Schuljahr 1955 - 56 Zeitraum Januar - März

 

Freitag, 27. Januar 1956

Vesdoro

Generalversammlung am Sonnabend, dem 28. Januar 1956 um 20 im „Deutschen Haus“. Einladungen mit der Tagesordnung wurde im termingemäß versandt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.1.1956

 

Sonnabend, 28. Januar 1956

Dem Vesdoro fehlt die Jugend

Alter Verein ehemaliger Oberschüler in der Krise

st. – Bereits vor dem ersten Weltkrieg wurde der Vesdoro, der Verein ehemaliger Schüler der heutigen Theodor-Mommsen-Schule, gegründet. Es ist nun Aufgabe der jungen Generation ehemaliger Oberschüler, den traditionsreichen Zusammenschluß aufrechtzuerhalten.

Zur Jahreshauptversammlung erschienen nur fünf Mitglieder, drei davon gehörten dem Vorstand an. Auch hier ist also, wie in vielen anderen Vereinen, eine Vereinsmüdigkeit festzustellen, die die Vorstandsmitglieder entmutigt und ihnen die Freude an der Arbeit nimmt. Im Vesdoro sind es die älteren Jahrgänge, die immer wieder zusammenkommen. Der Nachwuchs aber fehlt. Vorsitzender Hans Werner Meyer möchte sein Amt gern einem jungen Mitglied übertragen, das Kontakt zu den Schulabgängern der letzten Jahre hat.

Auf einer außerordentlichen Generalversammlung, die durch den schlechten Besuch der Jahreshauptversammlung notwendig geworden ist und in Kürze einberufen werden soll, wird als Tagesordnungspunkt die Auflösung des Vereins stehen. Es wäre bedauerlich wenn die Mitglieder auch dieses Alarmzeichen unbeachtet ließen.

Wenn der Verein Feste veranstaltete, war der Besuch immer rege. Das traditionelle Grünkohlessen in der Gaststätte des Vereinsmitgliedes Christ vor zwei Wochen beispielsweise war gut besucht und führte auch neun heute in Hainburg lebende Ehemalige mit ihren ehemaligen Lehrern, Oberstudiendirektor Dr. Michael und Studienrat Ohrt, ferner mit zwei Lehrern des heutigen Kollegiums zusammen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1956

 

Mittwoch, 1. Februar 1956

Ausleseprüfungen begannen

lno. – Mit schriftlichen Arbeiten innerhalb der Klassengemeinschaften begannen in allen Grundschulen die Ausleseprüfungen für Schüler und Schülerinnen, die nach dem Wunsch ihrer Eltern von Ostern 1956 an die weiterführenden Schulen besuchen sollen.

Die Prüfungsarbeiten werden nach einheitlichen Grundsätzen geschrieben, die das Kultusministerium für alle Schulen aufgestellt hat. Nach den Angaben zuständiger Stellen hat sich das im vorigen Jahr erstmalig angewandte Verfahren, die Schüler innerhalb ihrer gewohnten Klassenumgebung zu prüfen, bewährt, so daß es voraussichtlich auch für die Zukunft beibehalten wird.

Die Arbeiten der Ausleseschüler werden zusammen mit einem Gutachten dem Prüfungsausschuß der zuständigen weiterführenden Schule eingereicht, an der bis zum 15. Februar entschieden wird, ob das gemeldete Kind am 21. Februar an der mündlichen Prüfung teilnehmen muß, oder ob es auf Grund guter Leistungen freigestellt werden kann. Diese Regelung ist für dieses Jahr neu eingeführt. Bis zum 28. Februar sollen die Eltern das Prüfungsergebnis erfahren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1956

 

Sonnabend, 4. Februar 1956

Jubiläum

st. – Zu einer Feierstunde hatte sich im Theodor-Mommsen-Gymnasium das Lehrerkollegium versammelt. Anlaß war das 40jährige Berufsjubiläum des Studienrates Johannes Ludwig. Nachdem Oberstudiendirektor Staberock die pädagogische Arbeit des Jubilars gewürdigt hatte, sprachen ihm Bürgerworthalter Rosch und Bürgermeister Barth den Dank der Stadt aus. Die Glückwünsche der Elternschaft überbrachte Frau Schmidt-Kufeke, während die Klassensprecher die Schülerschaft vertraten. Bleibende Erinnerung werden dem Jubilar die bei dieser Gelegenheit überreichten Ehrengeschenke sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1956

 

Mittwoch, 22. Februar 1956

Genügend Kohlen für Schulen

st. – Für die Stormarner Schulkinder gibt es vorerst noch keine Kälteferien, da sämtliche Schulen im Kreisgebiet nach Auskunft der Schulbehörde noch Kohlenvorräte haben. Die Gemeinden haben in diesem Winter gut vorgesorgt. In den letzten Wochen waren lediglich vorübergehend einige Schulklassen im Kreisgebiet geschlossen, in denen mehr als die Hälfte der Kinder wegen grippeähnlicher Erkältungskrankheiten fehlten. In diesen Klassen ist der Unterricht aber inzwischen wieder aufgenommen worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.2.1956

 

Dienstag, 28. Februar 1956

Ernst und anspruchsvoll

Abgehende Königin-Luise-Schüler musizierten mit Hingabe

Spo. – Erwartungsfrohe Gäste hatten sich wieder einmal in der Aula der Königin-Luise-Schule versammelt, um einem Schulkonzert zu lauschen, das diesmal, von den Instrumentalstücken von Palestrina, Bach und Albinoni abgesehen, zur Gänze der geistlichen Musik gewidmet war.

Sicher hatte Mittelschullehrer Riedell mit dieser Programmwahl die Stimmung der Mitwirkenden erfühlt, die in der Mehrzahl zu Ostern die Schule verlassen. Der Ernst, der erfahrungsgemäß in den Empfindungen jedes Schulabgängers dominiert, stand den anspruchsvollen Chorwerken gut an. Von den mit Stimme und Instrumenten musizierenden Schülern wurden der 23. Psalm für Chor, Sopran (Gisela Weist) und Instrumente von H. Schütz, die Missa Emendemus vierstimmige a-capella-Messe von P. da Palestrina, die fünfstimmige Choralmotette „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ von H. Chemin-Petit und Dietrich Buxtehudes Kantate für Chor, Sopran und Instrumente „Jesu, meine Freude“ dargeboten.

Man scheut sich in der Regel, allzu kritische Maßstäbe an Schülerkonzerte zu legen. Diese Rücksichtnahme auf den Eifer der Aufstrebenden ist hier aber unnötig. Besonders in der erwähnten Choralmotette konnte man, da die einzelnen Stimmen zahlenmäßig sehr schwach besetzt waren, deutlich erkennen, wie sicher jeder Part saß.

Willig folgten die Sänger der Gestaltungskraft ihres Leiters. Flüssige Modulationen und klingende Schlußkonsonanten verrieten, daß die Pflege sachgemäßen Singens nicht zu kurz gekommen ist. Wer wollte angesichts all dieser sehr erfreulichen Tatsachen auf fehlende Tonfrequenzen im Chorklang, wie sie natürlicherweise zu jungen Tenören und Bässen eigen sind, hinweisen?

Alles in allem: Ein wohlgelungenes Konzert, wie es nicht jede Schule zu bieten hat. Man ging aber auch getröstet nach Hause, daß es selbst in der Zeit der Musikkonserven mit viel Liebe und Talent gelingen kann, junge Menschen für ihren Lebensweg mit einer aktiven Anteilnahme an der Musik auszustatten. Das gilt insbesondere bezüglich der Instrumentalisten. Die Zuhörer bekundeten ihre Ergriffenheit und ihren Beifall am augenfälligsten dadurch, daß nach Schluß des Konzertes niemand daran dachte, seinen Platz zu verlassen, bevor nach geraumer Zeit Bürgerworthalter Rosch und Schulrat Heitmann durch ihr Beispiel das Zeichen zum Aufbruch gaben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1956

 

Donnerstag, 1. März 1956

Turnhallen-Reparatur

st. – In den neuen Haushalt der Stadt sollen die Mittel für die Reparatur des Fußbodens der Turnhalle der Theodor-Mommsen-Schule eingeplant werden. Die Kosten hierfür und für die Beseitigung des Hausbocks bzw. die Beseitigung der Hausbockschäden im Dachstuhl der Oberschule werden auf 60.000 DM geschätzt. Gegenwärtig haben die Oberschüler nur beschränkten Turnunterricht, da die Turnhalle seit Dezember wegen ihres brüchigen Fußbodens teilweise gesperrt ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1956

 

Freitag, 9. März 1956

Oldesloes Abiturienten

st. – Alle 18 Abiturienten des Theodor-Mommsen-Gymnasiums bestanden die Reifeprüfung. Sie wurde von Oberstudiendirektor Staberock geleitet. Bürgermeister Barth nahm als Vertreter der Stadt an der Prüfung teil. Die Entlassungsfeier findet am 17. März statt.

Klasse OIs:

Harald Bergmann (Berufswunsch: Offizier), Erika Böttger (Apothekerin), Jürgen Busack (Jurist), Eva Hain (Postbeamtin), Karin Hunke (Apothekerin), Helga Kröger (Volksschullehrerin), Peter Maul (Zahnarzt), Hubertus Schröder (Forstmeister).

Klasse OIm:

Gernot Baum (Architekt), Jürgen Brüning (Chemiker), Hanno Buss (Bauingenieur), Jürgen Friedrich (Volksschullehrer und Psychologe), Hartmut Hennings (Lehrer), Jürgen Kalfack (Studienrat), Joachim Krosch (Diplom-Ingenieur), Peter Lange (Bankkaufmann), Johannes Maczewski (Missionsarzt) und Hans-Werner Möller (Jurist).

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1956

 

Mittwoch, 14. März 1956

Alle Mädchen ergreifen Berufe

Königin-Luise-Schule entläßt 131 Schüler und Schülerinnen

st. – 131 Schüler und Schülerinnen der Königin-Luise-Schule bestanden die Abschlußprüfung unter Vorsitz von Rektor Lüth. Kein Prüfling fiel durch. Leistungsschwache Schüler und Schülerinnen nimmt die Schule vor Beginn oder während des letzten Unterrichtsjahres aus den Klassen heraus, um ihnen das Nichtbestehen der Prüfung zu ersparen.

84 der Abgänger sind Mädchen. Alle wollen einen Beruf ergreifen. Der Wunsch, Stenotypistin zu werden, ist geringer als in den Vorjahren geworden. Auch technisch-medizinische Assistentin ist nicht mehr ganz so beliebt. Dagegen entschieden sich mehr Mädchen als bisher für Laborantin. Eine ganze Anzahl von ihnen werden Sprachenschulen und weiterführende Handelsschulen besuchen. Bei den Jungen überwiegt der Wunsch, Ingenieur zu werden. Viele werden auf Bau- und andere Fachschulen, einige auf die Oberschule überwechseln. Die feierliche Entlassung erfolgt am Sonnabend um 10 Uhr.

Klasse 10a (34 Schüler und Schülerinnen):

Jürgen Döring, Bad Oldesloe; Jürgen Eggert, Sehmsdorf; Gerhard Goldenbaum, Rolf Hesse, Holger Klopp, Gerhard Kruse, Helmut Maeder, Lothar Mahlke, Hanno Melchert (alle Bad Oldesloe); Wolfgang Michaelis, Nütschau; Manfred Radde, Bad Oldesloe; Werner Reinholdt, Bad Oldesloe; Bernd Schacht, Reinfeld; Detlev Thomsen, Uwe Held, Brigitte .Bartholl, Armgard von Beyme, Rita Buck, Heide Büsing, Ruth Christ, Wiebke Eckmann, Anke Fuhrken. Edda Grimm, Ruth Grimm, Margret Bormann (alle Bad Oldesloe); Helga Jahn, Segeberg; Doris Ketelhut, Bad Oldesloe; Liane Marquardt, Bad Oldesloe; Anke Osterndorff, Bad Segeberg; Ingrid Rahlf, Renate Schacht, Traute Schacht, Heide Soltau, Gisela West (alle Bad Oldesloe).

Klasse 10b (27 Schülerinnen):

Marianne Berent, Itzstedt; Gertrud Brüggemann, Rümpel; Edith Degner, Götzberg; Ingrid Figger, Sülfeld; Erika Franck, Kupfermühle; Irmgard Franz, Poggensee; Barbara Haase, Sülfeld; Renate Hasenbein, Trittau: Helene Huss, Sülfeld; Edith Jahnke, Borstel; Irmgard Lange, Bad Oldesloe; Erika Markmann, Eichede; Gisela Martens, Mollhagen; Annegret Petersen, Eichede; Ingrid Petersen, Eichede; Edith Piontek, Bad Oldesloe; Christel Müller, Bad Oldesloe: Rita Quaschnik, Trittau; Rosemarie Schwarz, Kayhude; Gudrun Spannuth, Tönningstedt; Susanne Reimer, Grabau; Elke Thomsen, Lasbek-Gut; Lisa Wagener, Eichede; Anni Wiethölter, Pölitz; Traute Wrage, Sülfeld; Marlene Schulz, Klinken; Helga Sendel-Schirr, Rethwischfeld.

Klasse 10c (35 Schüler und Schülerinnen):

Helga Bernaisch, Rethwischfeld; Brigitte Eisenack, Bad Oldesloe; Hella Fritsche, Reinfeld; ChristeI Gillmann, Reinfeld; Doris Goldenbaum, Rethwischfeld; Hannelore Gramkow, Westerau; Elke Grube, Rethwischfeld; Brigitte Krebs, Rethwischhof; Ursula Kruk, Eichede: Brunhilde Kucht, Bad Oldesloe; Ingrid Külls, Reinfeld; Wiltrud Müller, Bad Oldesloe; Hannelore Niedzwetzki, Reinfeld; Renate Niemann, Stubben; Christa Olexa, Bad Oldesloe; Ingrid Rickers, Reinfeld; Karin Schaarmann, Steinfeld; Gerhard Bergknecht, Steinfelder Hude; Manfred Beusch, Stubben; Wolfgang Böttger, Reinfeld; Hartmut Bubat, Bad Oldesloe; Jürgen Fritzsche, Reinfeld; Edgar Grapengeter, Lasbek-Gut; Gerd Heitmann, Pölitz; Rolf Käselau, Reinfeld; Otto Leitzke, Granderheide; Wolfgang Loewe, Stubbendorf; Hans-Joachim Nicke, Berkenthin; Wilhelm Poppinga, Treuholz; Siegmund Radtke, Eichede; Gerd Sparfeld, Bad Oldesloe; Klaus Stehn, Bad Oldesloe; Ortwin Strampfer, Eichede; Hermann Tschepat, Sprenge; Werner Vietsch, Bad Oldesloe.

Klasse 10d (35 Schüler und Schülerinnen):

Karin Bartsch, Bad Oldesloe; Anne Börmann, Rethwischdorf; Anke Claussen, Astrid Engels, Gerda Gestram, Hannelore Hamann, Inge Heitmann, Annegret Höppner, Karin Hornsmann, Wilfriede Krekow (alle Bad Oldesloe); Ingrid Kropp, Rethwischdorf; Margarete Labs, Treuholz; Tamara Liwanowski, Rethwischdorf; Helga Löding, Anneliese Lübcke, Karin Mennchen (alle Bad Oldesloe); Margarete Müller, Blumendorf; Barbara Nitsch, Bad Oldesloe; Gesche Stoffers, Neritz; Karin Stoltenfeld, Bad Oldesloe; Hildegard Syska, Wakendorf I; Harald Dallmer, Reinfeld; Burghardt Diestel, Bad Oldesloe; Rüdiger Henze, Sülfeld; Hans-Dieter Jaekel, Reinfeld; Paul-Günter Löper, Meddewade; Klaus Reimann, Bad Oldesloe; Thoris Requard, Mollhagen; Hartwig Röhrs, Groß Boden; Heinz-Detlef Rottgardt, Sülfeld; Volker Rumohr, Sülfeld; Klaus Schlüter, Bad Oldesloe; Manfred SiIl, Bahrenhof; Klaus Viercke, Bad Oldesloe; Heinrich Wehrmann, Sülfeld.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1956

 

Sonnabend, 17. März 1956

Königin-Luise-Schule verabschiedete 131 Jungen und Mädchen

Laßt euch nicht die Mütze vom Kopf pusten!

Rektor Lüth zitierte Wilhelm Raabe – Schulchor verlor seine Stimmführer

Spo. – 131 Schüler der zehnten Klasse der Mittelschule erhielten das Zeugnis der mittleren Reife. Um 10 Uhr füllte sich wieder einmal die Aula der Schule, um die Schülerinnen und Schüler der Abschlußklassen zum letzten Male vollzählig zu versammeln.

Im Auditorium waren die letzten Stuhlreihen den zahlreich erschienenen Angehörigen vorbehalten, Rechts vorne nahm das Lehrerkollegium Platz und links besetzten die Repräsentanten der städtischen Körperschaften, des Kreisschulamtes und des Elternbeirats die erste Reihe, Zum Schluß zogen die Schulabgänger ein.

Die Feier wurde in der üblichen Weise durch musikalische Darbietungen und Gedichtsvorträge eingeleitet und umrahmt. Der alte Schulchor bestand zum Großteil aus Schülern, die jetzt die Schule vorlassen. Dieser hat kürzlich in einem Abschiedskonzert und in einer Abendmusik in der Peter-Pauls-Kirche sein Können unter Beweis gestellt. Nun stand ein neuer, seiner Stimmführer beraubter und verjüngter Schulchor da. Auch andere junge Instrumentalmusiker bevölkerten das Podium. Sie waren alle mit Herz und Seele bei der Sache. Man kann erwarten, daß sie es unter der bewährten Leitung ihren Vorgängern bald gleichtun werden.

Rektor Lüth hatte als geistigen Führer für die ins Berufsleben tretenden Schüler Wilhelm Raabe auserwählt. Die Angesprochenen waren sichtlich von den Zitaten und den daran geknüpften Gedanken beeindruckt. „Blast eure eigene Melodie laut“, sagte er, „doch hört auch auf das leise Spiel der anderen, damit eine Harmonie daraus werde. Dem Lauten, dem Höhnischen und Verunglimpfenden gegenüber seid skeptisch. Laßt euch nicht eure Mütze vom Kopfe pusten und dafür eine Narrenkappe aufsetzen." Der Pflege eines vernünftigen Individualismus, der Toleranz, der Standhaftigkeit und der Ehrfurcht galten die Mahnungen.

Namens der Schulabgänger dankte Wilhelm Poppinga den Lehrern und der Elternschaft. An einige Schüler wurden Buchprämien verteilt und die Klassenlehrer erhielten Blumensträuße. Wegen der großen Zahl der Absolventen wurden die Zeugnisse erst nach der Feier in den Klassenräumen verteilt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1956

 

Montag, 19. März 1956

Neuer Rektor zu wählen

st. – Die Stadtverordneten haben sich in ihrer Sitzung am kommenden Montag auch mit der Besetzung der Rektorstelle an der Neuen Stadtschule zu beschäftigen. Rektor Bodenhagen scheidet am 23. März wegen Erreichung der Altersgrenze aus. Die Landesregierung hat mehrere Vorschläge unterbreitet. Es liegen über zehn Bewerbungen vor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1956

 

Dienstag, 20. März 1956

139 Schulabgänger

st. – Die Neue Stadtschule entließ in einer Feierstunde 84 Jungen und Mädchen. In einer Feier in der Alten Stadtschule wurden 55 Jungen und Mädchen verabschiedet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1956

 

Mittwoch, 21. März 1956

Zum Abschied ein Stadtbild

Oldesloes Bürgerworthalter dankte scheidendem Rektor

st. – In einer schlichten Feierstunde in der Neuen Stadtschule nahm Rektor Carl Bodenhagen offiziell Abschied von seinen Kollegen. Nach über 44 Jahren Schuldienst tritt er mit Erreichen der Altersgrenze in den nächsten Tagen in den Ruhestand. Als Vertreter der Stadt dankte Bürgerworthalter Rosch dem scheidenden Pädagogen und überreichte ihm einen Tulpenstrauß und ein Luftbild Bad Oldesloes.

Außer dem engsten Lehrerkollegium waren Schulrat Heitmann und die Rektorin der Alten Stadtschule, Fräulein Mohr, erschienen. In kurzen Worten würdigte der Schulrat die Verdienste des Rektors um die Erziehung und Ausbildung der Jugend. Er hob besonders hervor, daß Carl Bodenhagen sich stets der Arbeit am schleswig-hoIsteinischen Volkstum gewidmet hat. Sein Interesse galt nicht nur der Vorgeschichte des Landes, seiner Bodengestaltung, Literatur und Kunst, sondern vor allem auch dem Plattdeutsch.

„Ich hatte das Glück, mein ganzes Leben in meiner Heimat Schleswig-Holstein arbeiten zu können", betonte Rektor Bodenhagen. In Tönning (Kreis Eiderstedt) geboren, trat er am 30. September 1911 seine erste Lehrerstellung in der Landschule von Ulderup/Nordschleswig an. „Ich wurde noch auf Kaiser Wilhelm vereidigt“, berichtete er. Bis zum Kriege unterrichtete er in Ulderup vor allem dänisch sprechende Kinder, um dann als Soldat seine Pflicht zu tun. Nach dem Kriege wurde Carl Bodenhagen Lehrer einer Volksschule in Kiel, wo er insgesamt 25 Jahre wirkte, nachdem er dort nach zwölf Jahren zum Rektor berufen worden war. Anschließend war er in der Lehrerbildung tätig.

Die letzten sechs Jahre leitete er die Neue Stadtschule in Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1956

 

Donnerstag, 22. März 1956

Turnhallen-Reparatur

st. – 17.000 DM wird die Stadt für die umfangreichen Reparaturen in der Turnhalle der Oberschule aufwenden. 7000 DM davon hat das Kultusministerium als Zuschuß zur Verfügung gestellt. U.a. muß der ganze Fußboden völlig erneuert werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1956

 

Freitag, 23. März 1956

42 Jahre der Jugend gedient

Theodor-Mommsen-Schule nahm Abschied von Dr. Ziemann

st. – Sehr herzlich verabschiedete das Theodor-Mommsen-Gymnasium heute früh in der Jahresschlußfeier den in den Ruhestand tretenden Oberstudienrat Dr. Georg Ziemann, der bis zum Kriegsende in Ostpreußen als Oberstudiendirektor tätig war und die letzten zehn Jahre an unserer Schule als Stellvertreter des Oberstudiendirektors wirkte.

In seiner Ansprache würdigte Oberstudiendirektor Staberock die Lehrtätigkeit Dr. Ziemanns, die sich vor allem auf alte und neue Sprachen erstreckte. Reisen durch ganz Europa und nach Nordafrika hätten seine Weltaufgeschlossenheit gefördert und seinen Unterricht sehr lebensnah und farbig gemacht. Er habe der Oberschule die Möglichkeit gegeben, Italienisch in den Lehrplan aufzunehmen.

Die segensreichsten Jahre in dem 42jährigen Schuldienst Dr. Ziemanns waren die Jahre an der Friedrich-Wilhelm-Schule in Schloßberg. So wird es den verdienten Pädagogen besonders gefreut haben, daß nach den Dankansprachen Bürgerworthalters Rosch, der eine Luftaufnahme von Bad Oldesloe überreichte, und des Elternbeiratsvorsitzenden Heinrich Wolgast eine ehemalige Schülerin aus Schloßberg an die verlorene Heimat und gemeinsame Erlebnisse erinnerte. Sie überreichte ein Bild Schloßbergs. Oberstudiendirektor Staberock hatte als Erinnerungsgaben das Buch „Ewiges Griechenland“ und den letzten Jahresbericht der Schule gewählt. Der Elternbeirat dankte mit dem Buch „Großes schönes Italien“.

Dr. Ziemann hat, was Bürgerworthalter Rosch sehr bedauerte, als Ruhesitz nicht Bad Oldesloe, sondern Hamburg gewählt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.3.1956

 

Sonntag, 25. März 1956

Tanz unter tausend Luftballons

Königin-Luise-Schüler feierten fröhlichen Abschied

st. – Bevor (um ein altgewohntes Wort zu gebrauchen) der Ernst des Lebens beginnt, feierten die abgehenden Klassen der Königin-Luise-Schule am Abend im „Oldesloer Hof“ ein prächtig gelungenes, großes Abschlußfest.

In dem mit 1000 Luftballons bunt geschmückten Saal trafen sich Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerschaft. Für Stimmung sorgte u.a. der Sketsch „Der Generalvertreter“ (sehr gut darin Werner Vietsch), „Fietsche aus Hamburg“ mit Original Döntjes (Edgar Grapengeter) und Vorträge aus der spritzig formulierten Festzeitung. Eine junge Kapelle spielte schwungvoll zum Tanz. Bis in die frühen Morgenstunden herrschte fröhlicher Festestrubel.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1956

 

Montag, 26. März 1956

Rektor für die Neue Stadtschule gewählt

st. – Die Stadtverordneten wählten einstimmig den Hauptlehrer Johannes Volkmann aus Bargfeld zum Rektor der Neuen Stadtschule. Er wird die Nachfolge Rektor Bodenhagens antreten.

Stadtverordneter Schömer gab bekannt, daß das schleswig-holsteinische Kultusministerium elf Bewerber vorgeschlagen hatte. Der Schulausschuß nahm unter Hinzuziehung von Schulrat Heitmann eine gründliche Überprüfung vor und stellte drei Bewerber in die engere Wahl. Eine Deputation, der auch Bürgermeister Barth angehörte, suchte sie an ihrem Wirkungsort auf. Die Wahl des Schulausschusses fiel auf Johannes Volkmann, der nominiert wurde.

Der neue Rektor wurde 1914 in Köslin als Sohn eines Postamtmannes geboren, legte seine Reifeprüfung am humanistischen Gymnasium in Köslin ab und absolvierte die Hochschule für Lehrerbildung in Lauenburg/Pommern. Nach dem Kriege, den er als Soldat mitmachte, unterzog er sich auch einer handwerklichen Ausbildung. Seit 1950 leitet er die fünfklassige Bargfelder Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1956

 

Bis zum Jahr 1960