Spielzeit 1954 - 55
Teil 4

  

Mittwoch, 6. April 1955
Noch keine Umkleideräume im Bürgerpark.
Die Oldesloer Schüler, die für ihre Turnstunden den Bürgerpark benutzen, werden vorerst noch auf die dringend notwendigen Umkleideräume verzichten müssen. Das Stadtbauamt wollte diese an das Jugendheim anbauen und mit Duschen versehen. Den Stadtverordneten ist dieser Entwurf aber zu aufwendig, da die Verwirklichung 35.000 DM beanspruchen würde.
ST

Donnerstag, 7. April 1955
Neue Einzäunung für den Exer.
Die Spielplatzumfassung im Bürgerpark soll erneuert werden. Die Stadt liefert das Material aus dem Kneeden an. Der ATSV Oldesloe hat sich bereit erklärt, die Pfähle zu setzen.
ST

Dienstag, 12. April 1955
Erfolgreiche Breitenarbeit im VfL Oldesloe.
Der über 900 Mitglieder zählende Verein für Leibesübungen wählte in seiner gut besuchten Jahreshauptversammlung im "Oldesloer Hof" den bisher nur kommissarisch die Vereinsleitung innehabenden Obmann der Handballabteilung Hanns Opitz einstimmig endgültig zum 1. Vorsitzenden. Die Neuwahl war durch den Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Ohldag notwendig geworden.

Die Obmänner der verschiedenen Sparten erstatteten ihre zum Teil sehr erfreulichen Berichte, die eine stetige Aufwärtsentwicklung auf allen Gebieten des Sports erkennen ließen. Jugendleiter Walter Busch bat darum, daß sich geeignete Mitglieder als Jugendleiter zur Verfügung stellen möchten.

Für die Boxabteilung erstatte Obmann Werner Schnack einen farbigen Bericht über die Osterreise nach Dänemark, wo mit den dortigen Sportkameraden herzliche Freundschaft geschlossen wurde. Bemerkenswert der zahlreiche jüngere Nachwuchs, der sich schon heute zu diesem männlichen Sport bekennt.

Der Obmann der Fußballsparte, Gerhard Heuseler, sprach von einem sehr erfolgreichen letzten Jahr. Während die Jungmannen Kreismeister wurden, stehen die erste Knabenmannschaft an erster und die Liga praktisch an zweiter Stelle in ihren Staffeln. Sein Dank galt dem unermüdlichen Jugendwart der Fußballabteilung, Rudi Herzog, der anschließend über die Dänemarkreise der Jugendmannschaften referierte und dabei die zum Teil glänzenden Ergebnisse - drei Siege, eine Niederlage - hervorhob.

Für die noch am Anfang des vorigen Jahres kaum in Erscheinung getretene Leichtathletiksparte konnte Obmann Bernhard Nowak feststellen, daß in der vergangenen Saison kaum erwartete Ergebnisse erzielt wurden. Der eben vollzogene Neuaufbau brachte sowohl den Frauen als auch den Männern mehrere beachtliche Plätze in der Landesbestenliste.

Die Schwimmabteilung wird erstmalig in diesem Jahr nach vollzogenem Aufbau wieder an die Öffentlichkeit treten. Bei den Turner machte sich ein erheblicher Leistungsaufschwung bemerkbar. Besonders erfreulich das Abschneiden der Tischtennisabteilung mit mehreren ersten Plazierungen sowie weiteren guten Plätzen. Unter der bewährten Leitung ihres Obmannes Fritz Mittelstaedt werden mehrere Spieler an den Landesmeisterschaften teilnehmen.

Der 1. Vorsitzende konnte in seiner Eigenschaft als Handballobmann die Mitteilung machen, daß die erste Handballmannschaft inzwischen den Aufstieg in die Bezirksklasse erreicht hat und nunmehr einen guten Mittelplatz in der Tabelle einnimmt. Er dankte besonders den Vereinsmitgliedern Bockelmann und Wohlers für die Stiftung von zwei Handballtoren. Zusammenfassend dankte dann Stadtrat Brembach allen Spartenleitern für die oftmals mühselige und entsagungsvolle Arbeit an der Jugend.

Hauptkassierer Kurt Peter erstattete seinen Kassenbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verein inzwischen schuldenfrei geworden ist und sogar über ein nicht unerhebliches Vermögen verfügt. Der Bericht der Kassenprüfer Kroll und Witt löste eine längere Debatte aus. Schließlich wurden dem Vorstand und dem Kassierer bei einer Gegenstimme Entlastung erteilt. Einstimmig wählte die Versammlung Kaufmann Gerhard Rath zum zweiten Kassierer.

In der Aussprache erläuterte der 1. Vorsitzende des Kreissportverbandes Christian Ohrt verschiedene finanzielle Vorhaben, die Verwendung des Sportgroschens sowie die Möglichkeiten von Steuervergünstigungen. Ferner regte er eine verstärkte ärztliche Betreuung der Aktiven an.
ST

Samstag, 30. April 1955
Der Schulsport soll gefördert werden.
Eine Konferenz der Kultusminister der Bundesländer, an der außerdem Vertreter kommunaler Spitzenverbände und des deutschen Sports teilnahmen, beschloß gestern in Koblenz, den Schulsport nach Möglichkeit zu fördern.

Die Konferenzteilnehmer waren sich einig darüber, daß der Leibeserziehung eine hervorragende gesundheitliche, staatsbürgerliche und kulturelle Bedeutung zukommt. Der Schulsport sei jedoch trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Aufstiegs in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren nicht genügend gefördert worden.

Um die Schuljugend dem Sport näher zu bringen, sei es notwendig, geeignete Lehrkräfte zu gewinnen und auszubilden und neue Sportstätten zu bauen. Die Gesprächspartner wiesen darauf hin, daß alle mit einer Förderung des Schulsports zusammenhängenden Aufgaben nur durch gemeinsame Anstrengungen der Länderregierungen, der Verwaltungen und Sportverbände erfüllt werden könnten.

Auf der Konferenz wurde die Bildung von vier Arbeitskreisen beschlossen, die konkrete Vorschläge für Sofortmaßnahmen und für langfristige Projekte ausarbeiten sollen.
ST

Samstag, 30. April 1955
Gesundheitspaß für alle Sportler.
Ziel des Landessportverbandes Schleswig-Holstein ist es, einen Gesundheitspaß für alle Sportler des Landes einzuführen. Jeder Sportler soll einmal im Jahr sportärztlich untersucht werden. Das forderte der Beirat des Landessportverbandes auf einer Sitzung in Plön.

Sämtliche verfügbaren Mittel sollen den sportärztlichen Untersuchungen dienen, die eine Gewähr dafür sind, daß Sportler kerngesund an ihre Aufgaben herangehen. Die Kreissportverbände werden ebenso wie der Sportförderungsausschuß in jedem Jahr und für jeden Kreis je 300 DM zur Verfügung stellen. In Besprechungen mit den Gemeindeverwaltungen werden Vertreter des Landessportverbandes versuchen, auch von den Gemeinden je 300 DM für sportärztliche Untersuchungen zu erhalten.
ST

Samstag, 7. Mai 1955
Verbandstag der Fußballjugend.
Der Kreisfußballverband Stormarn hielt in Bad Oldesloe im "Restaurant Haberland" seinen diesjährigen Jugendverbandstag ab. Unter den Gästen konnte der Kreisjugendwart den 1. Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche (Reinfeld), als Vertreter des Verbandsjugendausschusses Kiel Schmidt und Kreissportjugendwart Karl-Heinz Schmidt (Bad Oldesloe) begrüßen.

Im Jahresbericht wurde festgestellt, daß wieder beachtliche Fortschritte gemacht wurden. Besonders hervorzuheben ist die gute Durchführung der Punktspiele. Außerdem wurden noch acht Auswahlspiele der Jungmannen durchgeführt. Die Staffelsieger stehen bereits fest

  • Jungmannen: VfL Oldesloe und TSV Trittau
    • Meister VfL Oldesloe
  • Jugend: VfL Oldesloe und TSV Bargteheide
  • Schüler: TSV Grabau und TSV Trittau
  • Knaben: Meister VfL Oldesloe.

Gut beschickt wurden die Lehrgänge in der Sportschule Malente. Nach einer eingehenden Aussprache wurde der Jugendausschuß einstimmig entlastet. Kreisverbandsvorsitzender Gesche übernahm dann den Vorsitz zur Neuwahl des Vorsitzenden des Kreisjugendausschusses. Er danke dem Jugendausschuß für die geleistete Arbeit. Franz Bartkowiak (Bad Oldesloe) wurde sodann einstimmig wiedergewählt. Ebenso Claus Slama, während für das scheidende Mitglied Fritz Voigt Rudi Herzog (Bad Oldesloe) in den Jugendausschuß gewählt wurde. Wie bisher gehören diesem noch an Helmut Zosel (Todendorf) und Rolf Grote (Bargteheide). Es erfolgte noch eine eingehende Aussprache über die Siebenermannschaften, über Schulung in Malente und über ein künftiges Einteilen der Jugendmannschaften.
ST

Samstag, 21. Mai 1955
Kreisfußballverband wie noch nie.
Der morgige Kreisfußballverbandstag in Reinfeld wird voraussichtlich seine Vorgänger in Bezug auf die Teilnahme und Gestaltung noch weit übertreffen. Das in den Vorjahren mit großem Beifall aufgenommene Bemühen des 1. Vorsitzenden, den Verbandstagen durch kulturelle Darbietungen ein besonderes Gepräge zu geben, wird morgen in offenbar glücklicher Weise fortgesetzt.

Über 150 Teilnehmer haben sich für den Verbandstag angemeldet. Die Stadtverwaltung bittet die Bevölkerung, den Fußballern zu Ehren die Häuser zu beflaggen. Darüber hinaus hat die Stadt Reinfeld einen Schülerwanderpreis gestiftet. An der einleitenden Feierstunde sind beteiligt der Männerchor, Liedertafel Arion, das Lehrer-Streichquartett, das Flötenquartett der Matthias-Claudius-Schule und nicht zuletzt die Lübecker Turnerschaft mit Barren- und Bodenübungen.
ST

Sonntag, 22. Mai 1955
Die Musen bei den Fußballern.
Feierstunde leitete Reinfelder Verbandstag ein. Zum ersten Mal nach 46 Jahren veranstaltete der Kreisfußballverband Stormarn wieder seinen Verbandstag in Reinfeld. Den Auftakt bildete vormittags eine Feierstunde mit musikalischen Darbietungen des Männerchores Arion, der Lehrer-Streichquartetts Stormarn und des Flötenquartetts der Matthias-Claudius-Schule.

Der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Dr. Curt Waßmund (Pansdorf), begrüßte es, daß der rührige Kreisvorstand Stormarn dabei nicht nur den repräsentativen und arbeitstechnischen Teil der Tagung herausstellte, sondern auch dem besinnlich-musischen Bereich zum Recht verhalf. "In einer Zeit, in der Materialismus und Vermassung auch in die Sportbewegung Eingang gefunden haben, ist eine solche Einstellung besonders wertvoll." Bürgermeister Richard Hingst betonte, daß in Reinfeld nicht nur Karpfen, Weinbergschnecken und Fasanen gedeihen, sondern auch der Fußball durch die "wackeren Preußen" gut vertreten sei.

Fußballspiele keine Schaustellung. Vorsitzender des Kreisfußballverbandes gegen unsportliche Haltung der Zuschauer. Schiedsrichternachwuchs notwendig. Neueinteilung der Spielklassen. Der Verbandstag wählte einstimmig den bisherigen Vorsitzenden Erwin Gesche (Reinfeld) wieder. Als Kassenwart wurde Hans Carstens (Bargteheide) einstimmig bestätigt. Auch der Schriftführer Ernst Otto (Rethwisch) wurde einmütig wiedergewählt. Zum Beisitzer wurde Richard Kickbusch (Lütjensee) gewählt. Für den Jugendausschuß wurde Franz Bartkowiak (Bad Oldesloe) bestätigt. Zweiter Kassenprüfer wurde Wilhem Hoppe (Bad Oldesloe).

Die 159 Delegierten der 21 Stormarner Fußballvereine, die zusammen rund 5500 Mitglieder zählen, hatten eine umfangreiche Tagesordnung zu bewältigen. Die Vereine haben im Sportjahr 1954/55 trotz widriger Umstände gut und erfolgreich gearbeitet. Das Kreissportgericht brauchte nur in geringem Umfang in Tätigkeit zu treten. Nicht nur Mannschaften und Vereine waren damit besser als in den Vorjahren, sondern auch die Spielleitung der Schiedsrichter war, wie der 1. Vorsitzende betonte, "besser als es der kluge Zuschauer wahrhaben will". Bedauert wurde, daß sich die Zahl der Jugendmannschaften verringerte, während die Zahlen der Seniorenmannschaften trotz Umsiedlung und Abwanderung sich gehalten haben.

Als Ziele für die Arbeit im kommenden Spieljahr bezeichnete Vorsitzender Gesche die Heranbildung guten Nachwuchses, um mehr Jugendmannschaften zu bilden, die Lösung der Schiedsrichterfrage und die Erziehungsarbeit an den Zuschauern. Eindeutig wandte sich der Kreisvorsitzende gegen "Fanatiker und Scharfmacher" unter den Zuschauern, die den friedlichen Wettstreit auf den Sportplätzen zur "Schaustellung" machen. "Die Spielfelder sind keine Kampfarenen. Mit ihrem Eintrittsgeld haben sich die Zuschauer nicht das Recht erkauft, zu randalieren und Schiedsrichter oder Spieler zu beschimpfen." Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag des Kreisvorstandes angenommen, der die Vereine, die bis zum 31. August nicht mindestens zwei ausgebildete Schiedsrichter einsatzbereit melden können, verpflichtet, für jede Halbserie zehn Mark Ausbildungszuschuß für die Vereine zu zahlen, die Schiedsrichter stellen. Dr. Curt Waßmund und Erwin Gesche hatten vorher eindringlich darauf hingewiesen, daß die beiden "tragenden Eckpfeiler" der Vereine die Jugend und die Schiedsrichter sind. "Ohne gute Schiedsrichter ist ein Spielbetrieb undenkbar." Die besten Vereinsmitglieder gehörten auf diesen Posten. "Wenn wir nicht für Schiedsrichternachwuchs sorgen, werden wir eines Tages aufhören müssen, zu spielen."

Einstimmig wurde ein Antrag des Kreisspielausschusses zur Neueinteilung der Spielklassen angenommen, um das Leistungsniveau zu heben. Danach wird für das Spieljahr 1955/56 die bisherige regionale Einteilung des Kreisbezirks aufgehoben und über den ganzen Bezirk in einer Kreisliga-Staffel mit paralleler Reservestaffel und einer Kreisklassenstaffel gespielt. Die künftige Kreisliga Stormarn soll damit 12 bis 13 Mannschaften umfassen, da in ihr die ersten fünf Vereine der Nordstaffel und die ersten sechs der Südstaffel spielen werden. Dazu kommen die Absteiger aus der Bezirksliga. Die nicht in die Kreisliga aufgerückten Mannschaften spielen in der Kreisklasse. Dazu treten die zweiten und dritten Mannschaften des VfL Oldesloe und des TSV Bargteheide sowie Germania Bargfeld.

Ehrung verdienter Vereine und Mitarbeiter. Im Mittelpunkt der Feierstunde zur Eröffnung des Verbandstages stand die Ehrung verschiedener Vereine und Mitglieder. Den Wanderpreis des "Stormarner Tageblattes" erhielt zusammen mit einer Ehrenurkunde der Kreismeister FC Rasensport Todendorf. Dem DFB-Kreispokalmeister TSV Gutheil Dwerkathen-Lütjensee wurde die besondere Anerkennung ausgesprochen. Als Staffelsieger Nord bekam der VfL Rethwisch eine Ehrenurkunde, während den Jungmannen des VfL ein Pokal überreicht wurde. Den Ehrenpreis der Stadt Reinfeld errang zusammen mit einer Urkunde die Jugend des VfL Oldesloe, während die Schülermannschaft des TSV Trittau und die Knaben des VfL Oldesloe je eine Ehrenurkunde erhielten.

Als die "fairste Mannschaft des Kreises" bezeichnete der Vorsitzende des Kreisgerichts, Willy Gerke, den SSV Großensee, der mit nur zwei Spielerverwarnungen noch vor dem TSV Grabau und dem SV Grönwohld steht.

Für mehr als 36 Jahre aktive Sportlertätigkeit überreichte der Landesvorsitzende an Georg Krahn (Pölitz), Hans Leppin (Trittau) und Hans Schulenburg (Reinfeld) die Ehrennadel des Landesverbandes. Die silberne Ehrennadel des Kreisfußballverbandes überreichte Erwin Gesche an den Landesvorsitzenden Dr. Curt Waßmund sowie - für jahrzehntelange Aufbauarbeit - an Karl Reinhard (Bad Oldesloe), Werner Kieckbusch (Elmenhorst), Heinrich Heinicke (Trittau) und Heinrich Rohlf (Reinfeld).

Mit der Ehrennadel des Kreisfußballverbandes in einfacher Ausführung wurden Erich Wilkesmann (Siek), Rolf Grote (Bargteheide), Johann Rack (Mollhagen), Rudolf Meins (ATSV Oldesloe), Helmut Kerk (Todendorf), Ernst Koßmann (Grabau) und Alfred Bubert (Mollhagen) ausgezeichnet. Die vom Vorstand geschaffene Kreisverbandsnadel in drei Stufen ist damit erstmalig verliehen worden.
ST

Mittwoch, 25. Mai 1955
16.509 Mark im Toto gewonnen.
Zwei Oldesloer Bauarbeiter erzielten einen Volltreffer im Fußball-Toto und erhielten für ihren Elfer die hübsche Summe von 16.509 DM ausbezahlt. Die beiden sind überglücklich. Bei der Abgabe des Tipscheins hatten sie sich in der Toto-Annahmestelle noch gestritten: "Was hast Du da für einen verrückten Tip gemacht?", wetterte der eine und sie hätten beinahe die Reihe auf dem Wettschein wieder durchgestrichen, die den Gewinn brachte. Die beiden Gewinner haben Familie und können das Geld recht gut gebrauchen.
ST

Donnerstag, 26. Mai 1955
Nichtschwimmerabsperrung.
Die Nichtschwimmerabsperrung im Strandbad am Poggensee soll jetzt verbessert werden. Der Magistrat stellte dafür 1700 DM zur Verfügung. Die bereits ausgesteckten Vierecke für Nichtschwimmer werden durchgehend mit Pfählen verbunden und dadurch für den Badebetrieb übersichtlicher.
ST

Samstag, 4. Juni 1955
Trave-Badeanstalt fehlt.
Noch völlig unbestimmt ist der Termin der Eröffnung der Badeanstalt an der Trave. Die Instandsetzungsarbeiten sind noch nicht beendet. Vor allem Eltern kleinerer Kinder warten mit Ungeduld auf die Eröffnung, weil sie es nicht wagen, ihre Mädchen oder Jungen allein nach dem entfernten Poggensee ziehen zu lassen.
ST

Sonntag, 5. Juni 1955
Vorschlußrunde der Jungmannen.
Das Vorschlußrundenspiel um die Landesmeisterschaft der Jungmannen zwischen dem VfB Lübeck und dem Heider SV fand in Bad Oldesloe statt. Die Lübecker schlugen den Heider SV verdient 4:2 (3:1) und treffen nun im Endspiel auf die Jungmannen von Holstein Kiel, die gegen Schleswig 06 mit 7:0 siegreich blieben.
ST

Montag, 6. Juni 1955
Auf dem Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes will der Bezirk Kiel einen Antrag einreichen, daß die Reserven der Amateurliga-Vereine nach Teilnahme an den Punktspielen zur Kreisliga aufrücken und an den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga teilnehmen können. Es ist anzunehmen, daß dieser Antrag auch seitens der übrigen Bezirke eine starke Resonanz finden wird.
SPM

Montag, 6. Juni 1955
Start in die Badesaison.
Poggensee noch schöner. Travebad wird hergerichtet. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Meldung von der Eröffnung der beiden städtischen Freibadeanstalten an der Trave und am Poggensee. Kaum war die Schule zu Ende, strömten die Jungen und Mädel, aber auch schon viele Erwachsene, mit Badepaketen unter den Armen in den Bürgerpark oder nach Poggensee.

Schon am ersten Tag konnten mehrere hundert Besucher gezählt werden. Den Vorzug genießt zweifellos das in diesem Jahr noch schöner hergerichtete Strandbad am Poggensee. In Kürze sollen die beiden Planschkrale für Nichtschwimmer durch eine Bohlenreihe verbunden werden, so daß die Kinder dann ungefährdet fast die ganze Strandbreite entlang unbeschwert im Wasser toben können. Nicht nur der Strand, sondern auch der Zufahrtsweg wurde sauber hergerichtet, so daß das ganze Bad schon von weitem einen guten Eindruck macht.

Im Travefreibad sind die Frostschäden noch nicht ganz beseitigt. Schwimmeister Hommes hat in den nächsten Tagen noch alle Hände voll zu tun, alles so herzurichten, wie es wünschenswert ist. Die Betontreppen werden noch repariert. Außerdem soll die hölzerne Spundwand zur Stadtseite ein Stück zurückversetzt werden.
ST

Donnerstag, 9. Juni 1955
Stadt fördert Bademöglichkeiten.
Auch in diesem Haushaltsplan hat die Stadt allein für den Ausbau des Strandbades am Poggensee 2250 DM eingesetzt. Schwierigkeiten bereitet gegenwärtig die Instandsetzung einer Stützmauer im Travebad am Bürgerpark. Sie ist unterspült, deshalb hat das Stadtbauamt das Nichtschwimmerbassin noch nicht zur Benutzung freigegeben. An der Behebung des Schaden wird gearbeitet. Die Absicht, den Schulklassen keinen freien Eintritt mehr zu gewähren, sondern von jedem Kind fünf Pfennig zu fordern, hat der Magistrat wieder fallenlassen, um den als Pflichtfach angesetzten Schwimmunterricht der Schulen nicht zu erschweren. Vor der Eröffnung der Badeanstalten erfolgte eine Untersuchung. Sie ergab, daß das Wasser völlig einwandfrei ist.
ST

Samstag, 11. Juni 1955
Lübecker Bezirkstag.
ATSV und Holstein Segeberg beantragen: Keine Absteiger in der Amateurliga! Der "Fall Kubsch" schlägt immer noch hohe Wellen. Erstmals meldeten sich zwei der drei Absteiger aus der Amateurliga. Holstein Segeberg und ATSV Lübeck stellten auf dem Lübecker Fußballverbandstag des Bezirks IV folgenden Dringlichkeitsantrag, der dem Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes am 3. Juli in Schleswig vorgelegt werden soll: "Die zuständigen NFV-Instanzen haben entschieden, daß der Lübecker VfB-Spieler Kubsch erst drei Monate nach Freigabe durch den Hamburger Fußballverband für die erste Mannschaft des VfB spielberechtigt wird. Er durfte also bisher noch gar nicht für den VfB spielen. Die Amateurligameisterschaft 1954/55 ist deshalb als irregulär zu bezeichnen. Die beiden Vereine beantragen daher, in diesem Jahr keine Mannschaft aus der Amateurliga absteigen zu lassen."

Dieser Antrag kommt keineswegs überraschend. Er verspricht auf dem Schleswiger Verbandstag der wichtigste Punkt der Tagesordnung zu werden. Aber das ist schon nicht Neues mehr. Fast in jedem Jahr hatte sich der Fußballverband am Ende der Saison mit ähnlichen Dingen zu befassen (im Vorjahr gab es einen "Fall Eckernförde"). Geht dieser Antrag, der in Schleswig auch noch einmal das Zustandekommen des "Falles Kubsch" in die Diskussion werfen wird, durch, dann wird die Amateurliga in der kommenden Saison aus 21 Mannschaften (18 wie bisher plus drei Aufsteiger eventuell noch minus Oberligaaufsteiger VfR Neumünster) umfassen!

Vielleicht ist dies erst der Anfang einer Protestwelle? Eine (bisher unbestätigte) Meldung aus Heide hierzu: " Der Heider SV gehört jetzt auf den zweiten Platz. Er wäre also teilnahmeberechtigt an den Oberligaaufstiegspielen gewesen. Der unberechtigte Einsatz von Kubsch kostete uns den durchaus möglichen Oberligaaufstieg!" Man darf sich also noch auf allerhand gefaßt machen!

Lübecks Kreisschiedsrichterobmann Heß (LBV Phönix) will außerdem folgenden Antrag stellen: "Der Vorstand des SHFV wird beauftragt, auf dem Verbandstag des Norddeutschen Fußballverbandes durchzusetzen, daß der VfB Lübeck, dem durch den Fall Kubsch übel mitgespielt und zweifelsohne unrecht getan wurde, als 17. Verein in der Oberliga aufzunehmen ist."

Der Verbandstag des Bezirks IV selbst ging glatt, harmonisch und reibungslos im Rekordtempo von nicht einmal drei Stunden über die Bühne, elegant und sicher geführt von Peter Tietz, dem verdienten langjährigen 1. Vorsitzenden. Alle Rechenschaftsberichte wurden einstimmig angenommen, einstimmig wurde der Vorstand entlastet und einstimmig alle zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Der beste Beweis dafür, daß auch im vergangenen Jahr im Bezirk Lübeck geradezu mustergültig gearbeitet wurde!

Wiedergewählt wurden Tietz (LBV Phönix) als 1. Vorsitzender, Peters (Kücknitz) als Schatzmeister, Liesegang (Siems) als Jugendobmann und Ohde (LBV Phönix) als Bezirksgerichtsobmann. Becker (Timmendorf) kam als Beisitzer neu in den Vorstand. Als Beisitzer im Verbandsgericht soll als Vertreter des Bezirks IV der Phönixer Hess anstelle des ausgeschiedenen Moll (VfB Lübeck) amtieren.

Dem nach einem Autounfall schwer verletzt im Krankenhaus liegenden Vorstandsmitglied des SHFV, Dirk Möller (Neustadt), galt ein besonderer Gruß. Der Leiter des Amtes für Leibesübungen, Koop, überreichte dem 1. Vorsitzenden Tietz für seine bisher geleistete vorbildliche Arbeit eine wertvolle Holstentor-Radierung.

Heftige Beschwerde führte der Vertreter von Holstein Segeberg gegen den Verbandsspielausschuß. Die Segeberger fühlen sich in verschiedenen Punkten benachteiligt. Sie erklärten, auf wichtige Briefe vom Januar und vom 14. Mai bis heute ohne Antwort geblieben zu sein! Dem VfL Schwartau wurde von den "Lübecker Nachrichten" der "Fair-Play-Pokal" überreicht. Die Schwartauer Elf erwies sich nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch in der sportlichen Haltung als Meister! Erfreulich der Abschluß: aus der Versammlung heraus wurde der Vorschlag gemacht, auch auf dem Bezirkstag den Sportgroschen zu erheben. Eine Sammlung ergab 51,84 DM. Der Bezirksvorstand hatte allein 25 DM gestiftet. Er ging also auch hier mit gutem Beispiel voran!
SPM

 

Bis zum Jahr 1960