingen ließ, zeigte den Tagungsteilnehmern, zu welch wirklich schönen Leistungen ein Schulchor und ein Schulorchester unter der Führung und Mitwirkung des Musiklehrers herangebildet werden können. Die Wiedergabe des ersten Satzes des Violinkonzerts G-Dur von Vivaldi und das Adagio cantabile aus Haydns Kaiserquartett (op. 76 Nr. 3) war besonders anzuerkennen. Mittelschullehrer Riedells junge Schar erhielt den verdienten Beifall.

Nach der musikalischen Einleitung begrüßte der Bezirksvorsitzende, Mittelschulrektor Hayn, Bordesholm, die Tagungsteilnehmer, insbesondere die Kreisschulräte Heitmann (Stormarn) und Rickert (Lauenburg). Rektor Hayn betonte, daß viele Mittelschulen in Schleswig-Holstein noch an Raumnot litten, daß aber gerade an den Mittelschulen die höchsten Klassenfrequenzen zu finden seien. Kreisschulrat Heitmann überbrachte die Grüße des Landrats Siegel, Bürgerworthalter Rosch die Grüße der „Schulstadt“ Bad Oldesloe. Mittelschullehrer Hormann, dem Archivar der Stadt Bad Oldesloe, gelang es dann, in einem Kurzreferat „Zehn Minuten Geschichte unserer Stadt“ die Gäste auf dem Wege, den sie vom Bahnhof zur Königin-Luise-Schule zurückgelegt hatten, in die Vergangenheit schauen zu lassen.

Nach den in der Aula und im Werkraum der Schule, danach auf dem Exer von den Mittelschullehrern Riedell (Tonika-Do und Blattsingen), Rehkopf (Fadenloses Buchbinden) und Nowak (Diskuswerfen, Kugelstoßen) sowie von Fräulein Golditz (Brennballspiel) durchgeführten Unterrichtsbeispielen wurde unter Führung von Apotheker Sonder das Heimatmuseum besichtigt.

Am Nachmittag sprach Regierungsrat Dr. Feige, der Direktor des Hochschulinstituts für Leibesübungen an der Universität Kiel, über das Thema „Leibesübungen und Schulerziehung“. Die Bedeutung der Leibeserziehung im Rahmen der Gesamterziehung der Schule werde heute nicht ganz erkannt. Auf eine allgemeine Überbewertung vor 1945 sei nach dem Kriege eine allgemeine Unterbewertung erfolgt. Die Einstellung zu diesem Fach, das so entscheidend auf Körper und Charakter einwirkt, müsse sich grundsätzlich ändern. Bei jedem Sport sei nicht nur der Körper, sondern der ganze Mensch beteiligt. Einzelne Charaktereigenschaften werden durch den Sport entwickelt: er erzieht zur Selbständigkeit, Entschlußkraft und -schnelligkeit, zum Selbstvertrauen durch Überwindung der Gefahr, zur Hilfsbereitschaft. Der Sport vermittelt Lebensfreude. Er kann aber auch Unerwünschtes ergeben: körperliche Schäden durch Überforderung oder Hochmut und Starallüren bei Auszeichnungen und Ehrungen. Sport kann zur Leidenschaft werden, die den Menschen beherrscht, statt ihm zu dienen. Die erzieherischen Werte des Sports stellen sich nicht automatisch ein mit der der sportlichen Betätigung, sondern sie müsse zielbewußt erarbeitet werden. Der Leibeserzieher wird zum Erzieher des ganzen Menschen. Der Vortragende forderte eine gründliche Ausbildung und eine sorgfältige Auslese der Sportlehrer. Das antike Ideal von der harmonischen Ausbildung der körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte müsse die praktische Erziehungsarbeit bestimmen.

In der Aussprache wurde betont, daß augenblicklich großer Bedarf an Sportlehrern sei. Es wurde für Volks- und Mittelschulen wieder die „Technische Lehrerin“ gefordert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.6.1955

 

Mittwoch, 15. Juni 1955

Dank an hilfsbereite Eltern

Schon 16.465 DM für Theodor-Mommsen-Schule

Vo. – Die Elternvollversammlung der Theodor-Mommsen-Schule wurde vom Vorsitzenden des Elternbeirats, Landtagsabgeordneten Heinrich Wolgast, eröffnet mit Dankesworten an die Elternschaft, die im abgelaufenen Schuljahr dem Unterstützungsfonds freiwillig 4600 DM zur Verfügung gestellt hat:

Insgesamt sind von der Elternschaft seit der Gründung des Hilfsfonds zum Wohle der Schule und der Kinder 16.465 DM aufgebracht worden. Zur Verfügung steht zur Zeit noch ein Bestand von 2572 DM. Auf dem Wunschzettel der Elternschaft steht u.a. auch eine Erhöhung des Podiums in der Aula, die zur besseren Durchführung von Aufführungen notwendig ist.

Darauf sprach der Vorsitzende über die Aufgaben des 1951 gebilligten und jetzt neu zu wählenden Landesschulbeirats. Er soll die Landesregierung beraten. Diese beabsichtigt, noch vor Beginn des neuen Etatjahres das Landesschul-, Finanz- und -Verwaltungsgesetz zu verabschieden.

Die Eingabe der Elternschaft der geteilten Quinten (je Klasse 48 Schüler) mit der Forderung nach Einstellung einer fehlenden Lehrkraft habe noch keinen Erfolg gebracht. Tatsache sei, daß die letzten Lehrkräfte, auch die in der Ausbildung befindlichen, in Schleswig-Holstein eingesetzt worden sind. Der Vorsitzende hofft, daß seine Bemühungen um Hilfe für die Schule nach den Sommerferien von Erfolg gekrönt sein werden.

Mit Bedauern sagte er, habe er zur Kenntnis genommen, daß der große Ausflug der Untersekunden in diesem Jahr noch nicht zustande gekommen ist. Er bat darum, es doch möglich zu machen, den Schülern dieser Klassen, die zu einem großen Teil am Ende des Schuljahres die Schule verlassen, das einmalige Erlebnis, gemeinsam andere Gegenden unseres Vaterlandes kennenzulernen, zu schenken.

Oberstudiendirektor Staberock dankte den Eltern gleichfalls für die geleistete Hilfe, mit der sie an der Spitze der Schulen stehe und die beträchtlich sei gegenüber den nur 1200 DM, die der städtische Etat für Lehrmittel enthält. Die Schule sei der Stadt dankbar für eine Ende des Jahres möglich gewesene Sonderzuwendung von DM 2000.

31 Lehrkräfte unterrichten zur Zeit 643 Schüler. Die Klassenfrequenz sei im allgemeinen günstig. Mit Bezug auf den von der Elternschaft gewünschten sogenannten Ausflug der Untersekunden sagte Oberstudiendirektor Staberock, die Lehrerschaft wolle einen binnen kurzem zu erwartenden Erlaß des Ministeriums über Wanderfahrten abwarten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1955

 

Mittwoch, 15. Juni 1955

In die Alpen

d. – Eine Klasse der Königin-Luise-Mittelschule startete zu einer Klassenfahrt in die bayerischen Alpen. Die Schüler wollen von Reit im Winkl aus die Schönheiten der Gebirgswelt kennenlernen. Die Fahrt dauert 14 Tage.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.6.1955

 

Sonntag, 26. Juni 1955

Professor Dr. Benner 80 Jahre

Viele Glückwünsche für den verdienten Mitbürger

st. – Professor Dr. Friedrich Benner feierte seinen 80. Geburtstag. In der großen Zahl der Glückwünsche und Ehrengaben kamen der Dank und die Verehrung zum Ausdruck, die viele Oldesloer gegenüber diesem Mitbürger empfinden.

Zu den Gratulanten, die sich in der Mewesstraße 3 einfanden, gehörten Bürgerworthalter Bosch und Bürgermeister Barth. Sie überreichten dem sehr rüstigen Jubilar einen Ehrenteller mit dem Wappen der Stadt. Oberstudiendirektor Staberock übermittelte die Glückwünsche der Theodor-Mommsen-Schule. Dort war Professor Dr. Benner 45 Jahre als Studienrat tätig.

Der Jubilar stammt aus Mecklenburg. Am 1. April 1902 nahm er seinen Dienst auf. Als er am 1. Oktober 1937 in den Ruhestand trat, ahnte er nicht, daß er noch zweimal wieder in den Schuldienst zurückgeholt werden würde. Er war vom September 1939 den ganzen Krieg hindurch und nach der Entlassung am 30. Juni 1945 erneut vom Januar 1948 bis Oktober 1947 an der Theodor-Mommsen-Schule tätig. Dadurch erreichte er die ungewöhnlich hohe Zahl von 45 Dienstjahren.

Seine Freizeit widmete er seit 1903 der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft, deren Vorstand und Aufsichtsrat er 50 Jahre angehört. Seiner Initiative und Weitsicht verdankt die Genossenschaft viel. Sie überreichte Professor Dr. Benner, der auch heute noch Vorsitzender des Vorstandes ist, einen Präsentkorb. Der Direktor des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen überbrachte eine Aktentasche.

Verdienste erwarb sich Professor Dr. Benner auch noch in einem anderen Ehrenamt. Er war von 1949 bis 1952 Vorsitzender der Schlichtungsstelle der örtlichen Wohnungsbehörde und leitete dieses schwierige Amt gerecht und mit großer Umsicht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1955

 

Montag, 27. Juni 1955

Kindervogelschießen in Bad Oldesloe

Vo. – Das Kindervogelschießen findet am 5. Juli in herkömmlicher Weise statt. Der Festzug ordnet sich von 8 Uhr an mit der Spitze bei der Theodor-Mommsen-Schule. Der Abmarsch beginnt um 8.30 Uhr. Der Festzug bewegt sich durch die Hamburger Straße, Königstraße, Kurparkallee, Bergstraße, Mommsenstraße, Bahnhofstraße, Besttorstraße, Mühlenstraße, Lübecker Straße bis zum Kran, dort wird gewendet, weiter geht es zum Pferdemarkt, durch die Ströh’sche Mühle, Hagenstraße, Markt, Hindenburgstraße und Schützenstraße zum Exer.

Nach dem Marsch tritt eine halbstündige Ruhepause ein. Dann beginnen die Spiele. Durch eine Lautsprecheranlage wird aufgerufen werden können, wer oder was verloren gegangen ist. Die Tanzlokale werden erfahrungsgemäß wieder sehr voll sein; die jugendlichen Tänzer und Tänzerinnen können bis 19.30 Uhr fröhlich sein. Die Bevölkerung wird gebeten, mit dafür zu sorgen, dass nur die Kinder tanzen, die in dem betreffenden Saal berechtigt sind. Das gilt besonders für den „Oldesloer Hof“. Die Schulentlassenen dürfen den Kindern den Platz nicht wegnehmen.

Abends um 20 Uhr beginnt ein abgekürzter Festzug, der sich vom Exer durch die Lorentzenstraße, Grabauer Straße, Kleine Salinenstraße, Kurparkallee, Brunnenstraße, Besttorstraße, Hindenburgstraße zum Marktplatz bewegt. Der Aufmarsch dort wird nicht in Windungen, sondern in Säulen erfolgen. Das Neue wird sein, daß der König und die Königin bei der Schlussfeier neben dem Redner stehen werden, wie es ihnen bei ihrer hohen Würde zukommt!

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1955

 

Freitag, 1. Juli 1955

Schönheitsreparaturen

st. – Rund 7000 DM erfordern die Reparaturen, die in den Ferien aufgrund eines Beschlusses des Magistrats in allen Oldesloer Schulen, mit Ausnahme der Oberschule, vorgenommen werden sollen. Gute Erfahrungen hat man mit der Steinemaille als Wandbelag gemacht. Deshalb soll nach und nach in sämtlichen Klassenräumen der Ölanstrich durch Steinemaille ersetzt werden. Über die Verwendung des für Reparaturen in der Oberschule zur Verfügung stehenden Betrages hat der Magistrat noch nicht entschieden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.7.1955

 

Dienstag, 5. Juli 1955

Enttäuschte Gesichter unter Regenschirmen

Kindervogelschießen findet „im Saale“ statt – Doch noch Festzug?

st. – Betrübte Gesichter unter Regenschirmen sah man heute vormittag auf den Straßen der Kreisstadt. Vor allem Mütter, die ihre Kinder beim festlichen Umzug des Vogelschießens bewundern wollten, schauten traurig nach dem regenverhangenen Himmel. Frühzeitig durchfuhr ein Lautsprecherwagen die Stadt, um zu verkünden, daß die Wettkämpfe in den Schulräumen stattfinden. Lediglich das eigentliche Vogelschießen der Knaben wird, der unfreundlichen Witterung zum Trotz, auch diesmal Im Bürgerpark ausgetragen.

Die Kinder dürften bei ihren Wettspielen in den Schulen schnell den Kummer über das schlechte Wetter vergessen haben. Sie stört es kaum, daß Girlanden und Fahnen, von Nässe schwer; fast unbeweglich herunterhängen und die geschmückte Stadt einen recht bedauernswerten Anblick bietet. Soll alle Mühe vergeblich gewesen sein? Die Schulleitungen hoffen es nicht.

Wie Rektor Bodenhagen mitteilt, ist der Festzug nunmehr auf 14 Uhr verschoben worden. Die einzelnen Schulen werden um 13.30 Uhr antreten, die Umzugsspitze steht vor der Theodor-Mommsen-Schule. Auf das traditionelle Abholen der Ehrengäste und des Königspaares muß allerdings in jedem Falle verzichtet werden.

Den Tanz in den Festsälen am Nachmittag kann dann das Wetter nicht mehr beeinträchtigen. Er wird in der vorgesehenen Weise stattfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.7.1955

 

Mittwoch, 6. Juli 1955

Leuchtende Kinderaugen beim späten Festzug

Versöhnender Abschluß des verregneten Vogelschießens

st. – Auf den Schultern zweier Mitschüler wurde gestern nachmittag der 14jährige Manfred Alsdorf aus der Bahnhofstraße 23 (Alte Stadtschule 8b) als König des Kindervogelschießens vom Bürgerpark nach dem „Oldesloer Hof“ getragen. Mit dem dritten Schuß aus der Armbrust hatte er im Bürgerpark im strömenden Regen den Rumpf des Vogels aus luftiger Höhe herabgeschossen.

Bei der Proklamation im Saale des „Oldesloer Hofes“ durch Rektor Bodenhagen lernte der noch etwas schüchterne junge König seine Königin kennen, die blonde 13jährige Heike Lau aus Dwerkathen (Oberschule U 3c). Sie hatte unter 112 Bewerberinnen in der Turnhalle mit sechs Würfen 71 Ringe im Taubenpicken erzielt. Die beiden jungen Majestäten erhielten zum Lohn goldene Armbanduhren.

Der für den Nachmittag vorgesehene Umzug hatte ausfallen müssen, da sich der Wettergott auch dem revidierten Stundenplan nicht fügte. So suchten die Kinder ihre Freude im Tanz in den dafür bestimmten Gaststätten.

Am Abend ließ endlich der Regen nach. Noch während sich die Kinder in der Salinenstraße zum Festzug aufstellten, trockneten die Straßen ab. Die Augen der Kinder und Eltern strahlten, als sich endlich der Zug der 2200 in Bewegung setzte. Der Jubel der Kleinen brandete immer wieder auf. Die Jungen machten ihrer Freude im Chor Luft und schwenkten dabei ihre schon etwas verkümmerten Blumensträuße.

 

Ziel des langen Umzuges war der Marktplatz. Auf dem vorbereiteten Podium hielt Rektor Bodenhagen, flankiert vom Königspaar, die Schlußansprache. Mit dem Aufklaren des Wetters habe das Fest nun doch einen glücklichen Abschluß gefunden, sagte der Rektor. An den Dank an alle, die nicht genannt sein wollen, aber in wochenlanger mühevoller Arbeit das Fest vorbereiteten, schloß der Rektor die Mahnung an die Jungen und Mädchen, sich zusammenzuschließen in Sippe und Familie und das alte Brauchtum nicht zu vergessen. Der Rektor schloß seine Ansprache mit dem althergebrachten Ruf: „Und morgen ist Frei-Tag!“ Er spielte damit darauf an, daß in Oldesloe traditionsgemäß der Tag nach dem Kindervogelschießen schulfrei ist und die Ferien einen Tag früher als im Kreisgebiet beginnen.

Mit dem „Schleswig-Holstein-Lied“ und der dritten Strophe des Deutschland-Liedes klang die Schlußfeier aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.7.1955

 

Sonnabend, 9. Juli 1955

Bundesverdienstkreuz für Professor Dr. Benner

st. – Heute vormittag überreichten Landrat Siegel und Bürgermeister Barth Professor Dr. Friedrich Benner in dessen Wohnung das Bundesverdienstkreuz am Bande. Professor Dr. Benner vollendete am 26. Juni das 80. Lebensjahr. Er hat sich große Verdienste auf dem Gebiet des Wohnungsgenossenschaftswesens erworben und war auch in öffentlichen Ehrenämtern erfolgreich tätig. Als Studienrat an der Theodor-Mommsen-Schule erreichte er die hohe Anzahl von 45 Dienstjahren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.7.1955

 

Mittwoch, 20. Juli 1955

Mittelschüler in Ostfriesland

st. – Von einer erlebnisreichen Fahrt durch Ostfriesland kehrten 25 Schüler und Schülerinnen der Königin-Luise-Schule zurück. Unter Führung ihres Lehrers Hafemann lernten sie Aurich und Norderney kennen. Wiesmoor mit seinen 146 Gewächshäusern beeindruckte sie sehr, ebenso eine Rundfahrt im Emdener Hafen. Auf einer Busrundfahrt erschloß sich ihnen die ganze Eigenart der herben Landschaft. Dem Regierungspräsidenten, der die Oldesloer am Tage vor ihrer Abreise in der Jugendherberge verabschiedete, versprach Lehrer Hafemann: „Ich werde immer wieder mit jungen Menschen kommen und ihnen die wenig beachtete Schönheit der Landschaft zwischen Dollart und Jadebusen zeigen!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.7.1955

 

Sonnabend, 6. August 1955

Jugendschutz – ein dringendes Anliegen

st. – In zwei Vorträgen vor dem Ortslehrerverein in der GEW behandelte der Leiter des Kreisjugendamtes, Kreisinspektor Baumast, das Jugendschutzgesetz. Wie der Vorsitzende, Lehrer Schmiedel, betonte, müssen sich die Eltern, Lehrherren und auch die breite Öffentlichkeit viel mehr mit diesen ernsten Fragen, wie Besuch öffentlicher Tanzveranstaltungen und Kinovorstellungen durch Jugendliche, Verhütung strafbarer Handlungen und Vormundschaftsangelegenheiten beschäftigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.8.1955

 

Dienstag, 23. August 1955

Wieder Gymnasium

st. – Unsere Oberschule führt von sofort ab die Bezeichnung „Theodor-Mommsen-Schule – neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium für Jungen und Mädchen“. Sie entspricht damit einem Erlaß des Kultusministers, der für alle schleswig-holsteinischen höheren Schulen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, den Namen Gymnasium vorsieht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.8.1955

 

Freitag, 26. August 1955

Siegfried aufgegriffen

d. – Anhand eines Lichtbildes ermittelte die Polizei den elfjährigen Siegfried, als er sich im Bürgerpark herumtrieb. Der Junge war seit dem ersten Schultag nach den großen Ferien verschwunden. Mehrfach hatte er sich inzwischen nachts aus der elterlichen Speisekammer Verpflegung geholt, im übrigen aber im Freien geschlafen. Sein Bestreben war, die Ferien angesichts des schönen Wetters noch etwas zu verlängern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.8.1955

 

Donnerstag, 1. September 1955

380 Schulkinder im Wettkampf

st. – Angeführt von dem Spielmannszug marschierten 380 Kinder der Alten Stadtschule aus den vierten bis neunten Klassen heute morgen nach dem Stadion, um dort die sportlichen Wettkämpfe im Rahmen der Bundesjugendspiele durchzuführen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.9.1955

 

Donnerstag, 1. September 1955

130 Siege im Schulsport

st. – Drei Jungen und sechs Mädchen der Alten Stadtschule überreichte Rektorin Mohr bei der Siegerehrung der Bundesjugendspiele die von Bundespräsident Heuss unterschriebene Siegerurkunde. Insgesamt wurden bei den Bundesjugendspielen der Alten Stadtschule, um deren reibungslosen Ablauf sich besonders Turnlehrer Walter Busch verdient gemacht hat, 57 Jungen und 73 Mädchen als Sieger ermittelt. In einer Ansprache wies Lehrer Kurt Storeck auf die Bedeutung des Sports im Unterricht hin.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1955

 

Sonnabend, 3. September 1955

Nach Alt-Heidelberg

sch. – Eine elftägige Klassenfahrt trat die Klasse 10c der Königin-Luise-Schule unter Leitung des Klassenlehrers Rehkopf und der Biologielehrerin Frau Müller an. Hauptziel der Fahrt ist Heidelberg. Besucht werden sollen aber auch Mannheim, Koblenz, Bonn und Düsseldorf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1955

 

Sonnabend, 10. September 1955

Mittelschüler in Stade

st. – Eine einwöchige Radwanderung nach Stade, unter Führung von Lehrer Hafemann, wurde 15 Jungen und 15 Mädchen der Klasse 9c der Königin-Luise-Schule zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Erste Reisestation war Elmshorn, wo die Schüler eine vorbildliche Badeanstalt und eine Großgärtnerei kennenlernten. Für die nächsten Tage bezogen die Oldesloer dann Quartier in der Stader Jugendherberge. Dort wurden sie bestens betreut. Tägliche Radfahrten führten in die Umgebung, eine Dampferfahrt endete in Cuxhaven. Stade selbst bot mit seinen Fachwerkhäusern, gotischen Kirchen und Bastionen einen aufschlußreichen Einblick in vergangene Jahrhunderte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1955

 

Sonnabend, 10. September 1955

Tüchtige Schulsportler

st. – Bei den Bundesjugendwettkämpfen der Hilfsschule (Vierkampf: leichtathletischer Dreikampf und Schwimmen) errangen die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten: Sigrid Beringer, Peter Ruwoldt und Friedrich Seidel. Weitere 17 Mädel und Jungen erhielten die Landesurkunde. Am Wettkampf nahmen insgesamt 72 Kinder teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1955

 

Dienstag, 13. September 1955

Unterricht an Ort und Stelle

Oldesloer Mittelschüler begegneten der großen Welt

sch. – Von einer elftägigen Fahrt durch Westdeutschland kehrte die Klasse 10c der Königin-Luise-Schule jetzt zurück. Der Unterricht wurde zum Lokaltermin, beispielsweise beim Besuch eines Bergwerkes und des Neandertal-Museums.

Die ersten drei Tage waren, nach einer elfstündigen Bahnfahrt im modernen Schlafsesselwagen, Heidelberg gewidmet. Die 17 Mädchen und 18 Jungen unter Leitung von Lehrer Fritz Rehkopf waren von Deutschlands modernsten Bahnhof in Heidelberg, der erst vor wenigen Monaten eingeweiht wurde, wie von den alten Bauwerken begeistert.

Abends trieb man in der Jugendherberge Völkerverständigung mit einigen anwesenden jungen Chinesen. Pech hatten einige Mädchen mit ihren praktischen langen Hosen, weil sie in mancher süddeutschen Jugendherberge unerwünscht sind. Eine Dampferfahrt nach Neckar-Steinnach beschloß die Heidelberger Tage.

In Mannheim wurden u.a. die Lanz-Werke und die Felina-Mieder Betriebe besichtigt. Über Mainz ging die Fahrt nach Koblenz mit einem Besuch der Burg Ehrenbreitstein. In Bonn wurde das Bundeshaus besucht. Die letzten zwei Tage galten Düsseldorf.

Die hervorragende Düsseldorfer Jugendherberge entpuppte sich als ein internationaler Treffpunkt. Gäste aus Marokko, Südafrika, Spanien, England, Frankreich, Italien, Japan und Griechenland gaben sich hier ein Stelldichein. Die Oldesloer Schüler fanden diese Begegnung mit der großen Welt „einfach Klasse“ und waren sich darüber einig, daß es eine „Pfundsache“ sei, sich mit soviel Ausländern zu unterhalten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.9.1955

 

Sonntag, 18. September 1955

Realisierbare Jugendideale

sch. – Am Sonntagvormittag wurde im Festsaal der Kreisberufsschule das Herbstsemester der Volkshochschule Bad Oldesloe mit einer Feierstunde eröffnet. Im Mittelpunkt der Festfolge stand ein Referat des Regierungsrats Dr. Hessenauer, Kiel, zum Thema: „Die geistigen Aufgaben der Jugend in der modernen Gesellschaft.“

Bis zum letzten Platz besetzt war der Festsaal der Kreisberufsschule, als Mittelschullehrer Riedell mit Schülern der Königin-Luise-Schule die Feierstunde durch den sauber gespielten Ersten Satz des Violinkonzerts G-Dur von Vivaldi einleitete.

Der neue Leiter der VHS, Stadtverordneter Albrecht O. Schmölder, gab in seiner Begrüßungsansprache der Hoffnung Ausdruck, daß der rege Besuch der Eröffnungsfeier symptomatisch sein möge für die weitere Arbeit der VHS. In einem kurzen Rückblick würdigte er die bisher geleistete Arbeit und dankte einen Vorgängern.

Die Aufgabe, der Volkshochschule umriß der VHS-Leiter dahingehend, daß durch sie ein Stück Allgemeinwissen den Hörern vermittelt werden soll. Die VHS soll außerdem als absolute neutrale Einrichtung den Menschen der jungen deutschen Demokratie Gelegenheit zur politischen Bewußtseinsbildung geben. (Dabei dürfe Politik unter keinen Umständen mit der oftmals unerquicklichen Parteipolitik in Beziehung gebracht werden.)

Die Volkshochschule, so sagte Schmölder, will den Gedanken pflegen. In unserer heutigen Zeit, in der das Visuelle ständig überbetont wird, sei das mehr denn je nötig. Deshalb seien auch die allgemeinbildenden Arbeitsgemeinschaften das Kernstück des Herbstprogramms, ohne daß dabei verkannt werden soll, daß die berufsbildenden Lehrgänge eine notwendige Ergänzung darstellen.

Sodann nahm Regierungsrat Dr. Hessenauer das Wort zum Thema: „Die geistigen Aufgaben der Jugend in der modernen Gesellschaft.“ Die deutsche Jugend allgemein, an behauptete der Redner, lege heute eine geistige Unsicherheit an den Tag, die früheren Generationen in diesem Ausmaß nicht bekannt war. Dr. Hessenauer nannte dann einige Gründe, die mitbestimmend sein mögen für diese geistige Unsicherheit.

Das Bild der heutigen Jugend wird nach Ansicht des Redners u.a. durch folgende Momente gezeichnet: schnelle Reaktionsfähigkeit, Unlust gegen das Denkenkönnen und Denkenwollen, Begabung zur Improvisation bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitsstetigkeit, mangelnder Überlieferungsbegriff, Überbetonung des Visuellen, teilweise Gefühlskälte, Ablehnung von falscher Romantik und unechtem Pathos, Nüchternheit, unbedingte Prüfung aller Dinge auf ihre Glaubwürdigkeit, mangelnde Bereitschaft zum Idealismus usw.

In unserer heutigen Gesellschaft bestehen ernste Gefahren für die Jugend. Ein mahnendes Wort und ein Appell, auch an die Erziehungsträger, ist notwendig. Dabei, so meinte Dr. Hessenauer, gibt es für die Jugend durchaus anzustrebende, realisierbare Ideale. Der Redner nannte drei und setzte sich eingehend hiermit auseinander: Vereinigung Europas, Zueinandergehen der Konfessionen und das engere Zueinandergehen der Sozialpartner. Die Jugend, so betonte der Referent, soll nicht der satten Selbstgefälligkeit erliegen. Kühlschränke, Bilanzen, Kreuzworträtsel und Motorräder genügen nicht. Die Jugend müsse den Mut zum Wagnis und nun Betreten von Neuland haben. Gerade in der heutigen Zeit der Massenzivilisation ist es ihre Aufgabe, der Gesellschaft neue Impulse zu geben.

Die Feierstunde klang aus mit zwei Liedvorträgen des unter Leitung von Lehrer Riedell sehr gut singenden Chors der Königin-Luise-Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.9.1955

 

Mittwoch, 21. September 1955

14 erfolgreiche Schwimmkurse

Rettungsbereitschaft im Unterricht gefördert

n. – In diesen Tagen waren die Oldesloer Schulen zum letzten Mai in der städtischen Flußbadeanstalt, um die noch fehlenden Bedingungen für den Jugend-Grundschein zum Abschluß der Badesaison zu erfüllen. Während in den Vorjahren die Erlernung des Schwimmens im Vordergrund stand, konnten die Lehrkräfte diesmal auch besonders den Rettungsgedanken fördern.

In angenehmer Zusammenarbeit mit dem Schwimm- und Bademeister Hommes, für dessen Unterstützung die Schulen ihren Dank äußern, konnten 14 Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen werden:

  • Freischwimmer 315, davon Jungen 141, Mädchen 174.
  • Fahrtenschwimmer 295, davon Jungen 137, Mädchen 158.
  • Jugendscheine 191, davon Jungen 130, Mädchen 61.
  • Grundscheine 48, davon Jungen 34, Mädchen 14.

Es ist zu erwarten, daß aus der weiteren Förderung der Lebensretter eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Schule und DLRG erwächst.

Wenn in diesem Jahr die Ausbildung der Nichtschwimmer nur einen geringen Fortschritt zeigt, ist dies nicht zuletzt auf den Zustand der Badeanstalt zurückzuführen. Einige Eltern erteilten ihren Kindern nicht die Badeerlaubnis. Es mag sich wohl nur um ein Gerücht handeln, daß man geneigt sei, die Flußbadeanstalt allmählich zu Gunsten der Badeanstalt am Poggensee fallen zu lassen. Erstere ist sowohl für das Kind als auch für den älteren Badegast schnell erreichbar. Außerdem – und das scheint ein recht wesentlicher Gesichtspunkt für die Erhaltung der Flußbadeanstalt zu sein – hat die Schuljugend allein hier die Möglichkeit, im Rahmen der Stundenplangestaltung das Schwimmen systematisch zu erlernen und darin geübt zu werden.

Bademeister Hommes erklärte nach Ablauf von vier durchgeführten Lehrgängen 163 Kinder zu Frei- und 87 Kinder zu Fahrtenschwimmern, nahm bei 61 die Bedingungen für den Jugendschein ab, 31 erfüllten die Bedingungen für den Grundschein, 4 für den Leistungsschein.

Wenn auch in diesem Jahre die Verschlammung vorangeschritten ist, so daß der Wasserstand entgegen der Unfallverhütungsvorschriften nur 1,75 Meter am Sprungbrett betrug, kann im Frühjahr ein Motorboot der Travegenossenschaft ausgeliehen und in Eigenarbeit mit Hilfskräften der DLRG und weiteren Interessenten eine Entkrautung und Entschlammung vorgenommen werden. Der Badestrand ist bei einem Besuch von 600 Badegästen zu klein geworden, eine seitliche Vergrößerung des Strandes wäre vorteilhaft. Schulklassen könnten vormittags auf einem anliegenden Rasenplatz Bodengymnastik mit dem Schwimmen verbinden. Vielleicht könnte man von dem Angebot einer Oldesloer Baufirma Gebrauch machen, die 20 Sack Zement für die Herrichtung der Wand am Nichtschwimmerbecken stiften wollte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.9.1955

 

Mittwoch, 21. September 1955

Kultusministerium fördert Turnhallenbau

Finanzierung zu 60 Prozent durch die Kommunen – 40 Prozent will das Land dazugeben

lno. – Zum ersten Mal wird im kommenden Haushaltsjahr mit einem systematischen und verstärkten Bau von Turnhallen für die schleswig-holsteinischen Schulen zu rechnen sein. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums vor der Landespressekonferenz in Kiel mitteilte, sollen im neuen Etatentwurf größere Beträge für diesen Zweck eingesetzt werden.

Um alle Turnhallenwünsche in Schleswig-Holstein erfüllen zu können, sind mindestens 30 Millionen Mark an reinen Baukosten erforderlich, weil die Turnhalle für eine größere Schule ohne die erforderliche Einrichtung etwa 200.000 bis 300.000 Mark kostet. Die Turnhallenbauten müssen zu 60 Prozent von den Kommunen finanziert werden. Das Land zahlt einen Zuschuß von 40 Prozent.

Nach dem Kriege wurden in Schleswig-Holstein viele Turnhallen wiederhergestellt, aber nur etwa sechs neu gebaut. Der Turnhallenbau wurde bisher zurückgestellt, weil es nach Ansicht des Kultusministeriums wichtiger war, durch den Bau von Klassenräumen die Schulraumnot und den Schichtunterricht zu beseitigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1955

 

Freitag, 30. September 1955

Konrektor Lohse trat in den Ruhestand

st. – Am vormittag fand in der Alten Stadtschule die feierliche Verabschiedung des wegen Krankheit vorzeitig in den Ruhestand getretenen Konrektors Lohse statt.

In dem mit großen Sonnenblumen und viel Herbstlaub ausgeschmückten Musikraum der Schule sang der Schülerchor unter Leitung von Lehrer Klimitz und zum Abschluß auch der Lehrerchor.

Rektorin Mohr würdigte in einer Ansprache die großen Verdienste, die sich der erste Konrektor der Schule während seiner über 25jährigen Tätigkeit in seiner Geburtsstadt um die Kinder, die Junglehrerausbildung und ganz besonders um den harmonischen Zusammenhalt des Lehrkörpers erworben hat. Stadtverordneter Albrecht Otto Schmoelder überbrachte Grüße und Dank der Stadt und des abwesenden Bürgermeisters, und überreichte als Erinnerungsgabe der Stadt einen Teller mit dem Stadtwappen. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Elternbeirates dankte er dem Scheidenden besonders für sein großes Verstehen und seine tiefe Menschlichkeit gegenüber den Schülern. „Wir Eltern wissen, daß diese Lücke, die Ihr Ausscheiden reißt, nicht geschlossen werden kann“, waren die Abschiedsworte des Elternvertreters.

Konrektor Lohse dankte allen Anwesenden in warmer Worten, besonders den Kollegen für de gute Zusammenarbeit. Mit einer gemütlichen Tafelrunde im Konferenzzimmer mit Gesang, Trinksprüchen und vielen guten Wünschen für den Scheidenden fand die Feier ihren Abschluß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1955

 

Freitag, 30. September 1955

Vierzig Jahre im Dienst

d. – Zu seinem 40jährigen Dienstjubiläum wurde Oberstudiendirektor Staberock vom Magistrat geehrt. Bürgerworthalter Rosch überreichte dem Jubilar einen Keramikwandteller mit dem Oldesloer Wappen und einen Blumenstrauß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1955

 

Sonnabend, 1. Oktober 1955

Der Jugend galt sein Herz

Königin-Luise-Schule verabschiedete Rektor Rahneberg

n. – Zu Beginn der Herbstferien nahm Mittelschuldirektor Richard Rahneberg im Beisein seiner Gattin nach arbeitsreicher Tätigkeit in aller Stille Abschied von der Königin-Luise-Schule.

Schulrat Heitmann überreichte die Abschiedsurkunde des Ministers und dankte für die Arbeit an der Jugend, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren besonders schwer war. 1943 kam Rektor Rahneberg, ein geborener Bremerhavener, nach Bad Oldesloe. Seine jetzt 45jährige Tätigkeit im Schuldienst versah er ausschließlich in Holstein. Wenn nun die Verhältnisse wohlgeordnet und der Weg für den Nachfolger geebnet sei, habe Rektor Rahneberg, wie Schulrat Heitmann feststellte, daran großes Verdienst.

Den Dank im Namen des Kollegiums sprach Konrektor Gehrke aus und überreichte dem Scheidenden das Buch „Das schöne Deutschland“. Fräulein Farne dankte mit einem Strauß Chrysanthemen.

Bewegt nahm Rektor Rahneberg alle Ehrungen entgegen. Er dankte Schulrat Heitmann für die Unterstützung, die zur Vollendung des Schulanbaues beigetragen habe. Auch die Bemühungen der Stadt, die trotz der schlechten Finanzlage ein Helfer der Schule war, hob Rektor Rahneberg hervor. Mit Freude nahm er ein Bild vom Turnvater Jahn entgegen, das ihm Helmut Maeder als Vertreter der zum Dank für die Förderung des Schulsports überreichte.

Zugleich mit Rektor Rahneberg wurde Mittelschullehrer Stegemann verabschiedet, der seit 1951 an der Schule tätig war. Er galt als ruhender Pol und versierter Historiker. Nach der Bombardierung Hamburgs betreute er als Hauptlehrer Hamburger Kinder in Scharbeutz. 1951 erfüllte die Landesregierung seinen Wunsch, in die Heimatstadt Bad Oldesloe zurückzukehren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1955

 

Freitag, 21. Oktober 1955

Rektor Lüth vorgeschlagen

st. – Entsprechend einem Beschluß der Stadtverordneten hat die Stadt Bad Oldesloe dem Kultusministerium in Kiel Rektor Heinrich Lüth als neuen Rektor der Königin-Luise-Schule vorgeschlagen. Rektor Lüth, der bereits früher an der Königin-Luise-Schule als Lehrer wirkte, ist seit eineinhalb Jahren Leiter der Reinfelder Matthias-Claudius-Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.10.1955

 

Freitag, 21. Oktober 1955

Sportanlagen im Schulhof

st. – Für den Ausbau von Sportanlagen auf dem Schulhof hinter dem Mittelschulneubau hat der Magistrat auf seiner letzten Sitzung Mittel bewilligt. Es sollen Sprunggruben und eine Kugelstoßanlage eingerichtet werden. Für kleine sportliche Übungen im Rahmen des Unterrichts wird sich dadurch künftig die ständige „Lauferei“ bis zum Exer erübrigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.10.1955

 

Sonnabend, 29. Oktober 1955

Fest der Theodor-Mommsen-Schule

st. – Zu ihrem Schulfest am 26. November im „Oldesloer Hof“ hat die Theodor-Mommsen-Schule auch ihre ehemaligen Schüler eingeladen. Es ist allerdings notwendig, daß sie ihre Teilnahme bis zum 16. November dem Sekretariat der Schule mitteilen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1955

 

Freitag, 4. November 1955

Stadtschulbau in Sicht!

Kiel sagt Förderung zu – Baubeginn noch 1955?

st. – Die Kreisstadt darf schon in den nächsten Tagen mit der Zusage der Landesregierung zu dem so dringend notwendigen Neubau für die Alte Stadtschule rechnen. Dies teilte Landrat Siegel auf der Kreispressekonferenz mit. Der Landrat hofft zuversichtlich auf den Baubeginn noch in diesem Jahre.

Der Landrat hat auf Bitten Bürgermeister Barths im Kieler Kultusministerium nachdrücklich auf die unhaltbaren Zustände in der Alten Stadtschule hingewiesen. Die zuständigen Stellen verschlossen sich nicht der Dringlichkeit eines Neubaues, so daß, wie sich der Landrat ausdrückte, die Zusage der Landesregierung „mit 99,9prozentiger Wahrscheinlichkeit“ in wenigen Tagen eingehen wird.

Da die Stadt Bad Oldesloe den Schulbau als Projekt Nr. 1 ansieht, sollte sich bei der zu erwartenden Förderung durch die Landesregierung auch die Gesamtfinanzierung bewerkstelligen lassen, so daß die erst in den letzten Tagen wieder durch den Elternbeirat beanstandeten unzureichenden räumlichen Verhältnisse der Alten Stadtschule in absehbarer Zeit abgestellt sein werden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.11.1955

 

Donnerstag, 10. November 1955

Dritte Volksschule hinter dem Bürgerpark?

st. – Die Stadt hat ein 60.000 Quadratmeter großes Grundstück des Landwirtes Hans Meyer angekauft. Es liegt hinter dem Bürgerpark an der Drews’schen Koppel in unmittelbarer Nähe des für die Landwirtschaftsschule bestimmten Baugrundes und kommt für den Bau der dritten Volksschule in Frage, die den unerträglichen Verhältnissen in der Alten Stadtschule und dem immer noch notwendigen Schichtunterricht ein Ende setzen soll. Möglicherweise erhält der neue Volksschulbau aber euch seinen Standort in der Nähe der Feldstraße. Die endgültige Entscheidung werden die städtischen Ausschüsse demnächst treffen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1955

 

Freitag, 25. November 1955

Händels „Alexanderfest“

Aufführung in der Theodor-Mommsen-SchuIe

st./sch. – Die Aufführung „Alexanderfest“, einer von Georg Friedrich Händel als Oratorium komponierten Ode, hatte eine erwartungsvolle, sympathiegebundene Hörerschaft in die schließlich bis auf den letzten Platz gefüllte Aula der Mommsen-Schule gelockt. Sie brauchte ihr Kommen nicht zu bereuen. Der langanhaltende, dankbare Schlußbeifall für alle Mitwirkenden bewies am besten den Erfolg der Aufführung.

Der Abend wurde eingeleitet mit der vom Schülerorchester der Mommsen-Schule elanvoll gespielten Sinfonie in G-Dur von Christoph Willibald Gluck mit den Sätzen Allegro, Andante, Presto.

Oberstudiendirektor Staberock begrüßte sodann alle Gäste und Mitwirkenden. Er betonte, daß ein Werk wie das „Alexanderfest“, das die griechische Tonkunst verherrliche, eine gute Möglichkeit für die Jugend biete, im Rahmen ihrer Kräfte schöpferisch, das heißt gestaltend, tätig zu werden. Der Abend sei gedacht als Auftakt der alljährlichen Mommsen-Feier.

Das „Alexanderfest“ oder „Die Macht der Musik“ hat als Grundlage eine Dichtung des englischen Dichters John Dryden. Händel hat dieses Werk, das im Covent-Garden London seine Uraufführung erlebte, 1735/1736 komponiert.

Gertrud Fey sang die Sopran-Partie. Ihre natürliche Vortragsart, gepaart mit einer hohen Stimmkultur, ließ die einzelnen Gesänge zu einem persönlichen Bekenntnis werden. Günther Pods (Tenor), den wir zuletzt in der Hohen Messe hörten, wurde seiner Aufgabe gerecht. Ortwin von Holst (Baß-Partie), der kurzfristig für den erkrankten Hermann Rohrbach einsprang (und damit die Aufführung rettete), sang mit der ausgeglichenen und beherrschten Stimme des Routiniers.

Eine überraschend ausgewogene Leistung zeigte der geschulte und präzise geleitete Chor der Mommsen-Schule. Die Frische der jugendlichen Stimmen weckte Begeisterung. Seine gesangliche Leistungsstärke kam besonders im dynamischen Schluß-Chor zur Geltung.

Die orchestrale Begleitung hatte das verstärkte Oldesloer Collegium musicum übernommen. Das Spiel war prägnant, jederzeit ausdrucksstark und einfühlsam. Hier musizierte ein Orchester, das von innen heraus gewachsen und gereift ist.

Am Pult stand Studienrat Fritz Alshuth, der als Dirigent die Aufgabe meisterte, Chor, Solisten und Orchester zu einer wirkungsvollen künstlerischen Einheit zu verbinden. Seine Stabführung war bei sparsamer Mittelanwendung beherrschend. Der Erfolg der Aufführung ist nicht zuletzt sein Verdienst.

Blumen und anhaltender Beifall lockte auf die Gesichter aller Akteure dankbares Lächeln.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1955

 

Montag, 5. Dezember 1955

Zum Studienrat ernannt

st. – Studienassessor Dr. Günther Marquardt vom Theodor-Mommsen-Gymnasium wurde zum Studienrat und gleichzeitig zum Beamten auf Lebenszeit ernannt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1955

 

Mittwoch, 7. Dezember 1955

Mittelschullehrerprüfung bestanden

st. – Der an der Königin-Luise-Schule tätige Lehrer Manfred Oehmke legte in Kiel die Mittelschullehrerprüfung in den Fächern Mathematik und Physik/Chemie ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1955

 

Donnerstag, 8. Dezember 1955

Kritik am Schulverwaltungs-Gesetzentwurf

Erhöhung der Kreisumlagen befürchtet – Kommunale Selbstverwaltung zurückgedrängt

ü. – Kiel. Landkreistag und Landgemeindeverband befürchten eine beträchtliche Erhöhung der Kreisumlagen durch die im Referentenentwurf für das neue Schulverwaltungsgesetz enthaltenen Vorschläge für die künftige Lastenverteilung bei der Finanzierung der öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein. Diese Erhöhung wird vom Landkreistag bis zu acht Prozent der jetzigen Umlagesätze geschätzt.

Den beiden genannten kommunalen Spitzenverbänden war ebenso wie dem Städtebund und dem Städtetag der Referentenentwurf des Schulverwaltungsgesetzes zu einer Stellungnahme zugeleitet worden. In ihren Antworten begrüßen beide Verbände die von der Landesregierung beabsichtigte zusammenfassende Ordnung des gesamten öffentlichen Schulwesens unseres Landes in einem Gesetz und die durch eine klare Abgrenzung der verwaltungspolitischen und finanziellen Zuständigkeiten zwischen dem Land und den Kommunen angestrebte Verwaltungsvereinfachung. An einer ganzen Reihe von Einzelbestimmungen haben sie jedoch lebhafte Kritik.

Vor allem wird bedauert, daß der Bereich der freien Betätigung der Gemeinden erneut um ein beträchtliches Stück zurückgedrängt werden soll. Bisher war die Errichtung einer mittleren oder höheren Schule eine freiwillige Angelegenheit der Gemeinden. Künftig sollen sie dazu verpflichtet sein, wenn der Kultusminister im Einvernehmen mit dem Innenminister feststellt, daß ein Bedürfnis für die Errichtung besteht. Ein Mitwirkungsrecht der Gemeinden bei dieser Entscheidung ist nicht vorgesehen; sie sollen lediglich vorher um ihre Meinung befragt werden. Dagegen wenden sich der Landkreistag und der Verband der Landgemeinden. Sie fordern, daß dem verantwortlichen Handeln der kommunalen Selbstverwaltung ein größerer Spielraum bleibt.

Eine gleich starke Ablehnung finden mehrere der im Referentenentwurf gemachten Vorschläge für die finanzielle Neuordnung des Schulwesens. Die dadurch drohende Mehrbelastung der Kommunen wird für unannehmbar erklärt. Sie würde in schroffem Widerspruch zu den im kommunalen Finanzausgleichsgesetz von 1955 für einen mehrjährigen Zeitraum aufgestellten Berechnungen stehen. Die Mehrbelastung ergibt sich u.a. aus einer teilweisen Verlagerung der Gastschulbeiträge, die seit 1951 das Land bezahlt hatte, auf die kommunale Selbstverwaltung. Das Gastschulgeld für auswärtige Schüler von Aufbauzügen sollen in Zukunft die Heimatsgemeinden und bei Mittelschülern die Kreise tragen. Bei den höheren Schulen droht den Kreisen gleichfalls eine zusätzliche Belastung. Sie können nämlich zur Übernahme der Trägerschaft einer höheren Schule verpflichtet werden. Gastschulbeiträge werden vom Land jedoch nur für Schulkinder gezahlt, die außerhalb des Gebietes des Schulträgers wohnen, das heißt in diesem Fall außerhalb des betreffenden Landkreises, was höchst selten der Fall sein dürfte. Als eine weitere schwer tragbare Mehrbelastung wird die vom neuen Gesetzentwurf vorgeschriebene Erhöhung der Schulneubaurücklagen bezeichnet.

Zusammenfassend treffen die beiden kommunalen Spitzenverbände die Feststellung, daß sich das Land die im Schulverwaltungsgesetz beabsichtigten Eingriffe in die kommunale Selbstverwaltung nicht nur nichts kosten lassen will, sondern daß es darüber hinaus bisher übernommene Lasten auf die Gemeinden und Kreise verlagert und zudem noch weitere Möglichkeiten einer eigenen Entlastung vorsieht. Diese Entwicklung auf dem Gebiet des Schulwesens könne, so wird übereinstimmend betont, die kommunale Selbstverwaltung keinesfalls ihre Zustimmung geben. Es müsse vielmehr gefordert werden, daß das Land sich selbst zur Übernahme zusätzlicher Lasten bereit erklärt.

Die Stellungnahmen aller vier kommunalen Spitzenverbände werden zur Zeit im Kultusministerium vor der Ausarbeitung des endgültigen Regierungsentwurfes sorgfältig geprüft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1955

 

Donnerstag, 8. Dezember 1955

Mittelschullehrerprüfung bestanden

st. – Der in unserer Stadt wohnende Lehrer Heinz Timmermann bestand in Kiel seine Mittelschullehrerprüfung in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1955

 

Dienstag, 20. Dezember 1955

Schulkonzert

st. – Volkstümliche Weihnachtsmusik nennt die Königin-Luise-Schule das Konzert, zu dem sie die Bevölkerung morgen um 20 Uhr in ihre Aula einlädt. Streicher- und Flötengruppen, der Schulchor, ein Streichorchester und ein Klaviertrio werden Werke alter Meister spielen. Die Klasse 10a wird eine Kantate von Vincent Lübeck singen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1955

 

Sonnabend, 31. Dezember 1955

Neue Lasten für Oldesloes Stadtsäckel

Bürgermeister zeigte Licht- und Schattenseiten auf

st. – Bürgermeister Barth äußerte sich am Jahresende befriedigt darüber, daß sich die Finanzlage der Kreisstadt 1955 gebessert hat. Von einer Gesundung kann allerdings angesichts der Notwendigkeit, überhöhte Hebesätze für die Gewerbe- und die Grundsteuer aufrechtzuerhalten, noch keine Rede sein.

Bei der Beleuchtung der Probleme, denen sich Bad Oldesloe gegenüber sieht, verwies der Bürgermeister auf neue Lasten. …

Im Vordergrund der kommunalen Arbeit des neuen Jahres werden der Brückenschlag über die Trave, der Ausbau des Berliner Ringes bis zur Lübecker Straße und die Travebegradigung stehen. Es besteht begründete Hoffnung, dass 1956 den Bau der dritten Volksschule mit zehn bis elf Klassenräumen bringen wird. Die gleichen Hoffnungen hegt man für den Neubau der Landwirtschaftlichen Schule. Mit den Erdarbeiten wurde bereits begonnen. …

Die Sorge der Stadt gilt der teilweise gesperrten Turnhalle der Oberschule, deren baldige Instandsetzung vorgesehen ist, um die Halle für das Schulturnen und für die Sportvereine wieder völlig freigeben zu können. Auch hinsichtlich der Umkleideräume im Bürgerpark hofft die Stadt zu einer Lösung zu gelangen; Verhandlungen über die Finanzierung aus Toto-Mitteln sind im Gange. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.12.1955

 

 

Bis zum Jahr 1960