Saison 1957 - 58
Teil 2

 

Samstag, 5. Okt. 1957
Goldenes Sportabzeichen für 63jährigen.

Freude und Stolz erfüllte Karl Reinhard beim Verlassen des Sportplatzes; er hatte die Bedingungen für das Leistungsabzeichen erfüllt! Das Regenwetter erschwerte die Durchführung der Prüfung und minderte die Leistungen. Trotzdem erwarben 23 Bewerber das Sportabzeichen; 52 Teilnehmer, meist Jugendliche und Schüler, bestanden die Prüfung für das Leistungsabzeichen.
SPM

Montag, 7. Okt. 1957
VfL spielt im Zahlenlotto.
Mit einem Volltreffer im Zahlenlotto hofft der VfL Oldesloe, seine Vereinskasse auffüllen zu können. Der Vorstand beschloß mit Stimmenmehrheit, künftig jede Woche für eine Mark zwei Zahlenreihen im Lotto auszufüllen. Etwaige Gewinne fließen in die Vereinskasse.
SPM

Montag, 14. Okt. 1957
VfL Oldesloe versucht Glück im Zahlenlotto.

Zu den erfolgreichsten "Kleinstadt"-Verinen in Schleswig-Holstein gehört zweifelsohne der vielseitige VfL Oldesloe von 1862, der sich besonders um die Förderung seiner Jugend große Verdienste erworben hat und zudem über eine herrliche Sportanlage verfügt, die weit über 15.000 Zuschauern beste Sichtmöglichkeit bietet und "spielend" auf ein Fassungsvermögen für über 25.000 Besucher erweitert werden könnte. Der VfL will dieses von der Natur so begünstigte Stadion nun auch tatkräftig ausbauen - aber nicht für die Zuschauer, sondern für die Leichtathleten, Handballer und besonders natürlich für seine vielen Jugendmannschaften. Das kostet, wie man sich denken kann, Geld, das in keinem Sportverein, der nicht Sonntag für Sonntag vor vollen Tribünen spielt, reichlich vorhanden ist.

Der Vorstand des VfL kam daher auf die Idee, einmal im Lotto sein Glück zu versuchen. Mit 9:5 Stimmen beschloß vor einigen Wochen der Vorstand, man jedem Wochenende auf Vereinskosten für den Einsatz von einer Mark die Glücksgöttin Fortuna herauszufordern. Seit einem Vierteljahr ist man schon dabei, gewonnen wurde aber erst einmal - ganze 3,20 Mark flossen in die Vereinskasse zurück! Wenn das so weiter geht, wird man im schönen Bad Oldesloe noch lange auf den Ausbau des Stadions warten müssen!

So ist es heute also schon: selbst die Sportvereine spielen nicht mehr in "ihrem" Toto - sondern im Lotto! Vom Toto (bzw. von dem vom Toto gespeisten Sportförderungsausschuß) aber möchte man dennoch immer wieder Geld sehen, und sicherlich haben auch die braven Oldesloer einen Antrag beim Sportförderungsausschuß laufen!

Die Oldesloer, auf halber Strecke zwischen Lübeck und Hamburg beheimatet, scheinen es mit dem Grundsatz "Doppelt hält besser" zu halten. Sie haben nun zwei Eisen im Feuer: Toto und Lotto. Aber die Milch des Totos wird, wenn es so weiter geht, immer dünner!
SPM

Donnerstag, 17. Okt. 1957
Die auf dem Exer installierte Lichtanlage ist nicht mehr zu gebrauchen. Mit Zustimmung der Stadtverwaltung kann die VfL-Liga ihren Trainingsbetrieb vorübergehend auf die Wochenmarktfläche am Rande des Bürgerparks, auf die sogenannte Teerplatte, verlegen. Dort finden bereits seit geraumer Zeit die Spiele der Handballer statt. Um in den Abendstunden trainieren zu können, sollen zusätzlich zur Straßenbeleuchtung Scheinwerfer aufgestellt werden.

Freitag, 25. Okt. 1957
Turnhallenbau hat begonnen.
Mit dem Aufstellen der Holzkonstruktion für die neue Turnhalle im Hof der Mittelschule ist jetzt begonnen worden. Nach dem Beschluß der Stadtvertretung soll für 170.000 DM eine moderne Turnhalle geschaffen werden, die auch vom Gymnasium mitbenutzt werden kann. Bisher konnte infolge der Raumnot nur ein Drittel des planmäßigen Turnunterrichts erteilt werden, obwohl die Haltungsschäden der Kinder stark zugenommen haben. Die Landesregierung gibt zu dem Turnhallenbau einen Zuschuß von 58.000 DM.
SPM

Samstag, 26. Okt. 1957
Wir brauchen Fußball-Übungsleiter!
Von Erwin Gesche, 1. Vorsitzender des Kreisfußballverbandes Stormarn und Beauftragter für die Schulung im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband. Wie sieht das sogenannte Training der meisten kleinen Fußballvereine, besonders der Landvereine, aus? Jahrzehntelange Beobachtungen ergeben folgendes Bild: An einem, manchmal auch an zwei Abenden in der Woche finden sich Spieler aller Altersklassen auf dem Platz vor einem Tor zusammen, und nun wird - oft ohne Sportkleidung - "auf ein Tor trainiert". Wenn das den Beteiligten über ist und die Zahl der Anwesenden einigermaßen ausreicht, dann wird in gemischter Zusammensetzung (Schüler, Jugendliche und Senioren) ein "Übungsspiel" hingelegt, das niemand überwacht, der in der Lage wäre, aus dem Spiel Erkenntnisse zu gewinnen für ein richtiges Training.

Training soll aber doch heißen, daß durch wohldurchdachte, systematische Übungen, verbunden mit einer zweckentsprechenden Lebensweise, der Körper des jungen Menschen zu gesteigerter Kraft- und Leistungsentfaltung gebracht wird. Wo so gearbeitet wird, stellen sich die Erfolge früher oder später ein. Es ist nämlich nicht so, daß größere Vereine allein deswegen zu gehobener Spielstärke kommen, weil sie eine umfangreichere Spielerauswahl haben; sie führen auch ein methodisch sorgfältig aufgebautes Training unter Anleitung eines gewissenhaft tätigen und für seine Aufgaben geschulten Übungsleiters durch! Dieser sieht seine Tätigkeit nicht etwa nur in der Förderung der ersten Mannschaft, sondern wahrscheinlich vordringlich in der Schulung und Vervollkommnung der Schüler- und Jugendspieler.

Deshalb kann es nicht wundernehmen, daß viele erste Mannschaften von Dorf- und Kleinstadtvereinen über die Kreisklasse und Kreisliga (jetzt A-Klasse) nicht hinauskommen. Und wenn eine solche Mannschaft mal in die Bezirksklasse (jetzt 2. Amateurliga) aufsteigt, hat sie meistens schwer um den Erhalt der Klasse zu ringen oder steigt nach einem Jahr bereits wieder ab. Es fehlt diesen Mannschaften nicht nur das technische und taktische Rüstzeug, nicht nur die nötige Kondition, sondern auch der rechtzeitig und sorgfältig für schwere Aufgaben vorbereitete Nachwuchs aus der Jugendabteilung.

Deshalb ist ein Übungsleiter, der begeistert und ausdauernd an seine Aufgabe herangeht, eine zwingende Notwendigkeit, wenn die Leistungshöhe unseres Sports im Lande Schleswig-Holstein nicht noch weiter absinken und unsere jugendpflegerische Erziehungsaufgabe nicht noch mehr verwässern soll.

Fangen wir doch, wenn unsere Senioren wegen mangelnder Einsicht hier und dort durchaus nicht wollen, bei der Jugend an! Mit einem Jugendwart, der seine Aufgabe ernst nimmt, und mit Mannschaftsbetreuern, die den Ehrgeiz haben, ihre Mannschaft zur besten zu machen, mit solchen Männern als treue Helfer ließe sich innerhalb von zwei Jahren schon mancher schöne Erfolg erringen. Wie oft habe ich Jugendliche klagen hören, daß sich um sie kaum jemand kümmere. Und dabei wollen sie zulernen, wollen geführt sein. Ihren Ruf sollten wir nicht überhören.

Es muß in den nächsten Wochen und Monaten die vornehmste und dringendste Aufgabe der Vereinsvorstände sein, einen Mann als Vereinsübungsleiter ausfindig zu machen, der ein Herz für die Jugend hat, der straff und ernst an seine Aufgabe herangeht, der sich bei bestimmt zu erwartenden Schwierigkeiten und Rückschlägen nicht den Mut nehmen und sich nicht den Glauben an die Richtigkeit des Weges und die Zuversicht für die Erreichbarkeit des Zieles rauben läßt. Ich weiß, daß solche Männer heute rarer sind denn je. Ich glaube aber, daß sie sich finden lassen und sich zur Arbeit bereitfinden, wenn die Vereinsvorstände sie rückhaltlos unterstützen.

Solche Vereinsübungsleiter werden auf unserer Sportschule in Malente durch den Verbandssportlehrer ausgebildet, und zwar nach neuesten Erkenntnissen und mit anderen Methoden als früher. Dadurch ist die Gewähr gegeben, daß allmählich eine moderne, zweckmäßigere Spielauffassung und Spielweise, eine höhere Spielkultur bis in den kleinsten Verein getragen wird.

Besonders in Elternkreisen und - wir wollen es ruhig sagen - auch bei anderen Verbänden und nicht zuletzt bei staatlichen Stellen, werden wir an Ansehen gewinnen, wenn in unserer Jugendarbeit noch mehr Planung, Methode, Zielstrebigkeit und Erziehung steckt als bisher. Es werden dann Stimmen, wie die nachstehend aufgeführte, immer seltener werden: "Mein Junge möchte gern in die Fußballabteilung des Vereins X. Ich habe ihm gesagt: Ich habe nichts dagegen, aber erst muß mir der Verein die Gewähr geben, daß du dort durch einen erfahrenen Spieler etwas lernst, und dann muß deine Mannschaft einen ständigen Betreuer haben, der stets für euch da ist und sich um euch kümmert. Ich wünsche nicht, daß ihr euch oft allein überlassen seid!"

In den Kreisen wird es in Zukunft auch Kreisübungsleiter geben, Sie sollen die Verbindungsleute zwischen Sportschule und Verein sein. Sie werden häufiger zu Wochenendbesprechungen oder Wochenendkursen zusammengezogen werden, um immer wieder neue Anregungen und Ziele zu bekommen, die der Kreisübungsleiter dann an die Vereine weitergeben soll.

Der Kreisübungsleiter wird seine Vereine beim Training aufsuchen und beraten. Er wird für die Beschickung der Sportschule und für die Bildung und Formung der Auswahlmannschaften verantwortlich sein. Kurzum: Sowohl die Kreisübungsleiter wie die Vereinsübungsleiter werden die technisch und taktischen Laienkräfte unseres Fußballsports sein. Sie werden die Möglichkeit haben, den Lehrschein A und B zu erwerben und in ihre Hand ist es gelegt, ob wir in den nächsten Jahren in unserem Lande vorwärtskommen werden in unserer Breitenarbeit, die aber auch in die Tiefe gehen muß!
SPM

Samstag, 26. Okt. 1957
Fernsehpremiere blamabel für den Nord-Fußball.
Das war also die Oberliga-Premiere im Fernsehen! Der Chronist hatte es vorgezogen, den Punktekampf zwischen Altona 93 und Holstein Kiel (Anm. 0:0) nicht in der traditionsreichen Bahrenfelder Adolf-Jäger-Kampfbahn, sondern gemütlich im Sessel sitzend am Fernsehschirm mitzuerleben. Und er war am Ende froh darüber, daß er zu Hause geblieben war.

Auch am Fernsehschirm (oder ganz besonders da!) machte das Spiel einen müden, faden Eindruck. Wirklich schade, daß das Fernsehen keine bessere Begegnung zum Auftakt "erwischte"! Der norddeutsche Fußball hat sich mit diesen wirklich flauen 90 Minuten ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Im Westen und Süden wird man nach dieser Übertragung wieder einmal vom "schwachen Nord-Fußball, der mit dem Hamburger SV nur eine annehmbare Mannschaft besitzt" sprechen. Es war in der Tat peinlich, eine Blamage!

Altona 93 und Holstein Kiel haben für den norddeutschen Fußball eine große Chance, eine echte Werbung verpaßt - nachdem Holstein sich schon eine Woche zuvor harte Kritiken westdeutscher Kollegen, die anläßlich der Deutschen Amateurboxmeisterschaft in Kiel weilten und sich die Gelegenheit, die Partie Holstein gegen VfB Lübeck (1:1) zu sehen, nicht entgehen ließen, gefallen lassen mußte.

Nach der Übertragung wurde natürlich auch wieder heftig über die Frage diskutiert: "Ist das Fernsehen weine echte Konkurrenz für den Veranstalter? Werden Fußballanhänger eine Fernsehübertragung dem Platz auf der Tribüne vorziehen?

Meine (von verschiedenen Fußballfans geteilte) Meinung hierzu: Wenn ich die Wahl hätte - ich würde immer den direkten Besuch vorziehen! Man hat auf den Tribünen doch einen ganz anderen Überblick, man geht dort doch ganz anders mit! Und wieviel besser kann man den ganzen Spielaufbau verfolgen, das Spiel aus der Tiefe heraus! Und das Fernsehen kann niemals die prickelnde Atmosphäre einfangen, die nun einmal zu einem echten Punktekampf gehört!

Aber für jene Anhänger des runden Lederballs, die keine Möglichkeit haben, dem für die Übertragung ausgesuchten Kampf beizuwohnen (aus gesundheitlichen, zeitlichen oder finanziellen Gründen), bietet das Fernsehen auch noch eine ganze Menge, ist die Übertragung ein erstklassiger Ersatz. Manches sieht man vor dem Fernsehschirm sogar genauer als auf der Tribüne! So zum Beispiel, wenn die Kamera die Spieler in Großaufnahme heranholt. Dann kann man alles verfolgen, sieht man sogar die Schweißtropfen auf der Stirn der Akteure!

Vor der Fernsehkamera kann zum Beispiel kein Spieler sein schlechtes Ballstoppen verheimlichen, sieht man viel schneller, wer einbeinig oder wer auf beiden Beinen "firm" ist. Der Kamera entgeht kein Foul, kein Festhalten, sie bringt manchen prachtvollen Zweikampf deutlicher und näher als man ihn von der Tribüne aus verfolgen könnte!

Es wäre gut, wenn die Trainer sich ihre Mannschaften einmal vor dem Fernsehschirm anschauen könnten - sie würden manche Schwäche ihrer Schützlinge deutlicher erkennen als es bisher jemals der Fall war. Und für die Spieler, denen man auf dem Fernsehschirm haarscharf auf die Finger (besser: Beine) schauen kann, wäre so eine Übertragung lehrreicher als manche Trainingsstunde! Denn vor der Fernsehkamera kann nicht gemogelt werden - sie läßt schonungslos jede Schwäche erkennen!

So hat auch die Fernsehübertragung ihren Reiz. Es fehlt ihr aber die Atmosphäre, der großzügige Überblick"! Man bekommt zu wenig vom Kombinationsspiel ab, sieht keinen freien Raum, wird in den Entfernungen enttäuscht. Dafür läßt sie, wie oben schon ausgeführt, manch anderes wieder besser erkennen! Wie gesagt: ein echter Fußballanhänger wird sich kaum durch das Fernsehen abhalten lassen, immer zum Stadion herausfahren (zumindest solange etwas geboten wird!). Aber man sollte die Fernsehkonkurrenz nicht unterschätzen! Fernsehen ist vor allem bequemer, und nach einem schlechten Spiel (wie in Altona) braucht man sich nicht über das Eintrittsgeld zu ärgern - man kann sogar abschalten.
SPM

Dienstag, 29. Okt. 1957
Fußball in der Schule.
Das Kultusministerium des Landes Schleswig-Holstein, Zentralstelle für Lehrerfortbildung, hatte in Zusammenarbeit mit den Kreisschulräten 28 Kreissportlehrer - darunter aus Stormarn Bernhard Nowak (Bad Oldesloe) - und Fachleute zu einem achttägigen Lehrgang für Fußball und Leibeserziehung in der Sportschule Malente zusammengezogen, um das Problem "Fußball in der Schule" zu diskutieren. Grundsätzlich ist man nicht gegen die Einführung dieser Sportart, doch kann dem populär gewordenen Fußballspiel im Rahmen der Gesamterziehung der Schuljugend nur ein geringer Platz eingeräumt werden. Die Durchführung von Rundenspielen mußte zunächst aus finanziellen Gründen abgelehnt werden. Die Kosten für den Lehrgang trug der Schleswig-Holsteinische Fußballverband; er stellte für diese Zeit den Landesverbandstrainer Claus-Peter Kirchrath zur Verfügung, der die praktische Arbeit mit methodischen Einführungen über Technik und Taktik des Fußballspiels leitete und durch entsprechende Filme ergänzte. Die Lehrgangsteilnehmer hatten Gelegenheit, die Einweihung der Flutlichtanlage von Holstein Kiel und das Freundschaftsspiel (0:0 vor 12000 Zuschauern) gegen Fortuna Düsseldorf zu erleben.
SPM

Freitag, 1. Nov. 1957
Turner ohne Turnhalle?
Der VfL fragt: Wie lange noch? 35 Sportabzeichen. In einer Sitzung des erweiterten Vorstandes des VfL Oldesloe trug Oberturnwart Walter Busch seine Sorgen über den derzeitigen Mangel an Turnhallen vor. Die früher benutzte Turnhalle der Oberschule ist wegen des Umbaues mit Schulmöbeln ausgefüllt. Die Halle der Alten Stadtschule kann von erwachsenen Turnern überhaupt nicht und von Kleinkindern nur dann genutzt werden, wenn diese die Geräte selbst transportieren, was ein unmögliches Verlangen darstellt. Bis zur Herstellung des früheren Zustandes können noch sechs bis sieben Monate vergehen. Verschiedene Eltern haben bereits ihre Kinder aus der Turnabteilung abgemeldet und andere wieder die Beitragszahlungen eingestellt. Aber auch der Fortfall der Pflege des mit großem Kostenaufwand geschaffenen Fußbodens in der Möbeln bestellten Turnhalle der Oberschule wird ihre Folgen haben. Der 1. Vorsitzende Heinz Peters verlas ein kürzlich abgesandtes Schreiben des VfL an die Stadt, in dem um die Abstellung dieser Zustände gebeten wurde. Die Stadt hat darauf noch nicht geantwortet. Sportlehrer Bernhard Nowak überreichte dem 1. Vorsitzenden eine Urkunde des Landessportverbandes, wonach der VfL im Jahre 1956 mit 35 Verleihungen des Sportabzeichens in Schleswig-Holstein an fünfter Stelle stand. Der Vorsitzende dankte Bernhard Nowak und Hans-Joachim Goldbeck im Namen der ausgezeichneten Sportler für ihre mühevolle und erfolgreiche Tätigkeit.

Fußballobmann Rudi Herzog berichtete über die Trainingsanlage im Stadion. Turner, Fußballer und Handballer wollen im freiwilligen Arbeitsdienst die bereits begonnenen Erdarbeiten zu Ende führen. Eine Beleuchtungsanlage ist vorgesehen; die des Exers funktioniert nicht mehr.
SPM

Samstag, 2. Nov. 1957
Umstellung auf Kalenderjahr.
Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband beabsichtigt, ab kommender Serie beim Fußballnachwuchs eine Umstellung des Spieljahres auf das Kalenderjahr vorzunehmen, weil dadurch die Schlechtwettermonate Dezember bis Februar für den Jugendfußball wegfallen würden.
SPM

Freitag, 8. Nov. 1957
Hauptgewinn im Fußball-Toto.
Ein schwerkriegsbeschädigter Oldesloer Arbeiter hat nach mehreren kleinen Totogewinnen jetzt einen Treffer im ersten Rang der Zwölferwette erzielt. Er erhält 16.670,70 DM. Mit Hilfe dieses in Oldesloes ältester Toto-Annahmestelle gemachten Gewinns plant er, sich ein Häuschen zu bauen.
SPM

Montag, 25. Nov. 1957
Hans Frühauf gestorben.
Hans Frühauf, der langjährige Vorsitzende des Spielausschusses im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, ist nicht mehr. Nach einer sehr schweren Krankheit schloß er in der Frühe in einem Flensburger Krankenhaus für immer die Augen.

Hans Frühauf wird eine große Lücke im SHFV hinterlassen. Nie aber wird er, der nur 54 Jahre alt wurde, vergessen werden! Wie oft hatte der in Wien geborene, kraftstrotzende und temperamentvolle Flensburger durch seinen Humor, seine Schlagfertigkeit, durch seinen Fußballverstand auf Sitzungen oder Verbandstagen heikle Situationen gerettet, wie oft war er es, der in seinem wechselvollen Leben Höhen und Tiefen durchschreiten mußte, der "Wind" machte, aufrüttelte, den rechten weg wies. Sein Rat, sein Temperament, sein "Pfeffer" - der ganze Hans Frühauf wird uns Fußballern sehr, sehr fehlen!

Über Frühaufs Verdienste um den schleswig-holsteinischen Fußball, dem er bis in seine letzten Tage als Mitglied des Spielausschusses verbunden war, brauchen keine Worte verloren zu werden. Hans Frühauf war einer der aktivsten Fußballfunktionäre, ein Mann, der immer neue Ideen hatte, immer plante, stets bereit war zu helfen, der aber auch nie mit seiner Meinung zurückhielt. Ein echter Kamerad! Er wird uns unvergessen bleiben!
SPM

Montag, 9. Dez. 1957
Im "Fair-Play-Wettbewerb" der "Lübecker Nachrichten" für die Bezirksliga führt der VfL Oldesloe bei Halbzeit mit nur sechs Minuspunkten vor dem letztjährigen Gewinner des "Willi-Hess-Gedächtnispreises", TSV Mölln sowie TSV Heiligenhafen, TSV Bargteheide und TSV Siems mit je acht Punkten.
SPM

Dienstag, 10. Dez. 1957
Kommission entscheidet über Bespielbarkeit.
Eine Kommission, die aus dem Schiedsrichter, einer den Platzeigentümer vertretenden Persönlichkeit und einem Vertreter des Fußballfachverbandes besteht, wird künftig darüber entscheiden, ob ein Fußballplatz bei schlechtem Wetter "bespielbar" ist oder nicht.

Diese Vereinbarung wurde zwischen dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Fußball-Bund getroffen und wird in den nächsten Tagen von den beiden Vertragspartnern unterzeichnet. Nach einer Mitteilung des Deutschen Städtetages in Köln hat das Präsidium dieser Organisation der Vereinbarung auf einer Sitzung am Wochenende in Pforzheim bereits zugestimmt.

In der Frage der Bespielbarkeit der Plätze hatte es in der letzten Zeit verschiedene Unstimmigkeiten zwischen dem Platzeigentümer und dem Schiedsrichter gegeben. Die Regelung bezieht sich in erster Linie auf die großen Stadien in der Bundesrepublik und Westberlin. Für diese, die in den meisten Fällen den Städten gehören, wird der jeweilige Sportdezernent der Vertreter des Platzbesitzers sein. Die Vereinbarung sieht vor, daß eine Entscheidung von den drei Mitgliedern der Kommission einstimmig gefaßt werden soll. Läßt sich die Einstimmigkeit nicht erreichen, liegt die Entscheidung beim Platzeigentümer.
SPM

Sonntag, 29. Dez. 1957
Verbandstrainer sprach zu Übungsleitern.
Der Kreisfußballverband Stormarn hielt im "Gasthof Wigger" eine Schulungsstunde für die Vereinsübungsleiter ab. Als Referent war Verbandstrainer Claus-Peter Kirchrath vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband erschienen. Er betonte, daß der moderne Fußball ohne eine regelmäßige Körperschulung durch Turnen, Leichtathletik und sogar Schwerathletik nicht auskommt, wobei die technische Schulung natürlich nicht zu kurz kommen darf. In der lebhaften Diskussion wurden wertvolle Hinweise gegeben, wie auch im kleinen Dorfverein ein regelmäßiges Training möglich ist.
SPM

 

Bis zum Jahr 1960