Saison 1957 - 58
Teil 3

 

Montag, 6. Jan. 1958
Die Parole für 1958: seid nett zueinander!
Wir wollen das neue Jahr nicht beginnen, ohne noch einmal an die Aktiven und Zuschauer die ernste Mahnung zu richten: seid nett zueinander! Sorgt dafür, daß es 1958 keine Skandale und Tumulte, keine Ausschreitungen auf unseren Sportplätzen mehr gibt! Legt den Fanatikern endlich das Handwerk! Laßt die Fairneß erstes und oberstes Gebot werden! Laßt uns wieder dahin kommen, daß wir in einer Niederlage kein Unglück mehr sehen - und uns endlich lernen, die Entscheidungen der Schiedsrichter zu achten und zu respektieren!
SPM

Mittwoch, 15. Jan. 1958
Neuer Schulleiter in Hoisdorf.
Die Gemeindevertretung wählte den 37jährigen Mittelschullehrer Hansjoachim Berg zum neuen Schulleiter der Volksschule Hoisdorf. Diese Stelle ist im vergangenen Jahr frei geworden, als der bisherige Schulleiter Ebel in den Ruhestand trat. Lehrer Berg ist Stettiner und lebt seit dem Verlust seiner Heimat in Stormarn. Er war mehrere Jahre an der Stadtschule und der Königin-Luise-Schule in Bad Oldesloe tätig. Gegenwärtig unterrichtet er am Aufbauzug in Aumühle.
ST

Freitag, 17. Jan. 1958
Fußballtrainer soll zu Lehrern sprechen.
Der Jugendausschuß des Kreisfußballverbandes Stormarn diskutierte in seiner kürzlichen Sitzung im "Deutschen Haus" über den Schulfußball mit Siebenermannschaften auf verkleinertem Spielfeld. Dieses Kleinfeldspiel hat der Deutsche Fußball-Bund im vergangenen Jahr bei Länder- und Auswahlspielen vorgeführt. Der Jugendausschuß will an den Kreisverband Stormarn der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Kreislehrerverein) mit dem Vorschlage herantreten, einen Vortrag des Verbandstrainers des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Claus-Peter Kirchrath, über dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Kreislehrerversammlung zu setzen.
ST

Samstag, 25. Jan. 1958
Neuerungen im Stadion.
Nachdem der bisherige Platzwart des Oldesloer Stadions, Otto Schmidt, aus beruflichen Gründen mit seiner Familie nach Süddeutschland verzogen ist, hat der VfL mit diesem Posten Rudolf Wohlers betraut, der in den nächsten Tagen die Wohnung im Blockhaus des Stadions beziehen wird. - Erstmalig wurde jetzt die neue Lichtanlage am Trainingsplatz im Stadion benutzt. Sechs Lichtstrahler beleuchten die 60 mal 50 Meter große Trainingsanlage, die zwar noch nicht ganz hergestellt ist, aber der Liga des VfL schon eine ausreichende Trainingsmöglichkeit bietet.
ST

Samstag, 15. Feb. 1958
Erwin Gesche 60 Jahre alt.
Stormarns Fußballpionier Nr. 1. Der Rektor a.D. und über 40 Jahre als Pädagoge im Dienst der Jugend stehende Jubilar hat sich in ebenso langer Tätigkeit im Fußballsport als aktiver Spieler und Vereins- und Verbandsvorsitzender große Verdienste um den Fußballsport erworben. Schönberg, Soldin und Templin waren die Stationen seiner erfolgreichen Schaffens. Durch die Kriegswirren in die Karpfenstadt Reinfeld verschlagen, war er bereits 1946 Mitbegründer des Bezirks IV (Lübeck) des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes und steht seit 1949 dem Kreisfußballverband Stormarn als 1. Vorsitzender vor. Gleichzeitig ist er Mitglied des Kuratoriums der Sportschule Malente und Schulungsbeauftragter des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes.

Durch seine rhetorische und organisatorische Befähigung und seine psychologische Begabung ist es ihm gelingen, dem Kreisfußballverband Stormarn Ansehen zu gewinnen; seine anregende und gestaltende Mitarbeit auf Bezirks- und Verbandsebene fand stets Anerkennung und Beachtung. Für diese hervorragende Pioniertätigkeit dankte ihm der Kreisfußballverband Stormarn 1956 mit der erstmalig verliehenen goldenen Ehrennadel. Der Landesfußballverband wußte 1956 seine Verdienste durch die Verleihung der goldenen Ehrennadel zu würdigen.

Seine Vereinskameraden, die Sportler und Mitarbeiter des Kreisfußballverbandes Stormarn und darüber hinaus seine Mitstreiter auf Bezirks- und Verbandsebene wünschen ihrem Erwin Gesche noch viele Jahre segensreichen Wirkens für die Jugend in bester körperlicher und geistiger Frische.
ST

Montag, 24. Feb. 1958
Goldene Ehrennadel für Christian Ohrt.
Der Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverbandes in Malente stand im Zeichen größter Einmütigkeit und unterstrich die vorbildliche Vorstandsarbeit. Der bisherige Vorsitzende, Christian Martens von Holstein Kiel, wurde einstimmig wiedergewählt. Er leitet die Geschicke des Verbandes bereits 13 Jahre. Als bedeutendster Gast sprach der Vorsitzende des Landessportverbandes, Karl Bommes, der Leichtathletik für ihre Erziehungsarbeit vollste Anerkennung aus. Der Vertreter des VfL Oldesloe, Studienrat i.R. Christian Ohrt erhielt die goldene Ehrennadel des Deutschen Leichtathletikverbandes; Jugendwart Kurt Schulz (Reinfeld) wurde die silberne Nadel verliehen.
ST

Montag, 3. März 1958
Herzog bleibt Leiter der Fußballsparte.
Gute Jugendarbeit. Alle vier Kreismeistertitel erobert. Kritik an den Platzverhältnissen. Die Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung des VfL in "Wiggers Gasthof" wählte Spartenobmann Rudi Herzog einstimmig wieder. Er übernimmt gleichzeitig die Leitung der vorläufig verwaisten Jugendfußballabteilung. Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen stellvertretenden Obmann Heinrich Bertram wurde Wilhelm Düllmann neu gewählt. Ferner wurden in ihrem Amt Schriftführer Gerhard Rath und Otto Rathmann und Martin Kock als Betreuer für ein weiteres Jahr bestätigt. Der von Kurt Peter erstattete Kassenbericht befriedigte. Die Sparte hat zur Zeit 355 Mitglieder, davon 171 passive Mitglieder.

Für drei Sportvereine mit insgesamt 27 Fußballmannschaften steht nur ein einziger wirklich geeigneter Platz zur Verfügung, nämlich der im Stadion! Diesen Zustand kritisierte der 2. Vorsitzende Horst Kaschner. Man müsse schwarz in die Zukunft sehen, weil die Stadt so wenig tue. Die Zahlen im städtischen Haushaltsplan ließen auch keine großen Verbesserungen der Plätze auf dem Exer erwarten. Der 1. Vorsitzende des VfL, Heinz Peters, sprach die Hoffnung aus, daß der Trampelpfad, der quer über den Exer durch die Spielfelder führe und ein großes Ärgernis zwischen den Spielern und Passanten hervorgerufen habe, endlich verschwinden möge.

Spartenleiter Herzog hob hervor, daß die Ligaelf nach russischer Methode im Freien bei schlechtesten Wetterverhältnissen trainieren mußte, weil in der Stadt keine Turnhalle benutzbar war. Die im Bau befindliche Trainingsanlage im Stadion wird nach dem Abflauen des Frostes fertiggestellt werden. Unter diesen Umständen verdient die Leistung der Ligamannschaft unter dem Trainer Artur Jantz besondere Anerkennung. Als allein ungeschlagene Mannschaft der 2. Amateurliga steht sie nach 17 Spielen an der Spitze der Tabelle.

Erfreuliches konnte Rudi Herzog über die Jugendarbeit berichten. Alle vier Kreismeistertitel fielen an die VfL-Jugend, die in der Obhut der Übungsleiter Horst Witt und Edmund Robatzek und der Betreuer Poel und Bieschke steht. Unter der Leitung von Wilhelm Stäcker nehmen 45 Knaben an den Kleinfeldspielen teil. Der Vorsitzende überreichte dem früheren Übungsleiter Heinz Pohl die Ehrennadel für die unter seiner Leitung erreichte Staffelmeisterschaft 1956/57 der Liga. Als Auszeichnung für die Staffelmeisterschaft ließ er durch den damaligen Obmann Werner Brandt das Meisterschaftsabzeichen aushändigen an die Ligaspieler

  • Harry Rapski
  • Wilhelm Lindemann
  • Hans-Werner Buls
  • Karl-Heinz Nußkern
  • Werner Petersen
  • Roland Erbs
  • Herbert Meins
  • Dieter König
  • Erich Moser
  • Hermann Lattke
  • Günter Klopp
  • Werner Kneese
  • Willi Neumann
  • Werner Lüthje
  • Alfred Liedtke.

Für die Bezirksmeisterschaft wurden mit der Ehrennadel ausgezeichnet die Jungmannen

  • Wolf-Dieter Bliebenich
  • Rolf Kröger, Horst Liedtke
  • Dieter Vierkant
  • Teja Herzog
  • Jürgen Höppner
  • Wilfried Ruge
  • Heinz Wendt
  • Bertold Clasen
  • sowie deren Übungsleiter Horst Witt

ST

Donnerstag, 20. März 1958
Saalbau im Gespräch.
Der Magistrat diskutierte erneut das Problem "Saalbau". In der letzten Zeit hat der städtische Saalbau-Ausschuß einige Entwürfe eingeholt. Dabei hat ein Architekt vorgeschlagen, im "Oldesloer Hof" gleich zwei Säle für 600 bis 800 Personen übereinander zu bauen. In anderen Plänen wurde dargelegt, einen neuen Saalbau mit der Stirnseite an der Königstraße zu errichten und den alten Saal des "Oldesloer Hofes" als Verbindungsstück mit Nebenräumen einzurichten. Wie Bürgermeister Hermann Barth gestern dazu erklärte, scheitern alle diese Pläne an der Finanzierung. Der Bau eines Saales würde mindestens 200.000 Mark kosten. Es wäre allerdings möglich, dafür zinsverbilligte Kredite des Landes zu bekommen.
ST

Montag, 31. März 1958
Schwimmbecken neben Flußbadeanstalt?
Die Kreisstadt soll ein Schwimmlehrbecken bekommen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Aber über das wo und wie ist noch nicht entschieden worden. Das Strandbad Poggensee eignet sich nicht zur Erteilung von Schwimmunterricht, und die Trave- und Flußbadeanstalt am Bürgerpark bleibt vorerst geschlossen. Auf die Dauer kann natürlich der Schulschwimmunterricht nicht ausfallen. Für eine großzügige Lösung - Bau einer zentral gelegenen Übungsstätte im Zusammenhang mit der neuen Turnhalle - besteht bei der Mehrheit des Stadtparlaments keine Neigung. Immerhin sind im neuen Haushaltsplan 40.000 DM für ein Schwimmlehrbecken eingesetzt worden.

Der im Bauausschuß beratene Plan, den früheren Schießstand im Bürgerpark auszubauen, fand wenig Gegenliebe. Vor allem wurde geltend gemacht, daß dieses Becken mit kostbarem Leitungswasser ständig neu gefüllt werden müßte. Die Meinung ging dahin, ein Becken neben der Flußbadeanstalt zu schaffen, in das Travewasser geleitet werden könnte. Jedenfalls erwartet das Stadtparlament vom Bauamt, daß es noch in diesem Jahr den Wunsch der Schulen, Sportvereine und der Jugend nach einem Schwimmlehrbecken erfüllt.
ST

 

Bis zum Jahr 1960