Schuljahr 1955 - 56 Zeitraum Oktober - Dezember

 

Sonnabend, 1. Oktober 1955

Der Jugend galt sein Herz

Königin-Luise-Schule verabschiedete Rektor Rahneberg

n. – Zu Beginn der Herbstferien nahm Mittelschuldirektor Richard Rahneberg im Beisein seiner Gattin nach arbeitsreicher Tätigkeit in aller Stille Abschied von der Königin-Luise-Schule.

Schulrat Heitmann überreichte die Abschiedsurkunde des Ministers und dankte für die Arbeit an der Jugend, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren besonders schwer war. 1943 kam Rektor Rahneberg, ein geborener Bremerhavener, nach Bad Oldesloe. Seine jetzt 45jährige Tätigkeit im Schuldienst versah er ausschließlich in Holstein. Wenn nun die Verhältnisse wohlgeordnet und der Weg für den Nachfolger geebnet sei, habe Rektor Rahneberg, wie Schulrat Heitmann feststellte, daran großes Verdienst.

Den Dank im Namen des Kollegiums sprach Konrektor Gehrke aus und überreichte dem Scheidenden das Buch „Das schöne Deutschland“. Fräulein Farne dankte mit einem Strauß Chrysanthemen.

Bewegt nahm Rektor Rahneberg alle Ehrungen entgegen. Er dankte Schulrat Heitmann für die Unterstützung, die zur Vollendung des Schulanbaues beigetragen habe. Auch die Bemühungen der Stadt, die trotz der schlechten Finanzlage ein Helfer der Schule war, hob Rektor Rahneberg hervor. Mit Freude nahm er ein Bild vom Turnvater Jahn entgegen, das ihm Helmut Maeder als Vertreter der zum Dank für die Förderung des Schulsports überreichte.

Zugleich mit Rektor Rahneberg wurde Mittelschullehrer Stegemann verabschiedet, der seit 1951 an der Schule tätig war. Er galt als ruhender Pol und versierter Historiker. Nach der Bombardierung Hamburgs betreute er als Hauptlehrer Hamburger Kinder in Scharbeutz. 1951 erfüllte die Landesregierung seinen Wunsch, in die Heimatstadt Bad Oldesloe zurückzukehren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1955

 

Freitag, 21. Oktober 1955

Rektor Lüth vorgeschlagen

st. – Entsprechend einem Beschluß der Stadtverordneten hat die Stadt Bad Oldesloe dem Kultusministerium in Kiel Rektor Heinrich Lüth als neuen Rektor der Königin-Luise-Schule vorgeschlagen. Rektor Lüth, der bereits früher an der Königin-Luise-Schule als Lehrer wirkte, ist seit eineinhalb Jahren Leiter der Reinfelder Matthias-Claudius-Schule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.10.1955

 

Freitag, 21. Oktober 1955

Sportanlagen im Schulhof

st. – Für den Ausbau von Sportanlagen auf dem Schulhof hinter dem Mittelschulneubau hat der Magistrat auf seiner letzten Sitzung Mittel bewilligt. Es sollen Sprunggruben und eine Kugelstoßanlage eingerichtet werden. Für kleine sportliche Übungen im Rahmen des Unterrichts wird sich dadurch künftig die ständige „Lauferei“ bis zum Exer erübrigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.10.1955

 

Sonnabend, 29. Oktober 1955

Fest der Theodor-Mommsen-Schule

st. – Zu ihrem Schulfest am 26. November im „Oldesloer Hof“ hat die Theodor-Mommsen-Schule auch ihre ehemaligen Schüler eingeladen. Es ist allerdings notwendig, daß sie ihre Teilnahme bis zum 16. November dem Sekretariat der Schule mitteilen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1955

 

Freitag, 4. November 1955

Stadtschulbau in Sicht!

Kiel sagt Förderung zu – Baubeginn noch 1955?

st. – Die Kreisstadt darf schon in den nächsten Tagen mit der Zusage der Landesregierung zu dem so dringend notwendigen Neubau für die Alte Stadtschule rechnen. Dies teilte Landrat Siegel auf der Kreispressekonferenz mit. Der Landrat hofft zuversichtlich auf den Baubeginn noch in diesem Jahre.

Der Landrat hat auf Bitten Bürgermeister Barths im Kieler Kultusministerium nachdrücklich auf die unhaltbaren Zustände in der Alten Stadtschule hingewiesen. Die zuständigen Stellen verschlossen sich nicht der Dringlichkeit eines Neubaues, so daß, wie sich der Landrat ausdrückte, die Zusage der Landesregierung „mit 99,9prozentiger Wahrscheinlichkeit“ in wenigen Tagen eingehen wird.

Da die Stadt Bad Oldesloe den Schulbau als Projekt Nr. 1 ansieht, sollte sich bei der zu erwartenden Förderung durch die Landesregierung auch die Gesamtfinanzierung bewerkstelligen lassen, so daß die erst in den letzten Tagen wieder durch den Elternbeirat beanstandeten unzureichenden räumlichen Verhältnisse der Alten Stadtschule in absehbarer Zeit abgestellt sein werden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.11.1955

 

Donnerstag, 10. November 1955

Dritte Volksschule hinter dem Bürgerpark?

st. – Die Stadt hat ein 60.000 Quadratmeter großes Grundstück des Landwirtes Hans Meyer angekauft. Es liegt hinter dem Bürgerpark an der Drews’schen Koppel in unmittelbarer Nähe des für die Landwirtschaftsschule bestimmten Baugrundes und kommt für den Bau der dritten Volksschule in Frage, die den unerträglichen Verhältnissen in der Alten Stadtschule und dem immer noch notwendigen Schichtunterricht ein Ende setzen soll. Möglicherweise erhält der neue Volksschulbau aber euch seinen Standort in der Nähe der Feldstraße. Die endgültige Entscheidung werden die städtischen Ausschüsse demnächst treffen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1955

 

Freitag, 25. November 1955

Händels „Alexanderfest“

Aufführung in der Theodor-Mommsen-SchuIe

st./sch. – Die Aufführung „Alexanderfest“, einer von Georg Friedrich Händel als Oratorium komponierten Ode, hatte eine erwartungsvolle, sympathiegebundene Hörerschaft in die schließlich bis auf den letzten Platz gefüllte Aula der Mommsen-Schule gelockt. Sie brauchte ihr Kommen nicht zu bereuen. Der langanhaltende, dankbare Schlußbeifall für alle Mitwirkenden bewies am besten den Erfolg der Aufführung.

Der Abend wurde eingeleitet mit der vom Schülerorchester der Mommsen-Schule elanvoll gespielten Sinfonie in G-Dur von Christoph Willibald Gluck mit den Sätzen Allegro, Andante, Presto.

Oberstudiendirektor Staberock begrüßte sodann alle Gäste und Mitwirkenden. Er betonte, daß ein Werk wie das „Alexanderfest“, das die griechische Tonkunst verherrliche, eine gute Möglichkeit für die Jugend biete, im Rahmen ihrer Kräfte schöpferisch, das heißt gestaltend, tätig zu werden. Der Abend sei gedacht als Auftakt der alljährlichen Mommsen-Feier.

Das „Alexanderfest“ oder „Die Macht der Musik“ hat als Grundlage eine Dichtung des englischen Dichters John Dryden. Händel hat dieses Werk, das im Covent-Garden London seine Uraufführung erlebte, 1735/1736 komponiert.

Gertrud Fey sang die Sopran-Partie. Ihre natürliche Vortragsart, gepaart mit einer hohen Stimmkultur, ließ die einzelnen Gesänge zu einem persönlichen Bekenntnis werden. Günther Pods (Tenor), den wir zuletzt in der Hohen Messe hörten, wurde seiner Aufgabe gerecht. Ortwin von Holst (Baß-Partie), der kurzfristig für den erkrankten Hermann Rohrbach einsprang (und damit die Aufführung rettete), sang mit der ausgeglichenen und beherrschten Stimme des Routiniers.

Eine überraschend ausgewogene Leistung zeigte der geschulte und präzise geleitete Chor der Mommsen-Schule. Die Frische der jugendlichen Stimmen weckte Begeisterung. Seine gesangliche Leistungsstärke kam besonders im dynamischen Schluß-Chor zur Geltung.

Die orchestrale Begleitung hatte das verstärkte Oldesloer Collegium musicum übernommen. Das Spiel war prägnant, jederzeit ausdrucksstark und einfühlsam. Hier musizierte ein Orchester, das von innen heraus gewachsen und gereift ist.

Am Pult stand Studienrat Fritz Alshuth, der als Dirigent die Aufgabe meisterte, Chor, Solisten und Orchester zu einer wirkungsvollen künstlerischen Einheit zu verbinden. Seine Stabführung war bei sparsamer Mittelanwendung beherrschend. Der Erfolg der Aufführung ist nicht zuletzt sein Verdienst.

Blumen und anhaltender Beifall lockte auf die Gesichter aller Akteure dankbares Lächeln.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1955

 

Montag, 5. Dezember 1955

Zum Studienrat ernannt

st. – Studienassessor Dr. Günther Marquardt vom Theodor-Mommsen-Gymnasium wurde zum Studienrat und gleichzeitig zum Beamten auf Lebenszeit ernannt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1955

 

Mittwoch, 7. Dezember 1955

Mittelschullehrerprüfung bestanden

st. – Der an der Königin-Luise-Schule tätige Lehrer Manfred Oehmke legte in Kiel die Mittelschullehrerprüfung in den Fächern Mathematik und Physik/Chemie ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1955

 

Donnerstag, 8. Dezember 1955

Kritik am Schulverwaltungs-Gesetzentwurf

Erhöhung der Kreisumlagen befürchtet – Kommunale Selbstverwaltung zurückgedrängt

ü. – Kiel. Landkreistag und Landgemeindeverband befürchten eine beträchtliche Erhöhung der Kreisumlagen durch die im Referentenentwurf für das neue Schulverwaltungsgesetz enthaltenen Vorschläge für die künftige Lastenverteilung bei der Finanzierung der öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein. Diese Erhöhung wird vom Landkreistag bis zu acht Prozent der jetzigen Umlagesätze geschätzt.

Den beiden genannten kommunalen Spitzenverbänden war ebenso wie dem Städtebund und dem Städtetag der Referentenentwurf des Schulverwaltungsgesetzes zu einer Stellungnahme zugeleitet worden. In ihren Antworten begrüßen beide Verbände die von der Landesregierung beabsichtigte zusammenfassende Ordnung des gesamten öffentlichen Schulwesens unseres Landes in einem Gesetz und die durch eine klare Abgrenzung der verwaltungspolitischen und finanziellen Zuständigkeiten zwischen dem Land und den Kommunen angestrebte Verwaltungsvereinfachung. An einer ganzen Reihe von Einzelbestimmungen haben sie jedoch lebhafte Kritik.

Vor allem wird bedauert, daß der Bereich der freien Betätigung der Gemeinden erneut um ein beträchtliches Stück zurückgedrängt werden soll. Bisher war die Errichtung einer mittleren oder höheren Schule eine freiwillige Angelegenheit der Gemeinden. Künftig sollen sie dazu verpflichtet sein, wenn der Kultusminister im Einvernehmen mit dem Innenminister feststellt, daß ein Bedürfnis für die Errichtung besteht. Ein Mitwirkungsrecht der Gemeinden bei dieser Entscheidung ist nicht vorgesehen; sie sollen lediglich vorher um ihre Meinung befragt werden. Dagegen wenden sich der Landkreistag und der Verband der Landgemeinden. Sie fordern, daß dem verantwortlichen Handeln der kommunalen Selbstverwaltung ein größerer Spielraum bleibt.

Eine gleich starke Ablehnung finden mehrere der im Referentenentwurf gemachten Vorschläge für die finanzielle Neuordnung des Schulwesens. Die dadurch drohende Mehrbelastung der Kommunen wird für unannehmbar erklärt. Sie würde in schroffem Widerspruch zu den im kommunalen Finanzausgleichsgesetz von 1955 für einen mehrjährigen Zeitraum aufgestellten Berechnungen stehen. Die Mehrbelastung ergibt sich u.a. aus einer teilweisen Verlagerung der Gastschulbeiträge, die seit 1951 das Land bezahlt hatte, auf die kommunale Selbstverwaltung. Das Gastschulgeld für auswärtige Schüler von Aufbauzügen sollen in Zukunft die Heimatsgemeinden und bei Mittelschülern die Kreise tragen. Bei den höheren Schulen droht den Kreisen gleichfalls eine zusätzliche Belastung. Sie können nämlich zur Übernahme der Trägerschaft einer höheren Schule verpflichtet werden. Gastschulbeiträge werden vom Land jedoch nur für Schulkinder gezahlt, die außerhalb des Gebietes des Schulträgers wohnen, das heißt in diesem Fall außerhalb des betreffenden Landkreises, was höchst selten der Fall sein dürfte. Als eine weitere schwer tragbare Mehrbelastung wird die vom neuen Gesetzentwurf vorgeschriebene Erhöhung der Schulneubaurücklagen bezeichnet.

Zusammenfassend treffen die beiden kommunalen Spitzenverbände die Feststellung, daß sich das Land die im Schulverwaltungsgesetz beabsichtigten Eingriffe in die kommunale Selbstverwaltung nicht nur nichts kosten lassen will, sondern daß es darüber hinaus bisher übernommene Lasten auf die Gemeinden und Kreise verlagert und zudem noch weitere Möglichkeiten einer eigenen Entlastung vorsieht. Diese Entwicklung auf dem Gebiet des Schulwesens könne, so wird übereinstimmend betont, die kommunale Selbstverwaltung keinesfalls ihre Zustimmung geben. Es müsse vielmehr gefordert werden, daß das Land sich selbst zur Übernahme zusätzlicher Lasten bereit erklärt.

Die Stellungnahmen aller vier kommunalen Spitzenverbände werden zur Zeit im Kultusministerium vor der Ausarbeitung des endgültigen Regierungsentwurfes sorgfältig geprüft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1955

 

Donnerstag, 8. Dezember 1955

Mittelschullehrerprüfung bestanden

st. – Der in unserer Stadt wohnende Lehrer Heinz Timmermann bestand in Kiel seine Mittelschullehrerprüfung in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1955

 

Dienstag, 20. Dezember 1955

Schulkonzert

st. – Volkstümliche Weihnachtsmusik nennt die Königin-Luise-Schule das Konzert, zu dem sie die Bevölkerung morgen um 20 Uhr in ihre Aula einlädt. Streicher- und Flötengruppen, der Schulchor, ein Streichorchester und ein Klaviertrio werden Werke alter Meister spielen. Die Klasse 10a wird eine Kantate von Vincent Lübeck singen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1955

 

Sonnabend, 31. Dezember 1955

Neue Lasten für Oldesloes Stadtsäckel

Bürgermeister zeigte Licht- und Schattenseiten auf

st. – Bürgermeister Barth äußerte sich am Jahresende befriedigt darüber, daß sich die Finanzlage der Kreisstadt 1955 gebessert hat. Von einer Gesundung kann allerdings angesichts der Notwendigkeit, überhöhte Hebesätze für die Gewerbe- und die Grundsteuer aufrechtzuerhalten, noch keine Rede sein.

Bei der Beleuchtung der Probleme, denen sich Bad Oldesloe gegenüber sieht, verwies der Bürgermeister auf neue Lasten. …

Im Vordergrund der kommunalen Arbeit des neuen Jahres werden der Brückenschlag über die Trave, der Ausbau des Berliner Ringes bis zur Lübecker Straße und die Travebegradigung stehen. Es besteht begründete Hoffnung, dass 1956 den Bau der dritten Volksschule mit zehn bis elf Klassenräumen bringen wird. Die gleichen Hoffnungen hegt man für den Neubau der Landwirtschaftlichen Schule. Mit den Erdarbeiten wurde bereits begonnen. …

Die Sorge der Stadt gilt der teilweise gesperrten Turnhalle der Oberschule, deren baldige Instandsetzung vorgesehen ist, um die Halle für das Schulturnen und für die Sportvereine wieder völlig freigeben zu können. Auch hinsichtlich der Umkleideräume im Bürgerpark hofft die Stadt zu einer Lösung zu gelangen; Verhandlungen über die Finanzierung aus Toto-Mitteln sind im Gange. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.12.1955

 

Bis zum Jahr 1960