Spielzeit 1954 - 55
Teil 3

 

Samstag, 15. Jan. 1955
Platzsperre?
In einem Rundschreiben an seine Fußballvereine gibt der Kreisfußballverband Stormarn bekannt, daß in letzter Zeit verschiedentlich Klagen über nicht ordnungsgemäß hergerichtete Fußballplätze laut geworden sind. Die Markierungen waren vielfach nicht vorschriftsmäßig, auch Grenzfahnen fehlten. Falls Vereine weiterhin in dieser Form gegen die Satzungen des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes verstoßen, will der Kreisfußballverband eventuell Ordnungsstrafen und Platzsperren verhängen.
ST

Montag, 24. Jan. 1955
Amateursport vergnügungssteuerfrei
Der Landtag Schleswig-Holsteins verabschiedete in Kiel einstimmig ein Gesetz über die Änderung der Vergnügungssteuer. In Zukunft sind alle Amateursportveranstaltungen, die den Leibesübungen dienen, vergnügungssteuerfrei. Bei Fußballspielen, an denen Vertragsspieler mitwirken, wird die Steuer von 25 auf 10 Prozent gesenkt.
ST

Montag, 24. Jan. 1955
Voranzeige.
Am Samstag, dem 5. Feb. 1955, findet um 20 Uhr im "Oldesloer Hof" die traditionelle Maskerade des VfL Oldesloe von 1862 e.V. statt. Karten hierfür sind in den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Der Vorstand.
ST

Samstag, 19. Feb. 1955
Vereine und Spielausschuß an einem Tisch.
Anregende und fruchtbare Zusammenkunft in der Sportschule. Nahezu alle Vereine der Amateurliga waren dem Rufe des Spielausschußvorsitzenden Heinrich Steenbock zu einer Aussprache nach Malente gefolgt, die ihm und seinen Männern vom Spielausschuß manchen wertvollen Fingerzeig für die künftige technische Arbeit vermittelte.

Nachdem Steenbock die Schwierigkeiten erläutert hatte, die sich aus der Zusammenballung von Mannschaften in Kiel, Lübeck, Neumünster und um Itzehoe für die Aufstellung des Spielplans ergeben, nahmen die betroffenen Vereine zur Frage der Vormittagsspiele Stellung. Dabei ergab sich die überraschende Tatsache, daß die Kieler Vereine auf sie verzichten und lieber gleichzeitig nachmittags spielen wollen. Die Lübecker machten die Einschränkung, daß der VfB immer allein angesetzt werden sollte, während LBV Phönix und ATSV ruhig gleichzeitig spielen könnten. Nur die Neumünsteraner Vereine waren voller bedenken und hielten die bisherige Regelung für die günstigste. Gegen Samstagspiele herrschte allgemeine Aversion.

Zur Frage des Umfangs der Amateurliga durchkreuzten die Vereine die Pläne des Spielausschusses, die Staffel mit der Zeit von 18 auf 16 Mannschaften zu verkleinern. Ganze vier Vereine (VfR Neumünster, Heider SV, LBV Phönix und ATSV Lübeck) sprachen sich für die Verringerung aus, während die übrigen für eine Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes plädierten, da allein Meisterschaftsspiele einigermaßen volle Kassen brächten, Gesellschaftsspiele aber zu teuer und zu wenig zugkräftig wären. Einmütig wurde auch für den DFB-Vereinspokal Stellung genommen, der schon im Interesse der Kreis- und Bezirksklasse durchzuführen sei, auch wenn die ersten Runden für die Amateurliga nur ein Zuschußgeschäft sei.

Trotz aller Terminnot müßte der Bußtag den Kreisen für etwaige Ausweichspiele zur Verfügung stehen. Gegen die Ansetzung von Punktspielen an den übrigen Feiertagen konnten die Vereine bei ihrer Einstellung zur Achtzehnerstaffel nichts einwenden. Es wäre sogar notwendig, den Karfreitag für den Spielbetrieb wieder freizubekommen.

Die Vereine beschäftigten sich dann mit dem "Schicksal" der Reservemannschaften. Einmütig waren sie der Auffassung, daß eine Satzungsänderung dahingehend unerläßlich sei, die Reservemannschaften mit Punktwertung und Aufstiegsmöglichkeit bis zur jeweiligen nächstniedrigeren Spielklasse an der Meisterschaft der ersten Mannschaften teilnehmen zu lassen.

Noch eine Fülle anderer Fragen war Gegenstand der Aussprache. U.a. lag die Geselligkeit der Gegner nach Punktspielen besonders Steenbock am Herzen. Der variable Spielbeginn (14.00, 14.30, 15.00 Uhr) war eine Forderung der meisten Vereine, die auch gegen eine vorbereitete zusätzliche Spielordnung nichts einzuwenden hatten.

Ferner sprach man sich für die Schaffung einer Bundesliga aus, wenn damit endlich eine willkürliche Scheidung zwischen Amateurismus und Vertrags- bzw. Berufsspielertum zu erreichen wäre. Die Befürchtung einer Degradierung zur dritten Spielklasse sei ungerechtfertigt, und nach wie vor bliebe die Amateurliga die erste Amateurspielklasse. Alles in allem war die Zusammenkunft so anregend und fruchtbar, daß eine regelmäßige Wiederholung vorgeschlagen wurde.
SPM

Freitag, 11. März 1955
Fußball und Fernsehen.
Die Frage, ob der Fußballsport durch Direktübertragungen im Fernsehen gefördert oder beeinträchtigt werde, ist eines der aktuellsten Probleme und wurde in diesen Tagen sowohl bei der Tagung der englischen Fußballiga in London als auch auf dem Kongreß der Europäischen Fußball-Union in Wien eingehend erörtert. Die englische Fußballiga genehmigte bisher keine Direktübertragungen, weil sie einen Ausfall an Eintrittsgeldern befürchtete. Inzwischen hat sie ihre Einstellung jedoch geändert und will in Zukunft Direktübertragungen zulassen, wenn alle Eintrittskarten verkauft sind und außerdem nur für gewisse Bezirke. Beim Europakongreß in Wien ist man zunächst noch zu keiner Klärung gelangt. Aus Berichten über bereits gemachte Erfahrungen ging hervor, daß das Fernsehen eine beträchtliche Fernwirkung hat.
ST

Mittwoch, 16. März 1955
Fußballpause um die Jahreswende?
Vorstand und Beirat des Norddeutschen Fußballverbandes sprachen sich in Bremen für eine Verlegung der Sommerpause im Spielbetrieb aus und bezeichneten eine Pause von Mitte Dezember bis Mitte Januar als begrüßenswert, da in dieser Zeit meistens die schlechtesten Wetterbedingungen herrschen.
ST

Donnerstag, 17. März 1955
Ausgaben für Schwimmbäder.
Der Magistrat bewilligte 400 DM für die Wiederherstellung des Startstegs in der Flußbadeanstalt. Der Steg ist durch Eisgang und Hochwasser weggerissen worden. Der gleiche Betrag wurde für Verbesserungen des Strandbades Poggensee zur Verfügung gestellt. An der Abgrenzung des Schwimmbades sollen zwei Flöße verankert werden.
ST

Dienstag, 29. März 1955
Erfolge in allen Sparten.
Kreissportverband über Breitenarbeit befriedigt. Auf Erfolge auf allen Gebieten des Sports konnten die Vorstandsmitglieder des Kreissportverbandes Stormarn auf der Jahreshauptversammlung im "Deutschen Haus" verweisen. Viele Vereinsvertreter nahmen an der Versammlung teil.

Kreisjugendpfleger Heinz Peters überbrachte die Grüße des Landrats und sprach über die Zusammenarbeit des Kreisausschusses mit den Sportvertretern. Er versicherte, daß sich die Ausschußmitglieder voll für die belange der Sportjugend einsetzten. Aufschlußreich war der Bericht des Sozialwartes Fritz Mittelstaedt über die Betreuung der Sportverletzten. Eindringlich wies er nach, wie notwendig die Erhebung des Sportgroschens und wie segensreich seine Verwendung sei. Der Sportwart wies auf den erfreulich großen Umfang der Breitenarbeit hin und führte viele Sportler an, die in der Bestenliste aufgenommen worden sind. Mit Befriedigung nahm die Versammlung von der Kassenlage und dem Prüfungsergebnis der Kassenrevisoren Kenntnis und erteilte dem gesamten Vorstand Entlastung.

In den Vorstand gewählt wurden:

  • 1. Vorsitzender Christian Ohrt (VfL Oldesloe),
  • 2. Vorsitzender Gustav Rausch (Preußen Reinfeld)
  • Schriftführer Friedrich Burandt (THC Blau-Weiß Oldesloe)
  • Kassierer Ernst Schnoor (VfL Oldesloe)
  • Beisitzer Hansjoachim Berg (TSV Reinbek)
  • Johann Matthees (TSV Bargteheide) und Peter (ATSV Oldesloe)
  • Kassenprüfer Groth (TSV Bargteheide) und Ernst Otto (VfL Rethwisch).
  • Ehrengericht: Walther (TSV Bargteheide), Leo Seipelt (VfL Oldesloe), Höppner (TSV Trittau) und Erwin Gesche (Preußen Reinfeld).


ST

Mittwoch, 30. März 1955
Abschiedsfeier für Seipelt.
Sehr herzliche Beweise ihrer Dankbarkeit und Anerkennung gaben das Lehrerkollegium und die Schüler der Theodor-Mommsen-Schule auf der Abschiedsfeier für den am Kriegsende an die Schule gekommenen Oberschullehrer Leo Seipelt. Der gebürtige Brandenburger hat, von der Körner-Oberschule in Berlin nach Bad Oldesloe gekommen, einen wertvollen Beitrag zum Wiederaufbau des Gymnasiums geleistet. Daß ihn seine Schüler "Papa Seipelt" nannten, verrät das herzliche Verhältnis dieses Pädagogen zu den Kindern. Oberstudiendirektor Richard Staberock hob anerkennend hervor, daß er immer einsprang, wenn Not am Mann war. (Anm.: Seipelt war von 1950 bis 1953 Vorsitzender des VfL Oldesloe.)
ST

 

Bis zum Jahr 1960