Saison 1955 - 56

 

 

Samstag, 23. Juli 1955
Der VfL für die neue Spielzeit gerüstet.

Erstes Freundschaftsspiel am 31. Juli. Die Liga des VfL Oldesloe hat die Vorbereitungen für die neue Saison abgeschlossen. Sie wird wie in der abgelaufe-nen Spielzeit als Bezirksligist in der Südstaffel des Bezirks Lübeck spielen. In dieser Staffel wird sie den erstmalig in die Bezirksliga aufgestiegenen Mannschaften des VfR Todendorf und der Kaltenkirchener Turnerschaft in Punktkämpfen gegenüberstehen. Der aus der Amateurliga abgestiegene ATSV Lübeck wird den Platz des aufgestiegenen VfL Schwartau einnehmen und als größter Rivale der Oldesloer anzusprechen sein.

Die Liga des VfL geht mit Zuversicht in die neue Spielsaison. In der abgelaufenen Spielzeit erreichte sie den zweiten Platz. Die jetzt beabsichtigte Verjüngung des Sturms durch die Nachwuchsspieler Jürgen Peters und Erich Moser, die ihr Können in Freundschaftsspielen bewiesen, wird sich vorteilhaft auswirken. Ferner wird Werner Petersen (früher SV Eichede) als Neuerwerbung für die Liga am 21. September spielberechtigt. Die Hintermannschaft soll sich aus altbewährten Ligaspielern zusammensetzen. Auch dieser Maßnahme gebührt Beachtung. Für vollwertigen Ersatz ist in diesem Jahr gesorgt.

Alles in allem können die Oldesloer ihr Ziel, den Aufstieg in die Amateurliga, erreichen, wenn sie ihre Vorjahresleistung, die durch viel Mißgeschick gemindert wurde, verbessern würden. Dies ist anzunehmen, nachdem sie drei Jahre lang hintereinander zu den Spitzenkandidaten der Staffel gehörten. Es scheidet aus: Mittelläufer Karl-Heinz Bertram aus beruflichen Gründen. Er wird bei seiner Mannschaft in guter Erinnerung bleiben. Ersatztorwart Georg Severin spielt in der neuen Saison für den SSV Pölitz.

Das Training der Mannschaft hat begonnen. Nachdem das Stadion einen neuen Rasenteppich erhalten hat und weitere Verbesserungen vorgenommen wurden, geht die Oldesloer Fußballpremiere am 31. Juli vor sich. Als Auftakt findet an diesem Tage im Stadion ein Freundschaftstreffen der Liga des VfL mit dem bekannten Amateurligisten Itzehoer SV statt. Wahrlich eine harte Nuß für die Liga, für die Fußballfreunde aber eine Sensation. Ferner sind bis zum Beginn der Punktkämpfe am 21. August weitere Freundschaftsspiele auch für die Unterabteilungen im Stadion vorgesehen.

Südstaffel:

  • TSV Bargteheide
  • Kaltenkirchener Turnerschaft
  • ATSV Lübeck
  • Gut Heil Lübeck
  • ATSV Mölln
  • TSV Mölln
  • TSV Nahe
  • VfL Oldesloe
  • SSV Pölitz
  • Ratzeburger SV
  • Preußen Reinfeld
  • VfR Todendorf
  • TSV Trittau.


ST

Samstag, 30. Juli 1955
Itzehoer SV 09 beim VfL.
Gleich ein Schlager für Oldesloes Fußballfreunde. Der VfL Oldesloe hat am morgigen Sonntag den vierfachen Amateurliga-Meister, Landespokalmeister und ehemaligen Oberligisten Itzehoer SV 09 zu Gast. Mit einem Freundschaftsspiel eröffnen beide Mannschaften um 16 Uhr die neue Fußballsaison.

Die Itzehoer haben eine Elf für dieses Spiel gemeldet, die man als erste Garnitur bezeichnen kann. Die bekannten Torschützen Priebe und Fuchs sowie die Neuerwerbung Falkenstern (früher TSV Lägerdorf) sind dabei. Auch die Hintermannschaft setzt sich aus alten Amateurligisten zusammen.

Die Gastgeber werden natürlich auch in guter Besetzung antreten, um ein ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. Dies sollte ihnen möglich sein, wenn sie die Leistungen wiederholen würden, die sie in den Spielen gegen die Amateurligisten Gut Heil Neumünster (6:1) und ATSV Lübeck (1:2) gezeigt haben. Auf die Fußballfreunde wird dieses Schlagerspiel große Zugkraft ausüben. Auch die Eintrittspreise, die wegen des hohen Kostenaufwandes erhöht werden mußten, werden die Besucher nicht abschrecken, weil ein Spiel von hohem Niveau zu erwarten ist.
ST

Sonntag, 31. Juli 1955
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Itzehoer SV 1:7 (0:4)
Itzehoe war eine Klasse besser. Zur Eröffnung der neuen Saison hatte der VfL Oldesloe den Itzehoer SV 09 zu einem Freundschaftsspiel geladen, konnte, wie nicht anders zu erwarten, die schwere Klippe nicht über-springen und unterlag dem eine Klasse besser spielenden Gast mit 1:7.

Niemand der 1000 Zuschauer erlebte eine Enttäuschung, denn die Itzehoer entwickelten, obwohl sie keinem ernsthaften Gegner gegenüberstanden, ein Spiel mit großem Einsatz und technischen Feinheiten. Auch die Gastgeber zeigten ihr Bestes und wehrten sich verzweifelt. Mit etwas mehr Schußglück wäre der Torunterschied nicht ganz so hoch ausgefallen.

Der ISV, der ohne seinen verletzten Stürmer Fuchs antreten mußte, ließ das Spiel ruhig angehen. Das machten sich die Oldesloer zunutze. In der ersten Minute schoß König den Ball gegen die Latte und Kneese vier Minuten später über das gegnerische Tor hinweg. Die ersten Minuten des Spiels gehörten also den Oldesloern, die jedoch nicht verhindern konnten, daß die Gäste bei einem Torgeplänkel durch Falkenstern in Führung gingen. Die Gäste zeigten von jetzt ab ihr Können. Auf gepflegtem Rasen lief der Ball im Flachspiel von Mann zu Mann, und nur selten kam es beim Angriff nicht zum Schuß aufs Tor. Bis zur 22. Minute hatte Buls alle Hände voll zu tun, um die aus der Sturmreihe des Gegners abgegebenen Schüsse unschädlich zu machen. Vor allem gelang es dem spurtschnellen Priebe immer wieder, das Oldesloer Tor in Gefahr zu bringen, der dann auch das Ergebnis in der 20. Minute auf 2:0 für die Gäste stellte. Einzelne Angriffe der Oldesloer, die bis zur Strafraumgrenze vorgetragen wurden, blieben ohne Erfolg. Immer wieder wurde versucht, den Angriff auf engem Raum durch die Mitte auf das gegnerische Tor vorzutragen, anstatt die Flügel auszunutzen. Meins stand zeitweise ungedeckt auf seinem Rechtsaußenposten. Trotzdem waren die Torchancen für die Gastgeber nicht gering. Eine in der 30. Minute geschossene Steilvorlage wird von Peters aus der Luft scharf auf das gegnerische Tor gezogen, aber von Lipp gehalten. Dann aber brennt es vor dem Oldesloer Tor. In der 33. Minute kann der Nachwuchsspieler Lohse zum 3:0 für Itzehoe unhaltbar ein-schießen und in der 39. Minute durch Verwandlung eines Foulelfmeters das Halbzeitergebnis von 4:0 herstellen.

Nach der Halbzeit dasselbe Bild. Das Tempo wird beibehalten. Torchancen hüben und drüben. Die Oldesloer können noch immer nicht ins Schwarze treffen, dagegen gelingt es Lohse vier Minuten nach der Halbzeit, zum 5:0 einzuschießen. Die ungenaue und nervöse Ballabgabe der Gastgeber fällt gegenüber dem zügigen Spiel der überlegenen Gäste besonders auf. Nachdem Falkenstern in der 52. Minute zum 6:0 für Itzehoe einge-schossen hatte, hängt der Anschlußtreffer in der Luft. Meins, der endlich einmal mit einer Flanke bedacht wurde, kurvte nach innen und schießt am Tor vorbei. Im Gegenzug können die Gäste durch Koppen in der 59. Minute auf 7:0 erhöhen.

Bei den Oldesloern haben Mandelkau (Verteidigung) und Moser (Mittelstürmer) ihre Plätze gewechselt. Aber auch Mandelkau verpaßt den Anschlußtreffer dadurch, daß er den Ball in der 70. Minute über das gegnerische Tor hinwegschießt. Dagegen reichen die Künste des Oldesloer Torwarts alleine nicht mehr aus, um die auf sein Tor geschossenen Bälle abzuwehren, und mehrmals klärt Lange auf der Torlinie. Das Ehrentor gelingt Meins in der 71. Minute. Bis zum Schlußpfiff blieb es trotz des unterschiedlichen Torergebnisses ein mit Spannung geladener Kampf, der den Zuschauern gefiel. Immer wieder konnte man bei der Gästemannschaft, die sich durch Körperschule, Konditionstraining und Ballarbeit für den ersten Punktekampf intensiv vorbereitet hat, die bessere Klasse erkennen.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Heinz Mandelkau - Hermann Lattke, Horst Nilson, Roland Erbs - Herbert Meins, Dieter König, Erich Moser, Jürgen Peters, Werner Kneese.
Tore: 0:1 Falkenstern (10.), 0:2 Priebe (20.), 0:3 Lohse (33.), 0:4 Lohse (39., Foulelfmeter)), 0:5 Lohse (49.), 0:6 Falkenstern (52.), 0:7 Koppen (59.), 1:7 Meins (71.). - Schiedsrichter: Fischer (Lübeck). - Zuschauer: 1000.

Samstag, 6. Aug. 1955
TSV Neustadt beim VfL.
Umgestellte Oldesloer Elf gegen die Nordstaffelmannschaft. Die Gäste des VfL Oldesloe gehörten in der letzten Spielserie zur Spitzengruppe der Nordstaffel. Die Platzher-ren werden wieder vor einer schweren Aufgabe stehen.

Nach dem Versuch am Vorsonntag gegen den Itzehoer SV (Oldesloe verlor 1:7) wurde für morgen ein gleichwertiger Gegner gewählt und die Mannschaft umgestellt, so daß fünf Nachwuchsspieler zu Ligaehren kommen. Die Verantwortlichen versprechen sich von der Aufstellung viel. Da Moser bei seinem Versuch als Mittelläufer im Spiel gegen Itzehoe eine ausgezeichnete Partie lieferte, übernimmt er auch gegen Neustadt den Stopperposten. König wurde der Mittelstürmerposten übertragen. Für Mandelkau spielt der Jugendliche Liedtke Verteidiger.
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Sonntag, 7. Aug. 1955
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - TSV Neustadt 5:1 (4:1)
Der VfL Oldesloe gefiel nur 20 Minuten. Sie genügten zum Sieg. Nur 400 Zuschauer wohnten dem zeitweise recht müden Spiel im VfL-Stadion bei. Beim VfL schien es zuerst, als ob er sich für die hohe Niederlage vom Vorsonntag rächen wollte. Nach 20 Minuten aber hatte er sein Pulver verschossen und Neustadt war nun ein gleichwertiger Gegner.

Schon in der 1. Minute brachte Peters mit einem unhaltbaren Schuß unter die Latte den VfL in Führung. Der Wiederanstoß der Neustädter wurde abgefangen und nach einigem Hin und Her war Nußkern in der 4. Minute erfolgreich. 2:0 also. Auch an diesem Treffer hatte Peters Anteil; seine Ballabgabe an Nußkern war vorbildlich. Weiter wurde Neustadt in die eigene Spielhälfte gedrückt, so daß es vielbeinig verteidigen mußte. In der 10. Minute ein Durchbruch von Peters. Unhaltbar landete der Ball an dem etwas unsicheren Torhüter Neustadts vorbei im Netz. Alle Versuche der Neustädter, sich aus der Umklammerung frei zu machen, waren erfolglos. Nachdem König, Meins, Peters und Kneese mehrmals an dem Tor des Gegners vorbeigeschossen hatten, fand König in der 17. Minute doch eine Lücke und erzielte das vierte Tor. Nun ließ der VfL - wie gewohnt - es sichtlich am Einsatz fehlen, so daß Neustadt besser ins Spiel kam. Dem Halblinken der Neustädter gelang in der 37. Minute das Ehrentor. Mit 4:1 wurden die Seiten gewechselt.

In der Pause setzte starker Regen ein, der den Platz schlüpfrig machte. Recht langweilig wirkte die zweite Halbzeit. Es fehlte an der genauen Ballabgabe und am Einsatz besonders beim VfL. Die Neustädter machten sich dieses zunutze und zeigten jetzt ein weit besseres Spiel als vor der Halbzeit. Die Oldesloer Abwehr hielt jedoch das Ergebnis. Die 82. Minute brachte dem VfL nach einem Durchspiel des Innensturms durch König den fünften Treffer.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Karl-Heinz Nußkern, Dieter König, Jürgen Peters, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Peters (1.), 2:0 Nußkern (4.), 3:0 Peters (10.), 4:0 König (17.), 4:1 (37.), 5:1 König (82.). - Zuschauer: 400.

Samstag, 13. Aug. 1955
Hamburger Bezirksligisten beim VfL.
TSV Schwarzenbek mit vier Fußballmannschaften in Bad Oldesloe. Bei der letzten Begegnung vor Jahren in Schwarzenbek blieben die Oldesloer knappe Sieger. Heute spielen die Gäste in der Hamburger Bezirksliga und belegten in der letzten Spielzeit einen guten Mittelplatz. Auf jeden Fall darf der Gastgeber das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen.

In den letzten beiden Spielen konnte der VfL nur zeitweise - besonders in den ersten 30 Minuten - seine Anhänger befriedigen. Über die jetzige Aufstellung der Mannschaft läßt sich noch kein endgültiges Urteil fällen. Fest steht, daß es die zur Zeit stärkste Mannschaft ist, die der VfL auf die Beine bringen kann. Viel verspricht man sich von dem verjüngten Sturm, hinter dem eine sichere Läuferreihe steht. Peters fehlt wegen einer Erkrankung.
ST

Sonntag, 14. Aug. 1955 - Freundschaftsspiel
VfL Oldesloe - VfL Oldesloe Ib 5:3
Schwarzenbek blieb zu Hause. Im Trainingsspiel VfL Liga gegen VfL Ib. Die Fußballmannschaften des TSV Schwarzenbek hatten es trotz des Spielabschlusses mit dem VfL Oldesloe vorgezogen, gegen Hubertus Lübeck zu Hause zu spielen. Die Oldesloer Mannschaften waren somit ohne Gegner.

Um den Zuschauern etwas zu bieten, führte die Liga gegen die Ib-Mannschaft ein Trainingsspiel durch, das die Ligisten mit 5:3 gewannen. König, Liedtke und dreimal Buls waren für die Liga erfolgreich. Für die Ib-Mannschaft schossen Lüth, Kowallik und Kurt Meins die Tore. In der Ligamannschaft ragte Buls, der nach dem Wechsel im Sturm spielte, besonders heraus. Seine drei Tore waren Mustertore.

Die Ligamannschaft des VfL wird noch eine Verstärkung erhalten. Bruno Pellowski ist wieder zurückgekehrt und wird am 1. September spielberechtigt.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Karl-Heinz Nußkern, Hermann Lattke, Roland Erbs - Herbert Meins, Dieter König, Erich Moser, Werner Kneese, Günter Budnick - Auswechselspieler: Horst Nilson.

Samstag, 20. Aug. 1955
Wieder um Punkte.
Bezirksliga startet morgen mit vollem Programm. Ab morgen geht es auch wieder in der Bezirksliga um Punkte. Der Tag, auf den Spieler und Zuschauer schon lange gewartet haben, ist da. Das reizvolle Spiel der Zahlen in den Tabellen kann beginnen. Auf- und Abstieg locken und schrecken ab. Die Südstaffel beginnt mit vollem Programm.

Es war viel Rätselraten in den letzten Wochen um die Aussichten der einzelnen Mannschaften. Nun wird man klarer sehen. Der Staffelmeister der letzten Spielzeit, VfL Schwartau, hat bereits sein erstes Amateurliga-Spiel hinter sich. Wer wird sein Nachfolger werden? Der VfL Oldesloe hat den Aufstieg in der letzten Serie buchstäblich verschenkt. Wenn einige Mannschaftsmitglieder disziplinierter gewesen wären, würde er heute zweifellos ein Stockwerk höher spielen. Wird er es diesmal schaffen? Gefährliche Gegnerschaft bilden die beiden Lübecker Vereine. ATSV konnte in der vergangenen Saison nach vielversprechendem Start in der Amateurliga nicht mehr mithalten und wird nun sicher alles daran setzen, wieder dorthin zurückzukehren. Gut Heil unterschied sich in den letzten Jahren wenig von der Spielstärke der Oldesloer. Auch TSV Mölln und SV Ratzeburg sind stets zu fürchten. Eine Überraschung könnten die Reinfelder Preußen bringen; sie haben das Zeug dazu. Man sieht, das Meisterschaftsrennen ist völlig offen.

VfL Oldesloe gegen Nahe. Nahe unterlag im Vorjahr dem VfL klar 1:6. Tabellenplatz am Schluß der Saison: Oldesloe Zweiter, Nahe Zehnter. Der VfL tritt mit verjüngter Elf an. Drei Nachwuchsspielern wird Gelegenheit gegeben, ihr Können nun auch im harten Punktkampf unter Beweis zu stellen. Die Neuerwerbungen sind noch nicht spielberechtigt. Nahes Stärke liegt bei den Außenstürmern und dem guten Torwart, die bei den letzten Spielen besonders auffielen. Außerdem ist die ebenfalls verjüngte Mannschaft durch großen Einsatz bekannt. Obwohl dem VfL die Favoritenrolle zugesprochen werden muß, sollte man den TSV nicht unterschätzen. Wegen der Veranstaltung des ADAC auf dem Exer kann das Stadion nur durch den Eingang am Pferdemarkt betreten werden.
ST

Sonntag, 21. Aug. 1955
1. Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Nahe 10:0 (2:0)
Oldesloer Paukenschlag. Nahe 10:0 geschlagen. Den Paukenschlag in der Fußballouvertüre der Bezirksliga tat der VfL Oldesloe mit einem sensationellen 10:0-Sieg über Nahe. In der zweiten Hälfte spielten die Kreisstädter mit ihren Gegnern nur noch Katz und Maus. Die Segeberger klappten zum Schluß völlig zusammen. Ein vielversprechender Auftakt für den VfL!

VfL spielte Katz und Maus. Die ersten Punkte dieser Saison konnte der VfL durch einen verdienten Sieg über Nahe für sich verbuchen. Ein nicht vorausgesehenes Ergebnis von 10:0 und ein Eckenverhältnis von 9:1 läßt ohne weiteres die bessere Mannschaft erkennen. Der Sieg der Oldesloer hätte bei etwas mehr Schußglück noch sensationeller ausfallen können.

Es zeigte sich aber in der ersten Halbzeit wieder, daß die Sturmreihe, obwohl sie ein großes Spiel zeigte, in der Auswertung der herausgearbeiteten Chancen noch nicht kaltschnäuzig genug ist, denn nicht immer wird sie so eine harmlose Deckung vor sich haben, wie Nahe sie hatte. Nahe scheitere an seiner schwachen Hintermannschaft.

Vom Anpfiff bis Schlußpfiff waren die Oldesloer tonangebend. In den ersten torchancenreichen Minuten konnte keine Partei den Führungstreffer erzielen. Während Oldesloe seine Torchancen durch nervöses Spiel verschoß, scheiterten die Angriffe der Naher an der guten Deckung des Gegners. Später wurde es anders. Die Oldesloer bemerkten ihre Überlegenheit. In der 31. Minute kann Meins den Ball noch rechtzeitig vor dem her-ausstürzenden Naher Torwart an Peters abgeben, der dann ins leere Tor zum Führungstreffer einschießt. Kneese stellte in der 39. Minute nach einer Flanke von Meins das Halbzeitergebnis von 2:0 her. Ein Abseitstor wird vom Schiedsrichter Kaufmann (Lübeck) nicht gegeben.

Die zweite Halbzeit zeigt nur wenig spannende Momente vor dem Oldesloer Gehäuse, desto hitziger geht es vor dem Naher Tor zu. Die Naher werden förmlich ausgespielt. Ihre weiten Steilvorlagen landen meistens bei der gegnerischen Deckung, die dann ihrerseits in aller Ruhe zu neuem Angriff aufbauen kann. Die technisch feiner und taktisch besser spielenden Oldesloer erreichen durch eine sichere Ballabgabe immer wieder im zügigen Spiel schnell den gegnerischen Strafraum, und schon in der 49. und 51. Minute kann König nach Vorlagen vom weit aufgerückten Lange zweimal ins Schwarze treffen. Die Naher Deckung versagte kläglich, und es ist kein Wunder, daß ihr Torwart unsicher wird. Trotz Verstärkung durch ihren Mittelstürmer kann sie nicht verhindern, daß Kneese in der 66. Minute zum 6:0 einschießt. Fünf Minuten später folgt dann der Torreigen, der die Oldesloer Zuschauer begeisterte. Peters in der 72. und 74., König in der 75. und Kneese in der 77. Minute können in kurzem Zeitraum auf 9:0 erhöhen. Dennoch geben die Naher nicht auf und versuchen, das Ehrentor zu erzielen. Aber die zeitweise von nur zwei Stürmern vorgetragenen Angriffe werden schon im Aufbau zerschlagen. Das Endergebnis von 10:0 erzielte Peters in der 87. Minute.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Harry Rapski - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Dieter König, Hans-Werner Buls, Jürgen Peters, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Peters (31.), 2:0 Kneese (39.), 3:0 König (49.), 4:0 König (51.), 5:0 Kneese (66.), 6:0 Peters (72.), 7:0 Peters (74.), 8:0 König (75.), 9:0 Kneese (77.), 10:0 Peters (87.). - Schiedsrichter: Kaufmann (Lübeck). - Zuschauer: 500.

Samstag, 27. Aug. 1955
ATSV Mölln gegen VfL Oldesloe.
Die Möllner konnte man in der neuen Spielsaison bisher nur zweimal spielen sehen. In einem Freundschaftsspiel unterlagen sie auf eigenem Platz dem Ratzeburger SV 2:6, und im Punktkampf gegen den Neuling Todendorf erreichten sie in Todendorf ein glückliches 1:1. Diesen Punktgewinn muß man für den ATSV als glücklich bezeichnen, wenn man berücksichtigt, daß Todendorf die letzten 20 Minuten mit zehn Mann nicht nur überlegen spielen, sondern auch den Ausgleich schaffen konnte.

Der VfL erreichte im letzten Punktspiel des Vorjahres gegen den ATSV nur ein 3:3. Dieses Unentschieden konnten damals die Möllner dem Oldesloer Ersatztorhüter verdanken, der sich zweimal den Ball vom Gegner aus den Händen weg ins Tor schießen ließ. Am Schluß der letzten Saison stand der ATSV an achter Stelle. Wenn der ATSV sein Können nicht verbessert haben sollte, dürfte er diesmal nicht so gut davonkommen. Die Chance für den ATSV liegt im Platzvorteil. Auch sollte man den guten Mittelstürmer Saluga nicht unterschätzen, der mehrmals bewiesen hat, daß er Tore schießen kann.
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Sonntag, 28. Aug. 1955
2. Punktspiel ATSV Mölln - VfL Oldesloe 1:3 (0:0)
VfL anfangs schwach. Nach einer tor- und farblosen ersten Halbzeit, in der auf beiden Seiten nicht viel von Bezirksligareife gezeigt wurde, gelang es dem VfL Oldesloe, den ATSV Mölln mit 3:1 zu schlagen, nachdem die Möllner bereits mit 1:0 geführt hatten. Mölln konnte das Tempo nicht durchhalten. Das 3:1 des VfL hört sich überzeugend an, doch der Erfolg entspricht nicht ganz den gezeigten Leistungen. Bei mehr Ausdauer der Möllner hätten die Leistungen der Oldesloer nur zu einem Unentschieden ausgereicht.

Mölln spielte ohne Mittelstürmer Saluga. An seiner Stelle spielte Bruhnke, der sich von einer guten Seite zeigte. Trotz seines vorgeschrittenen Alters war er noch der schnellste Möllner, und immer wieder konnte er durch seine gut aufgebauten Angriffe das Oldesloer Gehäuse in Gefahr bringen.

Bis zur 20. Minute bestimmten die Möllner das Spielgeschehen. Die Oldesloer hatten Glück, daß die Möllner die meisten ihrer Angriffe über den rechten Flügelstürmer vortrugen, der dann an dem Oldesloer Verteidiger Liedtke scheiterte. Weitere Angriffe der Möllner blieben ohne Erfolg durch die guten Abwehrparaden des Torwarts Buls und durch den Mittelläufer Moser, der in der 3. Minute durch Kopfabwehr auf der Torlinie retten konnte.

Nach dieser Drangperiode schien es so, als ob die Oldesloer nun in Führung gehen sollten. Aber die besten Chancen blieben durch großes Schußpech ungenutzt. Weitere Angriffe der Oldesloer, die meistens auf zu engem Raum vorgetragen wurden, scheiterten an der harten Abwehr der Möllner. Außerdem vermißte man die sichere Ballabgabe. Nußkern kam nicht schnell genug an den Ball, und die körperliche Überlegenheit der Möllner machte sich bei ihm am stärksten bemerkbar. Die zweite Halbzeit brachte zunächst trotz Drängens der Oldesloer die Möllner in der 56. Minute durch Bruhnke in Führung. Den Ausgleich schaffte dann König durch Kopfball in der 64. Minute nach einer kurzen Steilvor-lage von Nußkern. Die Oldesloer bekamen nach dem Ausgleich neuen Auftrieb. Die Ballabgabe funktionierte jetzt besser. Angriff auf Angriff rollte jetzt auf das Möllner Tor. In der 77. Minute schießt der spurtschnelle Liedtke einen Alleingang aus 25 Metern Entfernung unter dem Jubel der Oldesloer Schlachtenbummler mit einem erfolgreichen Torschuß ab. Nach mehreren ausgelassenen Torchancen kann Lattke dann aus halblinker Position vier Minuten vor Spielende nicht das dritte Tor für Oldesloe erzielen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Karl-Heinz Nußkern, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Dieter König, Jürgen Peters, Werner Kneese, Hermann Lattke.
Tore: 1:0 Bruhnke (56.), 1:1 König (64.), 1:2 Liedtke (77.), 1:3 Lattke (86.).

Samstag, 10. Sept. 1955
Wird VfL Oldesloe Spitzenreiter?
In der Südstaffel der Bezirksliga haben die beiden Spitzenreiter ATSV Lübeck und VfL Oldesloe am Sonntag zwei schwere Kämpfe zu bestehen. Der VfL Oldesloe hat die Chance, an diesem Sonntag die Führung in der Tabelle zu übernehmen. Der ATSV trifft auf den LSV Gut Heil, der mit einem Verlustpunkt an vierter Stelle steht, aber erfahrungsgemäß eine gute Mannschaft auf das Spielfeld bringt, mit der man in Zukunft rechnen muß.

Im Vorjahr konnten die Oldesloer in hartem Kampf Ratzeburg mit 3:1 in Ratzeburg schlagen, mußten sich aber im Rückspiel mit einer Punkteteilung (2:2) zufrieden geben. Inzwischen haben die Oldesloer sich verbessert. Sie müssen in diesem Spiel auf ihren erkrankten Läufer Erbs verzichten, können aber erstmalig den aus der Amateurliga zurückgekehrten Pellowski einsetzen. Pellowski, der bisher bei Holstein Segeberg spielte, konnte in den letzten Spielen der Oldesloer Reserve überzeugen und ist für die Sturmreihe eine Verstärkung. Diese scheint auch notwendig, denn die Oldesloer, noch ohne Verlustpunkte, werden in Ratzeburg mit weit besseren Leistungen aufwarten müssen, als in der ersten Halbzeit gegen den ATSV Mölln. Mehr Schußsicherheit ist notwendig und auch Voraussetzung nicht nur für den Sieg, sondern auch für ein gutes Torverhältnis, damit der Anschluß an die Spitze auch dadurch gesichert ist. Die Ratzeburger sind bisher noch ohne Auswärtssiege. Das letzte Spiel verloren sie in Bargteheide gegen den TSV mit 0:2 und der ATSV Lübeck überfuhr sie in Lübeck mit 7:2. Im einzigen Heimspiel konnten sie den TSV Trittau mit 5:1 schlagen. Der Platzvorteil und die meistens durch die heimischen Zuschauer ausgelöste Heimstärke könnte für Ratzeburg eine große Rolle spielen. Aber gemessen an dem, was beide Mannschaften bisher leisteten, dürften die Oldesloer leicht favorisiert erscheinen.
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Sonntag, 11. Sept. 1955
Punktspiel Ratzeburger SV - VfL Oldesloe 2:1 (0:0)
VfL Oldesloe enttäuschte in Ratzeburg. Was den Ratzeburgern am letzten Sonntag mit bester Besetzung in Bargteheide nicht gelang, erreichten sie auf eigenem Platz mit drei Ersatzspielern gegen den VfL Oldesloe, nämlich einen Sieg. Das Ergebnis 2:1 geht in Ordnung. Die Oldesloer scheiterten an ihrer Läuferreihe, die sich ihrer Aufgabe als aufbauender Faktor nicht bewußt war, und an dem zusammenhanglosen Spiel der Sturmreihe, die außerdem viel Schußpech hatte. Das Fehlen des Läufers Erbs machte sich bemerkbar und es schien so, als wenn sich die Neuerwerbung Pellowski trotz technischen Könnens in der Mannschaft noch nicht ganz zu Hause fühlte, denn seine Ballabgaben waren zu unkonzentriert.

15 Minuten der ersten torlosen Halbzeit waren ausgeglichen. Dann aber machte sich bei den Ratzeburgern eine sichere Ballabgabe bemerkbar und ihre körperliche Überlegenheit setzte sich durch. Sie deckten konsequent und die aus der Tiefe schnell über die Flügel vorgetragenen Angriffe bewiesen deutlich ihre Überlegenheit.

Die Oldesloe dagegen spielten wieder mal "klein-klein". Ihr Mittelläufer spielte meistens hinter der Verteidigung und die Außenläufer rannten, oft sogar beide, an einem Flügel, störend und planlos mit dem Sturm zusam-men gegen die gegnerische Deckung an. Hierdurch wurde dem im Mittelfeld verbliebenen gegnerischen Sturm immer wieder Gelegenheit gegeben, die von ihrer Abwehr geschossenen Steilvorlagen aufzunehmen und ohne Störung zum neuen Angriff anzusetzen. Nur durch Schußpech und durch die gute Abwehr der Oldesloer Verteidigung und ihres Torwarts blieben sie ohne Erfolg. Bei aller sachlichen Kritik - so hatte man die Oldesloe noch nicht spielen sehen. Die 200 Oldesloer Schlachtenbummler waren enttäuscht von den Leistungen ihrer Mannschaft und hofften auf eine bessere zweite Halbzeit.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es so aus, als wollten die Oldesloer das Heft in die Hand nehmen. Die in der Pause erhaltenen Instruktionen schienen Wunder zu wirken. Bis zur 65. Minute drückte Oldesloe sehr, und mehr als einmal lag für sie der Führungstreffer in der Luft. Dem Ratzeburger Torwart gebührt hier alle Anerkennung. Geistesgegenwärtig verstand er es, fast unhaltbare Bälle durch großartige Abwehrparaden zu meistern. In der 67. Minute verlängerte der Ratzeburger Mittelstürmer eine Steilvorlage zu seinem linken Stürmer Hagen, der mit einem 20-Meter-Schuß durch einen Oldesloer Abwehrfehler zum ersten Erfolg für Ratzeburg kam. Schon sieben Minuten später konnte Hempel dann zum 2:0 einschießen. Diese Sondereinlage genügte den Inselstädtern zum Siege.

Das Spiel wurde nun härter. Die Oldesloer drückten und stürmten zeitweise sogar mit neun Mann. Die Ratzeburger dagegen versuchten, Zeit zu gewinnen durch Ausbälle und andere Zeitverschleppungsmethoden. Dadurch kam es zu einem unliebsamen Zwischenfall, der einem Oldesloer Zuschauer einen Platzverweis einbrachte und zwei Minuten Spielunterbrechung verursachte. Endlich in der 85. Minute konnte Kneese bei einem Torgeplänkel für Oldesloe das Ehrentor erzielen.
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VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Karl-Heinz Nußkern, Erich Moser, Hermann Lattke - Herbert Meins, Dieter König, Bruno Pellowski, Jürgen Peters, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Hagen (67.), 2:0 Hempel (74.), 2:1 Kneese (85.).

Samstag, 17. Sept. 1955
Pölitz und Oldesloe ringen um zweiten Platz.
Für den SSV Pölitz und den VfL Oldesloe geht es am morgigen Sonntag um den zweiten Tabellenplatz, den gegenwärtig Pölitz inne hat. Für beide Vereine ist es wichtig, den Anschluß an den Spitzenreiter ATSV Lübeck zu halten, der in Bargteheide vor keiner leichten, aber doch vermutlich erfolgreichen Aufgabe stehen wird.

SSV Pölitz konnte sich nach der hohen Niederlage in Kaltenkirchen schnell wieder finden und besiegte hintereinander VfR Todendorf, Preußen Reinfeld und am letzten Sonntag TSV Mölln in Pölitz mit 2:1. Tabellenplatz: Pölitz Zweiter nach vier Spielen, Oldesloe Dritter nach drei Spielen.

Die Oldesloer enttäuschten am letzten Sonntag. Sie werden mit den in Ratzeburg gezeigten Leistungen gegen Pölitz nicht viel erreichen. Ihr technisches Können ist gut. Aber damit allein werden sie körperlich überlegene Gegner nicht immer überwinden können, auch dann nicht, wenn diese mit weniger technischen Qualitäten ausgestattet sein sollten. Das mußte man in Ratzeburg erfahren. Sollten sie aber in diesem Kampf neben diesem Können auch die richtige Einstellung zum Gegner finden und sich wieder einer selbstlosen, schnellen und sicheren Ballabgabe im großen Raum zu eigen machen, dürften sie auch aus diesem zweiten Heimspiel als Sie-ger hervorgehen. Im anderen Falle muß das Spiel als vollkommen offen bezeichnet werden. Wie immer zwischen Pölitz und Oldesloe, wird es zu einem spannenden Kampf kommen, der viele Besucher anziehen wird.
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Sonntag, 18. Sept. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - SSV Pölitz 9:1 (3:0)
Schützenfest für den VfL gegen Pölitz. In einem kampffreudigen, zeitweise harten, aber sonst fairen Spiel konnte der VfL Oldesloe sein zweites Heimspiel mit einem verdienten Sieg über den SSV Pölitz für sich entschei-den. Das hohe Ergebnis 9:1 sagt eigentlich alles. Es ist nur unverständlich, daß eine so gut spielende Mannschaft wie die Oldesloer in Ratzeburg verlieren konnten. Die 800 Zuschauer waren begeistert von diesem Spiel, das trotz unterschiedlicher Leistungen bis zum Schluß mit Spannung geladen war.

Obgleich die Pölitzer den Anstoß hatten, brachte eine saubere blitzschnelle Kombination von König, Peters und Meins die Oldesloer in der 1. Minute in Führung. Bevor sich die Pölitzer von diesem Schock erholen konn-ten, schoß Kneese in der 13. Minute an dem ahnungslos dastehenden Krahn vorbei zum 2:0 ein. Den Blitzstart beendeten dann die Oldesloer in der 17. Minute mit einem 3:0, das König nach einer Flanke von Peters erzielte.

Den Pölitzern gelang es dann, sich auf das Oldesloer Tempo einzustellen und mehrmals klingelte es vor dem Oldesloer Tor. Abraham konnte sich immer wieder schnell mit dem Ball dem Oldesloer Gehäuse gefährlich nähern. Aber er war dem kleinen Oldesloer Liedtke nicht gewachsen und kam nicht zum Schuß. Weitere gefährliche Schüsse aus der Mitte konnte Buls meistern. Die von Pölitz mit dem Wind geschossenen Vorlagen kamen meistens bei der Oldesloer Deckung an. Dagegen schufen die weiten, aber stets den eigenen Mann erreichenden Schläge aus der Oldesloer Abwehr gefährliche Momente für die Gäste. Die Oldesloer Außenstür-mer hielten ihre Positionen und lösten sich so geschickt vom Mann, daß sie jederzeit angespielt werden konnten, und die Oldesloer Außenläufer waren diesmal besonders betriebsam. Durch diese Mannschaftsleistung konnten die Pölitzer trotz großen Einsatzes in der ersten Halbzeit nicht zum Erfolg kommen.

Nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit dasselbe Bild. Man nahm an, daß die Pölitzer nach dem Blitzstart der Oldesloer Erfahrungen gesammelt hatten. Das schien aber nicht so. Schon nach einer Minute Spielzeit erzielte Pellowski aus halblinker Position das 4:0 und zwölf Minuten später konnte Meins auf 5:0 erhöhen.

Die Pölitzer ließen merklich nach und wurden zeitweise von dem Gastgeber ausgespielt. Ihre Ballabgaben wurden unsicher und dem Sturm fehlte der Zusammenhang. Die Hauptlast des Kampfes hatte somit jetzt die Pölitzer Abwehr zu tragen. Die Oldesloer Abwehr hatte dadurch Gelegenheit, sich durch wirksame Angriffsunterstützung auszuzeichnen, ohne dabei ihre Deckungsaufgaben zu vernachlässigen. Der Kampf hatte seinen Höhepunkt erreicht. Nach einem Foul an Kneese kam es zu einem Elfmeter, den Buls in der 76. Minute verwandeln konnte und drei Minuten später schoß Peters nach einer Flanke von Meins zum 7:0 ein.

Obgleich Göllnitz in der 81. Minute im Alleingang das Ehrentor für Pölitz erzielen konnte, überstürzten sich die spannenden Momente vor dem Pölitzer Tor. Die Oldesloer waren mit diesem Ergebnis noch nicht zufrieden. In der 85. Minute mußte Krahn abermals nach einem erfolgreichen Torschuß von Kneese aus 35 Metern Entfernung hinter sich ins Netz greifen. Ein weiterer Foulelfmeter wurde von Peters verschossen. Dafür gelang es ihm aber in der 89. Minute, das Endergebnis von 9:1 für Oldesloe herauszuschießen.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Bruno Pellowski, Dieter König, Jürgen Peters, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Meins (1.), 2:0 Kneese (13.), 3:0 König (17.), 4:0 Pellowski (46.), 5:0 Meins (58.), 6:0 Buls (76., Foulelfmeter), 7:0 Peters (79.), 7:1 Göllnitz (81.), 8:1 Kneese (85.), 9:1 Peters (89.). - Zuschauer: 800.

Samstag, 24. Sept. 1955
Und wieder das Stormarn-Derby!
VfL will Anschluß an Spitzenreiter ATSV halten. Wie wir vom Kreisfußballverband erfahren, finden die morgigen Bezirksliga-Spiele zur festgesetzten Zeit statt. Auch das Stormarn-Derby in Reinfeld steigt also um 15 Uhr. Die Vereinsleitung der Preußen will allerdings durch Aufstellung von zwei Rundfunkapparaten am Platzrand den Besuchern Gelegenheit geben, sich über den Stand des Länderspiels Jugoslawien gegen Deutschland in Belgrad auf dem laufenden zu halten.

Ewig neues Stormarn-Derby! Auch diesmal wird es seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Für Reinfeld ist es das Spiel des Jahres. Sein sportlicher Reiz ist unverändert stark geblieben. Die Oldesloer errangen in den letzten Spielen - abgesehen vom Ausrutscher in Ratzeburg - imponierende Siege, die vor allen Dingen durch den schußfreudigen und quicklebendigen Sturm herausgespielt wurden. Wenn der VfL als Tabellenzweiter den Anschluß an Spitzenreiter ATSV Lübeck halten will, dann muß er auch morgen beide Punkte gewinnen. Die Preußen haben ihre Vorjahrsform noch nicht erreicht, stehen auch in der Tabelle ganz wesentlich schlechter (auf dem achten Platz), aber man weiß, daß sie gerade gegen den VfL Oldesloe ihr Bestes geben. Knappe Ergebnisse waren bisher typisch für das Stormarn-Derby. Auch morgen sollte es nicht anders sein. Die Preußen haben endlich wieder ihre bewährte Sturmreihe beisammen und sehen dem Kampf zuversichtlich entgegen.
ST

Sonntag, 25. Sept. 1955
Punktspiel Preußen Reinfeld - VfL Oldesloe 0:4 (0:1)
VfL-Sturmwirbel zerbrach die Preußen! Großartige zweite Halbzeit der Oldesloer. Lange hat es kein so eindeutiges Ergebnis in einem Stormarn-Derby gegeben wie beim ersten Zusammentreffen des VfL Oldesloe und der Reinfelder Preußen in dieser Spielzeit in der Karpfenstadt. Die Gastgeber verloren klar 0:4, und die Oldesloer unterstrichen mit diesem Erfolg ihren Ehrgeiz, endlich den langersehnten Aufstieg in die Amateurliga zu schaffen. Noch hält der ATSV Lübeck die Tabellenspitze.

Fast 500 Zuschauer, davon über 300 aus Bad Oldesloe, umsäumten den Preußen-Platz, als der Schiedsrichter Böhme (FSV Lübeck) das mit großer Spannung erwartete Stormarner Fußballderby anpfiff. Während die Oldesloer in der angekündigten Aufstellung einliefen, vermißte man bei den Reinfeldern den gefürchteten Torjäger Stelter, für den der alte Kämpe Schulenburg einsprang.

Es entwickelte sich auf beiden Seiten sofort ein sehr schnelles Spiel, das bald die Gäste, bald die Platzherren im Vorteil sieht. Bereits in der 3. Minute brennt es lichterloh vor dem Oldesloer Tor, als Nagorny weich in die Mitte flankt; Sommerfeld trifft nur die Latte. In der 26. Minute ist plötzlich Kneese seinem Bewacher enteilt, schießt glashart in die linke untere Ecke; Wulf kann jedoch unter lautem Beifall den Treffer verhindern. Bereits eine Minute später ist Nagorny auf dem rechten Flügel durch, kurvt nach innen, schießt, trifft aber auch nur die Latte. Bei weiterem verteilten Feldspiel kann der Oldesloer Meins eine seiner gefährlichen Flanken anbringen. Kneese springt am höchsten und bringt den VfL in der 35. Minute 1:0 in Führung. Kaum ist der Anstoß vollzogen, ist plötzlich der Reinfelder Bittner in der Mitte durch, hat nur noch den Oldesloer Torwart vor sich, und bekommt den Ball nicht über die Torlinie. Das wäre nach dem bisherigen Spielverlauf der mögliche und auch verdiente Ausgleich gewesen.

Als Kneese in der 47. Minute den Reinfelder Torwart durch einen Heber überlistet und damit das Ergebnis auf 2:0 schraubt, ist der Jubel unter den zahlreichen Oldesloer Schlachtenbummlern groß. Dieses Tor ist gleich-zeitig das Signal zu der nun folgenden außerordentlichen Energieleistung der gesamten Gästemannschaft. Die aus der Tiefe mit viel Spielwitz über die Flügel vorgetragenen Angriffe bringen die Reinfelder Hintermannschaft in harte Bedrängnis. Hinzu kommt ein vorübergehender völliger Abbau des Reinfelder Sturms, der die Hintermannschaft noch mehr belastet. In dieser Drangperiode können Petersen und wieder Kneese in der 57. und 70. Minute den 4:0-Sieg herausschießen.

Der VfL hat das Spiel aufgrund seiner guten Leistungen in der zweiten Halbzeit selbst in der Höhe verdient gewonnen, wenn auch die Preußen in der ersten Hälfte zumindest ebenbürtig waren und zu diesem Zeitpunkt das Ehrentor verdient gehabt hätten. Bei den Gästen gefiel besonders die junge und talentierte Sturmreihe, während bei den Reinfeldern trotz der vier Gegentore die Abwehr der bessere Mannschaftsteil war. Der Schiedsrichter fand mit den Entscheidungen nicht immer die Zustimmung der Zuschauer, hatte aber das Spiel jederzeit fest in der Hand, welches von jeder Seite fair durchgeführt wurde. Eckenverhältnis 12:6 (Halbzeit 4:4) für den VfL Oldesloe. - Preußen II gegen VfL III 1:3.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Hermann Lattke, Alfred Liedtke - Bruno Pellowski, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Dieter König, Werner Petersen, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 Kneese (35.), 0:2 Kneese (47.), 0:3 Petersen (57.), 0:4 Kneese (70.). - Schiedsrichter: Böhme (Lübeck). - Zuschauer: 500.

Samstag, 1. Okt. 1955
Gefährdet Bargteheide den VfL?
Nach sechs Spieltagen hat sich in der Südstaffel der Bezirksliga eine Spitzengruppe von drei Mannschaften herausgeschält. Ungeschlagen an der Spitze liegt der ATSV Lübeck. Mit zwei Minuspunkten folgt der VfL Oldesloe, und dicht dahinter liegt der ATSV Mölln, mit drei Minuspunkten belastet. Von den übrigen Mannschaften, die sich in den Vorjahren stets im Vorderfeld aufhiel-ten, haben einige bisher enttäuscht. Das gilt besonders für Gut Heil Lübeck und die Reinfelder Preußen, aber auch für den Ratzeburger SV. Vorläufig sieht es so aus, als ob sich die Staffelmeisterschaft zu einem Zweikampf zwischen dem ATSV und dem VfL zuspitzt. Während die Lübecker morgen spielfrei sind, müssen die Oldesloer gegen den TSV Bargteheide diese Erwartungen bestätigen. Der TSV Bargteheide tritt im Oldesloer Stadion mit dem ab morgen spielberechtigten Steckmeister an und scheint dadurch wesentlich verstärkt. Wird er aber den VfL wirklich gefährden können? Im Hinblick auf die guten Heimleistungen der Platzherren (zwei Spiele 19:1 Tore) und den großartigen Sieg am letzten Sonntag in Reinfeld (4:0) ist man geneigt, ihn doch zu favorisieren. Aber es wäre falsch, die Gäste für chancenlos zu halten. Ihre Sturmreihe ist gefährlich. Das bewies sie am letzten Sonntag, als sie gegen den Spitzenreiter der Nordstaffel, ATSV Sereetz, bis in die zweite Halbzeit hinein eine 3:1-Führung behauptete. Im Vorjahre konnte der VfL den TSV nur knapp 2:1 bezwingen. Oldesloes Mannschaft sollte ihre morgige Aufgabe recht ernst nehmen.
ST

Sonntag, 2. Okt. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Bargteheide 0:1 (0:1)
Bargteheide gewann verdient. In einem harten, bis zur letzten Minute mit großem Einsatz und Tempo geführten Spiel konnte der TSV Bargteheide vor 1000 Zuschauern den VfL überraschend mit 1:0 schlagen. Die Bargteheider, die in bester Besetzung antraten, waren in jeder Weise den Oldesloern gewachsen. Auch wenn ein Handelfmeter das Spiel entschied, war der Gästesieg aufgrund ihrer guten Mannschaftsleistung wirklich ver-dient. Der Oldesloer Sturm war im Vergleich zum Gästesturm zu harmlos und konnte mit seiner unsicheren und meistens unüberlegten Ballabgabe gegen die gute und sichere Hintermannschaft der Gäste nicht zum Zuge kom-men. Ferner fehlte ihm im gegnerischen Strafraum die Konzentration, um die besten Torchancen auszuwerten. Den beiden Schlußmännern Buls und Hansen gebührt besonderes Lob; sie zeigten ihr ganzes Können, was ja auch durch das Torergebnis zum Ausdruck gebracht wurde.

In der 20. Minute köpfte Steckmeister eine Flanke auf das Oldesloer Tor, die von Nilson mit der Hand abgewehrt wurde. Ohne diese Handabwehr wäre es ein klares Tor geworden. Den Elfmeter konnte Heitmann verwan-deln. Nach einem Foul an Peters verschoß Buls einen Elfmeter und vergab dadurch die Ausgleichschance. Das Spiel nahm an Härte zu, und mehrmals mußten Strafstöße gegen beide Mannschaften verhängt werden, die zweimal nur 13 Meter vom Tor entfernt ausgeführt wurden. Sie brachten aber keinen Erfolg. Bei den Bargteheidern lief der Ball zügiger und ihre Abgaben kamen genau bei ihrem Mann an. Mit hohen Steilvorlagen und geschicktem Flügelspiel erreichten sie immer wieder schnell den Oldesloer Strafraum. Den Oldesloern, die ohne Moser, dafür mit Nilson spielten, war die Umstellung wahrscheinlich nicht bekommen. Einzelne Spieler zeigten auf den ihnen zugewiesenen Plätzen nicht das, was man sonst von ihnen gewohnt war. Die Sturmreihe stürmte oft nur mit drei Mann. Pellowski hing zurück und kam meist zu spät nach vorn. Peters hielt nicht seine Position als linker Außenstürmer. Vorlagen oder Flanken, die ihm zugedacht waren, kamen zu spät in seinen Besitz oder wurden vom Gegner aufgenommen.

Die zweite Halbzeit sah zunächst Bargteheide wieder im Angriff. Die Oldesloer nahmen dann den vom Schußpech verfolgten König in die Verteidigung, Peters in den Sturm. Von diesem Zeitpunkt an wickelte sich das Spielgeschehen vor dem Bargteheider Tor ab. Die Bargteheider zeigten, daß man durch Zeitverschleppungsmethoden zum Erfolg kommen kann. Der Schiedsrichter mußte mehrfach an sie Verwarnungen erteilen, weil die Bälle absichtlich unbegründet von ihnen ins Publikum geschossen wurden,. Die Oldesloer stürmten zum Schluß mit neun Mann. Die gegnerische Deckung war aber unüberwindlich.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Werner Petersen, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Horst Nilson, Roland Erbs - Herbert Meins, Bruno Pellowski, Dieter König, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tor: 0:1 Heitmann (20., Handelfmeter). - Zuschauer: 1000.

Montag, 3. Okt. 1955
Verfolger verloren wertvollen Boden.
VfL Oldesloe und ATSV Mölln geschlagen. Obwohl der ATSV Lübeck (12:0 Punkte) spielfrei war, vergrößerte sich seine Alleinführung in der Südstaffel der Lübecker Bezirksliga. Die kampfeifrige Bargteheider Elf brachte das Kunststück fertig, dem Tabellenzweiten VfL beide Punkte abzunehmen, wodurch der Abstand der Oldesloer (8:4) von dem Tabellenreiter ATSV auf vier Punkte anwuchs. In Trittau sorgte der TSV Trittau dafür, daß der bisherige Tabellendritte ATSV Mölln (7:5) vom dritten auf den vierten Platz abrutschte.
ST

Samstag, 8. Okt. 1955
LSV Gut Heil gegen VfL Oldesloe.
Wenn sich der VfL noch Hoffnungen auf die Staffelmeisterschaft der Bezirksliga machen will, darf er keinen Punkt mehr verschenken. Gegen Gut Heil kann er morgen den mäßigen Eindruck verwischen, den er vom Vorsonntagsspiel gegen Bargteheide hinterließ. Die Lübecker haben nicht mehr die alte Kampfstärke, und es wäre deshalb sehr enttäuschend, wenn es dem VfL nicht gelingen sollte, ihnen auf ihrem eigenen Platz beide Punkte abzuringen.

Bei der Begegnung stehen sich morgen der Tabellenzehnte und der Tabellenzweite gegenüber. Die Oldesloer müßten eigentlich klare Favoriten sein, aber bereits gegen Ratzeburg und Bargteheide stellten sie zu ihrem Leidwesen fest, daß der Tabellenplatz nicht immer dem Können des Gegners entspricht. Sie sind also gewarnt. Die Lübecker haben Aufstellungssorgen und müssen morgen Luckmann (Feldverweis) ersetzen. Sie sind zu schlagen.
ST

Sonntag, 9. Okt. 1955
Punktspiel Lübecker SV Gut Heil - VfL Oldesloe 1:3 (0:2)
VfL nutzte Torchancen. In einem kampfbetonten Spiel, das leider einige unnötige Härten hatte, konnte der VfL Oldesloe den LSV Gut Heil mit 3:1 schlagen. Die Oldesloer zeigten wieder eine gute Form, und der Sieg war aufgrund der guten Gesamtleistung verdient. Die Lübecker, die großen Einsatz zeigten und zeitweise überlegen spielten, scheiterten an ihrem Schußunvermögen und der guten Oldesloer Hintermannschaft. Ein verwandelter Foulelfmeter brachte ihnen das Ehrentor.

Es gab den Lübeckern einen großen Ruck, als den Oldesloern nach verteiltem Spiel und manchem Fehlschuß auf dem mit Grasbüscheln bewachsenen Platz in der 10. Minute der Führungstreffer nach einer Ecke von Peters gelang. Die Lübecker Hintermannschaft war durch diesen Treffer etwas verwirrt. Dies nutzte Peters geschickt und benutzte vier Minuten später einen Alleingang zum 2:0 für Oldesloe.

Die Lübecker drückten nach diesem Treffer gewaltig, und der Anschlußtreffer hing mehr als einmal in der Luft. Die Oldesloer Hintermannschaft zeichnete sich besonders aus. König, erstmalig als Verteidiger, konnte be-sonders gut gefallen, und Buls hielt in der ersten Halbzeit sein Gehäuse sauber.

Durch einen Blitzstart versuchten die Lübecker zu Beginn der zweiten Halbzeit zum Erfolg zu kommen. Es blieb aber bei dem Versuch. Bei den Oldesloern liefen die Kombinationen jetzt genauer. In der 51. Minute flankte Peters einen Freistoß von links zu Meins, der aus halbrechter Position zum 3:0 einschoß. Der Kampf wurde dann härter. Trotzdem zeigten beide Mannschaften ein schönes auseinandergezogenes Spiel. Einzelne Fouls wurden durch Freistöße in bedrohlicher Nähe der Tore geahndet. Ein durch Völz verwandelter Foulelfmeter brachte den Lübeckern in der 66. Minute den Anschluß. Hierdurch bekamen sie noch mehr Auftrieb. Ihre Angriffe waren aber zu verspielt. Viele Vorlagen landeten bei der gegnerischen Deckung. Bei den Oldesloern mußte Lattke durch Rudolf und bei den Lübeckern Luckmann ersetzt werden.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Dieter König, Alfred Liedtke - Günter Rudolf, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Bruno Pellowski, Werner Petersen, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 Peters (10.), 0:2 Peters (14.), 0:3 Meins (51.), 1:3 Völz (66., Foulelfmeter).

Samstag, 15. Okt. 1955
VfL Oldesloe gegen VfR Todendorf.
Der Neuling VfR Todendorf stellt sich morgen um 15 Uhr in der Kreisstadt als Bezirksligist vor. Gegen den TSV Mölln und TSV Bargteheide erzielte er beacht-liche Unentschieden. Die gute Hintermannschaft wird der VfL-Sturmreihe nichts schenken. Die Oldesloer haben ihre vorjährige Niederlage gegen den Neuling Berkenthin (1:2) nicht vergessen und werden den Gast nicht unterschätzen. Alles andere als ein Sieg der Gastgeber wäre eine haushohe Überraschung.
ST

Sonntag, 16. Okt. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - VfR Todendorf 4:0 (2:0)
Todendorf verteidigte fair. In einem lebhaften aber fairen Spiel, das zahlreiche spannende Szenen hatte, schlug der VfL Oldesloe den VfR Todendorf verdient 4:0. Der Neuling konnte mit seiner Hintermannschaft gefallen. Seiner Sturmreihe jedoch fehlt der Zusammenhang, und ihre Schußunsicherheit brachte den Oldesloer Torwart nur selten in Bedrängnis.

Die ersten 15 Minuten zeigten ein ausgeglichenes Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Es sah wirklich nicht danach aus, als ob Todendorf so sang- und klanglos eingehen würde. Die Gäste ließen den Ball rollen, spielten auch weiträumig auf Angriff und heizten der Oldesloer Hintermannschaft ein, so daß sich die Oldesloer anfangs nicht entfalten konnten.

Obwohl Lattke in der 17. Minute nach einer Vorlage von Kneese zum Führungstor eingeschossen und Moser sechs Minuten später eine Flanke von Peters zum 2:0 ins Todendorfer Tor eingedrückt hatte, blieb der Neuling unbeeindruckt. Sein Angriffseifer schaffte immer wieder neue Torchancen, die aber vergeben wurden. Bei den Oldesloern vermißte man im ersten Durchgang trotz der 2:0-Führung die sonst von ihnen gewohnten Kombinationszüge. Das lange Ballhalten von Kneese und die zeitweise auf zu engem Raum vorgetragenen Angriffe brachten sie um ein höheres Halbzeitergebnis.

Nach der Pause machte sich die Überlegenheit der Oldesloer deutlich bemerkbar. Ihre Kombinationsmaschine lief wieder. Erbs erhöhte in der 57. Minute durch einen Direktschuß aus 25 Metern Entfernung auf 3:0 und Kneese stellte in der 67. Minute durch einen Bombenschuß das Endergebnis von 4:0 her. Todendorfs Hintermannschaft konnte weitere Treffer verhindern und hinterließ bei den 700 Zuschauern durch ihr faires Spiel einen guten Eindruck. Der Neuling trat mit dreifachem Ersatz an. Bei den Oldesloern mußte der verletzte Pellowski ersetzt werden.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Dieter König, Alfred Liedtke - Günter Rudolf, Erich Moser, Roland Erbs - Herbert Meins, Hermann Lattke, Werner Petersen, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Lattke (17.), 2:0 Moser (23.), 3:0 Erbs (57.), 4:0 Kneese (67.). - Zuschauer: 700.

Montag, 17. Okt. 1955
Der Oldesloer Läufer Günter Rudolf machte gegen den VfR Todendorf sein letztes Spiel; er siedelt nach Süddeutschland um. Als Neuerwerbung hat der VfL den Ex-Amateurliga-Spieler Horst Korn, der am 23. November spielberechtigt wird, zu verzeichnen. Korn spielte im Vorjahr bei Holstein Segeberg.
ST

Samstag, 29. Okt. 1955
VfL verteidigt morgen den zweiten Platz.
TSV Mölln ein schwerer Gegner. Der TSV Mölln liegt mit zwei Minuspunkten mehr an vierter Stelle bei gleicher Punktzahl mit dem Dritten TSV Bargtehei-de. Unverkennbar ist der Formanstieg der Gäste. Sie rückten vom zwölften auf den vierten Tabellenplatz vor und konnten am letzten Sonntag den Ortsrivalen ATSV schlagen. Der VfL Oldesloe (12:4 Punkte) muß dieses vorletzte Heimspiel der Herbstserie gewinnen, um den Anschluß zu halten. Der TSV Bargteheide und TSV Mölln (beide 10:6 Punkte) sind ihm dicht auf den Fersen und haben ihren Kampf gegen den Spitzenreiter schon hinter sich, den der VfL in Lübeck noch vor sich hat. In Erkenntnis dieser Tatsache wird es zwischen den beiden alten Rivalen zu einem Kampf mit hohem Einsatz kommen, in dem die Tagesform stärker als der Platzvorteil entscheidend sein sollte. Der VfL könnte es aber schaffen.
ST

Sonntag, 30. Okt. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Mölln 3:0 (1:0)
Der VfL war besser. Der 3:0-Sieg des VfL über den TSV Mölln vor 700 Besuchern ging in Ordnung. Der planvollere Aufbau, das im Gegensatz zum TSV Mölln zweckmäßig über die Flügel angelegte Spiel und nicht zuletzt die gute Kondition der Oldesloer Spieler waren die wesentlichen Faktoren, die den VfL zu dem eindrucksvollen Sieg kommen ließen.

Den körperlich schweren Möllnern war der feuchte Rasen zu glatt, sie wirkten deshalb im Zweikampf oft unbeholfen. Ihr bester Mannschaftsteil war die Sturmreihe, die aber infolge der druckvolleren Oldesloer Angriffe in die Defensive gedrängt wurde.

Schon die 3. Minute brachte nach einer Ecke von Sieveke, die Kneese zum Führungstreffer ausnutzen konnte, das Halbzeitergebnis. Trotz starken Drängens gelang es den Oldesloern zunächst nicht, weitere Treffer zu erzielen. Die Möllner verteidigten mit neun Mann, um dann schnell wieder durch Steilvorlagen zum Angriff überzugehen. Diese Spielweise kostete ihrem Sturm viel Kraft. Er scheiterte an der guten Oldesloer Hintermann-schaft, von der besonders Liedtke, Erbs und Petersen gefallen konnten.

Nach dem Seitenwechsel war das Spiel zunächst ausgeglichener. Der Ausgleich lag mehrmals in der Luft. Den Gästen fehlte aber das Schußglück. Obwohl Moser in der 59. Minute einen Abpraller aus 15 Metern Entfer-nung zum 2:0 einschießen konnte, blieben die Möllner offensiv und setzten alles auf eine Karte. Mehrere großartige Torchancen wurden zu dieser Zeit von den beiden rechten Flügelstürmern der Oldesloer vergeben. Ein weit höherer Sieg wäre den Oldesloern beschieden gewesen, wenn es bei diesen Stürmern nicht mehrmals bei der Auswertung der so wunderbar herausgearbeiteten Chancen gehapert hätte. Nicht jede Aktion kann Tore bringen, aber zumindest mußte durch Schießen der Versuch gemacht werden.

In der 80. Minute wurde eine Ecke vom Möllner Torwart abgewehrt, vom Oldesloer Peters aufgenommen und zu Moser geflankt, der zum 3:0 einschoß. Noch in der letzten Minute hatte der Halblinke Elfert die Chance, den Ehrentreffer für Mölln zu erzielen. Er schoß aber freistehend aus 13 Metern Entfernung dicht am Pfosten vorbei. Die Oldesloer spielten ohne Pellowski, dafür mit Sieveke im Sturm. Eckenverhältnis 13:5.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Dieter König, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Werner Petersen, Roland Erbs - Herbert Meins, Alfred Sieveke, Erich Moser, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Kneese (3.), 2:0 Moser (59.), 3:0 Moser (80.). - Zuschauer: 700.

Montag, 7. Nov. 1955
ATSV Lübeck schon Herbstmeister.
Der ATSV Lübeck sicherte sich gestern durch einen klaren 4:0-Sieg in Kaltenkirchen den inoffiziellen Titel eines Herbstmeisters der Südstaffel in der Lübecker Bezirksliga. Damit ist die in Bad Oldesloe erhoffte Überraschung ausgeblieben. Die Lübecker zeigten sich für das bedeutungsvolle Spiel gegen den VfL Oldesloe am 20. November wohl gerüstet.
ST

Samstag, 12. Nov. 1955
VfL darf keinen Punkt verschenken.
Trittau erwartet den Tabellenzweiten. Trittaus Fußballanhänger erwarten von der morgigen Begegnung ihres TSV mit dem VfL Oldesloe Spannung und Dra-matik. Die Platzherren spielten bisher gegen die Kreisstädter immer recht unterschiedlich. Während es oft hohe Niederlagen gab, waren die Oldesloer verschiedentlich froh, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. Der VfL geht als Favorit in das Spiel, hat es aber noch nicht gewonnen; denn die Trittauer warteten in dieser Saison mit zum Teil sehr guten Leistungen auf.
ST

Sonntag, 13. Nov. 1955
Punktspiel TSV Trittau - VfL Oldesloe 2:3 (1:1)
Trittau ein schwerer Gegner. Der TSV Trittau war gegen den VfL Oldesloe in der ersten Halbzeit ebenbürtig, ja, zeitweise sogar überlegen. Entscheidend für den hauchdünnen 3:2-Sieg der Oldesloer waren die Ausdauer und die technisch feinere Kampfesweise in der zweiten Halbzeit. Die gute Oldesloer Hintermannschaft brachte die Trittauer um weitere Erfolge. Bei einem Eckenverhältnis von 0:8 war der Sieg der Oldesloer verdient, obwohl ein Unentschieden nicht unverdient gewesen wäre.

Die Trittauer begannen das Spiel mit einem Elan, der Bewunderung hervorrief. Deutlich machte sich ein Formanstieg bemerkbar. Sie kombinierten gut und zeigten viel Schußfreudigkeit. Die ersten 25 Minuten gehörten fast den Trittauern. Was ihnen fehlte, war die Schußsicherheit vor dem gegnerischen Tor. Der Oldesloer Sturm, ohne Moser und Peters, benötigte fast eine ganze Halbzeit, um seine gewohnte Spielweise zu erreichen. Erst als die Trittauer in der 34. Minute durch Hinz I in Führung gingen und die 150 Schlachtenbummler schon eine Sensation erwarteten, drehte sich das Blatt. Der VfL, der bisher wieder zu seinem eigenen Nachteil das Innenspiel betont hatte, trug seine Angriffe nun über die Flügel vor. Der Erfolg blieb nicht aus. Kurz vor dem Abpfiff der ersten Halbzeit konnte Meins aus halbrechter Position den Ausgleich erzielen.

Nach der Pause spielte der VfL wie umgewandelt. Bei der Trittauer Sturmreihe war dagegen eine Flaute eingetreten. In der 50. Minute konnte der VfL durch Meins die Führung übernehmen. Jetzt wurde das bisher faire Spiel hart. Mehrmals mußte der Schiedsrichter Kublinksi, der übrigens keinen guten Tag hatte, das Spiel wegen vorübergehender Verletzung einzelner Spieler unterbrechen.

Die 80. Minute sah die Trittauer wiederum erfolgreich, als Höpfner aus halblinker Position zum 2:2 einschießen konnte. Aber ihr Glück war nicht von langer Dauer. Kaum hatte der Schiedsrichter das Spiel wieder angepfif-fen, nahm der vorpreschende Oldesloer Stürmer Sieveke eine Vorlage auf und gab sie im Flachpaß zu seinem Halblinken Kneese. Der schoß dann im Alleingang den vorgetragenen Ball aus zehn Metern Entfernung in der 81. Minute zum 3:2 für Oldesloe ein. Die letzten neun Minuten hingegen nutzte Trittau. Der Ausgleich hing am seidenen Faden. Mehrmals konnten die Oldesloer die Gefahr für ihr Gehäuse nur dadurch abwenden, daß sie den Ball ins "Aus" schossen. Ihrem Torwart Buls haben sie es in erster Linie zu verdanken, daß sie zwei für sie so wichtige Punkte mit nach Hause nehmen konnten.
ST

VfL Oldesloe: Aufstellung unbekannt. Tore: 1:0 Hinz I (20.), 1:1 Meins (32.), 1:2 Meins (50.), 2:2 Höpfner (80.), 2:3 Kneese (81.). - Schiedsrichter: Kublinski

Samstag, 19. Nov. 1955
VfL Oldesloe in der Höhle des Löwen.
Das Treffen der beiden führenden Mannschaften hat keinen Favoriten. Der morgige Sonntag bringt den langerwarteten Spitzenschlager der Bezirksliga ATSV Lübeck gegen VfL Oldesloe. Morgen muß es sich zeigen, ob sich der VfL noch Aussichten für das Meisterschaftsrennen machen darf. Der Lübecker Tabellenführer hat erst einen Punkt eingebüßt, während die Oldesloer Elf mit vier Minuspunkten belastet ist. Gelingt ihr aber morgen auf der Lohmühle ein Sieg, dann ist noch alles "drin"; andernfalls braucht man wohl nicht daran zu zweifeln, daß der ATSV seinem Ziele, wieder in die Amateurliga aufzusteigen, wenigstens in der Südstaffel ungefährdet zusteuern kann.

Wenn der Schiedsrichter morgen um 14 Uhr auf der Lohmühle anpfeift, werden sicher Hunderte von Oldesloer Schlachtenbummlern der Mannschaft den Rücken stärken wollen. Der ATSV ist zu schlagen, daran besteht kein Zweifel. Auch auf der Lohmühle zeigte er schon Schwächen, die ein entschlossener Gegner ausnützen kann. Die Lübecker sind zweifellos eine tüchtige Elf, und Tabellenstand (21:1) und Torkonto (32:10) geben ein deutliches Bild ihres Könnens. Aber die Tabelle verrät nicht, daß mancher Spielausgang auf des Messers Schneide stand; nicht immer war der ATSV der deutlich Bessere. Gleichwohl ist die Aufgabe des VfL sehr schwer. Die Oldesloer Elf ist nach der Verjüngung allmählich zusammengewachsen und nun auf dem besten Wege, eine kampfkräftige Einheit zu werden, in die man auch größere Hoffnungen setzen darf. Die letzten Auswärts-spiele (Trittau 3:2, Reinfeld 4:0 und Gut Heil 3:1) bewiesen die guten Nerven der Mannschaft. Im Bezirk Lübeck hat sie mit 40:8 Toren das beste Torverhältnis, an dem man auch die Qualitäten der Hintermannschaft erkennen kann. Der ATSV tritt mit Müller (früher VfB Lübeck) an. Das Spiel ist völlig offen.
ST

Sonntag, 20. Nov. 1955
Punktspiel ATSV Lübeck - VfL Oldesloe 2:0 (1:0)
ATSV Lübeck wehrte VfL-Ansturm ab. Großkampf endete 2:0 für den Herbstmeister. Auf der Lübecker Lohmühle gab es den erwarteten Großkampf der beiden führenden Mannschaften in der Südstaffel der Lübecker Bezirksliga. Dem Tabellenführer ATSV gelang ein schwer errungenen 2:0-Sieg über die tapfere Elf des VfL Oldesloe, die nach der Pause eine halbe Stunde lang das gegnerische Tor vergeblich berannte. Selbst die Lohmühlen-Stammbesucher erkannten die große kämpferische Leistung der Oldesloer an. Nun führt der ATSV mit 23:1 gegen 16:6 des VfL Oldesloe (ein Spiel weniger). Es wird sehr schwer sein, den Herbstmeister aus seiner starken Position zu verdrängen.

Der Boden der Lohmühle war trügerisch glatt und schwer. Dies machte allen Akteuren, vornehmlich den Oldesloern, das Spiel nicht leicht. Trotzdem wurde eine Begegnung gezeigt, die gefallen konnte. Besonders zeichneten sich die Lübecker durch ihr zügiges Spiel und bessere Ballabgabe aus. Ihre Hintermannschaft verstand es, die Oldesloer Angriffe so zu stören, daß nur wenige gefahrvolle Schüsse auf ihr Tor abgegeben werden konnten. Durch sichere Steilvorlagen konnten sie ihre Sturmreihe immer wieder schnell zu neuen Aktionen ansetzen. Die Oldesloer kamen mit ihrem Flachspiel nicht richtig zum Zuge. Ihre Ballabgaben waren zu unsicher. Ferner kamen sie zu spät an den Ball und wirkten, infolge der Platzverhältnisse, vor der Pause zu langsam.

Die ersten 20 Minuten brachten ausgeglichene Torchancen. Obwohl auf beiden Seiten mit hohem Einsatz gekämpft wurde, kam es zu keinem Erfolg. Fünf Freistöße in bedrohlicher Nähe des Tores wurden vom Schieds-richter in den ersten zehn Minuten verhängt. Aber sie brachten keinen Führungstreffer. In der 24. Minute stoppte Buls mit dem Fuß eine Steilvorlage und rutschte dabei aus. Der heranstürmende Wohlgemuth konnte dann ungehindert zum 1:0 für Lübeck einschießen. Fünf Minuten später hing der Ausgleich für die Oldesloer in der Luft, als sie einen Freistoß 13 Meter vor dem gegnerischen Tor zugebilligt bekamen. Er wurde aber abgewehrt. Ein weiteres Tor für die Lübecker wurde wegen Abseits nicht gegeben.

In der zweiten Halbzeit spielten die ATSVer defensiver und setzten nur einen Dreimannsturm zum Angriff an. Hierdurch kam der Oldesloer Angriff mehr zur Entfaltung. Es sah fast so aus, als sollte ein Unentschieden herausspringen, was gerecht gewesen wäre. 30 Minuten rannten die VfLer gegen die massierte Deckung des Gegners an, und mehrmals konnte Torwart die Bombenschüsse nur knapp zur Ecke abwehren. Den Oldesloern fehlte in dieser Zeit das Glück, das beim Fußballspiel oft die große Wendung bringt. Nach der Oldesloer Drangperiode kamen die Lübecker nochmals auf. Was man bei den Oldesloern bisher vermißt hatte, zeigten die Lübecker in den letzten 15 Minuten. Mit weiten Vorlagen und schnellem Seitenwechsel wurde die Oldesloer Hintermannschaft auseinandergerissen. Buls, der mehrmals mit Fußabwehr klären konnte, kam in der 88. Minute infolge des schmierigen Bodens abermals zu Fall und war nicht in der Lage, den von Wohlgemuth aus halblinker Position abgefeuerten Schuß zu halten.

300 Schlachtenbummler waren mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wer sich aber die Mühe machte, nach Spielschluß über den Rasen zu gehen, wäre auch zu der Ansicht gekommen, daß dieses Spiel, unter günstigeren Platzverhältnissen ausgetragen, bestimmt noch mehr Farbe und vielleicht auch ein anderes Ergebnis gehabt hätte.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Werner Petersen, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Erich Moser, Roland Erbs - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Bruno Pellowski, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Wohlgemuth (24.), 2:0 Wohlgemuth (88.).

Samstag, 26. Nov. 1955
VfL Oldesloe gegen Kaltenkirchen.
Der VfL Oldesloe und die Turnerschaft Kaltenkirchen beenden morgen ihre Herbstserie. Der Neuling wird wissen, daß er im Falle einer Niederlage in den Kampf um das Schlußlicht verwickelt wird. Dies wird er durch hohen Einsatz verhindern wollen. Seine Auswärtsbilanz weist nur ein Unentschieden gegen das Schlußlicht Todendorf auf. Alle anderen Spiele gingen verloren. Seine Heimsiege gegen TSV Mölln 5:2, SSV Pölitz 7:2 und SV Ratzeburg 5:0 zeigen dagegen deutlich, daß er auch guten Fußball spielen kann. Er ist zu Hause an einen sehr gut gepflegten Spielplatz gewöhnt, wie er ihm auch in diesem Spiel geboten wird. Vielleicht liegt hierin für ihn eine Chance. Der VfL wird seine Niederlage auf der Lohmühle durch einen Sieg gegen den Neuling wettmachen wollen, was ihm auch gelingen sollte. Er wird den Gast nicht unterschätzen und um die Punkte kämpfen, damit der Abschluß an den morgen in Trittau spielenden Spitzenreiter gewahrt bleibt.
ST

Sonntag, 27. Nov. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - Kaltenkirchener TS 4:1 (2:1)
Pellowski ins Krankenhaus. 4:1 konnte der VfL Oldesloe durch eine gute Gesamtleistung die Turnerschaft Kaltenkirchen verdient schlagen. Leider verlor das schön begonnene Spiel durch unnötige Härte mehr und mehr an System. Die technischen Vorteile der Oldesloer versuchten die Kaltenkirchener durch eine weit über das übliche Maß hinausgehende Härte auszugleichen. Eine Vielzahl von Kombinationen mußte durch den Schieds-richter deswegen unterbrochen werden, und auch eine Gehirnerschütterung (Pellowski) war die Folge der unsportlichen Härte.

Die Oldesloer, die 50 Minuten infolge des Ausfalls von Pellowski nur mit zehn Mann spielen mußten, konnten schon in der 5. Minute durch Sieveke in Führung gehen. Pellowski flankte aus der Mitte zu Sieveke, der aus halbrechter Position einschoß. Die 15. Minute sah die Oldesloer abermals erfolgreich. Kneese schoß den Ball, nachdem dieser mehrmals abgewehrt worden war, unhaltbar zum 2:0 ein.

Nach diesem Treffer nahm das Spiel an Härte zu. Pellowski mußte zunächst wegen Verletzung zehn Minuten vom Platz und konnte zum zweiten Durchgang nicht mehr antreten, weil seine Überführung ins Krankenhaus notwendig wurde. Nachdem den Gästen durch einen verwandelten Handelfmeter der Anschluß geglückt war, spielten die Kaltenkirchener überlegen.

Den Wiederanpfiff nutzten die Oldesloer zu einem Blitzstart, der ihnen in der 61. Minute das dritte Tor einbrachte. Obwohl die Oldesloer nur mit zehn Mann spielten, blieben sie nach ihrem Vorsprung weiterhin offensiv und kreuzten, begünstigt durch den Wind, immer wieder überraschend vor dem gegnerischen Tor auf. Aber auch die Gäste blieben den Oldesloern nichts schuldig und brachten, vor allem in den letzten 20 Minuten, mehrmals Buls in Bedrängnis. Lange klärte in der 77. Minute auf der Torlinie und verhinderte ein zweites Tor der Gäste.

Aufgrund mehrerer Unsportlichkeiten und absichtlicher Fouls eines Gästespielers hätte der sonst umsichtig leitende Schiedsrichter vom Feldverweis Gebrauch machen müssen. In der 81. Minute konnte Kneese, nachdem er kurz vorher von seinem Gegenspieler zu Fall gebracht worden war, sich den Ball wieder erkämpfen und unter hohem Einsatz im Alleingang zum 4:1 für Oldesloe einschießen. Es war sein 14. und für den VfL das 44. Tor in der Herbstserie.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Erich Moser, Roland Erbs - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Bruno Pellowski, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Sieveke (5.), 2:0 Kneese (15.), 2:1 Bergmann (Handelfmeter), 3:1 Kneese, 4:1 Kneese (81.).

Samstag, 3. Dez. 1955
Revanchelustiger VfL in Bargteheide.
Der TSV Bargteheide hat eine gute Saison. Am letzten Sonntag tauschte er mit dem ATSV Mölln wieder den Platz rückte erneut auf den dritten Rang der Südstaffeltabelle vor. Nur ATSV Lübeck und VfL Oldesloe stehen vor ihm. Morgen wollen sich die Kreisstädter für die unerwartete Niederlage revanchieren, die ihnen der TSV Bargteheide in der Herbstserie im Oldesloer Stadion (!) beibrachte. Die Bargteheider wiederum möchten ihren Platz behaupten.
ST

Sonntag, 4. Dez. 1955
Punktspiel TSV Bargteheide - VfL Oldesloe 1:3 (1:2)
VfL-Revanche gelang. Der 3:1-Sieg des VfL über den TSV Bargteheide in Bargteheide war verdient. Der VfL kam besser ins Spiel und kombinierte sehr flüssig. In der 10. Minute haben die Gäste die erste Torchance. Ein VfL-Stürmer steht allein vor dem Tor und schießt, aber Torwart Hansen hält. In der 17. Minute gelingt Bargteheide das Führungstor. Eine Ecke von Andresen wird vom VfL-Torwart Buls mit Unterstützung des starken Windes ins eigene Tor gelenkt. Bargteheide kommt jetzt besser ins Spiel, und die Partie ist ausgeglichener. In der 28. Minute gleicht der VfL aus, unhaltbar für Torwart Hansen, und geht in der 37. Minute in Führung.

Die zweite Hälfte des Spiels ist wieder sehr schnell und ziemlich ausgeglichen. Infolge eines Mißverständnisses der Bargteheider Hintermannschaft in der 71. Minute gelingt dem VfL das dritte Tor. Bei diesem Ergebnis bleibt es bis zum Schluß. Die Tore für den VfL schossen Peters und Sieveke (2). Bargteheide hatte seine besten Spieler in Steckmeister, Bunz, Tribbensee und Mattulat. Der Schiedsrichter war sehr objektiv.
ST

TSV Bargteheide (Ankündigung): Hansen - Baumann, Bunz - Schmidt, Mattulat, Heitmann - Andresen, Blank, Schmilesky, Steckmeister, Tribbensee. VfL Oldesloe: Aufstellung unbekannt.
Tore: 1:0 Eigentor Buls (17.), 1:1 Sieveke (28.), 1:2 Peters (37.), 1:3 Sieveke (71.). - Zuschauer: 400.

Samstag, 10. Dez. 1955
Die Preußen im Oldesloer Stadion.
Neuauflage des Stormarn-Derbys. Preußen Reinfeld konnte sich am letzten Sonntag mit einem 4:1-Sieg über den SSV Pölitz für das verlorene Hinspiel revan-chieren. Die Preußen bewiesen damit, daß ihr Formanstieg anhält. Auswärts wie heimwärts blieben sie sechs Wochen lang ohne Niederlage und rückten vom zehnten auf den fünften Tabellenplatz vor. Der VfL Oldesloe konnte die Reinfelder im Hinspiel mit 4:0 schlagen und besiegte am letzten Sonntag, obwohl er drei Stammspieler ersetzen mußte, seinen Widersacher TSV Bargteheide mit 3:1. Auch gegen die Preußen muß der VfL mit Ersatz antreten, der sich aber bereits im letzten Spiel gegen Bargteheide gut bewährte. Es wird deshalb für die Preußen schwer sein, im Oldesloer Stadion zum Erfolg zu kommen.
ST

Sonntag, 11. Dez. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - Preußen Reinfeld 3:3 (2:1)
Preußen erzwangen 3:3. VfL Oldesloe verlor einen wertvollen Punkt. Das Unentschieden im Stormarn-Derby mindert weiter die Chancen des VfL Oldesloe, den Spitzenreiter ATSV Lübeck noch zu erreichen, denn fünf Punkte Vorsprung sind kaum aufzuholen. Oldesloes zweiter Tabellenplatz ist aber ungefährdet. Das Spiel in Bad Oldesloe war eine lebhafte Fußballschlacht mit zahlreichen prickelnden Szenen. Die Preußen waren dem Tabellenzweiten in keiner Weise unterlegen. Der VfL zeigte, vor allem in der ersten Halbzeit, keine himmelstürmenden Leistungen und wirkte irgendwie gehemmt, zudem hatte er deutliche Abwehrschwächen. Das 3:3 entspricht aber dem Spielverlauf und wird den Leistungen beider Mannschaften gerecht. Bei dieser Feststellung bleibt immerhin zu berücksichtigen, daß in den Schlußminuten eine großartige Torchance vom VfL verschossen wurde und Westphal mit einer ausgezeichneten Parade einen vierten Treffer der Oldesloer verhinderte.

Nach ausgeglichenen 15 Minuten landete der Ball nach einer Ecke im Oldesloer Tor. Die Preußen jubelten aber zu früh, denn der Schiedsrichter erkannte auf Abseitstor. "Besser machen" sagte sich daraufhin Sommerfeld, und schoß zwei Minuten später zum anerkannten Führungstreffer für Reinfeld ein. Die große Freude wurde den Preußen aber durch Kneese genommen, der nach weiteren zwei Minuten ausgleichen konnte. So tobte der Kampf hin und her.

Die nächste Viertelstunde brachte Torchancen hüben und drüben. Während die Oldesloer ausgesprochenem Flachspiel den Vorrang gaben, dabei aber zu ihrem Nachteil ihre Flügel weniger bedienten, bevorzugten die Reinfelder meistens das hohe weiträumige Spiel. Die größte Last des Kampfes hatte die Deckung beider Mannschaften zu tragen. In der 43. Minute flankte Kurt Meins von rechts zu Kneese in die Mitte, der unhaltbar einschoß und die Oldesloer in Führung brachte. Aber hierdurch unbeeindruckt kämpften die Preußen offensiv weiter und kurz vor Abpfiff der ersten Halbzeit hing der Ausgleich bei einem Eckenverhältnis von 4:5 mehrmals in der Luft.

Der voraufgegangenen spannenden ersten Halbzeit folgte eine interessantere zweite Halbzeit. Obwohl die Oldesloer zu Beginn stark drängten und zeitweise überlegen spielten, gelang es ihnen nicht, die herausgearbeiteten Chancen auszuwerten. in der 57. Minute konnten die Reinfelder dann ausgleichen. Nagorny lenkte einen Eckball aus mittlerer Position ins Oldesloer Tor. Zwar wehrte Liedtke noch ab, aber der Ball hatte bereits vorher die Torlinie überschritten. Trotz Protestes blieb es beim Ausgleich.

Fünf Minuten später eine ähnliche Protestaktion der Reinfelder, als Kneese den Ball flach auf das Reinfelder Tor abschoß und Westphal sich im Tor über den Ball warf. Auch hier kam die Abwehr zu spät, denn der Ball wurde unmittelbar am Pfosten hinter der Torlinie gehalten und dann nach vorne gedrückt. Die Entscheidungen des Schiedsrichters auf Tor war in beiden Fällen gerecht. Die erneute Führung der Oldesloer gab den Rein-feldern noch mehr Auftrieb. Zeitweise sah man sogar 21 Spieler in der Oldesloer Spielhälfte. Nur noch einzelne aber gefährliche Durchbrüche der Oldesloer ließen weitere Treffer für sie erhoffen. Aber soweit kam es nicht mehr, denn in der 86. Minute konnte Stelter für Reinfeld abermals ausgleichen und damit das für die Preußen so wertvolle Endergebnis herstellen.

Der VfL mußte diesen Kampf ohne die verletzten Pellowski und Petersen bestreiten.
ST

VfL Oldesloe (Ankündigung): Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Alfred Liedtke - Hermann Lattke, Erich Moser, Roland Erbs - Kurt Meins, Herbert Meins, Jürgen Peters, Werner Kneese, Alfred Sieveke.
Tore: 0:1 Sommerfeld (17.), 1:1 Kneese (19.), 2:1 Kneese (43.), 2:2 Nagorny (57.), 3:2 Kneese (62.), 3:3 Stelter (86.).

Samstag, 24. Dez. 1955
Rot-Weiß Moisling beim VfL Oldesloe.
Die Liga des VfL Oldesloe hat sich zum zweiten Weihnachtstag den Bezirksligisten der Nordstaffel, Rot-Weiß Moisling, zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Die Gäste halten zur Zeit den sechsten Tabellenplatz in ihrer Staffel. Sie verfügen über eine ehrgeizige Mannschaft. In ihrem letzten Punktspiel schlugen sie den Tabellenvierten TSV Schlutup mit 9:0, und in sechs Auswärtsspielen in der Herbstserie waren sie viermal erfolgreich. Der VfL steht zur Zeit punktgleich mit dem Spitzenreiter (TSV Siems) der Nordstaffel und würde, in der Nordstaffel spielend, an der Spitze stehen (VfL 50:15 Tore = 21:7 Punkte, TSV Siems 35:15 Tore = 21:7 Punkte). Dieses Freundschaftsspiel "Süd kontra Nord" wird deshalb die Fußballfreunde besonders interessieren. Normalerweise müßte der VfL als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen. Beginn: 14 Uhr.
ST

Montag, 26. Dez. 1955
Punktspiel VfL Oldesloe - Rot-Weiß Moisling 1:3 (0:2)
Verlegenheitself unterlag 1:3. VfL Oldesloe war Nordstaffel-Gast deutlich unterlegen. Der VfL Oldesloe konnte seinem treuen Anhang, der trotz des schlechten Wetters am zweiten Feiertage erschienen war, kein Weih-nachtsgeschenk präsentieren, denn im Freundschaftsspiel gegen den Vertreter der Nordstaffel, Rot-Weiß Moisling, unterlag er 1:3.

Die mit fünffachem Ersatz spielende Verlegenheitself des VfL war dem Gast in keiner Weise gewachsen. Vielleicht wäre das Ergebnis für die Gäste noch besser ausgefallen, wenn die Torlatte nicht mehrmals für den Gastgeber geklärt hätte.

Gleich zu Beginn zeigten die Moislinger, daß sie sich für dieses Spiel viel vorgenommen hatten. Mit außerordentlicher Konzentration und großem Einsatz bevorzugten sie ein weiträumiges Spiel, das ihren Sturm, der eine selbstlose und sichere Ballabgabe zu eigen hatte, immer wieder schnell nach vorne brachte. Schon in der 2. Spielminute mußte Lange auf der Torlinie einen Bombenschuß abwehren. Acht Minuten später aber schossen die Gäste nach einer Ecke zum Führungstreffer ein.

Der VfL, der wieder einmal auf engstem Raum zum Erfolg kommen wollte, vergab seine Torchancen, wenn wirklich einmal geschossen wurde. Torwart Buls als Mittelstürmer war ein Versager. Erbs zeigte deutlich Konditi-onsschwächen und Rapski im Tor war unsicher. Vom alten Stamm waren im Sturm nur Kneese und Peters vertreten. So sehr sich beide auch bemühten, das Sturmspiel mußte Stückwerk bleiben. Oft blieb es bei Ansät-zen im Mittelfeld. Vom Ersatz konnte Lindemann in der Verteidigung gefallen. Auch Lattke in der Läuferreihe spielte eifrig und konzentriert.

In der 35. Minute wurde ein Freistoß von den Gästen auf das Tor der Oldesloer geschossen, dort aber zunächst abgewehrt. Der Nachschuß von Farklas traf dann aber ins Schwarze. Nach dieser 2:0-Führung durch die Gäste machte sich etwas mehr Auftrieb bei den VfLern bemerkbar. Jedoch änderte sich bis zur Pause an dem Ergebnis nichts mehr.

Nach der Pause waren die Oldesloer zunächst zehn Minuten tonangebend. Trotz dreier Eckbälle innerhalb weniger Minuten kam es zu keinem Erfolg. Die Gäste verstanden es dagegen besser, ihre Eckbälle auszunutzen und erhöhten in der 55. Minute durch Wittrichowski auf 3:0. Der Ehrentreffer gelang Lattke fünf Minuten später, als er im Alleingang aus 25 Metern Entfernung unhaltbar ins rechte Eck einschoß. Die letzte halbe Stunde brachte zwar Chancen auf beiden Seiten, verlief aber torlos.
ST

VfL Oldesloe: Harry Rapski - Helmut Lange, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Erich Moser (Horst Nilson), Hermann Lattke - ?, Alfred Sieveke, Hans-Werner Buls, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 (10.), 0:2 Farklas (35.), 0:3 Wittrichowski (55.), 1:3 Lattke (60.).

Samstag, 7. Jan. 1956
Kaltenkirchen gegen VfL Oldesloe.
Favoriten in alter Form? Man darf gespannt sein, wie der Bezirksliga die vierwöchige Weihnachtspause bekommen ist und ob die Form der letzten Spiele noch steht. Die Turnerschaft Kaltenkirchen unterlag im Hinspiel gegen den VfL Oldesloe trotz großen Einsatzes 1:4. Auf eigenem Platz verlor sie bisher nur gegen den ATSV Lübeck und Preußen Reinfeld. Zur Zeit hält sie den neunten Tabellenplatz und ist somit dem Abstiegsstrudel noch nicht entronnen. Es ist deshalb anzunehmen, daß es in diesem Spiel zu einer Auseinandersetzung mit hohem Einsatz kommen wird. Der VfL Oldesloe konnte im letzten Punktspiel gegen Preußen Reinfeld nur ein Unentschieden erzielen. Wie hier, so wird er auch in diesem Spiel mit Ersatz antreten müssen. Trotzdem ist die Elf den Kaltenkirchenern technisch überlegen und sollte eigentlich einen Sieg über den Neuling schaffen.
ST

Sonntag, 8. Jan. 1956
Punktspiel Kaltenkirchener TS - VfL Oldesloe 2:1 (0:1)
VfL Oldesloe jetzt acht Punkte zurück. Wie die Oldesloer in Kaltenkirchen verloren. Der VfL verlor in Kaltenkirchen sehr unglücklich 1:2, nachdem er bis zur 50. Minute 1:0 geführt hatte. Der Ulzburger Schiedsrichter Horn leistete sich zwei Fehlentscheidungen, die der Kaltenkirchener Turnerschaft zwei Tore, den Oldesloern dagegen zwei Feldverweise und zwei Minuspunkte einbrachten. Ein Linienrichter schied aus Protest gegen die Fehlentscheidungen aus. Der VfL war nicht nur gleichwertig, sondern spielte sogar zeitweise, selbst mit neun Mann, überlegen.

Obwohl der VfL fünf Stammspieler ersetzen mußte, zeigte er auf dem gepflegten Rasenplatz in Kaltenkirchen ein Spiel, das in jeder Weise den Leistungen seiner früheren Spiele gleichkam. Vom Ersatz konnten Lindemann, Kurt Meins, Korn und Nilson besonders gefallen. Auch Kaltenkirchen machte durch sein zügiges Spiel und seine sichere Hintermannschaft, vor allem Torwart Bergmann, einen guten Eindruck.

Nachdem die ersten 30 Minuten ziemlich ausgeglichen verlaufen waren, gingen die Oldesloer nach einer Kombination von Peters, Meins und Sieveke in Führung. Die Kaltenkirchener erkämpften sich ebenfalls klare Torchancen und innerhalb kurzer Zeit vier Ecken, kamen aber infolge der guten Oldesloer Abwehr (Korn, Lindemann und Buls) nicht zum Erfolg. Es blieb bis zum Schluß der ersten Halbzeit bei der Oldesloer Führung.

In der 50. Minute drang der Linksaußen der Gastgeber, den Ball vor sich hertreibend, in den Oldesloer Strafraum ein und wurde hier von der rechten Seite angegriffen. Der rollende Ball wurde ihm vor den Füßen wegge-schossen. Dabei kam er zu Fall. Folge: Foulelfmeter, der zum Ausgleich führte. Die Entscheidung des Schiedsrichters war nicht gerecht. Der Gegenspieler wurde nicht gehakt, auch wurde ihm kein Fuß gestellt. Sein Sturz war die Folge eines normalen Zweikampfes, wie man ihn beim Spiel im Mittelfeld mehrmals beobachten konnte, ohne daß der Schiedsrichter eingegriffen hätte. Auf alle Fälle war die Entscheidung zu hart und machte die Spieler nervös. Die Kaltenkirchener gingen zu schnellerer Gangart über und verursachten durch ihren Übereifer mehrere Abseitsstellungen, die der Schiedsrichter erst nach Anhören der Linienrichter durch Anstöße ahn-den ließ. Wenn er im nachfolgenden Fall ebenso verfahren wäre, hätte er viel Ärger und Entrüstung vermeiden können.

Nach verteilten Torchancen, bei denen man allenfalls ein Übergewicht in technischer Hinsicht bei den Oldesloern feststellen konnte, schossen die Kaltenkirchener in der 74. Minute aus klarer Abseitsstellung das zweite Tor. Obwohl der Schiedsrichter vom Linienrichter auf die Abseitsstellung des Spielers durch Winken mit der Fahne aufmerksam gemacht worden war, entschied er auf Tor. An dieser Entscheidung hielt er auch dann noch fest, nachdem der Linienrichter zu ihm auf den Platz gelaufen war und ihn auf seine Fehlentscheidung aufmerksam gemacht hatte. Korn und Lattke wurden ihres berechtigten Protestes wegen vom Platz verwiesen. Es waren die ersten Feldverweise in dieser Saison für den VfL. Der Linienrichter legte daraufhin sein Amt nieder. Nach diesem Zwischenfall kamen die Kaltenkirchener nicht mehr zum Zuge. Die Oldesloer stürmten mit acht Mann und schnürten die Kaltenkirchener vollkommen ein. Das Ausgleichstor hing mehrmals in der Luft. Nur ihrem Torwart Bergmann können es die Gastgeber verdanken, daß die nur noch mit neun Mann spielenden Gäste ihnen den billigen Sieg nicht doch noch streitig machen konnten.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Helmut Lange, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Horst Nilson, Hermann Lattke - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Werner Kneese, Alfred Liedtke, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 Sieveke (30.), 1:1 Hamdorf (50., Foulelfmeter), 2:1 Hamdorf (74.). - Schiedsrichter: Horn (Ulzburg). - Platzverweise: Korn, Lattke (beide VfL Oldesloe, 75.).

Samstag, 14. Jan. 1956
VfL in Todesfelde.
Im Kampf um den Pokal auf Bezirksebene stehen sich in der ersten Runde der in der Segeberger Kreisliga spielende SV Todesfelde und die Liga des VfL Oldesloe gegenüber. Der Gastgeber hält zur Zeit einen guten Mittelplatz in der Tabelle. Er wird dieses Spiel zu Hause sehr ernst nehmen, weil sein Gegner ja eine Klasse besser spielen soll. Die VfL-Mannschaft ist durch Verletzungen und Krankheit einzelner Spieler stark geschwächt, so daß der Klassenunterschied in diesem Spiel nicht so stark hervortreten dürfte. Im Vorjahr wurde der VfL schon in der ersten Runde von Eutin 08 ausgebootet. Normalerweise müßte er aber in diesem Jahr gegen einen Kreisligisten schon des Prestiges wegen eine Runde weiter kommen. Viel hängt allerdings davon ab, ob er für diesen Kampf die richtige Mannschaftsaufstellung findet.
ST

Sonntag, 15. Jan. 1956
Pokal SV Todesfelde - VfL Oldesloe 0:3 (0:2)
VfL mußte kämpfen. 3:0 konnte der VfL Oldesloe den Kreisligisten SV Todesfelde auf glattem Boden, bei böigem Wind und starkem Regen schlagen. Die Oldesloer kommen somit eine Runde weiter. Das Ergebnis täuscht aber, denn der Gastgeber spielte auf keinen Fall drei Tore schlechter. Wohl war der Sieg der Oldesloer aufgrund der besseren technischen Einzelleistungen verdient, was aber das Zusammenspiel, die Ballabgabe und das weiträumige Flügelspiel anbetraf, konnten sie vom Gastgeber noch lernen. Dieser scheiterte an der sicheren Oldesloer Hintermannschaft Buls, Liedtke, Lindemann und Stopper Nilson.

Der Oldesloer Sturm (Sieveke, Pellowski, Moser, Budnick, Peters) benötigte 30 Minuten Anlaufzeit, um eine leichte Überlegenheit herauszuspielen. Es mag an dem häufigen Spielerwechsel gelegen haben, daß das Zusammenspiel im Sturm nicht so recht klappen wollte, ist aber nicht entschuldbar. Immer wieder versuchte der Innensturm auf engstem Raum zum Erfolg zu kommen und stellte dadurch vor allem den meist ungedeckten rechten Flügelstürmer im wahrsten Sinne des Wortes vollkommen kalt. Bei aller Anerkennung des eifrigen Einsatzes und technischen Könnens der betreffenden Sturmspieler und der Verbindung mußte man zu der Über-zeugung kommen, daß den Spielern der Vorteil eines weiträumigen konzentrierten Zusammenspiels unter unbedingter Berücksichtigung der Flügel einfach nicht bewußt war; auch dies ist nicht entschuldbar.

In der 30. Minute konnten die Oldesloer durch Moser, der einen Abpraller einschoß, in Führung gehen. Budnick schoß neun Minuten später zum 2:0 ein, nachdem dem etwas unsicher spielenden Torwart bei der Abwehr der Ball aus den Händen gerutscht war. Bei diesem Ergebnis und einem Eckenverhältnis von 5:0 für den Gastgeber wurden die Seiten gewechselt.

Dem Gastgeber, der von Beginn des Spiels bis weit in die zweite Halbzeit hinein unbeeindruckt von der Führung der Gäste offensiv gekämpft hatte, gelang es auch im zweiten Durchgang nicht, das Oldesloer Schlußdreieck zu überwinden. Obwohl er seine Angriffe schnell und zügig vortrug und auch zu kombinieren verstand, fehlte es an dem Schußglück. Auch brachten sieben Eckbälle für sie keinen Erfolg. In den letzten 15 Minuten konnte der Gastgeber das Tempo der Gäste nicht mehr durchhalten. Seine Angriffe hatten nicht mehr den genügenden Druck. Sie wurden meistens schon im Aufbau zerschlagen. In der 84. Minute stellte Peters dann nach einer Flanke von Moser das Endergebnis her.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Herbert Meins, Horst Nilson, Roland Erbs - Alfred Sieveke, Bruno Pellowski, Erich Moser, Günter Budnick, Jürgen Peters. Tore: 0:1 Moser (30.), 0:2 Budnick (39.), 0:3 Peters (84.).

Samstag, 28. Jan. 1956
Gefahr für den VfL.
Der VfL Oldesloe empfängt den Tabellendritten ATSV Mölln mit einiger Besorgnis. Denn seit die Oldesloer im Herbst die Eulenspiegelstädter mit 3:1 abfertigen konnten, hat sich das Stärkeverhältnis etwas geändert. Durch Krankheit, Verletzungen und Sperren einzelner VfL-Stammspieler hat das Zusammenspiel in der Mannschaft trotz guten Ersatzes merklich nachgelassen. Inzwischen dürften diese Mängel aber durch sachgemäßes Training behoben worden sein. So gesehen, müßten die Oldesloer als Sieger aus diesem Spiel hervorgehen, obwohl die Möllner im vorletzten Punktspiel dem ATSV Lübeck das Siegen schwer machten und den TSV Trittau am letzten Sonntag bezwingen konnten.
ST

Sonntag, 29. Jan. 1956
Punktspiel VfL Oldesloe - ATSV Mölln 5:0 (1:0)
VfL Oldesloe spielte groß auf. Obwohl der glatte Schneeboden eigentlich kein flüssiges Spiel zwischen VfL Oldesloe und ATSV Mölln zuließ, sahen die 400 Zuschauer im Stadion bei prachtvollem Sonnenschein eine schnelle und vor allem abwechslungsreiche Begegnung, die von den Oldesloern mit 5:0 klar gewonnen wurde. Die Möllner waren im Felde zumindest im ersten Durchgang zeitweise gleichwertig. Sie fielen aber im zweiten Durchgang ihrem eigenen Tempo und dem technischen Übergewicht der Oldesloer zum Opfer.

Die Oldesloer, ohne Lattke, Petersen, Pellowski und Korn, dafür mit den Gebrüdern Meins, Nilson und Lindemann zeigten endlich wieder ein Spiel, wie es schon lange erwartet wurde. Sofort fielen bei ihnen die langen Paßbälle und überhaupt das weiträumige Spiel auf. Die Flügel wurden bedient, und deren Flankenläufe und Seitenwechsel rissen die Möllner Deckung auseinander. Wenn den Oldesloern im ersten Durchgang in der 3. Minute durch Herbert Meins nur der Führungstreffer gelang, lag es an der über das Spielfeld fegenden Brise, die die Steilvorlagen merklich hemmte und andererseits an Sieveke, Kneese und Moser, die nicht zum Schuß kommen konnten. Dies wurde nach dem Wechsel anders.

Die Möllner verzichteten auf ihren Torschützen Bruhnke und auf zwei weitere Stammspieler. Dafür gaben sie jungen Kräften den Vorrang. Sie kämpften zwar mit großem Einsatz und zeigten recht gute Kombinationszüge, es fehlte ihnen aber der Vollstrecker, der die Torchancen auswerten konnte. Niemand der Zuschauer wird zu Beginn der zweiten Halbzeit nach dem mageren Halbzeitergebnis (1:4 Ecken) angenommen haben, daß der ATSV eine so hohe Niederlage, übrigens die höchste der ganzen Saison, würde hinnehmen müssen. Es war den Gästen aber einfach nicht möglich, gegen die wieder in ihrer früheren Form aufspielenden Oldesloer anzukommen. Da nutzte auch die in der zweiten Halbzeit von ihnen ins Spiel gebrachte Härte nichts. Schon in der 49. Minute schoß Moser zum 2:0 und sechs Minuten später zum 3:0 ein, nachdem von einem Gegenspieler vergeblich versucht worden war, ihn zu Fall zu bringen. Die Quittung für dieses absichtliche Foul war das 3:0. Der Oldesloer Sturm, der von seiner sicheren Hintermannschaft mit guten Steilvorlagen versorgt wurde, kreuzte immer wieder im gegnerischen Strafraum auf. Daß der Gastgeber erst in der 67. Minute abermals durch Moser auf 4:0 erhöhen konnte, hatten die Möllner in erster Linie ihrem Torwart Will und dem rechten Verteidiger Schönnagel zu verdanken. Die letzten 20 Minuten standen infolge zunehmender Härte im Zeichen der Freistöße. Kneese konnte in der 71. Minute einen Alleingang zum 5:0 einschießen.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Kurt Meins, Horst Nilson, Roland Erbs - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Erich Moser, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Herbert Meins (3.), 2:0 Moser (49.), 3:0 Moser (55.), 4:0 Moser (67.), 5:0 Kneese (71.). - Zuschauer: 400.

Samstag, 11. Feb. 1956
Abstiegsbedrohte Trittauer beim VfL.
Der einzige Auswärtssieg des TSV Trittau liegt schon fünf Monate zurück. Sein letztes Punktspiel verlor er trotz großen und harten Einsatzes gegen Gut Heil Lübeck mit 1:4. Auch dem VfL Oldesloe unterlag er im Hinspiel 1:3. Die Trittauer Mannschaft spielt nicht schlecht, aber es fehlen ihr die Vollstrecker. Sollte ihnen das morgige Oldesloer Spiel eine weitere Niederlage bringen, werden sie den drittletzten Tabellenplatz einnehmen müssen. Der VfL, der in seinem letzten Punktspiel gegen den ATSV Mölln groß aufspielte (5:0), ist den Trittauern technisch überlegen und müßte eigentlich aus dem Kampf als klarer Sieger hervorgehen. Bedingung hierfür ist jedoch, daß die Oldesloer dem Einsatz der mit Abstiegssorgen behafteten Trittauer zu begegnen wissen und sie nicht unterschätzen.
ST

Sonntag, 12. Feb. 1956
Punktspiel VfL Oldesloe - TSV Trittau 7:3 (5:1)
VfL nie gefährdet. 400 Zuschauer sahen im Stadion ein schnelles, kampfbetontes und trotz der Schneedecke ein technisch gutes Spiel. Der Sieg des VfL war nie gefährdet, wenn auch nicht ganz in der Höhe verdient. Den Trittauern fehlten die Torschützen, auch konnte sich ihr Torwart mit der Bodenglätte nicht abfinden.

Das Spiel begann sehr interessant; denn drei Tore in acht Minuten und ein weiteres Tor in der 10. Minute, das wegen Abseits nicht gegeben wurde, wollen immerhin etwas besagen. Die Oldesloer, die diesmal wieder ein hohes, weiträumiges Spiel bevorzugten, gingen in der 5. Minute durch Lattke in Führung, als er aus 25 Metern Entfernung über den auf glattem Boden unsicher stehenden Torhüter einbomben konnte.

Aber sofort nach Wiederanpfiff drückte Kampf eine Steilvorlage an dem verdutzten Buls ins Oldesloer Tor ein und konnte somit den Ausgleich herbeiführen. In der 8. Minute antwortete der schußfreudige Lattke abermals mit einem Fernschuß, diesmal aus 30 Metern Entfernung, der an dem überraschten Görtzen vorbei im Trittauer Tor landete. Auf diese 2:1-Führung folgte in der 10. Minute das dritte Tor für Oldesloe, das wegen Abseits aber nicht gegeben wurde.

Die nächsten zehn Minuten brachten Torchancen hüben und drüben. Die Trittauer, die mit großem Einsatz kämpften, verschossen viele Chancen. Sie zeigten eine sichere Ballabgabe und große Schußfreudigkeit, aber ihre Schüsse landeten neben dem Tor oder gingen darüber hinweg, so daß Buls im Oldesloer Tor sich wenig zu bemühen brauchte. Obgleich die zehn Zentimeter hohe Schneedecke den Flügelstürmern das Spiel sehr erschwerte, verstanden es die Oldesloer Peters und Sieveke sehr gut, ihren Innensturm mit guten Flanken zu bedienen oder aber durch Einkurven, den Ball treibend, schnell in gefährliche Nähe des gegnerischen Tores zu kommen. In der 20. Minute erhöhte Sieveke auf 3:1 und vier Minuten später Kurt Meins auf 4:1. Die Trittauer Hintermannschaft spielte unkonzentriert und deckte nicht genügend. Eine Flanke von Sieveke wurde von Peters aufgenommen und unter die Innenquerlatte geschossen, prallte aber in den Strafraum zurück und wurde dann von Moser zum 5:1 für Oldesloe eingeschossen. Hiernach rafften sich die Trittauer zusammen und spielten bis Halbzeit eine Überlegenheit heraus,, die ihnen aber keinen Erfolg mehr einbrachte.

Wenn man zu Beginn des zweiten Durchganges angenommen hatte, daß die Trittauer, beeindruckt durch das Halbzeitergebnis, nachlassen würden, dann hatte man sich geirrt. Sie steckten nicht auf. Auch nach dem 6:1, das Moser nach einer Flanke von Peters in der 46. Minute herstellen konnte, spielten sie offensiv weiter und erzielten abermals durch Kampf ein zweites Tor. Zwei Freistöße unmittelbar vor dem Oldesloer Tor hätten sie dem Ausgleich näher bringen können, aber ihnen fehlte das Schußglück. Nach 15 Minuten ausgeglichenen Feldspiels konnte Trittau in der 71. Minute durch Harten das dritte Tor verbuchen. Im Gegenzuge stellte Moser durch Kopfball in der 73. Minute das Endergebnis her. Einige Steilvorlagen der Trittauer brachten das Oldesloer Gehäuse wohl noch mehrmals in Gefahr, aber der Druck ihres Sturmes hatte nachgelassen. Auch den Oldesloer Spielern sah man es an, daß der Schnee und die Kälte große Anforderungen an sie gestellt hatten.

  • VfL Jungmannen II gegen Trittau 5:3
  • VfL Jugend gegen Trittau 7:0
  • VfL Schüler gegen Trittau 4:2.


ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Horst Korn, Horst Nilson, Hermann Lattke - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Erich Moser, Kurt Meins, Jürgen Peters.
Tore: 1:0 Lattke (5.), 1:1 Kampf (6.), 2:1 Lattke (8.), 3:1 Sieveke (20.), 4:1 Kurt Meins (24.), 5:1 Moser, 6:1 Moser (46.), 6:2 Kampf, 6:3 Harten (71.), 7:3 Moser (73.). - Zuschauer: 400.

Samstag, 18. Feb. 1956
Morgen kein Fußball in Stormarn.
Der Fußballbezirk Süd (Lübeck) hat alle Punktspiele für morgen wegen der schlechten Platzverhältnisse abgesagt, so daß im Kreise Stormarn der Spielbetrieb ruht.
ST

Samstag, 25. Feb. 1956
Auch morgen kein Fußball im Bezirk.
Auch morgen finden in der Bezirksliga keine Spiele statt. Der Spielausschußobmann in Lübeck hat alle Treffen abgesagt, weil die Plätze unbespielbar sind.
ST

Samstag, 10. März 1956
VfL Oldesloe bei den abstiegsgefährdeten Pölitzern.
Bei einigermaßen gutem Wetter wird Pölitz morgen einen großen Tag haben. Immer, wenn der VfL Oldesloe zu Gast in Pölitz weilt, ist die Stimmung des kleinen Landvereins gut, besonders die des Kassierers. In spielerischer Hinsicht sieht es etwas anders aus. Der VfL hat zwar die Chance auf die Meisterschaft verspielt, nimmt aber wie fast jedes Jahr den zweiten Tabellenplatz ein. Der Gastgeber dagegen hat große Abstiegssorgen. Bei jeder Begegnung mit dem VfL lieferte Pölitz sein bestes Meisterschaftsspiel und nahm dem Nachbarn auch gelegentlich Punkte ab. Auch morgen kann es zu einer Überraschung kommen. Der weitaus bessere VfL-Sturm wird der sicheren Pölitzer Abwehr viel Arbeit bereiten. Die Tagesform nach der langen Zwangspause wird für den Ausgang des wichtigen Treffens ausschlaggebend sein.
ST

Sonntag, 11. März 1956
Punktspiel SSV Pölitz - VfL Oldesloe 0:6 (0:3)
VfL-Sturm entschlossener. Die Anhänger des VfL, die ihre Mannschaft nach Pölitz begleitet haben, kamen auf ihre Kosten. Sechs Tore schossen die Oldesloer, und die gefürchtete Heimmannschaft ging leer aus. Dem Spielverlauf nach ist die Niederlage allerdings zu hoch ausgefallen. Pölitz war im Feldspiel nicht gerade gleichwertig, aber keine sechs Tore schlechter. Was der Mannschaft fehlte, war ein Torschütze, denn Gelegenheiten gab es genug. Der VfL nutzte dagegen alle sich ihm bietenden Chancen aus. Petersen spielte beim VfL nach seiner Krankheit wieder mit und schoß gleich zwei Mustertore, die der Mannschaft eine beruhigende Führung brachten. Immer wieder versuchten Pölitz' schnelle Außenstürmer, dem Gegner davonzulaufen. Dank der guten VfL-Läuferreihe glückte ihnen dieses Vorhaben nicht; auch die Abwehr der Oldesloer zeigte sich sehr stabil. Mit einem weiteren Tor durch Peters stellte der VfL das Halbzeitergebnis her.

Auch die zweite Halbzeit verlief mit einer leichten Überlegenheit der Oldesloer, doch mußte jeder Spieler sich voll einsetzen, denn die Platzmannschaft versuchte alle Mittel, um das Ergebnis günstiger zu gestalten. Mehr-mals sah es für Pölitz recht gut aus, doch Erfolge stellten sich nicht ein. Der VfL-Sturm, der recht lebhaft spielte, hatte mehr Glück. Durch Kurt Meins, Nilson und Peters fielen noch drei Tore, die zu dem hohen Ergebnis führten. 300 Zuschauer sahen unter der guten Leitung des Reinfelder Schiedsrichters ein recht schnelles und faires Spiel.
ST

Tore: 0:1 Petersen, 0:2 Petersen, 0:3, Peters, 0:4 Kurt Meins, 0:5 Nilson, 0:6 Peters. - Schiedsrichter: NN (Reinfeld). - Zuschauer: 300.

Samstag, 17. März 1956
Ratzeburger SV beim VfL Oldesloe.
Der Tabellenzweite VfL Oldesloe will an dem Ratzeburger SV, der ihm in dieser Saison im Hinspiel die erste Niederlage beibrachte, Revanche nehmen. In der vorjährigen Saison teilten sich beide die Punkte im Rückspiel in Oldesloe. Die Inselstädter, die in ihren Leistungen recht unterschiedlich sind, konnten am letzten Sonntag den in letzter Zeit gut herausgekommenen Gut Heil Lübeck in Ratzeburg mit 3:1 schlagen und halten jetzt den fünften Tabellenplatz. Beide Mannschaften haben keine Abstiegssorgen und auch keine Aufstiegshoffnungen mehr. Nur falls der Spitzenreiter ATSV Lübeck seine vier letzten schweren Auswärtsspiele verlieren würde, könnten die Oldesloer mit ihm noch gleichziehen. Beide Mannschaften werden also unbeschwert in den Kampf gehen. Der VfL konnte in seinen letzten drei Kämpfen hohe Siege erringen. In der jetzigen Verfassung und mit einem noch besseren Mittelstürmer als am letzten Sonntag im Spiel gegen SSV Pölitz (6:0) ist zu erwarten, daß diesmal beide Punkte in Bad Oldesloe bleiben. Jeder andere Ausgang wäre jedenfalls eine Überraschung. Bei nassem Boden wird die Begegnung nicht im Stadion, sondern auf dem Exer ausgetragen, der den Ratzeburgern aus dem verloren gegangenen Pokalspiel gegen den Kreisligisten ATSV Oldesloe bekannt ist.
ST

Sonntag, 18. März 1956
Punktspiel VfL Oldesloe - Ratzeburger SV 3:0 (2:0)
Wirkungsvolle Außenstürmer. Bei günstigem Fußballwetter und guten Platzverhältnissen konnte der VfL in einem spannenden und fairen Spiel den Ratzeburger SV mit 3:0 schlagen. Der Sieg war verdient. Das Oldesloer Spiel lief, abgesehen von 15 Minuten der ersten Halbzeit, im großen und ganzen gekonnter und reifer. Vor allem der Sturm hatte mit dem Wiedereinsatz von Petersen enorm an Wucht gewonnen. Den Ratzeburgern gelang es nicht, die Oldesloer Deckung zu überwinden, obwohl sie ein gutes Sturmspiel zeigten und zeitweise das Oldesloer Gehäuse stark bedrängten.

Schon die ersten 15 Minuten waren sehr temperamentvoll und turbulent. Ratzeburg hatte den Wind zum Bundesgenossen und ersuchte aus der Tiefe heraus, besonders durch ihren Mittelläufer Rusch, das Spiel auszu-bauen. Ihre blitzschnell vorgetragenen Angriffe brachten aber keinen Erfolg, und die Bombenschüsse wurden von Torwart Buls gehalten oder zur Ecke geleitet. Es sah zu dieser Zeit nicht nach einem überzeugenden Oldesloer Siege aus. Aber dies änderte sich bald, nachdem Läufer Lattke dazu übergegangen war, die Außenstürmer mit guten Vorlagen zu bedienen, die von Peters und Petersen auch erfolgreich genutzt wurden. In der 20. Minute flankte Peters eine solche Vorlage aus fast aussichtsloser Position vor das Ratzeburger Tor. Der Ball rutschte an der Querlatte nach unten ab und Meins konnte ihn zum Führungstor für Oldesloe eindrücken. Die Oldesloer bekamen dann Auftrieb. Eine weitere Torchance wurde von Moser zwei Minuten später ausgelassen. Der Rechtsaußen Petersen nahm in der 29. Minute eine Vorlage von Lindemann auf, kurvte zur Mitte und schoß zum 2:0 ein, nachdem er seinen Gegner geschickt umspielt hatte. Was die Außenstürmer Peters und Petersen ihrem Innensturm an Flanken servierte, war meisterhaft. Aber sie wurden von Kneese, Meins und Moser nicht genutzt. Ratzeburgs Torwart Volkert verhinderte ein höheres Halbzeitergebnis.

In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs hatte Ratzeburg Vorteile. Durch ihre technisch feinere Spielweise und geschickte sichere Ballabgabe spielten sich die Oldesloer dann aber eine deutliche Überlegen-heit heraus, die zu einem weiteren Tor in der 55. Minute durch Peters führte. Die Läufer Lattke und Erbs waren unermüdlich in der Verbindung und unterstützten die Angriffsreihe durch Bombenschüsse auf das gegneri-sche Tor. Der Oldesloer Mittelstürmer mußte in der 60. Minute für fünf Minuten wegen einer Verletzung vom Platz und tauschte nach seiner Rückkehr mit dem Außenstürmer Petersen. Die letzten 20 Minuten gehörten den Oldesloern. Leider übersah der Schiedsrichter in dieser Zeit zwei klare Handspiele der Ratzeburger in deren Strafraum. Der beste Spieler der Ratzeburger war der Torwart Volkert, der seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage bewahrte.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Horst Nilson, Hermann Lattke - Werner Petersen, Kurt Meins, Erich Moser, Werner Kneese, Jürgen Peters.

Tore: 1:0 Meins (20.), 2:0 Petersen (29.), 3:0 Peters (55.)

Samstag, 31. März 1956
Gäste von der Saar beim VfL Oldesloe.
Am ersten Ostertag hat die Liga des VfL Oldesloe die saarländische Mannschaft SC Viktoria Hühnerfeld zu Gast. Beide Mannschaften treten im Stadion zu einem Freundschaftsspiel an. Anstoß 15 Uhr. Der Gast ist ein erfahrener Landesligist und hält in seiner Klasse einen guten Mittelplatz. Ihr Trainer ist der ehemalige Oldesloer Herbert Dorn, der bis zu seiner Umsied-lung nach dem Süden in vielen Punktkämpfen in der Liga des VfL Oldesloe sein Können zeigte. Er wird den Fußballfreunden noch in guter Erinnerung sein. Dorn ist in seiner Mannschaft auch Spielführer und spielt also selbst mit.

Die Saarländer, die bereits gestern in Bad Oldesloe eintrafen, werden nur dieses eine Spiel in Norddeutschland austragen und am zweiten Ostertag wieder die Heimreise antreten. Sie werden also ausgeruht in diesen Kampf gehen. Sollten die Mannen um Dorn sich die gute technische Spielweise ihres Trainers zu eigen gemacht haben, dürfte für die Oldesloer nicht viel herauskommen. Zwar sind die VfLer zur Zeit in guter Form. Nach ihren letzten drei überzeugenden Siegen wird deshalb dieses Treffen "Nord kontra Süd" als Vergleich mit Interesse von den Fußballfreunden verfolgt werden.
ST

Sonntag, 1. April 1956
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - Viktoria Hühnerfeld 4:3 (2:1)
Dorn schoß alle drei Saar-Tore. 600 Zuschauer sahen am ersten Osterfeiertag im Oldesloer Stadion einen begeisternden Fußballkampf zwischen dem VfL und dem Verein des früheren VfL-Stürmers Herbert Dorn, SC Viktoria Hühnerfeld (Saarland), der mit einem knappen Siege der Gastgeber endete.

Vor dem Anstoß wurden die Saarländer durch Stadtrat Ernst Schröder und den Kreisvorsitzenden Christian Ohrt begrüßt. Bad Oldesloe ließ ihnen einen Teller mit Stadtwappen überreichen. Die Saarländer überbrachten der VfL-Mannschaft einen Seidel mit dem Vereinswappen, außerdem einen Wimpel. Dafür erhielten sie ein Bild von Oldesloe und jeder Spieler die VfL-Vereinsnadel. Herbert Dorn wurde besonders bedacht; er bekam vom VfL die silberne Vereinsnadel.

Die Saarländer zwangen dem VfL das Spielgeschehen auf; sie bewiesen, daß jeder Spieler mit dem Ball umzugehen versteht, Herbert Dorn war der beste Spieler nicht nur in seiner Mannschaft, sondern auf dem Spiel-feld. Seine Ballannahme war bestechend und seine Vorlagen waren musterhaft. Daß er alle drei Tore schoß, stellt ihm das beste Zeugnis aus. Weiter ragten aus der Gästemannschaft beide Verteidiger, der Mittelläufer und der Halblinke hervor. Der VfL, bei dem Kneese nicht mitwirkte, hatte keinen Versager. Der Einsatz war in diesem Spiel weit größer als in den voraufgegangenen Punktspielen.

Zum Spielverlauf: Nach zwei Minuten hieß es durch Moser auf Vorlage von Petersen 1:0. Dem saarländischen Ersatztorwart blieb keine Rettungsmöglichkeit. Weitere VfL-Angriffe blieben in der Gästeverteidigung hängen. Immer wieder versuchten die Mannschaften durch die Flügelstürmer in Tornähe zu kommen, so daß die Abwehrspieler reichlich beschäftigt waren. Besonders fielen bei den Saarländern die weiten Vorlagen auf. In der 20. Minute erhielt der Mittelstürmer der Gäste eine weite Vorlage, gab uneigennützig an Dorn weiter, und unhaltbar landete das Leder im Netz. Buls konnte nicht mehr eingreifen. Ganz offen blieb der Kampf, auch als Herbert Meins in der 40. Minute das 2:1 für den VfL herausgeholt hatte. Bei diesem Stande wurden die Seiten gewechselt.

Zu den letzten 45 Minuten trat Hühnerfeld nur mit zehn Mann an. Der Torwart, der sonst in seiner Elf Mittelstürmer spielt, mußte wegen einer alten Verletzung ganz ausscheiden. Nach dem Anstoß erhielt Dorn das Leder, umspielte zwei Gegner und schoß zum Ausgleich ein. Der VfL steigerte seine Leistung jetzt noch erheblich, kam aber nur zu zwei Ecken, die nichts einbrachten. Peters hatte den härtesten Spieler der Saarländer vor sich und setzte sich trotzdem in der 60. Minute durch und schob den Ball an dem verdutzten Torhüter ins Tor. Im Gegenangriff schoß Hühnerfelds Mittelstürmer haushoch über das Tor. Als Kurt Meins den Vorsprung auf 4:2 erhöhte, setzten die Gäste alles auf eine Karte und erzwangen vier Ecken, die mit viel Mühe abgewehrt wurden. Nach dem dritten Tor der Gäste, wieder durch Dorn, hätte das vierte Tor fallen können, doch gingen die Schüsse knapp neben den Pfosten oder hoch über die Latte.

Mit elf Mann wäre den Saarländern sicher das Unentschieden gelungen. Die Gäste hinterließen den allerbesten Eindruck. Sie blieben nach dem Spiel noch einige Stunden mit ihren Gastgebern bei einer gemütlichen Kaffeetafel zusammen.
ST

Tore: 1:0 Moser (2.), 1:1 Dorn (20.), 2:1 Herbert Meins (40.), 2:2 Dorn, 3:2 Peters (60.), 4:2 Kurt Meins, 4:3 Dorn. - Schiedsrichter: Fahl (Pölitz). - Zuschauer: 600.

Montag, 3. April 1956
Die Preußen brachen den Bann!
Spitzenreiter ATSV Lübeck bezog in Reinfeld die erste Punktspielniederlage der Spielzeit. Die Osterüberraschung in der Bezirksliga Süd ist da. Die Reinfelder Preußen schlugen den ATSV Lübeck nach großartigen kämpferischen Leistungen verdient mit 2:1 (0:1) und brachten damit dem Spitzenreiter die erste Niederlage bei. (Anm.: An der Tabellenspitze haben sich dennoch keine Veränderungen ergeben. Es führt weiterhin der ATSV Lübeck 37:3 Punkte vor dem VfL 29:9 und LSV Gut Heil 22:16).
ST

Samstag, 7. April 1956
LSV Gut Heil im Stadion.
Behauptet der VfL seinen Ruf als Kronprinz der Südstaffel? Der VfL Oldesloe trifft in seinem vorletzten Heimspiel auf den Tabellendritten Gut Heil Lübeck. Das letzte Heimspiel in dieser Saison muß er am 29. April gegen den ATSV Lübeck austragen. In beiden Kämpfen haben die Kreisstädter nochmals Gelegenheit zu zeigen, ob sie den Bezirksligisten einer Großstadt gewachsen sind. Die Gut Heiler zeigten zu Beginn der Saison nicht viel, konnten dann aber, nachdem ausgefallene Stammspieler wieder mitwirkten, schnell den dritten Tabellenplatz erreichen. Die vier letzten klaren Siege der Oldes-loer beweisen, daß sie beständiger geworden sind. Glück allein kann nie eine Erklärung für eine derartige Verbesserung sein. Vielleicht werden die Oldesloer nach der Niederlage des Spitzenreiters in Reinfeld auch optimistisch geworden sein, und hoffen, ohne noch Meisterschaftsgelüste zu haben, zumindest den Vorsprung des zukünftigen Meisters noch etwas verringern zu können. So gesehen, ist mit einem kampffreudigen Spiel zu rechnen, das die VfLer knapp gewinnen sollten.
ST

Sonntag, 8. April 1956
Punktspiel VfL Oldesloe - Lübecker SV Gut Heil 1:4 (0:2)
VfL verlor die Kraftprobe gegen Gut Heil. Niemand hätte erwartet, daß der VfL Oldesloe zu Hause dem LSV Gut Heil mit einem so eindeutigen Ergebnis von 1:4 unterliegen würde. Es war die höchste Niederlage der ganzen Saison. Die Gäste spielten einsatzfreudiger und waren technisch auch gewandter. Sie zeigten ein klares, fließendes Angriffsspiel. Ihr Sieg ist vollauf in dieser Höhe verdient. Die Oldesloer konnten nur ganze 20 Minuten lang gefallen. In keinem Spiel zuvor ließen sie soviel Mängel erkennen wie diesmal. Vor allem fehlte es ihnen an Kondition.

Die ersten 20 Minuten brachten ein ausgeglichenes zügiges Angriffsspiel auf beiden Seiten. Der Oldesloer Verteidiger Lindemann klärte in der 5. Minute auf der Torlinie und vier Minuten später konnte der Schlußmann der Gäste den Ball nur noch knapp mit den Händen zur Ecke leiten. Mehrere todsichere Torchancen wurden von dem Oldesloer Innensturm ausgelassen. Es wollte einfach nicht klappen. Moser und Meins spielten zu unkonzentriert und waren der guten Lübecker Deckung nicht gewachsen. Die Ballabgabe ließ zu wünschen übrig. und überhaupt sah man keinen Kombinationszug, der über zwei, geschweige drei Stationen lief. Kein Wunder. wenn die Lübecker sich bald eine klare Überlegenheit herausspielten und Buls, der übrigens einen rabenschwarzen Tag hatte, überfuhren. Luckmann köpfte in der 24. Minute eine Flanke zum Führungstreffer ein und Kopitzki erhöhte das Ergebnis zwei Minuten später durch Verwandlung eines Foulelfmeters. Ja, was die Gut Heiler zeigten, war eine Gesamtleistung, die man als musterhaft bezeichnen mußte. Bis zur Halbzeit versuchte Kneese mehrmals zum Anschlußtreffer zu kommen, aber es blieb nur beim Versuch.

Der Gästetorwart mußte infolge Handverletzung mit einem Stürmer tauschen, was sich aber für die Gäste nicht nachteilig auswirkte. Kurz vor Abpfiff der ersten Halbzeit wurde der Oldesloer Peters im gegnerischen Straf-raum gelegt. Den daraufhin verhängten Foulelfmeter hielt der Ersatztorwart! Wenn man zu Beginn des zweiten Durchganges geglaubt hatte, die Oldesloer würden jetzt mehr System ins Spiel bringen, dann hatte man sich geirrt. Trotz Umstellung der Mannschaft fehlte der Zusammenhang. Kneese wollte erneut viel zu viel auf eigene Faust unternehmen. Wahrscheinlich hat er kein Vertrauen zu seinem linken und rechten Nachbarn. Peters gefiel durch seinen (mitunter leider blinden) Eifer, doch mangelte es ihm oft an einem klaren Blick für die Situation. Lindemann brachte mehrmals durch seine mißglückten Fallrückzieher das Oldesloer Tor in Gefahr und Stopper Korn gelang es nicht, die Bälle an den richtigen Mann zu bringen. Allein gefallen konnte nur der kleine Liedtke. Das dritte Tor der Gäste ging auf das Konto des Torwarts Buls. Dieser hatte den Ball aufgenommen und wieder fallenlassen, so daß der Lübecker Wolter ihn bequem ins Tor drücken konnte. Das einzige Gegentor gelang Peters in der 60. Minute aus einer glücklichen Position. Im Gegenzuge konnten die Lübecker in der 62. Minute, abermals durch Kopitzki, das Endergebnis herstellen.

Die 400 Zuschauer waren durch das kampfbetonte, farbige Spiel der Gäste zufriedengestellt wie nie zuvor, wenn der VfL eine Niederlage erlitten hatte. Die Kreisstädter hingegen hinterließen den Eindruck, als ob der "ungefährdete Kronprinz" sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen gedachte.
ST

VfL Oldesloe: Hans-Werner Buls - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Alfred Sieveke, Horst Korn, Hermann Lattke - Werner Petersen, Kurt Meins, Erich Moser, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 Luckmann (24.), 0:2 Kopitzki (26., Foulelfmeter), 0:3 Wolter, 1:3 Peters (60.), 1:4 Kopitzki (62.). - Zuschauer: 400.

Samstag, 14. April 1956
VfL in Mölln.
Der VfL Oldesloe muß nach Mölln und hat sich dort mit dem TSV auseinanderzusetzen - keine leichte Aufgabe! Das Spiel gewinnt an Bedeutung, wenn man sich die Heimniederlage des VfL Oldesloe gegen Gut Heil Lübeck und den Auswärtssieg des TSV Mölln über den ATSV Lübeck am letzten Sonntag ins Gedächtnis zurückruft. Die Möllner werden durch den Sieg über den Spitzenreiter großen Auftrieb bekommen haben und entsprechend aufspielen. Bisher verloren sie von zehn Heimspielen nur zwei. Eine Revanche für die Niederlage im Hinspiel (3:0) liegt also nahe. Die Oldesloer, die in einer etwas anderen Besetzung als gegen Gut Heil antreten werden, gehen aber nicht ohne Chancen in diesen Kampf. Sollte ihre Sturmreihe zur alten Form zurückfinden, wird auch die gute Möllner Deckung kein unüberwindliches Bollwerk für sie darstellen.
ST

Sonntag, 15. April 1956
Punktspiel TSV Mölln - VfL Oldesloe 1:2 (0:1)
VfL hätte höher gewinnen können. Die klare Niederlage der Oldesloer gegen Gut Heil Lübeck und der Sieg des TSV Mölln über den Spitzenreiter ATSV Lübeck (1:0) am Vorsonntag mag viele in der Annahme gestärkt haben, daß die VfLer auch in Mölln verlieren müßten. Es zeigte aber sich im Spielverlauf, daß der Möllner TSV nicht über die Mittel verfügt, um die technisch überlegenen und in der Abwehr stärkeren Gäste zu besiegen. Der 2:1-Sieg der Oldesloer ist vollauf verdient. Das Ergebnis entspricht jedoch nicht dem wahren Spielverlauf. Ein 3:0-Ergebnis hätte den Leistungen und dem Spielgeschehen (auch nach Ansicht des Möllner Publikums) eher entsprochen. Durch einen Elfmeter kam der Gastgeber zum Ehrentor.

Die Oldesloer - ohne Buls und Moser, dafür wieder mit Herbert Meins im Sturm und Rapski um Tor - zeigten eine bedeutend bessere Leistung als am Vorsonntag. Die Möllner hatten sich viel vorgenommen und gingen gleich mit großem Elan ins Spiel. Beide Mannschaften bevorzugten die Flügel. Die Sturmreihen verstanden es, gut aufgebaute Angriffe schnell in die Strafräume vorzutragen und schufen so gefährliche Momente vor beiden Toren. 30 Minuten lang war das Spiel ausgeglichen. Die 31. Minute brachte die erste Enttäuschung für die Oldesloer. Peters erkämpfte sich den Ball und rannte mit ihm auf das gegnerische Tor zu, wurde dort vom nachlaufenden Gegner im Strafraum gehakt, konnte aber, obwohl er stolperte, den Ball noch ins Tor schießen. Der Schiedsrichter entschied aber auf Foulelfmeter, den Peters verschoß. Die Oldesloer drückten weiterhin stark. Ihre umgestellte Sturmreihe und die Verbindung kombinierten perfekt und zeigten viel Schußfreudigkeit. In der 41. Minute schoß Kneese den Ball aus der Mitte ins Möllner Tor. Nachdem der Ball bereits den Torpfosten passiert hatte, wurde er vom Torwart herausgefaustet, dann aber von Peters aufgenommen und zum Führungstreffer unter die Latte geschossen. Ein weiteres Tor in der 44. Minute wurde für Oldesloe wegen Abseits nicht gegeben.

Vier Minuten nach Anpfiff des zweiten Durchgangs nahm Herbert Meins eine Steilvorlage auf und erzielte aus halbrechter Position den zweiten Treffer für Oldesloe. Danach begann eine neue Möllner Drangperiode. Zeitweise rannten sie mit neun Mann gegen das gegnerische Tor an. Es gelang ihnen aber nicht, das Oldesloer Bollwerk Liedtke, Petersen, Lindemann zu durchbrechen. Auch Torwart Rapski machte seine Sache sehr gut. Einen Handelfmeter Elferts in der 71. Minute konnte er allerdings nicht meistern.
ST

VfL Oldesloe: Harry Rapski - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Werner Petersen, Hermann Lattke - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Jürgen Peters, Kurt Meins, Werner Kneese.
Tore: 0:1 Peters (41.), 0:2 Herbert Meins (49.), 1:2 Elfert (71., Handelfmeter). - Schiedsrichter: Piethe (Dänischburg).

Samstag, 21. April 1956
VfR Todendorf gegen VfL Oldesloe.
In Todendorf empfängt der VfR den Tabellenzweiten VfL Oldesloe. An der Überlegenheit der Kreisstädter ist nicht zu zweifeln. Da die Platzherren nichts mehr zu verlieren haben, ist zu hoffen, daß den ländlichen Fußballfreunden guter Sport ohne unnötige Härte demonstriert wird.
ST

Sonntag, 22. April 1956
Punktspiel VfR Todendorf - VfL Oldesloe 0:1 (0:1)
VfL mit viel Mühe und Not 1:0. Das Ergebnis hätte ebenso umgekehrt lauten können. Wie schon so oft, spielte die Heimmannschaft, und der Gegner gewann. In diesem Spiel kam der VfL Oldesloe zum knappesten Ergebnis. Das eine Tor war gerade keine besondere Leistung. Der Torschütze Kneese stand zu günstig, um vorbeischießen zu können. Es wurde in den 90 Minuten auf beiden Seiten recht fair gekämpft. Todendorf zeigte eines seiner besten Spiele in dieser Serie.
ST

Tor: 0:1 Kneese.

Samstag, 28. April 1956
Morgen im VfL-Stadion: Kraftprobe mit Meister ATSV Lübeck.
Mit dem Treffen der Spitzenreiter ATSV Lübeck und VfL Oldesloe gibt es noch einmal einen Höhepunkt zum Ausklang der Saison. Es ist das letzte Heimspiel des VfL und das letzte Auswärtsspiel des ATSV. Die Lübecker erreichten mit einem Punktverhältnis von 39:5 die Staffelmeisterschaft und die Oldesloer halten ungefährdet mit 33:11 Punkten den zweiten Tabellenplatz. Punktemäßig sind beide Mannschaften auch im gesamten Bezirk Lübeck die Besten, denn der Spitzenreiter der Nordstaffel kann zur Zeit nur 32:12 Punkte nachweisen.

Obwohl für beide Mannschaften nichts mehr auf dem Spiel steht, wird es schon aus Prestigegründen zu einem Kampf mit hohem Einsatz kommen. Der haushohe Sieg der ATSVer über den Ratzeburger SV (9:0) sollte den VfLern, die mit Mühe und Not dem Absteiger VfR Todendorf zwei Punkte entreißen konnten, zu denken geben. Wird es ihnen in ihrer jetzigen Verfassung möglich sein, dem Meister einen Erfolg abzuringen? Die Entscheidung über den Ausgang des Spiels dürfte bei dem Meister liegen, der das Tempo und Spielgeschehen bestimmen sollte, falls er in bester Besetzung antritt.
ST

Sonntag, 29. April 1956
Punktspiel VfL Oldesloe - ATSV Lübeck 1:2 (0:1)
Meister ATSV hatte Glück beim 2:1. VfL lieferte eine ausgeglichene Partie. Den Oldesloern fehlte der Vollstrecker. Ein mitreißender Kampf voller Schnelligkeit brachte dem ATSV Lübeck einen knappen 2:1-Sieg über den VfL Oldesloe. Obgleich für beide Mannschaften das Rennen schon gelaufen ist, gab es einen Kampf, der in der ersten Halbzeit prächtiges Format hatte, später aber zu hart wurde, so daß für den Meister 15 Verwarnungen erteilt werden mußten. Nach dem Spielverlauf und den Leistungen wäre ein Unentschieden gerechtfertigter gewesen, denn die Oldesloer spielten über weite Strecken überlegen. Das Eckenverhältnis 7:4 gibt auch das Chancenverhältnis richtig wieder.

Während die Lübecker zunächst einen gekonnten Flachpaß servierten, bevorzugten die Oldesloer das steile Spiel über die Flügel. Nachdem die Oldesloer sich aber bis zur 40. Minute eine gewisse Überlegenheit heraus-gespielt hatten (4:1 Ecken), nahmen auch die Schwarz-Weißen die Spielweise der Oldesloer an. In der 10. Minute konnten die Lübecker den ersten gefährlichen Schuß auf das gegnerische Tor abgeben, der aber nur die Latte traf. Dagegen brachten die Oldesloer das gegnerische Tor öfter in Gefahr. Bei mehr Schußsicherheit hätten sie sich in diesem Abschnitt eine beruhigende Führung herausschießen können. Ihre Sturmreihe spielte so gut wie kaum jemals zuvor. Es fehlte ihr aber, ohne die spielerischen Fähigkeiten Petersens zu schmälern, der Mann, der als Mittelstürmer die herausgearbeiteten Chancen im gegnerischen Strafraum blitzschnell auswer-tet. Eine Chance drei Meter vor dem leeren Lübecker Tor wurde verschossen, und weitere Bälle konnte der tüchtige ATSV-Torwart leicht abwehren, weil sie ihm in die Arme geschossen wurden.

Die Lübecker Sturmreihe konnte mit ihrem Flachspiel die Oldesloer Hintermannschaft nicht überspielen. Erst die 41. Minute brachte dem Meister das Führungstor, als der Halblinke eine Flanke aufnahm und aus zwei Metern Entfernung ins Oldesloer Tor drücken konnte. Im Gegenzug hätten die Oldesloer noch vor Abpfiff der ersten Halbzeit den Ausgleich herbeiführen können, aber der Ball wurde haushoch über das gegnerische Tor geschossen.

Die Zuschauer, die aufgrund des 9:0-Sieges des Meisters in Ratzeburg über das knappe Halbzeitergebnis in diesem Spiel erstaunt waren, nahmen nach Anpfiff des zweiten Durchgangs an, daß die jetzt mit Rückenwind spielenden Lübecker mit einer Glanzleistung aufwarten würden. Aber zunächst kam es anders. Die 53. Minute brachte dem Gastgeber durch Kneese den Ausgleich, als dieser im Alleingang aus 20 Metern Entfernung den Ball an dem Torwart vorbei einschießen konnte. Was danach im Spiel gezeigt wurde, strotzte von Unfairheiten am laufenden Band. Fouls und undiszipliniertes Verhalten dem Schiedsrichter gegenüber, der es nicht fertig brachte, vom Feldverweis Gebrauch zu machen, hinterließen keinen guten Eindruck bei den Zuschauern, zumal es sich um ein Spiel der beiden Besten der Staffel handelte und für beide nichts mehr auf dem Spiel stand. Eine sonst besser spielende Mannschaft, die mit Ersatz antritt, muß dafür Verständnis haben, daß sie dann auch mal eine Niederlage erleidet. Durch die Unschönheiten verlor das so gut begonnene Spiel an Farbe.

Bis zur 70. Minute diktierten die Oldesloer das Spielgeschehen, und es sah nicht so aus, als ob der ATSV als Sieger vom Platz gehen würde. Nachdem die Oldesloer mehrere Torchancen ausgelassen hatten, konnten die Lübecker in der 78. Minute bei einem Torgeplänkel zum Siegestreffer einschießen. Weitere Versuche des Meisters, den Sieg höher zu gestalten, scheiterten aber an dem zähen Widerstand des gut aufspielenden und technisch gleichwertigen Tabellenzweiten.
ST

VfL Oldesloe: Harry Rapski - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Horst Korn, Hermann Lattke - Alfred Sieveke, Herbert Meins, Werner Petersen, Werner Kneese, Jürgen Peters.
Tore: 0:1 Michallek (41.), 1:1 Kneese (53.), 1:2 Senger (78.). - Zuschauer: 900.

Samstag, 5. Mai 1956
Pokalfahrt des VfL nach Hartenholm.
Der VfL Oldesloe fährt morgen mit seinen Schlachtenbummlern nach Hartenholm, um das am 11. März ausgefallene Pokalspiel gegen den TuS Hartenholm auszutragen. Es ist dies das zweite Pokalspiel auf Bezirksebene. das erste Spiel gegen SV Todesfelde gewann der VfL mit 3:0. Die Oldesloer können auch aus diesem Spiel als Sieger hervorgehen und dadurch eine Runde weiter kommen, wenn sie den Gegner ernst nehmen. Im Erfolgsfalle würden sie auf eine Mannschaft der Landesliga treffen. Da diese Kämpfe für einen Bezirksligisten hinsichtlich des Kräftevergleichs von Bedeu-tung sind, werden die Oldesloer mit einer guten Besetzung in den morgigen Kampf gehen, um zu siegen. TuS Hartenholm spielt in der Kreisklasse Segeberg und erreichte in seiner Staffel einen guten Mittelplatz.
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Sonntag, 6. Mai 1956
Pokal TuS Hartenholm - VfL Oldesloe 3:7 (2:3)
Im DFB-Pokalspiel schlug der VfL Oldesloe den Kreisligisten TuS Hartenholm verdient mit 7:3 und kam dadurch eine Runde weiter. Auf dem unebenen Platz, begünstigt durch den Rückenwind, drängte der Kreisligist in den ersten 15 Minuten stark, so daß die Oldesloer nur defensiv kämpfen konnten. Jensen brachte die Hartenholmer in der 12. Minute sogar in Führung. Ihre Einsatzfreudigkeit wirkte überlegen, und die Nachfrage der heimischen Zuschauer, ob das die beste Oldesloer Mannschaft sei, war zu diesem Zeitpunkt berechtigt. Die Oldesloer, mit Bittkowski in der Verteidigung, ließen das Spiel ruhig angehen und konnten mit den Furchen auf dem Spielfeld zunächst nicht fertig werden. Auch klappte es infolge des Windes nicht so mit ihren Kombinationen, wie sie es sich wohl gewünscht hatten.

Erst in der 19. Minute führte Peters durch einen perfekten Kopfball nach einer Ecke den Ausgleich herbei. Ein Foulelfmeter, von Liedtke getreten, brachte den Oldesloern in der 20. Minute die Führung. Obwohl die Stim-mung des heimischen Publikums durch diesen Führungswechsel sichtlich gedrückt wurde, spielte die Hartenholmer Sturmreihe frei auf und brachte das Oldesloer Tor mehrfach in Gefahr.

Der schlechteste Mann auf dem Platz war der Hartenholmer Torwart. Nervös und unbeholfen wirkten seine Abwehren, und bei etwas mehr Schußglück hätten die Gäste einen zweistelligen Sieg herausschießen können. Auch war die Deckung des Gastgebers nicht sattelfest. In der 24. Minute erzielte Peters nach einer Flanke von Herbert Meins das dritte Tor für die Gäste. Das Anschlußtor in der 32. Minute, das aus einem weiteren Foul-elfmeter folgte, hätte Torwart Rapski halten können, denn der Ball wurde von Göttsch nur schwach geschossen, aber Rapskis Ausfallparade kam zu spät. Beim Stande von 2:3 wurden die Seiten gewechselt.

Im zweiten Durchgang machte sich bei den Oldesloern die technische Überlegenheit mehr und mehr bemerkbar. Erbs in der Verbindung war sehr rührig, und, unterstützt von den anderen Hintermännern, konnte er die Sturmreihe immer wieder schnell zum Angriff ansetzen. Bei einem Torgeplänkel drückte Petersen einen vom gegnerischen Torwart fallengelassenen Ball unmittelbar vor der Linie zum vierten Treffer ein. Die letzten 20 Minuten brachten dann einen neuen Torreigen. Jensen erzielte für die Gastgeber in der 83. Minute das dritte und letzte Tor. Im Gegenzug aber schoß Herbert Meins zum 5:3 für die Oldesloer ein und Petersen verwandelte eine Minute später einen Foulelfmeter. Das Endergebnis stellte Peters in der 87. Minute her.
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VfL Oldesloe: Aufstellung unbekannt.

Tore: 1:0 Jensen (12.), 1:1 Peters (19.), 1:2 Liedtke (20., Foulelfmeter), 1:3 Peters (24.), 2:3 Göttsch (32., Foulelfmeter), 2:4 Petersen, 3:4 Jensen (83.), 3:5 Herbert Meins (84.), 3:6 Petersen (85., Foulelfmeter), 3:7 Peters (87.).

Samstag, 12. Mai 1956
TSV Travemünde gegen VfL im Pokaltreffen.
Der VfL Oldesloe muß morgen sein drittes DFB-Pokalspiel, diesmal auf Landesebene, in Travemünde gegen den TSV Travemünde austragen. Das Los entschied darüber, daß der Gegner des VfL in diesem Spiel ein Bezirksligist der Nordstaffel ist. Der TSV gewann sein letztes Pokalspiel gegen den TSV Malente (Kreisliga) am letzten Sonntag 3:2, nachdem er am Vortage ein Freundschaftsspiel gegen VfL Schwartau (Landesliga) knapp mit 1:2 verloren hatte. In seiner Staffel erreichte der TSV den sechsten Tabellenplatz. Er gilt als besonders heimstark. Saisonbedingt ist bei diesem Spiel mit einer größeren Anzahl Travemünder Zuschauer zu rechnen, die ihre Strandmannschaft als Sieger sehen wollen.

Für die VfLer dürfte es diesmal nicht so glatt abgehen wie in den letzten Pokalspielen gegen die Kreisligisten, es sei denn, daß sie in guter Besetzung antreten und diesen Kampf wirklich ernst nehmen. Dann besteht auch für sie die Chance, eine Runde weiter zu kommen. Infolge eines Vorspiels auf dem gleichen Platz ist dieses Pokalspiel auf 17 Uhr festgesetzt worden. Für die Oldesloer Schlachtenbummler besteht die Möglichkeit, ihre Mannschaft, die um 14 Uhr vom Marktplatz abfährt, zu begleiten.
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Sonntag, 13. Mai 1956
Pokal TSV Travemünde - VfL Oldesloe 1:0 (1:0)
VfL Oldesloe nicht mehr im Pokalrennen. Ersatz schlug nicht ein. Im DFB-Pokalspiel unterlag der mit dreifachem Ersatz spielende VfL Oldesloe dem Tabellensechsten der Nordstaffel, TSV Travemünde, mit 0:1 und wurde somit aus dem Rennen geworfen. Obwohl die Oldesloer das weitaus bessere Eckenverhältnis von 14:4 erzielten, gelang es ihnen nicht, Torwart Schröder zu überwinden. Der Erfolg der TSVer war verdient. Die Elf zeigte ein gradliniges Spiel, das nur auf den Erfolg abgestimmt war.

Der Oldesloer Sturm mit Neumann als Mittelstürmer und Kowallik am rechten Flügel drängte den TSV gleich zu Beginn in die Defensive. Keiner der Zuschauer hatte wohl angenommen, daß gerade zu diesem Zeitpunkt dem Gastgeber das siegbringende Tor glücken sollte. Eine Steilvorlage aus einem Gedränge vor dem Travemünder Tor kam beim zurückhängenden TSV-Mittelstürmer an, dieser flankte den Ball zu seinem ungedeckten Rechtsaußen, der ihn aufnahm und in aller Ruhe vor das Oldesloer Tor geben konnte, wo er mit dem Kopf von Mielke in der 5. Minute eingedrückt wurde. Es war ein Überraschungs- aber auch ein Mustertor.

Obgleich die Oldesloer in den nächsten 15 Minuten stark drängten, Herbert Meins mehrere gut gezielte Fernschüsse auf das Travemünder Tor abgab und das Eckenverhältnis 5:1 für sie stand, kam es nicht zum Ausgleich. Die Gebrüder Meins und Peters taten im Oldesloer Sturm ihr Möglichstes und waren, was Technik anbetraf, die Besten auf dem Platz. Dafür fehlte es aber bei Neumann als Mittelstürmer und Kowallik am rechten Flügel, denen man vor allem Konditionsschwäche anmerkte. Neumanns Schüsse auf das Tor waren weich und unüberlegt und Kowallik war seinem Bewacher technisch und auch im Einsatz nicht gewachsen. Nach dem Wechsel tauschten Neumann und Liedtke ihre Plätze. Die Gäste drückten teilweise so stark, daß sie innerhalb von 15 Minuten sieben Eckbälle erreichten. Der Ausgleich lag in der Luft, aber Torwart Schröder konnte den von seiner Mannschaft herausgekämpften Vorsprung halten. Bei den Oldesloern machte sich das Fehlen von Lattke, Petersen und Kneese bemerkbar. Ihr Mitwirken hätte dem VfL bestimmt den Sieg und ihn damit in den DFB-Pokalspielen eine Runde weiter bringen können.
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VfL Oldesloe: Harry Rapski - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Horst Korn, Roland Erbs - Ernst Kowallik, Herbert Meins, Willi Neumann, Kurt Meins, Jürgen Peters.
Tor: 1:0 Mielke (5.).

Freitag, 18. Mai 1956
Auch die Fußballer in Dänemark.
Gleich den Leichtathleten unternehmen auch die Fußballer des VfL zu Pfingsten eine Dänemarkfahrt. Ihr Ziel ist Vordingborg auf der Insel Seeland, wo die Liga am ersten Feiertag ein Spiel austrägt.
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Samstag, 19. Mai 1956
VfL in Dänemark!
Nicht in stärkster Besetzung fährt die VfL-Liga über die Pfingsttage nach Dänemark. 16 Mann einschließlich Reisebegleiter erwidern den Besuch der dänischen Sportfreunde in Vordingborg (Insel Seeland). Am ersten Pfingsttag kommt es zum Treffen der beiden befreundeten Mannschaften.
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Sonntag, 20. Mai 1956
Freundschaftsspiel Vordingborg IF - VfL Oldesloe 5:1 (3:1)
Die Dänemarkfahrt der Fußballer des VfL bewies einmal mehr die vorbildliche und herzliche Gastfreundschaft der dänischen Sportfreunde. Die freundschaftliche Begegnung auf dem grünen Rasen endete mit einem Erfolg der Gastgeber. Die zusammengewürfelte VfL-Mannschaft kam gegen die geschlossene Mannschaftsleistung Vordingborgs nicht an und verlor glatt 1:5.
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Samstag, 26. Mai 1956
VfL in Nahe als Zünglein an der Waage.
Der VfL Oldesloe trifft morgen in seinem letzten Punktspiel der ablaufenden Saison in Nahe auf den abstiegsbedrohten TSV Nahe, der dann noch gegen den ATSV Mölln antreten muß. Den Segebergern fehlen zum Klassenerhalt noch zwei Punkte. Wer wird sie ihnen liefern? Im letzten Punktspiel konnten die Naher die Preußen in Reinfeld mit 3:0 schlagen. Sie hinterließen durch ihren Einsatz einen guten Eindruck. Auch in dem bevorstehenden Kampf wissen sie, um was es geht, und sie werden nicht sommermüde ins Spiel gehen. Auf keinen Fall werden sie es zu einer 0:10-Niederlage wie im Hinspiel kommen lassen. Beim VfL hapert es zur Zeit an der Besetzung, weswegen er auch aus dem Rennen um den Pokal geworfen wurde. Beginn: 15 Uhr.
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Sonntag, 27. Mai 1956
Punktspiel TSV Nahe - VfL Oldesloe 2:1 (0:1)
VfL-Niederlage besiegelt Trittaus Schicksal. Nahes hart erkämpfter 2:1-Sieg klärte die Frage nach dem zweiten Absteiger. Der TSV Trittau muß den VfR Todendorf auf dem bitteren Weg aus der Bezirksliga in die Kreisliga begleiten. Das ist die Folge der etwas überraschenden Niederlage des VfL Oldesloe in Nahe. Der dortige TSV nutzte die Chance, sich in Sicherheit zu bringen und dem TSV Trittau den schwarzen Peter zuzuschieben, indem er den VfL Oldesloe 2:1 besiegte. Nahe kam dadurch auf 18:28 Punkte vor TSV Trittau (17:31) und VfR Todendorf (10:38).

Man hatte sich in Nahe schon mit einem Unentschieden abgefunden, als dem Gastgeber durch seinen Halbrechten Lüth der entscheidende Treffer gelang. Das Spiel verlief fair, obgleich die Naher das technische Übergewicht der Oldesloer durch hohen Einsatz auszugleichen suchten. Nach zehn Minuten ausgeglichenen Feldspiels schoß Kneese in der 13. Minute nach einem Alleingang zum Führungstreffer für den VfL ein. Die Gastgeber waren offensichtlich beeindruckt. Die Ballabgaben innerhalb der Sturmreihe klappten nicht mehr. Dagegen waren die Naher Deckungsspieler gut und besonders zeichnete sich Torwart Möller durch geschickte Abwehrparaden aus.

Die Gäste ohne Peters, dafür mit Kowallik, machten sich die Schwäche im Naher Sturm zunutze, zeigten ein gutes Kombinationsspiel und kamen immer wieder schnell vor das Naher Gehäuse. Aber wie stets fehlte ihnen der Vollstrecker. Petersen war nicht an der richtigen Stelle eingesetzt. Als Stopper oder Rechtsaußen hätte er bestimmt erfolgreicher gespielt. Kowallik mußte infolge Verletzung für einige Zeit aussetzen. Kein Wunder also, wenn bis zur Pause keine Tore mehr für den VfL fielen.

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs eine Sensation. Eine weite Vorlage der Gastgeber landete im Oldesloer Strafraum und wäre beinahe noch von Nahes Mittelstürmer erreicht worden. Die Oldesloer Verteidigung griff ein und lenkte den Ball in der 46. Minute unglücklicherweise in das eigene Tor. Dieser geschenkte Ausgleich gab den Nahern großen Auftrieb. Wie umgewandelt spielte jetzt ihre Sturmreihe, und die Oldesloer Hintermannschaft hatte genügend zu tun. Beim Verteidiger Liedtke machte sich eine frühere Verletzung bemerkbar und er konnte deshalb nicht voll aufspielen. Kneese als Linksaußen wirkte infolge einer Sehnenzerrung nur noch als Statist mit und fiel 20 Minuten vor Spielende ganz aus. Die Oldesloer hatten wirklich Pech. Keiner hatte wohl im ersten Durchgang an ihrem Sieg gezweifelt. Obgleich Liedtke und Kowallik ihre Plätze gewechselt hatten, kam der müder werdende Oldesloer Sturm nicht mehr richtig zum Zuge. Die 82. Minute brachte den Nahern den Siegestreffer. Lüth schoß aus halbrechter Position zum 2:1 für TSV Nahe ein. Alles in allem war der Sieg glücklich, aber verdient.
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VfL Oldesloe: Harry Rapski - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Roland Erbs, Horst Korn, Hermann Lattke - Herbert Meins, Kurt Meins, Werner Petersen, Werner Kneese, Ernst Kowallik.
Tore: 0:1 Kneese (10.), 1:1 Eigentor (46.), 2:1 Lüth (82.). - Schiedsrichter: Doose (Eichholz).

Samstag, 9. Juni 1956
VfL in Eimsbüttel.
Die Oldesloer fahren geschlossen nach Hamburg zum Spiel Hamburger SV gegen Borussia Dortmund und spielen am Sonntag vormittag (10.45 Uhr) gegen den Eimsbütteler SV. Die Hamburger hatten schon oft Besuch aus dem Kreise Stormarn und zeigten dabei, daß sie etwas vom Fußballspielen verstehen. Falls sich der VfL nicht in stärkster Besetzung auf die Reise begibt, kann es leicht zu einem Hamburger Sieg kommen. Im Vorspiel (9 Uhr) stehen sich die Reservisten beider Vereine gegenüber.
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Sonntag, 10. Juni 1956
Freundschaftsspiel Eimsbütteler SV - VfL Oldesloe 10:2
Die Oldesloer stellten eine Verlegenheitself, die leistungsgerecht den Hamburgern, die den zweite Tabellenplatz in der Germania-Staffel (Verbandsliga) belegen, unterlagen. In der zweiten Halbzeit spielten die Oldesloer nur mit zehn Mann. Neumann wurde des Feldes verwiesen. - Die Reserve des VfL unterlag der Reserve des ESV mit 2:5.
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Samstag, 16. Juni 1956
SC Poppenbüttel beim VfL.
Die Liga des VfL Oldesloe hat morgen den SC Poppenbüttel (Hamburg) zu Gast. Die Poppenbüttler spielen in der Bezirksklasse. Sie erreichten in dieser Saison die Meisterschaft in der Walddörfer-Staffel und damit den Aufstieg in die Hamburger Verbandsliga. Schon am letzten Sonntag mußte der VfL feststellen, daß in dieser Klasse ein guter Fußball gespielt wird, denn er unterlag dem Zweiten der Germania-Staffel, dem Eimsbütteler SV, klar mit 2:10. Obwohl es nur eine Verlegenheitself des VfL war, die diese hohe Niederlage einstecken mußte, besagt das eindeutige Ergebnis immerhin etwas. Die morgigen Gäste unterlagen am gleichen Tage dem Tabellenfünften der Hansa-Staffel, Altona 93 Amateure mit 3:4 und konnten deshalb nicht ganz überzeugen. Das morgige Freundschaftsspiel gibt den Fußballfreun-den in dieser Saison nochmal die Gelegenheit, die VfLer gegen einen zumindest gleichstarken, wenn nicht stärkeren Gegner kämpfen zu sehen. Beginn auf Wunsch des Gästevereins erst um 17 Uhr.
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Sonntag, 17. Juni 1956
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - SC Poppenbüttel 5:4 (2:2)
War das denn nötig, SC Poppenbüttel? Unnötige Härte im Freundschaftsspiel. Ein recht spannungsreiches und kampffreudiges Privatspiel lieferten sich der VfL Oldesloe und der SC Poppenbüttel, das die Oldesloer mit 5:4 verdient gewannen. Die Hamburger, die eine unnötige Härte ins Spiel brachten, verloren in der letzten halben Stunde ihren linken Außenstürmer durch Feldverweis wegen Nachschlagens, und der Oldesloer Mittelläu-fer Lüthje mußte infolge Verletzung durch Buls ersetzt werden.

Obwohl die Hamburger gleich zu Beginn mit viel Einsatz das Spielgeschehen diktieren wollten, kamen sie infolge schlechten Zusammenspiels nicht zum Zuge. Der Oldesloer Sturm und überhaupt die gesamte Mannschaft spielte systemvoller. Durch gute Kombinationsarbeit erzwangen sie sich eine Überlegenheit. Schon in der 7. Minute konnte Herbert Meins nach einer Flanke von König zum Führungstreffer einschießen. Kneese erhöhte in der 10. Minute das Ergebnis auf 2:0. Das dritte Tor in der 16. Minute wurde wegen abseits für den VfL nicht gegeben. Das Eckenverhältnis 4:1 bis zur 20. Minute zeugte deutlich von der Oldesloer Überlegenheit. Den Vorsprung verlor der Gastgeber aber, als sein Mittelläufer in der 27. Minute wegen Verletzung ausscheiden mußte und bis zum Eintreffen des Ersatzmannes Buls zehn Minuten vergingen. Die Gäste nutzten diese Lücke in der Oldesloer Mannschaft und drückten in dieser Zeit gewaltig. Durch einen unerwarteten Fernschuß erreichten sie in der 30. Minute den Anschlußtreffer und vier Minuten später durch einen Eckball den Ausgleich. Hierdurch anscheinend beruhigt, zeigte der Gästesturm dann ein besseres Zusammenspiel.

Die zweite Halbzeit begann der VfL mit einer umgestellten Elf. Petersen spielte auf seinem alten Stopperposten und zeigte hier sein bekanntes Können. Buls als Rechtsaußen spielte sich bald ein und konnte gefallen. Mit weiten Vorlagen aus der Deckung heraus schickten die Hamburger ihren schnellen Halblinken immer wieder auf die Reise, der im Alleingang infolge der weit aufgerückten Oldesloer Deckung für Hamburg die Führung herausschießen konnte. Die Freude hierüber wurde den Hamburgern schon vier Minuten später genommen, als Buls an dem herauslaufenden Torwart vorbei wieder zum Ausgleich eindrücken konnte. Als Kneese in der 59. Minute einen Freistoß verwandelte, resignierten die Gäste und wurden im Spiel zu hart. Mehrere Strafstöße und ein Feldverweis waren die Folge dieser Gangart. Man konnte feststellen, daß einzelne Spieler des Gastgebers die harten Zweikämpfe mieden. Nur hierdurch konnten die Gäste in der 69. Minute wieder ausgleichen. Das weitere Spielgeschehen wickelte sich dann vor dem Hamburger Tor ab. Das Siegestor gelang den Oldesloern in der 81. Minute, als Kneese den Ball zu Meins flankte, der ihn dann einschoß.
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VfL Oldesloe: Harry Rapski - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Werner Lüthje, Hermann Lattke - Werner Petersen, Herbert Meins, Dieter König, Roland Erbs, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Herbert Meins (7.), 2:0 Kneese (10.), 2:1 (30.), 2:2 (34.), 2:3, 3:3 Buls, 4:3 Kneese (59.), 4:4 (69.), 5:4 Kneese (81.). - Platzverweis: NN (SC Poppenbüttel, 60.).

Freitag, 22. Juni 1956
Liga VfL Oldesloe gegen ATSV Sereetz.
Der Tabellendritte der Nordstaffel, ATSV Sereetz, stieg im Herbst in die Bezirksklasse auf, hatte gleich einen guten Start und führte bis kurz vor Beendigung der Herbstserie seine Staffel an. Aber ähnlich wie dem VfL Oldesloe erging es auch ihm; er mußte sich den Lübecker Gegnern beugen. Für den Neuling war es aber immerhin eine hervorragende Leistung, die er im ersten Spieljahr in dieser Klasse vollbrachte.

Wenn es sich bewahrheiten sollte, daß in der Nordstaffel, technisch gesehen, ein besserer Fußball gespielt wird als in der Südstaffel, wird der Gastgeber alles aufbieten müssen, um in diesem Freundschaftsspiel auf dem Exer zum Siege zu kommen. Am letzten Sonntag zeigte der VfL im Spiel gegen SC Poppenbüttel große Kampfesfreude, und sein systemvolles Spiel führte zu einem verdienten Sieg. Da in diesem Treffen auch Nachwuchsspieler ausprobiert werden sollen, ist ein flottes Spiel zu erwarten. Beginn 18.30 Uhr.
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Samstag, 23. Juni 1956
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - ATSV Sereetz 2:1 (1:1)
VfL Oldesloe gewann knapp aber verdient. 2:1 konnte der VfL Oldesloe die Liga des ATSV Sereetz in einem Freundschaftsspiel knapp aber verdient schlagen. Infolge Umbesetzung der Stamm-Mannschaften und Einsatz von Nachwuchskräften hatte das Spiel kein großes Niveau. Einige Spieler zeigten deutlich Konditionsmängel. Die Sereetzer scheiterten an der geschickt operierenden Abwehr der Oldesloer, spielten sonst aber fast gleichwertig.

Unaufhörlich ging ein leichter Nieselregen auf die Kämpfer nieder und vielleicht hatte dieser auch dazu beigetragen, daß das Spiel so wenig Farbe hatte. Bei dem Oldesloer Sturm mit dem Innensturm Meins, König, Buls und Petersen und Kneese an den Flügeln sowie bei den beiden Außenläufern Lüthje und Nußkern ließ der spielerische Zusammenhang viele Wünsche offen. Dafür klappte es aber in der Abwehr. Liedtke, Lindemann und Moser als Stopper um so besser. Diesem Mannschaftsteil hatte der Gastgeber auch den knappen Sieg zu verdanken, denn ein unentschiedener Spielausgang lag im Bereich des Möglichen.

Bei den Gästen konnte die Sturmreihe über weite Strecken gefallen. Sie verstanden etwas vom Flügelspiel, aber die sichere Ballabgabe ließ zu wünschen übrig, da nutzte auch das gegenseitige Monieren nichts. Beson-ders fehlte es auch an Schußkraft und Schußsicherheit vor dem gegnerischen Tor. Schlechtester Mannschaftsteil war die Deckung und der Schlußmann war nicht ganz schuldlos an der Niederlage.

Im ersten Durchgang betonte der VfL zu seinem eigenen Nachteil das flache Innenspiel und nur selten sah man Kombinationszüge, die über drei geschweige denn mehr Stationen liefen. Meins, einer der rührigsten auf dem Platz, konnte in der 16. Minute aus halbrechter Position den Führungstreffer für den Gastgeber herausschießen. Nach weiteren 20 Minuten ausgeglichenem Feldspiel konnten die Gäste dann den Ausgleich erzielen. Mit diesem Ergebnis und einem Eckenverhältnis von 1:3 wurden die Seiten gewechselt.

Im zweiten Durchgang setzte der VfL die Nachwuchskräfte Slawski und Klopp ein. Während Slawski (im Tor) nur einige Male in Aktion zu treten brauchte und sein Gehäuse rein hielt, wurden an Klopp (linker Läufer) grö-ßere Anforderungen gestellt. Seine technischen Leistungen und sein konzentriertes Spielen gefielen. Vielleicht fehlt es ihm noch etwas an Kondition. Abgesehen von einigen Steildurchbrüchen, die dem Gast beinahe noch in den letzten Minuten den Ausgleich gebracht hätten, zeigten die Oldesloer in der letzten Spielhälfte mehr als die Sereetzer.

In der 55. Minute konnte König den Ball über den herausgelaufenen Torwart und den ihn angreifenden Verteidiger hinweg zum 2:1 ins Tor heben. Fünf Minuten später wäre ein weiteres Tor fällig gewesen. Der Oldesloer Petersen flankte den Ball von rechts zur Mitte, von dort wurde er auf das gegnerische Tor geschossen. Abgewehrt kam er wieder zu Petersen, der ihn wieder zur Mitte flankte und noch zweimal wiederholte sich dieselbe Szene, aber der Erfolg blieb aus.

Der Oldesloer König zeigte Einsatz am laufenden Band, auch waren seine technischen Leistungen zufriedenstellend. Ihm fehlte aber ein wenig von dem, was Buls im Innensturm zu seinem Nachteil zu viel hatte, nämlich die Ruhe. Nußkern in der Verbindung zeigte weit mehr als im Vorjahr und wird in der kommenden Saison eine gute Verstärkung für die Liga sein.
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VfL Oldesloe: Harry Rapski (45. Siegfried Slawski) - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann - Karl-Heinz Nußkern, Erich Moser, Werner Lüthje (45. Günter Klopp) - Werner Petersen, Herbert Meins, Dieter König, Hans-Werner Buls, Werner Kneese.
Tore: 1:0 Meins (16.), 1:1 (36.), 2:1 König (55.). - Schiedsrichter: Stoller (Grabau).

Dienstag, 26. Juni 1956
TSV Bargteheide gegen VfL Oldesloe.
Die beiden Mannschaften stehen sich morgen und zwar um 19 Uhr in einem Freundschaftsspiel, dessen Ausgang völlig offen ist, gegenüber. In den Punktspielen der letzten Serie konnte Bargteheide in Oldesloe 1:0 bzw. Oldesloe in Bargteheide 3:1 gewinnen.
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Mittwoch, 27. Juni 1956
Freundschaftsspiel TSV Bargteheide - VfL Oldesloe 0:1 (0:1)
VfL Oldesloe schlug TSV Bargteheide 1:0. Es wurde von beiden Mannschaften ein gleichwertiges Spiel gezeigt. Auf beiden Seiten wurden mehrere gute Chancen vergeben. Das Ergebnis hätte auch ein Unentschieden oder ein 1:0 für Bargteheide sein können. Die Oldesloer brachten teilweise eine nicht immer einwandfreie Härte ins Spiel. Als Milewski einmal freigespielt war und allein dem Tor zustrebte, wurde er im Strafraum von zwei Oldesloer Spielern regelwidrig zu Fall gebracht. Der fällige Elfmeter wurde jedoch vom Schiedsrichter nicht gegeben. Er gab Freistoß von der Strafraumgrenze.

Milewski hatte gleich nach Beginn eine gute Chance, die Bargteheider 1:0 in Führung zu bringen. Er hatte jedoch nicht die Nerven, den Ball zehn Meter vor dem Torwart freistehend an diesen vorbeizubringen. Als zehn Minuten danach dem sonst guten Hansen ein Abschlag mißlang, stand es 1:0 für den VfL. Buls hatte wenig Mühe, den ihm vor die Füße kommenden Ball ins leere Tor zu heben. Bargteheide vergab mehrere Ausgleichschancen. König hatte es in der Hand, auf 2:0 zu erhöhen, verfehlte aber das Tor. In der zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaften abwechselnd Drangperioden. Es gelang jedoch kein Treffer mehr. Bester Spieler beim VfL der Mittelläufer. Bei Bargteheide zeigte der erstmals als Verteidiger spielende Steckmeister eine gute Leistung. Der Schiedsrichter konnte nicht immer überzeugen.
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TSV Bargteheide (Ankündigung): Hansen - Baumann, Tribbensee - Ahlers, Mattulat, Blank - Carstens, Andresen, Milewski, Heitmann, Steckmeister. VfL Oldesloe: Aufstellung unbekannt.
Tor: 0:1 Buls. - Schiedsrichter: Finnern (Reinfeld).

Freitag, 29. Juni 1956
VfL Oldesloe gegen TuS Hamburg.
Beginn Sonnabend 19 Uhr auf dem Exer. Der VfL Oldesloe serviert seinen Fußballfreunden zum Abschluß dieser Saison am Sonnabend nochmals ein schönes Fußballfreundschaftsspiel. Gegner ist diesmal der Tabellenzweite der Verbandsliga (Hammonia-Staffel) TuS Hamburg, der sich neben dem Ahrensburger TSV (Tabellendritter) in dieser Saison vergeblich um den Aufstieg in die Amateurliga bemühte. Nach den bisherigen Leistungen in den Punktkämpfen zu urteilen, stehen sich zwei gleichstarke Gegner gegenüber. In dem bevorstehenden Spiel wird die Kondition und die Besetzung entscheidend sein. Wenn auch die Hamburger in ihren letzten Spielen nicht überzeugen konnten, sollte der Gastgeber dennoch den Gegner ernst nehmen, wenn sie erfolgreich abschneiden wollen, denn erfahrungsgemäß spielen Großstadtmannschaften schon aus Prestigegründen meistens mit hohem Einsatz gegen Kleinstadtmannschaften. Am 1. Juli beginnt die Fußballpause, und es ist anzunehmen, daß dieser letzte Kampf viel Farbe und einen harmonischen Ausklang haben wird.
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Samstag, 30. Juni 1956
Freundschaftsspiel VfL Oldesloe - TuS Hamburg 1:2 (0:1)
Unentschieden wäre gerechter gewesen. Ein spannendes, kampffreudiges Freundschaftsspiel zwischen den Ligen des VfL Oldesloe und des TuS Hamburg endete auf dem Exer mit einem knappen 2:1-Sieg der Hamburger Gäste.

Es ist immer ein Problem, einen Sieg einer Mannschaft als "verdient" zu bezeichnen, wenn der unterlegene Gegner gleich zu Beginn des Spiels einen wertvollen Spieler durch Verletzung verliert. Dieses war der Fall, denn schon nach vier Minuten Spielzeit mußte der Oldesloer Verteidiger Lindemann infolge Handgelenkbruchs in das Unfallkrankenhaus. Aber ohne Unterbrechung ging das Spiel weiter und zwei Minuten später, noch bevor der Ersatzspieler Lüthje eintraf, gelang es den Hamburgern, die schwache Oldesloer Deckung zu überraschen und den Führungstreffer, der sogar entscheidend in diesem Spiel war, herauszuschießen.

Beide Mannschaften nahmen das Spiel so ernst, als wenn es um Punkte gegangen wäre. Die Hamburger stellten eine junge, spritzige Mannschaft, die ein zügiges, weiträumiges Spiel zeigte und in ihrem Schlußmann einen guten Bewahrer des knappen Vorsprungs hatten.

Aber auch die Oldesloer zeigten in diesem Spiel weit mehr als am vergangenen Sonnabend gegen den ATSV Sereetz (2:1). Wieder mit Meins, Buls und König im Innensturm und Kneese und Petersen an den Flügeln, sowie Klopp, Moser und Nußkern in der Läuferreihe erkämpften sie sich haushohe Torchancen, die aber infolge Schußpechs und der guten Abwehrparaden des Hamburger Torhüters bis zur zweiten Halbzeit den Aus-gleich nicht mehr einbrachten. In der Deckung war Lüthje kein gleichwertiger Ersatz für Lindemann. Liedtke dagegen zeigte seine alte Form und Rapski im Tor war besser als je zuvor.

Nach dem Wechsel drückten die Hamburger zunächst stark und brachten unnötige Härten ins Spiel. Die Oldesloer Nachwuchsspieler Klopp und Lüthje waren an diese Gangart anscheinend noch nicht gewöhnt, denn deutlich machten sich bei ihnen Konditionsmängel bemerkbar. In der 60. Minute erhöhten die Gäste auf 2:0 und man nahm schon an, daß die Oldesloer nicht mehr zum Zuge kommen würden. Aber unbeeindruckt durch diesen Torrückstand entwickelten sie wieder ein enorm schnelles Kombinationsspiel, das ihnen in der 76. Minute durch Petersen zum Anschlußtreffer verhalf.

Nach diesem Treffer steigerte sich noch der Druck der Oldesloer und der Ausgleichstreffer lag mehr als einmal in der Luft. Liedtke war zur Verstärkung nach vorne gegangen. Aus allen Lagen wurde auf das gegnerische Tor geschossen und ein Einsatz gezeigt wie im Punktekampf. Die Hamburger verteidigten ihren Torvorsprung mit sieben Mann und das brachte ihnen den Sieg. Noch kurz vor Schluß, als der Hamburger Torwart schon überwunden am Boden lag, konnte ein Gästespieler auf der Torlinie klären. Alles in allem wäre dem Spielverlauf und den Leistungen entsprechend ein Unentschieden verdient gewesen.
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VfL Oldesloe: Harry Rapski - Alfred Liedtke, Wilhelm Lindemann (10. Werner Lüthje) - Karl-Heinz Nußkern, Erich Moser, Günter Klopp - Werner Petersen, Herbert Meins, Hans-Werner Buls, Dieter König, Werner Kneese.
Tore: 0:1 (6.), 0:2 (60.), 1:2 Petersen (76.).

 

Bis zum Jahr 1960