Schuljahr 1955 - 56 Zeitraum Juli - September

 

Freitag, 1. Juli 1955

Schönheitsreparaturen

st. – Rund 7000 DM erfordern die Reparaturen, die in den Ferien aufgrund eines Beschlusses des Magistrats in allen Oldesloer Schulen, mit Ausnahme der Oberschule, vorgenommen werden sollen. Gute Erfahrungen hat man mit der Steinemaille als Wandbelag gemacht. Deshalb soll nach und nach in sämtlichen Klassenräumen der Ölanstrich durch Steinemaille ersetzt werden. Über die Verwendung des für Reparaturen in der Oberschule zur Verfügung stehenden Betrages hat der Magistrat noch nicht entschieden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.7.1955

 

Dienstag, 5. Juli 1955

Enttäuschte Gesichter unter Regenschirmen

Kindervogelschießen findet „im Saale“ statt – Doch noch Festzug?

st. – Betrübte Gesichter unter Regenschirmen sah man heute vormittag auf den Straßen der Kreisstadt. Vor allem Mütter, die ihre Kinder beim festlichen Umzug des Vogelschießens bewundern wollten, schauten traurig nach dem regenverhangenen Himmel. Frühzeitig durchfuhr ein Lautsprecherwagen die Stadt, um zu verkünden, daß die Wettkämpfe in den Schulräumen stattfinden. Lediglich das eigentliche Vogelschießen der Knaben wird, der unfreundlichen Witterung zum Trotz, auch diesmal Im Bürgerpark ausgetragen.

Die Kinder dürften bei ihren Wettspielen in den Schulen schnell den Kummer über das schlechte Wetter vergessen haben. Sie stört es kaum, daß Girlanden und Fahnen, von Nässe schwer; fast unbeweglich herunterhängen und die geschmückte Stadt einen recht bedauernswerten Anblick bietet. Soll alle Mühe vergeblich gewesen sein? Die Schulleitungen hoffen es nicht.

Wie Rektor Bodenhagen mitteilt, ist der Festzug nunmehr auf 14 Uhr verschoben worden. Die einzelnen Schulen werden um 13.30 Uhr antreten, die Umzugsspitze steht vor der Theodor-Mommsen-Schule. Auf das traditionelle Abholen der Ehrengäste und des Königspaares muß allerdings in jedem Falle verzichtet werden.

Den Tanz in den Festsälen am Nachmittag kann dann das Wetter nicht mehr beeinträchtigen. Er wird in der vorgesehenen Weise stattfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.7.1955

 

Mittwoch, 6. Juli 1955

Leuchtende Kinderaugen beim späten Festzug

Versöhnender Abschluß des verregneten Vogelschießens

st. – Auf den Schultern zweier Mitschüler wurde gestern nachmittag der 14jährige Manfred Alsdorf aus der Bahnhofstraße 23 (Alte Stadtschule 8b) als König des Kindervogelschießens vom Bürgerpark nach dem „Oldesloer Hof“ getragen. Mit dem dritten Schuß aus der Armbrust hatte er im Bürgerpark im strömenden Regen den Rumpf des Vogels aus luftiger Höhe herabgeschossen.

Bei der Proklamation im Saale des „Oldesloer Hofes“ durch Rektor Bodenhagen lernte der noch etwas schüchterne junge König seine Königin kennen, die blonde 13jährige Heike Lau aus Dwerkathen (Oberschule U 3c). Sie hatte unter 112 Bewerberinnen in der Turnhalle mit sechs Würfen 71 Ringe im Taubenpicken erzielt. Die beiden jungen Majestäten erhielten zum Lohn goldene Armbanduhren.

Der für den Nachmittag vorgesehene Umzug hatte ausfallen müssen, da sich der Wettergott auch dem revidierten Stundenplan nicht fügte. So suchten die Kinder ihre Freude im Tanz in den dafür bestimmten Gaststätten.

Am Abend ließ endlich der Regen nach. Noch während sich die Kinder in der Salinenstraße zum Festzug aufstellten, trockneten die Straßen ab. Die Augen der Kinder und Eltern strahlten, als sich endlich der Zug der 2200 in Bewegung setzte. Der Jubel der Kleinen brandete immer wieder auf. Die Jungen machten ihrer Freude im Chor Luft und schwenkten dabei ihre schon etwas verkümmerten Blumensträuße.

 

Ziel des langen Umzuges war der Marktplatz. Auf dem vorbereiteten Podium hielt Rektor Bodenhagen, flankiert vom Königspaar, die Schlußansprache. Mit dem Aufklaren des Wetters habe das Fest nun doch einen glücklichen Abschluß gefunden, sagte der Rektor. An den Dank an alle, die nicht genannt sein wollen, aber in wochenlanger mühevoller Arbeit das Fest vorbereiteten, schloß der Rektor die Mahnung an die Jungen und Mädchen, sich zusammenzuschließen in Sippe und Familie und das alte Brauchtum nicht zu vergessen. Der Rektor schloß seine Ansprache mit dem althergebrachten Ruf: „Und morgen ist Frei-Tag!“ Er spielte damit darauf an, daß in Oldesloe traditionsgemäß der Tag nach dem Kindervogelschießen schulfrei ist und die Ferien einen Tag früher als im Kreisgebiet beginnen.

Mit dem „Schleswig-Holstein-Lied“ und der dritten Strophe des Deutschland-Liedes klang die Schlußfeier aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.7.1955

 

Sonnabend, 9. Juli 1955

Bundesverdienstkreuz für Professor Dr. Benner

st. – Heute vormittag überreichten Landrat Siegel und Bürgermeister Barth Professor Dr. Friedrich Benner in dessen Wohnung das Bundesverdienstkreuz am Bande. Professor Dr. Benner vollendete am 26. Juni das 80. Lebensjahr. Er hat sich große Verdienste auf dem Gebiet des Wohnungsgenossenschaftswesens erworben und war auch in öffentlichen Ehrenämtern erfolgreich tätig. Als Studienrat an der Theodor-Mommsen-Schule erreichte er die hohe Anzahl von 45 Dienstjahren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.7.1955

 

Mittwoch, 20. Juli 1955

Mittelschüler in Ostfriesland

st. – Von einer erlebnisreichen Fahrt durch Ostfriesland kehrten 25 Schüler und Schülerinnen der Königin-Luise-Schule zurück. Unter Führung ihres Lehrers Hafemann lernten sie Aurich und Norderney kennen. Wiesmoor mit seinen 146 Gewächshäusern beeindruckte sie sehr, ebenso eine Rundfahrt im Emdener Hafen. Auf einer Busrundfahrt erschloß sich ihnen die ganze Eigenart der herben Landschaft. Dem Regierungspräsidenten, der die Oldesloer am Tage vor ihrer Abreise in der Jugendherberge verabschiedete, versprach Lehrer Hafemann: „Ich werde immer wieder mit jungen Menschen kommen und ihnen die wenig beachtete Schönheit der Landschaft zwischen Dollart und Jadebusen zeigen!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.7.1955

 

Sonnabend, 6. August 1955

Jugendschutz – ein dringendes Anliegen

st. – In zwei Vorträgen vor dem Ortslehrerverein in der GEW behandelte der Leiter des Kreisjugendamtes, Kreisinspektor Baumast, das Jugendschutzgesetz. Wie der Vorsitzende, Lehrer Schmiedel, betonte, müssen sich die Eltern, Lehrherren und auch die breite Öffentlichkeit viel mehr mit diesen ernsten Fragen, wie Besuch öffentlicher Tanzveranstaltungen und Kinovorstellungen durch Jugendliche, Verhütung strafbarer Handlungen und Vormundschaftsangelegenheiten beschäftigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.8.1955

 

Dienstag, 23. August 1955

Wieder Gymnasium

st. – Unsere Oberschule führt von sofort ab die Bezeichnung „Theodor-Mommsen-Schule – neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium für Jungen und Mädchen“. Sie entspricht damit einem Erlaß des Kultusministers, der für alle schleswig-holsteinischen höheren Schulen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, den Namen Gymnasium vorsieht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.8.1955

 

Freitag, 26. August 1955

Siegfried aufgegriffen

d. – Anhand eines Lichtbildes ermittelte die Polizei den elfjährigen Siegfried, als er sich im Bürgerpark herumtrieb. Der Junge war seit dem ersten Schultag nach den großen Ferien verschwunden. Mehrfach hatte er sich inzwischen nachts aus der elterlichen Speisekammer Verpflegung geholt, im übrigen aber im Freien geschlafen. Sein Bestreben war, die Ferien angesichts des schönen Wetters noch etwas zu verlängern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.8.1955

 

Donnerstag, 1. September 1955

380 Schulkinder im Wettkampf

st. – Angeführt von dem Spielmannszug marschierten 380 Kinder der Alten Stadtschule aus den vierten bis neunten Klassen heute morgen nach dem Stadion, um dort die sportlichen Wettkämpfe im Rahmen der Bundesjugendspiele durchzuführen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.9.1955

 

Donnerstag, 1. September 1955

130 Siege im Schulsport

st. – Drei Jungen und sechs Mädchen der Alten Stadtschule überreichte Rektorin Mohr bei der Siegerehrung der Bundesjugendspiele die von Bundespräsident Heuss unterschriebene Siegerurkunde. Insgesamt wurden bei den Bundesjugendspielen der Alten Stadtschule, um deren reibungslosen Ablauf sich besonders Turnlehrer Walter Busch verdient gemacht hat, 57 Jungen und 73 Mädchen als Sieger ermittelt. In einer Ansprache wies Lehrer Kurt Storeck auf die Bedeutung des Sports im Unterricht hin.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1955

 

Sonnabend, 3. September 1955

Nach Alt-Heidelberg

sch. – Eine elftägige Klassenfahrt trat die Klasse 10c der Königin-Luise-Schule unter Leitung des Klassenlehrers Rehkopf und der Biologielehrerin Frau Müller an. Hauptziel der Fahrt ist Heidelberg. Besucht werden sollen aber auch Mannheim, Koblenz, Bonn und Düsseldorf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1955

 

Sonnabend, 10. September 1955

Mittelschüler in Stade

st. – Eine einwöchige Radwanderung nach Stade, unter Führung von Lehrer Hafemann, wurde 15 Jungen und 15 Mädchen der Klasse 9c der Königin-Luise-Schule zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Erste Reisestation war Elmshorn, wo die Schüler eine vorbildliche Badeanstalt und eine Großgärtnerei kennenlernten. Für die nächsten Tage bezogen die Oldesloer dann Quartier in der Stader Jugendherberge. Dort wurden sie bestens betreut. Tägliche Radfahrten führten in die Umgebung, eine Dampferfahrt endete in Cuxhaven. Stade selbst bot mit seinen Fachwerkhäusern, gotischen Kirchen und Bastionen einen aufschlußreichen Einblick in vergangene Jahrhunderte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1955

 

Sonnabend, 10. September 1955

Tüchtige Schulsportler

st. – Bei den Bundesjugendwettkämpfen der Hilfsschule (Vierkampf: leichtathletischer Dreikampf und Schwimmen) errangen die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten: Sigrid Beringer, Peter Ruwoldt und Friedrich Seidel. Weitere 17 Mädel und Jungen erhielten die Landesurkunde. Am Wettkampf nahmen insgesamt 72 Kinder teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1955

 

Dienstag, 13. September 1955

Unterricht an Ort und Stelle

Oldesloer Mittelschüler begegneten der großen Welt

sch. – Von einer elftägigen Fahrt durch Westdeutschland kehrte die Klasse 10c der Königin-Luise-Schule jetzt zurück. Der Unterricht wurde zum Lokaltermin, beispielsweise beim Besuch eines Bergwerkes und des Neandertal-Museums.

Die ersten drei Tage waren, nach einer elfstündigen Bahnfahrt im modernen Schlafsesselwagen, Heidelberg gewidmet. Die 17 Mädchen und 18 Jungen unter Leitung von Lehrer Fritz Rehkopf waren von Deutschlands modernsten Bahnhof in Heidelberg, der erst vor wenigen Monaten eingeweiht wurde, wie von den alten Bauwerken begeistert.

Abends trieb man in der Jugendherberge Völkerverständigung mit einigen anwesenden jungen Chinesen. Pech hatten einige Mädchen mit ihren praktischen langen Hosen, weil sie in mancher süddeutschen Jugendherberge unerwünscht sind. Eine Dampferfahrt nach Neckar-Steinnach beschloß die Heidelberger Tage.

In Mannheim wurden u.a. die Lanz-Werke und die Felina-Mieder Betriebe besichtigt. Über Mainz ging die Fahrt nach Koblenz mit einem Besuch der Burg Ehrenbreitstein. In Bonn wurde das Bundeshaus besucht. Die letzten zwei Tage galten Düsseldorf.

Die hervorragende Düsseldorfer Jugendherberge entpuppte sich als ein internationaler Treffpunkt. Gäste aus Marokko, Südafrika, Spanien, England, Frankreich, Italien, Japan und Griechenland gaben sich hier ein Stelldichein. Die Oldesloer Schüler fanden diese Begegnung mit der großen Welt „einfach Klasse“ und waren sich darüber einig, daß es eine „Pfundsache“ sei, sich mit soviel Ausländern zu unterhalten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.9.1955

 

Sonntag, 18. September 1955

Realisierbare Jugendideale

sch. – Am Sonntagvormittag wurde im Festsaal der Kreisberufsschule das Herbstsemester der Volkshochschule Bad Oldesloe mit einer Feierstunde eröffnet. Im Mittelpunkt der Festfolge stand ein Referat des Regierungsrats Dr. Hessenauer, Kiel, zum Thema: „Die geistigen Aufgaben der Jugend in der modernen Gesellschaft.“

Bis zum letzten Platz besetzt war der Festsaal der Kreisberufsschule, als Mittelschullehrer Riedell mit Schülern der Königin-Luise-Schule die Feierstunde durch den sauber gespielten Ersten Satz des Violinkonzerts G-Dur von Vivaldi einleitete.

Der neue Leiter der VHS, Stadtverordneter Albrecht O. Schmölder, gab in seiner Begrüßungsansprache der Hoffnung Ausdruck, daß der rege Besuch der Eröffnungsfeier symptomatisch sein möge für die weitere Arbeit der VHS. In einem kurzen Rückblick würdigte er die bisher geleistete Arbeit und dankte einen Vorgängern.

Die Aufgabe, der Volkshochschule umriß der VHS-Leiter dahingehend, daß durch sie ein Stück Allgemeinwissen den Hörern vermittelt werden soll. Die VHS soll außerdem als absolute neutrale Einrichtung den Menschen der jungen deutschen Demokratie Gelegenheit zur politischen Bewußtseinsbildung geben. (Dabei dürfe Politik unter keinen Umständen mit der oftmals unerquicklichen Parteipolitik in Beziehung gebracht werden.)

Die Volkshochschule, so sagte Schmölder, will den Gedanken pflegen. In unserer heutigen Zeit, in der das Visuelle ständig überbetont wird, sei das mehr denn je nötig. Deshalb seien auch die allgemeinbildenden Arbeitsgemeinschaften das Kernstück des Herbstprogramms, ohne daß dabei verkannt werden soll, daß die berufsbildenden Lehrgänge eine notwendige Ergänzung darstellen.

Sodann nahm Regierungsrat Dr. Hessenauer das Wort zum Thema: „Die geistigen Aufgaben der Jugend in der modernen Gesellschaft.“ Die deutsche Jugend allgemein, an behauptete der Redner, lege heute eine geistige Unsicherheit an den Tag, die früheren Generationen in diesem Ausmaß nicht bekannt war. Dr. Hessenauer nannte dann einige Gründe, die mitbestimmend sein mögen für diese geistige Unsicherheit.

Das Bild der heutigen Jugend wird nach Ansicht des Redners u.a. durch folgende Momente gezeichnet: schnelle Reaktionsfähigkeit, Unlust gegen das Denkenkönnen und Denkenwollen, Begabung zur Improvisation bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitsstetigkeit, mangelnder Überlieferungsbegriff, Überbetonung des Visuellen, teilweise Gefühlskälte, Ablehnung von falscher Romantik und unechtem Pathos, Nüchternheit, unbedingte Prüfung aller Dinge auf ihre Glaubwürdigkeit, mangelnde Bereitschaft zum Idealismus usw.

In unserer heutigen Gesellschaft bestehen ernste Gefahren für die Jugend. Ein mahnendes Wort und ein Appell, auch an die Erziehungsträger, ist notwendig. Dabei, so meinte Dr. Hessenauer, gibt es für die Jugend durchaus anzustrebende, realisierbare Ideale. Der Redner nannte drei und setzte sich eingehend hiermit auseinander: Vereinigung Europas, Zueinandergehen der Konfessionen und das engere Zueinandergehen der Sozialpartner. Die Jugend, so betonte der Referent, soll nicht der satten Selbstgefälligkeit erliegen. Kühlschränke, Bilanzen, Kreuzworträtsel und Motorräder genügen nicht. Die Jugend müsse den Mut zum Wagnis und nun Betreten von Neuland haben. Gerade in der heutigen Zeit der Massenzivilisation ist es ihre Aufgabe, der Gesellschaft neue Impulse zu geben.

Die Feierstunde klang aus mit zwei Liedvorträgen des unter Leitung von Lehrer Riedell sehr gut singenden Chors der Königin-Luise-Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.9.1955

 

Mittwoch, 21. September 1955

14 erfolgreiche Schwimmkurse

Rettungsbereitschaft im Unterricht gefördert

n. – In diesen Tagen waren die Oldesloer Schulen zum letzten Mai in der städtischen Flußbadeanstalt, um die noch fehlenden Bedingungen für den Jugend-Grundschein zum Abschluß der Badesaison zu erfüllen. Während in den Vorjahren die Erlernung des Schwimmens im Vordergrund stand, konnten die Lehrkräfte diesmal auch besonders den Rettungsgedanken fördern.

In angenehmer Zusammenarbeit mit dem Schwimm- und Bademeister Hommes, für dessen Unterstützung die Schulen ihren Dank äußern, konnten 14 Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen werden:

  • Freischwimmer 315, davon Jungen 141, Mädchen 174.
  • Fahrtenschwimmer 295, davon Jungen 137, Mädchen 158.
  • Jugendscheine 191, davon Jungen 130, Mädchen 61.
  • Grundscheine 48, davon Jungen 34, Mädchen 14.

Es ist zu erwarten, daß aus der weiteren Förderung der Lebensretter eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Schule und DLRG erwächst.

Wenn in diesem Jahr die Ausbildung der Nichtschwimmer nur einen geringen Fortschritt zeigt, ist dies nicht zuletzt auf den Zustand der Badeanstalt zurückzuführen. Einige Eltern erteilten ihren Kindern nicht die Badeerlaubnis. Es mag sich wohl nur um ein Gerücht handeln, daß man geneigt sei, die Flußbadeanstalt allmählich zu Gunsten der Badeanstalt am Poggensee fallen zu lassen. Erstere ist sowohl für das Kind als auch für den älteren Badegast schnell erreichbar. Außerdem – und das scheint ein recht wesentlicher Gesichtspunkt für die Erhaltung der Flußbadeanstalt zu sein – hat die Schuljugend allein hier die Möglichkeit, im Rahmen der Stundenplangestaltung das Schwimmen systematisch zu erlernen und darin geübt zu werden.

Bademeister Hommes erklärte nach Ablauf von vier durchgeführten Lehrgängen 163 Kinder zu Frei- und 87 Kinder zu Fahrtenschwimmern, nahm bei 61 die Bedingungen für den Jugendschein ab, 31 erfüllten die Bedingungen für den Grundschein, 4 für den Leistungsschein.

Wenn auch in diesem Jahre die Verschlammung vorangeschritten ist, so daß der Wasserstand entgegen der Unfallverhütungsvorschriften nur 1,75 Meter am Sprungbrett betrug, kann im Frühjahr ein Motorboot der Travegenossenschaft ausgeliehen und in Eigenarbeit mit Hilfskräften der DLRG und weiteren Interessenten eine Entkrautung und Entschlammung vorgenommen werden. Der Badestrand ist bei einem Besuch von 600 Badegästen zu klein geworden, eine seitliche Vergrößerung des Strandes wäre vorteilhaft. Schulklassen könnten vormittags auf einem anliegenden Rasenplatz Bodengymnastik mit dem Schwimmen verbinden. Vielleicht könnte man von dem Angebot einer Oldesloer Baufirma Gebrauch machen, die 20 Sack Zement für die Herrichtung der Wand am Nichtschwimmerbecken stiften wollte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.9.1955

 

Mittwoch, 21. September 1955

Kultusministerium fördert Turnhallenbau

Finanzierung zu 60 Prozent durch die Kommunen – 40 Prozent will das Land dazugeben

lno. – Zum ersten Mal wird im kommenden Haushaltsjahr mit einem systematischen und verstärkten Bau von Turnhallen für die schleswig-holsteinischen Schulen zu rechnen sein. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums vor der Landespressekonferenz in Kiel mitteilte, sollen im neuen Etatentwurf größere Beträge für diesen Zweck eingesetzt werden.

Um alle Turnhallenwünsche in Schleswig-Holstein erfüllen zu können, sind mindestens 30 Millionen Mark an reinen Baukosten erforderlich, weil die Turnhalle für eine größere Schule ohne die erforderliche Einrichtung etwa 200.000 bis 300.000 Mark kostet. Die Turnhallenbauten müssen zu 60 Prozent von den Kommunen finanziert werden. Das Land zahlt einen Zuschuß von 40 Prozent.

Nach dem Kriege wurden in Schleswig-Holstein viele Turnhallen wiederhergestellt, aber nur etwa sechs neu gebaut. Der Turnhallenbau wurde bisher zurückgestellt, weil es nach Ansicht des Kultusministeriums wichtiger war, durch den Bau von Klassenräumen die Schulraumnot und den Schichtunterricht zu beseitigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1955

 

Freitag, 30. September 1955

Konrektor Lohse trat in den Ruhestand

st. – Am vormittag fand in der Alten Stadtschule die feierliche Verabschiedung des wegen Krankheit vorzeitig in den Ruhestand getretenen Konrektors Lohse statt.

In dem mit großen Sonnenblumen und viel Herbstlaub ausgeschmückten Musikraum der Schule sang der Schülerchor unter Leitung von Lehrer Klimitz und zum Abschluß auch der Lehrerchor.

Rektorin Mohr würdigte in einer Ansprache die großen Verdienste, die sich der erste Konrektor der Schule während seiner über 25jährigen Tätigkeit in seiner Geburtsstadt um die Kinder, die Junglehrerausbildung und ganz besonders um den harmonischen Zusammenhalt des Lehrkörpers erworben hat. Stadtverordneter Albrecht Otto Schmoelder überbrachte Grüße und Dank der Stadt und des abwesenden Bürgermeisters, und überreichte als Erinnerungsgabe der Stadt einen Teller mit dem Stadtwappen. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Elternbeirates dankte er dem Scheidenden besonders für sein großes Verstehen und seine tiefe Menschlichkeit gegenüber den Schülern. „Wir Eltern wissen, daß diese Lücke, die Ihr Ausscheiden reißt, nicht geschlossen werden kann“, waren die Abschiedsworte des Elternvertreters.

Konrektor Lohse dankte allen Anwesenden in warmer Worten, besonders den Kollegen für de gute Zusammenarbeit. Mit einer gemütlichen Tafelrunde im Konferenzzimmer mit Gesang, Trinksprüchen und vielen guten Wünschen für den Scheidenden fand die Feier ihren Abschluß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1955

 

Freitag, 30. September 1955

Vierzig Jahre im Dienst

d. – Zu seinem 40jährigen Dienstjubiläum wurde Oberstudiendirektor Staberock vom Magistrat geehrt. Bürgerworthalter Rosch überreichte dem Jubilar einen Keramikwandteller mit dem Oldesloer Wappen und einen Blumenstrauß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1955

 

Bis zum Jahr 1960