Sportstätten in Bad Oldesloe

Das Jahr 1957

 

Donnerstag, 10. Januar 1957

Jugendherberge stark besucht

st. – Insgesamt 4542 Gäste zählte die Jugendherberge im Bürgerpark im Jahre 1956. Davon waren 1303 männliche und 568 weibliche jugendliche Einzelwanderer. Unter den Gästen befanden sich 313 Ausländer. Das Hauptkontingent stellten mit 191 die Dänen. Außerdem besuchten die Jugendherberge u.a. 27 Amerikaner, 25 Finnen, 18 Schweden, je neun Engländer und Franzosen, sechs Australier und drei Kanadier. Die Jugendherberge verfügt über 50 Betten und 15 Notlager.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.1.1957

 

Montag, 21. Januar 1957

Feuerwehr-Übungsturm mußte weichen

It. – Der bisher im Bürgerpark stehende Feuerwehr-Übungsturm wurde von städtischen Arbeitern abgebrochen. Der Turm, der schon mehrere Jahrzehnte alt war und von den Wehrmännern der Freiwilligen Feuerwehr in letzter Zeit nicht mehr benutzt wurde, war baufällig geworden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1957

 

Freitag, 25. Januar 1957

Stadionlaufbahn muß erneuert werden!

Mi. – Der erweiterte Vorstand des VfL Oldesloe stellte in seiner Sitzung fest, daß die Laufbahn im Stadion unbedingt neu belegt werden muß. Die Kosten von 800 DM kann der Verein nicht allein tragen. Da in diesem Jahr das Gauturnfest und andere wichtige Veranstaltungen in Bad Oldesloe stattfinden, wird mit schneller Hilfe durch die Stadt gerechnet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1957

 

Donnerstag, 31. Januar 1957

Oldesloes Saalproblem weiter ungelöst

Mehrzweckhallen-Idee rief viele Einwände hervor

Kurparkprojekt könnte alte Tradition beleben – Aber wer vermag es zu realisieren?

st. – Es sieht nicht so aus, als ob die Kreisstadt bald den großen Saalbau erhalten wird, den sich weite Kreise für repräsentative Tagungen wünschen. Der vom Stadtparlament eigens zur Untersuchung der Saalfrage gebildete Ausschuß ist, wie man hört, kaum einen Schritt weitergekommen.

Da die Mittelschule dringend eine Turnhalle benötigt, an deren Finanzierung sich das Land beteiligen will, sieht eine Gruppe hier eine Möglichkeit, zugleich das Saalproblem zu lösen. Die Turnhalle soll von vornherein auf Tagungsbedürfnisse zugeschnitten und mit einer Bühne versehen werden, so daß es möglich wäre, hier die großen Versammlungen abzuhalten, für die sich die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Räume als nicht ausreichend erwiesen haben; man denke zum Beispiel an den Kreisbauerntag.

Der Gedanke einer Koppelung von Turnhalle und Saalbau hat etwas Bestechendes und ist es zweifellos wert, gewissenhaft geprüft zu werden. Aber kann man wirklich in diesem Falle zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?

Die Turnhalle als Tagungsstätte müßte natürlich auch gastronomisch ausreichend versorgt sein. Es würde aber nicht genügen, für die notwendige Bestuhlung zu sorgen, sondern es müßten auch Büfett- und Kücheneinrichtungen vorhanden sein. Ohne sie wäre es nicht möglich, einen großen Besucherkreis schnell mit Getränken und vor allem warmen Mahlzeiten zu versorgen. Denn diese Voraussetzungen müßten schon gegeben sein, wenn der Turnhallensaal wirklich die bisherige Lücke ausfüllen soll.

Gewiß hat man Beispiele dafür, daß eine Kombination, wie sie auch für Bad Oldesloe vorgeschlagen wird, mit bestem Erfolg funktioniert.

In allen diesen Fällen dürfte aber doch ein regelrechter ständiger Gaststättenbetrieb unterhalten werden. Sonst lohnen sich die sehr erheblichen Aufwendungen, wie sie für die nur gelegentliche Benutzung eines großen Saales durch den Gastronom gemacht werden müssen, wohl kaum. Die Frage der Rentabilität steht also bei dem ganzen Problem im Vordergrund.

Bei diesem Punkt scheiden sich die Geister. Die Gegner des Turnhallensaalprojektes wenden außerdem ein, daß sich Turn- und Gaststättenbetrieb schlecht miteinander vertragen. Der Pächter würde selbstverständlich versuchen, den Saal so oft wie möglich auszunutzen, während die Sportvereine daran interessiert sind, Übungsabende abhalten zu können. Noch viele Probleme müßten erörtert werden, wollte man dem Problem gründlich zu Leibe gehen.

Gewiß braucht Bad Oldesloe einen großen Saal. Nachdem der Gedanke an eine Erweiterung des sich hierfür anbietenden Objekts vorerst aufgegeben worden zu sein scheint, spricht man auch von einem Projekt auf dem Kurparkgelände, etwa auf der Linie zwischen der Kurparkallee und den Tennisplätzen. Dabei taucht natürlich auch sofort der Gedanke an die Fortsetzung der Tradition auf, deren Pflege sich Bad Oldesloe eigentlich angelegen sein lassen müßte. In der Nähe stand ja auch das alte Kurhaus, das die Blütezeit des Kurbades gesehen hatte.

Aber, wie schon eingangs gesagt, bisher zeichnet sich noch kein ernsthaftes Projekt ab. Nicht einmal der Turnhallenbau ist gesichert.

Bad Oldesloe steht dicht an der Grenze der zulässigen Verschuldung. Im Jahre 1957 wird die Kreisstadt für den jährlichen Schuldendienst von praktisch 118.000 DM (bei einer Schuldenlast von 1,29 Mio. DM) fast zehn Prozent des Gesamtsteueraufkommens benötigen. Es bleibt dann nur noch ein Spielraum für Darlehen von etwa 100.000 DM.

Wenn auch das Land den Turnhallenbau zu 35 Prozent mitfinanzieren will, herrscht im Stadtparlament doch absolut keine Einmütigkeit darüber, ob diese letzte Anleihemöglichkeit für eine Turnhalle ausgeschöpft werden soll. Vor Jahren rief ein Stadtrat auf einer Verkehrsvereinssitzung voller Zuversicht aus: „Es wird in Oldesloe ein Saal gebaut!“ Die Tatsachen haben diesen Optimismus keineswegs gerechtfertigt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.1.1957

 

Donnerstag, 31. Januar 1957

Schullandheim wird Dauergast

st. – Der Schullandheimverband Berlin hat bei der Stadtverwaltung angefragt, ob im Sommerhalbjahr eine Gruppe ständig in der Jugendherberge Unterkunft finden könnte. Der Magistrat gab seine Zustimmung dazu mit der Einschränkung, daß die Schülerzahl jeweils 25 nicht übersteigen darf, da sonst den Wanderern zu viele Übernachtungsplätze entzogen werden würden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.1.1957

 

Freitag, 1. Februar 1957

Die Meinung des Lesers

Bad Oldesloe könnte Kongreßstadt werden

In dem Artikel des „Stormarner Tageblatt“ vom 31. Januar 1957 ist zum Ausdruck gebracht, daß der von der Stadtverordnetenversammlung gebildete Ausschuß zur Prüfung der Saalbaupläne bisher noch nicht recht weitergekommen sei. Das konnte er nach Lage der Dinge auch noch nicht, da alle Anregungen und alle Möglichkeiten zunächst einmal gründlich erwogen werden müssen. Einige dieser Möglichkeiten sind in dem Artikel bereits angedeutet, zum Beispiel Mehrzweckhalle, Schaffung eines repräsentativen Neubaues im Kurpark, Umbau eines bereits vorhandenen Objekts. Es sind noch eine Reihe anderer Pläne erörtert: jeder dieser Pläne hat naturgemäß sein Für und Wider. Das Schwierigste ist auf alle Fälle und in jedem Falle die Finanzierung.

Die Stadtvertretung hat schon wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß die Schaffung eines Saales eine dringende Notwendigkeit, sogar eine öffentliche Aufgabe geworden ist, wenn auch die Durchführung letzten Endes der Privatinitiative überlassen bleiben muß. Bad Oldesloe könnte aufgrund seiner günstigen Verkehrsverhältnisse eine ausgesprochene Kongreßstadt werden. Viele Organisationen würden ihre Tagungen und Veranstaltungen größeren Umfanges gerne nach Bad Oldesloe einberufen, wenn die Raumfrage zufriedenstellend gelöst wäre. Es besteht kein Zweifel, daß die Kreisstadt dadurch in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht eine wesentliche Förderung erfahren würde.

Der Ausschuß tut jedoch recht daran, sich die Verwirklichung eines solchen Planes gründlich zu überlegen und zunächst alle Anregungen auf die mögliche Durchführung zu überprüfen. Vorläufig liegt – wie man so schön sagt – „noch alles drin“. Es ist zu hoffen, daß sich trotz aller Schwierigkeiten in absehbarer Zeit eine Lösung findet, die diesen Notstand in unserer Stadt beseitigt. Das Stadium der Vorprüfung ist zwar etwas langwierig, aber durchaus notwendig. Jedenfalls ist durch den auf meine Anregung gebildeten Ausschuß der Stein ins Rollen gebracht. Nachdem über die Frage, was geschehen soll, Klarheit gewonnen ist, wird auf die weitere Frage, wie sie gelöst werden soll, ebenfalls eine Antwort gefunden werden müssen. An ernsthaften Bemühungen wird es der Ausschuß sicher nicht fehlen lassen.

Georg Schömer, Stadtverordneter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.2.1957

 

Freitag, 1. Februar 1957

Generalsinstandsetzung im JAW

st. – Die Räume des Jugendaufbauwerks im Bürgerpark sollen aufgrund eines Beschlusses des Magistrats gründlich überholt werden. Zu den Reparaturkosten von insgesamt 6000 DM schießen Bund und Land je 2400 DM zu. Das Interesse am Jugendaufbauwerk ist weiterhin recht rege. Beim Arbeitsamt haben sich bereits über dreißig Jungen für die Aufnahme ins JAW vormerken lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.2.1957

 

Sonnabend, 9. Februar 1957

66 Schulen mußten mit nein antworten.

Zu wenig Badegelegenheiten – Trotzdem können 57 Prozent der Schulabgänger schwimmen

st. – Das Kreisschulamt gibt die Schwimmstatistik für 1956 bekannt. Positive Feststellung: Von 2046 Schulabgängern zu Ostern 1957 sind 1168 Schwimmer, also 57 Prozent. Negative Feststellung: 66 Schulen erteilten keinen Schwimmunterricht.

Der Grund hierfür ist in dem Fehlen von Schwimmgelegenheiten zu finden. Nur sechs Schulen stehen ausgebaute Badeanstalten zur Verfügung, neun verfügen über behelfsmäßige Badestellen, für 25 ist die Badegelegenheit zwei bis drei Kilometer entfernt, die übrigen 57 müssen verzichten. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1957

 

Mittwoch, 20. Februar 1957

Sport- und Kongreßhalle – aber für Mölln

st. – Angesichts der Sorgen, die das Saalproblem in der Kreisstadt bereitet, wird die folgende Meldung in Bad Oldesloe besonderes Interesse finden: „Möllns Stadtväter stimmten einstimmig dem Bau einer großen Sport- und Kongreßhalle zu. Die Halle, die auch für große Kongresse und Tagungen dienen soll, wird 2000 Personen Platz bieten. Die Kosten werden auf 620.000 Mark veranschlagt Davon will die Stadt als Eigenleistung 190.000 DM tragen. Der Rest soll durch Zuschüsse aus dem Turnhallenfonds des Landes, dem Programm für Begegnungsstätten, dem Zonengrenzprogramm und des Kreises Herzogtum Lauenburg finanziert werden. Wie Fachleute bei den Planungen äußerten, werde Mölln nach Fertigstellung dieses Bauvorhabens zu einem Zentrum des Sports im Süden des Landes werden.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1957

 

Mittwoch, 27. Februar 1957

Stadt- und Kreisprobleme vor der CDU.

Bürgerworthalter Rosch wieder zum Vorsitzenden gewählt

Aussprache um Turnhallenbau. …

st. – Bürgerworthalter Willy Rosch wurde auf der Jahreshauptversammlung des CDU-Bezirksverbandes Bad Oldesloe-Stadt in der „Gaststätte Haberland“ einmütig erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er steht nun seit zehn Jahren an der Spitze der Oldesloer CDU. …

In der Debatte wurde eine ganze Reihe kommunalpolitischer Probleme auf Stadt- und Kreisebene angesprochen.

Vorsitzender Rosch erklärte, der städtische Kulturausschuß habe sich für den sofortigen Bau einer Turnhalle ausgesprochen.

Studienrat Johannes Ludwig meinte dazu, daß die Schaffung einer neuen Halle für 1300 Ober- und Mittelschüler ein brennendes Problem sei. Aus Raumnot erhielten die Schüler zur Zeit nur ein Drittel des notwendigen Turnunterrichts. „Die Haltungsschäden unserer Jugend sind so stark gewachsen, daß der Bau der Turnhalle nicht mehr hinausgeschoben werden kann!“

Studienrat Ludwig hat bereits zusammen mit Stadtbaumeister Walter Heinemann die neue Turnhalle in Trittau besichtigt. „Diese Halle kostete 150.000 DM und wäre auch für uns geradezu ideal. Vom Land erhalten wir 35 Prozent der Kosten als Zuschuß. Die Regierung will dieses Geld aber nicht mehr lange für Bad Oldesloe bereithalten. Wir müssen daher schnell zugreifen!“

Stadtverordneter Erich Hauschild meinte in der Aussprache dazu, daß der Bau von Wohnungen wichtiger sei als eine neue Turnhalle, für die die Stadt ihre letzten verfügbaren 100.000 Mark opfern müßte.

Im Finanzausschuß hat es nur eine knappe Mehrheit für den Turnhallenbau gegeben, der für 170.000 DM auf dem Hof der Oberschule und einem angrenzenden Grundstück errichtet werden soll.

Bürgerworthalter Rosch kündigte an, daß am 12. März eine Sitzung des Stadtparlaments stattfinden soll, auf der über den Bau der Turnhalle beraten und beschlossen werde. „Solange will die Regierung uns noch Zeit geben.“ …

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1957

 

Freitag, 1. März 1957

Steuersenkung und Turnhalle

SPD-Ortsgruppe behandelte Oldesloer Hauptprobleme

st. – Die Steuersenkung und der Turnhallenbau standen im Mittelpunkt der gut besuchten SPD-Ortsgruppenversammlung im „Hotel Stadt Kiel“.

Vorsitzender Georg Schömer betonte, daß beide Probleme in der SPD-Fraktion des Stadtparlamentes bereits seit langem positiv entschieden worden seien. … Steuersenkungen sollen erfolgen trotz der dringlichen Aufgaben, die von der Stadt zu lösen sind.

Zu diesen Aufgaben gehört auch der Turnhallenbau. Nach den Richtlinien werden für eine Stadt von der Größe Bad Oldesloes fünf Hallen als erforderlich angesehen. Die Kreisstadt besitzt aber nur zwei; davon ist die eine aus dem Jahre 1898 nur beschränkt verwendungsfähig. Somit ist der Bau der dritten Turnhalle unbedingt notwendig.

Wie Vorsitzender Schömer erklärte, ist die Initiative zur Lösung beider in der Versammlung behandelten Themen von der SPD ausgegangen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1957

 

Sonnabend, 2. März 1957

Stadtparlament berät Turnhallenbau

st. – Die Stadtverordneten treten am Dienstag, dem 12. März, zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Die Tagesordnung umfaßt zwölf Punkte. Im Vordergrund steht die Beratung eines Baues einer neuen Turnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1957

 

Dienstag, 12. März 1957

Dritte Turnhalle nach Trittauer Modell

Im Oldesloer Stadtparlament stand das Barometer auf Sturm – Sportler sehr enttäuscht …

st. – Das Stadtparlament beschloß den Bau einer dritten Turnhalle nach dem Trittauer Modell mit einem eigenen Kostenaufwand von 107.000 DM. …

Als Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses erstattete Stadtverordneter Georg Schömer (SPD) Bericht über die Vorarbeiten für den Turnhallenbau.

Er wies noch einmal darauf hin, daß Bad Oldesloe bei einer Einwohnerzahl von 15.000 nach den Richtlinien der Landesregierung eigentlich fünf Turnhallen haben müßte statt deren zwei. Es liege also ein Notstand vor.

Das Land hat 35 Prozent der Bausumme angeboten. Stadtverordneter Schömer hat zusammen mit dem Stadtverordneten Johannes Ludwig und Stadtbaumeister Walter Heinemann die von Kreisschulrat Rudolf Heitmann als ausreichend empfohlene Trittauer Turnhalle besichtigt. Sie mißt 13 mal 26 Meter, hat einen Vorraum, einen Raum für den Turnlehrer und nach Geschlechtern getrennte Toiletten. Sie hat 150.000 DM gekostet und zusätzlich 14.000 DM für die Ausrüstung. Ein Oldesloer Turnhallenbau nach dem Trittauer Modell würde nach den Worten des Stadtverordneten Schömer wegen der gestiegenen Baukosten 165.000 DM und 12.000 DM für die Ausstattung benötigen, so daß die Stadt 107.000 DM aus eigenen Mitteln aufbringen müßte.

Der Stadtverordnete beschäftigte sich mit dem Wunsch der Sportvereine, eine größere Halle, vielleicht in den Ausmaßen von 18 mal 32 Meter zu schaffen, die für Handballspiele und als Doppelhalle geeignet sei. Eine solche Halle werde mit 276.450 DM veranschlagt, so daß die Stadt 180.000 DM zuzüglich 20.000 DM Ausrüstung aufzubringen hätte. Die Aussichten auf Zuschüsse aus dem Bundesjugendplan bezeichnete Schömer jedoch als nicht sehr rosig.

Zu klären sei noch die Bauplatzfrage. Der Ausschußvorsitzende beantragte schließlich, wegen der Dringlichkeit einer Entscheidung den Bau einer dritten Turnhalle mit einem städtischen Kostenaufwand von 107.000 DM zu beschließen. Sollten weitere Mittel eintreffen, könnte größer gebaut werden.

Stadtverordneter Ludwig (Bad Oldesloer Einheitsblock): „Der Spatz in der Hand ist mir lieber als die Taube auf dem Dach! 1300 Schüler warten auf die dritte Halle. Bei aller Anerkennung der berechtigten Forderungen der Sportvereine muß erst einmal an das Schulturnen gedacht werden. An weitere Zuschüsse glaube ich nicht. Unsere Mittel erlauben keine größere Halle. Das Trittauer Modell hat mich sehr beeindruckt.“

Stadtverordneter Dr. Otto Krämer (GB/BHE) bezweifelte den Notstand und erinnerte an Frau Scherschinskis Anträge, Schlichtwohnungen zu bauen. „Wir haben dringlichere Probleme. Ahrensburg ist im Begriff, die Vollkanalisation durchzuführen, Reinfeld ist schon damit fertig, und wir haben noch nicht einmal den Anfang gemacht!“

Dr. Krämer beantragte, den Turnhallenbau ein Jahr zurückzustellen.

Stadtverordneter Erich Hauschild (BOE) war der Meinung, daß man noch ein Jahr warten könne. „Wir müssen erst den Neubau der Volksschule verkraften. Vergessen wir nicht, daß wir an die Verschuldungsgrenze herangekommen sind.“

Stadtverordneter Ernst Schröder (SPD) setzte sich für eine größere Halle ein, die im Bürgerpark errichtet werden müßte. Dort seien gerade Umkleideräume neu gebaut worden. Das Gelände koste dort kein Geld, und der Bürgerpark sei von allen Schulen leicht erreichbar.

Stadtverordneter Schömer: „Die Landesregierung würde nach einer Andeutung von Schulrat Heitmann wahrscheinlich Schwierigkeiten machen, wenn die Turnhalle nicht in unmittelbarer Schulnähe gebaut würde.“

Bürgerworthalter Willy Rosch (BOE) erklärte, daß eine größere oder Doppelhalle vorläufig nicht erforderlich und auch nicht zu finanzieren sei. Er stellte den Antrag zur Abstimmung, eine Halle nach dem Trittauer Modell bei 107.000 DM eigenem Kostenaufwand zu errichten. Dieser Antrag wurde bei einer ablehnenden Stimme und vier Stimmenthaltungen angenommen.

Der Beschluß der Stadtverordneten machte die Hoffnungen der Sportvereine, eine größere Turnhalle zu erhalten, zunichte. Die im Zuhörerraum anwesenden Vertreter der Vereine waren sehr enttäuscht und beklagten sich nach der Sitzung bitter über das „mangelnde Verständnis“ der Stadtverordnetenmehrheit. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1957

 

Freitag, 15. März 1957

Stormarns modernste Turnhalle steht in Trittau

Die heutige Einweihung der neuen Turnhalle ist für viele Trittauer ein Grund zur Freude, wünschten sich jedoch Eltern, Lehrer, Schulkinder und Sportler schon lange die Möglichkeit zu sportlicher Betätigung während des ganzen Jahres.

Nun steht die langgestreckte Halle, System „Technika“, am Rande des Schulhofes – bereits ein Anziehungspunkt für Vertreter anderer Gemeinden und Städte, die dieses Musterexemplar einer modernen Turnhalle besichtigten, um daraus Anregungen für den Turnhallenbau in der eigenen Gemeinde zu gewinnen. Sie ist die erste nach dem Kriege in Stormarn errichtete Turnhalle. Kein Wunder, daß sie alle vorhandenen Hallen in den Schatten stellt. In der Kreisstadt soll das Trittauer Vorbild bald ein Gegenstück erhalten.

Die Baukosten betragen rund 150.000 DM. Finanziert wurden sie zu 30 Prozent aus Landesmitteln. Zehn Prozent stellte der Sportförderungsausstoß als Darlehen zur Verfügung. 60 Prozent brachte die Gemeinde auf.

Die eigentliche Turnfläche beträgt 13 mal 26 Meter. Die Einrichtung erfolgte nach neuesten Erkenntnissen. Die Klettertaue und die Reckträger laufen in Gleitrollen an der Decke entlang, so daß sie bei Nichtgebrauch seitlich an der Wand abgestellt werden können. Klettererstangen und ein Klettergerüst sind fest angebracht. An den beiden Stirnseiten befinden sich Körbe für das Korbballspiel. Große Fenster machen die Halle sehr hell. Abends spenden Leuchtstoffröhren an der Decke helles Licht.

Für die Inneneinrichtung wurden 15.000 DM aufgewendet. Alle Geräte wie Barren, Pferd, Sprungkästen, Matten, ein Rollreck mit fünf Säulen, ein Spannreck, Schwebebalken, Keulen, Sprungseile, Gymnastik- und Medizinbälle sind neu.

Die anschließenden Waschräume sind mit Duschen und Becken ausgestattet und hell ausgekachelt. Der Sportlehrer hat einen eigenen Raum. Jungen und Mädchen haben getrennte Umkleideräume und Toiletten. …

Geheizt wird die Halle durch eine Zentralheizungsanlage von der Schule aus. Ein Kanal führt unter dem Schulhof zur Turnhalle.

Nun wünschen sich Gemeindevertreter und Lehrerkollegium nur eines: Daß sich alle an die Hausordnung halten, damit die Turnhalle recht lange schön und blitzsauber bleiben möge!

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1957

 

Sonnabend, 16. März 1957

Nur einer fehlt am Tausend

VfL-Vorstand mit Turnhallen-Baubeschluß unzufrieden

Mi. – In der Monatsversammlung des erweiterten Vorstandes des VfL Oldesloe machte der 1. Vorsitzende Hanns Opitz die Mitteilung, daß der Verein seit dem 1. Januar 1957 an Mitgliedern 117 Neuaufnahmen zu verzeichnen hatte. Der VfL hatte somit am Stichtag (15. März) 999 Mitglieder.

Im weiteren Verlauf wurde auch der Turnhallenneubau in Bad Oldesloe behandelt. Der Vorstand bedauerte, daß das Stadtparlament in seinem Beschluß nicht die Interessen des Sportes berücksichtigte. Eine Halle nach der augenblicklichen Planung und nur für das Schulturnen gedacht, müsse beim heutigen Stand des Sportes als überholt bezeichnet werden. Der Vorstand erklärte, daß in den Nachbargemeinden dem Sport größeres Entgegenkommen gezeigt würde als in der Kreisstadt. Er hofft, daß in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen worden sei.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1957

 

Mittwoch, 20. März 1957

Stadtväter debattierten mit

Aussprache im Ortsausschuß für Leibesübungen

Mi. – Der Turnhallenneubau und die Schwimmbäder am Poggensee und an der Trave standen im Mittelpunkt der Sitzung des Ortsausschusses für Leibesübungen, bei der Vorsitzender Christian Ohrt auch die Stadtverordneten Georg Schömer (SPD), Ernst Schröder (SPD) und Ernst Meissel (GB/BHE) begrüßen konnte.

Die Mitglieder des Ausschusses waren sich einig, daß eine Turnhalle in dem geplanten Ausmaß wohl dem Schulturnen dienlich sei, aber nicht den Wünschen der Sportvereine Rechnung trage. Der Vorsitzende des städtischen Schul- und Kulturausschusses, Schömer, hob hervor, allein die Geldfrage sei für das Stadtparlament ausschlaggebend gewesen. Beim Vorhandensein weiterer Mittel könnte natürlich größer gebaut werden. Wenn die Sportverbände von sich aus Zuschüsse leisten könnten oder andere Möglichkeiten böten, ohne dabei die Stadt zu belasten, könnte auch dem Bau einer Mehrzweckhalle nähergetreten werden.

Die Vertreter der Sportvereine Ernst Otto und Friedrich Burandt hielten die Beschaffung von Mitteln durch die Verbände beziehungsweise durch Spenden für möglich und erklärten, sich damit befassen zu wollen. Über die Bauplatzfrage waren zunächst geteilte Meinungen vorhanden. Der Vertreter der Schule war wegen des Hin- und Rückweges gegen den Bürgerpark, während die Sportverbände gerade ihn als ideal bezeichneten. Auch wurde die Erweiterung der Turnhalle der Oberschule in Erwägung gezogen.

Im Anschluß daran entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion über die Freibadeanstalten in Bad Oldesloe. Den anwesenden Stadtvätern wurde von den Vertretern der Schule und der Sportverbände die Frage gestellt: „Wo sollen unsere Kinder schwimmen lernen?“

Es ist nämlich festgestellt worden, daß der Poggensee für den Schwimmunterricht infolge seiner schlechten Grundverhältnisse ungeeignet sei. Die Stadt solle deshalb Mittel für den Ausbau der Trave-Badeanstalt und nicht für die am Poggensee zur Verfügung stellen. Die Zahl der Kinder, die sich freischwammen, habe sich bereits gegenüber den Vorjahren verringert.

Stadtverordneter Schröder regte an, diese Angelegenheit von Fachmännern an die Stadt heranzutragen. Vorsitzender Ohrt bestätigte, daß die Badeanstalt am Poggensee nur für Schwimmer geeignet sei.

Im weiteren Verlauf der Versammlung fragte der Vertreter des ATSV, wie man den Exer wieder zum Sportplatz machen könne. Es wurde vorgeschlagen, den Platz nach außen hin mit einer Hecke abzuschließen und dabei eine Zufahrt zum Jugendheim zu berücksichtigen. Nachdem die Umkleideräume auf dem Exer fertiggestellt worden sind, wurde angeregt, daß die Stadt sie am 1. Mai zur Besichtigung für die Bevölkerung freigeben möge.

Christian Ohrt wurde einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1957

 

Donnerstag, 21. März 1957

Keine Bedenken

st. – Der VfL hat um die Erlaubnis nachgesucht, die Umrandung des Stadions mit Reklameflächen zu versehen. Diese Flächen sollen an interessierte Firmen vermietet werden. Den Erlös will der VfL zur Förderung des Sports verwenden. Der Magistrat erhob keine Bedenken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1957

 

Mittwoch, 10. April 1957

Freibad Bürgerpark

st. – In einem Schreiben an die Stadtverordnetenversammlung hat der Ortsausschuß für Leibesübungen gebeten, die Trave-Badeanstalt instandzusetzen und Bademeister Hommes dort zu beschäftigen, weil sich nur dieses Schwimmbad für Schwimmkurse eigne. Obwohl in dem zuständigen Ausschuß die Ansicht vertreten worden war, daß es wegen der ständigen Verschlammung des Trave-Schwimmbades nicht zweckmäßig sei, dort noch viel Geld hineinzustecken, sieht der Haushaltsplan für das Freibad Bürgerpark für das Rechnungsjahr 1957 Aufwendungen in Höhe von 5275 DM vor. In der Stadtverordnetenversammlung, in der Bürgerworthalter Willy Rosch das Schreiben zur Kenntnis brachte, wurde beschlossen, daß sich der städtische Sportausschuß noch einmal mit der Angelegenheit beschäftigen soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1957

 

Mittwoch, 24. April 1957

Badesaison schon eröffnet

st. – Bei dem Empfang des Atlantikbezwingers Dr. Hannes Lindemann lenkte die Stadtverordnete Frau Scherschinski das Augenmerk auf den Poggensee. „Herr Doktor, ich empfehle Ihnen den Poggensee als kleinen Oldesloer Ozean sehr. Vielleicht sehen Sie sich einmal die neuen Badeanlagen an“, meinte sie. „Oh, ich kenne die Vorzüge des Poggensees. Ich habe früher dort geangelt. Sicher werde ich bei einem Spaziergang dort vorbeikommen“, erklärte lächelnd Dr. Lindemann. Heiterkeit gab es dann noch, als Frau Scherschinski mitteilte, daß sie auch in diesem Jahre „ihre“ Badesaison am Poggensee schon vorzeitig eröffnet habe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.4.1957

 

Donnerstag, 16. Mai 1957

Keine Auswahl für Oldesloes Schwimmsportler

Trave-Flußbad bleibt geschlossen – Dauerlösung gegen Verschlammung gesucht

st. – Die Badesaison steht vor der Tür. Aber die Kreisstädter werden in diesem Jahr nicht mehr zwischen dem nahen Bad an der Trave und dem entfernten Strandbad Poggensee wählen können. Während die Badeanstalt am Poggensee am Sonnabend geöffnet wird, bleibt das Trave-Flußbad geschlossen.

Bürgermeister Hermann Barth führte zwei Gründe für diese Maßnahme an: 1. die Verschlammung der Trave, 2. das Fehlen eines Schwimmeisters.

Die Säuberung des Flußlaufes würde etwa 1200 DM beanspruchen. Der Sport- und Jugendausschuß hat sich für diese Ausgabe ausgesprochen, aber der Bauausschuß wendet ein, daß der Erfolg nur vorübergehend sein werde und die Trave im nächsten Jahre wieder verschlammt wäre. Das Geld sei also weggeworfen. Der Bauausschuß ist deshalb für eine dauerhafte Lösung. Der Magistrat hat sich diesem Standpunkt angeschlossen und das Bauamt beauftragt, entsprechende Vorschläge zu machen.

Man denkt an die Aushebung eines Schwimmbeckens an der jetzigen Badeanstalt, das zwar von Travewasser durchspült, aber von Schlamm und Kraut freigehalten werden soll. Allerdings würde dieses Becken verhältnismäßig klein sein, jedoch groß genug, um einen Schwimmunterricht zu ermöglichen.

Schwimmmeister Hans Hommes wird die Aufsicht im Freibad Poggensee führen. Trotz langer Bemühungen ist es der Stadt nicht gelungen, einen zweiten Schwimmeister zu finden. Auf die wiederholte Ausschreibung ging nur eine einzige Bewerbung ein, die dann, was nicht an der Stadt lag, noch zurückgezogen wurde.

Lehrer und Sportorganisationen betonen, daß ein Schwimmunterricht für die Jugend im Strandbad Poggensee nicht möglich ist. Deshalb erhebt die Stadt, wie Bürgermeister Barth mitteilte, keine Einwendungen gegen die Weiterbenutzung des Travebades, sofern die Lehrer die Verantwortung übernehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.5.1957

 

Montag, 20. Mai 1957

Neue Liegewiesen am Poggensee

st. – Im Strandbad Poggensee war am Wochenende gleich zu Beginn der neuen Saison reger Betrieb. Für die Badelustigen steht jetzt eine große Liegewiese zur Verfügung, nachdem es der Stadtverwaltung nach langen Bemühungen endlich gelungen ist, dieses Gelände zwischen Strand und Straße von dem Landwirt W. aus Poggensee zu erwerben. Ein Wassergraben auf der Wiese wurde bereits verrohrt. In den nächsten Tagen soll der gesamte Strand umgepflügt werden, um den Sand aufzulockern. Der Bau eines Sprungturmes mit Drei-Meter-Brett ist auch vorgesehen. Allerdings fehlen noch immer ein Telefonanschluß und bessere Umkleidekabinen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.5.1957

 

Montag, 3. Juni 1957

Stadtverordnete kritisieren Traveschmutz

Vollkanalisation dringend notwendig – Bürgermeister: Flußbad benutzbar

st. – Unter Hinweis auf die erschreckende Verschmutzung des toten Travearmes und der Trave-Flußbadeanstalt forderte Stadtrat Carl Hoffmann (BOE) in der Stadtverordnetenversammlung die schnelle Inangriffnahme der Vollkanalisation.

Im toten Travearm stünde schon wieder längere Zeit kein Wasser, und man erblicke praktisch nur noch eine „graue Masse“ aus Fäkalien und Schmutz, die übel rieche.

Stadtbaumeister Walter Heinemann erklärte daß der beauftragte Diplom-Ingenieur Preuß seinen prüfungsfähigen Entwurf für den Bau der Kanalisation in drei Monaten vorlegen wolle. Stadtverordneter Ernst Kindt (BOE) gab ein Gutachten des Schleswig-Holsteinischen Schwimmverbandes bekannt, wonach die Flußbadeanstalt vollständig unbrauchbar sei. Man habe festgestellt, daß sogar von der Fäkalienanstalt Abwässer in die Trave kämen.

Dies wurde jedoch von Stadtbaumeister Heinemann bestritten. Bürgermeister Hermann Barth erklärte dazu, daß nach den letzten Wasseruntersuchungen in der Trave durchaus noch gebadet werden könne.

Stadtverordneter Ernst Schröder behauptete, daß im Travearm tote Fische in Massen herumtrieben. Den Gewerbebetrieben müßte die Auflage gemacht werden, ihre Kläranlagen in Ordnung zu bringen.

Ein Vertreter des städtischen Ordnungsamtes erwiderte, die Kosten für solche Kläranlagen seien so hoch, daß sie den betroffenen Betrieben einfach nicht zugemutet werden könnten. Seit zwei Jahren warte die Stadt auf eine generelle Klärung der Abwasserfrage im Travearm durch den Kreis.

„Nur durch den schnellen Bau der Vollkanalisation können wir mit diesem Problem fertig werden“, betonte Bürgermeister Barth abschließend.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.6.1957

 

Donnerstag, 6. Juni 1957

Trinkwasser für das Strandbad

st. – Die Stadt wird mit einem Kostenaufwand von fast 1000 DM einen Trinkwasserbrunnen im Strandbad Poggensee bauen lassen, und zwar neben der Jagdhütte, in der während der Saison der Schwimmeister wohnt. Die Probebohrungen sind bereits beendet und mit dem Baubeginn ist frühestens in den nächsten Tagen zu rechnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.6.1957

 

Donnerstag, 13. Juni 1957

Hochbetrieb am Poggensee

st. – Im Strandbad am Poggensee herrschte erstmalig sommerlicher Hochbetrieb. Das schöne Wetter hatte die Badelustigen in Scharen zum „Anschwimmen“ hinausgelockt. Die vergrößerte Liegewiese hat sich gut bewährt. Bei dem starken Andrang reichen aber die Umkleidekabinen nicht aus. Es müßten weitere Umkleidemöglichkeiten geschaffen werden, zumal in diesem Sommer mit einem noch stärkeren Besuch des Poggensee-Bades zu rechnen ist, weil die Trave-Badeanstalt geschlossen bleibt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.6.1957

 

Dienstag, 18. Juni 1957

Rekordbesuch im Strandbad

st. – In der Freibadeanstalt Poggensee war am Sonnabend, Sonntag und Montag ein bisher noch nicht erreichter Rekordbesuch zu verzeichnen. Rund 5000 Badelustige suchten Kühlung. Die Strandwiese war übervölkert. Von verschiedenen Seiten wurde angeregt, an solch schönen Badetagen einen Omnibuspendelverkehr von der Stadt zum Poggensee einzurichten, weil der lange Anmarsch gerade kein Vergnügen sei.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.6.1957

 

Mittwoch, 19. Juni 1957

Schwerer Unfall am Poggensee

Neunjähriger beim Spiel lebensgefährlich verletzt

st. – In der Freibadeanstalt am Poggensee eignete sich kurz nach 16 Uhr ein schweres Unglück, bei dem in der neunjährige Schüler Heinz G. lebensgefährliche Verletzungen erlitt.

Der Junge spielte zusammen mit einem älteren Schüler auf den Drainage-Betonröhren, die für die Verlegung in einem Wassergraben bestimmt sind und auf der Badewiese herumstanden. Jeder der beiden Jungen standen auf einer Betonröhre und schaukelten damit. Plötzlich stießen die beiden Rohre zusammen. Unglücklicherweise brach die Röhre, auf der Heinz herumturnte, zusammen. Der Junge wurde unter den dicken Betonbrocken begraben und erlitt eine klaffende Stirnwunde, aus der das Blut in Strömen hervorschoß. Bademeister Hommes versorgte den schwerverletzten Jungen, so gut er konnte.

Da in der Badeanstalt am Poggensee immer noch kein Telefonanschluß vorhanden ist, konnte der Bademeister erst auf dem Umweg über das fast einen Kilometer entfernte Dorf Poggensee den Krankenwagen alarmieren. Der Bahnbeamte an der Haltestelle Poggensee rief in Bad Oldesloe an. Unter diesen Umständen konnte der Krankenwagen erst spät zur Stelle sein, obwohl der Fahrer in höchstmöglicher Geschwindigkeit zum Poggensee brauste.

Der verunglückte Junge hatte inzwischen sehr viel Blut verloren. Er wurde sofort ins Unfallkrankenhaus gebracht, wo er besinnungslos darniederliegt. Sein Zustand ist sehr ernst.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1957

 

Dienstag, 20. Juni 1957

Gebt dem Strandbad endlich ein Telefon!

2000 Besucher zählt das Oldesloer Strandbad am Poggensee täglich in dieser Schönwetterperiode. Diesem Ansturm sind ein einziger Bademeister und die jetzigen Einrichtungen des Strandbades nicht gewachsen. Wenn sich, wie gestern ein Unfall ereignet, ergeben sich daraus erschreckende Konsequenzen.

  1. Das Strandbad hat, obwohl das „Stormarner Tageblatt“ sich seit zwei Jahren wiederholt dafür eingesetzt hat, zuletzt in der Ausgabe vom 20. Mai, immer noch keinen Fernsprechanschluß. Gestern vergingen 25 Minuten, ehe ein Krankenwagen zur Stelle war, der den in der Gefahr des Verblutens befindlichen verunglückten Jungen in das Krankenhaus brachte.
  2. Der einzige Schwimmeister ist nicht in der Lage, die Aufsicht im gesamten Strandbadgelände zu führen. Es sei der Stadtverwaltung zugestanden, daß ein zweiter Schwimmeister trotz aller Bemühungen nicht zu finden war, doch müßte sich eine Lösung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und den Jugendverbänden finden lassen, die den Strandbadbesuchern größere Sicherheit gibt und gefährliches Kinderspiel verhindert.
  3. Im Strandbad steht noch immer kein Atmungsgerät zur Verfügung, das bei Badeunfällen lebenswichtig ist. Die Beschaffung eines solchen Gerätes ist wiederholt angeregt worden.

Der gestrige bedauerliche Vorfall sollte den verantwortlichen Stellen eine Mahnung sein, unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu treffen!

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1957

 

Freitag, 21. Juni 1957

Doppelter Schädelbruch

st. – Der Zustand des neunjährigen Schülers Heinz G., der vorgestern beim Spielen auf Zementrohren in der Freibadeanstalt am Poggensee verunglückte, ist sehr ernst. Die Ärzte stellten einen doppelten Schädelbruch fest und entfernten gestern aus dem Kopf des Jungen einen Betonsplitter. Nachdem Heinz gestern für kurze Zeit zum Bewußtsein gekommen war, liegt er heute wieder besinnungslos darnieder. Der Vater hat heute bei der Polizei Schadensersatzansprüche angemeldet. Die Schuldfrage wird polizeilich geklärt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.6.1957

 

Mittwoch, 26. Juni 1957

Hat Bad Oldesloe für den Sport nichts übrig?

Bürgermeister Barth ließ Zahlen sprechen – 36.489 DM für den Sport, 6600 DM für die Kultur

st. – Bürgermeister Hermann Barth trat Kritikern entgegen, die öffentlich die Meinung geäußert hatten, die Stadt stelle zwar erhebliche Mittel für die Kunstpflege zur Verfügung, habe aber für den Sport nichts übrig. Der Bürgermeister wies nach, daß die Stadt erhebliche Aufwendungen für den Sport und die Jugendpflege macht.

Im Jahre 1956 hat die Stadt für Umkleideräume im Stadion und im Bürgerpark einen Zuschuß von 11.312 DM geleistet; 1957 beträgt der Bedarf 7320 DM. Für die Förderung des Jugendsports wurden 1956 500 DM und 1957 1000 DM bewilligt. Die entsprechenden Summen für die Jugendarbeit betragen 1000 bzw. 2000 DM. Auch der Zuschußbedarf für Jugendheim und -herberge hat sich erhöht, und zwar von 10.665 auf 12.202 DM. Das Freibad im Bürgerpark erforderte im vergangenen Haushalt 3385 DM, diesmal sind 3155 DM angesetzt. Der Zuschußbedarf für das Strandbad Poggensee belief sich 1956 auf 13.187 DM, während für das laufende Haushaltsjahr 11.280 DM bereitstehen. Inzwischen sind für den hier zu errichtenden Sprungturm die Zimmererarbeiten vergeben worden.

Erhebliche Zuschüsse erfordert auch die Förderung der Leibesübungen an den Schulen. Für Sportgerät wurden ausgegeben 1956 1700 DM; für 1957 sind 1880 DM bewilligt. Die Erneuerung der Turnhalle des Gymnasiums erforderte 27.754 DM, die Zuschüsse des Landes eingeschlossen. Für die Heizung und Reinigung der Turnhallen wendet allein die Stadt jährlich 1200 DM auf. Insgesamt hat die Stadt für die Leibesübungen 1956 67.440 (Turnhallenerneuerung inbegriffen) ausgegeben, während der entsprechende Betrag für 1957 sich auf 36.489 DM beläuft.

Dagegen stehen für kulturelle Zwecke im städtischen Haushalt 1957 6600 DM zur Verfügung. Allein die Zuschüsse für kulturelle Veranstaltungen betragen 3000 DM. Der Rest ist für die Kunstpflege, Theater und Konzerte (weltlichen und kirchenmusikalischen Charakters) bestimmt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1957

 

Mittwoch, 26. Juni 1957

Telefon für das Strandbad

st. – Wie Bürgermeister Barth mitteilte, wird das Strandbad Poggensee in der nächsten Woche einen Münzfernsprecher erhalten. Dem Bademeister wird bei starkem Besuch an heißen Tagen eine Hilfskraft beigegeben werden, die vor allen Dingen die Aufsicht am Strand führen soll. Ferner ist die Beschaffung eines Atmungsgerätes für die Lebensrettung bei Badeunfällen vorgesehen. Damit wird den Wünschen, die das „Stormarner Tageblatt“ im Zusammenhang mit dem kürzlichen Unfall eines neunjährigen Jungen ausgesprochen hatte, Rechnung getragen. Der Verunglückte befindet sich, wie wir aus dem Unfallkrankenhaus erfahren, auf dem Wege der Besserung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1957

 

Sonnabend, 6. Juli 1957

Badeunfall am Poggensee

st. – Ein Badeunfall ereignete sich im Strandbad am Pogensee, als ein junger Mann auf dem Badesteg einen Handstand machte. Beim Abrollen traf er unglücklicherweise mit seinem Fuß die Nase des 14jährigen Rudolf Michael K., der über die Stiege gerade aus dem Wasser kam. Der Junge hatte sofort starkes Nasenbluten und wurde mit einem Auto zu seinen Eltern gebracht. Ein Arzt stellte Nasenbeinbruch fest.

Seit drei Tagen hat die Badeanstalt am Poggensee einen TeIefonanschluß. Die Bundespost richtete in dem Holzhäuschen des Bademeisters am Eingang der Badeanstalt einen Münzfernsprecher ein. Die Badeanstalt hat die Rufnummer 2060. Jeder Badegast kann jetzt Ortsgespräche führen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.7.1957

 

Mittwoch, 21. August 1957

Turnhallen werden miteinander verbunden

st. – Wie Bürgermeister Hermann Barth gestern mitteilte, wird die Mittelschulturnhalle auf dem Schulhof in unmittelbarer Nachbarschaft zur Oberschulturnhalle errichtet. Zwischen beiden ist ein Verbindungsbau vorgesehen. Dadurch werden die Nebenräume der neuen Halle, wie Waschräume und Toiletten, auch den Benutzern der Oberschulturnhalle zugänglich. Mit dem Beginn der Bauarbeiten für die neue Halle ist bald zu rechnen. Der Magistrat hat den entsprechenden Auftrag bereits vergeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.8.1957

 

Dienstag, 17. September 1957

Neuer Trainingsplatz im Stadion

st. – Der Schaffung eines neuen Trainingsplatzes im Stadion diente eine Besprechung zwischen Vertretern des VfL, der Stadt und Fachleuten. Die VfL-Fußballsparte machte den Vorschlag, an der Ostseite des Platzes (Eingang Pferdemarkt) durch Erdbewegungen und Planierungen eine ebene Fläche vom Hang bis an die Trave heran zu schaffen, die zum Training ausreichen würde. Die Fläche soll mit einer Lichtanlage und den notwendigen Geräten versehen werden. Mit den Arbeiten wird in Kürze begonnen. Diese Maßnahme dient der Schonung des Spielfeldrasens.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.9.1957

 

Donnerstag, 17. Oktober 1957

Die auf dem Exer installierte Lichtanlage ist nicht mehr zu gebrauchen. Mit Zustimmung der Stadtverwaltung kann die VfL-Liga ihren Trainingsbetrieb vorübergehend auf die Wochenmarktfläche am Rande des Bürgerparks, auf die sogenannte Teerplatte, verlegen. Dort finden bereits seit geraumer Zeit die Spiele der Handballer statt. Um in den Abendstunden trainieren zu können, sollen zusätzlich zur Straßenbeleuchtung Scheinwerfer aufgestellt werden. wp

 

Freitag, 25. Oktober 1957

Turnhallenbau hat begonnen

st. – Mit dem Aufstellen der Holzkonstruktion für die neue Turnhalle im Hof der Mittelschule ist jetzt begonnen worden. Nach dem Beschluß der Stadtvertretung soll für 170.000 DM eine moderne Turnhalle geschaffen werden, die auch vom Gymnasium mitbenutzt werden kann. Bisher konnte infolge der Raumnot nur ein Drittel des planmäßigen Turnunterrichts erteilt werden, obwohl die Haltungsschäden der Kinder stark zugenommen haben. Die Landesregierung gibt zu dem Turnhallenbau einen Zuschuß von 58.000 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.10.1957

 

Freitag, 1. November 1957

Turner ohne Turnhalle

Der VfL fragt: Wie lange noch? …

Mi. – In einer Sitzung des erweiterten Vorstandes des VfL Oldesloe trug Oberturnwart Walter Busch seine Sorgen über den derzeitigen Mangel an Turnhallen vor.

Die früher benutzte Turnhalle der Oberschule ist wegen des Umbaues mit Schulmöbeln ausgefüllt. Die Halle der Alten Stadtschule kann von erwachsenen Turnern überhaupt nicht und von Kleinkindern nur dann benutzt werden, wenn diese die Geräte selbst transportieren, was ein unmögliches Verlangen darstellt. Bis zur Herstellung des früheren Zustandes können noch 6 bos 7 Monate vergehen. Verschiedene Eltern haben bereits ihre Kinder aus der Turnabteilung abgemeldet und andere wieder die Beitragszahlungen eingestellt. Aber auch der Fortfall der Pflege des mit großem Kostenaufwand geschaffenen Fußbodens in der mit Möbeln bestellten Turnhalle der Oberschule wird ihre Folgen haben.

Der 1. Vorsitzende Heinz Peters verlas darauf ein kürzlich abgesandtes Schreiben des VfL an die Stadt, in dem um Abstellung dieser Zustände gebeten wurde. Die Stadt hat darauf noch nicht geantwortet. …

Fußballobmann Rudi Herzog berichtete über die Trainingsanlage im Stadion. Turner, Fußballer, und Handballer wollen in freiwilligem Arbeitsdienst die bereits begonnenen Erdarbeiten zu Ende führen. Eine Beleuchtungsanlage ist vorgesehen; die des Exers funktioniert nicht mehr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1957

 

Donnerstag, 28. November 1957

Jugendherberge stark besucht

st. – In diesem Jahre hatte die Jugendherberge im Bürgerpark schon bis zum 31. Oktober genau 2000 Besucher mehr als im gesamten Jahr 1956, nämlich 6542 gegenüber 4542. Unter den Gästen waren bis zum 31. Oktober 331 Ausländer. 1956 waren es insgesamt 313.

STORMARNER TAGEBLATT

 

Bis zum Jahr 1960