Saison 1955 - 56
Teil 1

 

 

Samstag, 2. Juli 1955
Aufschwung bei der Fußballjugend.
Auf dem Verbandsjugendtag in Schleswig waren die 17 Kreise und vier Bezirke des Fußballverbandes Schleswig-Holstein vollzählig vertreten. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Neuwahl des Verbandsjugendausschusses, nachdem der seit Jahren tätige Verbandsjugendwart Hans Schmidt (Holstein Kiel) aus Gesundheitsrücksichten auf eine Wiederwahl verzichtet hatte.

Die Geschicke der schleswig-holsteinischen Fußballjugend, die in 830 Mannschaften an den Punktspielen der letzten Saison teilnahm, werden in Zukunft der Schleswiger Heinrich Arnhold (Rasensport) als Verbandsjugendwart sowie Harald Lill (Neumünster), Hans Hansen (Flensburg), Reese (Glückstadt), Heinz Liesegang (Siems) und Bebensee (Kiel) leiten.

Eine Statistik über die Entwicklung der letzten Jahre ließ erkennen, daß die Auswirkungen der geburtsarmen Kriegsjahre sich bei den Jugendfußballern nicht bemerkbar machen, da man heute bereits den Stand der Saison 1951/52 erreicht hat. Landessportjugendwart Bernhard Zube (Kiel) sprach dem Fußballverband die Anerkennung des Landessportverbandes aus, daß er neben der rein sportlichen Tätigkeit seiner Mitglieder auch die kulturelle Betreuung und die staatsbürgerliche Erziehung seiner Jugend pflege und vorantreibe. Im Anschluß an die Arbeitstagung vereinigten sich die Delegierten zu einer Dampferfahrt auf der Schlei.
SPM

Sonntag, 3. Juli 1955
Auf dem Verbandstag in Haddeby: Zündstoff kam nicht zur Explosion.
"Fall Kubsch" schlug hohe Wellen. Amateurliga weiterhin mit 17 Vereinen. Dr. Waßmund wieder 1. Vorsitzender Ein Tag, auf den der SHFV stolz sein darf. Schleswig-Holsteins Fußballverbandstag 1955 ist in dem in unmittelbarer Nähe von Schleswig gelegenen historischen Ort Haddeby glatter über die Bühne gegangen, als man es allgemein erwartet hatte. Der Zündstoff, der durch den vieldiskutierten "Fall Kubsch" hinreichend vorhanden war, kam dank der umsichtigen und geschickten Verhandlungsleitung des 1. Vorsitzenden Dr. Curt Waßmund und nicht zuletzt auch dank der Einsicht und Vernunft aller Delegierten nicht zur Explosion, wenn es auch wiederholt hart auf hart ging und die endgültige Entscheidung erst nach einer mehrstündigen Debatte fiel. Mit 650:471 wurde schließlich der Antrag der beiden Absteiger ATSV Lübeck und Holstein Segeberg, die Amateurliga-Meisterschaftssaison 1954/55 für irregulär und damit für ungültig zu erklären und deshalb auch keinen Verein absteigen zu lassen, abgelehnt. Die Versammlung stellte sich damit hinter die Vorstands- und Spielausschußmitglieder des SHFV, die auch heute noch auf dem Standpunkt stehen, daß Kubsch für den VfL Lübeck spielberechtigt war. Abgelehnt wurde anschließend auch weitere Versuche, die Amateurliga auf 18 oder gar auf 28 Vereine (in zwei Staffeln zu je 14) Klubs zu erweitern.

Grundsätzlich darf festgestellt werden, daß in Haddeby ein Verbandstag von hohem Niveau, glänzend vorbereitet und vorzüglich geleitet, abgehalten wurde, daß im vergangenen Jahr weitere erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen waren und daß so vorbildlich gearbeitet wurde, daß alle Berichte ohne größere Diskussionen angenommen und alle Ausschüsse einstimmig entlastet wurden. Unter dem tosenden Beifall der Delegierten erklärte sich Dr. Waßmund bereit, für zwei weitere Jahre als Kapitän des schleswig-holsteinischen Fußballschiffs zu fungieren. 2. Vorsitzender wurde der Lübecker Peter Tietz.

Vor dem eigentlichen Verbandstag wurden herzliche Worte der Begrüßung gewechselt. Der Vorstand hatte am Grabe des unvergessenen Schleswiger Fußballpioniers Dr. Karl Alslev Blumen niedergelegt und wurde anschließend vom Schleswiger Bürgervorsteher Dr. Wehn empfangen.

Dr. Waßmund hatte dann die Freude, 276 Delegierte aus allen Kreisen Schleswig-Holsteins begrüßen zu können. Am Vorstandstisch waren die Plätze der in diesem Jahr so plötzlich abberufenen Vorstandsmitglieder Eberhard Fresener und Dirk Möller mit Blumen geschmückt. Dr. Waßmund fand für die verstorbenen Sportkameraden ergreifende Worte des Dankes. Die Versammlung erhob sich ihnen zu Ehren von den Plätzen.

In seinem Jahresbericht ließ Dr. Waßmund durchblicken, wie sehr der unrühmliche "Fall Kubsch" die Verbandsarbeit der letzten Wochen beeinträchtigt hatte. Er konnte aber mit berechtigtem Stolz auf die Fortschritte hinweisen, die auch in diesem Jahr in Schleswig-Holstein zu verzeichnen waren.

Wieder gesunde Wirtschaftslage. Als das positive Ergebnis der letzten Jahre bezeichnete Dr. Waßmund ergänzend zu den bereits vorliegenden Jahresberichten die Tatsache, daß durch eiserne Sparsamkeit innerhalb des Verbandes eine gesunde Wirtschaftslage wiederhergestellt werden konnte. Das Ansehen in übergeordneten und benachbarten Verbänden konnte wesentlich verbessert werden, und auch in sportlicher Hinsicht habe sich der Verband gerade im letzten Jahre durch VfR Neumünster, VfB Lübeck und den Heider SV in den Vordergrund schieben können. Ein anerkennendes Wort fand Dr. Waßmund für die geleistete Jugendarbeit. Durch den Umbau des Hauses in Malente habe man mehr Platz für Kursusteilnehmer finden können. Eine restlose Ausnutzung dieser Anlage wird jedoch erst möglich sein, wenn die geplante Turn- und Sporthalle in Malente gebaut ist. Das Verständnis der Regierung und das Interesse des Ministerpräsidenten Kai Uwe von Hassel zeige, daß man die Werte des Sportes erkenne und daß man uz einer Unterstützung des Sportes bereit sei.

Berichte einstimmig gebilligt. Zu den Berichten des Vorstandes gab es kaum Diskussionen. Durch seinen Vorsitzenden Fischer (Plön) gab der Sportförderungsausschuß bekannt, daß er zur Unterstützung der Vereine im letzten Geschäftsjahre 847.000 DM ausgeschüttet habe. Davon wurden 402.000 DM bereits ausgezahlt und die Restsumme wird in den kommenden Monaten zur Auszahlung kommen, wenn die vorgesehenen Projekte in Angriff genommen worden sind. Für das Jahr 1955/56 hat der Sportförderungsausschuß bereits weitere 460.000 DM genehmigt, doch liegen noch unbearbeitete Anträge in Höhe von 2 Millionen DM vor. Als erfreulich bezeichnete Fischer die Tatsache, daß dem Sport aus dem Wettaufkommen in der kommenden Saison wieder 9,5 Prozent zur Verfügung gestellt werden. Die Darlehen bis zum 31. März 1954 wurden in Beihilfen umgewandelt.

14 Minuten Neuwahl. In der Rekordzeit von 14 Minuten waren die gesamten Neuwahlen abgewickelt. Unter dem Beifall der Delegierten nahm Dr. Waßmund - vom Ehrenvorsitzenden Franz Grimm beglückwünscht - seinen Posten als 1. Vorsitzender wieder ein. Nachdem Herbert Henning (Flensburg) eine Wahl als 2. Vorsitzender abgelehnt hatte, wurde Peter Tietz (Lübeck) gegen 83 Kieler Stimmen zum, 2. Vorsitzenden gewählt. Hans Löhndorf (VfB Kiel) blieb einstimmig Schatzmeister, und Eduard Czekala (Itzehoe) wurde ebenso einstimmig als Beisitzer gewählt. Heinrich Arnhold (Rasensport Schleswig) bestätigten die Delegierten als Verbandsjugendwart, Rudi Grüner (Kiel) wurde Kassenprüfer und Willi Heß (Lübeck) wurde als Beisitzer im Verbandsgericht bestätigt. Max Stegemann (Lägerdorf) wurde in den Spielausschuß als Westvertreter gewählt.

4 Goldene - 20 Silberne. Dr. Waßmund nahm anschließend in einer geradezu vorbildlichen Art die Ehrung verdienter Fußballpioniere vor. Mit der goldenen Ehrennadel, die bisher nur an Dr. Waßmund verliehen worden war, wurden ausgezeichnet Anton Haase (Kiel), Hugo Hartmann (Rendsburg), Karl Holstein (Kiel) und Willi Westermann (Kiel).

Die silberne Ehrennadel erhielten: Karl-Friedrich Andersson (Lübeck), Otto Borgwardt (Burg auf Fehmarn), Hugo Dingel (Kiel), Ernst Dittmer (Kiel), Hans Frühauf (Flensburg), Heinrich Graage (Eutin), Jonny Hamann (Neustadt), Wilhelm Jöhnk (Kiel), Rudolf Kurzke (Flensburg), Hans Löhndorf (Kiel), Wilhelm Ludwig (Kiel), Paul Müller (Nusse), Hans Redlefsen (Satrup), Wilhelm Rocksien (Lübeck), Paul Seiffert (Malente), Otto Scheel (Schleswig), Hans Schmidt (Kiel), Wilhelm Schwieger (Kiel), Peter Tietz (Lübeck), Alexander Wegner (Kiel). Die Schiedsrichterehrennadel erhielten: Emil Brinkmann (Lübeck), Hans Petersen (Travemünde.

Tägliche Schulstunde. Einstimmig gebilligt wurde eine Resolution Dr. Waßmunds, in der die Landesregierung aufgefordert wurde, die Vernachlässigung der Leibesübungen in den Schulen einzustellen. Gefordert wurde eine tägliche Turnstunde.

Reichen Diskussionsstoff boten die Satzungsänderungen. Danach dürfen z.B. am Neujahrstag, an beiden Osterfeiertagen, beiden Pfingsttagen, am Bußtag und ersten Weihnachtstag keine Punktspiele mehr ausgetragen werden. Nach eingehenden Debatten wurde ein Antrag aus Neumünster, der zum Ziele hatte, die Ib-Mannschaften der Amateurliga-Vereine Aufstiegsmöglichkeiten bis zur Bezirksliga zu geben, abgelehnt. Nachdem man sich geeinigt hatte, den kommenden Verbandstag in Heide abzuhalten, gab Dr. Waßmund unter dem Raunen der Versammlungsteilnehmer den "Ring frei" zum "Fall Kubsch".

"Noch nicht entschieden". Dr. Waßmund schilderte noch einmal eingehend den ganzen "Komplex Kubsch", betonte dabei, daß eine unglückliche Kettenreaktion von Mißverständnissen und Fehlern zu einer Katastrophe führte, betonte aber unmißverständlich, daß Concordia Hamburg mit dem unmöglichen Verhalten Ausgangspunkt allen Übels war und daß der SHFV nach wie vor auf dem Standpunkt stehe, daß der VfB Lübeck zu recht Meister Schleswig-Holsteins ist. Von der Meisterehrung nahm er jedoch noch Abstand, um den Norddeutschen Fußballverband nicht herauszufordern, zumal der SHFV beim NFV noch einen letzten Einspruch in dieser Angelegenheit laufen habe, der noch nicht entschieden ist.

Sachliche Diskussionen. Die Diskussionen, überall mit größter Spannung erwartet, wurden von den Vertretern der beiden Antragsteller, Koop (ATSV Lübeck) und Dr. von Rehn (Holstein Segeberg), in einer geradezu vorbildlich fairen und sportlichen Art geführt. Wer konnte es den Rednern verübeln, daß sie alles versuchten, um für ihre Vereine herauszuholen, was herauszuholen war? Sie zeigten Verständnis für die Enttäuschung und Verbitterung beim VfB Lübeck, wollten aber auf keinen Fall den Verjährungsparagraphen 118 anerkennen, weil sie auf dem Strandpunkt standen, daß das letzte Spiel von Kubsch hierfür maßgeblich sei (und nicht das erste). Sie wehrten sich dagegen, allein die Suppe auslöffeln zu müssen und baten darum, in diesem Jahr keinen Verein absteigen zu lassen.

Nach einer mehrstündigen Diskussion, in der nicht weniger als 17 Redner zu Worte kamen (es ist unmöglich, an dieser Stelle alles aufzuführen), wurde dann über den Antrag ATSV/Segeberg abgestimmt. Mit 650:471 Stimmen stellte sich die Versammlung hinter den Vorstand, der die Meisterschaft für gültig erklärte, und lehnte damit den Antrag ab (der Vorstand hätte nun durchaus noch die Meisterehrung für den VfB Lübeck vornehmen können!).

Ein weiterer Versuch Segebergs bzw. des ATSV, die Amateurliga, die nach dem Oberliga-Aufstieg des VfR Neumünster nur 17 Vereine umfaßt, wieder auf 18 zu erhöhen, scheiterte ebenfalls. Die Wahl wurde vom ATSV noch angefochten, aber die Versammlung ließ sich nicht mehr umstimmen. Ein Dringlichkeitsantrag der Vereine Husum 18, Olympia Neumünster und MTSV Hohenwestedt, die Amateurliga in zwei Staffeln zu je 14 Vereinen spielen zu lassen, fand nicht die erforderliche Mehrheit, wurde also gar nicht erst behandelt.

Als dann zu vorgerückter Stunde aus der Versammlung heraus spontan dem 1. Vorsitzenden Dr. Waßmund der Dank der Versammlung für die großartige Führung dieses Tages ausgesprochen wurde, gab es noch einmal herzlichen Beifall. Kein Zweifel: dieser Verbandstag hat erneut gezeigt, wieviel Kraft, Idealismus und Begeisterung doch durch den Verband fließt. Dieser unvergeßliche Tag von Haddeby dürfte den SHFV ein gutes Stück weitergebracht haben - zum Wohle des schleswig-holsteinischen Fußballsports und seiner Jugend! Darum: Hals- und Beinbruch für das kommende Jahr und ein "Bravo" allen Funktionären des schleswig-holsteinischen Fußballsports.
SPM

Donnerstag, 14. Juli 1955
Reparaturen im Stadion.
Der Magistrat bewilligte 500 DM für Reparaturen am Strohdachhaus des Stadions. Einen größeren Betrag aus Totomitteln erhofft sich der VfL für die Verbesserung der Stadionanlagen.
ST

Montag, 18. Juli 1955
Beirat für Jugendausschuß.
Als Beiräte wurden in den Sport- und Jugendausschuß vom Stadtparlament Studienrat i.R. Christian Ohrt als Vertreter des Kreissportverbandes und der Schriftführer des Ortsjugendringes Rolf Stegert gewählt.
ST

Sonntag, 24. Juli 1955
Reserverunde ohne Kieler Vereine.
Reservemannschaften der Amateurliga bestreiten Vorspiele. Die Reservemannschaften von mindestens neun Amateurliga-Vereinen werden mit Beginn der neuen Punktspielserie eine Reserverunde starten, wies sie schon vor zwei Jahren auf Landesebene gegeben hat. Auf Anregung des Itzehoer SV fand in Kiel eine Sitzung der Amateurliga-Vereine mit dem Spielausschuß statt, in der sich mit Ausnahme der fünf Kieler Vereine und des TSV Kücknitz alle Vereine grundsätzlich zur Teilnahme an dieser Runde bereit erklärten. Phönix Lübeck und Gut Heil Neumünster haben sich den endgültigen Entscheid jedoch noch vorbehalten, während Itzehoer SV, VfB Lübeck, VfL Schwartau, Flensburg 08, 1. FC Lola, TSV Lägerdorf, TSV Brunsbüttelkoog, Eckernförder SV und der Heider SV fest zusagten.

Die Reservespiele sollen an den Tagen ausgetragen werden, an denen die ersten Mannschaften der betreffenden Vereine ihre Punktspiele absolvieren. Der Verein, der seine Reservemannschaft zu einem dieser Spiele nicht antreten läßt, muß 50 DM Strafe bezahlen. Die Kieler Vereine und Kücknitz lehnten eine Teilnahme an dieser Punktrunde aus finanziellen Erwägungen grundsätzlich ab. Die übrigen Amateurliga-Vereine stellten jedoch die sportlichen Erwägungen in den Vordergrund. Bei ihnen herrscht die Meinung, daß augenblickliche finanzielle Opfer sich schon nach kurzer Zeit bezahlt machen werden. Die Verfechter der Reserverunde stehen vor allem auf dem Standpunkt, daß sie bei einer Landesrunde ihren Nachwuchs besser schulen können, als bei Gesellschaftsspielen im Rahmen der zweiten Klassen. Es wurde beschlossen, daß sich der Itzehoer SV federführend für die Vereine, die an der Reserverunde beteiligt sind, an den Verbandsvorstand wenden soll, um von dort finanzielle Unterstützung zu erhalten. Im August und September werden die Punktspiele der Amateurliga-Vereine grundsätzlich um 16 Uhr beginnen, damit die Reservemannschaften vorher spielen können.
SPM

Samstag, 30. Juli 1955
Stormarns Fußball wächst in die Breite.
Spielausschuß gibt die Einteilung der Kreisliga und Kreisklasse bekannt. In einer gemeinsamen Arbeitstagung erörterten die Mitglieder des Jugendausschusses und des Spielausschusses des Kreisfußballverbandes Stormarn in "Wiggers Gasthof" die spieltechnischen Aufgaben für die Verbandsspiele 1955/56.

Laut Beschluß des Verbandstages vom 22. Mai soll in diesem Jahre erstmalig über den ganzen Kreis in einer Kreisliga-Staffel mit paralleler Reservestaffel und einer Kreisklassen-Staffel gespielt werden. Nach den Feststellungen des Spielausschusses gehören folgende Mannschaften zur Kreisliga Stormarn:

  • SV Eichede
  • TSV Bargteheide Reserve
  • TSV Lütjensee
  • SV Siek
  • SSV Großensee
  • SSV Jersbek
  • VfL Rethwisch
  • TSV Grabau
  • VfL Oldesloe Reserve
  • VfL Oldesloe Ib (Nachwuchs)
  • SC Elmenhorst
  • ATSV Oldesloe
  • SV Hammoor

Der Kreisklasse gehören folgende Mannschaften an:

  • TSV Badendorf
  • Preußen Reinfeld Reserve
  • SV Rehhorst
  • SSV Pölitz Reserve
  • VfL Oldesloe III
  • Rasensport Todendorf Reserve
  • TSV Mollhagen
  • TSV Mollhagen Reserve
  • SV Grönwohld
  • SV Grönwohld Reserve
  • SV Timmerhorn
  • SV Timmerhorn Reserve
  • TSV Trittau Reserve.

Im Hinblick auf die Entfernungen zwischen Badendorf/Rehhorst und Trittau/Grönwohld und in Anbetracht der Tatsache, daß hier die Vereine mit einer Reservemannschaft zweimal den weiten Anmarschweg machen müssen, glaubte der Spielausschuß vermittelnd eingreifen zu müssen. Er schlägt den beteiligten Vereinen folgende Lösung vor:

  1. Die Kreisklassenstaffel teilt sich regional in eine Nord- und Südstaffel.
  2. Im Hinblick auf die regionale Teilung wurden insbesondere die Vereine
    • Badendorf
    • Preußen Reinfeld
    • Rehhorst
    • Pölitz
    • VfL Oldesloe
    • ATSV Oldesloe
    • Bargteheide
    gebeten, ihre Reservemannschaften bzw. weitere Mannschaften zur Hebung des Spielverkehrs in dieser Spielklasse zu den Meisterschaftsspielen anzumelden.

Die Mitglieder beider beiden Ausschüsse waren übereinstimmend der Meinung, daß an sich die erforderlichen aktiven Spieler in den erwähnten Vereinen vorhanden wären, jedoch die erheblichen Aufwendungen für Reisekosten eine Beteiligung an den Meisterschaftsspielen nicht zuließen. Nach der den Vereinen in Vorschlag gebrachten bezirklichen Aufgliederung ist auch für untere Mannschaften der Fußballsport auf breitester Grundlage möglich. Zum anderen sind die Entfernungen so gering, daß sie auf dem Fahrrad zurückgelegt werden können.

Im weiteren Verlauf der Sitzung machte Spielausschußobmann Fischer die für alle Stormarner Vereine interessante Bemerkung, daß nach einem Beschluß des Bezirksspielausschusses in Lübeck der Kreisfußballverband Stormarn in diesem Jahr sieben Mannschaften aus seinem Gebiet zu den weiterführenden DFB-Pokalspielen auf Bezirksebene melden kann. Hierdurch wird sieben ersten Mannschaften der Kreisliga oder Kreisklasse Gelegenheit gegeben, im Jan. 1956 einen Bezirksliga-Verein oder einen Verein des Nachbarkreises als Pokalgegner zu begrüßen. Eine Regelung, die die Basis des Spielgeschehens nicht nur erheblich erweitert, sondern auch den viel diskutierten Wert der Pokalspiele wieder ansteigen läßt.
ST

Montag, 1. Aug. 1955
Drei pfeifen Oberliga.
Drei schleswig-holsteinische Schiedsrichter werden in der kommenden Saison Oberliga-Spiele leiten: Asmussen (Flensburg), Pooch und Weinand II (LBV Phönix). Der Kieler Praefke dagegen soll nur noch zu Amateurliga-Spielen herangezogen werden.

Auf der Liste der Amateurliga-Schiedsrichter stehen in dieser Saison:

  • Bruhn, Guminski, Howe, Melson, Mull und Praefke aus Kiel
  • Spiske aus Neumünster
  • Weiß aus Rendsburg
  • Asmussen aus Flensburg
  • Bahnsen aus Husum
  • Wieser aus Südtondern
  • Arend und Waschinski aus dem Kreis Dithmarschen
  • Groß aus Itzehoe
  • Imkamp aus Kellinghusen
  • Reitter aus Krempe
  • sowie die Lübecker Böhme, Buthmann, Criens, Dehmel, Fischer, Kaufmann, Münster, Pooch und Weinand II.

SPM

Montag, 8. Aug. 1955
Seinen Austritt aus dem VfB Lübeck hat der erst vor einigen Monaten von Segeberg nach Lübeck übergesiedelte Rechtsaußen Käselau (Anm. früher VfL Oldesloe) erklärt.
SPM

Donnerstag, 18. Aug. 1955
Exer bleibt für Kradfahrer gesperrt.
Bürgermeister Hermann Barth bedauert, daß neuerdings in zunehmender Zahl Mopeds und Motorräder auf dem Exer auftauchen. Man sei zwar geneigt, den Radlern gegenüber, die zur Jugendherberge oder zur Badeanstalt wollen, ein Auge zuzudrücken, doch werde man gegen Kradfahrer einschreiten. Der Bürgerpark bleibt für Kradfahrer gesperrt!
ST

Montag, 5. Sept. 1955
Mittel für Badeanstalten.
Die Ratsherren bewilligten auf ihrer Sitzung weitere 5000 DM für die städtische Badeanstalt in der Trave. Die schadhaften Ufermauern sollen ausgebessert werden. Bürgermeister Hermann Barth teilte mit, daß in der Travebadeanstalt in diesem Sommer 25.000 Personen, hauptsächlich Kinder, gebadet haben. Für das Strandbad am Poggensee wurden die Unterhaltungsmittel von 2250 auf 4750 Mark erhöht. Im nächsten Frühjahr soll eine Holzbrücke mit Sprungbrettern gebaut werden. Die Stadt hat jetzt die Jagdhütte am Poggensee für 3500 Mark erworben. Dieses Holzhaus soll für die Aufbewahrung der DLRG-Geräte verwendet werden. Ferner ist der Ausbau einer Wohnung für den Bademeister geplant.
ST

Samstag, 17. Sept. 1955
Ein begeisterter Turner.
Heinrich Diedrichsen, der Spartenleiter der Turnabteilung des VfL, wird heute 60 Jahre alt. Dieser Jubiläumsgeburtstag wird für viele Turner ein Anlaß sein, ihrem Betreuer zu danken, leitet er doch seit 1937 die Turnabteilung. Fast 50 Jahre ist er aktiver Turner. Als zehnjähriger Junge trat er in die Knabenabteilung des Männerturnvereins Flensburg ein und wurde dort schnell Vorturner. Nach dem ersten Weltkrieg war er lange Turnwart des Männerturnvereins Ratzeburg. In den folgenden Jahren betätigte er sich, bedingt durch Versetzungen nach anderen Dienststellen der Bahn, in mehreren Vereinen, bis ihn sein Ruf nach Bad Oldesloe führte.

Zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern betrieb er nach Kriegsende die Wiederzulassung des VfL. Als 1. und darauf als 2. Vorsitzender hatte er maßgeblichen Anteil an der Lenkung der Vereinsgeschicke. Später übernahm er das Amt des Kreisturnwarts und des Altersturnwarts. Seine unermüdliche Bereitschaft sei der Jugend, der er stets seine besondere Beachtung schenkte, ein Vorbild. Der VfL wünscht sich noch lange die Mitarbeit dieses für das Turnen begeisterten Mannes.
ST

Donnerstag, 22. Sept. 1955
Kultusministerium fördert Turnhallenbau.
Finanzierung durch 60 Prozent durch die Kommunen. 40 Prozent will das Land dazugeben. Zum ersten mal wird im kommenden Haushaltsjahr mit einem systematischen und verstärkten Bau von Turnhallen für die schleswig-holsteinischen Schulen zu rechnen sein. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums gestern vor der Landespressekonferenz in Kiel mitteilte, sollen im neuen Etatentwurf größere Beträge für diesen Zweck eingesetzt werden.

Um alle Turnhallenwünsche in Schleswig-Holstein erfüllen zu können, sind mindestens 30 Millionen Mark an reinen Baukosten erforderlich, weil die Turnhalle für eine größere Schule ohne die erforderliche Einrichtung etwa 200.000 bis 300.000 Mark kostet. Die Turnhallenbauten müssen zu 60 Prozent von den Kommunen finanziert werden. Das Land zahlt einen Zuschuß von 40 Prozent.

Nach dem Kriege wurden in Schleswig-Holstein viele Turnhallen wiederhergestellt, aber nur etwa sechs neu gebaut. Der Turnhallenbau wurde bisher zurückgestellt, weil es nach Ansicht des Kultusministeriums wichtiger war, durch den Bau von Klassenräumen die Schulraumnot und den Schichtunterricht zu beseitigen.
ST

Montag, 26. Sept. 1955
Neuer Fußballobmann. Hauptaugenmerk auf Breitenarbeit im VfL Oldesloe.
Auf einer außerordentlichen Versammlung der Fußballabteilung des VfL wurden Werner Brandt zum neuen Fußballobmann und Ernst Otto zu seinem Stellvertreter gewählt. Dem aus beruflichen Gründen zurückgetretenen bisherigen Obmann Gerhard Heuseler dankte Brandt.

Da der Rücktritt Heuselers auch die übrigen Mitarbeiter der Sparte veranlaßt hatte, ihre Ämter zur Verfügung zu stellen, schloß sich an die Wahl des Obmanns und seines Stellvertreters (Brandt erhielt 39 von etwa 70 Stimmen und Otto 25 Stimmen) die Wahl aller weiteren Mitarbeiter an. Sie wurden geschlossen wiedergewählt und nahmen ihre Ämter auch unter der Leitung des neuen Obmanns wieder an. Dieser dankte für das ihm bewiesene Vertrauen. Sein Hauptaugenmerk wolle er, wie er versicherte, auf die Breitenarbeit richten.

Befriedigt folgten die über 100 anwesenden Spartenmitglieder dem kurzen Bericht des 1. Vorsitzenden Hanns Opitz über die finanzielle Lage des Vereins und die Verbesserungen der Sportplatzanlage und ließen sich von dem Kreissportver- bandsvorsitzenden Christian Ohrt über Zuschüsse des Sportförderungs- ausschusses berichten. Die Frage einiger Versammlungsteilnehmer, ob die Stadt dem VfL Zuschüsse gewähre, wurde vom Vorstand verneint. Mit einem Bericht des Jugendobmanns Rudi Herzog über die Jugendabteilung schloß die Versammlung.
ST

 

Bis zum Jahr 1960