Schuljahr 1956 - 57 Zeitraum Januar - März

 

Donnerstag, 10. Januar 1957

Schulmöbelsorgen

st. – Der Kommunale Haftpflichtschadenausgleich forderte die Stadt Bad Oldesloe auf, die Oberschule mit neuen Schulmöbeln zu versorgen. Grund dafür war die mehrfache Inanspruchnahme der Kasse für Kleiderschäden, die durch alte Schulmöbel in der Oberschule verursacht worden waren. Bürgermeister Barth erklärte dazu, daß eine Neuausstattung der Oberschule mit Möbeln wirklich notwendig sei; sie würde allerdings 13.000 DM kosten. Der Magistrat gab den ebenfalls dringend notwendigen Ersatzbeschaffungen für die Volksschulen noch einmal den Vorrang und bewilligte dafür 6300 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.1.1957

 

Sonnabend, 19. Januar 1957

Schulbau ausgeschrieben

st. – Ab Dienstag gibt das Stadtbauamt die Unterlagen über die Ausschreibung des Volksschulneubaues in der Königsberger Straße aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.1.1957

 

Montag, 21. Januar 1957

Mitbegründer auf der Vesdoro-Versammlung

st. – Auf der gut besuchten Generalversammlung des Vesdoro im Gasthof Hildebrandt begrüßte Vorsitzender Hans Werner Meyer zwei der Mitbegründer dieser Vereinigung ehemaliger Oldesloer Oberschüler: Wilhelm Schoer und Paul Wiemer, beide Hamburg. Anläßlich seines 50jährigen Bestehens im kommenden Jahr will der Verein eine Jubiläumsfeier veranstalten. Unter den Versammlungsteilnehmern befanden sich drei ehemalige Lehrer und, als Vertreter der Theodor-Mommsen-Schule, Oberstudienrat Schlegel. Dieser trat für eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Vesdoro ein. Der Vorstand mit Hans Werner Meyer an der Spitze wurde einstimmig wiedergewählt. An dem anschließenden Grünkohlessen nahmen erstmalig im 49jährigen Bestehen das Vereins zwei Damen teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1957

 

Freitag, 25. Januar 1957

Schulkinder gefährdet!

st. – Durch den in der letzten Zeit immer stärker anwachsenden Verkehr in der Königstraße sind die Kinder, die die Stadtschulen besuchen, stärker als früher gefährdet. Erst gestern konnte ein geistesgegenwärtiger junger Kraftfahrer, der einen Volkswagen mit der Nummer OD-A 123 steuerte, ein neunjähriges Mädchen, das vom Schulhof auf die Fahrbahn lief, nur durch scharfes Bremsen vor dem Überfahrenwerden retten. Warnschilder oder besondere Übergänge für die Schulkinder erscheinen dort dringend erforderlich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1957

 

Sonnabend, 9. Februar 1957

Dr. Vogler 75 Jahre

st. – Heute feiert Studienrat Dr. Heinrich Vogler seinen 75. Geburtstag. Trat er auch 1947 in den Ruhestand, so ist doch der Kontakt mit der Theodor-Mommsen-Schule nicht abgerissen. Der geschätzte und bei Eltern und Kindern sehr beliebte Pädagoge war von 1909 bis zu seiner Pensionierung mit Ausnahme der Kriegsjahre am hiesigen Gymnasium tätig. Am Ersten Weltkrieg nahm er aktiv teil. Erst 1919 kehrte er aus englischer Kriegsgefangenschaft heim. Während des Zweiten Weltkrieges stand er als Major dem Wehrmeldeamt Bad Oldesloe vor. Dieser Krieg raubte ihm drei Söhne.

Seit fünf Jahren ist Dr. Vogler Dozent der Volkshochschule, an der er Fremdsprachen unterrichtet. Sein heutiger Geburtstag wird für viele Freunde ein willkommener Anlaß sein, ihm zu danken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1957

 

Sonnabend, 9. Februar 1957

66 Schulen mußten mit nein antworten

Zu wenig Badegelegenheiten – Trotzdem können 57 Prozent der Schulabgänger schwimmen

st. – Das Kreisschulamt gibt die Schwimmstatistik für 1956 bekannt. Positive Feststellung: Von 2046 Schulabgängern zu Ostern 1957 sind 1168 Schwimmer, also 57 Prozent. Negative Feststellung: 66 Schulen erteilten keinen Schwimmunterricht.

Der Grund hierfür ist in dem Fehlen von Schwimmgelegenheiten zu finden. Nur sechs Schulen stehen ausgebaute Badeanstalten zur Verfügung, neun verfügen über behelfsmäßige Badestellen, für 25 ist die Badegelegenheit zwei bis drei Kilometer entfernt, die übrigen 57 müssen verzichten. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1957

 

Sonnabend, 9. Februar 1957

Herr Lehrer, ich hab‘ vergessen…

Sind Schulkinder wirklich überfordert?

Elf Jahre sind vergangen, seit der Krieg zu Ende ist. Seit sieben Jahren gibt es eine Deutsche Bundesrepublik. Die Wirtschaft erlebt eine Hochkonjunktur. Aber trotz eines umfangreichen Bundeskabinetts gibt es bis heute keinen Bundeskulturminister. Dafür sehen sich die Schulen, die ein entscheidender Faktor im Arbeitsbereich eines Kultusministeriums darstellen, einer auf Länder verteilten Ratlosigkeit gegenüber. Sie sind zum Stiefkind jeglicher Finanzpolitik geworden … und die Staatsbürger von morgen, die heute noch die Schulbank drücken, haben es aus zu baden.

Es fehlt am Geld

„Ich muß Ihnen sagen, mein Junge schafft einfach seine Schularbeiten nicht mehr.“ Mit aufgeregter Stimme richtet eine junge Mutter diese Worte an den Klassenlehrer ihres Sohnes, der im sechsten Schuljahr zur Volksschule geht. Ein junger Mann, Anfang 30, im schlichten Sportanzug und mit einer abgeschabten Aktenmappe unter dem Arm hört ihr aufmerksam zu. Ab und zu hebt er die Schulter, schüttelt den Kopf und will selbst etwas erwidern. Aber die Frau muß sich erst alles von der Seele reden, ehe er zu Wort kommt.

„Sehen Sie“ – fährt sie fort – „da kommt er dann mittags nach Hause, hat kaum gegessen, stürzt sich auf seine Schularbeiten, und wenn er etwa noch Fußballspielen gehen will, ist es längst zu spät dafür geworden. Das ist doch kein Leben für ein Kind. Immer wieder muß er mich fragen: wie ist das, was heißt das. Erklären Sie denn nichts in der Klasse, müssen denn die Kinder alles zu Hause lernen? Dann brauchten sie ja gar nicht zur Schule zu gehen!“

Endlich ist der junge Lehrer an der Reihe. „Natürlich erkläre ich in der Klasse!“ betont er energisch, „aber Sie werden ja von ihrem Jungen Wissen, daß er diese Klasse mit 46 anderen Mitschülern teilt. Wann kommt denn dann mal einer im Unterricht dran, und es ist einfach menschenmöglich, daß ich mich bei jedem einzelnen vergewissere, ob er auch mitgekommen ist, ob er auch verstanden hat, was ich sagte. Wer sich zutraut, fragt dann schon, aber die meisten werden das nicht tun. Darum erkläre ich sogar fast immer alles sowieso zweimal. Denn wann hat man schon mit zwölf Jahren den Mut, vor 45 anderen zuzugeben, daß man etwas nicht versteht. So wird es Ihrem Jungen auch ergehen. Und ich wäre sogar froh, Sie und andere Mütter könnten diese Erfahrung einmal gemeinsam in der Elternversammlung vortragen. Dann würde vielleicht eine Entschließung der Elternschaft unserer Schule wenigstens beim Landes-Kultus Ministerium eingereicht werden. Wir brauchen mehr Klassenräume, wir brauchen mehr Lehrkräfte. Mit einem Wort: es fehlt auch bei uns am Gelde. Von staatlicher Seite wird heute für die Erziehung der Kinder zu wenig eingesetzt. Das kann der einzelne kleine Lehrer dann auch nicht mehr ausgleichen.“

Es ist nicht das erste Mal, daß der junge Volksschullehrer eine solche Unterhaltung führt, und er steht damit nicht allein da. Tausenden seiner Kollegen geht es ganz genauso und Hunderttausende von Müttern und Vätern bewegen die gleichen Fragen wie jene junge Frau mit ihrem zwölfjährigen Sohn.

Zirkus um das Schulkind

Wie kommt das! Ist die Schule tatsächlich ein Stiefkind unserer Überorganisation geworden, und warum versucht man nicht, dem entgegenzuwirken?

Über das Problem der Schule, und vor allem der Schüler – hin und wieder auch einmal über das der Lehrer –, ist in letzter Zeit erstaunlich viel geschrieben und diskutiert worden. Man hat die Schulkinder getestet, untersucht und psychologisch durchleuchtet. Es wurde ihnen der Puls gemessen, vor und nach dem Unterricht, vor und nach dem Essen. Man stellte fest, wie viele von jeweils hundert lebhaft und wie viele müde reagierten. Es wurde festgestellt, daß heute 30 Prozent aller Volksschüler der Schulziel nicht erreichen, aber man vergaß zu betonen, daß es vor fünfzig Jahren beinahe 40 Prozent waren und mittlerweile haben sich die schulischen Bedingungen bekanntlich für Kind und Lehrer verschlechtert und nicht verbessert, trotzdem kommen mehr in die achte Klasse als damals.

Diesem Zirkus um das Schulkind auf der einen Seite stehen auf der anderen Seite Ansuchen von Eltern gegenüber, wie zum Beispiel des Landeselternbeirates der Volksschulen Schleswig-Holsteins, die sich durchaus für eine Prügelstrafe in Maßen einsetzen und das mit den Worten begründeten „In schwerwiegenden Fällen halten wir es aus der Verantwortung gegenüber den anderen Kindern für angebracht, daß in der Schule maßvoll gezüchtet wird.“

Gehälter zu gering

Das alles sind Zeichen der hin- und herschwankenden Meinungen und Ansichten zu einem der brennendsten Probleme unserer Tage. Wo aber liegt nun der Schwerpunkt zwischen Überbewertung des Kindes und seiner Überbelastung?

Zunächst einmal hat selbst die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft festgestellt, daß bei einem Vergleich mit den Schulverhältnissen von 1930

  • die Überfüllung der Klassen,
  • der Lehrermangel,
  • der noch heute überall übliche Schichtunterricht,
  • die sogenannten Wanderklassen und ein auffallender Mangel an Lehrmitteln

bei nahezu jeder Grundschule spürbar sind.

Der Überfüllung der Klassen könnte einmal mit neuen Schulgebäuden begegnet werden. Dafür fehlen – wie bereits betont – die Mittel. Es müßten aber auch bei einer Aufteilung der Mammutklassen ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen, und dafür fehlen die Menschen. Hier aber liegt der Angelpunkt des Problems: Niemand will mehr Lehrer werden und vor allem nicht Volksschullehrer. Die Gehälter sind zu gering, heißt es.

Der junge Lehrer verdient nach Abschluß seiner Ausbildung circa 500 DM. Im dritten und vierten Berufsjahr erhält er etwa 20 DM mehr und als Verheirateter werden ihm circa 60 DM mehr ausgezahlt.

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob diese Bezahlung als gut oder schlecht anzusehen ist, auf jeden Fall hält sie natürlich mit der Entwicklung in der freien Wirtschaft nicht Schritt. Dort kann heute ein Spezialarbeiter als formal in der keramischen Industrie und nach höchstens drei Ausbildungsjahren im Akkord gut und gern mit 25 Jahren seine 800 DM nach Hause tragen. Und mancher Maurer bringt es schneller auf 1000 DM als ein Lehrer mit Studienausbildung.

Das Ansehen sinkt

Darin aber liegt ein weiterer Grund, warum niemand mehr Lehrer werden will – „das gesellschaftliche Ansehen der Lehrerschaft sinkt ständig“, – das weiß man selbst in der zuständigen Gewerkschaft. Aber was tut man dagegen?

Der Lehrer; der infolge mangelnder Räume, allzuvieler Schüler, und der in sehr vielen Fällen im ebenfalls überlasteten Elternhaus kaum noch erzogene Kinder, pädagogisch in seiner Klasse nicht mit durchgreifen und keine Erfolge mehr erzielen kann, muß natürlich an Autorität verlieren.

Dann kommt dazu, daß überaltete Lehrkräfte – und wie es heißt „vorwiegend Fräuleins“auf dem Katheder sitzen, und es ergeben sich Gespräche wie jenes, das eine andere Mutter mit der 58jährigen Klassenlehrerin ihres 13jährigen führte:

„Warum lernen unsere Kinder nur so wenig und warum finde ich die Hefte stets so flüchtig oder gar nicht und erst nach vielen Tagen von Ihnen durchgesehen wieder?“ „Ja meine liebe Frau“, meinte daraufhin die alte Dame mit dünner Stimme, „tragen Sie mal in meinem Alter 63 Schülerhefte täglich mit nach Hause, das ist ein Gewicht, das ist ein Gewicht! Mehr kann ich nicht schleppen!“ Kommentar überflüssig.

Nervöse Kinder

Soweit es den Schüler angeht, hat man bei ungezählten Umfragen unter Lehrern und Schülern herausgefunden, daß die heutigen Volksschuljahrgänge besonders nervös sind, wodurch das Lernen wie das Lehren gleichermaßen erschwert werden. Man erklärt es einerseits mit der Tatsache, daß die Kinder, die heute die Schulbank drücken, noch in den unruhigen Kriegszeiten geboren wurden, und zum anderen damit, daß heute ein Sechsjähriger – wie es ein bekannter Publizist ausdrückte – „mehr an neuen Eindrücken zu verarbeiten hat, als mancher Greis einer früheren Generation.“ Und ein erfahrener Pädagoge stellte in langen Jahren der Beobachtung fest: „Die Kinder lernten vor dem Kriege einfach, was ihnen vorgesetzt wurde. Heute nehmen sie dazu Stellung, sind kritisch, und wollen auch in den oberen Volksschulklassen wissen, warum sie dies und jenes lernen müssen. Sie sind von vornherein mehr auf Nützlichkeit und Praxis eingestellt und stehen allem, was sie davon entfernt, beinahe widerwillig gegenüber.“

„Hör mal, gehst du heute mit mir Zeitung austragen? Du kriegst was ab!“ Das fragte der 12jährige Franz seinen 13jährigen Freund Peter, während sie von der Schule nach Hause gehen. „Nöö, ich kann nicht, wir haben doch zu viel auf.“ „Ach was“, meinte Franz, „morgen kommst du sowieso nicht dran, wir sind ja heute bloß bis zur fünften Reihe gekommen.“ „Na, und übermorgen weiß ich es dann nicht mehr“, „Macht nix, dann sagst du eben, Herr Lehrer, ich habe vergessen, dann erklärt er es nochmal.“

So sieht es sich dann für die Schulkinder selber an, auf die es letzten Endes ankommt, und die die unzureichende Schulsituation mit mangelhafter Ausbildung oder mit ihrer Gesundheit zu bezahlen haben, wenn man in den zuständigen staatlichen Stellen nicht bald in der Lage sein wird, die schulischen Verhältnisse auf breiter Grundlage zu bessern. Das aber wäre eine dankenswerte Aufgabe für einen Bundes-Kultusminister. Rosemarie Winter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1957

 

Donnerstag, 14. Februar 1957

Lehrer i.R. Otto Hempel gestorben

Fr. – In Unkel-Heister am Rhein verstarb Lehrer i.R. Otto Hempel im 82.Lebensjahr. Erst im Frühjahr 1955 war er, der viele Jahre als Lehrer in der Kreisstadt tätig war, nach Unkel-Heister verzogen, um in der Nähe seiner in Bonn wohnenden Kinder den Lebensabend zu verbringen. Außer als Lehrer war er auch als langjähriger zweiter Vorsitzender der Kyffhäuser-Kameradschaft geschätzt. Die Kameradschaft in Bad Oldesloe wählte ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.2.1957

 

Donnerstag, 21. Februar 1957

Schulbauarbeiten vergeben

st. – Die Arbeiten für den Bau der dritten Volksschule in der Kreisstadt sind vergeben worden. In Kürze, vermutlich schon Ende dieses Monats, kann mit den Bauarbeiten auf dem bereits ausgeschachteten Gelände an der Königsberger Straße begonnen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1957

 

Dienstag, 26. Februar 1957

Ehrung

st. – Der Schleswig-Holsteinische Leichtathletikverband verlieh Bernhard Nowak, Sportlehrer an der Königin-Luise-Schule, in Würdigung seiner Jugendarbeit die Silberne Ehrennadel.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1957

 

Dienstag, 26. Februar 1957

Hallensportfest der Oldesloer Mittelschule

N. – Das Bemühen der Lehrkräfte, ihren Schülern Sportmöglichkeiten zu bieten, weil eine einzige Turnstunde in der Woche für die heranwachsende Jugend fast bedeutungslos ist, veranlaßte die Mittelschule zu einem Hallensportfest, das den vollen Anklang der jugendlichen Zuschauer und Teilnehmer fand.

Die für den kleinen Hallenraum ausgeschriebenen Disziplinen waren so stark besetzt, daß viele Vorentscheidungen stattfinden mußten. 84 Schüler und Schülerinnen qualifizierten sich für die Entscheidungen in der Kurzstrecke, im Medizinballstoßen, Hochsprung und Rundenlauf. Rektor Heinrich Lüth überreichte den Siegern Urkunden.

Im nächsten Monat veranstaltet die Schule einen Turnabend in Verbindung mit einer Gesamtelternversammlung, der den Eltern den Leistungsstand ihrer Kinder in den Leibesübungen vermitteln wird.

Kurzstrecke:

  • Weibliche Jugend A: 1. Irmtraut Jürs, 2. Inge Wilkerling, 3. Ellen Küppers.
  • Weibliche Jugend B: 1. Waltraut Rietzke, 2. Anke Stratmann, 3. Ilse Peeck.
  • Weibliche Jugend C: 1. Margret Martens, 2. Lore Vincentini, 3. Wiebke Schlobohm.
  • Männliche Jugend A: 1. Klaus Meißner, 2. Ernst-Friedrich Schmidt, 3. Dieter Gerke.
  • Männliche Jugend B: 1. Heinz Stuhrmann, 2. Jürgen Scherbarth, 3. Ulrich Behrend.
  • Männliche Jugend C: 1. Jürgen Winkler, 2. Henning Arps, 3. Dieter Peters.

Ballstoßen (Medizinball):

  • Weibliche Jugend A: 1. Irmtraut Jürs 10,65 Meter, 2. Erika Mielke 7,70, 3. Ellen Küppers 8,70.
  • Weibliche Jugend B: 1. Ulrike Pohlenz 8,55 Meter, 2. Waltraut Rietzke 8,40, 3. Ilse Peeck 8,18.
  • Weibliche Jugend C: 1. Rosemarie Brand 10,70 Meter, 2. Gundi Schweim 9,10, 3. Margret Martens 8,65.
  • Männliche Jugend A: 1. Detlef Ahlers 13,56 Meter, 2. Horst-Rüdiger Prahl 13,20, 3. Teja Herzog 13,24.
  • Männliche Jugend B: 1. Dietrich Holst 16,23 Meter, 2. Alfred Bretzlaff 15,46, 3. Georg Mertins 14,35.
  • Männliche Jugend C: 1. Rainer Arps 12,70 Meter, 2. Jürgen Winkler 10,45, 34. Henning Arps 9,75.

Hochsprung:

  • Weibliche Jugend A: 1. Irmtraut Jürs 1,35 Meter, 2. Inge Wilkerling 1,15, 3. Erika Mielke 1,15.
  • Weibliche Jugend B: 1. Vera Vüllers 1,20 Meter, 2. Anke Stratmann 1,15, 3. Waltraut Rietzke 1,10.
  • Weibliche Jugend C: 1. Margret Martens 1,30 Meter, 2. Marion Klinck 1,25, 3. Lore Vincentini 1,20.
  • Männliche Jugend A: 1. Ernst-Friedrich Schmidt 1,60 Meter, 2. Horst-Rüdiger Prahl 1,50, 3. Karl-Heinz Lüth 1,50.
  • Männliche Jugend B: 1. Georg Mertins 1,50 Meter, 2. Gerd Büsing 1,50, 3. Volker Benzmann 1,45.
  • Männliche Jugend C: Gert Girschkowski 1,35 Meter, 2. Jürgen Winkler 1,30, 3. Rainer Arps 1,20.

Rundenlauf:

  • Weibliche Jugend A, 4 Runden: 1. Inge Wilkerliung, 2. Hannelore Reichert, 3. Ellen Küppers.
  • Weibliche Jugend B, 4 Runden: 1. Frauke Luwald, 2. Anke Stratmann, 3. Ilse Peeck.
  • Weibliche Jugend C, 4 Runden: 1. Lore Vincentini, 2. Margret Martens, 3. Dörten Ohrt und Gundi Schweim.
  • Männliche Jugend A, 8 Runden: 1. Karl-Heinz Lüth, 2. Ernst-Friedrich Schmidt, 3. Detlef Ahlers.
  • Männliche Jugend B, 6 Runden: 1. Georg Mertins, 2. Volker Benzmann, 3. Alfred Bretzlaff.
  • Männliche Jugend C, 4. Runden: 1. Walter Riecken, 2. Dieter Peters und Hermann Schop, 3. Steenbock und Girschkowski.

Staffel 4 mal 2 Runden:

Sieger wurden: Klasse 6b, 7a, 8b, 9a, 10a (Mädchen), 6a, 7b, 8b (Jungen).

Federball:

Sieger im Jungen-Doppel: Wolfgang Busch, Gert Girschkowski.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1957

 

Mittwoch, 27. Februar 1957

Stadt- und Kreisprobleme vor der CDU

Bürgerworthalter Rosch wieder zum Vorsitzenden gewählt

Aussprache um Turnhallenbau …

st. – Bürgerworthalter Willy Rosch wurde auf der Jahreshauptversammlung des CDU-Bezirksverbandes Bad Oldesloe-Stadt in der „Gaststätte Haberland“ einmütig erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er steht nun seit zehn Jahren an der Spitze der Oldesloer CDU. …

In der Debatte wurde eine ganze Reihe kommunalpolitischer Probleme auf Stadt- und Kreisebene angesprochen.

Vorsitzender Rosch erklärte, der städtische Kulturausschuß habe sich für den sofortigen Bau einer Turnhalle ausgesprochen.

Studienrat Johannes Ludwig meinte dazu, daß die Schaffung einer neuen Halle für 1300 Ober- und Mittelschüler ein brennendes Problem sei. Aus Raumnot erhielten die Schüler zur Zeit nur ein Drittel des notwendigen Turnunterrichts. „Die Haltungsschäden unserer Jugend sind so stark gewachsen, daß der Bau der Turnhalle nicht mehr hinausgeschoben werden kann!“

Studienrat Ludwig hat bereits zusammen mit Stadtbaumeister Walter Heinemann die neue Turnhalle in Trittau besichtigt. „Diese Halle kostete 150.000 DM und wäre auch für uns geradezu ideal. Vom Land erhalten wir 35 Prozent der Kosten als Zuschuß. Die Regierung will dieses Geld aber nicht mehr lange für Bad Oldesloe bereithalten. Wir müssen daher schnell zugreifen!“

Stadtverordneter Erich Hauschild meinte in der Aussprache dazu, daß der Bau von Wohnungen wichtiger sei als eine neue Turnhalle, für die die Stadt ihre letzten verfügbaren 100.000 Mark opfern müßte.

Im Finanzausschuß hat es nur eine knappe Mehrheit für den Turnhallenbau gegeben, der für 170.000 DM auf dem Hof der Oberschule und einem angrenzenden Grundstück errichtet werden soll.

Bürgerworthalter Rosch kündigte an, daß am 12. März eine Sitzung des Stadtparlaments stattfinden soll, auf der über den Bau der Turnhalle beraten und beschlossen werde. „Solange will die Regierung uns noch Zeit geben.“ …

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1957

 

Freitag, 1. März 1957

Das Elternhaus noch Hort der Sicherheit?

Hauptstudienleiter der Evangelischen Akademie Loccum sprach in Bad Oldesloe über die Jugend

Ho. – Die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Jugendlichen und dem Erwachsenen ist die wichtigste Frage, die es zu beantworten gilt, betonte Dr. Gerd Heinz-Mohr, der Hauptstudienleiter der Evangelischen Akademie Loccum, in seinem sehr gut besuchten Vortrag vor dem Evangelischen Laiendienst.

„Die Jugend heute“ lautete sein Thema. Wie steht der Jugendliche, der besonders scharf die Schwächen, die Risse und Sprünge sieht, zu seinem Elternhaus? Ist es ihm noch ein Hort der Sicherheit, der Stetigkeit und des ethischen Vorbildes? fragte der Redner, um dann fortzufahren: „Jeder, der mit jungen Menschen zu tun hat, lehrt und bildet. Aber die Botschaft, die er zu verkünden hat, wird oftmals überhört durch andere, lautere und stärkere Botschaften.“

Der Pädagoge sieht sich außerdem in der schwierigen Situation, den Jugendlichen für eine Welt erziehen zu müssen, vor der er ihn eigentlich schützen müßte.

Eine erfolgreiche Bildungsarbeit an der Jugend läßt sich aber nur dann durchführen, wenn man erkennt, daß die Jugendzeit sowohl den Charakter der Eigengesetzlichkeit als auch den einer Durchgangsstufe hat.

Die Besonderheit der jugendlichen Entwicklung liegt darin, daß der Jugendliche besonders stark dem Widerstreit verschiedenster Strebungen ausgesetzt ist. Enthusiasmus und Zynismus liegen eng beieinander und sind begründet durch die Schwierigkeit, sich in der Gesellschaft Erwachsener zurechtzufinden Die Verlegenheit mit den vielen ihm noch unbekannten Problemen fertig zu werden, führt ihn auf dem Wege des Ausgleichs dazu, sich über den anderen zu stellen.

Radikalität im Einsatz für Ideale. die aber ohne Erschütterung leicht gewechselt werden können und ein weiteres Kennzeichen der eigenen Welt, in der der Jugendliche lebt.

In dieser Entwicklungsstufe sucht der junge Mensch nach einem Halt, nach einem Vorbild und erwartet von dem Erwachsenen einen festen Standpunkt wo er selbst schwankend ist. Damit stellt sich dem Erwachsenen eine Aufgabe, bei der er sich darüber klar zu sein hat, daß er sehr kritisch betrachtet wird und daß jede unechte Haltung und Handlung sofort durchschaut wird.

Aufrichtigkeit und Wille zur Wahrheit müssen den Erwachsenen beherrschen, wenn ihm der Jugendliche fragend gegenübertritt. Jede kindliche Frage muß richtig beantwortet werden; das gilt besonders auch auf dem Gebiet des Sexuellen.

Die heutige Jugend wird weitgehend von der Skepsis beherrscht, einer Skepsis, die nicht notwendig zur Verwertung aller Werte führen muß, sondern aus Vertrauen erwachsen kann, ein Vertrauen allerdings, das dem Erwachsenen keine Neutralität erlaubt.

In der nachfolgenden Diskussion wurde besonders die Frage nach der Verantwortlichkeit (Eltern, Staat, Eigenverantwortlichkeit der Jugend) gestellt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1957

 

Freitag, 1. März 1957

Abiturientenprüfung erst Mitte März

st. – Die Abiturientenprüfung an der Theodor-Mommsen-Schule findet am 11. und 12. März statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1957

 

Freitag, 1. März 1957

Steuersenkung und Turnhalle

SPD-Ortsgruppe behandelte Oldesloer Hauptprobleme

st. – Die Steuersenkung und der Turnhallenbau standen im Mittelpunkt der gut besuchten SPD-Ortsgruppenversammlung im „Hotel Stadt Kiel“.

Vorsitzender Georg Schömer betonte, daß beide Probleme in der SPD-Fraktion des Stadtparlamentes bereits seit langem positiv entschieden worden seien. … Steuersenkungen sollen erfolgen trotz der dringlichen Aufgaben, die von der Stadt zu lösen sind.

Zu diesen Aufgaben gehört auch der Turnhallenbau. Nach den Richtlinien werden für eine Stadt von der Größe Bad Oldesloes fünf Hallen als erforderlich angesehen. Die Kreisstadt besitzt aber nur zwei; davon ist die eine aus dem Jahre 1898 nur beschränkt verwendungsfähig. Somit ist der Bau der dritten Turnhalle unbedingt notwendig.

Wie Vorsitzender Schömer erklärte, ist die Initiative zur Lösung beider in der Versammlung behandelten Themen von der SPD ausgegangen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1957

 

Freitag, 1. März 1957

80 Schulen im Wettbewerb

st. – 80 von 100 Stormarner Schulen haben sich an dem Aufsatzwettbewerb des Kreises für Schüler und Schülerinnen des achten Schuljahres beteiligt. Er hatte das Rahmenthema: „Auf der Landstraße – Verkehr – Verkehrserziehung“. Die Prüfung der beim Kreisschulamt abgelieferten Arbeiten erfolgt in etwa einer Woche.

Für Landschulen bis zu drei Klassen sind zehn Preise zu 50 DM, für vier- bis neunklassige Stadt-und Landschulen sind zehn Preise zu 100 DM und für Mittelschulen, Aufbauzüge und Gymnasien sind fünf Preise zu 100 DM ausgesetzt. Insgesamt werden also 2000 DM verteilt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.3.1957

 

Sonnabend, 2. März 1957

Stadtparlament berät Turnhallenbau

st. – Die Stadtverordneten treten am Dienstag, dem 12. März, zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Die Tagesordnung umfaßt zwölf Punkte. Im Vordergrund steht die Beratung eines Baues einer neuen Turnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1957

 

Freitag, 8. März 1957

Konzert der Theodor-Mommsen-Schule

st. – Morgen um 18.30 Uhr veranstaltet die Theodor-Mommsen-Schule in ihrer Aula ein Schulkonzert. Unter Leitung von Studienrat Fritz Alshuth musizieren der Schulchor und das Schulorchester. Solisten sind Renate Hangarter (Violine), Gerlinde Graw und Heiko Wolgast (Gesang). Auf dem Programm stehen Werke von Händel, Mozart, Hindemith, Reger, Bach, Stamitz, Brahms, Schumann u.a.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.3.1957

 

Sonnabend, 9. März 1957

Wieder Kompetenzstreit in Bad Oldesloe

Ist der Magistrat an Ausschußempfehlungen gebunden?

Sitzung des Bauausschusses flog auf – Grundsätzliche Klärung der Befugnisse gefordert

st. – Zu erheblichen Spannungen ist es, wie aus Stadtverordnetenkreisen verlautet, in der letzten Sitzung des städtischen Bauausschusses gekommen. Sie führten zum vorzeitigen Abbruch der Beratungen. Mehrere Mitglieder forderten eine Klärung der Befugnisse des Bauausschusses, über die es bereits in letzter Zeit zu Meinungsverschiedenheiten gekommen war.

Es ging diesmal um die Vergabe der Arbeiten für den Bau der dritten Volksschule. Der Magistrat hatte sich über die Empfehlung des Bauausschusses insofern hinweggesetzt, als er die Maurer- und Zimmererarbeiten nicht, wie vom Ausschuß vorgesehen, an einen Unternehmer zu vergeben beschloß, sondern die Arbeiten auf zwei Unternehmer verteilte.

Die Bauausschußmitglieder wollen ihre Funktion erst dann wieder aufnehmen, wenn ihr Aufgabenkreis klar umrissen ist. …

Nach der neuerlichen Auseinandersetzung erscheint es im Interesse einer gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Bauausschuß und Magistrat tatsächlich höchst wünschenswert, die beiderseitigen Befugnisse grundsätzlich zu klären.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1957

 

Sonnabend, 9. März 1957

Theodor-Mommsen-Schüler musizierten

Hv. – Mit der Ouvertüre aus dem Oratorium „Messias“ von Händel eröffnete das Orchester der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe deren Schulkonzert, das im ersten Teil ernste klassische und im zweiten Teil gesellig-heitere brachte.

Die Einleitung wie auch alle weiteren Darbietungen zeichneten sich durch ein geschlossenes einheitliches und sauberes Musizieren aus und ließen erkennen, daß das Können des Chores und des Orchesters unter der Leitung von Studienrat Fritz Alshuth seit dem Konzert vor wenigen Monaten noch gewachsen ist.

Mozarts „Ave verum“ setzte das Konzert fort, ruhig und Klang schön gesungen vom Schulchor, dem sich zwei herrliche, überzeugend vorgetragene Chorwerke von Paul Hindemith und Max Reger anschlossen.

Mit einer guten Leistung an Tonqualität und musikalischer Empfindung stellte sich darauf die junge Renate Hangarter mit dem Violinkonzert G-Moll von Johann Sebastian Bach vor. Sehr gut gelangen besonders der innig gespielte zweite und der dritte Satz. Das Orchester paßte sich der Solistin gut und mitgehend an.

Mozarts „Allegro in F-Dur“ heiter und locker vom Orchester gespielt, leitete zum zweiten Teil des Programms über.

Eine reine, bewegende Freude waren die darauf erklingenden klaren und hellen Mädchenstimmen mit den drei Volksliedern mit Orchesterbegleitung in Sätzen von Walter Rein. Nach einem kleinen Menuett für Orchester von Johann Stamitz hörte man noch einmal den Schulchor mit vier Chorwerken: ein Volkslied im Satz von Hans Lang und aus den Volksliedern in Sätzen von Johannes Brahms das innige „Verstohlen geht der Mond auf“, sowie das locker gesungene „Es saß ein schneeweiß‘ Vögelein“ mit den wohlklingenden Stimmen der Vorsänger Gerlinde Graw und Heiko Wolgast. Das temperamentvoll gesungene „Im Hause des Müllers“ von Robert Schumann beendete die Chordarbietungen.

Mit Helmuth Bräutigams „Tänzerische Spielmusik“ bot das Orchester einen heiteren Abschluß.

Ein gemeinsam gesungenes Abendlied von Heinrich Spitta beendete das gelungene Konzert, dessen Leitung und dessen Ausführende mit Recht reichen und dankbaren Beifall empfingen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1957

 

Montag, 11. März 1957

26 Abiturienten atmeten auf

Alle bestanden die Reifeprüfung an der Oberschule

st. – Alle 26 Abiturienten und Abiturientinnen der Theodor-Mommsen-Schule bestanden die Reifeprüfung, deren mündlicher Teil unter dem Vorsitz des vom Kultusministerium zum Staatlichen Prüfungskommissar ernannten Oberstudiendirektor Staberock stattfanden. Als Vertreter der Stadt nahm Bürgermeister Barth an der Prüfung teil.

Wegen guter Gesamtleistung waren acht Abiturienten von der Prüfung befreit: Ingo Diers, Hans-Hermann Fahrenkrog, Ernst-Ferdinand Porps, Carsten Rehder, Dieter Classen, Antje Helbig, Annemarie Juny und Annedoris Loerke.

Klasse OIm:

Hans-Joachim Burg, Reinfeld (Berufswunsch: Diplom-Holzwirt); Brigitte Daniels (Apothekerin); Ingo Diers (Diplom-Physiker); Hans-Hermann Fahrenkrog, Groß-Niendorf (Diplom-Ingenieur); Ingeborg Harders, Trittau (Bibliothekarin); Roland Kerwin (Schiffbau-Ingenieur); Manfred Plagemann, Rethwischfeld (Diplom-Volkswirt); Ernst-Ferdinand Porps (Jurist); Hans-Joachim Porbs (Jurist); Herbert Pruns, Henstedt (Jurist); Carsten Rehder (Studienrat); Hilde Röhrs, Schürensöhlen (Finanzbeamtin); Kurt Weber, Barkhorst (Tierarzt).

Klasse OIs:

Dieter Classen, Harksheide (Jurist); Ute Gewecke (Dolmetscherin); Hannelore Grabowski (Journalistin); Antje Helbig (Kulturreferentin); Edith Hoffmann, Grabau (Juristin); Annemarie Juny (Lehrerin); Gisela Kielhorn, Henstedt (Apothekerin); Annedoris Loerke, Hamburg (Sozialreferentin); Renate Meyer, Trittau (Dolmetscherin); Rosemarie Neumann, Wakendorf II (Lektorin); Claus-Dieter Redmann (Musikstudienrat); Gabriele Schmidt (Pädagogin für Bühnentanz); Stefan Stäcker (Diplom-Kaufmann).

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1956

 

Dienstag, 12. März 1957

95 Mittelschüler stellen aus

st. – 95 Schülerinnen und Schüler der drei zehnten Klassen der Königin-Luise-Schule werden am Donnerstag ihre Abschlußprüfung ablegen. Von Donnerstag an drei Tage lang jeweils von 15 bis 19 Uhr ist eine Ausstellung in der Mittelschule geöffnet, in der die Arbeiten der Abgänger gezeigt werden. Am Sonnabendvormittag findet die Entlassungsfeier für die 95 Jungen und Mädchen in der Aula der Königin-Luise-Schule statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1957

 

Dienstag, 12. März 1957

Dritte Turnhalle nach Trittauer Modell

Im Oldesloer Stadtparlament stand das Barometer auf Sturm – Sportler sehr enttäuscht …

st. – Das Stadtparlament beschloß den Bau einer dritten Turnhalle nach dem Trittauer Modell mit einem eigenen Kostenaufwand von 107.000 DM. …

Als Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses erstattete Stadtverordneter Georg Schömer (SPD) Bericht über die Vorarbeiten für den Turnhallenbau.

Er wies noch einmal darauf hin, daß Bad Oldesloe bei einer Einwohnerzahl von 15.000 nach den Richtlinien der Landesregierung eigentlich fünf Turnhallen haben müßte statt deren zwei. Es liege also ein Notstand vor.

Das Land hat 35 Prozent der Bausumme angeboten. Stadtverordneter Schömer hat zusammen mit dem Stadtverordneten Johannes Ludwig und Stadtbaumeister Walter Heinemann die von Kreisschulrat Rudolf Heitmann als ausreichend empfohlene Trittauer Turnhalle besichtigt. Sie mißt 13 mal 26 Meter, hat einen Vorraum, einen Raum für den Turnlehrer und nach Geschlechtern getrennte Toiletten. Sie hat 150.000 DM gekostet und zusätzlich 14.000 DM für die Ausrüstung. Ein Oldesloer Turnhallenbau nach dem Trittauer Modell würde nach den Worten des Stadtverordneten Schömer wegen der gestiegenen Baukosten 165.000 DM und 12.000 DM für die Ausstattung benötigen, so daß die Stadt 107.000 DM aus eigenen Mitteln aufbringen müßte.

Der Stadtverordnete beschäftigte sich mit dem Wunsch der Sportvereine, eine größere Halle, vielleicht in den Ausmaßen von 18 mal 32 Meter zu schaffen, die für Handballspiele und als Doppelhalle geeignet sei. Eine solche Halle werde mit 276.450 DM veranschlagt, so daß die Stadt 180.000 DM zuzüglich 20.000 DM Ausrüstung aufzubringen hätte. Die Aussichten auf Zuschüsse aus dem Bundesjugendplan bezeichnete Schömer jedoch als nicht sehr rosig.

Zu klären sei noch die Bauplatzfrage. Der Ausschußvorsitzende beantragte schließlich, wegen der Dringlichkeit einer Entscheidung den Bau einer dritten Turnhalle mit einem städtischen Kostenaufwand von 107.000 DM zu beschließen. Sollten weitere Mittel eintreffen, könnte größer gebaut werden.

Stadtverordneter Ludwig (Bad Oldesloer Einheitsblock): „Der Spatz in der Hand ist mir lieber als die Taube auf dem Dach! 1300 Schüler warten auf die dritte Halle. Bei aller Anerkennung der berechtigten Forderungen der Sportvereine muß erst einmal an das Schulturnen gedacht werden. An weitere Zuschüsse glaube ich nicht. Unsere Mittel erlauben keine größere Halle. Das Trittauer Modell hat mich sehr beeindruckt.“

Stadtverordneter Dr. Otto Krämer (GB/BHE) bezweifelte den Notstand und erinnerte an Frau Scherschinskis Anträge, Schlichtwohnungen zu bauen. „Wir haben dringlichere Probleme. Ahrensburg ist im Begriff, die Vollkanalisation durchzuführen, Reinfeld ist schon damit fertig, und wir haben noch nicht einmal den Anfang gemacht!“

Dr. Krämer beantragte, den Turnhallenbau ein Jahr zurückzustellen.

Stadtverordneter Erich Hauschild (BOE) war der Meinung, daß man noch ein Jahr warten könne. „Wir müssen erst den Neubau der Volksschule verkraften. Vergessen wir nicht, daß wir an die Verschuldungsgrenze herangekommen sind.“

Stadtverordneter Ernst Schröder (SPD) setzte sich für eine größere Halle ein, die im Bürgerpark errichtet werden müßte. Dort seien gerade Umkleideräume neu gebaut worden. Das Gelände koste dort kein Geld, und der Bürgerpark sei von allen Schulen leicht erreichbar.

Stadtverordneter Schömer: „Die Landesregierung würde nach einer Andeutung von Schulrat Heitmann wahrscheinlich Schwierigkeiten machen, wenn die Turnhalle nicht in unmittelbarer Schulnähe gebaut würde.“

Bürgerworthalter Willy Rosch (BOE) erklärte, daß eine größere oder Doppelhalle vorläufig nicht erforderlich und auch nicht zu finanzieren sei. Er stellte den Antrag zur Abstimmung, eine Halle nach dem Trittauer Modell bei 107.000 DM eigenem Kostenaufwand zu errichten. Dieser Antrag wurde bei einer ablehnenden Stimme und vier Stimmenthaltungen angenommen.

Der Beschluß der Stadtverordneten machte die Hoffnungen der Sportvereine, eine größere Turnhalle zu erhalten, zunichte. Die im Zuhörerraum anwesenden Vertreter der Vereine waren sehr enttäuscht und beklagten sich nach der Sitzung bitter über das „mangelnde Verständnis“ der Stadtverordnetenmehrheit. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1957

 

Mittwoch, 13. März 1957

Das neue Grundgesetz für unsere Schulen

Ausschußvorsitzender Wilhelm Siegel erläuterte die wichtigsten Paragraphen

lno. – Kiel. Nach rund 40 Ausschußsitzungen in knapp einem Jahr nach der ersten Lesung liegt der Entwurf für das Schulunterhaltungs- und Verwaltungsgesetz jetzt dem schleswig-holsteinischen Landtag zur endgültigen Verabschiedung vor. Mit diesem Grundgesetz für das Schulwesen in Schleswig-Holstein werde neben dem Landesbeamtengesetz und der Regelung des kommunalen Finanzausgleichs eines der wichtigsten Landesgesetze dieser Legislaturperiode geschaffen.

Diese einhellige Ansicht des Volksbildungsausschusses erläuterte sein Vorsitzender, der Stormarner SPD-Landtagsabgeordnete Wilhelm Siegel, dieser Tage vor Pressevertretern in Kiel mit dem Hinweis auf die wesentlichen Umarbeitung der Regierungsentwürfe, die beispielsweise für die Schulfinanzierung eine bisher einmalige neuartige Lösung im Bundesgebiet bringen werden. Die über 50 Paragraphen dieser Vorlage werden als einziger Tagesordnungspunkt vom Kieler Parlament am 25. März beraten werden, damit das Gesetz noch rechtzeitig zum 1. April in Kraft treten und in den neuen Haushaltsplan des Landes einbezogen werden kann.

Das künftige Gesetz, für das Siegel aufgrund der bisherigen Ausschußberatungen die einstimmige Billigung des Landtages erhofft, belastet das Land im kommenden Etatjahr jährlich mit rund 2,5 Millionen Mark, die bisher von den Kommunen getragen werden müssen. Durch Fortfall von sieben bisher gültigen entsprechenden Gesetzen und die künftig nur noch notwendige einzige Generalverrechnung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleiches, die rund 20 verschiedene Gegenrechnungen überflüssig macht, werde gleichzeitig eine große Verwaltungsvereinfachung ermöglicht.

Die sächlichen Kosten für Bau und Unterhalt der öffentlichen Schulen müssen die Schulträger übernehmen. Dazu gehören außerdem Personalkosten für die Beschäftigten, die nicht Lehrer sind, Beihilfen für Schulwanderungen und Landheimaufenthalte sowie Beiträge für eine Unfallversicherung. Der Kultusminister bestimmt die Mindestanforderungen für Einrichtung, Ausstattung, Unterhaltung und Verwaltung der Schulen. Alle Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen Schleswig-Holsteins sind künftig Landesbeamte. Von dieser Regelung sind lediglich die Lehrer der kommunalen höheren Schulen in Kiel und Lübeck sowie die Berufsfach- und Fachschullehrer ausgenommen.

„Echter Schullastenausgleich“

Zu den vom Land zu tragenden Personalkosten für die Lehrer an den allgemeinbildenden sowie Berufsfach- und Fachschulen sollen nach der Vorlage die Kreise und Gemeinden einen prozentualen Beitrag leisten, der nach einem bestimmten Umrechnungs- und Umlageverfahren ihrer Finanzkraft entspricht, die aus dem Realsteueraufkommen und den Schlüsselzuweisungen des Landes festgestellt wird. Mit dieser Regelung wird nach Ansicht des Ausschusses ein echter „Schullastenausgleich“ erzielt. Finanzschwache Gemeinden mit weiterführenden Schulen werden durch die Neuregelung entlastet. Finanzstarke Gemeinden sollen in Zukunft mehr bezahlen, auch wenn sie keine weiterführenden Schulen haben, obwohl sie sich diese leisten könnten.

Neben dem Schulausschuß, der sich aus Vertretern der Kommunalvertretungskörperschaften zusammensetzt und Beschlußrecht hat, werden Schulpflegschaften für die einzelnen Schulen aus Vertretern der Elternschaft und aller an Schulfragen interessierten Institutionen und Organisationen gebildet. Sie sollen beratend arbeiten, aber mit Antragsrecht und Anhörpflicht ausgestattet werden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1957

 

Donnerstag, 14. März 1957

Milchbar im Klassenzimmer

Königin-Luise-Schüler bewirten ihre Ausstellungsbesucher

st. – 95 von 98 Königin-Luise-Schülern der drei zehnten Klassen bestanden die von Rektor Lüth geleitete Abschlußprüfung, an der als Vertreter der Stadt Bürgerworthalter Rosch, ferner Schulrat Heitmann teilnahmen.

In einer Ausstellung, die noch bis morgen abend geöffnet ist, zeigen die Abgänger ihre Jahresarbeiten. In vier Räumen gibt es viel zu bewundern: Jungen bastelten Elektromotoren, Tisch- und Stehlampen, ein ferngesteuertes Schiff. Zwei Webrahmen verbleiben der Schule. Mädchen webten darauf bereits eine schöne Decke. Sie glänzten überhaupt mit geschmackvollen Handarbeiten und gut geschneiderten Bekleidungsstücken.

Für die schriftliche Jahresarbeit wählten sich fast ausnahmslos die Schüler Themen, die ein Gebiet aus ihrem engsten Lebenskreis behandeln. So trug ein Bauernsohn alles Wissenswerte über die Zuckerrübe zusammen. Ein anderer Schüler sammelte auf den Heimatfluren Schmetterlinge und Käfer und schrieb darüber seine Arbeit. Ein Mädchen berichtet: „Vogelschießen, wie ich es erlebte“, ein anderes beschreibt die „Blumen auf unserer Wiese“. Eine Arbeit lautet: „Westerau, meine zweite Heimat“. Doch man findet auch: „Albert Schweitzers Heimat Lambarene“.

Eine Fülle guter Zeichnungen schmückt die Wände. Im vierten Raum erwartet die Ausstellungsbesucher eine Überraschung: Stühle an hübsch gedeckten Tischen und eine Milchbar (die Jugend sagt Glutaminbar) laden zum Verweilen. Schülerinnen servieren Milchcocktails oder -flips und selbstgebackenes Gebäck. Sehr gelungen in diesem Raum sind die von Schüler gebastelten Bambusgitter für Blumen.

Die Namen der Abgänger:

Klasse 10a:

Edelgard Beyer, Bad Oldesloe; Elke Bock, Bad Oldesloe; Sigrid Brünger, Bad Oldesloe; Jutta Cummerow, Sehmsdorf; Elke Deich, Bad Oldesloe; Helga Deich, Bad Oldesloe; Helga Gutzeit, Bargteheide; Elke Hoegh, Bad Oldesloe; Renate Igne, Bad Oldesloe; Käthe Jacobsen, Bad Oldesloe; Bärbel Jantz, Bad Oldesloe; Monika Jestrimski, Reinfeld; Irmtraut Jürs, Bad Oldesloe; Karin Kiuppis, Bai Oldesloe; Ellen Küppers, Bad Oldesloe; Ute Lehmkuhl, Bad Oldeslooe: Karin Loebell, Bad Oldesloe; Margot Müller, Westerau; Renate Plischka, Reinfeld; Hannelore Reichert, Bad Oldesloe; Margret Roden, Poggensee; Erna Rogge, Bad Oldesloe; Elke Spieß, Bad Oldesloe; Heike Stein, Bühnsdorf; Lore Tag, Schadehorn; Gudrun Vick, Bad OIdesloe; Inge Wilkerling, Bad Oldesloe; Bernhard Baumast, Bad Oldesloe; Wolf-Dieter Bliebenich, Bad Oldesloe; Gerd Forstreuter, Schadehorn; Hans-Marten Koch, Bargteheide; Dieter Ladwig, Bad Oldesloe; Harry Ramm, Bad Oldesloe; Reinhart Thies, Bad Oldesloe.

Klasse 10b:

Rosemarie Below, Bad Oldesloe; Edith Blumenthal, Sülfeld; Dorothea Bukow, Sülfeld; Elke Drews Viertbruch; Renate Eckhof, Todendorf; Erika Hahn, Bad Oldesloe; Marianne Hasenbein, Trittau; Johanna Ippers, Tönningstedt; Gunda Jürgensen, Bad Oldesloe; Ute Kerber, Elmenhost; Burga Kinder, Grabau; Käthe Kock, Bargfeld; Helga Lück, Westgrau; Gertrud Mielke, Lasbek-Dorf; Annegret Nasner, Bad Oldesloe; Anne Petersen, Trittau; Gertrud Ruesch, Westerau; Traute Schröder, Elmenhorst; Traute Teegen, Tönningstedt; Rosemarie Witt, Sülfeld; Detlef Ahlers, Bargteheide; Peter Ahrendt, Neritz; Helmut Eckhof, Todendorf; Joachim Friedberg, Bad Oldesloe; Günter Harendt, Bargfeld; Dieter Koch, Sülfeld; Reinhard Lewerenz, Grönwohld; Klaus Meißner, Bargteheide; Manfred Michaelis, Nütschau; Konrad Neumann, Wakendorf Il; Uwe Steenbock, Nahe; Udo Störtenbecker, Poggensee; Claus-Jürgen Timon, Bad Oldesloe; Urich Valentin, Bargfeld.

Klasse 10c:

Christine Buchholz, Pölitz; Rotraut Büchle, Rümpel; Brunhild Goldbach, Bad Oldesloe; Roswitha Habeck, Reinfeld; Dagmar Heidler, Rümpel; Inge Heitmann, Rümpel; Hildegard Hüter, Rümpel; Margot Kunkel, Reinfeld; Edith Muß, Rümpel; Hannelore Rieck, Sühlen; Anke Schmidt, Reinfeld; Ute Sprotte, Tralau; Marianne Stadie, Reinfeld; Karin Stoyer. Reinfeld; Helga Wandrey, Bargfeld; Renate Wünsch, Tralau; Dieter Bednarz, Heidekamp; Horst Ebel, Bad Oldesloe; Dieter Gerke, Westerau; Peter Leichsenring, Bad Oldesloe; Gerd Manzel, Bad Oldesloe; Manfred Nawrotzki, Rethwischfeld; Horst-Rüdiger Prahl, Reinfeld; Hartmut Schack Reinfeld; Ernst-Friedrich Schmidt, Reinfeld; Frithjof Sprotte, Tralau; Adolf Stoffers, Itzstedt; Erwin Tegen, Nahe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1957

 

Sonnabend, 16. März 1957

51 Stadtschüler verabschiedet

Fröhlich-besinnliche Feier mit dem Bürgermeister

G. – Die Schulabgänger der Neuen Stadtschule, 35 Mädchen und 16 Jungen, und zahlreiche Eltern versammelten sich in der festlich geschmückten Turnhalle, um Abschied von ihrer Schule zu nehmen. Bürgermeister Barth, mehrere Stadtverordnete und Vertreter des Elternbeirats wohnten der Feier bei.

In bunter Folge trugen Schulkinder Gedichte, Chorlieder und Blockflötenspiel vor. Besonders eindrucksvoll wirkten kleine Spielszenen, die Querschnitte durch das Schulleben gaben. Die Kleinsten wünschten dann in humorvoller Weise ihren großen Kameraden Glück für den weiteren Lebensweg und die „Erwachsenen“, Hausfrau und Handwerksmeister, nahmen die Scheidenden symbolisch in die Gemeinschaft der Großen auf.

In seiner Ansprache schilderte Rektor Volkmann den Lebensweg der abgehenden Schüler, der 1941 oder 1942 während des großen Krieges begann. „Viele Schulen“, so führte er u.a. aus, „die einmal für einen Teil von euch bestimmt waren, stehen heute verwaist in Königsberg, Kolberg und Stettin. Nehmt die Tatkraft und den Lebensmut eurer Mütter oder Eltern als Vorbild für euer künftiges Leben. Euer Berufstag wird euch länger und schwerer erscheinen als der Schultag, aber verliert nicht den Mut, kein Hindernis ist so groß wie die Furcht davor“.

Mit dem Wunsche: „Schreibt auf die erste Seite eures Lebensbuches „Mit Gott!“ schloß der Rektor.

Als Anerkennung für gute Leistungen oder tadellose Haltung erhielten folgende Schülerinnen und Schüler Buchprämien: Eva-Maria Lenzner Inge Kolster, Ursula König, Ursula Gripp, Hagen Pittelkow und Werner Moldenhauer. STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1957

 

Sonnabend, 16. März 1957

Sportliche Non-Stop-Schau

Neue Stadtschule zeigte Querschnitt durch Hallenturnen

G. – In Anwesenheit von Schulrat Heitmann, Vertretern der Stadt und des Elternbeirats zeigten Schülerinnen und Schüler der Neuen Stadtschule am Nachmittag in einem eineinhalbstündigen abwechslungsreichen Programm Ausschnitte aus dem Turnunterricht des Winterhalbjahres.

Rektor Volkmann wies in seinen einführenden Worten auf die Notwendigkeit des Hallenturnens hin, das aber wegen der überbelegten Halle nicht in gewünschtem Umfange durchgeführt werden konnte.

Geschicklichkeit und Vorstellungsvermögen ließen beim „Zirkus“ des vierten Schuljahres Wüstenschiffe, Eisbären, Kletteraffen Cowboys und Seiltänzerinnen in fröhlichem Spiel durcheinanderwirbeln. Das Hindernisturnen des fünften und sechsten Schuljahres stellt schon höhere Anforderungen an Mut und Gewandtheit, dennoch gab es kein Zögern oder Zaudern vor einer Schwierigkeit.

Im Stundenbild des siebten Schuljahres wechselten rhythmisches Laufen und Sprünge an Pferd und Kasten in schneller Folge. Jungen des achten und neunten Schuljahres beschlossen mit Übungen am Stufenbarren und mit Bodenturnen das Turnprogramm.

Tänze, rhythmisch Spiele und Keulengymnastik erfordern ein sehr feines Einfühlungsvermögen, um nach ausgewählten Melodien schöne Bewegungen gestalten zu können. Die Mädel des siebten bis neunten Schuljahres lösten ihre nicht leichten Aufgaben mit viel Eifer und Anmut. Diese gut durchdachten und sauber ausgeführten Darbietungen bildeten einen harmonischen Ausgleich zu den von Wettkampfeifer und Leistungswillen geprägten Übungen der Jungen.

In der kleinen turnerischen und gymnastischen Non-Stop-Schau wurde deutlich, wie leicht Kinder für eine Sache zu begeistern sind, bei der nicht nur der Körper trainiert wird, sondern auch geistig-seelische Bereiche angesprochen werden.

Rektor Volkmann bedauerte, daß für die im Bau befindliche dritte Volksschule keine Turnhalle eingeplant ist. Dadurch wird die planvolle Weiterarbeit infragegestellt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1957

 

Dienstag, 19. März 1957

Vor der Jugend über die Jugend

Rektor Lüth verabschiedete 95 Königin-Luise-Schüler

H. – In einer von Blockflötenmusik, Chorgesang und Gedichtvorträgen umrahmten Feierstunde erhielten die 95 Schülerinnen und Schüler der drei zehnten Klassen der Königin-Luise-Schule ihre Abgangszeugnisse.

In seiner Festansprache ging Rektor Lüth von unserem Heimatdichter Friedrich Hebbel aus und stellte in den Mittelpunkt seiner Betrachtung Gedanken über den Sinn der Jugend. In der Jugend setzt der Mensch Früchte an, in der Jugend kann er sich begeistern für das Wahre, Schöne und Gute. Die Aufgabe der Schule ist es, Werte des Gemüts zu wecken, zu pflegen, die Fähigkeit zum Staunen über die Wunder der Welt zu bewahren und dem jungen Menschen zu zeigen, wie er als Gemeinschaftswesen und als Persönlichkeit durchs Leben zu gehen hat. Jung ist der Mensch so lange, wie er in der Lage ist zu lernen, an sich zu arbeiten, neue Keime zu setzen.

Für die Schüler dankte Gerhard Manzel dem Lehrerkollegium für dessen Mühe und Arbeit und für die schönen Stunden, die sie an der Schule verleben durften.

Nach der Verteilung der Zeugnisse und Buchprämien für verdienstvolle Schüler klang die Stunde aus mit dem Lied „Brüder, tut die Bündel schnüren.“

Der Abend vereinigte Lehrer und Schüler noch einmal zu frohem Beisammensein im „Oldesloer Hof“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1957

 

Freitag, 22. März 1957

Landespreise für vier Schulen

Bad Oldesloe und Reinbek schnitten gut ab

st. – Vier Stormarner Schulen haben in dem vom Kultusministerium für alle Schulen des Landes ausgeschriebenen Wettbewerb „Deutscher Osten“ im Zeichnen, Malen, Werken und in Nadelarbeit Preise erhalten: die Königin-Luise-Schule in Bad Oldesloe und die Mittelschule in Reinbek, die Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe und Sachsenwaldschule in Reinbek.

Die Sachsenwaldschule in Reinbek steht wegen ihres „hervorragenden Gesamtergebnisses“ an zweiter Stelle der ausgezeichneten Oberschulen des Landes. Bei ihr wird die „vorbildliche Breitenarbeit und die imponierende Vielfalt der Themenstellungen“ gelobt. Bei den Gruppenleistungen der Oberschulen erzielte die U3 der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe den siebenten Preis für einen farbigen Wandbehang. Die U2 belegte für ein Schriftblatt in Linolschnitt bei den Einzelleistungen den achten Platz.

Die Königin-Luise-Schule errang den achten Preis mit einem Modell eines ostpreußischen Fischerdorfes, das Mittelschüler unter Anleitung von Lehrer Fenner angefertigt hatten. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.3.1957

 

Sonnabend, 23. März 1957

Neuer Zaun für die Alte Stadtschule

st. – Der Zaun der Alten Stadtschule muß, obwohl er erst vor fünf Jahren aufgestellt worden ist, neu gesetzt werden. Der Magistrat bewilligte dafür einen Betrag von 1200 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1957

 

Montag, 25. März 1957

Schulverwaltungsgesetz verabschiedet

Landtag verzichtete auf Aussprache – Siegel: Echte Gemeinschaftsarbeit

Ino. – Kiel. Ohne Aussprache verabschiedete der schleswig-holsteinische Landtag auf seiner 24. Sitzung in Kiel bei einer Stimmenthaltung endgültig das 63 Paragraphen umfassende Schulverwaltungsgesetz. Es ist eins der wichtigsten Landesgesetze dieser Legislaturperiode.

Nach der Abstimmung sprach Innenminister Dr. Lemke all denen, die an dem Gesetz mitgearbeitet haben, den Dank der Landesregierung aus. In unendlicher Mühe hätten alle Ausschußmitglieder ein Gesetz geschaffen, von dessen Wirkung und gutem Erfolg die Landesregierung überzeugt sei.

Dieser Debatte sind 40 Ausschußsitzungen etwa ein Jahr nach der ersten Vorlage vorangegangen. Es wird am 1. April in Kraft treten. Ferner wird das neue Gesetz im Rechnungsjahr 1957 das Land mit zusätzlich rund 2,5 Millionen Mark belasten, die bisher von den Kommunen getragen werden mußten.

Zuvor hatte der Stormarner SPD-Abgeordnete Wilhelm Siegel in seinem etwa zweistündigen ausführlichen Arbeitsbericht das Gesetz als echte Gemeinschaftsarbeit der beteiligten Ausschüsse gewürdigt. Er hob die bisher „einmalige und neuartige Lösung der Schulfinanzierung“ hervor.

Die sächlichen Kosten für den Bau und die Unterhaltung der öffentlichen Schulen müssen nach dem Gesetz die Schulträger übernehmen. Alle Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen Schleswig-Holsteins sind künftig Landesbeamte. Lediglich die Lehrer der kommunalen höheren Schulen in Kiel und Lübeck sind von dieser Regelung ausgenommen. Die Mindestanforderungen für Einrichtung, Ausstattung, Unterhaltung und Verwaltung der Schulen bestimmt der Kultusminister.

Wilhelm Siegel hatte ferner betont, das neue Gesetz berühre nicht die Verhandlungen über den Staatsvertrag zwischen dem Land und den drei Landeskirchen, unter denen gegenwärtig verhandelt wird. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1957

 

Montag, 25. März 1957

Kreis belohnte 40 Verkehrs-Schulaufsätze

2000 DM für Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten – Gutes Ergebnis im Schulwettbewerb

st. – Im Aufsatzwettbewerb des Kreises, für den der Kreisausschuß Geldprämien im Gesamtwert von 2000 DM ausgesetzt hatte, sind 30 Stormarner Volksschulen und 10 Mittel- und Oberschulen mit Preisen bedacht worden.

Das Wettbewerbsthema für Schüler und Schülerinnen des achten Schuljahres lautete: „Auf der Straße – Verkehr – Verkehrserziehung“. 80 von rund 100 Volks-, Mittel- und Oberschulen beteiligten sich mit Gemeinschafts- und Einzelarbeiten. Aus der Fülle der guten Arbeiten die besten herauszusuchen, war für das Preisrichterkollegium keine leichte Aufgabe.

In dem in drei Schulgruppen unterteilten Wettbewerb wurden (Anm.: die Oldesloer Schulen) prämiert:

  • Gruppe 1, Landschulen, 1 bis 3 Klassen: …
  • Gruppe 2, Land- und Stadtschulen, 4 bis 9 Klassen: … Alte Stadtschule Bad Oldesloe: „Schule und Verkehr“, Gemeinschaftsarbeit Klasse 8, 100 DM.

Neue Stadtschule Bad Oldesloe, „Augen auf im Straßenverkehr“, Gemeinschaftsarbeit Klasse 8b, 50 DM.

  • Gruppe 3, Aufbauzüge, Mittelschulen und Gymnasien: … Mittelschule Bad Oldesloe:, „Hab‘ acht im Verkehr!“, Gemeinschaftsarbeit, Klasse 8b, 25 DM. Mittelschule Bad Oldesloe, „Zeugen sagen aus“, Gemeinschaftsarbeit, Klasse 8c, 80 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1957

 

Donnerstag, 28. März 1957

Zehn Lehrer nehmen Abschied

Wohlverdienter Feierabend nach langem Schuldienst

st. – Zehn Stormarner Volks- und Mittelschullehrer, darunter drei Schulleiter, scheiden mit Beendigung dieses Schuljahres wegen Erreichung der Altersgrenze oder aus Krankheitsgründen aus dem Schuldienst aus. Kreisschulrat Heitmann sucht sie in diesen Tagen an ihrem bisherigen Wirkungsort auf und verabschiedet sie im Namen der Landesregierung. …

(Anm.: Bereits verabschiedet wurde Konrektor Ernst Kummerfeld von der Neuen Stadtschule Bad Oldesloe.)

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.3.1957

 

Bis zum Jahr 1960