Saison 1956 - 57
Teil 1

 

 

Montag, 8. Okt. 1956
12 bestanden die Trainerprüfung.
In der herrlich gelegenen Malenter Sportschule wurde in der vergangenen Woche der erste Übungsleiterlehrgang beendet. Von 13 Teilnehmern bestanden 12 unter den Augen von Dettmar Cramer (Westdeutschland), Linnenbach aus Heidelberg und dem Lehrgangsleiter, Verbandstrainer Claus-Peter Kirchrath. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis, wenn man bedenkt, was alles verlangt, wie sehr die Trainerkandidaten "auf Herz und Nieren" geprüft wurden, in Praxis, Theorie (taktische Schulung, Regelkunde, Mannschaftsführung, Betreuung, Anatomie, Erste Hilfe usw.) und Lehreignung, wozu noch eine Klausurarbeit sowie ein freier Vortrag von etwa 30 Minuten kamen.

Die Vorbereitungen für diesen Lehrgang gingen über ein Jahr. Es ging um den Lehrschein A, der ausreicht, um alle Klubs trainieren zu können - bei einem Entgelt bis zu 2000 DM monatlich.

Unter den frischgebackenen Trainern befinden sich altbekannte Ligaspieler wie

  • Karl Wenzel vom VfB Lübeck, der jetzt Preußen Reinfeld trainiert
  • Albin Berner vom LBV Phönix, jetzt Trainer beim VfL Schwartau
  • dem Holsteiner Grunewald (jetzt Gut Heil Neumünster)
  • dem Kilianer Wrobel
  • Berger (Polizei Kiel)
  • Gartzke (Gut Heil Neumünster)
  • Hudoffsky (ATSV Lübeck)
  • Kothe (TSV Barmstedt)
  • Pingel (TSV Kücknitz)
  • Richter (TSV Westerland)
  • Staudt (TSV Zieten)
  • Stein (VfB Kiel)

Alle Teilnehmer haben schwer an sich arbeiten müssen, um diese harte Prüfung bestehen zu können. Alle aber waren hell begeistert von der Arbeit mit Verbandstrainer Kirchrath. Um ihren Dank an die Sportschule Malente abstatten zu können, haben sich die Lehrgangsteilnehmer etwas besonderes ausgeknobelt: Sie wollen zu Gunsten der Jugendbetreuung in der Sportschule zwei Spiele zwischen den Altligisten Lübecks und Kiels (einmal in Lübeck, einmal in Kiel) austragen. Der gesamte Überschuß soll der schule zugute kommen! Ist das nicht ein prachtvoller Gedanke?
SPM

Montag, 15. Okt. 1956
Studienrat Steenbock leitet Schulfußballrunde.
Der Deutsche Fußball-Bund hat in den letzten Jahren sehr viel getan, um den Fußballsport an den Schulen wieder ins Leben zu rufen und zu fördern. Er hat sich immer wieder mit Rat und Tat eingeschaltet und in der Sportschule des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Malente haben unter Leitung von Verbandstrainer Claus-Peter Kirchrath bereits zwei Fußballkurse für Lehrer höherer Schulen sowie Volks- und Mittelschulen stattgefunden.

Der Erfolg ist - zumindest in Schleswig-Holstein - nicht ausgeblieben. Der Verband deutscher Leibeserzieher an den höheren Schulen in Schleswig-Holstein hat sich jedenfalls dazu entschlossen, genau wie im Handball eine Runde auf Landesebene zu starten, an der sich von den 42 höheren Schulen des Landes nicht weniger als 27 beteiligen werden!

Die Mannschaften ermitteln vorerst die Bezirksmeister (aufgeteilt wie in den Fußballbezirken in Kiel, Lübeck, West und Nord) und spielen dann den Landesmeister aus. Im Bezirk Ost (Kiel) nehmen alle Schulen teil, im Raume Lübeck von 12 Schulen 8, während im Westen und Norden von 10 bzw. 11 Schulen je 5 gemeldet haben.

Organisator dieser mit großer Begeisterung aufgenommenen Runde ist Studienrat Heinrich Steenbock (Kiel), der Spielausschußobmann des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Da muß die Geschichte doch einfach klappen! Ihm zur Seite stehen die sportbegeisterten Studienräte Zimmer (Lübeck), Brüll (Elmshorn), Helbig (Kiel) und der ehemalige Handballnationalspieler Bernd Kuchenbecker, der in Flensburg als Oberschullehrer tätig ist. Man darf gespannt sein, welche Ergebnisse (und Erfahrungen) diese erste Runde bringen wird. Der Anfang ist jedenfalls gemacht, der Fußballverband hat den Schulen die volle Unterstützung zugesagt und auch die Mittel- und Volksschulen beabsichtigen, Fußballrundenspiele auszutragen, so, wie es vor dem Kriege überall üblich war!
SPM

Donnerstag, 18. Okt. 1956
Nachwuchs braucht noch Zeit.
Abwanderung aus Pölitz auch für den Sport spürbar. Der 1. Vorsitzende des Kreisfußballverbandes Stormarn, Erwin Gesche (Reinfeld), nahm mit seinen engsten Mitarbeitern an einer Frage- und Antwortstunde beim SSV Pölitz teil, um sich beim Vorstand des Vereins und Vertretern der Gemeinde und der Schule über Sorgen und Nöte des Vereins zu informieren und ihnen Anregungen zu geben.

Lehrer Riemann hob in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des SSV Pölitz hervor, daß der Verein wohl auf gesunden Füßen stehe, die Mitarbeiter für eine gedeihliche Jugendarbeit aber sehr rar geworden sind. Überdies sei die Teilnahme am dörflichen Sportgeschehen gegenüber den früheren Jahren erheblich zurückgegangen. Pölitz habe praktisch eine ganze Fußballmannschaft verloren. Der junge Nachwuchs benötige noch Zeit, um die verwaisten Plätze der ersten Mannschaft vollwertig einnehmen zu können.
ST

Samstag, 20. Okt. 1956
Sieker Sportverein braucht Freunde.
Sportplatzbenutzung durch die Schule noch ungeklärt. Während eines fast vierstündigen Besuchs besprach der Kreisvorsitzende des Fußballverbandes Stormarn, Erwin Gesche (Reinfeld), mit dem Vorsitzenden des Sportvereins, Bürgermeister Dülsen und Schulleiter Wrage die Sorgen des SV Siek.

Kreisvorsitzender Gesche stellte die Forderung in den Vordergrund, den Jugendsport zu fördern. Sorge bereitet dem Kreisfußballverbands der in absehbarer Zeit in Kraft tretende Beschluß des Schiedsrichterausschusses, wonach in Zukunft jedem Verein, der keinen Schiedsrichter zur Verfügung stellt oder nicht wenigstens für Schiedsrichternachwuchs sorgt, der Spielbetrieb gesperrt wird.

Über die Benutzung des neu hergerichteten Sportplatzes durch die Schule erreichte der Sportverein noch keine Einigung mit der Gemeinde. Der SV erklärte sich zwar mit der Benutzung durch die Schule bereit, forderte jedoch, daß die Gemeinde die Hälfte seiner Jahrespacht, also 100 DM, übernimmt.
ST

Donnerstag, 25. Okt. 1956
Wer hilft der Oldesloer Sportjugend?
VfL erwägt Aufnahmesperre wegen Mangels an Betreuern. Appell an Eltern und Erzieher. Nowak entwarf die neue Fahne. In der Sitzung des erweiterten Vorstandes des VfL Oldesloe gab der 1. Vorsitzende Hanns Opitz bekannt, daß er sich demnächst beruflich nach auswärts verändern wird. Er beauftragte satzungsgemäß den 2. Vorsitzenden Horst Kaschner mit seiner Vertretung. Bis zur Neuwahl im April 1957 verbleibt es bei dieser Regelung.

Zur Schaffung einer neuen Fahne waren Entwürfe eingesandt worden. Der dafür eingesetzte Ausschuß und der Gesamtvorstand entschieden sich für den des Mittelschullehrers Bernhard Nowak. Alle vier Entwürfe wurden mit Buchpreisen prämiert. Da die Kosten durch Spenden der Vereinsmitglieder bereits gedeckt sind, wird wegen der Anfertigung der Fahne die Verbindung mit einer Firma aufgenommen werden.

Die Zahl der Mitglieder hat sich auf 946 erhöht. So sehr diese Steigerung auch zu begrüßen ist, so sehr vergrößert sie doch die Schwierigkeiten des Vereins, denn es fehlt an Betreuern für die jugendlichen Aktiven. Der Mangel wirkt sich so kraß aus, daß sogar eine Aufnahmesperre erwogen werden muß. Der 1. Vorsitzende richtet deshalb an alle Freunde der Jugend den dringenden Appell, sich dem Jugendsport als Betreuer zur Verfügung zu stellen. Jede Jugendmannschaft muß auf Reisen und Spielplätzen bestimmungsgemäß unter Aufsicht eines Erwachsenen stehen. Es ist nach Meinung von Hanns Opitz keine unbillige Forderung, daß sich Eltern und Erzieher mehr als bisher der Jugendsportarbeit widmen möchten.

Jugendwart Rudi Herzog gab bekannt, daß im Verlauf des nächsten Jahres die Fußballjugend des Vereins an einem internationalen Turnier (Dänemark, Schweden, Norwegen) in Nyköbing teilnehmen wird.

Zum Schluß dankte der 2. Vorsitzende Horst Kaschner dem 1. Vorsitzenden Opitz für die aufopfernde Arbeit, die dieser für den Verein geleistet hat und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Hanns Opitz an den Wochenenden auch weiterhin dem Verein mit seinem Rat zur Seite stehen will.
ST

Donnerstag, 25. Okt. 1956
DFB: Vertragsfußball in der Krise.
Die Übertretungen verschiedener Vereine gegen das Vertragsspielerstatut und die vom Deutschen Fußball-Bund in diesem Zusammenhang eingeleiteten Strafverfahren ließen vielfach Meinungen über eine Krise des deutschen Fußballsports laut werden. Der DFB selbst greift dieses aktuelle Thema in seinem neuesten Pressedienst auf und stellt die Frage "Vertragsfußball in der Krise?"

Nach den amtlichen Auslassungen des DFB unterzeichneten am 30. Jan. 1954 insgesamt 126 Fußballvereine eine Verpflichtung zur Erhaltung der Vertragsspielerbestimmungen. Einige übertraten jedoch das Statut trotz der feierlichen Zusicherung, so daß sie sich jetzt vor den Sportbehörden verantworten müssen. Der DFB selbst erklärt dazu, daß nach überwiegenden Meinungen die Zahl der schuldigen Vereine keine Änderung der Vertragsspielerbestimmungen notwendige mache.

In diesem Zusammenhang wird von der Beiratssitzung mit dem Bundesvorstand, den Vorsitzenden der 20 Landesverbände und dem Vertragsspielerausschuß am Wochenende berichtet. Aus den Erörterungen gewannen die Beteiligten den Eindruck, daß jede Erhöhung der Spielerentschädigungen einen Schritt weiter zum Berufsspielertum bedeuten würde.

Bedenklich stimme die Entwicklung des Fußballsports in der Spitze, durch die verschiedene Vereine - laut DFB auf Drängen ihrer Spieler - Verstöße wirtschaftlicher Art gegen das Vertragsspielerstatut begangen hätten. Trotz aller Symptome soll, wie der DFB weiter erklärt, an der bisherigen Form des Statuts festgehalten werden unter Beseitigung der Mängel und Nachteile, die sich aus der Überspitzung der Verhältnisse im Fußballsport ergeben. Dabei sollen die Vertragsspieler weitgehend Möglichkeiten erhalten, Vorschläge, Anregungen und Wünsche den zuständigen Sportstellen vorzutragen. Der DFB denkt dabei jedoch nicht an die für die Spieler wohl wichtigere wirtschaftliche, sondern mehr an die ideelle Seite dieses Problems.

Der DFB geht dann noch den Ursachen der Schwierigkeiten zur Einhaltung des Statuts nach und schreibt dazu, daß die Zeitverhältnisse mit dem Drang nach Sensationen auch auf den Sport abfärbten. Spielten die Vertragsspielermannschaften vor Jahren, als das Statut geschaffen wurde, einmal in der Woche und trainierten zweimal, so wird jetzt ein viermaliges Training verlangt. Dazu kämen neben den Pflichtspielen noch Wochentagsbegegnungen und neuerdings auch Flutlichtspiele gegen starke ausländische Mannschaften. Das sei eine Überforderung, die die Spieler davon abhalte, den beruflichen Verpflichtungen nachzukommen, zumal ja auch noch die Vorbereitungen des DFB für bedeutsame Spiele hinzugerechnet werden müßten.

Der DFB findet es verständlich, wenn unter diesen Umständen die geldlichen Zuwendungen das zulässige Maß überschritten, fordert jedoch ein "Zurück zum Natürlichen". Unter Hinweis auf den Beschluß, alle Vereine auf die Einhaltung der Satzungen zu überprüfen wird zum Schluß noch gesagt, daß der Boden der Sportehrlichkeit nicht verlassen und ein Schritt zum Berufssport nicht unternommen werden soll. Vielmehr soll der Weg zu einer gesunden Entwicklung frei gemacht werden. Nun erwarten die Vereine, daß der DFB ihnen den Weg ebnen wird.
ST

Dienstag, 30. Okt. 1956
Schiedsrichter verdienen Lob.
Der Vorstand des Kreisfußballverbandes Stormarn trat in den Reinfelder "Bahnhofsgaststätten" zu einer Sitzung zusammen, in der besonders die Schiedsrichterfrage behandelt wurde.

Schiedsrichterobmann Konrad Wölk (Bad Oldesloe) beleuchtete die Mängel und Nöte auf diesem Gebiet. Der augenblickliche Bestand an Schiedsrichtern reicht nicht aus, um sonntags alle Spiele mit einem Schiedsrichter zu beschicken. Einige Schiedsrichter müssen an einem Tag zweimal eingesetzt werden. Wie soll dieses Problem in den Wintermonaten, wenn die Witterungsverhältnisse schlechter werden, gelöst werden? Schließlich muß mit Ausfällen gerechnet werden. Alle Anerkennung gebührt den Schiedsrichtern, die sich jeden Sonntag zur Verfügung stellen. Von einer Werbung in der Presse und einer persönlichen Fühlungnahme aller Vorstandsmitglieder mit den Vereinen versprach sich der Vorstand viel. Hiermit soll sofort begonnen werden. Auch eine finanzielle Unterstützung wurde dem Schiedsrichterobmann zugesagt.

Der Vorsitzende Erwin Gesche bat den Jugendobmann, beim nächsten Jugendverbandstag sich für einen Satzungsänderung, die den Landvereinen Gelegenheit gibt, Jugendliche in höheren Spielklassen mitwirken zu lassen. Der Spielbetrieb soll dadurch aufrechterhalten bleiben. Ein Antrag soll sofort gestellt werden, doch schien dieser dem Jugendwart fast aussichtslos, da der Bezirk einen anderen Strandpunkt einnimmt als die Kreisverbände. Trotzdem soll alles versucht werden.

Mit einer besonderen Ehrung will der Vorstand des KFV seine Jugend überraschen. Er plant das Treueabzeichen einzuführen. Ein Ausschuß wurde gebildet, der sich mit diesem Problem befassen wird. Vorsitzender Gesche wies noch besonders auf die dringend notwendige Mitarbeit der Schulen hin. Dies sei eine Aufgabe der Sportlehrer. In reger Aussprache wurden ferner Fragen des Spielbetriebes und Verwaltungsfragen erörtert, wobei erfreuliche Erfolge der Vorstandsarbeit sichtbar wurden.
ST

Montag, 12. Nov. 1956
Fußballprominenz beim ATSV.
KFV-Vorsitzender Gesche erkundigte sich nach den Nöten. Im Zuge der in den letzten Monaten vom Vorstand des Kreisfußballverbandes Stormarn durchgeführten Vereinsbesuche war der 1. Vorsitzende Erwin Gesche (Reinfeld) mit seinen engsten Mitarbeitern Gast beim ATSV Oldesloe. Willi Främke, 1. Vorsitzender des ATSV, konnte den Vertreter des Bürgerworthalters und drei Vertreter des Magistrats der Stadt Bad Oldesloe begrüßen.

Kreisvorsitzender Gesche erklärte, Eltern und Angehörige der Jugend müßten noch mehr als bisher für die passive Mitgliedschaft zur finanziellen Stützung des Vereins geworben werden. Andererseits sei die Jugend neben der laufenden sportlichen Betätigung auch zu musischen Veranstaltungen heranzuziehen. Durch die Schaffung eines Treueabzeichens, das als Stoffabzeichen auf der Sporthose zu tragen ist, soll die Vereinstreue der jungen Menschen geweckt und das Zusammengehörigkeitsgefühl bestärkt werden.

Georg Schömer wies als Sprecher der Oldesloer Stadtvertretung darauf hin, daß die Stadt stets für die Erhaltung der alten und für die Schaffung neuer Sportanlagen eintrete und mit nicht unbedeutenden Etatmitteln den einzelnen Jugendorganisationen helfe.

Der technische Leiter des Kreisfußballverbandes, Fischer, brachte die kostenlosen Wochenkurse auf der Fußballverbandsschule in Malente zur Sprache. Durch die Beschickung dieser Lehrgänge mit fußballbegabten Kräften soll den Vereinen die Grundlage für das fachliche und pädagogische Training ihrer Fußballspieler gegeben und darüber hinaus den jungen Menschen Einblicke in die gestaltende Vereinsarbeit vermittelt werden.

In der lebhaften Diskussion wurden manche Sorgen vorgetragen, aber auch manche Ratschläge für eine ersprießliche Vereins- und Jugendarbeit erteilt.
ST

Freitag, 30. Nov. 1956
Erinnerungen an die Jugendtage des Oldesloer Sports.
Als die Fußballer Pudelmützen trugen. Festabend des VfL. Veteranen erkannten sich auf alten Fotos wieder. Die Fußballabteilung im VfL Oldesloe hatte zum Abschluß ihres Jubiläumsjahres ihre alten Fußballpioniere zu einem Festabend in "Wiggers Gasthof" geladen, zu dem auch die Vorsitzenden des Bezirks- und Kreisfußballverbandes sowie des Kreissportverbandes erschienen waren.

Fußballobmann Werner Brandt begrüßte in erster Linie die zahlreich erschienenen Veteranen des Vereins. Er gab einen kurzen Überblick über den jetzigen Stand und die Leistungen der Seniorenmannschaften. Jugendwart Rudi Herzog sprach über die Jugendarbeit im Verein. Dann kamen die Alten zu Wort. Adolf Kröger erzählte aus alten Zeiten, als noch mit der Pudelmütze und mit schwarz-weiß-roten Schärpen über dem Dreß Fußball gespielt wurde. Die heutige Fußballsparte beim VfL hatte als Vorläufer den Oldesloer Ballspiel-Club. Seit 1902 bestand der FC Teutonia, der als Vorbild diente. Die Mannschaften des Ballspiel-Clubs rekrutierten sich aus Stadtschuljungen. "Lila-weiß sind unsere Farben", sang damals die Mannschaft, in der am stärksten die Familie Drews vertreten war.

Der 1. Vorsitzende des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche, wies auf die Wichtigkeit der Jugendarbeit hin, ohne die eine aufwärtsstrebende Ligaelf ihr Ziel nie erreichen wird. Aus diesem Grunde habe er auch aufmerksam die Jugendarbeit beim VfL verfolgt. Der 1. Vorsitzende des Bezirksverbandes, Paul Schumacher, stellte fest, daß in den letzten 30 Jahren seiner Bezirkszugehörigkeit beim VfL stets in anständiger und sportlicher Weise gearbeitet worden sei. Über die Glanzzeit der Fußballsparte, in der sie über eine Landesliga-Mannschaft verfügte, berichtete der frühere Kassierer und spätere Obmann Wilhelm Hoppe. Ein Fußballbericht über das Treffen mit Holstein Kiel aus damaliger Zeit erweckte großes Interesse.

Für das von der Fußballsparte bisher Geleistete sprach der 1. Vorsitzende des VfL, Hanns Opitz, seinen Dank aus. Der Vorsitzende des Kreissportverbandes, Christian Ohrt, der seit 1916 das Sportgeschehen in der Kreisstadt lenkt, berichtete anhand von Bildern über frühere Zeiten. Große Heiterkeit riefen die Bilder hervor, auf denen heute wohlbeleibte und stark ergraute Kämpen sich als spurtschnelle Fußballer wiedererkannten. Bei Gesang und humoristischen Vorträgen zog sich die wohlgelungene Veranstaltung bis in die Morgenstunden hin.
ST

Dienstag, 18. Dez. 1956
Zweite Lehrerprüfung bestanden.
Die zweite Prüfung hat der Lehrer Walter Busch (Alte Stadtschule) vor der Prüfungskommission unter Vorsitz von Schulrat Rudolf Heitmann bestanden.
ST

Freitag, 28. Dez. 1956
Landestrainer vor Vereinsübungsleitern.
In "Wiggers Gasthof" sprach Landesfußballtrainer Claus-Peter Kirchrath zu den Vereinsübungsleitern des Kreisfußballverbandes Stormarn. Er stellte fest, daß der Norddeutsche Fußballverband hinsichtlich der Übungsleiter weit hinter den anderen Verbänden zurücksteht. Der Trainer forderte die Vereine auf, von den Kursen in der mustergültigen Sportschule Malente mehr Gebrauch zu machen. Gerade die ländlichen Vereine, die auf Selbsthilfe angewiesen sind, sollten geeignete Sportler nach Malente schicken, um ausgebildete Übungsleiter und Mannschaftsbetreuer zu bekommen. Der Besuch der Kurse fördert nach den Worten Kirchraths den Teilnehmer nicht nur sportlich, sondern entwickelt auch Persönlichkeitswerte, die ihm im privaten und beruflichen Leben von Nutzen sind.
ST

 

Bis zum Jahr 1960