Saison 1957 - 58
Teil 4

 

 

Montag, 1. April 1957
Es bleibt bei 320 DM Höchstgehalt.
Vertragsspielerprämien erhöht - soweit steuerlich zulässig. Der Beirat des Deutschen Fußball-Bundes beschäftigte sich auf seiner Duisburger Tagung am Wochenende grundsätzlich mit dem Thema Buchprüfungen bei den Vereinen mit Vertragsfußball. Zu einer allgemeinen Amnestie konnte sich der Beirat nicht entschließen. Vergehen kleinerer Art können aber auf Antrag des DFB-Kontrollausschusses künftig in beschleunigtem Vertagen durch das DFB-Sportgericht behandelt werden; mit Vorladung der Beschuldigten. Der Beirat lehnte auch eine Erhöhung der Höchstbezüge für Vertragsspieler über die bisherige Grenze von 320 Mark hinaus ab.

An Konsequenz ließ man es aber fehlen, erfuhr doch gleichzeitig der Prämienkatalog für Vertragsspieler eine Erweiterung! Im Rahmen der steuerlichen Zulässigkeit dürfen "aus besonderen Anlässen" (Meisterschaft usw.) in erweitertem Maße Leistungsprämien gezahlt werden. Wie man auf diesem Wege der Neigung entgegensteuern will, über die legalen Bezüge hinauszugehen, bleibt das Geheimnis des Beirats.
SPM

Mittwoch, 10. April 1957
Freibad Bürgerpark.
In einem Schreiben an die Stadtverordnetenversammlung hat der Ortsausschuß für Leibesübungen gebeten, die Trave-Badeanstalt instandzusetzen und Bademeister Hans Hommes dort zu beschäftigen, weil sich nur dieses Schwimmbad für Schwimmkurse eigne. Obwohl in dem zuständigen Ausschuß die Ansicht vertreten worden war, daß es wegen der ständigen Verschlammung des Traveschwimmbades nicht zweckmäßig sei, dort noch viel Geld hineinzustecken, sieht der Haushaltsplan für das Freibad Bürgerpark für das Rechnungsjahr 1957 Aufwendungen in Höhe von 5275 DM vor. In der Stadtverordnetenversammlung, in der Bürgerworthalter Willy Rosch das Schreiben zur Kenntnis brachte, wurde beschlossen, daß sich der städtische Sportausschuß noch einmal mit der Angelegenheit beschäftigen soll.
ST

Samstag, 27. April 1957
Der VfL Oldesloe hat eine neue Fahne.
Auf der Generalversammlung am kommenden Montag wird der VfL zum ersten Male seinen Mitgliedern die neue Vereinsfahne zeigen. Das Fahnentuch ist auf der einen Seite in den blau-weißen Vereinsfarben gehalten. Ein goldener Lorbeerkranz schließt das dreieckige Vereinsabzeichen mit der Abkürzung des Vereinsnamens und der Jahreszahl der Gründung ein.

Auf dem blau-weiß-roten Untergrund, der die Landesfarben Schleswig-Holsteins darstellt, sieht man auf der anderen Seite das Stadtwappen mit dem eingestickten Namen Bad Oldesloe. Die Fahne ist, mit kleinen Änderungen, nach dem Entwurf des Sportlehrers Bernhard Nowak entstanden, der in einem eigens dazu ausgeschriebenen Wettbewerb den ersten Preis erhalten hatte.

Bei der neuen Fahne handelt es sich um das dritte Vereinssymbol des VfL. Die Traditionsfahne des Männerturnvereins, aus dem der VfL hervorgegangen ist, befindet sich im Stadtarchiv. Die zweite Fahne ging in den Nachkriegswirren verloren. Der Vorstand des VfL hat beschlossen, die Fahnenweihe sogleich nach Abschluß der Aufstiegsspiele der Bezirksligafußballelf vorzunehmen, damit der rund 1000 Mitglieder starke Verein bei den großen Festen dieses Sommers sein neues Symbol zeigen kann.
ST

Montag, 29. April 1957
Heinz Peters löst Hanns Opitz ab.
VfL Oldesloe erhielt einen neuen Vorsitzenden. Ehrennadel für den bisherigen Vereinsführer. Langjährige Mitglieder ausgezeichnet. In der Jahreshauptversammlung des VfL Oldesloe im "Oldesloer Hof" wurde Kreisjugendpfleger Heinz Peters zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Der aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierende bisherige Vorsitzende Hanns Opitz erhielt wegen seiner Verdienste um den VfL die silberne Ehrennadel. Ferner wurde an die Sportfreunde Paul Jürgens und Hans Spies für 50jährige Mitgliedschaft die goldene und Werner Brandt, Bruno Löding, Peter Möller, Kurt-Herbert Pump und Karl-Heinz Schmidt die silberne Vereinsnadel für 25jährige Mitgliedschaft verliehen. Fußball-Jugendwart Rudi Herzog erhielt für seine Verdienste um die Jugend die silberne Ehrennadel.

Hanns Opitz verwies in seinem Jahresbericht auf die Mitteilungen im letzten Vereinsnachrichtenblatt. Er ergänzte sie durch einen ausführlichen Vortrag über das während seiner Amtszeit im Verein Geleistete. Nach dem Stande vom 25. April gehören dem Verein 1056 Mitglieder an: Boxen 33, Fußball 335, Handball 104, Leichtathletik 62, Schwimmen 27, Tischtennis 58, Turnen 399, Wintersport 38. Die Ehrungen der Meister 1957 sollen möglichst am Tage der Fahnenweihe erfolgen. Die neue Fahne, die den Versammlungsteilnehmern im Tagungsraum gezeigt wurde, gefiel allgemein.

Hanns Opitz kam dann auf die Zusammenarbeit mit den Behörden zu sprechen. Der Vorstand ist immer eifrig bemüht gewesen, den zuständigen Stellen seine Wünsche hinsichtlich des Turnhallenneubaus, der Schwimmbadeanstalt usw. vorzutragen. Teilweise wurden sie erfüllt, teilweise abgelehnt. Der Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß in Zukunft für den Sport von diesen Stellen mehr als bisher getan wird.

Längere Zeit nahm die Debatte über die Stadionbenutzung durch die Schulen in Anspruch. Nach einem Vorstandsbeschluß soll das Stadion nur noch den VfLern zugute kommen. Das Stadion, das aus Vereinsmitteln unterhalten werden muß, kann deshalb auch nur von dem Verein benutzt werden, war die Ansicht der einen Seite. Andere Sprecher verlangten Idealismus vom Vorstand. Schließlich einigte sich man dahin, den Vorstandsbeschluß der Versammlung zur Abstimmung zu stellen. Durch die Abstimmung wurde erreicht, daß sich Verein und Schulen einigen sollen.

Kassenwart Kurt Peter und Kassenprüfer Wilhelm Hoppe erstatteten dann Bericht über die finanzielle Lage des Vereins. Die Versammlung erteilte dem gesamten Vorstand Entlastung und dankte ihm. Der Voranschlag des ordentlichen und außerordentlichen Haushaltsplans wurde von der Versammlung genehmigt. Bei den nachfolgenden Wahlen wurde der 2. Kassierer Gerhard Rath wiedergewählt. Neu gewählt wurde zum 2. Kassenprüfer Hans Fokuhl.

Der 2. Vorsitzende Horst Kaschner dankte im Namen des Vereins Hanns Opitz für seine zweijährige Tätigkeit als Vorsitzender des VfL, dem er jetzt bereits zehn Jahre angehört. Als alter Handballer habe er es verstanden, ein harmonisches Zusammenarbeiten aller Sparten herbeizuführen. Bei ihm gab es keine turbulenten Sitzungen. In jeder Lage verstand er es, den richtigen Ton zu finden. Er hatte dabei für jeden ein offenes Ohr, so führte Horst Kaschner aus. Die Neuwahl nahm nur wenig Zeit in Anspruch, weil die Versammlung sich über den Nachfolger einig war. Heinz Peters übernahm das Amt mit den Worten: "Ich bin kein Opitz und werde auf die Mitarbeit sämtlicher Vorstandsmitglieder angewiesen sein." Er dankte für das Vertrauen und hofft auf eine gute Zusammenarbeit. Heinz Peters, Kreisjugendpfleger und Kreissportreferent, gehört dem VfL seit 1955 an. Seine Hobbys im Sport sind Fußball, Hockey, Polo und Rugby, zum Teil Sportarten, die er während seiner Anwesenheit in Südamerika kennengelernt hat. Schon seit zehn Jahren arbeitet er für die Sportjugend. Er dürfte deshalb für den VfL der geeignete Vorsitzende sein.

Mit Stimmenmehrheit wurde noch einer Beitragserhöhung ab 1. Juli zugestimmt. Dabei sollen die sozialen Verhältnisse einzelner Mitglieder berücksichtigt werden.
ST

Dienstag, 30. April 1957
Alte Herren können Meister werden.
Auf Anregung des Kreisfußballverbandes Segeberg haben sich acht Altherren-Mannschaften zusammengefunden, die an einer Punktrunde teilnehmen wollen: VfL Oldesloe, TSV Bargteheide, Holstein Segeberg, TSV Quellenhaupt Bornhöved, Kaltenkirchener TS, Viktoria Lübeck, Rot-Weiß Moisling und SG Seth. Der Sinn dieser Spiele ist, den wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem aktiven Sportbetrieb ausgeschiedenen Spielern wieder einen gewissen Auftrieb zu geben, damit sie sich vielleicht hier und dort wieder für die Vereinsarbeit zur Verfügung stellen.

Die Spielzeit beträgt zweimal 35 Minuten. Bis zum Abpfiff eines Spiels können zwei Spieler ausgewechselt werden. Ein des Feldes verwiesener Spieler darf natürlich nicht ersetzt werden. Das Alter der Spieler ist genau festgelegt. Die Spiele, die Anfang Mai beginnen, werden in einer Hin- und Rückrunde ausgetragen. Die Meistermannschaft erhält eine Urkunde und einen Wanderpokal. Der VfL Oldesloe stiftete einen Fairneß-Preis, der nach einem bestimmten Modus der fairsten Elf dieser Punktrunde verliehen werden soll.
ST

Samstag, 4. Mai 1957
Im "Deutschen Haus" fand der Jugendverbandstag des Kreisfußballverbandes Stormarn statt. Jugendwart Franz Bartkowiak (Bad Oldesloe) stellte sich den Delegierten nicht mehr zur Wahl. Seine Nachfolge trat Grote (Bargteheide) an. Der Oldesloer Rudi Herzog blieb Beisitzer im Jugendausschuß.

Mittwoch, 8. Mai 1957
4500 Stormarner im Kreissportverband vereint.
Sportärztliche Untersuchung wichtigste Aufgabe. Zu wenig Betreuer für die Jugend. Nach dem Jahresbericht des Kreissportverbandes Stormarn, der jetzt allen Vereinen zugestellt wurde, umfaßt der Verband 31 Sportvereine mit insgesamt 4515 Mitgliedern. Am 12. Mai findet im Hotel "Deutsches Haus" in Bad Oldesloe der diesjährige Kreisverbandstag statt, der im Zeichen der Neuwahl des gesamten Vorstandes stehen wird.

Der Vorsitzende des Kreissportverbandes, Christian Ohrt, stellt in seinem Jahresbericht u.a. fest, daß sein Wunsch, echter, unverwischter olympischer Geist möge sich in allen sportlichen Handlungen des Verbandes widerspiegeln, nicht ganz in Erfüllung gegangen sei. Die einzelnen Verbände und Sparten führten mehr oder weniger ein Eigenleben. Auch fehlte öfter die freundschaftliche, kameradschaftliche Zusammenarbeit. Von den fünf Unterbezirken führte nur der Bezirk Reinfeld die sportärztliche Untersuchung fast 100prozentig durch. Der Vorsitzende gibt der Hoffnung Ausdruck, daß im neuen Geschäftsjahr diese Untersuchung als eine der vornehmsten Aufgaben der Vereine angesehen wird.

In seinem Vorwort zum Jahresbericht weist Heinz Peters auf die Tatsache hin, daß eine Reihe von Vereinen ihre Jugendarbeit nicht ausweiten konnten, weil es ihnen an geeigneten Betreuungskräften fehlte. Zwar sind der Kreissportverband und der Kreis Stormarn bemüht, durch verstärkte Lehrgänge bzw. durch Bereitstellung der Mittel dafür diese Lücke zu schließen, aber das wird nur dann gelingen, wenn sich noch mehr Persönlichkeiten für die Arbeit im Sport und an der Sportjugend zur Verfügung stellen. Kreisjugendsportwart Karl-Heinz Schmidt verweist in seinem Bericht auf die Fahrten in die Jugendlager des Odenwaldes, Schwarzwaldes und nach West-Berlin hin, wofür ein Zuschuß gewährt wird.

74 Mannschaften aus 21 Fußballvereinen nahmen im abgelaufenen Jahr an Punktspielen teil, berichtet der Vorsitzende des Kreisfußballverbandes Erwin Gesche. Er betont besonders, daß die Hälfte der Kreisvereine immer noch nicht eingesehen hätte, daß, auf lange Sicht betrachtet, nur die Vereine spielstark bleiben, die einen geregelten Jugendbetrieb haben. Hanns Opitz stellt fest, daß der VfL Oldesloe im Berichtsjahr allein den Kreishandballverband auch über die Grenze des Kreises hinaus erfolgreich vertreten habe. Die in anderen Vereinen zu Beginn des Jahres gezeigten Ansätze konnten leider nicht gefördert werden, weil es an Betreuern fehlte.

Nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland betätigten sich die Leichtathleten des Verbandes Stormarn, erklärt Theo Rausch und berichtet über weitere Leistungsverbesserungen. Der Erwerb des Sportabzeichens und des Leistungsabzeichens dagegen war mäßig. Kreisoberturnwart Matthees greift in seinem Bericht nochmal die Turnhallenfrage auf und bezeichnet diese als ein "trauriges Kapitel". Er bedauert, daß die Zahl der Schulturnlehrer, die an der Vereinsarbeit teilnehmen, noch zu gering sei. Auch lassen die Schwimmgelegenheiten in Stormarn zum Teil noch zu wünschen übrig.

Einen regen Spielbetrieb kann der Vorsitzende des Tischtennis-Kreisverbandes, Fritz Marwedel, nachweisen. Mehrere Meistertitel konnten erkämpft werden. Dagegen fehlt es der Hockeysparte an einem geeigneten Platz, der für den Ausbau der Abteilung unbedingt notwendig sei. Einen vollen Erfolg in der Jugendaufbauarbeit hat die Tennissaison 1956 zu verzeichnen. Trotz der langen Veranstaltungspause ist die Boxsportbegeisterung in Bad Oldesloe immer noch sehr groß, erklärt Spartenleiter Urban in seinem Bericht.
ST

Sonntag, 12. Mai 1957
Neue Führung im Kreissportverband gewählt.
Kreisturnverband stellt den engeren Vorstand. Der Kreissportverband Stormarn hielt in der Kreisstadt seine Hauptversammlung ab. Dem Vorstand, an dessen Spitze Christian Ohrt stand, wurde einstimmig Entlastung erteilt. Zum neuen 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Konrektor Hans Behnke (Bargteheide). Sie folgte damit einem Antrage des Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes Erwin Gesche (Reinfeld). Dieser hatte angeregt, aus Zweckmäßigkeitsgründen den engeren Kreisvorstand jeweils für ein Jahr aus einer Fachsparte zu wählen. Diesmal wird der Kreisturnverband als ältester Fachverband berücksichtigt. Die übrigen Vorstandsmitglieder sollen auf einer kommenden Sitzung des Turnverbandes gewählt werden. Dem erweiterten Vorstand gehören jedoch nach wie vor die Vorsitzenden aller Fachverbände an.

Die Hauptversammlung besetzte ferner folgende Ämter:

  • Sportwart Bernhard Nowak (Bad Oldesloe)
  • Frauenwartin Fräulein Dahlkämper (Bad Oldesloe)
  • Jugendwart Karl-Heinz Schmidt (Bad Oldesloe)
  • Sportabzeichenwart Theo Rausch (Reinfeld).

Dem Prüfungsausschuß und Ehrengericht gehören an Kurt Peter, Heinz Peter (beide Bad Oldesloe) und Theo Rausch.
ST

Montag, 13. Mai 1957
Den "Fair-Play-Pokal" der Lübecker Bezirksliga (von den "Lübecker Nachrichten" gestiftet) gewann zum dritten Male hintereinander der TSV Mölln (LSV Gut Heil und SSV Güster punktgleich auf dem zweiten Platz, TSV Timmendorf wieder einmal Letzter!).
SPM

Dienstag, 14. Mai 1957
Ahrensburger TSV vor dem Aufstieg in die Hamburger Amateurliga
Halblinker Stürmer: Alfred Sieveke, 25 Jahre, Gerber. "Fredi" ist frisch verlobt. Seine Fußballbraut kann mit ihm zufrieden sein, wenn sie sonntagnachmittags am Spielfeld steht. Er arbeitet in der Ahrensburger Zigarettenfabrik, stammt aber aus Bad Oldesloe. Beim VfL Oldesloe fand er nicht den richtigen Kontakt. Deshalb ging er nach Ahrensburg. Man nennt ihn den Techniker im Sturm. Wenn er auch nur klein ist, so ist er doch ein wegen seiner Wendigkeit gefürchteter Spieler.
ST

Donnerstag, 16. Mai 1957
Keine Auswahl für Oldesloes Schwimmsportler.
Trave-Flußbad bleibt geschlossen. Dauerlösung gegen Verschlammung gesucht. Die Badesaison steht vor der Tür. Aber die Kreisstädter werden in diesem Jahr nicht mehr zwischen dem nahen Bad an der Trave und dem entfernten Strandbad Poggensee wählen können. Während die Badeanstalt am Poggensee am Samstag geöffnet wird, bleibt das Trave-Flußbad geschlossen.

Bürgermeister Hermann Barth führte zwei Gründe für diese Maßnahme an:

  • 1. die Verschlammung der Trave
  • 2. das Fehlen eines Schwimmeisters

Die Säuberung des Flußlaufes würde etwa 1200 DM beanspruchen. Der Sport- und Jugendausschuß hat sich für diese Ausgabe ausgesprochen, aber der Bauausschuß wendet ein, daß der Erfolg nur vorübergehend sein werde und die Trave im nächsten Jahre wieder verschlammt wäre. Das Geld sei also weggeworfen. Der Bauausschuß ist deshalb für eine dauerhafte Lösung. Der Magistrat hat sich diesem Standpunkt angeschlossen und das Bauamt beauftragt, entsprechende Vorschläge zu machen. Man denkt an die Aushebung eines Schwimmbeckens an der jetzigen Badeanstalt, das zwar von Travewasser durchspült, aber von Schlamm und Kraut freigehalten werden soll. Allerdings würde dieses Becken verhältnismäßig klein sein, jedoch groß genug, um einen Schwimmunterricht zu ermöglichen.

Schwimmeister Hans Hommes wird die Aufsicht im Freibad Poggensee führen. Trotz langer Bemühungen ist es der Stadt nicht gelungen, einen zweiten Schwimmeister zu finden. Auf die wiederholte Ausschreibung ging nur eine einzige Bewerbung ein, die dann, was nicht an der Stadt lag, noch zurückgezogen wurde.

Lehrer und Sportorganisationen betonen, daß ein Schwimmunterricht für die Jugend im Strandbad Poggensee nicht möglich ist. Deshalb erhebt die Stadt, wie Bürgermeister Barth mitteilte, keine Einwendungen gegen die Weiterbenutzung des Travebades, sofern die Lehrer die Verantwortung übernehmen.
ST

Sonntag, 19. Mai 1957
Der Fußballsport will Charaktere bilden.
"Nicht siegen um jeden Preis, sondern anständig bleiben!" Bargteheide stand im Zeichen des Fußballsports. Vorsitzender Gesche einstimmig wiedergewählt. Der Kreisfußballverband Stormarn hielt seinen Verbandstag ab, auf dem Bericht über die Breitenarbeit der 21 angeschlossenen Vereine erstattet wurde. Gleichzeitig wurden Richtlinien für das kommende Jahr festgelegt. Der Tagung im Saal des Gasthofes "Am Markt" schlossen sich bis in den frühen Abendstunden dauernde Spiele auf dem Sportplatz an.

Um 8.30 Uhr wurden die eintreffenden Tagungsteilnehmer und die Gäste durch den Spielmannszug des TSV Bargteheide empfangen. Der Vorsitzende des TSV Bargteheide, Hans-Jens Walter, begrüßte die Gäste. Dann zeigten die Volkstanz- und die Gymnastikgruppe des TSV Bargteheide, was sie in der Sportjugend gelernt haben. Das Orchester Höche umrahmte den besinnlichen Teil der Tagung.

Der 2. Vorsitzende des Landesfußballverbandes, Peter Tietz (Lübeck), forderte größere Unterstützung der Sportler. Gerade die Fußballer, die 50 Prozent aller Sportler ausmachen, würden nicht genügend gehört. Anerkennung sprach Tietz den Familienvätern aus, die dem Sport treu bleiben und Entbehrungen auf sich nehmen. Das Hauptaugenmerk des Fußballsports liege auf erzieherischem und nicht auf technischem Gebiet. Durch den Fußball sollen charakterlich einwandfreie Menschen ausgebildet und mitmenschliche Beziehungen gefördert werden. Der 2. Landesvorsitzende schloß mit der Parole: "Nicht siegen um jeden Preis, sondern anständig bleiben!"

Der 1. Vorsitzende des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche (Reinfeld), konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Auch er forderte mehr Gehör für den auf breitester Ebene betriebenen Fußballsport. Den Bargteheidern stattete er seinen besonderen Dank für die Aufnahme und Mitwirkung ab.

Peter Tietz überreichte Karl Reinhard (Bad Oldesloe) für seine Verdienste um den Wiederaufbau des Fußballsports nach dem Kriege die silberne Ehrennadel des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes.

Mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfußballverbandes wurden ausgezeichnet:

  • Hans-Jens Walter (TSV Bargteheide)
  • Willi Gerke (VfL Rethwisch)
  • Richard Kickbusch
  • Hermann Budzinski
  • Hermann Scharnberg (alle TSV Lütjensee)
  • Ernst Hahn (Preußen Reinfeld)
  • Hans Holtz (SSV Jersbek).

Die Ehrennadel erhielten:

  • Herbert Carstens (TSV Bargteheide)
  • Siegfried Ullmann (Preußen Reinfeld)
  • Helmut Dau (SSV Pölitz).

Die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder Erwin Gesche (1. Vorsitzender), Rolf Grote (Jugendwart), Herbert Carstens (Kassenführer) wurden einstimmig wiedergewählt.

Für die Kreisliga-Meisterschaft erhielt der VfR Todendorf den Wanderpreis des "Stormarner Tageblattes". Als Meister der Kreisklasse wurde der TSV Badendorf geehrt. Folgende Mannschaften des VfL Oldesloe erhielten als Kreismeister Pokale und Geschenke: Jungmannen (inzwischen zum Bezirksmeister emporgestiegen), Jugend, Schüler und Knaben. Im Ringen um die sportliche Ritterlichkeit wurde in der Kreisliga die Reservemannschaft des VfL Oldesloe und in der Kreisklasse die Reservemannschaft des SV Hammoor durch Überreichung eines Fußballs ausgezeichnet.
ST

Montag, 3. Juni 1957
Stadtverordnete kritisieren Traveschmutz
Vollkanalisation dringend notwendig. Bürgermeister: Flußbad benutzbar. Unter Hinweis auf die erschreckende Verschmutzung des toten Travearmes und der Trave-Flußbadeanstalt forderte Stadtrat Carl Hoffmann (BOE) in der Stadtverordnetenversammlung die schnelle Inangriffnahme der Vollkanalisation. Im toten Travestadtarm stünde schon wieder längere Zeit kein Wasser, und man erblicke praktisch nur noch eine "graue Masse" aus Fäkalien und Schmutz, die übel rieche.

Stadtbaumeister Walter Heinemann erklärte daß der beauftragte Ingenieur seinen prüfungsfähigen Entwurf für den Bau der Kanalisation in drei Monaten vorlegen wolle. Stadtverordneter Ernst Kindt (BOE) gab ein Gutachten des Schleswig-Holsteinischen Schwimmverbandes bekannt, wonach die Flußbadeanstalt vollständig unbrauchbar sei. Man habe festgestellt, daß sogar von der Fäkalienanstalt Abwässer in die Trave kämen.

Dies wurde jedoch von Stadtbaumeister Heinemann bestritten. Bürgermeister Hermann Barth erklärte dazu, daß nach den letzten Wasseruntersuchungen in der Trave durchaus noch gebadet werden könne.
ST

Montag, 3. Juni 1957
Verbandsjugendtag in Neumünster. Der Verbandsjugendtag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes wurde am Wochenende in Neumünster abgehalten. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß das wichtigste sportliche Ereignis der Gewinn des NFV-Pokals für Schleswig-Holstein war. Insgesamt betreiben in Schleswig-Holstein 1558 Mannschaften Fußballsport gegenüber 1512 im vergangenen Jahre.

Der neue Verbandsjugendausschuß setzt sich wie folgt zusammen:

  • Verbandsjugendwart Hans Hansen (Flensburg)
  • Beisitzer: Max Kühl (Neumünster)
  • Heinz Liesegang (Lübeck)
  • Claus Jeder (Kiel)
  • Kurt Marsmann (Niebüll)
  • Rudolf Schönbeck (Itzehoe)

SPM

Samstag, 15. Juni 1957
Heiße Debatten um die Bezirksliga.
Alles bleibt beim alten. Tietz geht in sein 11. und 12. Jahr. Bei hochsommerlichem Wetter redeten sich die Delegierten des Lübecker Bezirkstages im Saal der "Schwarzbunten" die Köpfe heiß. Zunächst schien es, als sollte die Tagesordnung im Rekordtempo abgewickelt werden. Denn in nicht einmal 40 Minuten wurden alle Tätigkeitsberichte des Vorstandes und der Ausschüsse erledigt. Alle wurden einstimmig angenommen, einstimmig wurde auch der Vorstand entlastet, und ebenso einstimmig wurden schließlich dann alle zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Peter Tietz geht damit in sein 11. und 12. "Präsidentenjahr".

Dann aber folgten lange Diskussionen über die Bezirksliga. Spielausschußobmann Paul Schumacher schlug vor, aus den beiden Staffeln mit je 12 Vereinen eine Staffel mit 16 Vereinen zu machen, um die Spielstärke und auch das Interesse zu heben. Sein guter Vorschlag kam jedoch nicht an, fiel ebenso klar unter "den Teppich" wie ein anderer (kaum zu begründender) Antrag, die beiden Staffeln von 12 auf 14 Klubs (!) zu erhöhen. Abgelehnt wurde auch ein Antrag der Oberliga-Aufsteiger VfB Lübeck und Phönix Lübeck, die mit ihren (überaus spielstarken) Amateurmannschaften in die Bezirksliga wollten, nun aber im Kreis spielen müssen (dort nehmen sie unter Umständen den anderen Mannschaften dann schnell die Lust!). Wie kurzsichtig! So bleibt alles beim alten!

Erfreulich jedoch, daß es eine echte Tagung war (und nicht wie so oft schon eine Zusammenkunft, auf der nur schöne Worte gesprochen wurden und die Funktionäre sich gegenseitig verherrlichten!). Man ließ sich Zeit - und das war gut so. Man soll eben nicht alles im Handgalopp erledigen! Erfreulich ferner der Bericht des Schiedsrichterobmanns Georg Czekalla, aus dem hervorgeht, daß Lübeck erstmalig keinen Mangel an Schiedsrichtern mehr hat. 258 "Pfeifenmänner" stehen jetzt zur Verfügung - die Nachwuchsarbeit hat sich also bezahlt gemacht!

Geehrt wurde u.a. der TSV Mölln als Gewinner des "Fair-Play-Wettbewerbs" zum dritten Male hintereinander!) durch die Überreichung des "Willi-Hess-Gedächtnispokals".
SPM

Sonntag, 23. Juni 1957
Jugendfußball neu organisiert.
Im "Park-Hotel" fand der außerordentliche Jugendtag des Kreisfußballverbandes Stormarn statt. Von den 20 fußballsporttreibenden Vereinen des Kreises waren 13 Vereine vertreten, als der kommissarische Vorsitzende Rolf Grote (TSV Bargteheide) die Tagung eröffnete. Er schlug vor, die Aufgaben des Kreisjugendverbandes aufzuteilen und übergab dem 1. Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche (Reinfeld), den Vorsitz der Versammlung. Es wurde anschließend Helmut Zosel (VfR Todendorf) zum Vorsitzenden gewählt. Rudi Herzog (VfL Oldesloe), Fröhlich (VfL Rethwisch), Rolf Grote (TSV Bargteheide), Claus Slama (Preußen Reinfeld) und Schröder (SC Elmenhorst) gehören weiter dem Kreisjugendausschuß an und erhielten ihr Aufgabengebiet. Zwei Lehrer sollen zukünftig den Schulfußball betreuen. Mit dem Kreissportlehrer Bernhard Nowak soll sofort Verbindung aufgenommen werden. Ernst Schröder (ATSV Oldesloe) trug vor, daß bei dem Betriebssport, der gerade in Bad Oldesloe stark vertreten ist, Jugendliche mitwirken. Vorsitzender Gesche versprach, sich mit den Verantwortlichen der Betriebssportgemeinschaften in Verbindung zu setzen.
ST

Donnerstag, 27. Juni 1957
Hat Bad Oldesloe für den Sport nichts übrig?
Bürgermeister Barth ließ Zahlen sprechen. Bürgermeister Hermann Barth trat gestern Kritikern entgegen, die öffentlich die Meinung geäußert hatten, die Stadt stelle zwar erhebliche Mittel für die Kunstpflege zur Verfügung, habe aber für den Sport nichts übrig. Der Bürgermeister wies nach, daß die Stadt erhebliche Aufwendungen für den Sport und die Jugendpflege macht.

Im Jahre 1956 hat die Stadt für Umkleideräume im Stadion und im Bürgerpark einen Zuschuß von 11.312 DM geleistet; 1957 beträgt der Bedarf 7320 DM. Für die Förderung des Jugendsports wurden 1956 500 DM und 1957 1000 DM bewilligt. Die entsprechenden Summen für die Jugendarbeit betragen 1000 bzw. 2000 DM. Auch der Zuschußbedarf für Jugendheim und -herberge hat sich erhöht, und zwar von 10.665 auf 12.202 DM. Das Freibad im Bürgerpark erforderte im vergangenen Haushalt 3385 DM, diesmal sind 3155 DM angesetzt. Der Zuschußbedarf für das Strandbad Poggensee belief sich 1956 auf 13.187 DM, während für das laufende Haushaltsjahr 11.280 DM bereitstehen.

Erhebliche Zuschüsse erfordert auch die Förderung der Leibesübungen an den Schulen. Für Sportgerät wurden ausgegeben 1956 1700 DM; für 1957 sind 1880 DM bewilligt. Die Erneuerung der Turnhalle des Gymnasiums erforderte 27.754 DM, die Zuschüsse des Landes eingeschlossen. Für die Heizung und Reinigung der Turnhallen wendet allein die Stadt jährlich 1200 DM auf. Insgesamt hat die Stadt für die Leibesübungen 1956 67.440 (Turnhallenerneuerung inbegriffen) ausgegeben, während der entsprechende Betrag für 1957 sich auf 36.489 DM beläuft.

Dagegen stehen für kulturelle Zwecke im städtischen Haushalt 1957 6600 DM zur Verfügung. Allein die Zuschüsse für kulturelle Veranstaltungen betragen 3000 DM. Der Rest ist für die Kunstpflege, Theater und Konzerte bestimmt.
ST

 

Bis zum Jahr 1960