Schuljahr 1957 - 58 Zeitraum Juli - September

 

Montag, 1. Juli 1957

180 Jungen schießen nach dem Vogel

st. – Nur noch wenige Tage trennen uns vom Kindervogelschießen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Spielmannszüge der Bevölkerung den Dank für die reichlich dargebrachten Spenden, durch die erst die Gestaltung des Festes ermöglicht wird, mit klingenden Weisen zum Ausdruck bringen. Leider ist es ihnen nicht möglich, jeden Freund und Gönner zu ehren.

Nach altem Brauch wird am Mittwochmorgen aus dem Kneeden das Laub für die Girlanden und die Ausschmückung der Schulen eingeholt und unter Vorantritt der Spielmannszüge auf die Schulhöfe gebracht.

Am Donnerstag ist es dann so weit. Um 7.30 Uhr treten die Spielmannszüge und ein Musikkorps zum Einholen des Vogels, des vorjährigen Königspaares und der Ehrengäste an. Das Fest wird sich dann nach folgendem Programm abwickeln:

  • 8.00 Uhr: Aufstellen der Schulen zum Festzug.
  • 8.30 Uhr: Ausmarsch zu den Spielen auf dem Exer. Der Festzug bewegt sich von der Salinenstraße durch die Hamburger Straße, Königstraße, Kurparkallee, Bergstraße, Mommsenstraße, Bahnhofstraße, Besttorstraße, Mühlenstraße, Lübecker Straße (Kehre bei Thomsen), Pferdemarkt, Hagenstraße, Markt, Hindenburgstraße, Hamburger Straße, Schützensstraße zum Exer. Nach Auflösung des Festzuges wird durch Fanfarenstöße der Beginn der Spiele angekündigt. In 50 Gruppen ringen etwa 2300 Kinder um die Preise.

180 Knaben und 160 Mädchen der Endgruppen wetteifern beim Schießen nach dem Vogel und beim Picken mit dem Vogel um die Erringung der Königswürde. Die Spielplätze dieser Gruppen wurden auf die Freilichtbühne verlegt.

Für Auskunfterteilung wird ein Lautsprecherwagen vor dem Umkleidelokal bei der Jugendherberge aufgestellt. 14.30 Uhr: Beginn des Kindertanzes.

  • 19.30 Uhr: Die Teilnehmer sammeln sich auf dem Exer zum Einmarsch durch die Lorentzenstraße, Salinenstraße, Kurparkallee, Brunnenstraße, Besttorstraße, Mühlenstraße, Hindenburgstraße nach dem Markt. Der König und die Königin werden vor dem Portal ihrer Schule abgeholt und in einem PKW zum Markt gebracht.
  • Gegen 21.00 Uhr: Schlußkundgebung auf dem Markt. Die Festansprache hält Mittelschulrektor Lüth. Er verkündet mit dem Ende des Festes den Beginn der Sommerferien.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.7.1957

 

Montag, 1. Juli 1957

Osterloh: Lehrermangel nicht dramatisieren!

Studentenzahl an den pädagogischen Hochschulen steigt – Immer mehr Lehrerinnen

Ino. – Kiel. Es gibt zwar ein Problem des Lehrermangels, aber es besteht keinerlei Grund, die Lage zu dramatisieren und eine „Panikstimmung“ auszulösen. Dies erklärte Kultusminister Osterloh, als er dem Landtag seinen Bericht über die Pläne der Landesregierung zur Beseitigung des Lehrermangels in Schleswig-Holstein erstattete. Übertriebene Krisenprognosen auf diesem Gebiet könnten, wie der Minister sagte, nur Unheil anrichten uni! den Nachwuchs davon abschrecken. sich dem Lehrerberuf zuzuwenden.

Wenn auch der Altersaufbau der Lehrerschaft an den Volks- und Mittelschulen des Landes zu Sorgen Anlaß geben, so sei doch andererseits die Zahl der Studenten an den pädagogischen Hochschulen hoffnungsvoll im Ansteigen begriffen. Daß der Lehrerberuf trotz aller Kritik heute wieder erhöhten Zuspruch finde, sei der beste Beweis für das Ansehen, das er in der Öffentlichkeit nach wie vor genieße.

Osterloh wies darauf hin, daß der Lehrermangel in Schleswig-Holstein geringer sei als beispielsweise in Nordrhein-Westfalen. Die Klassenfrequenz bei den Volksschulen liege zur Zeit bei 38 im nördlichen, 40 im südlichen Landesteil und bei den höheren Schulen bei 21 Schülern. Die letzte Entwicklung lasse eine Verbesserung erwarten. Die Lehrerplanstellen an den Volks- und Mittelschulen des Landes seien praktisch alle besetzt.

Nach den Ausführungen des Ministers ist damit zu rechnen, daß sich die Zahl der Lehrerinnen in Zukunft an den Volks- und Mittelschulen wesentlich erhöhen wird. Zur Zeit sind 75 Prozent der Pädagogen männliche Lehrkräfte. Nach der jetzigen Zusammensetzung der Studierenden an den pädagogischen Hochschulen werden in wenigen Jahrzehnten 25 Prozent männliche und 75 weibliche Lehrkräfte tätig sein. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.7.1957

 

Dienstag, 2. Juli 1957

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.7.1957

 

Mittwoch, 3. Juli 1957

Schüler dankten mit Ständchen

In der Kreisstadt wird seit gestern getrommelt und gepfiffen

st. – Das Trommeln und Pfeifen der Schülerspielmannszüge erfüllte gestern am Nachmittag und frühen Abend die Straßen der Kreisstadt. Die drei Züge der Alten und Neuen Stadtschule, der auch Mittelschüler angehören, und der Zug der Theodor-Mommsen-Schule brachten den Bürgern zum Dank für ihre Spenden zahlreiche Ständchen.

Auch heute vormittag lockte das Spiel der weißgekleideten Jungen so manchen Einwohner auf die Straße. Ihm bot sich ein hübscher Anblick: Hinter dem Schellenbaum marschierten die drei Tamburmajore, es folgten die Trommler und Pfeifer und dann in langer Klette elf Handwagen und ein Pferdegespann mit grünem Eichen- und Buchenlaub, das Stadtschüler aus dem Kneeden geholt hatten, so wie sie dies seit Jahrzehnten am Vortag ihres Festes tun. Einige Schulklassen waren ihnen auf ihrem langen Weg entgegengegangen und hatten ihnen zugewinkt. Nach der Verteilung des Laubes in der Königin-Luise-Schule und der Theodor-Mommsen-Schule endete der Zug auf dem Hof der Stadtschulen.

Heute nachmittag werden die drei Spielmannszüge der Stadtschulen, vereint zu einem 60 Spieler starken Korps, und der Zug der Oberschule den Honorationen der Stadt Ständchen bringen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.7.1957

 

Donnerstag, 4. Juli 1957

Blumenbögen, Hurra und Musik

2000 geschmückte Schulkinder zogen durch Bad Oldesloe

st. – Der große Festzug der Schulkinder brachte heute vormittag, wie dies seit vielen Jahrzehnten in unserer Stadt zu geschehen pflegt, jung und alt auf die Beine. Dichtgedrängt umsäumten Mütter und, allerdings weniger zahlreich, auch Väter, Großeltern und die Kleinsten die Straßen. Mit Blasmusik und Hurrarufen kündigte sich der Zug schon von weitem an.

Zuvor war das Einholen des vorjährigen Königspaares Peter Meyer (Theodor-Mommsen-Schule) und Ingrid Schindler (Königin-Luise-Schule) und der Ehrengäste durch Spielmannszüge bereits gebührend beachtet worden. Beim eigentlichen Festzug hatte sich der blau-weiße Blumenbaldachin mit dem Königspaar eingeordnet hinter dem Festausschuß, einigen Fahnengruppen (darunter auch die der Schießabteilung der Bürgerschützengilde) und der Schülergruppe, die den hölzernen Vogel, die Armbrüste und die Königsscheibe trug. Es folgten die Schulleiter und, fast vollzählig, die Stadtväter mit Bürgerworthalter Rosch und Bürgermeister Barth an der Spitze, und dann kamen Kinder und nochmals Kinder, über 2000 – die Mädchen in duftigen Kleidern, Blumenbögen tragend, die Jungen, häufig mit einer Rose geschmückt, Blumenstöcke schwingend. Auch der Musikzug der Oberschule trug einheitlich eine rote Rose im Knopfloch. Die Fahnen der Landsmannschaften sah man ebenfalls im Umzug. In zwei Pferdekutschen saßen betagte ehemalige Lehrer.

Gegen 10 Uhr erreichte der Festzug den Bürgerpark. Die Kinder begannen in 50 Gruppen mit ihren Wettkämpfen. Um 11.30 Uhr stand bereits die Königin fest: Karin Krohn von der Königin-Luise-Schule!

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.7.1957

 

Freitag, 5. Juli 1957

Freudentränen den Majestäten

Oldesloes Kindervogelschießen bei Rekordhitze

Ferienbeginn: „Und morgen ist Frei-Tag!“

 

Bei dem schwungvollen Kindertanz in allen verfügbaren Räumen und Sälen ging es am Nachmittag bei 34 Grad Hitze (übrigens die bisher höchste Temperatur während der gegenwärtigen Hitzewelle) hoch und vor allem heiß her. Der Eis- und Brauseumsatz war enorm. Die kleinen Tänzer hielten trotzdem stundenlang aus.

Anschließend formierte sich der bunte Festzug zum Einmarsch. Im Triumphzug, wurden König Helmut und Königin Karin unter dem Blumenbaldachin zu ihren Schulen geleitet. Die Straßen waren dicht umsäumt von den stolzen Muttis und Vatis.

Auf dem Marktlatz standen die Menschen ebenfalls dicht gedrängt, als Mittelschulrektor Lüth auf dem vorbereiteten Podium, flankiert vom Königspaar, die traditionelle Schlußansprache hielt. Im Namen der Kinder dankte er allen Spendern und allen Helfern, die zur Gestaltung des schönen Kinderfestes beigetragen hatten. „Ein strahlender Tag geht nun zur Neige“, sagte er und sprach die Hoffnung aus, daß dieses schöne Fest der Kinder bald in einem größeren, wiedervereinigten Heimatland gefeiert werden möge.

„Schleswig-Holstein meerumschlungen“ und die dritte Strophe des Deutschland-Liedes klangen aus hellen Kinderkehlen hinaus in den gewitterschwülen Juli-Abend. „Und morgen ist Frei-Tag“, verkündete Rektor Lüth nach altem Brauch den Ferienbeginn zum Abschluß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.7.1957

 

Freitag, 5. Juli 1957

Bald Richtfest

st. – Die Bauarbeiten an der dritten Volksschule an der Königsberger Straße sind so weit fortgeschritten, daß der Neubau voraussichtlich am 15. Juli gerichtet werden kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.7.1957

 

Sonnabend, 6. Juli 1957

Wanderpreis für Theodor-Mommsen-Schüler

Die Gymnasien von Ahrensburg, Bad Oldesloe, Geesthacht und Ratzeburg sandten ihre Leichtathletikmannschaften nach Ratzeburg, um für den Bezirk Süd die Meister zu ermitteln. Gleichzeitig wurde diese Veranstaltung als ein Durchgang für die Deutsche Mehrkampfmeisterschaft gewertet. Sehr erfreulich sind einige Leistungen, die von den Schülern erreicht wurden. Gesamtsieger in der Mannschaftswertung und damit Gewinner des vom Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg gestifteten Wanderpreises (silberne Schale) wurde das Theodor-Mommsen-Gymnasium Bad Oldesloe mit 113 Punkten vor dem Gymnasium Ahrensburg mit 76 Punkten.

Leistungen der Oldesloer Schüler

100 Meter: 3. Jürgen Fröhlich 12,0 Sekunden; 800 Meter: 1. Bischoff 2:05,2 Minuten; 1500 Meter: 1. Bischoff 4:19,0 Minuten; Weitsprung: 1. Werner Schallau 6,25 Meter, 3. Jürgen Fröhlich 6,09 Meter; Hochsprung: 2. Karstens 1,66 Meter, 4. Jürgen Fröhlich 1,58 Meter; Kugelstoßen: 1. Hartmut Scharring 11,10 Meter, 3. Eckart Harders 10,57 Meter; Diskuswurf: 1. Hartmut Scharring 31,52 Meter, 2. Eckart Harders 31,41 Meter; Speerwurf: 1. Helge Schmacka 42,75 Meter, 4. Rolf Reichardt 41,74 Meter; 4 mal 100-Meter: 1. Theodor-Mommsen-Schule (Harders, Schallau, Kunze, Fröhlich) 48,3 Sekunden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.7.1957

 

Donnerstag, 11. Juli 1957

Neue Volksschule wird gerichtet

st. – Der Volksschulneubau an der Königsberger Straße wird am kommenden Montag gerichtet. Der Magistrat hat in diesen Tagen die restlichen Arbeiten mit Ausnahme einiger kleinerer vergeben. Es hat sich gezeigt, daß die Stadt mit den nach den Ausschreibungsunterlagen geschätzten Kosten auskommen wird. Die Anregung des Schul- und Kulturausschußvorsitzenden Schömer an die Bevölkerung, Namensvorschläge für die Schule zu machen, hatte ein lebhaftes Echo. Eine ganze Reihe von Vorschlägen sind eingegangen, über die der Schulausschuß Anfang August beraten wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.7.1957

 

Donnerstag, 11. Juli 1957

Der Gymnasiumumbau kann beginnen

st. – Der Magistrat hat eine Lübecker Firma mit dem Umbau des Dachgeschosses der Theodor-Mommsen-Schule beauftragt, nachdem der Umbauplan die Billigung des Landes gefunden hat. Allerdings wird der Mittelteil, die Attika, etwas gefälliger gestaltet …. Der Umbau wird etwa 200.000 DM kosten. Der für den Schulbetrieb gefährliche Abbruch des Dachgeschosses erfolgt während der Ferien, ebenso ein Teil des Wiederaufbaues, so daß die unter dem Dachgeschoß liegenden Klassen zu Beginn der Schulzeit wieder benutzbar sind. Man rechnet, den Umbau in den Herbstferien vollenden zu können, ob dann aber auch schon die neu entstandenen Klassen beziehbar sein werden, erscheint fraglich, da die Innenarbeiten vermutlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.7.1957

 

Donnerstag, 11. Juli 1957

Aula wird renoviert

st. – Die Aula der Königin-Luise-Schule wird während der Ferien renoviert. Der Magistrat vergab die Malerarbeiten und beauftragte eine Firma mit dem Einbau von Doppelfenstern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.7.1957

 

Freitag, 12. Juli 1957

Gerüstbau begonnen

st. – Die beauftragte Lübecker Betonbaufirma hat bereits mit dem Gerüstaufbau am Theodor-Mommsen-Gymnasium begonnen. Wie berichtet, wird zunächst im Zuge des umfangreichen Umbaues das gesamte Dachgeschoß abgerissen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.7.1957

 

Montag, 15. Juli 1957

Bad Oldesloes neue Schule steht am Stadtrand

„Jetzt fehlt der Kreisstadt nur noch eine Universität!“

Doch nicht mehr lange, prophezeit Bürgermeister Barth – Fröhliche Richtfeier

en. – Eine große Laubkrone, geschmückt mit bunten Bändern, zogen Handwerker auf den Dachstuhl der neuen Volksschule an der Königsberger Straße. Polier Georg Ehlert sprach den Richtspruch. Sein Blick schweifte weit über welliges Land. Noch steht das langgestreckte, zweigeschossige Backsteingebäude am Rande der Stadt. Doch nicht mehr lange, wie Bürgermeister Barth beim anschließenden Richtschmaus in der Bahnhofsgaststätte versicherte.

In den nächsten Wochen wird in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem Bau von 33 Nebenerwerbssiedlungen begonnen. Auf der Meier’schen Koppel entstehen 57 Bauplätze. 20 Eigenheime an der Feldstraße sind bereits bezogen worden, 16 sollen bald gebaut werden. Insgesamt projektiert der Kieler Bauträger hier 71 Eigenheime.

Angesichts dieser Besiedlung wird es nicht überraschen, daß Stadtbaumeister Heinemann und Architekt Wolff bei ihrem Bauentwurf bereits die spätere Erweiterung mit eingeplant haben.

Das im ersten Bauabschnitt entstehende Schulgebäude ist in drei Teile gegliedert: einen vorgestellten Mittelbau mit einer großen Eingangshalle, und, als Besonderheit, einer freitragenden Treppe, ferner mit Rektor-, Lehrer-, Elternsprechzimmern und so weiter. Ein nach Nordosten weisender Flügel enthält Wasch- und Toilettenräume und eine dreizimmerige Hausmeisterwohnung. Der nach Südwesten liegende Trakt hat acht Klassen und eine Physikklasse mit großen, nach Süden schauenden Fenstern.

Was der Rohbau noch nicht erkennen läßt, erfuhren die rund 100 zum Richtschmaus geladenen Gäste bei einem Rundgang: Die Eingangshalle, mit einer Balkendecke ausgestattet, erhält ein Terrarium und ein Fenster in Betonglasmalerei. In die Flurwände werden Vitrinen eingebaut, die Garderobenablagen werden sich über Heizungsschächten befinden, so daß regennasse Kleidung schnell trocknen kann. Die Klassenwände erhalten Steinemaille und Rundfunkanschluß. Pendeltüren schließen sich von selbst. Die kleinen Schüler und Schülerinnen erhalten einen eigenen Schulhof, getrennt vom Hof der Großen. Überhaupt ist Platz genug um das große Schulgebäude.

Die Baukosten betragen 503.000 DM. Hinzu kommen die Kosten für die Inventarbeschaffung. Voraussichtlich im Januar 1958 soll die Schule bezugsfertig sein.

Bürgermeister Barth dankte allen bisher am Bau Tätigen, den Stadtverordneten, den Planern und, nicht zuletzt, den Handwerkern. Seine Feststellung, daß Bad Oldesloe eine schulfreundliche Stadt sei, bestätigte Schulrat Heitmann, der die Glückwünsche des Kultusministeriums und des Kreisschulamtes übermittelte. „Jetzt fehlt hier nur noch eine Universität. Alle anderen Schularten sind vertreten“, meinte der Schulrat humorvoll und dankte den Stadtvätern, daß sie seiner Anregung, eine dritte Volksschule in der Kreisstadt zu bauen, willig gefolgt sind. Allerdings, so fuhr Schulrat Heitmann fort, steht diese Schulfreundlichkeit nicht vereinzelt im Kreise da. Besonders im Südteil wurden und werden überall Schulen gebaut. „Ich hoffe, daß in etwa zwei bis drei Jahren kein Schichtunterricht mehr in Stormarn erteilt zu werden braucht“. In Zukunft seien noch mehr Landeszuschüsse zu erwarten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.7.1957

 

Mittwoch, 17. Juli 1957

Über eine Million DM für die Schulen

st. – Rund eine Million DM steckt die Kreisstadt, mit Unterstützung des Landes, in diesem Jahr in ihre Schulen. Wie der Bürgermeister berichtete, wird die neue Volksschule einschließlich Inventar 550.000 DM kosten. Hinzu kommen 200.000 DM für den Dachgeschoßumbau und 100.000 DM für anderweitige Reparaturen der Theodor-Mommsen-Schule. Die Ausschreibung für eine Turnhalle ist bald zu erwarten. Sie kostet einschließlich Inventar schätzungsweise weitere 200.000 DM. „Wir sind bemüht, der Jugend das zu bieten, worauf sie berechtigten Anspruch hat,“ sagte Bürgermeister Barth hinzu und meinte, 1957 sei eine Art Schuljahr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.7.1957

 

Dienstag, 22. Oktober 1957

Richtfeier am 29. Oktober

st. – Die Richtfeier für das neuerbaute Dachgeschoß des Theodor-Mommsen-Gymnasiums findet erst am 29. Oktober statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.10.1957

 

Donnerstag, 25. Juli 1957

Neue Schulmöbel

st. – Der Magistrat hat bei einer Ratzeburger Firma Schulmöbel im Werte von rund 12.000 DM bestellt. Sie sind für die Theodor-Mommsen-Schule bestimmt und sollen während der großen Ferien geliefert werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.7.1957

 

Dienstag, 20. August 1957

Lehrer Robert Dahm 80 Jahre

st. – Morgen feiert der ehemalige Lehrer der Stadtschule Robert Dahm in seinem Heim in der Schützenstraße Nr. 61 seinen 80. Geburtstag. Vom Oktober 1905 bis August 1946, also fast 41 Jahre, hat er mit pädagogischem Geschick, großem Fleiß und guten Erfolgen an der Bildung und Erziehung der Oldesloer Jugend gearbeitet. Jahrzehntelang war er Turnlehrer der Jungen und als solcher besonders beliebt. So manchem Oldesloer wird es morgen ein Bedürfnis sein, seinem alten Lehrer wieder einmal die Hand zu drücken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.8.1957

 

Mittwoch, 21. August 1957

Turnhallen werden miteinander verbunden

st. – Wie Bürgermeister Hermann Barth mitteilte, wird die Mittelschulturnhalle auf dem Schulhof in unmittelbarer Nachbarschaft zur Oberschulturnhalle errichtet. Zwischen beiden ist ein Verbindungsbau vorgesehen. Dadurch werden die Nebenräume der neuen Halle, wie Waschräume und Toiletten, auch den Benutzern der Oberschulturnhalle zugänglich. Mit dem Beginn der Bauarbeiten für die neue Halle ist bald zu rechnen. Der Magistrat hat den entsprechenden Auftrag bereits vergeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.8.1957

 

Mittwoch, 4. September 1957

Schuljugend im sportlichen Wettkampf

st. – In diesen Tagen herrscht im Stadion und auf dem Exer fröhliches Treiben. Gestern versuchten 654 Mittelschüler, die Bedingungen der Bundesjugendspiele zu erfüllen. 48 gewannen die Heuss-Urkunde und 233 die Landesurkunde. Heute kämpfen die Oberschule im Lauf, Wurf und Sprung um den Siegespreis, morgen folgt die Neue Stadtschule. Die Alte Stadtschule hat die Bundeswettkämpfe bereits vor den großen Ferien ausgetragen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.9.1957

 

Mittwoch, 4. September 1957

Theodor-Mommsen-Gymnasium hat tüchtige Leichtathleten

st. – Die Bundesjugendspiele erbrachten beim Theodor-Mommsen-Gymnasium einen eindrucksvollen Beweis für die erfolgreiche Pflege der Leibesübungen. Bei einer Gesamtschülerzahl von 557 konnten 53 Heuss-Urkunden und 179 Landesurkunden vergeben werden, im Durchschnitt entfiel also eine Urkunde auf 2,4 Schüler.

Aus der beachtlichen Leistungsbreite ragten einige Einzelergebnisse hervor, vor allem der 6,70-Meter-Weitsprung Jürgen Fröhlichs. Aber auch die 11,7 Sekunden über 100 Meter von Helge Schmacka, die 11,1 Sekunden der 75-Meter-Läuferinnen Gerda Ogniwek und Renate Hangarter sowie der 400-Meter-Lauf von Bischoff in 53,7 Sekunden sind erwähnenswert.

  • 100-Meter-Lauf Jungen, Oberstufe: 1. Schallau 11,6 Sekunden, 2. Fröhlich 11,6, 3. Kunze 11,7.
  • 75-Meter-Lauf Mädchen, Oberstufe: 1. Gerda Ogniwek 11,1 Sekunden, 2. Renate Hangarter 11,1; Mittelstufe: 1. Adelheid Dreckmann 10,8 Sekunden, 2. Heidi Kuhberg 10,8, 3. Rose Damschkaln 11,0.
  • 200-Meter-Lauf Jungen: 1. Fröhlich 24,8 Sekunden, 2. Schallau 24,9, 3. Harders 25,7.
  • 400-Meter-Lauf Jungen: 1. Bischoff 53,7 Sekunden, 2. Horn 55,2, 3. Reichardt 57,8.
  • 1000-Meter-Lauf Jungen: 1. Meinel 2:54,4 Minuten, 2. Karstens 2:54,8, 3. Schmidt 2:58,0.
  • Vogler-Staffel: Sieger 1. Klasse OIIm 47,0 Sekunden, 2. Klasse OIIs 47,5, 3. Klasse OI 47,5.
  • 4 mal 100-Meter-Klassenstaffel Jungen: 1. Klasse OIIIb 51,6 Sekunden, 2. Klasse OIIIc 53,1, 3. Klasse OIIIa 53,7; U II: 1. Klasse UIIb 50,9 Sekunden, 2. Klasse UIIa 51,4; UIII: 1. Klasse UIIIc 54,8 Sekunden, 2. Klasse UIIIa 54,9.
  • 6 mal 75-Meter-Pendelstaffel Mädchen: 1. Klasse UIIIa 54,9 Sekunden, 2. Klasse UIIIc 64,8, 3. Klasse UIIIb 70,0.
  • 8 mal 50-Meter-Pendelstaffel Jungen: 1. Klasse Va, 2. Klasse Vb; VI: 1. Klasse VIa, 2. Klasse VIb.
  • Weitsprung, Oberstufe: 1. Schallau 6,70 Meter, 2. Fröhlich 6,30, 3. Harders 6,25; Mittelstufe: 1. Schmacka 5,70 Meter, 2. Witt 5,50, 3. Meyer 5,40; Mädchen Oberstufe: 1. Lotte Weber 4,45 Meter, 2. Renate Hangarter 4,40, 3. Gerda Ogniwek 4,40; Mittelstufe: 1. Heidi Kuhberg 4,50 Meter, 2. Gudrun Sonnenberg 4,40, 3. Elke Heitmann 4,30.
  • Hochsprung Jungen, Oberstufe: 1. Karstens 1,70 Meter, 2. Schallau 1,65, 3. Fröhlich 1,65; Mittelstufe: 1. Schmacka 1,65 Meter, 2. Janischkies 1,50, 3. Merk 1,50; Mädchen: 1. Lotte Weber 1,28 Meter, 2. Gudrun Sonnenberg 1,23, 3. Gerda Ogniwek 1,18.
  • Kugelstoßen Jungen, Oberstufe: 1. Harders 11,10 Meter, 2. Schallau 10,85, 3. Maibom 10,45.
  • Schleuderball Mädchen: 1. Gudrun Sonnenberg 35,30 Meter, 2. Gerda Ogniwek 30,20, 3. Lotte Weber 29,70.
  • Schlagballweitwurf Jungen, Mittelstufe: 1. Schmacka 92,75 Meter, 2. Malige 84,00, 3. Gniechwitz 80,00.

Heuss-Urkunden:

Jungen: Werner Schallau (79 Punkte), Eckart Harders (77,5), Helge Schmacka, Harald Gniechwitz (beide 77), Hartmut Scharring (70,5)

Mädchen: Gerda Ogniwek, Heidi Kuhberg (beide 65), Gudrun Sonnenberg (64,5), Heidrun Kallweit (63), Adelheid Dreckmann (61,5).

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.9.1957

 

Freitag, 6. September 1957

18 bekamen Heuss-Urkunden

st. – Am nachmittag führte die Neue Stadtschule gemeinsam mit der Schule Seefeld die Bundesjugendspiele durch. 331 Jungen und Mädel wetteiferten miteinander im strahlenden Sonnenschein.

18 Schüler und Schülerinnen errangen die begehrten Heuss-Urkunden und 125 bekamen Landesurkunden.

Die erfolgreichsten Teilnehmer im Dreikampf waren bei den Mädchen: Monika Dahm 65,5 Punkte, Helga Schütt 62, Vera Voß 58,5, Hanna Döscher 57,5, Veronika Wichmann 57, Waltraut Schacht 55,5. Bei den Jungen: Rudi Garbusinski 61, Uwe Sperling 60,5, Klaus-Dieter Eggerstedt 59,5, Rainer Steinke 58, Burghardt Schröder 57, Rainer Bodenstein 56,5, Detlev Kreuzberg 56, Reinhard Schütz 55,5, Kurt Gronewohld 55,5, Fred Augustin 55,5, Peter Ehlert 55, Horst Hinsch 55.

In den Rahmenkämpfen siegten über 400 Meter Kurt Gronewohld in 65,4 Sekunden und Peter Reinholdt über 1000 Meter in 3:11,2 Minuten. Mit 53,5 belegte die Mannschaft der Klasse 9a in der 4 mal 100-Meter-Staffel den ersten Platz. Die Mädchen der 9a siegten in 42,9 über 4 mal 75 Meter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.9.1957

 

Mittwoch, 18. September 1957

Wettkampf der Schulen

st. – Reges Treiben herrschte heute vormittag auf den Sportanlagen im Stadion und auf dem Exer, als die leistungsbesten Volks- und Mittelschulen sowie ländliche Aufbauzüge aus dem Kreisgebiet klassenweise zu einem Vergleichswettkampf antraten. Im Mittelpunkt der Wettkämpfe standen ein leichtathletischer Dreikampf und für die älteren Schüler ein 1000-Meter-Lauf sowie klassenweise Wettkämpfe im Fußball, Schlagball und Völkerball. Dabei soll die leistungsbeste Schule des Kreises ermittelt werden. Kreisschulrat Heitmann wohnte den Wettkämpfen bei.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.9.1957

 

Mittwoch, 18. September 1957

Die Schuljugend ermittelte ihre besten Sportler

Mannschaftssieger wurden Bargteheide, Harksheide-Nord und Trenthorst-Wulmenau

st. – Ein großes freudiges Erlebnis für mehrere hundert Schulkinder war bei herrlichem Spätsommerwetter der Vergleichskampf im Stadion und auf dem Exer, zu dem das Kreisschulamt die sportlich besten Klassen aus den Stormarner Land- und Stadtschulen eingeladen hatte. Die Leistungen boten ein eindrucksvolles Bild der guten Breitenarbeit an unserer Schuljugend.

Kreisschulrat Rudolf Heitmann begrüßte die 24 Klassenmannschaften, die bei den Bundesjugendspielen Bezirkssieger geworden waren. Kreissportreferent und Jugendpfleger Heinz Peters, durch dessen finanzielle Unterstützung das Fest gesichert wurde, lobte den Gedanken, in fairem sportlichen Kampf die Kräfte zu messen. Der Vorsitzende des Kreissportverbandes, Studienrat i.R. Christian Ohrt, erwähnte die rege Mitarbeit der Lehrerschaft und die treffliche Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen.

Nach dem Dreikampf wechselten Spiele und Staffeln, die bei den Zuschauern helle Begeisterung entfachten. Ein prächtiges Bild bot der Volkstanz der Oldesloer Mittelschüler. Die starke Beteiligung beim Handball, Faustball, Korbball und Brennball zogen die Entscheidungen bis in die Mittagsstunden hinaus. Kreissportlehrer Bernhard Nowak überreichte den Siegern die Heuss-Urkunden und dankte dem Kampfgericht für die Unterstützung in der Durchführung des Sportfestes.

Mannschaftsmehrkampf:

  1. Landschulen: 1. Trenthorst-Wulmenau 51,4 Punkte, 2. Vinzier 46,8, 3. Braak 46,2, 4. Barkhorst 44,2, 5. Zarpen 43,5, 6. Jersbek 42,4, 7. Stemwarde 41,9, 8. Pölitz 41,4, 9. Wilstedt 35,6.
  2. Volksschulen (Stadt- und Landschulen): 1. Harksheide-Nord 54,1 Punkte, 2. Barsbüttel 51,7, 3. Reinbek 47,1, 4. Alte Stadtschule Bad Oldesloe 46,3, 5. Neue Stadtschule Bad Oldesloe 46,2, 6. Glinde 44,0, 7. Ahrensburg (Am Hagen) 41,5.
  3. Mittelschulen und Aufbauzüge: 1. Bargteheide (A) 53,4 Punkte, 2. Trittau (A) 51,3, 3. Bad Oldesloe (M) 50,3, 4. Reinbek (M) 49,8, 5. Reinfeld (A)48,8, 6. Großhansdorf (A) 48,1, 7. Harksheide (M) 42,3.

Heuss-Urkunden:

  • (Anm.: Oldesloer) Jungen Jahrgang 1942: Heinz Stuhrmann 64,0 Punkte, Uwe Domrös 56,5, Uwe Sperling 55,5; Jahrgang 1943: Hans Heinz Schmidt 69,5
  • (Anm.: Oldesloer) Mädchen Jahrgang 1942: Renate Schippmann 61,5 Punkte, Waltraut Bliebenich 58,0; Jahrgang 1946: Gesine Ohrt 57,0, Heidemarie Nowak 56,5. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.9.1957

 

Montag, 30. September 1957

Alte Stadtschule geschlossen

st. – Seit Sonnabend ist die Alte Stadtschule wegen der Grippeerkrankung zahlreicher Schüler geschlossen. Sie wird auch den Unterricht nicht mehr vor den Herbstferien aufnehmen. Am kommenden Freitag, dem letzten Schultag, werden lediglich Zeugnisse ausgegeben. Für zwölf Klassen der Oberschule, die bis einschließlich Sonnabend wegen der Grippe beurlaubt waren, begann heute wieder der Unterricht. Eine andere Klasse mußte heimgeschickt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.9.1957

 

Bis zum Jahr 1960